w. 41. Qnteröaitunstibeilage. 1933, Stadt der sievzeyn Könige. Do« Irene Sier«. Philadelphia ist ein« groß« Stadt. Hoch- hahnzüge sausen über die Brücke». I» Stahlrohren unter der Erde fährt die Untergrundbahn. Tag und Nacht... Tag und Nacht. Philadelphia ist«ine schnell« Stadt. Wenn du nicht selber auf dich achtgibst— der Autobus wird dir nicht anSweichen! Notes Licht— grünes Licht: Stop'. Frei« Fahrt! Gib doch acht! Gib doch acht! Philadelphia ist eine reiche Stadt. Siebzehn Millionäre wohnen in Philadelphia: der Zahnpastakönig, der Kaugummikönig, der Konservenkönig... Siebzehn Könige habe» ihre Schlösser im Westen von Philadelphia errichtet. Wem gehört der Palast aus Glas in der Zwölften Straße? Oh, der gehört Mister Fox, dem Milchkönig von Pg ld-tphia. Trinkt mehr Milch— Milch gibt Kraft! Trinkt mehr Milch— Milch gibt Kraft! Grünes Licht— stop! Rotes Licht— freie Fuhrt! Gib doch acht! Hörst du nicht» Vorsicht! Borstiicht! Uh—u—u... Onkel Sammy, Pensianist, leidet an schlechter Verdauung.„Täglich aus nüchterne« Magen ein GlaS Milch wirkt Wunder", sagt sein« Schwester. Um sechs Uhr morgens geht sie selbst mit der Kanne ins Geschält. „Oh, guten Morgen!" „Morgen! Kann« Milch." Dir Milch stürzt wi««in Bach aus dem großen Behälter in Marys Kännchen: weiß ist sie, schaumig! „Auch ein« Kanne." „Mir zw«i!" „Dr«i Flaschen!" Die Milch plätschert ohne Unterlaß in Kannen und Flaschen und Kruge und Kännchen Frttkügclchen schwimmen an ihr«r Oberfläche Platsch— platsch. Di« Luft riecht nach Milch. „'n Morgen, Herr! Bitte, einen Cent, Herr, hab' feine Arbeit, Herr!" „Da— und scher dich." Ter weiße Bach rinnt... Milchchauffenrr müssen zeitig aufsteben. Aah—ach! Ist es nicht noch Nacht? „Tom, wach' auf!— Tom, hör' doch!— Tom, Tom, du mußt austvachen." „Aah—ach... gleich... wie spät ist es denn, Sellh?" „Drei Uhr, Tom, und schon vorüber." Kaltes Wasser über den Kopf... schnell, schnell, die Uhr rennt. Ueber rin warmes Bett geht nichts; dieses Master aber...„Berdamm mich Gott, Selly, das ist ja wie Eis!" „Pst, Tom, du weckst ja di« Kinder!" Erstes Hosenbein— zweites Hosenbein. Warm ist so«in Bett... „Da hast du die Kappe, Tom!" Das Schild spiegelt: Fox-Milchcompany.„Geh schon, Tom. Gib acht, Tom." .,Ja, ja! Leb wohl." Kuß. Warmer Hals. Heiß« Wange. Tom rennt zur Untergrundbahn: Onkel Sammy wartet auf sein Glas Milch. Schnell. Philadelphia will Milch. Milchchauffeure müssen früh aufstehen. Philadelphia wartet nicht. Da vorn, der Rebelballen, mit Lichtern gespickt, ist Philadclpbia— dir Stadt der siebzehn Könige. Kalt und häßlich liegt sie da. Rückwärts im Rebel verschwimmt das Haus, in dem Tom Fletcher wohnt: das warme Bett ist dort, Selly ist dort, di« Kinder schlafen daneben. * Bier Uhr morgens. Philadelphia ist eben schlafen gegangen. Im Königsviertel ist das letzt« Auto in dir Garage manövriert. Im Glaspalast werden die Lichter gelöscht. Ruhe! Genug gebummelt! Ter Milchköuig will jetzt schlafen. Der Milchkonig ist müde. Ter Milchkönig hat Sorge». Tenn die Milchprris« fallen, fallen, fallen. Trinkt mehr!... Trriunddreißig, neun- undzwanzig, oierundzwanzig. Sropen, stopen, stopen! Hilfe! Hilfe! Haaalt! T«r König träumt Fünf Uhr morgens. Philadelphia ist gerade aufgesianden. In