Jtr. 49. ttrtterHaltunasvettase 1932, cAfteologie...?? Gonch reichlich viel Knallfrösche mit. Zuerst kam ein Bauer mit einem derben Knotenstock. T«n ließen wir gern unbehelligt. Auch mit drei jungen Burschen, die inS Nachbardorf gingen, wagten wir nicht anzubinden. Dann aber sahen wir ein Liebespaar geruhsam plaudernd näher kommen Als sie uns auf einige Schritte nahe gekommen, schossen wir auS der Scheune heraus und stießen ein Geheul aus wie ein ganzer Jndianerstamm. Das Gespenst führt« vor den beiden«inen diabolischen Tanz auf, wobei eS seinen beleuchteten Kürbiskopf hin und her schwang. Spielpistolen und Knallfrösche krachten und knatterten, als wäre ein« ganze Schlacht los. Der Mann ließ erschrocken sein Mädel los, warf die Arme hoch und begann mit hysterisch überschnappender Stimme zu schreien:„Hil—se, Hil—l—fee!", dann lief er davon, uns seine Liebste überlassend Das war alles so komisch, daß wir uns vor Lachen bogen. Da8 Mädel aber, nicht faul, springt auf uns zu und teilt Ohrfeigen aus, wo sie hintrifft. Dazwischen schimpft« st« auf uns ein: „Schämt euch, euren Herrn Lehrer so zu erschrecken. Ihr elenden Lausbuben.. Da kamen Leute aus dem Dorf« angerannt. Wir aber verdufteten auf die schnellst« Art. Nur unser Gespenst verwickelte sich in seinem Leintuch, fiel nieder und wurde erwischt. Der arm« Kerl mußte dann di« Prügel für uns alle einkassieren. Das ganze Dorf lachte über den Lehrer, der wegen seines überhitzten Patriotismus nicht übermäßig beliebt»var. Sein gar nicht Helden« Haftes Benehmen uns gegenüber scheint auch irgendwie b's zur höheren Schulbehörde dnrch- gestckert zu sein. Denn einig« Tag« später bekamen wir«inen neuen Lehrer, der flch mit Hekdengeschichten fast nicht befaßte, uns dafür um so mehr Lesen, Schreiben, Mathematik und Geographie lehrte.> Reliquien. In der katholischen Kirche, teilweise aber auch noch in der evangelischen, spielen Reliquien als Heiligtümer ein« besondere Rolle Unter Reliquien versteht man Ueberreste von Heiligen (Körperteile), ihren Kleidungsstücken, ihren Marterwerkzeugen u. ä., denen man eine große wundertätige Wirkung beimißt. Die Abtei der mecklenburgischen Stad: Doberan war im Mittelalter wegen ihrer Reliquien weit und breit bekannt. Wenn auch nach der Reformation viele der alten Reliquien beseitigt wurden, so sieht man einige davon doch noch im Heimatmuseum in Doberan, so zum Beispiel Lots Weib, die bei der Zerstörung von Sodom und Gomorrha zur Salzsäule wurde; den Stuhl, von dem Eli. fiel, als er sich das Genick brach; eine Sproße der Himmelsleiter, die Jakob im Traum gesehen hat, und ein« Flasch«, die ein« Probe der ägyptischen Finsternis enthält. Bis 1894 wurden auch in der dortigen Kirche Reliquien gezeigt, bis dann eine Verfügung des OberkircheurateS dem ein Ende machte. In der Kirche selbst hatte man ein Häuflein-Heu aus der Krippe des Christkindleins; Stück« von den Windeln des Jesukindes und von der Nachtmütze der Mutter Maria; Bücher machen Freude. LoeweS Verlag, Ferdinand Carl. Stutl». gart, bekannt durch die Güt« der von ihm ve« legten Jugendbücher, hat sich auch heuer bemüht, zu erschwinglichen Preis«» eine Reihe empfehlenswert«! Kinder, und Jugendbücher in schöner Ausstattung auf den WeihnachtS- Büchermarkt zu bringen: »Of gefahrvollem Abenreuerlicher Stuvi«nf-»s. Bo» Fritz Strauß. 