9lr. 4. UntfrOamuiBlMlagt. 1930. Aufruhr im Huttaden. Ich nett zu mir stad. Hier ist, Er sagte, es koste alles in allen! 1.45 Mark der Hut, und nun geben Sie mir ein schönes I— Ich zahlte und ging.. Küßchen! Meine Frau hat vielleicht ganz recht, Sie find wich übergeschnappt, Sie ich würde cS nie zu etwas bringen, weil ich blödfinniger alter Trottel, schrie das bild- ein so gräßlich ungehobeltes Wesen hätte und hübsche Mädchen, und dann schlug fie mir I so wenig Sinn für das praktische Leben rechts«nd links«in paar hinter die Ohren. I besäße. Domehme Leute, 1200 Meter hoch. Bon Erich Kästner. Sir fitzen in den Grandhotrls. Ringsum find EiS und Schnee. Ringsum find Berg und Wald und Fels. Sie fitzen in den Grandhotrls und lrinkrn immer Tee. Sie haben ihren Smoking au. Im Walde klirrt der Frost. Ein kleines Reh hupst durch den Tann. Sie haben ihren Smoking an Und lauern auf die Post. Sie tanzen Blues rm Mauen Saal, wobei cs draußen schneit. ' Hört man den in Deutschland seltenen Bornamen dieser Frau so denkt man unwillkürlich an dir unbekannte Geliebte, DanleS. Aber nicht nur. mit poetischem Recht; auch sachlich»st dieser Bergleich nicht ganz unbegründet. Wie der große italienische Dichter durch die Trägerin dieses Namens in seinem Schassen angereg- und beflügelt wurde, so ist es bei dem lHepiar Eidnoy und Beatrice Webb. Seit vier Jähr- zrhatrn arbeiten dir beiden aus dem Gebiete der Sozialkritik und der SozialgeschichtSschrer- bnng zusammen. Di« bedeutendsten ihrer literarischen Werke find gemeinsam geschaffen worden. Bor zwei bis drei Jahrzehnten war es bei »ns ganz seibswerständtich, daß man in den Kreisen der aufstrebenden Arbeiterschaft sich das Wissen über die englische» Gewerkverctnc ans den beiden suiSamentalen Schriften der beiden Autoren holte, juntol da sowohl di« Geschichte der englischen Gewerkschaftsbewegung wie'auch das Buch über die Theorie und die Praxis der englischen Gewcrkverctne in guter deutscher Uebrrsrtzung in gute» deutschen Par- tciocrlagen erschienen find. Beairicr Webb stammt aus wohlhabendem englischen Hause. Ter gefeierte Philosoph Herben Spencer würdigte fie seiner intimen Freundschaft, bis fie eines Tages, angeekelt vom gesellschaftlichen Nichts, in die Quartiere der Londoner Arnmt ging, dort ihre Studien mach e und plötzlich überraschend mit dem „Tagebuch einer Arbeiterin" auf den Plan trat. Damals war Beärrice Potier, wie fie von Haus aus hieß, knapp dreißig Jahre alt. Durch den Verkehr mit Spencer war ihr Blick geschärft worden. Dieser, der zunächst seine Freude an dem klugen Mädchen gehabt, ihm sogar die Verfügung über seinen Nachlaß zugefichcrt, ja, Beatrice zu seiner Biographin bestimmt hatte, wurde fteilich anderen Sinnes, als ball» darauf die verwöhnte Tochter des„EisenbahnkönigS" Potter ihre Hand dem Sozialisten Webb reichte. Ein solches Aus-der-Rcihe-tanzen erschien beispiellos. In Sidney Webb, einem srüheren kleinen Beamten, der fich mit eisernem Fleiß empor» ES blitz» uud»donnrrr manchesmal. Sie tanzen Blues im Blauen Saal und haben keine Zeil. Sie schwärmen sehr für die Naiur und heben den Verkehr Sie schwärmen sehr für dir Natur und kennen die Umgebung nur von Ansichtskarten her. Sic sitzen m den Grandhorels und sprechen viel von Sport, Und einmal treten sie, im Pelz, sogar vorS Tor des Grandhotrls- und fahren, wieder fort. gearbeitet ha««, sah die