Ein Zukunftsbild aus dem Lahre 2000. Prophetische Feststellungen eines englischen Gelehrte«. Wir mag es in hundert Jahren aussehen? Der unter uns hätte diese Frage noch»nckt gestellt? Vic mag die Welt beschaffen sein, wenn wir selber nicht mehr «d? Bluten wir zurück, so erkennen wir, daß hundert Jahre einen gewaltigen Wechsel bedeute». Wie anders war vor einem Jahrhundert alles, wie hat die Technik das ganze Leben des Menschen verändert! Wie ausschen? Lord Birkenhead, Rektor der Universität Aberdeen, tut«inen Bi ick in die Zukunft und schildert die Entwicklung der nächsten Generationen. Rack seiner Meinung muß in hundert Jahren die Wissenschaft das Energieproblem so gelöst haben, daß den» Menschen unbegrenzte Energiemengen mühelos zur Verfügung stehen. Zur Zeit liefern unS be- kannüich Qel und Kohle die nötige Energie. Da jedoch diese beiden Stosse n»cht in un- beschräniten Mengen zur Verfügung stehen, ist die Freimachung der Atomkraft das Gebot der Zukunft. Man möchte angesichts der Bemühungen der beiden Forscher auf dem Monte Generoso annehmen, daß diese Zukunft nicht mehr weit ist. Ein Pfund Kohle liefert nicht mehr Energie als 1 PS. in einer Stunde. Die Ausnützung der Atomkraft in eine» Liter Wasser aber würde zehn Millionen Pferdekräfft freimachen. Es steht fest, daß diese Energiequelle existiert. Eines Tages wird eine Maschine dasein, die die A iouie frei macht. Es wird den Menschen mögt ich sein, größere' geographische Ber»! ändern na« vorzunehmcn. 50.000 Tonnen Wasser(die MeiMN, die ein Ozeandampfer veedräugtf werden ausreichen, die Polarregionen tausend Jahre lang mit tropischem dltiuni zu versorgen. Der Verkehr wird durch diese neuen Energiequellen völlig umgewälzt werden. Radio und Fernsehen werden sich in einer Weise entwickeln, die wir heute kmrm ahnen rönnen. Das steroskopische Fernsehen mit richtigen Farben und vollständiger Lautwiedergabe wird uns ermögliche«, jedem Ereignis veizuwohnen. Diese Hil^mittel find nach Lord Birkercheads Ansicht die Ursache einer technisch vollendeten Demo« kratie. Jeder Politiker kann dann zum ganze« Bolle spreche« und braucht fick nicht mehr aus den Ausschnitt, de« er i» Parlament vor sich hat, beschränke« wie heute. Rach den Neben kam» die Bevölkerung des ganzen Landes mit entsprechenden Apparaten abstimmen. Di« Stink»«» werden autv- matisch addiert, und man hat das Wahlergebnis für da» ganze Land in urrglaublich kurzer Zeit. Die Ehemie toird eine Reihe neuer Genußmittel entdecken. Die Biologie wird die chemischen Prozesse im Körper erforschen und beherrschen lernen und dadurch für die ärztliche Wiffenschast ganz neue Grundlagen schaffen. Richt nur die epidemischen Krankheiten, soickern auch fast alle unsere jetzigen Krankheiten werde« verschwinde«, wie etwa heute die Pest verschwunden ist. Damit Hand in Hai« wird da- Leb« weseittlich verlängert werden. Der Mensch wird ein Rormalalter von 150 Jahren erreichen. Aus dieser Tatsache Werde« fich schwierige sozial« Verwicklungen ergeben. Die Erblichkettsforfchnng wird sich aus ihrem jetzigen primitiv« S tadium weiter «twickelt hab«, und es wird möglich sein,, mit einiger Sicherheit die Beranlagmrg der Kinder vorauszubcstimmen. Die Arbeit des Ramie» ist auf ein Minimum rednsiert. Sine Stunde täglicher Arbeit genügt, da Alkerbau und Viehzucht nicht mehr die Grundlage der menschlichen Ernährung darstellen, sondern die Nahrungsmittel auf synthetischem Wege hergestellt werden. Es ist bekanntlich schon jetzt möglich, die»»nverbauliche Zellulose in verdaulichen Zucker