Str.<7. WtterOaitungtfbeilaor. 1933. 1 Petroleum Von Gerv Land Weder einmal hatte DariuS Maggould weite Strecken zu Wasser und zu Lande zu- rückgelegt, denn wieder einmal ging es um Millionen, ging es um Erdöl, Petroleum, Naphtha... Wieder einmal hatte er rücksichtslos und draufgängerisch Hunderttausende aufS Spiel gesetzt, um Millionen in dem nervenzerrüttenden Spiel um„Erdölvorkom- men" zu gewinnen. Dieser brutale Draufgänger, der stet» alles aus eine Karte zu setzen pflegte, sollte, wie die Gerüchte in Wallstreet wissen wollten, noch vor wenigen Jahren durch die schmutzigen Straßen de» Elendsviertel» irgendeiner Weltstadt mit Packen druckfeuchtrr Zeitungen die neuesten Schlagzeilen auSgerufrn haben und manchen Abend hungrig auf da» harte Lager gefallen sein... DaS alle», dieser märchenhafte Aufstieg zum Beherrscher internationaler Märkte, der Börse» und Konzerne, dieser geheimnisvolle Zauber, der den Mann umgab, hatte auch auf sein Angeftelltenheer, auf seine Arbeiterbataillone üoergrgriffrn, vom Chefingenieur bi» hinab zum letzten malaiischen Kuli... Wieder einmal hatte Dariu» Maggould schwierige Reisen hinter sich, und der kleine, schmächtige Mann, dem man so gar nicht seine unerhört« Zähigkeit anmerne, stand, umgeben von seinen Ingenieuren, im kam- fortabelsten Zimmer des einzigen Stein- banseS jener im Herzen Borneo» aus der Erde geschossenen Ortschaft, die— das war die Art aller Maggouldschen Unternehmung gen— von vornherein„New Wealthhtown" getauft worden war:„Neue Stadt der Wohlhabenden!" Nun, es war bisher von Wohlhabenheit in dieser Ortschaft, die auS roh gezimmerten Bretterbuden, elenden Baracken, Cchnapsläden bestand, auch nicht das mindeste zu spüren. Nur die Bohrtürme, die hier lagen, verhießen dir Gelder, die dazu gehören... DariuS Maggould war ungehalten. DaS ungesunde Klima, die Tatsache, daß ihm ein betrunkener Malaie vor seinen schweren Reisewagen getorkelt war, mochten schuld daran sein... Auch waren die bisherigen Ergebnisse der angestellten Bohrungen gerade in den letzten Tagen zurückgegangen. Der schmächtige Mann mit dem hartgeformten Schädel und der kühnen Nase, mit dem schmalen, gekniffenen Mund und den roten Arbeitshänden, der Eroberer, dessen Leidenschaft Geld und Petroleum hieß, war zuvor in Bombay, Bangkok, Singapore, Batavia gewesen, um seine Interessen bei den englischen Generalrefidcnten, am siamesischen Hofe und bei den Großreedereien wahrzunehmen. Auch dies war ein Geheimnis seine» Erfolge», daß er stundenlang in einer buntbewimpelten Hafenspelunke in Batavia oder Singapore hocken konnte, um den Gesprächen der Chinesen, der Neger und Malaien zu lauschen, die auf seinen Dampfern angeheuert waren. Daß er in großer Gesellschaft auf seiner Luxusjacht, bei der «» von ordensübersäten Uniformen, von berückenden Frauen wimmelte, bi» zur abstoßenden Grobheit einsilbig und wortkarg sein konnte. ES war das Geheimnis der Einsamkeit. Professor Minardis, ein Gelehrter aus dem Gebiet« der Erdölgewinnung und Raffinerie, seit langer Zeit Leiter der Maggould» schen Bohrungen, erklärte dem Chef die Rentabilität der Unternehmungen von„New- Wealthytown". „Ich