Str. 46. llttterOaltmiofteiiafte. 1931. Der Gotern. Die Ankunft des Fremde« hatte in dem Dorfe allgemeines Aufsehen eregt. Eines schonen Morgens erschien er in Bereitung mehreer Möbelwagen und bezog «in vereinsamt stehendes Haus, das ein Agent vor kurzem für ihn gekauft hatte. Die große Anzahl seiner Gepäcksstucke und der Umstand, daß er sie beim Abladen geradezu mit Luchsaugen bewachte, boten den Ortsbewohnern reichlichen Stoff zu verschiedenen Gesprächen. Auch die folgenden Tage bildete er den Mittelpunkt der Dorfchronrk. Wie einige behaupteten, verbrachte er fast die ganze Zeit in einer geräumigen Waschküche, die sich als Flügeltrakt seinem Wohnhaus« anschloß. Ein Bauer, der eines Tages zu später Abendstunde heimkehrte, mußte in seinem Marsche innehalten: aus der Wohnung des Unbekannten sah er einen purpurnen Lichtstrahl in die Nacht dringen. Der Borübergehende schlich näher hinzu und erblickte an den Scheiben den flackernden Widerschein glühender Kohlen, während dichter Rauch auS dem Schornstein in die Luft stieg. Bereits am nächsten Morgen erzählten sich alle von dieser phantastischen Vision und di« Neugierde deS Dorf«- wurde hiedurch noch größer. AIS der Fremde auSging, um Besorgungen zu machen, folgten ihm die Leute mit spähenden Blicken und beobachteten jeden seiner Schritte. Es war ein kleines, runzliges Männlein mit knochigem Gesicht und durchdringenden Augen, die ganz von dichten Brauen beschattet wurden... Nach beendetem Einkauf ging er rasch wieder zurück; seiu Gang war leicht und hüpfend, eine Achsel zuckte ihm nervös und mit den Fingern machte er groteske Bewegungen. Baw schon waren sich die Leute einig, daß dieser Mensch durchaus nichts Gutes verkünde... In der folgenden Nacht näherten sich die Bauern angstvoll der mysteriösen Werk- stätte; sie schauten durch die geröteten Scheiben und bemerkten eine schwarze Figur, die hin und her ging, scheinbar quer durch in diesen höllischen Flammen. Gleichzeitig hörten sie ein Knarren und dumpfe Schläge, di« in das nächtliche Schweigen hinauS- »on SiaaH firbat. drangen... Entsetzt von dem gruseligen Erlebnis, flohen di« Neugierigen. ♦ „Also gut; ich werde hingehen und werde herauszubringen trachten, waS dieser Gauner dort treibt!" Jerome Cormier war eS, der diesen Ausruf mit dröhnender Stimme getan hatte. Ein Augenblick verwunderten Schweigen» entstand. Die Trinker, die in dem rauchigen Lokal beijammensaßen, richteten ihren Blick aus den Verwegenen. Cormier, schon etwas benebelt und von dem Gespräch über den geheimnisvollen Fremden aus der Fassung gebracht, hatte di« Tragweite seiner Bwrte gar nicht ermessen. ES reute ihn auch sofort wieder, sie gesagt zu haben, doch war es bereits zu spat, wollte er nicht als Feigling oder als Prahler von seinen Kameraden ausgelacht werden. Nach einer Viertelstunde ging er in Begleitung zweier Zeugen zu der Wohnstätte deS Unbekannten... Etwa hundert Schritte vom Ziel ließ er seine Gefährten zurück und setzte allein den restlichen Weg fort. Sternlos« Nacht breitet« sich über dem Gelände und nur ein fahler Mondstreifen zitterte in den Wollen. Cormier war nun etwas ruhiger, denn, wie er sich erinnert hatte, stand das Laboratorium des Fremden schon seit einer Woche finster und still. Zwei Minuten später hatte er mühelos das Blechdach der niederen Baracke erklommen und schlüpfte durch ein engeS Fenster in den Raum. Gespensterhaftes Halbdunkel breitete sich zwischen den Wänden. Der Eindringling erzitterte. Merkwürdige Dinge umgaben ihn hier: komplizierte Instrumente, seltsam geformte Maschinen... Plötzlich fuhr Cor- mier zusammen und blieb wie festgewurzelt: neben ihm, in ein«m Lehnstuhl, ruhte ein Mann von riesigen Körperformen und schien zu schlafen. Bleiern verstrichen einige angsterfüllte Minuten; als aber Cormier eine-leichte Bewegung machte, stieß er an einen Gegenstand, der sofort zu Boden stürzt« und mit großem Lärm zerbrach. Run dachte Cormier an nicht- mehr als nur an die Flucht; er lief gegen daS Fenster und wollte hinauS- springen, doch in demselben Augenblick fielen krachend die Läden zu und man hörte ein unterdrücktes Kichern... Tiefste Stille trat wieder ein, während das Herz CormierS bis zum Zersvrmgen pochte. Aber der Mann im Lehnstuhl bueh vollkommen reglos. Cormier bemeisterte den Schrecken, des ihm die Kehle zuschnürt« und näherte sich langsam dem Schlafenden. Als er neben dem