6 Farbbruckbilder, 35 T«zt-Jlla» strarwnen. Preis geb. Mk. 2.88. Da- Buch erzählt von einem Flug quer durch Europa und Asien, von stürmen und tibe-ranrjlyen Räuber», von Mißglückten, abenteuertiche» ForschungSsahrte» im Auro, von Kämpfen im Urwvkd und Dschungel, vom Leben-eheimni-votter Ureinwohner auf den Andamanen und noch von vielem anderen, waS ei« richtige- Jungenherz zu entflammen vermag. De- Wertvolle an dem Buche find di« d»rin enihaltenen Waffen- fchafrkichrn Erklärungen, so daß der iuvgend'ichc Lese« neben guter Unterhaltung auch reiche Anregung und Be» lehrung darau- schöpfen kann. ..Peterles Zerfahrt und Abenteuer." Bon Richard Lapper. Preis geb. Mk. 8.—. DaS ist eine gar span»; ncnde Geschichte für jnnfte Leier, auS lebendiger Phanraftg geschrieben und rer-en- nlustriert. Der„Held" ist Pererie, der eine- Tage- allein in di« Welt hina-uSwandert, Schiffs* junge wird, eS mit Meuterern zu tun bekommt, in den Urwald gerät und allerlei Abenteuer bestehen muß. 8» biß 10jährige werden daran ihre hell« Freude finden »Allen und die luftige Ursel."^Erzählung für Mädchen von Josephine Siebe. Preis geb. Mk. 1.68. Eine lustigs Geschichte von fröhlichen Mädchenstrelchen und liebenswürdigen kleinen Erlebnissen »Biel schöne Sachen;um Lesen und Lachen.- Kurz«, lustige Erzählungen und Gedicht« für da- erste Lebensalter. Mit 6 bunten und vielen zweifarbigen und schwarzen Texr-JNustrationen von E v Kager und W. Planck. Preis Mk. 3.50 Bi«l Unterhaltliches ist in diesem Buchs und besonder- reizvoll sind di« Illustrationen, an denen auch Erwachsene sich erfreuen werden. Stiepels Mal» und Bewegungs- Bilderbücher Ein« betoniert und reiienbe. Neuheit auf dcm stiert der Malbücher für Kinder Hai dir Verlag Gebrüder Sliepel in Reichenberg auf den Weihnachttmarkl gebracht. lkt find die« Bücher sowohl zum Mair»»ach schöllen Vorlagen, alb auch jirm Basteln. Nach dem AuSmaten der schwarz umrahmten Zeichnungen können nämlich dies« audgeschnirwn und die ein,einen Teile zusammengefugl werden, wodurch bewegliche Figuren entstehen. Bisher find folgende Heft« erschkeuen:..Auf dem Lande-, enlhallend Tierbnlder und andere Figuren,„Im 8* t t u 4“, ein Heft, bat Piecen aui dem Zirkuileben bringt,„Lustig- Tier» bilder", enthaltend allerlei luftige« Gerier und fchlietz- fich„Allerlei Berufe",>n dem Tyven verschiedene« Beruf« dargestellt werden. Dail Fufammrnfügei. der»er» lchicdencn Teil« der Bilder ist ein lehr einfaches und was dabei hcrauskammt. find wirklich hübsche BewcgungSsPiel«, die den Kinder» sicher Freude bereiten werden. «in Stück Vom Fischernetz des Petrus; den Stein, mit dem David den Riesen Goliath tötet«; ein Stück Serviette des Bräutigams von der Hochzeit zu Kana, und das Messer, mit dem Delila dem Simson das Haar abschnitt Dazu kamen verschiedene Schädel von Heiligen Daß auch Adams Großmutter mit einem Knochen vertreten ist, wird sicher bei dieser Zusammenstellung nicht wundernehmen. Um diesen Knochen rankt sich übrigens eine nette Anekdote: Der letzte Führer durch die Reliquien der Toberaner Kirche war der alle Küster Thiel, der sich eines gesunden Mutterwitzes erfreute. Als ein Anatom den Knochen von Adams Großmutter besichtigte und feststellte, daß er von einem Hirsch stamme, erwiderte der alte Thiel schlagfertig: „Stimmt! AdamS Großmutter war ein« geborene Hirsch!" Besser als eine wissenschaftliche Abhandlung zeigt wohl diese kurze Zusammenstellung und die Anekdote vom alten Thiel den gaazen Unfug des Reliquienkpltes, den man übrigens nicht nur bei christlichen Glaubensgemeinschaften findet, sondern auch bei anderen Religionen« I H. L. j . T T VT V 4 Tragikomische GtUvlMe« Zur Zeil, da Oesterreich noch di« Monarchie und folglich auch eine« Kaiser hatte, gab'» auch„Majestät sgesuche". Wollte