umzuwandeln. Dieses Verfahren ist vorläufig noch zu kostspielig, um praktische Bedeutung zu haben; haben die Erfinder aber erst eine einfachere Methode gefunden, so wird Zucker sich nicht teurer stellen als Salz. Auch die Eitvcitz- stoffc wird mau wahrsckcinlich in Laboratorien Hersteller» können. Man wird keine Schweine mehr züchten, um Fleisch zu gewinnen, sondern wird das Fleisch wachsen lass« können, wie man jetzt schon seit zwölf Jahren in Washington im Smithsonian- Jnstitut ein lebendes Stück Hühnerherz in einer Nährsalzflüfsigkeit aufbewahrt und von Zeit zn Zett Stücke davon abschneidet, damtt es«icht allzu unförmig wird. Da der größte Teil der Nahrungsmittel der Zukunft aus Zellulose gewonnen werden wird, so muffen Pflanzen und Bäume angebaut werde«, u»ck zwar hauptsächlich in den Tropen, weil hier der Pttanzenwuchs am üppigsten ist. Die Getreidefelder der ganzen Welt aber werden sich mit Wälder« bed«ken. Gummi, das schon jetzt aus künst- sichem Wege erzeugt werden kann, wirb »mtürlich ebenfalls in Laboratori« hergestellt werden. Flugzeugfabriken werden an die Stelle der Autofabnken treten. Autos werden dann nur noch«in Kinderspielzeug sei»». Die Landschaft wird Aussehen eines großen Parke»»nit vereinzelten Städten u»»d Fabriksgebäuden bekommen, die schön und harmonisch gebaut sind. Die Kleidung der Männer wird sich ändern; auch die Manner werden die jetzige nnhygienische Tracht, die die Lust vom Körper abschließt, ablegen. Die Äist wird reiner und karer sei« als jetzt. Sie wird nicht mehr voll Kohlenstaub und die Straßen nicht mehr voller Lärm sein. Nur primitive Maschinen mach« Lärm; Lärm ist Kraftvergeudung. Die modern« Fahrzeuge fahren geräuschlos. Die Berbi»»dnng mit anderen Hiinmels- körpern in unserem Sonnensystem wird längst über dar Anfangsstadium hinau» sein. Psychologie wird nicht mehr auf Mutmaßungen berilhcn; man wird in d« Seelen lesen können wie in aufgeschlag«« Büche«. Die Zukunftsmusik klingt tröstlich in den Ohren. Aber wir Menschen von 1981 können darauf nicht warte»», indem wie die Hände in den Schoß legen. Wir können nicht Zusehen, wir müssen die Gestaltung les Schicksals der Lebenden betreiben» nd. müssen darauf cinwirken, daß die gesellschaftlichen Zustände anders werden, deren augenblicklicher Stand d« größten Teil der Menschheit v—hindert, in den Genuß der Güter zu kornmen, die jetzt schon von Technik und Wissenschaft geschaffen find. ' Heinz Eversen. — s— Athleten des ANtags. Rehmen wir nur einmal das Tier! Im BrrhältniS zu seiner Gröhe kann der Elch sehr weit springen, die Pappelschwärmerraupe zieht eine Last von 27.5 Gramm, während sie nur rin Gramm wiegt. Die Schmeihfliege zieht das 170fache ihres Gewichts. Der Laufläfer das 182fache, die Hummel das 30Vfache, der Ohrwurm aber das SOOfache. Das bedeutet für einen Mann von 7V Kilogramm Gewicht eine Zugleistung von 37.100 Kilogramm auf horizontaler Ebene, bezogen auf die Leistung des Ohrwurmes. Wer aber achtet auf diese„Athleten"? Doch nicht nur die Tiere vermögen derartiges zu leisten. Auch Menschen gibt es, die unbeachtet Achnliches vollbringen, denen niemand ein Bravo zuruft. Jeder hat schon dem Bauarbeiter zugesehen, der auf schmalem Brett hochgctürmte Mauersteine die Leiter hinauf, trägt. Stufe um Stufe höher klimmt, die schwindelnde Tiefe unter sich. Ein falscher Tritt und es ist um ihn geschehen— eine wacklige oder uwrsche Sprosse, und er fällt hinunter. Dazu die Sonuenglut— täglich Hunderte Male das gleiche Kunststück— seine Leistung nimmt man als selbstverständlich