Fauteuil war, hob er die Hand unberührte noch einigem Zögern den Rücken des ManneS... Nur mit Mühe unterdrückte der Verwegene einen Aufschrei: seine Hand war an etwas Eiskaltes geraten, er hörte ein Knacksen, und ein Riese stand plötzlich hochaufgerichtet vor ihm. Halb wahnsinnig in seiner Angst, wich Cormier gegen einen Tisch zurück und starrt« ins Dunkel, wo er den Mann mit schweren Schritten auf sich zukommen sah ... Ein gellender Schrei entrang sich der trockenen Kehle CormierS. Unter seiner feuchten Hand fühlte er auf dem Tisch den blanken Stahl einer Klinge. Bor Entsetze« geschüttelt, packte er das Messer, rückte eS mit dem letzten Aufwand seiner Kräfte und stieß es dem Ungeheuer mitten in die Brust. Der Getroffene taumelte ein wenig, dmh bald erlangte er wieder das Gleichgewicht und setzte seinen Marsch mit der früheren Unerbittlichkeit fort. Cormier erlebte nun jene furchtbaren Sekunden eines tödlichen Grauens, wo die zusammengepreßte Kehle nicht einen einzigen Ton hervorbringt, waa- rend die Beine wie gelähmt ihren Dienst versagen. Unbeweglich stand er da, die Augen auf dem Messer m der Brust des Kolosses, der, unbekümmert um das Geschehene, noch immer weiter schritt... Da, gerade in dem Augenblick, als der Verstand CormierS aussetzen wollte, öffnete sich ein« Tür und der geheimnisvoll« Gre.s erschien. DaS Licht seiner Laterne beleuw- tete sein eckiges Gesicht, in dem zwei Aeug- l«in wie spöttische Irrlichter blitzten... Cormier gab es plötzlich einen Ruck. Mit einem verzweifelten Swß drängte er den «Fremden zur Seite, dann stürzte er hinaus und verschwand in der Finsternis... Als nun der Greis allein war, kam ein diabolisches Kichern über seine schmalen Liv- Pen; unsichtbar hatte er der ganzen Szene beigewohnt. Langsam ging er nun auf den - s Schütter an Schütter. Wir waren jung, Proletarierkinder, wir wurden auf schmutzigen Straßen groß. Uns machte dir Großstadtluft nicht gesünder. Wir kannten nur Arbeit, sie war unser Los. Wir halsen der Mutter Zeitung tragen, zum Spielen hatten wir keine Zeit. Mancher Stock wurde auf uns zerschlagen wegen unsrer„Ungezogenheit". Wir gingen zur Schule mit hungrigem Magen und schliefen dort bald vor Müdigkeit«in. Oft wußten wir keine Antwort auf Fragen And brachten dann einen Faulzettel heim. Wir durften kein« Schulausgaben machen, gleich wurden wir zur Arbeit gehetzt. Wir mußten, sonsv hatten wir nichts zu lachen Im Zeugnis stand dann:„Wird nicht versetzt." Im Winter hatten wir keine Kohlen. Die Stuben waren so kalt, so leer. Durchlöchert waren die Stiefelsohlen. Lumpen trug man, Kleider gab's nicht mehr.— Um unsre Kindheit hat man uns betrogen und unser« Jugend will man uns rauben. Genug, man hat uns zuviel schon belogen, vorbei ist unser kindlicher Glauben. Hier meine Hand, schlag ein, Kamerad, In unseren jungen, starken Händen liegt unsere Zukunst, unsere Tat. Es liegt an uns, das Schicksal zu wenden. Laßt ruhn was gewesen, die alten Sorgen. Arbeit und Brot heißt unser Gebot. So kämpfen wir um ein besseres Morgen, Schulter an Schulter ums Morgenrot. Anne Baumgartner, Frankfurt a. M. Riesen zu, der an der Mauer stehen geblieben war. Er betastete dessen Rücken; der Koloß— es war eine automatische Figur— drehte sich um und begann in der Richtung des Lehnstuhles zuruckzumarschreren. Ein neuerlicher Druck, diesmal aus eiuen anderen Knopf, der Koloß machte wieder eine Kehrtwendung, knickte zusammen und setzte sich in die frühere Positur. Ein stolzes, triumphierendes Lächeln glitt über das runzlige Antlitz des Konstrukteurs. Eine Weile-betrachtete er noch sein Meisterwerk, dann schüttelte er den Kopf und rieb sich mit der größten Befriedigung die Hände... Die chinesische Ehe. Das chinesische Wort für„Familienname" beweist, daß vor Jahrtausenden auch in China einmal das Mutterrecht bestanden hat. Die heutige chinesische Ehe dagegen kann nur noch verstanden werden auf der Grundlage der Vater- rechtlichen Sippe, zu der sie sich nicht ohne Kämpfe aus dem einstigen Patriarchat entwickelt hat. Im Lause der Generationen nimmt die Sippe einen solchen Umfang an, daß sie sich zur Dorfgemeinschaft erweitert. Innerhalb der Sippe herrschen heute noch die von Konfuzius festgesetzten moralischen Gebote: Ehrfurcht des Sohnes gegen den Vater, Fügsamkeit der Gattin gegen den Gattend Kem auflöfender Individualismus bat in China die alten Grundlagen des Familienlebens