3**« 27<«nteryattuttgsveilage 1932. AuSspraGe mit Aermel. Der junge Mann fragte sich: Wäre jetzt nicht die Stund« der Abrechnung gekommen? Doch, es dauerte noch lange, bis er von-em, was ihn bewegte, etwas über die Lippen brachte. Es saß ihm wohl immer noch die Aiigst. der Respekt in den Knochen. Er verwünscht« diese Angst, diesen Respekt, aber Angst und Respekt blieb«,, zu seinen Knochen hatte er keinen Zutritt. Dann aber, der Gipfel war fast erreicht, mußte er doch Farbe bekennen. Denn unvermittät fragte Aermel:„Sie denken doch, nicht wahr, gern an Ihre Schulzeit zurück?" Der junge Mann antwortete:„Rein." Jetzt fielen die Sätze wie Steine. „Da» ist doch beinahe ungehörig." „Mir gleichgültig. Jedenfalls:st«S wahr." „Fa wieso denn nicht?" „Weil Sie uns nur das Skelett des Leben-, aber nie da» Leben gezeigt haben; nur da» kitschige Abbild der Kunst, aber nie die Kunst selbst; weil Sie auS der Natur einen Schulgarten gemacht haben; weil Sie un» ein Geschichtsbill» entwarfen, auf dem nur Könige, nie Völker ein« Rolle spielen; weil Sie un» einen Patriotismus lehrten, der zur Grundlage nicht die Liebe zur Her» niat, sondern Liebe zum Kaiser und zum Säbel halt«..." Jmm«r mehr hatten sich Aermels Allgen geweitet. So frech hatte noch keiner feiner Schüler je zu ihm gesprochen. Der Mund stand ihm halb offen, dann quoll eS heraus: „Aber Kunst, das hätten Sie doch in dem Alter gar nicht verstanden. Und daß ich einen vaterländischen Unterricht gab, war doch ein« Selbstverständlichkeit. Dafür war Krieg. ES gab ja in diesen Jahren über- bnnpt so wenig regelmäßigen Unterricht: Si« hatten Krchlenferien, dann mußten Sie Erntenothilse machen, dir vielen Straßen- sammlungen, im städtischen Kartoffetlager in HicherSborf waren Sie wahrscheinlich auch pir Hilfe. Und war es nicht schön, wie wir auf den Karten in der Klasse ent- spreche»'- dem siegreichen Bormarsch der Truppen die Front mit Fähnchen abgefteckt haben?" Don<£rid> Oottgetreu. 'Schluß.) „Aber Sie haben uns gleichzeitig zu Chauvinisten erzogen oder uns doch dazu erziehen wollen, ui» bei den meisten ist eS Ihnen ja auch gelungen." „Ich habe die Richtlinien nicht überschritten. Ich bin Patriot." „DaS sind andere auch." „Die Hauptsache ist, daß Sie in der Schul« gelernt haben, wissenschaftlich zu deinen." „Sie haben mit Unlust gelehrt, wenn Sie nicht grad vom Kriegsschauplatz, den Sie nie gesehen haben, sprachen— wie konnte man da mit Liebe bei der Sache sein!" Die Unlust kam daher, weil Sie nichts als Dummheiten im Kopse hatten." „Aber es gibt doch noch Lehrer, die ihre Schüler auch außerhalb eines Kriegstbemas zu fesseln vermögen." „Feder hat eben so seine Art. Ich habe meine. Richtig undankbar find« ich Sie. Brauch mich aber nicht zu wundern. Mit Ihnen war schon in der Schule nicht viel los. Da» habe ich ja immer gesagt, daß au» Ihnen nicht» wird." „Ja, das haben Sie immer gesagt. Und was Sie damit für Minderwertigkeitsgefühl« geschaffen haben, das scheint Ihnen .heute noch nicht Kar zu sein. Dankbarkeit verlangen Sie! Soll ich Ihnen dafür daick- bar sein, daß Sie uns gequält und gehöhnt haben? Daß ich bei Ihnen nichts lernte? Daß ich Sie als meinen Feind empfand? Hört denn«ine gewisse Gruppe von Lehrern — ich weiß, daß eS auch andere gibt—: hören Sie denn nie auf, die Schuld immer nur bei den Schülern, nie bei sich selbst zu suchen?" „Aber ich sag« ja, dafür war Krieg. Ei waren unsere Gedanken und Interessen eben wo ande^." „Run, ohne daß ich Sie ohne das Zwischenspiel des Krieges für einen begnadeten Pädagogen halten könnt«, geb« ich diesem negativen Einfluß gern zu. Aber dann wollen wir das doch auf alle Fälle festhalten: wieder der Krieg!" Entsetz» blickte jetzt Aermel seinen „Schüler" an:„Ach, Si« sind wohl