hin. Ohne Beifallsstürme, Hervorrufe, Star- gagen bewältigen der Biersahrrr und der Rollkutscher das schwere Tagewerk. Lasten heben sie spielend wie lebendig gewordene Herkulesse. Die„Fäßchen" sind voll gewichtig und tanzen mit geübtem Dreh von seiner Hand auf die Strohunterlage herab. Kisten schwingt der andere auf die Schulter, als seien sie innen hohl. Uebcr Höse und Treppen bugsieren sie die Lasten in den Lagerkeller. Nicht nur einmal tun sie das— zehnmal, hundertmal, tausendmal. „Hallo, Kellner! Bor einer Stunde habe ich..!" Wie oft hören wir es! Jener lächelt gutmütig, um Verzeihung bittend, kein böses Wort komint über seine Lippen, obwohl er noch nicht eine Minute Zeit hatte, den eben erst ge- koncmenen Rufer zu bedienen. Er balanciert sicher über Tische und Köpfe, Hüte und Garderoben hinweg, ohne dah auch nur ein Tröpfchen heruntrrfällt. Es ist bewundernswert, daß er noch seine Ruhe bewahrt, bedient, kassiert, Bestellungen entgegrnnimmt und rennt, rennt, balanciert, schwitzt— aber kein Applaus. Poltern weckt am Morgen manchen Langschläfer. Es kommt vom Hofe her. Männer tragen die Müllkübel, gefüllt bis zum Rande, auf die Straße und entleeren sie in den Müllwagen. Sie stützen sich mnt je einem Arm gegenseitig, zwischen sich di« Last. Dann ein sicherer Schwung, ein Aichebeu, ein Umkippen — ein neuer Kasten. Einer stützt den andern sollten wir uns daran nicht wenigstens «in Beispiel nehmen, wenn wir schon nicht Beifall klatschen wollen? Nehmen wir doch auch dem anderen, dem Mitmenschen und Nächsten, die Last von den Schultern und helfen ihm tragen! Die Last zwischen sich und dcui anderen tragen und sich gegenseitig stützen! Wer dankt ihnen für dir symbolische Mahnung? Witzige Verbote. Motto: Das Betreten der Wirse ist nur dem Rindvieh gestattet. Wie manchrs schöne Landsthaftsbrld, manch hervkicher Ausblick wird von einer häßlichen Verbotstafel verunzirrt. Scharfe Wort« und schsimm« Drohungen schreien den ahnungslose» unschuldigen Wanderer im schlimmsten Brhördenton an. Und trotzdem läßt sich leicht feststellen, daß die meisten Schilder überhaupt nicht gelesen werden. Soll also«in« Wirkung erzielt werden, müssen andere Mittel angewandt werden. Der Bauer, an besten Weide«in« schlichte Tafel verkündet: Das Betreten der Wiche ist nur dem Rindvieh gchtattrt!, hat sicherlich niehr Erfolg gehabt. Viel mehr Beachtung als«in Verbot findet«in geschmackvoll geschriebener und zugleich witziger Vers wie dieser: Lieber Loser, merk dir daS: Geh auf dem Weg und nicht ins Gras, Damit man leicht und ohne Mih' Dich unterscheiden kann vom Vieh. An einem beliebten Lagerplatz jetzt« sie diesen Spruch: Wnrstpapicr und Eierschalen Bereiten dem Schönheitsdurstigen Qualen. Drum vergnüglich hier dein« Mahlzeit kau«, Doch nicht mit den Rest«» dir Gegend versaue. Das ist schon rin ganz annehmbarer Versuch, die Verbindung zur Welt, zur Bevölkerung Widder hcvzustellen. Am besten aber gelang di«s«s bis heut« der harburgischrn Gartenverwaltung. Diese hing als gut beratene Amtsstell« folgrnd« Mahnung über«ine Bank, di« ihrer günstigen Lage woge» von aewistrn Dien» scheu liebend gern ausgesucht wird: Schneid' nie in Bank und Rindru Herz, Pfeil und Namen«in. Die Bänke glatt zu finden Wird jedeni lieber sein. - Auch ist«S gänzlich schnuppe. Ob hier zu lesen ist, Daß du mit deiner Pupp« Mal hier gewesen bist. Dieser Vers wurde gelesen, belacht und- behalten. Ebenso wie jener, d«n«in Förster an «iner gern als Lagerstelle benutzten Waldwiese anbracht«: Es staunt der Has« am Waldcsrand; Ein