Str. 47. UnterOalttmo^BeMaoe. 1930» Zweierlei Erinnerungen. Er hatte mit einer Kleinigkeit, mit einer Belanglosigkeit augefange». Mer wie das so ist— ein Wort gab das andere, und je mehr Erich sich in seine besinnungslos« rotglühende Wut hineinredele, hmeinschrie, desto ruhiger— wenigstens äußerlich, wurde Eüa. Rur die Blässe ihres schmal« Gesichtchens, nur die immer wi«derkehr«de» Blutwellen, die für Augenblicke ihr« Wan- gen röteten, hätten einem ausmerksamen Beobachter verraten können, welcher Art die Gefühle waren, die ihr Inneres bewegten. Aber woher hätte Erich die Ruhe zu solchen Beobachtungen nehme» soll«? Ihre Ruhe— wenn es auch nur eine scheinbare war— erbittert« ihn, ihr« kühl« Wort«, ihre vorwurfsvollen Augen nahmen ihm den letzten Rest von Fällung. Seine Stimme überschlug sich deshalb beinahe, als er endlich seine» letzte» Trumpf hinausheulte. „WaS!— Du wagst, mir Vorwürfe z» machen, mir zu widersprechen? Du Dirne Du— Du Diäbiu!"— „Halt", jagt da Ella sehr leise, aber mit so schneidender Stimme, mit so unsäglicher Verachtung, daß Erich betroffen schwieg.„Dies Wort soll Dir nicht geschenkt werden— ich glaube, es ist Zeit, Dich an vergangene Dinge zu erinnern!" „Worauf willst du hinaus?" brummt« der Mann störrisch. Aber er wagte nicht, ihr den Mund zu verbieten— irgendetwas im Tone ihrer Stimme macht« ihn schwach. „Ich", sagt« die Frau, und es war wie ein Flüster«—«s war peinigend, weil sie standhaft das Gesicht dein Fenster zukehrte und dem Mann« nicht einen Blick, nicht einen einzigen, flüchtigen Blick gönnte— „ich habe in letzter Zeit, i« den letzten Monat«— es find schon Monate vergangen, seit wir zum erste» Mal« erfahren haben, wie wenig wir uns eigentlich verstehen, nicht wahr?...ja, also all diese langen Wochen habe ich daran denk« müssen, wie wir«ns eins« kennen gelernt häben." „Ich finde. Du» hast wenig Veranlassung, so intensiv an das Emst zu denk«", sagt« der Mann und«in hämisches Grtnzen verzerrte sei« Antlitz zu einer häßlichen Grimasse. „Ich habe sehr viel Grund es zu tun Bon auftutf Brauer. — und ich habe keine Beranlassung, Erinnerungen gn scheuen", meint« die Fra«. „So.." Des Mannes Stimm« triefte von Bosheit und Neugier. „Ja... wirklich. Nicht wahr: Du erinnerst Dich doch? In einem Speisehaus, wo ich in mein« knappen Mittagspausen mein Este» Herunterzuwurgen pflegte, sah« Wir uns zum erste» Male. Es war ein einfache-, ja, ei» sehr einfache- SpeisehauS. Ich hatte nicht viel Geld, deshalb ging ich hin— Du hattest vielleicht mehr Geld— «S mögen andere Gründe gewesen sei», die Dich antrieben, dort zu essen. Ei» paarmal führte uns der Zufall au denselben Tisch zusammen— dann war es schon nicht der Zufall mehr, sondern Auge Berechnungen. War es nicht so?" „ES war so", gab der Mann zu.