Nr. 36. LlnteryattunssveNage 1932. Tas sind die Aufzeichnuirgen der Prostituierten Glorietta, deren Freitod im Sibeniker Hafen das Tagesgespräch während der Som- mermonate vorigen Jahres war. Tiefe Zeilen einer verzweiselien Frauenserie sind weder originell noch romantisch. Auch sind st« ohne Sentimentalität. Es stnd hinge- worfenene, abgerissene Seelenstimmungsskizzen, kurze Eniwicklungsbilder, dir Ausschluß geben über«ine Tragödie, di« sich seit einem Jahrzehnt in einem dalmatinischen Karstdorse abspielte. Was diese Blätter wertvoll macht, ist das: Man sieht deutlich die Abhängigkeit einer Men- schenschicht von dem Begriff Eigentum. Man erkennt, wie Landschaft und Umgebung Alen- scheu formt und zwingt. l. 27. März 1919. Ter große Familienrat war zusammen- gerreten. Ter Rabbi hatte eindringlich mit jedem Familienoberhaupte gesprochen. Und die Tales haben ihm Beifall gezollt, iltnn steht es fest: Wir gehen den Weg unserer Schwestern. Wir sind zuviel Weiber im Torse. Wir tragen Schuld, daß die Männer hungern. Die Schafe bringen wenig«in. Tie Sonn« raubt uns die Ernte. Jahr um Jahr. Aber unser Dorf träumt von Reichtuni. Die Alten zwingen deshalb die Jungen auswärts zu gehen und zu raffen. Die Männer handeln und feilschen jenseits unserer Äalkstcinwüste. Sie kehren zurück mit gestrafftem Beutel. Und sie bringe» Weiber mit, dir Gold besitzen und gefüllte Kästen. Zur Freude des Rabbi!... Wir Weiber jedoch müssen weichen. Und Geld c ilbriiigeii! Wir sollen hinunter an die lachende Lee, zu den blonden Fremden, die unsere glatten Gesichter, unsere pechschwarzen Haare so lieben. Wir werden verk.... ll. 2. April 1919. Tie Heimat liegt hinter uns. Wir rattern abwärts... Ter Manager flucht: Wir sollen keine ernsten Mienen aufsetzen. Lustig sollen wir sein. Tie Fahrt geht in die Freude.. Was weiß der Mann von uns! Er kennt unsere Väter, vielleicht. Und sic kennen ihn, vielleicht. Wir wissen von ihm, daß er den Unsrigen Gels ins Haus bringt. Für unsere Kraft... für unsere Leiber!— Man spricht das nicht Glorietta. Doti Herbert Neinhold. gern aus!— Tas Geld wird in den Kasten verstaut, und im Familienbuch wird rin Konto errichtet, das unsere Namen trägt. Jedes Jahr wird die Erinnerung an uns aufgesrischl, wenn Täte unser Konto verrechnet. Zugunsten des Dorfreichtums!... Ja, der Mann weiß nicht mehr von uns allen, als die Namen, das Alter und den Preis. Er kennt uns nicht. Wir stnd heiter und lustig. Das kann niemand sein in unserer Landschaft. Dir wüste Oede des Karstgebirges macht die Menschen hart, uns Weiber ernst. Ti« anerzogene Geldgier gibt unseren Mienen einen bitteren, verbissenen Ausdruck. Tas Familienleben macht uns scheu und hinterlistig. Tas Rufen nach Reichtum im Dorfe weckt in uns die Gier nach Gold... Wir werden uns verkaufen. Einen anderen Weg gibt eS nicht... Wir brauchen Männer mir Geld. Sie sollen uns nehmen!... kll. I. Mai 1920. Wieder ist Frühling!... Ich bin entzückt!... Tas Leben ist schön! Tie Palmen! Die Orangen! Ti« Feigen! Tie Myrthen blühen! Alles duftet! Alles ist schön, herrlich! Diese See! Und die Menschen! Sauberkeit! Pracht! Leben! Leben!... Und ich bin die Schönste! Er hak es mir geflüstert, er! Er liebt mich jetzt acht volle Wochen! Er ist io gut! So vornehm! Er bi'tet'und ich gewähre ihm mit Lust! Weil ich ihn liebe. Und wie!... Madame hat mich ihr Goldkäscrchen geheißen! Meine Garderobe ist erneuert worden. Jch habe Urlaub erhalten in sein Landhaus!.. Manchmal ist er brutal zwar, aber er ist gut, denn er beschenkt mich.. Tale ha: mir gratuliert und mich an meine Kindcspflich: erinnert. Tas ist gemein, wo ich doch alles Verdiente heimsende... Wie ein Jahr doch sahingeht! Ein.Jahr bin ich Geliebte auf Verlangen... Tas wäre hübsch, wenn ich über mich verfügen könnte. So aber zwingt mich Madame. Tas ist ekelhaft: Mir einem Jeden aufs Zimmer gehen, ob man ihn mag oder nick:. Anspsicn 'möchte ich manchen, und doch Muß ich den Rock fallen lassen. Weil Madame auf Geld wartet, weil Tale mich verkauft hat..Nicht, doch, verkauft! Vermietet auf zwei Jahre hat er mich... Er erst hat mir das Lebe» verschönt! Tautbar bin ich. Wie lange wird diese Zeit währen?... Di« Mädchen