Wunder geschah in der Lichtung, Der Brombkerstrauch wurde zum Zeitung sstand Bon jeder Farbe und Richtung. .Die Blümlein schau'» so verändert drein, Bananenschalen belastet.... Das»lacht, eS hat«in Gesangverein An dieser Stell« gevastet. Und auch ein weiterer Vers der in der Wingst am Gitter einer kleinen Waldgncll« steht, gehört hierher: Wer Glas, Papier und alte Tuten Und was er sonst nicht mehr gebraucht, Im Wald verstreut, wird fünf Minuten . In dieses Wasterloch getaucht. rTTVVVTV V'T-V rvVVTVVT'WTVVV W VV T Zieh Wil bei vtr bleiben. Bon B. Trave«. Wir veröffentlichen hier einen Abschnitt aus dem Roman„Der Karren" von B. Traven, der im Verlag der Büchergilde erschienen ist. So gingen sie zu dem Tannenwald.:Bri den ersten Bäumen setzten sie sich nieder. Sie konnten von hier aus die weite Prärie übersehen und zugleich, auch ein tiefes Stück hinein in den Wald, wo die Bäume sechzig, achtzig Meter hoch standen und dick waren wir die Säulen einer gewaltigen Halle, Meterhohe Farne standen im Walde, und an vielen Stellen war hohes Gras, über dem Boden lagen verstreut Tannenzapfen, groß wie Melonen. „Du bist innner nur auf drm Hochland gewesen?" fragte er. „Ja, immer." „Dünn hast du noch keine Palmen gesehen, keine Dschungel, keine tropischen Wälder?" Sie schüttelte den Kopf. „Darüber freue ich mich sehr," sagte er, sie onsehend. „Warum?" „Weil ich dir alles zeigen kann, weil du das alles durch mich zum erstenmal in deinem Leben sehen wirst. Dann wird es für ewig in deinem Erinnern verknüpft sein mit der Erinnerung an unch." ,/Jtt der Erinnerung!" fragte sie, weite Augen auf ihn gerichtet.„Willst du denn nicht, daß ich selbst immer bei dir bleiben soll? Ich Will bei dir bleiben, immer. Ich will keine Erinnerung an dich. Ich will mit dir sei», wohin du gehst, ob zum Guten oder zum Bösen." Andreu ergriff ihrc Hand. Er sah vor sich nieder. Nach einer Weile sagte er:„Wer weiß, ob ich dir immer gefalle, kleines Mädchen. Ich bin nicht gut, glaube ich. Ich weiß nicht, wie Ich zu einer Frau sein soll. Ich habe nie eure Frau gehabt. Vielleicht bin ich nicht so, wir du denkst Du kennst mich nur einen Tag jetzt!" Sie nickte und sagte mit einer Stimme, die schwer wurde:„Ja, ich kenn« dich nur einen Tag. Aber du kennst mich doch auch nur gerade einen Tag. Aber nach vielen Monaten kennen wir uns dann ein Jahr." Er lachte und sie siel in sein Lachen rin. Zwei große Käfer jagten sich zu ihren Füßen. Da sagte sie, ohne ihn anzublicken:„Jede Käferin hat ihren Käfer. Ich will nicht allein sein. Ich will mit dir sein. Ich will dir Helsen mit den Ochsen und mit aller Arbeit. Ich werde für dich waschen und alles, was du sagst, werde ich tun. Ich hab« mich auch gewaschen und mein Haar gekämmt für dich. Für mich kämme ich mein Haar nicht. Das wird doch wieder zerzaust vom Wind und vom Schlafen. Aber für dich kämme ich eS immer wieder. Ich habe auch meinen Rock genäht für dich. Für mich schadet es nicht«, wem« mein Rock voller Löcher ist." „Das ist gut so," sagte er mit gespieltem Ernst.