Mister May im Auto. Der erst« sonnenhelle Frühlingstag. Ungeduldig hatte Mister Moy seit langem auf einen Tag gewartet, der für eine größere Antopartie das schöne Wetter garantierte. Hatte er doch den schönen Achtzhlindertvagen vertragsmäßig schon am 1. März übernehmen müssen. Der nahezu Kundert Kilogramm schwere, achtunggebietende nnd sparsame Kaufmann Mister May,-er vor zwanzig fahren als Herr Mayer den amerikanischen Kontinent betreten hatte, ärgerte sich seltsamerweise weniger über die schon vor einem Monat bar erlegte Anzahlung und den dadurch entstandenen Zinsverlust als über das hartnäckige Regenwetter, das ihm den Genuß der Erfüllung zwanzigjähriger Sehnsucht verwehrte. Nun endlich saß Mister May mit der Miene eiires Welteroderers am Volant des Achtzhlinderwagens und sauste auf schnur- geradcr Landstraße gegen Little Rock. Obgleich es Freitag war und seine Frau unheilahnend gemahnt hatte, di««rste Fahrt nicht am Freitag zu unternehmen. Mister'May aber forderte das Schicksal heraus und fuhr dahin. An einer Kurve, wo die Straße zum Arkansasffuß hinabbiegt und der Wald dichter wird, ewlickt« er plötzlich«inen flehentlich winkenden Mann. Mister May.hatte «in gute- Herz, und der Mann war eigentlich gar kein Mann, vielmehr ein gutgeklei- deter Herr, der sich bei einem Spaziergang verirrt haben mochte. Mister Mays an diesem Tage beispiellos gesteigerte Menschenliebe fuhr automatisch in seine Füße, die gleichzeitig di« beiden Pedale der Kupplung und der Bremse niederdrückten. Mister May strahlte im Genuß seiner Gutherzigkeit und seiner Macht über die schöne Maschine. „Sie wollen wohl auch nach Little Rock'? Manchmal hat man Glück. Bor fünf Minuten dachten Sie wohl nicht daran, daß ein Achtzylinderwagen kommen nnd Sie aufnehmen wird? Hehehe!" lächelte Mister May. „Darf ich fragen, woher Sie kommen?"— Doch der Fremde saß mit sauersüßer Miene neben Mister May nnd antwortete nur nach wiederholter Frage kurz, beinahe eisig:„AuS dem Zuchthaus."—»Wie, bitte? Was? Hehehe! Ein guter Witz,«in guter Witz! Hshehe!" Don<»eorg 4>er>. Doch der Fremde wiederholte so hart und nachdrücklich, er habe nach fünf Jahre langer Strafe soeben das Zuchthaus verlassen, daß in Mister Mays Händen der Bolgnt erbebte.—„Wie? Wie sagten Sie? Fünf Jahre?" Mister May fühlte, wie der kalte Schweiß von seiner Stirn über die Augen perlte und die Straße vor ihm in Rebel hüllte.„Fünf Jahre, lange Zeit, lange Zeit, Vielleicht ein« Ehrenbeleidigung oder Konkursangelegenheit? Ja, ja. Manchmal hat man.Pech."—„Fünf Jahre wegen Ehrenbeleidigung? Das wäre zu viel. Fünf Jahre wegen Einbruchsdiebstahls."—„Wie, mein Herr, Sie haben eingebrochen, einfach «ingebrochen in eine fremde Wohnung? Dann sind Sie ja ein Einbrecher?"— Mister May biß sich auf die Zunge und riß den Wagen in letzter Sekunde vom Grabenrand zurück. „Machen Sie keine Geschichten, Sie schmeißen uns noch um. Bleiben Sie lieber stehen!" brüllte der Fremde, jawohl, Mrster... Einbrecher, zawohl, Mister Mit wem hab« ich die Ehre? Jawohl, bitte..." Mister May wußte nicht mehr recht, was er sagte, denn er dachte daran, es wäre doch besser gewesen, am Freitag hübsch daheim zu bleiben. Er verlangsamte daS Tempo, wagt« nur noch, mit zweiter Geschwindigkeit zu fahren. „Also Sie haben einen Einbruch verübt. Ich verstehe. Brauchten notwendig Geld. Darf ich aber fragen, dort, wo Sie den Einbruch verübt haben, das heißt,, wo Sie Geld holen wollten, was sagte man-ort, ich meine, was ist dort geschehen?" Und Mister May zuckte zusammen. „Bisher habe ich noch niemand ermordet. Ich brauchte einfach Geld."—„Ja, ja, Sie brauchten Geld. Und haben niemand ermordet. Sehen Sie, das ist schön. Ich möchte sagen, es zeugt von ehrlicher Gesinnung."— ,^Jetzt brauche ich wieder Geld und werde vielleicht sogar morden", erklärte der Fremde kaltblütig.—„Tie werden morden? Wie werden Sie morden? Hier ist doch niemand? Wen wollen Sie morden? Ra, ich verstehe, vielleicht in Little Rock? Aber vielleicht ist es besser, Sie morden nicht?"—„Mensch, mach keine Mätzchen! Ich brauche Geld. Habe« Sie Geld?" Di« Landstraße drehte sich um Mister May. Krachend stockte das Auto. Mister May suchte drei Minuten lang nach seiner Börse.„Bitte sehr, nehmen Sie, bitte! Vielleicht wird es genügen. Vorläufig bis Litt!« Rock." Der Fremde nahm wortlos die Bors« und zählte ihren Inhalt. Hundcrtfünfzig Dollar.