3lr> 49 KMttt9Oli1tNB«MIOB«> 1999. Rue bt Lapp» ist eine turn in bekannte Straße. Sie fithrt ihr lichtscheues Taseiu im fittstrrett Paris, versteckt lieb brauste» int Bastillenviertel, ist nur Nein, aber birgt Viele und vieles. An jeder Straßenecke sind zwei Polizieu postiert. Rur de Lappe ist keine Freurdenverkchrsstraße, zurechlgemachi, um die Nerven der Besucher mit Sensationen gu erschüttern. Hier ist das Laster echt, Ich möchte keinem Neugierige» raten, sich in die Rite de Lappe zu begeben. Fit einem der kleinsten Lokale saß Lumpchen. Sie saß dort ganz still, stunde»' lang, ohne sich zu rühren, ohne den Gästen de- Lokals ihre Aufmerksamkeit zn schenken. Lnmpchen gehörte oereitS zur alten Garde. Sie hatte tuiudestens zehn Jahre ihres Lebens in diesem schäbigen, verräucherten Lokal zugrbracht. Man hatte sich nach und nach an sie gewählt!. Dte Gäste kannten sie und respektierten ihre Zurückhaltung. Per- suchte der eine oder andere, sich ihr zu nähern, so rückt« sie nur ein wenig an die Wand. Begriff man nicht gleich, daß sie in Ruhe gelassen werden wollte, so wurde sie rabiat tmd schlug um sich. Wehe drnt, den sie traf. Lumpchen hatte nicht ihr Leben laug in der Rue de Lappe gehaust. Der Wirt hatte sie mitsamt ihrem Bauer in der Rue Daval auS dem Nachlaß der Marie Bitsson erworben, di« vor ttitgrfähr 10 fahren ermordet worden war. Damals war Lumpchen ein lebhafter Bogel, der den lieben langen Tag plapperte nno schrie. Deshalb l-attc der Wirt Liimpcheu zur lluterhaltuug seiner(Niste gekauft. Sie konnte manche lustige und inanche weniger anständig« Worte sagen, dir Marie Bussou und ihr llmgaugskreiS sie gelehrt hatten. Das lehte, wuS Lumpchen geäußert hatte, war jedoch:„Schone mich— schone mich Jim!" schrie sie deutlich, indem sic Marie Bnssons jämmerlich flehende Stimme nachahmte. Luurpchen war die einzige Zeugin in der Mordsach? Marie Busiou gewesen. Als das junge Weib sich mehrere Tage lang nicht auf der Straße gezeigt hatte, riefen Lumpchens Schreie durch das offene Fenster di« Nachbarn herbei. Man sprengte die Tür und fand Marie Busso» tot und übel zugerichtet auf. Dos alles steht genau im Rechtsvrotokoll des 11. Bezirkes verzeichne^ Der Mord erregt« natürlich Aufsehen Aber LurnpGe«. non«rit-3m*I. er war itttb Rieb ein Rätsel. Di« Akten wnrdru beiseite gelegt. Man beobachtete ein« ^jeit lang Lumpchen, aber über di« paar Worte hinaus:„Grace- grace- slim!" ließ sie nichts verlauten. Jim. Das tvar also das einzige, was mutt wußte. Xaü mußt« ein Fremder sei». Ein Amerikaner, Engländer oder gar ein .Neger, der Marie Bulson ermordet hatte. Schließlich kam Lumpchen auf die Auktion, wo sie der Wirt aus der Rue de Lappe kaufte. Der ewige Schrei:„Schone mich schone mich— Jim!" sollte eine Attraktion werden— aber von dem Augenblick an, da Lumpchen ins Lokal kam, schtoirg sie. Selbst Baitauen, Zucker und Feigen blieben wrr- kungslvs. Wenn man die kleine Türe ihres Bauers öffnete, kletterte sie auf die Spitze des Drahtgeflechtes, wo sie sitze» blieb. Mit ihrem runde«, gelbgrüneu Auge starrte sie vor sich hin, ließ daun und tvaun die bunte» Feder» durch de» krumme» Schnabel gleite» oder nagte bald au dieser oder jener Klaue. Das Lokal lag zu ebener Eide. Es war niedrig, und die Wände