„Ich will nicht, dah du bist wir die Frauen sind, die manche Muchachos in den Caretas haben, die sich nie waschen, die iunner ganz und gar zerluinpt sind, die sich betrinken wann und wo sie können,- und die sich dann auf dem Erdboden herrnMvälzen und schreien nnd schmnvergestenr Reden blöken." So etwas werde ich ganz gewiß niemals tun, Binash Dutsil," erwiderte sie mit einem strengen Setzen ihrer Lippen. Dann fügt« sie hinzu:„Aber wir kann ich wiffrn, was gut ist, was richtig ist, was dir gefällig ist, wen» du es mir nicht sagst? Ich bin nicht so klug und so erfahren, wie du bist. Du sollst mir alles sage», was ich tun muß, dir zu Wunsch zu sein. Dn bist mein Mann, mi Senor. Und ich bi» froh, daß du es bist und kein Schmalspurgeleise führten bis in den Urwald hinein, aus dem allerdings meilenweit das Leben geflüchtet war. Rur«in Raubvogel zog ab»ich zu über die immergrünen Wipfel. Die Geleise der Bahnen gingen aber auch weit in den Wald hinein, wo dies anging, und dort befand sich der Kirchhof der Lokomotiven. Ich habe vierzig unbrauchbare Lokomotiven an einer einzigen Stelle gezählt, bereit« überwuchert von Schlingpflanzen. Sie hatten ihre Schuldigkeit beim Bahnbau getan. Was heißt reparieren! Weg mit ihnen! Große Dampf- kefsrl, drei, vier nebeneinander, in den Röhren nisteten di« Ratten. Allerlei phantastisches Eisengerät streckte seine Arme zum Himmel, Mesfinghähne und andere« Material au« gutem Metall, Tausende von Kilogrammen, weggeworfen, dem Urwald übergeben. Fort mit dem. Zeug, es kommt neues. In welcher Zeit der Erdgeschichte hat der Mensch die erste Kultur angenommen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der berühmte englische Archäologe Prof. A. H. Sayre in einem Bortrag. Dabei betont« er, daß die n e u e st e n Entdeckungen all« Theorien der früheren Geschichtsforschung über den Haufen geworfen habett. Während man früher den Beginn der Kultur eng mit der schriftlichen Ueberlirferung verknüpfte, hat sich jetzt gezeigt, daß bereits Jahrtausende vor dem Auftreten der Schrift der Mensch seine größte Erfindung, dir Sprache, gemacht hat, daß er schon damals ein Künstler ersten Range« war. Grabungen in dem Rist- Tal in der afrikanischen Krnja-Kolonir offenbarten eine gewisie Kulturhöhe, di« den Gebrauch des Feuers und die Kunst der Töpferei kannte, in der zweiten größeren Regenpexiode, die man gewöhnlich mit den beiden frühesten Eiszeiten Europas gleichsetzt. Hier erscheint also schon in ferner Borzeit mrnschliche Kultur, und fo hat die Archäologie ähnlich wie die Geologie di« allmähliche Entfaltung des Menschengeistes in den langen Zeiträumen nachgewiesen. Prof. Sayer sprach von einem Erlebnis, da« er vor mehr als 30 Jahren hatte, als er eine archäologisch« Untersuchung de« Sandsteingebietes von Gebel-eL-Silsila in Oberäghpten vornahm. Da die Ingenieure fiir«inen zu errichtendem Nil« dämm die Steine zu benutzen wünschten, sollte er festgestellt werden, ob sich hier nicht wichtige Ueberrcste der Vergangenheit vorfänden. Einige Kiwmeter nördlich von dem Gebe! fand sich«in ausgetrockneteS Flnßtal am westlichen Rilufrr, in dem«inst Fluten geströmt waren, als in dem Regenzeitalter die Sahara noch mit dichten Wäldern bkdeckt war. I» der Mitte des Tales stand rin hoher Sandsteinblock, der von dem darübergelegcnen Plateau heruntergewaschen war und an dem sich in zwei Drittel Höhe eine Hochwaffermarke des alten Flusies befand. Darüber war der Fels mit Zeichnungen von Elefanten, Giraffen und Straußen bedeckt, Tieren, di« nicht mehr in Aegypten vorkamrn, als die Hieroglyphenschrift zuerst bekannt wurde. Di« Umrisse waren mit Feuersteinwerkzeugen gemacht, von denen sich einige am Fuße des Blockes fanden. Ueber den Zeichnungen aber standen Hieroglyphen aus der Zeit der 11. Dynastie zwischen 4000 und 6000 v. Ehr. Die Inschrift sah so frisch aus, wie wenn sie gestern eingcmeißelt wäre, während hie vorgeschichtlichen Bilder blasser Und verwaschen toarrn. So stellte sich im augenschein- lichen Gegensatz die ungeheure Zeitspanne dar, die zwischen