KrinnnattnKpettor GSve yat Dienst. Während der Krnninalinipektor Siv«, wie «s"sein Dienst vorschrieb, die Besucher der Ausstellung iim Auge behielt, machte er sich seine ganz eigenen, dabei aber von der Sache durchaus nicht abweichenden Ge- danken. Eigentlich«in Blödfiun, daß ich hier herumsiehe", ging«S ihm durch den Kopf. ^Bei hellichtem Tag wird es doch bestimmt feinem Mensche» einfallen, nach diesen Dia» inanten die Hand auSzustrecken! Wo so viel Augen versammelt sind, da könnt« auch da» größte DiebSgeni« nicht- ausrichten.. Aber salbst wenn, so geschähe«S de» Herrschaften eigentlich nur recht. Denn bat«S vielleicht «inen Sinn, di« Habgier der Beut« zu reiz«», indem man ihnen solche Millionen- werte unter die Ras« schiebt?.. Und was die Sicherheitsmaßnahmen betrifft, so wage ich zu behaupten, daß also diese Rie- gel, Schlosier und Gitter absolut keinen größeren Wert haben, als ein GlaS Wasser bei einer Feuersbrunst! Wieviel« Klienten habe ich in meiner Praxis schon kennenge- lernt, denen«in solcher Diebstahl geradezu «ine Kleinigkeit gewesen wär«. Ra, und ob die'» zustande gebracht hätten?..." llm sich einen Spaß zu machen, heftete «r seinen Blick mit einer Strenge auf einen jungen Menschen, der etwa« zu lauge Hei einem der Schaufenster stehen geblieben war. Der Mann wurde rot und ent» lernt« sich so verlegen, daß der Inspektor Mähe hatte, nicht hell aufzulachen. „Ha, ha!... Wie der Kerl verduftet ist... So, als ob's«in« Möglichkeit gäbe, jetzt etwas zu unternehmen!... Wozu tvär« denn di« Nacht da, mein Bcrchrtester? Wenn«S finster wird, bin ich ja nicht hier .. Und der famose Herr Wächter, der das alles beaufsichtigen hat.." Ein ironisches Lächeln umspielte sein« hrrabgczogenen Mundwinkel. „Ich muß wirklich lachen über dies« zugesperrten Türen!" fuhr er in seinen Be- trachttmgen fort.„Auf diesem Wege werde» die richttgen Spitzbuben doch bestimmt nicht kommen, die Meister ihr«» Faches, wie ich schon einig« gekannt und auch... erwischt bahr..." Er ließ seine Blick« Herumschweifen; an dem Oberlichtfenster blieben sie haften. „Teufel auch, dort müßt«» sie herein- StobcWe to soll er sonst sein Bror verdienen? Run sitzt er verbissen in stiner Eck« und schämt sich und! kann doch nichts dafür, daß er alt geworden ist. Er wird sich nicht rühren, wenn jemand! zum Engagieren kommt, er ist das nicht g«»' wöhnr. Man mußte früher immer z» ihiw kommen. Aber heute ist das anders. Und wenw er nicht ins Irrenhaus kommt oder Selbst- mord verübt, wird er in«in, zwei Jahrew verhungert sein. Mit den Jungen ist daS anders, aber, nicht besser. In ein paar Jahren ist der oder' jener nicht mehr hier: er„sitzt". Wegen Dieb^ stahls oder Unterschlagung, häufig wegrn Zu-, hälterei. Di« Jugend hat eben noch eine afti«' deren Betätigungsdrang und die besten Anregungen erhält sie in dieser Umgebung nicht, i Kraftstrotzende Menschen, voll Schönheit, und Hoffnungen sind es, dst mit Idealen in der Brust und unter Opstrn sich wir di« Mücken nach den Jupiterlampen drängen— was nach wenigen Jahren davon noch übrig ist: Ruinen und Asche.