Das gebildete Gespenst. Eine 9umorHitt von Syertvood cundeeson. Die Geschichte, die ich hier erzählen will, ereignete sich in South Bend» Indiane. Und die Fron, der sie widerfuhr, war e'me Witwe, von Beruf Lehrerin. Die Frau hatte ein Kind, ein siebenjähriges Mädchen. Als sie nach South Bend ziehen wollte, konnte sie zuerst kern« Wohnung bekommen. Plötzlich fand sie zu ihrem Erstaunen ein schönes Haus, das für eine niedrige Miete zu haben war. Ms sie mir davon erzählte, sagt« sie, es wär« ihr unver- ständlich gewesen: Da stand das Haus, ein schöner, bequemer, alter Ziogelbau, an einer guten Wohnstraße, mit einem großen Rasenplatz und Bäumen vor der Tür; und es hatte seit zwei Jahren leergestanden. Es spukte.in dem Haus«. Sie erfuhr«S von den Leuten. Aber sie sagte,«8 wäre ihr einerlei, und sie zog ei«. Alles ging vortrefflich. Das Haus hatte sehr schon« Zimmer und in jedem Zimmer war ein Kamin. Sie bekam das Ganze für 10 Dollar monatlich. illatürlich ging es sehr bald los mit der Spukerei. Geschloffene Türen gingen auf und klappten wieder zu. Wenn sie allein in einem Zimmer saß, bei offenen Fenstern (höchstwahrscheinlich korrigiert« sie Hefte), dann wurde sie von einem jähen Windstoß getroffen. Nachts hörte sie zuweilen leis« Schritt«. Es gab ohne Zweifel noch einen anderen, einen unsichtbaren Betvohner im Hause. Zuerst hatte sie fürchterliche Angst. Aber— so sagte sie, als sie mir ihr Erlebnis berichtete: sie war eine einsame Frau, und man gewöhnt sich schließlich an alles. Zuletzt freute sie sich beinahe an di« Gegenwart des Unsichtbaren. Es tat wohl, das Vorhandensein eines Wesens zu spüren. Jemanden zu haben, mit dem die Gedanken sich beschäftigen konnten. Ihre Tochter, di« siebenjährige Klein«, ging schon um acht zu Bett. Die einsamen Abende waren nun weniger einsam. Die Frau war mit Eifer auf Bildung bedacht. Das war ihr stärkster WesenSzug. Abends saß sie lange und laS. Sie las di« Bücher allerneuesten und geistig anspruchsvollsten Schriftsteller, besonders der sogenannten Modernen. Da si^ sie nun also,«jne einsam« Frau in einem einsamen Hause. Sie liest in einem Buche von— sagen wir: Waldo Frank. Vielleicht ist«s auch„Sister Carrie". Uwd wähvend sie so sitzt, bei verschlossenen Türen, kommt das Gespenst stracks ins Zimmer. Es war ein hochgewachsenes und ziemlich ernsthaft dreinblickendes Gespenst, ein sehr gut aussehender Mann von vielleicht fünfundvierzig Jahren. Die Frau berichtete, er wäre geradewegs durch die geschloffene Tür ins Zimnrer gekommen. Ms er auf den Platz zu kam, wo sie saß, war sein Betrehmen ein bißchen linkisch und verlegen. Unverweilt erklärt« er, daß er im Leben niemals Gelegenheit gehabt hätte, sich in der Gesellschaft gebildeter Leut« zu bewegen. „Ich bm«in Gespenst," sagte er,„aber ich bin gänzlich harmlos, das dürfen Sic mir glauben.- Sie hätte, so berichtete mir di« Lehrerin, den Eindruck gehabt, daß ihr Gespenst ein ganz ausgezeichnetes Gespenst wäre. Es Ware ihr, sagte sie, von Anfang an klar getvesen, daß der Geist trotz seiner etwas rauhen Außenseite über«ine unverkennbar« Herzensbildung verfügte. Natürlich war sie zuerst ein bißche« zitterig und verstört.„Seien Sie ganz unbesorgt," sagte der Geist.„Er würde es", fügte er hinzu,„nie gewagt haben, ihr lästig zu fallen— das heißt: er würde sich memals materialisiert haben, wenn er sich nicht in schwerer Kümmernis befände. Und das ganze Elend", sagte er,„käme von seinem Bildungsmangel her. Und er wäre zu ihr gekommen, weil er fühlt«, daß er es mit einer gebildeten Frau zu tun hätte." Die Kümmernis bestand darin, daß er: drüben in der Geisterwelt, in der er weilt«, nachdem er(wie die Lehrerin es nannte) „das irdische Wirrsal von sich ger«n hatte" — daß er da drüben mit der Gesellschaft von Leuten vorlieb nehmen mußte, di« so ungc- bildet waren, wie er selbst. Der Mann war im Leben das gewesen, was wir Amerikaner «inen„law-brow" nennen: ein geistig anspruchsloser Mensch,«in ganz gewöhnlicher Fabrikant, der nichts im Kops gehabt hatte als sei« Geschäft, Geldverdicnen und Golfspielen. Und als er nun da drüben in die Geisterwelt gekommen war, hatte er für seme Gleichgültigkeit in Bildungsfragen büßen müssen. Sinn war ihm plötzlich klar geworden, was für«inen Fehler er begangen