Ein kleiner Vornan. Er hieß Klim und war Bauchredner im Kabarett„Nachtlicht". Sie nannte fick Bim, sang oberbayerifihe Gebirgsarien und hatte rin Programm ihr« Nummer nach Klim. Durch eine gemeinsame Puderquaste lernten sie sich naher kennen. Er lieh Ihr Abschminkpapier und fie ließ für ihn den Vorhang fallen. I» der Bierstube des Restaurant- feierte» fie Verlobung. Da» Grammophon spielte„Sta# Aufziehen der Wachtparaoe". Er zeigte ihr ferne Schul» »eugniffe und sie zog ihm hinter den Ohre« die ersten weißen Haare aus. ES regnete graue Schleier und war Freitag, al- fie Hochzeit machten. Au- der Küche von Bim- Hausfrau roch«- nach Margarine— da Kinn mit den Dagen ankam. Im Tana stand eine blecherne Sitzbadewanne. Kinder spielten um fie herum mit einer Klystiersprihe»Feuerwehr". Am Dagenfenster grünten Myrthenzweige. Dom Kock de- Kutscher- blitzten zwei talevgrvhe Silberknöpfe herein. Klim fuhr mit seiner Schuhspitze da- gewebt« Muster der Fußdecke au- und dachte an den blauen Gummistempel auf seinem Heiratsschein. Bim- ließ sich ganz in da- Schaukeln der Kutsche ausnehmen. Dabei erinnerte sie sich an den plüschenen Treppenaufgan geine- Schlosse-, das in einem Hintertreppenroman vorkam.. Im Stande-amt hantierte ein asthmatischer Bürodiener mit einem Inhalationsapparat. Ucber der Dampfheizung war rin Schnupftuch zum Trocknen aufgehängt. Sir strich seinen Scheitel zurecht. Er fuhr mit der Hand am Rand seines Zylinders herum. Die zwei Beiständer tauicn augeschnauft. Der Ansager vom„Nachtlicht" und der Hotelportier. Sie fühlte» sich sogleich verpflichtet, Ztimrmurg zu machen und trugen neue Witze auf. Der Bürodiencr pustete vor Lachreiz in hre Hochzeitspapiere hinein... Da trat der Standesbeamte durch die Mitte auf. Schlecht rasiert. Auf einer Kra- vatte lagen Brotkrümchcn. Klim sehnte sich Vögel herbei, die sie aufpicken möchten. Er band die Aktenschnur auf, als hätte er ein unfrankiertes Postpaket vor sich liefen. Die Nasenfalte bog sich zu einer genickten Dachrinne um Und alle bekamen Bom Gruft Hoferß-Hter. Plötzlich das Gefühl— verurteilt zu werden ...Atmeten befreit auf, al» fie seinen amtlichen Händedruck in sich wie eine Verzeihung verspürten. Der Ansager hielt es für geboten, eine abschließende Ansprache zu halten. Aber Klim trat ihm beruhigend auf seme Lackschuhe. Bim küßt« jetzt auf jedem Treppenabsatz ihren Gemahl in- blinzelnd« Gesicht. Und immer mit mehr Nachdruck. Sie hatte di« weiche Vorstellung, für ewig mit einer schützenden Decke umwickelt zu sein. Tiefer« seelische Regungen kamen vor so vielem Zeremoniell gar nicht auf. Klim dachte an dtt verschiedenen Höhen der Trinkgelder. Bim dachtt zu sehr auf ihr ondulierte- Haar. Und so ging der ganze Tag hin. Di« Leiden Beiständer aßen um di« Wett« di« SpeisÄarte auf und ab. Und al- da- Licht in den«lettischen Birnen mrückschlüpft«, begann ein weiße», stille» Fest. Ihre Seelen klangen als gefüllte Gläser zusammen: ,Mim-Bim....!" Und di« folgenden Tag« kamen schwingende Eimer zu ihnen. Bor dem Gasherd probierten sie an den Vormittagen ihre Szenen aus, mit denen sie am Abend zusammen vor die Rampe traten. Da»«in« erhöhte und vervollkommnete sich am andern. Der Zweiklong Klirn-Bim wurde so allmählich zu einem einzigen Ton, der leicht und frei hmschwebte durch Duett«, Szenen und Sketch» hindurch. Au» dem Publikum des Parketts stieg eine Ueberschwemmuug von Beifall an ihr Podium herauf. Bon der Galerie plätscherte ein Wolkenbruch hernieder. Da mietete sich eines Tages ein Postsekretär in ihreni Wohnungsgang ein. Bim traf jeden Morgen beim Wasserholen am Ausguß mit ihm zusammen. Er zeigte ihr keine Briefmarkensammlung. Und dies und das. Spät am Abend noch spielte er auf einer Mundharmonika. Klim stellte den ganzen Tag über neue Couplet» zusammen, reimte und ersann schmissige Refrains. Alles wollte er zur Erhaltung ihrer artistischen Einheit vollbringen. Ader so, daß er darüber ihre Seele, di« er zum Klingen brachte, als nun inimerdar ihm zur Seite schwingend, annahm Er hielt fie so ihm verbunden, daß er ihre Pflege ganz vergaß. Indes der Post» sekretar jede Nacht seine