Nr. 123. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illustrirter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post ZeitungsPreisliste für 1897 unter Dr. 7487. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 14. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tst an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die neue Welt". FF Die Aenderungen, die wir seit dem 1. Januar eingeführt haben, erfreuen sich des lebhaftesten Beifalls unseres Leserkreises. Unsere Literarische u. Volkswirthschaftliche Rundschan werden allgemein als bedeutungsvolle Bereicherung des Inhalts unseres Blattes angesehen. Im Unterhaltungsblatt werden wird vorerst zwei kleinere Arbeiten bringen: ,, Die Gräfin von Haus Röder, eine Erzählung, die in Berlin spielt, und Gottlieb Adler u. Sohn", Sonnabend, den 29. Mai 1897. " im Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Politische Uebersicht. das preußische Sozialistengeset Bedliß'scher Prägung stimmte. bitten, dem Defelice nicht zu gestatten, wieder griechischen An den Reden der Nationalliberalen konnte man erkennen, Boden zu betreten. Darauf machte eine Anzahl Garibaldianer den Versuch den wie sehr sie die Haltung ihres Parteigängers Bueck begriffen, freien; bierbei entstand ein Streit, bei welchem eine Privatperson Festgenommenen 81t be= wie sehr ihnen noch die Erinnerung an ihre Verdienste" um und ein Soldat verwundet wurden. An Bord der„ Sardegna" ge Am 1. Juni eröffnen wir ein neues Abonnement auf den das Zustandekommen und die Verlängerung des Sozialisten- bracht, wurde De Felice am Abend auf die Intervention des Dorwärts gesetzes in allen Gliedern steckt. Die Lehre des Abgeordneten italienischen Gesandten hin und nachdem er versprochen, abzureisen, Krause von der Wirkungslosigkeit polizeilicher und anderer ohne weitere Zwischenfälle hervorzurufen, wieder freigelassen. Gewaltmaßregeln gegen große geistige Strömungen ist Ricciotti Garibaldi schifft sich mit 1200 feiner Leute in Agia noch nicht zum anerkannten Grundsatz der nationalliberalen auf den von der Regierung zur Verfügung gestellten Fahrzeugen ein. Bartei geworden. Anderseits war es der fast Mitleid erweckenden Um jede Erregung zu verhüten, wird es nur Garibaldi und seinem Bertheidigung seines Kindes durch den Minister des Junern Generalstab erlaubt, im Biräus an Land zu gehen. Garibaldi hatte nicht gegeben, Schwankende umzustimmen. eine Unterredung mit Ralli, der ihm für die Griechenland geleisteten Nothwendigkeit so tiefeingreifender Hemmungen des VereinsWas Herr v. d. Recke als Material beibrachte, um die Dienste lebhaften Dank aussprach. Die griechische Dynastie aber wird froh sein, wenn sie diese Geister los ist. und Versammlungslebens zu erweisen, war mehr als kläglich. Zum theil waren die Beispiele schon mehrere Jahre alt und dabei fast harmlos, zum theil bezogen sie sich auf vereinzelte Berlin, 28. Mai. Aeußerungen der in Deutschland nur in sehr wenigen EremIm Herrenhause, das heute den Etat beendete, kam es plaren vorkommenden Anarchisten, die übrigens von einem so bei der Berathung des Kultusetats zu einer lebhaften gewiegten Fachmanne wie dem v. Tausch nicht als echte Auseinandersetzung zwischen dem unverantwortlichen Freiherrn Anarchisten anerkannt werden, endlich waren nicht alle Bei- v. Stumm und dem verantwortlichen Minister Dr. Bosse. spiele richtig, so nicht die Behauptung, daß der Londoner inter- Es handelte sich keineswegs um einen zufälligen Zusammenstoß, nationale Kongreß eine Resolution angenommen habe, wonach sondern um einen sorgfältig vorbereiteten Plan. Hatte doch Bolen wiederhergestellt werden soll. Es existiren unseres Herr v. Stumm selbst die Reise nach Friedrichsruh nicht ge= Wissens vier gedruckte von verschiedenen Seiten hergestellte scheut, um sich bei dem Nationalheros Raths zu holen! Daß Kongreßprotokolle und zahlreiche Beitungsberichte über den Frhr. v. Stumm etwas im Schilde führte, war lange bekannt, letzten internationalen Kongreß; in feinem fommt diese falsche und wenn auch das Gerücht, daß er die Absicht habe, den Angabe vor, die Herrn v. d. Recke für die Begründung seiner Kultusminister zu stürzen, vielleicht übertrieben ist, so muß Vereinsgesetz- Novelle vor dem preußischen Abgeordnetenhause man sich doch nach seinem heutigen Auftreten auf alles gefaßt aber gerade gut genug ist! Mit blos 13 Stimmen Mehrheit, bei Abwesenheit von Bekanntlich hatte Dr. Bosse im Abgeordnetenhaus für den 32 Abgeordneten, wurden die hauptsächlichsten Erweiterungen Rathedersozialismus eine Lanze gebrochen. Aber obgleich er der Polizeimacht über das Vereinswesen abgelehnt. Viel zu sofort hinzufügte, daß er bereit sei, dafür zu sorgen, daß in flein ist diese Mehrheit, um zu der Gewißheit zu be- Bukunft bei der Besetzung nationalökonomischer Lehrstühle der rechtigen, daß dieses Abgeordnetenhaus den Entwurf über- Standpunkt der Arbeitgeber mehr als bisher zur Geltung haupt nicht zum Gesetz werde auswachsen lassen. tommt, hat er doch den Zorn des Allgewaltigen erregt, und Bis jetzt hat die Reaktion einen Erfolg zu verzeichnen, so hielt König Stumm die Zeit zur Abrechnung für gekommen. das Verbot der Theilnahme von Frauen und Minderjährigen Wenn die Auffassung des Ministers über die Kathedersozialisten an Vereinen und Versammlungen, die die Polizei für politische richtig wäre, so verdiente niemand mehr den Namen eines hält. Was das für unsere Gewerkschaften bedeutet, ist ja Rathedersozialisten, als er selbst; er würde sich aber diesen jedermann klar, der die Praxis in Bayern kennt und Namen ganz entschieden verbitten, denn an die Stelle des für die Reden des Geheimraths Philippsborn das nöthige früheren Kathedersozialismus sei heute eine sozialistische Verständniß hatte. Demagogie getreten, es werde der Klassenkampf gedas Charakterbild eines in Russisch- Polen reich gewordenen deutschen Fabrikanten. Unser nächster großer Roman heißt: Cefarine" und entstammt der Meisterfeder des französischen Romanschriftstellers Jean Richepin. Die Handlung setzt ein mit dem Rückzuge der französischen Ostarmee unter Bourbaki und endet in der blutigen Maiwoche 1871. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unfere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements zum Preise von m1,10 M. für den Monat Juni entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1897 unter Nummer 7437.) Redaktion u. Expedition des„ Vorwärts". " Tas Sozialistengesetz war viel schärfer, und hat trotzdem nichts ausgerichtet, ja vielfach die sozialdemokratische Bewegung intensiver gemacht." machen. Lex Redte in zweiter Telung. Ein seltsamer Anblick! Jm preußischen Abgeordnetenhause sämmtliche Plätze besetzt, von den breiten Lücken auf der Montag soll die dritte Lesung des Gesezentwurfes statt predigt, gegen das Kapital gehetzt, ja selbst der BeMinifterbant abgesehen! Fürst Hohenlohe fehlte, die Schönstedt finden und dann kommt noch nach drei Wochen die bei Ver- griff des Eigenthums in Frage gestellt. Selbst Prof. und von der Rede repräsentirten das preußische Staats- fassungsänderungen erforderliche Wiederholung der Abstimmung. Schmoller, der als Freund der Arbeitgeber gepriesen ministerium, der eigentliche Vertreter der Vorlage Wir sehen ruhiger als irgend eine andere Partei der werde, habe durch seine Aeußerung, man erwerbe nicht vom Regierungstische war der jugendliche Geheimrath weiteren Arbeit am Vereinsgefeß zu, ist doch das wahrste Millionen, ohne mit dem Aermel das Zuchthaus zu streifen, v. Philippsborn. Einig in der Ablehnung der lex Recke und Wort, das in der zweiten Lesung gefallen ist, das des Abg. bewiesen, daß er weit gefährlicher sei als Liebknecht oder aller Abänderungsvorschläge waren das Zentrum, die Polen Porsch von der Zentrumspartei: irgend ein anderer Sozialdemokrat. Allerdings so schlimm wie und die freifinnigen Gruppen. Jede der beiden konProf. Wagner, der sich darin gefalle, in Arbeiterversamm servativen Parteien hatte zu dem Entwurfe der Regierung bes lungen herabzusteigen, sei Prof. Schmoller noch nicht. Wie sondere Verböserungsvorschläge eingebracht, die von ihnen mit wichtig sich Frhr. v. Stumm vorkommt, zeigt die Thatsache, Zähigkeit, aber ohne Elan vertreten wurden. Die daß er die befannte Rede Wagner's in Bochum stenographisch fleinen Kniffe parlamentarischer Taktik wurden von dieser Die Friedensverhandlungen. aufnehmen ließ und dem Minister zur Verfügung stellte, damit Ecite immer wieder von neuem versucht, um die Entscheidung er sieht, daß sie in Wirklichkeit weit schlimmer war, als in auf morgen zu vertagen, um so durch die erhoffte Verminderung Griechenland trott. Wenn eine Drahtmeldung, welche dem dem Minister überreichten Bericht. Wenn es so fort der Linken und des Zentrums die Knebelung des Vereinsrechtes die Neue Freie Presse" aus Athen erhielt, sich bestätigt, so ist an geht, so wird Frhr. v. Stumm, der sich nicht scheut, in den durchzusetzen. Dieser Versuch mißglückte. Die gesammte Linke eine glatte Abwickelung der Verhandlungen nicht zu denken. Nach Tagen des Prozesses Tausch den Kriminalfommissar zu spielen, und das Zentrum standen fest zusammen, um die zweite Lesung jener Meldung weist die griechische Regierung in einer Note an die schließlich für jede ihm unliebsame Persönlichkeit einen eigenen der Vorlage heute zu erledigen. Aber freilich auch nur darin Mächte die türkischen Forderungen Punkt für Spigel anstellen; seine Mittel erlauben ihm das ja. Zu den war die volle Einigkeit zu erzielen. Puntt zurück. Das Verlangen einer Kriegsentschädigung sei unDen Nationalliberalen gebührt die Schuld, daß die lex eines Auslieferungsvertrags undistutirbar. Durch Aufhebung der Kapi- auch Prof. Delbrück, mit dessen Berufung als Nachfolger berechtigt, die Grenzberichtigung durch nichts begründet, die Forderung jenigen, die den Zorn des Gewaltigen eeregt haben, gehört Recke heute nicht vollständig begraben werden konnte. Hätte tulationen würden die griechischen Unterthanen in der Türkei der Treitschte's er sich nicht einverstanden erklären kann. diese Partei, die in ihrer Presse, in ihren Versammı türkischen Willkür preisgegeben werden. scheint, als ob sich Frhr. v. Stumm allmälig an die Rolle lungen und in der Rede ihres Vertreters in der ersten In Konstantinopel tommt man der Vermittelung der eines Ministers gewöhnen will, denn sonst ist seine Aeußerung, Lesung nicht genug scharfe Worte des Abg. Krause gegen Mächte weit mehr entgegen. Die auf die Note der Botschafter ge- daß er die Verantwortung für die jetzigen Zustände nicht das Werk des Ministers des Innern und gegen die ihm gebene Antwort bespricht zwar die Friedensbedingungen nicht, tragen will, kaum verständlich. untergeordneten Organe finden konnte, gehandelt wie sie in zeigt aber die Bereitwilligkeit der Pforte mit den Botschaftern Die Erwiderung des Ministers war furz, faber theilweise, den letzten Wochen gesprochen hat, so wäre von der lex Recke tandes erfüllt seien, und drückt verhandeln, sobald die Formalitäten des Waffenfstill bei allem Entgegenkommen gegen den Vorredner, recht scharf = " drückt den Wunsch aus den E3 heute nicht mehr ein Pünktchen über dem i übrig. So aber Frieden in Pharsala zu unterzeichnen. Auch hat die Pforte und treffend. Er lehnte es ab, sich auf Gesinnungsriecherei einzu lehnten die Nationalliberalen wohl die Hauptbestimmungen des infolge der Schritte der Botschafter die Ausweisungen von Griechen lassen, er müsse auf den Universitäten Parität walten lassen, Gesetzentwurfes ab, fie ließen aber, wenn auch in etwas vorläufig fistirt. denn man könne doch nicht wissenschaftliche Ideen mit Kanonen abgeänderter Fassung, die noch immer genug gefährliche Andererseits trifft die türkische Regierung weitere Vorsicht 3- bekämpfen; auch stehe ihm kein Mittel zur Verfügung, die Bestimmung in das Gesetz hineinkommen, daß Minderjährige maßregeln gegen Zwischenfälle, die sich etwa doch noch ereignen Profefforen zu zwingen, im Sinne des Frhn. von Stumm zu an politischen Vereinen und Versammlungen nicht theilnehmen tönnten. Besonders hält man die Verhältnisse in Bulgarien und lehren. Es gehen deshalb noch dürfen. Und damit haben die Nationalliberalen es glücklich Serbien noch nicht für völlig gefahrlos. immer Truppentransporte an die Grenze dieser Länder aus Dem Frhrn. v. Stumm schloß sich Frhr. v. Manteuffel erreicht, daß das Abgeordnetenhaus mindestens noch zweimal in Konstantinopel ab und weitere 30 Bataillone sollen aus Syrien an, der große Befürchtungen für die Zukunft hat. Die dieser Session Stellung nehmen muß zu der Reform des herbeigezogen werden. Universitätslehrer Prof. Reinke( Kiel), Prof. Dove und Vereinsrechts, und zwar nicht blos zu dem, was heute Kreta ist von den griechischen Truppen jegt gänzlich geräumt. Prof. Dernburg( Berlin) zerstreuten jedoch diese Furcht, noch von der lex Recke übrig geblieben, sondern auch zu den Auch die türkischen bereiten ihre Abreise vor. Es wird sich zeigen, indem sie den patriotischen Sinn der Professorenschaft betonten Abänderungsanträgen der Limburg Stirum, Bedliß und wie ob die Mächte im stande sein werden, Ruhe unter der chartisch und sich dagegen verwahrten, daß ihnen ein ttt Naumann alle die tapferen Mannesseelen heißen. bewegte Juselbevölkerung herzustellen. Nach einer Meldung der an die Rockschöße gehängt wird. Und drei Wochen sind eine lange, lange Zeit für die Agence Havaz" find in Stanea beunruhigende Gerüchte ver U. a. wurde auch die neulich von sozialdemokratischer Tapferen, die der Fahne der Möller, Bued, Eynern und breitet über die Absichten der Muselmanen im Falle der Abreise Seite einberufene große Akademiker- Versammlung Sattler folgen! Wie gewaltig stach heute schon der Ton der der türkischen Truppen. Die Admirale haben den Gouverneur benach in die Debatte gezogen. Prof. Dernburg, der selbst nicht richtigt, daß sie ihn für etwaige Vorkommnisse verantwortlich machen Schmieding und Sattler ab von der Rede des Abg. Krause würden. Ismail Bascha versprach seinen Einfluß geltend zu machen, zugegen war, aber ein desto sicheres Urtheil darüber zu haben bei der ersten Lesung der Vereinsgesetz- Novelle! Und wenn lehnte indessen jede Verantwortlichkeit ab, da der europäische Befehls: glaubte, vertrat die Ansicht, daß diese Versammlung einen drei Wochen wieder ins Land gegangen sein werden, hat die haber die Polizei übernommen habe. Mißerfolg bedeute und daß die Sozialdemokratie an dem ge Partei vielleicht schon ganz dem alten Rufe der Partei Dreh- Als nicht sehr ernst zu nehmen erscheint das sunden Sinne der studentischen Jugend kläglich Schiffbruch scheibe nachgelebt und zur reaktionären Mehrheit die erforder- Vorkomminiß zwischen dem italienischen Heißsporn De Felice leide. Den Beweis dafür blieb er natürlich schuldig; hoffent lichen Hilfstruppen abkommandirt. Herr v. Eynern, einer und dem Minister Präsidenten Ralli. De Felice foll die lich werden ihn die Thatsachen eines besseren belehren. der Rufer im Streite gegen die Sozialdemokratie, fehlte heute Garibaldianer von der Abfahrt haben abhalten wollen und Morgen: Kleinere Vorlagen. und der würdige Herr v. Bueck, der Generalsekretär des Ver- Ralli beleidigt haben. Am Mittwoch fam es im Marineministerium zu einem äußerst lebhaften Auftritt zwischen den beiden. Der " bandes deutscher Industrieller, hat seine Gedankenverbindung Ministerpräsident rief nach der Polizei und beauftragte diefelbe, Bär erlegt ist, fomint Verfrühte Sorgen. Daß man das Bärenfell vertheilt, ehe der oft vor, daß aber jemand das mit seinem alten Freunde Herrn von Tausch wieder an den De Felice an Bord des italienischen Panzerschiffes im Biräus eigene Fell vertheilt, ehe er abgeschlachtet ist, das Tag gelegt, indem er vorerst als einziger seiner Partei für zu bringen. Den Kommandanten Des Schiffes ließ er dürfte wohl noch nicht dagewesen sein. Das Blatt, dem Die Ehre gebührt, dies zum ersten Mal gethan zu haben, 1 liberalen Bürgern einberufene, von etwa 300 Personen besuchte Ver- 1 Die Schüler unterwarfen sich, nachdem Afrika. Amerika. ist die Kreuz- Beitung". Die Angst, daß die Sozialdemokratie für sammlung, zu der auch Anhänger verwandter politischer Richtungen- Kanada's Handelsbeziehungen an England. die nächsten Landtage- Wahlen ein Bündniß mit der Fortschrittspartei eingeladen waren, nahm folgende Resolution an:" Die heutige Die Times" melden aus Ottawa von gestern, das Haus der Ge abschließen könne, ist dem Junkerblatt in das Hirn geschlagen, und Wählerversammlung erklärt, fest entschlossen zu sein, bei den nächsten meinen habe das Amendement des früheren Premierministers Tupper, es zerbricht sich den Kopf der Sozialdemokratie, der es in be- Landtags- und Reichstagswahlen nur solchen nationalgesinnten wonach Kanada England wissen lassen sollte, daß es, sobald die vor tannter Freundschaft den freundlichen Rath giebt, doch ja auf der Kandidaten ihre Stimme zu geben, die in völliger politischer Un- liegenden Schwierigkeiten beseitigt seien, bereit sei, das UeberHut zu sein, denn, wenn der Zweck des Bündnisses die Ueber abhängigkeit die Bürgschaft gewähren, daß sie jedem Versuch einfommen bezüglich der Vorzugstarife mit England abzuschließen, windung des Junkerthums erreicht sei, werde die Fortschritts einer Beschränkung der verfassungsmäßigen Volksrechte und der mit 74 gegen 42 Stimmen abgelehnt. partei die Sozialdemokraten so billig als möglich abfinden." politischen Freiheit energisch entgegentreten, um dadurch eine ReDie gute Kreuz- Zeitung"! Wie gut sie es mit uns meint! gierungsweise für unser Vaterland zu verhindern zu suchen, wie sie Rio de Janeiro, 26. Mai. In der hiesigen Militär. Der Prozeß v. Tausch begann heute mit einigen Re- hier im Saargebiet zum Schaden des nationalen und monarchischen Schule brach eine Meuterei aus, zu deren Unterdrückung flamationen gegen die Presse, worunter auch eine Beschwerde des werden mußte." Gine weitere Resolution wurde gegen den neuen sie ihre Waffen und Munition ins Meer geworfen hatten. Empfindens und in Gefährdung des öffentlichen Friedens ertragen Truppen entsandt wurden. Herrn Oberstaatsanwalts gegen den, Vorwärts". Wenn wir| Vereinsgesetzentwurf angenommen. Aus St. Johann meldet die auch diese Stellungnahme der Staatsanwaltschaft begreifen, so Köln. 3tg." unterm 27. d. M.: Die heute in der Tonhalle in Wieder eine Unglücksbotschaft aus dem haben wir trotzdem heute so wenig Verständniß Saarbrücken stattgehabte nationalliberale Wählerversammlung nahm Kongostaate. Ueber die Mitte Februar bei der Truppenfür das Benehmen des Rechtsanwalts u. a. folgende Resolution an: Die Versammlung erblickt in dem abtheilung des Majors Leroi im Uellegebiete vorgekommene Revolte Gello wie vorgester 1. Im übrigen verlief neuen Entwurf eines Vereinsgesetzes den Ausdruck eines un veröffentlicht der Unabhängige Kongostaat folgende Mittheilung: die Verhandlung ohne Zwischenfälle, wir begründeten Mißtrauens gegen die politische Reise und Selbständig Kurze Zeit nach der Empörung der zu dem Groß der der zu davon absehen, daß die unter Aussetzung der Verhande treten des Gesetzes ein gefährliches Anwachsen polizeilicher Willfür geborener Soldaten fand bei dem Dorfe Ndirfi im Uellegebiet teit unferes Boltes. Sie befürchtet von einem etwaigen Inkraft Expedition des Barons Dhanis gehörenden Abtheilung ein lungen geführten Zwiegespräche zwischen Staatsanwaltschaft, und ersucht daher das hohe Haus der Abgeordneten um vollständige zwischen den trengebliebenen Truppen und den aufständischen Präsident, Vertheidigung und Zengen v. Unruh allgemein Ablehnung der Vorlage, mit Ausnahme der Bestimmung, welche die Soldaten ein Rampf statt, in welchem ein Offizier und zwei auffielen. Großes Erstaunen rief auch die Erklärung des Verbindung zwischen den politischen Parteien freigiebt. Oberstaatsanwalts hervor, daß er an der Weiterverfolgung v. Stumm, wie wird Euch? Herr Unteroffiziere gefallen sein sollen. Diese Nachricht bedürfe jedoch des Umstandes, woher Normann Schumann die Kenntniß der Bestätigung. Zwei Offizieren, von denen man annahm, daß sie 3ur Feenpalast frage. Amtsgerichtsrath 3 a st row bei der Empörung der Avantgarde getödtet worden seien, gelang es, der jeweilen geplanten Verhaftungen und Haussuchungen bespricht in der letzten Nummer der Deutschen Juristen Beitung" fich auf das Fort Avatubi im Jturigebiet zurückzuziehen. Der bei dem bekannten Antisemiten Pa as ch- Leipzig geworden, kein die Frage der freien Produktenbörsen". Er kommt zu folgenden Kongostaat erklärt die Nachricht für unbegründet, daß bei einer Interesse mehr habe, trotzdem v. Tausch einen Zeugen Schlüffen: neuen Megelei 20 meiße Unteroffiziere, die zu der Expedition des hierfür in Aussicht stellte, und daß er den Beweis für die geseges vorgesehene Genehmigung nicht erhalten haben, find teine staat versichert, daß er die Namen aller Umgekommenen, die zur 1. Raufmännische Vereinigungen, welche die im§ 1 des Börsen Barons Dhanis gehörten, ums Leben gekommen seien. Der KongoPreßbeziehungen v. Tausch's zu Normann Börsen im Sinne des Gesetzes und genießen die Privilegien der seiner Kenntniß gelangten, veröffentlicht habe. Schumann als nicht erbracht ansah. Ueber diesen Ausgang Börje nicht. wird Herr v. Tausch sehr zufrieden sein. Deutsches Reich. wenn -3um Nachfolger v. Stephan's soll nun doch, wie eine hiesige Lokalkorrespondenz in Erfahrung gebracht haben will, der Unterstaatssekretär im Reichspostamt Dr. Fischer als Staatssekretär im Reichspostamt ernannt worden sein. # 2. Daß solche Vereinigungen, wenn sie börsenmäßige Aktionen machen, verboten werden dürfen, ist durch kein Reichsgesetz bestimmt. Die Zulässigkeit solcher Verbote bestimmt sich deshalb nach dem Landesrecht. 3. In Preußen stehen derartige Vereinigungen unter dem verfaffungsmäßig garantirten Bersammlungs- und Bereinigungsrecht, und dürfen, sofern sie nicht etwa unter freiem Himmel tagen, wegen. des Mangels behördlicher Genehmigung nicht verboten werden. oder ein Verlangen, für diese Versammlungen eine behördliche Ge4. Ein staatliches Verbot der Versammlungen im Feenpalast, nehmigung einzuholen, erscheint demnach unstatthaft. Oesterreich. Wien, 26. Mai. Abgeordnetenhaus. Im weiteren Verlaufe der Sitzung setzte die Linke ihre bisherige Tattit fort. Es wurden in achtstündiger Sigung 15 namentliche Abstimmungen vor genommen, ohne daß es möglich wurde, zur Tagesordnung über Australien. Aukland( Neuseeland), 1. April.( Köln. Zeitung.") Der in Wellington tagende Frauen Rongreß verlangt nun, nachdem Neu seeland den Frauen volles Wahlrecht zugestanden, daß den Frauen auch jedes den Männern zustehende Vorrecht, Recht oder Amt ver liehen werde. Weibliche Bürgermeister giebt es hier schon. Parlamentarisches. Rückzahlung von Beiträgen zur Invaliditäts- und Altersversicherung wurde dem Reichskanzler überwiesen, und Anträgen auf Bewilligung von Ruhegehältern an Reichsbeamte wurde stattgegeben. Schließlich wurde über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. wurde über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. Die Kommiffiou für die Novelle, betreffend Abänderung der Gewerbe- Ordnung und des Strankenversicherungs Gesezes( Ronfettions. wesen 2c.) hat zum Vorsitzenden Abg. Frhrn. v. Hertling( 8.) gewählt, zum Stellvertreter Frhrn. v. Heyl zu Hernsheim( natl.). Im Herrenhaus hat Graf v. Kleist- Schmenzin folgende Inter pellation eingebracht: Beabsichtigt die tönigliche Staatsregierung Maßregeln zu treffen, um die vielfach hervorgetretenen Mängel bei der Veranlagung zur Einkommensteuer zu beseitigen? le Partei- Nachrichten. - Bivilprozeß Reform. Ueber die im Entwurf fertiggestellten und an die Einzelregierungen versandten Abänderungen der Der Bundesrath hat in seiner am Mittwoch abgehaltenen Zivilprozeß- Ordnung berichtet die Münch. Allg. 3tg.": Sigung dem Antrag Badens, betreffend die Kontingentirung der Die Abänderungen betreffen, soweit sie sich aus dem BürgerZuckerfabrik Waghäusel für das Betriebsjahr 1896/97 die Zustimmung Tichen Gesetzbuch, dem Handelsgesetzbuch und dem Zwangsvollstreckungs- Niederhaßlau bei Zwickau, 26. Mai.( Eig. Ber.) Der vom Gesetz ergeben, vornehmlich die Bestimmungen der Zivilprozeß hiesigen, meist aus Arbeitern bestehenden Gemeinderath als Ge- eheilt. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen der BeGeschluß des Reichstags zu dem von den Abgeordneten Ridert und Ordnung über das Urtheil, den Ghe- und Entmündigungs- meinde- Meltester gewählte Fleischermeister Gerber, der bei den oberen Genossen eingebrachten Gesetzentwurf, betreffend das Vereinswesen, Entmündigungs- meinde- Meltester schluß des Reichstags zu dem von den Abgeordneten Rickert und prozeß, die Zwangsvollstreckung, den Arrest und das Auf- Verwaltungsbehörden anscheinend auf einer schwarzen Lifte als und der Antrag Sachsens, betreffend die Ermächtigung des Steuergebotsverfahren. Die Ergänzung der Bestimmungen für das Sozialdemokrat figurirt, wurde seitens des Bezirksausschusses aunts Meerane zur Eingangsabfertigung von hartem Kammgarn aus Entmündigungsverfahren soll einer größeren Sicherstellung der an- für obiges Amt abgelehnt. Eine dieserhalb vom Gemeinde- Glanzwolle. Der Beschluß des Reichstags zu einer Petition wegen geblichen Geistestranten dienen. Im Interesse des rath eingelegte Beschwerde wurde von der Kreishaupt Schuldners ist eine Einschränkung der pfändmannschaft Zwickau als unbegründet verworfen. Nunmehr blaren Sachen vorgesehen. Aufgrund von Unzutväglichkeiten, befchloffen die Gemeindevertreter, sich an das Ministerium des welche sich in der Praxis herausgestellt haben, werden einige, übrigens Junern zu wenden, was jedoch für jeden, der sächsische Verhältnisse nicht sehr bedeutende Aenderungen in einzelnen Bestimmungen be fennt, aussichtslos erscheint, der Beanstandete ist übrigens als antragt. Von Interesse ist immerhin eine Neuregelung der Sozialdemokrat nicht bekannt. Auch die Angelegenheit des sechsmal Stellung der Rechtskonsulenten, wodurch die Ungleichmäßig gewählten und ebensoviel Mal abgelehnten Bergarbeiters Knoll als feit ihrer Behandlung bei den verschiedenen Gerichten Gemeindevorstand liegt nunmehr dem Ministerium des Innern zur beseitigt werden soll. Nicht unwichtig ist die beabsichtigte Entscheidung vor. Einführung eines ersten Termins ohne Streitverhandlung im Verfahren vor den Landgerichten zur Erledigung einfacher Sachen, bei denen es einer Verhandlung nicht bedarf. Davon wird eine Entlastung der Anwälte und Gerichte und eine Beschleunigung des Prozeßganges erhofft. Die Zustellung von Amtswegen foll neben der auf Betreiben der Parteien im amtsgerichtlichen Prozeß zugelassen zugehen.werden nach Analogie des Verfahrens vor den Gewerbegerichten. Wien, 28. Mai. Abgeordnetenhaus. Die vorgestern Es wird damit eine Vereinfachung, Beschleunigung und Berbilligung unterbrochene Sigung wird heute durch den Vizepräsidenten des Verfahrens bezweckt. Abrahamovicz wieder eröffnet mit der Erklärung, daß er zunächst Der dritte polnisch- sozialdemokratische Parteitag war von Wie die Konfettionäre gegen den beden Antrag des Abgeordneten Dr. v. Peßler betreffend die Ver- der polnischen Parteileitung auf Pfingsten nach Bofen einberufen. absichtigten winzigen Arbeiterschus agitiren und lefung der Petition gegen den Ebenhoch'schen Schulantrag zur Ab- Da den dortigen polnischen Genossen seit Jahresfrist ein Lokal zu agitiren wollen, darüber bringt der Konfektionär" sehr intereffante Stimmung bringen werde. Peßler verlangt vor allem namentliche Vereins- und öffentlichen Versammlungen zur Verfügung stand, so Details, die in einer Sigung der Fünfzehner- Kommission der Berliner Abstimmung darüber, ob über seine Anträge geheim abgestimmt glaubte man dem Wirth desselben, daß er seinem Versprechen, den Damenkonfektionäre berathen wurden. Es dürfte noch in allgemeiner werden soll, und sodann eine Pause von 10 Minuten, damit das Parteitag in seinem seinem Lolal abhalten zu laffen treu Erinnerung sein, daß während des Konfektionsarbeiter- Streits im Präsidium sich die Sache besser überlegen könne. Der Vizepräsident bleiben würde. Dieser Glaube hat hat fich als trügerisch vorigen Jahre diese Herren sich öffentlich den wohlwollendsten ruft den Abgeordneten Peßler zur Ordnung. Bei der namentlichen erwiesen. Der Wirth verweigerte sein Lotal. Er hat Anstrich ihren Arbeitern gegenüber gaben. Jeßt, wo sie Abstimmung wird der Antrag auf geheime Abstimmung unter großer die lang ersehnte Tanzkonzession erhalten und meint wohl, daß er es einmal praktisch bethätigen könnten, pfeifen sie ganz Unruhe abgelehnt.