„Aber was soll das?" „Du wirst hör«, mein Lieber. Ein bißchen Geduld und Du wirst alles hören. Du hattest Interesse an mir, mH wahr? Du sandest mich schön, ich war Dir sympathisch—"Du— na es ist ja gleich, wie wir es nennen. Jedenfalls— Du suchtest meine Gesellschaft..." „Und Du— suchtest Du etwa meine Gesellschaft nicht? War ich Dir so vollkommen gleichMltig?" „Ich— nein, Du warst mir nicht gleichgültig. Ich stand mutterseelenallein in der Welt, ohne Elter«, ohne Freundin, ohne irgendwen. Du kamst zu einer glück- lichen Stunde, als ich traurig war und unter der Last meines Alleinseins beinahe zusammenbrach. Du warst zu mir— so gut, wie Du es später nie, nie mehr gewesen bist. Du schienst mich zu verstehen. Du »ahmst eine unbeschreibbare, aber sehr, sehr fühlbare Last von meinen Schullern." „War es also nicht eine glückliche Zeit?" sagte Erich, nun schon mit weicherer Stimme. „Ja, e? war eine glückliche Zeit. Eine, von der ich dachte, ich würde sie nie vergessen, und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte. Ich werde sie nie vergessen und da ist das Traurige und Schlimme dabei!" „Traurig? Schlimm?" „Traurig— ja. Und so schlimm! Trotzdem es fchö» war, damals in den lau« Frühlingsabcndm gemeinsam durch di« dämmernd«, still« Straßen zu gehe«. Seite an Seite aus einer Bank im Park zu fitzen..." Ella wandte dem Mann« jetzt ihr Antlitz zu und er sah, wie schön es war. Und er zitterte, da er es sah. „Ein null", fuhr Ella fort,„an einem solchen Ab«d erzähltest Du mir, daß Du «in Mädchm liebtest. Du nanntest es Dora — und Du sahst nicht, wie ich lächelte, al- ich den Ramen hörte. Den» es war schon sehr dunkel. Und dann sagtest Du, Du könntest nicht wagen, sie zu bitten, Dein Weib zu werden.„Warum nicht?" ftagte ich. Da offenbartest Du mir Deine Vergangenheit, daß Du gestohlen hattest, einmal, vor vielen, vielen Jahren. Ausgerückt seist aus der alten Heimat, hierher, nach Amerika. Daß Du mit dem geraubten Geld Dir hier eine Existenz gegründet hättest. „Alles", so war« Deine Worte damals, ,/was ich genommen habe, habe ich inzwischen zurückerstattet, auf Heller und Pfennig, mit Zins und Zinseszinsen. Aber es wäscht den Makel, der auf meinem Leben ruht, nicht ab— ich bin ein Gezeichneter." Erik nickt« nur, seine Siir» furchte sich grüblerisch. „Wie armselig muß diese Dora sein", sagte ich damals, ,Haß Sie nicht wagen, ihr das zu sagen." „Sie verstehen mich nicht", erwidertest Du ganz eifrig,„d«km Sie doch— gesetzt den Fall, Dora erwidere meine Liebe— wenn wir uns heiraten würden! Kaum ei» Tag wücke vergehen, an dem sie sich nicht des Opfers, das sie mir gebracht bat, erinnerte. Ich würde Verachtung in ihrem Lächeln, Mitleid in jeder zärtlichen und liebevollen Gebärde sehen. Es würde mich verrückt machen, immer würde diese unselige Vergangenheit zwischen uns stehen wie«in dunkler, drohender Schatten." Die Frau schwieg und während einiger Sekunden hörte man das gleichmäßige Ticken der Wanduhr. „Da ließ ich das Visier fallen", fuhr die Frau fort,„;,ch sagt« Dir, daß ich wüßte, wer diese Dora sei, daß ich alles vo» ihr wüßte. Ich sagte Dir, daß Du nicht erwart« dürftest, ein Mädchen, daS Du in — s— einem immerhin zweifelhaften Speifehaus kenncngelcrnt hast, fei ein unschuldiger, reiner Engel, ein Stern- oder so etwas Achnlichrs. Ich sagte, daß diese Mädchen — ob sie nun Dora heiße oder Ella oder sonst irgendwie— nach meiner Kenntnis ein« sehr bewegte Vergangenheit gehabt habe. Daß sie m irgendeinem Vorortkabarett oder Tinge!.angel aufgetreten fei, sich mit vielen Männern abgegeben