=sr-’=»"<= Nr. 35. Unteryaltungsvettage 1932. Der LlnyeimßrGe. Von H. Äaeovo. Irgendwie Ivar das Gespräch auf uu- heimliche Tinge gekommen. Im Kreise der Gäste gab es manch einen, der die Welt gesehen halte und auch Gebiete betreten lmtte, die nicht von-en gewöhnlichen Weltreisende» ausgesucht wurden.- Jo gab es inter- esiauten, nicht alltäglichen Gesprächsstoss genug. Eben hatte Ser junge Gelehrte Doktor Manners ein aufregendes Erlebnis von feiner Forschungsreise in das tibetanische Hochland zum Besten gegeben, als unvermittelt Heriilkeus das plötzlich eingetretene Sckivei- gcn der Runde durchbrach. „Gestatten Sie, meine Freunde", begann er,„daß auch ich in meinen Erinnerungen krame und«in Erlebnis schildere." Beifälliges Murmeln unterbrach den Sprecher, der fortfuhr: „Bor etwa zwanzig Jahren mutzte ich für ein grotzes Handelshaus nach Nieder» ländisch-Fndien reisen. Ich benutzte einen jener Passagierdampfcr, die den regelmäßi- gcn Dienst nach Indien versehen. Wie auf alleit Ueberseeschiffen, so fanden sich auch auf diesem Dampfer die Fahrgäste bald zu einer großen Gemeinschaft zusammen, die stch gleich mir eingeschifft hatten. Nur ein einziger Passagier war nicht in die Rubrik„Dutzendmensch"«inzureihen. Dieser eine Mann fiel mir sofort auf. Er satz bei deu Mahlzeiten nicht wie wir andern in einzelnen Gruppen zusammen, sondern batte einen kleinen Ecktisch für stch. Er blieb stets einsam für stch. Er wechselte nie ein Wort mit einem der Bordgenofsen, gab vielmehr höflich aber doch irgendwie kühl ablehnende Auskunft, wenn man ihn fragte. Man merkte es stch bald und schnitt ihn. Er bekam den Namen„Der Unheimliche". Und dabei sah der Mann durchaus nicht unheimlich aus. Er ivar eine hochgewachsene Gestalt, hatte ein eindrucksvolles Gefickt, das hohe Intelligenz und autzerordent- licken Mut versprach. Nur seine Angen batten etwas Dunkles, Schwermütiges in stch. Ick beschloß, mich diesem seltsamen Man» zu nähern, sobald die Gelegenheit günstig war. Bis dahin batte ich Mutze, ibn unauffällig zu beobachten. Bald batte ich erfahren, daß die Jchiffsoffrzirrr und vor allem der Kapitän den„Unheimlichen" mit ausgesuchter Freundlichkeit behandelten. Er durfte ungehindert;u jeder Zeit die Kommandobrücke betrete» und hielt sich oft und lange in der Kapitänsmesse auf. Wortbrok- kcn, die ich hin und wieder von seinen Gespräche» anjsing, gaben mir den Beweis, datz ich«S mit einem geschulten Seemann zu tun hatte. Das harte ich übrigens schon zu Beginn der Reise erfahren, als die meiste» Passagiere seekrank in den Kabinen lagen. Zn der Zeit war er einer der wenigen, die zu den regelmäßigen Tischzeiten anwesend waren. Diese Seefestigkcit war ein weiterer Beiveis dafür, datz er oft längere Seereisen gemacht haben mutzte. Sm Mittelmcer, kur; vor dem Snezkanal, bekamen wir einen gewaltigen Beweis seiner Kühnheit. Durch seine eigene Unvorsichtigkeit war «in zwölfjähriger Knabe über Bord gefallen. Di« Aufregung war furchtbar. Die Mutter erlitt«inen Öhnmachtsanfall, die Mannschaften rissen Ivie besessen an den Davits, in denen die Rettungsboote schaukelten und die Passagiere standen händeringend dabei im Wege herum. Nun hatte der Unheimliche den Sturz des Kindes nicht mit angesehen, er kam vielmehr erst in dem Augenblick, als der Knabe