3hf. m tmerloMMMMtoae. 1929. Das Medaillon der Geliebten. „^ch bin gekonnnen, nm mich bei Ihnen zu bebauten, sagte ber Manu und drehte verlegen seine Mütze in de» Händen. Das ganze Jndivrdwml paßte auch zu dieser Mütze: in seinen defekten jkleidcrn und mit deut blumige», zerfransten Schal um den Hal- hatte der Ankömmling viel eher das Aussehen eines verlotterter» Baga- brmden als das eines Menschen, der sich auf ehrliche Weife sein Brat zn verdienen sucht. Schon sein(Besicht war von abstoßendem Typus: die hervorstehcnden Backenknochen verliehen ihm cttvas Brutales, während di« Augen— blaßgrüne Augen, die zwischen farblosen Wimpern spähend hervoÄlinzckl- ten— tief unter der niedrigen Stirn gebettet waren. Kalt und reserviert, dabei durch den großen Schreibtisch von dem Besucher getrennt, saß Doktor Marange, der berühnite Berleidrgcr und eheuialigcr Borstand des Pariser Barreaus vor dein cingetrctenen Klienten und betrachtete ihn mit unverhohlener Abneigung. So war immer schon in seiner Praxis der Fall: von sämtlichen Angeklagten, die er zu verteidigen hatte, war ihm gerade diose Art Existenzen, die Karckidaten für daS Baguo und die Guillotine, am zuwidersten, ja die verursachten ihm einen solchen Gel, daß er nur nrit der größten Willensanstrengung ihn jedesmal zu unterdrücken vermochte. In den vielen Jahren seiner gerichtlichen Tätigkeit hat sich nichts in dieser Hin- sickt geändert. Unter den Berufskollege» stempelte ihn das zu einem interessanten Sonderling, aber nur die wenigsten unter ihnen wußten, worin die Ursache dieser nlvsteriösen Abneigung zu suchen war. Sie hing zusammen mit einer der schrecklichsten Stunden seines Lebens, einem Verbrechen, das bereits zwanzig Jahre zurücklag, das aber noch immer mit einer Gewalt an seiner Seele rüttelte, als habe cs sich nicht damals, sondern gerade erst jetzt, vor einigen Tagen ereignet. Wege» einer nichtssagenden Bente— einige» Schmucksachen und etwas Geld— hatte eine junge Frau, die der Advokat liebte, von Morde rhaird fallen niüsien, ohne daß es den Behörden trotz eifrigstem Nachforschen gelungen wäre, den Schuldigen der irdischen Gerechtigkeit zn;>kführeu. 0>tot>e*e vor» 9. 3. ntagog. Lange Zeit wurde Marange von einer qualvollen Vision verfolgt, sah im Wachen und Träuuien einen schlanken Fraueichals, den die Härcke eine- Ungeheuers drossel- ten... Und stand er daun vor seinem Mienten, da bereitete es ihm Mühe, diesem Raubwild nicht inS Genick zu springen und es zu erwürgen, denn in jedem von ihnen vermeinte er den ungestraften Mörder seiner Braut zu sehen. Wie es unter derartigen Umständen ge- kommen war, daß Doktor Marange sich vom Beruf eines Verleidigers nicht losgosagt hatte, das bildete eine Frage, die er wohl selber nicht hätte beantworten können. Tatsache aber blieb, daß gerade»ns diesem Gebiet seine glänzendsten Triumphe lagen. Wie viele Köpf« hatte er vor dem Fallbeil gerettet, Schwerverbrecher, die" in seiner Ein- bildnng jenem glichen, der sein Lebcnsglück auf so bestialische Weise vernichtet hatte. Ironie des Schicksals... Ihnen allen schuldete er seine hochangcschene Stellung, Rrchm, ja, sein Vennögen. Außer in de>« Stunden in de» großen Berteidigungsredcu, während derer sich sein Gesicht belebte, war er imnier kalt und im höchsten Grade uimahbar. Die schreckliche Erinnerung schien jHes Lächeln von seinem Antlitz verscheucht z>l haben, und etwas Starres, ja geradezu Maskenhaftes lag in seinen harten Zügen. Mit zusammcngezogencn Brauen betrachtete er jetzt den Mann, der sich seinem Schreibtisch genähert hatte und die Mütze uuabläsitg in den Händen drehte, es Ivar ein Frcigesprochcner, der gekommen war, sich für die Verteidigung zu bedanke». „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen", erklärte der Mann.„Diesmal war ich wirklich' unschuldig." „Tas wußte ich", antwortete Marange frostig.„Ohne diese Ueberzcugung hätte ich Sic gewiß nickt so erfolgreich verteidigen können. „Ach, das sagen Sie nur jo, Herr Doktor!...", grinste der Mann über das ganze Gesicht.„Sic sind schon ein wahrer Teufelskerl und verstehen cs, wie selten einer, die Geschworene» um den Finger zu wickeln.