von sozialen Ideen beseelte Beatrice den Mann, bei dem fie die körperliche Gemeinschaft mit der geistigen auss wirkungsvollste verbinden zu können glaublc. DaS jungverheiratetc Paar konnte sich, da Beatrice von Haus aus vermögend war und genügend ma.crielle Mittel mit in die Ehr brachte, ganz dem Studium politischer und sozialer Re- formfragen widmen. So erschienen denn neben zahlreichen Aufsätzen über daü System der Heimarbeit und über das nicht minder bejammernswerte vielfache Wohnungselend die großen internationale Geltung brsitzenden Bücher über Geschichte und Praxis der gewerkschaftlichen Verbände Englands aus aller und neuer Zeit. Sei» Friedrich Engels ,^8age der arbeitenden Klassen in England" war Gleichartiges»ich: mehr erschienen, sogar kaum etwas Verwandtes. Es war daher auch bald selbstverständlich, daß diese literarischen Schöpfungen in andere Länder sich als zuverläfiiges lexikalisch-kritisches Informativ»?- und Belehrungswerk galten. Im englischen öffentliche» Leben hat man Wert und Dissen des Ehepaares Webb schon lange vor dem Kriege geschätzt. Sidney Webb ist seit bald vier Jahrzehnten Mitglied des Londoner GraffchastSratrS und seine Frau wurde wiederholt zu parlamentarischen Untersuchungen herangrzogcn. Die höchste sachliche Einschätzung aber wurde dem Gatten erst in unserer Zeit zuteil, er wurde im Kabinett Mar- donald Kolonialminister und schließlich Vertreter der Regierung im Oberhaus, als Lord Peer von England. Als Gattin des neuen Lords war Beatrice Webb mm mir einem Schlage „hoffähig" geworden. War wieder In den Gesellschaftskreisen, die sie einst des Mannes und der Arbeit wegen verlaffen hatte. Aber so entschieden vor 40 Jahren die verwöhnt« Bour- geoißtochler aus den großkapitalistischen Kreisen herauSging— mit der gleichen Entschiedenheit weigerte sich jetzt die Gattin des neuen Regierungslords, in jene gesellschaftlichen Zirkel alS von Parlament und König erhobene Lady zurückzukehrcn. Mochte ihr Mann schon Lord werden, wenn es durchaus nicht anders ging— sie selbst lehnte für fich den Adel beharrlich und entschieden ab. Ne wollte, wie bisher, Frau Beamer Wett» bleiben und sie ist es geblieben. Im Laufe der vielen Jahre war ihre Arbeit ihr Adel geworden. In der harmonischen lAe, in dem harmonischen Schaffen mit Sidney Hal sic ihr Glück und ihre Befriedigung gesunden. Die soziale Arbeit war ihr Stolz, dir Anerkennung der Fachkreise lag vor; darüber hinaus der Dank der Armen— war das nicht Höchstes genug'?! Also verzichtete fie auf Titel und Würde; niemand sollte fie anders sehen, als fie bisher gewesen war: eine einfache, bescheidene BürgerSfrau mit starkem Gefühl für die unterste Klasie. Wenn man die oben erwähnten. Bücher in die Hand nimuir, so findet man auf dem Titel stets den Doppelnamen Sidney und Beatrice Webb. Deshalb blieb sehr oft die Frage nicht aus wer wohl das meist« zu deut jeweiligen Buche gegeben habe, wer wohl der Ueber- legenere des Autorenpaares im Einzelfalle sein möge. Die Antwort darauf ist nie gegeben worden.