prophezeien«in schnelles Ende. Was die überhaupt alles sagen! Wie sie klagrnl Und wie sie ausschauen! Julie ist lungenkrank. Evia leider an Rückenschmerzen. Rachel hat Rervenzuckungen. Lunga ist gemein geworden. Sie muß mit der Deutschen, die zu alt ist, in ein HauS zweiter Klage, wo Soldaten, Matrosen und gemeines Volk verkehrt und wo man Sprachen sprechen muß... Ob ich auch einmal in«in anderes Haus muß? Dann lerne ich deutsch, weil die Deutsche» sanft lieben. Juli« hat gesagt, sie räche sich an den Männern. Tuberkel pflanze sic in ihre Luirgerr!... Tas ist doch falsch!?... Die Männer haben keine Schuld!... Abei wer? Wir?... Die Menschen? Tie Gesellschaft? Welche Gesellschaft? Nun, die Gesellschaft, die über uns herrscht allemal! Oder?.. Lore, jetz: fasele ich! Ich bi» geworden wie das Meer und der Küstenstreisen: Unruhig und spiegelglatt. Sentimental- zu Zeilen. Und wandelbar. Und salzig. Und rein außen, und innen voller Ko: und Schmutz. Tas Karst- gebirgc steckk noch in mir. Aber die See wäscht unverdrossen Stück nm Stück ab... Er muß mich reich machen!..- IV. Juli 1922. Ich sehe klar: Noch bin ich Prostituierte erster Klasse. Aber»ich: mehr lange. Mehrere Männer Tag um Tag:pnr: der Körper. Ich b'n kraul. Jrgendw-c. Im Innern Tie Männer machen mir Pein. Ich werde alt! Und doch bin:ch erst 22 Jahre Ties Leden gre.ft an. Es rc b: aut. Meine Schwester ist syph.lskiank ft war zu Hauke Tat«,hat sie hinaurgrivorjen. Ihr Konto weise Lücken aus Jetzt gchi sie wild Jeden Manu lockt sic um ein AbeuSrssen und wenige Paras.. Also kann ich nicht nach Hanfe T:c Berge würden mich auch erdrücke». Und S e Oede Sa» Einerlei Täte kann mich gern, habe».Und: weun er mir den Rabbi auf den Hals schickt, ich behalrr yrein Geld. Ich muß es behalten.! Tie Zukunft! Ein. Haus will ich aufmachen wie Madame. Mit zivanzig jungen Mädchen. Für nur vornehme Gäste. In Dubrovnik. HauS Glorietta foll es heißen. Tann werde ich Sem Torf beweisen, daß ich ein rechtes Kind bin. Geld werde ich niachen, Besitztum raffen,,, 112 Mädchen sind wir in diesem Orte. 112 Ammer warten aus sinnestolle Männer. 10,000 Dinare führt die Madame monatlich an Steuern ab. Für 12 Mädchen. Ebensoviel verausgabt sie wöchentlich für den laufenden Bedarf ihres Hauses. Ein Dutzend und mehr Geschäfte existieren durch die Häuser. Das Modenhaus an der Etkc zählt uns zu den besten Kunden. Der Schnhhändler läßt Souderjai- dungcn kommen, unsertwegen. Ei Koch bezieht ein Einkommen von unseren Festmählern. Zwei Friseure haben nur für uns zu tun... Was mit uns alles zusammcnhängt!... Tas Bad ist für uns und wegen uns. Die Stadt braucht uns und wir sic. Und Dörfer mehre» chren Wohlstand durch uns... Tie Stadl und ihre Menschen. Gestern erstmalig sind mir dir Frauen der Hafenarbeiter ausgefallen. Sie haben ein hartes Los auch zu tragen. Wenn man ihnen die Luxusdämchen, die des Abends auf dem Korso lustwandeln, gegcnübcrstcllt! Beides sind Weiber! Nur daß die einen schaffen, während die anderen ausgcbcn! Und zwischen ihnen stehen wir, glaube ich. Wir.. V. 17. Oktober 1925. Gestern war Frauenvcrsammlung im Re- stan raca Rarotni. Ich habe zu hundert Frauen gesprochen von Dingen, die nur Frauen angehen. Abends nach dem Bordelldienst— ich spreche es aus!— sind meine Genossinnen zu mir gekommen. Wir haben Uns über die Lage der Prostituierten unterhalten. Wir sind Gefangene der Liebe, körperlich und seelisch. Dir können nicht mehr los. Es gibt keinen Ausweg. Und wenn wir loskämen? Wohin sollten wir? Eine Ehe eingehen? Rein und nimmermehr! Wir sehen die lHe anders an als die Turchschnitrsfranen. Wir sehen das Elend der gesetzlich Gebundenen. Tie Ehe in ihrer heutigen Form ist«ine andere, eine legalisierte Form, der Prostitution. Tie brutalste vielleicht. Wir lieben einen jeden aus kürzeste Frist und «rhalien ein dem Zustand unseres Körpers entsprechendes Entgelt. Wer gemein wird, den dürfen wir abweijen. Tie Ehefrau ist Geliebte auf Tauer. Sie muß heute dem Manne untertan sein. Und wenn er der gemeinsten einer ist. Sie muß sich ihren'Unterhalt im Hausdienst erschaffen. Tie Tarnen von Welt aber sind Dirnen von Rang. Nichts unterscheidet sie von uns. Aber