( Die Sigung dauert fort.) die sozialdemokratischen Arbeiter nicht mehr braucht. Der Parteianders. Sie brüten schon Rachepläne, wie fie es den- Siebzehn parlamentarische Klubs bestehen, wie tag der polnischen Sozialdemokratie wird nun am 1. und 2. PfingstArbeitern am besten entgelten können, ivenn der Ent Wiener Blätter melden, vorläufig im Abgeordnetenhause. feiertag in Berlin und zwar im Englischen Garten, Alexanderwurf Gesetz wird. Wenn Wenn die Löhne vorher durch Lohn Verjährt sind, wie das Bezirksgericht in Wien entschieden traße 27 c, abgehalten. Woraus zu ersehen, daß auch gegen die buch oder Arbeitszettel bekannt gegeben werden sollen, so können nur hat, die Diebstähle des christlich- sozialen Reichsraths- Abgeordneten Sozialdemokratie unter den Polen kein Kraut gewachsen ist! niedrige Preise bewilligt" werden. Die Krankenversicherungssumme Mittermayer. Das schwebende Verfahren ist deshalb eingestellt muß wieder vom Arbeitslohn abgezogen" werden, denn die kon worden. Die Sozialdemokratie Sachsen- Meiningens hält am zweiten furrenz der Arbeiter ist gegenwärtig so groß, daß gar kein Zweifel Pfingstfeiertag im Schießhaus in Gräfenthal ihren 5. Parteis darüber herrscht, daß das Gros der Arbeiter und Arbeiterinnen Prag, 28. Mai. Wie die„ Narodni Listy" aus kompetenter tag ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Rechenschaftsbericht der Quelle erfährt, traf die Regierung bereits Anordnungen, daß in dem Kreisvertrauensleute. Referenten Paul Seige Pößneck und immer die Kosten für solche Geseze zahlen müsse". Aus Wohl- Moment, in welchem die deutschen Gemeinden die Eintreibung der P. Ed. Weh der Sonneberg; 2. Bericht des Landtags. Abgeordneten wollen für die Arbeiter ist man deshalb für die Ablehnung der landesfürstlichen Steuern einstellen würden, dies durch die Finanz- Weh der über feine Thätigkeit im Landtage; 8. Die Agitation für Um das zu ermöglichen, sollen folgende Schritte unternommen wache geschehen soll. Benachtheiligt wären dann lediglich die Ge- die Land- und Reichstagswahlen. Referenten Wehder und werden. Man will sich überlegen, ob nicht auf diesen oder jenen meinden und die einzelnen Steuerzahler. Reißhaus; 4. Die Organisation einer Breßkommission. 5. Sonstige Anträge. Reichstags- Abgeordneten" eingewirkt werden könne. Weiter soll die Kommission, welche sich mit dem Entwurf beschäftigt, davon über- London, 27. Mai. Das Unterhaus nahm heute die erfte zeugt werden, daß das Gesetz mit den dazu gehörigen Ausführungen Lesung einer Vorlage an, durch durch welche der Gebrauch des unmöglich ist; dann, so hofft man, wird sie seine Annahme metrischen Systems für Maaß und Gewicht legalisirt nicht empfehlen." Wenn ein Mitglied der Kommission wird. als Referent der Minderheit imm Plenum seine Be denken vorbringe, das macht doch einen ganz anderen Eindruck, als wenn das seitens eines beliebigen Reichstagsmitgliedes ge schieht". Vorlage. Herr Manheimer erbot sich schließlich, entsprechende Schritte zu unternehmen." Wünschen es die Herren, so werde ich mich mit Herrn Röside in Verbindung sehen und sehen, ob ich vielleicht auch den Vorfißenden und andere einflußreiche Personen der Kommission sprechen tann." naging England. on Dänemark. Italien. auf den 2. Pfingstfeiertag nach Schleis einberufen. Das nähere Für das reußische Oberland ist eine Parteitonferenz wird noch bekannt gemacht. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Der Parteigenoffe Storch in Stettin wurde als Re Kopenhagen, 28. Mai. Folfething. Konfeilpräsident Hörring dakteur der Zeitschrift Der Pommer" vom dortigen Landgericht zu erklärte, daß er die Steuerreformpolitit des zurückgetretenen 60 m. Geldstrafe verurtheilt, weil er über die Gesinde Ordnung M. Ministeriums fortsetzen wolle. Auf eine Anfrage des Führers der geschrieben hat, fie geftatte der Herrschaft, das Gesinde herzhaft Partei der Linken, Christensen- Stadil, ob der Konseilpräsident, durchzuprügeín". Das Gericht erklärte, das Gesetz spreche nur von gleichwie fein Vorgänger Baron Reedy- Thott im Jahre 1896 ge- leichter Büchtigung". Die Frage, ob die Gesinde Ordnung eine than, die Erklärung abgeben wolle, daß er feine provisorischen staatliche Einrichtung sei, wurde vom Gericht verneint. Finanzgesetze zu erlassen gedente, erwiderte der Ronseilpräsident In einem Gerichtsbericht der, Volts wacht" in Bres. Hörring, er wolle fein derartiges Versprechen abgeben, da hierdurch Iau war von dem dortigen Polizeikommissar Leder gesagt worden, So wollen die Großkonfettionäre aus lauter Wohlwollen für eine Praxis geschaffen würde, für welche er die Verantwortung nicht er habe unferen Anhängerinnen einen Saal abgetrieben, wo sie ge ihre Arbeiter den beabsichtigten Arbeiterschutz illusorisch machen. tragen wolle. fellige Zusammenfünfte abhalten wollten. Der Polizeikommissar Weshalb sollte ihr Bemühen nicht auch von Erfolg sein. Soll der Mit dieser Erklärung wird die Befürchtung bestätigt, daß das stellte wegen Beleidigung Strafantrag, die Staatsanivaltschaft nahm Rönig Stumm aus dem Saarrevier blos allein Einfluß haben auf neute Ministerium eine Neuauflage des Minifteriums Estrup's sein sich seiner im öffentlichen Interesse an, der Prozeß endete aber den Gang der deutschen Sozialpolitik? Die Unternehmerprogen will. vorm Landgericht mit der to stenlosen Freisprechung des vom Hausvogteiplas sind doch bald ebenso kapitalfräftig als er! angeklagten Redakteurs 3 a hn, während Staatsanwalt Dr. Reil Also! Rom, 28. Mai. Vor dem Schwurgericht begann heute die 14 Tage Gefängniß beantragt hatte. Die Freisprechung erfolgte im Ein neues fleines Mittel eine Leucht Berhandlung gegen Bietro Acciarito, der am 22. v. M. den Mordversuch Anschluß an die Ausführungen des Vertheidigers Hein, der ges spiritus Liebesgabe. Die Spiritus Glühlichtlampe hat gegen König Humbert unternommen hatte. Der Saal ist von Bu- fagt hatte: Der Vorwurf der Saalabtreibung" schließe durchaus ben den Agrariern selbstverständlich höchst unbequemen Nachtheil, hörern dicht gefüllt, auch viele Damen find anwesend. Nachdem nicht die Behauptung ein, Herr Leder habe versucht, den fozial daß bei der neuen Lampe die Kosten für den Leuchtstoff größer sind, der Gerichtshof gebildet und die Anklageschrift verlesen war, demokratischen Frauen auf illoyale Weise einen Saal zu ents als bei der Petroleumlampe. Die bescheidenen Spiritusbrenner begann bas Verhör des Angeklagten. Acciarito, der ziehen. Nachdem zwei gesellige Zusammenkünfte abgehalten werden beanspruchen vorläufig den Verzicht des Staates auf die bisherigen feine Darlegungen mit Vorwürfen gegen die bestehende Gesell- fonnten, seien die späteren aufgelöst worden. Unter solchen Um Einkünfte aus dem Petroleumzoll, diese Summen sollen in Form schaft, die er als ungerecht bezeichnete, begann, sagte aus, daß er ständen könne man es den Sozialdemokraten doch nicht verdenken, einer Denaturirungsprämie von 4-6 m. per Hektoliter den oft allein und aus Verzweiflung gehandelt habe, wie andere thun, indem wenn sie gegen gewisse Personen ungehalten werden. Dem Anelbifchen Kartoffelschnapsbrennern zu gute fommen, so daß der Liter sie sich selbst umbringen. Er habe bei dem Anschlag auf das Leben geklagten sei darum auch unbedingt der Schutz des§ 198 des Str. Brennfpiritus zu 20 Pf. in den Konsum tommen könnte. des Königs in ihm den Vertreter der wohlhabenden Klasse treffen G.-B. zu gewähren. -3um Prozeß Tausch. Der Besizer der Berliner wollen. Der Anschlag sei von ihm nicht vorher geplant gewesen, Der Parteigenoffe Otto Schneider in Debsch wit Politischen Nachrichten" ersucht um Beröffentlichung der folgenden sonst würde er eine Bombe verwandt haben. An das Verhör des bei Gera follte im Gemeinderathe bei der Berathung über eine Beilen: Angeklagten schloß sich alsdann dasjenige der Zeugen. Erhöhung des Gehalts des Bürgermeisters Wendler diesen durch Die von Herrn v. Tausch in der geftrigen Prozeßverhandlung Im Parlament gab am Dienstag das Verbot des eine Kritik seines Verhaltens beleidigt haben. Der Bürgermeister über mich und meine Beziehungen zum Zentralverbande deutscher republikanischen Kongresses, der in Florenz statthaben sollte, den An- ftellte Strafantrag, das Schöffengericht in Gera sprach aber unsern Industrieller sowie der Diskonto- Gesellschaft gemachten Mittheilungen laß zu einer republikanischen Demonstration. Unter stürmischen Rufen Genossen Schneider frei und legte die Kosten der Staatskasse find unwahr. Da ich als Beuge in dem Prozeß vorgeladen bin, auf der Linken: Es lebe die Republit! schloß die Sizung. Dieser werde ich Gelegenheit haben, an öffentlicher Gerichtsstelle und unter Ruf ertönt jetzt in Italien öfter und öfter. Das Volt gewöhnt sich Eid dies näher darzuthun. Victor Schweinburg."- ladk daran; während König Umberto, der Beschüßer Crispi's, bei seinen Protest fundgebungen gegen die lex Rede Ausfahrten überall mit eisigem Schweigen empfangen wird. Das fanden statt in Boltmarsdorf, Brih, Dessau, Galle, Schweigen der Bölter ist die Lehre der Könige," sagte Mirabeau Neustadt i. S ch I., Neustadt b. Magdeburg, Frankenthal vor hundert und sieben Jahren den verblendeten Bourbonen. 1. b. Rheinpfalz, in Halberstadt und München. Spanien. -Aus dem Königreich Stumm. Die Frankfurter Madrid, 26. Mai. Die Deputirtentammer nahm alle ganz willkürlich reduzirt worden war, wieder zur Geltung zu bringen. Beitung" meldet aus Saarbrücken: Die auf gestern von nationals im Budgetentwurf vorgesehenen Finanzvorlagen an. " " zur Laft. ab Gewerkschaftliches. hingewiesen, daß ihre Kollegen in Rostock fich im Streit befinden. Die Töpfer werden hiermit nochmals ganz besonders darauf Die Rostocker Kollegen legten die Arbeit nieder, um ihren früheren Lohntarif, der von ben Unternehmern, ohne jeden ersichtlichen Grund, Buzug ist streng fernzuhalten! Au die Arbeiterschaft Teutschlands! " 100 Gerichts- Beitung. Vom Streiffomitee der Tischler in Rostock wird uns jaber der Bürgermeister habe an seine Ehre appellirt und des Mutter als Beugin vor. Ihr Zeugniß hielt der Gerichtshof aber telegraphisch mitgetheilt, daß 28 Tischler von Berlin dort ein- balb könne er nicht. Im Anfang verhielt sich unsere Behörde den für unerheblich. Kläger wurde mit der Begründung abgewiesen, getroffen seien. Die Berliner Tischler werden ersucht, den Zu- Streifenden gegenüber in der Deffentlichkeit paffiv, das heißt er hätte nachweisen müssen, daß nicht durch sein eigenes Verzug nach Rostoc abzuhalten, um ihren Kollegen den Lohnkampf sie handhabte das sächsische Vereinsrecht so, wie eine pflicht schulden die beiden Attorde liegen blieben. Da er es nicht vermocht nicht zu erschweren. getreue Behörde in Sachsen das eben ganz selbstverständlich habe, die behauptete Erkrankung nachzuweisen, müffe er den Schaden Die Klage der Buchdrucker Gasch, Kressin und Genossen thut. In letzter Zeit hat sie ihre Pflicht aber in ganz fragen. Hätte nicht in dem hier berichteten Falle die Beklagte gegen den Vorstand des Buchdrucker- Werbandes wegen besonders eifriger Weise erfüllt. Die Holzarbeiter Mohs und ihre Behauptung, daß den Kläger ein Verschulden treffe, beweisen des Ausschlusses der Kläger aus dem Verband sollte gestern in Meusch aus Leipzig, die ihre Kollegen in Geringswalde bei dem müssen? Muß nicht nach rechtlichen Grundsätzen beweisen, wer Berlin vor der VI. Zivilstraffammer am Landgericht I verhandelt Streit durch Referate 2c. unterstützten, wurden auf sechs Monate behauptet? werden, wurde aber bis zum 24. September vertagt, um dem An- aus der Amtshauptmannschaft ausgewiesen. Außer der 1. Mais Die Frage, ob Geflügelschlächtereien Schlächtereien im walt des beklagten Vorstandes Gelegenheit zu geben, auf einen Bersammlung wurden nach einander drei Versammlungen der Sinne des§ 16 der Gewerbe- Ordnung sind, hatte der dritte Schriftsatz des tlägerischen Anwalts zu antworten.d Streifenden verboten. Mündlich begründete der Bürgermeister diese Senat des Ober Verwaltungsgerichts in seiner legten Für die streikenden Neu- Isenburger Wäscherinnen gingen Maßregel damit, daß Versammlungen nur noch genehmigt würden, Sigung zu entscheiden. Dem Gericht lagen zwei faft gleiche Rechtsferner ein: Von den Plätterinnen Berlins 20,-. Von Kölner würden, weil die Streifenden sich auf ungefeßlichem Wege befänden. der Geflügelhändler Jden in Mariendorf wurden von den Behörden wenn sie zur bedingungslosen Beilegung des Streits einberufen fälle zur Prüfung vor. Der Gänsemäster Hübner in Wriezen und Genossinnen 20,-. Bon Chemnitzer Genossinnen 20,-. Von Genossinnen 9,-. 11,35, Nr. 88 5,80 Auf Listen: Nr. 14, 86 16,55, Nr. 82 Die Fabrikanten, die sich bis heute noch nicht haben bewegen lassen, aufgefordert, die Erlaubniß zum Schlächtereibetriebe in der im§ 16 11,35, Nr. 88 5,80, Nr. 84 11,80, Mr. 18 13,90, 9r. 85 12,05, ihren Arbeitern die Legitimationspapiere herauszugeben, befinden sich der Gewerbe- Ordnung vorgeschriebenen Weise nachzusuchen. Die Polizei Nr. 91, 92, 93, 94, 95 12,35. Summa 152,80. Bereits quittirt hoffentlich nach Annahme des Bürgermeisters auf ganz gefeßlichem erblickte die Merkmale eines Schlächtereibetriebes darin, daß sie ihre zwei556,80. Buſammen 709,10 M. Weitere Beiträge nimmt dankend Wege, warum sollte er auch anders denken? Hat doch das Schöffen- beinige Waare vor dem Verkauf massenhaft tödteten. Hübner und Iden entgegen: Frau Wengels, Fruchtstr. 30. uiduis band o gericht in diesem Falle ebenfalls zu gunsten der Fabrikanten ent- beschritten den Weg des Verwaltungsstreit- Verfahrens. Das Ober schieden! Erst das Landgericht wird hier Remedur schaffen Verwaltungsgericht erkannte zu ihren gunsten und führte aus: Deutsches Reich. hoffentlich. Aber bis dahin ist auch das Vierteljahr Nach dem Sprachgebrauch zur Zeit des Erlasses der preußischen verstrichen, auf welche Zeit fich die Fabrikanten dem Kartell ver- Gewerbe- Ordnung von 1845, sowie nach dem beim Erlaß der Das Aufblühen in der Textilindustrie, das sich auch für die schrieben haben, und dann werden sie sich vielleicht bedanken, noch Reich 3 Gewerbe Ordnung bezögen fich die Begriffe Aktionäre der Jutespinnerei und Weberei Bremen" weiter den vor allem für sie aussichtslosen Kampf weiterzuführen. Schlachthaus, Schlächterei, Schlächter auf keinen Fall auf in einer Steigerung der Dividende für 1896: 12 pet.-be- Die besten Geschäfte bei diesem Kampfe machen die Kleinfabrikanten. das Schlachten von Geflügel und Fischen. Auch habe sich der merkbar machte, zeitigte für die im Betriebe beschäftigten Arbeiter Diese waren nämlich so helle, sich dem Kartell nicht anzuschließen, Minister für Handel und Gewerbe in einer Auskunft in diesem und Arbeiterinnen nicht etwa gleichzeitig eine Verbesserung, sondern und da es infolge des Streits nicht an Arbeitskräften mangelt, haben Sinne ausgesprochen. Die Geflügelschlächtereien fielen also nicht einen steten Niedergang der Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Mehr fie fast ausnahmslos ihren Betrieb verdoppelt. Die Holzarbeiter unter den§ 16 der Gewerbe-Ordnung.ne und mehr wurde in den letzten Jahren das Loos der ohnehin organisation, die von den 550 Stublarbeitern in Geringswalde schlechtgestelltesten Arbeiterkategorien ein unerträgliches. Löhne für ca. 500 zu ihren Mitgliedern zählte, war früher in der Umgegend verheirathete Arbeiter von 14-16 M. für 14 tägige Arbeits- nur schwach vertreten. Durch den Streit sind auch die dortigen leistung sind feine Seltenheit. Der Durchschnittslohn der Arbeite- Kollegen aufgewacht; in Waldheim hat sich die Mitgliederzahl Ein schweres Vergehen im Amte ließ fich der Polizeirinnen ist ebenfalls 14-15 M. pro 14 Tage. Dazu kommt für diese der Organisation um 200, in Mittweida um 80 gesteigert und in achtmeister Richard Hartleb dadurch zu schulden kommen, daß die denkbar unwürdigste Behandlung. Gemeinsames Umkleiden Hartha und anderen Orten verdoppelt und verdreifacht. Man sieht aus er die auf dem Polizeibureau abgegebenen werthvolleren Fundder männlichen und weiblichen Arbeiter in einem Raum war an der alledem, die Geringswalder Stublarbeiter sind ein wackeres Völkchen, gegenstände sich aneignete und die diesbezüglichen Protokolle ver. Tagesordnung. Einen Hoffnungsstrahl auf Besserung warf in diese und es lohnt sich wohl, daß die Arbeiterschaft aller Orten dieser nichtete. Sein Bergehen entschuldigte der Angeklagte damit, daß er elenden Zustände die anfangs dieses Jahres erfolgte Gründung einer tapferen Schaar opferbereit zur Seite steht, einerseits, um die letzten infolge eines leichtfertigen Lebenswandels tief in Schulden gerathen hiesigen Filiale des Textilarbeiter Verbandes. Die Arbeiter und Wochen vor Ablauf des Fabrikantenvertrages die Arbeiter über war. Seine Gläubiger machten sogar Mittheilung dem fgl. Polizei Arbeiterinnen schwangen sich zu Forderungen auf. Nachdem nun die bitterste Noth hinwegzuhelfen, andererseits aber auch, um den präsidium und die Behörde ließ ihm eine Berwarnung zugehen mit vor einigen Wochen die Feinspinnereien mit Hilfe des Einigungs Fabrikanten den Muth zu nehmen etwa doch noch eine längere der Androhung, daß im Wiederholungsfalle die Entlassung amtes einen Theil ihrer Forderungen erreicht hatten, legten vor Kraftprobe zu versuchen. 10 sid Memorist erfolgen würde. Der Wiederholungsfall trat ein und Hartleb wurde ca. acht Tagen da die auch ihnen versprochene Lohnausbesserung nicht gehalten worden war In Sachen des Wäscherinnenstreiks in Neu- Isenburg be- gestern zu 11/2 Jahren Gefängniß und zum Verlust der bürgerlichen die Weber und Weberinnen, schloß in Frankfurt a. M. die von der dortigen Ortsgruppe des Ehrenrechte verurtheilt. zirka 400, die Arbeit nieder. Die Direktion wollte jedoch ihre bürgerlichen Allgemeinen deutschen Frauenvereins veranlaßte öffent- Wegen öffentlicher Beleidigung hatten fich gestern die Macht" fühlen lassen, ließ sich uur zu geringen, unannehmliche Versammlung nach einem Vortrag der Frau Fürth, daß Arbeiter bezw. Steinträger Bernhard Gebert und Wilhelm baren Zugeständnissen herbei und wies sogar die Anrufung zunächst eine aus 6 Unternehmern und 6 Arbeiterinnen und dem Junge vor der vierten Straffammer am Landgericht II zu ver des Einigungsamtes in schroffer Weise ab. Um einen Sieg Bürgermeister von Isenburg als Vorsitzendem bestehende Kommission antworten. In der Bismarckstraße zu Charlottenburg fand am der Weber und Weberinnen zu ermöglichen, stellte eine Bersammlung die Angelegenheit untersuchen soll. Eine Resolution, worin erflärt 20. Oktober v. J. eine öffentliche Bauarbeiter- Versammlung statt, sämmtlicher Abtheilungen der in der Jutespinnerei Arbeitenden wird, daß die Frankfurter Frauen die Streifenden durch materielle in welcher viel Beschwerden laut wurden über das leicht. Forderungen auf und drohte den Generalstreit an. Nunmehr be- Beihilfe und nöthigenfalls durch Entziehung der Anträge gegenüber den fertige Spiel, welches von feiten vieler Bauunternehmer mit quemte sich die Direktion zu nicht unbedeutenden Zugeständnissen an Wäschereibesizern unterstützen wollen, wurde zur Warnung wieder- dem Leben und der Gesundheit der Arbeiter getrieben werde. die einzelnen Abtheilungen ausgenommen die Weber holt verlesen, fam jedoch vorläufig nicht zur Abstimmung. und Weberinnen. und knüpfte die Gewährung der ZuEs wurde ausgeführt, daß es au geständnisse an die Bedingung der ungefäumten bedingungseine Berständigung mit den Unternehmern sei, ersucht aber die abgeftaalt würden und das dazu verwandte Holzwerk oft verfault Die Streitkommiſſion theilt mit, daß nun wieder Aussicht auf mangele, daß die Stagen häufig morrichtungen oft gänzlich oder gar Tosen Wiederaufnahme der Arbeit seitens der Weber und Sammlungen fortzusehen, so lange der Streit nicht für beendet sei. Die beiden Angeklagten betheiligten sich an der Debatte. Weberinnen. Dieses Anfinnen wurde beantwortet durch Arbeits- erklärt ist. Ausständig find noch 112 Arbeiterinnen. 20 Wäscherei Gebert führte mehrere Fälle aus seinen persönlichen Erlebnissen niederlegung fämmtlicher Feinspinner, Vor und Anspinner und befizer haben bewilligt. Abschneider, was die Direktion zwang, ihrerseits die Arbeiter vor und setzte hinzu, daß die Polizei gespickt" worden sei, und der anderen Abtheilungen fast ausnahmslos zu entlassen. So Die Trambahnbediensteten in Mannheim beschlossen, sich zu wenn das geschehe, dann könnten die Unternehmer machen was sie find augenblicklich zirka 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen theils organisiren und Forderungen zu stellen. Sie müssen jetzt zum theil wollten, die Polizei sehe absoluts nichts. Der Angeklagte Junge ausständig, theils ausgesperrt im Kampf um die Erringung 16 Stunden täglich im Dienste sein, und der Lohn steht mit dieser herrn und Bauunternehmer„ gesoffen" habe. Der überwachende Polizeinannte speziell den Schuhmann Hellmer, der mit seinem Baueiner menschenwürdigen Existenz. Das vom Gefühl echter anstrengenden Arbeitsleistung nicht im Verhältniß. Solidarität zeugende Verhalten der Feinspinner verdient das höchste lieutenant erstattete Bericht, es wurde Anklage erhoben und das Char Aus München. Die Differenzen in der Werkstatt des of lottenburger Schöffengericht verurtheilte jeden der beiden Angeklagten Lob; es verdient aber auch, daß die Arbeiterschaft Deutschlands es Schuhmachers Wanninger sind beigelegt. Die Meister sich zur Pflicht macht, diese aus bitterem Elend zum Kampfe ge- haben das Verfahren Wanninger's mißbilligt und die Kommission die Angeklagten Berufung ein. Gebert beschränkte seine Berufung zu zwei Monaten Gefängniß. Gegen dieses Urtheil legten triebenen Arbeiter und Arbeiterinnen materiell und moralisch zu der Junung lud die Streitfommission der Arbeiter zu einer Bu- auf das Strafmaß, er bat nur um eine geringere Strafe, Junge unterstützen. Ihr Sieg bedeutet die Erhaltung und Kräftigung ihrer sammenkunft ein, wo die Angelegenheit ins gleiche gebracht wurde. dagegen behauptete, sich in ganz anderem und harmloserem Sinne Organisation, diese aber einen Fortschritt in der gewerkschaftlichen Am 26. Mai ist bei Manninger die Arbeit wieder aufgenommen ausgedrückt zu haben, außerdem wollte er den Beweis der Wahr Arbeiterbewegung Deutschlands, dem der politische Fortschritt worden. In der Zusammenkunft beschloß man noch, daß hei fünfheit führen, weshalb eine umfangreiche Beweisaufnahme ftattdieser Arbeiter, soweit sie noch unaufgeklärt, folgt. Darum tigen Differenzen in einer Werkstatt sofort die beiderseitigen Kom fand. Die Belastungszeugen stüßten die Anklage, indem sie Solidarität! miffionen zufammenzutreten haben. den Wortlaut der Beleidigungen in der inkriminirten Form bestätigten, andererseits trugen die Entlastungs. eugen zahlreiche Beispiele aus der Praxis vor, in denen die zum Schuße der Arbeiter wie des Publikums erlassenen baupolizeilichen BeDie Scheibentöpfer in Muskau, die ca. 5 Wochen im Aus- In der Rebenstock'schen Fabrik optischer Instru- stimmungen in rigoroser Weise verlegt worden stande waren, sind, wie uns der Vorstand des Verbandes der Töpfer mente sind 10 Arbeiter wegen ihrer Verbandszugehörigkeit entfeien, ohne daß die revidirenden Polizeibeamten und Ziegler mittheilt, mit ihren Forderungen durchgedrungen. Sie laffen worden; weitere Entlassungen stehen bevor. Bon 20 organi davon etwas bemerkt hätten. Es sei auch häufig vorerzielten ein einheitliches Jubaltsmaaß und gleiche Bezahlung in firten Arbeitern sind nur zwei dem Anfinnen nachgekommen, aus gekommen, daß die Bauleiter vorher Kenntniß davon hatten, allen Fabriken. Die Lohnausbesserung beträgt mit geringen Ab- dem Verband auszutreten. Buzug ist fernzuhalten. wenn die Baukommission eine Revision vornehmen würde und dann weichungen 10 bis 20 pet. feien die Unterlassungen provisorisch mit Roulissen verdeckt worden. Daß aber Polizeibeamte direkt bestochen worden seien, vermochte feiner der Zeugen nachzuweisen und deshalb wurde die Berufung fostenpflichtig verworfen. Die Strafe wurde nicht herabgefeht, weil der Vorwurf der Bestechlichkeit, welcher den Polizeibeamten seitens der Angeklagten gemacht worden, ein sehr schwerer sei. wirth 13 M. gegen seinen Miether ein auf grund der KontraktsFür die Reparatur eines Klingelzuges flagte ein Hauss bestimmung, daß Wiether die Wohnung in gutem, brauchbarem Bustande zurückgewähren müffe. Das Gericht wies die Klage ab, da die Abnutzung des Klingelzuges durch den gewöhnlichen Gebrauch bedingt war und die erwähnte Kontraktsbestimmung nur so ausvon dem Arbeitgeber Beisiger Fabrikanten Weigert eingebend lichen Gebrauch erfolgte Abnugung nicht haftet. Auf grund eines umfangreichen Materials wurde der Antrag gefeßlichen Vorschrift, wonach der Miether für die durch den gewöhn gelegt werden könne, daß sie nicht im Widerspruche stehe mit der Diether Biberſpruche ſtehe mit der begründet und, nachdem in der Debatte das Material gegen die begründet und, nachdem in der Debatte das Material gegen die Einen Schaukwirthschaftsbetrieb eigener Art haben die Bestimmungen der Novelle zur Einschränkung der Gewerbegerichte Gerichte tonftruirt. Aus Flensburg wird gemeldet, daß ein großer Theil der am vielseitig ergänzt worden, gegen eine Stimme angenommen. Bei den Kolonialwaaren Händlern vieler Bau der Schmalspurbahn von Gravenstein nach Beschlüsse werden den zuständigen Behörden durch den Vorsitzenden Gegenden Preußens ist die Sitte eingeriffen, ihren meist ländlichen Apenrade beschäftigten Arbeiter im Streit steht, um die Er des Gewerbegerichts übermittelt. Getrennt hiervon wollen die Aus- Schnäpschen zu fredenzen. Auch der Händler Bollmann folgte diefem höhung des Stundenlohnes von 25 auf 80 Pf. durchzusetzen.schußbeifißer der Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Mitgliedern Brauche. Seine Tochter vertrat ihn eines schönen Tages und machte In Magdeburg beträgt die Zahl der streifenden des Reichstages eine eingehende Begründung ihrer Ansichten über es ebenso. Aber ein Hüter der Ordnung sah dies und zeigte den Tischler zur Zeit 166, davon sind 123 verheirathet. Abgereift den Antrag zustellen. find 18 Streifende. Die Zahl der vom Streit betroffenen Geschäfte Vater deshalb an. Bollmann wurde vom Schöffengericht zu 80 M. beträgt 30. Strafe verurtheilt, weil er das Schankgewerbe ausgeübt Ueber die Lohnbewegung im Erfurter Baugewerbe be habe, ohne im Befize einer Schankkonzession zu sein und richtet die Thüringer Tribüne": Ausgesperrt wurden am verordnung eine Bestimmung, wonach Arbeiter, die infolge eigenen urtheilte appellirte und machte geltend, bie fragliche Art der Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft hat in ihrer Arbeits- ohne die entsprechende Gewerbesteuer zu zahlen. Der Ver gangenen Sonnabend 350 Maurer, hiervon reiften 45 ab. Die Arbeit wieder aufgenommen haben infolge Bewilligung der Forde Verschuldens einen Afford nicht fertigstellen, aus diefem Afford nur Schnapszugabe sei eine allgemeine Gewohnheit, der er als Geschäftsrungen am Montag 40 Maurer bei 6 Unternehmern. Zu den alten auf den Stundenlohn Anspruch haben, den sie als Akkordvorschuß mann habe nachgeben müffen. Von einem Schankbetriebe tönne Bedingungen bis Ablauf der Kündigung arbeiten 22 Mann. Ersatz- wöchentlich ausgezahlt erhalten. Das heißt, es wird ihnen dann keine Rede sein. Die Straftammer wies aber seine Berufung ab. Träfte für die Ausgesperrten haben sich 20 gefunden, jedoch keine nur die Beit nach dem Stundenlohn berechnet, welche sie auf die Sie führte aus, er habe unstreitig auf einem Umwege Gewinn betreffende Akkord arbeit verwendeten; von dem eventuellen erzielen wollen, wenn er seinen Kunden Schnaps ausschänke. Der Die Lage des Zimmererstreits ist unver Affordüberschuß, der Differenz zwischen dem Vorschuß und Zweck sei doch gewesen, die Kunden zu fesseln und neue Kunden ana dem ganzen Attordsay, erhalten fie feinen Pfennig. zulocken. In dieser auf Gewinn abzielenden Absicht liege aber das Renn Der Maurerstreik in Sonneberg ist so gut wie beendet. Die Dies Verfahren war gegen den Dreher M. angewendet worden. Der zeichen des Gewerbebetriebes. Es sei darum ganz unerheblich, daß der Maurer verhandelten über die Köpfe der Streitfommission weg mit Arbeiter protestirte jedoch dagegen durch eine Klage beim Gewerbe- Schnaps unentgeltlich bergegeben werde. Auch sei es gleichgiltig, daß ihren früheren Meistern. Die Forderungen, um deretwillen der gericht, indem er 17,80 m. von der Gesellschaft beanspruchte. Er andere Geschäftsleute ebenso handelten. Sie machten sich eben auch Kampf begann, find daher nicht durchgesetzt worden, immerhin ist im machte geltend, durch Krankheit an der Fertigstellung zweier Alforde ftrafbar. In seiner Revision gegen das Urtheil betonte Bollmann allgemeinen eine Lohnerhöhung erreicht.sangst verhindert gewesen zu sein, auch habe er sich durch eine Postkarte vor allem, der Begriff der Gewerbsmäßigkeit fet vom Landgericht Aus Geringswalde i. S. wird uns von betheiligter Seite ge- entschuldigt. Der Vertreter der beklagten Firma bestritt, daß m. verkannt worden. Der Straffenat des Kammergerichts wies schrieben: frant gewesen sei und der Werkmeister sagte aus, er habe indeffen die Revision mit der Begründung zurück, daß der Begriff Der seit dem 1. April durch Aussperrungen von den hiesigen die angeblich an ihn adressirte Entschuldigungstarte nicht der Gewerbsmäßigkeit durchaus nicht verkannt worden sei. G Stuhlfabrikanten provozirte Streit wird jetzt heftiger ge- bekommen. Der Kläger blieb mit der größten Entschieden habe sich hier für Bollmann darum gehandelt, indirekt einen führt als bei Beginn. Der Fabrikantenring hatte gehofft, durch seine heit bei seinen Angaben. Einen Arzt will er deshalb nicht in An- Vermögensvortheil zu erzielen, dadurch, daß er sich seine Abnehmer energischen Maßregeln die Organisation der hiesigen Stublarbeiter spruch genommen haben, weil seine Krankheit ein älteres, periodisch Unzweifelhaft liege ein konzessions zu zertrümmern, darin hat er sich aber getäuscht. Von den auftretendes Leiden gewesen sei. Gin ärztliches Attest tonnte er Ein Urtheil, das in weiten Kreisen 314 Mann, die die Arbeit niederlegten, find bisher nur 26 darum nicht beibringen. Aus der Verhandlung sind noch zwei Anwieder in die Fabriken zurückgekehrt. Ganze 8 Mann haben sich gaben des Vertreters der Beklagten recht interessant. Hiernach hat von auswärts gefunden. Mit den 43 von Anfang an stehen geder Arbeiter, der den einen Akkord fertigstellte, den ganzen Afford bliebenen sind also zusammen nur 77 Arbeiter in den vier größten reft von 7,40 m. Fabriken