22, Unterbaltunsöbeilaoe. 1»M. Sie anbeten Jungfrauen van Srleans. A«m 500. Todestag Scanne de'Ares Im 1L Jechrhunderr gab es in dem von den Engländer» heiingesuchten und gebrand- schätzten Frankreich«inen eigentümlichen Beruf. Unabläjsig traten in allen Ecken des auS- grjaugteu Landes Leut« auf. di« behauptete:«, vsu Gott selbst mit der Besreiung Frankreichs vom Joch der Brite» beauftragt zu jein. Auster der berühmten Jean«« d'Arc, die am Zü. Mai anno domini 1431, als» vor genau 5VS Jahren. vo«r den Engländer» als Zauberin verbrannt! wurde, kam keinrr und keine von diese« Männern und Frauen zu allgemeiner Anerkennung. Die Prüfungen, denen Kirche und weltlich« Obrigkeit fie zur Feststellung der Echtheit ihrer angeblichen göttlichen Mission unterwarfen, wäre«« zu Peinlich. Die Seher und Seherinnen wurden von den erzürnten Gerichten oft zum Tode oder zu unangenrhnien körperlichen Stra- fen verurteilt. Dieses Schicksal erlitten allein im Jahr« 1420 beispielsweise„Catherine" in La Rochelle, zwei Bretoninnen, von denen«ine in Paris verbrannt wurde, und ein geistes- gestörter Hirtenjunge, der« die Engländer zur Abwechflung ertränkten. Di« Chancen der Heiligenkarriere standen also, wie man sieht, in keinem Bechältnir zu seiner Gefährlichkeit und dennoch fand«» sich immer wieder vor- nchmlich Frauen, dir ihr Glück darin machen wollt«. Die erfolgreichste aller„falschen Johannen" ist je« Dame getvesen,» die 1438, fünf Jahr« nach der Verbrennung der echten Jeauue, in Lothringen auftaucht«. Si« nanute sich die Jungfrau von Orleans und erklärte, nie ge- storben zu jein. In diese Angabe der phanla- sievollcu Dam« können keinerlei Zweifel gesetzt werden, da sie«den noch niemals mir dem Scheiterhaufen Bekanntschaft geschlossen hatte. ES war in der Umgegend von Metz, im Moseltal, und Johanna war hierhrrgekommen, um die beiden Brüder der echten Jeann« auszusuchen. Diese Herren nahmen aus heute nicht mehr ganz erklärlichen Gründe», vermutlich aber, weil die Hochstaplerin ihnen rin lohnender Geschäft versprochen hatte, die Wiederaufer-, standen« freundlich auf. Patriotismus kann man nicht als Entschuldigung für di« beiden Brüder anführen, da die Franzosen damals diese Jmponderabili« noch nicht kannten. Jedenfalls bestätigten sie, daß Johanna Johanna sei. Das Gerücht von dem lebenden Leichnam drang nach Metz, und schon erschienen di« erste» Jünger ans der Bildfläche. Begleitet von d«r Gläubigruschar, hielt di« Tor« festlichen Einzug: in di« Stadt, hoch zu Pferde and iu Geichnissen von rätselhafter Tiefe sprech«. Niemand»erstand fie recht, und so können gerade wir modernen Menschen gut verstehen, daß jeder sie für rin bef»nd«r«S heiliges und geniale» Wesen hielt. Die Anhänger der geschäftstüchtigen Frau vermehrt« sich iu der Potenz, und die Befreierin Frankreich» sah sich bald nach Betätigungsfeldern um, di« ihrer gestiegene« Bedculnng mehr entsprächen. In Luxemburg errang sie da» Vertrau« der Herzogin Elijabech, und damit halt« der Ruf der fatschen Joanne seine endgültige Weihe emp- sangen, lieber di« wahr« Jungfrau von Orleans kurfierten iui Volk all« möglich«« Legenden und Prophezeiungen. Die Phönix- Johanna halt« sie trefflich studiert und nutzte fie natürlich weidlich aus. Ein« Wahrsagung, die von Jeann« d'Arr selbst herrühr« soll, be sagt«, daß aus Rom eines Tages«in« neue Kriegsheldin komm« werd«. Dir Präteudeu- tin erklärt« deshalb, daß si« frisch aus der! Siebenhügelstadl importiert und vom Heiligen' Bat«r mit all« Ehren und Anszeichuuugen mtlaflen sei. Aber» weh: eines Tage» bereitete Jo-! Hanna alias Johanna ihr«« Getreuen großen seelischen Schmerz. In Arlou hatte sich ein eleganter deutscher Edelmann leidenschaftlich in dies seltene Gewächs verliebt. In seinen ach so unheilig«« zärtlichen Armen entfloh di« Jungfräuliche nach Köln, wo sie sich exlom- mnuizieren ließ. Bald jedoch wendete sich das nie erhofft« Glück— für den jungen Man«. „Johanna geht und niemals kehrt sie wieder." Ern Herr Robert des Armoists hatte^em armen deutschen Kavalier ihr keusches Herz geraubt, und so begann in dieser Siadi ein neues trautes Familienleben. Tarnt finden wir Johanna plötzlich inmiireu»r>n Kriegs- scharcu in Poitou wieder. Sie korrespondiert von neuem mit dem König und den