habe, viele Nächte sich in verrufenen Kneipen umbergetrieben habe— jetzt aber fest entschlossen sei, seit vielen Wochen schon,«in anderes Leben anzu.angen. Du küßtest mich und weintest. Uno Du sagtest, Du hättest mich vom ersten Augenblick an geliebt,- und Du wolltest meine Vergangenheit aus- löschen und Deine eigene. Wir würden ein neues Leben beginnen." „Ja... ich... ich... glaube. Und? „Dir haft meine Vergangenheit nicht vergessen, Erich. Du hast sie nie vergessen. -— Deine Worte vorhin beweisen, was ich immer schon fühlte und fürchtete, in den letzten Monaten. Darum— und weil ich mich so sehr, so furchtbar getäuscht habe in Dir— darum mutz ich es jetzt sagen: ich habe keine Vergangenheit, die zu vergesien nötig wäre!" „Was soll das heißen?" flüsterte der Mann mit röchelnder Stimme. „Es soll heißen: ich habe mich nie brrunrgctriebcri, nie mich mit anderen Männern abgegeben,— ich habe mir das alles ausgedacht, weil ich-Dich liebte— weil ich Deinen Stolz schonen wollte.", ;„Ella", schrie Erich mit heiserer Stimm«, und icrne Knie zitterten, als er auf sie zustürzte.„Kannst Du mir ver- zriyen?" Aber die Frau stand schon an der Tür. „Verzeihen?" entgegnete sie und ihr Gesicht war dunkel vor Trauer.„Verzeihen vielleicht, ja..., aber—«rrttäuschte Liebe wird durch meine Verzeihung nicht zu neuem Leben erweckt." Seine Taschen. Bon Anselma Heine. Anselma Heine, Erzählerin und Essayistin, ist 7bjährig gestorben. Die folgend« liebenswürdige Betrachtung ist typisch für die feine und künstlerische Art der Dichterin. Es gibt eine einzige Eigenschaft, um die W) den Mann beneid«. Das sind seine Taschen. Alle sein« Ueberlegenhciten, die wir bewundern, alle unser« Mängel, di« man uns vorwirst, rühren von dem Umstand her, daß der Mann Taschen hat, wir aber kein«. Ich werde, das beweisen. Man nennt uns flatterhaft, vergeßlich, hiissbedürftig, langsam von Entschluß, furchtsam, sklavisch, kokett, kleinlich, beschränkt, egoistisch. Wenn wirklich der Mann alles das nicht ist, so verdankt er das einzig und allein seinen Taschen. Denn warum sollte er flatterhaft und vergeßlich sein, wenn er doch dicke Notizbücher bei sich tragen kann, di« ihn «rinnern? Dazu einen Bleistift, mit dem er sich alle Rendezvous, Verabredungen, Versprechungen und Vorsätze sofort aujzeichnen kann? Unser Knoten im Taschentuch bat längst nicht dieselbe Wirkung. Und wie kann er hiissbedürftig fein, wenn er alle möglichen Gerätschaften wie Mester, Bindfaden, Uhr, Pfropfenzieher, Streichhölzer, elektrisch« Lampe, Reserveklemmer bei sich haben kann? Ist das da nicht selbstverständlich, da er, anstatt«goistisch zu sein, sich mit diesen Hilfsmitteln auch anderen gefällig macht, ihnen bei« springt, wenn sie in Verlegenheit sind? Wie sollte er nicht rasch von Entschluß sein, wenn er Hausschlüssel, Brieftasche mit Geld, Briefmarken, Füllfederhalter bei sich führt, um etwa seine Angehörigen zu benachrichtigen, daß er «ine plötzliche Reise unternehmen will? Furcht? Kann«r nicht einen Revolver bei sich tragen? Außerdem all sein« Ausweise und Zeugnisse? Sklavisch? Ist er nicht immer Herr der Situation? Hat er nicht sozusagen di« Men- schrn in der j