—,■■"II■ tlnierloNMiflMrilaoe. 193t Meine Mutter in ernt nieyt nrenr... Ich habe unter dem Küchentisch gesessen. Und der Fritz auch. Und wir Haden uns mit Taschentüchern Puppen gemacht und haben gespielt. Die Mutier hat gearbeitet. Sie hat«m Fenster gesessen und hat Strümpfe gestapft. Ich habe die Puppen genonimen und dem Fritz gesagt: „Sv, da- ist der Kasperle, der geht stempeln«ud bekommt fuffzeyn Mark und neunzig Pfennig wie der Herr Pauli. Und zu Haus« wartet immer seine Frau, da- ist die Puppe, die guckt dann zum Fenster hinaus, so, weil sie Geld braucht, wen sie Brot und Margarine kaufen will. Da kommt auf ein- mal der Lichtmann, das ist der Teufel und will Geld haben. Und dann kommt der Gas- manu, das ist auch der Tenfel und der will auch Geld haben. Und dann kommt der Wassermann, daS ist wieder der Teufel und der will auch noch Geld haben. Und zuletzt kommt einer, den will die Puppe nicht hereinlafsen, sie schließt einfach die Tür zu und ist nicht zu Hanse. Aber der Mann da draußen kommt doch in die Stube und beklebt alle-«ud will die ganzen Sache« mitnehmen, der ist nämlich auch der Teufel. Und da kommt auf einmal der Kasperle nach Hause vom Stempeln, und der verhaut den Teufel» so und so und so, immer feste drauf, und schmeißt ihn alle Treppen hinunter. Aber da rammt schon der Polizist« und nimmt nnseren Kasperle mit, und dann spielt der lange, lange nicht mehr mit. weil der nämlich eingesperrt ist. Und dann weint seine Frau solange, bis sie tot ist. Und dann kommt ein großer, langer, schwarzer Kasten, da wird sie reingelegl und fortgeschasft. Und wie dann der Kasperle heimkommt, ist niemand mehr da. Da geht er aus die Straße und singt. Und da bekommt er manchmal waS geschenkt, manchmal auch nicht———" Da war auf einmal der Gemüseonkel in unserer Straße. Der ist mit seinem Auto gekommen irnd hat gehupt. Er hat sehr viel gehupt, und dann hat er mit einer großen Glocke gebimmelt und hat gerufen: Fleute—! Ich bringe euch heute—: Weintrauben, Birnen, Blumenkohl, Kohlrabi, Kartoffeln, Weintrauben, Birnen——!" Er hat sehr laut geschrien, daß alle Fenster aufgegangen sind, und die Leut« sind auf die Straße. Meine Mutter hat ihr Netz Hc oatv Mater. genommen, und sie hat in ihr Portmaneh geschaut. Aber sie hat rS gleich wieder kartgelegt und daS Retz auch, und sie hat gesagt: „Rein, es geht nicht—" Unser Fritz wollte erst heulen. Aber auf einmal«st er hin zur Tür. Er hat sie aufgerissen und sie gleich wieder hinter sich zugeknallt und ist daS Geländer runtergerutscht. Er ist rasch über die Straße weg- gclaufrn, wo er da- eigentlich nicht darf, wegen den Autos. Und er hat sich vor dem Gemüseauto aufgestellt und hat gewartet, bis keine Frau mehr dastand. Aber dann hat er sich immer noch nicht gleich getraut. Er bat an seinem Finger genutscht und seine Fingernägel abgeknabbert, das macht er immer so, weil er nämlich noch klein ist. Aber dann hat er doch angcfangen und hat dem Gcmüseonkel leise was gesagt. Der hat aber gerade seine dicke rote Rase geputzt mit einem ganz großen blauen Taschentuch, da waren weiße runde Monde reingcmalt. Dann hat er sich langsam den Schnurrbart glattgestrichen und die Augen abgewischt. Der Fritz aber ist nicht weggeganaen. sondern hat wieder von vor» angefangen. Da hat sich der Gemüseonkel endlich umgedrrbt und hat laut gebrummt: „Wie—!?" Da hat sich Fritz auf die Fußspitzen ge- Killt und hat auch geschrien und dabei mit r Hand in das Auto gezeigt. „Sie—! Sie haben aber schöne