„Es tut mir leid, das ist zu wenig. Ich bin geztvungen, auch das Auto mitzunehmen. Steigen Sie aus."—„Aber um Gotte- willen!"—„Eins, zwei! Machen Sie keinen Lärm." Der Fremde zog«ine« Revolver. Mister May zwängte sich rücklings durch die Wagentür, blrrb mit dem Absatz hängen und plumpst« auf die Landstraße. Er wünschte bereits, der Fremde möge mit -em Auto verschwinden, ihn hier mitten im Wald allein lassen, dann ist alles wieder gut, dann wacht er vielleicht auf, denn das ist vielleicht nur«in Traum, und wenn dieser fürchterliche Mensch mit diesem entsetzliche« Auto verschwindet, wird vielleicht alles wieder gut. Wozu habe ich überhaupt einen Achtzylindcrwagen gekauft? Wozu fahre ich überhaupt nach Little Rock? Wozu... Es siel ihm plötzlich«in, daß er gar nicht Mister May sei, sondern einfach Herr Mayer... Wozu bin ich überhanpt Mister May? Wozu... Der Fremde schrie ihn an: „Aus dieser Geschichte könnten übrigens noch allerlei Komplikationen entstehen, tvenn ich Sie so hier auf der Landstraße lasse. So leid«s mir tut, ich muß Sie beseitigen."— „Wie, bitte? Wie meinen Sie? Sie müssen? Warum müssen Sie?" Und Mister May versuchte, den Fremden mit Bitten zu erweichen. Doch cs half nichts.„Es ist schade um Ihre guten Kleider", fuhr der Fremde unbarmherzig fort.„Ziehen Sie sich ans, den Anzug kann ich mitnehmen." Mister May stand am Waldrand, nur mit der Unterhose, deren lauge Enden sorgfältig mit einem Bändchen verknotet waren. Er fror, wagte sich aber nicht zu rühren, denn der Fremde hielt ihm den Revolver an die Brust. „Schreiben Sie einen Abschiedsbrief an Ihre Frau. Diktieren Sie, ich werde schreiben. Damit Sie sehen, daß Sie es mit eurem Gentleman zu tun haben." Mister May tvar schon mehr tot als lebendig. Er sah nur den Revolver nnd stotterte:„Wie? Ja, bitte sehr, — 2— bitte sehr."—„Diktiere»« Sic!" Mit geschlossenen Augen diktierte Mister May. ^Unterschreiben." Mister May fühlte, wie ihm eine Füllfeder in die Hand gedrückt wurde.„Machet« Sie doch die Angen auf und unterschreiben Sie." Mister May öffnete di« Augen und sah voll Verwunderung, daß der Frenid« ihm eine Art Aktenstück entgegenhielt, statt eines Revolvers. Und der Fremde lächelte höflich und zuvorkommend:„Sehen Sie nun ein, wie unvorsichtig Sie sind? Wenn nun ein richtiger Einbrecher Sie überfällt, bleibt Ihre Familie ohne Geld, ohne Ernährer zurück, dem Eiend preisgegeben. Und weshalb? Weil Sie, unbedachter Mensch, nicht versichert sind! Auch Ihr Auto nicht! Unterschreiben Sie also diese Polizze der Ver- sichernngsanstalt in St. Louis, dann find Sie und Ihre Familie vor jeder Katastrophe geschützt!" Am nächsten Tag konnte der Fremde einen erheblichen Vorschub ans seine Provision beheben. Bedeutung unserer Vornamen. Bon HanS Th. Ziegler. Wie die Familiennamen, so wurden auch die Bornamen ursprünglich keineswegs willkürlich gewählt, sie kennzeichneten vielmehr eine Eigenschaft, einen Zustand oder einen Wunsch ihres Trägers. In der- ersten Zeit der Christianifierung der einzelnen Völker nahm die Kirche in erster Linie die Rainen der Apostel m«d Märtyrer, später auch der Heiligen, in den Kalender auf und verlieh sic den Täufiiligen je nach ihrer nationalen Zugehörigkeit. Die bekehrten Jilden bekamen also hebräische, di« Griechen griechische, die Römer lateinische, die Gernranen deutsche Taufnamen. Ta die Kirche, um ihrer Profa- »rirrung vorzubeugen, von A>rfang an bemüht war, den eigentlichen Sinn und Zweck der' Namensgebung zu verwischen, ist die originale sprachliche Bedeutung dieser Rainen nach u>rd nach verblaßt. Wir wollen uns hier darauf beschräirken, einige der volkstümlichsten Vornamen auf ihre Entstehung und Abstammung hin zu untersuchen und beginnen mit den hebräischen. Adam, der erste Mensch, heißt ins Deutsche übertragen eigentlich„der Erdentsprossene", Eva soviel wie„Leben". Anna(ebannab) ist die „Holde", Elisa(beth), Lisbeth, Ilse„die Gott Verehrende", Johannes und Johanna„der(die) Begnadete", Josef(a), Josesine„der(die Mehrerin", Maria(mirjam)„die Bittere", Michael" „Wer gleicht Gott?", Thomas—„Zwilling" mid dergleichen. Dem Griechisch;» entnominen sind u. a. Agathe, die„Gute", Agnes, die„Keusche", Ale xander, der„Männerschühende", Andreas, der „Mannhafte", Christian bzw. Christoph= der „Anhänger" bzw.