schon uniergetaucht war. Auf seine Frage gab ein Offiziere ihm rasch Auskunft und schon schotz«r im sauberen Hechtsprung über die Reeling. Rach mehrmaligem Tauchen hatte er den Jungen im Arm. Mit dem Boot zusammen wurde er wieder an Bord gehievt. Als man sich nach ihm umsah, war er schon in seiner Kabine ver- i sckwundcn. Auch nachher lehnte er Daukcs- bezeugnngen böslich und bestimmt ab. Es schien auch für mich völlig aussichtslos, mich ihm;n nähern und etwas über ihn zu erfahren. Wir näherten uns schon dem Ende der Reise und noch hatte ich fast kein Wort mit ihm gesprochen. Aber da kam mir der Zufall zu Hilfe.. In irgendeinem Hafen konnte ick ihm durch lueine Sprachkenntnisse nützen. Er wollte einen wertvollen Gegenstand von einem eingeborenen Händler kaufen und ich dolmetschte bei dem Kauf und patzte auf, datz der Unheimliche nicht übervorteilt wurde. Seit dieser Stunde wechselten wir hin und wieder ein paar Worte miteinander, aber schon diese belanglosen Redensarten waren für mich ungeheuer wertvoll, konnte ich doch unter diesen Umständen hoffen, tiefer in ihn zu dringen. Und diese Gelegenheit sollt« bald kommen. Ter Kapitän hatte ein letztes Bordfest veranstaltet. Während alles versammelt Ivar und eifrig tanzte, ging ich ein wenig auf das Promenadendeck. Im Schatten eines der Schornsteine sah ich Sen Unheimlichen stehen. Ich ging auf ihn zu und wir begannen ein Gespräch. Er schien mir aufgeräumter als sonst zu sein, denn seine Einsilbigkeit war einer ziemlich flüssigen Redeweise gewichen..Wir sprachen über das Ende der Reise und über einzelne Passagiere, Sie von Batavia aus mir einem Schiff weiter wollten. Unvermittelt begann der Unheimliche zu reden. „Ich glaube, daß ick Ihnen eine Erklä- ruiig schulde. Sie werden genau wie all die andern Passagiere mein Verhalten seltsam, wenn nicht spleenig gehalten haben, aber hören Sie mich bitte an. Ich will Ihnen kur; meine Geschichte erzählen. Früher war auch ich gern in Gesellschaft froher Menschen und ich galt als unterhaltsamer Mensch. Tas wurde mit einem Schlage- anders, als ich ein entsetzliches Erlebnis hatte. Mein Vater war ein Reeöer, der über eine ausgesucht gute Handelsstottc verfügte. Gleich mir sollte mein v:er Jahre jüngerer Bruder später in das Unternehmen einircteu. Aber lchon bevor stch der Alte zur Ruhe setzte, waren wir im Geschäft tätig. Eines Tages itttn luutzie mein Bruder einen Inwelen- rrausoori ans der SiiSsee nach AmuerSam begleiten. Mein Barer wollte Sic Aufsicht über die Steine nicht gern einem fremden Men'chen übergeben und so miitzlr Fr:tz die Reise machen. Es sollte seine letzte Aufgabe sein, Senn er kam nickt wieder. Irgendein unglücklicher Stern stanS über Sem Unternehmen. Tie Hälfte der Mannschaft erkrankte tiilö mutzte Surch eingeborene Seeleute ersetzt werden. Die hatten Wind von der Ladung bekommen und zettelten eine Meuterei an. Es ivar für die Verbrecher«in leichtes Spiel, die europäischen Matrosen zu überrumpeln und uiederzuniachen. Später haben di« Meuterer di« Flutventile geöffnet o und unser Schiff obgcsoffcn. Run hauen sie aber nicht damit gerechnet, daß der Klinker auf dem Poften war. Der brave Kerl hat bis zur letzten Minute seine Hilferufe in den Weltenraum gefunkt und sogar eine ziemlich genaue Ortsbestimmung der