zu erschüttern vermocht. Oberster Zweck der Ehe ist dem Chinesen, männliche Nachkommen zu haben, di« die Ahnen und dereinst auch ihn durch Ops«r ehren. So gilt di« Ehefrau erst dann in der Sippengemeinschaft als vollgültig, wenn sie«inen Sohn geboren hat. Di« Einschätzung der weiblichen Kinder ergibt sich am besten daraus, daß man ihre Geburt weder, durch feierliches Zeremoniell den Ahnen anzeigr, noch ihnen Namen gibt, sondern sie nur einfach nummeriert. Kinderlosigkeit ist ein Grund zur Scheidung, d. h. zur Rücksendung der Frau in ihre Familie, jedoch wird in vornehmen Familien meist der ander« Ausweg der Beiordnung von Rebenfrauen beschritten. Auch ohne diese Voraussetzung muß sich die Frau gerade in den obersten Ständen häufig mit einer oder mehreren schönen Nebenfrauen in die Liebe d«S Mannes.teilen. Die Art der Eheschließung ist charakteristisch kür die untergeordnete Stellung der Frau. Die Werbung geht von der Familie des Mannes aus, die sich der Vermittlung von dritten Personen bedient, um sich nicht direkt einer Zurückweisung auszusetzen. Rach einigem Zögern aus feiten der Familie deL Mädchens und nach Befragung religiöser Orakel kommt die Verlobung zustande. Aber erst am Tag« der Hochzeit, an dem die rotverschleirrte Braut in das Haus des Bräutigams eintritt und den Ahnen feierlich vorgcstellt wird, bekommt sich das Brautpaar zum ersten Male zu sehen. Die jung« Frau darf nicht auf die«igen« Familie zurückblicke«, sondern muß ganz in der Förderung des Wohles der Familie des Gatten aufgehen. Si« hat sich restlos der Schwiegermütter unt«rzuordnen, die oftmals die ihr in die Hand gegeben« Macht aufs grausamste mißbraucht. Selbstmord durch Erhängen oder Flucht in ein Kloster ist manchmal der letzt« Ausweg der Verzweifelten. Ein« Mitgift, die irgendwelche Rechte der Frau in der Ehe begründen könnte, ist nickt üblich, und die mind«rc Einschätzung der Mädchen beruht eben darauf, daß man sie nicht für die eigene, sondern für eine fremde Famili« erzieht. In oer Erziehung und Einschätzung der Frau spiegelt sich di« unbeschränkte Männerherrschast wie. der. Um einen Mann zu gewinnen, lernt das jung« Mädchen von früh auf all« Toilettenkünste und wird auf all« Künste der Koketterie dressiert. Buch die barbarische Fußverstümmelung, dir glücklicherweise immer mehr ausstirbt, hatte nur den einen Zweck, dir Frau möglichst hilflos«rscheinen zu lasten und«inen neuen Bezirk der Scham und damit d«r Lockung zu schaffen. Das Verhältnis der Männer untereinander ist in der Ehe am wichtigsten. Sie sollen sich in ihr«r.Solidarität der Herrschenden nicht stören lasten durch„der Weiber unvernünftige Worte", denn„Weiberwortr trennen Fleisch und Bein". Trotz aller Hemmungen durch mangelhafte Erziehung und soziale Mindrrbewer» .tung sind viel« Frauen Mustergattinnrn und dem Mann« wahre, teilnehmende Gefährtinnen gewesen. Der Kaiser Wen konnte sagen:„Ich habe zehn tüchtige Minister, und darunter ist mein« Frau." Kennt die durchschnittliche chinesisch« Ehr nichts von der Vertiefung und Bereicherung, wie sie die Differenziertheit der Gatten in der modernen Welt mit sich bringt, so kennt si« andererseits auch nicht deren Qualen und Kon- flikte. Ruhig und gleichmäßig, ohne Leidenschaft, aber auch ohne Reibungen, fließt das Eheleben dahin. Da der Mann die Frau aus der Hand der Eltern empfangen hat, so nimmt er di« Eh« als unabänderliches Schicksal hin. Noch schläft das chinesische Reich unter der Hüll« der Sippenv«rsastung und leidet di« große Mast« der Frauen stumm unter der Geschlechtsvorherrschaft des Mannes. Unabsehbare Zeiträume müssen noch vergehen,«he in China nicht allein der Mann, sondern di« noch viel dumpfere Masse der Frauen zur Persönlichkeit und sreier Selbstbestimmung erwacht. Hedwig Schwarz. „(Schafft rrns ftrieoer Herrn" Von Richard Katz. Dem Bersässer wurde das Gluck zuieu, drei Jahre auf«iner Reise zu verbringen, die ihn rings um die Welt sühne und er hat d>«se Gelegenheit reich auszunützeu verstanden. Er hat nunmehr bereits da- vierte Buch er scheinen lasten t„Scy n a p s, Kokain und Lamas", Ullstein-Verlag, Berlin), in dem er die während seiner Weltreise gewonnenen Erlebnisse, Ersahrungen, Beobachtungen und Eindrücke schildert und wie seine drei ersten Bücher wird gewiß auch dieses mit Recht viel Leser finden, denn als erfahrener Journalist ist Richard Katz ein guter Beobachter, dessen