WrttgeS, nsGts atö prügel! Ja—! ich habe gestohlen. Ich habe gegen die Gesetze verstoßen; dafür bin ich nun eingesperrt. Gestern abend haben sie mich einge- brachr. Es war entsetzlich. Die anderen Gefangenen im Transporttvagen trieben rohe Spässe. Als mich das anekelte, da lachte einer:„Tu doch nicht so—, bist ja auch nur'n Kitchenbruder!"— Also, das bin ich: ein Kitchenbruder... Das Wort brennt wie ein Schandmal. Kitcheubruder ... Kitchenbruder dröhnt's in meinen Ohren, hämmert's in meinem Blut. Kitchenbruder!— Wenn das Maria wüßte. Maria ist meine Braut. Biclmehr: sie ist es gewesen. Nun, da ich im Unglück bin und Trost und Zuspruch brauche, bin ich allein... Ich renne in meiner Zelle aus und ab. Wie ein toller Hund. Fünf Schritte hin, fünf Schritt« zurück. Und in der Breite find'- drei Schritte. Ich mache die Augen zu und denke, wenn ich sie wieder öffne, ist alles nur ein böser Traum gewesen. Nichts von dem. Ich bin immer noch in derj Zelle. In der Ecke steht eine Pritsche mit Strohsack, blaugewürfeltem Bettzeug und fadenscheinigen Wolldecken. Gegenüber hängt da- Brett, auf dem Waschschüssel, Eßnapk, Trinkbecher und Löffel liegen. Hand- und Geschirrtuch hängen neben dem Bett. In der anderen Ecke der Zelle ist das Abortbecken. Nichts daran hat sich geändert, wenn ich di« Augen wieder öffne. Die Nacht habe ich nicht schlafen können. So lange noch Licht lvar, habe ich, um irgendeine Ablenkung zu haben, gelesen. Ich habe das Klosettpapier— zerstückelte Zeitungen— zusammengesetzt. Tann habe ich die Hallsordnungsvorschriften, die an der Zellentür hängen, drei-, viermal genau durchgelesen. Ich weiß jetzt, daß ich Anspruch auf Morgenkaffee, warmes Mittagessen und Abendkasse« habe.— Die Kritzeleien an den Wänden waren nicht zu entziffern—, zuletzt habe ich mich aus die Pritsche gestellt und aus dem Fenster geguckt.^ Rote Mauern, vergitterte Fenster und ein Gewirr von Telephondrähten war zu sehen. Weiter nichts. Der Mond stand groß und gelb am Himmel. Der Wind bullerte ans Zellenfenster und weht« di« Bon QlrtOur Senfing. Glockentöne von der nahen Parochialtirche herüber. Ab und zu eine Autohupe. Ich rüttelte an den Gittern und brüllte auf vor Sehnsucht nach Freiheit. Harte Schritte «rklgngen auf dem Flur. Der Wächter rasselt mit den Schlüsseln. Ich fiel auf die Pritsche und schluchzte. Der Wächter ging und löschte das Licht. Die Stunden schlichen dahin. Draußen fing es an zu regnen. Erst klatschten große Tropfen gegen die Scheiben. Dann ein feiner, rascher, anhaltender Regen. Er schlug leise und hartnäckig gegen das Zellenfenster. Alles war still geworden und nur der Regen murmelt« etwas, zudringlich und schnell, als verschlucke er sich daran,— undeutliche, traurige und niederschmetternde Sachen. Dann begann es in den Heizungsrohren zu klopfen. Ein widerliches, un- angenhmes Geräusch: Knack... tack... tack, tack... klack.... Das spukte in den Rohren. Ein unbekannter Trommler hämmerte darin. Di« schweren Tritte der Wächter kamen zum Rundgang. Der Sehschlitz klappte auf— so verging die Nacht! Kitchenbruder!— Nun ist's so weit gekommen mit mir...