hatte. Und daS haft« ihn verdrossen. Er wollte gern Bildung haben, aber in der Geisterwolt konnte er sie nicht kriege», denn die gebildeten Leut« verkehrten wicht mit ihm. So war er den» in die Welt der Wirklichkeit zurückgekehrt und hatte sich zu einer Frau geflüchtet. Der Ehenumu der Lehreri« war, scheint es, zu seinen Lebzeiten ziemlich ungebildet gewesen. Er war Rohrleger. Und er hatte sagt« sie, an nichts anderes gedacht und von nichts anderem geredet als vom Ballspiel.. Dennoch hatte sie es bei ihm ausgehalten, bis er starb. Sie hatte gut« Zeua- wiffe(vielleicht hat der Geist das gewußt). Mir wurde klar, daß sein Tod(diesmal nreiue ich den Rohrleger) für die Lehrerin kein tödlicher Schlag gewesen war. Anderseits war sie nicht gerade das, was nran eine schöne Frau nennt; und sie hatte eine Tochter. Welche Aussicht hatte sie da, einen Gefährten zu finden, der iwit ihr in der Welt der Bildung leben wollte? Sie und der Mann— ich wollte sagen: der Geist waren in derselben Lage. In allem, was Bildung heißt, hatte sie allcriüngs einen ganz großen Borsprung. Bor allem las sie gerade damals emsig all« Modernen. Sie kannte wicht nur ihren Joys« und ihren O'Neill— sie kannte auch ihren Dreiser, ihren Frank und ihre Gertrude Stein. Und sie erzählte nrir, daß sie mit dem Gespenst einen ganz herrlichen Winter verbracht hätte. Jeden Tag ging sie in der Schul« ihren Pflichten nach, und abends eilte sie heim und brachte das Kind zu Bett. Sie wollte nämlich wicht, daß das Kind an ihrem Vergnügen teil hätte; warunl das wußte sie selbst nicht. Vielleicht meinte sie, daß die Kleine wonröglich ans schlimme Gedanken kommen könnte» wenn sie abends einen Mann im-Hause sah. Aber es war natürlich nichts Unrechtes dabei. Tas Gespenst hat ihr niemals auch nur«ine» Kuß angeboren. Sie l>at mir das selbst erzählt. Die beiden saßen ganz einfach nur beisammen und lasen Bucher, und hinterher sprachen sie das Gelesene durch. Wer von uns hat wicht auch schon solche Abende mit einer Frau verlebt? Wie köstlich sind sie doch! Ja, und bei alledem kriegt« der Geist , Bildung und immer mehr Bildung und die - 2— Frau ebenfalls. Sie verbrachten den ga-nzen Winter so. Noch niemals hatte South Bend ein so, freundliches Gesicht gemacht. Ihr wäre, jagt» mir d-e Frau, wahrhaftig«:r Gedanke, daß bald Frühling werden würde, verhaßt gewesen. Sie hatte sv ein Borgefühl, daß der Geist sie beim Einzug des Frühlings veüasten würde,«m nie mehr wiederzukehren, tveil er dann eben genug Bildung bekommen hatte. Nun, und haargenau so kam es dann auch. Das ist das Tragische in der Geschichte. Sie— die Geschichte— tat, was alle derartigen Begebenheven tun sollen: sie erreichte ihren Gipfelpunkt an einem Früh- lingsabeud. Ich werde niemals vergessen, wie di« Stimme der Frau bebte, als sie mir von diesem Abend erzählte. Natürlich war es ein Abend voll milden Mondlichtes, und draußen im alten Garten kamen gerade die Blatter aus den Knospenhüllen hervor. Di« Frau sah am offenen Fenster. Sie bildete sich nämlich ein, daß e8 für das Gespenst leichter sein mühte, in Haus zu komnrep, wenn Fenster und Türen offen waren. So wirklich war der Geist für sie geworden. Und dann kam er. Und zwar kam er nicht dirrch das offen« Fenster ins Zimmer, sondern irgendwo durch die Wand. Das war nun mal so seine Art, der Geist konnte"die Bücher» di« er gemeinsam mit der Lehrerin gelesen hatte, nicht in die Geisterwelt mitnehmen, seine Hand vermochte ja nicht ein- mal ein Buch zu halten. Di« Lehrerin pflegt« ihm laut vorzutesen, und wenn das laute Lesen sie zu ermüden begann, stand er hinter ihr und las über ihr« Schulter hinweg. Bon Zeit zu Zeit erläuterte sie ihm di« schwer verständlichen Stelle». In mancher: Büchern gab es sehr viele solche Stellen. Das Ganze muh sonderbar ausgesehen haben. Oder vielme.hr: es mühte sonderbar ausgesehen haben. Denn außer der Frau vermocht« niemand das Gespenst zu erblicken. Eines Abends kam, als der Geist im Zimmer war, der Schulvorsteher herem, ihr Borgesetzter, aber er sah den Geist nicht. Nie im Leben, sagte mir di« Frau, hätte sie sich über eine Entdeckung mehr gefreut als über diese. Der Schulvorst«her hatte ihr nämlich zu gern etwas am Zeuge gestickt; sagt« st«. Das heißt: der Ausdruck„am Zeuge