toareu von schmut' ziggrauer Farbe. Ter Wirt seroierle selbst. Abends hatte er jedoch einen Kellner zur Hilfe, den» es war nicht ganz ratsam, allein ;u sein. Eines Abends war die Kneipe gedrängt voll. Tort saßen junge Flapse von schäbiger Eleganz mit Ringen aus unechtem Metall und grellbunten Steine». Einige halten lenchtende Tücher.cm den Hals gebttnden und flache Mützen ans den Kopf gesetzt. Andere markierten mehi den Geictleman. Dazwischen saßen henuagesärbte und schtoarze Frauen. Da waren Frauen zwischen'10 und 5(1 und solche, die noch Kinder an Fahren, aber schon raffiniert nud erfahren waren. Dort saßen ganz alte Weiber ans mondän zurechtfrilirrt, mit heiseren Stimmen, lack roten Mündern und stnmpfen Augen, umrahmt von harten, künstlichen, schwarzen Linien und Brauen. Lumpchen saß wie immer, gleichgültig gegen ihre llmgetuing. in ihrem Bauer. Sie zog die seine Hanl fast ganz über das gelbgrüne Auge, sah nur, was si« sehen wollte» stocherte mit dem kriiinmen Schnabel in den Federn herum, schüttelt« sich, als ekelte di: Well sie an, und verfiel dann wieder-n apathischen tUeichimct. Nur werm die Tür zur Straße sich für neue(Nist« öffnet«, glitt die Haut ein wenig von ihrem Auge. ES loar ein Sonntagabend. In de« Heinen, niedrigen Lokal war ohrenbetäub-u« der Lärm. Die Gäste strömten ein und aus. Plötzlich klang eS schrill kreischend und zu»! gleich jämmerlich bettelnd durch den Radon: „Schone mich— schon« mich— Inn—<1 schon« mich!" Lumpchen streckte tat Halt beängstigend- schrie und kreischte, schlug heftig mit den Flügeln und beltrll«:„Jim — schone mich— schone..." dann schwieg sie Eine dunkle Hand hatte den Kopf des Bogels mit raschem Griff umklammert—>. ltitb Lumpchen einigemal durch die Lust ge» schlendert. Ter lote Körper des Bogels fiel zu Boden. Der große Reger mit dem gewiir« selten Schlips war aschgrau geworden und' bebte am ganzen Körper. Im Lokal tvar et ganz still- ganz still— nur daS(Nrammo» Phon krächzte noch einig» Takte- dann vrr-' stammle eS ebenfalls. Der llrine Kellnrr war»»bemerk! durch das Hiitlersenster verschtmtuden. Der Wirt versuchte aufs neue, Leben in die Bude zu bringe» Ahnte er, was vorgefallen war, wollte er vor allen Dingen einen Gast schone»'? Er öffnete die Tür zur Straße. Der! große Reger begriff und war mit einem- katzenhaften Satz draußen. Der AuSgang i >oar aber bereits von vier uniformierten Polizisten gesperrt. Wie ein wildes Tier! schlug der Schtoarze ans sie los. Er tobt«- mit der Slic», mit den Schultern, mit tat' Fäusten, bis ein schtoerer Schlag ibn lähmte. Rach zehn Fahren hatte man den Mörder der Marie Busso» ergrissctt t nc Rer letzte a sä. a u hinterlasse ich ihren Testament. graph" vervjsentlicht dal norker Börsen. Wille" cinhält aller» Hinterbliebenen, daß das Testa» Tohn deS Ber» $ liegt jetzt dem ur Prüfung vor. In dem hat der Börsenmakler i und dem t wnrde. l> hmw lteb.rraschau- Tie Uebrrrajchuug ment von der Fr.i storbenen angejoch! zuständige» Gericht seltsamen Duknin: N. a. versngt: „Meiner F Liebhaber und die ausdrückliche Bersichernng, daß ich nicht der Narr war, für den sie«ich gehalten hat. greulichen Frii deZ ihm von amerikanischen auf See der Zugang zur mit der mit Isolierung streng und wurden in der Mit wir