„Der Jung«?"— hat mein Bater früher gesagt.—,„der Junge wird noch im Zuchthaus enden!" Weshalb, Vater? Du haft mich doch genug geschlagen! Für jede Kleinigkeit hast du mich hart und unerbittlich gestraft. Meine ganze Jugend war ein« Strafzeit.— Morgens ging ich zur Schule. Und da war's schön. Man saß und hörte dem Lehrer zu, und wer nur aufpaßte und keine Dummheiten macht«,- brauchte ohne Furcht zur Schule zu gehen. Ja, die Schulstunden waren Erholung.— Mittags, wenn ich nach Hause kam, stand Bater schon mit der Uhr in der Hand bereit. Wehe, kam ich später und hatte die Zeit überschritten, dir zum Heimweg nötig war! Tann kam di« Untersuchung: sind Fleck« im Anzug oder ist er gar zerrissen... Umziehen, Mittag essen, Hefte vorzeigen, Schularbeiten machen.— Baters maßloser Ehrgeiz— er selbst war nur kleiner Beamter— wollt«, daß ich später di« Stellung einnehmen sollte, die ihm versagt geblieben war. Ich muß lernen, lernen. Wenn die Schularbeiten erledigt' waren,— und zwar ohne Fehler, ohne jeden Klecks und ohne sich verschrieben zu haben mußten sie sein— dann gab's Sonderausgaben: Seiten aus dem Geschichtsbuch abschreiben oder eine Anzahl von Rechenaufgaben lösen. Das ging bis zum Abendbrot. Nach dem Abendbrot gcng'S zu Bett. Zum spiel mit Altersgenossen kam ich nicht. Ganz schlimm wars> wenn der Batet dem Lehrer vorgreifen wollt« und Aufgaben mit mir durchnahm, die in der Schule erst später drankommen sollten. Ich begriff Baters Erklärungen nicht. Dann schlug er in jähem Zorn zu. Einmal ist mir das Blut aus Mund und Nase geflossen. Mutier weinte und konnte nichts ausrichten. Ich krümmie mich in ohnmächtiger Wut. Meine Schulkameraden verachteten mich, weil ich mich in den Pausen nicht an ihren Spielen beteiligt«. Ans Furcht tat ich das nicht, aus Furcht, meinen Anzug zu beschmutzen oder zu zerreißen. Eines Tages fertiglezi die Kameraden aus Schreibheftblättern Segelflugzeuge an. Bald hatten alle Jungen ein Flugzeug, warfen es in die Luft und frenten sich, wenn es in großem Bogen langsam niederschwebte. Ich hätte auch gern eins gehabt. Aber keiner wollte mir sagen, wie es angrsertigt wurde, niemand wollte mir ein Modell zum Bauen geben.— Ta, als ich aus unserem Wohnnngsfenstcr guckte, iah ich eins unten im Vorgarten liegen. Ich ging nach unten, kletterte über den Gartenza»n und steckte das Flugzeug in meine Bluse. Beim Zurücktehren riß ich die Hoie entzwei. Aus Ungeschicklichkeit, und auch aus Angst, gesehen zu werden, war ich zu schnell geklettert. Und ich hatte doch keine Hebung im Klettern.... Ich war wie betäub!. Ich blieb in der Haustür stehen, vor Angst zitternd. Ich traute mich nicht, nach oben zu gehen. Langsam, schlich ich Sie Treppen hinaus und überlegte, ob ich nicht besser flüchten sollte... Mutter erwartete mich lxreiis. Die war über mein langes Ausbleiben verwundert. Ich konnte kein Wort hervorbringen und bebte an allen Gliedern. Was ist los? Ich deulete auf meine Hose. Der Bater kam herbei, um zu sehen, was es gebe... „Ach", sagte die Mutter,„bie alte Hose—, bist du die Trepp« heruntergefallen und ist sie dabei geplatzt?