Blick nicht bloß an der Oberfläche der Dinge haften bleibt, sondern der auch in die Verhältnisse unh Probleme der vielen Länder und Völker, die er kennen gelernt hat,«inzudrin- gen bestrebt war. In Südamerika, von dem dieses Buch erzählt, hat der Autor ein volles Jahr verbracht und er war in Chile, Ekuador. Peru, Argentinien und Brasilien, für alle dsese Länder zusammrngenommen gewiß keine zu lang« Zeit, aber sein Buch will auch gar nicht auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Aspekt« Anspruch erheben, es will nur ein Skizzenbuch s«in, obwohl sein Werd weit darüber hinansreicht. Denn nicht bloß die Außenseite der bereisten Länder schildert«r, er beschäftigt sich auch in gründlicher Weise mit den rassischen, den gesellschaftlichen und sozialen Konflikten, an denen diese Länder reich find. Nachstehend bringen wir ein« Leseprobe aus einem der Kapitel d«t höchst lesenswerten Buches: Drei deutsche Familien mit Kindern und Kossern und Hausrat ziehen ihr« Karren durch Santiagos gepflegtestes Viert«!. Halten vor der deutschen Gesandtschaft. Drei abgerissene Familienväter fordern verärgert und bayrisch- qeradeaus: Schasst uns wieder heim nach München! Unser bißchen Geld haben wir zugesetzt, und nickte ist es mit dem Kolonifieren! Nur Arbeit und Schulden! Immer mehr Schulden! Wir wollen heim! Weshalb habt ihr uns her- auskommen lassen? Wer hat ste herauskomme» lasten? Di« Gesandtschaft? Rein. Die haben sie so wenig gefragt wie di« Beratungsstelle für Auswanderer. Ein chilenischer Agent hat sie herauskommen lasten, und ein Schiffsbüro in München hat ihnen die Paffagen verkauft. Ein Paradies sei die Kolonie Penaflor, hätte man ihnen erzählt und ihnen Prospekte gezeigt mit Häusern und Gemüsegärten so groß wi« Parks. Und nun fluchen ste, di« Häuser taugen nichts, und wenn sie schon etwas bringen, kommt die Terraingesellschast und konfisziert die Ernte. Als Abzahlung auf die Vorschüsse. Nichts sei es mit dem Kolonisieren, und heim wollen sie. Wenn schon Hunger leiden, dann lieber in München. Dann.hätten si« wenigstens ihren Beruf und schlimmstenfalls die Fürsorge. Welchen Beruf? Nun, der«ine fei Laborant, der andere Innenarchitekt und der dritte Maurer. Sie konnten sie dann nach Penaflor auswandern, wundert sich der Beamt«, das sei doch«ine Kolonie für Obst- und Gemüsebau. 3ft nun, meinten öu drei, ein btßchen Gärtnern sei doch wohl keine Kunst, und nicht daran läge es, daß sie scheiterten, sondern an der.habgieri- pen Terraingejellschafl und am dürren Boden und am schlechten Absatz—-was bekommt man schon siirs Gemüse!— und an den mißgünstigen Rachbarn läge es, mit denen kein Auskommen sei und an sonst noch allerhand. Aber nein, an all dem liegt es nicht. Es liegt daran, daß der eine Laborant ist und der andere Innenarchitekt und der dritte Maurer. Es liegt am Irrtum so vieler Auswanderer, daß zum Ko- lonisieren nur Mut gehört und keine Fachkennt- niS. Das lernt sich leicht, denken sie Lernt eS sich so leicht? Hätten sie daheim einen tüchtigen Gärtner gefragt, wie lange er lernen«nd arbeiten mußte, bis er ein tüchtiger Gärtner wurde: sie wären nachdenklich geworden. Aber so— der Agent verspricht goldene Berge, die Schiffahrtsgesellschaft redet zu: und schon hat die stAstische Familie ihre Ersparnisse abgehoben und alles Entbehrliche verkauft— denn zweieinhalbtausend Mark will die Terraingesellschaft als Anzahlung, und zweitausend kostet die Ueberfahrt für vier Personen. Die Woche darauf fitzen Vater, Mutter, Kinder zwischen eisernen Schisfswänden und fahren Richtung brasilianischer Urwald und afrikanische Steppe oder sonstwohin. Mit nichts in der Tasche. So leicht lasten sich erwachsene Menschen überreden: so leicht überreden sie sich sechst. Was einen wundert, ist nur, daß nicht mehr Betrug vorkommt. Betrug? Sind diese drei Familien betrogen worden? Die militärischen Haupt quartiere- tabu! Von Kurt Tucholsky. .Ist es denn nun wirklich wahr, was man hat vernommen— daß sich die feindlichen Hauptquartiere im Kriege auf gegenseitige Vereinbarung geschont haben? Es galt nicht als fair, die Oberste Heeresleitung und das GQG. mit Fliegerbomben zu belegen— das war gegen die Spielregeln. Wenn das wahr ist, dann haben wir hier einen der zahlreichen Beweise dafür, daß für die Militärkaste der Krieg Selbstzweck ist... Die Schonung des feindlichen Hauptquartiers wird von den Kriegshetzern