Mundharmonikaklänge durch die Tapet« schickte. Und Seelen haben etwas vom Wind. So etwas Unbegreifliches, Unbegreifliches! Daß bald PimS Innerste» mit ledern Tag erwartender nach der Wand horchte und ihr Herze hin und her schlug wie ein Kaminfeuer, da» der Föhn verweht. Klim merkte es erst an den leisen Vibrieren ihrer Sttmme, die ihm bald manche Nummer gefährden mußte. Da» Zusammenspiel bekam Riffe und Löcher. Bald trugen Klim und Bnu ihre Nummern wieder gesondert.vor. Jedes für fick. Und sie folgte im Programm wieder nach ihm. Bis sie endlich gänzlich aneinander vor- beispielten, lebten und liebten. Zwar hatten fie noch immer die ge- meinsame Puderquaste, er gab ihr Abschminkpapier und fie ließ für ihn den Vorhang fallen. Zwischen Klim und Bim war des Postsekretärs Mundharmonikm'piel mit seiner Kleinkinderscele mit solcher Macht zetteten, daß bald unter ihnen kein Wort mehr war. In BimS Seele blühte die Kleinweltsehnsucht, die durch Schminke, Vorhang und Applaus verschüttet lag, wie ein junger pfingstlicher Garten auf. Klim war wie vor eine hohe Mauer gsstellt. Er hatte immer gedacht, daß auch ihr— wie ihm der Abend mit Gardine, Schminke und Applaus das Höchste sei, das sie beide aus immer gleich stark zusammenbinden könnte. Auch er sah rin. daß die Seele etwas Wunderbares ist— als ein Spekulationsobjekt. lind er wollte ihr das Leben ihrer letzten Kindersehnsucht erfüllen— die stille Welt, das kleine Glück. So trat er vor Binr hin— und sie sagten einander alle Angst. Versprachen sich alles— und tanzten eines Tages nm den Postsekretär Ringelreihen...! Daß der nicht wußte wo aus noch ein.„Es sind halt Theaterlertt", sagte er vor sich hin und klebte eine neue Briefmarke in sein Album ein. Aber Klim und Bim«raren bald nie- mehr auf einem Podium zu sehen. Er fand eine Stellung als Buchhalter in einem — r— Leihhaus. Addierte von früh bis nachts Pfandgelder für silberne Anlerrcmonioir- uhren, Knabenanzuge und FirmungStalev. And nicht lange dauerte es, da färbte Bim ihr weißes Hochzeitskleid mit der Bürotinte ihres Mannes rosarot. Und doch! Daun und wann, wen» Klim vom Amte heimkam,' spielten sie vor dem Gasherd eine ihrer Szenen vom „NaWcht" her... Leise wie Gläserklang, fang es wieder durch den warmen Raum hin ,^klim-Bim..." König Langohr. Bei der Königswahl, wie sich verficht, Hatten die Esel di« Majorität And cs wurde«in Esel zum König gewählt... Der ließ vor seines Thrones Stufen Die malkotenten Esel rufen And hat die folgend« Rede gehalten: Hochmögende Gfd, ihr jungen und alt«n! Ihr glaubt, daß ich«in Esel sei Wie ihr, ihr irrt«uch, ich bin rin Leu... Hier rülpste der König, doch unterbrach er Nicht lange die Red«, und weiter sprach er: Ihr scht, ich kenne euch! Angehalten, Ganz allerhöchst ungehalten bin ich. Daß ihr so schamlos widersinnig Verunglimpft habt mein Regiment. Auf eurem Eselsstandpunkt könm Ihr nicht die großen Löwenideen Bon meiner Politik verstehen. K Nehmt euch in acht! In meinem Reiche Wächst manche Buche und manche Eiche, Woraus man di« schönsten Galgen ziunnert. Auch gute Stöcke. Ich rat euch, kümmert Euch nicht ob meines Schalten und Walten! Ich rat euch, ganz das Maul zu halten.... Wird einer gar von Aufruhr schwatzen And Straße entpflastern zur Barrikade, Ich laste ihn henken ohne Gnade! DaS hab ich euch Esel einjchärfen wollen! Jetzt könnt ihr euch nach Hause trollen. Heinrich Hein«. Veinliches Gespräch. Von Otto R. Gervais. Eglantine schlürfte nervös ihren Eis- Kaffee. Egon sog bleich und verstört an feiner Zigarette. Unheimliches Schweigen. Die Kapelle spielte Schuberts lustige Tänze. „Du gibst also zu, Egon, mit jener Dam« in Schwarz seit längerer Zeit bekannt zu fein?"