am Blaze thätig. Daß den Fabrikanten nicht sehr wohl hierau, er batter 10 Stunden erhalten. Kläger meint nur ein paar Stunden gebraucht. Den weil dieser, in angeheitertem Zustande von einem Tanzlotal tommend zu Muthe ist, weiß jeder; aber die Herren haben sich bei 3000 m. anderen Akkord haben zwei Arbeiter vollendet, und fte sich seiner Verhaftung widersetzte. Das Hamburger Echo" Ronventionalstrafe verpflichtet, auszuhalten, und was das originellfte erhielten für vier Stunden 10,40 Mart Atfordreft". theilte den auf grund eingehender Erkundigungen ermittelten ist, die betreffende Urkunde soll behördlich gestempelt sein. Der Vorsitzende der Kammer V, Affeffor Hellwig, verlangte den Sachverhalt in wei Notizen mit und bemerkte bazu Ein Fabritant erklärte den Arbeitern gegenüber, daß er gern von genauen Nachweis, daß der Kläger gerade an den Tagen trant ge auf den unerhörten Vorfall vorläufig nicht weiter eingehen seinen Verpflichtungen dem Kartell gegenüber zurücktreten möchte, wesen sei, wo er der Fabrit fernblieb. M. schlug schließlich seine fondern erft eine ämtliche Darstellung desselben abwarten zu wollen. Buzug ist streng fernzuhalten. Unterstüßungsgelder werden entgegengenommen von Joh. Wennemann, Jacobikirchhof 6. Der Vorstand des Vereins der Textilarbeiter. Zahlstelle Bremen. Ju Breslan sind noch 40 Tischler im Ausstand, und zwar dort, wo die neuerlichen Abmachungen mit den Vertretern der Unternehmer nicht refpeftirt werden. Im Laufe der nächsten Woche wird sich, wie die Volkswacht" mittheilt, der partielle Streit wahr scheinlich noch ausdehnen; speziell kommen Tischler in betracht, die auf fogenannter erlener Arbeit beschäftigt sind. " Zum Tischlerftreit in Stettin wird uns geschrieben: Die Situation ist nach der Aufhebung des Generalfireits für die Ausständigen keineswegs günstiger geworden. Im Gegentheil, die Unternehmer verlangen jetzt die Aufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen. Nun wurde der Lohnkommission anheimgestellt, brieflich sich an den Arbeitgeber Berbaud zu wenden. Bis jet baben 13 Meister mit 40 Gesellen die Forderung der Arbeiter bewilligt Zu unterstützen sind für diese Woche 170 Verheirathete mit 272 Kindern und 84 Ledige. von auswärts. ändert. Die Zahl der streitenden Töpfer betrug am 26. Mai 122, nachdem im Laufe der Woche 15 abgereift waren. Bewilligt haben 33 Meister, der dritte Theil aller Töpfermeister Münchens. Zuzug ist streng fernzuhalten. Boziales. Der Ausschuß des Berliner Gewerbegerichts( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) hielt gestern eine gemeinschaftliche Sigung ab. Bur Berathung stand folgender, von 30 Arbeitgeber- Beifizern gestellter Antrag: Die Bestimmungen der Novelle zur Gewerbe- Ordnung dahin abzuändern, daß Innungs- Schiedsgerichte an denjenigen Orten nicht neu errichtet werden dürfen, an denen Gewerbegerichte bereits bestehen, und daß nach dem Inkrafttreten der Novelle errichtete Junungs. Schiedsgerichte aufzulösen sind, sofern für den betreffenden Bezirk Gewerbegerichte errichtet werben." Soziale Rechtspflege. Die erhielt und neue anlockte. pflichtiger Schantbetrieb vor. Rschütteln erregen wird. = Zur Kulturgeschichte des preußisch- deutschen Reiches. Der Gendarm Quenfell in Alten wärder erschoß in der Macht zum 10. Mai vorigen Jahres den Gärtnergehilfen Lankenau, " worden. Versammlungen. " " dem " " ein Vorstand setzt sich nach vollzogener Ergänzungswahl aus folgenden fprochen hatten, wurde nommen. Ein Antrag, welcher die Lohnkommission auf neuen Schulhauses Rücksicht auf diesen Wunsch genommen sei. Eine amtliche Darstellung kam nicht, wohl aber wurde bekannt, daß entfalten und deren Meinung über die Wege, welche zur Erreichung persönliche Debatte, welcher durch Uebergang zur Tagesordnung schließ Quenfell wegen feines strengen aber forretten" Handelns in der des Zieles einzuschlagen find, zu hören. lich ein Ende bereitet wurde. Aus der Neuwahl zur Agitationstommiffion Schießaffäre vom Kaiser eine Belobigung erhalten hatte, Fu Keller's Saal referirte Silberschmidt vor einer gingen hervor: Baum, Josewsti, Grieb, Mike und und daß nicht gegen Quenfell wegen Ueberschreitung seiner Schieß- gut besuchten Versammlung. Er berichtete zunächst, daß bereits auf Schulz. Baum unterbreitet noch, daß die Sammlung zum Mai instruktion, sondern gegen den damaligen verantwortlichen Redakteur des 53 Bauten der Lohn von 60 Pf. gezahlt wird, die Zahl dieser fonds 51,50 m. ergeben und die Betheiligung an der Feier seitens Echo" ein Strafverfahren wegen Beleidigung Quensell's eingeleitet Bauten innerhalb der letzten Woche also um 13 gewachsen ist. Auf der Kollegen eine stärkere als früher war. war. Die Straftammer IV des Hamburger Landgerichts sprach den An- 8 Bauten befinden sich die Maurer zur Zeit im Kampf für die Er- Ju einer Versammlung der Möbelpolirer( Filiale S.O.) getlagten Stenzel wegen der ersten Notiz, in der es hieß: Lankenau langung des besagten Lohns. Der Referent begründete ausführlich sprach am 24. Mai Genosse Wagner über die Ursache der Vers weigerte sich, mitzugeben, und nun zog der Gendarm plöglich seine Schuß die Nothwendigkeit der geforderten Lohnerhöhung mit der brechen. Unter Verschiedenes wurden die Werkstattverhältnisse bei waffe hervor und knallte den Gärtnergehilfen nieder," frei; wegen Thatsache, daß seit den sechziger Jahren zwar alle Lebens der Firma Müller u. Comp., Blücherstr. 35, besprochen. Leider der zweiten Notiz, in welcher stand, daß den Worten Lankenau's: bedürfnisse bedeutend im Preise gestiegen seien, der Lohn aber nicht waren die Arbeiter aus dieser Werkstatt nicht erschienen. Wie mit Wenn Sie im Rechte sind, dann schießen Sie nur zu!" nach den gleichen Schritt mit dieser Steigerung gehalten habe und taum über getheilt wurde, haben die Arbeiter von Lehmann Nachfolger wegen Angaben der Augenzeugen sofort die That gefolgt sein soll, wurde einen Jahresverdienst von 1000 M. hinauskomme. Es liege also Bohnreduktion die Arbeit eingestellt. St. zu vierzehn Tagen Gefängniß verurtheilt. Die Zu- im Intereffe eines jeden Kollegen und sei jedermanns Pflicht, dafür Protestversammlung. Die Genossen und Genosfinnen von billigung des§ 193 Str. G.-B.( Wahrung berechtigter Interessen) zu sorgen, daß der Lohn auf eine solche Höhe gebracht werde, Briz fanden sich am Freitag, den 21. Mai in Güldener's Lotal versagte das Gericht in letzterem Falle dem Angeklagten, getren welche ausreicht zur Bestreitung der nothwendigen Lebens( Rudowerstraße) zu einem Protest gegen die neue Vereinsgefezder bisherigen Praxis in der Rechtsprechung gegen Breßsünder. bedürfniffe. Jeder Maurer möge nun unter seinen Mitarbeitern Novelle zusammen. Das Referat hatte Genosse Wagener- Berlin Auch eine Verlegung der Schießinstruktion für Gendarmen für die Bewegung agitiren, jedoch empfehle die Lohnkommiffion, daß ( 818 der Verordnung vom 23. Mai 1867) lag nach Ansicht in den nächsten Tagen Arbeitseinstellungen nach Möglichkeit unter übernommen, der in begeisternder Rede ein Bild von den Absichten des reaktionären Junkerregiments entwarf, die aber das deutsche des Gerichts nicht vor. Der Schlußsatz dieser Instruktion bleiben sollen, damit die Kräfte zusammengehalten würden für das Volk durch eindringlichste Kundgebungen zu nichte machen müffe. lautet:„ Es liegt den Gendarmen jedoch ob, die Waffen uur, nach sich später vielleicht nöthig machende Vorgehen. Bis zur nächsten Dem Referat, das häufig mit großem Beifall begleitet wurde, folgte dem gelinde Mittel fruchtlos angewendet sind, und nur, wenn der Versammlung sei eine abwartende Stellung geboten. Der Referent die einstimmige Annahme der Resolution. Nachdem der Vorsitzende Widerstand so start ist, daß er nicht anders als mit bewaffneter legte folgende von der Lohnkommission verfaßte Resolution vor: noch der nächsten Reichstagswahl gedacht, forderte er die VerHand überwunden werden kann, und auch dann noch mit möglichster In Erwägung, daß der bisherige Lohn von 55 Pf. unzureichend ift, fammelten auf, fich zu organisiren und auf die Arbeiterpreffe zu Schonung zu gebrauchen." Der Angeklagte sowohl wie die daß die Maurer während eines großen Theils des Jahres arbeits- abonniren. Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urtheil beim Reichsgericht los find, auch das Angebot von Arbeitskräften immer größer Revision eingelegt; ersterer, weil er sich zu unrecht verurtheilt glaubt, wird; da ferner schon im Jahre 1889 ein Stundenlohn von 60 Pf. Charlottenburg. Die hiesigen Bauarbeiter beschäftigten sich lettere, weil sie mit der Freisprechung wegen der ersten Notiz nicht auf den meisten Bauten gezahlt wurde, und die Bau- Industrie auch am 23. d. M. mit der Tagesordnung: Wie stellen sich die Baueinverstanden war. Das Reichsgericht verwvarf am 24. Mai beide beut einen solchen Lohn sehr wohl tragen kann, halten die Verarbeiter zu der diesjährigen Bewegung der Maurer? Der Referent Revisionen. sammelten die Durchführung des Stundenlohnes von 60 Pf., sowie Pörsch gab in seinem mit Beifall aufgenommenen Vortrag einen Der Kohlentrimmer Johannes Bohlen aus Altona, der auf der übrigen am 15. April aufgestellten Forderungen als bringend geschichtlichen Rückblick der Arbeiterbewegung und forderte am der auf der Strecke von Hamburg nach Berlin in einem nothwendig und verpflichten sich, auf allen Baustätten für die Schluß die Anwesenden auf, ihre Organisation thatkräftiger zu Eisenbahnzuge auf einen mitreifenden, aus Ungarn gebürtigen Forderungen eine lebhafte Propaganda zu entfalten, und, unterstützen. In der Diskussion plaidirte Maurer Schulz für eine Zuschneider mehrere Revolverschüsse abgefeuert falls die Unternehmer kein Entgegenkommen zeigen, wir weitere Ausdehnung des Unterstüßungswesens. Eine in diesem hatte, ohne denselben jedoch zu verletzen, wurde dieserhalb, wie unsere Forderungen au geeigneter Zeit mit Nachdruck Sinne gehaltene Resolution gelangte hierauf einstimmig zur An seiner Zeit berichtet, von der Straffammer zu Altona zu zwei vertreten tönnen. In der Diskussion herrschte vollkommene nahme und wählte die Versammlung Junger zum VertrauensJahren Gefängniß verurtheilt. Die gegen dieses Urtheil Einmüthigkeit hinsichtlich der Kommiffionsvorschläge. Lebhaft wurde mann. eingelegte Revision ist jetzt vom Reichsgericht verworfen über die auf den Bauten herrschende Schinderei" geflagt. Die Rummelsburg. In einer Versammlung, die hier am 24. Mai Resolution fand einstimmige Annahme. Jm Lokal Königshof" tagte, wurde beschlossen, daß sich die Partei an der Erfahwahl zum Prügelpädagogik. Der Lebrer Julius Freytag war am in der Bülowstraße waren die Maurer des Westens, Südwestens Gemeinderath betheiligt. Zum Kandidat wurde Genosse Ritter 11. März 1896 vom Landgericht Im wegen Körperverletzung im und Schönebergs sehr zahlreich versammelt. Fritsch begründete nominirt. Amte zu 10 M. Geldstrafe verurtheilt worden, in vier anderen in seinem Referat die Forderung des 60 Pfennig- Stunden- In Wilmersdorf, im Voltsgarten, Berlinerstraße, sprach am Fällen jedoch freigesprochen worden. Der Lehrer hatte Schülerinnen lohnes und forderte die Anwesenden auf, mit allen ge- Mittwoch Abend Liebknecht über das preußische Knebelgesetz, auf die Finger geprügelt. Auf die von dem Vater des mißhandelten feylich erlaubten Mitteln für die Erringung deffelben einzutreten. worauf die Bersammlung einstimmig die bekannte Berliner ProtestMädchens als Nebenkläger eingelegten Revision hob das Reichs. In der recht lebhaften Diskussion traten alle Redner dem Stand- resolution angenommen. Referent gab in seinem Vortrag ein ge gericht das Urtheil auf und wies die Sache in die Borinstanz zurück. punkt des Referenten bei. Ferner wurden verschiedentlich Mißstände schichtliches Bild der Kämpfe um das Vereinsrecht, die für die Das Zuchtpolizeigericht Epinal hat gestern die drei Staats- auf Bauten erörtert und die oft übermäßige Ausbeutung der Kräfte deutsche Sozialdemokratie vom Augenblick ihrer Ronstituirung als begonnen, und tam schließlich ingenieuve, welche für den Bruch des im Jahre 1895 geriffenen der Arbeiter beleuchtet. Die Redner betonten, daß nur durch ein- Partei auch, nachdem er auf die gewarnt, die bürgerlichen Parteien Stauweihers von Bouzey unter Anklage gestellt worden waren, frei- müthiges Busammengehen aller Kollegen die Lage derselben gebessert davor zu vers deren Erbärmlichkeit wir das Ueberwuchern der gesprochen. Bei dem Bruche dieses Reservoirs waren bekanntlich werden könne. Auch über mangelhafte Baubuden wurde mehrfach trauen, getlagt und überwachenden Beamten viele Menschen ums Leben gekommen. Finger junkerlichen Reaktion zu verdanken haben, auf die neuerdings zeig gegeben, er im Interesse der Allgemeinheit im Anschluß an das jüngste Junter- attentat aufgeworfene Frage eine nügliche Thätigkeit entfalten könnte. Die Resolution der Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen zu sprechen. fand einstimmige Annahme. In der Urania", Wrangelstraße, Er für seinen Theil sehe keinen Grund, den vom Kölner Parteitag Der Wahlverein für den sechsten Berliner Reichstage: wo die Bersammlung für den Südoften tagte, referirte Stater, der gef ßten Beschluß zu ändern. In tattischen Fragen gebe es selbstWahlkreis hielt am Dienstag Abend eine gut besuchte außer Schluß die Kollegen aufforderte, für die aufgestellten For- verständlich kein niemals. Bu bedenken sei aber jedenfalls, daß ordentliche Generalversammlung im Kolberger Calon ab, in der derungen Propaganda zu machen, damit, wenn die Lohn- und dies habe die bisherige Stellungnahme der Partei in dieser die Maurer Frage wesentlich veranlaßt eine Theilnahme an den preußischen Genoffe Jacobey sich eingangs über die Thätigkeit des Vereins fommission den Zeitpunkt für geeignet hält, und geschlossen für ihre Forderungen eintreten Landtagswahlen einmüthig ein Wahlbündniß mit anderen bis zum Röllerkoup verbreitete. Es haben bis zur Auflösung eine Fönnen. Mehrere Diskussionsredner sprachen im Sinne des Nefe Parteien nothwendig mache, und daß die KonBorstandssitung, eine Vereinsversammlung und Zusammenkunft der eines solchen Wahlbündnisses mit Nothwendigkeit Vertrauenspersonen stattgefunden. Der Kaffenbericht gestaltete sich renten, worauf die Resolution einstimmig angenommen wurde. fequenz nach den Ausführungen des Genossen Kröhn wie folgt: Bestand Im Wedding Part" tagte gleichfalls eine gut besuchte Ver- auch eine veränderte Praxis bei den Reichstags. Jammlung. Der Referent Herforth wies unter anderem auch wahlen sei. Falls die Frage vor den nächsten Parteitag in der letzten Generalversammlung 1664,86 M., Einnahme 2711,90 m. darauf hin, daß selbst den Innungsmeistern der geforderte Lohn komme, werde dieser sorgfältig das Für und Wider abzuwägen und Ausgabe 3995,83 M., so daß ein Bestand von 380,93 M. zu nicht zu hoch erscheine, jedoch wolle keiner derselben den Anfang haben. Vom Genossen Nerre wurde noch mitgetheilt, daß ihm verzeichnen ist, welcher mit der Markeneinnahme die Summe von machen mit der Bewilligung. Nachdem mehrere Redner auf die im Februar den Gemeindevorstand übermittelte Resolution, 4876,76. erreicht. Nachdem die Revisoren die Richtigkeit des in der Diskussion für die aufgestellten Forderungen ge- welche unentgeltliche Badegelegenheit für die Gemeindefchüler vorstehenden bekundet, ertheilte die Versammlung Decharge. Der die Resolution einstimmig angeforderte, ihm der Bescheid zugegangen sei, daß beim Ausbau des Personen zusaminen: Leidt erster und Riesel zweiter fordert, in nächster Zeit eine Versammlung einzuberufen mit Weiter wurden vom Genossen Kübler die sanitären Verhältniffe Vorsitzender; erster Kassirer Kröhn, zweiter Bergemann Schuhmann erster, Beiswänger zweiter Schriftführer; als der Tagesordnung: Die Einigungsfrage, wurde mit schwacher Mehr am hiesigen Gymnasialban scharf fritifirt, die Baubude, in welcher, heit angenommen.-In Gründel's Saal war der Besuch ein die Maurer ihre Kleidung ablegen, sei unter Umständen nur bei GeBeisitzer fungiren Raschke, Rudow und Lange und als Revisoren Gleinert, Ludwig und Bütnase. Die Wahl recht guter. Hier referirte Mette, welcher bei Erwähnung der fahr des Ertrinkens zu benutzen u. f. w. und fordert Redner event. der Abtheilungsführer für die verschiedenen Stadttheile ergiebt u Zeit stattgehabten Baufperren unter anderm hervorhob, daß die Beschwerde gegen diese Mißstände. folgendes Resultat: Für Schönhauser Borstadt Wilh. Schmidt. fächlich auf die Halsstarrigkeit, welche der Bolier einem Lohnkommissions. Arbeitseinstellung auf den Bauten des Unternehmers Glafenap haupt Moabit: Schröder, Gesundbrunneu: Pörsch, Wedding: Was howsky, Rofenthaler Borstadt: 200 se und Oranienburger mitglied gegenüber bewiesen habe, zurückzuführen sei. Der Redner warnte Troppau, 28. Mai.( W. Z. B.) Gestern Abend stürzte im Borstadt: Freithaler. Unter Vereinsangelegenheiten" liegt der um Schluß vor unüberlegten Arbeitseinstellungen, dann wurde die ReAntrag der letzten Generalversammlung vor, nach welchem in Er- folution, nachdem mehrere Redner dafür eingetreten waren, ein Eugenschachte in Peterswald anläßlich vorgenommener Ausbesserungen ftimmig angenommen. Jm Lokal Bi3 marc3böbe" in die Zimmerung in Höhe von 26 Metern ein. Vier Zimmerleute wägung gezogen werden soll, ob die Art der Agitation für den Charlottenburg referirte Schule vor einer gut befuchten wurden verlegt; drei derselben wurden lebend heraufbefördert, einzuschlagen sei? Arendsee spricht sich hierbei gegen das Abhalten Bersammlung. Nach einer zustimmenden Diskussion fand die Re- auch den vierten noch im Schacht befindlichen Berlegten hofft man solution einstimmige Annahme. In den Versammlungen wurde be- lebend anzutreffen. der Bahlabende" aus. Rebuer betont, daß durch diesen Modus fannt gegeben, daß am Sonntag, den 30. d. M., von seiten des Wien, 28. Mai.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Vizes leider sehr viele Mißhelligkeiten heraufbeschworen würden; richtiger Verbandes zwei Wanderversammlungen abgehalten werden, und präsident Abrahamovicz erklärt, er werde zur Tagesordnung und sei, daß die Bezirksführer eine regere Thätigkeit entfalten und das Kassiren der Gelder gleichfalls in die Hand nehmen. Diese An- war im Reichsadler, Beusselstr. 9-10( Moabit) und Waldemar- zwar zur Verhandlung des Gebührengefehes schreiten. Unter großent Lärm protestirt die Linke dagegen und stellt mehrere Anträge. Als der regung gab Anlaß zu längerer Debatte, in der die Meinungen über ftraße 75 bei Brüder. Eine öffentliche Metallarbeiter- Versammlung, welche am Vizepräsident dem ersten Redner zur Tagesordnung, Schücker, das das event. Fortbestehen der Zahlabende zum theil auseinandergingen. 25. d. M. in Ahrens' Brauerei tagte, beschäftigte sich nach einem Wort ertheilt, läßt die Linke durch Schlagen auf die Pulte und Schließlich wurden sämmtliche Anträge dem Vorstand zur Begut Bortrage des Genossen Rohrlad über" Unternehmerverbände und Geschrei fast während einer halben Stunde Schücker nicht zu Wort achtung überwiesen. Arbeiterorganisationen" mit den Zuständen in der Borsig'schen fommen. Bei jedem Glockenzeichen des Vizepräsidenten entsteht Eine öffentliche Versammlung der hier beschäftigten Fabrik, speziell des Eisenwerks. Dieses Thema behandelte Genosse neuer Lärm. Schließlich erklärt der Bizepräsident Kramarz, er entMaurer aus dem Lebuser Streis beschloß am 24. Mai nach einem äther. Während es, so bemerkte Redner, sonst üblich gewesen siebe Schücker das Wort, da dieser selbst bei den Parteigenoffen sich Referat des Genossen Silberschmidt, dafür zu wirken, daß in fei, daß im Todesfalle eines Arbeiters die Kollegen demselben die nicht Gehör schaffen könne.( Tumult.) Der zweite Redner zur allen Orten Bertrauensmänner gewählt werden, die mit der Tette Ehre erwiesen, fei es in einem fürzlich statt Tagesordnung, der Jungczeche Pacat, spricht unter stürmischem Agitationskommission in Berbindung treten sollen. gehabten Fall passirt, daß diese Erlaubniß erst nach mehrfachen Beifall der Rechten, während die Linke die Rede durch Lärm zu Eine stark besuchte Versammlung der Platz Deputirten Borstellungen benehmigt wurden. Als in einem Betrieb die Arbeiter unterdrücken bestrebt ist. Nachdem mehrere Anträge auf Schluß der der Berliner Zimmerer tagte am Montag Grenadierstr. 33. Nach wegen Einschränkung oder Abschaffung der Ueberstunden vorstellig Sigung abgelehnt waren, wird der Schluß der Debatte angenommen. dem Bericht der Lohnkommission sind die letzten Ausstände, soweit wurden, sei ihnen gesagt worden, das sei unmöglich, da die Ver- Pacat ist mit dem Antrag Schücker auf Zuweisung an einen es sich um die Erhaltung der neunstündigen Arbeitszeit und die waltung bei nicht rechtzeitiger Lieferung 40 000 m. Ronventional besonderen 36gliedrigen Ausschuß einverstanden, worauf der Antrag Abschaffung der Ueberstunden handelte, stets siegreich und schnell strafe zahlen müffe. Den Hilfsarbeitern wurde eine kleine Auf- in namentlicher Abstimmung angenommen wird. Die Verhandlung beendet worden. In der Ausstellung Transvaal, wo augenblicklich befferung ihres jetzigen Stundenlohns abgeschlagen. Und als dieselben wird abgebrochen. Bizepräsident Abrabamovicz erklärt, die mit einer wahren Hast an der Fertigstellung der Aus hierauf die Arbeit verweigerten, soll ihre Wiedereinstellung nur Deffentlichkeit des Legitimations- Ausschusses sei wiederholt abgelehnt. stellungsbauten gearbeitet wird, sind die Ueberstunden bei den unter der Bedingung gestattet sein, daß sie nunmehr für 25 Pfennig Er müsse das Haus befragen, ob der Antrag Daszynski auf DeffentZimmerern vollständig abgeschafft und ein Stundenlohn von arbeiteten. Nach einem dem Vertrauensmann zugegangenen Schreiben lichfeits Erklärung zur Abstimmung kommen solle oder nicht. 60 Pf. eingeführt, wohingegen bei den anderen in betracht kommenden feien im Eisenwerke die Akkordlöhne so weit herabgedrückt, daß Während der namentlichen Abstimmung macht Vizepräsident Berufen die Arbeitszeit feine Grenzen hat. Im zweiten Punkte Silfsarbeiter beim Nieten helfen müssen, blos damit die Afford Abrabamovicz die Bemerkung, daß der Legitimations Auswurden eine Anzahl Kameraden, welche während der Ausstellungsarbeiter ihren Tagelohn verdienen. Auch bezüglich des Kolonen schuß bisher eine öffentliche war, was von der Linken als Beein arbeiten entlassen worden, als gemaßregelt betrachtet, jedoch die systems wird vielfach Klage geführt. Die Hilfsarbeiter sollen hierbei flussungsäußerung gedeutet und mit stürmischen Entrüstungsrufen Prüfung der einzelnen Fälle der Lohnkommission überwiesen. 24-25 Pfennig pro Stunde verdienen. Redner fordert auf, in und mit großem Tumult aufgenommen wird. Das Haus beschließt Hierauf referirte Fischer über die Lohnbewegung der Maurer allen Werkstätten, das Bertranensmännersystem durchzuführen, dann den Antrag Daszynski nicht zuzulassen. Daszynski beantragt die und über die Achtstundenbewegung der Puzzer. Redner ist der würde auch hier bald manches anders werden. Nach einer furzen Aufnahme der Aeußerung des Vizepräsidenten ins amtliche Protokoll. Meinung, daß das einzelne Vorgehen der Maurer für die Diskussion, der ein ferniges Schlußwort des Referenten folgte, Paris, 28. Mai.( B. H.) In der russischen offiziösen Zeitung Zimmerer bedeutenden Schaden mit sich bringe, da theilweise auch wurde die Versammlung geschlossen. " Nord" wird dem Sultan angedroht, Rußland werde Griechenland die Zimmerer gezwungen seien, zu feiern. Ebenfalls neue Forde Die Stellmacher waren am Mittwoch in den Arminhallen ver in seinen Schuh nehmen und dessen Interessen vertheidigen, falls rungen zu stellen, fei augenblicklich aber unmöglich; er ist der sammelt, woselbst Bau m namens der Agitationstommission die der Sultan nicht bald nachgebe. Meinung, wenn man eine gute Position errungen habe, man dieselbe Ergebnisse der in letzter Zeit abgehaltenen Werkstellenversammlungen Belgrad, 28. Mai.( B. H.) Aus ganz Serbien laufen Mel wohl durch einzelne Bau- oder Plabsperren erhalten fönne, zur unterbreitete. Hierbei seien Mißstände zu tage getreten, welche die dungen über Hochwasser ein. Dasselbe hat bereits bedrohliche Durchführung neuer Forderungen sei ein derartiger Kleinkampf aber Nothwendigkeit eines engen Zusammenschlusses aller Stellmacher Dimensionen angenommen. nicht geeignet, ähnlich liege es bei den Puzern, deren Forderungen immer flarer erscheinen lasse. Uebermäßig lange Arbeitszeit, Lohn- London, 28. Mai.( W. Z. B.) Unterhaus. Bei der Er. wohl prinzipiell anzuerkennen seien, jedoch müsse man auch daran denken, reduktionen, Mängel in fanitärer Beziehung der Werkstätten, faft örterung des Ausgaben- Etats ereignete fich ein lebhafter ZwischenMißstände, die bei der neunstündigen Arbeitszeit noch vorherrschend, ausnahmslos Klagen über nicht genügendes Vorhandensein an fall. Der Parnellit John Redmard protestirte gegen die Unerst zu beseitigen. Da jedoch ein Zurückweichen der Zimmerer un- Werkzeug und zum theil zu spätes Auszahlen der Löhne, verbunden gerechtigkeit, die Irland in Finanzsachen durch eine zu hohe möglich, schlägt Redner vor, eine Urabstimmung unter sämmtlichen mit unwürdiger Behandlung seien so die Argumente, die überall in Besteuerung erleide. Der Vorsitzende rief ihn zur Ordnung. RedBerliner Zimmerern vorzunehmen, um die richtige Meinung derselben Vordergrund traten. Obwohl die Herren E. Dittmann, mard blieb bei seiner Behauptung, worauf er wegen Ungehorsams fennen zu lernen. In der Diskussion, die sich theilweise sehr lebhaft Betriebsdirektor Schulz von der tönigl. Hof- Wagenfabrit von gegen den Vorsitzenden mit 238 gegen 52 Stimmen von der Sizung gestaltete, wurde von Lehmann, Hoff, Ridert, Knüpfer, E. Küblstein, H. Engel und F. Edert eingeladen waren, ausgeschlossen wurde. Clancy, William Redmard und Field folgten Pezold und vielen anderen die angenblickliche Konjunktur fand sich troh Aufforderung des Vorsigenden niemand, es zu unter- nach einander John Redmards Beispiel und wurden deshalb vom als nicht günstig bezeichnet und vor übereilten Schritten nehmen, die gegen die Geschäftshandhabung der einzelnen Betriebe Vorsitzenden angewiesen, den Sigungssaal zu verlassen, Clancy, und gewarnt. Gode und Hecht treten für die Taktik der Maurer ein, gemachten Borhaltungen zu entfräften. Die Versammlung hörte William Redmard weigerten sich der Anordnung des Vorsitzenden nach jedoch wurde ein dahin gehender Antrag abgelehnt und der Antrag alsdann einen Vortrag des Genossen Pegel über: Die Arbeiter zukommen und wurden auf Befehl des letteren vom Sergeant at der Lohnkommission angenommen, die alsdann nach der Abstimmung bewegung einft und jetzt", welche Ausführungen mit Beifall auf- arms aus dem Saal geführt. Field hatte sich der Anordnung des die nöthigen Schritte zu unternehmen hat. genommen wurden. Eine Debatte wurde nicht beliebt, worauf die Vorsitzenden sofort gefügt. Die Weiterberathung des Etats konnte Die Maurer hielten am Mittwoch zwecks Besprechung ihrer Abrechnung der Agitationskommission gegeben wurde, nach welcher nunmehr ruhig vor sich gehen. Lohnbewegung sechs Versammlungen in den verschiedenen Stadt- eine Einnahme von 90,72 M. und eine Ausgabe von 73,40 M. zu Alexandrien, 28. Mai.( B. H.) An alle in Egypten weilenden gegenden ab. Es handelt sich darum, für die am 15. April auf- verzeichnen ist, welche Angaben die Revisoren bestätigen, worauf die Offiziere und Beamte der englischen Sudan- Armee ist der Befehl ers gestellten Forderungen, deren Hauptpunkt ein Stundenlohn von beantragte Decharge ertheilt wird. Ueber die in lezter Beit statt gangen, sofort nach Dongola zu gehen, weil der Vormarsch gegen 60 Pf. ist, eine ausgiebige Agitation unter den Berufsgenossen zu gefundenen Sihungen der Rommission entspann sich eine längere, hartum bevorstehe. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen " Depeschen und lehte Nachrichten. W Br. 123. 14. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. Mai 1897. Prozek v. Tausch- v. Tükow. Kampf um den Zeugen Uuruh. Als auch auf den Zeugen Unruh, der angeblich von Lützow für russische Spionagezwecke angeworben worden sein soll, feitens der Vertheidiger v. Lausch's Verzicht geleistet werden soll, protestirte dagegen Rechtsanwalt& ubszynski sehr entschieden. Dann flüsterten Oberstaatsanwalt Drescher und Rechts= anwalt Sello sehr eingehend zusammen, schließlich verzichtet die Vertheidigung auf die Vernehmung; der Zeuge Unruh tritt auf den Präsidenten zu, spricht leise und ein gehend mit ihm und wendet sich dann in gleicher Weise an den Oberstaatsanwalt. Unterdessen hatte der Präsident sich den Rechtsanwalt& ubszynski herangerufen und konferirte gleichfalls eingehend mit ihm. Darauf erklärt Rechtsanwalt Lubszynsti sein Einverständniß mit der vorläufigen Verzichtleistung auf die Bernehmung des Zeugen v. Unruh. " " das Opfer einer Intrigue werden solle. Denn daß Herr v. Eulen. Klar war, daß man mit dieser Maßregel nach dem„ Geständniß" burg in den Augen des Kaisers herabgesetzt werden sollte, des Herrn v. Lützow nun wohl gegen mich vorgehen würde. Es Vierter Tag. Freitag, 28. Mai. war mir klar. Ich bleibe dabei, daß ich überzeugt war mir am Morgen meiner Verhaftung telephonirt worden: war, daß Hintermänner vorhanden waren, aber ich hielt Seien Sie vorsichtig, Ihre Verhaftung ist von hoher Landgerichtsdirektor Rösler eröffnet die Sigung um 9 Uhr es für Schwindel, daß Herr v. Marschall zu diesen gehöre.