^r. 7.«nteryaltungsvettage 1931. Die Versuchung. RoveUe von crsxe» 9talmuffni. Manchmal überfiel«S ihn wie ei» Krampf, schüttelt« ihn, ritz ihn, bah er die Zähne zusammenbeißen mutzte, um nur die anderen nichts merken zu lassen. Hätte er, Niels Garman, dieser blaffe Mensch mit den großen, hungrigen, fast fiebernd glänzenden Augen, hätte dieser unansehnliche Mensch und ausgezeichnete, pflichttreue Beamt« die Zähne voneinander gelöst in einem solchen Augenblick, er würde schreien müssen vor Qual, vor Trauer, vor Empörung. Dieses Leben— dieses grauenhafte Leben! Mit seinem öden Tagaus-Tägein, mit dem Einerlei täglicher achtstündiger Arbeit, mit dem kargen Gehalt und den noch kärglicheren Vergnügungen. Dieses Sitzen hinter dem Schalterfenster, in der staubigen, dumpfen Atmosphäre des Büros, und dann, di« nörgelnde, zänkische Frau, deren Anblick ihm weh tat, ihn erbittert« und verstörte. Die niemals, nie auch nur mit leiser Frage sich nach seinem Ergehen erkundigt«, nie zärtlich und freundlich seinen müden, schmerzenden Kopf streichelte, die ausging in ihren kleinlichen Sorgen und Nöten. Er verstand das ja— o gewiß, er verstand das. Wenn man so arm ist, dann verliert die Seele bald ihre Flugkraft, und der Geist bleibt stumpf und flügellahm am Boden kleberr. Und doch: iu mancher vergrü- belte», zerquälten Stunde bohrt« ein« Frage in seinem Hirn: Habe ich diese Frau jemals geliebt? Und wenn— wie ist es möglich, daß es geschah? Wie ist es möglich, daß sie sich so schnell, so grauenhaft schnell derart verändert hat? Wo wir doch kaum zwölf, höchstens dreizehn Jahre verheiratet sind? Er fand keine Antwort auf diese Frage. Und wenn er schließlich müde wurde, sie sich stets aufs neue zu wiederholen— nicht müde wurde er des Wunsches, dieses ganze, öde Leben möge einmal plötzlich ein Ende nehmen. Er müßte reich sein, so reich, daß «r reisen könnte, ganz weit fort. Irgendwohin, wo die Welt schöner, die- Sonn« leuchtender ist. Wo über fremden, seltsamen Bäumen«in strahlend-blauer Himmel sich wölbt, wo hübsche, kostbar gekleidete Menschen ein Leben ohne Mühe und Last führe« Und die Tage sich wie schimmernde Perle« äneinanderreihen. ■ Er wußte nicht viel von südlicheren, wärmeren Gegenden. Kaum n«hr, als er gelegentlich in einigen Büchern gelesen hatte. Aber wenn der reich« Fabrikant Ole Warrauson vor ihm stand, dieser Millionär, der sicher an einem Tage mehr verdiente, als er,-Niels Garman, im ganzen Jahr, dann wurde seine Sehnsucht wach, Das war ein vom Glück Auserwählter, dieser Warranson. Einer, dem alles hundertfältig in den Schoß fiel, ohne daß er nötig hatte, einen Finger krumm zu machen'. Der konnte sich sein Leben einrichten, wie er wollte. Sagte er heute: ich will nach Italien fahren— nun, so tat er eine» Griff in seinen Tresor, stopfte ein Bündel Banknoten in di« Rocktasche und fuhr eben nach Italien. Da braucht« es kein großes Ueberlegen und Rechnen. Warranson war oft auf dem Postamt — er war ein leutseliger, aber auch mißtrauisch«! Mensch. Jedenfalls hatte er einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb erschien er mit ziemlicher Regelmäßigkeit, um etwa eingegaugene Geldsendungen selbst zu quittieren und in Empfang zu nehmen. „Man soll seine Angestellten nicht mehr als irgend nötig in Versuchung bringet, pflegte er sein« Handlungsweise mit hämischem Lächeln zu begründen. Er bekam viel Geld, aus allen Ecken des Landes. Sein Unternehmen blühte, das konnte man sehen. Und immer waren es größere Summen: zehntausend Kronen, zlvanzigtausend— manchmal sogar noch mehr. Er quittiert« über di« Beträge mit der ruhigen Gelassenheit langjähriger und selbscherstandlichcr Uebnng. Aber Garman — der ihm das Geld vor dem geöffneten Schalter aufzählte— zittert« oft heftig. Er war so aufgeregt, daß er errötete, weil er glaubte, der andere müsse das Beben seiner Hände sehen. Es gab keinen anderen in der Stadt» der derartige Suminen durch die Post erhielt. Aber Warranson sah das nicht— vielleicht weil ihm so ein kleiner Beamter ein zu untergeordnetes Wesen war, um es überhaupt eines Blickes zu würdigen. Er unterschrieb mit seinen regelmäßigen, runden Schriftzügen, die anzusehen ein« beinahe ästhetische Freüde war. Manchmal, in einem stillen Augenblick, ertappte Garman sich dabei, wie er