Pazifist?" Und der junge Mann antwortete frei, wütig: ,Ha." Da fehlten dem Aermel weitere Wort«. Hart steckte er den Wanderstock in die Erd^ Stück um Stück. Er sagte gar nichts meh^ dachte nur verächtlich: Wahrscheinlich Jude. Endlich waren sie auf dem Berggipfel angekommen; noch immer nebelt« es. Im Berghotel, in dem sie bellte übernachten wollten, aßen sie zu Abend. Dann schrieb sich der Lehrer ins Gästebuch ein, setzte vor seinen Namen: Heil Hitler; trotz alledem! — steckte sich eine Zigarre au und las die Zeitung. So hatte ihn der junge Mann früher oft in der Straßenbahn gesehen, sie hatten einen gemeinsamen Schulweg: Lehrer und Schüler, Herr und Knecht, das Spießer- gesicht hinter der Zeitung, die Kinderauge« in dek lateinischen Grammatik... eS schüttelte ihn. Er wollte ihn jetzt nicht mehr länger sehen, wünscht« Gute Nacht, Professor Aermel erwiderte den Gruß höflich. Dan« ging der junge Mann hinauf auf sei« Zimmer. ES dauert« lange, bevor er einschlaf« konnte. Und als doS Oberbewußtseiu endlich abgeschaltet war, fand er noch keine Ruhe— sondern federte von einer Seite zur andern und sah im Traum: den Aermel daS Katheder den Aermel hinter dem Katheder dieses schadenfrohe, gemeine Gesicht, das ihn andrängte, wir eine Peitsche schlug die Zeitung, die Straßenbahn, da» Gesicht, kämpfende Soldaten, die Zeitung, das Gesicht— da sprang er aus 1 das Taschenmesser in der Hand stach er auf Aermel ein und sah rot Er mußte wohl im Schlaf geschrien haben, denn die Tür öffnete sich, Aermel, den er geweckt hatte, stand im Nachthemd da und fiepte, wa» los fei. Der junge Mann antwortet« schroff; „3$ habe Sie erstochen." — 8— Da knallte em schrilles Lacken über ben Nur, Aermek schüttelte sich, so ein guter Witz war ihm lange nicht erzählt worden, also so«in Phantast war dieser Bursche. Dann schloß er di« Tür. Das Lachen war das letzte gewesen, was der junge Mann von seinem Lehrer sah und hörte. Ms er am nächsten Morgen unten «n Frühstückstisch erschien, war Aermek schon über alle Berge. Der Redet hatte sich jetzt verzogen. Di« Eicht war klar. Unten breitete sich im goldenen Leuchten des Morgens«in bunter Teppich von Wäldern, Wiesen, Feldern. Hier und da weihrote Tupsen, das waren Dörfer. Er sah lange hinab. Ein LmismSbchen. Wr sind achtzehn Metolldreher im Saal Nummer zwölf; nebenan arbeiten zwanzig, Geräusche hören den ganzen Tag nicht auf, und manchnral wird einem der Lärm zu viel. Einer wie der andere ist schweigend in seine Arbeit versunken; die Gesichter sehen all« verdrossen aus; niemand lacht oder sucht ein Gespräch. Schweigend und verdrossen wird gearbeitet. Wenn aber das junge, schlanke Laufmädchen in den Saal kommt, schimmert über alle Gesichter etwas Freundliches, Wohlwollendes, Väterliches und GWiges. Das Mädchen schleppt verschiedene Materialien, dir im Laboratorium gebraucht werden, durch unfern Saal und verläßt ihn immer durch dieselbe Türe. Mir sehen ihr noch. Sie macht acht Es war kein Spuk in jener Nacht, die ich im»Zug in einem Abteil 3. Klaffe auf der Fahrt von Hamburg noch München verbracht«; «S schien mir aber mein Erlebnis damals auch nicht als eines der wachen Wirklichkeit: in einem uns Menschen seltsam berührenden Zustand zwischen Wachen und Träumen geschah «S mir. Ein Herr und eine Dame sahen mit mir in dem Abteil und noch dieser Mann, dessen Gesicht mit einem taschrntuchgrohen Stück Seide vermummt war, so bange er mit uns reiste. Er sah schon in der einen Fensterecke, als ich, in Hamburg, als zweiter Gast zustieg und ihm gegenüber Platz nahm. Ansänglich beunruhigte mich dieser Mann mit dem schtvarz- vrrhüllten Gesicht nicht besonders; ich war der Meinung, daß er«in kleines Schläfchen halte, wozu er, zum Schutze seiner Augen gegen dos Deckenlicht, das