— Ich sah den Vater — eS durchzuckte mich: da ist die Rettung vor den drohenden Schlägen!— Ganz mechanisch sagte ich: ja!— Nie vorher batte ich gelogen! Abend-, noch im Bett, dachte ich über da- Borgefallen« nach. Vater, ich habe«S mir gut gemerkt, datz man sich durch Lügen vor Strafe schützen konnte! Von da an habe ich gelogen, wo immer es ging. Ich lo« so sicher und ruhig, datz eS nicht möglich war, mir nichts zu glauben.(Und wie hätte«8 auch anders sein können—, ist doch die Lüg« sehr oft der Wahrheit ähnlicher als die Wahrheit...) Vater, du wolltest einen Musterknaben aus mir machen. Und nun ist es so gekommen... Heut« wird der Schnellrichter mein Urteil stnechen. Ob er mir Bewährungs- K zubilligen wird—? Und wär« mir lif geholfen...? Die Einrichtung der Küche. Der Anstrich der Möbel.— Alle Töpfe in den Schrank.— Die Schlafstelle in der Küche. Di« Hausfrau muß einen großen Teil chr«r Zeit in der Küche verbringen. Die Vorbereitung und das Kochen der Mahlzeiten nehmen, auch bei schneller Arbeit, doch stets mehrere Stunden in Anspruch. Deshalb ist der Wunsch, eine hübsch« Küche zu haben, sehr begreiflich. Wenn man sich in der Küche wohl fühlt, wird auch die Arbeit dort gern und sreüdig getan werden. Wie aber richtet man seine Küche zweckmäßig ein, damit sie allen Ansprüchen genügt, di« man an eine Küche stellt? Zunächst soll man hellfarbige Küchenmöbel wählen. Dunkle Möbel machen dm ganzen Raum dunkel, was für-en Fortgang der Arbeit hinderlich ist. Das gleiche gilt von den Wänden. Ein helles gelblich oder grau ist als Wandanstrich am vorteilhaftesten. Dunkelgehaltene Wände sind ebenso unpraktisch wie dunkle Möbel. Man kann dynkle Küchenmöbel durch hellen Oelfarbanstrich ohne groß« Mühe wie neu Herrichten. Ob man dazu weiß, Hellgrau oder Gelblich wählt, hängt nur von dem persönlichen Geschmack ab. Di« Vorhänge in der Küche stellt man am besten aus hellgenmstertem Kattun her. Das ist billig und hübsch. Weiße Gardinen sind unpraktisch, da sie zu schnell schmutzig wer. den und nie ordentlich änssehen. Die Kattunvorhänge verfertigt man selber. Oft genügt es, nur Qucrbehänge über den Fenstern anzubringen, besonders wenn diese nicht sehr hoch sind. Jedenfalls muß man Sorge tragen, daß das Licht von draußen möglichst wenig abgesperrt wird. Je mehr Sonne und Licht in den Raum kommt, desto besser ist es. Auch eine altmodisch« Küche kann man durch frischen Anstrich erfreulich umwandeln. Wer natürlich die neuen, schönen und praktischen Küchenmöbel kaufen kann, hat es bequem, aber oft läßt sich auch ans altem Hausrat etwas Hübsches schaffen. Es muß meist nur die Aufmerksamkeit einer Frau auf diesen Punkt gelenkt werden. Die moderne Küche unterscheidet sich wesentlich von der früheren, insofern, als man nach Möglichkeit alle Geräte in Schränken unterbringt., Regale und Bretter, die man früher bevorzugt«, sind veraltet. Man meint, daß die Kochtöpfe nur unnötig«instauben und unsauber werden, wenn man sie frei aufstellt. Sicherlich kann die modern« Küche auf diese Weise leicht einen viel aufgeräumteren Eindruck