die Unterschrift auf- einem Bogen Konzeptpapier nachmalte: Ole Warranson— Ole Warrau- ,on— Ole Warranson—. Er freute sich, wie gut es ihm gelang, dies« Schrift nachzuahmen. In kurzer Zeit hatte er es soweit gebracht, daß kein Dritter einen Unterschied hätte bemerken können. Lächerlicherweise war er darauf direkt stolz— er kam sich beinahe vor, al» wäre er selbst dieser ange- ehene Fabrikant, der so große Summen zugeschickt bekam... In diesem Frühling, der mit Duft und Wärme und Grün vorzeitig und fast stürmisch ins Land fiel, war Maria, Garmans Frau, besonders unleidlich. Sie war wohl jetzt in den Jahren, wo ihr Körper von der Jugend endgültig Abschied nahm. Garmari bemühte sich, das zu verstehen. Aber kein Verständnis schützte ihn gegen die Auswirkungen ihrer krankhaften bösen Laune, und er fühlte sich bedrückter, unfreier und gefesselter als je vordem. Er mied seine Wohnung, lief stundenlang in Parkanlagen umher, kam endlich spät abends todmüde nach Haus«. Schlief trotzdem schlecht und wurde von schlimmen Traumen geplagt, fuhr oft schreiend, mit stieren Augen und wirrem Haar, enipor. Dann brummte Maria ärgerlich irgendein Schimpfwort vor sich hin, und leise, beschämt, legte sich Garman in die zer- wühlten Kisten zurück. Dreimal, in drei Nächten hintereinander, träumte Garman: da war eine Anweisung gekommen, für Warranson, über zwanzigtausend Kronen. Er, Garman, hätte sie quittiert, mit jenem Namenszug, den er nun schon so gut kannte, hätte das Geld an sich genommen, noch ein paar Tage getvartet, um keinen Verdacht zu erregen, dann Urlaub beantragt und wäre nach dem Süden gefahren. Nach Rom oder Neapel. Um nie, nie wieder zurückzukehren. Am Mittag des Tages, welcher der dritten Wiederkehr dieses Traumes folgte, saß Garmau allein in dem Büro, als der Fabrikant erschien.„Geld für mich da?", fragte er lächelnd. Garman erhob sich, nnl nachzusehen, kam mit einer Anweisung über Man- zigtausend Kronen zurück. Warranson unterschrieb, nahm das Geld, ging fort. Daß Garman sich an deu Tisch lehnte, keuchend, mit schweißnaster Stirn, kaum daß sich die Tür hinter dem Fabrikanten geschlossen hatte, das sah dieser nicht mehr. Früh am nächster» Morgen beim Kaffee las Garntann in der Zeitung, daß der Fabrikant Warranso», der spat abends ein Weintokal vcrlasscu habe, auf dem Heimweg in einer dunkle« Querstraße überfallen und ermordet worden sei. Alle Anzeichen sprächen für einen Raubmord, obgleich man noch nicht feststellen könne, daß Geld oder Wertsachen entwendet worden seien. Garman las es nnd schwieg. Was hätte er auch sagen sollen? Aber sein« Knie tvaren weich und nachgiebig, als er sich erhob, um ins Amt zu gehen. Freilich kam er nicht weit. Gerade als er die Wohnungstür hinter sich geschlossen hatte, kamen zwei Herren die Treppe herauf, die ihn artig begrüßten, sich als Kriminalbeamte erwiesen nnd ihn in ihre Mitte nahmen. Natürlich leugnete er bei der Berneh- mnng, denn er war ja unschuldig. Alibi? Nein— das konnte er nicht nachtveisen, denn er hatte sich ja um diese Zeit, wie immer in den letzten drei Wochen, in den Parkanlagen Herumgetrieben. Man zeigte ihm den Bogen, auf dem er Warranjons Unterschrift geübt hatte. Nun leugnete er nicht. «Es war«ine Spielerei," stammelte er. „Mir gefiel der Namenszug— er trieb mich krankhaft zur Nachahmung." Man lächelte wegwerfend. Garman wurde nervös. End lich hatte er eine Erleuchtung.„Angenommen," flüstc.rtc er,„ich halte beabsichtigt, mir durch eine falsche Unterschrift das Geld anzueignen— das würde dmh erst recht! beweisen, daß ich Warranson nicht getötet haben kann." Der Kommissar schüttelte der« Kopf.„Wir unterstellen, daß Sie im letzten Augenblick fürchteten, die Fälschung könne doch, trotz ihrer bewundernswerten Achttlich- kcit, cjttMtft werden. Sie haben dem Jabrr- kanten also das Geld ausgehändigt— wohl, weil Tic dachten, später auf andere Art— wie, hat inan ja gesehen— die Summe an sich bringen zu können." Garman wurde blaß vor Schreck. Er spürte bereits die Schlinge am Hals und sah keine Möglichkeit mehr, sich ihr zu entziehen... Ein Fremder, einer, den Garman nie gesehen hatte, las die sensationellen Zeitungsberichte in dem Zuge, der ihn über München nach Italien bringen sollte. Er tastete mit der Hand nach der Brieftasche» die er in der Innenseite seiner Weste versteckt hatte.