geflickt" stammt von mir; sie drückte sich anders aus. Aber bleiben wir bei dem Frühlingsabend. Der Geist kam und setzte sich an ihre Seite, ,/heute abend wollen wir nicht lesen", sagte er. Seine Stimme war leise, und es schwang ein Unterton unendlicher Traurigkeit darin. Er teilt« ihr mit, daß er nun genug Bildung hätte. Drüben in der Geisterwelt hatte er nun Verkehr mit den allerersten Kreisen. Jeder fühlende Mensch wird begreifen, wie der Frau zumute war. Er war ganz einfach nur gekommen, um Lebewohl zu sagen; und cs tvar ein trauriger Abschied. Sie hätten, erzählt di« Frau, an j«««tn Abend mehrer« Stunden beisammen gesessen, und der Geist hätte ihre Hand ergriffen. Sie meinte zu spüren, dah er sie gern geküßt hätte; aber da ihr Verhältnis auf der Ebene »er geistigen Bildung begonnen hatte, so meint« er wohl, er mühte es da belassen. Ich entnahm aus ihren Worten, dah die Frau sich darüber ein bißchen geärgert hat. Sie vertraute mir an, dah sein« Auffassung nach ihrer Meinung«in großer Irrtum war, aber waL sollte si« tun? Der Mann war ja weiter nichts als ein gebildetes Gespenst. Er war ihr nicht einmal so dankbar, wie er es nach ihrer Ueberzeugung hätte sein sollen. Jedenfalls scheint es, als hätte er sein« ganze Dankbarkeit den Herr«« Dreiser, Frank, Johoe und so lveiter gewidmet. Bon ihnen, sagte sie, hätte er den ganzen Abend geredet. Ihre Iiamen und die Kenntnis ihrer Bücher hätte ihn, sagte er, drüben in der Geisterlvelt Zutritt zu den besten und unzugänglichsten Kreisen- verschafft. Man braucht nur die Namen ein paar Moderner zu nennen und sich mit ihren Werken vertraut zu zeigen, dann komnrt man überall hinein, sagt er. Aber, so fügte er hinzu, da er nun mit d«n Wichtigsten der Modernen Bescheid wüßte, so wäre es wohl bester, er käm« künftig nicht mehr zum Unterricht; denn er müßte befürchten, dah er nachher in der Geifterwelt in derselben Lage wäre, wie z« der Zeit, da er noch keine Bildung hatte. Nachdem er di«s gesagt hatte, ver schwand der Geist. Da sah nun die Frau in der Frühlingsnacht; und si« hatte res Geistes Hand in der ihr«n gehalten. Sie hatte sogar, fürchte ich,«in bihchen zu drücken versucht. Vielleicht halt« sie dadurch sein empfindliches Gefühl verletzt. Einen Augenblick sah«r noch oa, aus feinen Augen leuchtete die früher nicht vorhandene gebildete Geistigkeit, und seine kalt« Gespensterhand lag in ihren, und dann, als sie dies« Hand auch nur ein verschwindend kleines bißchen zu drücken verflicht«, war er weg. Da sähe man einmal wieder, sagte die Lehrerin, lvas für die Frauen dabei herauskommt, wenn si« sich bemühen, irgend etwas für die Männer zu tun. „Man versitcht, ihre geistige Persönlichkeit zu heben und sie ein wenig besser zu machen, als sie sind— und dann lassen sie einen sitzen," sagte sie.. (Aus dem Amerikanischen. Uebcrtragcn von v» v»» V Karl L«rbs.) rrw TVVTTTTTTTTTtVVT W Wirbelstürme, wie sie entstehen und wirken. Bon Dr. Richard Beck. Der Begriff eine» barometrischen Hochoder Tiefdruckgebietes ist jedermann geläufig geworden, seitdem die Zeitungen und Rund- junlstationen regelmäßige Wetterberichte bringen. Ein Hoch ist das Zentrum des höchsten, «in Ties das Zentrum des tiefsten Luftdrucks. Wenn im Bereich eines solchen Tiefs«in geringerer Luftdruck herrscht als in der weiteren Umgebung, dann hat die Atmosphäre das Bestreben, diesen Unterschied auszugleichen. Es bilden sich Luftströmungen(Winde), di« sich von den Gebieten mit höherem Luftdruck nach dem Zentrum des Tiefdruckgebietes beivegen. Man spricht davon, daß ein„Tief" ausgefüllt wird, während ein„Hoch" verflacht. Di«. Luftströmungen leisten demnach die Arbeit eines Erdarbeiters, der eine Hügellandschaft„nivelliert", das heißt ausgleicht und in eine Ebene verwandelt. Nun herrschen aber auch in den Hochdruckgebieten konstant« Luftströmungen, di« zum Teil durch di« Rotation der Erde hervorgerufen werden. Di« Folge ist, daß die Luftströmungen, di« sich zum Zentrum des„Tiefs" hin bewegen, ein« Ablenkung erfahren. Sie sind nicht genau auf den Mittelpunkt des Tiefs gerichtet, sondern gehen seitlich daran vorbei. Es entsteht ein« kreisende Bewegung rund um den Kern des „Tiefs" herum. Wir können demnach im tveitesten Sinn« des Wortes bei jeder„Ausfüllung eines„Tiefs" von«inem