-.. Selbst wenn ich schuldig gewesen wäre, hätten Sie mich frcibekomineil. „Glauben Sie das ja nicht!" „Aber gewiß, Herr Doktor... Uebri- gens, was brauche ich mehr? Sie haben mir die Freiheit wicdcrgegebe», ich danke Ihnen also... Und dann...“ Ungeschickt suchte er in den Tasche» herum und zog etwas heraus, das in ei« schnmtziges Zeitnngspapier cingewickelt war. ,Das ist ein Tatismanu... ein An- denken an mein erstes„Geschäft"... Sie dürfen es nicht zurückweisen, Herr Doktor.» Sic dürfen es nchmen..." Der Advokat machte eine Geste.„Ich verstehe wohl, aus welchem Gefühl Sie handeln, aber ich darf nichts annehmen." Diese unerwartete Dankbarkeit hatte ihn weder gerührt noch brleckigt, aber ebensowenig in Staunen versetzt, denn es ivar nicht zum erstenmal, daß ein Freigcspro- chencr in solcher Weise seiner Erkenntlichkeit Ausdruck verlieh. Ganz ruhig, doch mit Entschiedenheit, wies er die verdächtige Gabe zurück.„Ich kann das nicht annehmcn... Dringen Sic nicht weiter in mich." Der Mann aber legte das Paket Plötzlich auf den Tisch.„Sic tverden mir dock diese Kränkung nicht zufügen, Herr Dottor", sagte er mit raicher Stimme und ging dann rasch zur Tür.„Sie müssen cs nehmen. Also viel Glück und nochmals meinen besten Tank!" Er war draußen, ehe der Advokat ihn erreichen und ihm das Geschenk znrückgcben konnte. Unschlüssig stand Tr. Marange da und betrachtete das Paket, das er zwischen seinen Fingerspitzen hielt. Aber eine plötzlich erwachte Neugierde trieb ihn an, cs schließlich zn öffnen. Was konnte denn das für ein merkwürdiges Ding sein, das ihm dieser eklige Geselle znrückgelassen hatte? An einem Stück zerrissener Kette, die deutlich von der Brutalität des verübten Mordübcrsalles sprach, befand sich ein zerquetschtes, glanzloses Medaillon aus Don- blec mit dem Bild eines jungen Mannes. Ein heiserer Aufschrei kam über die Lippen des Advokaten, der sich Plötzlich bi- in die Haarwurzeln entfärbte. Das Medaillon zitterte wie Espenlaub in seiner . Hand. — 2— Mit verzerrtem Gesicht sprang er zu seiner Tchreibtitchlade, fuhr mit der Ham» hinein und zog einen Revolver hervor. Dann lief er zu einem Fenster, das nur halb geschloffen war, riß eS ans und neigte sich vornüber. Der Mann war soeben auS dem Hause gerieten und ging gemächlich seines Weges. Der Advokat zielte... drückte ab... sah die Gestalt straucheln und auf das Pflaster rollen... Unbekümmert um den Lärm, der von der Straße heraufdrang, ließ er sich dann auf den Sessel vor seinem Schreibtisch fallen, starrte das Medaillon an und ächzte: „Mein Bild!... Sic trug es auf dem Halse... und dieser Baursiyr hat cs ihr vom Leib gerisicn...-dieser... den ich durch meine Verteidigung freibekonnnen habe.. Unwillkürlich daäftc er an die Folgen seiner Tat, die er soeben begangen, und an den Kollegen, der mit seiner Verteidigung betraut werden würde.- ' Dann schüttelte er nur das Haupt und murmelte mir schmerzlicher Ironie: „Welches Plädoyer!.. Neujahr! Bon Bruno§ ch ö n l a n k. Kein Neujahr bringt Verheißen, Kein Neujahr wird zum Gluck, Singst du die alten Weisen Und schaust du bang zurück. Dir hilft kein Glockenwcrbc», Dich löst kein Schnsnchisschrei... Die Stunden werden Scherben Machst du dich selbst nicht frei. Du inußt den Kamps bestehen, Mußt hämmern dir dein Fahr, Willst du die Zukunft sehen Mit Blumen in deut Haar: Neujahr jauchzt jede Stunde, Wo du das Schicksal poingst Und du im starken Bunde Um Menschenneuland ringst. Der Nus der Müden. Von Frank Cranc(New jjork.) Ich stand au einem Tore der Stadt, wo der Meuschrnftrom sich in die Borortzüge er- Meßt. Es war Abend am Himmel, Wend am Himmel, Abend aus den Gesichtern um mich herum und Abend in meinem Herzen. Der Ingrimm, die Angespanntheit, die Erbarnmngs- kosigkcir des Kampfes kamen über mich. Ich wartete in der Station und sah müde, Unrasierte Männer blödsinnig Ä>cr vor Müdigkeit schlafend dort sitzen, verblaßte Frauen, müde, müde, müde, mit drängenden Kindern, die an ihre» Röcken zogen, kleine, volle, starke Leben, die das schwache, schwindende Leben verschlangen, wie Wölfe ihre Verwundeten fresse». Ich sah die Armee der Arbeiter nach der letzten Arbeitsstunde aus der Fabrik kommen rmd ihre Eßgeschirre trägem