Städ.eu, zieht iu Tour»«in, in Orleans, in Paris. Hier ereilt sie ihr vermutlich schauerliches Schicksal. Bor. dem Pariser Gerichtshof wurde fie verhört, ihr ganzes unfrouiines,„unechtes" Leben enthüllt. Bon jetzt an ist ihr« Spur verloren, untergetauchr im Dunkel der Geschichte und des Kerkers Wer diese falsche Johanna, der man geistig« Gaben nicht abspreche« kann, getves«, woher dieses Genie der Hochstapelei kam, was aus ihr geworden'st, «iß man nicht. In Metz ab«r, im Haus d«S Herrn des Armoises, wuchs« di« beiden Söhn« heran, die si« ihrem Batt« geschenkt halt«. Biele hundert Jahre später, im großen Kriege, schien sich di« Prophezeiung Jeann« d'Arr», daß ihr eine Nachfolgerin ersteh« würde, nochmals zu erfüllen. Diese modern« Jungfrau von Orleans, namens Claire Ferchaud, bot im Jahre ISIS dem Präswente« Poincar« an, die Führung des Heeres zu übernehmen. Nnbegreiflicherweis« lehnt« das Staatsoberhalspt diesen selbstlosen Vorschlag ab. Da im Trubel der Kriegsjahr« kau« jemand in Deutschland von diesem wunderlichen Mädchen«rfuhr, ist si« bei unS nicht bekannt geworden. Und doch lohnt es sehr, die B«-. kanntschast der guten Claire zu machen. Ihr Leben ist der schönste Komödienstoff, den man sich denken kann. Mademoiselle Ferchaud wurde im Jahre 1896 in Loublande bei Poitiers geboren. Si« erhielt«in« r«cht summarisch« Schuldildnug. Da Claire anscheinend nicht sonderlich Hellen Geistes war, kann jener Mangel manches erklären. Das hübsche Mädchen, das wegen der kriegerischen Unabkömmlichkeit der mänulichen Dorfjugcnd arg unter Langweil« zu leiden hatte, setzte eines Tages den Ortspsarrer davon in Keuutnis, daß sie Gesicht« habe und«ingehende Bericht« aus der Engrlwelt empfange, die sic in einem Tagebuch, wohl einer Art Pocsiealbnm, ausgezeichnet habe. Der brgei- steri« Priester, der Goil für diese nützliche Ent« dcckutig warm gedankt haben mag. sandt« Claire in»„Kiosier zum heiligen Herzen" in Parav- !e Monlal, wo sie herzlich bewilltomniner wurde und Ermunterung fand. DaS geschah im November 1916. Bo» diesem Zeitpunkt an begann das liebe K nd ganz nach dem Muster der begnadeten Jeann« d'Arr als Heilige, Pro. «cheuu und Generalfcidmarjchallin ankznirereu. E:a Ausschuß eifriger Geistlicher nahm«in« tluiersuchung ihrer Angabe» vor und gelangte L» dem Rrjultar. daß au ihrer gönticheu Jn- fpira-ion nicht zu zweifeln sei. Ti« j. nge Tam« wurde ermahnt, an di« Gerreräle an den Fronten Briefe z» schreiben, mir Instruktionen darüber, wie fie den Krieg zu führen hätiru. Es ist nicht bekannt geworden, ob di« französische Armee«in« ihrer Niederlagen der Jeann« d'Arr Nummer 3 verdankt. Schließlich ließ man das Fräulein, nach Paris reisen und Poincar««ine Audienz erteilen. Claire überbracht« dem Präsidenten di« Mitteilung, daß Frankreich seines Sieges vollkommen sicher sei, aber unter der Voraussetzung, daß auf sein« Fahnen das heilige Her- gestickt würde. Wenn auch Poincarö ablehnt«, so solgten zur Freude der Industrie doch viel« Mannschaften und Offizier« der alliierten Armeen dem Be. sehl Claires aus Ferchaud und l«gten sich Medaille» und Knöpfe mit dem Bilde des heiligen Herzens zu. In-er Heimat der Jungfrau war der Glaube an ihr« göttlich« Sendung aus gejchäft- kichen Rücksichten allgemein. Di« braven Einwohner dieses abgelegenen Nestes bewerteten di« mächtige Blüte des Fremdenverkehrs als«in herrliches Geschenk des Himmels. Rückte doch Loublande zu einem besuchten Wallfahrtsort auf, nachdem der Bischof von Poitiers«in« eigene Kapelle dort gebaut und«inen befände, ren Orden für di« Jünger Claires gegründet hatte. Ob Claire Ferchaud heute noch lebt, ob die dahinströmenden Jahr« ihren Heimatort sei- ncs Glanzes wieder beraubt haben, oder ob noch immer gläubig« Pilgcrscharen auf den staubigen Straßen von Vienne nach Loubland« wallfahren, um das Wunder mit eigenen Augen zu sehen, ist dem Verfasser nicht bekannt. Jedoch hält er es für leicht möglich. Friedrichs. Liergeld. Eines, der merkwürdigsten Kapitel der kapitalistischen Wirtschaftsordnung heißt Tiergeld. Die Einheit im Vermögen eines Tier, geldmagnaten— solche Leute gibt es tatsächlich — ist«i» Biber. Für fünf Biberfelle tauscht man«inen Silberfuchs ein. Für zwei Marder erhält man«inen Biber. Mit diesem sonderbare» Gelbe