Wirbelwind reden. Da der Kreis, den di« Winde beschreiben,. in den meisten Fällen aber einen Durchmesser von vielen tausend Kilometern hat, machen die Winde den Eindruck einer geradlinigen Luftströmung. Wenn die Druckunterschiede jedoch sehr groß sind, erreicht die Windbewegung eine hoh« Geschwindigkeit. Di« furchtbaren mauritianischen Wirbelstürme des indischen Ozeans zum Beispiel haben einen Durchmesser von 6000 Kilometern und dennoch eine verheerend« Wirkung. Das gleiche gilt von den Taifunen des chinesischen Meeres, die«inen Durchmesser von durchschnittlich 2000 Kilometern ausweisen. In sichtbar« Erscheinung tritt der Wirbelsturm aber erst dann, wenn sein Durchmester sich verringert. Das ist bei den Tornados Nord- und Mittelamerikas der Fall, deren Durchmesser zwischen 500 und 50 Metern schwankt. In diesen Fällen entsteht im Zentrum des „Tiefs" ein Luftschlauch mit geringem Druck, um den sich di« Wind« mit einer Geschwindigkeit von 150 Metern in d«r Sekunde drehen. Im Schlauch aber selbst wirken saugend« Kräfte, di« alles mit sich«mporreißrn. Das Zentrum des Sturmes wandert nun selbst mit einer Schnelligkeit von 50 bis 100 Stundenkilometern. Es ist klar, daß dies« Stürm« auf ihren Wegen entsetzliche Verheerungen anrichten müssen. Der Durchmester eines Wirbelsturms kann sich bis auf wenige Meter verringern. Der Schlauch tritt immer sichtbarer in Erscheinung, lieber der Wüst« als Sand-Trombe, über dem Wasser als Wasserhose. Sein« Gewalt verringert sich wieder, das heißt, der Bereich seiner furchtbaren Wirksamkeit ist verhältnismäßig klein. Er wird aber dort, wo er wütet, keinen Stein auf dem anderen lassen und besonders Bau- lverk« von Menschenhand werden auch dem Zentrum eines„kleinen" Wirbelsturms niemals widerstehen können. Himmel und Wett. Bon Prof. Dr. Oswald Thomas. Ein mittleres Frrnrichr schon läßt erkennen, daß di« Obersläch« der Sonne«in« besondere Struktur ausweist. Man hat ihr Aussehen mit dem einer dicken R«issupp« verglichen oder mit Wridenblättern— und die Bezeichnung„Granulation", das heißt soviel wie Körnelung, ist bis auf den heutigen Tag geblieben. Freilich ist ein solches Korn so groß wie«ine irdisch« Provinz. Die Oberflächenzeichnung ändert sich fortwährend. Bisweilen finden wir klein« dunkle „Löcher" in der Hellen Glut. Mann nennt sie Poren, und sind si« größer, spricht man bon Sonnenflecken. Di««rreichen bisweilen solche Größen, daß man sie selbst ohne Fernrohr durch ein angerauchtes Glas hindurch sehen kann, oder wenn die Sonn« gerade untergeht, und der Dunst des Horizonts das Rauchglas ersetzt. Verfolgen wir di« Einzelheiten auf der Sonnenscheib« Tag für Tag, so weit neidische irdische Wolken es uns nicht mißgönnen, daun finden wir, daß di« Fleck«, meistens in Gruppen geordnet, sich langsam verschieben. Erscheint«in Fleck heute am linken Sonnenrad, dann verschwindet er«twa nach zwei Wochen am rechten Rand der Scheib«, um sich dann, wenn«r sich nicht inzwischen ausgelöst hat, wieder am Ostrand zu zeigen. Aus der Beobachtung der Fleck« - 3- können wir auf di« Drehung der Sonne um ihre Achs« schließen. Außer dieser Bewegung fällt jeden Beobachter die große Veränderung in der Gestalt der Fleck« aus. Gewöhnlich ist der Kern dunkel und wird von einem Hof der Penumbra, umgeben. Di« Flecken find Wirbel, unvorstellbar heftige Tornados, die ungeheuer« Mafien transportieren und mit magnetischen Feldern ausgestaltet sind, die selbst auf jene Streck« von hundertfünfzig Millionen Kilometern bis zur Erde ihre deutlich« Wirkung üben. * Diese Leseprobe ist mit Erlaubnis des Berlages, dem Bueye Prof. Dr. Oswald Thomas:„Himmel und Welt", Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.