„Wir ergänzen unS vorzüglich. Die starken Werk« erstanden, weil wir Misere Begabung vercinigleu", schrieb Fran Beatrice einmal. Rach Eduard Bernstein, der beide aus jahrelanger eigener Aiischauung kennt, m»d der vor zehn Jahren in einem Buch über sie plauderte, ist das Verhältnis etwa so, daß Sidney Webb zwar mit einem stärkeren Wffcn ausgerüstet' ist, daß aber Beatrice das Fesselndere, Elegantere und damit wohl auch Wirkungsvollere in der Darstellung hat. Aber schließlich ist daS ja für uns gar nicht von Belang; darüber mögen fich später einmal Biographen streiten; hier galt rS nur, rin Mld von der Sozialkritikerm Beatrice Webb, der Gattin des englischen Arbeiterlords, zu geben. Josef K l i ch e. Das kleine Dingsda. Aus einem Roman von AlsonS Daudet. Armer Jacques! Herr Eyffette, der ihn ewig mit Tränen in den Augen sah, konnte ihn schließlich nicht mehr leiden und verabreichte ihm Ohrfeigen. Man hörte den ganzen Tag: Marques, dir bist ein Schaf!— dn bist ein Esel'" Eines Abends bemerkte man, daß im ganze» Hause kein Tropfen Wasser vorhanden war. „Wenn ihr wollt, werde ich welches holen", sagte Jacques, daS gute Kind, und nahm einen großen Steinkrug kn di« Hand. Herr Eyffette zuckt die Achseln und meint, wenn JaequcS hingrht, wird der Krug sicher zerbrochen,„Hörst du Jacques", spricht Madame Eyffette.„hörst du, zerbrich ihn nicht, gib wohl acht!" „O du kannst ihm immerhin sagen, er solle ihn nicht zerbrechen", sähri Herr Eyffette fort, „er wird ihn doch zerbrechen." Jacques erwiderte nichts. Er nimmt den Krug mit zitternder Hmid nnd geht schnell hinaus. Fünf Minutrn, zehn Minuten verqingen. Jacques kommt nicht wieder Madame Essrtte fängt an, unruhig zu werben. „Wenn ihm nur nichrS paffiert ist?"— „Ach Unsinn! Was soll ihm denn paffiert sein", sagt Herr Eyffette in brummigem Tone. „Er har den Krug zerbrochen und wagt fich nicht, hereinpikommen." Doch während er dies sagt, steht er auf und öffner die Tür. Dort steht JacqneS aus der Treppe mir leeren Händen schweigend nnd versteinert Als er Herrn Eyffette erblickt, erblaßt er und sagt mit schwacher gebrochener Stimme: „Ich habe ihn zerbrochen..." Gattin M 3K0nttrietM. 9te eoiioitfKn«cotrtce men - 3- nicht Belt nehmen In einem Winkel in der Ladcngasic eines württemdergischen 8chwarzwaldstäd:chrn»: Hier ist eS bloß den Hunden erlaubt! In der Berliner Stadtbahn(ermunternd für Spitzbuben): HandgepäckdiÄe! Achtet auf da§ Handgepäck! An einem Weinberg rm Badischen: Dieser Weg ist kein Weg! Wer es aber dennoch tnt, zahlt drei Mark. Das Jchuicheißomt. Am Gart«» einer Farm in Georgien (U. S. A.): Wer hier durchgeht, wirb int Durchmesser von vier wilden Hunden an Len Hosen gepackt und mit einer Jagdflinie bearbeite:, die nicht mit Sosakisscn geladen ist. Verflucht nochmal! Ich habe keine Lust noch länger das Getrampel durch den Garren anzusehen. Joe Murgridge. In den Archiven de» Hause» Eyffctte nennt man diesen Vorfall dir Krugszene. Töter nicht LaS Selbstvertrauen, Ihr röte» den Menschen I sich endlich beruhige. Gerade verwirrten sich seine Sinnesein- drücke, um in da» Reich des Schlafes zu wech« sein, al» etwas für ihn Unerwartete» geschah. Baldrian lockt bekanntlich die Katzen an und . darum bequem» sich Mimi, zu ihm ins Betr zu springen. Ur Weg war ein absonderlicher und genau so eigenwillig wie Mimi selbst. Sie sprang nämlich vom Kleiderschränk ins Bett > und dabei Herrchen ausgerechnet auf den Bauch. ! Erschreckt war der Mann hellwach und da er i nun ein für allemal sein Abenteuer mit Matt beendet wissen wollt«, sperrte er sie in die Küche ein. In den Rachbarwohnnngen hörte er bereiig die ersten Wecker schnurren, als er endlich vor« Einschlafen war. Doch diese Nacht war kür ihn