„Träger" Christi, Engen--- her„Wohlgeborene", Georg--- der„Erdbear- beiter", Bauer; Helene ist soviel wie„Strahlende", Irene„Friedliche", Julius„der Milchbärtige", Käthe nnd Katharina(kathard) die „Reine", Nikolaus(nike, Sieg, und la6s, Volk» „Bolksbesidger", Peter(potrüs) der„Fels", Philipp(aus philos, Freund, und bippos, Pferd) der„Pferdrfrrund", Sophie==„die Weisheit", Stefan(otöpUanos, der Kranz)„Bekränzte", Dora, Dorothea, Theodor(a)„Gottesgeschenk" «. v. a. Ebenso zahlreich find auch die lateinische»« Na»neu, so z. B. Anton nach dem römischen Familiennamen Antonius, August,„der Erhabene", Beate, Beatrix, ebenso wie Felix, Felizitas t---"der(die).„Glückliche", Cärilie— die „Blinde, Kurzsichtige", Klara, Klärchen(elara) die„Glänzende", Laura, Lore und Lorenz(Lau- rentius) der„Lorbeerbekränzte", Leo--- der „Löwe", Max(maximua)„der Größte", Moritz (blauritiua)„der Maure", Paul(paulus, klein) der Geringe, Regina— die Königin, Renatus und Renate, franz. Ren6(e), der(die)„Wiedergeborene", Urban(von urbs, Stadt), der Städter, Ursula(ursus, Bär), die Bärin, Biktor(ia) und Vinzenz--- der Sieger(die Siegerin). Haben die erwähnten Bornamen aus toten Sprachen gleichsam internationale Verwendung gefunden— natürlich wurden sie jeweils den verschiedenen Zungen angepaßt—, so sind uns außerdem eine ganze Reihe Personalbezeichnungen alldeutschen bzw. gotischen und nordischen Ursprungs erhalte»« geblieben. Wir finde»« dar unter Namen wie Adele, d. h. Edle, Adolf, d.«. Edrlwolf, Alfred—„wie ein Elf", Bernhard— der Bärenstarke, Dietrich(die«, Volk, und rih, Fürst) der Volkssürst, Erich(nord, oirikr) der Alleinherrscher, Erwin(aus era, Ehre, und wini, Freund) Ehrenfreund, Ferdinand(kart, In der Btaschinenfabrik von Redlich und Konsorten war es still geworden. Das Summe»« und Stanrpfen der Maschinen war dasselbe geblieben, aber die Menschen, di« hinter diese« riesige» Kolossen schwitzend und staubbedeckt, gleich Kobold«» umherhasteten, waren anders gelvyrden- Besonders Patulke, der kleine dunkeläugig« Maschinist, dessen silberhelles Lachen den Kameraden> sonst so oft ein breites, wohlgefälliges Grinsen entlockt hatte, stand seit Tagen still u»«d in sich gekehrt hinter seiner Maschine. Das Abbaugespenst war wieder umgegangen. Nahezu die Hälft« der Belegschaft war einem System, das man„Sanierung" nannt«, zum Opfer gefallen. Patulke preßt« die Lippen zusammen, wenn er daran dachte, mit was für einen« unsagbar traurigen Blick sich der schmächtige Langhölzer von ihm verabschiedet hatte. Wie der es wohl seiner schwindsüchtigen Frau bcigebracht hatte, daß er jetzt auch zu jener Armee gehöre, die in stummer Verzweiflung, von jeglichem Broterwerb ausgeschlofien, die Straßen und Parkanlagen der Stadt bevölkert«? Solche und ähnlich« Gedanken durchzuckten Patulkes Hirn.— Plötzlich stand der bleichsüchtige Wittmann an seiner Seit«.„Hast' schon gehört", rief er grinsend,„unser Lohn wird reduziert. Wir müssens Maul halten, nischt bei zu»rächen, sonst Klamotten packen und ab durch die Mitte!" Noch«he Patulke antworten konnte, war der Bleich süchtige mit einer Grimafie, di« einein Clown all« Ehre gemacht hätte, davongesprungen. Einen Augenblick stierte Patulke fassungslos in das stampfende Getriebe seiner Maschine. Das Stimmengewirr und die nur schlecht unterdrückten Wutausbrüche seiner Kollegen bewiesen ihm nur zu bald, daß der Bleichsüchtige di« Wcchrheit gesagt hatte. Schneller, als Patulke es erwartet hatte, beruhigten sich seine Kollegen. Als der Werkmeister kurz darauf listig mit den Augen zwinkernd durch die Halle schritt, hatte sich die Entrüstung der Arbeiter vollends gelegt. Es war schon so, wie Wittmann sagt«,„Maul halten, sonst Klamotten packen und ab durch di« Mitte!" Patulke lächelt«. Nach wie vor stand er verschmutzt und unscheinbar an seiner Maschine und meisterte mit sicheren Griffe« ihren Lauf. Heer, uiw»and, kühn), der HccrcSkühne, Franz — der Freie, Fritz und Friedrich(aus fridw, Frieden, und rih) der Friedenesürst, Gustav (nord, gudhstafr), der Kampfleiter, Heinz und Heinrich(von hap, Heim, und rih), der Heimfürst, Herbert(hari-brecht), der„im Heer Glänzende", Hermann(heri-man), der Hecresmann, Hugo und Hubert(hupu-berath), der„Gedan- krnglänzrnde", Ida— die Arbeisame, Karl(gor. eharal), der Mann, Konrad, Kuno und Kurt (von kuoni, kühn), der Ratskühne, Lothar(hlut- hari), der Heeresberühmte, Ludwig(hlut-wig), der Kampfberühmte, Oskar(nord, o«, Gott, kar, Ger), der Gottesspeer, Richard(rih-hart), der starke Fürst, Robert(hruod«berath, der Ruhmglänzende, Rudolf(hruod-wolf) der Ruhmes- wolf, Walter(wait-harl), der Heerrsgewaltige, Wilhelm(willo-helm), der durch seinen Willen Beschützende, u. v. a..