Weintrauben— „Hm—" „Sie—! Ihre Weintrauben müssen aber gut schmecken—," Jörn—" „Sie——! Geben Sie mir doch eine Weintraube." Allste denn Geld mit, mein Frennd? Da mußte Geld mitbringcn, Junge!" „Meine. Mutter hat doch kein Geld. Sie geht doch nicht mehr auf Arbeit." Da hat der.Mann erst mal überlget, dann hat er. gesagt: „Na, hier haste was,. aber nun verschwinde, mein Kind!" Da hat Fritz nicht mal Dauke gesagt, er hat nur „Oomwh■!" gemacht und ist fortgelaufe«. Meine Mutter hat am Fenster gestanden, sie hat sich an den dicken Gardmen festgehalten und hat zugesehen. Äaf dem Fensterbrett haben die Blumen in den Stok- krn gezittert, weil di« Mutter drongestoßen ist. Es war ganz still im Zimmer, in der Wasserleitung hat wa- gezirpt, die Uhr hat leise gelickt, in der Wohnung über u«S ist jemand in der Stube herumgeschlürft, eS hat geknarrt. Di« Mutter hat alle- gehört, Wader Fritz auf der Straße gesprochen hat. Auf einmal haben die Blumenstöcke angefangen zu wackeln, und die Fensterscheiben haben geklirrt, weil daS Auto fortgefahren ist. Und dann war es ganz still. Da habe ich gemerkt, daß meine Mutter weint. Die Mutier hat schon sehr viel geweint. Damals, als der Bater gestorben ist, wo er in der Fabrik in den Keffel gefallen ist und sich ganz verbrannt hat und zwei Tage und zwei Rächte gelegen hat und hat geschrien, da war eS sehr traurig. Aber die Mutter hat bald Arbeit gefunden und hat jeden Freitag Geld mitgebracht, und dafür hat sie uns immer was gekauft: zum Essen und zum Anziehen. Und sie hat immer gesagte „Das ist alles für euch, Kinder." Aber auf einmal ist sie nach Haus« gekommen^ sie yat sich an den Tisch gesetzt und hat vor sich hingeguckt., Und dann ist sie aufgestanden, sie hat was am Ofen gemacht, aber da war gar kein Feuer zu machen, weil noch Sommer war, und sie hat still gesagt: „Jetzt bin ich auch arbeitslos" Und am nächsten Tag ist sie zum erstenmal stempeln gegangen. Fritz ist zu Hause geblieben, aber ich bin mitgegangen, weil Ferien waren. Wir sind unter einem Schirm gegangen, die Mutter und ich. E- hat sehr stark geregnet, die Tropfen haben auf das Schirmtuch geklatscht, sie sind schräg auf die Straßendecke herabgcstriemt, und es hat alles trüb und naß geglitzert. Bor dem Stempelamt standen sehr viele Leute, und eine ganze Menge hatten keinen Schirin, und viele batten nicht mal eine Windjacke. Sie sind alle sehr naß geworden. Das Wasier ist ihnen über das Gesicht gelaufen, in die Augen, über die Nase, über den Mund und in den Hals. Sie mußten immer spucken und da- Gesicht abwischen. Neben der Mut« ^ebomiwn. Bon' B r u no'S ch ö n l a n k. Lag' Prolct, sag' Kamcrad, Wer Hai dir Macht im Staats Richt der Mann, drr Kohlen hebt, Rich« dir Iran, die Inch« webt, Richt de« Mann, der pflügt und süt. Richt der Ran», der Eise» dreht. Ein paar hnndert Man« Sind stärker als ihr zusammen. Sie halten euch in Zwang Und höllischen Flammen. Warum wiegt ans der Wage der Welt- Schwerer alS eure Arbeit ihr Geld? Warum Prolet? Darum Prolet, Weil ihr im Kamps nicht zusammrnfteht. Sag' Prolet, sag' Kamerad, Wet lebt denn gut im Staat? Richt das Boll, das fiebernd schaflt. Aus sich preßt die letzte Kraft. Richt das Volk, das stempeln muh Und verkommt trotz Ueberflutz. Ein paar hundert Man« Sind stärker als ihr zusammen. Für sie schasst ihr Luft Und für euch Verdammen. Wie lang noch wiegt aas drr Wag« der Welt Schwerer als eure Arbeit ihr Geld? Wie lang noch Prolet? Solang noch Prolet, Bis ihr einig im Kamps zusammrnfteht! 