danke Ihnen, meine Herren," Maggould verabschiedete die übrigen Herren! und blieb mit dem Professor allein. Er trat i ans Fenster und blickte hinab auf die ungepflasterte Straße, über die um diese spate Abendstunde Malaien wankten, die, vor wem-1 gen Wochen noch glückliche Kinder der Natur,, mit den Segnungen der Zivilisation, mit j Alkohol und schlechten Filmen bekannt ge-1 macht worden waren. Angewidert zog sich Darius Maggould| vom Fenster zurück; auch diese braunen, Menschen waren Opfer, dargebracht seinem' Gott: Petroleum!„Ich möchte diktieren," j ägte er zu dem Professor.„Haben Sie noch jemand im Hause?" fügte er fragend hinzu I „Meine Tochter ist anwesend. Herr; Maggould." sagte Minardis,„sie leistet mir! hervorragende Dienste als Sekretärin. Fch chrieb Ihnen damals... Sie waren so. freundlich..." „Schon gut." Darius Maggould leerte! einen Eisdrink.„Sagen Sie Ihrem Fräulein Tochter: ich will diktieren!" „Da» ist meine Tochter!" Minardi» vermittelt« die Borstellung, ein unverbesser licher, alter Europäer! Aber das verschlossen« Gesicht Maggould» erhellte sich nicht an« gesichrs des schönen Mädchens, über seine, gekniffenen Lippen glitt kein entgegenkommendes Lächeln, nur in den Augen glomm es flüchtig auf. Er sagte: ,Hch diktiere!" Aber das war Angst, diese unentwegte, steinerne, unnahbare Maske, das war Angst, was den unscheinbaren Petroleumkönig durchpeitschte, als er das Mädchen Helen 'gesehen. Angst war es vor diesem Blond- I haar, vor diesen seltsam hellen smaragdene» Augen, vor dieser sanft geschwungene» Nackenlinie... Angst, die ihn zwang, im Diktat innezuhalten... Nun sah sie ihn an... Fragend, abwartend, ganz im Banne der Arbeit. Der Pater hatte sich längst empfohlen. I Draußen steht die Mondnacht über Borneo. Bon fern erklingt ein Banjosong... Durch das geöffnete Fenster dringt die blaue Schwüle der Nacht. Erstaunt löst sich das Mädchen aus den Gedanken, die seiner Arbeit gelten, erstaunt blickt es den lcgendenumwobenen Chef an, der eben ihren Namen ausgesprochen hat. „Helen," sagt der harte Mund noch einmal. Was soll das bedeuten? Will sich dieser Mensch, den sie gleicherweise verachtet und haßt, der Millionen anhäust, unbekümmert um Selbstmorde ruinierter Konkurrenten, der, leichtfertig an den Drähten ziehend, Hunderte und.tausende Menschen hinopsert, der einen Stein statt eines Herzens trägt, etwa mit einer Licbsrrklärung lächerlich machen? Alles, nur das nicht! Sie würde nicht an sich halten können, würde ihm entweder ins Gesicht schlagen oder lachen müssen. Darms Maggould hat Angst, Angst vor dieser Frau. Er weiß, ihr könnte er alles opjern, Geld, Petrolenm, Macht, Einfluß. Einmal schon hat die Sehnsucht nach einer Frau ihn willenlos gemacht. Das war damals, als er. der sich aus der Hefe zum kleinen Börsenspekulanten emporgrarbritet hatte, dir Augen zu einem Mannequin erhob. Das Mädchen batte ihn darüber belehrt, daß Geld dazu gehört, viel, sehr viel Geld, um eine schöne Frau sein eigen zu nennen. Damals hat er begonnen, alles auf eine Karte zu setzen, um diese Frau zu erobern, er war ein willenloser Sklave des Geldes geworden, mit dem er ja fähig war, sich