Meinem Diener vermache ich alle Kleider, die er mir in zehn Jahre» gestohlen hat. Meinem Chausfeur hinterlasse ich meine Autos; er hat sie beinahe ganz ruinier», und er mag jetzt die Genugtuung haben, ihnen endgültig den Rest zu geben. Meinem Kompagnon vermache ich einen guten Rat: er soll sich schleunigst «inen anderen Partner suchen, sonst bringt er kein einziges Geschäft zustande. amerikanische Regierung auf Molukai und den Philippinen große Tar-"?;Z-«Pflanzungen angelegt, auf welchen die Lcprakranken bcschäf tigt werden. Denn man will sestgestellt Haven, daß durch Injektion aus den Säften der Tarak- togenos oder auch durch Injektionen aus einer Mischung von Phymol und Lebertran die Erscheinungen der Lapra völlig gehrnnnt werden — bis zu einer zeitlich begrenzten Wiedererweckung der einmal im Körper unsindbar schlummernden Keime. So leben denn diese verlorenen Menschen auf Molnkai ohne Aussicht ans Genesung zusammen. und gerade diese Hoffnungslosigkeit züchtet— wie mein Gewährsmann berichtet, der heimlich und mit Mer Borsichtvei Millionen Exemplaren. Bor SO und 70 Jahren gab cs in Deutschland noch die Torsperre. Die größten Städte schafften die Torsperre zuerst ab, aber Hamburg z. B. hatte sie noch 1859; in kleineren, namentlich den kleinen Residenzen, hat sie sich bis nach 1870 gehalten. Australien ist«in sehr wasserarmer Erb- teil; mehr als die Hälfte deS Festlandes ist ohne Gewässer. Machet« heißt in Mexiko und in Südamerika ein Mittelding zwischen Messer und Säbel, eine An Seitengewehr, das zu allem Mög- lichen dient, zum Wegbahnen im Urwald, zum Fleischhacken, Holzspalten usw. 2.100 Ton»«« Staub in der New Parker Lust. Die Staubansamnüungcn in der Lust werden von uns au heißen Sommertagen besonders lästig empfunden. Welche riesigen Mengen sich davon über einer Großstadt ansammeln, hat der amerikanische Physiker Prof. Harold Sheldon für New Dork erwiese». Er maß die Staudmengen. die sich in verschiedenen Theater«« in den Kammern ansammelten, in denen die Außenlrlit vor ihrem Einströmen in den Zu- schauerraum gereinigt wird. Innerhalb voi« einer Woche nahmen diese Kammern eine Staubschicht von% Zoll Dicke auf. Die gereinigte Luftmenge in dert Theatern und die Ausdehnung New Docks find bekannte Größen. Rechnet man nun die unmittelbar über der Stadt bcfiickliche Lust über LOO Fuß Höhe, so kommt der Gelehrte zu dem ungefähren Ergebnis. daß sich 2.100 Tonnen Staub in der Rew-Porkcr Luft befinden. Theaterprogramme, die im Dunklen zu lese» sind. In einigen Londoner Theatern wird zurzeit ein interessanter Versuch mit nruar- tigcn Theaterprogrammcn, die im Dunkle«« zu lesen sind, gemacht. Sie werden aus schwarzem Grund mit weißen Lettern gedruckt, uick der „Druckerweißc" ist etwas Phosphor beigemischt. Schach-Erke. (Alle Zuschrrst-m und Anfragen an Gen. Aloils Patz. Druck- und Berlagsanstalt. Teplitz-CchSnau,! Tischlcrgafic.) 20. Fortsetzung. Bild 27. Nun maß offenbar Schwan eine Figur verlieren, da zwei angegriffen sind. Hat Schwarz doch falsch gerechnet(komlji- I liiert)! Nein, seine Kombination gebt! weiter, ist gegen den König gerichtet. Seine Antwort ist elegant und überraschend,> 8.... Sf6—ett siehe Bild 28. Bild 28. n b• t» u a" r.