> Tie mächtigsten Wellen haben sich gelegt, die Jugend hat andere Ideale gefunden. Ter' Film ist«ine Industrie geworden wie jede! andere, etwas alltägliches, worüber sich kaum) noch jemand aus der Fassung bringen läßt.' Aber immer sind es noch viel zuvirle, di«, alle, wohlgemeinten Warnungen in den Wind schlagend, sich für fähiger, für glücklicher haltenl' I als die Tausenden, die vor ihn«» den gleich«» ! Weg gegangen sind, den Weg, der statt zuuk Gold«, in d«n Sumpf führte. Für diese immer noch zu vielen find diese Zeilen geschrieben. Warum gilt die Audi 13 als LlnglückszavI? Wenige werden wissen, daß der Aberglaube, zurückgehl um mehr als 1000 Jahre vor Christi^ Geburt auf die allen Babylonier. Ihnen vrr-1 danken wir unsere Zeitrechnung. Sie teilten-, di« Woche in 7 Tage, de» Tag in 24 Stunden,! di« Stunde in LV Minuten, dir Minute in>1 60 Sekunden ein. Das Jahr hatten sie ringe-> teilt in 12 Monat«, di« abwechselnd je 29 und! 3V Tage zählten. Ta das nicht ausreichte für! das natürliche Jahr, das Jahr der Sonn«, so j wurde in gewissen Zeiträumen ein dreizehnter! Monat eingcschoben, wie wir heut« im Scholl-,) jahr einen 29. Tag für d«n Februar einschiebeir-j Die regelmäßigen 18 Jahresmonate standen im) Zeichen der 12 Sternbilder des Tierkreises,- wie sie heute noch gedeutet werden, in neuestrr Zeit besonders auch von Astrologen. Für den 18. Monat wählte man als Tiersymbol de» Raben, und da diestr al« UnglückSvogrl gast, —< wir«- auch i« neuen Bolls abcrglsubeu der Fall ist, so wurde zunächst der dreizehnte Monat abergläubisch als UnglückSmonat angesehen. Diese Vorstellung übertrug sich dann auf di« Zahl IS an sich. Gin Neife-Srmnerung. Bon Heinz Schäfer. Der arabische Polizist. Jerusalem hat recht enge Gassen. In diesen spielt sich, hauptsächlich vormittags, ein sehr reges Leben ab. Di« Gassen sind meist so dicht mit Waren behängt, daß er einem schwer fällt, hindurchzukommeu. In einer solchen Gass« standen an eine« sonnigen Morgen zwei Araber plauderud beisammen. Unweit davon hatte«in arabischer Zuckerbäcker seinen Derkaufsstaud. In großen Backbleche» lagen Kuchen auS Mair, Reis, Fische, Fadeuuudeln und Gemüse. Di« zwei Araber hatten anscheinend«inen Leinen Meinungsaustausch. Erst sprachen sie ruhig aufeinander ein. Dann wurde ihr« Unterhaltung lauter und es währte nicht lang«, da versetzten sie sich gegenseitig Fausthiebe. Etwa zehn Meter davon entfernt stand «in arabisechr Polizist. Er sah den Streitenden lächelnd zu. Die Araber kamen nun immer näher an die Riesenkuchen des Zuckerbäckers. Der Konditor wollt« abwehren, wurde aber bereite geschoben. TS vergingen nur einige Minuten, da lag«irrer von den Sänchfenden in dem großen Backblech, wo sich eben noch eiu Gemüse kuchen feines delikaten Aussehens erfreute. Der Araber faß in dem PaKlech und sah erstaunt nach seinem Gegner. Tchimpsend kam der Zuckerbäcker herbei. Der Araber wurde auS dem Backblech gehoben. Aber wir sah er cklrS? Mehr als die Hälfte des butterweichen GemüsekuchenS klebt« an der Kleidung de« MoSlemS. Ein Bild zum totlachen. Der Zuckerbäcker forderte nun sein Geld für den Luchen. Wieder kam r» zu Sturmszenen. Endlich hatten sie sich geeinigt. Die Araber bezahlten. Schmunzelnd steckte der Zuckerbäcker die Eilberstücke ein und macht« sich darau, di« Kuchenreste von der Kleidung des Arabers zu entfernen. Bald lag der Kuchen — nur etwas zerstückelt— wieder zum Ber- kauf in dem Backblech. Die Araber wollten nun iu«in« Sciteu- gasse einbirgrn, aber der Polizist, der di« Zwischenfälle mit angesehen hatte, versperrt« ihnen den Weg. „Meine Augen haben eben gesehen, wie ihr euch geschlagen habt", sprach der Polizist mit strenger Amtsmiene.