schalartige Stück über sein Gesicht gedeckt. Erst als wir uns draußen in Rächt und freier Strecke befanden, wurde mir mein bewegungsloses Gegenüber ohne Gesicht unheimlich; um so mehr dieses gar nicht wie ein Schlafender dasaß, sondern eher mit der Haltung eines Menschen, der beständig bereit ist, aufzuspringen, um nicht das Ziel seiner Reise zu versäumen. Es war mir daher angenehm, daß sich das Ehepaar bald nach Hamburg in unserem Abteil niederließ. Der Bermummt« rührte sich bei y Ankunft nicht vom Platze; steif, ansrrcht und ohne sich an die Rückwand zu lehnen, mit dem in die Stirne gedrückten steifen Hut, unter den die Seide gesteckt war, bot er den beiden mitten in der Nacht zugrstiegenen Leuten, als sie sich zurechtgesetzt hatten, einen nicht gerade freund- lichen Anblick Die Dame empfand auch so- sinnden Dienst, sagt nie ein Wort, ist immer flodt unterwegs und rührt uns deshalb. ES biegt daran, genau genommen, daß sie grau«scheint. Ihr ärmliches, geflicktes Kleidchen ist grau, ihr« Hände find grau, ihr Gesicht ist grau, ihre hellblorcken Haare sind grau, ihr« Äanen Augen sind grau, ihr Lächeln ist grau, ihre achtzehn Jahre find grau,— alles an ihr ist grau in grau. Die Arbeit hot sie so verfärbt, so durch und durch mit Grau unscheinbar gemacht und aller lebendigeren Farben beraubt. Die kommt uns schmachvoll bestohlen vor: um ihre Jugeick, um ihre Anmut, um ihre Heiterkeit, wn allen Gesang in ihrem Herzen. Auch dieses Herz hat während der Kindhmt ein Traum genährt, aber dann kam da§ Erwachen,' die Arbeit in der Fabrik. Den Schatz an Lebensfreude, an FröPichkeit und Kraft, der- auch ihr zugcdacht gewesen war, hat sie nie kennen gelernt. Sir ist Laufmädchen in unserer Fabvik, achtzehn Jahre alt, und weiß nur um die graue, zerstörend«, lähmende, ununterbrochene Arbeit. Grau in grau zieht sie täglich hundertmal an unfern Blicken vorüber, und wir fühlen uns geniert, daß sie unser Männerschicksal teilt Wr möchten, daß sie unS etwas voösänge, vorianze,— aber was fragt das Leben nach solchen sentimentalen Wünschen! Mr sind achtzehn Metalldreher im Saal Nummer zwölf; wir haben zu arbeiten; dar Mädchen hat zu arbeiten,— wehe dem, der andre Wünsch« hegt als den, jeden Tag von früh bis Abends arbeiten zu dürfen! Marim. gleich das Ungewöhnliche und machte-leise ihren Maim darauf aufmerksam. Dieser, neben dem seltsamen Reisenden sitzend, rückt« von ihm weg und nickt« seiner Frau mit großen Augen zu. Bald war ich, wenigstens in Anbetracht dieser beängstigenden Erscheinung, wieder allein: der Herr und die Dame waren nach einigen fünf Minuten eingeschluimnert; wachend faß ich dem Vermummten gegenüber, allein also mit ihm in der Stille, im Düster der gleichmäßig durchrasten Nacht, die draußen von Schienen- und Rädrrgcdröhn im Takte aufbrauste und wieder verstummte weit zurück im schlafenden Land, hoch im sternenlosen Hiimnel. Nichts geschah: das Geheimnis des Mannes blieb dunkel und beängstigend wie die Nacht; sein Menschenantlitz, das zu sehen jedermann zu fordern berechtigt ist, blieb schwarz, verschlössen— ein Loch, schwärzer als die Fensterscheibe neben ihm, daS dieses schwarze Ungetüm, diese MaSke noch spiegelte, so daß sie auch draußen in der sausenden Nacht war und hereinblickte mit ihrer Stummheit wie das Zeichen eines Gerichteten. In einem Hanfe, in einer schwach erhellten Stube und allein wachend neben einem Toten, eben von der Straße hercinge- brachten tödlich Verunglückten glaubte ich zu sitzen, als auch ich leicht einnickte; und den Vermummten auch im Traume mir gegenüber spürend, versuchte ich, dessen schwarzes Tuch von dem Gesicht« zu entsernen Sein steifer Hut fiel dabei kollernd und wie eine Pappschachtel auf den Boden, aber die Seide blieb an dem