sicherlich als Ritterlichkeit ausgelegt; sie war aber gerade von derem Standpunkt aus Landesverrat und persönliche Feigheit der Generalstäbsoffiziere auf beiden Seiten. Der Krieg: das ist für sie so etwas wie ein blutiges Schachspiel gewesen; man wirft nicht das Brett um, man zieht. Um ungestörter ihre Mannschaften in einen Tod zu schicken, den sie niemals gekostet haben, erklärten sie ihre Blutzentralen für tabu. Das ist nicht nur im nationalen Sinne ein Verbrechen, wie gleichgültig könnte unL das sein! Es ist eine hundsgemeine inkonsequente Konsequenz von Anschauungen, die immer und unter allen Umständen als verbrecherisch anzusehen find. Einbrecher, die ihr Werkzeug nicht rosten lasten wollen. Wir wollen es ihnen schartig machen, wo wir nur können. Vorstehende Skizze ist dem soeben im Berlage Ernst Rowohlt, Berlin, erschienenen neuen Buche von Kurt Tucholsky„Lerne lachen ohne zu weinen" entnommen, eine Sammlung von humorvollen Skizzen, bissigen Aphorismen, fröhlichen Geschichten und ätzend scharfen Glasten Über Personen und Zeitverhältniste. Ernst, Witz, Satire, das wirbelt nur so durcheinander. t Tucholsky ist.ein guter Beobachter und«r führt keine gute Klinge. Er verhöhnt den Spießer, seine Trivialität, seine Gedankenlosigkeit und .seinen verlogenen Patriotismus und besonders scharf hat er es auf die noch lange nicht ausgestorbene Sorte von Heimkriegern, dir das mehr Freundlichkeit, mehr Verstehen und nicht so unzählig viele Türen, die fast automatisch vor meiner Nase zugeschlagen werden, ohne daß ich überhaupt ein Wort gesprochen habe. Man ist doch schließlich kein Vagabund/ kein Spitzbube ...! Es ist ja so schwer, heute zu verdienen, zu leben, ohne feste Stellung zu haben und an Private verkaufen zu müssen... und ein nettes, freundliches, wenn auch ablehnendes Wort „Verkaufen Sie denn auch..?" Er runzelte die Stirn, bog sarkastisch die Mundwinkel herab. „Man lebt... man lebt noch... aber wenn die Konkurrenz noch größer wird... ich weiß nicht... vielleicht kommt für mich doch noch der Tag, an dem ich vom Klinkenputzen befreit werde." filden zusegeln! Aber das Muß. ,. das Muß! ... Ach muß verkaufen und will leben! Ach kenne heute meine Leute und die lieben Hausfrauen, man muß sie nehmen, wie sie sind; sich an abgestellte Klingeln gewöhnen und nicht böse werden, wenn eine kleine, rundliche, mollige Fran mit dem freundlichsten Gesicht erklärt:„Abkaufen kann ich„Sie" nichts, aber "VV» W V V» r y» ein 6tenung»iofei putzt Klinken. Bon Ernst Pichnow. Sie sehen so verhungert ans, trinken Sie man erst eine Taste Kaffee bei mir!"... Ra. ja... die Zeiten find schlecht, und beleidigt zu sein, raubt den Nerven die besten Kräfte. Mithin, gute Miene zum bösen Spiel aufgesetzt, was schadet es in der heutigen Zeit, nicht wohlgenährt anLzusehen.'Ich trinke die Taste Kaffee, prima Bohnen mit Gerste, wenn ich davon nicht satt und dicker werde, nur habe ich meistens das Vergnügen, mit solchen Damen, di« deutsche Volk gerne wieder in einen neuen Krieg hineinhetzen möchten. Daneben enthält der Band,. den man schmunzelnd, lesen wird, die prächtige Erzählung„Das Lottchen" und ein« Reihe von sozialen und Rebellen-Liedcr». —r. ... nicht mit Sidol und einem Wollappen,> wie Sie vielleicht denken... nein... ich will! ihn selber zu Worte kommen lasten, will Ihnen, was Krause mir vom Klittkenputzen erzählte, wiedergeben.' Krause verdient, in der heutigen schweren Zeit verstanden zu werden. Also:' Klinkenputzen ist ein Fachausdruck und be deutet, Tag für Tag hundert, hundertsünfzig> und vielleicht noch mehr Haustürklinken anzu---• fasten, sie quasi zu putzen, in der guten Absicht,!»mich" nichts abkaufen wollen, die besten Ge- den zarten und vollschlanken, freundlichen und■ l^fte 8 U machen. barschen, blonden und schwarzen Hausfrauen 1 Menschen und besonders die Frauen etwas zu verkaufen. Alles, was einfach die I st" b be* ersten Bekanntschaft nicht so, wie Hausfrau gebrauchen kann, von der Margarine I tun, und eine nette Behandlung so vom bis zur fertigen Aussteuer, gehörte in mein Ar- AuSstchtsturm herab, darf man nicht tragisch beitsrestort. Es gibt keinen Gegenstand auf der nehmen. Etn AuSsichtsturm hat immer Trep- Welt, den ich nicht schon an den Haustüren mit!? cn>""f denen"wn htnaufklettern kann, so ist mehr oder weniger Pech, mehr oder weniger,* 8 nuch^bei dtesen Damen. Nur, wenn mir Erfolg, offeriert