Tasche? Lügen? Wozu all die Unbequemlichkeit? Mit seinen wohlgefüllten Taschen darf er«8 sich erlauben, di« Wahrheit zu sagen und sie durch allerlei Zeugnisse, di« er bei sich trägt, zu erhärten. Auch die Koket-. teri« ist ihm unnötig. Er hat gediegenere Eroberungsmittel. Kann er nicht Konfekt bei sich tragen, und ihr anbieten, oder seine Gedichte herausziehen und ihr vorlesen? Oder ihr mit Stecknadeln beispringen, wenn sie sich beim Einsteigcn in die Elektrische den Rocksaum zerrissen hat? Mr rin Spiegelchen anbieten und Puderbüchschen? Sie aber, die Arm«, kämpft indessen mit Paket, Muff, Handtäschchen, Regenschirm, Briefen, die sie in den Postkasten zu stecken hat, und dem Geldschein, der ihr im Handschuh! steckt, weil sie, beladen wie sie ist, nicht an ihr I Grellrote Buchstaben schrien es den ehrsamen Bürgern zu, di« mit ihren Frauen dähinstzazierten, brannten es in dir Augen der Soldtaen, dir ihr Ladenmädchen ins Kaffee- haus führten, und lockten die Kinder an, die mit offenem Munde die roten schreienden Zeichen buchstabierten. Der„König des Todes" stand mitten unter ihnAr vor dem weißen Zettel mit den roten Buchstaben. Er trug einen modischen Sonrmer- aüzug, seine braunen Halbschuhe ließen ein paar zartfarbene seidene Strümpfe sehen, und ein Strohhut saß schief über einem gebräunten, harten Gesicht. Ein« junge Daine neben ihm, das sah er, starrte unverwandt auf das Plakat. Ihre braunen Augen standen weit offen und hatten einen bläulichen Glanz. Im Vorbeigehen fühlte er, als ein leiser. Parfümhauch sekundenlang uin ihn schwebte. Ganz planlos und doch nicht ohne«in gewisses Gefühl der Spannung schlenderte er hinterher. Sie blieb vor den Schaufenstern eines Goldwarengeschästes stehen. Bilson trat an ihre Seite. Dann lachte er, um sich bemerkbar zu machen, kurz und trocken auf. Di« Dame sah ihn an— nicht ohne«ine gewisse Spannung in ihren Zügen. Da sprach er st« an, nur um etwas zu sagen, richtete er die Frage an sie: „Finden Sie den schmalen Reifen dort mit dem Opal in der Mitte schön?" Fast hätte er„entzückend" gejagt. Sie antwortete mit ruhiger Kühl«: „Der Opal wechselt seine Farben in jedem Augenblicke und bei jedem Licht«. Das macht ihn mir schätzenswert." „Sie schwärmen nicht für einen ruhigen, gleichmäßlgen Glanz?" „Nein". So lernten sie sich kennen und kamen ins Plaudern. Kurz darauf saßen sie in einem kleinen kühlen Kaffeehaus. Draußen lastet« schwüle Glut auf der Straße. Bilson sagte:„Sie standen lange Zeit vor Portenwnnaie heran kann. Er natürlich braucht keinen Muff, er steckt di« Hände in Feine Taschen. Kein Paket. Er birgt Einkäufe im Ueberzieher. Immer hat er für sich und ander« di« Hände frei, braucht weder ungeschickt noch schüchtern dastehen, nicht kleinlich, hat Muße, freien, weiten Blick, der nicht für tansend kunstvoll angebrachte Anhängsel zu sorgen hat. Er kennt die Welt wie seine Taschen, deren berichigende Vollständigkeit, ihm erlaubt, sich von d«n Kleinlichkeiten des Lebens abzuwenden und mit den großen Fragen zu beschäftigen: so daß er nicht beschränkt genannt zu werden braucht. Ihm gehört di« Welt. Und das alles verdankt er— seinen Taschen. Erst« Nachschrift: Ich gebe