„Ich denke, ich kann ruhig unter meinem richtigen Namen reisen," dachte er nnd lächelte zufrieden. Der Rus der Müden. Bon Fkr a n k C r a« e. * Ich stand an einem der Tore der Stadt, wo der Mcnschenstrom sich in di« Borortzüge ergießt. Es war Abend am Himmel. Abend auf den-Gesichtern nm mich herum und Abend iu meinem Herzen. Der Jrrgrimm, di« Angc- spanniheit, die Erbarmungslosigkeit des Kampfes kauren über. mich. Ich wartete in der Station und sah müde, unrasierte Männer blödsinnig oder vor Müdigkeit schlaünd dort sitzen. Verblaßte Frauen, müde, müde, müde, mit drängenden Kindern, die an ihren Röcken zogen, kleine, voll«, starke Leben, die daS schwache, schwindende Leben verschlangen wie Wölfe ihre Verwundeten fressen Ich fah die Armee der Arbeuer nach de: letzten Arbeitsstunde aus der Fabrik kommen nnd ihre Eßgeschirre tragen Sie ginge» mir fchrveren. schlürfenden Schritten und einige lachnn, als ob sie von einem Witz sür einen Augenblick galvanisiert worden wären. Aber meisten von ihnen sahen mit starrem' Blick gerade vor sich hin. Ich sah di« Mutter von sechsen, als sie das letzte zu Bett gebracht und sich niedergesetzt hatte Und zusammen; brechen schien wie ein Lasttier, das man zu schwer beladen hart«. Und sie schlief rin, zu müde, um sich noch zu ent- klticiu ..Ich sah den Komiker, der Tausend« zu Lach-, stürmen bewegt hatte. Er trat ans der Bühnentüre, die Zuge von Müdigkeit verzerrt, um den Mund das vertvorren« Lächeln derer, die• gebrochenen HerzruS sind Ich sah den Jung«», der allein in der Stadt lebt, in den dürftigen Raum komme», i wo er schlief, die Schuhe abzichen wie ein Ec-! ianqener seine Ketten und mit dem Grsicht s in den Händen sitzen, zu müde, um zu Bett zu s gehen. Ich sah das Ladenmädchen, als«S sich j ungesehen glaubt« und einen Augenblick ausruht«. Sein Gesicht war grau vor Erschöpfung. Es hatte di« ganze Nacht an einem Krankenbett gcwachr.• Ich sah einen schlotternden Mann im alten Rock, drr glänzt«, und mit ausgefransten Hosen. Er ging spät am Abend verstohlen in den Park und setzte sich aus«in« Bank. Er breitete«in« Tie Vorstellungen des Mannes über die Frau, nach der«r sich sehnt,- oder der einen Frau über di« ander«, der st« nachstreben will, haben sich im Laufe drr Geschichte recht oft geändert. Di« germanisch« Frau, di« ihren Mann auf seinen Kriegssahrten begleitet«, wurde abgelöst von der Frau der Frühgotik, di« in der Ritterburg wohnt« und von den Misine- sängern besungen wurde. Auf diese Zeit der weichlichen Frauenverrhrung folgt««ine Schmähgeil, an der auch die Reformation nichts ändern konnte. Ein« wichtig« Wandlung tritt erst ein, als di« ritterliche Kultur durch«in« bürgerliche in den Städten«bgelist wurde. Hier u»d auch fernerhin wird man sehen, daß das Frauenideal abhängig ist von der ökonomischen Entwicklung, uird daß«ine Aenderung des Frauenideals immer auf einer Berände- > rung der ökonomische« Grundlagen basiert. Im 18. Jahrhundert entsteht dann di« sogenannte „Mötresie", dir Herren. Sie ist oi« liebenswürdige, geistreiche und bel«sene Salondam« und legt viel Wert auf Aeußerlichkeiten. Aus jener Zeit stammen di« Schmink«, der Puder, das Schönheitspflästerchen nnd all di« schöne« Sachen, di« man heut« lieber auf dem Monde s«hen»röcht«. Di« Rokokodame ist aber di« Herrscherin auf d«m Gebiet« der schönen Künste, der Geschichte, der Literatur und nicht zuletzt der Politik. AIS Geliebte der Könige ist sie das Schicksal ganzer Dölkrr und Länder. Di« Frau komnrt hier«rsturalig zur Macht, wenn auch durchs Hintertürchen. Aber dieses Ideal der Fra» wird durch den«hernen Schritt der französischen Revolution hintveggefegt. Aeußcrlich wird die schlanke Frau modern. Das Korsett verschwindet, es folgt di« Frau der Romantik. Die? ist di« Zeit der stillen, vornehmen und freien Lebrnsauf- fassung des Bürgertums zur Zeit des Frühkapitalismus. Aber schon entsteht das urat Jndustrieproletariat nnd mit ihm eine neue Frau, die Frau der Arbeit. Dir Maschine hat di« Arbeiterfrau iu die Fabrik aus ihrem Heim vertrieben, di« Maschine hat die Frau entwurzelt, losgelöst von alten Formen, alten Äe- Zeitang übcr die Knie und'chliei im Augenblick. Ich sah die moralisch Müden: den Jungen, der der Einsamkeit des Anständigen müde wurde und den's in- Nachtlokal trieb, wo er zu trinken begann. Das Mädchen, das, des Kampfes Um seine Tugend müde, sich gehen ließ und im Psichl der verlorenen Seelen hin- wirbel:«. Nnd ich sah stark« Männer, dir, betrogen und entehrt, plötzlich müde wurden und anr Leben erkrank:«». Und!