restlos verloren: denn«in ungeheurer Krach ließ ihn regelrecht aus dem Beite fallen. ZU» ternb, aber doch weniger schreckhaft als um Mitternacht, weil das Morgenlicht beret's in» Zimmer fiel eilte er in die Küche, da in chr die Ursache des Krachs zu suchen war. Schnurrend sah Mimi auf dem Fußboden, inmitten unzähliger Scherben. Sie hatte ihr neues Re», vier untersucht und dabei, lustig aufgelrgt. wie sie nun einmal wa/. einen Porzrllaneimrr von der Sellage gespielt. Der war ein Erbstück von der Großmutter selig urü» hatte bereits in der dritten Generation als übler Ltrhimweg, aber sorgfälligit gehütetes Küchcnprunkstück auf besag er Stellage paradiert Jetzt war er kaputt und Herrchen suchte nach- Entschuldigungsgründen seiner Frau gegenüber; denn die Katze durste nach hausfraulicher Anordnung nachts stromern, hatte also nichts in der Küche, zu tun. Und als der Herr des Hauses mühsam die Scherben zusammenfegt«, kam wutschnaubend der Untermieter und erklär:«', er hätte immer erst morgens die richtige erquickende Schlaftiefe, er ließe sich solchen Radau nicht gefallen, möblierte Zimmer gäbe eS übergenug. Wenn er noch einmal um seine Ruhe gebracht würde, dann zöge er sofort. Ins Schicksal ergeben, zog der Mann sich an. Seine Frau kann jetzt wegbleiben solange sie will— niemals wird er Mimi wieder mit ins Kurioses Wamungs- oeiaiei. Luftige bürokratische Anekdoten. I. Am Rande einer Wiese in Burgdach: Rie- mand wird gebeten, über diese Wiese zu gehen; Der Besitzer Ci« 9UU|t mit Ultimi. Oon<£r«ao Das bunte Leben e»es GMÄerhunves. Seine Murrer hieß Frig und war der Hund deS Dorffchmieds, ein echter Wolf, und daS will sagen: klug, voll gezähmter Wildheit, unbändiger Kraft, tapfer und anhänglich, wie es nur ciir Hurrd sein kann. In seiner Jugend war er stets zu allerlei tollen Strenben aufgelegt und cs war ein starker Kitzel in ihm, seinen prächtigen, zermalmenden Beißapparat zu gebrauchen, wo innner sich Gelegenheit bot. Auf Hosenböden ha re er eS besonders abgr- s-'hen. Schenkelfleisch war doch zum Hineinbeißen da. Stiefel, Spanferkel, Kalber und junge Rinder waren vor ihm nicht sicher Seine erste Jugend verbrachte er bei einem Schmiedegesellen da führte er ein richtiges Dagadiindrn- leben. Die strenge Zucht bei einem Hokbesiyer- kam ihui hart an. Rach und nach begreist er aber seine Hundemission am wohlsten kühlt er sich aber wenn er keine kriegerischen Eigen- schasten betätigen darf. Sein nächster Herr, ei» Käsebändler. mach'« mit ihm üble, kostspielig« Erfahrungen und beinahe hätte ihm dies das Lüben gekostet, hätte nicht der Käsebändler selbst ftckge eines Herzschlages das Zeitliche leieK- net. Au» dem Rachlaß wird Flax von ein«« jungen Schutzmann erstanden, der durch geeignete Behandlung da» Wölfisch-wilde in ihm zu» Aus Erich Kästners kürzlich erschienen Gedichtbande»Arm im Spiegel"(Verlag C- Deller & Co-, Leipzig). Seme Frau war verrerst nnv da wollte er sich auch einmal etwas leisten das heißt, er wollt« mit Mimi schlafen gehen. Mimi war eine schlohweiße Angorakatze, von einem Eigenwillen und einer Kratzbürstigkeit, die vergeblich ihresgleichen suchten. Sein« Frau hätte nie und nimmer ertaubt. daß Mimi mit ins Bett käme. Doch trotzköpfig und erlebnishungrig wi« rin Schulbubc, wollt« er jetzt die verbotene Gelegenheit wahrnehnien. Mimi, an nächtliches Hrrumlreibrn gewöhnt.