3tr. 51. ttnterhaitungsvetlage. 1932. Der-rHwarze Mn. G»ne GezSYSung aus Gurnaira van fl. TerNnSen. In-er holländischen Sozietät von Debbing Toe, einem Dorfe Sumatras erzählt man sich oftmals die sonderbar« Geschichte von Sally van Beerenbroek und dem Zahn des Tigers. Dieses Geschehnis liegt schon einig« Jahre zurück, aber ich glaube, es wird noch lange in der Erinnerung der Leute bleiben, nicht nur deshalb, weil es unglaubhaft erscheint und ein fast rätselhaftes Spiel-es Schicksals aufweist, als auch deshalb, weil es bis ins Letzte Wirklichkeit und daher wahr ist. Sally van Beerenbroek halte schon frühzeitig^ie Plantage übernehmen müssen; aber Sally war eine tapfere und äußerst mutig« Frau geworden. Man schätzte und liebte sie in allen Kampongs und niemand gab es, der diese brave junge Frau nickt schon von weitem grüßte, wenn er ihr ans einem ihrer vielen Ritte in ihrer großen Plantage begegnete. Sally macht« alle Gefahren mit, wie es in Sumatra keinem erspart bleibt; ihr Wick war geschärft, ihr Arm stark, unaußerdem besaß sie eine ausgezeichnete Leibwache, die für sie durch das Feuer ging. Und eines Tages war Pally auf die Tigerjagd gegangen; ein Tiger hatte schon sehr viel Schaden aus ihrem Gebiet angerichtet urck sollte endlich unschädlich gemacht werden. Seit drei Tagen kampierte Sally schon tief im Dschungel, ohne daß der Tiger gesichtet werden konnte. In der Begleitung Sallys befand sich ein großer, starker Mann, Surja, den man im entferntesten Kampong als den besten und sichersten Dschungelführer kannte; auf ihn konnte sich Sally verlassen. Man nannte Surja den „Tijger"^ denn sein Oberarm zeigte di« große blank« Narbe«ines Tigerbisses, eines Tigerzahnes, aber Surja sprach davon fast niemals. Surja hatte sich auch für diese dritte Nacht verabschiedet und hatte sich in der Nähe der Kulis eine-Hütte gebaut. Es war sehr heiß und dunstig; Sally hörte-en Regenpfeifer vom sandigen Ufer herauf. Ueber den Kronen-er Pandanuspalmen stand eine verwirrende hellsternige Nacht; große, dunkle Käfer liefen laut lärmend über das trocken« Geflecht-er Hütte. Wann würde der stark«, scharfäugige ultd mutige„Tijger" das Zeichen zum Beginn der Jagd geben? Aber der„Tijg«r" zögerte. Er Ivar immer wieder nach kurzer Ausschau zurückgekehrt und die Jagd auf den nächsten Tag verschoben. Die junge Sally ließ es geschehen; auf den„Tijger" konnte sie sich verlassen. Plötzlich riß das Mädchen die tilgen auf. Draußen brannte ein Tag empor. Sie sprang aus, schlüpfte aus-em Moskitonetz und da Ivar es wieder Nacht; eine schwere, bange, rätselhaft matte Nacht, die alles niederdrückt, brutal, schlimmer als die Hitze des tropischen Tag«s. Und dennoch wieder flammte es draußen auf. Tie Kuli lärmten vor der Hütte, die Hindu schrien, Rufe in -grellem Malayisch drangen herein, eine Hitze schlug wie eine Brandung über das Dach hinweg, füllte den kleinen Raum. Das Geschrei erschreckter Tiere jagte wie toll durch die Nacht, die Luft wurde dick. Qualm klebte an der Erde... Feuer! Sally fühlte die Arme eines Mannes, sie hoben sie hoch, drückten sie fest an den Leib und trugen sie fort. Es war Surja. Die Wände der Hütte fielen auseinander. Einige Schritt« weit— der Malayc blieb plötzlrch stehen. Er ließ das Mädchen langsam zu Boden. Der beißende Geruch eines wilden Tieres war in der Nähe. Als Sally aufsah, blickte sie in die glühenden, flammenden Augen eines Tigers. Sie tastete nach ihrer Waffentasche;.aber sic war leer. Da schob sic der starke Malay« ein Ivcnig zurück. Der Tiger, dessen runder Schädel dem Boden nahe Ivar, setzte zum Sprunge an. Surja bückte sich ein wenig. In seiner Linken saß ein langer, scharfer Dolch. Aber -Surja zückte ihn nicht. Seine halbgeschlos- senen Lider öffneten sich langsam, und der Blick seiner funkelnden Augen hing an dem blanken Gebiß des Tigers. Di« Eckenzähne stand« ie" inc Quadrat; in diesem Augenblick bemerkte Surja den rechten Reißzahn; et war dunkelbraun, schwarz. Seine Linke holte aus, aber der Tiger verschwand im näherkommenden Qualm trockener Rohrhaufen. Surja