machen als di« Küchen von anno Dazumal. Wo eingebaute Wandschränke vorhanden sind, ist dies Ideal leicht zu erreichen. Sonst muß man sich durch Aufstellung von Schränken Helsen. Alles Ueberflüssige in der Küche ist zu entfernen, denn eS macht nur unnötige Arbeit. Je übersichtlicher überall di« Anordnung ist, umso rascher geht die Arbeit von der Hand. Wenn, was bei Arbeiterfamilien sehr oft der Fall ist, ein Familienmitglied in der Küche schlafen muß, ist es aus hygienischen Gründen dringend notwendig, daß am Tag« das Bettzeug aus der Küche entfernt und in einem ander«» Raum aufbewahrt wird. Tas Bett oder Schlassofa sollt« tagsüber gut zugedeckt sein damit es von den Küchenarbeiten möglichst nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Als Neuerung sind die Satztöpfe sehr zu empfehlen, die, gut auseinander Passend, di« Möglichkit geben, mehrere Gericht« gleichzeitig zu kochen, also etwa im unteren Topf Gemüs« (das ja am längsten kocht), dann Suppe und obenauf Kartoffeln. Man spart ungemein viel Feuerung auf diese Weise. Außerdem ist das Warmhalten der Gericht« leichter möglich. I. L. MensthNGkett. Von Robert Anton. „Fräulein", sagte der Unteisuchungsrich. t«r,„l«s«n Sie die Briefe da. Wenn nicht drin steht, was aus die Untersuchung Bezug hat — Anstiftung zur falschen Zeugenaussage oder so— Sie verstehen, so schreiben Sie darauf „gesehen" und das DcMm und legen mir's zur Unterschrift vor, und ich erspar' mir die fade Arbeit." Das bucklige Fräulein Müll«r nahm di« Briefe und begann zu lesen. Da schrieb der Häftling Johann Zipfelhuber an seine Fran, sie solle ihm ein wollenes Unterjackeril schicken und zwei Paar Socken. „Geschen." Dem Karl Woprschal teilte seine Mutter mit, sie werde ihn bald besuchen kommen und Geld mitbprngen. „Gesehen." Aber dann kam«in Brief des Leopold Grauer, und da kriegt« das Fräulein Müller ganz rote Flecken vor Aufregung. Der Häftling Leopold Grauer schrieb an «ine Frau Lilli Babek. „Laß mich du nicht im Stich", schrieb er, „alle haben mich verlassen. Meine Mutter, meine Freunde, all«! Bleib du mir treu! Dir weißt nicht, Lillichen, was es bedeutet, so aus dem Leben herausgerissen zu werden! So aus- gestoß«» zu sein! Du bist das einzige, was mir geblieben ist. Alles ist hell und gut, wenn ich nur die eine Hoffnung habe: die Hoffnung auf dich! Ich sehn« mich so nach dein«» lieben süßen, klein«« Händen, di« so li«b streicheln können..." „Gesehen." Zwei Tage später war ein Brief der Frau Lilli da: „Du bist so überspannt, Poldl. Ich bin jetzt am grauen Haus vorbeigegangoir. Es macht einen riesige» düsteren Eindruck. Ich schreibe dir aus der Gisela-Bar. Die Musik spielt,«S ist warm und fröhlich hier, ich trage ein entzückendes neues Crepe-de-Ehine-Kleid. Denke, daß ich mich, wirklich wohlfühl«. Vielleicht ist das für dich ein Trost. Am Nebentisch ein Herr, der schaut mich immer an. Aber ich kokettiere nicht mit ihm. Ich bin zu traurig dazu, deinet. wegen." „Bestie!" dachte Fräulein. Müller und malte mühsam: „Gesehen." Der Häftling Leopold Grauer schrieb fast täglich. Frau Lilli antwortet« manchmal. Erzählte