— „Ja, Eglantine, aber du Wollrest doch nicht mehr ftagen." „Gewiß, weil du versprachst, sie nicht wir- derzusehen." Fieber der Eifersucht brannren.in Eglan- tine. Deshalb lächelt« sie, pfiff einige Takte des Scherzos mit unb grüßte liebenswürdig und gnädig einen ihr gleichgültigen Bekannten, der im Caf^ an ihnen vorüberschritt. Egon fühlte sich unbehaglich, versuchte ein Gespräch über nebensächliche Dinge anzusangen. Meder daS schweigen, ans dem daS Tier des Mißtrauens brütete. Und als jetzt die Kapelle Strawinskis reißende Rhythmen intonierte, konnte Eglantine nicht länger widerstehen: „Ich frage ja uur, Egon, um beruhigt zu sein. Ich will dich nicht quälen..." Ihre Mundwinkel zuckten. Sie wurde weich. Es blühten Erinnerungen in ihr aus. Darum sollte sie sich fremd firll«n, da sie ihn feit frühester Kindheit kannte. „Ich vertraue dir ja, Lieber, aber du wirft doch versteh en, daß mich die Frau in- terestiert, di« dir außer mir gefiel." Der Rann an ihrer Seit« schwieg. So versucht« sie einen leichteren Unterton anzuschlä- grn, ihrer Stimme den tragischen Untergrund zu nehmen: „Hörst du. Junge!— Du!"— Sie rüttelte zärtlich an seinem Arm und fragte schelmisch lächelnd: „Ist sie schön? Schöner als ich?" „Ich weiß es nicht, wirllich nicht; ich habe sie mir daraufhin bestimmt niemals angesehen." „Die heißt sie denn mit Vornamen?"— „Camilla.— Jo, nur Camilla..— „Oh", sagte Eglantine,„dann kann ich mir vorstellen, wie sie auSsieht. Dunkel,— im Gegensatz zu meinem Blond—, sie wird ihrer Natur nach herbe, ihrem Charakter nach spröde sein. Auch wieder im Gegensatz zu mir, der leicht Betörten. AuS ihrem bleichen Teint leuchten schwarze Römerinnrn-Augen. Die auf dem Gemälde von Grsftoirde, bei dem du neulich behauptetest, solch eine Ähnlichkeit könntest du nicht lieben. Und nun? Und nun mein Lieber?! Ich verstehe dich nicht..."— „Du versprachst nicht mehr zu ftagen, Eglantine." Diese aber lehnte erschöpft in den Polstern des SeffelS; dir Erregung hatte Gluten in ihre hübschen Wangen getrieben; sie stöhnte leift; ganz leise nur, richtete sich aber schon wieder auf: „Sag' mal, fällt«S dir schwer, sie zu meiden, sie nie mehr zu treffen, sie ganz zu enk- bchren?" „Ich weiß es noch nicht. Birllricht werde ich ihren traurigen Blick vermissen, vielleicht den italienischen Dust ihrer Seide, vielleicht nur ihre immer müden Worte. Roch weih ich es ja nicht." „Du wirst mich für kleinlich halten, Egon, aber ich habe dich nicht gezwungen, zu mir zurückzukehrrn; du hast dich für mich entschieden, nur für mich. Und außerdem mag ich auch solche Teilungen nicht. Ich leide darunter.— Weiß sie eigentlich von mir?" „Sie ließ mich nicht fühlen, daß sie ei weiß." DaS überwand Eglantine nicht. So, diese andere hatte niemals nach ihr geftagt, während sie jede Einzelheit von chr wissen wollt«. Oh, welche Verachtung drückte sich in dieser Jgno- ration aus! Eglantine spürt« keine Eiftrsucht mehr, keine Liebe, keinen Haß, selbst der treu- los« Mensch an ihrer Seite wurde ihr gleichgültig. Rur dies eine schmetterte sie niÄer: sie hat niemals nach mir geftagt! Da Forinte Eglantine, laut und lange. „Dre Geyer»«." Bon Gaston Derys. Frau Lpiesam hatte soeben einen Bries erhalten, der mit„Jemand, der es gut mit Ihnen mein:", nntrrzeichnet war. Di« Handschrift war sorgfältig verstellt, und in dem Schreiben benachrichtigte man sie, daß di« Treue ihres Gatten nicht gerade mustergültig war. Zurrst geriet sie in«ine recht wohlver- ständlichr Aufregung, aber dann bedacht« sie, daß Herr Spiesam ftrtS pünktlich nach Häuft kam, 17 Minuten, nachdem er daS Amt verlassen hatte, und daß er ihr fast bis auf den letzten Helle: sein Gchalt als Bürovorsteher im Statistischen Amt auf den Tisch legte. Ein so pünktlicher und methodischer Mann hatte weder di« Zeit, auf Abenteuer auszu- gehen, noch konnte er ihnen Geschmack abgrwin- nen. Dieses Sendschreiben konnte also nur daS Werk einer mißgünstigen Neiderin oder eines gekündigten Mädchens sein. Sie zeigte«S ihrer besten Freundin, Frau Brech, die zufälligerweise die Berfasterin war. Kollege des Herrn Spiesam, war Brech nicht zum Bürovorsteher ernannt worden, wie seine Frau«s erwartet hatte. Während Herr Spiesam ernst und zirlbcwußt vorwärts strebte, lebte der andere sorglos in den Tag hinein. Während der eine grundsätzlich nie ins Cafs ging, konnte man den anderen dort jeden Tag bis in die Rächt hinein antrrffen. Frau Brech gehörte zu denen, die daS Glück der anderrn wie eine persönliche Beleidigung empfinden. Warum besaß Frau Spiesam einen gesetzten Gatten, der obendrein Bürovorsteher war, während der ihr« ein Schwätzer in untergeordneter Stellung war? Und warum konnte jene sich ein Mädchen leisten, während sie selber nur«ine Aufwarteftau hatte? Um sie dafür zu strafen, hatte Fran Brech ihren vergifteten Pfeil in Gestalt eines Briefes ab- gcschosten. „Man darf dieser Art Anzeigen nicht all- zuvi«l Bedeutung beimrstrn", meinte Frau Brech, nachdem sie daS Perfide Schreiben beschnuppert und herumgrdreht hott«.