den Mietkasrrnen im | Osten werden di« Lampen angezünder. Tie Masterbähn« werden aufgedreht' genug geschlafen. Zur Arbeit! Zur Arbeit— wer noch ein« har! Durch die Straßen rasen die Lieferwagen. Tie Laden sperren auf. „Guten Morgen! Einen Liter Milch." „Guten Morgen, guten Morgen." Ter weiße Bach beginnt zu fließen. Schäumend, glänzend, glucksend: unendliche Kannenreiben ergießen sich in die Krüge und Töpfe Ost-Philadelphias. Trinkt mehr Milch— Milch gibt Kraft. Ost-Philadelphia braucht viel Kraft. Tie Arbeit ist schwer. Wer noch Arbeit hat ,,, „Was zahle ich?" „Biernndzwanzig Cents." „Zwanzig Cents... dreiundzwanzig ,», vi«rundzwanzig— so! Tag." Bor der Tür steht eine Menschenschlange, zerlumpt und unbeweglich. „'n Cent, Frau, schenken Sie mir doch'n Cent, Frau, nur'n Cent. Bin ohne Arbeit." Eine magere Hand reckt sich aus dem zerlumpten Aermel. „'n Cent. Nur'n Cent." Zwölfmal ein Cent gibt ein halbes Liter Milch. Gibt zu Mittag ein halbes Liter Milch. Ost-Philadelphia hat wenig Cents zu verschenken. Trinkt mehr Milch— Milch gibt Kraft, Trinkt mehr Milch— Milch gibt Kraft! Milchtönig liegt im Bett und sagt zu seiner Frau:„Laß' einen Eisbeutel bringen, Mina!" Die Königin läutet dem Tiener:„Einen Eis- beutel!" Ter König har Kopfschmerzen und ist wütend. Die Königin sitzt auf einem Sessel und weint. Sie ist so dick, daß sie aus Kugeln zu bestehen scheint, aus übereinandergetürmten, mit rotem Stoff bedeckten Kugeln. „Hu—hu—hu." Tie Kugelnase glänzt. Der Milchkönig schreit:„Gib noch Ruh'" „Nein, nein, neia— hu... Tu sollst mir die Perlenkette kaufen." „Aber Kind, aber Kind, aber Kind, ich habe ander« Sorgen." „Tu hast keine anderen Sorgen." „Ich habe dir nur nichts erzählt, um dich nicht zu be..." „Tu hast keine anderen Sorgen.- Ich will.. „Ich will Ruhe haben!" Tas Zimmer zittert. „Weißt du nicht, daß der. Milchpreit in zehn Tagen von dreiunddreißig' auf vierundzwanzig gefallen ist?' So viel Milch geben diese verfluchten Kühe... Eine Königin staunt mit offenem Munde. Milchchauffeurr haben bis Mittag Dienst. Tann sind alle Kannen abgeholt und zugesteüt und gewaschen, das Lieferauto zur nächsten Ausfahrt bereit. Tie Sirene pfeift. Adieu, Philadelphia— adieu bis morgen vier llhr früh! Tom Fletcher will geben. Tie Milchchauf« srur« waudern zu» AuSgang. Tas Eisentor — 2— ist gesperrt! Dai eiserne Tor der Fox-Milch- rompany ist versperrt, der König hat das Schloß einschnappen lassen und nun warten seine Arbeiter davor, was er ihnen Wohl zu sagen hat. Denn der Milchkönig hat seinen Arbeitern ohne Zweifel etwas zu sagen, weshalb hielte er sie sonst hier auf? Lärm. Stimmengewirr. Was will der Milchkönig? Hat Philadelphia zu wenig Milch bekommen? „He, holla— Leute!" Hälse, dir sich recken. Augen, die suchen. Ruft da nicht einer? „Leute, hier geblieben! Fahrt gleich zum Bahnhof, Milch fassen!" Tom setzt seine Kappe zurecht. Was plant der König? Frag nicht! Zum Bahnhof! Gib G Rein! Reieiein! Magno, im Innern der Provinz Saleriro, b«- richtet, daß am 1. April 173s Angelns Jose- phus, der Sohn von Petrus und der Viktoria Tuca, dort getauft wurde. Die Familie Tuca waren angesehene und wohlhabend« Baiwrn und Angelo trat als Besitzer eines selbständigen HoseS und einer größeren