-Stelle schon vorgeschlagen. Herr Sekretär Licus vom mit einigen allgemeinen Bemerkungen zur Geschäftslage, in welchen Präs.: Was ging das Sie an? Sie hatten als Polizeikommiffar Bolizeipräsidium, der hier stenographirt, wollte mir auch helfen. Er er die Hoffnung ausspricht, daß es möglich sein werde, heute Nach einfach die Aufträge auszuführen, die Ihnen von Ihrer Behörde gab mir an die Hand, allen Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu mittag mit der Beugenvernehmung zu beginnen, wenn alle ertheilt wurden, aber Sie hatten sich nicht um die Intriguen anderer gehen, indem ich zugeben sollte, daß ich vielleicht gesagt habe, Leckert Prozeßbetheiligten bestrebt sind, den Fortgang der Verhand- Leute zu kümmern oder gar sich drein zu mischen. v. Tausch: folle" von Freiherrn v. Marschall empfangen worden sein. Ich lung nach Möglichkeit zu fördern. Der Vorsitzende regt weiter an, ob Aber ursprünglich hatte Leckert doch blos von englischen Einflüssen fonnte das aber nicht, ich konnte es nur so beschwören, wie ich es gethan die Bertheidigung des Angeklagten v. Tausch nach den Selbstbezichtigungen des v. Lützow nicht auf eine Anzahl von Zeugen verzichten könne, gesprochen; Eulenburg wurde doch erst von Lützow hineingebracht. habe, jede andere Aussage wäre ein Meineid gewefen. Präs.: Was veranlaßte Sie denn, zu Herrn Harden zu gehen? die lediglich über das moralische Verhalten des Angeklagten Wie v. Tausch glaubt, daß es gemacht wird. Angekl; Der Juhaber eines Detektiv Bureaus Roth- Roffi, der v. Lützow aussagen sollen. Die Vertheidigung des v. Tausch. Präs.: Bestreiten Sie nun ferner, daß Sie dem zweiten Artikel das sogenannte Geständniß Lüßow's gelesen hatte, bot mir seine erklärt sich hierzu bereit; eine Anzahl von Zeugen, unter anderen in der Welt am Montag" nahe stehen? v. Tausch: Mit Hilfe an und führte mich bei Herrn Harden ein. Präs.: Was v. Massow, General v. Goßler, Major Frhr. v. Secken- aller Entschiedenheit. Ich wäre ja wahnsinnig, wenn ich so etwas sollte Ihnen denn gerade Herr Harden nüßen? Angefl.: Ich dorf, Rechtsanwalt 2obe, werden daher entlassen. thun wollte, wo ich doch selber das Zeugnißzwangsverfahren be- hatte das Bedürfniß, mich an jenem Abend mit antragt habe. Oberstaatsanwalt: Weiß denn der An- jemand auszusprechen.- Präs.: Alle diese Thatsachen, getlagte v. Tausch als Kriminalkommiffar nicht, daß es ein Unding daß Sie sowohl am 30. November dem Dr. Liman gegenüber, als ist, gegen einen Beschuldigten das Zeugnißzwangsverfahren an auch am 3. Dezember Herrn Harden gegenüber von der Levysohn zuwenden?- v. Tausch: Warum denn nicht? Das ist schen Angelegenheit sprachen, ist ein gewiffer Anhalt dafür, daß boch schon öfters dagewesen. Ich dachte an ein Verdie Behauptung Lühow's richtig ist. fahren in Sachen wider Unbekannt." Ich wußte Muhl, zu Friedheim, zu Liman und zu Harden. ja damals noch nicht, daß das Strafverfahren gegen Alle diese Leckert eingeleitet war. diese Dinge zeigen, daß Sie sich mit Erwägungen Mir war viel mehr darum zu über die Levysohn Affäre fortgesetzt umbertrugen und thun, die Hintermänner zu ermitteln, als die Verleumder. Ich trotzdem niemals Herrn Dr. Levysohn auf die angebliche unrichtig. babe immer zu v. Lügow gesagt:" Nehmen Sie sich in acht; Sie feit der Notiz aufmerksam gemacht haben und nichtsdestoweniger kriegen ein paar Monate Gefängniß. Präs. Sie haben plötzlich in der Hauptverhandlung aufs allerbestimmteste unter Ihrem v. Tausch: Ja. Präs: Nun hat Gide Herrn Dr. Levysohn entgegentraten. Daraus fann man der Angeklagte v. Lühow gesagt, und dies wird ja auch von schließen, daß Sie, um Ihre Intrigue nicht aufkommen zu laffen, Ihnen zugegeben, daß er damals ein Workzeug in Ihrer Hand befchloffen haben, einen Meineid zu leisten. v. Tausch: war. Er erhielt von Ihnen den Sold für die Ausführung der Auf- Nein, mich hätte ja nichts gehindert, im letzten Augenblicke mich noch träge, die Sie ihm übertrugen. Wenn Sie ihm mun gesagt hätten: zu forrigiren. Lassen Sie das dumme Zeug oder zwischen uns ist's aus: Lühow Der ,, Huhn"-Artikel der ,, Kölnischen- Zeitung". würde es nicht gewagt haben. Wenn der zweite Artikel gleichwohl erschienen, weil nach Angabe Lüßow's Sie ihm feine Ruhe ließen, Präs.: Wir gehen nun weiter über zu dem Artikel der v. Tausch: Was Lützow als„ Kölnischen Zeitung" unter der Ueberschrift Flügel- Adjutanteno klingt dies viel plausibler. Journalist that, kümmerte uns nichts. Im übrigen habe ich gerade Politik". Sie sollen einen Meineid geleistet haben, indem bei dieser Gelegenheit zu Geheimrath Muhl gesagt: Es ist Sie fälschlich aus fälschlich aus Feindschaft gegen Marschall ein wahres Glück, daß wir diesmal die Geschichte im Entstehen sehen. Es zuerst den Behörden, für die Sie Recherchen nach dem Verfasser entsteht doch wieder Mißtrauen im Auswärtigen Amt, wenn man angestellt hatten, den Schriftsteller v. Huhn als den Verfaſſer das entdeckt, daß wieder ein Agent seine Hände im Spiele nannten, während thatsächlich Herr Hauptmann Hönig der Ver diesmal ehrlich dienen. hat. Sie sollen diesmal sehen, daß wir dem Auswärtigen Amt faffer war. Sie haben dann in der damaligen Berhandlung eidlich ausgefagt, daß Sie den Verfasser nicht kennen, es ist aber festgestellt, daß der Angeklagte v. Lützow schon vor Beginn der Ver handlung den Hauptmann Hönig als Verfasser des Artikels gekannt hat und nun liegt der Rückschluß ziemlich nahe, daß es auch Ihnen nicht unbekannt sein konnte. nur sagen, daß ich den Gingold- Stärk mit den Recherchen beauftragt Sie lieber nichts, als etwas Falsches. Nach ein paar Tagen wurde fattich fagte ausdrücklich zu ihm: Seien Sie vorsichtig. Melden mir der Name des Herrn v. Huhn als Verfasser genannt. mir der Name des Herrn v. Huhn als Verfasser genannt. Angekl. v. Lützow: Ich weiß meinerseits, daß mir der Angell. v. Tausch schon im Sommer v. J. einmal gesagt batte, daß Herr Hönig der Verfasser des Artikels sei. Ein weiteres Jntriguenstückchen. 31 Artikel darüber. Präsident: also abgerathen? waren? Tausch's schlechtes Gewiffen. Der Präsident mahut v. Tausch zur Vorsicht. " " v. Tausch: Ich kann Lützow's Vertheidiger gegen den ,, Lokal- Anzeiger". Bor Fortsetzung der Verhandlungen wendet sich Rechtsanwalt Dr. Holz gegen die Betrachtungen, die der„ otal- Anzeiger" an die letzte Sitzung knüpft: Diese zeigen, daß der letzte Appell des Präsidenten an die Presse teinen Erfolg erzielt hat, denn die Betrachtungen sind in einer so theatralischen Weise zu geftugt, daß es der Würde des Gerichts und dem Ernst dieser gestutzt, daß es der Würde des Gerichts und dem Ernst dieser Berhandlung nicht mehr entspricht. Der betreffende Schreiber preist es beispielsweise zum Schluß als ein forensisches Meisterstück, daß der eine Vertheidiger v. Tausch's im letzten Augen blick noch die angebliche Majestätsbeleidigung v. Lühow's zur Sprache gebracht habe, in einem Augenblick, wo v. Lützow taum mehr sprechen fonnte. Obgleich nun der Angeklagte v. Lützow sofort die Behauptung Präs: Als dieser zweite Artikel nun erschienen war, sollen des Vertheidigers bestritten hat, so zieht der Artikelschreiber bereits Sie eine große Angst verrathen und zu Lükow gesagt haben: den Schluß, daß v. Lühow schon überführt sei. Eine derartige Im Auswärtigen Amt ist der Teufel los und auch der Polizei Darstellung schon vor Beginn der Beweisaufnahme ift präsident ist ungehalten." Ich werde Sie diesmal wohl entschieden unwürdig. Ich erwähne noch, daß der Schreiber des nennen müssen. v. Tausch: Nein, ich war nur är ger Artikels von dem Rechtsanw. 2 u b szynski behauptet, diefer habe bei lich, nicht in Angst, weil ich Unannehmlichkeiten voraussah. dieser Gelegenheit den Angeklagten v. Lühow gestreichelt. Präs.: Man winde Ihrer Darstellung Glauben schenken können, Eine Gerichtsverhandlung ist doch keine Theatervorstellung. wenn Sie nicht durch Ihre Handlungen selbst die Darstellungen Oberstaatsanwalt Drescher: Ich stehe voll auf dem Standpunkte Lützow's bestätigten. Geben Sie zu, daß Sie zwei Tage vor der des Vertheidigers, daß es Sache des Tattes der Presse sei, Hauptverhandlung im Prozesse Leckert- Lützow beim Dr. Liman gesolche Betrachtungen im Interesse des Staates ebenso wie im Inter- wesen sind? Was wollten Sie von dem?- v. Tausch: Die effe der Angeklagten zu unterlassen. Eine derartige Handlungsweise ganze Presse war damals schon über mich hergefallen und besonders der betreffenden Journalisten- ich charakterisire sie nicht, ich enthalte die" Frantf. 3tg." hatte schwere Beschuldigungen gegen mich er- Tausch mich vorher dahin instruirt, daß ich bei irgend einer v. 2ühow: Als der Prozeß Leckert- Lüßow begann, hatte mich, das passende Wort anzuwenden- ift bedauerlich; wir sind dagegen hoben. Ich wollte den Dr. Liman nur auf das grundlose dieser passenden Gelegenheit in die Verhandlung hineinwerfen sollte machtlos, wir haben dagegen fein anderes Mittel, als den Appell Beschuldigungen hinweisen. Präs.: Haben Sie den Dr. Liman und Herr Hönig, der Verfasser dieses Artitels an den Anstand der Presse. Rechtsanwalt Lubszynski: nicht inständig gebeten, Sie in Schuß zu nehmen und den etwa in in der Kölnischen 3tg.", werde von dem Prinzen Wenn der betreffende Artikelschreiber behauptet, ich hätte den Aus der Hauptverhandlung, deren Spizze sich gegen Sie fehre, gegen Sie Alexander Hohenlohe empfangen. Diese Thatsache habe geflagten v. Lützow gestreichelt, so ist das weniger lächerlich, erhobenen Vorwürfen feinen Glauben zu schenken? Sie hatten als ich zwei Tage vor der Hauptverhandlung meinem als es Zeugniß von der geringen Urtheilsfähigkeit des Schreibers Zeuge doch nur die reine Wahrheit zu sagen, also von feiner Bertheidiger erzählt. v. Tausch: Ich habe doch Gingoldablegt. Seite Angriffe zu erwarten, wenn Sie sich feiner Schuld bewußt Stärt besonders scharf gemacht". Welches Jutereffe foute ich unt Der Oberstaatsanwalt über den ,, Vorwärts". v. Tausch: Ich habe nur gebeten, mich in der Presse alles in der Welt wohl daran gehabt haben, eine mir von der Oberstaatsanwalt Drescher: Ich bedauere auch einen im in Schuß zu nehmen, die schon damals gegen mich hette. Präs. Behörde ertheilte Aufgabe falsch zu erfüllen und bewußt unrichtig Vorwärts" erschienenen Artikel, der sich speziell mit dem Ver. Haben Sie nicht auch damals sich weiterhin schon sehr abfällig über einen Verfasser zu nennen. Mit einem solchen Vorgehen mußte ich theidiger des Angekl. v. Tausch beschäftigt. Dem Rechtsanwalt Dr. Lüßow ausgelassen und ihn dringend der Urkundenfälschung be- mich selbst bei der Behörde diskreditiren. v. Lützow: Ich Sello wird nichts weniger vorgeworfen als Denunziationssichtigt? v. Tausch schweigt. weiß, daß der Angeklagte v. Tausch vielfach in solchen Fällen sucht und geflissentliches Berbeugen nach oben. falsche Namen nannte, in der Absicht, dem Auswärtigen Amte etwas ( Rechtsanwalt Sello verneigt sich lächelnd gegen den Herrn Oberstaatsanwalt.) Ich begnüge mich Präs.: Weiter ist es doch befremdend, daß Sie schon damals, in die Schuhe zu schieben. v. Huhn als Korrespondent der„ K.- 3." wird im Auswärtigen Amte empfangen und deshalb hat et damit, die Hoffnung auszusprechen, daß der Tatt der vor der Hauptverhandlung, dem Zeugen Liman erzählten, Journalisten sie davor bewahren wird, Anstoß zu erregen. daß der Chefredakteur des Berliner Tagebl.", Dr. Levysohn, Herrn v. Huhn als Verfasser genannt. In solchen Fällen schaffte Zu den Geschworenen habe ich das Vertrauen, daß fie fich durch Ihr Gespräch mit ihm in entstellter Weise wiedergegeben habe? er sich Persönlichkeiten wie mich oder Gingold- Stärt, durch die er gedeckt war. Ging die Sache gut, so hatte er seinen Zweck erreicht, feine von außen hereingetragene Momente beeinflussen lassen werden. Angefl.: Das werde ich wohl gesagt haben. Präs.: Was Ein Ich lese grundsätzlich während der Dauer der Berhandlung. teine ging das& iman an? v. Tausch: Ich wußte ja schon, daß ging fie schief, so hatte er einen Prügelknaben. Levysohn vernommen werden sollte. Präs.: Jezt feien solcher Prügeltnabe bin ich auch oft gewesen. Sie aber vorsichtig! Sie brachten also das Gespräch auf Rechtsanwalt Dr. Lubszinsti: Der Angeklagte v. Tausch hatte War ihm denn ganz diese Angelegenheit mit Levysohn. Wie konnten Sie denn an- doch mit der Preffe viel zu thun. unter seinem Gide aufrecht erhalten werde? Doch nur, wenn v. Tausch: Das muß mir entgangen sein. Ich hatte die Presse nehmen, daß Levysohn eine einfache unrichtige Preßangabe entgangen, daß der Abg. Richter ganz öffentlich erklärt hatte, daß der Hauptmann Hönig der Verfasser des Artikels fei? Sie das wirklich gesagt hatten. v. Tausch: Ich wußte, daß Levysohn schon im Auswärtigen Amt die Nachricht nicht zu kontrolliren und lese die" Feiſinnige Zeitung" nicht; zum aufrecht erhalten hatte. Lesen der Zeitungen haben wir acht Lettoren. Präsident: Sie doch abwarten, ob er diese gelegentliche Bemerkung einer Behörde Wenn es den letzteren aufgefallen wäre, dann müßten mir diese gegenüber auch unter seinem Eide aufrecht erhalten werde. Artikel zugeschickt worden sein. Entweder war die Behauptung Levysohn's wahr oder sie hielten Eine Erklärung des Oberstaatsanwalts. Levysohn für einen Menschen, von dem Sie alles erwarten, sogar v. Tausch behauptet, daß er dem Botschafter Grafen Philipp einen meineid. Ju Anknüpfung an eine frühere Bemerkung des Angeklagten v. Tausch: Ich bin weit davon v. Tausch nimmt Oberstaatsanwalt Drescher Veranlassung, auf zu Eulenburg zu Dant verpflichtet war und deshalb glaubte, ihm entfernt, behaupten zu wollen, daß Dr. Levysohn das bestimmteste zu betonen, daß es ein großer Frrthum wäre, wenn einen Dienst zu leisten, wenn er ihm den vielbesprochenen ersten Artikel wissentlich einen Meineid geleistet hat, ich der Angeklagte annähme, daß seine Verhaftung von hoher Stelle" schon der Welt am Montag" über die Aenderung des russischen Kaifertoastes nehme vielmehr an, daß er geglaubt hat, es so in einem früheren Moment in Anregung gebracht worden sei, als er zur Kenntnißnahme übersandte. Weitere Zwecke habe er damit nicht ver- gehört zu haben, wie er es wiedergegeben hat. folgt, auch nicht damit die Absicht verbunden, auf diese Weise den Freiherrn Bräs.: An dieser Ihrer Auffassung ist gewiß etwas richtig. Die schall noch sonst eine hohe Stelle" habe eine solche Zumuthung ( der Staatsanwalt) fie beantragt habe. Weder Herr v. Mar v. Marschall anzuschwärzen. Wie käme ich als Kriminalkommissarius Leute von der Presse tönnen leicht, besonders wenn sie hören wollen, an ihn gestellt. Und wenn die Verhaftung nicht schon früher erfolgt wohl dazu, v. Eulenburg zu bitten, daß er diese Artikel bei mehr hören als gesprochen wird. v. Tausch: Dieser Wider sei wie vielfach erwartet wurde so liege das Se. Majestät vorlegen foll, damit Marschall dann beim spruch zwischen Levysohn und mir, der eigentlich gar kein daran, daß er( Drescher) sie noch nicht an der Zeit hielt. Als der Wickel genommen werde. Ich konnte mir doch sagen, daß Erzellenz Widerspruch ist, fam schon zwischen mir und meinem Vors Angeklagte v. Lützow fein sogenanntes ich habe es stets ohne weiteres erwidern würde: Wie kommen Sie denn dazu, mir gesetzten zur Sprache.. Präs.: Dabei wollen wir jest als ein sogenanntes bezeichnet- Geständniß abgab, trat sein Ber so etwas zuzumuthen? Ich werde Ihr Anfinnen sofort dem stehen bleiben. Sie haben also den Levyfohn'schen Artikel theidiger Lubszynski an mich heran und legte mir die Verhaftung Freiherrn v. Marschall mittheilen. Präs.: Sie sagen, daß das gelesen? v. Tausch: Ja. Präs.: Wo? v. Tausch nahe. Ich erklärte: Nein, so weit ist es noch lange Gefühl der Dankbarkeit gegen den Botschafter Grafen zu Eulen- In meiner Wohnung. Präs.: Früher sagten Sie, bei Geb. Hath nicht. Dabei war Herr von Marschall zugegen burg Sie beseelte. Der erste Artikel der Welt am Montag" Muhl? v. Tausch: Auch, aber vorher schon daheim. und widersprach mit tetner Silbe. Und als enthielt schändliche Vorwürfe gegen den Vetter des Präs.: Warum machten Sie Muhl auf den Artikel aufmerksam? der Herr Vertheidiger Beiseiteschaffung 0011 Bea Botschafters, den Hofmarschall Grafen zu Eulenburg. au v. Tausch: Weil ich zu Levysohn über Leckert doch lastungsmaterial befürchtete, erklärte ich ihm, wenn Es ist mir unverständlich, wie Sie nun glauben konnten, unter dem Siegel der Verschwiegenheit gesprochen ein solches da sei, habe v. Tausch jedenfalls es längst bei dem Herrn Botschafter mit der Zusendung eines solchen Artikels, hatte. Präs.: Dann gab es doch den naheliegenden Weg, Seite gebracht. worin ihm geradezu eine ehrlose Handlung zugeschrieben daß Sie sofort zu Herrn Dr. Levysohn hingingen und sich gesprochen, sondern nur wiederholt, was das Berliner Tageblatt" v. Tausch: Ich habe keinen Verdacht auswird, einen Gefallen zu erweisen. Noch unverständlicher ist es, besch werten. Angetl.: Nach meiner Meinung wäre es geschrieben. wenn es wahr ist, was Sie beschworen haben, daß Sache der Behörde gewesen, die falsche Mittheilung des Tagebl." geklagten zu Ende; es wurde ihm vorgeworfen: 1. daß er Politik Präs. Wir sind mit der Vernehmung des An Sie diesen Artikel sofort für unsinnig und lächerlich hielten. Von zu berichtigen. Ich hätte es gar nicht gedurft. Präs.: Haben getrieben und politische Artikel inspirirt habe; 2. v. Lüßow für seine der Provenienz des Artikels fonnte dann keine Rede weiter Sie denn die erste Mittheilung dem Dr. Levysohn als Beamter persönliche Zwecke in Anspruch genommen; 3. die Fälschung der sein, da er eben erlogen war. Oder glauben Sie, daß der Graf machen dürfen? Angetl.: Das war eine ganz private Mit Sukutsch'schen Quittung seinen Vorgesetzten verschwiegen und 4. zu Eulenburg ein Interesse daran haben konnte, zu erfahren, daß theilung meinerseits. endlich, daß er bestritten, an Levysohn die Mittheilung bez. Leckert's der Artikel von Leckert oder Lühow herrührte? v. Tausch: Ich bezweckte mit der Zusendung gar nicht, Se. Exzellenz etwas Der gebrochene Tausch bei Harden. Empfang im Auswärtigen Amt gemacht zu haben. Angenehmes mitzutheilen, sondern etwas, was die Familie Eulen- Präf.: Es muß weiter befremden, daß Sie mit großer Be( Mittagspause.) burg entschieden interessiren mußte. Präs.: Das würde zustimmtheit unter Berufung auf Gott den Allmächtigen unter Ihrem Zeugenvernehmung. treffen, wenn Sie den Artikel für richtig hielten, Sie wußten aber Eide die Behauptung des Dr. Levysohn bestritten und dann am bereite, daß es sich um eine Lüge handelt.- AngetI. Ich hielt 5. Dezember, zwei Tage vor Ihrer Berhaftung, nachdem Sie schon kultur- Rath Wu Isten, Schußmann och gründler stellen dem Polizeirath Röber, Kriminalkommissar Henniger, Oberlandes es nur für eine Lüge, daß Herr v. Marschall hinter dem Artikel Berschiedenes bekundet, was sich jetzt als unwahr herausfteft, Angeklagten v. Tausch das beste Leumundszeugniß aus: persönlich stände. Im übrigen war ich und bin auch heute noch der festen in völlig gebrochenem Zustande zu dem Schrift liebenswürdig, gewissenhafter Beamter, fein Intriguant, fein Streber Angeklagten v. Tausch das beste Leumundszeugniß aus: persönlich Ueberzeugung, daß Leckert Hintermänner batte. Ich habe steller Maximilian Harden gingen und dort das Gespräch deshalb gleich von Anfang an dem Herrn Minister v. d. Rede auf die Levysohn- Affäre brachten, da muß man annehmen, Sie gerade das Gegentheil: v. Tausch trug sich schon mit Pensionirungs. gedanken. vorgeschlagen, sofort das Zeugnißzwangsverfahren standen unter dem Eindruck des Meineides. Bebel's Vernehmung. gegen die beiden Baublanger" einzuleiten. Präs.: Das ist v. Tausch: Es ist doch gewiß kein Wunder, daß ich gebrochen unwahr und steht im Widerspruch mit Ihrer früheren Aussage( die war, wenn ein Beamter von einem Manne wie v. Lützow beschuldigt Präs. Sie sollen hauptsächlich darüber vernommen werden, der Präsident im Wortlaut des Stenogramms verliest.) v. Tausch: wird, eine Quittungsfälschung begangen zu haben. Ich war voll- daß v. Tausch auf eigene Faust Politit getrieben, Artikel geschrieben, Ich mußte meinem Versprechen gemäß doch dem Grafen v. Eulen- ständig gebrochen, weil ich wußte, daß man mich schon bez. inspirirt habe. Bebel: Ich kenne den Angeklagten von burg Kenntniß von dem Artikel geben, damit dieser sähe, daß er am liebsten einen Tag vorher verhaftet hätte, und es mir nun Tausch garnicht. Ich habe in der Boruntersuchung nur Aussage ges Tausch's Brief an Minister Eulenburg lautet nach der Verlesung des Präsidenten ungefähr: " Ew. Exzellenz Wunsch, Ihnen Mittheilung zugehen zu lassen, fobalb etwas paffire, was Sie interesfire, fonnte ich bis jetzt nicht erfüllen. Heute aber erlaube ich mir, einen Artikel beizulegen, von dem ich annehme, daß er Ihr Interesse erregt. Ich erlaube mir gleichzeitig zu bemerken, daß ich, falls Sie bei Ihrem Hiersein mit mir Rücksprache nehmen wollen, zu Ihrer Verfügung stehe und Ihnen vielleicht über die Provenienz dieses Artikels Auskunft geben kann. " Sie mußten " " macht über die Thätigkeit Normann- Schumann's zu einer Zeit, als unterrichtetes Blatt daftehe. Eine Antwort erhielt ich Deutschen Zeitung" tennt Normann- Schumann. Er hatte sich bei ihm derselbe unbestritten im Dienste der Polizei stand. Normann hierauf nicht. Aber nach einigen Tagen erschien Normann- als höherer Beamter des Justizministeriums ein Schumann hatte im Februar 1898 im Mémorial diplomatique" Schumann im Redaktionsbureau führte sich mit den geführt und Dr. Werner genannt. Er schrieb mehrere Artikel und Artikel veröffentlicht, in welchen er Angriffe gegen den Kaiser, Worten ein: Herr Doktor, was haben Sie gemacht? Herr Doktor, was haben Sie gemacht? Sie bot fich an, zu dem Zantener Stnabenmoryprozeß zu gehen, da dies " " " dafür, daß sie auf Informationen des Angekl. v. Tausch beruhen. ich dann, als ich wieder ausgehen konnte, die Probe auf mann auf her auf Befragen erklärt, daß es der Herr v. Lützow " " = " Lokales.ed " den Freiherrn v. Marschall und das Auswärtige haben ja meinen Namen dem Adjutanten des Reichskanzlers die beste Gelegenheit sei, dem internationalen Judenthum eins zu Amt richtete, wie sie nur von jemand herrühren konnten, der über verrathen! Ich erklärte, daß dies eine Lüge sei. Darauf versetzen. Der betreffende habe Herrn v. Tausch als seinen Inspirator die intimste Personalkenntniß verfügt. Ich erhielt von hotle Normann Schumann eine = wortgetreue nie genannt. befreundeter Seite aus London, die auch mit Paris Verbindungen Kopie meines Schreibens an den Adjutanten Unerwartete Wendung. hat, die Mittheilung, daß Normann- Schumann der Verfasser der Ebmeier hervor. Meine Ueberraschung war natürlich groß. Beuge läßt sich auch über die Beziehungen Normann- Schumann's Artikel, auch zugleich Bediensteter der Berliner Erst nach 2 Jahren wurde mir Aufklärung. Der Brief war zu Paasch aus, dem er jedesmal vorher mitgetheilt Polizei sei. Ich war über diese Gröffnung aufs höchste über dem Herrn v. Tausch übergeben worden, mit dem habe, wenn Haussuchung oder Verhaftung erfolgt sei. rascht, stellte meine Nachforschungen an und es ging aus denselben Auftrage, den Verfasser unter seinen Angestellten zu ermitteln und v. Tausch. Ich fann das bestätigen, ich selbst habe Paasch in mit aller Gewißheit die Richtigkeit jener Behauptung hervor. Ich Herr v. Tausch hatte den Brief an Normann- Schumann vier Wochen fünfmal verhaften müssen, ohne daß ich es lernte Normann Schumann dann später in Zehlendorf persönlich weitergegeben, der selbst der Verfasser war.( Senfation.) vorher wußte. Wohl aber wußte es Normann Schumann tennen. Er machte den Eindruck eines sehr geriebenen Später bin ich dann eines Tages von dem Verleger der Saale- vorher. Oberstaatsanwalt: Damit will also und intelligenten, zugleich aber auch sehr indiskreten Herrn. Beitung" bedeutet worden, daß ich meine Thätigkeit daselbst ein- u. Tausch sagen, daß die Informationen Schumann's Mir fiel es auf, daß er in seiner Unterhaltung Kenntnisse von Vor- zustellen hätte, ich wüßte ja gewiß warum". Schumann von Gerichtsstelle ausgingen? v. Tausch: Ich gängen in den höheren Kreisen verrieth, die darauf schließen ließen, hat mir hoch und heilig zugeschworen, daß er dabei seine Hand nicht tönnte einen Beugen nennen. Oberstaatsanwalt Daß er vorzüglich unterrichtet sein mußte. So war er beispielsweise mit im Spiele gehabt babe. Im Jahre 1890 hat auch der Drescher: Ich lege tein Gewicht darauf, dann hängt es Berichterstatter bei der Eröffnung des Nord- Ostsee- Stanals gewefen damalige Chef der politischen Polizei, Herr v. Mauderode, nicht mit der Angelegenheit Tausch zusammen. und wußte eine Menge kleiner Geschichten und Anekdoten zu erzählen, sehr eindringlich mich aufgefordert, ihm boch den Verfasser jener Präsident: Ich meine aber wirtlich, daß wir die sich in der Umgebung des Kaisers zugetragen haben sollten. Artikel zu nennen. Ich habe es ihm aber auch abgelehnt. Nach die Beziehungen des Normann- Schumann zu Ich hatte auch erfahren, daß Normann Schumann außer meinem Scheiden in Salle ging ich auf einige Zeit nach Paris. Als ich einigen Blättern genügend erörtert haben.-Oberden veröffentlichten Artikeln im Mémoriale diplomatique" von dort nach Berlin fam, wurde ich dort am gleichen Abend am staatsanwalt: Ich stimme dem Herrn Präsidenten vollständig noch viele andere unter dem Pfeudonym Mac Hunns an die Re Reichstagsufer schwer überfahren, so daß ich ins Hotel gebracht bei und erkläre, daß ich zu der Ansicht gelangt bin, daktion geschickt hatte, welche indessen nicht abgedruckt worden werden mußte. Schon am nächsten Tage war zu meiner daß die vagen Beziehungen des Normann- Schuwaren. Durch einen eigenthümlichen Umstand erfuhr man, Ueberraschung Herr Schumann bei mir. Auf meine Frage, wo- mann zu einzelnen Beitungen nicht auf die Thätigdaß Normann- Schumann mit der Berliner politischen Polizei her er denn meine Anwesenheit wüßte, nannte er den Namen feit des Angeklagten v. Tausch zurückzuführen sind. in Verbindung stand. Er hatte nämlich Kreuzbänder zum Versand v. Tausch und sagte, dieser habe mich in Der folgende Beuge ist der Vertreter der Münchener Neuesten von Zeitungen und Manuskripten an die Redaktion des Estafette" Köln auf dem Bahnhof gesehen und hierher Nachrichten", Dr. Große. Er bekundet, daß eines Tages benutzt, die auf der Junenseite die Adresse des Polizei- telegraphirt: er solle sich in acht nehmen, ich fäme ein Herr zu ihm gekommen sei, der sich als Assessor von raths vin Mauderode trugen. Ob dies ein Versehen nach Berlin. zu späterer Zeit hat er dies wieder Ackermann vorgestellt und erklärt habe, daß er in oder Berechnung war, habe man nicht wissen können. abgeleugnet und behauptet, daß er seine Ankunft aus der Fremden- einer sehr peinlichen Privatmission tomme, die ihm um so -Präs.: Haben Sie selbst Artikel des Normann Schumann ge- lifte ersehen habe. Als ich wieder aufstehen konnte, hat mich Schu- schwerer falle, da er fein Diplomat fei. Er babe einige Fragen in lesen und wissen Sie, daß sie von Tausch inspirirt waren? mann einmal ans Fenster genommen und mir zwei Männer betreff eines Artikels in den M. N. N." an ihn zu richten. Der Benge: Ich habe genau festgestellt, daß gewisse Artikel von ihm auf der Straße gezeigt, die mich angeblich polizeilich über- Beuge hat es entschieden abgelehnt, irgend welche Auskunft herrühren, außerdem hatte ich ja eine Quittung der Zeitung wachen müßten. Ich glaubte es ihm nicht, weil ich absolut keinen zu ertheilen, worauf der Besucher sich wieder entfernt habe. Nach über feine Beiträge in der Hand gehabt, habe aber keinen Anhalt Grund dazu einsehen konnte. Auf Schumann's Rath habe einigen Tagen habe er den angeblichen Assessor von Acker der Tribüne des Reichstages wieder gesehen, man Schumann sehr gut gewesen ist von Schumann mir gestellte und bin auch mal nach Zürich in Sachen der Welfenfondsquittungen geschickt der Mauerstraße in einen Durchgang gegangen und dann fei. Der Angeklagte v. Lützow erklärt, daß hier eine worden und hat sich bei der Gelegenheit an einen meiner plöglich umgekehrt und da ergab es sich dann in der That, Personenverwechselung vorliegen müsse und bleibt auch tro Parteigenoffen, den Kaufmann Manz, berangedrängt, und ihm daß die beiden Männer mich verfolgten. Schumann hat dann ge- aller Borhaltungen des Präsidenten dabei. Lügow sagt, er gegen Geld Quittungen des Welfenfonds angeboten. fagt, er werde dafür sorgen, daß die Beobachtung auf hätte ja keinen Grund zu leugnen, da er sich hundert Male unter Es handelte sich allerdings nicht um Originale, sondern um Ab- hören würde und dies geschah denn auch. Ich habe später falschem Namen habe irgendwo einführen müssen; er habe ja schon schriften der Juhaltsangabe, die aber mit so deutlichen Hinweisen noch mehrfach Gelegenheit gehabt, mit Herrn Schumann zu sprechen gesagt, er habe falsche Visitenkarten, falschen Paß 2c. versehen waren, daß über die Empfänger der Gelder gar kein Zweifel und als der Prozeß Leckert- Lützow bevorstand, drückte ich gehabt. übrig blieb. Oberstaatsanwalt Drescher: Hat Normann- ihm meine Meinung aus, daß er 111111 am Ende auch Auf Wunsch v. Tausch's der sich zu schwach fühlt, um Schumann auch dem Vorwärts" Artitel geliefert? als 3euge vernommen werden könnte. Schumann hatte darauf den weiteren Verhandlungen zu folgen, wird die Sigung um 5 Uhr Beuge: Ja, meines Wissens hat er 1895 oder 1896 geantwortet: Meine Koffer sind gepackt. In dem Augen: abgebrochen und auf Sonnabend früh 9 Uhr vertagt. einige tleinere politische Motiven dem ,, Vorwärts" ge- blicke, wo ich als Zeuge vorgeladen werde, bin ich außerhalb liefert. Oberstaatsanwalt: Welcher Art waren diese? Deutschlands. Was ich weiß, will ich als Zeuge nicht ver 3euge: Soviel ich weiß, betrafen sie den Reichs- puffen, sondern ich kann damit anderswie mehr tanzler oder das Auswärtige Amt. Oberstaats- Geld verdienen. Schumann war in letzter Zeit sehr anwalt: Waren sie gegen diese gerichtet?