„Indes können diese Behauptungen doch nicht ganz aus dem Aermel geschüttelt sein..." „Wirklich? Sie glauben also, daß mein Mann..." ,^>ch glaube gar nichts, treue Freundin. Im Gegenteil, ich bin überzeugt, daß Uhr Gatte außerstande ist, seine Pflichten zu»er- gesten. Aber vielleicht treibt da irgendein falsches Geschöpf ftin- Ränkespiel mit ihm. Seitdem man Stenotypistinnen im Amt angestrllt hat, ist mein Schlaf getrübt." „Ich kann doch nicht gut hingrhen unb ihn im Amte überwachen." „Augenscheinlich. Aber da jällt mir gerade ein: ich kenne eine Seherin von nicht gewöhnlicher Begabung. Sie hat mehreren meiner Freundinnen wundersame Dinge enthüllt. Sie brauchten ihr nur eine Haarsttähne Ihres Mannes zuzuschicken. Sie würde sie sieben Stunden bei sich tragen und Ihnen dann unumwunden mitteilen, was er treibt." Bon Angst und Neugierde gepeinigt, schnitt Frau Spiesam ihrem Gatten, während er schlief, eine Locke von ftincn schwarzen Haaren ab. Sie übergab sie Frau Brech, und dieft ersetzte sie durch eine Strähne kastanienbrauner Hoare, die von ihrem eigenen Gatten herrühr- ten und die sie dann von Eulalia, ihrer Aus- warteftau, der Frau von Chaldäa, Pythia ihres Zeichens, überbringen ließ. Und dir heimtückische Frau Brech rieb sich die Hände, als sie daran dachte, was für ein Gesicht Frau Spiesam ziehen würde, wenn ihr di« Sybille im prophetischen Schlaf verkünden würde(wie sie eS bei ihr selbst getan hatte), daß der Besitzer dieser Haare ein schlechtes Subjekt war, daß er nur allzu gern ins Weinglas guckte und ein liederliches Leben führte. AIS Frau Spiesam zitternd inS Allerhci» ligste trat, konnte Uzau Brech nur schwer rin triumphierendes Lächeln verbergen. Aber gleich die«rsten Worte der Frau von Chaldäa versetzten sie in maßloses Staunen. „Derjenige, dem t:eS gehört", jogrc sie, eine sich kräuselnde Locke zwischen den Händen hin- und herdrehend,„ist eia Wunder von Treue. ES ist sogar selten, daß man bei dem Menschengeschlecht ein so treues Herz findet, und btt Pudel allein kann als Sinnbild so ««wandelbarer Standhaftigkeit güten. Ja, der in Frage Stehende ist«ine anhängliche, auf. richtige und gerade Natur. Er würde unter Lebensgefahr auf einen zehnmal stärkeren Feinb loSgchcn, wenn dieser das Liebste, was er hat, Bedrohte. Er raucht nicht, trinkt nur Wasser, besitzt jedoch«inen erstaunlichen Appetit. So bereitet eS ihm geradezu ein wollüstiges Brr« gnügen, einen Knochen abzunagen. Auf Zucker ist er ganz versrffen. Für ein lleineS Stückchen Kandis wär« er imstande, jedwede Tollheit zu begehen. In seinem Wesen stets gleich blei» brnd, ist er doch immer zu Scherzen aufgelegt und äußert sein« Freude durch Schreie und Luftsprnnge. Alles in allem kann man unbegrenztes Vertrauen zu ihm haben." Entzückt erkannte Frau Spiesam, daß viel Wahrheit in dieser Schilderung war. Ihr Mann trank nur Wasser mit einem Schuß Wein drin und rauchte nicht. Er lickt« einen guten Tisch und knabberte gern an den Kno chen, wobei er am Huhn daS Gerippe null beim Hasen den Kopf vorzog. Aber obwohl ihm auch der Nachtisch schmeckte, hätte er doch fiir rin Stück Zucker deine Tollhüten begangen; höchstens nahm er eines zu feinem Kamillentee. und es war süten, daß er Luftsprünge volkführte... Bon diesen Einzelheiten abgr- sehen, war alles genau, und Frau von Chal- däa entpuppte sich wirklich als eine hervorragende Seherin. Aber die beiden Frauen hätten die trlepa- chifche Begabung der Frau von Ehaldäa noch Viel mehr bewundert, hätten sie di« Wahrheit gekannt. Zerstreut, wi« sic war, hatte Eulalia unter- Wegs di« Haarsträhne verloren. Aber sie hatte sich zu helfen gewußt. Da sie gerade BabhlaS, den schwarzen Pudel ihrer Hrrün, mit sich führte, hatte sie diesem kurzerhand ein Büschel Haare von der Stirn abgeschnitten, diüe der Scherin überreicht und so daS verblüffende Orakel der Sybille heraufbcschworen. Ein TltfiM aus TroiNSS. Bon Dr. Jörge« Haust«. Nordlandfahrt— Wikingfahrt nach Thule— Jugendtraum!