- Vor der Schaffung der Familiennamen war der Vorname also nicht bloßer Schall, vielmehr eine Kennzeichnung der Person, deren Wert heute allerdings fast vollständig verloren gegangen ist. Es wäre deshalb gewagt, auch heute noch behaupten zu wollen: noinen es» amen. „Patulke, hören Sie nicht bas Stanrpfen Ihrer Maschine?" Der Werkmeister stand in gewichtiger Haltimg nebe»« ihm. Patulke nickte schweigend.„Mann, sind Sie toll..., merken Sie nicht, daß di« Oelbuxei« der Maschine leergelaufen sind?!" Patulke grinste:„Meister, wir müssen sparen, auch bei den Maschinen!" Dem Meister stieg die Röte ins Gesicht. Der Spott war zu deutlich, um nicht verstaiwen zu werden. Sckun- den maß er Patulke mit drohenden Blicken. Der tat, als merke er nichts. In einem plötzlichen Wutansall packte er den kleinen Patulke und versucht«, ihn gegen die Wand zu stoßen. Patulke war schnellcr. Ein kräftiger Stoß ließ den Meister zurücktaumeln. Patulke sprach kein Wort, aber die Eiseisstange in sein«r Hand war eine deutliche Sprache. Der Seniorchef wurd« gerufen. Das Stainpfen der Maschine war stärker geworden Patulke grinste. „Mann, sind Sie rasend? Bedenken Sie. was Sie tun!" Der Semorches hatte es drohend geruse»«.— „Herr, wir nrüffen sparen, auch bei den Maschinen!" Leise, fast demütig kam«« diese Wort« Patulke aus dem Mund, doch in seinen Blicken lag ein Trotz, der di« letzten Schranken der Selbstbeherrschung seines Chefs zu ver. »richten drohte. „Reden Sie keinen Unsinn, Patulke! Zwölf Jahre sind Sie in meinem Betrieb, aber wenn sich nun bei Ihnen derartige Symptome von Geistesstörung bemerkbar machen, muß ich Di* auf der Stelle entlassen!" „Sieben»nal sieben sind neuuundvierzig. Rom ist auf sieben Hügeln erbaut. Sie, Herr Redlich, siick» der Seniorchef der Firma.." „Was soll da«, Patulke...?!" „Sie, Herr Redlich, überzeugen, daß ich noch Herr meiner Sinne bin!" Patulke war etwas ernster geworden. Drohender als vorher, stampfte die Maschine. „Sie sind ein verfluchter Kerl, Patulke" fuhr der Chef resigniert lächel»»d fort.„Lassen Sie uns vernünftig reden. Als alter Maschinist müssen Sie wissen, daß man der wertvollsten Maschine, die wir hier im Betriebe haben,»nd e»w- v' e v v v w-v vv»ry’r«| v ▼ v ▼ r t y v v ▼ v v rrrn MS die Masshtne»et« fiel erhielt... Kurzgeschichte von Gustav Paech. die zu bedienen«»an Ihnen vertrauensvoll über' lassen hat, nicht ungestraft ihr gebührender Quantum Ocl entziehen darf. Die müssen doch wissen, daß diese Maschine sonst..." Patulkc winkt« kopjnickrick ab.„Jawohl, Herr, ich weiß, daß diese Maschine spätestens in drei Minuten zerbersten wird!" Der Seniorchef wich entsetzt zurück.„Mann, und trotzdem wollen Sie ihr das Oel verweigern? Das ist Sabotage. Bedenken Sie, was das heißt!" Es schien, als sei auch Patulke etwas blasser geworden; dennoch entgegnete er mit fester Stimm«:„Herr Prinzipal, Ihr Mitleid mit einem toten Stück Eisen ist rührend. Sie sehen ein tote- Stück Eisen schreit, wenn«S nickt da» erhält, was es bedarf, um Werte zu schaffen. Herr, auch ich schaffe Wert«! Ter Lohn, den Sie mir entziehen wollen, ist gleichbedeutend mit dem Oel, das ich der Maschine entziehe. Sie beabsichtigen meine und die Existenz meiner Familie zu vernichten. Ich bin mehr, als dieses schreiende Eisen, und so, Herr Prinzipal, gebe ich Ihnen nur ein Beispiel, nichts weiter, doch wem» Sie wünschen...?!" Nein, der Seniorchef von Redlich und Konsorten wünscht« nichts weiter, auch Patulke wurde zufriedcngestellt. Noch heute steht er an der Maschine, doch wenn er daran denkt, daß einmal die Stunde kommen könnte, in der Millionen Arbeiisbrüder einen gemeinsamen Wunsch äußern könnten, dann liegt ein stille» Leuchten über seinem knochigen Geficht und sein Blick schweift vielsagend zur stainpfenden Maschine. rrTTTVTVTTT^rnrrrrrrrr»'» Tanz vor dem Rarihen. Bon Florian Seidl. Kennen Sie das, den Tanz vor dem Rachen, der sich aufsperrt, vor dem vielzähnigen, schrecklichen Ungeheuer? Du lachst, du springst auf nick ab wie ein Hampelmann an einer Gummischnur, du überschlägst dich, bist wie betrunken und die scheppernde Angst ist in dir. Aber du lachst, aber du tanzt