1er stand der Herr Pauli, der bei uns im Hause wohnt, nutz seine Tirau ist seht tot, weil er eingesperrt war. Wir spielen»nnrer mit unseren Puppen, wie der Pauli den Mann die Treppe» heruntergeschmissen bat. Die Mutter sagt immer, das tvar sehr traurig. Fritz ist erst sechs Jahre alt, er versteht noch nicht viel. Er weiß nicht, daß die Mutier arbeiten will, aber sic kann nicht.?«>' bin schon zehn Jahre alt und bei den Roten Falke».. Ich habe dem Fritz gesagt, die Tlut-- 1er will schon arbeiten, aber sie wird nicht gelassen. Es sind sehr, sehr viele Menschen arbeitslos. Sa viel Menschen haben wir auf einmal noch nie gesehen. Bei ünS zu Hause gehen alle stempeln. Und wenn die Mutter aufs Stempclauit geht, da stehen dort schon welche aus allen Häusern unserer Straße. Und in allen Straßen in unserer Stadt ist es so. Und in allen Städten. Und in der ganzen Welt- Ich weiß das ganz genau, weil- ich ein Roter Falke' bin, ich lese feden Tag die„Polkszeitung" und unsxre Helfer bei den Kinderfreunden haben es uns gesagt. Immer find nur die Armen arbeitslos, die gern arbeiten wollen, weil sie doch essen wollen und überhaupt leben. Aber.sie können nicht arbeiten, weil sie doch keizre Maschinen haben. Die gehören anderen Leuten, die einen großen, großen Sack Voll Geld haben und keinen Hunger. Wenn wir einmal groß sein werden, dann nehmen wir die Maschinen und geben sie den Arbeitern. Dann werden alle arbeiten können und richtig leben. Und wir kriegen dann wieder Brot in die Schule mit. Da wird Wurst dtauf sein oder Käse oder eine Banane, aber eine ganze. Und die Mutter wird arbeiten können, und der Herr Pauli auch, uich alle, alle Äkenschen. Und wir werden die Mutter jeden Tag an der Fabrik abholen und mit ihr durch die Straßen bummeln. Und'wir werden die Schaufenster an gucken, und daun kaufen wir tvas ein. Und Helsen.. WWWD dann gehen wir nach Hause, und dann dürfen Ich rutsche auch nicht- mehr Nur das Licht anknipsen. Und wir werden nie wieder!m Dunkeln sitzen. Und di« Mutter wird Arbeit haben.. Das habe ich dem Fritz alles gesagt. Und ich habe ihn gefragt,'haft dit alles verstan den? Dq. hat er gesagt, ja. u•-*- 1 ihr gesagt, sie soll nichts mehr weinen. Ich Ich werde sic nie wieder ärgern, s fl mu'mernen Schuhen auf den Plastersteinen, weil ich dann so viele Sohlen brauche. Ich habe ihr gesagt, daß ich bei den Roten Falken ein tüchtiger Kerl werden will. Denn wir wollen doch später die Maschinen holen für di« v. gKjHgn pi. Arbeiter und auch für sie, damit alle wieder " Die Mutter Weint viel, aber^ich Habeiarbeiten können. K B!**-■—«**• rvv v'Hss-vvP' vv v» ▼ rrv ▼ v vv ▼ ▼ vvvt'-v’v v v Lieve zu einens kleinen Lemuren. Bon Friedrich Schnack. Sein kurzes Waldlcben ist unbekannt. Ich weiß nkcht, wieviel Geschwister er hatte, kleine, eichhörnchengroße Brüder,-ob sein« Mutter stark und geschmeidig war und»gut klettern konnte, und ob sie länge träuerte, als er von ihrer Seite Verschwand. Wahrscheinlich hört« er, drr kleine Lemur«, der Babakut, wie ihn die Eingeborenen nennen, zu den unruhigen Baumbewohnern da ob«» im Urwald, die vor Tagesgrauen und abe»hs nach Sonnenuntergang ihre gespenstisch-umflorten Schrei« in di« Wildnis und den Himmel hineinjammern, klagendes Jaulen und Greinen, wie aus dem Mund friedloser Greise und verstörter Kinder.. Fernes und Fremdes hängt den Lemuren an. Ich drnke mir,' sie haben schnierzlich« Erinnerungen, Ahnungen von ganz alten, schwermütigen oder auch schönen Zeiten, längst dahin, wie alles Paradiesische, oder sie träumen von Bäumen, unvorstellbar hohen, mondnahen, silbernen und verlorenen. In ihren Wipfeln Wögen sie aus großen, blauen Blütenbechern den Tau- getrunken haben. Kein Mensch kennt dieses Einst, die Geschichte drr Halbaffen.'