— DaS Land der Hellen Nächt« und der Mitternachtssonne, das Land der Fjorde und Fjüde: Norwegen! Acker dieses Land hat Dr. Jörgen Hansen, Professor an der Pädagogischen Akademie in Kiel,«in Buch„Im Banne der Hellen Rächte"(Band 47 der Sammlung„Reisen und Abenteuers gr- schrstbrn, daS den viürn Besuchern der Fjord« und Fjeldc«ine tiefere Auftastung der Wesenheit fremder Landschaften und eine mehr künstlerische Lekachtung der Gesamthrit aller Erscheinungen eines frcm- den Landes vermitteln will. Wir rntnehmen dem anschaulich gvschückrnen Büchlein mit Genehmigung des Verlags F. A. Brockhaus, in Leipzig«inen Abschnitt. Tromsö ist von einem gewaltigen Gebirgspanorama umgeben. Bon der Hauptskaß« aus, die nach dem Süden verläuft, schaut man nach beiden Seiten aus ürsigr Gebirgsketten, die mit Schnee bedeckt find. Ganz in der RHe von meinem Gaschaus lag ein East; dort kank ich morgens meinen Kafst«. Auch in Tromsö gab es keinen Alkohol. Die Menschen, dst dort zum Frühstück kamen, tranken Kaffee und aßen dazu einige belegte Butterbrote, die, wie überall in Norwegen, auf dem Büfett bereitstanden. Ich habe den Eindruck gehabt, daß dst Bewohner von Tromsö es verstehen, das Leben von der freundlichen Seite zu nehmen. Die Straßen waren immer sehr belebt, besonders die Hauptstraße. Dieser Berkehr nahm am Abend beträchtlich zu. Ter Dcrkchr hörte in der Nacht kaum auf. Es wollte überhaupt nicht Nacht werden. Wenn ich gegen 2 Uhr zu Bett ging, war es noch so hell, daß man meinen könnte, es wäre erst der Anfang deS Abends. Erst gegen Morgen hörte daS lebhafte Hin und Her auf der Äraße allmählich auf. Die Tromsöer nennen ihr« klün« Stadt„das nordische Paradies". Ein kleines Körnchen Be- rrchtigung steckt sicher dann. Sie sind in der Tat für Norweger auffallend lebendig und frohgemut, wenn auch sonst in ihrem ganzen Wesen eine gewisse Melancholie das Charakteristische bleibt. Auf meinen Wanderungen Hatte ich auch meine Reisegefährtin, dst anS HTromSö stammte, wieder getroffen, und sie wurde nun meine Führerin, die mich mit der Stadt und dem eigentümlichen Leben derselben bekannt machte. Sonderbar diest nordischen Mädchen mit ihrem schwermütigen Blick und ihrem ernsten Sinnen, sonderbar auch ihr« Gedankenwelt und fremdartig ihre Sprache und ihr Wesen— fast unergründlich. An einem märchenhaft Hellen Abend führte sie mich aus der Stadt hinaus auf dst Höh«, die sich nach dem Osten«rskeckt. Durch die üppigen Gärten wanderten wir an den vielen Billen vorbei bis zu dem Kirchhof hinauf. Es war schon empfindlich kalt geworden. Der Mond stand hoch am Himmel, und die Sterne leuchteten hell am Firmament— eine eigentümlich klar« und eisige Luft.„Ja", stgte sie,„es wird bald Winter. Wissen Sie, der Sommer ist vorbei, der Tag ist vergangen, jetzt kommt fiir uns die lange, lange Nacht." Sie sagte-s in einer solch schwermütigen Art, daß ich sie bat, mir zu erzählen, mit welchen Empfindungen sie eigentlich diese lange Mnterzeit ertrügen. Diese Zeit, in der die Sonne nicht mehr scheint, da eS keinen Tag und keine Rächt gibt, ist für uns schwer verständlich. Derjenige, der es nicht erlebt hat, vermag es kaum zu faffrn. Diüe ewig dämmerigen Tage und diese lange« dunklen Rächte.— Sie hatte mich inzwischen auf den Kirchhof geführt, und schließlich standen wir vor ünem einsamen Grabe, auf dem eine Bank stand.