ihr Schmuck ist echt, ihre Garderobe teurer. Aber sie schmücken und kleiden sich auch nur um des Mannes willen, der sie unterhält ... Also!... Und... doch ist unser Leben zum Kotzen... Tas muß anders werden. Es muß!,.. Ich habe es satt!., Weil ich alt werde unrusrhnkich?.. Habe ich Furcht vor dem unausbleiblichen Hunger? Wenn das Tori nicht wäre!.,. VI. Cfiußcr 192»;. Ein Fahr noch habe ich auegehalie»! Taun bin ich ins Tori gcfahren Wieder war dir Fa»i'lic»ra:skoiuödic unter Vorsitz des Rabbi. Ich bin dazwifchengcsahren wie die Pest. Ange- klagt habe ich dir Alten. Und gewarnt. Tic Alten haben sich gewehrt und sie haben gesiegt. Tie Argumente des Rabbi waren die stichhaltigere». Er sprach von der Geschichte des TorseS. Bon heilig zu holiendcn Traditionen. Er laS Stellen des Talmud vor, die sich mit dem Geschlecht der Weiber befassen. Er erinnert an die Judenpflicht, gemeinsam Reichlnm zu häufen zu Ehren Jehovas. Als das nicht zog, ist «r deutlicher geworden: Wir sind ein Geschlecht, das mehr Weiber zeugt denn Männer. Weiber könncu auf unserem Boden nicht leben. Tie Männer sind Kämpfer. Nur sic sind berufen, dem trockenen Boden etwas abzuringen.»Aber was da geerntet wird, reicht nicht für viele Mäuler. Wir würden verhungern. Oder ärmer denn arm teerten. Unser Dorf jedoch muß reich werden. Tann erst können wir ausziehikn in fruchtbare Land«. Deshalb holen unsere Jünglinge Mädchen mit Vermögen aus fernen Orten. Deshalb eben müsien wir Opfer bringen. Dem Gemeinimcresse müsien persönliche Interessen weichen. Wir dürfen keine Rücksichten auf einzelne nehmen. Gewiß, die Stellung des WckbcS hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Auch in unseren Reihen. Aber noch ist daS Weib von Natur aus verurteilt, die Unterlegene zu sein. Das Schicksal unserer Weiber ist feswcrknüpft mit dem Geschicke des Torfes. Sie hindern den Wohlstand, darum müssen sic fori. Und weil ihre Erziehung Unkosten verursacht hat, müssen sie wieder Geld hereinbringcn. Und viel Geld bringen nur ihre glatten Körper. Aufgabe der einzelnen ist cs, für die Zeit des körperlichen Verfalls zu sorgen. Wer gegen die Gemeinde ist, der behalte seine Töchter oder schicke sic in die Städte der Welt als Arbeitstiere!... Ter Rabbi war klug. Unser« Schwestern müsien unseren Weg gehen. Wir werden nicht als Menschen geachtet. Wir sind Objekte, di-»*' bringen müsien. Das kann man dagegen tun ... Ich w-ll meine Schwestern i--“-*-r= gange bewahren!... vn. November 1926. Wir jüdischen Dirnen sind begehrt. Tic Männer kommen von weither zu uns. Sie zahlen uns mehr als den anderen. Sie sind zu uns höflicher und liebenswürdiger. Fast scheu. Darum? Weil wir uns unterscheiden von den loichläufigen Dirnen. Wir sind sauber, gepflegt, hübsch. Wir haben gute Manieren! , V V» r 1*» v» v t m V V V rv v v und wissen uns mit Grazie zu geben. Unsere Zimmer atmen Liebe und Lust, nicht Ausschweifung... Nur wir Aelteren, wir Verbrauchten... Das soll das alles?... Kein Mann will mich haben. Madame behält mich aus Gnade. Mein Gesicht ist schwammig. Meine Haare werden grau. Ich bin Lberslüsiig geworden auf dem Licbcsmarkt... Man nennt mich die revolutionierende Glorieita. Ader die Alte. Und zeigt dabei mit dem Finger au den Kopf. Weil ich den Schwestern von der Bewegung der Frauen erzähle. Weil ich mithelfen will, unsere Lage zu bessern. Und weil ich nicht an mich denk«, sondern für andere kämpse... vm Am 15. Mai 1928 sprang die Prostituierte Glorierta vor den Augen einer vielhundertköpfi- gen Menge vom Sockel tes Kaiturmrs in die gischligcil Wogen der Adria. Vorher schrie sie eine»Anklage nach den Bergen:„Wehe den Menschen, die nm einer Elgentumshänfnng willen ihre Artgcnossen in den Untergang zwingen! Tie Welt sage den Gierigen oben in den Bergen: Euer Weg ist falsch. So falsch wie der, den ich gehe. Aber ich habe das zu spät erkannt; für euch jedoch isl's noch Zeit zur Erkenntnis. Wir Armen dürfen uicht nach Reichtum trachten! Wir müsien Gerechtigkeit fordern! Wir wollen kämpfen um eine Zukunft der Gleichheit und Freiheit! Sagt das den Menschen!... Und sagt ihnen auch: In dieser Zeit sind alle Prostituierte, Männer und Frauen, Prostituierte