trug das Mädchen in feine Hütt«. „Was uiachen Si« da?", fragte Sally an« nächsten Tage, als sie bemerkte, wie Surja den Saronggürtel fester band und den scharfen Dolch dazwischensteckte. „Er ist da!" sagt« der„Tijger" kurz. „Wen meinen Sie?" „Haben Si« ihn nicht gesehen?" Sally sah das heimliche Funkeln in den Augen des Malayen. „Wen meinen Sie?" Surja zeigte aus die großen blanken Narben seines rechten Oberarmes. „Ihn... den Tiger..." Er schwieg; dann sagte er: „Ja. Er war es, der damals das junge Kampong überfiel, mit ihm kamen ein Dutzend Elefanten und zerstampften die Bungalows der Weißen." Surja hielt ein, seine Linke griff nach dem Dolch, und der Blick seiner dunklen, von Blitzen durchflogenen Augen drang den Dschungeln entgegen, „Damals...", erzählte Surja in seinem guten Englisch,„damals führte ich noch die Weißen in Bambusivägclchen spazieren. Damals brach der Tiger-aus den Dschungeln, ich führte eben ein« schöne, weiße Frau im Rrkschah... der Tiger schlug mich zu Boden. Man trug die Weiße Frau^chwerverwundet fort. Ich mußt« flüchten... Ich sah es: der Tiger hatte einen sckivarzen Zahn. Jahrelang suchte ich die Dschungel ab. Verstehen Sie mich? Ich lernte die Dschungel kennen; und die Europäer brauchten meine Führerdienfte. Man nannte mich Ohm Tijger... da.." Er hob langsam den rechten Arm. „Tie iveiße Frau hatte mich gut be- handelt. Ich durfte in der Nähe ihres Bungalows sein. Ich hörte sie Lieder singen. Eines davon ging so: Borin Bungalcw ein blaues Meer Hibiskus duftet süß und schwer. • Und Palmen stehen lwch gm Strands Und dennoch denk-ich an ein fernes Land, die Heimat! Der Tiger hatte dies alles mit einem Schlag seiner Pranke» zerstört. Nicht nur — 8— Merrfchen, auch das gute, zufrieden« Leben. Nun st er wieder da... Verstehen Sie?" Surja schwieg. „Ich habe noch einen Weg, Sally. Allein. Sie fahren sofort in die KampongS zurück!" Ehe Sally noch ein Wort sagen konnte, fiel die dicke Matte hinter dem Malahen nieder. Und Sally sah den starken, kühnen Mann langsam, mit leichten«, gewiegtem, flüchtigen und doch stcherem Schritt den Dschungeln zugehen. Die zwanzig Kulis fuhren das Mäd- chen in raschem Lauf in oi« KampongS zurück... Fünf Tage später brachte«ine Jagdgesellschaft den zerschlagenen Körper deS Malahen Surja nach Malabar. Vor dem Bungalow Sallys setzten sie ihn nieder. Im zersetzten Saronagürtel fand Sally ein altes, zerknittertes Zeitungsblatt. Auf diesem Zeitungsblatte stand das Bild einer schönen weißen Frau. Sallys Hände begannen zu zittern. Ihre Augen wurden groß. Ein leichter Rebel legte sich über die Welt. Die Menschen traten auf das zitternde Mädchen zu. „Meine Mutter.. sagte Sally. Und sie beugte sich und tastete mit bebenden -Händen über di« verwundete und geballte Hand Surjas. Der«ihtneftfeye OVienfO. Bon Pearl E. Buck. Die nachfolgende Leseprobe ist einem soeben erschienenen Buch«(Pearl 2. Buck: „DieguteErde. Roman des chinesischen Mensche i\." Zinne».Verlag, Wie»—Basel—Berlin) mit Erlaubnis des Verlags entnommen. Di« Bersasierin ist als Tochter eines amerikanischen Missionärs im Innern Chinas geboren und sah dis zu ihrem 18. Lebensjahr außer ihren Elrern kaum je«inen weißen Menschen. Sie kennt darum Land» Menschen und Berhältnisse Chinas wie nur wenige:„Die gure Erde" ist ihr erstes Buch und es hat g.nügt, um die Autorin'in Amerika weithin bekannt zu machen. Es ist ein hochwertiger Roman, der tiefe Einblicke in die chinesische Seele, aber auch in die sozialen ' Verhältnisse Chinas, in das Denken und Fühlen der chinesischen Menschen erschließt und dem auch sprachlich und dichterisch ein hoher Rang in der erzählende«« Literatur unserer Zeit zukommt: Diese Stadt des Reichtums und der Pracht war untermauert mit Armut und inmitten dieser Armut lebte Wang Lung, und ein Tag war wie der andere. Während die Märkte überströmten von Lebensmitteln, während die Seidenhändler gleißende Fahnen von schwarzer, roter und orangefarbener Seide über die Straße wehen ließen, nm ihre Ware anzw Presen, während reiche Männer, gekleidet in