„Hier-liegt meine Mutter be- graben", sagte sie leise, und es klang wie ein unterdrücktes Sehnen. Wir setzten uns auf die Bank, und sie erzählte mir von ihrem Leben hier oben im Norden. ,La", so begann sie, „jetzt Mitte Dezember geht die Sonne von uns, und dann wick es Nacht. Richtig hell wird es nicht mckr. Nur um dst Mittagszeit ist eS vielleicht drei Stunden so hell, daß man am Fenster die Zeitung lesen kann. Der Brr- kchr geht trotzdem ruhig seinen Weg, immer brennen die Lampen. Wir sitzen des Abends an unserem Kamin und sprechen von alten Zeiten. Wen» dann vom Norden her der Sturmwind über uns braust und wie rin harter und heiserer Laut aus der Ferne klingt, rücken wir enger um das knisternde Feuer zusammen. Dann denken wir, während draußen über Gärten und Gasten allmählich die kalk« Nacht ihren düsteren, Mantel auSbreitet, an seltsame Geschichten, die wir noch aus unserer Kinderzcit kennen. Sie erzähle«! von unseren Urvätern. Sie kourmcn auS fernen Ländern; sie berichten von den Wikingern und von ihre« roten Drachenfchiffrn und ihren abenteuerlichen Fahrten. Manchmal klingt in uns cs« Heller Klang mit, und wir merken, wie unsere Herzen schneller schlagen und unsere jung« Brust sich in Sehnsucht weitet.— Drei langes endlos lange Monate— eine düstere vom Tod umflüsterte Zeit. Alles ist so kahl und so kalt, alles ist gestorben, mit Schnee bedeckt, und darüber braust der«isig« Nordwind." Sie hielt einen Augenblick inne, und ihr Blick schaute verloren in dir Ferne.„Da Hatzen Sie es schon schöner unten im fernen Süden, wo Sie die Sonne"nicht verläßt. Aber-auch diese Zeit hat ein Ende, und dann erleben wir den neuen Tag. wenn dst Sonne Wicker kommt, mit einer ganz andern inneren Freude, als Sie es ergründen können. Denken Sie, auf einmal erwache ich am Morgen, und mein ganzes Zimmer glüht in einem goldenen Licht. lieber meinen-Fenstern weitet sich ein klarer blauer Frühlingshimmel. Sie können sich denken, wie unser Herz dann jubelt; sie ist wieder da, unsere Sonne. Es ist ein ganz unnennbares Gefühl, wieder ihre warmen Strahlen zu cmp. finden. Nie war sie so klar, so wohlig warm, unendlich beglückend in ihrem so goldenen Schimmer; nie sah ich den Himmel so hell und die wandernden Wolken so weiß; nie sah ich den Fjord so heiter und die Kiefer so lebensfroh. Und nun kommen sie, dir Hellen, herrlichen Sonnentage mit ihrem weiten, wolkenfernen Himmel. Bald kommt auch der Frühlingswind und rüttelt gelinde an den.Bäumen, und sie erwachen zu neuem knospenden Lcken. Es ist ün Treiben und Drängen unter Menschen und Tieren, ein unendliches Frohlocken in der Natur. Die Nacht ist vorbei, die Pein ist dahin. Wir schauen nur nach dem Süden in dst Ferne, als erwarteten wir von dort das Glück. Es ist nichts anderes, als wenn ein lieber, guter Freund von uns gegangen ist, der nach längen, langen Jahren wieder zu uns zurückkommt und nun von uns, die wir mit Sehn» üchl seiner immer gedacht haben, mit glühendem Herzen umarm: wird. Ja, dann sind wir wieder stoh. Unsere Brust dehnt sich wieder, und Ulster« Augen werden blank. Wir eilen hinaus aus unser« Berge, als müßten wir alles, waS wir um uns herum sehen, von neuem grüßen, den Fjord und Sie Bäume und die weißen Fjeldc, und unser Herz erbebt und erzittert im Gefühle derHeimatlicke.— Tiefe Liebe zu unserer„bleichen" und schwermütigen nordischen Heimat. Es kann schon sein, daß uns die Tränen unbewußt kommen. Erschüttert und innerlich aufs tiefite erregt, können wir kaum ein Schluchzen unterdrücken, während in nn»- feier Brust die Freude flammend loht. Wir weiten unseren Blick und breiten unsere Arme aus und grüßen sie wieder, unsere unvergeßliche, wieder auftrstandene Heimat." Ist hatte ihre Worte so seltsam feierlich geformt, daß ich sie immer anschauen mußt«, und als sie von ihrer Heimat sprach, da brach ein solch verklärtes Leuchten auS ihren Augen, daß ich fast erschüttert war. Jetzt verstand ich, daß sie, wie sie mir oft erzählt hatte, ihre Heimat nie ier- gesten könnte, nie vergrsten würde. Wir haben noch lange gesessen, über dieses und jenes gesprochen, und cs ivollte nicht Rächt werden, trotzdem Mitternacht vorbei war. Diese seltsame Stimmung, die uns Umfing, hatte wohl nicht zuletzt ihren Grund in dem eigen» tüuttichen Zauber dieser hellen Rächte. ES war, als wenn dieses dämmerige Licht uns. in seinen Baun zöge, uns all daS Irdische ver- gcffen ließe, um dir Gckanken hinznlrnken i« weite erdferne Gefilde, in jene Sphären, wo nur Gckanken wohnen, wo die Erinnerung«« 'chlnmmern und die Hoffnungen wache«. — s— Liewestted eines