Unter- gangsstclle des Schiffes angegeben. Das war für die Nachforschungen, die mein Pater sofort anstrllen ließ, von großer Wichtigkeit. Eines unserer Schiffe wurde zum Tauchschiff ausgerüstet und suchte die Verscnkstelle auf. Die TäuHer hatten die Stelle des Wracks bald gefunden, doch da stellte sich der Bergung der Toten und der kostbaren Ladung"ein Hindernis in den Weg. Tie Waffcrtiese war ungeeignet für-Taucharbci- ten. Tie Taucher weigerten sich, hinabzugehen. Zuletzt entschloß ich mich selber zu tauchen. Es war eine gewaltige Tiefe. Tas Schiff hatte ich bald erreicht. Ich mußte mich beeilen, denn lange würde ich den Truck nicht anshalten. Ich erkletterte die Bordwand und stieß in das Schiffsinncrc vor und hier erblickte ich die entsetzlichste Tragödie, die je meine Augen sahen. Der Ueberfall der Meuterer hatte die Besatzung wie ein Blitz ans heiterem Himmel überrascht. Die meisten waren direkt bei der Arbeit erstochen und niedergeschlagen worden. Furchtbar war der Anblick der Toten. Aberick> bewußt, den Regeln ihrer Lehrbücher pe.irl st gefolgt zu fein. ,,2'e haben den. Verband nm das n n- verletzte Vein gelegt", lächelte der Arzt. „Heute nach: batte ich einen scheußlichen Traum gehab. Ich träumte, ich wäre Engländer"—„Ra. das ist doch aber nicht gar so schlimm!"—„Tja. mein Lieber, du mußt aber wissen, daß ich nicht en Wort Englisch kann!" „Sie sagen, daß Sir der einzige Ueber- lebenve von einem Schisssnntergang sind! Wie ist dem, das zngegangen?"—„Ja, sehen Sie, gnädige Frau— ich tau« zu spät zur Abfahrt des Schiffes..." Ein biederes Bäuerlein kouuut zur S:adr. um sich eine neue Uhr zu besorgen. Ter Uhrmacher legt ihm eine ganze Reihe Zeitmesser vor, darunter auch eine Acht-Tagr-Uhr.„So, jo", meint daS Bänerlein,„was Ist denn das: eine Acht-Tage-Uhr?"—„Ja, die läuft acht Tage, ohne daß sie aufgezogen zu werden braucht."—„Schau schau— wie lange mag die nun erst laufen, wenn man sie aufziehk!" Wenn ich sage: meine Zähne und meine Zunge ist krank, was ist dann falsch?— Ihre Zähne, Herr Lehrer. Frau(beim Eintritt eines neuen Dienstmädchens vom Lande):„Wenn Besuch kommt, haben Sie denselben anzmnekden!" Als bald darauf eine Dame erscheint, össtiet das Mädchen die Türe und ruft hinein:„Jetzt kimmt eine." Schüchtern. Ser geährter Herr Lerer! Bei den Ecksamen bitte auf meinen Son Karl etwas rücksicht zu nehmen. Er ist so schichtern. besonders in der Ortografie. Frau Müller. F T T» T TT ,1 TT T T t*'Hf TT TT, Gchach-SSe. Alle Anschriften unv Anfragen an Ben.. Wenzel Echarvch. Awettnitz Rr. 65 bei Teplitz-Schönau. Allen Anfragen ist»etaurmarke beizulegen. Schachaufgabe Nr. 9!). Von Gen. Adolf Mildorf. Tisehau. Schwarz: Kc3: Teä; Lg2; Bbl. g4(5). a b c<1 e f e I« a b c<1 e ' k 8 G 7 M. 6 [j § 5 nS W L- 4 ALK F 3 ; i-ÄÄS 1 N '.F 1 S K FT4 Weiß: Kel: Tal: Sg3; BbS. c2. el l6). Matt in 3 Zügen. Lösungen wind bis längstens 14 Tuge nach Erscheinen der Aufgabe an Gen- Wenzel Scharoch. Zwettnitz, einzusenden. Lösnngäzug zu Nr. M: Da8—181 Richtige Lösungen sandten nachfolgend«(Senol- sen«in: Bachmann Reinhold und Mildors Adels, Tisch«»: Hhna Josrs, Hoslomitz: Hehler Eduard, Tnrnntz: Dinnebicr Emil. Tetschen: Günther Karl, Krrchwitz; Weigel Joses, Loosdors: Jcnkerk Eduard, ^chaiba: Solola A. J„ Bodenbach II-, Bräuer Benno, Lehrer in