Gesicht haften. Rach wiederholten Versuchen zerriß eS: darunter jedoch war«in i neues, unversehrtes Stück schwarzer Seide sicht- I bar. Unter diesem von mir in dem halbwachen Traun-eu ucempznitdeneS Tun, erhob sich der aus kahler Pritsche liegend« Leichnam, das seidene Tuch vom Gesicht zerrend; er stieß dabei mit der Hand an mein Knie. Ich schnellte empör aus dem quälenden Halbschlaf: der Rtann stand mir gegenüber, den Koffer in der Hand; sein runder Hut lag mit dem weißen Futter nach oben aus der Bank. AIS er mich so«rschreckt auffahren sah, wandte«r sich diesem zu wie um nach seiner Kopfbedeckung zu greisen. Di« wenigen Augen, blicke hatten genügt, daß ich sein nun nnvrr- nmmmteS Gesicht sah, rin Antlitz, das keines mehr war; ohne Rase, mit einem Mund, der nur mehr aus runzligen Resten der Lippen bestand, und einer Haut, die wie verbrannt, verkohlt die meitschlichen Züge verunstaltete; wären die braunen guten Augen nicht in diesem Gesicht des Grauens gewesen, die imstande waren, das gemarterte Antlitz mit Schönheit zu überstrahlen in der kurzen Zeit, in der ich es zu sehen bekam, so hätte ich wohl geglaubt, nicht geträumt zu haben. Nachdem er das Stück Seide in die Höhlung des Hutes gestopft und diesen aufgesetzt, ging er leise und ängstlich, fast wie verlegen, durch das Abteil in den Gang hinaus. Noch bevor er aber nach vorne zu der Wagentüre entschwand, blickte er zu mir zurück. Unsere Blicke trafen sich, wie ertappt sah er mich an, begütigend ruhte jein strahlender Blick auf mir: habe keine Angst, sagten sie warm, diese Augen, die das blutig schorfige Gesicht, das schauerlich geschändet«, noch verschönten. Gleich darauf hielt der Zug in einer größeren Station. Das Ehepaar erwachte mit dem Stoße des Anhaltens und dem Gezische der Bremsen. ,Hst er fort?" ftagte mich der Herr.„Ja", sagte ich, verschwieg aber das Geheimnis des Mannes, der uns eben verlassen hatte. Die Farbe de« Blutes. ES ist jedem geläufig, daß dieser lebens- trüchtige Saft blutrot ist. Wenig« aber wissen, daß die rote Farbe mrr einem Bestandteil des Blutes zukommt, nämlich den roten Blutkörperchen. Und auch diesen nur'im auffallenden Lichte. Das Flüssige des Blutes, in dem die Blutkörperchen schwiunnen, ist leicht gelblich und durchsichtig. Die Wutkörperchen des Menschen sind kreisrunde Scheiben, die in der Mitte ein« Delle haben. Sie zeigen«ine glockenförmige Gestalt, die sich erst beim Verlassen des Körpers zur Scheibe abflacht. Deren Durchmesser ist sechs- bi» neuntausendstcl MIlnncter. Sir machen noch nicht den vierten Teil des Mutes aus. Demnach ist das Blut ein dünnflüssiger Brei oder eine Suppe. Fällt Licht durch«nie ganz dünne Schicht« Blut, dann«rscheinen die Blutkörperchen grünlichgelb. Die Farbe ist abhängig von dem in den Blutkörperchen vorhandenen Gehalt an roten Blutfarbstoff, einem eisenhaltigen Eitvoißkörper, dem Hacmoglobin. Das Rot wird heller, wenn Sauerstoff hinzutritt, dunkler, wenn er fehlt. Die Blutkörperchen führen ihn in den Adenr zu den Organen des Körpers, nm dort di« Zellatmung zu unterhalten. Deshalb ist das aus dem Körper zum Herzen zurücksließende Blut dunkler als das der Schlagadern. Ta die Versorgung der BlitteS mit Sauerstoff in der Lunge vor sich geht, muß im Lungenblutkrrislauf das Farbenverhältnis sich natürlich unikehren. TaS dunkel gefärbt« der Lunge zugesührte Blut strömt von. ihr ans dem Herzen hellrot gefärbt wieder zu. Größe, Gestalt und Zahl der roten Blutkörperchen sind. bei verschiedenen Tieren vr'» Tt VT VVTTTVVTV» V T V* V* T T» LtngewöynIilHe RaSht. Bon Joseph We rul hol er. YT ▼ r ▼ «Ein 6onnenfin& die Gefahr der Blutvergiftung außerordentlich groß. Ein wichtiges Problem des Wandersportes ist der Durst, der während der Bewegung nicht