und nun soll es mitlachen, das Ungetier, nun soll es wiehern vor Lust, sonst bist du verloren. Es war während der russischen Revolution. Die Roten halten eine kleine Stabt in der Krim erobert. Sie hatten dabei starke Verluste gehabt. Ihre Wut richtete sich aber vor allem gegen Alex Jwanitsch, den Polizeihauptmann, der war schuld an dem hartnäckigen Widerstand gewesen. Jwanitsch war, das galt für ausgemacht, auch sonst ein Schweinekerl, einer, den man hassen mußte. Nun wollten sie ihn aufspießen, rösten wollten sie ihn und wenn er sich in den tiefsten Keller versteckt, fie werden chn ausstöbern. In der Steckt kennt chn jeder, er kann ihnen nicht entkommen. Auf dem Marktplatz staick«in Wanderzirkus. Zu chm floh der Polizeihauptmann. „Sie sind hinter mir her," sagte er,„verbirg mich. Paivel Michailowitsch.". „Ich kann nicht, Euer Gnaden," entgegnete der ZirkuSdirektor und zittert,„sie werden dich finden und mich werden sie totschießen." „Michailowitsch," sagt der Hanptinann streng,„hängen wird man dich! Noch ist nicht alles verloren, wir kehren zurück. Du, paß nur auf, deinen Zirkus wird man dir-verkausen und du selbst wirst gehängt." „Der Zar ist tot," sag! Michailowitsch, „alles ist vorüber."- „So glaubst du auch an dies Märchen?" ruft Alex Jwanitsch und lacht verächtlich. Der ander« ist bekümmert: Er kam« chn nicht verbergen, seine eigenen Leut« würden ihn verraten. „Dummkopf," sagt der Hauptmann,„gib mir eine Rolle, ein Zirkuskleid! Niemand wird wissen,>v«r ich bin, auch dein« eigenen Leut« »richt." Und da geschieht es. Der dumme August ist krank, seine Stelle wird Jwanitst» übernehmen. Schon komnren die Roten. Ein« Fran hat den Polizeihauptnrann gesehen, als er in das ZirkuSzelt schlüpfte.„Wo sst Alex Jwanitsch?" T«r Direktor- weiß nichts. „Du lügst!" schreien sie,„man hat ihn gesehen, hier ist er verborgen!" Michailowitsch schwört und fällt auf di« Knie, sie suchen, alles.durchwühlen fie, unter den Bänken, den Tischen sehen sie nach, werfen Kisten und Fässer um, stechen in die Kleider, die an der Warck hängen, sie suchen im Stall uick in den Wohnwägen der ZirkuSleute. Nichts, finden sie. In einem Verschlag liegt der krank« Elown und wimmert und in einem anderen nebenan hockt sein Vertreter, lallt und hält chiren di« SchnapSflasch« entgegen. Er ist schon geschminkt, grellweiß mit den kreiSroten Flecken im Gesicht und hat sei« Pludergcwaick an. als wolle er auftreten.„Bist du am hellen Vormittag schoit besoffen, du Schwein," lachen sie, nehinen die Flasche ruck trinken mit ihm. Sie fluchen auf Alex Jwanitsch nick die Weißen, sitzen in dem Verschlag auf Kisten und auf dem Boden und der dunnn« August flucht mit und dann ziehen sie wieder ab. Den Pollzeihaupt- maun haben sie nicht gefunden, aber sie bewachen den Zirkus und kommen im Lauf« d«s Tages noch ein paarmal und such«» nach ihm. Am Abend im Zirkus. Ich saß in einer der ersten Reihen u>ck sah, bis oben hinauf war alles voll Roter. Sie haßen gekämpft, nun wollen sie ihr Vergnügen. D«r Direktor tritt ans und verneigt sich, Pferde laufen im Kreis und zeigen ihre Kunst und nun kommt der Clown. Er steht an der Eingangstür und... „DaS ist doch, ist das nicht...?" schießt es mir durch den Kops, ich kannte Alex Jwanitsch gut, sehr gut kamlte ich ihn, und da stehl der Clown und sieht auf alle di« Gesichter, die sich rundum zu den Rängen emporbauen, er st«ht ihm gegenüber, dem hundertköpsigcn Tier mit den tausend Augen nick dem großen Rache»», der wartet, ihn zu verschlingen. Er u»uß austr«ten, denn di« Roten sind voll Argwohn uud»venu der August »richt koumlt, werben sie ihn hervorzerren und erkenne»». Und da steht er am Eingang nick tauinelt, noch«he der Direktor zuin Schlag gegen ihn ausholt, stürzt er zu Boden, im Fall jedoch besinnt er sich auf seine Rolle und kräht uick die Angst läßt«hu ein Kreischen ausstoßen, das Widerhall findet. Schon lachen einige, das Tier freut sich, das Tier ist vergnügt. Run »iaht der Direktor nick ist erbost uick schlägt nach ihm, er mag ihm im Lauf« des Tages gezeigt haben, wie er die Ohrfeigen, die er am Abend erhalten wird, abfang«»» soll, aber Jwanitsch ist zu ungeschickt, dir Angst lähmt ihn, der Schlag trifft ihn mitten ins Gesicht, wirft ihn zu Boden und das Blut schießt ihm a»»s der Nase. Aber wieder kräht er uick immer wieder. Nun wiehert das Tier.