Herde in Beziehungen zu dem Fürsten Caracciolo-Torrlla, dem Beller seines Nachbarn, des Herzogs Cararciolo- Martina; vielleicht als dieser in jener Gebirgsgegend jagte, vielleicht auch, weil er ihn aus feinen Jagden begleitete. Bon den ersten Jahrzehnten seines Lebens ivissen wir nicht viel mehr, als daß er sich in der Gegend großer Beliebtheit erfreute, daß er unverhciraiel blieb und daß er daS Leben eines begüterten Bauern führte. Im Jahr« 1776 geriet er in einen kleinen, scheinbar unbedeutenden Zwist mit seinem Nachbarn, dem Herzog von Martina. Tncas Schafe waren von ihrem Hirten, einem Verwandten DucaS, auf das herzogliche Gras gelassen worden. Ter herzogliche Flurschühe prügelte den kleinen Hirten und nahm ihm die Jack« weg. Am nächsten Morgen stellte Dura den groben Büttel zur Rede; es kommt zum Streit und zu einem Kugelwechsrl; dabei erschießt Angelo das Pferd des Feldhüters. Ein Streit, wie er wohl alltäglich vorkam. Aber der Herzog schwur dem widersetzlichen Bauern Rache und als sich Tuca an seinen Gönner, den Fürsten Torella, um Bcrmittlung wendete, erhielt dieser die Antwort, Martina werde sich nicht«her zufri«- dcngcben, als bis er„den Kopf dieses Halun- 9tinaito TtinalMni. Ter Räuberhauptmann Angelo Tuca. — 3— feit" habe. Tuca Halle im Auftrage des Fürsten selbst, als Lakai verkleidet, die Antwort geholt.-Nun wühle er. daß es mit ihm aus sei. Ti« Gesetz« der Band«. Zahllos sind die Berichte über die strenge Disziplin, die Angiolillo in seiner Bande durchsetzte, und über di« Ritterlichkeit, die er in seinem„Berus" bewies. Diese Meldungen stammen nicht nur aus den Berichten, die ihm gut gestimmt sind, sondern sogar aus feind« lichen Berichten. Daraus erfährt man, daß er, obwohl er selbst nicht lesen und schreiben kann, durch einen Sekretär genau Buch über die Beute führt.„Er nimmt keinen Soldo mehr als die anderen, duldet keine Reibereien, keinen Streit, keine Ausschweifungen." Er„arbeitet" grundsätzlich nur auf öffentlicher Straße und bei Tag. Arm« Leute bleiben unbehelligt, bei Reichen begnügt er sich mit einem Teil ihrer Hab«, den er, wie wir erfahren, höflich anfordert. Hier einige Beispiele: Er verlangt vom Bürgermeister von Montell«, der achthundert Dukaten in der Kasse hat, dreihundert kür sich und bringt sie sofort nach Cassano, wo Hungersnot herrscht, und verteilt sie an die Armen. Er verwaltet die Gelder mit äußerster Sparsamkeit, behält für sich und seine Leute nur so viel, als sie zum Leben brauchen, er lebt anspruchslos. Manchmal allerdings gibt er bei einem Wiri oder in einem Kloster«inen Schmaus, wozu er alle Armen«inlädt. Besonders ritterlich ist er gegen Frauen und duldet nicht, daß ihnen etwas zu- leide geschehe. Oft zwingt er den Verführer eines Mädchens zur Heirat. Auch den Kampf mit Militär und Gendarmerie führt er nach den Regeln des Krieges ohne Grausamkeit. Einem gefangenen Leutnant sagt er:„Mach, daß du nach Hause kommst! Gott verzeihe dir, daß du dich auf solch« Abenteuer einläßt. Hast du nicht Weib und Kind?" Zu Gendarmen, dir er nach hartem Kampf« gefangen hat, sagt er:„Geht heim, meine Brüder, und kehrt nicht mehr in den Krieg zurück. Laßt euch den Tod eurer Kameraden zur Warnung dienen!" Ohne Prozeß gehenkt. Ta greift