zu kaufen, was sein Herz begehrte. Aber die Leidenschaft zu dem GeÜe, zum Petroleum war stärker geworden. Längst war es nicht mehr das kleine Mannequin, das er begehrte, längst war es Macht, verhängnisvoll für Nationen, noch der er lechzte. Jetzt hatte er erreicht, was er Wollte, er besaß die heißerschntc Macht. Wer davor zitterte er nun, der Drausgän- der, daß dies Spiel, dessen Einsatz das Mädchen Helen war, für ihn mit einer Niederlage enden würde. Es--'s auf in seinem Innern. And er sprach. Sprach hier in der Petrolenm- padt BornroS zu einem fremden Mädchen, zu der Tochter seines Mitarbeiters, mit dem er noch nie ein privates Wort gewechselt Jatte, von der Qual der Einsamkeit, von em Alleinsein mit angchäustrn Millionen, mit gigantischen Transaktionen, mit bercch- nenden Hirnmaschinen. Alles nur kaltes Metall, nur knisterndes Papier, alles nur Gehirn, kein Tropfen Blut, der für ihn floß, kein Herzmuskel, der für ihn zuckte, kein Mensch, der um sein Wohl bedacht war. Er spricht und unten steht sein fahrt-1 bereiter Rcisewogen, der ihn zum Hafen! Man redet gar gern vom Seemannsgar», doch wird das an der Küste nicht besonders fleißig abgrwickelt. Der echte Schisser ist und bleibt wortkarg, das bedingt der immerwährende Umgang mit dem Meer. Das ist nämlich stets allmächtig und lastend groß und es erzieht den Menschen zum Kampf und zum Schweigen. Darum spricht der Schisser auch säst nie von der See und wenn er in gemütlicher, grogdurch- flureter Stunde mal slunkerr, dann übertreibt er hjchstcns seine rasch genossenen Freuden in irgendeiner fremden Hafenstadt. Aber das sind ja nur«in paar kunterbunte Tüpsel im tristen, meerzraiien Alltagsleben. Die großen Erlebnisse aus Ser sind eherne Tatsachen, sie muß man nocherlebcn. So anch diese Nacht, di««in Fischdampser haue, als er mit gutem Fang heimwärts suhr. Damals gab es noch keine drahtlos« Telegraphie und kein Radio und dir Welternachrichlen konnte man nicht beliebig abhören. Doch ticrähnlich wissen di« Schisser ums Wetter Bescheid. Es würde Nebel auskommen, schwerer Nebel, das wußte man. Wat die Maschine hergeben konnte, das gab sie her, damit man mit den gerade günstigen Wasierverhältnisjeii vor dem Rebel wegkam nach Geestemünde zu. Doch alle Eile nützte nichts, der Nebel kam aus. Bald war der Fischdampser ummanerr von dieser weißen Wand, ringehüllr in diese Leichentücher, die sich über di« See ansbreiiric» Ter Rebel ist und bleibt der ärgste Feind des Schissers, weil er ihn nicht bekämpfen kann. Längst war die Fahrt aus ein Miiibistmaß vermindert. Di« Nordsee ist stets gefährlich, die Nord'ee ist immer schifssbrlebt, da sie eine der größten Ausfallsstraßen in die Well ist Im Oelzeug stand die Te-kmannichair, ein jeder war auf seinem Platz Das Schiss kroch nur noch. Ein jeder schau;« angestrengt, das Weiße in den Augen wurde rot, aber man sah nichts. Wenn man sich die Hand dort Gesicht gehalten hätte, so würde man buchstäblich nicht nie Hand vor den Augen gesehen haben Doch zu derlei Experimenten hatte man weder Lust bringen soll, wo der holländische Kolonialdampfer wartet. Und er sagt ihr:„Kommen Sie mit mir!" Nun tut er