„Gut so," rufen einige,„gib es ihm!" Der Direktor stößt mit dem Fuß nach Alex. Ter hebt sich langsam vom Boden auf, immer noch rinn! das Blut aus der Nas«, aber jetzt besinnt er sich ganz auf tue Aufgab«, er beginnt den Direktor zu verspotten, heftiger werden di« beiden, sie streit«»». Gut! Aber daS ist noch zu wenig, der Clown soll sein« Kunststücke zeigen! Uick plötzlich ruft ein« Stimme von hoch oben:„Das ist Alex Jwanitsch, der Polizeihauptmann!" Der Direktor erblaßt, Jwanitsch wollen die Knie versagen, entsetzliche Still«, ein« Sekunde, noch«ine, und nun wird es losbrechen, das Tier, nun wird sich der Rachen öffnen,»mn lvird er zermalmen, nun wird er verschlingen, alles, alles. Uick da reckt Alex Jwanitsch sich auf uick kräht und all« sehen auf den Clown da unten, auf den dummen August mit d«r roten Nase uick dem breit geschminkten Muick, er nimmt das spitze Hütchen vom Kopf, winkt nach allen Seiten uick kreischt: „Ja, ja! Alex Jwanitsch, Alex Jwanitsch, der Polizeihauptmann, der ivciße Hund. Aufgepaßt, meine Herrschaften!" Und er zeigt ihnen Alex Jwanitsch, äfft ihn mrch, stolziert iin Kreis, er waikelt, lallt, nun überschlägt er sich, Purzelbäume!, nie hat er sie gelernt, doch er kann sie, denn das Tier lauert, der Rachen gähnt, nick nun tanzr er und singt, schauerlich ist das, der Mensch vor dem tauseudzähnigen, wild lüstern«« Maul, er will- ihm entkommen durch Lache« und Tanzen, immer toller springt er, dreht sich im KrrlS uick kann nicht aus, nicht auSs die Stimme überschlägt sich, keuchend der Atem u»ck der Direktor steht in der Mitte, schwingt die Peitsche und hetzt:„Alex Jwanitsch, tanze!!" und die Zuschauer lachen und deirken, das ist das Schauspiel für sie uick der spri»»gt, angstverzerrt, uick nun gröhlt er ein Spottlied auf den Zaren, alles tut er, alles verleugnet«r, wenn er nur leben kann. Uick nun steht er erschöpft u»ck verneigt sich»»ach allen Seite«, «r will fort, hinaus, sie aber brüll«»» und klatschen, er muß noch eimnal tanzen und wilder überschlägt er sich uick lacht, lauter, immer lauter nick wieder verneigt er sich und will fort uick jetzt schrillt die Stimm«!„Es ist Alex Jwanitsch!" Da entspringt er uick hört den Lärm hinter sich, den Aufschrei des Tieres, hört Schüsse, sieht nicht mehr, wie der Direktor, von einer Kugel getroffen, in den Saick sinkt, er läuft in die Rächt, läuft um sein Leben. Sie springe»» über die Brüstung, sie brüllen auf, drängen zu»n AnSgang. Da ist Alex Jnmnitsch im Dunkel verschwunden Rach vier Tagen bringen sie ihn, er hat noch die Cloivnmaskcradr am Leib, jetzt ist er verkommen und verwildert. Er ist gefesselt, fie zerren ihn durch di« Straßen, sie schwiiMn die Peitsche und schreien:„Tanz, Alex Jwanitsch!" 'Aber jetzt tanzt er nicht mehr, er sieht nur stier und stunrpf vor sich hin, jetzt hat er abgeschlossen und dann schießen fie ihn uieder. Ich denke: Wir alle tanzen vor dem geöffneten Rache»», oft, viel öfter als wir gla»»b«n, immer tanzen wir und hoffen den» Schicksal dadurch zu entkam»»»«»». Und ich denke: Ob»vir tanzen nick unL in Sprüngen überschlagen oder ob wir dumpf stille stehn, intnrrr verschlingt uns der Rachen, alle, den«inen auf diese, den anderen auf«in« ander« Art, immer verschlingt unS der Rachen. Wie die amerikanischen Wirbelsturm-Katastrophen entstehen. Die furchtbaren Zerstörungen, dir jetzt wieder ein Tornado in den amerikanischen Staate» Alabama und Kentucky angerichtet hat, erschüttern unk wie«twaS Unsaßliches, da wir ja glücklicherweise derartige Naturkatastrophe« nicht kennen. Aber in den Bereinigten Staaten, wo di« riesig« Ausdehnung des Landes«ck 4— die gewaltigen Gegensätze der Statur alles ins Ungeheure steigern, ereignen sich solche Kata- strophrn alljährlich, wenn sie auch freilich nicht \ immer di« riesenhafte Ausdehnung de» jetzigen Unglücks erreichen. Das nordomerUanisch« Kkima besitzt nicht die Ausgeglichenheit, die bei un» dadurch Hervargerufen wird, daß da» warme Mittelmeerbecken durch die Alpen von dem kälteren Mitteleuropa getrennt ist. Dort verlaufen all« Gebirgszüge von Narben nach Süden, und jeder Umstürzend« Witterung-, lvechscl wird sofort weit«geleitet. Daher«r- .folgen in wenigen' Stunden Erhitzungen der Lust um 20 und 30 Grad und ebenso treten i jähe Wetterstürze ein. Beim Eintritt von Winden aus Wanner südlich« bis südwestlicher Richtung hat manchmal nur«in enges Gebiet ; schon heiteren