>ch sah alt« Männer und Fr'.uen müde, weil sie di« Hoffnung verlafsen Haiti, die Begeisterung geschwunden und die Enttäuschung gekommen war. Und sie verlangten nach der Ruhe und nach dem Frieden des Todes. Und ich sah die Invaliden und Zerbrochenen und Verwundeten, müde, müde,»rüde. Und ich sah alle die Unzulänglichen, di« nicht aus dem Stofs gemacht waren, d«r rauh genug ist, um sie-im Drängen und Kämpfe» um den Erfolg vorankonimen zu lassen. Und sie standen bemitleidenswert, hoffnungslos, erschütternd. Die ganze Welt schien so müde zu sei», io müde', müde, mud«. Wahrhaftig, wäre« di« beiden Freunde der , Menschheit nicht, sie könnt« nicht bestehen: der ' Schlaf und der Tod. wohnheilen und alter Sitte. Der Kaulpf nm die Frauenarbeit beginnt, sowohl in der Fabrik, als auch in der Hochschule. Der Ruf nach Gleichberechtigung wird zum Kampfgeschr-i',' Gleichberechtigung in jeder Beziehung. . In diejein Streite helfen den Frauen ab- geklärt« und klug« Männer, di« siqialistisch« Arbeiterbewegullg macht sich di« Frauenforde- rungen zu eigen, der Sieg wird immer inehr ausgedehnt, die Geburtsstnnd« der modernen Frau ist da. Wir sehen sie heut« überall. Wie sieht sie aus? Schon äußerlich betont sie di« Freiheit? Di« Insignien der alte« Zeit, die Locken nnd Zöpfe hat sie radikal abgesch»it- 'ten und trägt den Bubikopf. Sie trägt den kurzen Rock und zeigt ihre Beine, ob häßlich oder schön. Auf Toilette kann und will sie nicht viel Zeit verwenden, nicht Stunden vor dem Spiegel stehen, sondern mit einigen Strichen übers Haar soll daS Frisieren beendet sein. Korsette und ähnliche Dinge hat sie über Bord geworfen, sie zeigt ihre natürlichen Formen und ihr Grundsatz ist: Gefall ich dir, gut; gefall ich dir nicht, dann laß eS bleiben? Selbstverständlich ist sie im Berufe und will wirtschaftlich nnab- hängig sein von Elternhaus oder Mann. Dieser Will« hat di« Ethik unserer Zeit vollkommen gewandelt. DaS durch Jahrhunderte hindurch unberührt« Verhältnis zwischen Mann und Frau hat plötzlich di« erste groß« Berschiebnng erfahren. Znm erstenmal stehen sich Man» und ! Frau auf einer Basis gleichberechtigt gegenüber, di« die Grundlage unseres gesamten Lebens bildet: der Schaffung wirtschaftlicher Existenz. Heut« ist unS dies« Erscheinung schon so selbstverständlich, daß wir uns gar nicht inehr darüber aufregen und an all« Folgernngeu, di« sich aus dieser Tatsache ergeben, nichr mehr denken. Di« Vertreter des Gestern und die Gegner del Korrschrittes stimmen ein lautes Klagelied «Vor die Verderbtheit der Sitten der heurigen Jugend und der Frau im besonderen an, aber sie übersehen, daß in Wirklichkeit durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Fran«in« W rVTTTTTTTTT VT eTVrTTTTrTTTI'tTfTT irv W T T« T'T'V Das neue$rauenWeal. Bon Walter Plitt. — 3— solch stark Hebung des allgemeinen Echos eingetreten ist, wie es nur in ganz tvcnigen Augenblicken der Weltgeschichte gewesen ist. Zum erstenmal ist für weite Volksschichten das Grundproblem des Verhältnisses zwischen Mann und Frau gelöst worden. Es ist aus'der elendigen Verquickung von Interessen und Eigennutz, aus jeder Verfälschung durch nebensäch- liche Rücksichten uni» Erwägungen befreit worden. Das jung« Mädchen von heut« kann sich den LuxuS erlauben,«inen Mann nach seiner Wahl zum Mann« zu-nehmen, es braucht nicht auf MWst zu achten; infolge seiner wirtschaftlichen Stellung kann«S— lieben, wen es will und'braucht nicht zu heiraten,--wenn cs nicht will. Di« neue Stellung der Frau, brachte in unser« scheinbar so'„schlechten" Zeiten«inen Sieg des reinen Gefnbls über die Knechtung der Interessen.. Und diese Einstellung dcr fraulichen Liebe ist das Entscheidende an der modernen Frau. Alles andere: der Sport, ihre Sucht nach Wasser. Licht und Sonn« ist nur Begleiterscheinung, wenn auch k«in« unwesentliche. Auch di« Ehe Im„B ü ch« r k r e i s", Berlin SW 61, erscheint in Kürze dcr Roman„Die Rebellion des Ingenieurs Ka- rinsk" von Dmitrij Tschetwerikov. (Preis 4.