Sie gingen mit schweren, schlürfenden Schritten und einige lachten, als ob sic von einem Witz für einen Augenblick galvanisiert worden wären. Aber die meisten von ihnen sahen mit starrem Blick gerade vor sich hin. Ich sah die Mutter von sechsen, als ob sie das letzte zu Beit gebracht und sich nirdvrgesetzt hatte und zusammcnzirbrcchcil schien wie ein Lasttier, das man zu schwer beladen hatte. llrä» sie schlief ein, zu müde, nm sich noch zu entkleiden. Ich sah den Komiker, der Tanscnde- zu L-rchjtürmcn bewegt hatte. Er trat ans der Bühnentüre, die Züge von Müdigkeit verzerrt, um den Mund das verworrene Lächeln derer, die gebrochenen Herzens sind. Ich sah den Jungen, der allein in der Stadt lebw, in den dürftigen Raum kommen, wo er schlief, die Schuhe abziehen wie rin Gefangener seine Kelten und mi: dem Gesicht in den Händen sitzen, zn»nüdc, nm zu Bett zu gehen. Ich sah das Ladenmädchen, als cs sich»» gesehen glaubte und einen Augenblick ausruhlc. Sein Gesicht war grau vor Erschöpfung. Es harte dir ganze Rächt an einem Krankenbett gewacht. Ich sah einen schlotternden Mann im alten Rock, der glänzte, und mit ausgefranstcn Hosen. Er ging spät am Abend verstohlen in den Park und setzte sich nf eine Bank. Er breitete eine Zeitung über die Knie und schlief im Augenblick. Ich sah die moralisch Müden: den Jungen, der der Einsauckrit der Anständigen müde wurde und den'L ins Nachtlokal trieb, wo er zu trinke» begann. Das Mädchen, das des Kampfes um seine Tugend müde, sich gehen ließ und im Pfuhl der verlorenen Seelen hin- wirbelte. Und ich sah starke Männer, dir, betrogen und entehrt, plötzlich müde wurden und am Leben ertränkten. Und ich sah alte Männer und Franc» müde, weil sie die" Hoffnung verlassen hatte, die Brgcistevnrig geschwunden und die Eut- täuschung gekommen war. Und sic verlangten nach der Ruhe und»ach dem Friede» des Todes. Und ich sah die Invaliden und Zerbrochenen und Verwundeten, müde, müde,»rüde. Und ich sah alle die Unzulänglichen, die nicht aus dem Stoff gemacht waren, der rauh genug fft, um sie im Drängen und Kämpfen um den Erfolg vorankomurcn zu lassen. Und sie standen bemitleidenswert, hoffnungslos, erschütternd. Die ganze Welt schien so müde zn sein, so müde, müde, müde. Wahrhaftig, wären die beiden Freunde der Menschheit nicht, sie könnte nicht bestehen der Schlaf und der Tod. Gin seltsamer Ginvru^h. Jlobrtlr non Manfrrt xiefenbam. Marga erwachte von einem kühlen Luftzug, der ihr Antlitz streifte. Im sclbcir Augenblick hörte sic ein sanftes, klickeirde? Geräusch, als bräche jemand einen spröden Gegenstand behutsam auseinander.„Einbrecher", dachte sie, und für einen Angenblick hörte ihr Her; ans zu schlagen. Angst griff rurch ihrer Kehle, und sie zitterte heftig. Aber es war nur ein Augenblick. Dann raffte sie alle ihre Kraft zusammen und begann zu überlegen. In rasender Ge schwirÄigkeit huschten Gedanken und Erwägungen durch ihr Hirn. „Er har", pachte sie,„den Balkon von außen erstiegen— wahrscheinlich ist er an dem Wcinspalicr in die Höhe geklettert. Dann hat er die Glasscheibe der Balkontür eingedrückt und jetzt steht er dort— ich sehe fast, wie der Vorhang weht— und wartet. Er lauscht, um sich erst einmal zu vergcwiffcr», ob ihn auch niemand gehört hat. Ich habe ihn gehört! Und ich könnte her überlangen nach dem Älingclknops drüben und das Mädchen alarmieren. Aber cs ist nicht dunkel genug-- seine Augen haben sich wahrscheinlich an die Nacht gewöhnt»nd er würde die Bewegung sehen. Und man weiß nicht, was er dann tu» würde. Lolche Menschen sind unberechenbar. Wahrscheinlich will er bloß stehle» — aber es könnte doch sein, daß er, enttäuscht über seinen Mißerfolg, zn Gewaltiaten greift, daß er mich oder uns beide tötet. Bestimmt har er auch eine Waffe. Ich darf also nicht klingel»! Anderseits— mein ganzer Schmuck liegt in der Schale auf dem Tisch. Ter Mann hat sich den günstigsten Augenblick ausgesucht uach dem Fest gesler» abend. Ich hätte die Sachen wcgschließcn sollen, gewiß. Tas ist nun einmal verabsäumt. Stelle ich mich schlafend, so ninnnt er das alles: die Perlenkette, das Brillanienkollier, alle Ringe. Meinen guten Sckmuck, unser halbes Vermögen. Willy würde mir utcinen Leichtsinn niemals verzeihen— wo er ohnehin in letzter Zeit von geschäftlichen Mißerfolge» aleichsam verfolgt wird. Es wäre zn schrecklich..“ Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie lastete nach dem Gesicht ihres Mannes. Gan; leise wandte sie sich ihm zu, beobachtete ihn angestrengt. Er atmete tief nttd regelmäßig, kein Zweifel, daß er fast und ruhig schlief. Da richtete sie sich plötzlich in ihrem Bett auf.„Viktor," fragte sie flüsternd, die Angen starr in die Ecke des Zinuners richtetld, wo sic den Eindringling vcrmnteie.„Viktor— bist du da?" ES cnffiand eine lange Pause, dann gab eine dunkle Männerstimme ebenso leise zurück: „Ja— ich bin... gekommen." Der Fremde hatte offenbar lange überlegt, was er anttvortcn sollte. Die Frau stand aus, ging mit ruhigen Schritten dem Unbekannten entgegen— ihr Gesicht schinnncrte in der Dunkelheit so blaß und weiß beinahe wie das Aachlgewand, das ihren schöne» snngen Kör per lose umhüllte. Eine Hand griff nach ihrem Arm, zwei heiße Lippen preßten sich gierig aus ihren Mund. Sie erschauerte— aber bezwang sich dennoch.„Es gil: ein gewagtes Spiel." dachte sie und mit einer Bewegung entblößte sic Schulter und Brust. Es war immerhin so dun kel. daß sie,die Gestchrszügc des Eindringlings nicht zu erkennen vermochte— und auch dieser iah nur den fahlen Schimmer ihrer weißen, kühlen Hanl. „Es ist lieb von dir, daß du Wort gehalten hast!" sagte Marga wieder und rastete mit bebenden Händen nach dem Gesicht des Fremden.„Aber cs wird heule nicht gehen— wir werde» unser« Plan ans einen ander» Tag verschieben müssen." „Warum," fragte der Mann und gab sich Mühe, seiner Stimme einen möglichst indissc- rcmen Klang zu gebe». .„Ich wollte dir so gern Helsen, Liebster— ich hätte dir meine Perlen gegeben und der Erlös hätte bestimmt genügt, dein: Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Es sind iebr schöne, kostbare Perlen, wirklich. Und Willy würde glauben, ein Einbrecher hätte uns einen Besuch abgcstattct und die Perle» gestohlen. Alle- hatte ich mir so schön ansgrdacht— nun s— hat mein Mann gestern nieincn Schmuck und alles in sein Banksafe eingeschlossen. Er sagt, cs werde soviel gestichleir in der letzten Zeit und es wäre besser, die Sachen nicht in der Wohnung hernntliegen zu lassen, den ganzen Sommer über, wo man doch keine Gesellschaften mitmacht und den Schmuck nicht braucht. Ich biu so traurig— aber du mußt nicht den Mut verlieren, mir wird schon irgendeine List einfalle«, die Sachen wieder herausznbckom- men." „O Liebste," kam cs zurück,„ich verliere den Mut nicht. Wenn ich dich nur habe." Eine Hand glitt sairst liebkosend über ihre Schulter. Jher Herz schlug wahnsinnig.„Wie ich das ertrage," dachte sie und errötete vor sich selbst, «daß ei» frcntder Mann mich so sieht, mich io betastet— und daß ich nicht sterbe..." Tn diesem Augenblick stöhnte der Mann auf dein Lager hinten schwer ans— wie jemand, der aus dmnpfcu, quälende» Träumen cmportauchl ins wache Sein. „Um Gates Willen— schnell, schnell— mein Mann wacht arrf." flüsterte die Fran hastig und drängte dcir Fremden zur Brüstung des Balkons. „Ich bin verloren, wen» er dich hier entdeckt. Wir sehen»tts heute Mittag— da könne» wir alles Weitere besprechen."_ Ter Manu, schon mit halbem Körper über die Tiefe schwebend, wandte ihr nochmals sei» Antlitz;».„Einen Kuß nur noch," bettelte er. uird sie beugte sich zu ihm herab und reichte ihm ihren Mund. Eine Sekunde später hörte man leur noch das Knacken der Spalierhölzer, daS leise Klirren von Drähten— wahrend der Fremde langsam, vorsichtig an der Anßenwand des Hauses herabklrttrrte. Marga hatte kaun> ihr Bett erreicht ttnd sich zitternd zugedcckt, als die Lampe auf ihres Mannes Nachttisch aufflainurtc. „Schläfst du, Marga?" fragte ihr Garte, sie unruhig betrachtend. Sie belvegtc sich, rieb sich die Augen, reckte sich wie schlaftrunken. „Was ist denit?" gab sie zurück. „Mir wars, al» würde hier gesprochen." „Ach Uissinn, du hast geträumt." „Aber die Balkontür ist auf, ich spüre den Luftzug." „Ja, ich habe sie aufgemachr, ehe ich ein schlief. Es war so wahnsinnig heiß im Zimmer.! '“■h.T dachtest du, ich Härte Besuch empfangen hier?..." Sie versuchte z>l lachen-- aber aus dsm L"chrir torrrde plötzlich ein wildes, krampfbaftes Schluchzen und Weinen. Ihr Man» hatte Mühe, sie zu beruhigen. „Was ist nur Liebling?" fragte er immer wieder ganz erschreckt.