habe. Es ist eine harte, müh- trotzAufbau aller schönsten und besten Verkaufs- selige Beschäftigung, zu der neben einer gründ-1 kulissen doch etn Groschen in die. Hand gedruckt lichen Dosis Humor, einige Zentner Frechheit! wird, dann ade ltebe Hausfrau. so schnell, und ein Paar Kilo gute Kleidung gehören, ohne!? ,e68 geht-• dann ist Zapfenstretch... weiter die überhaupt nichts zu machen ist, will man' in b“ 8 nächst- H°u»..' nicht als Vagabund verkannt werden!.,. Bon Ungemachte Betten'N den Nachmtttagsstun- der kilometerlangen Quastelstrippe brauche ich® bcr*’ n« srohltcher Kinder, die sich, nicht zu reden, denn sie ist bet meiner Reise- d-n kuhnsten Errungenschaften g-mischt auS tätigkeit so notwendig, wie der Chilesalpeter zur! Straßen schmutz und habet:, Schuhwtchsdosen, Gewinnung dicker Steckrüben. Morgens um i bemühen, neun Uhr sängt mein Tonfilm zu laufen an.^h-$ als mtereffante Nebenerichetnung mei- Tempo.. Laß dir Zeit... alles mit®ej ne8^fes an. Nicht jede Hausfrau kann mütlichkeit... der Tag ist noch lang, und die P-rle fern.,•! Nur wünschte ich mir Hast kommt von selbst!... In der Nord-, Hasen- oder sonst einer Straße lege ich los. Immer bei Nummer 1, immer die Reihe wei ter.. 7 links und rechts. Und dann erlebt man so die blauen, roten, grünen und gelben Wunder. Nummer 1 ist mein Verhängnis. Empfängt mich ein« hübsche, junge Und noch freundliche Dam«-.'st die Situation gerettet und der Tag- 7n'd^7 Tür^öchm'doch^ein^n^^it^m ein Fruhltngstranm. Aber wehe.. dröhnt! grausamen, harten Geschick, in das man nun aus der Tiefe eines Kellers etwa eme krach- s einmal gedrängt ist, und daS man sich bestimmt zende Tenorsttmme:„Mach man jarntch uff, nicht selbst gewünscht hat. Aber, Herz, schweige Frieda, dat ts schon wieder so n Retsesritze!‘ stjg auch bett Kummer wird man gewohnt, und dann rst es duster in meinem Gehirnschrank,- morgen geht es weiter... vielleicht noch ein, finstere Wolken türmen sich am Himmel meiner s j^ei^tei Jahre Arbeitslust und ich möchte, am liebsten wie eine, Mit einem müden Ausklang schloß Krause, leck gewordene Fregatte meinen heimatlichen Ge-, fragte ihn noch: Was manche«' nicht weiß. Dir«ierlegende Termitenkönigin wird von ihren Untertanen künstlich mit einem besonderen Futter ernährt, das diese in ihrem eigenen Leibe wie in einer natürlichen Milchflasche heranbringen und ihr einfüttern. Dank diesem Futter sHvillt der Leib der Königin zu der Größe einer kleinen Kartoffel an. Zu den Eigenarten der Termitenkönigin gehört auch, daß sie einen narkotischen Säst absondern, den die Termitenorbeiter mit höchster Begeisterung trinken. Daß die Schnecken und Muscheln nicht so harmlose Tiere find, wie man im allgemeinen annimmt, haben die Zoologen längst festgestellt. Bor einiger Zeit gab er große Aufregung, weil der Hauptschutz Hollands gegen das Meer, di« Dammpfähle, von Bohrmuscheln bedroht wurden, die übrigens nicht nur Holz annagen, sondern auch in den härtesten Stein Löcher bohren. nettere wisscnscnaii. AOenteuer aus«er Katar. D-r^edtmk« ist nickn neu, Wissenschaft zu pochulartste« ren, tntant man von ihr in heiterer Kor« plaudert, sie einfach verständkch und anregend gestattet. Run ist aber ein B: ch erschienen, das doch in seiner Art ein Rovum darfteUi. da es Ding« der«tj^nschafUichen irrkciuunis und Forschung in Erzählungen eitrkleidct. Berfafser des Buches iit Dr. Gg. BiLtor.Mendel und das Buch heißt»Abenteuer ans der Ratnr, Heiter« Wissenschaft von de« Dingen nm»ns." sBerlrg von Richard Vong, Berlin W 57. Hn den fünf Erzählungen»>ftb wirklich h««r< Wifsen.chan vorgetragen, heitere aber doch»vahrhaste Wissen- schäft. E ine Erzählung vom Meeresgrund ist die Geschichte I »Bernhard Häuslich, der Einstedler", die Geschichte vom Einsiedl?r!redS, aber nicht seine Geschichte allein, sondern auch feie des Lebens und Treibens der Tiere in den Tlofen des Meeres. Der humorvollen Erzählung angeschlosscn find zahlreich» Erläuterungen über verschiedene der Meeresriere, eine zool'-girche Tafel zum Leben auf dem Meeresgrund und schließlich interessante zoologisch. Erläuterungen über die Meerkrebse, ihre Lebeusdedingungen und Lebensgewohnhei- ten. E»u gleicher Anhang mit erläuternder Tafel ist amu jeder der anderen vier heitere» Erzählungen angefugt. In »Rankerund und Windeweir" wird vom Leben der Pflanz'» erzähl:, ,Kao-Lina. di« Spröde" berichtet von der Geschichte der