ßO Mk., für Mitglieder Sonderpreis.); Das Buch hat in dcr Hauptsache das Ljebrs- und Ehe leben im heutigen Rußland zum Thema. Wir veröffentlichen heut« aus diesem Roman mir Genehmigung des„Bücherkreises"«ineu^nteressanten Ab-| schnitt- Währenddessen gelangt« Karinjtis Brief aus seiner Wohnuirg in die Tichanowitschs. Rjnscha, di« ihn hinbracht«, schwätzte unterwegs noch mit dem Hausmeister und zankt« sich mit einem Matrosen herum, der si« aus der Straße belästigt«.. Einem Gepäckträger ein« Schädelirepana- tion aufzutragen oder einen Schornsteinfeger «inen Konzertflügel stimmen zu lassen, ist weniger hirnverbrannt, als«ine alt« Jungfer in Liebesdingen zu Hilfe zu nehmen. Karinskis Brief wurde von Taut« Polja in Empfang genommen. Ludmilla Biktorowna war unglücklicherweise nicht zu Haus«, Tichonowitsch dagegen kam sehr früh zurück. Er tat das mit Absicht hin und wiedsr— zum Schaden seiner Arbeit—, um seine Frau kontrollieren zu können und st« in ständiger Angst vor seiner unerwarteten Rückkehr zu halten. Seit dem Augenblick, wo er zurück war, verlor Tante Polja fast den Verstand. Si« wurde rot«nb blaß, gab verkehrte Antworten und benahm sich ungefähr so wie eine Gattin^ die ihren Liebhaber unter denr Bett versteckt hat und der«s plötzlich einfiel, daß di« Pantoffel chres Mann«s, die er sicher brarrchen würde, unter dem Bett standen. Tichanowitsch schaute verwundert auf, das seltsame Gebaren der ausgeregten alren Jungfer. Si« lief jeden Augenblick ans Fenster und bekuirdet« offensichtlich groß«' Unruhe. Sie betastete den Brief, derr sic in ihr«r Jack« vrr- stecki hatte, verbarg chn dann wieder unter ein Kissen, in ihre Manteltasche, in den Einholkorb, Tas arm« Wurm hatte zum erstenmal in seinem Leben«inen Liebesbrief in der Hand. Schließlich ließ sie ihu mitten im Zimmer a» der sichtbarsten Stelle fallen und verlor vor Schreck- Denk- und Sprachvsrmögen. Si« erstarrt« und blick« mir verzerrtem Gesicht auf den Brief, als fei es der glimmend« Zünder einer Bomb«. hat sich gewairdelt. Das mütterliche und schwesterliche Ideal der neuen Frau gibt auch ihr ein« neu« Prägung. Di« Frau ist nicht nur Hausfrau und Mutter, auch nicht mehr Herrin, zu der dcr Mann betend aufschaut: sie ist Ka- nwradin und wahr« Lebensgefährtin. Sie ist nickt zunächst Frau, sondern Mensch. Freilich gibt es auch heut« noch die alten Typen. Noch gibt es si«. Das Proletariat befreit sich von diesen Ueberresten und strebt ganz denr Reuen zu. Die Frau wird Mensch. Nicht mehr lächerliche äußer« Formen werden über Wert und Nntvert der Frau entscheiden, nicht mehr Klei-, düng und Körper ausschlaggebend sein, sonderst dir innere Wert wird entscheidend sein für di« Wahl des Mannes. Aber ihr Männer nehmt euch in acht. Paßt auf, daß ihr nicht versagt. Seht in euch hinein und schlackt«ur« Herzen aus. Alte Romantik, alt« Herrschsucht und alte Rechthaberei gibt es darin noch zu viel. Befreit ihr euch nicht Yon diesen Ueberbleibseln ciner alten Zeit, dann wird di« Frau euch mitleidig über die Schultern ansehen. „Was-haben Sie denn da?" „Richt! Nicht!" kreischte sie, und froh, die Sprache wiedcrgefunden zu haben, legte sie lok, baß das ihr persönliches Geheimnis wäre, daß das' ihr Tagebuch wär«, nein, im Gegenteil, nichts von Bedeutung, nur der Wäschezettel... ach nein, gar nicht der Wäschezcttel, sondern einfach ein Stück reines Papier,' das sie sich geholt hätte, üm einen Brief zu schreiben— und da hat sie einen Schrecken gekriegt— wovor hat sie«inen Schrecken gekriegt? Sie hat einen Schreck gekriegt, tveil das sauber« Papier her- untergefallcn war und schmutzig werde» konnte... Tichonowitsch hatte inzwischen die.Anschrift gelesen. „Ein netter Wäschezettel. Ist Ludmilla Biktorowna ihrer Meinung nach vielleicht«in Laken oder em Kiffenbezug? Geben Si« mal her. Und bibbern Si« nicht wie eine Katze im Schnee. Wenn es für Ludmilla ist, dann werd« ich es schon nicht lese», seien Sie unbesorgt, aber seit wann sind Si« denn zuni Briesträger geworden, Polina Sergejewna?" Er legte den Brief auf den Tisch und schonte wcg, denn es zog ihn unwiderstehlich Es war. alles so gekommen, wie es kommen uiußte: der Tango, die kleinen, b»nt«n Liköre, seine Zärtlichkeit, die Mitleid hieß, die Tränen, der flüchtige Kuß, der Händedruck,«s