«ntnom- men. Professor Thomas, wenn wir nicht irren, früher Leiter der Sternwarte in Wien, legt hier«in Werk vor, daß in keiner Bibliothek fehlen sollt«. Es stützt fich auf die neuesten astronomischen Forschungen und Entdeckungen und enthält reichsten Wissensstoff in übersichtlich gegliederter anschaulich dargestellter Weise. Di« zehn Kapitel behandeln:„Das Firmament und sein« Feuerschrist",„Die Sonne und di« Himmelfahrt der runden Erde",„Eine Mondscheinparti«",„Das Reich der Planeten",„Sind ander« Gestirn« bewohnt?",„Kometen und Sternschnuppen",„Das Wunder der Milchstraße",„Sternentwicklnng und Weltenbau", „Die Geburt der Erde" und„Wo hört di« Erde auf?" Wie hoch di« Fachwelt und Laien das Werk einschätzen, ist wohl am besten daraus zu ersehen, daß es schon kurz nach seinem Erscheinen ins Englische übersetzt wurde und überall freudig« Aufnahme gefunden hat. «TTTTTTVTTTTTTVVV TrTVVrTTTVVrVT TT VTTVTTVV1 Zeh höre die Aköye marschieren. Bon Reel Dost: Wir bewohnten in einem ichmutzstarrendcn Sackgäßchen Amsterdams«in einziges Zimmer. Ni« drang ein Sonnenstrahl hierher. Und war im Winter di« feucht« Kält« eisig, vernicht«»« «ns Sommers di« feucht« Hitze vollends. Es gab nur einen Bretterverschlag„in Stockwerken", wie auf den Fischerbarken. Bloß war er mit Schiebetüren versehen— man steckte darin wie in einem Schrank«. Die Eltern schliefen im unteren Abteil; einig« der Kinder im oberen, die übrigens auf einem über dem Erdboden gebreiteten Strohjack. Der Geruch von Paters Pfeife, die Ausdünstung von zehn armen Menschen machten einem das Atmen schwer. In einer Nacht, es war schrecklich heiß, lag ich mit dreien meiner Geschwister im oberen Bett. Sie schliefen; ich konnte nicht; drehte und wendet« mich erregt auf meinem Lager. Wir ruhten auf groben, mit Haserstreu gefüllten Leinwandsäcken. Die Leinwand juckte mich, verbrannt« mir die Haut. Die Flöhe quälten mich. Ich erstickt« fast. In den Ohren sauste es mir so stark, daß ich Halluzinationen bekam. Leis« rief ich meine Mutter und sagte ihr, ich könnte nicht schlafen, weil ich di« Flöhe marschieren höre. — Flöhe marschieren? Wie kindisch du bist! Und deshalb weckst du mich? Jetzt wirst du still jein, verstanden? Ich bin todmüde und will schlafen. Ich schwieg, hört« aber nicht auf, mich unruhig hrrumzuwälzen. Schließlich hielt ich's nicht mehr aus, glitt, mich am Strick anhaltend, zu Boden, kleidete mich an und schlich hinaus. Es vermochte vier Uhr morgens sein. Aus der Straße befanden sich nur die„Wecker" (Leute, die um fünf„Cents" wöchentlich di« Arbeiter weckten und dabei«inen Lärm vollführten, der die ganz« Nachbarschaft störte). Außer ihnen, niemand Alle Geschäft« des Niuwendyk geschlossen. Ueberall Ruhe. Herrlich! Ich ging dem hohen Tamm zu, der sich in den Fluß N hinaus erstreckt. Das war mein Lieblingsspaziergang. Ost schwänzte ich di« Schul« und lief mit meiner kleinen Schwester Naatj« her. Bon beiden Seiten plätscher'« dir Flut an di« Böschung. Hier fanden wir oft Muscheln. Etwas weiter dehnt« sich eine Oase von Bäumen und blumigem Rasen aus. Als ich auf dem Damm anlangt«, löst« die frische Seeluft, der Morgenwind, ein« solche Spannung in. mir aus, daß ich jubelnd mit vollen Zügen die Luft einatmet«: ich hob di« Arm« hoch, in- dem ich die Finger ausspreizt«, um inniger den Windhauch auf meiner gereizten Haut zu empfinden. So verblieb ich lang«, berauscht« »ich. Dann setzte ich meinen Spaziergang fort und suchte Blumen. Unter den Bäumen entdeckt« ich überall Löwenzahn und geschlossen« Gänseblüinchen. Roch nie vorher halt« ich nachts Blumen geseheu, kannte das Wunder gar nicht. Ich war so erstaunt, daß ich, wie aus einem Mißtrauen heraus, keine Blum« pflückt«. Dann fetzte ich mich auf«in« Bank. Auf einem Bauplatz in der Nähe wurde gearbeitet. Einer der Arbeiter trat auf mich zu, ließ sich neben mir nieder und sagt«: — Ah! Das große Mädel, das schon aus ist. Wo gehst du denn hin? Ich erwidert«, daß ich daheim nicht hat:« schlafen können und deshalb ausgegangrn sei. Doch hütet« ich^nich, ihm von den Flöhen zu erzählen. Dann fragt« ich ihn, weshalb Löwenzahn und Gänseblümchen geschlossen seien. — Du lieber Gott! So ein Engelchen! Sie schlaf«», di« Blümchen, sie schlafen. Mit diesen Worten hob er mich hoch and setzt« mich rittlings auf seine Knie. Kaum saß ich da, als mich jemand Plötzlich packte, und ins Gras warf. Ich hörte: — Ekelhafter Sodomit*! Warst schon mal im Gefängnis, weil du dich an kleinen Mädchen vergangen hast. Kaum bist du draußen, sängst du wi«d«r an! Und du— was machst du um dies« Zeit draußen? Schau, daß du fortkommst! Ich ließ es mir nicht zweimal sagen. Sprang davon und langt« atemlos daheim an, wo ich wie rin Wirbelwind ins Zimmer stürmt«. Mutter fuhr aus dem Schlafe empor: — Was gibt's? rief sie. Ich hatte große Angst, ohn« mir klar zu sein, welcher