Erfindung und der Fabrikation de» PorzollanS, in der Erzählung„Edelror und Wnrewach" wird in amüsanter und gemeinverständlicher Weise die Funktion des BU«cs erklärt und in»Lux, Ritter vom Strahl" werden über Ochtik, über Sonnen und Künstlich: wichtige Erläuterungen gegeben. So vergnüg!tch ist wohl noch nie Wissenschaft vorgegerragen worden. Mailtnltäierdiens Reise ins NfUMhoiMml und anderes. Die Bermenichttchung von Tiere» und Pflanzen, die Hann so reden und so tu», als wären sie unseresgleichen, tft lo manchen Verfassern von Jugendbüchern daneben gelungen. Mit Aussicht auf Erfolg kann dies nur ei» wahrhafter Künstler tun, der allein^auch imstande ist, künstlerisch« Wirkungen bervorzurufr», im übrigen soll ein Rakurlmch sich an hie Norm halten, das Eigenleben der Ratur und chrer Geschöpfe uuangetastel zu lassen. I» vollkommener Werse gelingt ein solcher Versuch in eine« soeben im Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau erschienenen Kinderbuch s»M- rie»kal«rche»s Reise ins Meuscheulaud", ged. Mk. 4.80) das Flecke» Hubert verfahr hat und das von her bekann- ten Illustraeori« Fra« tkk'e Denz-Vietor mit zahlreichen vollendet künstlerische» Biwer» geschmückt wurde. Aus liebevoller Erfassung des Lebens kn Wald und Feld erzählt der Berfa sie: die Geschichte der Reife emes Rorfchildchens zu den Mensche», um sie kennen zu lernen und er berichtet amüsant von den Abenteuern, die eS hiebei erlebt. Das SJ; i- tigste: das Kind lernt aus diele« Buche ebenso diel wie aus einem Rarurgeich ich i svuch, jedensail s in vergnüglicherer Weise. Im selben Verlage erschien auch ein anderes Kinderbuch: Ma tthießen Wilhelm,»Di« grün« Schul« i» Märchenwald beim Alte» Haus", mir gut gezeichneten Bildern von Johannes Thiel lMt. SSO, geb. Ml. 3.80), das di« Fortsetzung eine- früher erschienene» Buche-, aber doch in sich ganz abgeschlossen ist Em fröhliches, phanbasievolles Buch, das geeignet erscheint, dem Kinde die Schulangst ab- »»nehmen und das viel Lehrreiches enthält. Eine spannende und droll-.ge Geschichte, gleichfalls vom Herder-Verlag herausgebracht, enthält das Buch»Die Geschichte von Bengeles Schwester- erzählt vo» Auron G r u m a n n.(Geb. Mk. 3J30.) Mit 66 Bildern, n» Text von Johannes Thiel. Eines der reizvollisten und phantecki«- srcegendsten Kinderbücher, die in den letzte» Jahren erschie- nen find. MIMMI!IiIM!UWMlWMiMIMI«WIIll!!IlWMMMlIiI!I!I So erging es mit den antiken- Säulen von Pozznoii bei Neapel. Dieb Bohren g«h> in der Weise vor sich, daß die Muscheltiere eine scharfe Säure absondern, die den Stein verbrennt., Es muß sich also um eine Art Schwefeksäure handeln, und tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, daß bestimmte Schnecken in ihrem Speichel freie Schwefelsäure aussprihen. Auf der Insel Timor gibt es eine Brenn- efselärt, Urtica mentissima, deren Borsten«in Gift enthalten, das Starrkrampf erzeugt und ganz ähnliche Wirkungen hat wie der Biß einer Giftschlange I« Arabien darf nur der Mann de» Kaffee kochen. Die erste Tasse wird ins Feuer ge- gosien als Trinkopfer an den Scheik-es-Sjadill, . den Schutzgeist der üaffeetrinker. Stets dürfen dem Gast nur halbgefüllte Tasten angeboten werden. Ihm rin« voll« Taff« zu reichen, wär« «ine tödliche Beleidigung.— Nach dem Bekanntwerden des Kaffees wußten zwei persische Aerzte den Emir davon zu überzeugen, daß Kaffe« ein berauschend»- Getränk sei, also unter di« Ding« fall«, di« Mohammed verboten hab«. Es wurde infolgedessen«in Verbot des KasfeetrinkenS«r- lasten und jedermann verfolgt, der diese« Ge- Mann und Tveiv. Altdeutsch« Weisheiten. Freien ist so süße, wie gebral'nr Lämmerfüße. Die Liebe ist eine Zikade, die leicht ans dem Herzen auf die Zunge hüpft. Eine Haushaltung ohne Weib ist eine Laterne ohne Licht.