Langenau: Wenrel Adolf, Arnsdorf b. Haida: Gottsried Hans, Holeischen: Willman» Annv. Sudlau b. Neu-Oderberg: Hiele Joses. Markersdorf: Beutel Wilhelm. Arnsdori d. Tetschen: Reinert Julius, Nestomitz: Walter Ludwig, Robef Jranz. Michel Rudolf, Schmied Ferdinand, alle mis ilwilkau: Prchal Ignaz und Eis Alfred. Komotau: Tritlsch Gustav und Oual Adolf. Wisierschan: Ulbert Rudolf. Prosfedih:-rttmacher Arthur. Zweltnitz. Kreiemeifterschast V. Kreis. Wisierschan gelange?, nach spannendem Kampfe die spielstarfe Mannschaft von Warnsdorf zu schlagen. Nach.".^slündigcin Kampfe waren di« Partien folgend beendet: t. Robef 0:1 Pilz Anton: 3. Tcharvch%: Wünsckl«: 3. Walter 1:0 Hausner: 4. Glauber l: 0 Pilz Rudolf: 5. Oual 1:0 Riedel: Triltsch l:l> Henke: Tkarwada 0:1 Warze!: schmied 1:0 Jeicht. Eudstand:3*J für Wi- stersckmn. Dir Wifterschaner Genossen sind au erster stelle genannt. Auf diesem Wege sagen wir den Krochwiher Genossen proletarischen Dank süi di« Beistellung des spiel material?, insbesondere dein Genossen Jelinek für feine Müde. Wir machen alle Genossen des 4. Bezirk«? aus» mcrisam. daß die Endrunde-nm die^Kreismeister- schast Komotau: Wisterichau am 18. September in Obrrlentensdori stattsiudet. l'artle Nr. 18. Gespielt anläßlieh des internationalen Schachgrenztreffens in Eicliwald am 19. Juni 1932 am 7. Brett. Datnengambit. Weiß: Scharoch. Wistcrsclian. Schwarz: Bartsch, vresdcnl-öhtan. 1. d2—d4 d7—d5 2. c2—el c7—e6 3. Sgl—13 Sg8—f6 4. Sbl—c3 Sl>8—d7 5. Lei—fl d5Xc4 6. e2—c3 Lf8—hl 7. Lfl x cl Lb4 x c3t 8. I>2> c3 0—0 9. 0—0 816—d» 10. Lc4 x d5? Gibt den Vorteil des Ijinfertmares ohne Grund aus der Hand.(Oder ließ sich Weiß wegen der Drohung S x c3 oder f4 zum Tausch» verleiten!) Richtig war hier: 10. Lf4—g5I Was nun! Auf f(i folgt ganz einfach I.h4. Un günstig wäre für Schwarz 10. S>: c3 11. L K d8 S x dl 12. L x c7 Sb2 18. Lb5 a6 14. L>: d7 L>67 15. Tfbl! Schwarz könnte so nur Sd7—f6-vielen. worauf Weiß mit hbl fortsetzen könnte. 10.... e"Xd5 lL Tal—cl Korrekter war DbX uni die Möglichkeit Tal—hl offen zu lassen. Weiters drückt di» Dame von b3 anf<15 und!>7 und eventuell f7. 11. Sd7—liG 12. Sf3—d2 Anscheinend um c3—e4 vorzu bereite«. (eS—e4 kommt nicht so stark in Frage.) Dien» Vorbereitung konnte aber auch mit SfeS! erreicht werden- Sollte hierauf f6 geschehen. m» Sed3 nebst ev. 8c5!. woselbst<18—dT TaS-c8 c5Xd« Tf8—eS Ein Fehler, der einen wichtigen Bauern kostet, in Frage kam wohl Ddl. um mit B nnd Sb3 fortzusetzen. 18.... 19. TclXc8 20. Lf4—g3 Sbti' li> Vd7>c8 Sd5—bl! Schwarz revanchiert sich. Nur mit dem Unterschied, daß ea diesmal eine Figur kostet Damit ist dis Partie entschieden. 2L Dd3—bl SM x a2t 22. DblXaS LfSXel 23. Sd2 x e4 Te8Xe4 24. f2—f3 Te4 x et 25. LgSXel Dc8—cl 26. Da2—d2 Dcl K di 27. Lei x 62 In dem nun erreichten Endspiel besitzt Schwarz mit drei Freibauern gegen den Lau- fer ganz gnto Aussichten . nur spielt Schwarz das Endspiel schlecht, so daß er in Bälde ver- liert. 27.... g7—g«! 28. Kgl—f2 Kg8—f8 29. Kf2—e2 Kf8—e7 30. Ke2—d3 Kc7—66 31. Kd3>; d4 1.7—b5t 32. 1x12—blf K6—c6 37 g2—gl Kc6—d7 38. Lo7—f6 Kd7—e6 39. 1.56-68 Ke6—eS 40. Ld8—c7+ Ke5—16 41. LeIXaü Kf6—g5 42. La5—c7 117—1.5 43. gl> hS Kg5Xh5 44. Ko4*b4 g6—g5 45. Kbl—cl 17—15 46. Kd—65 Kh5—M 47. Kd5—e5 15-14 48. Ke5—fS anfgaeebea.