Neapels König, Ferdinand, in das Schicksal Ducas ein. Er war— wie wir ihn in Maria Theresias Biographie von Guglia genannt finden— ein halb kindischer, halb bösartiger Knabe. Er harre nur notdürftig schreiben gelernt. Die Herrschaft in dem Staate führte seine Gattin, di« Tochter Maria Theresias, Maria Karolina, mit ihrem Günstling Alton. Tas Selbstgefühl der Königin war durch einen naiven Brief des Räuberhaupr- mannes beleidigt worden. Kurz: Graf Pa- trrno wird zum Kriminalrichler am Obersten Gerichtshof ernannt, mit dem Auftrag, Angelo nnd seine Band« festzunchmen. Fünfhundert Mann Militär werden ihm zur Verfügung gestellt, die nun ein Kcffelrreiben gegen den Räu- d rhauptmann veranstalten. Es findet sich ein Verräter. Sein Sekretär Zuccarina, der sich beleidigt fühlt, verrät seinen Aufenthalt in einem Kloster, in das' er sich, verwundet, mit seinem verwundeten Freunde Rusio zurückgezogen hat. Der Prior versucht, ihn unter dem Heu im Speicher zu retten. Die Soldaten zünden ein Feuer-an, um ihn auszuränchern. Angiolillo wird mit seinem Freunde auf der Flucht gefangcngenommen. Am 23. April 17.M starb Russo. Am 25. April traf der königliche Befehl ein, beide an den Galgen zu hängen. Ma» wagte mit Rücksicht auf die Bolksstimmuiig keinen Pro^ß. Angelo hatte keinen Prozeß zu fürchten. Er hatte kein todeewürdigcs Verbrechen begangen. Di« bekanntesten Juristen erboten sich zu seiner Verteidigung. Also wurde am 26. April Angelo Als Mark Twain aus dem Gipfel seines Ruhmes angelangt war, fühlte sich eine englische Universität verpflichtet, ihn zum Ehrendoktor zu ernennen. Der Humorist, der sehr unter seiner kleinbürgerlich-beschränkten Frau litt, benützte die Gelegenheit zu einer Englandreise. In England angelangt, zog Twain in«in Hotel. Natürlich brachte die Presse sofort di« Meldung von seiner Ankunft. Und ebenso natürlich bracht« ihm die Post am nächsten Tag ein« Menge Brief«. In einem fragt« eine junge Dame, welchen Wert der Dichter Büchern beilege. „Ich habe da," erwiderte der Humorist, eine weitverzweigte Einteilung: In Leder gebundene Bücher können beim Abziehen von Rasierklingen unbezahlte Dienste leisten. Dünne Broschüren eignen sich trefflich, wak» krlnden Tischen das Gleichgewicht wiederzugeben. Ein Lexikon oder rin schweres philosophisches Werk ist hervorragend geeignet, wenn man zum Beispiel von Einbrechern überfallen wird, Schützenhilfe zu leisten. Ein graphischer Atlas von entsprechendem Format kann mit seinen breiten Blättern ausgezeichnet als Ersatz für zerbrochene Fensterscheiben verwendet werden." Einen guten Rat bekam rin vielversprechender Dichterling, der Twain rin Lobgedicht zugeschickt hatte. Ter Schreiber fragte im Begleitbrief, ob auch Twain der Ansicht sei, daß Fischnahrung zur Entwicklung des Gehirns beitrage. überdies bat er den Amerikaner, er möge ihm schreiben, wieviel solcher Nahrung erforderlich sei, um gute Erfolge zn erzielen. Mark Twain antwortete: „Es ist Tatsache, daß Agassiz Künstlern rät, sich von Fischen zu nähren, weil diese Phosphor enthalten, der wieder zur Entfaltung des Gehirns beiträgt. Was Ihre zweite Bitte anbclangr, so kann ich Ihne» nur folgendes sagen: Da ich Tie persönlich zu kennen nicht die Ehr« habe, so kann ich Ihnen