Seide und Samt, mir Händen, die weich und duftend waren wie Blumen,«nüßig einherschritten, gab eS in dem Stadtteil, in dem Wang Lung wohnte, nicht genug Rahru>«g, um den grimmigen Hunger zu stillen, und. nicht genug Kleider, uiu die Knochen zu verhüllen. Männer srbustete» den ganzen Tag, uu« Brot und Kuchen für die Gastmähler der Reichen zu backen, und Kinder arbeiteten»u» Sonnenaufgang dis Mitternacht und warfen sich schmierig, wie sie waren, zuin schlaf auf den Boden und wankten am nächsten Tage wieder znm Backofen und sie erhielten nicht Geld genug, nm einen Laib des guter» Brotes zu kaufen, lvelches sie für andere buken. Wieder ander« Männer und Frauen machten schwere Pelze für den Winter und weiche, leichte Pelze für den Frühling und kostbar« seidene Brokate, um jene zu kleiden, welch« schwelgten in dem Ueberfluß der Märkte; sie selbst aber hatten Mühe, ein Stückchen groben braunen Baumwollstoff zu erraffen und ihre Blöße zu bedecken. - Während Wang Lung so inmitten derer lebte, die schufteten, damit di« anderen prassen konnten, hörte«r viele seltsame Dinge, denen «r nur wenig Beachtung schenkte. Di« ält«ren Männer und Frauen freilich trugen schweigend ihr Los; Graubärte zogen Rikkchas, schoben hochbeladene Karre» und keuchten unter schweren Lasten, bis die Muskeln an Armen und Rücken wie Taue hervortrat«n, aßen ihr« dürftigen Speisen, schliefen den Schlaf ihrer kurzen Nächte und schwiegen. Ihr« Gesichter waren wie das Gesicht O«lans, ausdruckslos, stumpf: niemand wußte, was sie dachten. Wenn sie sprachen, was selten geschah, so sprachen sie von ihrem Hunger und wie st« ihn stillen könnten, von dem kärglichen Kupfergeld, da« sie verdienten. Selten kam das Wort Silber über ihre Lippen, denn selten war Silber in ihren Händen. Wenn sie ruhten^ so war ihr Antlitz verirrt wie In Grimin, aber es war kein Grimm. Die allzu große Anstrengung Jahr um Jahr hatte ihr« Oberlippe hinanfgezogen, so daß ihre Zähne entblößt waren wie in einem Grinsen, und sie hatte tief« Furchen in das Fleisch um ihre Augen und ihren Mund gezeichnet. Si« selbst wußten nicht, was für Menschen.sie waren. Einmal rief einer von ihnen, als er sein Gesicht in einem Spiegel sah:„Seht doch den häßlichen Gesellen!", und als die andern schallend darüber lachten, verzog er schmerzlich den Mund, denn er wußte gar nicht, worüber jene lachten und er blickt« sich hastig um, weil er glaubte, er habe jemand beleidigt. I» den elenden Hütten, in denen sie lebten wie Wang Lung in der seinen lebte, hausten sie in bedrängter Enge. Die Weiber, die fast immer schwanger waren, nähten Lumpen zu- samnien, um ihre Kinder darein zu hüllen. Si« lungerten auf den Getreidemärkten umher, um eine Handvoll R?is zu stehlen, und während der Erntezeit folgten sie mit gierigem Bogel- blick den Bauern, um jedes verlorene Körnchen zu erhaschen. Und in ihren Hütten wimmelte es von Kindern; sie wurden geboren und starben und abermals wurden Kinder geboren, bis weder Vater noch Mutter wußte», wie viel« ihrer waren, denn für ihr« Eltern waren sie nichts anderes als Mäuler, die man füttern mußte. Die Männer arbeiteten hart, um einige Groschen zu verdiene», die Frauen und Kinder bettelten und stahlen; es waren ihrer viele und Wang Lung und sein Weib und seine Kinder waren unter ihnen. Die alten Männer und di« alten Frauen nahmen das Leben wie«s war Aber es kam di« Zeit, wo die Knaben aufhörten, Knaben zu sein und doch noch keine Männer waren, und in dieser Zeit bemächtigte sich ihrer wachsende Unzufriedenheit. Unter diesen Jünglingen erhob sich ei» Murren, bös« und ergrimmt, und später, als sie in Wahrheit Männer geworden waren und geheiratet hatten, hatte sich der Grimm ihrer Jugend in ihr Herz«ing^ressen und wurde zur wilden Verzweiflung, zur Auf- lehnuizg, die zu gewaltig war, um an bloßen Worten Genüge zu finden; ihr ganzes Leben lang schufteten sie ärger als das Vieh um eine Handvoll Abfälle, die gerade genügt«, um ihren Bauch zu füllen. Als Wang Lung eines Abends solchem Gerede lauschte, hört« er zum erstenmal«, was auf der