den verschiedrnen Einritznngen auf diese», Stein vergangen war. Ich schätzte den Wert dieses Altmetall« auf Millionen von Dollar. Rur möge mir einer den Rat geben, wie man eS fortschaffen soll, dorthin, wo eS wieder Verwendung finde« kann! Darüber haben sich schon.viele Leute den Kopf zerbrochen. Bares Geld, Reichtum im Urwald. Die Arbriterharacken werden im Lauf« der Zeit verschwunden sein, der Urwald rückt wieder an ihre Stelle. Und in ihm ruhen die Pioniere des ungeheuren Werke«, das zwei Ozeane verbindet, von ihrer tage- und nächtelangen Arbeit aus. Und die Kirchhöfe ziehen sich rechts und. links des Kanal« entlang bi« an sein Ende. Ich erzählte dem Mann mit dem Sack vo« diesen Schätzen, und seine alten trüben Augen leuchteten. ,^Ja, wenn man nicht 78 Jahre alt wäre, das Fahrgeld hätte und eine« kleinen Dampfer——— A. Stolz. Unter der ägyptischen Stufenpyramide von Sakkara, die für dir älteste der Pyramide« gilt, hat man jetzt einen Komplex von Gebäuden frrigelrgt, der im Rillande einzigartig dasteht. Man fand hier eine Bibliothek, Borrat«- magazine, Gräber und Tempel, von einer 17 Meter dicken Mauer umgeben. Die Maurerarbeit gehörte zu den vollendetsten in ganz Aegypten und schien eher einem modernen Haufe zu entstammen als einem so viele Jahrtausende zurückliegenden Bau; die kannelierten Säulen wiesen bereits auf den ionischen Stil der griechischen Kunst hin. Architektur. Kunst, dir Glasur der Ziegel und vieles andere deuteten ans eine Entwicklung durch viele Jahrhunderte hin, die dieser Periode der Bollendung vorausgegangen sein nmßte. Auch die hieroglyphischen Inschriften wiesen auf eine ferne"Vergangenheit hin, in der die Schrift entstanden sein mußt«' Bor einigen Jahren entdeckte Sir Flinders Petri« bet seiner Untersuchung der großen Pyramide, daß dir riesigen Granitblöcke bereits mit dem Drillbohrer bearbeitet waren, der dann erst bei der Anlage des Mont Cenis-Tunnels wieder in ähnlicher Weise verwendet wurde. Hat Man so die Geschichte des Nitlandes um viele Jahrtausende erweitert, so ist dasselbe in noch erstaunlicherem Maße bet Babylonien der Fall. Früher galt das alte Babylonien, mochte es nun sumerisch oder semitisch sein, für künstlerisch unbedeutend und unentwickelt; man hielt die Bewohner für Geschäfts- und Handelsleute, die den Bank und Handelsverkehr in die Wege geleitet hatten. Aber dir von Woolley zu Ur ausgegrabenen Gräber und Tempel haben eine außerordentliche Höye der künstlerischen Kultur im alten Babylon enthüllt. Manche der mit Intarsien geschmückt»" Kunstwerke schienen eher der europäischen Welt von heute als der orientalischen Welt von einst anzugehören, und doch stammen diese Gräber und ihre Inhalte"eher aus dem vorgeschichtlichen als aus dem geschichtlichen Babylon. Ein ansgrbreitrtrr Handel wurde durch diese Funde ossenbart. Da« Gold kam wahrscheinlich von den Küsten d«S Persischen Golfes, das Silber wohl, wie das der 8. ägyptischen Dynastie, aus den. Bergwerken des Taurus, tvährend der Lapislazuli aus dem nordwestlichen Indien stamrnte. I« Indien haben die Grabungen von Nohenjo- daro in Sind und von Harappa in Pcndschab eine vorgeschichtliche Kultnr' enthüllt, die in enger Verbindung mit der von Elam und den« sumerischen Babylon stand. Die bemalten Töpfereien, die Jntrafie« aus Perlmutter und Das» cvltter de» KuHueeneerkeheri. — 4— Elfenbein, sogar die EntwästerungSanlag« Viesen aus Babylon hin, mV Hunderte von Tiegeln bewiesen den lebhaften Handel zwischen Rordtvestiudi« mV dem westlich« Asien. Die Ruckst der Griechen ist