- 3euge: Ich aufgeregt Arbeiter, Parteigenossen! Der Vorstand der Freien gegen Tausch, von weil dieser ihn nach Voltsbühne" hat sich, obwohl die dritte Abtheilung unseres tann nur sagen, daß die Artikel so eigenthümlich gehalten waren, seiner Rückkehr nach Berlin ihm jede Annäherung entals ob es sich darum handelte, daß nach obenhin etwas angerichtet schieben abgelehnt habe. Er erzählte mir auch, daß, als Vereins erst zur Häfte gefüllt ist, entschloffen, brei Aufführungen werben sollte, Verwirrung u. dergl. Oberstaatsanwalt: er in zwei anonymen Briefen dringend darauf hingewiesen wurde, legung der schwachen britten Abtheilung mit den beiden anderen, von dem nächsten Stücke zu veranstalten. Von einer Zusammen= War auf der Redaktion des Borwärts" bekannt, daß Normann- das Weite zu suchen, er mit diesen Briefen zu v. Tausch habe gehen wie sie im finanziellen Interesse des Vereins für die Vorstellung der Schumann Agent der politischen Polizei war? Benge: Mir wollen, dieser ihn aber nicht angenommen habe. Schumann war Mütter" gewählt war, ist definitiv Abstand ge= war es bekannt, und die Redaktion des Vorwärts" hat ja die Er- ein durch und durch unwahrer Mann, er sprach stets von Hinternom me it. Jede Ueberfüllung foll vermieden werden, flärung abgegeben, daß Normann- Schumann bei einer Zusammenkunft männern, die ein lebhaftes Interesse daran hätten, wenn ich rechtur gute Bläge kommen zur Austheilung. Der Verein, Beziehungen zur Polizei zugab unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß zeitig von der Bildfläche verschwände. Ich muß aber hervorheben, ſo schnell zweieinhalb diese zur Sozialdemokratie bezw. gegen dieselbe daß er in den vielen Begegnungen, die ich mit Schumann hatte, Berliner Arbeiterschaft gewonnen, darf hoffen, daß, wenn die einst in zweieinhalb tausend Mitglieder der nicht in Frage tämen. Herr Schumann hat aber gleichzeitig nie ma 18 v. Tausch als feinen Mitarbeiter genannt oder auch nur weilen gesperrten Zahlstellen für Neuaufnahmen wieder geöffnet versichert, daß er nichts gegen die Sozialdemokratie unternähme. angedeutet hat, daß er um die Artikel wisse. Als diejenigen, werden, es gelingen wird, für die unvollständige Ab. Auf weiteres Befragen des Oberstaatsanwalts erklärt der Zeuge, die den Feldzug gegen den Grafen v. Caprivi führten, nannte ertheilung III noch ein Paar hundert Mitglieder daß er persönlich feine bestimmten Thatsachen dafür fenne, wer u. a. Altona, Friedrichsruh, er sprach von Walderfee, dem Herrn v. Tausch's Hintermann oder wer Herrn Schumann's In- Fürsten Bismarck 2c. Ich sah dies aber als Brablerei an. neu hinzuzugewinnen. Arbeiter, Parteigenossen, zeigt, daß formator sei. Weiteren Fragen begegnet der Zeuge mit dem Hin- Pr ä f.: Haben Sie nicht auch einmal eine charakteristische Unter- bühne nehmt! Zeigt, daß das Vorgehen der Herren Bloch Ihr ein reges Interesse an dem guten Fortgange Guerer Volts weise, daß er nicht zur Redaktion bes Borwärts" gehört. Die Frage rebung mit dem Schriftsteller Maym. Harden gehabt? Beuge und Entsch, die, auf ihre literarischen Verfügungsrechte gestüßt, des Rechtsanwalt Sello: ob der Polizei bekannt gewesen Das ist richtig. Herr Harden brachte einen ziemlich beftigens die bereits angekündigte Aufführung von„ Cyprienne", sei, daß Normann- Schumann für den Vorwärt3" Artikel gegen mich, in welchem er mich beschuldigte, daß sowie von Halbe's" Jugend" rundweg verboten, dem Wachsthum biese Artitel geliefert habe, beantwortet Beuge dahin, ich mich für meine Unterredung mit daß niemand im Vorwärts" ein oder ausgehe, bezahlen laffent. Ich verlangte eine Berichtigung und erhielt unseres Vereins nichts anzubaben vermag! Wir werden, durch das eine unverständliche Antwort mit dem Hinweise auf den Ber- Monopol dieser Herren gezwungen, diesmal Anzengruber's " Der G'wissenswurm", ein Stück, das jeder, der es auch leumdungsparagraphen( 187) des Strafgesetzes. Ich ging zu Harden anderswo gesehen haben sollte, sicher gerne zum zweiten Male sieht, Amtsanwalt sie do w ist ebenfalls ein Leumundßzeuge für und führte mit Herrn Harden ein längeres Gespräch. Dabei behauptete zur Aufführung bringen, wie die Annonce bereits ankündigte. Die Vor er zu meiner größten Ueberraschung die gänzlich falsche Thatsache, v. Tausch. Direktor des Wolff'schen Telegraphenbureaus Dr. Mantler ist daß ich in meiner Unterredung mit dem Reichskanzler ihn als den stellungen werden, sicher dem lebhaft empfundenen Bedürfnisse sehr vieler Direktor des Wolff'schen Telegraphenbureaus Dr. Mantler ist Verfasser der schandbaren Normann- Schumann'schen Artikel bezeichnet theilweise wenigstens am Abend stattfinden. Für die erste Ab Mitglieder entsprechend, in anbetracht der vorgeschrittenen Sommerszeit, als Leumundszeuge für v. Lützow vorgeschlagen. Er kann aus den Akten des Bureaus nichts Nachtheiliges über v. Lützow ersehen, der etwa babe. Ich habe sofort gesagt: Wer das behauptet hat, muß ein theilung wird am Donnerstag, den 3. Juni, abends 8 Uhr, für die 5% Jahre, 1888/89 im Wolff'schen Telegraphen- Bureau angestellt großer Schurke sein. Schließlich hat mir Herr Harden zweite am Pfingstfonntag Nachmittag, für die dritte am Dienstag, ben Ar Ingeklagten v. Tausch als feinen Gewährs- ben 8. Juni, 8 Uhr abends, gespielt. Mitglieder der ersten übwar und nicht entlassen worden, sondern selbst ausgeschieden ist. Auch Redakteur Erdmannsdörffer von der Deutschen aun genannt.- v. Tausch stellt das alles als Irrthum theilung, die am Besuch der Abendvorstellung verhindert sein sollten, hin. Harden sei Leitartikler gewesen an der„ Saale- Zeitung". hiu. Harden sei Leitartikler gewesen an der Saale- Zeitung". baben zu der Pfingstnachmittags- Borstellung freien Eintritt. Je Warte" ist Leumundszeuge für den Angeklagten v." übow. Gesellschaftlich habe der Angeklagte einen durchaus günstigen Ein- Ober- Staatsanwalt: Wie kommt es, Angeklagter v. Tausch, besser fich die dritte Abtheilung füllt, um so gefesteter wird die bruck gemacht, sei„ tavaliermäßig" gewesen, von seinen Mittheilungen daß der Brief an den Reichskanzler Caprivi eder dessen Adjutanten Lage unferes Vereins, um so leichter wird es ihm sein, für den als Redakteur des Theiles Hof und Gesellschaft" haben sich mehrere weiß wirklich nichts von dem Briese. Vielleicht Herr v. Maude sprüchen genügende Aufführungen für unsere Mitglieder zu ver in die Hände des Normann- Schumann gelangt ift?- chage fo Angefl.: Ich fommenden Winter in großen Berliner Theatern allen Annicht bestätigt. rode? Ober Staatsanwalt: Wie erklärt der Angeklagte sprüchen genügende Aufführungen für unsere Mitglieder zu verNormann- Schumann in der ,, Saale- Zeitung". v. Tausch, daß Normann- Schumann Kenntniß von der Ueberwachung des anstalten. Der Vorstand der Freien Boltsbühne. Schriftsteller Brentano, früher Chefredakteur der Saale- Beugen Brentano hatte? Angekl. v. Tausch: Ich wiederhole, Angekl. v. Tausch: Ich wiederhole, Bur Pferdebahnfrage wird aus dem Rathhause berichtet: Zeitung", jezt am Berliner Lokal Anzeiger": Seine daß ich zu dieser Observation in gar feiner Beziehung stehe. Ich Das Magistratskollegium hat die von der Stadtverordneten Ver Beitung habe seinerzeit von Normann- Schumann scharf geschriebene entsinne mich nur, daß wir einmal zwei Beamte sammlung vorgenommenen Abänderungen an dem mit der Großen Artifel gegen den neuen Kurs gebracht, in denen haupt- dienstlich meldeten, daß sie mit der Ueberwachung Berliner und der Neuen Berliner Pferdebahn Gesellschaft zu ver fächlich Walderfee, als ber tommende Mann gefeiert des Dr. Brentano beauftragt worden, waren und einbarenden Vertrage wegen Umwandlung des Pferdebetriebes der wurde. Dann folgten heftige Artikel gegen den Grafen Caprivi, zwar vom Geheimrath v. Mauderobe. Zeuge Brentano: Pferde- Eisenbahnen in elektrischen zehnstündige Arbeitszeit für höchst bedenkliche Artitel über ein angebliches Ohren- Ich kann mir vielleicht erklären, wie es gekommen ist. Kurze Zeit, die Wageniührer genehmigt. Nunmehr werden die Verhandlungen leiden des Kaisers 2c. Diese Artikel, welche Aus Dresden" bevor ich von Paris nach Berlin zurückkehrte, erschienen dort eine mit den Pferdebahn- Gesellschaften über diese Angelegenheit weiterdatirt waren, waren so traß, daß er sie dem Schumann mit dem Menge standalöser Artikel. Es ist ja immerhin möglich, daß ich geführt und vielleicht zu Ende gebracht werden. Dem VerBemerken zurücksenden mußte, ob er denn glaube, er fei verrückt mit diesen Artikeln fälschlich in Verbindung gebracht wurde. nehmen nach werden die Gesellschaften, nachdem auf ihr Verlangen geworden? Wunderbarer Weise erschienen bald darauf einzelne Oberstaatsanwalt: Die betreffenden Artikel hatten Normann- das Mitbenutzungsrecht ihrer Anlagen nur auf 400 Meter auf je der Artikel, die zurückgewiesen worden waren, in fran Schumann zum Verfasser, den fie durch einen gewissen einer Linie des jeweiligen Fahrplanes durch fremde Unternehmer zösischen und östereichischen Blättern, so beispiels Grothe in die Agence libre" bringen ließ. Die Quelle führte nach zugestanden worden ist, den Vertrag, nachdem er jeden ihrer Wünsche weise ein Artikel über bie bekannte Welfenfonds Berlin und das Auswärtige Aint ertheilte damals Herrn erfüllt, gnädigst akzeptiren. Affäre des Herrn v. Bötticher. Wir wurde die v. Tausch den Auftrag, den Verfasser zu ermitteln. ich bekam es nach gerade war damals dem Auswärtigen Amt nicht bekannt, daß Blättern allerhand angedeutet. Von der Einführung einer Fahrradsteuer wird in hiesigen Sache sehr unangenehm, mit der Angst zu thun. Ich hätte ja vielleicht beffer dem Normann- Schumann der Agent des Herrn v. Tausch war. Magistrat die Vortrefflichkeit einer solchen Finanzgenialität vor Bon privater Seite soll dem Verleger die Sache mittheilen können, damit wir uns den Mann v. Tausch: Mir ist von einem solchen Auftrag nichts bekannt. vom Salse schaffen fonnten, es war mir das aber sehr unangenehm, Präf.: Ich gebe anheim, aut bedenken, ob und inwiefern die Augen geführt worden sein. Wir glauben nicht, daß der Magistrat weil ich Schumann selbst dem Verleger empfohlen hatte und weil weitere Erörterung dieses Punttes, die ja viel darauf anbeißt. Das Fahrrad ist längst kein Luxusgegenstand mehr. diefer ein vortrefflicher Korrespondent in mancher Beziehung war leicht interessante Ginzelheiten über Schumann Selbst kleinere Geschäftsleute haben schon ihre Maschine" und auch und der„ Saale- Beitung" viele interessante Nachrichten polizeilicher bringen mancher Arbeiter ermöglicht der sauer erworbene Besiz eines Fahr 11 11 3 der Entscheidung der und anderer Natur gegeben hatte. Als mir aber die Frage näher bringen kann, daß der Angeklagte einen rabes erst, entfernt von der Arbeitsstätte zu wohnen. Was würde und fortwährende Anfragen nach eineid leistete. man etwa zu einer Schreibmaschinen- oder Telephonsteuer sagen? zu bunt wurde Oberstaatsanwalt Drescher: Es war Und doch wirft eine Steuer auf den Gebrauch dieser neuzeitlichen dem Verfasser der Artikel mich herantraten, richtete nur zur Illustration herangezogen. Auf weitere Fragen der Verich einen vertraulichen Brief an den Reich 3- theidigung und des Oberstaatsanwalts erzählt der Zeuge noch einen Vor- Erfindungen lange nicht so hart, wie die Steuer auf das„ Velo". tanzler Grafen Caprivi, in welchem ich erklärte, daß ich fall, der nach Ansicht der Anklage sich dahin deuten ließ, daß Normann- Bisher haben denn auch nur die Rückschrittler ärgster Sorte der angesichts des ganzen Treibens gewillt fei, die Quelle jener Artikel Schumann beabsichtigt hatte, den Anschein zu verbreiten, als ob er Fahrradsteuer das Wort geredet. Der fromme Reichsbote" be zu nennen. Ich bat um eine Unterredung entweder mit ihm selbst im Auswärtigen Amt Enthüllungen machen wolle. Beuge geisterte fich kürzlich dafür. B der nicht überwacht werde. Sache Weitere Zeugen. iedow an " " " tönnen, der " oder einem von ihm bestellten Vertrauensmann. Ich erhielt die Brentano bestätigt, daß kurz vor dem Leckert- Lützow- Prozesse Nach Schluß der geftrigen Magistratssigung begab sich das Aufforderung, nach Berlin zu kommen. Als ich hier auf dem Bahn- Schumann mit einer großen Mappe unter dem Arm in das Magistratskollegium per Dampfer nach Treptow, um daselbst Bes hofe eintraf, begegnete mir auffälligerweise sofort Normann- Gebäude des Ausivärtigen Amtes gegangen sei, doch hat der Zeuge Stimmung zu treffen, ob und welche Gebäude des AusstellungsSchumann. Ich sagte ihm, daß ich zum Reichstanzler befohlen die Auficht, daß es ihm wohl nur darauf angekommen sei, zu prüfen, parts erhalten werden sollen. Insbesondere soll das Chemiegebäude sei, worauf er mich warnte, ich möchte mich in acht nehmen, man ob er observirt werde. Schumann habe sich wiederholt gerühmt, in Frage kommen. überwache mich in Berlin. Ich wurde nicht vom Reichs- mit dem Grafen Waldersee Unterredungen gehabt zu Noch einmal das Medizinische Waarenhans A.-G. Bon fanzler, sondern von dessen Adjutanten Ebmeier empfangen. Der haben. Er behauptete sogar einmal, dieser habe ihm fogar 9000. gewerkschaftlicher Seite wird uns geschrieben: Es war viel von selbe stellte an mich das Verlangen, den Verfasser der Artikel Hypothek auf sein Grundstück in Charlottenburg gegeben. Der Ober- idealem Streben die Rede, als ein Theil der deutschen Aerzte das zu nennen. Ich weigerte mich, nach längerem Drängen ließ staatsanwalt bemerkt hierzu, er habe das Hypothekenbuch eingesehen und Waarenhaus ins Leben rief; eine Einkaufsquelle nach dem Muster ich mich aber zu der Erklärung herbei, daß man den Verfaffer tönne sagen, daß daselbst vom Grafen Walderfee gar keine Bede sei. des Waarenhauses sür deutsche Beamte sollte für Mediziner und unter den Angestellten der politischen Polizei Der Angell. v. Tausch versichert nochmals, daß er den Zeugen Krantenanstalten geschaffen werden. Aber von Anfang an begegnete suchen möge. Zu weiteren Erklärungen war ich nicht zu Brentano niemals habe obferviren lassen. Ueber die Be- ein beträchtlicher Theil dem Unternehmen mit Zweifeln und bewegen. Belohnung erhielt ich nicht; ich nahm nicht einmal Ersatz ziehungen v. Lausch's zu Normann. Schumann es heißt, daß das Institut feit etwa einem Vierteljahr mit der Reisekosten. Nach Halle zurückgekehrt, richtete ich an den konnte der Zeuge nur angeben, daß Normann wiederholt von Geld- allerhand Schwierigkeiten 8ll kämpfen babe. Der jetzige Adjutanten Gbmeier ein Schreiben, worin ich die Erklärung wieder geschichten gesprochen habe; er babe v. Tausch aus Wucherhänden Direktor Hoffmann versucht nun, durch Einstellung möglichst holte und als Requivalent nur erbat, mir in eventuellen Fällen Aus- befreien müssen und selber Geld für Tausch ausgelegt. billiger Arbeitskräfte den Etat im Gleichgewicht zu halten. funft von ihm erbitten zu dürfen, damit unsere Beitung als ein gut Redakteur Erwin Bauer, früher Herausgeber der Nenen Aber auch in beachtenswerthen sozialpolitischen Leistungen produzirt erringen zu können. In der Die Bibliothek in der Nordschule,' fich der Leiter des angeblich gemeinnüßigen Unternehmens. So be- die beiden Kleinen Hausbewohnern zur weiteren Fürsorge. Die von um durch dieselbe in die Lage zu kommen, beffere Lohns fundete er seinen Unmuth über einen entlassenen Packer muthig da dem Brand benachrichtigte Feuerwehr löschte die Flammen. dem B und Arbeitsbedingungen durch, daß er meinte, der Mann verlange immer Zulage und sei Von einer Art Zerstörungswuth wurde am Freitag früh Diskussion über den Arbeitsnachweis wurde insbesonders das außerdem ein sozialdemokratischer Führer";" die fann ich nun um 2 Uhr ein junger Mann in der Görligerstraße befallen. Der Verhalten des Direktors Arendt vom Münchener Brauhaus garnicht leiden, die fliegen bei mir gleich hinaus". Es dürfte Rasende zertrümmerte an den Häusern Nr. 64, 66, 67, 69 und 70 fritifirt. Entgegen den früher gemachten Versprechungen kaum anzunehmen sein, daß die Aufsichtsraths- Mitglieder des durch Steinwürfe und Schläge mit einem Knüppel die großen Glas- wird von dieser Seite der von den Arbeitern eingerichtete ArbeitsMedizinischen Waarenhauses, wie die Herren Sanitätsrath Hart scheiben der Hausthüren, so daß die Scherben flirrend in den Haus- nachweis seit langer Zeit gar nicht benutzt und die Organisation mann, Dr. R. Küſter, Geheimrath Reiher u. a. von derartigen Ge- flur und auf die Straße fielen. Die Thüren der zwischenliegenden vollständig ignorirt. Die von der Kommission in mehreren Fällen pflogenheiten besonders erbaut find. Häuser haben keine Scheiben. Bei Nr. 70 war er eben mit seiner angestrebten Verhandlungen wurden von Herrn Arendt abgelehnt Ueber ein Eisenbahnunglück auf dem Anhalter Bahnhof, Berstörungsarbeit fertig, als ihm zwei Arbeiter in den Rücken fielen mit dem Bemerken, daß ihn die Kommission nichts angehe und er bei dem eine Anzahl Fahrgäste zum theil nicht unwesentlich verlegt und ihn so lange festhielten, bis auf ihren Ruf Schuhmänner herbei- mit ihr nichts zu thun haben wolle. Wie noch mitgetheilt wurde, worden sind, wird uns folgendes berichtet: Als der am Himmelfahrts- tamen. Diese brachten den Wütherich auf die Wache des 53. Reviers wird sich die Kommission an sämmtliche ringfreien Brauerein tag 10 Uhr 7 Minuten abends fällige Vorortzug von Lichterfelde Nr. 961 in der Oppelnerstraße. Man erfaunte in ihm einen Handlungs. wenden, um sie zu veranlassen, ihren eingegangenen Verpflichtungen auf dem Anhalter Bahnhof einlief, rannte die Maschine auf den Prellbock gehilfen Namens Junicke. nachzukommen. leicht auf. Der Lokomotivführer hatte, wie durch Zeugen festgestellt Arbeiter- Bildungsschule. Die sogenannten Judenwiesen werden durch eine Baugesell Brunnenstr. 25, ist für die Mitglieder an folgenden Tagen geöffnet: Sonn ist, nach Vorschrift bereits an der Dorfstraße die Schnellbremse aus schaft bebaut und die Arbeit hierzu demnächst in Angriff genommen tags, vormittags von 10-12, Dienstags und Freitags, abends K9 bis gezogen und so fuhr der Zug langsam in die Bahnhofshalle ein. werden, da das Magistratskollegium auf Antrag der städtischen 10 uhr. Mitgliedsbeiträge werden an diesen Tagen in der Nordſchule entorgen; Wohl in dem Glauben, daß der Train nicht weit genug vorrücke, Baudeputation, der Gesellschaft genehmigt hat, in der Verlängerung Schöning, Köpnicerfir. 68; Reut, Barnimstr. 42; Babiel, Rosenthalerfir. 67 genommen, ebenso in folgenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralftr. 40a; öffnete der Maschinist die Bremse noch für einen Augen der Straße Siegesmundshof" eine Fußgängerbrücke in einer Breite Gleinert, Müllerfir. 7a; Burghouse, Butbuferstr. 32 Blantenfeld, Stephanfir. 29 blick. Die nachfolgenden Wagen des des aus nicht weniger von 5 Metern auf ihre Kosten zu errichten. 15 Werner, Bülowstraße 59; Grube, Mariendorferstraße 5; Kaßler, Junterstraße 1, als 45 Achsen bestehenden Zuges schoben jedoch die LokoH. Königs, Dieffenbachstr. 30. In Untersuchungshaft genommen wurde am Himmelfahrtsmotive Alle Buschriften sind an den Borsigenden Paul Müde jr., SO. Manvorivärts, wodurch der Anprall erfolgte. Die tage der bei agiere bes überaus ſtart besetzten Trains batten sich schon Bustliere interoffizier Senkel von der 5. Kompagnie des Gardeam Sonnabend ohne Urlaub aus zu senden. bei der Einfahrt desselben in die Halle von ihren Plägen erhoben gegangen und wurde am Sonntag Morgen beim Nachhausekommen und die Wagenthüren geöffnet. Infolge des Anpralls stürzten von der Kasernenwache abgefaßt. Im Laufe des Sonntags sollte ca. 40 Personen aus den Koupees auf den asphaltirten Bahn- er dafür von einem Sergeanten auf drei Tage in den Arrest abgesteig. Es entstand nun eine furchtbare Aufregung; führt werden. Statt dessen aber legte er seine eigene Uniform an Frauen fchrien laut auf und fielen in Ohnmacht. In blinder Haft und entfernte sich heimlich aus der Kaserne, um nicht wieder zurückversuchten die Massen aus den Koupees herauszustürzen und es ent- zukehren. Am Himmelfahrtstage wurde der Unteroffizier in Berlin wickelte sich nun ein beängstigendes Gedränge. Bei dem Vorbetroffen, festgenommen und sofort in Untersuchungshaft gebracht. fall wurden im ganzen 21 Personen mehr oder weniger verlegt. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle; Annowsky aus der Rügenerstr. 9. A. hinterläßt als Wittwer drei Erhängt hat sich der 39 Jahre alte Schloffer Johann Herr Sanitätsrath Dr. Marquardt und der im Samariterdienst ausgebildete Stationsafsistent Vollmer legten den größtentheils am mündige Kinder. Wie berichtet wird, liegt eine Liebesaffäre dem Kopf verwundeten Personen Verbände an. Unter den Verwundeten Selbstmord zu Grunde. befand sich auch der Stationsvorsteher von Groß- Lichterfelde, Herr Sonderzüge nach dem Riesengebirge. Am 5. und 6. Juni, 3. und Heinrich; zwei Personen, die etwas schwerere Verlegungen erlitten, 17. Juli, sowie am 14. August d. J. wird se ein Sonderzug von Berlin wurden mittels Droschke nach der Unfallstation in der Wilhelmstraße Berlin, Görliger Bahnhof, morgens 8,15, Antunft in Greiffenberg nachm. Görlizer Bahnhof nach dem Riesengebirge abgelassen. Abfahrt von überführt. Es waren dies der Buchbinder Brinkmann, Stegligerstr. 8, der 1,43, in Hirscherg nachm. 2,43. In Greiffenberg ist Anschluß nach Friedeberg eine leichte Gehirnerschütterung erlitten und die Frau des Buchbinders a. Queis, in Hirschberg nach Petersdorf und Schmiedeberg( Riesengebirge). Weiß, Wilhelmstr. 38 wohnhaft, welche eine Fleischwunde an der Bur Ausgabe gelangen acht Tage giltige Rückfahrkarten zur beliebigen Fahri Stirn davongetragen hatte. B., der eigentlich nach einem Kranken- nach oder von Friedeberg a. Queis. Petersdorf oder Schmiedeberg zum hause geschafft werden sollte, wurde auf Wunsch nach seiner Wohnung Preise von 2. Klasse 18,40 W., 3. Slaffe 12,30 M. Freigepäck wird nicht gebracht. Von den Waggons sind vier insofern leicht beschädigt gewährt. worden, als die Pufferstangen verbogen wurden. Ueber einen anderen Borfall wird gemeldet: Große Aufregung verursachte am Himmelfahrtstage gegen Abend auf dem Bahnhof Grunewald ein Vorfall, welcher leicht zu einer Katastrophe hätte führen können. Der genannte Bahnhof war abends durch Ausflügler außerordentlich belebt und beim Einfahren der Leerzüge in die Station brängte das Publikum trotz des energischen Proteftes der Stationsbeamten an die Koupees heran. Wiederholt er faßten Männer die Thürgriffe der noch fahrenden Züge und hielten biese krampfhaft fest, ohne Rücksicht auf das übrige, auf dem Bahnhofe fich befindliche Publikum. In dieser Weise wurden gegen 8 Uhr abends zwei Frauen zu Boden gerissen; die eine derselben stürzte ftürzte unter das Trittbrett gegen die Räder des Zuges und nur durch das umsichtige Borgehen eines der Beamten, welcher die Massen zurückdrängte und die Frau an den Kleidern so lange festbielt, bis der Zug zum Stehen tam, wurde ein Unglück vermieden. Die zweite Dame, welche auf das Trittbrett gefallen und vom Zuge mitgeschleift wurde, erlitt eine leichte Verlegung. Der Fernsprechverkehr mit Westerland ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt 1 M. Verfrommungsstreben. Eine unangenehme Ueberraschung bereitete am Himmelfahrtstage der Vorstand des 79. Polizeireviers ( Cuvry- Schlesische- Oppelner- Wrangel- und Falckensteinstraße) den dortigen Gastwirthen und ihren Gästen. Am Nachmittag wurden die Schankwirthe durch Schuhleute benachrichtigt, daß sie sämmtliche zu ihren Lokalen führende Thüren an Sonn- und Feiertagen nicht nur während der Kirchzeit, sondern während des ganzen Tages geschloffen halten müssen; auch die zu den Vorgärten führenden Ein gänge dursten nicht offen bleiben. Diese neue Beschränkung des Gastwirthsbetriebes erregte allgemeines Erstaunen, da in den benachbarten Revieren ein derartiges Verlangen nicht gestellt wurde. So kam es denn, daß z. B. bei der Schlesischenstraße die Thüren der Lokale auf der einen Seite geschloffen werden mußten, während sie auf der anderen Seite offen bleiben durften. Von den Gästen selbst wurde die nene polizeiliche Verfügung infolge der am Himmelfahrtstage herrschenden schwülen Temperatur ungemein drückend empfunden. Selbstverständlich wird die Sache in Gastwirths- Bersammlungen zur Sprache gebracht und Beschwerde erhoben werden. Eine ungewöhnliche wissenschaftliche Auszeichnung ist von der Berliner Üniversität einem hiesigen Verlagsbuchhändler zu theil geworden: die philosophische Fakultät hat Herrn Otto Müller in Tempelhof zum Ehrendoktor ernannt. Das Diplom wurde gestern Mittag vom Botaniker Prof. Dr. Simon Schwendener, in Vertretung des behinderten Defans, persönlich überreicht. Die VerTeibung ist erfolgt wegen der ausgezeichneten Verdienste, die sich Herr Müller um die Erforschung und Juustrirung des Baues und verschiedener Lebensbedingungen der Diatomaceen erworben hat. Dr. Müller feierte gestern seinen 60. Geburtstag; er ist der Jubaber der Berliner Verlagsfirma G. W. F. Müller, welche seit 1882 besteht und in die er 1878 als Theilhaber eintrat. Als Botaniker hat er fich einen angesehenen Namen erworben. Selbstmord begangen hat der 23 jährige Schriftgießer Hermann Herde, der in der Brunnenstraße Nr. 189 bei einer Frau B. wohnte. Man fand ihn am Himmelfahrtstage abends gegen 11 Uhr in feiner Stube als Leiche am Thürdrücker hängen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, teuffelfir, 128, Geldfendungen an den kaffirer 6. Königs, S. Dieffenbach ſtr. 30, Schwedenstr. 18, v. 1 Tr. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Friedrich kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. sigender P. Gent, Dresdenerfir. 107/108. Alle Zuſchriften, den Vereinskalender Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und der Umgegend. Bor betreffend, sind an H. Bendix, Alexandrinenstraße 100, zu richten. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. Mai, vormittags 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Refsource, Kommandantenſtr. 57: Bersammlung. Um 11 Uhr, ebendaselbst: Bortrag des Herrn Waldeck Manaffe:„ Beten und Denken", ebe Tischler- Verein. Heute Abend 8% Uhr, Melchiorstr. 15: Bersammlung. Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Sonntag, den Freireligiöse Verlesung. 