die notwendige Menge nicht genau dosieren. Wenn ich aber das mir fteundlichst übersandte Gedicht in Betracht ziehe, so glaube ich doch sagen zu dürfen, daß ich für Ihr« Person zwei Walfisch« täglich für ausreichend halte. Keine Drer Brüder. (Drei gelehrte und ein dummer.) In alten Zeiten lebten vier Jünglinge der brahmanischen Kaste— Brüder, die mit großer Zärtlichkeit aneinander hingen und beich!assen hatten, alle zusammen in rin benachbartes Reich zu wandern, unt dort ihr Glück zu machen. Und drei von diesen vier Brüdern hatten all« Wisicnschaftcn betrieben, waren der Magie, der Alchimie und anderer Zauberkünste, die sehr schwierig zu erlernen sind, kundig, während der vierte überhaupt nichts von Wissenschaften wußte und nur Verstand besaß. Während sie sich nun zusammen auf die Wanderschaft begaben, sagte einer der gelehrten Brüder:„Warum soll ein Brnder, der gar nichts weiß, aus unserer Weisheit Nutzen Dura ohn« Urteil, ohne Prozeß am Galgen zu Salerno gehenkt; mit ihm der Leichnam seines Freundes Russo. G P. großen Walfische, sondern solche von normaler Durchschnirtsgröße." * Ten Bogel in dieser Korrespondenz aber schoß ganz gewiß ein junger Mann ab, der Mark Twain«ine Photographie übersandt«j Ter Begleitbrief dazu lautete: „Verehrter Meister! Meine Freunde be». hauplen, daß ich Ihnen ähnlich sehe wie«in Ei dem anderen. Ich schicke Ihnen mein« Photographie und bitte Sie, mir darauf die Aehnlichkeit zu bestätigen." Mark Twain erwiderte, ohne einen Augenblick z» zögern: „Verehrter Herr! Ihre Photographie kann ich Ihnen nicht zurückschicken. Sie sieht mir tatsächlich so ähnlich, daß ich sie in meinem Badezimmer aufgehängt habe,, um mich von nun an täglich vor ihr zu rasieren." Natürlich war die Flut von Zuschriften, die der Dichter bekam, vollkommen geeignet, auch seine Geduld einmal reißen zu lassen. Er empfand die Engländer schließlich als ein aufdringliches. kindisches und sensationslüsternes Bolk, und er reiste verärgert ab. Und von dieser Abreise gibt es noch ein« kuriose Geschichte: Im Abteil, das Twain nach Dover bekam, äßen nur noch«in älterer Herr und dessen Tochter. Vielleicht witterte der Alte in Twain einen Freier, jedenfalls bemühte er sich krampfhaft, eine Unterhaltung anznbahnen. Mark Twain war aber sehr wortkarg, mehr als• das, er war schweigsam. Schließlich zog der alt« Herr eine Zigarrentasche, bot Twain an und sagte: „Eine Zigarre werden Sie doch rauchen?" „Tanke, ich rauche nicht," erwiderte Twain, „Na, vielleicht genehmigen Sie eine« Likör?" veritichte der Alte und griff nach einer Handtasche. „Tanke, ich trinke nicht," gab Twain zur Antwort. Den Alten muß wohl die Verzweiflung gepackt haben, denn er tat nun das am wenigsten Geeignete. Er nahm sozusagen innerlich einen Anlauf und sagte: „Gestatten Sie, daß ich Ihnen mein« Tochter vorstellr?" „Danke, ich liebe nicht," war Twains knapp« ziehen? Wenn er mit uns geht, kann er uns nur zur Last fallen. Niemals wird er imstande sein. Königen Achtung einzuflößen, deshalb kann er uns nur schaden. Lieber soll er nach Hause zurückkehreu." Aber der ältere Bruder antwortete:„Nein, er soll an unserem Wohlergehen Anteil haben, denn er ist unser Bruder, und wir finden vielleicht ein Amt für ihn, das er ausfüllen kann, ohne uns Schande zu machen." So setzten sie ihre Wanderung fort, und als sie nach einer, Weile durch einen Wald kamen, sahen sie die Knochen eines Löwen auf dem Pfade verstreut.