«1 e j e h * »TZ U*W M 1 < SS^4>§[133 6 5 4 4 3 2 L Weiß bann, wenn er schon eine Figur gewinnen will, nur den DSufer schlagen, denn schlägt er den Springer, vertiert er die Dame, erleidet also einen entscheidenden Verlust: eine Dame für zwei leicht» Figuren wäre ein schlechter Tauseh, weil der Gefeehtewert der Dame mindestens drei leichten Figuren gleiehkommt. Obwohl in der Partio Weiß anders fortgesetzt hat, wollen wir untersuchen, wie das Spiel nach 9. f3 x g4 verlaufen würde. Schwarz würde darauf sofort den feindlichen König bedrohen, ihm Schach' bieten: 9.... IMS—h4f Bild 29. Bild 29. a b c de fgb 8 8 7 4 4 4 LJ 41-4 7 6 £3 S G 2 t 4 4 3 3 2 2 1 MH 1 a be de f g h Weiß muß den König retten. Schlagen kann er die schachbictende Dame nicht, so bleibt ihm nur Flucht oder Vorsetzen des Bauern übrig. Flüchten könnte er auf u oder nach e2. Im anderen Falle ist er s o-, fort matt ait der Dame auf 12. un zwar-| ten Falle wird er matt in zwei Zügen durch den Springer auf eS. Wir bringen beide Mattstellungen in der nächsten Fortsetzung im Bilde. Fortsetzung folgt!, 4 l IIIm der Wett des««Ges. H||| Ei««e»e» Bssstelduch «ft Wegweiser für Spiel nud Arbeit. Basteln! Welch«in herrlicher Zeitvertreib, aber auch welche Gelegenheit, praktisch« Kenntnisse zu erwerben, Hand und Ange zu schulen und schließlich auch manche lehrreiche, brauchbare und nühliche Gegenstände selbst mch billig anznfrrtigen! Es ist daher begreiflich, daß i den bisher erschienenen und von der Franck h- schen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart her ausgegebrnen Bastelbüchern ei« großes Interesse seilens der dem Basteln ergebenen Väter und auch der. Jugend zugewendet wurde. Die Schöpfcrsreiche tausender Bastler hat aus diesen Büchern neue Anregungen geschöpft und da » nun wieder ein solches Buch(„Das neue Bastelbuch", Neue Folge Band 8. 192 Seiten mit 500 Bildern. In Leinen Mk. 4.80.) erschienen ist, darf man annehmen, daß es von allen Bastlern mit größter Freude ausgenommen werden wird. Biele neue, schöne, lockende und nützliche Aufgaben werden hier dem Bastler gestellt. Da gibt es: ein Elektromotor aus Blech, eine Straßenbahn fiir Jungens, tin ZweisitzerantoS für IungeirS, Wachsdrucke, eine Gatterschaukel, Aetzcn von Glas, ein Brrgrö- ßernngsapparat. ein.Koflrr-Graunnopbon, Me- tallarbeilen, Geschenkartikel, Spielzeug, Zauber gcräte, Musikinstnrmrnte nsw. Wie alle früheren Bände bietet auch dieser neueste de» Erwachsenen Anregung und Hilfe für nützlich verbrachte Mnsestunden, der Heranwachsenden Jugend eine gute Vorbereitung für Berns und Leben. Wu«derb«ch der MSrche»«ett". Dir schünslcn Märchen von Grimm, Bechstei», Hauff, Andersen und Perrault. Mit 110 einfarbigen und 8 mehrfarbigen Bildern von Erwin von Barta. Als vornehmer Gcschcnkband in Ganzleinen gebunden nur M. 8.50.