ihr leid. Ja, der Haß und die Verachtung sind gewichen, nur rin kleines Mitleid bleibt. „Ich bin nicht frei, Herr Maggould, Sir verstehen. Ich bin gebunden.." Es dauert lange, ehe er cs versteht, der schmächtige Pctrolcnmkönig. Es dauert sehr lange... Es ist ein ungläubiges Lächeln, das nm den schmalen Mund liegt, rin Lächeln, das nicht begreifen kann, daß hier etwas ist, das man nicht mit Geld erkaufen kann, daß hier etwas seiner Macht im Wege steht, das man mit hundert Worten bezeichnen mag und dach immer wieder das eine ist: Liebe! Das Lächeln schwindet aus dem Gesicht Darius Maggonlds.„Ich diktiere weiter. Bitte, schreiben Sic!" Klar und gesammelt kommen die letzten Sätze ans dem Munde des Mannes. Helen Minardis schreibt. „Ich reise," sagte er dann.„Grüßen Sic Ihren Vater! Ick bin mit seinen nächsten Plänen einverstanden." noch Zeil. Die Nacht verging und der Nebel hockt« noch iinmrr über der See. Die durchdringende Nässe macht« das Qelzcug schwer und ungemütlich, leicht tropfte es von den Südwestern. Dir Händ« der überwachen Tcckmaiiu- schaft wurden klamm und durch sie kroch die Kälte in den ganzen Körper. Man spürte es, Fischerboot« waren in der Nähe. Der Dampfer selbst meldete sich und die anderen Fahrzeuge gaben Signale, doch das ist das Schlimme bei Nebel, man darf seinen Ohren nicht trauen. Der Nebel verändert den Schall. Er gibt ihm willkürliche Richtungen. Gleich einem Gespenst tauchte vor ihnen ein Fischkutter auf, stieß mit dem Dampfer znsam» men, kam an ihm fest und verschwand. Man suchte, man fand den Kutter nicht. Alan betrachtete beim ersten Tichtigwerden den Dampfer, er Halle rin paar anständige Schrammen. Als der Mittag aiifzog, verschtvand der Nebel. Wie höhnend leuchtete der Himmel im strahlenden Blau. Darüber erstaunte» die Schiffer nicht: denn erstens hatten sie diesen plötz- I-ck>>» Umschwung des Wetter? schon gar zu oft erleb: nnb zweitens hatten ne wirklich andere Gründe, sich stark zu wundern. Als nämlich«in Mitrale über Deck lies, baite er an eine Schlafdecke gestoßen, in dir ein Säugling vrrvackt war. Wäbr-nd d«? Nebel? also hatte der Fischdampser ein Kind aekriegi. Man war starr vor Staunen, l-eirachiete«hrfürchlig da« kleine Lebewesen und konnte trotz allem Rätselraten und der leuchtenden Bläue des Himmels mit diesem eigenartigen Geschenk nicht ins Klare kommen. Daß 'er liegende Holländer noch heute mit vollen Seieln über die Meere geistert, wagt kein Schisirr zn bestreiten, aber daß in Nebclnächten Dampfer Kinder krieaen. das buben noch nicht einmal pbamanebegabte Binnenländer erson- 'irn, obwohl ge schaurige Seeromane schrieben. Selbst der Kapitän wußte sich keinen Rat. Fm Hafen angelangt, nahm er das Kind seiner Frau mit. Ter Sleiierniann ging freilich vorsichtshalber mit in dir Wohnung und bezeugte, daß kein« Braut das Kind an Bord gebracht habe. Dies« Versicherung war immerhin tunlich, obwohl der Fischdampfer keinen fremden Hasen anlief. Doch es ist nichts unnatürlich, auch auf See nicht, alles finde! seine Erklärung. Erfuhr man doch, daß in Cuxhaven«in schwer beschädig, ter Fischkutter eingcschlcppr wurde. Er hatte einen Zusammenstoß mit