wird auch heute noch wirklich gehandelt. Wo? Im nördlichsten Amerika, in Kanada und Britisch Kolumbien vom Atlan- tischen bis zum Stillen Ozean, aus einem Gebiet«, das gerade so groß wie ganz Europa ist, Rußland inbegriffen. Dieses hübsche Stückchen Land hat genau vor 860 Jahren ein „Königlicher" Freibrief Englands einer kleinen Schar Geldmenschen übereignet mit den Ho- heitsrechten und vor allem mit dem Recht, in den di«„Hudsonbai" umgebenden Ländern Handel zu treiben. Schon dies« Hudsonbai selbst hat«ine dunkle Geschichte. Denn, neunundfünfzig Jahre vor dieser Uebereignung richtig entdeckt, hat st« ihren Entdecker,«inen englischen Kapitän Henry Hudson, nach dem sie bis heute den Namen trägt, das Leben gekostet. Diese Meeresbucht ist gerade«ine Million Quadratkilometer, also doppelt so groß wie Deutschland. Sie ist«in ungeheures Meer, und inmitten der Wasserwüste wurde Hudson mit. seinem Sohne und sieben Matrosen in einer Schaluppe von seiner meuternden Mannschaft ausgesetzt. Er ist für immer verschollen, vcrhun- gert, erfroren, ertrunken, wer weiß wie um- g« kommen. Aber die Länder um dieses Meer, die er entdeckt hatte, lenkten und lenken bis heut« «inen Geldstrom nach England. Ungeheure Lärchen- und Föhrenwälder bedecken dieses nördlichste Amerika, und in ihnen befindet sich «in Paradies von Pelztieren. Füchse aller Art, vom kostbaren Silberfuchs bis zum Blaufuchs, Weißfuchs und Rotfuchs, Nerze, Marder, Bären, Skunkse, Bisamratten, Ottern, Hermelin«, Iltisse, Seehund« beleben diese ungeheuren Einöden und di« Seeküsten in einst geradezu unermeßlichen Mengen, di« allerdings jetzt allmählich schwinden. Immerhin geben Die letzten erreichbaren Verzeichnisse noch hübsche Ziffern am In einem Jahr« laufen in den Hände» der„amtlich" so benannte» „Oberhändler" 2,850.000 Bisamrattenfcll« zusammen, 520000 Seehunde, 130.000 Biber, ebenso viel« Zobel, 200.000 Nerze, allerdings auch dort im Pelzparadies nur 1500 Silber, füchse(von denen man mehr züchtet denn jagt) Die Leiter dieser merkwürdigen Jagdan- statt sind lauter Schotten, di« Jäger und Reisenden aber fast all« französisch« Mischling« und reine Indianer, di« in schrecklichen Einsam- leiten und Wintergesahren einem der schwersten aller Abenteuerbcruf« nachgehen und ihre Beute regelmäßig auf den 152 Posten abliefern, di« wieder über 33 Distrikt« und 4 Hauptstellen Schiffsladungen von Pelzen in di« zivilisiert« Welt schaffen. Biel behalten natürlich Reuyork und London, aber«in ganz erheblicher Teil dieser Pelzberge sammelt sich auch auf der weltberühmten Rauchwarenmesse von Leipzig. Seinen früheren Büchern, di« ihm - längst den Ruf eines meisterhaften Reporters eingetragen haben, hat Egon Erwin Kisch«in neues hinzugesügt(„Prager P i t a v a l", Verlag Erich Reiß, Berlin), das eine reich« Fülle von frisch und flott geschriebenen Berichten über bekannt« und verschollen« Kriminalsäll« enthält. Der Autor erzählt vom Scharfrichter Wahlschlager, vom Fall des Generalstabschefs Redl, vom Friedhof der Sträfling« in Pankratz, aber er durchstreift auch weit und breit di« Welt und b«richt«t ans der Kriminalgeschicht« vergangener Zeiten interessante Begebenheiten. Dem lesens- tverten Buch« entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlags das folgende Kapitel: Di« Kasematten des Spielbergs haben mit all ihrer Schrecknis di« Inquisition lang« überdauert und den Bastillensturm. Schaudernd schauten Napoleon und, wie in„Krieg und Frieden" erzählt wird, sein« russischen Gegner vor der Schlacht bei Austerlitz auf das uner- bittlich« Gemäuer. Börne hatte recht, als er den Spielberg die„Graalsburg reaktionärer Willkür" nannte. Tausendjährig ist dies« Fest«, hundertmal umgebaut und verändert, seit hier die Fürsten des Großmährischen Reiches laßen. Jetzt umgibt«in öffentlicher Park di« Zitadelle, und in Wänden sind das Ersatzbataillon eines Infanterieregimentes,«in« Feldkanonenbatteri«,«in« Scheinwerfcrkolonn«,«ine Brieftaubenabteilung und— ein Garnisonsarrest. Zur Zeit der mährischen Wojwoden und Markgrafen mag neben der Zugbrücke di« Blechtafel noch nicht verkündet haben:'„Die Prophylaxe- Station befindet sich hier. auf der Wachstube." Ucber de» Wallgraben führt«in« Steinbrücke, deren Brüstung fossil« Kanonenkugeln