durch hemmungsloses Trinken gestillt werden darf, da durch die oft erheblichen Müssigkeitsmengen sonst leicht«ine Abnahme der Leistungsfähigkeit hervorgerusen wird. Spülen des Mundes mit kaltem Wasser oder Saugen an einer Zitronenscheibe sind bewährte Mittel, um auf der Wanderung di« quälendsten Durstgr- fühl« zu lindeni. Erst abends im Quartier dürfen langsam, in mäßigen Mengen alkoholfreie, nicht zu kalte Müssigkeiten getrunken werden. Bei der Auswahl der Kost sollen auf der Wanderung schwer verdauliche Speisen vermieden werden, da sie den Verdauungsapparat — zum Nachteil der Muskulatur— unnötiger- >»icht gleich. Der Elefant Hai beijp>elswcqe n ar zwei Millionen Blutkörperchen von neun- tausendstrl Millimeter Durchmesser im Kubikmillimeter Blut, di« Ziege dagegen achtzehn Millionen, aber nur dreieinhalbtausendstel Millimeter große. Die Vögel, Reptilien und ander« Kaltblüter haben ovale Blutkörperchen, di« Kerne im Innern haben und die doppelt« und dreifach«, ja fast dir zehnfache Läng« und di« fünffache Breite der menschlichen Blutkörperchen erreichen. Merkwürdigerweise haben Lama und Kamel als einzig« Säug«ti«re ebenfalls solche ovale Blutkörperchen. Man darf aber nicht denken, daß Rot ein- für allemal Suppen sind recht empfehlenswert. Bezüglich der Kleidung ist zu sagen, daß leicht«, poröse, gut schweißaufsaugende und zugleich gut waschbare Helle Stoffe vorpiziehen find. Man sollt« eS nach Möglichkeit vermeiden, schon einmal Lurchgeschwitzte Kleidungsstück« wieder anzulegen, ohne fie vorher gewaschen oder zum mindestens gründlich durchgelüstet zu haben. Auf der Wanderung wird dem erhitzten Körper ein Luftbad hinter der geschützten Hecke oder rin Freibad die ersehnt Kühlung und Erfrischung bringen. Zugleich haben auch die im Schatten aufgehängten Kleider Gelegenheit, auszukühlen und den Schweiß verdunsten zu lassen. ~ Ein sehr gutes Ersrischungsmittel für hitzemüde Wanderer ist das Eintauchen der Hände, vornehmlich der Handgelenke, in kaltes Wasser; auch das Auflegen eines wassergetränkten Tuches auf den Nacken erstischt recht angenehm und kühlt ab Wenn jemand auf der Wanderung, zumal an heißen, schwülen Tagen, Kopsdruck, Flimmern vor den Augen, Ohnmachtsanwandlun- gen, also Anzeichen von drohendem Hitzschlag auftrelen, muß unbedingt eine Ruhepause sofort eingeschaltet werden. Man lagere sich im Schatten, öffne alle beengenden Kleidungsstücke und trinke schluckweise kühlende Flüssigkeiten gegen die Wärmestauung im Körper. Der ganze gesundheitlich« Nutzeffekt der Wanderung wird zunichte gemacht, sobald man nicht auf die Stimme der Vernunft hört und jegliche Ueberanstrengnng vermeidet. Dr. med. H B. In einein schmalen Knickwrge, draußen am Rande der Stadt, Patschte ein keckes dreijähriges Dirnlein vor mir her. In weißem Kleide, mit nackten Armen und Beinen, sonnengebräunt. Das krause Flachshaar wehte im Morgenwinde. Schmetterlinge wollte es fangen. Sah selbst aus wie«in Schmetterling. Da schwirrte über den Knick ein Sonnenkindchen her, noch etwas taumelig, und setzte sich — pardauz— dem kleinen Liesel auf den Nacken. Da saß es gut, am molligen Nacken, und fing an zu marschieren. Es hatte auf seinem blanken Rückenschilde vier hübsche goldrote Flecke. Gaiq sannnetweich« Füße hatte«S mit feinen Härchen. Aber es kitzelt, wenn rin Sonnenkindchen kriecht. Liesel griff mit der Hand danach, und schon hatte sie es gefangen.„Oh!" rief sie laut und setzte es auf den Handrücken.„Ich hab, ein Sonncnkind! Das bringt mir Glück!" Sir zeigte es mir; beim ihre Eltern waren weit voraus. Doch plötzlich war das Sonnenkiirdchen weg. Die Hand war leer.„Es ist heruntergefallen!" rief Liesel betrübt.