von Kleidern, Gesellschaft, Theater, Herren, di« ihr dem Hof machten... Der Häftling Leopold Grauer schrieb an sein« Mutter: Die Mutter antwortete: „Wie hast du mir das antun können! Ich war immer so fromm und jetzt ist mein Kind «in Verbrecher! Ich bete um eine gerecht« Strafe für dich..." Die Briefe des Leopold Grauer wurden immer schrecklicher. Immer wieder kam das Wort: „Einsamkeit! Einsamkeit! Einsamkeit!" Fräulein Müller mußt« an den Häftling Leopold Grauer denken,.wenn sie, vom Landesgericht kommend, durch die lange, lang« Alscr- straß« nach Hause ging. Wie er ganz allein in seiner Zelle saß. Hoffnungslos. Verdurstend nach einem Menschenwort. Rach«In wenig Güte. Verzeihen. Wie di« grenzenlose Angst in ihm war. Angst der hilflos verlassenen Kreatur..." So schrieb das bucklige Fräulein Muller: „Verzweifeln Sie nicht! Es gibt«inen Menschen, eine Frau, di« an Sie glaubt, die Ihnen, helfen will. Vorläufig nur mit Worten. Später vielleicht mit mehr. Kein Mensch darf ganz allein sein..." Und dann: „Gesehen." Der Untersuchungsrichter uuterschr-ieb das zusammen mit der anderen Post. Leopold Grauer schrieb jetzt weniger an Frau Lilli. Dafür bekam er regelrecht« Liebes« uud Trostbriefe. Heiß, zärtlich und anonym. Einmal stand darin: „Sie werden bald frei sein!" Und richtig wurde di« Sache gegen Leopold Grauer„eingestellt". Der Untersuchungsrichter ging mit Fräulein Müller hinunter ins„Ge- sperre", nm es ihm mitzuteilen. Sie schrieb das Protokoll: „Der aus der Haft vorgeführte Beschuldigte gibt an: „Ich nehme die Einstellung der Borunter- suchung wegen Betruges gegen mich und die Aufhebung der Unkrsuchungshaft zur Kenntnis und verzichte auf Hastentschädigung." Er unterschrieb das. Sah das Protokoll und das Fräulein Müller an. Sie bekam Flecken im Gesicht. Er war ein so hübscher Mensch! * In der Bar erzählte«: „Ah! Mr paffiert nix! Einen Schmarrn haben's mir Nachweisen können, die Herren Juvisten! Auslassen haben's mich müssen! Und was die größte Hetz iS! So«ine kleine, schiach«, bucklige Kanzllstin, di« hat mir fast alle Tag Liebesbriefe geschrieben! Anonym! Ich hab di« Schrift dann am Protokoll erkannt. Da iS der — 3 Quatsch! Zum Schreien! Gar, wenn man das Verreckerl gesehen hat!" Die schöne Frau Lilli nahm die Briese, las ein wenig darin, lacht« und zerriß sie. Dann warf sie di« weißen Schnitzeln dem Poldi an den Kopf. Nur ein kleines Stückerl blieb an der Spitze ihres Kleides hängen. Poldl blies es mit raschem, warmem Atem herunter. Ein einziges Wortm allgemeinen zu anstrengend ist. Die meisten Insassen der Irrenanstalten Australiens sind Hirten, deren Krankheit wohl aus die ungeheuere Einförmigkeit ihrer Lebensweise auf den australischen Steppen zurückzuführen ist In England haben sich im letzten Fahr« 22 junge Männer und 966 Bräute verheiratet, die eben erst das vorgeschriebene Mindestalter von sechzehn Jahren erreicht hatten. Ein englischer Mechaniker hat aus Holz eine vollkommen naturqetreue Nachbildung des Kölner Toms geschnitzt Diese Nachbildung besteht aus nicht weniger als 24.000 einzelnen Stücken, und es