„Warum macht ihr .solche Sachen? Ich werde euch dem großen Kadi vorführen, und die Strafe wird nicht ' auSbleiben." „Herr",«rwidert« einer der Araber,„warum willst du uns zu dem gestrengen Kadi schleppen, du siehst doch, daß wir unS die Hände reichen und wieder Freunde sind— sage unS, was .müssen wir dir geben, damit dn unS nicht zu dem mächtigen Kadi bringst?" Der Polizist dachte eine Weile nach, daun «ntgegnere er: „Das Gesetz verlangt, daß ich einen von euch dem Kadi vorführen muß— lastet euch daher sagen, daß ich dem, der mir das meiste ^Seld gibt, die Freiheit gebe, den andern aber als Gefangenen mitnehnren m-ch— da? Gc- setz will«S so." Der«ine Araber bot nun dem Polizisten zehn Piaster, der ander« zwölf und so ging«I i Weiter, bis zwanzig Piaster rrrricht waren, zog der, der da« meist« Geld bezahlen konnte, ab, während der andere dem Polizisten folge» mußte. Kaum hatten die beiden einige Gasten postiert, da blieben sie an einer dunklen Ecke stehen. Flüsternd sprachen sie aufeinander«in. Daun glitten einige Silberstück« in die Hand des Polizisten. Run war auch dieser Araber frei und der Wächter deS Gesetzes ging mit strenger AmtSmiene durch ander« Gasten... Junge deutsche Dichtung. Unter diesem Titel ist im Eigenbrödler- Vsring, Berlin W 8, eine Sammlung von Proben des Schaffens des jüngsten deut- sehen Diohternachwuchses erschienen, die einen ausgezeichneten Ueberblick über die Leistungon der jungen Dichtergoneration gewährt. Horausgegeben ist diese Anthologie von'Kurt Virneburg und Helmut Hurst und sie enthält Arbeiten sowohl in lyrischer Form als auch in Prosa, sowie Stücke aus Dramen. 10! Autoren sind hier mit sorgfältig ausgewählten Proben ihres Könnens vertreten und da die Einbeziehung in die Sammlung ohne jede Bücksicht- nähme auf eine Tendenz erfolgt ist,— wobei aber Tendenzdichtung nicht ausgeschlossen wurde— so gibt das fast 500 Seiten umfassende Buch eine gute Ueborsicnt über das dramatische, epische und lyrische Schaffen der Jahrgänge um 1900. Viele weniger bekannte Namen sind vertreten, aber auch viele bekannte: Ernst Gläser, Manfred Hausmann, Hans Kafka, Erich Kästner, Edlef Köppen, Joachim Maass, Ernst Penzoidt, Georg von der Vrlng und viele andere. Ein Zeitspiegel ist dieses Bucli und eine Art Literaturgeschichte. Viel Wertvolles ist in ihm enthalten und viel Verheizendes. Zur Orientierung über dis bisherigen Veröffentlichungen der Mitarbeiter und auch anderer Autoren, die mit Beiträgen in dieser Sammlung nicht vertreten sind, ist ein bibliographischer Anhang beigefügt. Für jeden, der am dichterischen Schaffen der Gegenwart Anteil nimmt, ist dieses prächtige Sammelwerk unentbehrlich. Was mancher nicht weiß. Lier sind zu allen grschichllichen Zeiten als Nahrungsmittel benutzt worden. Außer Eiern von Land- und Seevögeln hat man auch Eier von Schildkröten, Krokodilen und anderen Kriechtieren verzehrt. Im alten Griechenland ginge» die Türen ebenso wie im alten Rom immer nach außen auf. Wenn jeniand ausgehen wollte, pflegte er deshalb immer von innen gegen di« Tür zn klopfen, um einen Zusammenstoß mit Vorüber« gehenden zu vermeiden. Mißverständnis.