Gefahr ich entronnen. Deshalb berichtete ich nicht das Erlebte, sagt« nur: — Mutt«r, weißt du, warum Löwenzahn und Gänseblümchen nachts geschlossen find? Sie schlafen— wie wir! —. Was? Was schtvatzt du da? Warst du aus? — Ja, ich bin auf den Hohen Damm gegangen, um ein wenig frisch« Luft zu schöpfen und Blumen zu suchen. Aber sie schlafen. — Dieser Kindskopf! Bald hört sie di« Flöhe marschieren— jetzt schlafen die Gänseblümchen gar! Und mit all, dem dummen Zeug weckst du mich fortwährend auf und ich bin so abgehetzt! Steig in dein Bett und schlaf. Ich dachte nicht daran und als meine arm« Kutter von neuem rindöste, schlich ich leis« ins Gäßchen hinaus und begann auf dem Brunnenstein mit Knöchelchen zu spielen. Berechtigt« Verdeutschung von Anna Nußbaum. *) In Holland gebraucht das Volk das Wort^Sodomit" als Ausdruck d«r Verachtung im allgemeinen ohn« begrenzt« Bedeutung. Zirkus. Von Paul Eipper. Was braucht wohl täglich«in Zirkus vom Range der Hagenbecks, Straßburger, Sarrasani und Kron«? Man rechnet etwa: 30 Zentner Heu, 28 Zentner Stroh, je 15 Zentner Hafer und Klei«, 30 Zentner Rüben, 4 Zentner Pferdefleisch, 10 Kilo Ochsenfleisch, 20 Liter Milch, 4 Kilo Zucker, 80 große Brote; von den Mengen Obst, Fisch«», Haferflocken, Reis und Keksen ganz zu schweig«». 200 Liter Benzin schlucken täglich die Autos, 50 Zentner Kohlen werden für die Lichtmaschinen verheizt, und Krone braucht in jeder Stadt 220 Zentner Sägemehl für sein« Manegen. Dazu di« „Kleinigkeiten": Verbandstoffe, Medikament«, Schwefelblütezusatz und Kalk für die jungen Tiere, Bananen und Zwieback für die Affen. Zwei Ameisenbären frefien Tag um Tag drei Kilo gehacktes Fleisch mit acht Eiern und drei Drosen Kondenzmilch; die Eisbären erhalt» 50 Liter Lebertran, di« Robben, Seelöwen und Walroffe 3 bis 4 Zentner Fische. Di« täglichen Spesen sind zwischen sieben- bis achttausend Mark, das macht bei WO Spieltagen eineinhalb Millionen und ebensoviel. beträgt wcchl der Anschaffungspreis für Material und Tier«. Wieviele Menschen finden in einem Zirkus ihre Existenz? Im Jahr« 1026 gehört«» zum Zirkus Karl Kron« 2 Geschäftsführer, LPrrssechefs, 3 Buchhaltungs-, Versicherungs-- und Steuerfachleut«, 1 zoologisch-wissenschaftlicher Leiter, 4 Sekretäre, 15 Kassierer, 1 Reklamechef mit 4 Kolonnenführern und 38 Mann, 2 Betriebsinspektoren, 1 Oberregifieur, 3 Regisseure, 3 Kapellmeister und 65 Musiker, 1 Zellmeister für das Chapiteau mit 110 Mann, 1 Stallzeltmeister mit 40 Mann, 1 Faffadenmeister mit 24 Mann, 1 Oberrequisiteur mit 36 Gehilfen, 1 Lichtmeister, 5 Elektriker, 5 Maschinisten, 10 Chauffeure, 2 Mechaniker, 4 Flugzeupiloten, Kontrolleure, Sattler, Zrltschneider, Garderobiers, Schmiede, Schlofier, Maler, Tischler, 24 Feuerwehrleute, 40 Verlader, 10 Sanitätsbeamte, Photographen, Filmleut«, Köche, Wäscherinnen, Kellner. Für Pferde, Exoten, Elefant«», Raubtiere, Reptilien, Wassertiere und für di« Seitenschau sind besonder« Inspektoren und Itaün«ist«r tätig; Veterinär« überwachen den Mischeinkauf; Futtermeister besorgen Heu, Rübe», Obst und Milch, lind dann kommt das Heer der Artisten und der Tiere, kommen Indianer, Lappländer, Chinesen, Neger und Japaner. Sarassani beschäftigt allein 500 Artisten aus 37 Rationen, hat 400 Tier« in seinen Stallungen. * Das Vorstehende ist einem soeben erschienenen neuen Buch« Paul Eippers („Zirkus, Tier«, Menschen, Wander- s e l i g k e i t", mit 47 photographischen Bildern von Hedda Walther, Verlag Dietrich Reimer, Berlin, Preis in Leinen Mark 9.) mit Erlaubnis des Berlages entnommen. Ein eigenartiges und einzigartiges Buch. Auch einer von der Zukunft der Zirkusleute hätte kein unterrichteteres und liebevolleres schreiben können. Paul Eipper ist unter dem„fahrenden Volke" zuhause wi« nur einer. Kindheitsein- drück« bestimmen sein« heiße Vorliebe, er wird wohl nicht, wie es sein Traum gewesen, selber Dompteur, aber dreißig Jahr« bleibt er Freund — 1— der Zirknsleure und in vielen Ländern Europas ist er oft wochenlang mit ihnen bei- sanimen gewesen, hat im Zelt geschlafen, im Artistenwagen und ist mit ihnen über di« Landstraßen von Stadt zu Stadt gezogen, immer als Gast aus Liebe zn den Tieren und aus Zuneigung zu den Artisten. In dem Buche berichtet er in zwanztg Kapiteln, di« eben