einem Fischdampfer gehabt. Und während dieses Zusammenstoßes batte die Frau des Kntlcrtührrrs. dir den Dampfer als großen, gigantischen Umriß ans dem Rebel tanchen sah, ihr Kind, in ein« Decke wohlverpackr, an Bord des Dampfers geworfen. Er war doch sicherer als der Kutter! Sie selbst hatte gar nicht an Rettung gedacht, sie blieb bei ihrem Mann, sie blieb an Bord des Kutters und legt« mit Hand an, frei- zu kommen von dem Dampfer, doch das Kind, das hatte sie in Sicher- beit gebracht. Und wenn nun auch auf kehr erklärliche Wrike der Fi'ckdampser«in Kind kriegt«, so er- zählt man dies« Geschichte doch nicht laut und lännend am Wirtshausrisch, sondern ruhig und ernst und nnr dann, wenn man vom schweren Leben aus See spricht und tapferer Menschen und der großen Liebe einer Mutter gedenkt. Vom gefunden und kranken Menschen, von Heilungsmöglichkeiten und von Krankheitsverhütung handelt«in soeben im Saturn« Verlag, Wien, erschienenes Buch,„Der Bolksarzt", das den bekannten Wiener Arzt Dr. Paul Stein zum Berfasier hat. Sein Inhalt ist di« systematische Gliederung einer großen Zahl von medizinischen Aussätzen, die im Verkaufe der letzten sechs Jahr« in unserem Wiener Parteiblatt„Das klein« Blatt" erschienen sind. Universitätsprofessor Dr. Julius Tandler har dem Buche, das die wich« tigsten Gebiete der Krankheitslehre behandelt, ein Geleitwort gewidmet. Unter dem Begriff „Volk", an das sich der Autor wendet, will dieser„jene Summe von Einzelmenschcn, di« ihm, so groß ihre Zahl ist, doch in der höchst persönlichen Art ihres Lebens und Empfindens bekannt geworden sind", verstanden wisien. Er sagt:„Volk sind für mich die vielen, vielen, die mir seit Jahren in zahllosen Briefen von ihrer Angst und Sorg«, von ihrer Verzweiflung oder Resignation erzählen. Sie haben es mit mir als die Aufgabe eines Bolksarzic? empfunden, im Menschenlchicksal immer das EinzelerlebniS und hinter dem„typischen" niedizinistben Fall den besonderen Menschen und sein besondere? Leben zn seh?n." Der Berfasier, dellen Bemühen. Bolksarzt zu sein, wahrhaktig nickt vergeblick geblieben ist, stellt sein Buch in den Gesundheitsdienst an der großen Masse und er Hai sich damit unstreitig ein Verdienst erworben. Die einzelnen Gruppen in dem Buche behandeln unter anderem die<>>esahrcn des Alltagslebens. die Gefahren, die durch eine verspätete Anrufung des Arztes entstehen, di« Problem« des Geschsechtslebens, GesundheitS- pslege der Kinder. Augen- und Obrenkrank- beiten. Tuberkulose. KrebS und viele andere Krankbeiten lverden in ihren Ersckietnungen dar- gestellt, ihre Verhütung und Heilmethode be- fprochen. Was das Buch besonder? wertvoll macht, das ist, daß es anS tiefem sozialen Brr- ständuis kür di« unter der gegcnwärtiacn ge- 'ell'chastlich.'n DaseinSsorm leidenden Mrnkcken zeschrieben ist.