Me Irelyeit Mrkaftlon und«xv»dl»>»u: verNn«WS. echlffbankrdnmm I». yekusprechkr:««<»«rde««». Ik««» und IL« 4» erscheint zivelmal täglich, morgen» und nachmittag«, � a Inserat» dosten dl» stebengefpalten« Petitzelle»der deren Raum 70 Pf. 2« Eonn- und Zesliagen nur morgens. Der Bezugsprei» beträgt bei �.»Kleine Anzeigen' da» settaedruäile Wort 30 Pf., sede» weitere Wort freier Zustellung in» Hau, für Grosj-Derlin monatlich 2 Mark, nach Ä Is fc"? mV'm� IS Pf. Deuerungszuschlag M Prozent. Bei Familienanzcigen und Der» au�erlilild fZufcndung unter Etreisbarrds Z Istortl. Bestellungen sind gsS y F E y K Ü W äx E M W U& 3 E■ I■ sammlung»a»küiidigungen von Gewerkschaften und politischen Organi- bis aus weitere« ausschiiefjlich an die Expedition zu richten. Für die M M mT 9 H H■ 9 WT I M I I IBbIII sationcn fäM der Teuerungszuschlaa fort. Inserate Mr die Morgen- Erledigung auswärtiger Bestellungen ist vorherig» Einsendung der£L W M MW«e rM WM MV ausgab« müssen bi» S Uhr abend, am läge zuvor, Inserate sür die Bezugsgebühr ersorderlich.» Pachmittagsausgab« bis vorm. 1! Uhr beider Expedition aufgegeben fei«. der Unabhängigen SsziMmolralWen Partei SeuWiands Jahrganft l Berlin, den 15« November 1918 Nummer l . fln öie g Mit Frnibk«nb Stutz fprtrfsrn wir zu Euch! It- TaS schcinstar flrfttu nlle Stürme fcft verankerte®e Staube deö preubisch-beutscheu Militarismus ist zusammen- ogebrochen. v Die Kronen ber b rutschen �urstenlsäuser, bte Krone bes deutschen Kaisertums sind wie GlaS zerschellt. BerheisjiinsiSvoll tritt au dir Stelle der Monarchie die sozialistische Nepubtik. Da» revolutionäre Boll hat kurzen Prozest nemacht mit den Träsiern der alten NesiierunstSnewalt, den ! Generalen und Bureaukraten. Es hat die Macht der Ossi- i giere in der Armee, die Herrschast der Iunkerkaste in der i Lerwaltuiisi, die Herrschaft deS kapitalistischen KlüiisielS im »fsrutlichen Lebea gebrochen und die NegieruugSgewalt a» pch gerissen. Die Träger dieser Gewalt sind heute die Arbeiter, unh iLolbatenräte. "3" tfMcIutrt Siunbe, in oef die Mauern der alten Brrwaltung zertrümmert sind, ist der Grund gelegt sür de» gewaltigen Vau der neuen sozialistischen Ordnung. Jetzt gilt eS. mit bim Aufgebot aller schöpferischen Kräfte den Frieden zu sichern, die revolutionären Errungenschaften zn befestigen, um mit der politischen auch die ökonomische Le- sreiung der Arbeiterklasse zu vblleuden. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutsch» lands hat vom ersten Tage ihre» Bestehens an das>bevor. stehende Ende des Militarismus und deS Imperialismus verkündet und alleS getan, um die revolutionären Kräfte der Arbeiterklasse zu entfesseln. Heftig bekninpst von der Sozialdemokratischen Partei, die noch beim Ausbruch der Revolution verständnislos diese» Ereignissen gegenüberstand»nd die Vorkämpfer der Revolution schmähte. Die Not der Stunde verlangte gebieterisch die Herstellung einer Negierung, die dem blutigen Gemetzel ein Ende machen, die begonnenen ZLaffenstillstandSverhaiid- luugeu zum Abjchlust bringen und den Friede» sicherstelle» Partei! sollte. Eine Regierung, die mit Rachdruik an die Verwirk» lichung der sozialistischen Grundsätze herantritt. Dafür war aber eine Gewähr nur gegebe», wenn unsere Partei entscheidenden Einslusf aus die Regierung bekam, deshalb verlangten wir, das neue politische Kabinett müsse ein rein sozialistisches sein, in dem beide