der herrschenden Gesellschaftsordnung... Nicht der einzelne wird gegen die Uebcrgriffe der unterdrückenden Schicht angehcn können; nein, nur alle, die das Wollen haben, eine andere Ordnung zu schassen, müsien zusammen, Mann für Mann anrcnncn gegen die Fundamente dieser wahnwitzigen Ordnung, die alle zur Prostitution zwingt! ... Valett!! Eine Feindin der Giftschlangen. Tic M a n g u st c, die mau bei uns kaum dem Namen nach kennt, wird in allen Ländern, die unter Giftschlangen zu leiden haben, sehr geschätzt. Sie kommt hauptsächlich in Afrika und Indien vor, in kleiner Abart findet man sie auch im Süden von Spanien. Schon die alten Argypter haben die Manguste heilig gehalten, weil sic angeblich Krokodile töten soll. Noch heute gilt die Manguste in Indien als ein heiliges Tier und wird massenweise gezüchtet. Wenn mau bedenkt, daß alljährlich viele Tausende von Menschen in Indien an giftigen Schlougciibissen sterben, loieviel Schaden sie uiirel den Haustieren anrichten, so versteht man dieses Tier, das den gefährlichen Feind vernichtet, verehrt. Tie Manguste läßt sich sogar zähmen und dir indische» Gaukler führen auf den Straßen Schaiikämpsc zwischen Manguste und Gisljchlaugc» vor. Tie arbeiten dabei allerdings mit ihrer Flöte, bei deren Tönen die Schlange sich, wen» der Kamps ziemlich seinen Höhepnnll erreicht Hal, still in ihren Korb verkriecht. Schon weil die Gaukler nicht bei jedem Kampf das Leben der Tiere aufs Spiel fetzen können, greifen sie zu diesem Hilfsmittel. Naturforscher, die Gelegenheit hallen,»n den indischen Tschungeln Kämpfen zwischen Malignsten und Gislschlangc» zuzuschen, berichten, mit welchem unglaublichen Geschick uno welcher Graufamkcit das verhältnismäßig kleine Tier seinem Opfer aus den Leib rückt. Tie indische Manguste ist zirka 65 Zentimeter lang und gleicht in der Gestalt unserem Marder. Gleichwohl wagt sic sich an eine riesige Kobra heran und soll sogar Panther und Leoparden töten. Wenn cs ihr gelingt, gleich beim ersten Angriss ten Kopf der Schlange zu erreichen und ihre spitzen Zähne tief hineiiizubohrcn, ist das Opfer erledigt. Gelingt ihr dieser entscheidende Sprung nicht gleich, so führt sie einen zähen, unglaublich geschickten Kampf mit dem gefährlichen Gegner, in dessen Verkauf sie die Schlange durch ständiges Hin. und Her- springen zu ermüden sucht, um erst dann den Angriff auf den Kopf des Tieres zu erneuern Die Schlangen können sich zwar im Kampfe so blitzschnell bewegen, daß das menschliche Auge kaum folgen kann, aber der kleine'Angreifer ist doch noch schneller und vor allem ausdauernder als die verhältnismäßig schnell ermütendc Schlange. Sowie diese nachläßt, versucht die Manguste den Sprung auf ihren Rücken und den tödlichen Biß. Rur sehr selten uutcrlicgt die Manguste im Kamps. Tie führt den Kamps meist nur um des Kampfes willeir, denn fast nie vertilgt sie ihr Opfer. Am liebsten wählt sie für die Angriffe die Zeit, in der die Schlange nach einer ausgiebigen Mahlzeit faul in der Tonne liegt. Kurz vor dem Angriff stoßt sic einen kleinen, schrillen Pfiff aus, vor dem die Schlaiigeu fliehen, aber meist zu spät, denn sie pfeift erst in alleriiächstcr Nähe ihre? Opfers. E. H. Kolporteur. Ich bin Kolporteur. Abends, wenn es zu dämmern beginnt, schreie ich an der verkehrsreichsten Ecke, dort, wo auch die Prostituierten stehen: Abendblatt! Abendblatt! Im Sommer, im Winter, ob Frauen ini Pelz vorübergehen oder ihre gcpslrgten Schul, lern zeigen: Abendblatt! Abendblatt! Meine Stimme ist zäh: Abendblatt! Abendblatt! Die oft ich so rufe? Zwei-, drei», zchn- tausendmal, Nachk für Nacht: Abendblatt! Abendblatt! Den Stoß Zeitungen trage ich wie ein Kind am Arm; und langsam, so langsam, wird er kleiner und leichter. Der Arm schmerzt von der Last, die Stimme schnarrt: Abendblatt! Abendblatt! Drei Groschen per Blatt ist Berdienst. Fünfzig verkauf' ich und Sonnabends sechzig. Wenn ein Raubmord, rin Attentat wo geschah, Regierungen scheitern, dann blüht mein Geschäft! Die oft solche Glücksfäür? Gewöhnlich verdiene ich 1 Schilling 50 in fünf langen Stunden: Abendblatt! Abendblatt! Nach Mitternacht gehe ich heim in ein schmusiges Haus an der Peripherie und schlafe... schlafe... Ich kann mir's ja leisten, bin ausgesteuert. Auch schmerzen die Füße vom langen Sichen und mein Hals ist immer trocken und brennt. Trotzdem, immerhin, Abend für Abend, bis Mitternacht: Abendblatt! Abendblatt! Kolporteur bin ich und verdiene einen Schilling und fünfzig int Tag oder eigentlich — nachts. Ain Morgen kauft meine Frau dafür unseren Kindern Brot und.Milch und erspart sogar noch für den Zins. Abendblatt! Abendblatt! Einen Schilling und fünfzig!