«’ Ein aufgezwungener Kuß ist wie ein Hüh- ncraug' am Fuß. Der Mann das Haupt, die Frau die Kron«. Ein Frauenhaar zieht stärker»ls rin Glockenseil. Man muß seine Frau an einem Samstag und nicht an einem Sonntag wählen. Eine Frau ist keine G«ige, die man wieder an die Wand hängen kann, nachdem man darauf gespielt. Der Ehestand ist«ine Prozession, wo immer das Kreuz vorangeht. Wenn die Eltern Wolken sammeln, so kommt das Gewitter über di« Kinder. MllWMMIlllMWIllMMMWlllllMWMIllllMIMMMlM nuß frönte. Große Unruhen waren di« Folg«. Die Ordnung wurde«rst wiederhergestellt, als das Verbot ausgehoben und die beiden Aerzte gehängt wurden. Auf den GalapagoS-Infrln gibt«S di« größten Schildkröten der Welt, ebenso die größten bekannten Eidechsenartrn und di« größten Orangenbäume. Emer der größten Bazillenträger der Welt ist«ine gewöhnlich« Geldmünze, auf der etwa, eine Million Bazlllen, Krankheitsbazillen, haften. Daher ist es überaus gefährlich,«in« Münze in den Mund zu stecken. Zwanzig Millionen Blutkörperchen sterben in einer Sekunde."Wir können keinen Finger und kein Glied bewegen, könne« nicht sprechen, nicht lachen, denken oder sonst irgendetwas tun, ohne daß Tauseiche von ihnen umkommen. Heiseres. Das Schlummerlied. Bei d«r Uraufführung seiner unsagbar langweiligen, einfallsarmen Oper in Paris war Igor Strawinsky zugegen. In seiner Näh« saß ein Mann, der«ingeschla- fen war und ziemlich hemmungslos schnarchte. Strawinsky berührt« den Mann am Ellbogen, weckt« ihn und flüstert« ihm zu:„Sitte, schnarchen Sir nicht so laut! Sie wecken das ganze Auditorium damit aus!" Entwicklungsstufe» de« Menschheitsgeschichte. Die sexuelle Frage ist in Sowjetrußland ein viel erörtertes Problem. Wieder einmal saß in Moskau ein privater Zirkel zusammen und diskutiert« leidenschaftlich über di« Form von Ehe und Familie und über die Schwierigkeiten, di« der befriedigenden Lösung des Sexualproblems entgegenstrhen. Da beseitigte Radek mit einem Schlag« all« Schwierigkeiten, indem er erklärte:„Die Sach« ist doch ganz einfach. In grauer Vorzeit herrschte das Matriarchat; später kam daS Patriarchat, und heute erledigt das alles das Sekretariat!" Natürlich.„Du, Erna, möchtest du«inen Mann von fünfzig Jahre« heiraten?"—„Na, eigentlich lieber zwei i fünfundzwanzig." Goldkrone«„Und merkt euch, Kircher: Wenn ihr immer recht tut, werdet ihr eines Tages ein« goldene Kron« tragen."—„Mein Vater macht welche, Herr Lehrer."—„So? ...1 Was ist.dem» bei« Vater?"—„Zahnarzt." SeUsam« Bezeichnung. Fremder:„Sagen Sie, Herr Wirr, wer sind denn die beiden Herren dort drüben am Tisch? Dir sind sicherlich nicht aus dieser kleinen Stadt!"— Wirt:„O ja, das sind die beiden oberen Zehntausend in unserem Städtchen!" Di« Beleidigung.„Wie kamen Sie denn dazu, den Zeugen so jämmerlich zu verhauen?" —„Der freche Kerl hat gesagt, ich hält' mich diplomatisch ausgedrückt!" Wahres Gefchichtcheu. In einem Dorf im badischen Schwarzwald geschah es. Da saß an einem Sonntag vormittags wie üblich die versammelte Gemeinde um di« Kanzel. Ganz vorne saß der Bürgermeister, daneben der dienstältestc Gemeinderat usw., alle Chargierten bis zum Schafhirten, dahinter da- gewöhnliche Publikum. Der Prediger feierte den heiligen Augustin.„...Heiliger Augustin, wo soll ich dich hinsetzen? Soll ich dich zu den Heiligen setzen? Rein, denn du bist mehr als«in Heiliger. Heiliger Augustin, wo soll ich dich hinsetzen? Soll ich dich zu den Engeln setzen? Rein, denn du bist mehr als ei» Engel. Heiliger Augustin, wo soll ich dich hinsetzen? Soll ich dich zu den Erzengeln setzen? Rein, nein, denn du bist mehr Heiliger, Augustin, wo, wo soll ich dich hinseyen?"— Ein« kleine Kunstpause. Da stand der Bürgermeister auf und sprach zu dem Geistlichen:„3 gang jetzt, Herr Pfarrer. Sie chönne ihn dann uff mein Platz setze." owoovvovovoovo rr'T ▼ w v ▼« Gcha,-Schönau All«» Anfragen IN Newurmark» beizulegr». Schachaufgabe Nr. 60. Von 6«n. Emil Grimmer, > Katarinaber r. (Problemturnier 1931.— Belobende Anerkennung.! Schwan: Kef; Lc8; Bd7. e5(4). Weiß: Kg8; Dd3; Ta7: Sc«; Be4(5). Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Ausgabe an oben genannte Adresse «inzuscnden. Lösungszug zu Nr. 57: Tel—eil Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Walter Ludwig. Rvbrk Franz, Michel Nichols, Schmied Ferdinand, alle Kwitkau; Adolf Wenzel, Arnsdorf bei Haida; Hühnel Anton, Schönfew; Beutel Wilhelm. Arnsdorf bei Letsche»; Gall Adolf, Kon otau; Hoher Otto, Saaz; Dinne- bier Emil, Letschen; Koukal Eduard, Trupschitz; Altschmied Joses. Neuhof; Triltsch Gustav und Oual Adolf, Wisterschan; Ulbert Rudolf. Prosseditz. Wrba Viktor, Turn, und Hofmann Johann, Probstau, verweise ich auf di« heutig« Lösung.—- Nachtrag zu Rr. öS: Koukal Eduard. Trupschitz. V. Kreis, VH. Be^ Schachspieler«chtuagl Am 22. November 1931 findet in Ladowitz. .Arbeiterheim, um 8 Uhr vorm. unser erster Schachl^hrkurS statt. ES ist Pflicht eines jede» Arb.-Schachspieler«, an demselben teckzunehmen, um sich technisch auszubildeu.