ebcnfeÄ» in ihren früh« Ursprung« im Minoischr» und Achte» nischen Zeitalter erkannt worden, roch ebenso hat man im nördlichen Europa ans hohe Rultnrfvrmrn in ältesten vorgeschichtlichen Zetten hingewiesen To Md also»ach diese« neue» Erkenntnissen 10M Jahr« nur et» Lag im Leb«, beS Kulturmenschen. Warum haben dir armen Leute Tiere? von Ma; Hayek. Die armen Leute haben wenig zu«Gen, wohn« m dunklen Zimmern und sind schlecht gekleidet. Tie haben wenig Freud«, und sie miß- trayeu den ander» Meuschen, namenllich den Reichen. Tie fühl«, daß sie von de» reichen Meirsche» nicht gerade gern gesehen werden, daß die reichen Menschen ihre Gesellschaft meide«, wenn es nur irgendmoglich ist. Sir wissen, daß der Reichtum und die Arbeit feindliche Geschwister sind, bi« sich nicht leiden möge»; sie wisse«, bah die Litzbe den schmal« Pfad vour Reichtum zur Armut nur selten und ungern geht und meist mit verhüllten Augen, dir wenig sehen.wollen. Ja, die Webe will der Armut niemals tief genug in die Auge« sehe?, die Webe der reich« Mensch«. Er genügen ihr flüchtige Blicke, sie sieht gern wieder fort-- in freundlichere, hellere Augen hinein. Den» Rcichürm liebt Reichtum. HÄ zwischen den Reich« und den Armen schwingt wenig oder gar leine Liebe. Warn« also haben die arm« Leute Tiere? Ein Hiindlein, ein Kätzchen, ein Vögelchen, ein Hühnchen,«in Kaninchen, ei« Meerschweinchen, eine weihe Maur? Sie Haden doch selbst tvemg zu essen, di« arm« Leut«! War»« noch die Sorg« für ein anderes Geschöpf«beruehman. Dir arm« Leute hab« Derr, weit firj etwas auf der Erde haben müsse», de« sie i Liebe geb« können? Zu feder Zütl Sir müsse» etwas haben zur Aufnahme jener Liebe, die sie den reichen Menschen nicht zu» wende» können. In, diese Liede, die de» ander«i Menschen gelten soll, geb« die armen Leut« de» Pier«? Denn scht, die Tiere sind wahrhaft sozial, sie lieb« die arm« Leute ebenso»! sehr, wie sie dl» reichen Leute lieb«! Sie sind immer fröhlich, immer treu, immer hin« gegeben und frag« nicht, ob ihr Besitzer golden« Ringe trägt oder unreine Wäsche: sie lieb« ihn, wie er ist, und nehmen feine stick« allzeit dankbar ans. Sie fr«« sich mit den Armen,• die find«in LicbeSgedanke in seiner dunsten Welt; sie erhell« ihm dir Stube. Ihnen darf er Liebe geben, wann immer er tarifl: sie find da. Sic verachteten ihn nicht, sie lass« ihn nicht merk«, daß er ar« sei und enterbt. Sie geben ihm das Gefühl deS Herrentums und der Würbe, sie blick« zu ihm aus als zu ihrem Ernährer, sie sch« ihn mit heiter«, treu- herz igen Augen an und sind ihm unbedingt ergeb«. Ihre Liebe ist unerschöpflich, und die Liebkosung des Arm« ist ihnen ein immer »«es Glück und Geschenk. Hier kann der Arme freigebig fern— gebe» und schenk«— und dies ist mit«in Grund, warum er sich Tiere Hilt. Dam der ist nicht«an,-der«och schenk« und ged« Ian«. Was mancher nicht Weitz. Eine» Berichte de« Plinius nach soll sich in Rom ein sprechender Rabe befunden habe», der alle vorübergehend« grüßte und mit ihrem Vornamen anrirf. Et» Orkan von der Windstärke 12 übt auf den Quadratmeter senkrechter Flache«in« Druck von 126 Kilogramm aus.' v Ei» Stückchen Moschus stößt fortgesetzt Duftteilch« von sich und hat trotzdem nach zwanzig Jahr« nicht wahrnehmbar an Gewicht verloren. Dir Schnelligkeit des Lichtes in-einer Sekund« beträgt rund 300.000 Kilometer, ist also LüO.OOVmal größer als die Geschwindigkeit einer Kammenkugel und 12,000.0vvmal größer als die des schnellsten Eisenbahnzuges. Der Rogg« stammt aus Sibirien, der Hafer aus Rordaftika, die Gurke aus Ostindien, Erbse und Zwiebel aus Aegypten, die Zitrone aus Griechenland, die Walnuß aus Italien, die Sonnenblume aus Peru, der Tabak aus Virgülien, die Petersilie ans Sibirien, der Spinat aus Arabien, Pfirsich- mü» Maulbeerbaum aus Persien, und die Heimat des Rettichs ist China und Japan. Der meist« Zucker wird jetzt ans Rübe», hergestellt. Sowohl das Produktionsverfahren wie auch dir Sottrnwahl hat sich im Lause der Zeit gewaltig verbessert. 