dieses Manuskript meinem Manne mit, der es auf die Post tragen soll, tveil ich fürchte, es unterwegs aus meinem Perlenhandtäschchen zu verlieren. Es springt immer auf. Zweit« Nachschrift: Das Manustript ist in der Tasche meines Mannes mehrere Tage ,Joste restante"" ge- blicben. Es ist auch ganz zerknittert. Ich weiß nicht, ob ich es noch abschicken soll? Ich habe Zweifel bekommen an der einzigen beneidenswerten Eigenschaft des ManneS. dem Zirkusplakat. Werden Sie die Vorstellung besuchen?" „Ja, ich liebe Nervenkitzel." „Dann werden Sie auch mich sehen in meinem Tcwesfprung!" Sie war keineswegs überrascht und sagte nur: „Ist das eine gefährliche Sacke?" „Man braucht nur", erwidert« Bilson langsam lächelnd,„wenige Zentimeter stitwärts abzuspringen; dann bleibt nickt mehr viel von «inrm übrig." „Oh wie interessant!" — Am?lib«nd stand Bilson auf seinem Sprungbretts Höch oben in der Zirkuskuppel. Die Menschen unten«rftarrten zu einer einförmigen kleMigcn Masse, in der die Gesichter wie weiße Flecken standen. Vor ihm gähnt« die aüfgebogen« Leere und weit unten war die gepolsterte Rutschbahn, di« ihn nach dem Sprung« aufnabm.. In einer der Logen unter ihm, das fühlt« er, saß sie.'Er wußte genau, daß sie zu ibm emporstarrte. Er glaubte den bläulichen Glanz ihrer Augen nahe zu sehen, und noch etwas sah er. fast schemenhaft: zwei kleine nervös« Falten, di« um die Mundwinkel spielten. Ja, diese Falten hatte er doch heute mittag auch gesehen, als sie ihn f.agte, ob sein Sprung gefährlich sei. Da setzte die Musik aus... das Rauschen und Plaudern dort unten hielt jäh an. Bilson breitete lne Arm«, stieß einen sckril- len Schrei aus. den er den Siouxindianern Barnums abgelauscht hatte. Atemzüge lang beulte und brauste die Luft in seinen Ohren ...«in Stoß.,.- die federnde Polsterung der Schleife umarmte ihn...-dann noch einmal ein Wirbeln im Salto, und er landete auf dem roten Teppick. Sie trampelten uud schrien Beifall... Bilson verbeugte sich In die Garderobe wurde ihm eine Karte geschickt:„Ich erwart« Sie nach der Vorstellung vor dem Zirkus. Ruth." Als er aus dem scharfen Siallgeruch in KSnis de» Todes. Von HanS Lerch. .„Henri Bilson, der König des Todes!" mehr ihr den Weg. und in r t v v vi Be» tchSftigungen, Aütfel n. a. Reicher Lest- und «nterhaltungSstoff, dazu viele künstlerisch au»gc- führte Bilder, farbig und schwarz. Für 8—12= jährige Kinder sehr geeignet. „Neuer Deutscher Jugendfreund."«in Jahrbuch zur Unterhaltung und Belehrung. Begründet Von Iran» Hoffmann. 82. Jahrgang. Lein«, Mk. ft.—. Bon diesem Jahrbuch kann man sagen, doch es mit der Zeit Schritt zu halten verstanden hat. Fachleute berichten darin in anregender Weist über Sport, Naturkunde und Technik, fesselnd« Erzählungen. Gedichte, Ernste» und Heitere» toech- stln ab. Biei» Bilder nach Photographie» und Zeichnnnaen. „Töchter-Album." Jubiläums-Jahrgang Land 76, Preis geb. Mk. 8.