— Die da oben und di« andern in den Wäldern Vreitnm, woher mein kleiner Lemure stammt, sind die Rest« jener Halbaffenstämme, di« vor Zeiten auf der Lemurischen Landbrücke in den Urwäldern lebten. Eine Erdkatarstophe hat die Brücke zerbrochen, die grünen, flammenden Bogen sind in den Indischen Ozean gestürzt und mit ihnen alle die Tiere" darauf, lieber den Toten schloß sich das Wogengrab d«S Meeres. So mag es denn sein, daß die kleinen Lemuren noch immer den Schrecken an jenen Weltuntergang in ihrem Innern bewahren, und ihr« Schreie morgens und abends sind ihre Klagen ukü den Untergang ihrer Geschlechter. . Der Manu aus dem Walde, den ich Pan nannte,— er hatte ein Ziegengesicht— stieg eines Morgens aus seinem Lianen und Pali- saudrrdickicht herunter; auf seiner Schulter hockte, an die braune Eingeborenenwange geschmiegt, der kleine Lemure. Er schnüffelte mißtrauisch. Ja, ich will ihn haben, sagt« ich zu Pan, und bezahlte, was er forderte. Das Tierchen sträubte sich aber, es wollte den Schultersitz nicht verlasien und in die Hände des fürchterlichen Bleichgesichts. Pan war ein Waldmensch; in seinem Kräuselhaar, dagegen die länglich«, feuchte Schnauze des Babakuts zärtlich stieß, als wäre es gleich dem Affenfell seiner Mutter, trug er wohl«inen heimlichen Waldgeruch, Orkidecnstaub oder den Rindenduft der Roscnholzbäum«. Vertrauenerweckend war dieses Waldhaar. Freilich, das hatte ich nicht zu bieten. Und so wurde der- zappelnde Lemure zum zweitenmal dem Wald entriss«». Er schalt, greinte, grunzte zornig zwischen meinen Händen. Lauter Angstlaute stieß er aus. Nun rollt« er sich gar igelgleich zu einer .FellkttgÄ,.Msamm«n, sich abschließend gegen die AußAlwett; er'hatte bi« Schüaupe an seinen Bauch gesttckt und de» Nacken furchtsam«ingedrückt. Die Augen schmal zugekniffen, blickten noch einmal auf und schlossen fich: Babakut war nicht vorhanden. Wie unheimlich mochte ihm sein. Auch der lange, nicht sehr dicke Schwanz, an den Leib herangezogen und nach hinten geschlungen, schien sich zu fürchten. Erst eine Banane brach den Bann, eine weiche, süße voller Verführungskräfte. Das war keine Waldkost. Er fauchte sie an. Sie konnte seine Unfreundlichkeit nicht«rwidrrn. Tas war schon etwa-, was ihm Zutrauen«inslößt«. Außer- den» duftete ste wie Honig und war reif. AIS sich nichts Feindliches kündtat, schob drr Babakut die Waldkinderschnauz« näher, fein weißer Nasenrücken blinkte wie von Lämmerwolle, altväterlich schimmerten die hellen Bakken, und den schmal«» Kopf uryrahmte rin Seemannsbart. Da- schwarze Mäulchen tat sich auf, indes di« pechschwarzen Augen, durchglänzt von Märchenlicht und Trauer, vorsichtig an der«ntschälten Frucht vorbeilugte. Jetzt grub sich das perlweiß« Nagetiergebiß in das Bananrnfleisch.. Heißhungrig schmatzte und schleckert««r. Di« Freundschaft konnte nicht füßer, nicht angenehmer geschloffen werden. Uebermäßig große Hände hatte daS kleine Klettertier. Außerdem waren st« schwarz behaart, innen nackt stumpfschwarz wie vergriffen« GlacÄeder und von vielen Linien durchfurcht. Man machte sich den Spaß, in diesen chiromantischen Zeilen zu l«sen. Die HerzenS- lini« war stark ausgeprägt: kein Wunder, d«r kleine Lemure verlangte