schmücken, Felsen und Backstein« sind die Festungswänd«, aus deren~ Ritzen• wuchern Sträucher hervor und Gras und Moos. Vom Kasernenhof steigt man hinab. Unten quf der Bank sitzt«in« Bäuerin und streichelt ihren Sohn, den Mekruten; der kaut mit vollem Munde«inen böhmischen Kölnischen und nestelt an dem Ranzen, den Mutter mitgebrücht. Die Sonne strahlt, die Tür zu den Kasematten ist' offen, und unvoreingenommen tritt man«in, unpräparierten Gefühls sozusagen, aber schon, wird man von Grauen geschüttelt. Bon den Mauern eines stockdunklen Kellers weht feuchter Moder hernieder, Katschen von den Wölbungen unaufhörlich Wässerftopfen in Bis so«in Fuchskragcu als Erfüllung heißer Wünsche zum ersten Mal« wärmt, ist er durch zahllos« Hände gegangen, hat viel« Länder und Meere durchquert, die halbe Erd« umkreist. Und immer wieder hat ein« Profitrate au einem Zwischenhändler abgeworfen. Im armseligen Tauschhandel hat der ärmste Teufel von Indianer oder Waldläufer, der oft sein Leben, immer aber seine Gesundheit daran wagt, am wenigsten davon gehabt; fast alles von seinem Wert« blieb an der Kette der Kapitalistenhänd« hängen, das meiste in den Kassen‘ der hoch mögenden Hudsonbai-Kom- pagni« zu London, deren 2500 Aktionäre ein Stück Urnatur entvölkern ließen und vom grünen Tisch aus Tausende von Menschen übernr Meer« imnrer wieder hinaussenden in Selbstaufopferung und Todesgefahren. Dr. R. Franc«. Pfützen, zu denen sich ihre Vorgänger bereits vereinigt haben. Ein schmaler, nasser, finsterer Gang. Hier waren sie nicht untergebracht, di« Feinde d«S Staates, hier hätten sie gehen können, sich bewegen und miteinander sprechen, und das mußt« di« autoritär« Energie verhindern mit jenem Mut gegen Wehrlos«, der die einzig verächtliche Art von Feigheit ist! Rechts und links des üblen Korridors hatte man aus Balken und Blöcken vierunddreißig Käfig« gezimmert, für je«inen Häftling; dort, in einem Raum von zwei Kubikmetern, wurde «r angeschmiedet, man stopft« ihm di« durchlöcherte Eisenbirn« in den Mund, aus deren : Oesfnung Peffer auf di« Zunge des Durstigen sickert«, preßt« sein« Finger in Daumschrauben, seine Atm« in stachlige Stahlmanschetten, spannt« ihn auf di« Geig« oder zwickt« ihn mit glühenden Zangen, und von der Decke fiel/ wie heut«, Wassertropfen auf Wassertropfen, immer auf di« gleiche Stelle des Festgeschmie- heten, der oft nicht einmal vergeblich« Schrei« des Schmerzes ausstoßen könnt«, da er geknebelt war.'S Wer waren di« grausamen Verbrecher, die man in so grausamer Halt halt«» mußte? Sylvia Pellico aus Salluzo, der mädchenhaft zart« und fromme Dichter der„Francesca di Rimini", büßt« hier acht Jahr« lang seinen Frrihritstrauui. Hier entzündete sich unter der Eisensessel das Kni« seines elegischen Freundes Pietro Mariojicelli; man mußt« das Bein aniputieren, ohne daß Leinen, Binden oder Eis di« Operation gelindert hätten. Ein zweiter Freund und Carbonaro, der juno« Graf Fortunato(sic!) Oroboni, starb hier gräßlich an Blutsturz; vor den Fenstern Pellicos, dessen Zell« der sein«» so nahe gewesen, bestattet« man ihn. Der lfranzösische Anhänger der Carbonari, Alexandre Andryan«, erlebte hier di« tragischste Tragödie des Schriftstellers: Tag und Nacht, Jahr um Jahr hatte er sein Werk über das Wesen der Menschheit geschrieben, zum Teil mit abgezapficm Blut, doch als di« Zell« durchsucht wurde, fand man das Manu- kript und verbrannt« es, sein Leben, sein« Lehre, seinen Ruhm und sein« Hoffnung. Ein anderer Franzos« kam durch Verrat hierher, ohne einer Tat beschuldigt zu sein, die unter die österreichisch« Gerichtsbarkeit fiel... Man tritt von Zell« zu Zell«, das Licht der mitgebrachten Karbidlampe huscht scheu über abgebröckelt«, feuchte Wände, die«rbar- müngslos schwiegen, wenn jahrhundertelang 3n den Kasematten desergS. »öh«gon Srtoin Ktfph. — S— das Wehklagen der Verzweiflung ste beschwor, di« herzlos aushielten, wcnn knöchern gewor- den« Finger sie im Wahnwitz von der Stelle zu schieben versuchten.