andern Seite der großen Mauer war, an der ihr« Hiitt« klebte... mvt es noch Urtiere? Die Eingeboren«» von Madagaskar sprechen noch heute von einem Tier, das aus der Vorzeit stammte und in den Sümpfen und Dschungeln von Madagaskar bis in unser« Zeit hineinlebt«. Es ist nicht ausgeschlossen, daß im unwegsamen Innern der Insel noch hie und da ein Exemplar dieser Tierrasse erhalten ist. Die Eingeborenen nennen es Tratratratra. Dieses Tier muß nach den gefundenen Skeletten größer gewesen sein, als der größte Gorilla. Der Zustand der Knochen läßt keinen Zweifel darüber, daß eS vor hundert Jahren noch gelebt hat, und es ist die Beschreibung erhalten, dt« ein Mann gegeben hat, der es im siebzehnte» Jahrhundert zu Gesicht bekam. Rach der Stellung der Augen und Nüstern nehmen di« Gelehrt«» an, daß eS sich um«in Tier gehandelt habe, daß teils im Waffer, teils auf dem Land« lebte. Zuletzt will man es bei Mondschein am Ufer eines SeeS gesehen haben. Der Kopf allein soll 4g Zentimeter lang gewesen sei».- Die eigenartigst«» Tiere befinden sich aber wohl in Mittelafrika und in-en noch unerforschten Urwäldern deS Amazonenstroms. Bor zwölf Jahren erst entdeckte man in Mittelafrika das Okapi, diese seltsame Giraffenart, an deren wirkliches Vorhandensein zuerst niemand glauben wollt«. Schon im Jahre 1888 hatte der berühmte Naturforscher Johnston diesem merkwürdigen Tier in den Wäldern von Jturi nachgespürt. Aber erst viel« Jahr« später fand man Knochengerüste und Felle, so daß die Existenz dieses Tieres glaubhaft gemacht wurde. In den letzten Jahren sind verschieden« lebende Okapis von Belgisch-Kongo nach Europa geschickt worden; eines von ihnen befindet sich im Zoologischen Garten von Antwerpen. Sehr eigenartig ist«in Reptil, das man in den Süinpfen von Liberia einige Male gesehen hat, das Linguin. Es soll einen krokodilartigen Körper mit einem langen Hals haben. Wirkliche Anhaltspunkte für das Vorhandensein dieses Tieres sind aber noch nicht gegeben. In Liberia gibt eS auch eine ri«s«nhafte, mausgraue Katze, das Piu, mit langen Ohren nnd Stummelschwanz. Die ist so groß wie ein Tiger. Man denkt dabei unwillkürlich an ein Raubtier der Tertiärzeit, den säbelzahnigen Tiger. Sein« Hauer, die die Form wirklicher Krummsäbel hatt«n, ragten bei manchen Arten 15 Zentimeter aus dem Maul heraus und waren die schrecklichsten Waffen, die ein Raubtier haben kann. Das Aeußere dieser, Säbel- zahnriger Ivar ein« Mischung von Tiger und Lötve. Di« gefundenen Skelette beweisen, daß es«in sehr plump gebautes Tier mit kurzem Schwanz und mächtig entwickelten Vorderbeinen war, also wohl kein großer Läufer gctvesen sein kann. Di« Oberkiefer waren unerhört ausgebildet. Die Augen lagen dicht neben den Ohren. Ein ungewöhnlich langes Kinn gibt dem Kopf ein« merkwürdige Form. Wahrscheinlich hielt sich der Säbelzahntigcr in freier Gegend auf, weshalb seine Hautfarbe «infarbig gewesen sein dürft« mit dunklen Meide meine 6d)ofe. Bon Adam Polewka. Streifen, ein uralter Farbtyp für di« Säugetier«. Ter Säbelzahntiger ist dann später allmählich auSgestorben. In seindrr Blütezeit war er über größere Teile von Europa, Asten sowie Süd- und Nordamerika verbreitet.' Es wird angenommen, daß er etwa bis zum Schluß der Tertiärzeit geleb: hat, also vor etwa anderthalb Millionen Jahren. Wie diese Tiere ihre ungeheuren Hauer angcwaM haben, ist zweifelhaft. Si« konnten schwerlich auf gewöhnliche Art beißen, denn einesteils waren die Unterkiefer verhältnismäßig schwach, andererseits hinderten die mächtigen Krummhauer sie, das Maul richtig weit zu öffnen. Wahrscheinlich aber benutzten sie die Hauer, um die Halspulsader der Beut« aufzureißen und dann das Blut auszusaugen. A l b e r t A r i d. oredevwten. Neber die Tätigkeit im Deutschen Reichstag äußerte sich einmal ein deutschnationaler Abgeordneter.