irgend einer von den Untertauen eine gnadenweise Begünstigung in einer ihn selbst oder seine Angehörigen betreffenden Angelegenheit vom Kaiser erreichen, so konnte er an diese« ein Bittgesuch,«in sogenannte»„Majestät Szesuch^ richten. Aber«he diese Bittgesuche-en Kaiser erreichten, wurden sie in dessen„Allerhöchsten Kabinettskanzlei" sorgsam gesiebt. Biese dieser Gesuche wurden ausgeschieden und kamen in den Papierkvrb und gerieten von dort in die Hände der Hosbediensteten, di« die Aufräumungsarbeiten zu besorgen hatten. Und da so manches dieser Majestätsgesuche von Leuten abgefaßt worden waren, die im schriftlichen Gedankenausdruck mehr oder minder unbeholfen gewesen sind, enthielten sie manche stilisti- sche Wendung von geradezu humoristischer Ärt, von denen einige nachstehend nach den Aufzeichnungen eines ehemaligen Hofbediensteten wrdergcgeben seien: Ich habe 6 Kinder, das älteste ist 18 Jahre alt, die ander« find all« jünger«; mein ztveiter Sohn ist erst 12 Jahre alt und vermag daher noch nicht auf eigenen Füßen zu stehen. * Ich bin in tiefster Ehrfurcht geboren im Jahre.1580 und erscheine mit tiefster Hnkd vor Euer Majestät. * Ich habe vom Jahre 1802 bis zum Jahre 1805 meine Militärdienstpflicht abgebüßt. * Ich genieße meine» Lebensunterhalt durch Halten von Kostknaben, wobei ich mitessen kann, was ich aber infolge Altersschwäche nicht mehr lang« werde tun können. Hl Ich hab« schon eine Unzahl Bittgesuche «ingereicht und lebe schon viel« Jahre von der Hoffnung, aber ich kann diesen traurigen Zustand nicht mehr lang« ertragen. * Man hat mich als 22jährigen Diener unwürdig behandelt und mich meiner Mannrs- wntde entblößt. Mein« Lebenslage sind gezählt, ich habe kein« Mittel dem nahen Todei fröhlich entgegenznkommrit. «-! Die'Frau eines Feldwebels schreibt: Mein Gatte ist blödsinnig und ebenfalls beim Militär. * Ich bin mit meiner täglichen Notdurft hauptsächlich an di« Mildtätigkeit der Mensch«« angewiesen. Drei Söhne habe ich ansgezogeu mit dem mir von Eurrr Majestät gnädigst verliehenen Stelzfüße. * Mein Sohn hat mich und meiuk morsch« Gattin durch seinen Tod deu Beerdigungskosten ausgesetzt, wofür ich«in Tapserkettsmedaillon erhielt.- Gestützt auf das edl« Herz Eurer Majestät wanke ich zum Throne. * Herzerschütternde Gefühl« durchzittern meinen Soldatcubusen, wenn ich die Gefahren des Vaterlandes sehe und nicht mehr meine« Teil dazu beitragen kann. Mein Mann hat jeden Tag länger gemacht und das Häusliche nur in der Nacht, jetzt ist das Häusl znm Einfalken, wer soll da Wa8 machen? Ich blieb auf die Unterstützungen meiner Kinder angewiesen, di« aber bis heut« auSgr- blieben find und war nicht imstande mein Altertum angemessen zu versorgen. * Mein Sohn war 1910 bei den Manöver», wodurch er sich durch fortwährende Positionsänderungen den rechten Fuß verstauchte. Während meiner Militärdienstzeit war ich meistenteils am Kriegsfüße; bei Solferino wurde mir inein« Pfeif« nn Brotsack erschossen. •* Mein Mann litt an einem Magenkrebs, der mit der Zeit unser kleine» Vermögen aufzehrt«. Diese Stilblüte« sind zwar wegen ihrer unfreiwilligen Komik, di« darin zum UaSdrmk kommt, sehr amüsant zu lesen. Aber hinter dieser unfreiwilligen Komik grinst das Elend, spricht der Jammer armer Mensche«. Dies und das. Der Osageflntz in Missouri war früher ein großer, zugelvachscner Sumpf, dessen graubraunes Wasser träge und langsam dahinfloß. Im Laufe eines Jahres hat man chn vollständig nuigewandelt. Der Lsag« wirkt jetzt fast wie rin Binnensee mit hellblauem Wasserspiegel. Ein Tamm