„Freiheit willst du?" ruft der Tyrann dem Rebellen entgegen,„du sollst erfahren, daß du sie hattest". Und so saßen hier in Zeiten de- Dreißigjährigen Krieges jene Defensoren und Direktoren, denen hab-tmrgische„Gnade" erspart hatte, gevier» teilt, geköpft oder gehenkt zu tverden, so saßen hier di« frommen Mährischen Brüder und di« jüdischen Opfer des Jesuitentums, so saß hier, von seinem Rivalen Prinz Eugen«ing«kerkert, der kaiserliche Feldzeugmeister Bonneval, der nach endlicher Freilassung zum sagenhaften türkischen Feldherrn Achmed Pascha wurde; hier schmachtet« in Ketten der Kreishauptmann Karl Ritter von David, der im Erbfolgekrieg gegen Maria Theresia und für Karl VH.(den Bayern) Partei ergriffen hatte, hier endet« durch Gift der toll« Pandurenobrist Franz Freiherr von Trenck, seines Vetters würdiger Vetter, so starb hier, Dank vom Hans Oesterreich, der Feldmarschall Georg Olivier Filang- hieri, der beredte Pater Don Marco Joruni, der Markgraf Guido Pallavicini und der Cont« Frederico Confalionieri,— Hochverrat Hochverrat. Und Feind« aus dem Ausland: der königlich-sächsisch« Hofkanzlist Menzel, der an Friedrich den Großen das Bündnis zwischen Oesterreich und Dachsen verraten und dadurch den letzten Anlaß zum Beginn des Siebenjährigen Krieges gegeben, der sächsisch« Marschall Schöning, der in vollem Einvernehmen mit seinem Kurfürsten«in Bündnis Sachsens mit Hannover und Frankreich angestrebt hatte und deshalb von d«r Wiener Polizei während eines Badeaufenthaltes in Teplitz festgenom- men(ähnlich wie in Karlsbad zu Beginn des Weltkrieges der serbisch« Generalstabschef Put- nik) und ungeachtet seiner Gicht in di« Feuchten Höhlen des Brünner Felsens geworfen wurde. Inner« und auswärtige Politik, di« Staatsminister für Justiz und di« für Kultus und Unterricht, di« Kommissionen und Kammern und Prokuratoren aller BerwaltungSzwcige, di« Herrscher mit dem Beinamen„der Gütige" oder„der Glorreiche", der„Aufgeklärt« Absolutismus und die konstitutionell« Demokratie" — ihrer aller ultima ratio hieß: Spielberg. Kein« Revolution fand sich, oh, du mein Oesterreich, di« dies« Bastille gestürmt, ihre Wälle> d«m Boden gleichgemacht hätte... Die WWe llna«. Die singenden Sandhügel der arabischen Wüst«, deren bisher unbekannt« Teil« die Expedition von Bertram Thomas kürzlich«rsorscht hat, stellen«in Naturphänomen dar, das durch mehr als«in Jahrtausend zu phantastischen Reiseerzählungen und zur LcgrndenbWung Anlaß gegeben hat, doch kaum je an das Ohr vieler Weitzer gedrungen ist. Di« Musik der Sandhügel schwankt zwischen dem dünnen, hohen Schwirren einer Harfe bis zum dumpfen Dröhnen ferner Trommeln. Ein arabischer Reisender beschreibt st«„als den sanft ersterbenden Nachhall des Läutens einer riesigen Glocke", während ein anderer Reisender aus den Sanddünen„einen so heilen, durchdringenden Ton" vernommen haben will,„wie wenn man mit dem befeuchteten Finger über den Rand eines Wasserglases fahren würde". Di« Musik des Sandes ist jedoch nicht aus die arabische Sandwüst« beschränkt. Im südlichsten Kalifornien, das ja ehemals in seiner ganzen Ausdehnung Wüstenland gewesen ist, lebt die Sag« von einem vom Treibsand begrabenen Kloster. In Südafrika gibt es Gebiete, wo di« Sanddünen dem menschlichen Lachen ähnlich« Geräusch« hrrvorbringen, und „weinende Sanddünen" wurden in der westlichen Sahara, zwischen Timbuktu und Marokko, vorgesunden. Kauai, ein« Gruppe der Hawai-Jnseln, ist durch ihre„bellenden Sanddünen" berühmt. Wie kommt nun di« Musik des Sandes zustande? Darüber gibt es mehrer« Theorien. Di««inen behaupten, daß di« Aneinanderreihung von Millionen und aber Millionen Sandkörnern ungefähr gleicher Größe die Ursache der„Stimme der Wüste" sei. Ein anderer Erklärnngsgrund besagt, datz di« Iandkörn«r von mannigfachen Salzen überzogen find, di« nach Verdunstung des Wassers unzählige Membran« bilden, welche durch die Reibung des Sandes in Schwingungen versetzt tverden. Aber auch di« unmittelbar« Wirkung des Windes, Schwingungen als Folg« der unbeschreiblichen Hitz« und Trockenheit, der Widerhall unterirdischer Höhlen und elektrische Phänomene sind von den Naturwissenschaftern zur Erklärung des Gesanges der Wüste herange- zogrn worden. L. K. Sin für Flieger gefährlicher „Magneiberg". In der Frankfurter Wochenschrift„Die Umschau" macht Professor Dr. Hennig nach Mitteilungen des Fliegers King-sord-Smith auf di« für Flieger sehr gefährlich« Näh« von Neufundland aufmerksam. Tort versagt« der Kompaß, daß der Flieger vollständig di« Richtung verlor und mit seinem Flugzeug„Sou- thern Croß" statt nach Südwest in Richtung New?)ork nach Nordnordwest weiter flog und dadurch beinah« verunglückt wäre. Auch den berühmten Amerikafliegern Hermann Köhl und Freiherr v. Hünefeld versagt« vor drei Jahren nachts in derselben Gegend der Kompaß in genau derselben Weise; sie hatten jedoch klares Wetter und konnten sich nach den Sternen orientier««.