1836 brauchte man W einem Zentner Zucker etwa 18 Zentner Rüben, heute gewinnt man einen Zentner Zucker aus nur etwa siebe» Zentner Rübe». In den letzt« Jahr« wurden gegen 300 Million« Zentner Zucker.ans der ganzen Erde hergestellt, davon war« 14V Millionen Zentner Rübenzucker. Das Wachstum, bzw. dir Bewegung mancher Dinge innerhalb einer Sekunde ist sehr gering: Wachstum der Fingernägel 0,000.000.006 Meter, Wachstum der Kopfhaare 0,000.000.008 Meter, Wachstum bei Bambusbrohrek 0,000.064 Meter, Fortbewegung eine» Gletschers 0,000.008 Meter, Mutkreislauf in dm Haargefäßen 0,000.76 Meter, Bewqpntg einer Schnecke 0,000.18 Art« Lehrer:„Dir Fische können sehen, höre», fühl« und schmeck«. Können sie auch riechend Schüler:„Ja, wenn sie lange gelegen haben." „Guten Tag, wie geht es Ihrem Mann, dm habe ich ja so lange nicht mehr gesehen?" —„Der konnte nicht vom Hose»eg. Das Rindvieh hatte die Man!- und Klauenseuche?" ’—„Das tut mir aber leid, hoffmtlich ist er bald wieder hergestellt." • Die Karmckelhäfin hüpft im Wald zur Wahrsagerin, zur Eule.. Wahrsagerin:„Sie wollen gewiß erfahr«, Frau Karnickel-Haas, üb Ihr Mann Ihn« treu ist"— Karnickelhäsin: „Rein, ich möchte wissen, was nach meinem Tode ans mir wird/'— Wahrsagerin:„Wie nein« Sir das?"— Karnickelhäsin:„Ich möchte wissen, welche Pelzgattung ich»ach meinem Tode sein werde: Seal oder Chinchilla." * Auß« an der Tür zum Büro im zweiten Stock hat Herr lltogrr Durand ein Schild angebracht:„Mite klopfen!"— Dieses Schild ist eines Tages wog. An seiner Stelle hängt rin anderes: herein, ohne zu klopfen"— Durand ist verblüfft. Er fragt mit rotem Köpft„Wer hat da» nmgeänderte Schild andring« lass«?" — Das Bürofräulein(verschämt):„Ihre Gattin." * Berufswahl.„Ich weiß noch nicht, ob ich Ohren- oder Zahnarzt werden soll."— „Zahnarzt natürlich. Bedenke: der Mensch hat zwei Ohr«, aber, wenn du Glück hast, bis zu ^2 Zähn«!" I» der Redaktion bittet chi Mitarbeiter Witze an.„Wissen Sie auch," fragt man ihn,„daß der Herr, der Ihre Witze bisher angenommen hat, gestorben ist?"„L.Y, oh! Das hab ich nicht gewollt!" „Ra, lieber Frmnd, wie gchts Geschäft?" —„Danke, auf de» Ramm meiner Frau!" rvrrrirrr'nrrT''»»«» ei Gchach-Lrke. Älllc stofchrift« und Auslage» an Ern. Wenzel Scharoeh gwcktnitz Nr. Lb bei Teplib-Lldsnaii Allen«oiraqra 1» chetourMarke beizuirge». Sducbauigabe Nr« 21. Von Gen. Grimmer Emil, Kathari naher*. Schwart: Ka7; Tffl,«. Infi; 8»2. e8 ich. Weiß: Kb5; JM7; LoS; Sa6,«7 Matt in 1 Zügen. Mnngen aad ins längste« 14 i<» nach Erscheinen-der Aufgabe an Gexu Scharoch Wenzel, Zwettnitz, einzusexideu. IäiU|ii< m Nr.»s: Lei—h«. Nachfolgende Genossen, sandten richtige Lösungen«in:' Gottfried Johann, HsHeischen; Griaimer »™u aod Vogel MM,»sihsi iMlm« Walter 1 Lodwig und Bobak Vraas. Kwitkaa; 8karwada Franz, Wistersctauu Patz Alois, Zuckmsntel; Dr. I Robert Wiener, Prag; Mim Hälbig and Ak»« tigsm Anton, Bergesgrte; Adolf Weutl. Aras* dort bei Haida; Hiebe Josef, Moistersdorf; Hoyer Otto, Saaz; Ulbert Josef, Prosetitz Nachtrag. Za Aufgabe Nr. IC sandte »och Gen. fßek» Josef. Meistersderf,