ist quer hindurchgrbaut. Auf diese Weise hat man eine Wassermenge von 1800 Millionen Kubikmeter In dir Gewalt bekommen, aus denen jährlich«ine Elektrizitätsmenge von IW Millionen Kilowattstunden gewonnen werden kann Es sind sechs Turbinen dort aufgestellt, von den«« jede 33.500 Pferdekräfte entwickelt. Bei den Chippewa-Jndianer« wurde die Kunst gepflegt, Bilder zu„beißen". Weiche Birkenrinde wurde zusammengefaltet und mit deu Zähnen so hiueingebisseu, daß die Biß- spuren, wenn die Rinde wieder auseinander- gesakt«t wurde,«iu Muster ergaben. Diese Kunst ist heute verschwunden. Sie wurde in der Hauptsache von deu Frauen ausgcübt. Auch bei« Kartenfpfi«! gibt es mancherlei Aberglauben. Wer beim Kartenspiel Geld aus- leiht, verliert, gepumptes Geld dagegen bringt Glück. Wenn«in Partner verheiratet ist nnd man selber gewinnt, muß man, ehe man ein neues Spiel beginnt, einmal um den Tisch gehen. Wenn drr Partner unverheiratet ist, kann man sitzen bleiben. Ein virrbtättritzes Kleeblatt bringt Glück, wenn man es in drr Tasche hat. Wenn beim Spielen eine Karte heruntcrfällt, ist das ein schlechtes Vorzeichen, und man hat ungünstige Nachrichten zu erwarte». B»>m Kartenspielen soll man nicht fingen, da man dadurch das Unglück heranfbeschwört. Man soll nie mit einem Menschen spielen, der schielt, da man sonst Unglück hat In Monte Carlo gibt es einen Aberglauben, daß jeder, der unmittelbar nach dem Vorkommen eines Selbstmordes gegen, die Bank spielt, gewinnt. Wenn man ein Geldstück findet und damit spielt, gewinnt man immer Di« Provinz Sind in Indien, die nur einen Fluß hat, kennt fast gar keine Regensälle. Jetzt aber ist dort ein großes künstliches Bnoäs- serungssystem angelegt worden, das kürzlich in Benutzung genommen wurde. Mau verspricht sich dir besten Erfolge für djesen Bezirk. Schach-Ette. Alle Kufchnfren und Anfragen an Von Wendel Tcharvch. Awrttniv Nr. 8b bei Teplitz-Cchönau MfR Anfragen i- Netvurmarkr beiznlegrn. Schachaufgabe Nr. H3. Von Gen. Wilhelm Bente!, Arnsdorf bei Tetschen. Schwart: Kc5; Dfl; Td2. dl; Lc5; Sbl(6). 8 7 6 1 3 2 1 a b c d• ßr h 8 5 2 1 UW W W W N8N N K SJ1 NLU L^M W® Sä O S 9 H wO W VA» L«A'. a b e d« uh Weil: Ka5; Da2; Tb2. d7; 8d6. f5; Bb5, e3(8). Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Oen. Wenzel Scharoch, Zwettnitz. einzusenden. Lösungszug zu Nr. 110: Da8-hl! Kchttatz Losung-en sandten nachfolgerch« Genossen ehw Bräuer Benno, Lanyenou; Beutel Wiche du, Arnsdorf bei Letfcheu; Dirmebicr EmU, Weber August, Fieber Irmgard, alle auL Letsche»; HLbfer Arrton, TLvmrtz; Schob« Franz, Strautzmtz; Schuuche Emü und Spanily Josef, Wohontsch; Wrltmarm L»ny, Pudton bei Neu-Oderbero; Wendel Adolf. ArnSdrrrf bei Haida: Hilgarch WoSian, VDlrb; Schwatz Roianrnd und Kropf Rudolf, BMtaM*; Fri sch Anton «ch Hieke Josef. Markersdorf; Walter Ludwig, Robe! Fran-, Micher Rudolf, Schmied Ferdinand, alle aus Kwrt. kan; Miidorf Advkf, Pachmann Rorudold, Döhnert Max, alle auL Lisch«; Ulbert Rudolf, Prosseditz; Hitgarch Herr» wann, Nen'Diftrch: Bohm Emil, Vschechlab; Hyna Josef, Hostomitz; Onal Adoff and Triltfch G«8av, Wifterscha«; Sertmacher Anton, Zwettnitz, Am 13 November wurde das Retourspiel Wlsterschen gegen Ar besäe In Wiste rschan ausgetragen. Trotzdem Arbesau diesmal alles daransetz to, mußten sie sich mit 5:2 Punkten geschlagen geben. Arbesau gewann am 1 und 7. Brett, die ihrigen gingen für sie verloren. Tirmltz gegen Schönfeld 3’a: 2’u für Tfirxuitz in Tfirnitz. In diesem Wettkampf mußte Schöiifeld auf 2 str.it« Spieler verzichten, so daß sie mit dem