war alles so gekommen, wie es kommen mußte... Und das, was da kommen mußt«, das Unerbittliche, hieß: Abschied. Das war der Sonntagabend. ES war ein Sonntagabend wir all« anderen. Sonntagabend«. Ein Abend mit einer kleinen Beklemmung vor dem nächstenMorgen, da man hinter dem Ladentisch stehen würde, ein Abend mit der kaum mehr bewußren Angst, die da hieß:„Werde ich morgen mit verweinten Augen aufstehen?" Ja, dessen wurde si« sich jetzt bewußt, jetzt, in der kalten, möblierten Stube vor einigen belegten Broten sitzend, vor einer Tasse kalten Tees, angesichts der sinnbctrübenden Tapet«, dessen wurde sie sich jetzt bewußt, daß diese Augst Gewohnheit war, Gewohnheit und Abgestumpfthsir. Und bei diesem Gedanken erschrak sie heftig. dahin, er wollt« so gern wissen, was drin stand. „So, da kann«r ja liegen bleiben." Und«r.wiederholt« in Gedanken, als wolle er sich überreden: „Da kann er ja liegen bleiben, ich werde ihn doch nicht lesen, er ist ja an Ludmilla adreffiert." Wenn sie kommt, wird er ihn Ludmilla geben und mit einem bitteren Lächeln sagen:„Bis jetzt haben wir immer gegenseitig unsre Brief« gelesen. Aber mir scheint, die Zeiten haben sich geändert.„Die Zeiten haben sich geändert"— das klingt gar nicht schlecht..Rein, man muß das boshafter sagen. Irgendwie viel boshafter."< Er hätte den Brief wahrscheinlich nicht gelesen,, ivenn Ludmilla Biktorowna rechtzeitig znriickgekommcn wäre. Aber während er so dasaß und' die unmöglichsten Vermutungen und Annahmen anstellte, verfiel er schließlich in einen vollkomurrn unzurechnungsfähigen Zustand. Er geriet iu Wut, sein« Lippen zuckten, seine Augen., waren blutunterlaufen wie..bei einem gereizten Stier. Er stürzt« ans Trlcphou. Jetzt würde cr sich gleich Klarheit schaffen.' Wenn Karinski nicht ju Hause war, dann waren sie also zusammen fort und dann.,. „Hallo. Ist Palvel Konstantinowitsch;u sprechen?" ,„Er ist sorr." „Danke sehr. Nein, ich werd« ihn schon an» ruscn." So. Vielleicht sollt« er noch weiter^ den Edelmütigen ipielcu und sich zum Narren halten lassest?. Er strriß den Umschlag. Draußen im Korridor iveint« Tante Polja. Nebenan wurde auf einer Mandoline geklimpert. Der wütende Stier hatte den Kopf gesenkt. Gleich wird er den Hemd auf die Hörner spieße il. „Lieber Ljud, ich m>lß heut« im Klub' sprechen, ich konnte unmöglich nein sagen. Inzwischen ist die Saat deiner Küsse vom Frost der Trennung vernichtet worden und ich möchte dir doch so gerne wieder helfen, dein Kleid zu- zuknöpfen, du würdest sehen, daß ich jetzt nach driner Strafpredigt das Gelernte tadellos kann..."" Wenn Karinski«ineni betrogenen Gatten eine Denunziation oder«inen anonymen Brief hätte schreiben wollen, so hatte«r die Untreu« der Frau gar nicht besser darsklleir und den Adressaten nicht mehr in Raserei versetzen können, als durch einen solchen Brief... Wie hatte er es gejagt?„Liebes, Kleines", so war es,„Liebes, Kleines, du weißt doch, was wir mal vereinbart haben? Kannst du dich besinnen, daß wir vereinbart haben, daß dn nicht weinen wirst, wenn-•." Dies „Wenn" war imm«r das gleich«, und dies« Tränen, waren sie nicht auch immer die gleichen, dir sie weinte, wenn der jeweilige„Er" Abschied von ihr nahm?.... Jetzt saß sie in dieser Stube, di« sie morgens verließ und abends betrat, si« saß auf dem Bett und weinte die obligaten Tränen. Es mag eigenartig klingen, aber es muß doch gesagt werden: es waren gewissermaßen Pfiichtträn«», die sie glaubt«, dem schuldig zu sein, den sie mit ihrer seltsam stummen, hingebenden Liebe bedacht hatte.. Hatte! Man mußte sich trösten. Man durste sich vor«jnen» Mann« nicht vergrbetl. Einmal— aber das war schon lang« her: i Ewigkeiten— hatte sie einem Rann« geschn«- V V V T T«T V T T V T't'fT'TI TrfTI Der LieveSvrtef. tropfen im otteere. Bon Ge r dl and. — 1— Ben:„Du, jetzt stelle ich mein Heiß in di« Rumpelkammer. Mag eS holen, wer da will. Du..." Di« hatte diesen Satz genau dehallen. Es kam ihr vor, als hätte«in Dichter ihn ge- schrieben haben können. Und der, dem rr galt, war dir Erste gewesen... Sie trat ans Fenster und blickt« hinunter «uf den schwarzen Schacht, der Hof genannt wurde. Hinter einigen Fenstern brannte Licht. Irr ihr war alles dunkel. Für st« war all« Freude, all« Lust, alle Süßigkeit der Liebe nur