(Verlag von Friedrich Andreas Perthes, Stuttgart.) Nun ist i» der Reihe der„Wundcrbuchcr" auch der Band erschienen, der die schönsten nnd bekamitesten Märchen zufanimnifaßt:„Das Wundcrbnch der Märchenwelt!" die eigenartige und besonders schöne Ausstattung, die allen bisher erschienenen Bänden der Wunderbüchcr zu eigen ist und sicher mit brigetragen bat zu ihrem großen Erfolge, kommt diesem Bande in hervorragendem Maße zustatten. Alle’S Märchen ldie bekanntesten von Grimm, Pechstein, Hanfs nsw. sind neu und reichhaltig ill« jtrieri. itidit weniger al» 118 Bilder, darnntcr 8 vielfarbige, von der Hand des bekannten Malers Erwin von Barta schmücken den stall- liihe» Band. Das höchste Lob, das diese» Bildern gespendrl werden kann, ist, daß fle echte Mnrcheiibildcr sind, einfach und ungekünstelt: sic lösen das Gefühl niis, als ob alle dir ver- trnttlen Gestalten nnd Vorgänge nnscren Kindern anders gar nicht dargeslellt werde» könnten. An diesem„Wuiiderbiich der Märchenwelk" sehr» ti'ir wieder einmal, daß wir unseren Kindern nichts Schöneres zu geben haben als ein Buch, das alle die Märchen enthält, an denen wir uns schon ergötzt, di« wir schon, imnier und immer wieder zu unzähligen Malen Oeleleu haben. 28 Sahre KorsschertStigkelt. «ft vftch Wilhelm Filchner«. Ohne Ruhmredigkeit, mit der stillen Be-' schcidcnheit des ernsten Mannes der Wissen-' schäft, in knapper, klarer Sprache gibt Wilhelm Fikchner, der berühmte und erfolgreiche Er-. forscher Tibets in einem Buche(„I n L h i n a. Aiis Asiens Hochstepprn. Im ewi-' gen Eis." Mit 39 Bildern und 19 Karten. Sammlung: Fremdland, Frrmdvoik. Verlag Herder u. Co., Freiburg im Breisgau. Kart. Mk. 6J5O, in Leinen Mk 7.80.) den hinreißen-' den Bericht über seine Forscherarbeit in den letzten 26 Jahren seiner Lebens. Welch eine Vielgestaltigkeit, welch rin Formen->ind Farbenreichtum in den Schilderungen deS Forschers! Am Auge deS LeferS gleiten die gr- heimnisvollen Länder und Kultnren vorüber: Mein Ritt über den Pamir, Bilder aus China, Quer durch Spitzbergen, Sturm über Asten— damit stich nur einige der Kapitelüberschriften des Buches genannt. Kein treffenderes Wort kann man über dieses aufschlußreiche Werk sagen» als jenes, das der Autor sellist in seinein Vorwort sagt:„Möge mein neues Buch auch anderen ein Ansporn werden, sich selbst schon frühzeitig in eine harte Schule zu nehmen nnd konzentrierte Arbeit zu leisten". Dieser Ansporn geht in der Tat von diesem Bnrbr ans, denn es ist ein eindringlicher Beweis, was Willens kraft vermag.—er. 3. F. Schreiber» Bilder-, Wal* «nb BefchSMs««ft»d8cher. Ein Blick in das VcrlagsvcrzeichniS deS überall bekannten Kinderbücher-Berlagrs I. F. Schreiber in Eßlingen a. N. und München gibt einen Begriff von der großen Zahl mch Mannigfaltigkeit der Kinderbücher, welche in dirseur Verlage erschienen sind und in innner neuen Auflagen erscheinen. Da gibt eS Bilderbücher für jedes Kiudcsalter, mit nnd ohne Text, Berwandkuirgs- mrd Ziehbikderbücher, Kinderlieder- nnd Märchenbücher, Mal- und Zeichenbücher, Postkartenmalbücher, Kasperl- Theater-Teztheste ufw. Ein« besondere Aufmerk- samkeit verdienen Schreibers Beschäftigungsmittel zur Bildung des Geistes, de? Auges und der Haich, denn auch auf diesem Gebiete hat der Verlag innerhalb des Zeitraumes zweier Jahrzehnte außerordentliche? geleistet. Die Sammlung wird alljährlich, ebenso wie die Bücher anderer Gebiete, um eine Anzahl Neuerscheinungen bereichert und an der Hand dieser von ersten Lehrern und Künstlern heraus- gegebenen Bcschäftiguugsmiiteln können Jungen wie Mädchen lehrreichen wie unterhalt- samcn Handfcrtigkeitsuiilerricht nehmen. Basteln, Modellieren, Zeichnen, Malen, Aus- schucidcarbciten für Glanzpapier, Arbeiten