„Was wir hier machen", fegte er,„ist doch nur.weiße Salbe; man mutz das Kind beim richtigen Namen nennen." Der Sozialdemokrat Krätzig empfahl bei Gelegenheit dafür„den Herren, stch auf den Hosenboden zu setzen und tiefer zu schürfen." Zur Rassenfrage wurde einmal festgestellt: „Die Weißen sind systematisch jedem Individuum feindlich, in dessen Adern schwarzes oder gelbes Blut fließt." Abgeordneter Kube sagt«:„Wir haben keinen Anlaß, in das zarte Verhältnis zwischen Reichspräsidenten und Staatssekretär Meißner Unser Wasser zu gießen.". Die schönsten Sachen aber sind im Preu, tzischeu Landtag postiert. Da hieß es einmal: ,Zch warne Sie, diesen Gesetzentwurf auf die lange Bank zu schieben, denn er wird sich dort in«ine Seeschlänge verwandeln, die man nicht übers Kni« brechen kann." E'ne Landtagsabgeordnet« aus Ostpreußen sagte bei einer Etatsberatung warnend zu den Ministern:„Es ist unmöglich, daß Familien mit so großen Köpfen in so kleinen Wohnungen hausen" Im Rechtsausschuß des Landtags sagte einmal ein Kommunist:„Ja, Herr Kollege Lüdecke, Sie haben sich da einen Bären aufbinden lasten und streichen nur dielen Bären neu an." Ein Abgeordneter, der sich der Landwirt- schäft annahm, behauptete erregt:„Das Schwein beschützen, heißt uns selber beschützen!" Als Abgeordneter Gieseler noch bei den Deutschvölkischen im Landtag war, sagte er: „Die Demokraten sind Freihändler und sehen alles durch die Brille des Groschens an." Der Kommunist Jaddasch hat einmal auf einer Versammlung der geschädigten Aus» la' aeutßhen gesagt:„Die andern Parteien zeii. n eine gespaltene Zunge, mit der ste vorne Ja, hinten Nein antworten." In der Berliner Stadtverordnetenversamm-' lung meinte einmal ein Mitglied:„Der Kol» lege Koch läuft hier herum wie eine gestochene B i e n e." Manche Stilblüten fallen schon unter die Abteilung Untcrbcwußtsein, so wenn es bei einer Ansprache passierte, daß der Veranstalter seinen„herzlichsten Dank für die trostlos«. Gedächtnisrede" abstattete. Ter Alterspräsident des Zentrums, Herold, sagte einmal: ,Lu unserm Bedauern ist das Beamtenkabinett gescheitert worden", und er sagte damit „ans Versehen" etwas sehr Richtiges. Ei» Gelehrter sagt« in«in«r Schrift: Es gibt, keine Hölle, und nur di« Ewigkeit selbst ist di« Hölle für den Missetäter. Ein anderer meinte, daß«s keine Hölle aus Feuer gäbe. Ein dritter Gelehrter sagte: ES gibt kein« Hölle, sondern im Verbrecher allein ersteht das Feuer, das ihn brennt und verzehrt. Der Pfarrer Andreas blickte in di« Flamme des Bunsenbrenners und erwog die technische Möglichkeit«ines„ewigen Feuers". Halb zum Scherz, halb aus Ernst beschäf- rigte er sich mit der technischen Seit« des dog- matischen Problems. Ich beobachtet« ihn sorgsam Er sprach mit sich selbst. Interessiert und mit der Aufmerksamkeit des Reporters, der ein sensationelles Interview wittert, verfolgt« Ich ihn mit den Augen. Bor Freude rieb ich die Hände. Andreas war Pfarrer in einer kleinen Fischersiedlung, einige Meilen von der Stadt B. entfernt, aber er beschränkt« seine Seelsor- gerpflichten auf das Messelesen, dann fuhr er in die Stadt, uo er bis zur Dämmerung in seinem Laboratorium den Tag vertrödelte. Bor Jahren hatte er Chemie studiert und blieb bis zu seinem Lebensende den Experi- men'en und Retorten treu. Bor einem Monat hatte ein Wunder ein lautes Echo in der Presse gefunden, das sich in der St. Bartholomäuskirche in jener Fischer- siedlung ereignet hatte, wo eben Andreas Pfarer war. Man empfahl mir, ihn zu interviewen. Ich gebe ehrlich zu. daß ich In dem Augenblick, wo ich die ersten Wor'e mit diesem Menschen wechselte, das eigentlich« Ziel meines Besuches vergaß und es mir gle'chgiiltig war,! ob die Madonna den Kopf bewegt hatte oder die Hand und welche. Wort« sie dabei ge-' sprachen hatte. Er selbst nahm mein gesamtes Interesse gefangen. Hager und hoch gewachsen, von scharfem! Profil,, macht« er den Eindruck eines Halb- Mönchs, eines Halb-Alchimisten Er stellte die Frag«:„Interview?" Bevor ich antworten konnte nickte er mit dem Kopfe:„Gut." Die alte Winschafterin, deren Gesicht von Pocken porös wie ein Schwamm war, brachte das Frühstück, stellte das Tablett auf das klein« Rohrtischchen und blickte mit ihren schwarzen Augen schielen- auf mich. Pfarrer Andreas nahm