«ar empört über das zugernutrt« weiche Lager. Ihre Haare sträubt«» sich, sie zeigte die Zähne und sie fauchte wir rin Tiger in Rocktaschenformat. Er wollt« sie zwingen, rr griff nach Mimi und wenn rr meinte, er hätte ihr«» Schwanz, dann hatte er-«inen anständigen Tahenhieb über di« Haickt. Mimi schlug derb, seine Haut rollte sich ans und das Blut tropfte anS liefen Riffelt. Er sog die Wunde aus. denn als echter Mann wa er vorsich'ig und ängstlich pigieich und stets rührend besorgt nm die eigene Gesundheit. Dennoch reizten ihn Widerstände ungemein. Er kroch hinter Mimi her. Er stieß beim schnellen Aufflehen mit dem Kopf unter» Bett, rr klemmte sich den Finger zwischen Fußleiste und Rachttrschwand, er glitt über den Bettvorleger anS und srtzte sich unsanft aus seinen von Natur zum Sitzen bestimmten Körperteil. Abwechselnd ries er Mimi oder flnchr«, je nach dem es die Situation gerade mit sich bracht«. Mimi macht« dieses Theater Freude. Als er zwei Smnden lang getobt hatte, war er körperlich schachmatt, aber seelilch gehoben ob der eigenen Beharrlichkeit. Doch da nahmen die Mieter die unter ihm wohnien, einen Besenstiel mck» klopften damit unter die Decke. Das war Grund genug für Len Mann, gerechtfertigt vor sich salbst, sein Borhaben be-- Dciland aei einem Springbrunnen tn Schönbrunn: Dem Publikum ist eS verboten, hier die Wasserkünste spielen zn lassen! Das Hofmarschallamt. Am Ende einer schönen Rußbaumalle« bei Stuttgart: Daü Verlassen der Allee ist untersagt. Bürgermeisteramt. * Im Harz an einer-freistehenden Baumgruppe: Vorsicht! Allhier wird man vom Blitz erschlagen! Dir Poiizeiverwaltnng. » ruhigt einzustellen. Den Verjnch, Mimi zu zäh men, harre er nicht schwächlich ausgegeben er harre nur auf die Allgemeinheit die schuldig« Rücksicht genommen. Wirklich müde siel er ins Beit. Mimi oder entlvischre in die Stube. ES schlug Mitternacht, als er von einem fürchterlichen Gepolter erwachte. Er dachte an Einbrecher nnd diese Gedanken waren ihm sehr unangenehnl. Wie schon erwähnt, seine Frau war nicht zu Hanfe; infolgedessen konnte er sich nicht die Decke über die Ohren ziehen und rufen„Mu.ter, stehe mal auf, wir wollen mal scheu, wer da ist!" Er nmßtr jetzt tatsächlich selbst aufftchen. Umständlich trat er in seine Hausschuhe mck» zog sich sein Jackett überS Nachthemd. Als er daS Licht angedreht ha.re und zitternd in die Stube kam, traute er seinen Augrn kaum. Mimi halte solch Gefallen an der Jagd gesunden, daß sie die lustige Springerei auf«igeneS Risiko fortsetz e. Dabei war sie auf den Bücherschrank geraten und hatte eine dort steheickie Nippsache heruntergeworfen. Diese Nippsache war die einzige, die im Zimmer stand, sie war aber echt Meißen mK drei Aft. warenhändler und ein PorzellansachverstänLrZl- hatten sie vcreits angesehen, weil sie verkauf: werden sollte. Der Porzellansachverständige war sogar zweimal dagewesen, eimnal hatte er erneu dreistündigen Vortrag über altes Porzellan und Meißener in: besonderen gehalten und das m« deremal war er früher weggegangrn, da er bereits nach zweistüirdigeui Anfenrhalr Kaffee bekam. Urrd nun war die Figur mit Stanun- banm und BerkanfSauSsichten kaputt. Der Mann holte einen Besen, segle nn'er ziemlich wehurütigen Be rachtungen die Scherben zu- sannnen, dariri: Mimi sie sich nicht in die Füße träte, n:rd ging schlafen. DaS heißt, er gab sich Mühe, eiuznschlafen. Er