—r. <£tn krrem erm KMS. Einer wahren Begebenheit nachrrzählt von Erna Büsing. Dee KifatOen Oer Wänöei ungen Oer ErSoSerfläthe. Prosessor Tr. Arnold Heim, der bekannte Schweizer Geologe, der kürzlich die Schweiz aus dem Internationalen Gcologenkongreß zu Washington vertrrtcn hat, hat dort zum erstenmal seine auf Grund langjähriger Beobachtungen begründete Hypothese, daß dir Bewegungen der Erdkruste nicht allein ans di« Schrumpfung deS Erdkerns infolge Abkühlung, sondern aus die Einwirkung kosmischer Kräfte zurückzusüh- ren sind, vorgetragen. Seine Hypothese hat in der amerikanischen Gelehrtenwelt und in der Press« große Aufmerksamkeit erregt; er hat kürzlich in Zürich vor Naturwissenschaftlern diese feine Hypothese vorgctragcn, die geeignet ist, die landläufige Ansicht über die Entstehung von Gebirge und Tal, von Erdbeben und sonstigen Naturkatastrophen ernsthaft zu erschüttern. Professor Heim sagt: Man kann heut« nicht mehr di« Bewegungen der Erdoberiläche aus die Schrumv'ung der Erde zurückführen, denn dadurch lassen sich folgende Erscheinungen nicht erklären: Seit 6 VT»»« W T VT V V T-TT-r^ — 4— anzugcbcn. Wenn wir auf SO bis 100 Mil- lioneu rate», so ist dos wahrscheinlich nicht zu unbescheiden und der Größenordnung nach nicht sehr fehlgegriffen. Den Gesamtdurchmesser des Milchstraßen» fterngewölkS dürfen wir(nach Shapleys Untersuchungen über die kugelförmigen Sternhaufen) auf 800.000 bis 300.000 Lichtjahre schätzen. Edwin Hubbl« hat jüngst festgestellt, daß dir Sonne im Verhältnis zu 24 Spiralnebeln(d. h. Sternwolken oder„Welleninseln" weit außerhalb beS MilchenstraßrnallS) eine Fluggeschwindiglrit im Raum von 280 Kilometern in der Sekunde Hal. Vielleicht ist dieser Befund so zu deuten: daß diese Geschwindigkeit die Umlaufsbewegung deS-lokalen SternsystemS im Milchstraßcnall darstellt. Danach wäre unser Umlauf um daS 60.000 Lichtjahre entfernte Zentrum in rund 800 Millionen Jahren einmal vollendet... Kos. Dies und das. Verwilderte Hund« sind jetzt in Konstantinopel ein« solche Plage geworden, daß die Behörden der Stadt in Erwägung ziehen, für jeden geröteten Hund, den man ihnen bringt, eine Prämie auSzusetzen. Ei» junger Amerikaner, der von Danzig nach Le Havre unter Eisenbahnzügen versteckt gereift war, wurde in dem Augenblick festge- nommen, alS er sich als blinder Passagier auf einen Ozeandampfer«inschlrichen wollt«. Er ist iu Amerika geboren und hat die letzten sieben Jahr« in Polen verbracht, wollt« jetzt aber gern wieder noch Amerika zurück. I» der Insektenwclt sind die Ohrwürmer besonders gute Eltern. Tas Weibchen brütet die Eier aus und trägt di« Jungen unter ihren Flügeln. Di« jungen Ohrwürmer sind Ebenbilder der Mutter, nur haben sie noch keine Flügel. Di« schurllsteu und ausdauerndsten Läufer ««ter de« Tieren sind di« Steppenbewohner, nämlich Strauße, Steppenantilopen, Steppenhirsch«. Giraffen sind weniger schnell, da ihre edlen Organe sehr hoch liegen, so daß sie von wilden Hunden nicht angefallen werden. Das Zebra, dessen Hauprfeind der Löwe ist, ist schneller als dieser. Die Tabakraape ist eine schwere Plage in Kentucky und Tennessee. Sie richtete in den Tabakpflanzungen die schwersten Schäden an. Ein Gelehrter har jetzt gesunden, daß diese selbe Raupe auch auf Orchideen geht und den Orchideenblütenfaft sehr liebt. Ob es gelingt, durch diese Entdeckung ein Abwehrunttel gegen die Tabakraupe zu finden, muß noch abgewartet rnrden. Deutschland führt in bedeutenden Mengen Kupier-. Aluminium- und