Episode, denn auch sie, ihr schmaler,' knaben- haster Körper, ihre beide» knospige» Brüst«, thre stammelnden Liebesworte, ihre ganze Weib«. liche Schmirgiainkeii waren den Männern nichts gukeres,.. Irgendwo sang«in Grammophon. Ein« Rachtschichtjircn« heult« auf. Plötzlich fühlt« sie, daß sie noch im Mantel war, noch den Hut aus dem Kopse hatte. Ein« Augst packt« sie uud würgt« an ihrer Kehle, ein« Angst vor dieser Stube, dieser Tapet«, dem krachenden, rächenden Schnarchen der Eheleute im'Nebenzimmer, eine Angst vor dem Morgen. Sie öffnete di« Tür und ging hinaus. Bald stand sie wieder aus der Straße. Sie ging mit blichlosen Augen an den schimmernden Auslagen der Schaufenster entlang. Ein Atem streifte sic. Worte klangen an ihren Ohren vorbei. Worte der Bereitschaft, der Begleitschaft. Sie achtet« ihrer nicht. Aber der Atem wurde intensiver. Und di« Wort« wurdcn dringlicher. Da dreht« fie sich halb" nur. Ein allerer Herr, sehr soigniert und gut genährt und gepflegt. Ein« Tanzkonditorei. Ein Stehschoppen in einer Bierhall«. Auto. Ein Hotelzimmer. Schummrige Beleuchtung. Und der Aitc mit hängenden Armen und sturem, ««lustigem, lüsternem Blick... ... Als sie«rwacht«, graute der Morgen. Sie wußte nicht gleich, wo sie sich befand. Als sie sich l>esann, sprang sie auf. Das Bett neben- au war zerwühlt und leer. Auf dem Kissen lag ein Geldschein.- Sie starrt« ihn nrit ungläubigem Entsetzen an. Dann schrie si« auf:„Das ist... das ist ja di« Straße!" Folterqualen des Mittel alters. Während des 1s., 15. und 16. Jahrhunderts, als sich di« Gerichte aller europäischen Länder der Folter bedienten, kanten insgesamt vier Millionen Mensch«» durch Folterqualen ums Leben. Di« Folterarten des Mittelalters über- rreffeu die. des Altertums an Grausamkeit- weitaus. Die einzelnen Fofterarten und die! Anwendung d«r verschiedenen Foltermittel waren genauen Vorschriften unterworfen. Die ausübenden Organe wurden bei ihrer Tätigkeit sogar strenge kontrolliert, damit der Gefoltert« nicht vor dem Geständnis starb. Wer etwa di« vom Richter vorgejchricbene. Folterart eigenmächtig erweitert« oder»ngcuan ausführt«, mnßt« der gleichen Strafe gewärtig sein, die er an dem berreffenden Opftr vornahm. Die mittelalterliche Menschheit war. von der rechtliche» Seit« dieses Quälmittelr überzeugt. TaS Wesen der Gerichtsbarkeit ist ja das Spiegelbild der Ethik ein«r Zeitepoche und die Kultur jener Zeit war tiefstechrnd»nd von barbarischen Wesenszügen stärk dr.rchskhh Ein« Christenheit, die das Leben nur als ein« Vorbereitung auf das Jenseits ansah,.für di« das Menschenleben ohnehin keinen Wert' hatte, geschweige denn das Höchsts- aller Güter därstellt«, hat diese Dinge anders aufgefaßt wie wir, die wir im Meuschenlebeu einersciis und im Schutze und in der Gesunderhaltung des Mensche» andererseits unsere höchst« Kulturausgabe erblicken. Di« mittelalterlich« Folter zerjicl in mehrer« Grade. Der Untersuchungsrichter, der«in Geständnis erpressen»rußt«, versuch!« es zuerst mit der„mildesten" Folterart, um bei negativem Erfolge sodann zur zweiten und dritten Stuf« überzugehen. Die anildeste Folter bestand darin, daß man dem Beschuldigten Hände und Gelenke fest verschnürte^ so daß sie bis auf Vic Knochen gequetscht wurden. Manchmal wurden st« auf de» Rücken gebunden. Dieser erste Grad der Folter konnte.verstärkt werden, indem man überdies noch Daumenschrauben ansetzte. Durch dies« Instrument« wurden di« Daumen fest zusammengepreßt, oftmals geradezu flachgedrückt. Eine große Roll« spielten die spanischen „Stiefel". DaS waren Schnürwerkzeuge, di« di« Beine, insbesondere die Waden, stark zusam- meupreßten. Di« spanischen Stiefel waren«in sehr gefürchtetes Folterinstrument. Der ztveit« Grad der- Folter bestand darin, daß niaü den Beschuldigten auf«ine Leiter zog, ihm spanisch« Stiefel vnsetzte,* seine Gliedmaßen überdies anseinandrrzerrl«, ihm schwere Gewicht« an di« Füße hing, di« je nach der richterlichen Anordnung aus Steinen oder Eisen bestanden, sie eventuell auch»och au sein« Hände hängte, und auf dem nunmehr vollkommen regungslos gemachten Menscheu herum- ' trampelt«. Hierbei gab es noch verschieden« Abstufungen: man konnte bei besonders harter Folter zweiten Grades entweder auf den spanischen Stieseln herumtrainpeln oder aber