dachte an die Rippfignr, er dachte an Mimi nnd di« große Reizbarkeit der Katzentempera- menre. Er kau: zu keinem Entschluß und anch. ikk w^uuviuiih uuo iwiimrwiwc>«<*/*»» zu keinem Abschluß seiner Denftätigkcit und nm! rnckdrängt, daS Gnt« und Wertvolle groß ZvO- Auf den Wiesen bei Leißling an der Saal«:| vier Uhr morgen» nahm er Baldrian, damtt ff DaS liebe Vieh braucht Futter. Auch Brot das Vaterland; DaS ist so klar wie Butter. Wird selbst vom Rind erkannt. Drum lauf nicht aus dir Wiese». Du schadest in der Tat; Du mußt sonst dafür büßen Fünf Mark.— Gemeinderat. In EidelsleS» in Holstein: Wer sich schämt, hier HauSunrat abzuladen, kann sich von der Gemeindevertretung eine Bescheinigung holen, daß er ein Schwein ist. 4 So wird Flax Polizeihund, sei»« Gelehrigkett und sein Spürsinn bestehe» Glänzend alle Proben. Wie er sich in seiner sozuswzen amtliche« Eigenschaft bewährt, wie übechaLft srstZe ganze Lebcnsgeschichte bis-u sein«« Ende ans der' Forlinftl, wo er für sei«« Treu« und sei« Verdienste ei« Mrengrab erhält und der erste Offizier an seinem Grabe die Hand an di« Müh« l^t, da-«Mit Sveud Fleur«« in einem der herrlichsten Tierbüärer„Flax AediliuS", die es gibt.(Bering E»gen Diode richs, Jena. Geb. 6 ML) Rur noch Jack London hat es so meisterhaft verstanden, sich in das Seelenleben der Hunde so einzufühlen, wie es Svend Fleuron, der durch friere Tierbücher sich bereits einen weiten Freondt-kreis erworben har, hier gelungen ist. Mit Erlaubnis des Berlages bringen wir nachsteheud eine Hein« Leseprobe aus dem Buche zu« Abdruck, d. i. den Schluß. *. ♦* Sechs Jahre lebte Max im ganzen aus dem Fort, und er wurde ein uralter Hund. Zuletzt tonnt« er nicht mehr bellen, jedenfalls nur noch heiser. Sein bombastisch« Soldatenname paßte nicht mehr für ihn. Obwohl er schon unzählige Ma!« von hem salzigen Wasser getrunken und obwohl die Er« sahrnng ihn gelehrt hatte, daß er bloß«och durstiger davon wurde, war er von dieser Mr« Angewohnheit nicht abzubringen. In den letzte« Jahren siel er hierbei immer wieder ins Wasser, und recht oft wurde die Mannschaft durch das verabredete Gefahrsignai, den achtmaligen Pfiff der Wache, alarmiert. Dann stürzte man hin und zog den alten Flax heraus. Früh war seine Kriegerseele aufgelodert, stark hatte sie geflammt— nun spürte er den Tod in sich. Da verkroch er sich, er versteckte sich i« vllerdunkrlsten Winkel des Forts, wo die großen Twist- und Tangballen lagen und selten ein Mensch sich sehen ließ. Man ries und rief, versuchte auf alle möglichen Arten, ihn hervorzulocken: es war, als befände er sich schon außerhalb des Lebens, er ließ alle Lockrufe unbeachtet. Rur der Schwarz Peter wußte, wo der große Knochrnbenager ausruhte und huschte unbemerkt ein paarmal zu ihm hin. Auf einmal hört« man ihn heulen— und als man Licht machte und dem Laute nachging, sprang er entzückt, schmeichlerisch und wild wedelnd dem Kanonier entgegen. Run war er der e i n; i g r Hund auf dem Fort! In der großen Traverse mir der grünen Grasdecke, unterm Bajonett der Schildwache, nahe bei den scharfen Schüssen, legte der Offizier seinen alten Freuick» zur Ruhe. Er führte die Hand an die Mütze, als er von dem großen Krieger Abschied nahm. Bücher für Haus und FamMe. Em paar neu« Bilderbücher. „Bon fleißigen Tieren." E'n Bilderbuch von Iockrn Grieben. Pestalozzi'ieriagsanstalt, Beriin-Gninewald. 