Himmel, während sonst noch Br- wölkung die Erwärmung des Bodens verhindert. Tie Temperatur ist also an einer Stelle sehr viel höher als in dar ganzen Umgebung. Dadurch entsteht«in sehr starker Lirftauftrieb, denn durch di« Erhitzung des Bodens wird die Wärme zurückgesttahlt und die erwärmte Luft steigt rasch empor. Dieser aufsteigend« Luft- stroni ist min in den breiten Lusttälern infolge der ungeheuren Wassermassen stark mit Wasterdomps gefüllt. Dadurch wird wieder in der Höhe latent« Wärme frei und der Luftstrom erhebt sich immer höher. So steigt die erhitzte Lli ftsänle infolge ihres Dampfgehaltes bis in Höhen empor, in denen di« Abkühlung riesige Wotkrubildung erzeugt. Auf dies« Weise entstehen auch bei uns Wirbelstürme, die aber, an den amerikanischen Verhältnissen gemessen, sehr geringfügig sind. In den Bereinigten Staaten finden di« Wirbel infolge der sehr viel größeren Erhitzung und der weiten Ebenen auf chrem Wege keinen Widerstand. Die drehende Bewegung, di« hoch oben begann, verpflanzt sich nach unten und es entstehen Wirbelwolken, die wie ungehcur« Elefantenrüssel aussehen, oben dick, unten dünn, mit pechschwarzen Rändern und einer mehr xelbgrauen Färbung m den oberen Teilen. Die tzetvaltiige Kraft dieser Wirbelstürme, die ein ganzes Gebäude mit Leichtigkeit wegreifen kann, wird durch das Hinzntrelen der Zentrifugalkräfte hervorgrdracht, die sieb infolge der raschen Ausbreitung der rotierenden.Bewegung nach unten bilden. Ti« mit rafeider Geschwindigkeit sich um ihr« Achs« drehend« Luftsäule hält di« Luftschichten ringsum vom Eindringen in de« Wirbelkreis ad, und da di« erhitzte Luft in dem Wirbel sehr rasch en porsteigt, so entsteht int Innern de» Tornados ein Bakuum, das wieder zur Beschleunigung des Sturmes beiträgt. Dieses Vakuum übt niiti«in« ungeheure Saugwir- kung ans, durch die gairze Bauten, Schornstein«, schwere landwirtschaftlich« Maschinen in die Höhe gehrben und Hunderte von Metern weil geschlri^rrt werden, während Mensch und Mlh natürlich zum leichten Tpielball der entfesselte» Raturgewalteu werden. Die Stürme rasen über Strecken von u.ehr al» 1000 Rilrn.eter, ihi^ horizontaler Durchmesser beträgt aber mris» nur wenige hundert Meter, so daß nur begrenz!« Landstriche zerstört werde». Ee. kann vorkiMmen, daß dir eine 2«itr einer Streße in«iiini Trümmerhausen verwandelt N ird, während die andere unversehrt bl«ibt und durch die Saugkraft des Luststroms nur d:e Fensterscheiben und die Türen'nach außen stürzen. Ti« Wirbelstürme sind fast immer von elektrischen Entladungen und Wol- kenhrüchen b«gl«t«t, die die Katastrophe noch furchtbarer mache«. Allerlei Wissenswerter. Da» Licht, das die Svene zur Erde entsenden, ist äußerst unbedeutend. So hat man festgestellt, daß die Lichtmenge, die der strahlende ArcturuS entsendet, nur«in Hundertmillionstel -er Lichtmenge auSmacht, di« unsere Augen Von einem gewöhnlichen Stearinlicht empfängt, wenn sich dieses in einem Meter Abstand be- firchet. Rur 50 Prozent der Menschen können lesen. Das Erziehungsbüro der Vereinigten Staaten Veröffentlicht eine Bildungsstatistik, die sich auf W Länder mit im ganzen mehr als einer Milliarde Einwohner erstreckt. Bon dieser Bevölkerung, soweit sie das zehnt« Jahr überschritten hat, sind fast 50 Prozent ohne Schulbildung. Der Prozentsatz der Analphabeten unter den Bewohnern der ganzen Erde wird arrf 02 berechnet. Di« Eier einer Riesenschlange haben etwa die Größe von Hühnereiern. Nachdem die Schlaitge etwa hundert Eier gelegt hat, legt sie sich in einem Knäuel darauf und bleibt so, bi- die Jungen ausgeibrütet sind. Das dauert etwa zwei Monate, und während dieser Zeit fastet die Schlange. Auf dem Grund« des Ozeans hat man zivei neue Gebirgsketten entdeckt, und zwar die eilte in der Nähe der Küste Ecuador; hier sind die Berge mehr als 5000 Fuß hoch. Ein« zweite Gebirgskette befindet sich im Norden von Juan Fernandez und erhebt sich bis zu einer Höhe von fast 10.000 Fuß. E» ist gelungen, einen Scheinwerfer z« konstruieren, der an einer bestimmten Stelle fast Sonnenhitze entwickelt. Man hat an dieser Stelle, die nicht größer gls ein Zweipfennig- stück ist, eine Hitze von 10.000 Krad Fahrenheit gemessen, also etwa 5500 Grad Celsius. Rach den neuesten Messungen aber liegt die Ober- flächen tcnrperalur der Sonn« zwischen 5700 und 6150 Grad Celsius. Man hat berechnet, daß man, wenn man das