meeblierlen Herrn. Du, meine Häddwich im Droomr war ich bei dir diese Nacht. Nützlich, da rascheltS im Boome, dadrvon bin ich erwart. Sah, wie dr Mond in de Gammer jehnsichlich neinschien bei mich. Da schtand ich uff uu voll Jammer schrieb ich,viel Barsche an dich. Winschte drin in dän Romanzen, daß dr recht Peße mechtst ruhn. Un uff mein Bette de Wanzen hatten nu nischt mähr zu tun. Lene Borgt, SOOOOLX2O<-X-X-X-X-X-X22<-X-)OQQc-X-)OO2OQD< Ungeheuer des Meeres, Mu riesenhaftes Schwimmtier. Unsere gesamten Kenntnisse von der Tier- and Pflanzenwelt vergangener Erdperioden beruhen auf den wenigen durch einen glücklichen Zufall erhaltenen Uckerresten, di« wir alt Versteinerungen, alt Einschlüsse in Bernstein(dem erstarrten Harz urweltlicher Nadelhölzer) usw. flicken. Um so mchr ist et zu bewundern, daß et der Wissenschaft in hohem Maß« gelungen ist, den Problemen der Entwicklungsgeschichte der Pflanzen und Tiere nahe zu kommen. Die Entwicklungsgeschichte bchauptei, daß alle Tiere — und entffrrechend auch alle Pflanzen— untereinander verwandt stick, daß sich also ein« einheitliche oder doch wenigstens geordnete Entwicklung sämtlicher lebenden Organismen von den nickrigsten einzelligen Wesen bis zu den höchsten Wirbeltieren aufstellen läßt. Aller- dingt ist es heut« fraglich, ob wirklich nur«ine einheitliche Reihe existiert, oder ob nicht mehr«« voneinander unabhängige Entwick- lungsreihen nebeneinander verlausen. W« dem auch sei; nur ein« Bereicherung Unser«! Kenntnisse durch vorweltliche Funde kann unS über di« Probleme unserer Entwicklung Auskunft geben. So ist et für di« Forschung außerordentlich wertvoll, daß endlich eiu völlig erhaltener Skelett des Riesensauriers Leptopterygius— einet. vorweltlichen Kriechtieres— in den Schieferbrüchen von Holzmaden in Württemberg gefunden worden ist. Dieses Exemplar hatte eine Läng« von 8 Metern, seine Borderfloss« hat eine solche von dreivirrtel Meter. Bis dechin hatte man nur zwei Skelette von 5 bis Y Meter Länge gefunden, die beide schlecht erhalten waren. Di« großen Vorder- und Hintcrfloffen dienten dem Tiere, das— wir di« Zähne zur Genüge beweisen— ein äußerst gefährliches Raubtier des Meeres war,<üs Steuer und Balancier- apparate, während der groß« Schwanz in der Art«iues Propellers gckraucht wurde. Eine Borstellung von der Schwierigkeit, mit der sich solche Funde berge» lassen, gibt die Tatsache, daß der Kopf des Riesensauriers bereits vor zwanzig Jahren gefunden worden ist; doch jetzt erst hat man bei dem Abbau der Holzmadener Schieferbrüch« auch das übrige Skelett zutage fördern können. Erlauschtes aus dem Tierreich. Bo« Albert Reiuicke. „Es ist zum Verzweifeln", stöhure di« Schnecke, als ste wicker vor einem Maulwurfshügel angrlangt war.„Welche Rückstchtslosig- kett, einem überall diese Hindernisse in den Weg zu legen, wo man schon so nicht vom Flecke kommt." „Rur keine Auftegung, dar schadet der Ge- sundheit", sagte der Maulwurf.„Hügel sind «ine Zierde der Landschaft!" * Ein Rabe brachte einen Brillanlring mit in sein Nest.„Welch herrliches Kleinod" riefen di« Jungen. ,Mo hast du nur diesen Ring gefunden?" „Wo denkt ihr hin", belehrt« sie di« Alt«. „Ich habe ihn nicht gefunden. Ich sah ihn durch ein offenes Fenster auf dem Tische in einer Wohnung liegen. Welche Unbesonnenheit von den Menschen, dachte ich mir. Wie leicht könnt« der Ring gestohlen werden, gibt er doch sogar Fassadenkletterer. AuS diesem Grunde nahm ich daS Kleinod und brachte eS in Sicherhrtt." Eine Fliege geriet in da» Netz einer Spinne.„Wie kannst du dich vermessen, mich in meiner Ruhe zu stören!" rief di« Spinn«. „Entschuldige, liebe Spinne, ich verirrt« mich", stammelt« die Fliege. „Dummheit ist immer am dreistesten!" schalt dir Spinn« weiter und stürzte sich beutegierig auf dir Fliege. „Ich will et in Zukunft gewiß nicht wieder tun!" beteuerte die Fliege uick suchte sich vergckenS zu befreien. „TaS kann ich mir denken", grinst« die Spinn«.„Reue ist Mnstcht, die leider zu spät kommt!" „Schuld an allem trägt dein hauchfeines Retz, das ich nicht gewahrt« jammerte die Fliege.