30. Mat, vormittags präzise 11 Uhr: Uebungsstunde unter Zeitung der Herren Biobet, Malmène und Primmel. Vermischtes vom Tage. der Baron Siegismund v. Born aus Marienburg( WeſtEiner der Edelsten und Besten der Nation preußen) hat dieser Tage ein tragisches Ende gefunden. B. war früher Besitzer eines großen Gutes, doch brachte ihn sein Hang zum Trinken und zu anderen Lastern um alles; er ſank von Stufe zu Stufe bis zum arbeitsschenen Individuum hinab. Schon seit vielen Jahren verkehrte er ausschließlich nur mit den niedrigsten und verkommensten Subjekten, mit denen er sich meist in Schnapsfneipen aufhielt. In einem Lokale zu Hoppenbruch bei Marienburg hatte er nun fürzlich dem Schnapse derart zugesprochen, daß er bald darauf verstarb. - Die Hamburg Amerikanische Packetfahrts Ueber unsere Kraft", zweiter Theil, gelangt Sonntag, den jährigen Bestehens begangen. Sie hat sich aus kleinen Anfängen zu Neue Freie Volksbühne. Björnson's Schauspiel aktiengesellschaft hat am Mittwoch die Feier ihres fünfzig30. Mai, nachmittags 2 Uhr in der Neuen Freien Volkseiner der größten Rhedereien der Welt entwickelt und kann neben bühne( biesmal im Theater des Westeus) zur Aufführung. dem„ Norddeutschen Lloyd" in Bremen für die ökonomische EntEine öffentliche Aufführung gestattet die Polizeizenfur nicht Mitglieder können von dem Vereine noch aufgenommen werden. wickelung im allgemeinen als auch speziell für die riesenhaften FortNur in geschlossenem Vereine darf das Stück aufgeführt werden. schritte Deutschlands auf dem Gebiete des Handels und der Rücksicht auf den öffentlichen Frieden". Und doch ist das Stück, mit zwei Segelschiffen und nennt jetzt 69 Ozeandampfer mit Eine öffentliche Aufführung gestattet die Polizeizenfur nicht aus Industrie als Maßstab gelten. Die Gesellschaft wurde gegründet obwohl darin eine Dynamitexplosion vorkommt, eine große 824 000 Tons ihr eigen. Die Feier fand natürlich unter Friedenspredigt. großem Pomp und im Beisein vieler Standespersonen " Theater. Im Schiller Theater gastirt in der morgen, Sonn- flatt. Der Senat überreichte der Gesellschaft den Portugalöser", tag Abend, stattfindenden Vorstellung von„ Romeo und Julia" Fräulein jene goldene Eyrendenkmünze des hamburgischen Staates, die nur vorstellung geht Moser's amüsanter Schwank„ Das Stiftungsfest" in Szene. Male einer Körperschaft zu theil geworden ist, und der Vorsitzende Elisabeth Hofmann vom Deutschen Theater als Julia; in der Nachmittags: in außerordentlich seltenen Fällen vergeben wird und hier zum ersten Heute findet eine Wiederholung von Madame Bonivard" statt. Für das Sommerquartal giebt die Direktion des Schiller Theaters besondere des Aufsichtsraths der Gesellschaft verkündete, daß die Verwaltung Sommerabonnements aus in Heften, enthaltend 4 Eintrittskarten für beschlossen habe, zum Andenken an diesen Tag in Döse bei Cuxhaven 1. Parquet oder 1. Rang- Balfon sammt 4 Garderobenmarken und eine ein großes Gebäude errichten zu lassen mit Freiwohnungen für inQuartalskarte für den Garten. Der Preis dieser Sommer- Abonnementshefte valide Angestellte und für bedürftige Wittwen von verstorbenen Anist 5,50 M. Die Quartalskarte berechtigt zum freien Eintritt in den Garten gestellten. Ueber solche und ähnliche Beweibräucherungen wird in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Auguſt, die Ausgabe erfolgt in der Billet: wohl wenigen der Festtheilnehmer der Gedanke gekommen abtheilung und an der Kaffe des Theaters. Der Preis der Quartalsfarten für daß Im fein, diese Gesellschaft nicht allein für die Lichtden Garten allein beträgt für Erwachsene 5 M., für Kinder 2,50 M. bes Liberius", Drama in 1 Aufzug mit theilweiser Benutzung der gleich: wickelung als typisch gelten kann. Wie oft ist in der Arbeiterpreffe töniglichen Schauspielhause geht morgen zum ersten Mal Der Tod seiten, sondern auch für die Schattenseiten der kapitalistischen Entnamigen Geibel'schen Ballade von Wilhelm Henzen in Szene. Hierauf folgt das elende Leben und die Behandlung der niederen Schiffsmannzum ersten Wale„ Die schöne Toledanerin", Lustspiel in drei Aufzügen nach schaften, vor allem der Heizer und Trimmer gefchildert worden, und Lope de Vega, frei bearbeitet von Eugen Babel. wie mancher der vielen Kleinbürger, Bauern und Proletarier, die als Zwischendecks- Passagiere die Reise über den Ozean machten, werden heute noch mit Schaudern an das Höllendasein denken, das sie während der Ueberfahrt führten, während wenige Schritte von ihnen die Kajütspassagiere in allem nur erdenklichen Luxus schwelgen konnten. Aus den Nachbarorten. Stadt Einsturz einer Laudungsbrücke. Ein aufregender Borfall ereignete sich Donnerstag Abend 6 Uhr, als bei einer Havelrundfahrt Bichelsberge anlegen wollte. Etwa 20 Personen wollten and Land. der kleine Dampfer an der Station Weinmeisterborn furz vor -In vielen Gegenden Galiziens ist hochwasser löglich brach einer der Tragbalken der Landungsbrücke und etwa eingetreten. Die Flüsse Dniestr, Wereszyca und Wyrwa find aus 10 Baffagiere, Damen und Herren, stürzten ins Waffer. Die Menge ihren Ufern getreten und haben große Verwüstungen angerichtet. der Besucher des am Ufer sich hinziehenden Bergnügungslotals und Die russische Regierung erklärt die die auf dem Schiffe zurückgebliebenen Ausflügler brachen in Rufe Swatow in Südchina als pest verseucht. des Schreckens aus, ein unbeschreibliches Gedränge entstand- aber Temesvar. Ein furchtbares Gewitter mit Wolkenbruch schnell waren die nöthigen Rettungsanstalten getroffen und mit Hilfe richtete großen Schaden an. Der Blitz schlug in das Telephonamt der Schiffsmannschaft und einiger entschlossener Passagiere wurden ein, wodurch über 100 Apparate unbrauchbar wurden. Auch aus die Berunglückten dem naffen Elemente entriffen. Ein alter Herr anderen Theilen der österreichisch- ungarischen Monarchie, so aus Böhmen, wäre beinahe ertrunken, die Kräfte verließen ihn schon, als es gelang, wird über großen Wasserschaden berichtet. Im Bezirk Gitschin sind ihn mittels eines Schiffshakens in ein Boot zu ziehen. Es dauerte zwei Menschen ertrunken, sowie sechs Häuser und zwölf Brücken eingeraume Zeit, bis der alte Herr sich erholt hatte. Das morsche gestürzt; 40 Häuser wurden start beschädigt. Es herrscht große Holzwert der Brücke, die schon eine lange Reihe von Jahren ihrem Noth. Bwecke dienen soll, soll die Ursache des Unglücks sein, welches leicht hätte schwere Folgen haben können. #ST Witterungsübersicht vom 28. Mai 1897. Y Stationen. jetzt auch die Gemeinde Rixdorf. Die Gemeindevertretung hat Die Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes plan beschlossen, eine aus Mitgliedern des Gasanstalts- Kuratoriums und Ein Fürst Radziwill hatte sich am Tage des Zentenarrummels der Gemeindevertretung bestehende Kommiffion, zu der auch ein inkognito unter das Bolt gemischt, um den grrroßen Bürgerfestzug Elektrotechniker als technischer Beirath hinzugezogen werden soll, zu sehen. Als ein Polizeilieutenant ihn in der Gegend der Sommer- nach einigen Städten zu entfenden, um dort die in betracht kommenstraße aufforderte, von seinem Plaze zurückzuweichen, leistete der den Verhältnisse zu studiren. Fürst in völliger Verkennung der gemeinen Unterthanenpflichten nicht Gegen die Mächte des Umfturzes. Abermals ist eine neue allein dem Polizeigebot keine Folge, sondern beschimpfte obendrein Kirche gegründet worden; diesmal in Lichterfelde. Selbst noch den Beamten. Der Fürst wurde zur Wache ge- verständlich fehlte Herr v. Mirbach nicht bei dem am Donnerstag bracht und erhielt nach einiger Zeit ein auf 30 Mart vollzogenen frommen Werke der Grundsteinlegung. Und immer lautendes Strafmandat. Das nach preußischen Be- noch nimmt die Sozialdemokratie zu. griffen recht milde gehandelt. Es wäre nun für den Fürsten nicht besonders drückend gewesen, durch Zahlung der auferlegten Bon einem Laftwagen des Knauer'schen Fuhrgeschäfts wurde Summe die Sache zu erledigen, aber der hartnäckige Mann glaubt, am Mittwoch an der Ecke der Dorffiraße und Berlinerstraße in Haparanda Petersburg daß er sich in seinem guten Recht befindet und hat gerichtliche Ent Tempelhof der 10 jährige Sohn des Beichners Kaufhold derart Gort Gort. scheidung beantragt, so daß die Sache zur öffentlichen Verhandlung überfahren, daß das Kind nach zwei Stunden unter furchtbaren Qualen starb. tommen muß. Hoffentlich bleibt die Durchlaucht von Blößensee verschont. war Versammlungen. . Barometer ftand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Swinemünde Hamburg 749 NO 748 MNO Berlin 747 Wiesbaden. 750 28 München Wien. 751 748 Still 765 745 GD 750 NO 752 SW Aberdeen. Paris. • Windstärke 11AC( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( 50.4° R.) bedeckt Regen 10 11 Regen 16 bedeckt 14 Regen 10 halb bedeckt wolkenlos 14 13 halb bebeckt bedeckt halb bedeckt 12 2809 10 Welter- Prognose für Sonnabend, den 29. Mai 1897. Ein wenig fühler, zeitweise heiter, vielfach wolkig mit Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. 23306 Beugen gesucht. Mit der Zaxameterdroschke Nr. 277( Rupee) hatte der Drofchtenkutscher Erdmann Strebe am 8. April mittags in der zwölften Stunde eine Fahrt vom Halleschen Thore in der Mittwoch eine öffentliche Versammlung im Englischen Garten ab, Die Brauerei und Bierverlags- Hilfsarbeiter hielten am Richtung nach Unter den Linden, Wilhelmstraße entlang gemacht. in der Frau Rohrlad über: An dem Kreuzungsdamm der Leipziger Straße angelangt, mußte er um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen" referirte. Anschließend Der Kampf der Arbeiter Frol. Schlafft. f. 1 od. 2 H. z. verm. b. wegen zweier sich begegnender Pferdebahnwagen halten. In dem 15 bis 20 Zimmerer Augenblice, als er nun weiter fahren wollte, kam ein Dreiradfahrer Mißstände in den Brauereien erörtert. Wie angeführt wurde, ist an den mit lebhaften Beifall aufgenommenen Vortrag wurden die Frau Henze, Elisabeth- Ufer 30, H. r.III. von der entgegengesetzten Fahrrichtung und fuhr das Pferd an Brust die Behandlung der Arbeiter in den meisten Brauereien eine Bormann. Frol. Schlafft. Karlstr. 20 a, 4 Tr., b. werden nach außerhalb verlangt. Bu 23396 erfragen Bergst. 60 b. Hilgenfeld.* und Hals an. Er stel sofort mit dem Rade um. Zeugen dieses menschenunwürdige. Die tägliche Arbeitszeit beträgt meistens 14 2 Stub., Küche, m. Balt., s. bill., Ver: 1 tüchtige Belegerin verlangt Carl Borfalls werden gebeten, sich in der Wohnung Königgrägerstr. 111, und 16 Stunden und auch des Sonntags noch 6 bis 8 Stunden bei zugs halber, Biegnigerstr. 17, v. III gdz. Möhlich, Beuthstr. 6. Hof 4 Treppen, oder bei ihrem Polizeirevier zu melden. einem Lohn von 15 bis 21 Mart pro Woche. In den Möbl. Schlafft. b. Schulz, Wafferthor: Fraiser und Schleifer Durch die Unerschrockenheit und Geistesgegenwart eines Flaschenbier Betrieben werden Frauen täglich 12 und straße 38, part. jungen Mannes aus der Steinmeßstraße sind Donnerstag Abend 13 Stunden beschäftigt, die einen Wochenlohn von 6 bis 1 f. möbl. Bimmer f. 1 od. 2 Herrn zwei Knaben im Alter von vier und sechs Jahren aus einer brennenden 11 M. erzielen. Die Verlegungen find, infolge der langen Arbeits- Ritterfir. 105, v. 3 Tr. b. Fr. Schmidt. Wohnung gerettet worden. In Abwesenheit der Eltern dieser Kinder zeit und durch die Ueberhaftung bei der Arbeit, die das ver. Schlafstellen zu vermiethen Schüßenbrach in einem Plättraum der Familie Kirsten Feuer aus, das Regale fchiedentlich eingeführte Attordsystem bedingt oder die durch die an- ftraße 19, of 2 Tr. und eine Zwischenwand mit Tapeten ergriff. Das Feuer wurde nicht gestellten Antreiber hervorgerufen wird, außerordentlich zahlsofort bemerkt, weil das Zimmer nach hinten hinaus liegt; erst reich. Verschiedene Fälle wurden von der Bergschloß= durch das Kindergeschrei und den durch die Thüren dringenden Rauch Brauerei, pazenhofer, Oswald Berliner und wurden die Nachbarn aufmerksam. Der erwähnte junge Mann zer- Germania Brauerei angeführt. Schließlich gelangte eine Tücht. bew. Dirigent f. Vereine trümmerte entschloffen die Flurthür und drang dann in den Plätt Resolution einstimmig zur Annahme, in der sich die Versammelten für Freitag u. Sonnabend. Restaurant raum ein, wo die Kinder in einer Ecke faßen. Der Retter übergab verpflichten, für die Stärkung der Organisation Sorge zu tragen, Knoche, Weißenburgerstr. 48.( 2828b B 23346 23326 Arbeitsmarkt. für Horntnöpfe verlangt N. Krönert Nflgr., Krautstr. 38. Hammertopfgarnirung. 2337b Ein tüchtiger Mann für Hammertopfgarnirung kann eine dauernde Stellung in Kopenhagen unter guten Bedingungen erhalten. [ 2291b Offerten unter B. 1. mit benöthigter. Auskunft nimmt die Expedition dieses Blattes entgegen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 29. Mai. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Lucia von Lammermoor. Schauspielhaus. Der Tod des Tiberius. Die schöne Tole: danerin. Deutsches. Hamlet. Berliner. Die Maschinenbauer. Leffing. Die Geisha. Urania, Tauben Strasse 48-49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vorut. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 811hr. Invalidenstr. 57/62( Lehrter Stadt: Bahnhof): Täglich von 5 1hr nach: mittags ab bis 10 Uhr abends Stern Thalia- Theater. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( vormals Adolph Ernst: Theater). Trilby. Schauspiel in 4 Aufzügen nach dem gleichnamt. Roman von G. du Maurier. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Schweizer- Garten arte und Mondpanorama. Eintritt Am Königsthor. Am Friedrichshain. 50 Pf. Näheres die Tagesauschläge. Castan's Panopticum. Die Schiller. Madame Bonivard. beiden Westen. Hanne Nüte. Neues. Trilby. Linden. Die Fledermaus. Thalia. Trilby. Friedrich Wilhelmstädtisches. = Der Raub der Sabinerinnen. Rejdenz. Madame Mongodin. Oftend. Der Hasenfuß. Alexanderplat. Susanne im Bade. Eine tolle Prinzeß. Volks. Auf eigenen Füßen. Apollo. Venus auf Erden. Passage Panoptikum. 500 Sehens würdigkeiten. Zwei Niesen Il: lufionen. = Schiller- Theater ( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Madame Bonivard. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Stiftungsfest. Abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Oftend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. G. Weiß. Der Hafenfus. Sommerpreise. Ju Parquet 1 Mr. Anfang 8 Uhr. Garten: Konzert, Theater- und Spezialitäten Vorstellung. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Halbe Preise. Abends 71/2 Uhr: Preciosa. Im Garten: Spezialitäten Vorstellung. 1 Volks- Theater indischen Pygmäen die kleinsten Menschen der Welt! Damen- Wettschwimmen. PassageJeden Sonntag: Extra- Vorstellung und Garten- Konzert. Anfang 42 Uhr. Entree 30 Bf. An Wochentager im Mai ist Garten und Saal zu Privatfesten zu ver geben. Grünau. 15552* G. Wagner's Restaurant früher Lietke. Panopticum. Großer Saal, Garten, Kaffeeküche, 500 Sehenswürdigkeiten. 2 RiesenIllusionen: 1. Dampferfahrt auf dem Kegelbahn, Ausspannung. ( Filiale Berlin). Branche der Einseker. Durch die Geburt eines Töchterchens 23286 wurden hocherfreut Hermann und Anna Adam. Kranken- u.Sterbe- Unterstütungs kaffe der Berliner Hausdiener. Am Dienstag verstarb unser lang 23296 Sonntag, den 30. Mai, vormittags 11 Uhr, im Lokal jähriges Mitglied des Herrn Grosse, Annenstr. 16: Versammlung. [ 106/5 Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Zu der am Sonntag stattfindenden Vorstellung in der„ Urania" find noch Billets auf dem Arbeitsnachweis zu haben. Die Ortsverwaltung. Verband der in Buchbindereien, August Liebig. Die Beerdigung findet am Sonne tag nachm. 2 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Apostel- Kirchhofs( Schöne berg) statt. Um recht zahlreiche Be theiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Der Schleifermeister Herr Julius Weck der Papier- und Leder- Galanteriewaaren- Industrie ist am 27. b. m. verstorben. Die beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin.) 1 Beerdigung findet Sonntag, den30. Mat, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Jerusalemer Kirchhofs in Montag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, in Feuerstein's der Bergmannstraße aus statt. oberem Saal, Alte Jakobstr. 75: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 2336b Das Personal. Am Mittwoch, vorm. 10 Uhr, entriß mir der Tod durch Herzschlag meine 1. Vortrag des Genoffen Ad. Hoffmann über:„ Die moderne gute Frau Ehe". 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Elisabeth Radue, geb. Biczed. Der Bevollmächtigte. Restaurant Klugmann, Erscheinen ersucht Nummelsburg, Chauffeehaus. Herrlicher, schattiger Garten, Natur: Wald, 5000 Personen fassend, über: deckte Kegelbahnen, Kaffeeküche. Golfv. Neapel. Echt Patzenhofer 2. Eisenbahnfahrt durch Konstantinopel. Konzert- Garten( 3000 Berſonen Bier Ausschant Neue Schönhauser- Straße 2. 3000 Berfonen 0,4 Lit. f. 10 Pf. fassend. Schiller- Theater( Wallner- Theater) Berlin O., Wallnertheaterstr. 35. 21296 Adolph Meier. Oranienburg. Unser diesjähriger Pfingstausflug findet am Montag, den 7. Juni ( 2. Pfingstfeiertag) von Grünau über Karolinenhof nach Schmöck wit ( Restaurant zur Palme") statt. Abmarsch von Grünau präzise vormittags 10 Uhr mit Musit( 25 Mann). Abfahrt: Schles. Bahnhof früh 7,21 Uhr, Görlizer Bahnhof 7,35 Uhr. Weissensee. Holzarbeiter. 27/1 Weissensee. Sonntag, den 30. Mai, mittags 12% Uhr, im Lokale Albrechts: Hof, Weißensee, Parkstraße 13: Große öffentliche Holzarbeiter Versammlung. Holzarbeiter- Versammlung. Tages Ordnung: Großes Konzert. Waldhaus Sandhausen, 2. Distufion. 3. Berſchiedenes. Vereinen wie Gesellschaften ent: pfehle ich den Garten zur Veranstal: tung von Sommerfesten 2c. unter toulantesten Bedingungen. 20566 R. Riefke, Restaurateur. Olympia 34. Reichenberger Straße 34. im Belle- Alliance- Theater Sommer- Saison. Auf eigenen Füßen. 4 Belle Alliancestraße 7/8. Abends 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Sonntag, den 30. Mai 1897: Eröffnung der Sommer- Saison. Uhr: Großes Garten- Konzert. 5% Uhr: Spezialitäten ersten Ranges. 8 Uhr: Zum 1. Male: G. Ottavi's Gesangsposse v. Boylu. Wilken, Musik von A. Conradi. Vor der Vorstellung von 6½ Uhr, Sonntags 52 Uhr: Garten- Konzert. Gutree: Wochentags 30 Bf. bis 3 M. Sonntags 50 Pf. bis 3 M. Apollo- Theater und Konzert- Garten. Zum 18. Male: Venus auf Erden. Burlesk phantastische Operette in 1 Aft von Bolten Bäders. Musik von Paul Linde. In Szene gesetzt vom Direktor J. Glück. Friz Leichtfuß: Rob. Steidl. Jupiter: Henry Bender. Juno: Ilka Paulet. Venus: Frieda Werner. Diana: Toni Daré. Mars: Margarethe Lieban. Merkur: Else Buseany. Amor: Fanesi Tornay. Der Mond: Paul Ybbs. Herr Jncognito: Siegut. Lieban. Ferner Spezialitäten 1. Ranges und der Kinetograph. Kaffenöffnung 62 Uhr. Konzert 711hr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Konstantinopel. Große orientalische AusstattungsPantomime in 9 Bildern mit großem Ballet. 500 Mitwirkende. Montag, nachm. 5 Uhr: Konstantinopel. abends 812 Uhr: Konstantinopel. Int Garten: " Gr. Spezialitäten- Vorstellung. nahe dem Lehnik- u. Grabowsee. 15 Minuten von Bahnhof rechts. Empfehle den Genossen mein Lokal zu Ausflügen. Dasselbe ist am Walde gelegen, mit großem schattigen Vor- u. Hintergarten, gr. Pariser Tanzsaal, Konzertbühne, für Gefangvereine vor züglich geeignet. Kl. Saal für Ge sellschaften 2c. zur gefl. Benugung. * Einziges Verkehrslokal der Genoffen von Oranienburg und Umgegend. Bahn- Klinik. 1 Dies zeigt tiefbetrübt an Friedrichshagen, den 28. Mai 1897, Helmuth Radue nebst Tochter, Wilhelmstr. 44. 30. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Die Beerdigung findet Sonntag, den Leichenhalle aus statt. 23226 Allen Freunden und Bekannten, sowie den Kollegen von Siemens u. Halste, insbesondere dem Gesangverein Brunonia" für die Theilnahme bei der Beerdigung, und den Kollegen, welche unserm Sohn und Bruder Hermanu Falkenberg die letzte Ehre erwiesen [ 23216 Die trauernden Hinterbliebenen. 1. Vortrag des Stadtverordneten Theodor Metzner( Berlin). haben, unsern besten Dant. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch wird gebeten. Die Ortsverwaltung. Achtung! Maurer. Achtung! des Sonntag, den 30. Mai, vormittags 10% Uhr: 3wei Mitglieder- Wander- Versammlungen Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, dem Personal der Firma Ludw. Löwe u. Co.,. dem Metallarbeiter- Verband und dem Gesangv.„ Deutsche Schleife", welche bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Metallarbeiters Franz Giese, so die vielen Kranzspenden, sagen hier [ 23276 mit unseren innigsten Dant. Wwe. Elisabeth Giese u. Kinder. Zentral- Verbandes deutscher Maurer( Filiale Berlin II) große Theilnahme bewiesen, ſowie für Für den Often und Südosten: im Lokale des Herrn Brüder, Waldemarstraße Nr. 75. Für Moabit: im Lokale des Herrn Fischer( Reichsadler), Beuffelstraße 9-10. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Die Aufgaben einer guten Gewerkschaftsorganisation. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 137/12 Künstl. Zähne in tadelloser Aus: führung v. 3 M., Blomben v. 2 M. an. Schmerzlos. Zahnziehen mitt. Cocaïn, Cloréthyl, Chloroform und Lachgas unter Leitung eines prakt. Arztes. Bei Den Mitgliedern machen wir es zur Pflicht, in diesen beiden Bersamm: Bestellung v. fünstl. Zähnen Zahnziehen, Zahnreinigen umsonst; Raten- lungen zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden auf Die Lokalverwaltung. zahlung gestattet, Woche 1 M. Guckel, Lausißerpl. 2, Elsasserstr. 12, Stegliterstr. 71. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Plak. Theater- u. Spezialitäten- Vorstellg. Garten Konzert von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Hrn. Otto Görner. Kaffeeküche 3-5 hr.- Entree 15 Vf., wofür 1 Glas Bier gratis. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. Sonntags Entree 20 Pf., Kinder 10 Pf. H. Jmbs. * genommen. Massengefänge, dem Charakter eines allgemeinen Gewerkschaftsfestes angepaßt, auf gut fingbare, bekannte Melodien gedichtet, find poetisch begabte Ge noffen aufgefordert, einzureichen. Drei der besten werden honorirt. Lieferung bis 1. Juli. Maffengesänge" an die Exped. d. BL Schäftebranche. Verein deutsch. Schuhmacher Berettwilligteits: Getärungen unter Filiale V. Heute Sonnabend, 29. Mai, abends 81/2 Uhr, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. Vortrag des Genossen Sassenbach. 285/4 ..Wöchnerinnenheim." Orts- Krankenkasse für das Unter dieſem Namen haben wohl Buchdrudgewerbe zu Berlin. thätige Frauen Berlins aus eigenen Mitteln für bedürftige Wöchnerinnen aller Konfessionen eine Pflegeſtätte im ehemaligen Erziehungshause ant Urban errichtet, das inmitten großer Gärten gesund und ruhig gelegen ist. Die Thätigkeit des Vereins verfolgt ihrer Entbindung entgegen gehen und weder Ruhe noch Aufwartung finden aufzunehmen, sie nach erfolgter Potsdamerstr. 66, Souterrain, Gartenhaus, 6 Zimmer, auch als Wein- hauptsächlich den Zweck, Frauen, die Iagerei, sofort 720 M., oder getheilt 360 M. Potsdamerstr. 66, part., Gartenhaus, 3 Zimmer, Balkon, Bad, zum in ihrer beschränkten Häuslichkeit 1. Juli, fp., 800 M. Potsdamerstr. 66, III., Gartenhaus, 4 Zimmer, Bad, Balton, zum tönnen, in das Wöchnerinnenheim 1. Oftober, 975. Concordia Variété- Theater Potsdamerstr. 66, part., Seitenflügel, 2 Zimmer, Küche, Zubehör, zum Niederkunft mit dem Säugling zu Brunnenstr. 154. Jeden Sonntag: Grosse Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Immer neues Programm. Anfang 6 Uhr. Entree 30, reserv. 50 Pf. Jeden Donnerstag: Familien- Abend. Gr. Theater Vorstellung. Anf. 72 Uhr. Entree 25, reserv. 40 Pf. Der Sommergarten ist nebst Raffec= füche geöffnet. Viktoria- Brauerei Lützow- Strasse 111/112. 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Um der entbundenen Frau, die sich nur schweren Herzens von Mann und Kindern getrennt hat, ein sorgloses Verbleiben im Wöchnerinnenheim" zu ermöglichen, fendet der Verein in die verlassene Häuslichkeit ältere be: währte Frauen, die für den Mann und die Kinder forgen, fochen und die Wirthschaft bis zur Wiederkehr der genesenen Frau nach bestem Wissen führen. Niederkunft, Aufenthalt und Pflege der Mutter und des Kindes im Wöchnerinnenheim" ist für Unbemittelte unentgeltlich. Zahlende werden nur angenommen, soweit der Raum es gestattet. Anmeldungen werden in der Pflegestätte am Urban von 3-4 Uhr nachmittags entgegen genommen. Die Aufnahme Bedingungen sind im wesentlichen folgende: 1. Aufnahme finden in Berlin wohnhafte Ehefrauen, ausnahms: weise im Falle dringender Noth auch Unverehelichte. 2. Krante, insbesondere an an steckenden Krankheiten leidende Frauen werden nicht aufgenommen. 3. Die Pflege dauert in der Regel 12-14 Tage; doch wird sie im Be dürfnißfall auch über diese Zeit bis zur völligen Genesung fortgesetzt. 4. Bereits entbundene, aber arbeits: unfähige Frauen werden nebst ihren Säuglingen gleichfalls aufgenommen und bis zur Wiedererlangung ihrer Arbeitsfähigkeit verpflegt. Auf grund des§ 62 unseres Kassen: statuts theilen wir hierdurch mit, daß der Beschluß der ordentlichen General: versammlung vom 15. November 1896, nach welchem der§ 42, Abs. 5, dahin geändert ist, daß die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung der Kaffe in Zukunft durch den Vorsitzenden in Gemeinschaft mit dem Schriftführer, bezw. deren Stellvertreter wahrge nommen wird, unter dem 29. März cr. vom Bezirks- Ausschuß bestätigt ist. Berlin, den 21. Mai 1897. Der Vorstand. Gustav Günther, Robert Thiele, Vorsitzender. Schriftführer. Arb. Radfahrer- Verein ララ Berlin". Sonntag, den 30. Mai, Tour nach erbeten. Verloosungs- Gegenstände für Sommerfeste, Landpartien zc. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 123. 14. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. Mai 1897. vor B B Literarische Rundschau. " 1 " " " " C. Hugo: Städteverwaltung und Munisipalsozialismus in England. I diefer Mittel und Formen ist der wirkliche, der siegreich vorwärts| Wahlen vom Jahre 1889 brachten infolge des demokratischen Wahl ( Diet Verlag 1897. 10 Lieferungen à 20 Pf.) dringende Prozeß. rechts eine fortschrittliche Majorität in den Londoner Grafschaftss E. Bernstein: Probleme des Sozialismus in der Neuen Zeit" Wenn die englische Arbeiterschaft der deutschen an sozialistischem rath, die durch die zweiten Wahlen vom Jahre 1892 noch verstärkt, Jahrgang 96/97, Nr. 6, 7, 10, 25, 30, 31. Bielbewußtsein nachsteht, so hat sie andererseits die gewerks und dann aber durch die dritten Wahlen vom Jahre 1895, bei denen Die Tendenzen, die zu einer fortschreitenden Sozialifirung des genossenschaftlichen Verbände, deren Zukunftsbedeutung nicht über die Monopoliftenpartei ihre ganze Macht aufbot, ganz außerordent wirthschaftlichen Lebens drängen, die Anfäße, welche, in der fapi- ihren beschränkten Augenblickserfolgen vergessen werden darf, weit lich reduzirt wurde. talistischen Produktionsweise selbst sich ausbildend, über diese über jedes in Deutschland erreichte Maß ausgebildet. Große Vor- Am deutlichsten hat der Grafschaftsrath seine fortschrittliche Produktions- und Vertheilungsweise hinaus bereits auf höhere arbeiten sind hier, begünstigt durch die Eigenart der englischen Ver- Gesinnung durch die von ihm eingeschlagene Lohnpolitit, die Hugo Organisationsformen der gesellschaftlichen Arbeit deuten, find hältniffe, geleistet, die Deutschland einmal nachzuholen haben wird. ausführlich schildert, bethätigt. Bereits im Jahre 1889 nahm er die mannigfacher Art, und treten in den verschiedenen Staaten, je nach Bei der Einseitigkeit, die wegen der besonderen politisch- fogenannte, anständige Lohntlausel" an, d. h. er bestimmte, daß private Verschiedenheit ihrer politisch ökonomischen und allgemeinen gefell- gesellschaftlichen Verhältnisse aller Länder jede nationale Arbeiter Unternehmer, die von der Stadt auf dem Wege der Submission ges schaftlichen Verhältnisse in sehr verschiedener Stärke und Gestalt bewegung naturgemäß zeigt, ist eine geistige Ergänzung, eine stetige wisse Arbeit zugetheilt erhalten, sich verpflichten müssen, ihren auf. Ju Deutschland, mit seinem demokratischen Reichstags- Information über den Entwickelungsgang des Auslandes doppelt Arbeitern dabei die in den Gewerkschaften üblichen Löhne zu zahlen. wahlrecht und seiner monarchisch- büreaukratisch polizistischen Re- nothwendig. Das Mary'sche Wort, daß jede Nation von der Hand in Hand damit gingen Lohnbesserungen und Reduktionen der gierung, die den Forderungen selbst des einfachsten bürger- anderen lernen kann und soll, trifft auch und ganz besonders in Arbeitszeit für die direkt von der Stadt angestellten Arbeiter. Auch lichen Liberalismus Hohn spricht, mit seinen plutokratischen diesem Sinne zu. wurde festgestellt, daß alle Lieferungen von Waaren und Roh Landtags- und Gemeindewahlen, mit dem argwöhnischen Für unser Verständniß der englischen Gewerk- und Konsumvereins- material nur von Unternehmern, die Gewerkschaftslöhne zahlen und Niederhalten möglichst jeder gesellschaftlichen Selbstthätigkeit, bewegung ist gerade in letzter Zeit besonders durch Uebersetzung nicht im Schwißfyftem arbeiten lassen, bezogen werden sollen. Der Versuch der Unternehmer, darauf hin die Submissionspreife allem der Arbeiterklasse hat sich auf dem Boden der Schriften von Beatrice und Sidney Webb vorzügliches geleiftet einer unerhört raschen kapitalistischen Entwickelung Entwickelung die all worden. Die Hugo'sche Schrift über: Städteverwaltung in unverschämtefter Weise zu steigern, wurde in wirksamster Weise gemeine politische Bewegung der Arbeiterklasse im Rahmen des und Munizipalsozialismus in England" darf man, dadurch gekreuzt, daß die Stadt nun Bauten und ähnliche Arbeiten Reichstags Wahlrechts mit mächtiger Kraft entfaltet. Nirgends ist wenn auch der Gegenstand nicht in so unmittelbarer Verbindung in eigene Regie nahm; ein Weg, auf dem andere Provinzialstädte, im Zusammenhange damit der Kern der sozialistischen Gedanken, mit der Arbeiterbewegung steht, aus gleichem Grunde schon will die gleichfalls die anständige Lohnklausel" in ihr Programm auf das flare Bewußtsein des prinzipiellen Gegensatzes zu der ganzen kommen heißen. Hält sich dieser Gemeindesozialismus" vorläufig nahmen, London bereits vorangegangen waren. Neu war nur, daß tapitalistischen Gesellschaft so tief in die Masse gedrungen, wie eben auch in so bescheidenen Grenzen, daß der Name etwas gar zu voll in der Hauptstadt ein besonderer Ausschuß für öffentliche Arbeiten", hier. Indem die sozialdemokratische Partei die politisch- demo- tönend für die Sache klingt, ist auch, was auf diesem Gebiet ge- der über mehr als tausend Arbeiter verfügt, als besondere tom Derselbe hat, wie die Unter kratischen Aufgaben, denen der bürgerliche Liberalismus fich feige schaffen wurde, nur zum allergeringsten Theile auf das Konto einer munale Behörde eingesetzt wurde. entzog, zugleich als Forderungen des über den Kapitalismus hinaus wirklichen Arbeiterbewegung zu schreiben, so bietet diese Schrift des suchung über das Regie- Amt des Londoner Graffchaftsraths" noch fürz drängenden Proletariats proklamirte, wurde sie die einzig ans eigener Anschauung mit den englischen Verhältnissen gründlich lich( vergl. ,, Soziale Praxis" vom 13. Mai) Ilar erwiesen, sich durchaus zuverlässige, volksthümliche Oppositionspartei in Deutschland, vertrauten Autors doch außerordentlich viel des Anregenden und bewährt. Die Verdächtigungen, als fände hier zu gunsten hoher und verdoppelte so, immer neue Kreise beranziehend, die Werbekraft Belehrenden für deutsche Sozialisten. Wie eng vorläufig auch in Lohnzahlung eine unnüße Verschleuderung der Steuergroschen statt, ihrer allgemeinen, ihrer sozialistischen Jdeen. England die Thätigkeit der städtischen Selbstverwaltungen ge- wurden glänzend widerlegt. Es kann befremden, daß demokratische Länder, vor allem daß steckt ist, man darf die Bedeutung dieser Bewegung Die Forderungen, welche die progressive, für Fortsetzung dieser England, in welchem doch die kapitalistische Produktionsweise nicht nach ihrem augenblicklichen, noch recht bescheidenen Arbeiterpolitik, für Ausdehnung der kommunalen Regie, Kontrolle weitaus am höchsten entwickelt ist, feine politische Arbeiterpartei, Stande beurtheilen, sondern danach, was aus diesen Anfäßen heraus und Vollmacht sowie für Besteuerung des Grundrenten- Zuwachses die sich an Stärke und Zielbewußtsein mit der deutschen messen in dem gesellschaftlichen Prozesse sich noch entwickeln mag. Bei eintretende Partei aufstellt, sind in dem sehr interessanten