Platz und las, ohne sich zum Essen anznschicken, die Brotkrümel vom Tablett. Auf dem Tisch stand ein Osterlamm aus Gips. Mein Partner knetete in der Hand das klebrige Brot und drehte ans ihm Kugeln, die er auf der langen, schmalen Hand dem weißen Lamni reichte, als wenn«r es fütterte. Er erzählte. Während des letzten großen Sturmes gingen ungefähr M Fischerkähn« unter, und fast fünfzig Fischer aus seiner Parochi«, denn nur einige zehn von ihnen hatte der englische Dampfer aus-em Wässer gezogen An die dreißig Familien verloren den Lebensunterhalt, den es waren nicht nur Familienväter untergegangcn, sondern es war auch das ganze Vermögen manche- Fischers dahin — das Boot. In der Keinen Kapelle-er Si. Bartholomäuskirche st«ht eine Madonnenstatue aus Marmor. (Ich warf ein:„Ich weiß.") Einig« Tage nach dem Sturm hängte der alt« Antonello, ein reicher Sardinenhändler, ein goldenes Boot als Opfer für die marmorne Madonna auf, die bewirkt hatte, daß er bei jenem Fang nicht Anteil genommen hatte und wie durch ein Wunder dem Unglück entgangen war Da nun dreißig Familien in einer Nacht an die Schwelle der Not gelangt waren, redet«-er Pfarrer Andreas dem alten Händler zu, statt Weihgeschenke aufzuhängen, den Unglücklichen eilends zu-helfen. Aber Antonello wollte von der Hilfe kür die Armseligen nich: einmal hören. „Ich bin selbst arm", stottert« rr,„arm — povero diavolo— sehr, sehr arm Der Madonsna muß man— muß man- aber dem Nächsten— nicht—»ein!" Er hängte s«in Boot inmitten der auüeren Botivgeschenk« auf, sah dir Madonna mit fanatisch finsterem Blick an»nd brüstete sich mit seiner Gabe. Es kamen noch etliche andere und hängten hinter dem Glase goldene Herzen auf Dann kamen sie oft in di« Kapelle und freuten sich, daß dort ihr Gold unangetastet hmg. war es doch der Madonna zum Opfer gebracht worden. Einige Tage später, als die Trauermess« für die Seelen der Ertrunkenen gelesen wurde und die ganz« Kirche von Seufzen und schier unmenschlichem Gestön widerhallte, geschah daS Wunder. Die Leute erstarrten vor Bestürzung. Ueber die bleichen, vor Bestürzung versteinerten Gesichter flössen Tränen auf die im stummen Schrei geöffneten Lippen. Es geschah ein Wunder. Die Madonna winkte mit der Hand Die Bewegung war kurz, aber, gut sichtbar. Der bestürzte Ministrant bedeckte mit deut Ellenbogen di« Augen und läutete in der Be» täubung wie toll Niernand hört« ihn, aber alle hönen dir Worte der Madonna:„Die Herzen tauscht und die Boot« aus Gold gegen Brot und hölzern« Kähne ein." Ter Pfarrer Andreas war damals in dev Kirche nicht anwesend. Die Messe las der Vikar, Drei Wochen darauf baut« man dreißig Kähne, und dreißig Familien erhielten«in bescheidenes Vermögen. Sogar der alte»Antonello spendete freiwillig Gold. Die Freude betäubte die arnrseligen. Weinend warfen sie sich auf den Boden der Boote und lang, lang ausgestreck: da liegend, küßten sie die Bretter. "Pfarrer Andreas brach' ab. Er blickte vor sich hin, dann lächelt« rr das weiße Lamm an und reichte ihm die Handfläche mit den Brotkugeln Plötzlich wandte er mit einer scharfen Bewegung das Gesicht mir zu. Sein Blick durchbohrte mich durch und durch. Ich fühlte, daß er etwas Ungewöhnliches sage» würde. Er buchstabiert« fast:> ,Hch selbst habe dies Wunder bewirkt." , Ich verlor die Sprache. „Ein Wunder in des Wortes eigentlicher Bedeutung war es nicht gewesen", sprach er sichtlich gedehnt,„das Wunder— ein Gaukler» stnckchen,— habe ich gemacht." Er provozierte mich mit dem ruhigen Blick seiner schwarzen Augen. „Ich werde sie entlarven!" Mit einem Wink fesselte er mich an den Stuhl.' Er lächelte:„Jetzt ist es schon zu spät. Die Spuren find verwischt. Uebrigens wird das Volk die Figur nicht zertrümmern lassen und in solchem Fall« werden auch die Kara- binieri nichts ansrichten", la- er dreist meine Gedanken. „Aber das ist ja Betrug!" stieß ich hervor, vermied aber seinen Blick. Er stand auf und reckte sich, daß die Knochen in den Gelenken knackten. Und wuchs ins Riesenhafte. Die Linien seines Gesichtes wurden härter und schärfer. Eine