-; Diele Knochen waren weiß wie Milch und hart; wie Kieselstein. Ta sagte der, welcher zuerst die Unwilsen-1 heil seines Brud«rs getadelt hatte: »Jetzt wolle» wir unserem Bruder zeigen, ntwort. 9Ror{ Xtooin gibt Antwort. Bon Lrslir Henderson. 4— dcrS scharf sehen kann, da sich die Lichtstrahlen gut in ihm sammeln. Der Name Brille verdankt diesem alten Brauch seinen Ursprung. Bei den Angelsachsen bcstaitd die Titte, daß sie, wenn sie auf die Gesundheit eines Menschen tranken, so viele Becher trinken muß- ten, wie der Namen des Betreffenden Buchstaben hatte. Bei Knaben zwischen neun und zwölf Iah. ren und bei Mädchen zwischen zehn- und dreizehn wird häufig«ine Art von optischem Gedächtnis beobachtet, das man bei Erwachsenen sehr selten findet. Die Betreffenden betrachten ein Bild oder eine Landschaft«ine halbe Minute, schließen dann die Augen oder blicken au' eine glatte graue Fläche und können ein in ollen Einzelheiten genaues Erinnerungsbild heraufbeschwören. Es kommt vor, daß sie Ding« sehen, die sie vorher bei wirklicher Betrachtung gar nicht gewußt hatten, wie etwa die Nummer einer Straßenbahn, ein Ladenschild oder ähnliches. Der größte Wagen, den es überhaupt gibt, ist der sechzrhnräderige Jaggcrnaut-Wagen, der einmal im Jahre in Indien benützt wird, wenn der Gott Wischau eine Spazierfahrt durch Puri macht. Sechstausend Pilger brauchen zwei bis drei Tage, um diesen Wagen etwa eineinhalb Kilometer weit zu bewegen. E» ist festgestellt worden, daß die f r u ch t- warme Handfläche eine ideal« Kcimstättr für Bakterien aller Art bildet. Deshalb empfehlen viele Aerzte die chinesische Gewohnheit, sich, wenn man einen Bekannten trifft, stets nur sich selber die Hand zu schütteln. Auf diese Weise würde manche Krankheitsübertragung vermieden. was Wissenschaft vollbringen kann; wir wollen seine Unwissenheit beschämen, indem wir diesen Löwengebeinen Leben geben und einen neuen Löwen daran? schaffen. Durch wenige Zauberwort« kann ich di« verdorrten Knochen zusammenfügen, so daß jeder Knochen an der richtigen Stell« sitzt." Und damit sprach er diese Worte aus, und die verdorrten Gebeine fügten sich hohl klappernd zusammen— jedes an seinem Platz— und das Skelett lag fertig da. „Ich," rief der zweite Bruder,„kann durch wenige Worte die Knochen durch Sehnen verbindet, kann sie durch Muskel» verdicken und durch Blut röten, ich kann die Säfte, die Adern, die Drüsen, das Mark, die inneren Organe und die Haut schaffen." Damit sprach er di« Worte aus, und auf dem Boden zu ihren Füßen lag«in riesiger Löwe mit wallender Mähne. „Und ich," sagte der dritte Bruder,„kann durch ein Wort dem Blut Wärme und dem Herzen Bewegung geben, so daß das Tier lebt und atmet und andere Tiere zerreißt. Und ihr sollt ihn brüllen hören!" Doch ehe er die Dorr« auSsprecheu konnte, legte ihm der vierte Bruder, der in den Wissenschaften unerfahren war, di« Hand auf den Mund.