„So sei doch still- ich tvollie dich doch nicht kränken." Sic gab keine Antwort, schlief endlich unter j Tränen ein. Und niemals Hal sie ihrem Manu> erzählt, was sic in dieser Nacht für ihn getan. Wir gelten schweren Zeiten entgegen'" von Herbert Duckstein. ff Eine zeitgemäße Skizze Bei Kouimerzienral Eberhardt ist große Gesellschaft. Was eigentlich sehr oft vorkommt, aber heute liegt cin ganz besonderer Anlaß vor. Der Ha>.7herr hatte ncnlich einen wirklich genialen Einfall gehabt. Eines Abends, als ihm die Ucbertraguiig aus dem Thcalre Antoine zu langweilig wurde— seit seinem letzten Pariser Aufenthalt hörte der snobistische Geldmann leidenschaftlich gern französische Opern —, stellte er den Apparat ab, der vor Freude noch einmal laut anfquietschre. Dann sprang er aus deut Klubsessel(und mit ihm vor Schreck die halb eingoschlafene Brasil ans dem Aschenbecher):„Du Käthe", näselte er,„du hast niich nun schon fast den ganzen Abend uur einen Ratschlag gequält, unter welchem Motto unsere nächste Gesellschaft statkfindcu soll.-Jetzt weiß ich's!" Und damit setzte er sich auf die Sei- rcnlchne des Sessels:„Unsere Judienfahrt in diesem Jahre war doch so überaus nett. Wir laden unsere Freunde und Tampfcrbelannt schäften ein und feiern noch einmal einen schönen Eriiutcrnngsabend im Goscllschafissalon unserer„Jndia", die uns damals so brav nach Bombay trug. Direktor Bruiw vom Passagierbüro stellt»ils besrimmt die Dekorationen, die wir zu einer möglichst stilgerechten Bortän- schung der Gesrllschaftshalle brauchen.— Bis: du einverstanden?"— Fran Käthe war einverstanden. Mit einem Kuß übersetzte sic ihre Zitstimmnna. Ann siycn sie da an kleinen Tischen. In großer Adcichtoilelte. Unter feierlichen Palmenwedeln. Ans jedem Tischchen eine Hausflagge der Reederei. Und die Zigarrcnasche tupft mau in einen Schornstein dieser Mimaturschisstein: Aschenbecher.— Wirklich, Herr Direktor Bruno hat sich Ntühr gegeben: imnitten des Raumes vier schncewcißc Rrttnngsringe mit dem Rainen der Schiffahrtsgesellschaft. Und an einer Wand cin mit Blimtcn i Vergißmeinnicht!) uni rahnites Bild der„Jndia".—„Nein, wir vergessen dich nicht, liebe, schlanke„Jndia"!— So lautet cin besonders wirknirgsvokler Passtls in der pathetische» Begrüßungsrede des Hans- Herrn. Man trinkt ans hochstieligen Gläser» eine perlende, schänulendc Flüssigkeit, die die Zunge löst:„Erinnern Sie sich noch, Doktor, wie mis aus Ceylon unser Bähnlein durch Kokospal- mcnlvätder in das Innere dieser einzigen Insel trug?"— Während eine dünne Frauenstimme dazwischcnzirpr:„Ja, ja, diese entzückende Fahrt irach Kandy, lind daun dort, wie nekt, der obere linke Augenzahn von Buddha!"—„Ach, der, den die Portugiesen seiitcrzrit, soweit ich mich der ganzen drolligeit Legende eriinicre, verbrannt harren, und der dann merkwürdigerweise nach der Besitzergreistrng der Llisel durch die Holländer ein glänzendes Anferslehen feierte! Hut!" mnrmelte die tiefe Stimme des .Kapitäns spöttelnd dazwischen.— Frau Koim merzienral— sie ist entschieden dagegen, daß ma>r die Reliquien eines Gottes fpöuelr. vor dem Millionen von gläubigen Menschen noch heute iir die Knie sinken— wendet cin wenig streng ein:„Bitte, Herr Kapitän, zur Richtig stcllnng: die Buddha-Priester voir Kandy halten den Portugiesen doch einen falschen Zahn unterschoben!" Frau Käthe ist übcrhanvl eine Frau, wie Ulan sic in den heutigen bürgerlichen Kreisen fo überaus häusig findet: lirrderlos; verdrängte Konrplexe, die irgendeine seelische llmlagerung bedingen: so ist sie(nur etwas Wesentliches ber- vorzubeben, was einem ganze» Lebeusgasäß Inhalt zu sein vermag) ebrenamrlich in der Sozialfürsorge der Kirch: tätig; sie gibt sehr i gern, aber dir Bedürftigen muffen zu ibr konr- s men; Kitiefälligkcit ist ibr eins der schönsten Glaubrnssyntbole! Zu Weihnachten setzt sie in alle büraerlichen Zeitungen einen großen, süßlichen Artikel:„WaS wir qciannnelt haben!" Dann folgt nach rinem Bibelzitat(gas letzte mal hieß cs:„Lasset dir Kindlrin—") eine I Aufzählung: clilhundertsechsintddrrißig Hühner- I cier, zwei Zentner Kohlen, zwanzig Pfund fvl- j rcn Speck... lind ein ftereoryper Schlußsatz: s„Ter Herrgott möge seinen Segen dazu geben!" !