fanatische Flanime schoß aus seinen Augen. „Ich vollbrachte«ine gut« Tat." „Weshalb wurden Sie Priester?" fragte ich höhnisch. Sein Antlitz wurde vor Fanatismus aschgrau Bor mir stand ein mittelalterlicher Mönch. „Ter Orden!" entgegnete er hart. „Seid schlicht wie die Tauben und listig wir die Schlangen!" kicherte ich schüchtern. Er wurde nicht ärgerlich. St'll wie ein« Maus zog ich mich zur Tür zurück. Er sah nicht zu mir hin. Mi: den gedrehten Brotkugeln fütterte er das weiße Lamm aus Gips. Ich fühlte, daß er mir jenkand sprach. Und jener flüsterte ihm zu: „Weide meine Schafe.. „CTlttBerfteafK." Jungens von heute. (Butte«ich dabei billige Bücher sind-vilgomäher dum je mch gerade jetzt zur WeihnachHGze-t. So manche Ekern, die ihren Michern trotz aller Notzeit ei« Freude, machen wollen, werden am besten vrrn Hnen ein Buch zu schenken. Ern richtig«- und fvdsch-sröchbich geschriebenes Buch für ftun* genS und Mädchen ist das im Berliage D. Äundcvt erschienene„Müllerstrasse", Jungen- von heute, von Ruth R e h w a l d(120 Seiten mit vielen Bildern, Preis Ml. 1.90), das erzieherisch im beste« Sinne geschrieben vst und den beschenkten Kindern doch groß« Freude machen wird. Es isi für bi« reife« Nutzend bestimmt und ist geeiguet, das Gefühl echter KamerÄstchufAichkei» zu wecken. Es trägst der Abemouervust der Jugend Rechnung und ist dabei von der verbildenden Räuber« und Jndianerromanchk sehr verschieden. Sprachlich-ist das Buch durchaus dem Verständnis der jungen Menschen angepastt. ii Heileres. Der Ehemann(im Ausgehen begriffen): „Und was ich sagen wollt«, lieber Schatz... sollte die Konferenz länger dauern, so werde ich dir ein paar Zeilen schicken." Die Gattin: „Richt nötig, mein Lieber, ich habe sie schon In deiner Tasche gefunden!" Seemannslos.„Auf Ihren Fahrten sind Sie wohl großen Gefahren ausgesetzt gewesen?" fragte die alte Dame den jungen Seemann. „Ja, einmal wäre ich beinahe ertrunken" er.» widcrte dieser.„Ach, bitte erzählen Sie doch, das muß ja sehr interessant sein."„Ich war im Bade eingeschlafen und hatte vergessen, den Hahn zuzuschließen." Neugierde. Der Herr Psarrcr steht im Garten und nagelt ein« Latte am Zaun sest. Draußen vor dem Garten steht Sepp, der 10 Jahre alt« Junge und guckt zu.„Nuu, mein Sohn", sragt ihn ein Vorübergehender, „du willst wohl lernen, wie man Nägel ein» schläg:?"„Nein", erwidert der Bengel,„ich weiß schon lange, wie man das macht! Aber ich möchte gern mal hören, was«in Pfarrer sagt, wenn«r sich mit dem Hammer auf den Finger haut." Gleiches Risiko.„Wie kann ich wissen, daß Sie mein« Tochter nicht ihres Geldes wegen heiraten?" fragte der vorsichtige Vater.„Wir haben doch beide dasselbe Risiko", erwiderte der Freier.„Wie kann ich wissen, ob Sie nicht in einem Jahr« pleite sind?" Sein Grund. Hänschen hat in der Schularbeit das Wort Käse mit„G" geschrieben. Der Lehrer ist entrüstet und schreit:„Weißt du denn nicht, duminer Kerl, daß man Käs« mit„K" schreib!?" Worauf Hänschen gekränkt erwidert: „Es war doch aber weicher Käse!" Kindermund. Mein fünfjähriger Neffe ist bei mir zu Besuch. Er hat«in junges Kätzchen auf dem Arm und streichelt es. Das Kätzchen fängt an zu schnurren, da ihm das Streicheln offenbar wohl tat,'worauf der kleine Kurt plötzlich ruft:„Tante, die hat ja'nen Propeller im Bauch!" Lerne Leiden...„Was habe ich denn in dieser Szene zu tun?" fragt« der Filmschou- fpieler den Regisseur.„In dieser Szene hast du dich mit deiner Frau zu zgnken. Du hast also kein Wort zu sagen!" Die- und bas. Alle fünf Minuten wird in New Bork ein neues Haus begonnen, jede Minulr fährt«in Pcrsonenzug in einen der Bahnhöfe von New Nork, all« dreizehn Minuten heiratet ein Paar und alle fünf Minuten erblickt ein Kind das Licht der Welt. Ein Rekord, der kaum von einem andern Staat zu überbieten ist. Es kommen mehr Zwillinge und Drillinge zur Welt, als die meisten Menschen annehmen. Es ist nämlich jede achtzigste Geburt ein« Zwillingsgeburt, wührend eine Driklingsgeburt allerdings nur bei 7800 Geburten einmal vor» kommt. , Das beste und gesündeste Klima Europas soll dir Küste bei Malaga in Spanien haben. Jnr Jänner kann man dort die herrlichsten Erdbeeren und Bananen pflücken. In den letzten sechzehn Jahren sind elwa 120.000 Filme von Hollywood ansgcsanv! worden. Die meisten Hunde haben einen ausgesprochenen Farbensinn und eine starke Vorliebe für gewisse Farben, und Abneigung gegen andere Weiß ist Im allgemeinen bei ihnen unbeliebt. Tas geh: so weit, daß sie Personen mit weißem Haar anbeflen. Cs gibt!m ganzen 860 Hauptsprachen auf der Erde: davon werden 424 in Nord- und Südamerika gesprochen, 158 in Asien. 