„Ich muß es wieder suchen!" Mit ihren beiden Patscharmen stemmte sie sich gegen meine Knie, um mich zurückzudrängen. „Du darfst hier jetzt nicht längs gehen", sagte sie.„Mein Sonnenkind liegt hier irgendwo; du trittst es sonst tot!" Ich mußte am Woge stehen bleiben mck> warten. Da kam gemächlichen SchrittrS ein alter, weißhaariger Herr den gleichen Weg geschritten. „Du mußt auch stehen bleiben!" rief Liesel ihm zu, faßte ihn bei der Hand und stellte ihn neben mich— schön ausgerichtet. „So," sagte sie,„da bleib' stehen!" Ich sah mit leisem Lächeln auf meinen Nebenmann. Was war das doch iür ein Gelehrtenkopf! Er glich aufs Haar dem Ordinarius für Philosophie an unserer Universität. Das hatte aber nichts zu sagen. Stehen bleiben mußte er doch. Er tat es lächelnd. Liesel suchte das Erdreich ab nach ihrem Sonnenkindc.„Ich sag' euch dann Bescheid!" rief sie uns beiden zu.„Ihr dürft nicht cher weitergehrn." Da kam ein dritter Mann— anscheinend ein Handwerker, der irgendwo von seinem Stück Land kommen mochte.„Halt!" rief Liesel ihm zu.„Hier nicht Vorbeigehen!" Sie sprang herbei, faßte ihn an der Hand und stellte ihn neben uns in die Reihe. Er ließ sich das gefallen und lachte gutnlürig. So standen wir zu dritt und durften uns nicht vom Flecke rühren. Vor uns kniete das Püppchen. Ta jubelte es:„Ich hab' ihn! Ka um, du liebes Sonnenkind! Sie dürfen dich nicht treten. Ich hab' gut aufgepaßt." Fort lief sie, ihren Eltern nach, mit g'ück» lichem Geplapper. Uns hatte sie vergessen. Erst als sie schon weit weg war, wandte sie sich um und winkte mit der Hand:„Jetzt könnt ihr kommen!" Ich bin nicht sicher, doch mir war es, als schritt ich behutsamer über den Fleck, wo dies geschehen war. Wilhelm Plag. me Farbe des Blutes sei. Nein, es gibt echt«I weise belasten. Die festen Speisen sollen gut blaublütige Lebewesen, zu denen z. v. di« Rück-i durchgekaut werden, gut verdauliche nahrhaft« *•—"**-*** fink tpä! Alljährlich durchziehen viele Tausende zur Sounnerzeit und Ferienzeit di« Wälder und Täler, über Berge und Höhen, um gekräftigt an Seele und Körper wieder heimzukehren. Jedoch wird häufig genug di« Freude am Wandern empfindlich getrübt, wenn die Gehwerkßeuge anfangen, beschwerlich zu werden. Und doch ist es möglich, durch Befolgung ganz einfacher Regeln kleinere und größere Störungen der Wanderlust zu verhüten. Bor allem spielt das Schuhwerk eine groß« Rolle. Wanderschuhe sollen bequem sein, gut sitzen und feste Sohlen haben. Bei älteren Tourenschuhen wird das Oberleder leicht steif und hart. Durch Einschmieren mit Stiefelcreme durch Kneten und Pressen kann es immer wieder geschmeidig gemacht werden. Mit Stöckelschuhen kann mmr keine Hochtouren machen; die Absätze dürfen lediglich Mittelhöhe haben. Neue Schuh« schmerzen gewöhnlich zu Beginn des Tragens; man sollte sie daher schon einige Tag« vor der Wanderung in Gebrauch nehmen. Auch die Strümps« sind nicht ganz gleichgültig. Sie sollen nicht zu eng und nicht zu weit sein, sie dürfen keine Fallen schlagen und an Zehen und Fersen möglichst wenig gestopft sein, da sie sonst leicht drücken. Am zweckmäßigsten sind leichte wollene Strümpfe. Bei Wanderungen in der heißen Sonnnerzeit sollte man, wenn irgend möglich, täglich frische Strümpfe anziehen. Eng anliegende Strumpfbänder begünstigen die Entwicklung von Krampfadern. Wenn man überhaupt runde Strunipfbänder benutzen muß, so empfiehlt es sich, sie oberhalb der Knie zu tragen. Am allerwichtigsten ist jedoch die sachgemäße Pflege der Füße. Hühneraugen utid verhornte Stellen sind vor Antritt der Wanderung gründlich zu entfernen. Die Nägel dürfen nicht allzu kurz geschnitten werden, vor allem nicht an den Seiten, da sonst leicht eine Randentzündung,«in«ingewachsener Nagel, entsteht. Es empfiehlt sich, die Füße vor der Wanderung mit Hirschtalg einzureiben. Personen, die