4.5V Mt. Eine Fließe aus der Stadl fliegt zu den nahe» Wiesen und sieht, • wir die Ameisen und anderen tirinen Tierlein sich plagen, und da sie der Menschen Treiben kennt, röt sie-en Tierlein, Maschinen zu bauen und sich ihre modernen technischen Erfindungen zunutze zu machen. Wie die Tiere di^en Rat befolgen/ zeigt das schöne Bilderbuch, das bei den Kindern gewiß sowohl Interest« für di« Tierwelt, als auch für manch« technische Bor- Gänge erwecken wird. »Dir klein« Obst- und«emisegärtner." Mir Bildern von Marigard Bantzer, Berse von Elisabeth Morgenstern. Pestalozzi-BerlagSau- stalt, Berlm^strunewald. 2.80 ML I« von lieb« Bersen begleiteten reizenden Bildern wird di« Freude der Kinder an den Arbeiten im Sleingarte« gezeigt. Das neue HauS ist bezogen wordei^ nun gilt es HauS Hof und Garten einzurichten, Blumen, Frücht« und Gemüse zu züchten. Dies veranschaulicht zu sehen, wird jedes Kinderherz erfreuen. Eine mk Bilderbuch-Serie des Deutsch« Berlars für Ingen» und Boll, Wie».(Preis pro Band 1.80 Schill.) Bom täglichen Leben im Hanse, von häuslichen Gegenständen und Ber- richlungen erzählen in Bildern und Worten diese für Kinder unterrichtenden und anregenden Bilderbücher. Sie heißen:„Guten Morgen'",„Kleider machen Leute", „Irr der Küche", Essen und Trinken",„Dir waschen Wäsche", „Unser schönes Zimmer". Jedem ein- zelnrn dieser Sachbilderbücher ist ein« an Eltern und Erzieher gerichtete Anleitung vorangedruckt, wie am besten durch dies« Bücher der Borstellungskreis der Kinder erweitert werde« kann. Sie können aufs beste empfohlen werden. Drei billige und dübel gute Bilderbücher hat di« Dürrsche Buchhandlung Hegel und Schad«. Leipzig T 1, herauSgebracht. Ihre Titel sind:„HauSmütterchen",„Schnick- Schnack" und„Sommer rag". Jedes Bändchen—.95 ML Einfach in der Ausstattung und billig, aber di« darin enthaltenen entzückenden Bildchen und die dem Verständnis der Kinder ausgezeichnet angepaßten Berse wird man bester auch in weit kostspieligeren Bilderbüchern nicht fmden. E» war«ine verdienstvolle Tat, diese billigen Bilderbücher herauSzugeben. Bei« Festmahl.„Danke, ich trinke keinen Wein mehr. Ich find« sonst nicht nach Hause." —„Dann begleite ich Sie."—„Nein, ich darf nicht mit'n Affen nach Hause kommen!" Kollege«. Der Lehrling Franz-ist mit seinem Freunde auf dem Bummel.. Ein eleganter Herr fährt im Auto an ihnen vorbei. Franz grüßt und bemerkt:.Kollege von mir."— „Donnerwetter! Noble Firma," staunt der Freund voll Bewunderung„WaS macht denn der im Geschäft?"—„Ach, der unterschreibt bloß die Bries«, di« ich nachher zur Post trage." Schach-SSe. (Alle Zuschriften und Anfragen an Sen. Mail Paß, Druck» und DerlagSanstatt. Tevtiß-Schdnau. rifchleegasie.» 24. Fortsetzung.' Es gibt nur noch eine Möglichkeit, das Matt aufzuhalten(aber nicht abzuwenden), und zwar 14. g4 x h5. Würde letzt Welfl»ich übereilen und sofort zugreifen. 14... hüt!, so würde 15. Ddl x h5 folgen und Schwarz hätte dnltob einen Turm verloren. Er macht den Fehler nicht, sondern schlägt den Turm 14... Dg5 x f5. Die Mattdrohung (T x h5f Dxt Dxj) matt) besteht immer. Da gegen«übt es wieder nur eine Verteidigung: 15. gS—«4. BIM 37. Bild ML Es folgt nun 15.... I)f5—K. Matt aut h4 mit der Dame drohend, 16.«2—g3 Df2*gS, Dame will auf h3 matt geben. 