sozial» demokratischeu Parteien zu gleichen Teilen mit gleichen Rechten vertreten sind. Diese Regierung, konnte die Gewalt nur ans den Händen der Arbeiter» und Soldatenräte empfangen. Die Regierung wurde deshalb auch erst in dem Augenblick konstitntiert, als die erste Vollversammlung des Berliner Arbeiter» und Soldatenrats die Bildung eines provisorischen Kabinetts in dieser Zusammensetzung billigte. Durchdningen von dem festen Glanben an die Durchführbarkeit unseres Endziels, gehen wir an die schwere i«;•!:r.t br* Kriegs elendS, an den Wiederaufbau der zerstörten Volkswirlschakt, au die durchgreifende Umgestaltung aller Gebieke unseres öffentlichen LebenS, an die Ausmerzung aller Macht» Positionen der bisher herrschenden, besitzenden Minderheit. Wirksam kann dieses nur geschehen, wenn die Arbeiter in Massen zn unS stehen und unsere Arbeit fördern. Sobald die Parteigenossen von den revolutionären Posten, aus denen sie jetzt Wache halten, sich entfernen können, werden wir einen Parteitag einberufen. Dort sollen unsere Genossen entscheiden über die Schritte, die wir unternommen haben. Und nun auf zu rastloser Arbeit! Sammelt das Proletariat unter dem Banner der Partei, die kühn nnd klar sehend die Massen zu dem revolutionäre» Ziel geführt hat, das nun erreicht ist. Es lebe die grundsatztreue, revolutionäre Sozialdemokratie: die Unabhängige Sozialdemokratische Partei! CS lebe die sozialististlfe Internationale! Es lebe sie Zreihell! Wie ein Skelett, daS nach langen Jahren der Ruh« aus der Gruft gehoben wird, ist das alte System zusammen» gebrochen. ES bedurfte kaum eineS Slosies. Ein Lufthauch genügte. Der stolzeste Militärstaat erlebte eine Katastrophe, die in der Weltgeschichte b c i s p i e l l o s ist. Wo daS rote Danner der Proletarier im Arbeiterkleid und im Soidatenrock sich nur von weitem zeigte, streckten alle die Mächte be» diugungSlos die Waffen, die sich rühmten, die festesten und bewährtesten Stützen deS Deutschen Reichs und seiner Bundesstaaten zu sein. Voran der Militarismus. Die, die daS Bestehe?lde hüten und schützen sollten, die die ultima ratio, den letzten und stärksten Beweisgrund für die Daseinsberechtigung des Hohenzollernstaates bilden sollten, schlugen sich zu seinen Gegnern. Statt, wie es Wilhelm II. mit frevelndem Munde verlangt hatte, auf Dater und Mutter zu schieben, taten die Soldaten, was die sittliche Pflicht ihnen gebot: sie scharten sich um daS Banner des Volkes. $v«j»lj die Mo»gpchi.e teilst Der Kaik�, yor G lih' Gnaden',' der allein Herr st.n wollte in seinem Lande, wandte sich mit den Seinen �zu unrühmlicher Flucht, nach» dem er das Sinnlose deS Versuchs erkannt hatte, das Heer zu einem Schutzwall seiner geheiligten Person zu machen. Und nicht minder kapitulierten die Dureaukratie und alle die anderen Träger deS Systems, daS den entsctzenS» vollen Krieg heraufbeschworen hat. Sie vernahmen den Tritt der Arbeiterbataillone, und alsbald hisiten sie die weisie Flagge. Der Sieg ist teuer erkauft durch die gewaltigen Blut» opfcr, die mehr als vier Jahre lang dem greulichen Götzen des Imperial isniiis dargebracht werden muszten. Aber zum Schlnfj war er leicht. Die vier Jahre, die den, alten Deutsch» land zum höchsten Triumph verhelfen sollten, hatten aufs wirksamste seinen Zusammenbruch vorbereitet. DaS von Marx geprägte und von Lensch und feinen Frennden so greulich inibbrauchte und mißdeutete