— Biel- taufendmal schreien!— Hitze und Kälte, Eis, Regen und Sonne! Meine Stimme klingt häßlich und meine Füße sind wund. Brot, Milch und der Zins: Abendblatt! Abendblatt! Manchmal ist es wie Jubel i» meiner heiseren Stimme! Abendblatt! Abendblatt! Ich bin Kolporteur. Abends, wenn es zu dämmern beginnt, schreie ich an der verkehrsreichen Ecke, dort, wo auch die Prostituierten stehen: Abendblatt! Abendblatt! Und bin manchmal glücklich— wenn meine zwei Buben ihre Milch trinken und dabei schmatzen... Abendblatt! Abendblatt! Hein Girgenrath. Der Ochse vorm Berge. Dir hatten im Winterhalbjahr Mittwochs nachmittags von vier bis fünf Uhr Unterricht in der englischen Sprache. Unser Klassenzimmer war durch eine neue, leider»ich: eben praktische Zentralheizung ewig überheizt. Ueber der Schülcrschar lag denn auch jener schlösse, überdrüssige Zug, der durch zu große Hitze, Trockenheit der Lust und rin leichtes Durst- gcfühl hervorgcrufen wird. Selbst unseren guten ollen Professor U. machte die dicke Lust nachsichtiger gegenüber unserer Teilnahmslosigkeit. Um es ausrichlig zu sagen: wir alle dösten vor uns hin; die englische Sprache war uns an jenen Mittwochnachmiltagcn sehr gleichgültig! Einer meiner Mitschüler stützte den Kopf in dir Hände. Die Hitze machte müde und zerbrach de» eifrigsten Lcrnnnllen. Tie Stimme unseres Prosessors, der uns grammatikalische Regeln auscinandcrsetzte— was schon au sich nicht zu den interessantesten Dingen für scch. zehnjährige Burschen gehört—, klang monoton. Die Röhren der neuen Heizung glucksten bisweilen dumpf auf. Ab und zu gähnte einer ganz ungeniert. Manchem fiel es nicht einmal ein, die Hand vor den Mund zu legen. Ti« Schwüle wuchs und wuchs. Unserem Professor fiel mit einem Male der Klemmer von der Nase. War er etwa selber am Ein- schlasen gewesen? Aber nein, er las und do- zierte nur mir nm so lauterer Stimme, die allmählich aber wieder jene nasale, unauf- gcregte Klangfarbe annahm, wie sie ihm eigen war. Mein Nachbar schlief. Ter Kopf lag in den auf der Bank ausgebreiteten Armen. Just in diesem Moment, als ich staunend das Wun> der dieses ungenierten Sichgehenlassens in mich aufnahm, sprang unser Professor auf, und nichts war scheinbar so natürlich wie der Umstand, daß sein erster Blick auf meinen sanft schlafenden Nachbar fiel. Ich gab' meinem Äanicraden einen Stoß; er zuckte zusammen, schaute auf, erblickte das Gesicht unseres Lehrers und war im Bruchteil einer Sekuirde wach geworden. Aber unser Professor ließ ihn nicht in Ruh«. Er ging auf ihn zu, fragte nach dem, was er eben vorgetragen hatte, und als er keine Antwort bekam, meinte er boshaft lächelnd zu seinem schläfrigen Schüler:„Ta steht der Ochse vorm Berg." Aus Arbeit, Qual und Lust Wenn über den Städten der Morgen graut, hebt an m den Straße« ein leiser Gesang mit kleinen Takten schüchtern and bang: und wenn stärker über Dächern der Morgen blaut schwillt ans zu gewaltigem Ueberschwang des Tages Choral ans Arbeit und Qual. Am Mittag, im hohen gewölbten Zcuith, bravst dröhnend, bebt stark und übermächtig in Roschinenalkorden kraft- und zeugnugskrästig^ der Hände und der Hirn« schaffend Lied zu einem Ton zusammen prächtig hinschwingeud satt über die schaffende Stadt. Am Abend ober, wenn di« goldenblanen Lichter—» Signale greller Löst— verlockend sich entzünden, steigt auf aus pflicht- and arbeitüberdeckten Gründe« der freie Mensch: in seinem Blute singt der Dicht« Und seine Wünsche, Träume schäumend münde» — ein splitternder Diskant!