—. Unter den Mitarbeitern diese» vorzüglich auügestatteten Jahrbücher verdienen besonder« krn<ähnnug: Lisbeth Dill, Selma Laaerlöfs, Gabriele Reuter, Max Jungnickel, Josephine Siebe. Sichter««drei skatender." Geb. Mk. S«. Enthält über 18» Holzschnitte de» Meister». „Onkel Anton« Kinderkalender." U. Jahrgang. Kart. Preis Mk. IS. Wahrhaftig eine Fundgrube köstlicher llnterhaltnna für Knaben und Mädchen, die auch manches Belehrenderes darin finden. Im selben Berlage ist noch erschienen:«Der Hnndezirkto." Sin lustige» Bilderbuch. Kart. Mk. SB», geb. 4.8». Die Bilder, von Fritz Baumgarten gezeichnet, find glänzend gelungen. Was mancher nicht weW. Jeder achte Eintvoh«« von Berlin hat «in Telephou. Mn junger Mensch von sechzch» Jahre« braucht ebensoviel Nahrung wie«in Erwachsener, der mit Arbeit in freier Lust, etwa als Gärtner ujw. beschäftigt ist. Das gefährlichste Lebensalter liegt nach Ansicht der Aerzte für Frauen zwischen dem sechzehnten und achtzehnten Jahr, für Männer zwischen dem fünfzigsten und fünfundfünf-, zigsten. I« Durchschnitt raucht jeder Mensch (Greife, Frauen und Kinder eingerechnet) etwa drei Zigaretten täglich. Man kann ast» ermessen, ein« wi« ungeheuere Summe jährlich i« Dealjchiand, geschweige in der ganze» Welt, ,,iu Rauch aufgeh!". Wenn Kinder adoptiert werde«, kau« mau di« Beobachtung machen, daß di«««ist« Adoptivellern lieber Mädchen nehme« als Knaben. Das Berhälmis der adoptiert werdenden Knaben zu de» Mädchen ist etwa«in Drittel zn zwei Drittel. ' Im allgemeinen leben Jung gesellen nicht so länge wie verheiratete Männer. JMMresepte Speckige Samtkrage« reibt ma« mit frischem Weißbrot ab: sie werden rasch sauber' mw ansehnlich. Brandwnnd« können gelindert werden durch eilten Umschlag a«s Hafermehl und kaltem Wasser. Die Kühlsähigkeit des Hafermehls zieht die Hitz« au§ der Brandwunde. Um daS Breche» von Linolenm zu ver- hiuderu, reinige man es mit Oel und Essig, das zu gleichen Teilen vermengt wird. Bei Wadenkrämpfe« massier«»an den Fuß leicht zum Knie und stemme dann di« ganze Sohle bei horizontaler Lage des Bein«» an di« Waud. Velvet reinigt ma» durch Reiben mit eine« Tuch, das i» pulverisiertes Magnesium getaucht wir». Tinte von farbigen Stoffen entfernt man durch Reiben mit saurer Milch und Walkevde. Blumentöpfe, die man inZkerschalen stellt, müssen nicht nur am Boden durch eingelegte Scherben oder Holzstück« luftig stehen, sondern auch von allen Seiten muß«in etwa fingerbreiter leerer Raum den eigentlichen Blumen- tops von Zierschale trennen, da die Blumen sonst leicht Schaden nehmen. Gegen Schlaflosigkeit helfen heiße oder kalt« Fußbäder kurz vor dem Schlafengehen. Besonders wirksam ist«s, auf die danach heißgeriebenen Füße ein paar weiche Socken zn ziehe», die d«n Fuß warm halte«. Heißes Wasser zn» Rasier« ist durchaus nicht das Richtige, da sich di« Seife darin leicht zu«i«r schleimigen Mass« verdickt. Am beste« ist handwarmes Wasser, daS einen«ich« leichten Schaum ergibt. Um das Haar auch länge« Zeit so kos« und dustig zu erhalten, wie es nur kurz nach de« Waschen zu sein Pflegt, schlägt mau Eiweiß zu Schaum und reibt kurz nach der Wäsch««in wenig davon in di« Haare. fettere*. Adam nnd Eva. In der Religionsstunde einer Stettiner Volksschule erzählt die Lehrerin den siebenjährigen Mädchen von Adams und Evas Sünden fall und von dem Engel»it dem Mennmenschwert, der das Tor des Paradieses bewachte. Nach einer kurzen Pause des Schweigens fragt die Lehrerin, um den Eindruck ihrer Worte festzustellen:„Was, glaubt ihr, haben Adam und Eva gedacht, als sie sich so aus dem Paradies vertrieben sahen?"