- Grwöhnilich herrscht aber über Neufundland starker Nebel,, und Äingssord- Smith ist daher der Ueberzeugung, daß di« vielen verschollenen Flreger der Jahr« 1L27 und 1928 in jener Gegend durch Versagen des Kompasses di« Orientierung verloren, ins Ungewiss« steuerten und nach Erschöpfung ihre- Brennstoffes ins Meer stürzten. . Ein solches regelmäßiges Versagen des Kompasses in der Näh« von Neufundland hält Professor Hennig für^srhr wahrscheinlich, weil Neufundland überaus reich an Eisenerzen ist, so daß es gewissermaßen«u«„magnetische Unriese" von großem Ausmaß« bildet. Derartige Störungsstellen gibt«S auf der Erd« noch mehrer«, z. B. am Jlsenstein im Harz; allerdings haben die bis jetzt bekannten nur «inen sehr geringen Umfang, so daß sie für Flieger nicht gefährlich werden können, wie es anscheinend di« magnetisch« Untief« von Renfundland ist. In diesem Zusammenhang erinnert Hennig an die mittelalterliche Sage von dem für die Schisfahrt gefährlichen Magneiberg, der hier in gewissem Sinne für den Flugverkehr in gefährlicher Weis« aufgelebt sei. Flugzeuge müßten dieses Gebiet also umgehen oder vielmehr umfliegen, und wenn einem Flieger da8 nicht nröglich wär«, müßt« er sich in anderer Weis« als durch den Kompaß orientieren, etwa durch«in« mitgesührte Funkanlage. Bt. Rückfall. Bon Gino Sforza. Ein Mann, der in seiner Jugend gestich- len hatte, kam nach zwanzig Jahren zurück in sein« Heimat. Er dacht«, die Zeit hätte di« Erinnerung an seine Vergangenheit auSge-. löscht. Einig« Ersparnisse besaß er, die er irr langjähriger harter Arbeit gesammelt hatte; di« benützt« er, um ein bescheidenes Lädchen aufzumachen. Das Geschäft blüht« und der Man» nahm wieder den Verkehr mit den frühere» Gefährten auf und ging an Feiertagen mit ihnen ins Wirtshaus zum Kartenspiel. Er tat. sogar noch mehr: er zeigt« sich in der Kirch« und gab den Armen Almosen. Man fand, er sei«in guter und gefälliger Kamerad. Wie die Ding« lagen, dacht« er daran, sich, wie man«s nennt, eine Familie zu gründen. Alt war er noch nicht, Geld hatte er auch, und an schönen Mädchen fehlt« eS nicht in der Gegend. Auf eine warf er ein Auge, und fi« sagt« nicht nein. Und da er nun gern nach der Ordnung verfuhr,- sprach er mit dem Vater, mit dem«r sich gut stand. Der Vater war grundsätzlich nicht dagegen, schon wegen der nicht zu verachtenden Vermögenslage des Freier-; nur— es war da ein Aber... Der Mann begriff und gab den Gedanken ans Heiraten auf. Ter andere aber, wollte ihn irgendwie trösten und fügt« hinzu: s „Du lieber Himmel, warum hast du dich damals nur kriegen lassen? Denn, weißt du, da- Schlimme war, daß sie dich erwischt haben."—>! Ein anderes Mal kam in seinen Laden, «in Bauer auS der Umgegend. ES war«in I kleiner, untersetzter Mensch mit ganz verrun-! zeltem Gesicht, aus dem di« winzigen Auge»' wie Dolchspitzen stachen. Zurrst sprachen ste von der Ernte, die sehr gut zu werden versprach, dann vom Markt und den wieder sinkenden Biehpreisen und daß der Augenblick weder für! Kauf noch Verkauf günstig s«i,— schließlich vom Wetter, das schön war.„Und es war wirklich schändlich," fuhr der Bauer fort,„daß so ein Gauner die Mondnächte benützt hat, um anderer Leute Hühnerställe zu besuchen und zu plündern." Und sein ganze? Gesicht, daS seltsam an«ine Fuchsschnauz« erinnerte, reckt« fich nach vorn, und die kleinen Augen starrten den andern mit bösem Blick an.