— Auf jede» Fall: Frau Kommerzienrat ist ! eine sehr gute Frau. Und ihr Mann ist auch I stolz auf sie; solche kleine Abwegigkeiten ent» j schuldigt er im geheimen, nnd seinen Bierrisch» freunden gegeimbcr äußert' er sich lachen- mit dem Worte von den Tierchen, von dcneik jedes sein Pläsierchen hat. Und setzt hinzu:„Das ist dock) ein sehr haruckoser Sport, nicht wahr?" ! In Mm ältlichen Fräulein Tokror hat sie Henle abend eine Geiinnungsgenossin gesunden. Tie beiden sitzen ein klein wenig abseits. Und machen ernste Gesichter.— Man lacht unscherzt mrd plaudert läut; die beiden müssen wohl millilli. Nur im Augendück soll Fräulein Doktor ans Brcnien noch etwas wissen, was sich neulich in diesem Hause zugerragcit bat. Fran Kommerzienrat har ihr cin kleines, halb zerfetztes Zettelchen gegeben: „Harras, du bist ei« guter Hnitd, Den inan hätschelt nnd liebt, Tein man den wärinsten Oscnplatz Auf einem Dauneilkissen gibt. Ich nur ein Mensch, ein alter Prolet, Den keine Seele liebt, Dem kurz vor seinem Tod Man noch einen Fußtritt gibt! Johaini." Die andere hat geleie». Fragt halblaut:„Was bedeutet das denn?"—„Ja, unser alter Johann war zn nichts mehr fähig: Hotzhackc» konnte er nicht mehr, die Wafscreimer wurden ihm zu schwer, znui Apfelpflückc» war er zu steif, geworden. Und da Hal mein Mann' eines Tages zn ihm gesagt:„Wir müsse» dich ent- lassen, Johann, geh zurück in deine Arbeiterkolonie!" Ter alte Mann ist dann noch cin- uial durch den starten gewankt, hat noch ein- mal über sie Mauer in de» Fluß geschaut. Und am nächsten Morgen hat ihn Anne, die Mamsell, anfgcfuirden: mit einem allen Halstuch erhängt an der Krippe unseres ehemaligen Pferdestallcs(Sie wissen ja: heute haben wir eiil Cadillac!)."— Dem Fräulein Tokror eilt eine Träne übers Gesicht; so gerührt ist es bei dem Gedanken an diese bewußte Symbolik; Neues sran Airem— Auto starr Pferd— ein junger Knecht mit starken Knochen starr eines allen, dessen Knocheir im Dienste schwach wurden— und die Synthese: Alter Kneckr erhängt sich an der Pferdekrippc.—"Während sic noch darübcr nachdeiiken, deutet das Fräulein auf beu Zettel:„???"—„Den trug Harras am nächsten Morgen in seinem Halsband. Wahrscheinlich—"—„Ja, ja— wir gehen schweren Zeiten eurgegen!" Dieses Wort— es war»»versehens woP cnvas lauter gesprochen— läßt den Kommerzienrat Eberhardt ausstch:»:„Meine Herrschaft:«, darf ich Sic jetzt in Sen Speiseiaal uiistrer„Jndia" führ:»?— Ein Steward serviert. Ain seiner Speisekarte strbl: „Lachs— Mayonnaise Hühnerbrühe mit Okra nnd Reis Junge italienische Taube ;jwetschkcn Kompott— Lattich-Salat Unterbackciier Blumenkohl Neapolitanisches Rahmeis, Waffeln Früchte, Alotta." — 4— Die erste künstliche Insel Ist bald fertig. Ter Bau der ersten künstlichen-3ns« im Atlantischen Ozean wich zurzeit LOS Kilometer »an der amerikanischen Küste entfernt ausge» fichrt und die Arbeiten sind so weit gediehen, daß schon Ende Januar die schwimmende I. in Betrieb genommen werden kann. Die Sekb- mittel hat der bekannte Bankier Pirrvont Morgan zur Verfügung gestellt, ein« Summe von ;14 Millionen Dollar, das Bauwerk wird auch jedenfalls den Ramen Morgan-Insel sichren. Die Ausführung hat die Pennsylvanische -ZhipbuÄding Company, das Projekt stammt von dem weitbekannten amerikanischen Ingenieur Armstrong. Die Länge dieser ersten Insel beträgt 360 Meter und die Breit« 180. Dir Jnsck wird in Ellipsenform gebaut und ragt fast 40 Meter von dem Meeresspiegel in die Höhe. Diese enorme Höhe ist gewÄhlt, damit bei allerschwersten Orkanen dir Wellen die Oberfläche der Insel nicht erreichen können. Die doppelte Zahl, also 80 Meter wird das Bau- wcrk in das Meer hinunterragen, um bei Arywühlen des Meeres stabil zu bleiben. Eine schwere Ankervorrichtnng wird die Insel an den Meeresgrund fessln. Aus der Lcherfläche der Insel wird ein großes Hotel mit allem erdenllichcn Komfort errichtet, ebenfalls eine Rtckio- und Wetterstation. Eine Reche von Werkstätten werden beschädigten Flugzeugen und Luftschiffen Ge- lcgercheit bieten, eventuelle Schäden auszubessern. Rach der Ferrigstellnug dieser ersten Insel, soll sofort mit dem Bau weiterer Inseln begonnen»vcrdeil in regelmäßigen Abständen. Somit wird in absehbarer Zeit selbst«ne Reise im Flugzeug nach Anierlla keine besonderen Gefahren mehr bieten. Kürzestgefchichten. Bon Branz Blei. Max Halde beklagte sich einmal aufgeregt, daß sein kleines Töchterchen eines seiner Ma- rmskripte zerrissen hätte,„Kann sie denn schon lesen?