an stärkerer Schweißabsonderung leiden, sollen die Füße mit Schweißpuder bestreuen oder in die Strünipfe vor dem Anziehen etwas Puder schütten. Grundsätzlich sollte jeder Wanderer allabendlich ein Fußbad nehnien. Selbst die kleinsten Verletzungen oder Hautabschürfungen an den Füßen müssen beachtet und sauber verbunden werden. Denn sonst gelangen nur zu leicht Schmutzteilchen und giftige Keime in die geringfügig erscheinende wunde Stelle. Die Folge sind heftige Entzündungen, ja mitunter sogar Blntvergiftungen mit tödlichem Ausgang. Das Ansstcchen von Blasen darf nur durch ärztlich geschulte Personen Vorgenomnien werden, die über sterile Jnstrnnrenle und steriles Verbandszeug verfügen. Sonst ist auch hier wärtslrr, di« Krebs«, zählen. Auch Skorpione, Spinnen, Muscheln und Schnecken gemeßen diesen Vorzug. Hier ist statt des Eisens Kupfer im Stute enthalten, das bei Sauerstofßzutritt heller blau wird. Wo di« Atmung durch ein Röhrensystem, di« Tracheen, unmittelbar in den Organen vor sich geht, fehlen auch im allgemeinen die Träger des Sauerstoffes, di« Blutkörperchen in der Blutflüssigkeit. So ist auch von diesem Gesichtspunkt ans das Mut ein ganz besonderer Saft. Dr. O. P o p i tz. ■tttrt Gesundes Wandern Aerztltrhe Ttätwiagc für Me 3«ri(ntoanteruag. — 4 Was mancher nicht Welp. Ein wirksames Plakat für toll« Autofahrer ist in einer französischen Stadt angebracht. Da stehl: Wenn Sie lagsam fahren, werden Sie unsere Stadt sehen, sie ist sehr schön; wenn Sie schnell fahren, lverden Sie unser Gefängnis sehen— es ist kalt und feucht. Maus« könne» den Geruch von Terpentin nicht vertragen. In Asghanistan, in Liberia und aus Island gibt es keine Eisenbahn. Ein Känguruh-Junges ist bei der Geburt kleiner als eine Maus. Ein Elefant dagegen wiegt über hundert Kilo. In Tibet grüßt man, indeni man die Zunge bcrausstrerkt. In Arabien dürfen nnr Mohammedaner Auto fahren. Kamele und Schwein« sollen die einzigen Tiere sein, die nicht schwimmen können. Krebs ist bei den Frauen verbreiteter als bei Mäuncrn. In Mexiko gibt es eine Ueiue Eidechse, den sogenannten„mexikanischen Drachen", der imstande ist, auf der Wasseroberfläche zu laufen. Hundetollwut kommt im Winter öfter vor als im Sommer. Gärtner sollen durchschnittlich ein« längere Lebensdauer haben als andere Berufstätige. In Irland gibt es an einem See«inen sehr alten Baum, von dem der Bolksglaube gehl, daß jeder, der an Zahnfchnierzen leidet, nur.eine Steif nabet in die Rinde zu stecken braucht, um sofort geheilt zu sei». In dem S.vmm befinden sich denigcmäß Tausend« von Stecknadeln. klnter der Oberhaut de» Chamäleons liegen verschieden« Schichten von Zellen, die mit Farbstoffen gefüllt sind. Diese Zellen kann das Tier willkürlich beeinflussen, jo daß sie dieselbe Farbe geben wie die Umgebung. Dadurch kann das Chamäleon sich vor seinen Feinden cdcr ferner Beute verbergen. In alten Tagen glaubte man, daß vom Hcrzrn eine besonder« Ader zum vierten Fin« g»r führe, und da rnan onnahm, daß di« Liebe aus dem Herzen komme, steckte man den Ber- lobuiigsriug an den vierten Finger. Wenn jemand in frühere» Zeiten einem anderen einen Dolch reichte, so war das«ine Herausforderung zum Duell. Daraus leitet sich der Aberglaube her, daß man„die Freundschaft zerschneidet", wenn man jemand«« «inen stützen Gegenstand schenkt. $>etterc0. Lakaienseel«. Dem Herrn Direktor fällt di« Zigarre aus dem Mund. Er und-er Herr Registrator suchen eifrig danach unter dem Schreibtisch.„Sapperlot", ruft der Direktor ärgerlich,„jetzt bin ich daraufgetretrn."— „Doch nicht, Herr Direktor", sagt der Herr Registrator mit schiefgezogenem Gesicht,„eS war erfreulicherweise bloß mein Daumen!" Die ängstliche Gattin.