— Ein drittesmal begegnet« es dem Manne, daß er«ine Brieftasche fand, in der viel Geld steckt«. Sofort trug er ste dem Eigentümer hin,, einem fettglänzenden Händler vom Lande. Dieser nahm sich gar nicht erst die Zeit, ihm zu danken, sondern zählt« erst sein Geld und sagt« dann— sei«S aus Irrtum, sei eS, um dem Wiederbringer keinen Finderlohn geben zu müs-! sen—„Es fehlt«in Hunderter." Der Man» beteuert« feine Unschuld. Vergeben-. Der Händler begleitet« ihn wieder zur Türe, schlug ihm auf di« Schulter und wiederholt« ganz gut-! mülig:„Ach ja doch, Teufel noch mal— wir kennen uns doch, wir verstehen uns ja! übri- genS— hätten Sie sich das Geld nicht genommen. dann hätte ich es Ihnen ja doch geschenkt." Am gleichen Abend— auch weil seit kurzem di« Geschäfte nicht mehr zum besten standen— ging der Mann wieder stehlen. Doch — unglücklich wie er nun einmal war— sofort fiel er der Justiz in di« Hände. Biene und Honig. Als der in zwischen ju Rus und Ansehen! gelangt« Münchener Maler T. noch jung und,! unbekannt in einem Hinterhaus der Ther«.> sienstraße wohnte, hatte er unter Annäherungsversuchen ciner ,Nachbarin, eines nicht mehr *« allzu jungen Fräuleins, vi«t zu leiden; auf dir Treppe, aus der' Straß«,"in der Trambahn, selbst beim Zigarrenhändler muh'.« sie ihm lächelnd zu begegnen und ihn, der ei« sanfter und höflicher Mensch ist, in un« übliche Tchwätzcreie» zu verstricken. Kein Wunder auch, daß sie, als T. am Faschingssamstag zur Löweubräu-Redout« gegangen war, dort gleichfalls auftaucht«— ihre freundliche Körperfülle in einem Kostüm ans GoldlainS, das ihr die Maskenverleiherin als„Bienenkönigin" ange- Priesen hatte, nur unvollkommen unterbringend. Unglücklicherweise mir war T. gerade vabci, sich an«in zartes blondes Giglein, tagsüber Konfitürenvcriäuserin am StachuS, heranzupirschen. Und al? ihn di« Nachbarin nun dessenungeachtet zu umgaukeln beginnt, neckisch summend:„Ich bin di« Biene, hasche mich"— da reiht endlich auch diesem 2anft- mütigen di« Geduld:„Ich bin der Honig, lecke mich", knirsch! er ihr«nigegr«. Rc. Wissen Sic sdion?... Der längst« Tag der Erde dauert dreiein- -alb Monate. Diesen Tag geniehen nur die Isländer. In London dauert der längst« Tag siebzehneinhalb Stunden. * Ein Kanarienvogel wiegt etwa 15 Gramm. DaS, was er täglich frißt, wicgl aber noch etwas»«ehr, als sein eigenes Gewicht beträgt. Er muß als sehr gefräßig bezeichnet werden. Rach Professor Dumbar stammen di« ni«derst«u Pflanzlichen Kleinlebewesen, die Bakterie«. Hefen und Pilze, nicht aus gleichartigen Gebilden, sondern aus, höher organisierten Pflanzen, nämlich auS blattgriinhaltigen Algen. Di« Decke der Erdrinde wird, nach den neucste» Untersuchungen, auf nur 50 bis 50 Kikoin«ter geschätzt. Da der Durchmesser d«r Erdkugel am Acquator 12.756 Kilometer beträgt, so ist die Erde also einc gewaltig« Hohl- i Sie nicht, daß ich Offizier bin?"— „Ach ja", jagt die Dame.„Gemeiner können Sic nicht sein." Manöver, Die sechzehnjährig« Marjorie Johnson g«hi auf ihren ersten Ball. Ihr Tänzer stapt mit ihr schließlich in«inrm dunkleren Raum des Nebensaals. Er fragt: „Darf ich Sie küssen?"(Keine-Antwort.) Er wiederholt viermal di« Frag«.(Viermal kein« Antwort.) Da wird er ungeduldig und sagt: „Sind Sie taub?" Marjorie(leises:„Sind Sie gelähmt?" Ein guter Kerl.„Wissen Sie, ich kann nie richtig grob werden. Wenn mich einer beleidigt, geb' ich ihm immer bloß ein« Ohrfeige und di« Sache ist erledigt." Jetzt ist's anders.„Bor fünfzehn Jahren hast du mich doch dein« Königin genannt."— „Schon möglich, inzwischen bin ich aber Republikaner geworden." Ein Opfer feines Glaubens. Der Gefängnisgeistlich« fragt:„Warum find Sie hier?"— Der Sträfling seufzt«:„Um meines Glaubens willen."—„Ja, ja", der gute Geistlich« war sehr traurig,„der Glaube wird in dieser gottlosen Zeit überall verfolgt. Wie-war die Sache denn?"—„Ich habe geglaubt, der Polizist ist schon um di« Ecke. Wink mit dem Zaunpfahl«. In der Elektrischen. All« Plätze beseht. Ein« dicke Marktfrau steigt mit ihrer Hucke ein; sie wird nicht müde, ihr« bösesten Blicke«inrm Jüngling zuzuschleudern, der da sitzt und ihr nicht Platz macht.„Junger Herr, wann Ihnen der Hintern weh tut, sagen S' mir's— nachher setz ich mich für Ihnen." Di« ärztlich« Borschrist. Sagt der Doktor zum Herrn Huber:„Nun, haben Sie mein« Vorschrift befolgt: Täglich drei von den Tabletten und jedesmal einen Schluck Wein hinterher?"— Sagt der Herr Huber: jawohl, Herr Dokta! Mit den Tabletten bin ich zwar«iue Woche im Rückstand, aber mit dem Wein bin ich dafür drei Wochen voran-." Die Tippelbrüder. Zwei Sheckjäger kommen beim Klinkenputzen auch zu einem Pafio- reahauS.