nur nach Liebe. Die Lrbenslinte war kurz. Sie deutet« kein lange- Leben an. Run, wenn«S nur«in erfülltes war! Andere Linien liefen kreuz und quer. Bergangenheitszeichen, Zukunftsfurchen? Waldgeschichten? Botschaften der Rinden, der Bäume und Affennächt«? Nicht zu entziffern. Mit diesen großen Händen griff und klet- terte er gern. Stets war er darauf bedacht, etwas zu fasst», am liebsten Runde-, Waldge- wohnteS. Er erwischte«inen Verandapfosten, eine Stuhllehne, einen Arm, mein« Hand, Sicher« Ding«, auf die konnte man sich verlaßen. Rührend kindlich umklammerten seine haarigen Finger mit den dunklen, grotesken Nägeln meine Rechte und er hing daran wie rin Vogel an seinem Nest. Wir schön wurde «r da geschaukelt, hrrumgetragen, mitgenommen. Seine Fahne flaggte nach unten. Auf dem BÄ>en Hoppelle er wie«in Kaninchen. Er war eben ein freies Baumtier. Zudem waren die Vorderarm« kürzer als die Hinterarme.. Erschrak er über etwas, dann brachte er sich im Nu auf einem der langen Bambusrohr« vor drr Holztreppe des Bungalows in Sicherheit. Bon da oben musterte er überlegen dir Störung und Gefahr. Wir wird sich die Hauskatze, di« gerade-Junge trug, zu ihm verhalten? Sir sah unter der Zimmertür und betrachtete den komischen Neuling, der da — 8— herumhopste,' mit erschrockenen und uufreund- lichen Augen. Ach, ein Spielgefährte, mochte ex suhlen. Der hatte ja auch Schnurrhaare und ein Fell. Man könnte«in wenig miteinander scherzen... Ritsch! da hatte er aber auch schon eine Ohr» feig«. Die Katze machte einen Buckel und verduftete. Sie war nicht aufgelegt, wollt« nichts mit ihm zu tun haben. Er sah Wohl wie ein fürchterlicher Katzen feind aus. Da hockte er auf seinem Hinterteil, verdutzt schnüffelnd und 6««' gann leis zu jammern. Er war enttäuscht. Er war zärtlich und treu. Niemals viel ihm«in, auszureißen. Wir hatten eine innige Freundschaft, Als ihr letzter Tag anbrach, tveil ich die Insel verlassen und Heimreisen mutzte, setzte ich ihn. aus mein« Schulter und trug ihn hinauf in den Wald. An einem"Baum im Dik- kicht band ich eine grotze Bananenfruchtrispe fest, das Abschiedsgrschenk und die Vorratskammer für meinen kleinen Lemuren, der nun auf eigenen Fützen stehen sollte. Ich liebkoste ihn noch einmal, wie ich es so ost getan hatte, dann setzte ich ihn auf den Zweig. Er umgriff ihn. Sein Gesicht blickte zu mir. Mir kam's vor, als wäre in seinen Augen die uralte Trauer noch dunkler und tiefer geworden. Richt eine Bewegung machte er. Er sah mich daS Dickicht durchdringen uud fortgeheu. Die Zweige schlugen hinter mir zusammen. Da waren wir für immer voneinander geschieden. ,* DaS Vorstehend« ist ein Kapitel auS einem im Berlage Dietrich Reimer(Ernst Bohsen), Berlin 8W 48, erschienenen Buche„Auf ferner Insel. Glückliche Zeit in MadagaSkar". Bon Friedrich Schnack. Geb. Mk. 6.—.) Der Verfasser, bekannt durch «in märchenhaft schönes Buch:„Im Wunder reich der Falter", hat dir Erfüllung eines Lieb- lingSwunscheS erlebt und hat viel« Monate auf Madagaskar, die ihm seit langem«ine Wunschinsel war, verbringen dürfen, hat unter den braunen Kindern des Landes wie einer von ihnen gelebt und das Glück zahlreicher Erlebnisse mit dem Getier der Insel wärd ihm zuteil. Di« köstliche Frucht dieses Aufenthaltes auf Madagaskar ist dieses dichterisch beschwingt geschriebene Buch, das uns hineinversetzt in die Schönheiten dieser tropischen Insel, das uns ihre Geheimnisse ahnen lätzt und wir lauschen mit dem Dichter in den Rächte» den ewigen