„Warum spinnst du es?" „Ich würde eS gern unterlassen, wenn man mir die nötige Anzahl Fliegen liefern würde", versicherte die Spinne. Der Schauspieler Rax Palleoberg fragte einen bekannten Berliner Rechtsanwalt nach seiner Meinung über«inen Prozeß, der die Oeffentlichkeit gerade sehr beschäftigte.„Meine Meinung?" jagte der Rechtsvertreter.„Aber gewöhnlich weide ich für das bezahlt, was ich weiß..." Pallrnberg kramt« in seinen Portemonnaie. Zog«in Fünfzigpfennigstück hervor. Gab es den Rechtsanwalt und sagte:„Hier, Sie kleiner Jnrisprutänzer, sind fünfzig Pfennig. Sagen Sie mir alles, was Sir wissen, und geben Sie mir das andere heraus!..." Italiener in Texas.„Antonio, was machst du?"—„Ich klopfe Steine."—„Warum Steine?„—„Um Geld zu machen."—„Warum Geld?"—„Um Spaghetti zu kaufen."— „Warum Spaghetti?"—„Um zu essen— und Muskeln zu kriegen."—„Warum Muskeln?" —„Um Steine zu klopfen." Das Handtuch. Ein Rrisucker bekommt in einer keinen Pension ein Zimmer. Bon der Bahn gekommen, will er sich die Hände waschen, sticket aber kein Handtuch vor. Er ruft di« Wirtin, und diese erkört:„Bei un? ist daS nicht üblich. Wen wir uns die Hände gewaschen haben, halten wir sie so lange zum Fenster hinaus, bis sie trocken sind, um Wäsche zu sparen." Darauf der Reisende:„Liebe Frau, «in Glück, daß ich kein Sitzbad genommen habe." Humor. Rach dem Tod« des Papstes Clemens XI. sprachen die decken Kardinale Tolo« mai und Scotti miteinander über die bevorstehende Papstwahl.„Welcher von allen Kardinalen wird wohl den päpstlichen Stuhl besteigen?" ftagte Tolomri.—„Wenn der heilige Geist ihn ernennt," antwortete Scotti, „ist eS unstreitig der Frömmste und Gerechteste, wählen ihn die Kardinäl«, so ist ei der Listigste und Staat-klügste, mischt sich aber der TeusA darein, so kann es niemand werden, als Eure Eminenz oder ich." Di« Wette.„Wo ist dein Bruder?"— Er liegt im Bette."—„War fehlt ihm denn?"-- „Nichts. Wir haben nur gewettet, wer sich am weitesten zum Fenster hinauslehnrn kann— und er hat dir Wette gewonnen!" ■ooocxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Schoch-Eüe. Alle Zuschriften und Anfragen an Gen- Scharoch Wenzel, Wrsterschan bei TepUtz-SchSnau. Allen Anfragen ist Relonrmarke brizulegen. Bild 74. 8 1 1 6 S 8 7 6 b 4 3 a b o de fgh 43. Fortsetzung. Figuren- gegeneinander. Dame gegen Turm. Die Dame gewinnt, doch lat das richtige Verfahren nicht leicht. Man bringt seinen König heran, zwingt den Turm, den eigenen König zu verlassen, worauf er durch Schachgebote erobert wird. Dieses Endspiel kommt in der Praxis doch' vor. 1, KM TM(oder ß+) 2. Ko3 Te4(oder gl. auf Td4T folgt Dh8+!) 8. KdS Td4+(die beste Verteidigung ist, den Turm beim König zu halten) 4. KeS Td5! 5. Dh2+ Kf5 6. Df4+ Kgfl 7. Kel Tg5 8. Dd6+ Kh5(oder g7)».De«, Schwarz hat bereits eine ungünstige Bandstellung. Darum ist es besser auf C. DH-f- Ke6! 7. Ke4 Td6 8. Df5+ Ke7 9 Keö Td7l (oder TdlT 10. Dg5+ Kf8! U. Df4+ Ke7l 12. Dh4+ KfS 13. Db4+ und gewinnt im nächsten Zuge den Turm), 10. DM4- KeS. Eide wichtige Stellung! Weiß darf nicht gleich Ke6 spielen wegen Td6+ K<16: Schwarz ist patt! Siehe Bild 75. Bild 75. Nach dem 11. Zuge von Schwan Die richtige Spielweise ist 11. Dh8-f- Kf7! 'nach Ke7 geschieht sofort 12. De8!) 12. Dh"4- Ke8 13. Dg8+ Ke7 14. Dc8! Jetzt muO der Turm seinen König verlassen, WeiS gewinnt in allen Fällen: A.14... *N8 15. De6+ KfS 16. KfS usw. B. 14.... Ta7 (oder d«) 15. DcS-t- usw. C. 14... Td3 15. DeS4- Kd«! 16. Dg84- usw. D. 14.... Td2! 15. DcS4- Kd'! 16. Db54- Kc8! 17. KeS! Tc2 (Td8 Ke7!) 18. KdS! Th2!(oder Tc7 Da5!, oder Td24- Kc6 Tc24- Kick!) 19. De84- Kb7 20. De44- Kb6(Kb8 Df4!) 21. Df4! Th5! (sonst Turmverlust, zum Beispiel Tg2 Db44- K— Da44-) 22. De3+ Ka5! 23. Kc6(droht Matt Da3) z Kb4 oder a4 24. De44- KaS 25. Del4-! und gewinnt den Turm. Das Spiel ist ungemein schwierig, aber fesselnd. Gegen zwei Türme macht die Dame gewöhnlich das Spiel unentschieden. In besonderen Fällen gewinnt sie. aber zwei einander deckende(verbundene Türme) sind eher erfolgreich. Anoh das Spiel Dame gegen Turm und eine leichte Figur bleibt, besondere Steilungen ausgenommen, remis. Fortsetzung folgt.