„Max, du willst heute abend schon wieder ausgrhen, wo du doch weißt, daß nächst« Woche die Miet« fällig ist?!" —„Aber Kindchen, bis dahin bin ich doch längst zurück!" Zufall. Auf der Straße ging dl« Hoch- blondine. Hinter ihr unbemerkt zwei Männer. Mit je drei Schritt Abstand voneinander. Plötzlich klopft der Hintere dem Mittelmann auf die Schultern:„Laufen Sie gefälligst nicht der Dam« nach. Das ist meine jahrelange Freundin." Der andere dreht sich ruhig um: „Entschuldigen Sie schon. Sie wecken recht haben, aber die Dame ist außerdem noch meine jahrelange Frau." Gchach-6cke. Alle stusdiristen und Anfragen an Gen. Wenzel Scharoch. gwettnitz Nr. 65 bei Tetzlitz-Tchönau. Allen Anträgen ist Aetourmark« beljulegen. Schachaufgabe Nr. 91. Von Gen. Gustav Triltsch. Wisterschan. Sehw.: K«7; SIH: Bef, in, r6(5). a b c d• 1 g h * a 88 8 7 Ä Erste«.. .7 6 K KL8LA t 5 KH& M* 6 4 . M IJUfl 4 3 W W SSf M? b* 8L 2 1 l abode k g h WeiB: Ktl; Dhl; Tb8; I«2: SN: Sei, g4 CI}. Matt in 1 Zügen- Lösungen sind bis längstens 1s löge nach Erslbeinen an Gen. Wenzel Scharoch, Zwettnitz. «inzusendcn. Ueumpnc an Nr. 88: Seä-H. Richtige Lösungen sandten nachfolgend« Ee- nossen«in: Walter Ludwig. Höbet Kranz, Michel Rudolf. Schmied Ferdinand, alle aus Kwitkau; Wenzel Adolf. Arnsdorf bei Haida: Sotola A. I., Sodenbach II: Dinnebier Emil, Tetsdien; Beutel Wilhelm. Arnsdorf bei Teilchen: Lenker« Eduard. Scheibe: Steiner Eduard. Schönfeld; Keßler Eduard, Bokau; Mildvrf Adolf. Tischau; Hillgarth Hermann. Reu-Wislritz: Scheitler Franz, Eckt Alois, Sieh Oskar, all« Teplitz: Ulbert Rudolf. Prosseditz: Schlosser Heinrich. Grouven: Oual Adolf und Triltsch Gustav. Wisterschon; Sett» mache« Arthur und Motecha Rudolf. Zwettnitz. Nachtraa Nr. 87: Zenkert Eduard. Dchoibo. ♦ Jeief. Martersdaef: Ar.» nach 8eö—Nch im I. Zug«. D. Wilhelm.(n*»f». X.: Ar 11 ist karre*, «s la,«in Irrtum»ar. Der Geschäftsmann. HanS komm: aus der Schule und fragt die Mama:„Sag mal, wieviel bin ich wert."—„Aber Liebling", antwortet die gerührte Mutter,„du bist mir nicht für«ine Million feil."—„Also schön", meint der Junge.„Dann wirst du mir doch geioiß fünfzig Pfennig geben." D«r Sohn.„Nein, er raucht nicht."— „Trinkt auch nicht?"—„Niemals!"—„Geht auch nicht bummeln?"—„Nein, abends um acht Uhr schläft er schon."—„Und wie ist es mit den kleinen Mädchen?"—„Die existier«» für ihn nicht."—„Donnerwetter! Sind Sie aber ein glücklicher Vater! Wie alt ist denn Ihr Herr Sohn?"—„Drei Jahr«, fünf Monate". Praktikus.„Brzeihunk, ich dachd«. Sie wär«» Wäjedarier?"—„Da Hains« richdch gedachd." —„Ich denk«, Wäjedarjer essen gee Fleesch." —„Das schdimmd affallend."—„Ra, Sie fress'» doch awcr momentan'ne Kalbshaxe!!!" —„Das is für mich ähmd auch'ne Fruchd" Hähä, Sie wollen mich Wohl veräbbln! Eine Kalbshaxe is doch flehte Fruchd!"—„Für mich, ja. Für mich isses'ne Verbodenr Fruchd," exd$. d4. Bedruckt und int um»in« IxH—b5 der Set droht gelangen und Lc8-d7 8g8—hfi Partie. ist. TH—dl Lf»-e2 VirxeS Kgl—hlt begibt eich in ein Mattnew: richt!» BuBrnprUu. Le7— h4 SliS—15 h7—b5! keine Bedeutung, da ec gezwungen wird. *7-gS Lf8—e7 c5—es Ld|Xe2 Da 6—bSt «ff—c5 e7—06 in eine Variante die aber nicht 8b8—06 d7—d5 ScS—d4 die fiberleuene Stellung. Partie Nr. 14. Unregelmäßig. Gcopiclt im Berliner Klubmeisterturaier. WeiB: Bauch. Schwarz: Czaoh. 1. f2—ft 2. et—es Damit gelangt die Partie der sizilianischen* günstig für WeiB X Sul-t3 4. Sbl—08 5. es—ei Besser Itt» x d5 5..:.. S. Ltl—et 7. 0—0 Besser d?—dt. 7..... 8. dl-di 9. Sf3—gS WeiB steht sehr WWW träte Fortsetzung schon verlegen: auch dieser Springerausfall hat bald zum Bückzng 9 10. Let—fS U. Sg5—h» Es drohte S x e5. 11.. Schwarz bat nun 12. ScJ—et Dd8—bS 18. c2—cS SdsXeLt Nicht S x fSt. denn der Liofer hat wenig Wart in dieser Stellung und’ nach S