so viele Tage umfassen, von einer dieser Reisen nach Schweden und staunend läßt er uns diese dem Bürger so fremde Welt schauen, macht uns mit den Künstlern, mit ihren Freuden. und Leiden bekannt und erzählt von den Geheimnissen der Tierdressur, alles in anregendster Darstellung. Meisterhaft sind di« dem Buche beigesügten Bilder von Helwa Walther^ Schlechte Zähne. Die Amerikaner haben schon immer der Zahnpflege besonders intensive Beachtung geschenkt. Ihr Sinn für Kövpcrhygiene und Schönheitspflege brachte sie dahin, dieses Teilgebiet der Heilkunde zu hoher Entwicklung zu bringen, so daß sie bis vor kurzem hierin auch uns Dentschen überlegen waren.' Eine ihrtr wichtigsten Entdeckungen liegt auf dem Grenzgebiet zwischen Zahnmedizin und allgemeiner Medizin. Sie bezeichnet di« Bildung von Eiterherden an der Wurzelspitze kranker und behandelter Zähn« oder in ihrer Nähe in den Kieferknochen. Solche Eiterherd« könne.» vorhanden sein, ohne di« geringsten Schnierzcn oder merkliches Uebelbesinden auS- zulösen, und können dennoch die Ursache schwerer Schädigungen der Gesundheit werden, da der klein« Eiterherd di« Blutbahn dauernd mit Bakterien und ihren Ausscheidungen verseucht. Wo sich«iu günstiger Ansatzpunkt findet, werden dann einzeln« Organe angegriffen. So hat man Gelenksrheumatismus, bestimmt« Fäll« von Nierenentzündung und Fäll« von chronischer Blutvergiftung auf Zahnjchäden zurückführen können. Anfänglich wollte di« deutsche Medizin di«se Entdeckung, di« erst, nach dem Krieg in Deutschland bekannt wurde, nicht gelten lassen. Doch seit«inigeu Jahr«rr hat man sich Von ihrer Richtigkeit überzeugen lassen, und mehrer« groß« Kliniken haben ihr« Untersuchungen und Behandlungen entsprechend eingerichtet. Da radikal« amerikanische Forderung nach Entfernung aller schwer defekten Zähn« kaum erfüllt werden kann und«ine unnötige Härt« bedeutet, die auch durch die Forschung nicht gerechtfertigt erscheint, so ist di« Hauptaufgabe vorläufig, alles zu tun. nm«inen Zahnzerfall, der bis zur WurzelbehaMung führt, zu verhüten. Henle rechn«! man damit, daß 80 bis 50 Prozent aller Zahnbehandlungen schwererkrankter Zähn« zum Gegenstand haben. Dir Patient fürchtet sich nicht tun vor den Kosten, sondern auch vor den Schmerzen der Behandlung und schiebt sie deshalb oft so weit als möglich hinaus. Rach der Kenntnis der Gefahren dieses Hinausschiebens, di« wir heut« haben, ist es dringend geboten, auch die ktem- sten Zahnlöch-r sofort plombieren zu lasten. Früher wußte man wohl, daß man größere Kosten nnd meist auch Schmerzen in Kauf nahm, wenn rnan den Gang znm Zahnarzt verschob; heut« muß man sich darüber Aar sein, daß dies« tieine Eharakterlostgkeit außerdem noch schwer« Krankheiten nach sich zieheu kann. Zu den vorb ugenden Hilfsmitteln, di« man gegen die Gefahr der Oralscpsis anzuwenden erwägt, gehört natürlich vor allem die verstärkt« Bekämpfung der Rhochitis, di« man als die Hanptursache für die schlecht« Gebißbeschas- fenheil der m«ist«n Europäer unserer Zeit an sieht. Ein Faktor ist auch die Schulzahnpflege. Es wird erwogen, diese Pflege auf di« Schüler der Fortbildungsschulen, also bis zum 18. Lebensjahr, auszudehnen. Für di« Krankenkassen wird di« Oralsepsis eine besondere Bedeutung gewinnen. Während sie sich bisher von der Zahnpflege etwas zurückhielten, müffen st« heut« di« Möglichkeit ins Auge fassen, daß am falschen Ort gespart wird. Es kann di« Zeit kommen, in der man di« vernachlässigt« Zahnerkrankung wegen ihrer Wirkung auf di« übrigen Organ« genau so als ein« Bolkskrankheit wie die Tuberkulose ansehen wird nnd aus sozialhygienischen Gründen bekämpfen muß. Wie kommt ein Hühnerei in ote Fiaschr. Wohl wenige von euch(sicher auch von Erwachsenen) wissen, daß Eierschale weich wie Gallert« wird, wenn man sie in ein« scharfe Säure legt. Darauf beruht unser Kunststück. Wir legen«in unbeschädigtes Hühnerei in ckn- Verdünnten Weinestig und lassen es längere Zeit darin liegen. Ab und zu prüfen wir, wie weit di« Erweichung fortgeschritten ist. Das Ei wird so weich, daß man ihm durch vorsichtigen Druck mit der Hand jede gewünscht« Form geben kann. Dann füllen wir«in« Flasche mit nicht zu engem Halse mit kaltem Wasser bis etwa zur Hälfte, formen das Ei zu einer runden Rudel und