- fragte Frank Dedekind. Stefan George und Guudolf sprechen über die letzten Tinge. George meint, das Weltgeschehen spiele sich in Aeoncn ab, und wir befänden uns im Anfang eines Aeon. Gundotf, begierig nach dem tiefste» Wissen, fragt, ich die einzelne» Aeonen iui vernnnftigeu Zusammenhang miteinander ständen. Darauf George: „Tas gehr sie ein Treck an. Tas geht nicht rinmal mich etwas an." Als d'Annnnzio in seiner Billa in Cap-! ponciua wchnre, kam er jeden Lonntagnachmit- rag in schneeweißem Anzug auf»uiem alada- fterweißen Schimmel auf den Marktplatz ge- ritteri und hörte da, unbeweglich io Roß wie Reiter, der Musich der Torstapelte zu.„Signore Gabriel: probiert sein Mointrarnt", sagten die Bauern. Ein berüchtigter Tnraterauror schickt öeni Tirettor Robert ein Stück mit diesem Briese: „Ich wette zwanzig Mark, daß Cie mein Stück nicht lesen werden." Andern Tages bekam der Autor zwanzig Mark und auf der Postantorisung stand:„Sic haben gewonnen. Robert." I» einer Gesellschaft vertrieb man sich Dinen regnerischen Nachmittag mit dem Erzählen von Räubergeschichten. Die Reihe war an Hugo von Lustig. Er begann:„Es war einmal«in Bankdirekwr. Die Geschichte ist schon auS, meine Herrschaften." * .Lassen Sie mich sterben", sagte zu dem Dichter und Arzt Gottfried Benn eine senti- mental« Patientin. Darauf Benn:„Bitte keine Ratschläge, ich kenne mein Metier." „WaS find denn Ihre politischen Ucber- zeugungrn?" fragte jemackd einen vaakbirek- lor. Die Antwort lautete:„Gott, das hängt davon ab, mit wem ich rede." ch: Jemand wollte in Halbes neues Stück gehen.„Rchmen Sie sich einen Revolver mit", rief Wedekind,„es ist rin« so einsame Gegend." * Wedekind, mit Halbe zusammen in«ner Loge bei einer Halbeschen Premiere, machte den Autor der„Jugend" darauf aufmerksam, daß im Parkett ein Herr cingeschlasen sei. Zwei Tage darauf saßen sie zusammen in Franks „Marquis von Keich" und Max konnte Frank ebenfalls auf einen schlafenden Herrn im Parkett aufmerksam machen.„Tas", sagte Frank, „ist der Herr von vorgestern aus deiner Premiere. Er ist noch immer nicht aufgewacht." $ontfresei»ie Ausbewahre» von Brucheiern. Oftmals gebraucht die Hausfrau beim Kochen nur das Eiweiß mü> möchte das Gelbe anfbewahren. Man gießt kaltes Wasser darauf, das dann beim Gebrauch abgrgossen wird; auf diese Weise bleibt das Eigelb tadellos frisch. Bindfaden unzerreißbar za machen. Man lege ihn in abgekochte Eichclritwe oder in eine Lösung von Alaun; man wird erstaunt sein, wie gut sich auf solche Weise präparierter Bindfaden verwcicken läßt. Tannendust im Zimmer. Billig und einfach zugleich ist folgendes Verfahren, in einigen Minuten da» ganze Zimmer mit dem schönsten Ozon zu parfüurierrn und gleichzeitig die Lust zu verbessern: Man tröpfle in einen Topf sicdcndheißen Wasser- einen Kinderlöfftl voll gereinigtem Terpentin, lieber den Erfolg wird man staunen. 3 Reiterei Bau der edlen Musila. Schneddcrmeyrr ist ein alter Feldwebel; einer von denen, die im Privatleben erzählen, daß sie alles mitgrmacht habe» und alles können. Nebenbei trinkt er einen gehörigen Stiefel, nnd wenn er getnmken hat, sängt er an, Geschichten zu erzählen. Oft war ich geduldiger Zuhörer seiner langen Reden. „Sehen Cie", sagte er einmal nach längerer Aussprache über die Musik zu mir,„ich spiele beides, Klavier nnd Harmonium; aber ich behaupte, Harmonium ist leichier zu spielen. Wissen Sie. warum?"„Nein."„Beim Harmonium kann man einen Ton solange aushaltrn, bis man den näibsten gcstindcn hat!" l„Ter wahre Jakob") Richt zu machen. Psarrer:„Also Sie wollen beide getraut tvrrden. Haben Sie sich das auch reichlich überlegt: Fräulein, Sir willen doch, die Frau soll dem Manne treu ergeben sein, und ihm überallhin folgen."