— ins lagesgraue Arbeitsland. K. Q. Unser Kamerad sah auf, machte große Augen und gab schlaftrunken zur Antwort: „Aber, Herr Professor, ich bin doch kein Berg!" Eine Sekunde später habe ich das unheimr lichste Gelächter und Gebrüll meines Lebens gehört. G- Fr. Ein Tropfen der Erdkruste? Bon Dr. A. Gunsleben. Tie Astronomen nahmen bisher fast ausnahmslos an, daß der Mond, ähnlich wie die Erde selbst, die Sonne und die übrigen Planeten aus einem Gasball sich selbständig entwickelt habe, daß er durch Kondensation, bezw. Abkühlung zähflüssig und schließlich fest geworden und dann sozusagen in fertigem Zustand in den Anzichungsbereich der Erde gelangt sei. Tic moderne Geophysik will es ein wenig anders. Scho» Ende des vorigen Jahrhunderts stellte der englische Astronom G. H. Darwin die Theorie auf, daß der Mond ursprünglich ein Stück der Erde gewesen sei und sich vor Jahrmillioncn einmal von ihr losgelöst habe. Tic moderne Geophysik hat diesen Gedanken wieder aufgcgrisfen, und zwar im Zusammenhang mit den Problemen, die uns die Erde selbst aufgibt. Tas Antlitz unseres Planeten ist zerfurcht und zerrissen, drei Viertel seiner Oberfläche werden von den Weltmeeren cingcnom- meii, und aus den festen Landjchollcn türmen sich Gebirge bis zu 10.000 Meter Höhe. Gewaltige Kräfte müssen wirksam gewesen sein, die ersten Runzeln in das Antlitz der Erde einzugroben. Tie völlig unregelmäßige Verteilung der Landmassen bildet ein ernstes Problem: dem Riesenkontinent Asien-Europa-Asrika stehe» die Einzelscholle Australien und die Nord-Süd- amerikanische Landmassc gegenüber. Ebenso übertrisst der stille Ozean die anderen Weltmeere ganz erheblich, sowohl an Ausdehnung wie an Tiefe. Irgendeine Gesetzmäßigkeit für diese merkwürdige Verteilung läßt sich zunächst nicht finden. Ein anderes Rätsel ist die Verteilung der Pflanzen- und Tierwelt, die z. B. daraus hinweist, daß Amerika und Afrika in grauen Vorzeiten einmal eine Verbindung gehabt haben müssen. Lange Zeit mußte die Atlantiksagc für diese jogcnanntc„Brücken theorie hcrhaltrn, nach der die Landbrücke zwischen den Kontinenten vor Millionen von Jahren im Ozean versunken ist. Die ozeanographischen Expeditionen der letzten Jahrzehnte, besonders die große deutsche Meteorexpedition, haben mit dieser Annahme ein für allemal aufgeräumt. Es zeigte sich nämlich, daß in der Mitt« des Atlantischen Ozcans, und zwar von der Antarktis bis zum Nordmeer ein riesiger Gebirgsrücken sich enilang- zieht, die Atlantische Schwelle. Zwischen der Atlantischen Schwelle und Afrika einerseits sowie Amerika andererseits befindet sich ein Tiefseegraben, der bis zu 9000 Meter Tiefe aufweist. Von der angeblich versunkenen Brücke jedoch war keine Spur zu finden. Die berühmte Kontinentalverschicbungs- theorie des in Grönland so tragisch umgckom- nlenen Alfred Wegener löst das Problem dann auf eine ganz neuartige Weise. Scho» der englische Astrophysiker Airy hatte die Vermutung ausgesprochen, daß die feste Kruste der Erdoberfläche auf einer zähflüssigen Unterlage, dem Tial, wie ein Stück Holz auf dem Wasser schwimmt. Wegener stellte nun in genialer Intuition die Hypothese auf. daß die Konti- nentschollen alle ursprünglich rin zusammenhängendes Festland gebildet haben und daß sie dann duxch die Einwirkung der Fliehkraft oder andere Kräfte zerrissen- und— allerdings unendlich langsam- zu ihrer heutige,. Verteilung au-cinandergcjchwoinmeu sind. Für die Richtigkeit dieser Annahme lassen sich zahlreiche Argumente anführen, allerdings gibt es auch noch einige Taljachrn, die gegen sie sprechen. Jedensalls ist sie die wahrscheinlichste und sicher di-r großartigste der gcophysi-alischen Hypothesen. Ungelöst bleibt dabei allerdings zunächst noch die Frage, wie sich denn nun dieser Urkontinent gebildet habe. Ta greift nun dre — 4 schon erwähnte Hypothese von H. G Danoi» über die Entstehung deS Monde- rin. Al- die Erde von' dem Zustand der Zähflüssigkeit in den festen überging, bildete'sich infolge der Schwere und gewisser chemischer Vorgänge ein fester Kern, um den sich eine Zwischenschicht legte, über der sich dann die feste Oberflächen- kruste allmählich erhärtete. Diese fest« Kruste bedeckte die ganze Erde gleichmäßig. Infolge der Massenanziehung durch die Sonne entstand nun ein« regelmäßige Flutwelle, welche d Oberflächenkruste mitsamt der flüssigen Zwischenschicht hob