„Rein," rief er,„sprich die Worte nicht aus! Es ist ein Löwe. Wenn du ihm Leben gibst, wird«r uns verschlingen." Dir anderen aber verspotteten ihn und sagten:„Geb nach Hause, du Narr! WaS weißt du von Wissenschaft?" Er aber antwortet« ihnen:„Wartet wenigstens mit der Erschaffung deS Löwen, bis ich auf diesen Baum gestiegen bin." Und daS taten sie. Kaum aber hatte er den Baum erstiegen, al» die Wort« ausgesprochen wurden und der Löwe sich regte und die großen grlben Augen aufichlug. Darauf streckt««r sich,«rhob sich und brüllte. Dan» aber wandte er sich den drei weisen Männern zu, schlug sie nieder und wollte sie fressen. In diesem Augenblick sprang der Vierte von seinem Baum herunter, gerade der Bestie ins Genick und schlug so gewaltig auf den Löwe» rin, daß der im Augenblick kein anderes Verlangen hatte, als auf und davonzurennen. Di« drei gelehrten Brüder machten sehr dumm« Gesichter. Allerlei Wissenswertes. Alle europäischen Aale werden in den Laichgründen des Atlantischen Ozcans ans- gebrütet. Sie brauchen länger als zwei Jahr«, um die Küsten Europas. zu erreichen. Di« Aale. dir hier nicht gefangen werden, werden von ihrem Instinkt getrieben, wieder den Atlanttschrn Ozean zu durchkreuz», und sterben auf den Laichplätzen südöstlich von Bonnuda. Da- riuhörnigr Rhinozeros ist eines der seltensten und gefährlichsten Tiere der Welt. Man vermutet, daß nur noch zwei oder drei Tier« die'er Gattung aus den malavischen Inseln leben und etwa ein Dutzend in Java und Sumatra. Milch ist das vollkommenste Nahrungsmittel. das die Natur uns liefert. Maschin«», dir di« Reinigung von Milchflaschen besorgen, können in ein«r Stunde fast dierzigtausen» Flasche» reinigen. Scho» die Bölter des Altertum- wußten ihre Sehfrhler durch Benutzung von Halbedelsteinen zu beheben. Zum Beispiel bedient« sich Nero, der außerordentlich kurzsichtig war, einer Amethystes. Andere wiederum benutzten de» Halbedelstein Beryll, durch den man beson- $eitere0. Herr Bumberton hat endlich Ruhe gefunden. Erstens die lange R«ise, dann noch dafremde Hotelbett und schließlich der schnarchrnd« Nachbar. Aber«ndlich doch—. Ta donnert es an die Tür. Herr Bumbrrton fährt auf.„Ja, was ist denn?"—„Herr Bumberton, Ihr Gepäck ist angekommen. Soll ich es unten stehen lassen oder möchten Sie..."— ,Lum Kuckuck noch eins," schreit Bumberton, ,chaS hat doch Zeit bis morgen früh!" Damit wirft er sich auf die andere Seit«. Versucht erneut einzuschlafen. Aber der schnarchend« Nachbar, daS neu« Hotelbett und die aufregende Reise— endlich schlummert er ein.— Ta donnert es wieder an di« Tür. Bumberton fährt auf.„Was ist denn jetzt schon wieder?"—„Ich wollte Ihnen nur sagen, es ist gar nicht Ihr Gepäck!" Der Dolchstoß.„Gestern in der Dunkelheit hat dein Bräutigam mich angesprochen."—„Ja — ich weiß. Er malt ein Reklamebild für ein Verschönerungsmittel und sucht rin Modell für „vorher". Zwillinge.„Aber Fritz, warum weinst du denn so? Ist dir was zugcstoßen?"—„Ja, mein Zwillingsbrudcr bat mich gehauen, da hab' ich's meinen Freund erzählt, der sollt« ihn an der Ecke abfangen und wieder Hanen— und da— hat er uns verwechselt und mich verhauen!" Achtung! Fcderniann gebt ins Warenhaus und steigt in den Fahrstuhl. Im Fahrstuhl hängt«in kleines Meffnigichild:„Achtung vor Taschendieben!"