Londoner fönnte, einstweilen befigt. Das mag zu einem Theile in den demo- fortschreitender Demokratifirung und entsprechender Aufklärung der Programm, das Hugo mittheilt, formulirt und eröffnen weite Pers tratifchen Inftitutionen selbst begründet sein, die, wie sehr sie auch Arbeitermassen muß diesen eine ausschlaggebende Macht in der Spektiven des kommunalen Fortschritts. Der beschämende Vergleich Voraussetzung für jede tiefer einschneidende politische Bethätigung städtischen Verwaltung zufallen, die dann als sehr bedeutender Hebel mit deutschen Verhältnissen drängt sich überall auf. Die Ankündi der Arbeiterschaft sind, andererseits den politisch- oppositionellen in den Emanzipationsbestrebungen der Arbeiter wirken kann. Auch gung Hugo's in einem Aufsatz der Neuen Zeit", daß er als Er. Zündstoff in der Bevölkerung, den ein erbitternder Absolutismus das Bescheidene, was bisher geleistet ist, läßt über diese Möglichkeit gänzung zu dieser Schrift die deutsche Städteverwaltung behandeln als günstiges Material einer sozialdemokratischen Agitation gewaltig feinen Zweifel. Die Tendenz für die großen städtischen Unter- wolle, wird von den Lesern seines Munizipal- Sozialismus in anhäuft, nicht in gleicher Weise erzeugen. Mit dem politischen nehmungen, wie Gas-, Wasserversorgung, Bahnanlagen u. a., den England" mit großer Genugthuung begrüßt werden. Drude fällt, wie es den Anschein hat, auch ein Theil des Gegen privaten Unternehmer fortschreitend im kommunalen Interesse ausDie Auffäße, die Bernstein unter dem Titel: Pro druckes, der in politisch zurückgebliebenen Ländern, wie Deutschland zuschließen, tann weit über den jetzt gegebenen Rahmen hinaus- bleme des Sozialismus" in der Neuen Zeit" veröffent und Desterreich, der sozialistischen Parteibewegung zu gute tommt. getrieben werden. Aehnlich den Konsumvereinen erscheinen die licht hat und die nun abgeschlossen vorliegen, heben im Zusammen Natürlich ist das fein entscheidendes Moment. Was auf der einen Kommunen als urwüchsige gesellschaftliche Körper, die unter bang mit anderen intereffanten Grörterungen einen für die Werthung Seite als Manto, kann auf der andern als positive Chance er günftigen Bedingungen in hohem Grade geeignet sind, des heute allerdings erst sehr keimhaft existirenden Munizipal scheinen, und vielleicht ist die Zeit sehr nahe, wo gerade in den einen wachsenden Theil der Produktion in die Hand zu nehmen, und Sozialismus" und analoger Bildungen entscheidenden Gesichtspunkt demokratischen Gemeinwesen Die politisch sozialdemokratische unter Umgebung des Rapitalisten follektivistisch zu verwalten. Wenn hervor. Nachdem er die Aussichten und das Tempo der großArbeiterbewegung mächtig emporschnellen und alle Bortheile, die im die Kommunen Gas produziren und verkaufen, warum sollten sie industriellen Kapitalfonzentration und die Entwickelung der englischen übrigen eine freiheitliche Staatsordnung jeder politischen Bewegung nicht, um nur ein Beispiel herauszugreifen, auch einmal Brot- Landwirthschaft besprochen, die trotz des vorherrschenden Großgrund gewährt, voll ausnuten wird. produzenten- und Verkäufer werden können und so im öffentlichen befizes nur wenig Tendenzen zum eigentlichen Großbetriebe Einftweilen geht es in dieser Hinsicht nur langsam vorwärts, Interesse die schreienden Uebelstände der privaten Bäckereien mit aufweist, zieht Bernstein in einer Schlußbetrachtung über die„ fozial die englischen Arbeiter, deren praktisch nüchterner Sinn für weit der Wurzel ausreißen? Wie sie in der Produktion als Mittel der politische Bedeutung von Raum und Zahl" das Fazit, das sich ausschauende große Ziele, wie der Sozialismus sie bietet, fich nur Vergesellschaftung zu wirken vermögen, so können sie auch darüber etwa folgendermaßen formuliren ließe: Die Vergesellschaftung der schwer erwärmt, ftehen zum allergrößten Theile noch im Heerlager hinaus durch ihre Besteuerung, unter Umständen sehr bedeutsam in Produktion, auf welche die sozialistische Arbeiterschaft in irgend ab der bürgerlichen Parteien und suchen durch deren Vermittelung die Vertheilung der Güter eingreifen. Nicht in dem, was schon ist, sehbarer Zeit hoffen kann, ist von der Art Vergesellschaftung, die remen Begriffe einzelne, zusammenhanglos aufgeraffte Reformforderungen durch in dem was fommen mag, was sich im Seienden langsam heran dem des Sozialismus entspricht, jedenzufetzen. Das Bewußtsein der Massen ist noch wenig über die zu bilden scheint, liegt der wahre Sinn und das Recht des Wortes falls noch um ein gewaltiges Stüd entfernt. Der Gedanke, daß die Schranken bürgerlicher Denkweise hinausgetrieben, weiß nichts von Munizipalsozialismus begründet. Gesellschaft, wenn wir dieselbe uns auch nur auf die Grenzen einer einer auf prinzipielle Umgestaltung der ganzen bestehenden Das Hugo'sche Buch will feine Möglichkeiten erwägen, Nation eingeschränkt denken, in einheitlich zentralistischer Weise Gesellschaftsordnung hinarbeitenden Aktion der Arbeiterklasse. Aber es geht ganz in der, wie schon gesagt, sehr interessanten Schilderung radikal- sozialistisch, d. h. ohne Kauf und Verkauf Produktion und es wäre auch ganz falsch, die Revolutionirung der Geister des Seienden, dessen was unter englischen Verhältnissen in diesem Vertheilung der Güter regele, ist bei der unübersehbaren Zahl von als den einzigen Maßstab zu betrachten, nach welchem Jahrhundert geworden ist, auf. Die alten überlebten Formen Einzelbetrieben, die aller Konzentrationstendenz zum Troy in abseh die Aussichten des Sozialismus in den verschiedenen Staaten, ft a dtischer Selbstverwaltung, nach welchen ein enger barer Zeit sich noch erhalten werden, gar nicht auszudenken. Selbst das Fortgeschrittenfein der Nationen in dieser Richtung zu bemessen Kreis von Privilegirten, die sogenannte Rorporation, ergänzt durch bei günstigster Rechnung würden nach dem Maßstab, den uns eine find. Die gesellschaftliche Kontrolle über die Produktion, die Sonderausschüsse, alle Gewalt ausübte, hatten zu heilloser Korrup- Vergleichung der deutschen Berufszählung von 1882 und 1895 in Vergesellschaftung der Produktionsmittel, welche der Sozialismus tion geführt. Gegenüber dem rapiden, durch die moderne Industrie die Hand giebt, im Jahre 1921 in der deutschen Industrie nicht mitgezählt noch gegen als letztes Biel anstrebt, ist nichts, das sich, auch nach Eroberung gezeitigten Anwachsen der Städte in diesem Jahrhundert erwies sich Handwerk und Kleinbetrieb der politischen Macht durch ein sozialistisch aufgeklärtes die rathlose Impotenz jener verrotteten Körperschaften. Man dente 60 000 Groß- und Mittelbetriebe vorhanden sein, deren staats wenn der Staat die direkte VerProletariat, von oben herab mit einem Schlage dekretiren ließe. an die Schilderung, die Engels in seiner Lage der arbeitenden liche Verwaltung, auch Wie hoch auch immer die Rolle, welche die Staatsmacht in diesem Klaffen" von den englischen Fabrikstädten der 40 er Jahre entwirft! theilung im sozialistischen Sinne noch gar nicht übernahme, Prozeß zu spielen berufen ist, veranschlagt werde, sie wird in ihren Erst nachdem die Reformbill vom Jahre 1832 die Parlamentswahlen sondern das Produkt nach wie vor als Waare verkaufen Aktionen aufs engste nicht nur an den Fortschritt der in allen neu geregelt und damit zugleich einen wichtigen Stüßpunkt der alten wollte, auf ganz unfaßbare Schwierigkeiten stoßen würde. Rulturländern sich vollziehenden Rapitalfonzentration, sondern Städte- Ordnung beseitigt hatte, wurde die städtische Selbst Geschweige, daß eine solche Organisation ohne starte staatliche ebenso wohl auch an den Fortschritt der wirthschaftlichen verwaltung auf eine neue in Basis gestellt, die, den Autorität und ohne das Prinzip der wirthschaftlichen Selbst. Arbeiterorganisationen selbst gebunden sein. Grundzügen noch heute geltend, allmälig einer aufsteigenden Ent- verantwortlichkeit, durch das bloße harmonische Zusammenspiel uns Die Politit, eines sozialistischen Zielen zuftrebenden Staates wird wickelung die Bahnen ebnete. Das entscheidende Gesetz ist die gebundener Bedürfnisse sich aufrecht erhalten könnte! Wäre die aller Voraussicht nach an diese unmittelbar aus der Produktions- Städte- Ordnung von 1885, welche das Bürgerrecht sehr bedeutend Bergesellschaftung von vornherein nur durch Vermittelung des und Vertheilungssphäre herausgewachsenen Drganisationen, so vor ausdehnte, und den Stadtrath in der Hauptsache aus der direkten zentralistischen Staates möglich, so wären ihr enge Grenzen gezogen; allen an die Gewerkvereine und die Konsumvereine, direkt an. Wahl der Bürger hervorgehen läßt. Erst allmälig im Laufe der und, davon abgesehen, es wäre übel mit der Demokratie bestellt, knüpfen und diese als wirksame Hebel der Bergesell Jahrzehnte wurden die Funktionen dieser neuen Behörde, die von wenn der einzelne diesem großen Gemeinwesen unvermittelt, nur schaftung benußen müffen. Je mehr die Macht der gewert allen Seiten durch lokale Sondergesetze, alte Urkunden, private als Einheit unter millionen Miteinheiten gegenüberstände"; die schaftlich organisirten Arbeiter in den Großbetrieben den Unter- Monopole und die monopolfreundliche Haltung des Parlaments wirkliche Herrschaft müßte dann einer Bureaukratie zufallen. Erst nehmern gegenüber gehoben wird, je mehr wird das ursprüngliche eingeeugt war, fortschreitend ausgedehnt. Man findet bei Hugo in wenn die Selbstverwaltungstörper, wenn Gewerkvereine und Gewert Verhältniß von Kapitalist und Lohnarbeiter in seinem Juhalt den Kapiteln, welche die besonderen Zweige städtischer Selbst- fchaften als Zwischenorgane und mitwirkende Hebel einer allmäligen geändert, je mehr wird das gesellschaftliche Interesse der verwaltung: die volkshygienischen Aufgaben( Abfuhrwesen, Hausung Bergesellschaftung des Produktionsprozesses herangezogen werden, gewertschaftlichen Produzenten in der Art und Weise der Produktion, der arbeitenden Klaffen, Wasserversorgung, Bäder, Waschhäuser, verändert sich das Bild. Die demokratische Selbstbethätigung der wie der Bertheilung des Ertrages zum Ausdruck fommen. Und die Barts u. f. w.), das Feuerlöschwesen, die Märfte, Gas- und einzelnen tritt in ihre Rechte und die räumliche Ungeheuerlichkeit", Entwickelung der großen Arbeiter- Konfumvereine treibt dahin, daß elektrische Beleuchtung, Straßenbahnen, Telephonanlagen, Bolts der jedes Streben nach einer unvermittelten Zentralisation des ganzen die an die Kunden abgesezten Waaren in steigendem Maße von bibliotheken, technischen Unterricht u. a. m. behandeln, viel Produktionsprozesses durch den Staat rathlos gegenüber steht, Unternehmungen dieser Vereine selbst, also unter Ausschaltung Charakteristisches aus dieser Entwickelungsgeschichte mitgetheilt." verschwindet, die Zahlenverhältnisse werden menschlicher". des tapitalistisch- ausbeutenden und Profit aneignenden Mittelmannes, Mit besonderer Ausführlichkeit werden die städtischen Vers Es sind das Gedankenreihen, die sich mit den Erwägungen, die produzirt werden. waltungsverhältnisse London 3 geschildert, in dem die Macht privater wir der Besprechung des Hugo'schen Buches voranschickten, aufs Wenu auch bei starker Ausdehnung der gewerkschaftlichen Monopole und Privilegien jedem Borwärtsstreben besonders hart- engste berühren. So sehr wir recht haben, unfere Gegner, die eine Macht immerhin der Kapitalist noch an der Spize des Betriebes bleibt näckigen Widerstand entgegensetzte, derart daß London von den großen detaillirte Schilderung des Zukunftsstaates" von uns verlangen, und nur weitgehender Kontrolle feiner Arbeiter unterſtellt ist, fällt bei englischen Provinzialstädten in Sachen munisipaler Reform vielfach mit Lachen abzuweisen, so sehr berechtigt ist auf der anderen Seite dem Uebergreifen der Konsumvereine in die Sphäre der Pro- sehr bedeutend überholt ist. Das Gesetz von 1835, das die Korporationen die Frage, nicht wie wir uns den Zukunftsstaat", wohl aber wie duktion auch diese Schranke fort. Die in den Vereinen zu Konsumzwecken beseitigte, erstreckte sich nicht auf die reichste und mächtigste Korpo- wir die Evolutionen, die die Gesellschaft über den Rahmen des organisirte Arbeiterschaft selbst ist es, die hier an stelle des ration, die der Londoner City, welche im Berein mit den privilegirten alten Kapitalismus hinausführen und eine Annäherung an das Kapitalisten tritt, und die durch ihre Organisation den erzeugten Citygilden unerhörte Geldsummen( die Gilden geben nach den letzten Jdeal der vergesellschafteten Produktion anbahnen, uns vorstellen. Produkten zugleich einen festen Absatz fichert. Die Produktion der Nachrichten jährlich etwa zwei Millionen Mart für Gaftereien ihrer Mit der unbestimmten, bloßen Berufung auf den Klaffenkampf und Arbeiter erhält, da sie im Auftrag und zum Nußen der in Konsum- Mitglieder und ähnliche Zwecke aus) verschlendern und bis heute die Konzentration der Kapitale ist, wie Bernstein richtig hervorhebt, vereinen selbst organisirten Arbeiterschaft geschieht, einen im engeren durch ihre Geldmacht allen Versuchen, reinen Tisch zu machen, ge- da noch wenig gethan. Die Bedeutung der Auffäße liegt vor allem Sinn gesellschaftlichen Charakter. Es ist das eine der trozt haben. Ebenso haben sich hier mit hoher parlamentarischer in diesem Problem, das der Verfasser sich stellte, einem der wichtigsten Formen, in denen der Gedanke der Produktiv Assoziationen, Unterstützung die großen Attiengesellschaften auf den verschiedensten, in und interessantesten, auf welches sozialistisches Nachdenken sich richten bie sich Laffalle als Uebergangsstadium zu einer sozialistischen der Provina bereits zum großen Theile tommunaler Berwaltung fann. Gesellschaftsordnung dachte, allerdings modifigirt, weitreichende anheimgefallener Gebieten bis heute erhalten. Sogar die WasserRealität erhalten kann, einer der Krystallisationspunkte, an welchen versorgung wird in London noch durch private Gesellschaften, die die Elemente einer höheren Produktionsweise sich sammeln, an ihr Monopol in wucherischer Weise ausbeuten, besorgt; alle städti Soziale Praxis, Bentralblatt für Sozialpolitit", enthält in threr neuesten Nr. 35 folgenden leitenden Auffaz: Bur Handwerkerfrage. I. Die deutsche welche, bei der gewaltigen Ausdehnung des Arbeiterkonsums immer schen Expropriationsversuche wurden durch den Einfluß der Herren Innungsvorlage nach den Kommissionsbeschlüssen. Bon Dr. R. Gräger. neue Betriebe in weitem Umfange sich angliedern mögen. Monopoliften, deren Interessen vor allem bei der konservativen 11. Die badische Gewerbepolitit. Bon Dr. M. Hecht. Handhabung bes Der Wirrwarr der ReichsEbenso wie die Gewerk- und Konsumvereine an sich als ohne Partei liebevolle Vertretung fanden, vereitelt. Vereinsrechts in Preußen. Begriff der öffentlichen Angelegenheit". Auswanderungsgefeß. Einwanderung und Auswanderung in England 1896. mächtig erscheinen, das fefte Gefüge der kapitalistischen Gesellschaft in lauter einzelne Kirchspiele zerstückelten Londoner Verwaltung Internationale Verbindung der ethischen Gesellschaften. Bergemeindung zu sprengen, ebenso erscheint auch die politische Macht, abgelöst von wurde, nachdem unter dem dringenden Bedürfniß eines einheitlichen ber Apotheken in Worms. Kommunales Brauwesen in Jena und Um gebung. folchen Organisationen, auf die sie sich stützen, die fie fördern und Kanalsystems zu Beginn der sechziger Jahre in der sogenannten Bergebung Munisipale Dampfboot- Berbindung in England. städtischer Arbeiten in Mengen i. W. Turnus der eingesessenen Handwerker. von denen fie Förderung erhalten fann, unfähig, die Produktion, Baubehörde die erste zentrale, die Gesammtstadt zusammenfassende Spezialisten in der englischen Kommunalverwaltung. Sozialdemokratische bisher ein Mittel der Ausbeutung, wahrhaft in den Dienst der Spezialbehörde geschaffen war, in entscheidender Weise erst durch Gemeinderäthe in Baden. Arbeiterschutz- Entwurf für Konfettions Industrie und ähnliche Gewerbe in Deutschland. Landesbehördliche Arbeiterschuh= arbeitenden Gesellschaftsklassen zu zwingen. Die direkte Ver staat das Gefeß über die Selbstverwaltung der Grafschaften vom Borschriften. London wurde als besondere Graffchaft lichung der Produktionsmittel fann bei der ungeheueren Viel Jahre 1888 beseitigt. Achtstundentag für die Londoner Maschinen- Industrie. Lohnbezugs- Erleichterungen für britische Seeleute, Schuß vor Ausplünderung gestaltigkeit des modernen Wirthschaftslebens nur eines der Mittel erklärt und erhielt, wenn auch die Cityforporation fast ebenso unin den Hafenstädten. Statistik der Betriebe und Arbeiter unter der sein, durch welche der große Prozeß, der eine Herrschaft der Gesell- abhängig wie früher belassen wurde, in dem durch die Bürger zu schwetzerischen Fabritgefeggebung. Weibliche Fabritinspektion für. Alters eine Dies wählenden Grafschaftsrath burg. Art zentralen Verwaltungsschaft über die Produktionsmittel anbahnt, sich vollzieht. Die Krantenversicherung in der Hausindustrie. Von Fabrikant D. Weigert. Obligatorische Unfallversicherung der Hörer der technischen HochMittel hat in andern Mitteln, diese Form der Bewegung in anderen törpers, dessen Machtvollkommenheit hinter der der provinzialen schule zu Dresden. Material zur Arbeitslosen- Versicherung. Arbetter. Formen ihre Ergänzung. Erst das lebendige Zusammenspiel all Städte immerhin noch bedeutend zurücksteht. Gleich die ersten wohnungs- Kongreß in Brüssel. Eingelaufene Druckschriften. C. S. H AbgeovdnekvnhÄUS» 03. Sitzung v o I» 28. M ni 1837. II Uhr. Am Ministertische i T h i e l e n. v. d. R e ck e. In der Präsidentenloge ivohnt der frühere Minister des Innern d. Köller der Sitzung bei. In dritter Berathnng werden die Gesetzentwürfe betreffend den Erwerb von Theilen des Aachen- Man st richter Eisenbahn Unternehmens durch den preußischen Staat und betreffend die I e st st e l l n u g eines Nachtrags zum Slaatshaushalts-Etats für 1897/33 unverändert genehmigt. Es folgt die zweite Berathung deS Gesetzentwurfes zur und Abänderung von Bestimmungen uber Verfammlungen und Vereine. Die Konservativen Graf Limbnrg-Ttirnm und Genossen beantragen. vor dem Artikel I der Vorlage folgenden besonderen Artikel einzuschieben: Versannnlungen, von denen auf grnnd der Thatsachen anzu- nehmen ist, daß sie die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates oder die öffentliche Ordnung gefährden ivürden, können von der Landespolizeibehörde verboten werden." Abg. Schmieding(natl.) erklärt namens seiner Freunde, daß sie gegen den Antrag stimmen würden aus den früher bereits erörterten Gründen. Abg. Wiucklcr(l.): Meine Freunde haben den Antrag trotz der Ablehnung in der Kominission wiederholt, um ihre prinzipielle Stellung bezüglich des Präventivverbots klar- zulegen. Die Auflösung einer Versammlung sührt in den meisten Fällen zu einer großen Erregung, und die Entscheidung liegt dabei allerdings in den Händen untergeordneter Polizei-Orgaue. Es ist daher am besten, wenn solche Versammlungen, welche die Grundlagen des Staates und der Gesellschaft zu bedrohen geeignet sind, von vornherein verhindert werden, und wenn wir die Eni- fcheidung darüber nicht in die Hände untergeordneter Polizeiorgane, sondern der Landespolizeibehörde legen. Der Kommissar der Regie- rung hat in der Kominission gesagt, daß der Regierung eine derartige Befugniß nur sehr willkommen sein könnte, daß sie allenfalls aber auch ein solches Verbot nach dem bestehenden Recht glaube» aussprechen zu können. In anderen Staaten, Baden und Sachsen, ist eine solche Möglichkeit gesetzlich festgelegt, in Preußen nicht; es ist auch in Preußen noch kein Gebrauch ge- macht worden, und wir müssen auch theoretisch bezweifeln, ob das bestehende Recht dazu ausreicht. Wir glauben noch einmal den Gedanken anregen und die Möglichkeit geben zu sollen, diese Lücke auszufüllen. Minister des Innern v. d. Recke: Ich kann in Wiederholung der Erklärung des Kommissars in der Kommission nur noch aus- drücklich bestätigen, daß die Gewährung des sog. Präventivverbots für Versammlungen der kgl. Staatsregierung nur sehr willkommen sein könnte.(Lachen links und im Zentrum.) Ich kann daher nur anheimstellen, den von der konservativen Partei gestellten Antrag anzunehmen. Abg. Motty erklärt sich namens der Polen gegen den Antrag. Abg. Lieber(Z.): Wer mit der großen Entschiedenheit wre wir gegen de» Artikel I der Regierungsvorlage stimmt, muß mit um so größerer Entschiedenheit gegen die von den Konservativen vorgeschlagene und von der Regierung so warm begrüßte Präventiv« Maßregel(Heiterkeil) stimmen. Abg. v. Zedlitz(k.): Ich muß Sie bitten, gegen den Antrag zu stimmen. Die praktischen Gründe, welche uns zur Ablehnung zwingen, liegen darin, daß der Landes- behörde Aufgaben gestellt werden, die sie garnicht erfüllen kann. Wenn z. B. im Regierungsbezirk Düsseldorf hunderte von Versammlungen in erregten Zeiten angemeldet werden, wie soll der Regierungspräsident im stände sein, hunderte von Bersammlunge» innerhalb 24 Stunden mit Angabe der Gründe zu verbieten! Schwerer als die praktischen Bedenken wiegen die grnnd- sätzlichen Erwägungsgründe. Man kann der Regierung eine Vollmacht nicht ertheilen, die sie selbst nicht erbeten hat. Wir legen großen Werth ans die Aufrechterhaltnng des verfassungs- mäßigen Bersammlungs- und Vereinsrechts, wir wollen nicht die Freiheit der Meinungsäußerung unter den bürgerlichen Parteien irgendwie einschränken oder knebeln durch Bestimmungen, die sich lediglich richten gegen Sozialrevolutionäre oder Rational- revolutionäre. Die Regierung hat auch nicht entfernt an eine Beschränkung der bürgerlichen Freiheil gedacht. (Widerspruch linkS; Zustimmung rechts.) Man behauptet, die Absicht des Gesetzes sei, die oppositionellen Richtungen aller Art mnndtodt zu mache». Das ist ein geschicktes Manöver, um die großen Massen in das Garn bestimmter Parteien zu bringen, um sie für die nächste» Wahlen zu appretiren. Man ngitirt und wirbt mit der Befürchtung vor autokratischen, absolutistischen Be- strebunaen. Auch dafür liegt nicht die mindeste Berechtigung vor. Kein Mann im ganzen Lande denkt an die Möglichkeit oder Zweck- Mäßigkeit eines solchen persönlichen Regiments. Es soll das Kleeblatt herrschen: Richter, Gröber und am Gröbsten.(Zuruf linkS: Au!) Die Verfehlungen einzelner Beamten bei Ausführung des Vereins- und Versammlungsrechts werden aus- gebeutet, um Mißtrauen zu verbreiten. Die Quelle dieses Miß- trauens muß beseitigt werden; durch die Fassung des Gesetze? darf nicht ein Keil in die nationalen Parteien getrieben werden. Die allgemeinen Kriterien, nach denen das Verbot er- folgen kann, sind uns nicht scharf genug ausgefaßt. Der Antrag enthält viele zweideutige Ausdrücke, welche Mißverständnissen ausgesetzt sind. Wir sind zu dem Ergebniß ge- kommen, daß man genau die Parteien bezeichnen muß, gegen welche die Bestimmungen angewendet werden sollen: die sozialrevolutionären und die national- revolutionären Bestrebungen, nicht aber gegen alle oppositionellen Bestrebungen. Auf der preußischen Gesetzgebung soll nicht der Schein des Vorwurfs hasten, daß zum Kampfe gegen solche Bestrebungen die bürgerliche Freiheit angetastet wird. Wir wollen den Schild des preußischen Staates blank halten im Interesse Deutschlands. Abg. Rickert(frs. Vg.): Wir wollen nicht mehr mit Ihne» diskutiren, wir werde» den Antrag ablehnen. Abg. Porsch(Z-): Wenn die Regierung jetzt auch nicht die Vorlage zu einer Knebelung verwenden will, die Möglichkeit dazu liegt vor und deshalb lehnen wir den Antrag ab. Gegen die Stimmen der Konservativen wird der Antrag des Grafen Limburg abgelehnt. Auf Antrag Rickert werden die Artikel l und III der Borlage gegen die Stimmen der beiden konservativen Parteien in der Ver- Handlung mit einander verbunden. Diese Artikel sollen nach dem Antrage der konservativen Parte lauten: Artikel 1. Versammlungen, welche die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates oder die öffentliche Ord« nung gefährden, können von den Abgeordneten der Polizeibehörde (Z 4 der Verordnung vom U. März 1850, Gesctzsammlnng S. 277) aufgelöst werden. Artikel III. Vereine, deren Zweck oder Thätigkeit den Straf- gesehen zuwiderläuft oder die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates oder die öffentliche Ordnung gefährdet, können von der Landespolizeibehörde geschlossen werden. In der Vorlage hieß es statt„öffentliche Ordnung"„öffent- liehen Frieden". Nach dem Antrage der Zreikonservativen sollen die Artikel I und III lauten: „Versammlungen, in welchen anarchistische, sozialdemokratische sozialistische oder kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Etaales gefährdenden Weise zu tage treten, können von den Abgeordneten der Polizeibehörde(8 4 der Verordnung vom 11. März 1850, Gesetzsammlung S. 277) ausgelöst werde»." „Vereine, w welchen anarchistische, sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates gefährdenden Weise zu tage treten, können von der Landespolizei- Behörde geschlossen werden. Dasselbe gilt von Vereinen, welche die Losreißung eines Theiles des Staatsgebietes vom Ganzen er- streben oder vorbereiten." Abg. Schmieding(natl.): In, Namen meiner Freunde bitte ich, den Art. I und III m der Fassung der Regierungsvorlage abzn- lehnen und auch sämmtliche dazu gestellten Anträge abzulehnen. (Lebhafter Beifall links.) Der Antrag des Grafen Limburg enthält nichts als die verschärfte Regierungsvorlage. Herr v. Zedlitz meint, die Regierung habe an eine Beschränkung der bürgerlichen Freiheil nicht gedacht. Ich glaube, was die Regierung gedacht hat, weiß er so wenig wie ich.(Sehr gut! links.) Und es kommt nicht auf die Absicht der Regierung an, sondern auf die Wirkung der Art. I und III. zSehr richtig! links.) Und die Wirkung ist die Beseitigung der Garantien, welche in der Verfassung für die Vereins- und Versammlungsfreiheit gegeben sind. Die„Kreuz-Zeitnng", das maßgebende Organ der Konservativen, sagt: Es kommt darauf an: hat man Vertrauen zur Polizeibehörde oder hat man keins? Die Fragestellung ist richtig, und die„Kr.-Ztg." antwortet: Wir haben Vertrauen zur Polizeibehörde. Ich kann namens meiner Parteifreunde antworten: Wir haben kein Vertrauen zur Polizeibehörde(Beifall links) und nach den Vorgängen der letzten Zeit auch nicht das Ver- trauen zur königlichen Staatsregierung, um ihr so weitgehende Vollmachten anzuvertrauen. (Znstimmnng links.) Wir wünschen auch eine starke Regierung, aber ist die heutige Regierung eine starke Regierung?(Rufe links: Nein!) Macht man aus einer schwachen Regierung eme starke Regierung, wenn man ihr unbegrenzte Vollmachten giebt? Das ist ein verfehltes Mittel. Wir und alle die, welche ans Kreisen der Industrie hierher geschickt sind, wünschen dringend, daß den Bestrebungen der Sozialdemokratie schärfer als bisher entgegen- getretenwird, aberbis heutehat dieRegierungnoch nicht einmal die ihr zuGebote st ehe ndenMittel mit aller Schärfe angewendet. Ueber die Dehnbarkeit und den l e i ch t e n M i ß b r a n ch der Bestiminniigen sowohl der Regierungsvorlage als der konservativen Anträge ist Ihre eigene Presse durchaus nicht zweifelhaft. Die Extremen unter den Konser- vativen sagen sich:„Es können Zeiten wiederkommen, wo Graf Caprivi das Regiment führt, und dann wehe uns!" Der Antrag v. Zedlitz ist mir, als ich ihn zuerst las, nicht un- sympathisch gewesen,(Hört! Hört! rechts)— gewiß, die ganze Enlwickelung der nationalliberalen Partei zeigt ja, daß wir diesen Bestrebungen entgegentreten,— aber je mehr ich mir den Sinn des Antrages klar machte, desto mehr bin ich davon zurückgekommen, daß er etwas Brauchbares bietet. Er trifft das Uebel nicht au der Wurzel. Für die Sozialdemokratie an den Grenzen des preußischen Staates ist die ganze Maßregel ein ein» facher Schlag ins Wasser. Es ist eine halbe Maßregel, die nach etwas aussieht und schließlich doch nicht hilft. Das ist das schlimmste, was man machen kann, wenn man thut, als gäbe man eine Maßregel, die doch nicht wirksam ist. Wenn gegen die Sozialdemokratie gesetzlich vorgegangen werden soll, dann muß man das nicht nebenbei machen, dann hat die Regierung die Sache zu machen, damit sie die Verantwortung zu tragen hat. Wir werden deshalb nur für die Kommissionsbeschlüffe stimmen, die das wesentlich Branchbare aus der Vorlage herausgeschält haben. Die Minderjährigen sollen aus den Versammlungen entfernt werden. Wer sich nicht bürgerlich selbständig verpflichten kann, wer nicht stimmberechtigt ist, der soll nicht in der terroristischen Art, wie es zu geschehen pflegt, in den Versammlungen auftreten dürfen. Wenn die übrigen Parteien nicht bereit sind, uns aus diesem Boden zu folgen, dann niüssen wir ihnen die Verant- wortung dafür überlassen.(Lachen rechts.) Abg. Gras Limburg- Stirnm(k.): Ich habe das Gefühl, wenn unsere Partei eine solche Haltung einnehmen würde wie die nalionalliberale, dann würde sie breitgetreten werden. Ich will aber rein sachlich sprechen. Wenn man einschreiten will, muß man elastische Befugnisse geben.(Hört, hört! linkS.) Ich habe in nieiner langjährigen parlamentarischen Thätigkeit die Unmöglich- keit kennen gelernt, klare, präzise, brauchbare Bestimmungen zu schaffen. Man müßte immer ein gewisses Ermessen walten lassen.— Im ganzen Lande ist in Kreisen der Wohl- gesinnten kein Zweifel, daß es wie jetzt nicht niehr weiter geht; die Regierung niuß ihre Autorität feststellen gegenüber den Klassen, welche den Umsturz besördern. Es k a n n e i n e B e st i m m u n g, wie sie in der Vorlage vorliegt, mißbraucht werden; aber dieser Nnchtheil ist nicht so groß wie der, daß die Regierung über- Haupt nicht vorgehen kann. Eine ungerechte Auflösung kann korrigirt werden. Ich kann die Gefahr des Mißbrauchs nur als eine minimale ansehen.