und senkte, wie jetzt der Mond das Wasser der Meere. Neben diesen Gezeiten- wellen der Kruste hatte, der Erdball auch freie Schwingungen. Durch Resonanz, d. h. durch Zusammentrejfen einer solchen Gezeitcnwelle Mit einer Eigenschwingung der Erde könnte dann die Flutwelle schließlich einmal so hoch gewesen sein, daß dir Erde Birnenform annahm und den Mond von sich abtropfte. Dieser führte fortan ein Eigcndasrin, ein riesenhaftes Loch in die feste Kruste der Erde reißend. Der vom Mond nicht mitgenommene Rest der Erdkruste, das ist nun das Urfestland, aus dem entsprechend der Wegenerschen Theorie die heutige» Kontinente auseinandergrfloffcn sind- Die Stelle aber, aus der der Mond entstanden ist, bildet heute den tiefsten und größten Ozean, den Pazifik. Diese Hypothese wird heute gcstützl von einem Geologen der Universität Cambridge H. I. Jeffries sowie von dem Frankfurter Professor Gutenberg. Natürlich hat auch diese Hypothese den Nachteil aller ihrer Schwestern, sie ist eine Hypothese, d. h. sie läßt sich vielleicht nie in Gewißheit nmwandkln. MNOcocktmls. Milchmischgeträuke. Zn der heißen Jahreszeit, wenn das Bedürfnis nach erfrischenden Getränken besonders groß ist, sollte man mehr als bisher die noch wenig bekannten Milchmisch- Gerränke genießen. Sie haben den Vorzug, daß sie eine angenehme Abwechslung in den Milchgenuß bringen und für diejenigen, die Milch nicht gerne trinken, geben sie die Möglichkeit, Yen Geschmack durch besondere Zutaten zu vcr- ändern. Tie erste Bedingung für diese Getränke ist: das sic recht kalt sind. Man erreicht dies dadurch, daß man sowohl Mischbecher, als auch Gläser kühl hält. Speiseeis kann^rkleinert der Mischung beigesetzt werden. etwa drei Teelöffel auf ein Liter Milch. Sonst hilft man sich, indeni man die Gefäße längere Zeit unter fließendes Wasser stellt. Um die Zukaleil Fruchisäfle, Honig, Eiskaffee, Schokolade, Sahne, Gewürz, Zucker mit der Milch gut zu verbinden, müssen. sie nacheinander tüchtig geschlagen werden. Ties geschieht entweder mit dem Quirl oder dem Schneeschläger. Bequemer und schiieller arbeitet der moderne Mixer, elektrisch betrieben. Ter Versuch diese Milchmisch Getränte herzustellen, lohnt wiß. S e sind für groß und klein von hervorragendem Nährwert, und verursachen keinen Schaden wie die stark alkoholischen Mischgetränke. Cocktails genannt. Einige Rezepte lassen wir folgen: Zitronenmilch: Sechs Eßlöffel Staubzucker, den Saft von-l Zitronen und ein Liier Milch tüchtig durchschütteln und durch ein Sieb in gekühlte Becher stillen. Hsntgmilch: Vier Eßlöffel durch Erwärmen flüssig gemachten-Honig, mit ein Liter Milch mischen. Wenn der. Honig vollkommen verschmolzen ist, einen Löffel Zimmt dazu und nochmals durchschüttelu. Mandelmilch. 50 süße und 10 bittere Mandeln reiben und in eine Tasse Milch geben, in der. sie 4 Stunden ziehen müssen, dann pressen. 4 Löffel dieser Essen; mit rin Liter Milch und nach Geschmack Zucker durchschüttcln und durch«in Sieb in gekühlt« Becher füllen. Mokkaschokolab«: Eiir Viertelliter Mokka, «in Viertelliter starke, kalte Schokolade, Zucker nach Geschmack, gut schütteln, dazu drei Viertel Liter Milch und ein Viertelliter Sahne und in kalte Becher füllen. Auf Eis stellen. Eiuige Getränke für Kinder und Krank«: Hafertrank: Ei Eßlöffel Hafermehl in einem halben Liter Wasser eine Viertelstunde kochen, durchseichen. Ein Eigelb mit Zucker schaumig rühren, dazu ein Glas Johannisbrer- oder andern Fruchtsaft und langsam den Haferschleim damit gut vermischen. Kühlen. Eierlimonabe: Ein Ei wird solange geschlagen bis ein Biertelliterglas damit gefüllt werden kann, dann mischt man gesüßten Fruchtsaft darunter. Was mancher nicht weiß. Holz erzeug! etwa ein Viertel der Wärmemenge, die das gleiche Quantum Steinkohle gibt. Holzkohle dagegen gibt fast die gleiche Wärme wie Steinkohle. Eine interessant« Bibliothek der Zeitungen ist in Rom vorhanden. Sie enthält Zeitungen der ganzen Welt, und zwar von den ersten Anfängen des Zeitungswesens bis in unsere Tage. Die sogenannten Wanderbüuen haben eine so starke Bewegung, daß sie zum Beispiel in Ostpreußen in einem Jahre bis zu 50 Meter zurücklegen. Im Schmoliiner Forst