— Braut:„Ach, Herr Pastor, das werden Sie bei uns aber ändern müssen. M«in Bräutigam ist nämlich Fasiaden- kletterer." Eia Lahrbach vom Fortschritt in Forschung nnd Technik, von Ändern and Abenteuer». Wunder im Weltall, l. Folge. Ein Jahrbuch vom Fortschritt in Forschung mtd Technik, von Ländern und Abenteuern. IX, 287 Seiten. Mit 114 Einzeldarstellungen und 217 Abbll- dungrn im Text. Preis in Ganzleinen Mk. 12. Verlag Josef Kösel& Friedrich Pustet, München. Dieses ausgrzkichnere S?«i erichrm: jetzt mit feiner vierten Folge olB vollftänbi- in fich abgefchioNene» Z«hr« bnch Ali solche» wird.*1 mm Z«hr für Zahr heravH* Wäarevb die drei eisten Bünde den Grund-k!:g: haben für eine Bttr«chtuug der nntähkgen Wunder im Weltall, vermittelt die o:ene Foigr Üare Eindkcke in die nrneslen Fsnschritre der Torschmrg Technik. Lebendige Schiidenrnyen von Ländern, abenteveriichen Reisen und seltsamen Eeichednisien sind in Mille dazngrAebru. Die Lektüre des umfangreichen Weites wirk selbst beim Danerschmäcker« nicht ermüdend. Der HeraubgeHer bat sich die Arbeit nicht leicht ge« | macht. Er hat ans jeden sensationellen kUripntz Verzichter. Trotz-nu. za gerade deßbakd. ist das Werf f» überaus an« sprechend. Dir an-vewabken^llnstrariouen find durch« weas gediegen nnd dho^gra-bi-ch heidorrageub qki. Sie sind keine oberflächlichen Blicksänger, sondern wriesUiche ÄnkchamlngSminel zum Zrrhelt der einzelnen Lvpitel. Drele seibst bieten all da». n>a» mau in einem solchen Zabrbuche sucht und darüber binau» manch nnerwartcren LÄrblick in innere^krfaaooeubänpe. dir allgomenr schwer faßlich find. Da» Ivhaitöoerzeichni» nennt weit über dundert Einzelarlikü. Wir necmen nur einige darau» und wünschen, daß recht Viole Menschen sich oder ihren Zungen Leu neuen Welraüdatch kaufen:. Die Erforschung der Meerertiefen. von Bros. Dr. Ludwig Blüh'.— Drachen der Zetzt-eit. von Biotor— Die Rord- und Süd» poloMüpe, von Dr. Her«. Rüdiger— Die broderung der kliven. von Wilbeün Lebner— Rarurwiffenlchakische Dropbe^üillgen. von Dr. Karl Hermann Schwarz Stapdologie. von Fritz Hocke— Zwilchen Öi?c« nn& Nttvaid. von Waldemar Borrel»— Die Technik iui Dienste der Lriuiroalpolrsei. von'kolqechoMptnmun Znlier — Bastonnder Ämerika». von Äarl Franken— Rieicn- ilnftjcn^e deuvcher ZkoustrüNioR. von Overengcnieur Walter —^Rnavana-. Allerleis van Rausch» nstd Restgrftett. von B. Haldv— Znterefsanre» vom Tioerfang, von Zosef Delmou:— Sibirische Mvmentausaahruen. van Frau» Seat— Nuppservjagd in Ctatrifo. von Odersttentnanr Karl Honk. Robinsons Insel zu vermiet«! Das idyllische Eiland Juan Fernandez, das nicht weit von Valparaiso einsam im Meere liegt und heute allgemein als der Schauplatz von Defoes unsterblichem Robinson-Roman angesehen wird, wird gegen einen billigen Mietpreis jetzt in chilenischen Zriwngen angebotrn. Ma» hat verschiedene Versuche gemacht, um die liebliche Insel dem reisenden Publikum anzupreisen, aber trotzdem man«in Hotel errichtete, hat» man keine Ersolge gehabt, denn die Insel liegt von den üblichen Dampferroutrn zu weit entfernt. Daraufhin wurde das Eilarck an eine Gesellschaft verpachtet, die ihren Reichtum an Schitd- krötrn und Bogeleiern ausbeute» wollte. Auch ist vcrschiedenttich versucht worden, hier eine Sicklung zu gründen. Nichts von altckem hat auf die Tauer Erfolg gehabt. Tas Eiland liegt heute fast Wicker so einsam da als in jenen Tagen, da Robinson Crusoe nach dem Schiff- bruch an seine Küste verschlagen wurde, und so will man es jetzt für jeden Preis an einen romantischen Einsickler vernlieten, der Geschmack daran findet, die Erlebnisse Robinsons in bequemerer Forni-zu wickerholc». Ein neues submarines Gebirge wurde von dem Expeditionsschiff„Carnegie" auf dem Grunde des Stillen Ozeans entdeckt. Es erbebt sich zu einem 3000 Meter hohen Kamm, der noch 1000 Meter unter der Meeresfläche liegt. Diese Bodenerhebung wurde mit dem Echolot festgestrllt, daS eS erlaubt, vom Schiff aus von Minute zu Minute die Tiefe zu messen, ohne daß daS Fahrzeug deshalb, wie in früheren Zeiten, jckrSmal anhalten müßte.