„Ser war der Herr, der dich gestern an der HauStnr küßte?"—„Sin Pertreter!"—„Hatte dein Bräutigam keine Zeit?" Begreiflich.„Guten Morgen, Herr Bintpfl! Machen sich bei Ihnen schon AlterSerschei- uungru geltend?"— Warum?"—„Sie kommen mir diel kleiner vor."—„Freilich. Ich bin seit vier Wölben Inkassant!"—„ Ah so!" AeberflüffigeS:„Lümmel, warum hast du di« Zuckerschrift ans dem Geburtstagskuchen abgeknappert?"—„Ich kann sie auswendig, Baier!" Mildernder Umstand.«So eine Roheit, mit der vollen De'nrflasche auf Ihren Gegner loi- zuschlagen!"—„ES war«in leichter Weinchen, Herr Richter!" Seine Ausfassnxg:„Wenn du unartig bist mußt du heute allein essen!"—„Den ganzen Pudding, den du gekocht hast, Mutter?" Gchach-Glke. Alle Zuschriften und Anfragen an Gen. Scharoch Wenzel, Wtsterschan bei Teplid-Schdnau. Allen Anfragen ist Aeiourmarie Oeizuiegen. 42. Portsetznog. Schachaufgabe Nr. I. von L. Maugalis(Riga). Schwan: KeS, Bb4.(2 Fig.) Weif: Kd8: Dbl; Sd6, eS; Btt. h4.(« FigJ Matt in 3 Zügen. Sichtige Lösungen sind spätestens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe aa Wenzel 8ehareeh, Wtsterschan bei TepUta- Schönau, einzusenden. Lösungszug zu Aufgabe Nr. 0: Lbf-et. Nachfolgende Genossen sandten richtige Lösungen ein: Johann Bülbig, Bergeagrün; Eduard Koukal, Trupsohital Ludwig Walter, Kwitkau; Franz Hejduk, Karbitz; Heimann Lischke, Tetsohen; Prchal Ignatz und Jarr schel Josef, Komotau; Hyna Josef, Huste- mitz; Philipp Heinrich, Obergeorgentalf klicke Josef, Meistendorf. Deutschland. Arbeiter-8ehach«Bundesmelsteraehaft IMt. Etwas später als vorgesehen(bedingt durch das Scheitern des Bundesturniem Ostern 1910 in Köln) fanden die von allen Schachspielern— und nicht nur ans Arbeiterkreisen— mit lebhafter Spannung erwarteten Endrundenkämpfe um die Bunde»- Meisterschaft im Deutschen Arbeiter- Schachbund zu Pfingsten in Magdeburg statt. Das gleichzeitig dort stattfindenda Bundestreffen das Reichsbanners sog allerdings fast dis ungeteilte Aufmerksamkeit der Einwohner auf sich, so dafi dar Besuch der Schachkämpfe auf die wirklich Inter» rasierten beschränkt blieb. Trotzdem war der Werbeerfolg gut. Breslau, Essen und Nürnberg traten zum Kampfe in drei Runden an. IM» erste, am 8. Juni, brachte bereits einen klaren Sieg von 8)j:1^ für Nürnberg gegen Ersen, der bewies, dsl dl» Essener Mannschaft, dis durch die Spaltung über di» Hälfte ihres Bestandes verloren bat Ja diesem Bennnen als gefährlicher Gegner nicht in Betracht kam. Etwas besser. 8:7. unterlag sie in der zweiten Bande gegen Breslau tarn 9.) und lieB diesen damit dis Hoffnung, den favorisierten Nürnbergern in der dritten Runde am 10. Juni mindestens etliche Punkte, wenn nicht die Meisterschaft entreißen zu können. Das Ergebnis dieser letzten Runde wirkt» aber geradezu wie ein kalter Wasserstrahl: 8:2 für Nürnbergl Wodurch Nürnberg bewies, daß es gegenwärtig eine ganze Klasse höher steht als irgendein anderer Verein des Bundes. Endergebnis: Nürnberg 1