17. Ddl—fl I»g3 g4; es droht Txh5t mit Matt im nächsten Zurre. Dagegen gibt es kein Hilfsmittel mehr. Ein Versuch, durch etwa D x f7t K x f7> LxdSt KfS. Lg2 di» Matt abzuwenden, scheitert selbstverständlich an T': h5t oder anch I>' 1i5t; Weiß ui u U daher die Partie a n f g e b e n. Partleverlaut. Sellen gelingt cs. im wirklichen Spiel einen Mattangriff, ähnlich wie in der l'ebuugspartie, schon in der Eröffnung durehzusctzeu. Nur einem Felder ist diese Möglichkeit immer zu verdanken. Eine in der Eröffnung richtig geführte Partie zeigt ein gewisses materielles Gleichgewicht der Kräfte, wie ihrer Verteilung am Brette, der Position. Wenn die Streitkräfte größtenteils bereits entwickelt, die Könige durch die Boeliade in Sicherheit gebracht wurden, daun fängt das Mittelspiel an. ein neuer Abschnitt des Bingens. Jetzt erst pflegen Angriffe auf das Königsqnartier(Bo eh ade- angriffe) inszeniert zu werden, oder aber es geht der Kampf um andere Dinge an, falls Königsangriffe aussichtslos erscheinen. So ringt man nm Üebermaclit der Stellung in der Mitte oder auf einem Flügel, beziehungsweise sucht seine Uebcrlegenhoit hier noch weiter auszubauen: oder man sucht die gegnerische Stellung, die noch fest ist, zu unterminieren, indem man die Bauernketten schwächt, zerreißt und sich damit freie Angriffslinien als Einfalletore schafft. Die Möglichkeiten des Mittelspieles sind unabsehbar. Viele Partien werden schon in diesem zweiten Abschnitt, im Mittelsoie], entschieden. Manchmal enden sie wirklich mit Matt, größtenteils gibt aber die in Stellung oder materiell entschieden schwächere Partie di« Partie auf, ohne abzuwart an. bis der Gegner seine Üeberleganheit tatsächlich big zum Mattsetzen verwertet. Nur Anfänger, die immer noch auf ein Wunder hoffen, pflegen auch einem starken Spider gegenüber nicht aufzugeben, sondern spielen weiter lustig darauf los. Solange sie damit den Zweck verfolgen, vom Gegner zu lernen, wie man die Üeberlegenheit ausnützen soll, ist dagegen wenig einzuwenden: nur zum Eigensinn, zur schlechten Gewohnheit soll es nicht ausarten. Auch Im Mittelspiel kann die Partie als unentschieden enden, obwohl noch viele Streitkräfte vorhanden sind. Einen solchen Fall haben wir als ewiges Schach bereits in der& Fortsetzung kennen gelernt, der häufig genug im Mittelspiel eintritt Als unentschieden wird sonst im Mittelspiel nur dann eins Partie gelten, wenn holde Spieler zu der Einsicht kommen, daß ein völliges Gleichgewicht herrsche und dnß etwaige Versuche, das Spiel za gewinnen, beiderseits eher nachteilig für den Unternehmer ansfallan würden. Doch sind das nur Ausnahme fülle, gewöhnlich gleitet mau vom Mittelspiel allmählich in das Endspiel hinüber, in das letzte Stadium der Partie. Die Uebergünge zwischen den einzelnen Partieabsclinitten sind oft unauffällig, die Abschnitte nicht scharf abgegrenzt und als solche zu kennzeichnen. Wenn die Damen sowie einige leichte Figuren und Kauern abgetauscht. die Bauernketten al o nicht mehr intakt sind, wenn weiters keine kombinierten Königsaugriffe zu befürchten sind, dann ist das Endspiel dn. Die Türme, die Bauern und zuletzt die Könige gewinnen an Kraft und Bedeutung. Die Pläne und Kombinationen werden ruhiger. aber oft desto tiefer und feiner, als die lebhaften Verwicklungen des Mittelspiels. Das Endspiel vereinfacht sich immer mehr, bis es schlleBliob zu Stellungen kommt, über welche die Theorie bereite ihr Urteil gefällt hat.(Fortsetzung folgt.)