schieben es vorsichtig hinein. Im Wasser nimmt es bald wieder seine ursprüngliche Gestalt an. Das Hühnerei in der Flasch« kann man bei Gelegenheit als rätselhaftes Schauspiel vorzeigen, ohne natürlich sein« Borgeschicht« zu verraten. Angewandte Sprichworte. Der Musikant— pfeift auf dem letzten Loch«. Die Wäscherin— hat ausgernngen. Der Totengräber— sinkt in die Grub«. Der Schnitter— beißt in das Gras. Der Seiltänzer— macht einen Sprung ins Jenseits. Der Glöckner— hat ausgelitten. Dem Weber— schneiden di« Parzen den Lebensfaden ab. Der Türsteher— hat es überstanden. Was mancher nicht weiß. Kaninchen sehen mit ihren Augen gleichzeitig vorwärts und rückwärts. Das Hering«Weibchen legt etwa 30.000 Eier. Die Forelle 1000, der Stichling kaum 100 Eier. Der Hecht kommt wieder auf 100.000; der Karpfen bis zu einer Million. Di« Heuschrecke springt 30mal weiter als sie lang ist, die Springmaus kann daS löfachc, die Waldmaus das Sfache ihrer Körperlänge überspringen. Schwertfisch« schießen mit einer solchen Schnelligkeit durchs Master, daß sie«inen Mann, gegen den sie anrennen, zu durchbohren vermögen. Sie vermög«: ihr« Waffe, der zugespitzt« Oberkiefer, durch 35 Zentimeter dickes Eichenholz zu stoßen. v Renntiere, wie sie di« Lappen und Eskimos als Zugtier« benutzen, entwickeln in vollem Lause di« doppelte Geschwindigkeit eines gutgeschulten Rennpferdes. Wen« kleine Tiere sich den Fangarmen des Polypen nähern, werden sie von ihnen nicht gepackt, sondern durch«in« austretende Flüssigkeit gelähmt und dann verschluckt. Rur weiblich« Mücke« stechen; die männ- .lichen tanzen in Schwärmen. Der Sperling bewegt seine Flügel im Flug«-reizehnmal in der Sekund« auf und ab. Der erste Hjgarrttenladeu wurde i» London im Jahre 18Kl von zwei Türken«rössnet. Di« von ihnen gedrehten Zigaretten würden lose, ohne Schachtel», verkauft..Für einen Schilling bekam man sechzehn Stück. In Wien darf bei Geldstrafe in Bäckerläden nicht geraucht werden, ebensowenig in Wart«säl«n. —— AlNerlei.— Eine riskante Angelegenheit ist bei den Chinesen di« Rettung vom Tode des Ertrinkens, denn nach chinesischem Gesetz ist der Retter verpflichtet, den Gerettete» sein ganzes Leben lang zu erhalten. Jeder Körper ist am Pole schwerer als em Aequator; aus zwei Gründen. Einmal ist er infolge der Erdabplattung am Pole dem Erdmittelpunkte, dem scheinbaren Sitze der Anziehungskraft näher, und zweitens fehlt am Pole die von der Erdrotation herrührende Zentrifugalkraft, di« nach dem Aequator hin gleichmäßig zunimmt. Wäre die Erde genau eine Kugel und stände sie still, dann wär«-.in Körper tatsächlich an allen Stellen gleich schwere —-— Weitere*.— „Na, Männe, willst du nicht ansaugeu, das Huhn zu tranchieren? Du weißt doch, wie es gemacht wird; du haft es dir doch im Kochbuch genau angesehen?"—„Natürlich weiß ich, wie es gemacht wird, aber ich kann die punktierten Linien nicht siuden." ch* „Denken Sie, Frau Koschback: Bei uns kann man ganz deutlich hören, wie Müllers sich nebenan zanken und verprügeln. Komnien Sie doch Sonntag nachmittag mit Ihrem Kleinen zu uns, es wird Ihnen gewiß Spaß machen!" $ „Müller, zerlege den Satz: Georg heiratet Marie." „Georg ist ein Hauptwort, weil es ein Name ist. Heiratet ist«in Bindewort, weil es Georg mit Mari« verbindet. Mari« ist ein Verbum, weil«8-aS Hauptwort regiert." Mark Twam hatte einmal Streik mit einem Mormonen über di« Bielehe. Al- höchsten. Trumpf spielt« der Mann ans Galt Lake City schließlich di« Tatsache auS, daß nirgends in der Bibel-die Vielweiberei»erboten sei. „Doch", erwiderte Mark Twain.„Es steh: ausdrücklich geschrieben: Niemand kann zwenr Herren dienen..." • t In einem Londoner Restaurant frei ein Ipeiseaufzug voller Geschirr mit fürchterlichem Krach vom fünften Stock herunter. Mehrere Paar« standen auf, um zu tanzen, weil sie glaubten, di« Jazzband habe angefanycn zu spielen. „Mensch, bloß nicht jo vertattert!" rügt« der Registeur am Schauspiel«!, der di« Braut zur Kirche führen soll.„Ein wenig fröhlicher im Ausdruck: Es ist doch kein« wirkliche Hochzeit!« Gastwirtschaft. „Wie, ich als alter Stammgast bekomm« heut« nur ei« Stück Fleisch, wo Sie mir sonst immer zwei Stücke bringen?!" „Verzeihen Sie, Herr Huber, die Köchin hat gewiß vergesien, es durchzu sch neiden."