ist kein einziger Nagel darin. Der Hersteller har vierundzwanzig Jahre lang alle freien Stunden au die Arbeit verwandt. Die w«itrstverzwcigte Höhl« der Welt befindet sich auf der Halbinsel Krim und heißt tartarisch Bon-basch-kola, d. h. die tausend« köpfige Höhle. Die ist bekannt durch die wichtigen vorgeschichtlichen Funde, die man dort gemacht hat. 4— Was ist Film? Allwöchentlich starren in den fünf Erd- teilen dreihundert Millionen Menschen aus di« Leinwand. Sie wisse», was Film ist. Film ist vor allen Dingen— Liebe. Im Lause eine- einzigen Jahre» konnten die Besucher sehen: »Liebe im Bad",»Zigeunerliebe".»Liebe im Schnee",»Di« Liebe-er Betth Peterson", »Liebe und Raub",»Liebe und Tod",»Die Liebe regiert dar Leben",»Lieb« ist erfinderisch", ,Mebe macht blind",»Di« Liebe einer Schauspielerin",„Die Liebe der Inderin",„Die Lieb«—«in Mysterium",„Back- fischliebr",„Tolle Liebe",„Blutige Liebe", „Liebe am Scheideweg",„Die Lieb« spielt",„Die Liede des Feindes"„Die Liebe der Jeanne Ney",„Rasputins Liebe",„®ie Liebe einer Frau".„Banditenliebe",„Liebe und Ehre", „Liebe ist Liebe",„Liebe in der Wüste", »Liebe und Gold",„Casanovas Liebe",„Nichts als Liebe",„Die Liebe der Tannen",„Die große Liebe",„Grenzenlose Liebe",„Die Liebe des Henkers",„Die Liebe eines Arztes", „Fannys erste Liebe",„Chopins letzte Liebe", „Das Licht der Liebe",„Das Liebesschloß", „Fanfaren der Liebe",„Das Grabinal einer großen Liebe",„Die Liebcsinsel",„Die Maske der Lieb«",„Jahrmarkt der Liebe",„Karneval der Liebe",„Kaufhaus der Liebe",„Schiffbruch der Liebe",„Amor und Psyche",„Die Liebe stirb!",„Die Liebesgöttin",„Die Liebesparade",„Drei Minuten Liebe",„Flucht vor der Liebe",„Zu zweit mit'der Liebe",„Kamp» mit der Liebe",.Liebesnebcl", ,Las Spiel mit der Liebe",„Das Liebeslied",„Tas Li«- besmärchen",„Liebende unter sich",„Die Liebenden in Hollywood",„Die Liebenden und das Kreuz",„Ter legitime Liebhaber",„Der blonde Liebbaber",„Liebe im Schlascoupe", „Lieben ist Leben",„Was weißt du von der Liebe?",„Liebe bis ans Ende", ,^)ch liebe dich".„Ich liebe sic",„Liebe aus dem Schafott",„Was kostet die Liebe".„Harry liebt Blondinen".„Menn di« Lieb« nicht wär", „Wir alle l'eben die Liebe" (Aus dein Filmduche Ehr«nburgs: D i e Traumfabrik(Malik-Verlag, Berlin). URWHIHIHIUtHlHUHNiHltiUtnttttltlllUttHttMMMNKMUMniilflHttnUIIIIMHHinRMItlH Zeitschriften fürs Haus. Bei der F r a n ck h s ch e n Berlagshand-, lung in Stuttgart erschein«» mehrere Zeitschriften, die wegen ihrer Gediegenheit, ihrer schönen Ausstattung und ihres belehrenden Inhaltes weiteste Berbreitung verdienen. Es sind dies: „Unser Schiff." Zeitschrift der Jugend. (Einzelheft 30 Pf. Biertelj. sechs Hefte Mk. 1.60.) Tie schon ausgestattete und uni Bildern versehene Zeitschrift unterrichtet lerneifrige Junge» über alle Erfindungen, bringt Reisebeschreibui gen und Erzählungen. Rätsel, Rezepte für Bastclrien, Sportbericht« eine Brieftnarlcnecke usw. „Kosrnvii." Hatidtoeiser für Naturfreund«. (Birrtetjährig drei Hefte und ein Buch für Mk. 1.85) Tics« mit vielen, auch farbigen, Bildern ausgcstaitete Faniiljeuzeitschrlft