— Als Federmann im dritten Stock aussteigt, steht er vor einem großen weißen Schild:„Achtung vor Taschendieben!" Im vierten Stock, kaum ist«r dir Trepp« hinaufgestiegen, leuchtet iu roten Buchstaben«in j Transparent:„Achtung vor Taschendieben!"— „Hören Sie mal," hält Federmann einen Rayonchef an.„Und wenn ihr den Satz mit Scheinwerfern an den Himmel schreibt, mir könnt ihr keine Achtung vor solchen Leuten beibringen!" Radio iu Erholung.„Dem Radio verdank« ich jeden Tag einige gemütliche Stunden."— „Hören Sie so fleißig?"—„Ich nicht, aber meine Frau." Allzu wörtlich genommen. Tante Lnzi« ist ein« Erbtante. Tante Luzie kommt zu Besuch. Der kleine Paul geht um sie herum.„Wo hast du denn deinen Busch, Tante?" fragt Paul.— „Wieso Busch?"—„Nun, weil Papa gesagt hat, er wolle mal bei dir wegen der Erbschaft auf den Busch klopfen..." Onkel Heinrich ist gar nicht einverstanden mit der Sachlichkeit, die seine Nichten, die Backfische, bekunden.„Als ich ein junger Mann war," erklärt er ihnen,„da wußten die jungen Mädchen noch zu erröten!"—„Au, Onkel, erzähl uns mal, was du zu ihnen gesagt hast!" Gchach-6cke. Alle Anschriften und Anfragen an 9en. Wenzel Scharow siwettnitz Nr. i» bei Teplltz-Sckidnou. Alle» Anfragen IN Netourmarkr deizulege«. Schachaufgabe Nr. 157. Von Josef Ilyu. Hostonltc. Schwarz: KeS; Dg6; Tf6; Lb5; ScT.<4(6). o b e d e 1 c h 8 F? St B e 7 M» K? iw 7 0 € 5 5 4 4 - SS KE S - 1 fSf 1 a bede* eh Wert: Ke>; Dc4: Td6.»; Lc6. c7; Sd2. tl: Bei<«). Matt la xwd Zfiten! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Ersehet« nen der Aufgabe an den Leiter dieser SpaJle elnzuseu- den. Lösnngszug an Nr, 1S4: LbJ—gt! Richtige Losungen sandten nachfolgende Genossen ein: Walter Ludwig. Robek Franc. Michel Rudolf. Schmied Ferdinand, alle aus Kwltkau: Olbert Ernst. Domina: Rudek Peter. Brät; Märtin Albin. Tetschen; Seidel Karl. Tftrmitz; Wenzel Adolf. Arnsdorf bei Halda; Hieke Josef und Fritsch Anton. Markersdorf(siehe Lösung); Böhm Heinrich. Jonsbach; Subal Josef. Neu-Tit« scheta: Dinaehier Emil. Tetschen; Beutel Wilhelm. Amsdorf bei Tetschen: Hyna Josef. Hostomilz: Schöpka Josef. Eldlitz: Habel Erwin. Nestersitz: Mildorf Adolf und Döhncrt Max. Tischen: Hilgarth Herrmann. Neu- Wlstritz: Triltsch Gustav. Wisterscban; Helzel Josef. Amsdorf bei Haida.— Nachtrag zn Nr. 153: Hllgirth Herrmann. Neu-Wistritz: Habt Erwin. Nestersitz. He*»M Josef. Arnsdorf bei Haida. SCHACHSEKTION ZUKMANTEL. Als Abschluß des JubilSumstnnUcres findet am 2t. Oktober(Staatsieiertag). nm w Uhr früh im Restaurant ..Schönbrunn“ ein Blitzturnier statt. Es ergeht an allo Schachgenossen die Einladung, daran teilzunehmeQ und der rührigen Zukmantler Scbachsparte an der AbschluB- feier mitzuhelfen. Am Samstag, den 7. Oktober, spielte Gen. Hyna Erz. In Zullmaotel gegen Sieber rcitnehmer des Einzelturniers simultan. Davon gewann Gen. Hy na 6 und verlor eine gegen Gahler. Eichwald. Slmihche Partien zählen zum Jubiläumsturuier der Sektion ZnkmanteL SCHACHKURS IN NEUSTADTL bd Böhm.-Ldpa. Die Schacbgenossen von Nord-Böhmen werden darauf aufmerksam gemacht, datt die Kreisschachleitung des ..Atu»** am 5. November in Nenstadtl-StrauBnitz in Stocks Gasthaus einen Schachkurs und Schachkonferenr. abhüt. Es werden alle Schachlnieressenten ersucht« daran teilzuqehmen. Kursleiter ist Genosse Scharoch. Zwettnlts.