— Pause, plötzlich «irr kleines Mädchen:„Wenn er wech iS, jehn wa Wieda rin." Amerika. Rechtsanwalt:„Die Damen kommen alle in Scheidui^sangelegenheiten, wie ich hö«! Wer wartet am längsten?''— „Ich, Herr Doktor! ich bin bereit? zwei Iah« verheiratet!" Aufgeklärt.„Wenn ich bloß wüßte, wi« ich mein«n Mann für seine Untreue strafen kann." —„Vergelte doch Weiches mit Weichem"— „Ach, das macht schon keine« Eindruck mehr, auf ihn." Die Gläubige. Er halt« seine Speichersrau bei eine« recht beträchüichrn Diebstahl ertappt. Da? erste Wort, das ihm bei dieser fleißige« Kirchengäagrrin«insällt, ist:„Ru« sagen Sie mal, lieb« Fra« Rohweder, Sie führen immer de» lieben Gott im Munde— was wird der denn dazu sagen?" Worauf ihm die Fra« schlagfertig erwidert«:„Ach, wissen S«, Herrke, her liewe Gottke, der nömmt mich das«ich icbel— der liewe Gottke weiß, daß ich's brauch!" Wahr« Geschichte. Bei der Berurieteri» sitze ich neben einer stark auf jung Mrechtgemacht«» Dame, die gerade mit einer ebenfalls schon angejahrte» Hausangestellten" verhandelt.„Ten Hauptwert," höre ich sie mit großer Würde bemerken,„den Hauptwert leg« ich a«f ein«« streng moralischen Lebenswandel!" —„Da könne» Sie beruhigt sein," antwortet das Mägdelein,„das Schwerste haben wir zwei beide doch schon hinter uns!" Faste». Siu katholischer Bäckermeister sitzt am Freitag im Gastlokal und besaßt sich intensiv»it seiner Schweinshax«. Da kommt der Pfar«r des Ortes und wird Zeuge der ver- abscheuungswürdigrn Tat. Wer der Betroffene weiß sich M helfen:„Macht niz, Herr Pfarrer,«acht«ix. I hob z'erst a Semmel gpss'n«ad«ach an Brat'» eß i wieder oaar. Limmt da Teufi vorn oder hint«ini, überall sicht a« Fastrnspeis!" Schach-Ecke. Alle Zuschriften und Anfragen an Gen. W t n.j e l S ch a r o ch, Zwettnitz Nr. llb bet replttz-Schönau. Alle» Anfragen ist Retvurmarke bei,ulegen. »S. Fortsetzung. Wichtigstes aus der Endspiellehre. Unter verschiedener Farbe gegeneinander. Bei ungleichfarblgen Unfern entfällt das Gewinn verfahren, das Entgegenstellen das eigenen Läufers und infolgedessen da* Vertreiben des feindlichen Läufers von der Diagonale zu» Verwandlungsfelde. Deshalb lat hier ein Gewinn beim Mehrbesitz eines einzigen Bauern nicht zu erreichen. Ja selbst der Mehrbesitz von zwei und mehr Bauern genügt nicht immer«nm Gewinn, besonder« wenn die Bauern verbunden sind, wie in nachfolgenden zwei Bildern. Bild 108 und 101. Schwarz kann in beiden Fällen keinen Bauern vorwärts bringen, wie leicht ersichtlich ist Günstiger für die stärkere Partei sind Stellungen, wo die Bauern nebeneinander sieh befinden. Wichtige Regel: Man stelle Bauern auf die Felder von der Farbe des feindlichen Unfein, um den König von den Feldern vor den Bauern fernzuhalten, zum Beispiel, wie im nächsten Bilde. Bild 105. Weiß am Zuge gewinnt. Weiß gewinnt nach der Regel durch 1 d5t LcS, 2. Kd» Ke7, 2. Kd4 Kd7, 4.«5 La6, 5. etf Ke»! 6. d» Lb5; sofort d7f wäre schlecht, wegen LMI, der Läufer wird«u- näehst vertrieben: 1. KeSi Ul 8- I