das Opfer mit glühenden Schwefelsäden bewerfen oder der Betreffende wurde an den auf den Rücken gebundenen Händen hiuansgrzogen und längere Zeit hängen gelassen. Den dritten Grad der Folter kann mau sich kaum vorstellen. In diesem Fall« wnrden dem Beschuldigten spanische Stiesel airgezogen, er wurde ans di« Älter gehängt, man tauchte Federkiel« in glühendes Pech oder in flüssigen Schwefe' und zündet« si« dann auf dem betreffende» Menschen an. Richt selten wurden auch Holzspänc in siedendes Pech getaucht und in bestimmte» Zeitabständen aus den Gefesselte» geworfen. Hierbei sucht« man sich besonders «ntpsindliche Körpertelle, wie beijpielswcise di« Augenlider oder den entblößten Hals auS. Besonders strafverschärfend war folgende Maßnahme: Man bohrt« spitze Hölzer unter di« Nägel des Beschuldigten und sengte ste au. In verschiedenen Gegenden Deutschlands gab es überdies noch speziell« Marterwerkzeuge. Der„spanische Bock" zum Beispiel, der in Mecklenburg in Gebrauch stand, quetscht« den ganzen Körper auf di« entsetzlichst« Weise«i». ES gab ferner noch die„spanisch« Kappe", di« man in Oberitalien gebrauchte, den„Schwitzkasten", di«„englische Jnngsran", die«US einem mit Stacheln auSgelegten Panzer bestand und di« verschirdentlichsten kleinen Marterinstrument«. di« sich heut« noch in Museen vorfinden. Bedenkt man, daß di« Folter erst im 18. Jahrhundert abgeschafft wurde, daß man sie in Frankreich zum Beispiel bis zum Ausbruch der Revolution a»wandle, und daß erst Friedrich der Große sie in Preußen aufhob, so Wird man -sich nicht weller Wundern, daß die ganze Menschheit eigentlich stift biß in unser« Tage hinein unter seelischem und geistigem Druck lebt, den die herrschende Oberklasfe wohlweislich nicht, mildert«, da Loltec üiO Gewissenszwang ihr Herrsch- und MachtiniM war ——— Heiteres.—— Grund.„Warum werden wohl im Spät« sommer di« Blätter der Bäume im Stadtpark rot?"—„Kunststück, daß sie crröten bei dem, was sie alles in den Sommernächten unter sich sehei müsse»!" Der Bundesgenosse. Mit Entsttzen bemerkt- der Pfarrer einer Dorfkirche, wie ein Jnugc von der Empor« herunter Rüste auf seine im Kirchenschiff sitzenden Andächtigen Wirft. Unschlüssig, was er tun soll, blickt rr in di« Höhe.—„Predigen Sie ruhig weiter, Herr Pfarrer", ertönt da die Stimme des Missetäters,„tvenn cen«r schläft, schmeiß ick!" > t.v rrvv vvvwvvvvv*> v r, Schach-Ecke. Alle Zuschriften und Anfragen an Ten. Wenzel Scharoch. Zwettnitz Nr. 6& bei Teplitz-Cchönau. Ale» A»fragen ist Retourmarke seizulegen. Schachaufgabe Nr. 25. Von Rudolf Büchner, Erdmannsdorf in Sachsen. Original. Schwarz- Ke5; iA2; Bdl. 67, eil. e«, k4(7). abod.egh 8 « 8 4 8 2 1 ab-odef g h Weift: Kg7; Dg2: Le7; 8b4; Bg4($). Matt in 2 Zügen. Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an oben genannte Adresse zu senden. Lösungszug zu Nr. 22: Lg8—es! Richtige Lösungen sandten nachfolgend» Genossen ein: Patz Alois. Zuckmantel; Ulbert Rudolf, Prosseditz; Walter Lud. und Robek Franz, Kwitkau; Schlosser Heinrich und Ämter Bud., Graupen; Kammei Anton und Wegricht Karl, Tetschen; Schmieder Albin, Kata- rinaberg; Gottfried Hane, Uridil Johann und Gruber. Josef, Holleischen bei Staab; Scharoch Franz, Wisterschan; Hom Franz, Behrn.- Kamnltz; Koukal Eduard, Trupeohitz; Till» Josef, Loosdorf; Hyria Josef,'Hostömitz; Tibi Josef, Obergeorgental; Bachmann Reinhold. Tisch au; Müller Rud. und Nickel Karl, Eichwald; Demel Rudolf, Sehirmdorf; Adolf Wenzel, Amsdorf bei Haida; Schöpka Josef, Eidlitz; Zeismann Rudolf und Veith Ferd., Politz a. d. E.; Hälbig Johann und Bräutigam Anton, Bergesgrün; Kibitz von Georgen- tal; Hieke Josef, Meistersdorf; Vogel Josef, Söböehleben. Nachtrag zu Nr. 21: Zeismann Rudolf und Veith Ferdinand. Politz a. d. E.; •Ondraczek Josef, Brünn. Briefkasten. , G. Karl, Bodenbach. Aufgabe gut verwendbar; kommt in Druck. H. Josef. Meistersdorf. Nr. 1 und 3 sehr hübsch, bei Nr. 2 gefällt mir der Schlüsselzug nicht. H. Otte, Saaz. Nr. 4. Unlösbar nach 8etz-e5 folgt Sb5 x c3 oder Sbfe-ü6. N. S müßte der w. K statt auf f auf kk stehen, da sonst der sehw. K auf f5 ein Fluchtfeld besitzt. An alle Problemkomponisten.: Bitte di» Aufgaben immer der Reihenfolge nach zn numerieren, da bei Mehr Einsendungen di» Kontrolle leichter durchzufähren ist