stellt in Andetrach des billigen Bezugspreises wirklich eiue erstannl'chc Lcistnng dar. Sic kann für jeden, der sich für Naturw.jseuschaften interessiert, als unentbehrlich bezeichnet werden. Ter Inhalt jedes Heftes ist ungemein reichhaltig, so enthält das Scptcmbcr-Hcft unter andercm folgende Aufsätze:„Woher kamen di« Kulturpflanzen?",»Dir Entstehung der Ge birge",„Wahre und falsch« Augendiagnos«", „Der Fischadler",„Der Kampf ums Wasser". Jedes Heft enthält zahlreich« Illustrationen und in jedem Vierteljahr erhalten die Abonnenten ein Büchlein naturwissenschaftlichen Inhalts. „Weltstimme»" Monatlich ein Heft für Vtk.—80. Diese Monatsschrift gibt einen Querschnitt durch die literarischen Erscheinungen aller Gebiete, aller Zeiten und aller Völker. Jedes der schön ausgepatteten Heft« bringt ein« Reihe ausführlicher Besprechungen neuerer und älterer Bücher, daneben verschiedene andere wertvoll« Aufsätze, so daß sie ungenrein wichtig ist für all«, di« sich über dir geistigen Strömungen der Zeit auf dem Laufenden erhalten wollen. Weitere*. Di« neue Zr-t. Großmutter:„Als ich noch jung war, hat man viel später geheiratet."— Enkelin:„Dafür heiratet man jetzt auch viel häufiger!" Ei« langer Schwanz. In einem Inserat war zu lesen:„Verloren gegangen ein Dackel mit Schlappohren und langem Schwanz von der Friedrichstraße bis zum Pariser Platz. Abzugeben bei Broll." Auf dem Land«. Der Bimmel Sesse schnarcht wacker weiter, als eines Nach's rin mächtiges Gewitter loSbricht Seine„Ale" aber erwacht von dem Getöse uird weckt ihn voller Angst.„Stieh ok ns, Seffe," schreit sie, „de Welt is eim Undergiehn!" Der Bimmel reckt sich umständlich, gähnt«in paarmal gewaltig, reibt sich die Augen und brummt schließlich:„Tnn se schunt mit a Posaun' tuten?" Daher! Elli:„Mama, heu!« war ich in der Schule die Beste. Wir hatten nämlich Mädchennamen aufzufchreiben, und ich habe di« meisten gewußt."— Mama:„Das ist schön von dir, mein Kind."— Elli:„Ja, weißt du, Mama, ich habe die Namen von allen Dienstmädchen aufgeschrieben, dir wir letztes Jahr gehabt haben." Er weiß Bescheid. Ein hoher Militär hält Kritik. Als er die Offiziere mit tat Worten: „Ich danke den Herren" entlasten hat, sicht er ihnen ein« kurze Weile nach und ruft dann hinter ihnen her:„Sie mich auch!" Sie kennt sie. Der Freund:„Gerad' sah ich, wie ein junger Mann Ihre Tochter küssen wollte."— Moderne Mutter:„Gelang's ihm denn?"— Freund:„Nein!"— Moderne Mutter:„Dann war's bestimmt nicht meine Tochter." Schach-Ecke. Alle Zuschriften und Anfragen an Een. Wenzel Scharoch, Zwettnitz Nr. W bei Teplitz-Schvnau. Alle» Anfragen ist Retourmart« belzulege». Schachaufgabe Nr. 106. Von Gen. Emil D i n n« b i e r, Tetschen. Schwarz: Ke4: Dc8; Th4; 1-68; 817: Bd5, 13(7). abode t g h 8 8 7 WM ZMA, 7 tt JB■ W» u 5 5 4 4 3 AN i 2 2 t A M«HW 1 ab cde f g h Weiß: K11; Df6; Se3,«7; Be2. dl. e3. h3(8). Matt in 2 Zügen. Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Zwettnitz, einziisenden. Liiaungszur zu Nr. 1*3: DhT—hl! Richtig« Lösungen sandten nachsolgend« Ge- nosien ein: Wenzel Adolf, Arnsdorf b. Haida; Reinert Julins, Nestomitz: Fritsch Anton, Markersdorf; Beutel Wilhelm, Arndsorf b. Tetschen; Brüner Benno, Langenau; Hieke Josef, Markersdorf; Hübler Anton,-Türmitz; Schwarz Raimund, Klostergrab: Gottfried Joyann und Nridil Jo- Yann. Hvleischen; Zenkert Eduard, Schaibo; Weber August, Tetschen; Walter Ludwig, Robek Franz, Michel Rudolf. Schmied Ferd., alle ans Kwitkau; Mildors Adols, Ti schau; Hilgarth Hermann, Reu» Wistritz; Ulbert Rudolf, Prosseditz; Qual Adolf und Triltsch Gustav, Wistcrschan; Dinnebier Emi', Tetschen; Settmacher Artur, Zwettnitz. Wir und die Bürgerlichen. Von AloiS Potz. Die Frage.Wir und die Bürgerlichen' auk- zuwersen, zu behandeln und zu beantworten, halte ich, bei den vielen Meinungen, welche darüber selbst unter uns Schachspielen bestehen, um Klarheit zu schaffen, für dringend notwendig. Oft und ost hört man sagen, daS Schachspiel hat nichts mit Politik zu tun und deshalb sei eine so scharfe Trennung zwischen uns und den Bürgerlichen unbegründet. Ich glaube, diese Meinung ist falsch), und stell« ihr nachfolgende Begründung entgegen. Dieser Gegensatz, welcher zwischen uns und den Bürgerlichen besteht, liegt nicht im Spiel, welches beide Parteien nach«in und demselben Lehrmaterial betreiben, sondern dieser Gegensatz liegt im gesellschaftlichen Leben. ES gibt keinen Unterschied zwischen unS und ihnen im Damengambit oder in der Problemkunst, doch gibt«S «inen krasien Gegensatz zwischen proletarischen und bürgerlichen Klasseninteressertz Da stehen sich zwei Fronten gegenüber, welch« einen erbitterten Kampf auSfechten. Bei einer genaueren Betrachtung des Kampfes dieser beide» Fronten müssen wir feststellen, daß der Kamps der Bürgerlichen in der ordinärsten, gemeinsten und gehässigsten Weis« geführt wird. Einen Wahrheitsbeweis dafür zu erbringen, ist wohl nicht schwer, denn wir brauchen uns nur die jüngsten Tage unserer deutschen Nachbar-Republik im Gedächtnis vorüberziehen zu lasten, wo di« Bürgerlichen im Kamps« gegen unsere proletarischen Brüder Mord und Totschlag nicht vorwarfen. Von diesem Geist« sind all« bürgerlichen Verbände durchseucht, tvelche ihren Mitgliedern.Neutralität' vortäusch««, unter welchem Vorwande«S ihnen gelingt, in ihren Krallen hunderttausend« Proletarier seftzuhalten. welche in nns«r« Reihen gehören. können wir zum Beispiel mit Mitgliedern dieser bürgerlichen Verbände Schach spielen, wenn sie uns im politischen Kampf beschimpfen und verleumden? Ter scharfe Trennungsstrich, welcher zwischen unS und ihnen ans politischem Gebiet gezogen ist, mutz auch im gesellschaftlichen Leben Anwendung finden, womit wir klar unter Klallen- bewuhtfein bekennen. ES wird also Aar sein, warum wir daS Spiel mit Bürgerlichen ablehnen und welch tief« Kluft zwischen unS und ihnen besteht. All« Schachvereine, welch« sich Arbeiter-Schachvereine nennen, gehören in einen Arbeiter-Schackverband, wclcher aus dem Archen des proletarischen KlassenkampieS steht. Hie, findet«r sein« Klass«n--envsseii. Führen wir in aller Zukunft so den Kamps um die geistige Befreiung der Arbeiterklalle, dann werden wir Sieger sein!