sind ini Laufe von fünfzig Jahren 2000 Hektar Kiefern- wald von den Dünen begraben worden. Von allen Ländern der Welt hat I n d i e n die vielfältigste Flora. Alan hat dort nicht weniger als 15.000 Pflanzenarten gezählt, während ganz Europa nur etwa 10.000 aufzuweisen hat. Tabei ist anzunehmen, daß die indische Flora noch keineswegs vollkommen bekannt ist. Rach den neuesten Feststellungen sind die beredtsten aller Tiere die Bienen, da sie über die meisten Tonabstufungen verfügen. Die Katzen besitzen sieben verschiedene Töne,- um die Sprache ihres Herzens auszudrücken. Der Rormalmensch hat soviel Fettstoffe in seinem Körper, wie zur Bereitung von sieben Stücken Seife ausreichen würden. Rus dem im menschlichen Körper enthaltenen Eisen ließe sich ein mittelgroßer Schlüssel verfertigen; mit den eigenen Zucker könnte man sich einmal den Nachmittagskaffee versüße». Bei einer industrielle» Verwertung des menschlichen Körpers würden als Höchstwert drei Mark hcrans- komnien. —Heiteres. Doppelt genäht... Heiratsvermittler„.. und dann habe ich noch eine sehr hübsche Dame aus der Schwei; und eine sehr reiche Dame ans Sachsen."—„Hm— haben Sie nicht eine aus der Sächsischen Schweiz?" Zwillinge. Die Brüder Peter und Paul Pulkt sehen einander zum Verwechseln ähnlich, werden auch häufig miteinander verwechselt. Eines Tages begegnet Herr Paul Pulke ein Herr auf der Straße, den er schon einmal m>t der Gesellschaft seines Bruders Peter gesehen zu haben glaubt. Der Herr grüßt stutzt, tritt näher, spricht:'„Guten Tag, verehrter Herr Pulke! Jetzt hab' ich im ersten Augenblick virk- lich nicht gewußt, ob Sie es sind oder Ihr Herr Bruder. Dann glaubte ich bcstinnnt,"aß es Ihr Herr Bruder sein müßte, bis ich wieder unsicher wurde und schließlich erkannte daß Sic es sind. Aber verzeihen Sie, jetzt sehe ich. Eie sind ja doch Ihr Herr Bruder!" Eine Mutter kommt niit ihrem drei Wochen, alten Kind in die Sprechstunde.„Bitt«, Frau Doktor, untersuchen Sie mein Kind gründlicher als gewöhnlich Wir haben unnämlich entschlossen, einen Kinderwagen zu kaufen, da will mein Mann wissen, ob sich di« Ausgabe rentiert." Doppelsinnig.„Mein großer Bruder wiegt zwei Zentner."—„Das ist noch gar nichts. Mein großer Bruder wiegt hundert Zentner." — Red' doch nicht solchen Quark!"—„Doch, der ist in einer Kartoffelhandlung; der wiegt jeden Tag hundert und mehr Zentner." Schach-Ecke. alle Zuschriften und Anfragen an Gen. Wenzel Echaroch. Zwettnitz Nr. 65 bei leplitz-Cchönau. Alen Anfragen ist Retourmarke beizulegea. Schachaufgabe Nr. 100. Von Rudolf Borkovsky. Berlin. (Deutsche Arb.-Schach-Zeitiing.) Schwarz: Kc4: Tc8.<18; Lb8. eS: Bf4.6). Weiß: Ka2; Daa; Td2; 1.1,1. d4; 8g4(6). Matt' in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14.Tag* nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoeh. Zwettnitz. einzusenden. LOsungszug zu Nr. 97: Sd6—eil Richtig« Lösungen sandten nachfolgende Ge- nossen ein: Walter Ludwig. Robek Franz. Michel Rudolf. Schmied Ferdinand, alle an- Kwitkau; Dinnebier Emil, Tetschen: Zenkert Eduard, Schaiba: Hyna Joses. Hostomitz: Reinert Julius, Rcstomitz: Beutel Wilhelm, Arnsdorf bei Tetsdg»: viele Joses. Älarkersdors: Bräuer Benno, Lehrer. Langenau: Eottsned Vans, Loleischen: Wenzel Adolf, Arnsdorf bei Vaida: Mildors Adolf und Bachmann Reinhold. Tischan: Triltsch Gustav und Lual Advli, Wisterschan: Weigel Joses. Loosdvrs: Settmacher Arthur und Matecha Rudolf, Zwettnih. Schachspiele« Achtung! Am Sonntag, den ll. September, sindet in Zinuwald di« Erössnung des.Aius'-Kreistzcimes statt. Wir beabsichtigen dort ei» Werbespiet zu veranstalten. Da auch sächsische Genossen eingeladen sind, besieht auch die Blöglichkeit, mit Ihnen zu spielen. Genossen,»velche teilnehmen, möge» ssch dort beim Gen. Scharoch melde». Beginn 10 Uhr vorm. Sll>ad>garnituren sind mitzubringrn. Der Endkamps um den- Kreismeifter zwischen den Vereinen Wisterschan und Ko- uiotau sindet am Sonntag, den 18. Septem lvr. um 9 Uhr vormittag in Bergesgrün bei Ober- lentrnsdorf. Restaurant.Moser', Rauschengrund- gasse, statt. Kampfrichter Gen. Hyna Josef. Hosrv- mitz.-Schachs reu nde und Interessenten werden freunbschastlichst eingelade».