Licht dieses ScheiwverferS steil rrach oben richtet«, es noch in einer Höhe von 1500 Kilonreter über der Erde wahrn«hmen könnte. Rach de» Berechnung«»«in«» Gelehrten erwacht der gesunde Schläfer in der Nacht dreißig- bis vierzigmal, ohne allerdings beim endgültigen Erwachen am Margen eine Erinnerung daran zu habe». Daß ein Mensch wirklich die ganze Nacht pausenlos durchschläft, kommt nicht vor, ist vielmehr nur eine Täuschung des Betreffenden. Merkwürdig« Gewicht«. Bei de« alten Römern herrscht« der Brauch, beim Wiegen von Waren immer Gewicht« zu benützen, die den Waren, deren Gewicht sie bestimm«« sollten, nachgebildet waren. So wurden zum Beispiel zum Wiegen von Schtvemesteisch oder Fischen Gewichte in Gestalt kleiner Schweinchen oder Fische verwendet, während Gewichte für Knochen die Form von Rinderknochen besaßen. Selbst die Gcwicht«, mir denen Käs« getckdgen wurde, waren kleinen Käselaiben nachgeformr. Eine ga»; eigentümliche Osterfitt« hat sich in Hungerford in Wilts erhalten. Hier kann jeder junge Man« am Ostermontag so viel« Mädchen küssen, wie er mag. und zwar von zwölf Uhr mittags bis sechs Uhr nachmittags. Ein« Petroleumlampe aus einer der Ionische» Inseln, Zante, ist bereits seit 3000 Jahren bekannt. Schon Herodot erwähnt sie, der im Jahre 484 vor unserer Zeitrechnung geboren ivurde. Zu Pegräbniffeu kleiden sich die Chinesen immer in Weiß, während sie, wen« sie Hochzeit feiern, Schwarz trägem Di« größt« Baumart der Welt ist die Wel- lingkonia Gigant««, die in Kalifornien wächst. Manche ihrer Stämme haben«inen Unifang wie «in halber Tennisplatz. I« der Toilette eines Berliner Restaurants steht zwischen zwei Hakenkreuzen an di« Wangeschmiert:„Juden raus!"— Darunter steht: „Se werden lachen! Mer woll'n gar nicht hier drin bleiben!" Chirurgie. Professor B-, Chirurg in BP., ist in punkto Honorar sehr genau. Einem Patienten, der ihr» vor Beginn der Operation angswoll interpelliert, ob auch seine Hand sicher sei, antwortet er:„Wie soll meine Hand sicher sein, wenn ich für mein Geld zittern muß!"' Auch das noch. Der Schiffbrüchige, der auf einer Planke durchs Meer treib!:„Und ich Esel habe heut« morgen noch«in Bad gc- nonnnen— und 5 Frank dafür bezahlt!" Der Unfall.„Eine volle Stinte kommen Sie zu spät ins Büro? Was soll das heißen." —„Entschuldigen Sir, bitte, Herr Direktor, aber ich bin von einem Auto überfahren worden."—„Sie wollen mir doch nicht weismachen, daß das«ine Stuickre dauert!" Das Geburtstagsgeschenk. Neulich fragt« ich meinen kleinen Neffen Peter, was er Venn seiner Mutter zu. ihrem bevorstehenden Geburtstag« schenken wird.— Pci^r erwiderte ernsthaft:„Ich ioerdc den Storch bitten, der Mutti ein Schtvesterchen zu bringen: und tvenn er kommt» lege ich-einen Zettel bei:„Bo» deinem Sohn Peter!" Der Schatt«. Ein Schotte, der sich beim Rasieren gründlich geschnitten hat, telephoniert ans Krankenhaus:„Hallo! Wieviel zahlen Sie für Bluttransfusionen?" Der Trödler.„Die alte Bas« könnte mir gefallen. Was soll sie ketten?"—„Zwanzig Mart— ohne Handeln!"—„Und mit Handeln?"—„Wolken wir nicht lang' drum reden: für ftiffzehn können Sie se haben." Di« jung« Frau repräsentiert sich mit ihrem neue» Kleid. Eine« Fragment von Kleid. Mit Ausschnitten hinten, vorn, oben«nd unten. „Um Gotte» willen!" sagt der Gatt«,„wie kannst du bloß so was anziehen! Wie kannst du den» da» aushalt««!"—„Was aushalten'?"— „Na, alle Welt wird dir doch unverschämt in« Gesicht starren,«oenn dn so auftrittst! Du mußt ja dauernd erröten!"—„Da sieht man mal wieder, daß ihr Männer keine Ahnung von Kleidern habt! Als ob mir ein Mensch ins Gesicht guckeu würde, wenn ich mit solchen Ausschnitten quftrete!"* Protest.„Angeklagter, ist das>»ahr, daß Sie mit dem Fräulein Therese Schachian wir ein Ehepaar zusammen loben?"—„Ree, Herr Richter, det stimmt»ich; wir leben beide Ville bester zusammen!" Pech. Ein Reisender stürzt in höchster Eile auf den Bahnsteig und fragt«inen Mann: „Können Sie mir, bitte, sagen, wo der Zug nach Oberhintermuckerishausen steht?" Erwidert der so Angeredet«:„Mvwenn Sffi« jeje- mand gegefragt hätten, ddder nininicht ststottert, hätten Sffie ihn vvvielleicht noch rrwiwiwischd" Aerztticher Rat.„Liebe Frau, Ihnen fehlt gair Wichts. Sie bedürfen nur der Ruhe." —„Aber, Doktor, sehen Sie sich doch nur mein« Zunge an."--„Ja, ja, die Zunge mein ich gerade. Sie hat d« Ruhe am nötigt««."