Mcssingdraht verschiedener Dicke nach Afrika aus. da die Reger diesen Draht zur Anfertigung von Schmuck benützen. Dir Bezeichnung Blatt bei Büchern leitet sich daraus der. daß tatsächlich, ehe das Papier erfuuden wurde, auf Brumblättern qetchrieben wurde, mir auch die Bezeichnung Buch ielbst daher kommt daß die alten Deutschen ursprünglich auf Buchenbrettern schrieben. Di« schwarzen Schwäne WestanstralirnS nehmen so rasch ab. daß zu befürchte« steht I diese interessant« Tiergattuug könnt« aussterben| I« Griechenland kannte man zu seiner Blütezeit weder Sense noch Dreschflegel. Man schnitt das Getreide in halber Höhe mit der Sichel und drosch«S, indem man die Körner durch Pferde und Maultiere aus den Arhren Irrten ließ. Auch di« Egge war unbekannt. Man mußte den Samen mit Hilf« von Schaufeln unter die Erde bringen. Qetterea. Da hat er recht.„Wenn ich in deinem Alter so viele überflüssige Fragen gestellt hätte, was meinst du wohl, mein Junge, wo ich da hingckommen wäre?"—„Vielleicht könntest du dann meine Fragen besser beantworten, Vater!" Väter über ihr« Söhne. Müller und Krause sitzen am Stammtisch und reden von ihren Söhnen.„Mein Sohn," sagt Müller,„wissen Sie, das ist doch ein gottbegnadeter Künstler. Wenn der sich ans Klavier setzt, dann sind Hunderte zutirsst ergrissen!"—„Das ist noch gar nichts," sagt Krause,„wenn mein Sohn sein Instrument ertönen läßt, dann denken Tausende nicht mehr an ihren Beruf, lassen die Arbeit stehen und liegen und- atmen erlöst auf!"—„So? WaS macht denn Ihr Sohn?" —„Er bedient die Fabriksirene zur Mittagspaust: und zum Schichtwechsel!" Taute Hermine. Tante Hermine ist bei uns zu Besuch. In Nachbar» Garten wird seit einiger Zeit«in zahmeS Reh gehalten, das unS die zehnjährige Lott« deS Besitzers zeigt.„Ach, welch reizendes Tierchen." sagt die begeisterte Tante,—„wenn ich wieder- komme, wird ihm der liebe Gott ein Kindchen geschenkt haben, nicht wahr, Lottchen?"— „Quatsch! Wenn kein Bock da ist!" sagt Lotte sachlich und bestimmt. Gchach-Scke. Alle stulLrilten und Antraaen an tSe». Wenzel kiborocki.-ln-eNnip Ar SS bei Teplitz-Tckiönau. Ale« Anlrage« lsl Stlratnarft belzule-e». Schachaufgabe Nr. 163. Schvirt: Ke«(I). a h c rt»•• p h n l» c<1 e eh Ä kJ K? in E5 jpt t• 5 H ra r» ri «T rr. iit H 5? rrt ww"* •^<4^ r' ß■— Wc-ß: Kbl; Da7: Lc4; Bgd(4). Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an den Le ter dieser Spike einen* senden. Lösungszug au Nr. 144: Dg8—aSI Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Walter Ludwig. Robek Franz. Michel Rudolf. Schmied Ferdinand, sämtliche aus Kwitkau: Hyna Josef. Hyna Franz. Adam Johann. Goldbach Ferdinand, sämtliche aus Hostomitz: Hieke Josef und Fritsch Anton. Markersdorf: Böhm Heinrich. Jonsbactt; Wentel Adolf. Amsdorf bei Haida: Hilbig Johann. Bercesgrfin; Rudek Peter. Brtx; Olbert Ernst. Domina: Dinnebier Emil. Tetschen: Beutel Wilhelm. Amsdorf bei Tetschen: Döh- ncrt Max und Mildert Adolf. Tischau; Böhm Emil and. Furchtbar einfach. Arzt:„Im Magen, sagen Sie, fehlt«S Ihnen? Ja, was fehlt Ihnen denn im Magen?"— Patient:„Das Essen, Herr Doktor!" Darum!„Warum gehst du denn nicht nach Hause?"