„Geh du hinein, du kannst so wunderbar« fromnie Gesichter schneiden! Ich wart« solange", sagt d«r«ine. Der andere geht hinein und kommt nach einiger Zeit zurück.„Ra, waS, hat's gelohnt?"'— hat mir seinen Segen und«ine Mark gegeben."—„Teilen!" —„Sofort. Ich gebe dir den ganzen Segen und behalt für mich di« linnpige Mark." o o o»'V V V TTVT»VTV, Schach-Eike. Alle Zuschriften und Anfragen an«en. Wenzel Scharoch, Zwettnitz Ar. 05 bei Teplitz-Schönau. Atlen Ansragen ist Aelonrmarf« beizulegen. Schachaufgabe Nr. 40. Von Jos. Schepka, Eidlitz. Ti« Tatsache de» Elends wird«ns niemand ans der Gesellschaft streiche« wollen, die Tatsache der Abhängigkeit des kleiner«« von de« größere« Kapitalist««, der K««chtschast des Arbeiters unter de« Kapttaliftin. Dies« Tatsache« sprechen wir««r aus, aber wir haben ft« nicht verursacht, wir schaff«« nicht bi« Klaff««gegen, sich«, wir sehe« sie, wir crteuuen ihr« nnge- heure Bedeut««-, ihr rebolniioniereudeS, reformirrend«- und f»rte«twick«lndeS Element in der Weltgeschichte. AuS dieser haben wir gelernt, daß nur durch di« Reibung und de« Kamps ber Klasse« i« der Gesellschaft der Fortschritt und di« Zivilisation Lebe« erhalten Hal. Wir habe« gelernt, daß wir diesen Klaffenkampf zum Beste« deS Fortschritts und der Zivilisation unterstütze« müsse«, daß wir gewappnet auf di« rin«»der die ander« Seit« trete« müsse«, um für d>rse oder jene Partei zu kämpfen. Wir brauche« aber nicht erst zu wähl««, wir gehör«« zu einer Partei, zur Partei der Arbeiter. Stefan Bor«. vier Sinnt, Tetsaien: Hoyer Ltto. Saaz: Wiedner Wenzel, Ladowitz: Hälbig Johann und Bräutigam Anton, BerarSgrn»; Subald Josef. Reu-Litfcheiu; Triltsch Gustav, Qual Adolf, Glauber Robert und Polidar Willi. Wisterfchan: Grimmer Emil, Katarina berg: Tille Josef, Loosdorst, Ullrich Richard. Görkau: Sobert Anton, Reizenhain: Gottfried Han« und Uridil Hans, Holeischen b. Staab: Ehöntla Rudolf. Aussig: Kögler Franz, Lvbolitz; siehe L0 siing. Nachtrag zu Rr. 00: Ullrich Richard. Görkan. Partie Nr. X gespielt tun Sonntag, den 26. April, in der 1, Vorrunde um die Kreismeisteischaft Ko motan reffen TrupscMtz in TrnpsehiU 4. Brett. Evansgambit. Weiß: Koukal Eduard. Trnpsclülz. Schwarz: Eberhardt Erich. Komotan. 1. e 2—e4 e7—eü 3. Lfl—c4 Lf8o5 2. Sri—f« Sb8—cS 4. bS—bl! Weiß will den ausgetretenen Varianten der italienischen Partie ans dem Wege gehen und spielt— reichlich kühn— Evans gauibit. Dieses Gambit, von dein englische« Kapitän Evans in die Tournierpraxis eingeführt, wird heute fast nicht mehr gespielt, obwohl es einen schönen Angriff ergibt. Weiß erreicht einen Angriff, der wohl den geopferten Bauer aufwiegt. 4.... LcJXbl«. di—dl«5 dl 5. c2—08 Ul—öS T- 0—0... Weiß hat bis hierher die Partie sehr hübsch behandelt, fällt aber etwa« ans der Bolle. Vorsusiehen ist wohl e x d. 7.... M H«O-e7 Schwärs: Ke7: Bb7. a b« d e t g h 8 8 7 7 6 W W W <. 2 W MchW W' 5 4, "W H W 4 R! V MM J 2 -k»« M W I- A W W n \ .ib/cde s ßh Weiß: Kdä; Ta5; 8ck7: Lg5. Matt in zwei Zügen! Lös unffen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an oben genannte Adresse zu senden. Lösungszug zu Nr. 37: Se3—b»! Richtige Lösungen sandten nachfolgend« Genost fen ein: Walter Ludwig, Michel Rudolf und Schmied Ferdinand, Kwitkau: Kleiner Wilhelm, Deplitz; Ulbert Rudolf, Proseditz; Adolf Wenzel, Arnsdorf b. Haida: Schubert Joses, Bokau: Dinne- Aber auch Schwarz könnte besser mit dx« fortsetzen, setzt sieh aber der Gefahr heftiger Angriffe aus. Z Lg5. SfS! 8. c3 x d4 9. Lei—M 10. e4XdS JaA—b6 U d7—ds 12. 8e7 x d5 13. B. d*c. Ddl—eOt Lc4 x d5 Sbl—c3T DdS. De7. 1-ell—eS Dd8 x dä An dieser Stelle muSte erst’l’dl geschehen, womit Weiß eine sehr schöne Stellung erreicht hätte. Sc3 sieht wohl sehr schön ans, ist aber wertlos. Das kostet einen neuerliche« Bauer, was schon zuviel ist. 13... Sc6> d4! 14. Sc3^d5!t Ganz schlecht. Verliert eine Figur. Weil hat ohnedies so non zwei Bauern weniger, also allen Grund, die Damen nicht zu tauschen. Mit 8Xd4 wäre die Partie noch in den Grenzen des Möglichen. 14.... Sd4Xe2t lfi. Tfl—el Ld5—e4 15. Kgl—hl Le6 x d5 17. Lb2—d4 Weiß wehrt sich nach besten Kräften. Ium die Figur wieder zurück«« gewinnen, kann aber nichts mehr erreichen. 17... 0—8 10. a2—a3 TfO-eO IW. LdlXbs a7XbS 20. Sfs—dS I-eS—all und Weill gab nach einigen Lügen diu Partie auf.- 3. Sch—o.