117 in Australe».118 in Afrika und 18 in Europa. 1km Waldbrände im Keim zu ersticken oder beizeiten Alarm schlagen zu können, hat die Regierung von Kanada eine Reihe hoher Beob» acktilngstürme in den Waldgebieten' errichten und'mit Radioanlagen versehen lassen I» Arzoua gibt es Kakteen, die dis zu zehn Metern hoch sind Gchach-6tke. All« fluschrtsken und Anträgen an Sen. Wenzel Schoroch. Zwettnitz Nr. 6b bei Teplltz-Schonau. Alle» Aairagen ist Retourmarke belzutegen. Schachaufgabe Nr. 115. Von Ben. Josei Hy na, Hostomltz. Schwarz: Kd5; Le4, g5; Sa8, b7; Bo4, c5, g7(8), a b c de' ff 1» H U 8 7 MW n K 7 6 ‘T st MsJM LM 5 "ES Z '£ 6 4 SL'UAi'»- W ■> 3 WWW 2 MÄU 2 1 M. W W W 1 u h Weill- Kb5; Df?; Te6: 8e8, g2; Bc3, c6, g6(8). Matt in? Ähren! Lösungen sind bis längstens 14 Taxe nach Erscheinen der Aufgabe ati Gen. Wenzel. Scharoch. Zwettnitz. ein« zusenden. Lösungszug zu Nr. 112: Tel—el! Richtig« L-nmgen fcmbtat nachsotgende Genossen ein: Wenzel AVoF, Arnsdorf bei Hoch«; Reyzk Lojef, Schlucke- iwu; TiwnrtrtfT Emil, Te-schen; Schlempe Emil«ch Spa- n:!y Aosek, Wodonnich; Schnurz Naimukch, Sfutpa Erwin, Äropi Rudolf, alie aus Hlostersrab; Schöbel Franz, Str a uh- nitz; Bnmek WiOclm. Rrn-borf bei' Telsche«; Hiefe Josef »sich Frivfch-lirron, Markersdorf; Bräuer veimo, dangewo«; Hübter An:on, Tarmitz; Fieber JilNWrrd. Tvrsche»; Miädors Adolf, Töhnerr Max, Pachmarm Reinhold, ak-e Dschmr; Hviu Fofef, Hosiomitz: Walker Vuonrifl, Nobrt Franz, Michel. Rudolf, Schmiev Ferdinand, atl-e aus Kw-uckau; PiLgarry Herrmaim, Ren-Wistritz; Mbert Rudolf, Proste- vly; Semnacher Arr., Zwetlmtz, Trststch Wisthe^cha«. Partie klr.-7. Siri Ha ui son. Gespielt am 19. Juni 1932 beim internationalen Schachgrenztreffen in Eichwald. 1. Brett, Weih: Bocbinann-Dresden. Schwarz: Schöpka-Eidlitz. 3. 4. 6. e2—e4 Sei— d2—d4 Sf3Xd4 Sb1—c3 Lfl—c4 c7—c5 e7-e6 c5•< d4 SgS-f6 Sb8—c6 In dieser Stellung stehen dem Weißen mehrere Fortsetzungen zur Vertagung. Der Textzug bringt Schwarz in Vorteil. Andere und bessere Verteidigungen für Weiß bilden: g2—g3 oder auch Sd4—b5 oder a2—a3 mit Verwicklungen für beide Teile 6... Lf8—M Der. einzig richtige Gegenzug. 7. Sd4Xc6 Lb4X C 4t 8. b2Xc3 b7X C 6 9. Ddl—43 Dd8—a5 Das erste Abweichen vom korrekten Wege. Geschehen sollte: d51 mit der Folge etwa: 10. eXd5, eXd5, 11. Ld3 (auf Lb3 konnte Sk6—e4 nebst f5 erfolgen) De7. 18. Le3 am besten 0—0 und Schwarz hält den Stellungsvorteil aufrecht. 10. 0-0 d7—dS 11. e4Xd5 cSXdS 12. a2—a4 Lcfr-a«?? uer entscheidende Fehler. Merkwürdigerweise Übei sah Gen. Schöpka, daß die Absicht von a4 in La3 mit Verhinderung der Rochade gelegen war. Es mußte daher sofort Rochade erfolgen. 13. Lc4Xa6 DaSXab 14. Lei—a3 Da6Xa4? Das Nehmen dieses Bauern ist aus mehreren. Gründen verwerflich. Erstens kommt Schwarz in sofortige Verluststellnng und zweitens soll man vor vollendeter Entwicklung nicht auf Bauetnraub spielen. Würde Schwarz, statt sich auf derartige Manöver einzulassen» die Partie korrekt weiter gespielt haben, so würden die Schwächen des weißen Damenflügels genügt haben, »,iic weitaus überlegene Partie für Schwarz zu schattet 15, D13—g3 Thß—g3 16. Tfl—bl Da4—c6 17., Tbl—bßt Ta8Xb8 18. Dg3Xb8t Ke8—d7 19. Db8Xa7t Dc6—c7 20. Da7—a4t Dc7—c6 21. Da4—b4 Tg8—eß 22. Tal—bl Kd7—c7 Eine aussichtsreichere Verteidigung bot immerhin Sffc—ed. Auch in einer verlorenen Stellung sollen die letzten Möglichkeiten angewendet werden. 23. DM—aSt Kc7—cß 24. Tbl—b6 Dc6—c7 sck. Da5—a6T. Kc8—