—„Meine Frau ist so furchtbar böse! Sie hat in nieinem Schreibtisch«in ganzes Paket ungeöffneter Liebesbriefe gefunden!"— „Na, da braucht sie sich doch wirklich sicht auf- zurrgrn, wenn es ungeöffnete Briese waren!" —„Doch,«S waren ihre!" Milch. Ti« kleine- Anita ruft aus der Küche:„Mama, Mama, komm schnell, die Milch ist größer geworden als der Kochtopf!" Dl« alte Lady, Kutscher:„Du hast ja deine Stellung gekündigt?"— Hausdiener: „Ja, ich kann die schlechte Behandlung nicht länger ertragen. Die alt« Lady betrachtet mich alS ganz zur Familie gehörig,— schimpft« mich«inen dummen Esel, gerade wie ihre« Alten auch" harmloser. Scblnßsplel ist kaum noch mit DeS SM-aÄ b7—b6? Zentrams» Man ver- DgS—dS Sg5—h6 Dia Scbachgenos.cen von Hostomltx und Sobrusaa versuchten am 19. November>n Rasitz bei Bilin eine Schachs?arte aufzurichten. wr leider mißlang. AU Ersatz gab Gen. Hyna ein Simultanspiel an 10 Brettern mit dem Ergebnis: 7+2=1—, Sa6—c7 ScT—eö Sf6—g< Lc8—bT? vorhanden war. bitte ■6 seinen Damenflfigel DdSXaSf DaS—e4! e5—e6! Lb7Xd5 Se«Xg5 DdftXgS folgt c5—e6! mit Ver- Schwarz sich aber auch Scbachsektloa Tetschen trag am 26. November dal Retourspiel gegen Krochwitz aus. welches mit 4:4 Punkten unentschieden endete. Nur so weiter. Tetsche- ner Genossen! Stehno Wenzel. Sobrusan; Triltsch Gustav. Wister- schan: Ulbert Rudolf. Prosscditz. Swoboda Josef Nechwalltz. SO—g5! DdJXdS LcIXgS Erzwungen, denn auf nichtung. Den Textzug konnte schon sparen. 16. 17. 18. Schwarz gibt Das ist der Finch der bösen Tat. daß sie fortzeu- gend Böses muß gebären. Weiß hat vorzüglich gespielt 2. Sbl—c3 X Sgl—(3 4. dJ—44 Schwarz mußte mit c5Xd4 bauern herausschälen oder d7—dS spielen..„ gleiche die Zugfolge mit der Sizilianischen. Dort Ist es eine bekannte Tatsache, dal auf d4 cXd4 folgen muß. Hier hat Weid* den c-Bauern vorgestoßen statt des e-Bauern, steht also besser als la der Sizilianischen« denn der e-Bauer kann immer noch folgen, während der e-Bauer la der Sizilianischen fast Immer verstellt ist. Kreises in Bremen. Schwarz: Krüger, Breme«. c7—c5 Man soll den Zug c2—c4 nur das Damengambit betraenten« denn spielt W. anders, so spielt er zugleich SbS—cö ■ SgS—fÖ e7—e6? den weißen PARTIE Nr. 43. Sizilianisch im Anzuge. Gespielt am 14. Juli 1929 am 2. Brett im Kreiswett- kamnf des 2. Weiß: Pagels. Hamburg. I. c2—c4 Starker ist SgS—fß. als Einleitungszag für Lfl—b5 dS—dS e4—-e5 Sc3—d5 Da keine direkte Drohung Schwarz versuchen sollen, freizumachen. 13. 14. 15. 5. d4—d5! Der Nagel im Fleisch! Schwarz kann nur noch das Tempo für sein Sterben angehen. 5. eöXdS 6. c4Xd5 Sch—M? Der Untergang wird beschleunigt Besser war SM. um nach Tdö? Db6 zu spielen 7. a7-aZ 8. c2—e4 Jetzt geht es rapide bergab. Nach d7—d6 mußte Well noch manche Nuß knacken. Der Textzug soll anscheinend den Doppelbauern, welcher nach LXaö entstehen könnte, vermeiden. Zu dem etwas an sagen. 9. 10. 11. 12. Schachsparta Zukmantel veranstaltet am 3. Dezember Im Restaurant.Schönbrunn** eine Simultan Vorstellung. zu welcher Gen. Hyna. Hostomitz. eingeladen ist. Schachfreunde werden gebeten, sich daran zahlreich zu beteiligen. Beginn halb 9 Uhr früh.