mit der Laubsäge und Schere, Papparbciten, Per lenarbeitc», Nähen von Puppenkleidchen, Hol; arbeiten, Linoleunrschncidcn, Mädchen-Handarbeiten, Blnmcnwindcn— dicS alle? und noch viel anderes mehr kann mit Hilfe von Schreibers Beschäftigungs- und Arbeitsbüchern erlernt werden. Nicht unerwähnt dürfen Schreibers Dogcnartikcl, Modellierbogen zur Herstellung von Lnflfahrzcugcn und sonstiger technischer Modelle bleiben, schließlich auch Schreibers Textbücher zum Kinder-Theater wie auch die große Auswahl an Theaterdekorationen. Bon den heurigen Drihnachtserscheinungen seien hervorgeb^en- „SpielzeugschachieI." Et» Bilderbuch mit Versen von Irma». Pfanneuberg. Mk. 8.40. Ei» reizendes Buch, vergnüglich nick mit glücklicher Einsicht in das Kindergemüt. „Lustige Tiere aus aller Welt." Bilderbuch mit Versen von Karl Rohr. Mk. 8.40. Boll lustiger Einfälle. „Wald n acht." Bilderbuch von Marianne Frimberger. Mk. 1.90. Ein hn Walde verirrtes Knäblein kernt dir Geheimnisse nnd Gefahren deS Waldes kennen. Ein kleines Gcschichtkein in Versen erzählt nnd mit schönen stimmungsvollen Bildern illustriert. „Peters C h r i st n a ch t." Eine Weih- nachtSgeschichtr mit Bildern von Hans Meißner. AlS Weihuachlsman» ansgestanzt Mk. 1.80. Von neuerschieneiirn Malbüchern seien genannt:„Tierscherze" mch„Wer spielt mit?" Bon den Beschäftigungs- und Arbeitsbüchern: „Physikalische Apparate zum Selbstherstellen". „Einfache und chemische Bersuche" und„Apparate, llebnngen und Modelle zur Menschenkunde". •iae In der bekannte» Jugendbücher Reihe „Das Vogelnest", die vom B e r la g D. G u n- d e r I in Stuttgart heranSgegebrn wird, ist als neuester Band erschienen:„Christoph, Großmaul und Cornelius." Die Abenteuer einer fidelen Tiergesellschaft vo» Kenrielh Graham. kLeinen Mk. 4.—> DaS ist mal eine fidele Geschichte! Cornelius Grabfuß der Maulwurf, Christoph Braunröckchen die Wasserratte, Großmaul der Kröterich stich die Helden deS heiteren nnd klugen Buches, das reich an Abenteuern und gute» Einfällen, mehr ist als rin Jugendbuch nnd es müßte in jeder HauSbibliothek seinen Platz finden. In England hat daS Buch eine Auflagenhöhe von 90.000 erreicht nnd es wird gewiß auch bei nns seinen Weg machen. Im selben Verlage ist soeben auch rin an- drrrS Buch erfchienrn:„Heine Irrmann", Drr Lebenstag eines Jungen, Von Anni Gei- ger-Gog.(In Rohleinrn Mk. 0.20.) Es erzählt die Lebensgeschichtr eines Krieg- und Fürsorge- kindeS, wie sie ergreifender nicht ost erzählt wurde. Tas Einzelschicksal eines Proletarierjungen, in Wirklichkeit das Schicksal von Zahllosen. Die Autorin Hai nicht? dazu gedichtet, eher manches geglättet— es ist Wirklichkeit, erschütterndste Wahrheit, die sie in dieser Le- bensgrschichte gestaltet bat. Man sollte es jedem Jungen nnd jedem Mädchen in die Hand c? faitit für fit ritt?!?colPtiitr feilt. Liebreizende Geschichten und Märchen sind schließlich auch in der vom genannten Berlage beranSgcgebenen Sammlung„Sonne und Regen im Kinderland" enthalten(jedes Bändchen Öl Seilen geb. 85 Ps.), von der als neuestes Bändchen, das siebenundzwanzigste. erschienen ist:.„Kasperltheater nnd andere nachdenkliche Geschichten" von Io Mchalv. Es enthält fünf kleine Erzählungen und eine Anzahl hübscher Tnschzeichnnngen.