Klagen der Lemuren, jenen merkwürdigen Halbaffen, dir hier leben«nd wir hören di« gellende Musik der Grillen und Zikaden, die di« Urwald- symphinie begleiten. Der Zauber der Tropen ist in dem Buche festgehalten und nicht weniger als 68 prächtig« Bilder nach Photographien des den Dichter begleitenden Kameramannes Dr. Paul Denso, unterstützen die reizvollen Schilderungen aufs wirkungsvollste. Dumme Witze. Drei ernsthafte, kluge Männer saßen an einem Regenabend beisammen. Ein ernstliches Gespräch wollte nicht aufkommen und so beschlossen di« drei,. einander recht dumme und einfältige Witze zu erzählen. A. fittg an:„WaS ist daS... es hat vier Beine,«in Maul, einen Schwanz und kann wau-wau sagen?" B.:„Natürlich ein Hund!" A.:„Ach. Sie kennen den Witz schon?" E. meinte daraus:„Da Sie vom Hund sprechen,— was ist. das: hat vier. Beine, sieht aus wie rin Hund, kann aber nicht bellen?" A-:„Kann nicht bellen... sieht wie rin Hund aus..;.?" ' C.:„Ein taubstumme« Hund!"- B.:„Sehr faul, sehr faul! Aber sagen Sie mjr, wann sagt der Chinese.„Guten Tag"? Berechnen Sie aber dabei die Erdumdrehung!" A.:„Vielleicht um sieben Uhr früh?" B.:„Nein, er kann daS nur sagen, weun er Deutsch sprechen kann!" C.:„Es steht auf dem Dach, har einen langen Schnabel, weihe Federn, steht oft aus einem Bien, fritzt Frösche— wdS ist daS?" B.:„Ein Storch." E.:„Falsch«ine Störchin!" B..„Meine Herren— was ist Girke?" A.:„Girke—Girke— vielleicht die Ab kürzung für Gesellschaft Indischer Roheisen-,und Kali^rporteure?" h,&.. C.:„Girke— ist das nicht so was wie ein nachgemachtrr Edelstein?" B.:„Rein, Girke ist rin Druckfehler, muh heißen Gurke. Was aber ist ein Pensch?" C.:„Ha— das soll natürlich Punsch heißen!" B.:„Nein, Pensch ist das Mittclstück von Lam—Pen—schirm!" A.:„Herr E., Sie haben doch Philologie studiert— können Sie mir nicht sagen, wann sagt man.Käs' und wann sägt mau ,Kas'". C.:„Tjah— hm— KaS— tjah— worauf wollen Sie denn hinaus? Wissen Sir es denn selber?": A.:„Natürlich— Käs sagt man, wenn > zwei Strichelchen über dem Kas sind.". E.:„Soso, also bin ich hepetngefallen, aber Sie als guter Rechner werden wohl mit Leichtigkeit«in« kleine Aufgabe lösen können. Passen Sie gut auf: auf dem Wege nach Weimar begegnete ich sieben Frauen mit.sichen Säcken. In jedem Sack waren drei Hähne und zwei Kaninchen und eine Ente. Wieviel Lebewesen gingen nach Weimar?" Ä.:„Moment mal— sieben Frauen, sieben Säcke— sieben mal sieben ist nennündvrcrzig, neunündpierzigmal, wie war es doch: drei, zwei eins— sind sechs, also mal sechs,..... vierzig mal sechs, yeiiiunA! sechs/-Iso ti gehen zwei- huudertzwciundncunzig Lebewesen' nach Weimar. Stimmt-^" .. C.:„Roh V rin einziges Lebewesen ging nach Weimar!"'/. B.:„Wieso«ins, ich denk« sieben Dräuen—" C:„Ich.sagte doch: auf dem Wege nach gLeimär begegnete!" sch— also ging ich Häklein nach Weimar-- di« Frauen kamen mir-entgegen!">ick m: Ma-•■!-. i «.:„Aach—saoh!"-<•’ B.:„Wer von den Herren-kann: mir drei leichte einfache deutsche Worte nachsagrn-^ ' E.:„Ich.".- B.:„Ich' wette mit: Ihnen, daß Sie mir keine drei Wort« nochsprechenl" <£.: Gut, es gilt— fangen Sie an!" A.:„Ich mache den Schiedsrichter: also los, daS erste Wort!" e. B.:„Müller." C.:„Müller." B.:„Pferd." C.:„Pferd." B.:„Falsch!" E.:„Sind wohl nicht ganz— wieso ist das falsche B.:„Schon.verloren! Sie hätten als drittes Wort.falsch' jagen müssen!" C.:.„Sik haben, recht, keine drei Worte—• wenn mau nur auspassen wollte!" A.:„Merkwürdig, dumm« Witze:st>