(Sehr richtig! rechts.) Die Zeit wird kommen, da werden die Herren(nach links deutend) noch viel weiter in der Ertheilung von Befugnissen gehen müssen, als jetzt.(Sehr richtig! rechts.) Demgegenüber wird die Vorlage ein Waisen- knabe sein. Ein allgemeines Mißtrauen gegen die Regierung widerstrebt unseren Grundsätzen.(Sehr�richtig! rechts.) Daß dieBestimmungcn gegen uns angewendet werden könnten, läßt uns ganz kalt. Wenn einmal eine Regierung kommen sollte, die ihre J»tereffeii so falsch ver- stehen sollte, scharf gegen die Konservativen vorzugehen,(Heiterkeit links), dann würden schließlich noch schärfere Bestimmuiigen gegen uns gemacht werden können.(Zustimmung rechts.) Es sind zwei sich entgegensprechende Strömungen vor- Händen: Die eine behauptet, man könne der Sozial- demokratie Herr werden durch die freie Bewegung. Wir ver- treten die andere Auffassung: man soll alles thun, die Leute zn be- lehren und die Lage der Massen zn verbessern, aber wir sagen auch: der Staat kann solche Bestrebungen nicht dulden.(Sehr richtig! rechts.) Darum bleibe ich auf dem Standpunkt stehen und ich halte dafür, daß die Staatsregierung etwas Richtiges gethan hat mit der Vorlage; ich hoffe, das wird der Anfang einer weiteren Aktion in unserem Sinne fein. Wir werden erst für die Regierungsvorlage, schließlich aber für den Antrag Zedlitz stimmen.(Lebhafter, wieder- Holter Beifall recht?: wiederholtes Zischen links.) Abg. Porsch(Z.): Meine Freunde habe» nach genauer Prüfling erkannt, daß die Vorlage Schaden bringen wird. Deshalb stimmen wir gegen die Vorlage und gegen den Antrag v. Zedlitz. Wir sind der Meinung, daß die bestehenden Gesetze vollständig ausreichen, daß man gegen einzelne Parteien vorgehen kann, wie wir das ini Kulturkampf an unserem Körper erlebt haben. Objektiv wäre es wünfchenswerlh, daß auch die Konservativen einmal eine scharfe Anwendung deS Vereinsgesetzes gespürt hätten. Eine Ruthe bewerlhet man anders, wenn man st« selber gefühlt hat, alS wenn man sie blos auf dem Körper eines anderen hat tanzen lasten. Wie werden die untergeordneten Organe ein solches Gesetz anwenden mit seinen kautschukartige n Bestimmungen? Daß der Beamte nachher rektifizirt wird, weil er die Versainnilnng zu unrecht aufgelöst hat, ist gar kein Kautel. Die Auslösung einer Versammlung ist kein Mittel zur Wahrung der öffentlichen Ordnung. Wir sind die entschiedensten Gegner der Sozialdemokraten und bekämpfen sie praktisch im Lande. (Lachen rechts.) Hat der Herr, der da lacht, etwas Derartiges gethan? Hierher kommen und ein Polizeigesetz machen, das ist sehr leicht! Ich verweise auf die zahlreichen katholischen Arbeitervereine und den Verein für das katholische Deutsch- land, der über 200 000 Mitglieder hat.(Hört! im Zentrum.) Wie will man anarchistische, sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische Bestrebungen von einander abgrenzen? Sozialistische Bestrebungen finden sich nicht blos bei den Arbeitern, sie werden um so gefährlicher, in je höhere Schichten sie hinaufsteigen. Wasnutzt«ine solcheBestiinmung wie der Antrag v. Zedlitz? Das S ozia listen g e setz war viel schärfer undhat trotzdem nichtsausgerichtel, ja vielfach die sozialdeni akratische Bewegung intensiver gemacht. Durch die Ablehnung der Anträge ge- fährden wir in keiner Weise die Ordnung deS Staate?.(Zustimmung im Zentrum.) Minister des Jimern v. d. Recke: Die Etaalsregierung hat sich bei der Ausarbeitung der Vorlage einer großen Zurück» Haltung befleißigt(Lachen linke); sie hat ihre Wünsche, die sie seit Jahren hegt, zurückgedrängt, um die Vorlage zu stände zu bringen, sie hat sich beschränkt auf das unumgänglich Nöthige. Was ist aus dem Gesetzentwurfe in der Kommission geworden? Man hat die Rosinen aus dem Kuchen heransgenommen, man hat die Er- leichterungen dankbar akzeptirt, man hat die Bestimmungen über die Minderjährigen mit sehr erheblichen Beschränkungen angenommen und die übrigen Bestimmungen, ans welche die Regierung das Haupt- gewicht legen»inß, einfach abgelehnt. Die Staatsregierung kann das nur bedanern, und ich muß Sie bitten, die Artikel l und III wieder herzustellen. Ich muß es bestreiten, daß die Regierung von ihren Machtmitteln noch nicht genügend Gebrauch geniacht habe. Es spielt sich eine ganze Reihe von Fällen in der Monarchie ab, ohne daß es möglich ist, slrnfrechllich gegen solche Vereine einzuschreiten, oder Vereine, in denen diese Dinge geschehen, aufzulösen. Ich will nur einige Fälle anführen, ich habe aber ein ganzes Heft davon. In einer sozial- demokratischen VereinSversammlung ist offen gesagt: wenn man den Staat schädigen und untergraben könne, solle man es nur in jeder Weise thun. Eine gerichtliche Verfolgung wurde abgelehnt. In einer Versammlung in Hanau hieß es: Man müßte sehen, den Staat durch alle möglichen Mittel zu Fall zu bringen, man müsse am Staate rütteln und seinen Boden unter- graben, damit er falle. Dasselbe negative Ergebniß! In einer anarchistischen Versammlung in Frankfurt(Rufe links: Wann?) vom 12. November 1893(Gelächter links) hieß es: Die alte Gesell- schast verschafft sich Genußmiltel durch Betrug und Ausbeutung; der Zeitpunkt ist für die Arbeiter gekominen, wo sie sich zusauimen- thun und Rache nehmen können an dem ausbeutenden Kapital. Ein anderer Anarchist sagte: Er sei Individualist(Heiterkeit links), halte nur sein eigenes Ich im Auge(Große Heiterkeit links, große Unruhe, Glocke des Präsidenten), er würde nicht zurückschrecken, wenn er Revolver oder Dolch gebrauchen müsse; Diebstahl und Falschmünzerei halte er nicht für ein Verbrechen.(Unruhe.) Ein Kongreß in London hat eine Resolution angenommen, wonach Polen wiederhergestellt werden solle. Die polnischen Sozialisten haben sich damit einverstanden erklärt, aber eine strafgerichtliche Verfolgung war nicht möglich. In Hannover hat 139S in einer Versammlung ein Herr gesagt: Die Preußen hätten Hunger und Roth, zu Hause hätte» sie nichts anderes zu essen als Kartvffelschalen. Die Hannoveraner trügen den militärischen Rock, aber nur zum Schein, denn im Herzen blieben sie hannoversch. Auch dagegen war eine gerichtliche Ahndung nicht zu erreichen. Ferner wnrde in einer Versammlung davon gesprochen, daß Hannover seine recht- mäßigen Fürsten wieder erhallen müsse.(Unruhe linkS.) Ich habe Ihne» Beispiele von anarchistischen Versamnilnngen in der Mehrzahl vorgeführt, weil sich die Tendenz der Borlage nicht gegen die bürgerlichen Parteien richten soll. Ich möchte Veranlassung nehmen, an einzelne Aeußerungen in der ersten Lesung anknüpfend, der An- ficht entgegentreten, als wenn es sich bei der sozialdemokratischen Partei um eine Reformpartei handele, die auf dem besten Wege sei, sich zu mausern. Die Staalsregierung steht nicht ans diesem Boden. Die sozialdemokratische Partei ist eine revolntionäre mit dem Endziel, die Staats- und Gesellschaftsordnung umzustürzen. (Sehr richtig! rechts.) Ich will Ihnen einige Aeußerungen aus gerichtlichm Erkennt- nissen mittheilen. Das Ober-Berwaltungsgericht hat es ausgesprochen, daß ein Beamter sich des Vertrauens unwürdig macht, wenn er die Bestrebungen dieser Partei unterstützt. Das Kammergericht hat dieselbe Auffassung 183S zum Ausdruck gebracht. Das Ober-Verwaltungsgericht hat es als notorisch be- zeichnet, daß in den ehemals polnischen Landeslheilen eine Be- strebung besteht, welche die Sicherheit des Staates gefährdet. Es wird nim behauptet, daß sich ein großer Enirüftungssturm gegen die Vorlage erhoben habe. In der Presse ist sehr scharf gegen die Vorlage zu Felde gezogen worden. Auf die königliche Staats- regiernng hat das nicht den geringsten Eindruck gemacht.(Beifall rechts.) Es hat sich vielmehr nur der Eindruck befestigt, daß die Regierung sich auf dem richtigen Wege befindet, und die Regierung kann nur bedauern, daß sich ein großer Theil der Presse dazu hergegeben hat, nicht die eigentliche öffentliche Meinung wiederzugeben, sondern sie zu fälschen.(Zustinimung rechts. Widerspruch links.) Ich zweifle nicht, daß binnen kurzer Zeit die Auffassung der Presse eine andere sein wird. Ich sehe auch nicht ein, inwiefern die Auffassung der Regierung reaktionär sein soll. Sie bezweckt nichts anderes, als gewissen Mißbräuchen abzuhelfen. Das kann ich nur eine gesunde Reaktion nennen.(Zu- stimmnng rechts.) Man kann den Staaten, welche sich bereits im Besitz dieser Mittel befinden, nur gratuliren, daß sie sich durch Hilfe einer weisen Landesvertretung im Besitze dieser Mittel befinden.(Heiterkeit.) Wenn man den Zweck will, muß man auch über die Bedenken sich hinwegsetzen, die etwa dagegen sprechen können. Ich habe keints« wegs bestritten, daß Mißbränche möglich find, solche Menschlichkeiten werden immer vorkommen, so lange wir nicht Engel sind. Wenn ein schrankenloses Versammlungsrecht besteht, dann müssen die Ver- sammlungen von untergeordneten Polizeibeamten beaufsichtigt werden, denn wir können nicht überall.hin höhere Polizeibeamle senden. Die Verantwortung ist keine leichte. Wenn Sie bedenken, welche Entivickelnng die Sozialdemokratie gewonnen hat, welchen Einfluß sie hat ans die Krankenkassen und Ge- werkschaften, wie sie bestrebt ist, den Zusammen- schluß der Eisen bah n- Arbeiter zu fördern, wenn Sie bedenken, welche Musterung sie gehalten hat bei den Ausständen, dann werden Sie eS begreifen, wenn die Regierung auf ihrer Vorlage besteht. Die Bevölkerung wird die Ablehnung dieser Vorlage nicht verstehen(Lachen links. Sehr richtig! rechts), sie wird in späterer Zeit sicherlich Abrechnung halten.(Lachen links.) Je länger man zögert, desto schärfer müssen die Mittel sein, die man nachher bewilligt.(Sehr richtig! rechts.) Der Antrag der konservativen Partei deckt sich so wesent» lich mit der Vorlage, daß ich dagegen keinen Mi d e r f p r u ch erhebe. Hinsichtlich des Antrags der fr e i k o n s e r v a t i v e n Partei hat eine Beschlußfassung der Regierung ii o ch n i ch t st a t t g e f n n d e n. Es läßt sich nicht verkennen, der Antrag sucht die Lösung der Frage ans einem anderen Wege, er giebt der Regiernng mehr Machtmittel als der Kommissionsantrag; er richtet sich gegen die Bestrebungen, gegen welche sich die Regierungsvorlage besonders wendet. Ich muß aber vorläufig bitten, für die Regierungsvorlage einzutreten.(Beifall rechts.) Abg. v. Zedlitz(fk.): Wir haben uns im wesentlichen an die Fassung des Sozialistengesetzes angeschlossen, dessen l2jährige Praxis in der Rechtsprechung und Verwaltung vorliegt. Nicht blos aus dem Boden geistigen Kampfes muß den Umstnrzbeslrebungen entgegen- getreten werden, sondern auch mit den Machtmitteln des Staats. Wenn wir zu verschiedenen Ergebnissen dabei kommen, so ist der Standpunkt des Grafen Limburg, der lieber etwas nimmt, wo er alles nicht erhalten kann, praktischer als der des Herrn Echmieding, der der Regierung Vorwürfe macht, daß sie ihre Macht« mittel nicht ausreichend gebraucht hat, aber bei dieser Vorlage nicht mitmacht.(Zuruf des Abg. Krause: Untaugliche Mittel!) Ein preußisches Sozialistengesetz, während in anderen Staaten nicht? ähn- liches besteht, soll nicht wirksam sein. Die Gesetzgebung der anderen Staaten enthalten auf dem Gebiete des gemeinen Rechts die ge» nügenden Machtmittel, die hier erst geschassen werden sollen. Im Reiche ist an eine Gesetzgebung gegen die Sozialdemokraten nicht zu denken, da müssen wir uns mit einer preußischen Gesetzgebung begnügen. I Das Verhalten der Nationallibcralen ist keine richtige Realpolitik. Das Zentrum bekennt sich als Gegner der Sozial- demokratie; aber deshalb sollte es der Regiernng die Macht- mittel nicht verweigern, die nach unserem Antrag nicht gegen das Zentrum verwendet werden können.(Widerspruch im Zentrum.) Ist denn das Sozialistengesetz jemals gegen das Zentrum angewendet worden? Die Mißstände datiren von dem Augenblicke an, wo die Verlängerung des Sozialistengesetzes abgelehnt und damit das Odium von der Sozialdemokratie genommen wurde.(Sehr richtig! rechts) Es soll nicht ein morsches Brett über den Brunnen gedeckt, sondern eine weithin sichtbare Waniungstafel ans- gerichtet werden für die treuen deutschen Bürger, daß sie nicht in de» sozialdemokratischen Sumpf fallen.(Zustimmung rechts.) Ans dem Gebiet des Vereinswesens ist die Anwendung der Machtmittel vielleicht noch nothwendiger als aus dem Gebiete der Versammlungen. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die Herren Polen für den Antrag zu Art. III stimmen werden, weil sie damit am besten beweisen können, daß sie allen Bestrebungen ans Abtren- nuna eines Theiles deS Staatsgebietes entgegenzutreten gewillt sind. (Beifall rechts.) Abg. Motty(Pole) erklärt sich gegen die Wiederherstellung der Regierungsvorlage und gegen alle Anträge. Einen so trüben Horizont, wie ihn Gras Limbnrg-Stirnm zu sehen scheint, könne er nicht entdecken. Die Mittheilnngen des Ministers über die in einzelnen Versammlungen gefallenen Redensarten beweisen nichts. Um alle solche Redensarten zu unterdrücken, müßte man Taufende von Gesetzen machen. Redner wendet sich gegen die freikonservativen Anträge. Abg. v. Kardorff ffk.): Der Abg. Porsch hat die Behauptung aufgestellt, das Sozialistengesetz hätte zur Einschränkung der Sozial- demokratie nicht geholfen.(Sehr richtig! links.)Das iftstatislischunrichtig. Ich habe die Zahlen im Reichstage gegeben. Die Zahl der sozial- demokratischen Stimmen ging zurück nach Erlaß des Sozialistengesetzes. Während der Dauer des Gesetzes verstärkte sich die Sozialdemokratie, weil das Gesetz den verfehlten Ausweifungsparagraphen enthielt und weil es nicht dauernd war. Aber die Steige» r u n g der Stimmen war eine geringe; sie wurde erst beträchtlich nach Aufhebung des Sozialistengesetzes, die ich noch heute bedauere und die auf einem Mißverständ- niß des Reichstages beruht.(Sehr richtig! rechts.) Man darf sich nicht wundern, wenn bei den nächsten Wahlen die Sozialdemokraten 2t/s Millionen Stimmen erreichen werden. Das Sozialistengesetz wurde vom Fürsten Bismarck in milder Form vor- gelegt und von den Nationalliberalen abgelehnt. Es wurde nachher in viel schärferer Form angenommen von den Nationalliberalen und auch von einem Theil des Zentrums. Die katholische Kirche führt einen starken Kampf gegen die Sozialdemokratie. Aber in Belgien wächst die Sozialdemokratie trotzdem bedenklich. Nicht blas von der evangelischen Kirche geschieht etwas gegen die Sozialdemokratie, sondern auch von der Landwirthschaft, seitdem sie erkannt hat, daß sie die Handelsverträge hauptsächlich den Sozialdemokraten verdankt. Wie kann man mit geistigen Waffen gegen die Sozialdemokratie kämpfen, die selbst nur durch Verhetzung und TerrorismnS zu wirken sucht! Ebenso gut könnte man auch jedes Ver- brechen, d e n D i e b st a h l, d e n M o r d u. s. w. nur mit geistigen Waffen bekämpfen. Das Sinken des monarchischen Bewußtseins ist bedauerlich; das hängt zusammen mit dem Rückgang der Landwirth- schaft. Gegenwärtig ist die Monarchie noch stark genug. Aber wie lange wird das dauern. wenn die sozialdemokratische Ver» hetzung so weiter geht? Dann wird es nicht mehr heißen: Nicht Roß und Reisige schütze» die steile Höhe! Wenn die Nationalliberalen die Bestimmung über die Minder- jährigen annehmen, dann könnten Sie auch einen Schritt weiter gehen. Die Nationalliberalen berufen sich immer auf den Fürsten Bismarck, aber wenn es darauf ankommt, dann lassen sie ihn in Stich.(Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Fürst Bismarck hat gemeint, die Sozialdemokraten ständen mit ihren Bestrebnngen außerhalb des Gesetze? und deshalb könnten sie auf den Schutz der Gesetze nicht rechnen. Ich weiß, daß dieses Programm im Reichtage nicht durchgeführt werden kann; aber wir werden daran festhalten und bis im Reichstage etwas erreicht werden kann, muß das Mindestmaß dessen bewilligt werden, was hier verlangt wird.(Zustinimung rechts.) Abg. Sattler(natl.): Fürst Bismarck hat selber erst kürzlich anerkannt, daß er bei den Nationalliberalen treue Mitarbeit ge- funden habe. Warum hat fich Herr v. Kardorff hier auf die Krone berufen? Das dient den Interessen der Krone nicht. Wir haben es niemals für richtig gehalten, in das Land hinauszurufen, daß das monarchische Gefühl im Schwinden begriffen ist. Damit wollte er wohl nur nach einer anderen Richtung hin wirken. Aus der Geschichte des Sozialistengesetzes hätte Herr v. Kardorff die Erfahrung schöpfen können, daß man weiter kommt, wenn man feste Begriffe nimmt, als wenn man dehnbare, kautschukartige Vorschriften erläßt. Graf Limburg und der Minister haben von der Verantwortung gesprochen, die uns zufallen würde, und von der Abrechnung, die uns droht. Ich bin erstaunt geivesen, auf welchen kolossalen Widerspruch die Vorlage stieß.(Hört! links.) D i e Gefahr der Verantwortung und Abrechnung s ch e u e n w i r n i ch t. ES soll jetzt der letzte Moment sein, wo noch geholfen werden kann. Da müßte doch eine akute Gefahr vorhanden sein, die plötzlich hervorgetreten sein muß, denn sonst wäre die Vorlage doch früher gekommen. Das Material, welches der Minister vorbrachte(Heiterkeit), war für mich von keiner erschütternden Bedeutung. Zur Bekämpfung des Welsen- t h u m s würde die Regierung am meisten beitragen nicht durch strafgesetzliches Einschreiten, sondern dadurch, wenn sie bei der Auswahl ihrer Beamten vorsichtiger wäre; wen» sie nicht Leute nach Hannover schickte, die mit b n r e a u k r a t i f ch e r O st- elbierschneidigkeit auftreten, die eS für ihre Aufgabe ballen, Streitigkeiten in die Kreise hineinzutragen, die fest auf dem Boden des preußischen Staates stehen.(Sehr richtig! links.) Die Nationalliberalen haben noch 1890 für das Sozialistengesetz gestimmt, und zwar für ein dauerndes, während die Konservative» dagegen stimmten. Ich kann nicht auerkennen, daß wir blos die Rosinen aus dem Kuchen genommen haben. Der Antrag Zedlitz schlägt untaugliche Mittel vor, weil sie nicht für ganz Deutschland gelten. In Hamburg und Sachsen sind allerdings solche Be- stimmungen vorhanden, aber wo ist der Nutzen dieser Ve- stimmungen? Die sozialdemokratische Agitation ist nur ans den Vereinen und Versammlungen verdrängt, aber nicht geschwächt worden. Es besteht ein Widerspruch zwischen der Vorlage und den Zedlitz'schen Anträgen; die letzleren bilden ein Spezial-Ausnahme- gesetz, während die Vorlage allgemein gehalten war. Für die Ausnahmegesetzgebung muß die Slaatsregierung in erster Linie die Verantwortung selbst übernehmen. Deshalb werden meine Freunde sich lediglich an die Beschlüsse der Kommission halten in dem Be- wnßtsein, daß wir die Grundlage des Staates schützen, aber dabei darf nicht der Schaden größer sein als der Nutzen.(Beifall links.) Abg. Nickert(srs. Vg.) verzichtet auf das Wort. Abg. Lieber(Z): Die Anführungen des Ministers aus anarchistischcnAersammlungen haben auch ans mich keinen erschütternden Eindruck gemacht; sie waren das reine Lavendel wasser gegenüber dem, was der frühere Minister v. K ö l l e r bei der Umsturzvorlage vorgebracht hat. Der Minister hat davon gesprochen, daß im Hause Leute sitzen, welche sich nicht überzeugen lassen wollen. Das niacht keinen Eindruck. Wenn der frühere Minister mit seiner Vertretung der Umsturzvorlage keine Anerkennung gefunden hat bei einem Manne, der jetzt vor Gericht steht, so wird der Minister von der Recke für diese Vorlage auch keine ,, t a u s ch i s ch e" Anerkennung finden.(Lebhafter Beifall links und im Zentrum. Widerspruch rechts.) Nach Schluß der Debatte folgen persönliche Bemerkungen. Darauf wird der Antrag des Grafen Limburg gegen die Stimmen der Konservativen und der Abgg. von Eckardt- st e i n, Kelch und von Leher- Thoß abgelehnt; ebenso die Regierungsvorlage. Uebcr den Antrag v. Zedlitz wird Nament- lich abgestimmt. Bei Anwesenheit von 399 Mitgliedern(da 2 Mandate erledigt sind, fehlen von dem vollen Bestände des Hauses also nur 32 Mitglieder) wird der Antrag v. Zedlitz mit 206 gegen 193 S t i m m e n unter großem Beifall der Linken und des Zentrums abgelehnt. Für den Antrag stimmt mit den beiden konservativen Gruppen der n a t i o n a l l i b e r a l e Abg. B n e ck. Artikel I und III der Regierungsvorlage bleiben also gestrichen. Nach Artikel II der Beschlüsse der Kommission sollen an den Versammlungen, in denen politische Angelegenheiten erörtert oder berathen werden„sollen". Minderjährige nicht theilnehnien dürfen. Das Wort„sollen" ist von der Kommission eingefügt worden. Abg. Porsch(Z.): Das Zentrum wird gegen den Artikel stimmen, weil der Begriff der politischen Angelegenheiten sich nicht strenge umgrenzen läßt. Auch wirthschaftliche Fragen, wie Lohn» Verhältnisse, Arbeitszeit w. sind schließlich ö f f e n t- liche Angelegenheiten. Uebcr diese Fragen können aber auch die Minderjährigen sprechen. Das geschieht auch in christlichen Lehrlings- und Gesellenvereinen, in denen man auf Angriffe der Sozialdemokraten eingehen muß. Abg Hansen(k.) tritt für den Artikel II ein. Geh. Oberregieruugsrath v. Philipsborn vertheidigt die Vorlage. Abg. Rickert: Nach den Kommissionsverhaudlungen bezeichnete der M i n i st e r auch gewerkschaftlicheVersammlungen als solche, die politisch sein könnten. Das steht aber in Widerspruch mit dem§ 162 der Gewerbe-Ordnung. Ich halte es für selbstverständlich, daß die Absicht des Ministers nndurch- fühlbar ist. Soll das Koalitionsrecht der Arfbeiter, der minderjährigen Arbeiter gefährdet werden durch diePolizeiwillkür? Ich möchte auch an die National- liberalen die Frage richten, ob es sich lohnt, wegen dieser Frage der Minderjährigen überhaupt etwas von dem Gesetze zu stände kommen zu lassen. Geheimralh v. PhilipSbor«: Der Minister hat nicht alle gewerkschaftlichen Versammlungen als politisch bezeichnet; manchmal gestalten sie sich aber zu politischen Versammlungen aus. Was unter dem Koalitiousrecht der Arbeiter zu verstehen ist, spricht das Reichsgericht in zwei interessante» Er- kenntnisse» aus. von 1867 und 1 892. Danach betrifft das Koalitions- recht nur die konkreten Arbeitsverlrags-Verhältnisse; würden diese Grenzen überschritten, so würden die Vereine politische Vereine, auf welche alle Beschränkungen für politische Vereine zutreffen. Abg. Krause(natl.): Die Bedenken des Herrn Rickert sind durch die Mittheitung des Regiernngsvertreters erledigt(Widerspruch des Abg. Rickert.) Wenn das nicht der Fall ist, dann richten sich die Bedenken gegen das Gesetz, nicht gegen die Handhabung desselben. Bei den kalholischen Gesellcnvereinen kann das Verbot der Minder- jährigen schädlich sein; aber von vornherein sollten politische Dinge in diese» Vereinen doch nicht erörtert werden. Die große Zahl der Versammlungen kommt hierbei in betracht, in denen die Minderjährigen geradezu eine» Krebsschaden bilden. Insofern haben wir allerdings die Rosinen mit in den Kuchen über- nomine». Die Kommission hat das Wort„sollen" eingefügt, weil von vornherein feststehen muß, ob politische Dinge in einer Ver- sammlung erörtert werden sollen, damit die Minderjährigen von vornherein wissen, ob sie lheilnehmen können oder nicht. Geheimralh v. Philipsborn erklärt, daß die Regierung ihren Widerspruch gegen die Einfügung des Wortes„sollen" nicht ans- gegeben habe. Abg. Munckel: Die Rosinen sollen wir gar nicht haben, denn nach der vorhergehenden Abstimmung bezweifle ich, daß der Ministet die Vorlage Gesetz werde» lassen wird. Lassen wir die Vorlage fallen! Nehmen wir den Torso auch wirklich an, Gesetz wird er eben doch nicht.(Zuruf des Abg. Busch: Doch!— Heiterkeit.) Das Gesetz scheitert an dem Widerspruch der verbündeten Regie- runge».(Große Heiterkeit.) Was gut"an dem Gesetz ist. haben wir im Reichstag angenommen, und wenn die preußische Regierung das will, so setzt sie es bei den verbündete» Regierungen auch durch. Wenn wir jetzt etwas annehmen, bekommen wir das Gesetz nur ab» geändert vom Herrenhause zurück und setzen dasselbe den schwankende» ZIbstimmungs Verhältnissen aus. Das niächtige Herrenhaus ist uns ja im Reichstage als Schreckbild vorgeführt worden.(Heiterkeit.) Wenn wir Artikel I und III bekommen oder garnichts, dann ziehe ich das„Garnichts" vor. Mit diesem Gesetze wird emem großen Kreise preußischer Staatsbürger das Versa m in lungS« recht geraubt. Werden die Schutzleute, Gen- darmen, Polizeilieutenants das Gesetz richtig auslegen? Ich bin manchmal bei den Aus- führ un gen des Ministers zweifelhaft, ob sie ganz den Gesetzen entsprechen! Und die Minderjährigen sollen bei Anzeige einer Versammlung schon entscheiden, ob politffche Dinge erörtert werden, und ob sie lheilnehmen können oder nicht. Die Gefahr der Kollision mit dem Koalitions- recht ist auch nicht ausgeschlossen, trotz der Reichsgerichts- Erkenntnisse. Besonders die Frauen werden davon betroffen. Jede öffentliche Angelegenheit kann in das politische Gebiet hinein- spielen. Den Sozialdemokraten wird dadurch das Wasser nicht abgegraben, aber alle anderen politischen Parteien würden schwer geschädigt. Ich bitte heute die ganze Vorlage zu beseitigen. Abg. Jrmer(k.): Der Vorredner hat die Nationalliberalen er- mahnt, den Torso nicht anzunehmen. Ich habe mir nicht den Kopf der Nationalliberalen zu zerbrechen. Wir wollen das Verbindnngs- verbot nicht ohne Aequivalente aufheben. Wir haben diese Aequi- valente in der Vorlage und schließlich im Antrag Zedlitz gefunden. Da beide abgelehnt sind, so werden wir für den Artikel II st i m m e n. Wie wir zuletzt in dritter Lesung stimmen werden, weiß ich noch nicht. Das Wort„sollen" wird gegen die Slimmen der Konservativen und eines Theils der Freikonscrvativen ausrecht erhalten; Artikel!! wird in der Fassung der Kommission gegen d i e S t i in in e n des Zentrums und d e r F r e i- sinnigen angenommen. Um 4>/(t Uhr wird ein Bertagnngsantrag abgelehnt gegen die Stimmen der Konservativen und Freikonservativen. Artikel IV hebt das Verbindungsverbot auf und bestimmt, daß Minderjährige politischen Vereinen nicht beitreten und Versamm- liingen derselben nicht anwohne» dürfen. Abg. Krause(natl.) beantragt, daß Minderjährige und weib- liche Personen an politischen Versammlungen dieser Vereine nicht lheilnehmen dürfen, aber an anderen Versammlungen. Abg. Rickert will die Theilnahme von weiblichen Personen an Versammlungen zulassen. Geheimrnth p. Philipsborn glaubt, daß durch den Autrag Krause der Umgehung des Gesetzes Thür und Thor geöffnet würde. Abg. p. Zedlitz beantragt mit Rücksicht auf die vorliegenden wichtigen Anträge wiederum die Vertagung der Sitzung. Abg. Bachem(Z.) beantragt die Abhaltung einer Abendsttzung. Nicht die Rücksicht auf die Reichstagsmitglieder, welche de» Ausflug nach Hamburg machen wollen, bestimme ihn dazu, sondern die Höf- lichkeit gegenüber den Hamburger Herren, welche die Einladung habe» ergehen lassen. Ter Antrag auf Vertagung wird abgelehnt gegen die Stimmen der beide» konservativen Gruppen. Der Antrag Rickert wird abgelehnt, der Antrag Krause und mit diesem der Art. IV werden a n g e n o mm e n. Zu Art. V haben die Konservativen die Wiederherstellung der Regierungsvorlage beantragt betreffend die Auflösung von Ver- sammlunge», in denen Minderjährige anwesend sind; diese Be- stiminung war von der Kommission gestrichen worden. Es blieb nur ausrecht erhalten die Slrafbestimmung für die Minderjährige», welche an politischen Versaniuilniigin lheilnehmen. Abg. v. Zedlitz will dafür Bestiininiingeii aufgenommen wissen, wonach der Vorsitzende die Minderjährigen zum Verlassen einer politischen Versammlung auffordern muß, und erst wenn dieser Auf- sorderuug von den Minderjährigen nicht nachgekommen wird, soll die Auflösung erfolgen können. Geheimralh v. Philipsborn hält die Regierungsvorlage für das zweckmäßigste. Sollte das Hau? aber darauf nicht eingehen, so bittet er, den Antrag anzunehmen. Abg. Krause(natl.): Wir billigen die Tendenz deS Antrages. Soweit er die Entfernung von Minderjährigen aus politischen Zersammlungeu betrifft, aber nicht, soweit er eine Auslösungbesugniß giebt. Unsere Abstimmung wird aber nur eine vorläufige sein. Abg. Hansen(k.): Ohne die Möglichkeit der Auflösung ist die ganze Bestimmung nichts werth. Geheimralh v. Philipsborn: Bei einiger Energie des Bor- sitzenden wird es niemals zu einem Mißbrauch der Auflösungs- besngniß kommen. Der Antrag v. Zedlitz wird in der vom Abg. Krause angedeuteten Beschränkung angenommen und mit ihm Artikel V. Damit ist die zweite Beralhnng der Vorlage erledigt. Schluß 6 Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 11 Uhr. (Kleinere Vorlagen, Handelskanimer-Gesctz) ! Trinkt keinen Fusel! sondern dopp. rektif. Kornbranntwein von lZg,'! Sass, Stralsund. Borräthig unter vielen anderen bei: H. SaHs, Markgrafenstr. 102. F. Knbell, Lindenstr. 106. C. KuiiNtniann, Skalitzerstr. 107. K. Grttbncp, Ciiidenftt. 15. A. Hcrndt, Molkenmarkt 7. ffl. Üble, Kreuzbergstr. 50. F. Kltzing:, Bclle-Alliancestr. 74a. W. Lioren«, Voltastr. 43. G. Robinaky, Lützowstr. 63. ♦ Viktoria-- Garten, Treptow, _(frUher Kflmpel), K ö p n T i c k e p Landatrasse. Orosses Im groben Saale: Cirai'ten- Konzert. Ponny- and Fsel-Retten."W Ii Kegelbahnen.- Kasfeekttche Konzert. Schöner Garten. Gr. Saal. Kaffeeküche. „Pseriiebilcht", Köpeiliik, schönster Laubwald u. größte Spiel- Plätze d. Umgeg., gr. Saal u. Halle, Kafscckuche, Kegelbahn, Schiest- stand. W. 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