Wort daß Kriege die Lokomotiven der Revolution sind, hat sich be» währt. Selbst ans dem Boden, der gegen den Umsturz am nreisten gefeit schien. Der Jubel nnd der Stolz der arbeitenden Massen ist berechtigt. Aber sie müssen sich hüten, in dem Freuden» rausch dieser ersten Tage zu vergessen, wie unendlich viel noch zu tun bleibt! Wir haben die Freiheit verhältnismäßig leicht errungen. Sehr viel schwerer wird eS sein, das erworbene Gut zu be» festigen und zu behaupten. Das nniß immer und immer wieder gepredigt werden daniit daS Mißtrauen des Proletariats wach bleibe. Unsere Gegner haben sich feig« verkrock�n. Aber sie�sind deshalb nicht tot. Sie janimeln neue Kräfte. Sie warten auf den Augenblick, woMre i"»! Schlage gegen nns ausholen können. Einstweilen kommen sie nur aus ihrem Versteck hervor. Ilm uns ihrer Ergebenheit zu versichern. Wir staiinc» über die große Zahl von Anhängern, die die sozialistische Republik allenthalben besitzt. Die Intellektuellen erklären sich in großen Scharen zu positiver Mitarbeit bereit. Zahlreick)« Akademiker wolle,, von jeher Anhänger des PolkSstaateS gc» lvefcn sein. Beamte stellen sich begeistert ans den Boden der ucnen Verhältnisse. Finanzlcnte und Großgrundbesitzer er- weisen dem neuen Deutschland ihre Reverenz. Mißtraut ihnen, Frennde! Tie meisten von ihnen sind Mantelträger nnd GesckzäftS. sozialisten, die die Konjunktur ausnutzen wollen. Sie wer» den sich in erbitterte und gehässige Gegner zilriickvcrwandeln. wenn der Wind umschlagen und ste glauben sollten, datz sich anderswo bessere Geschäfte machen lassen. Die erste und vornehmste Aufgabe der sozialdemokwti» schen RepnÄik besteht also darin, das Erbe des Proletariats sicherzustellen, und nichts wäre verfehlter. a>ts ans jene so tchnett erworbenen Anhänger»nd Mitlänjer Rücksicht z» »«Innen. Die Stunde des Proletariats ist ze- kominen. Sie muß genutzt werden! fin öie Internationale! Arbeiter! Partrigrnossrn! Tie große, geschichtliche Tat ist vollbeacht, die deutsch« Revolution ist nicht mehr bloß ein Gegenstand der Sehn» sucht, sie ist lebendige Wirklichkeit geworden. In wenigen Tagen erhob sich im ganzen Reich die Arbeiterschaft in rinmütigrm Zusammrnwirken mit Soldatrn n»d Matrosen, fest entschlossen, koste eS, was es wolle, die drückende Gewallherrschast abzuwerfen. In kühnem Sturm» lauf, die prächtigen Mannschaften der Marine voran, be» mächtigte sich das arbeitende Volk Teutschlands der Re- TterungSgrwalt. Sicherung de» Friedens, Wiederanseichtnng der zer» störten Volkswirtschaft, Ansban der sozialistischen Gesellschaft, da» sind jetzt unsere großen Aufgaben. Unser Volk blutet '«S unzähligen Wunden, die die verbrecherische Politik der esitzenden Klassen und ihrer RegieenngSmänner geschlagen iben. Rur durch Zusammenfassung aller Kräfte kann eS lingen, ans den Trümmern eine neue Welt, eine Welt der eiheit und Brüderlichkeit entstehen zu lassen. Ter harte WafsenstillstandSvertrag erschwert diese» Werk »mein. Tie deutschen Politiker, die dem schmachvolle» den von Brest.Litowsk zustimmten, haben kein Recht, i zu beklagen, daß die Entente sie in gleicher Weile bc- \ rlt. Wir aber haben mit der ganzen Wucht, die unS r internationale sozialistische Gesinnung verleiht, diesen Friedensvertrag, ebenso wie den von Bukarest, bekämpft. Blutenden Herzens empfanden wir damals, daß wir noch nicht stark genug waren, diese Gewaltakte zu verhindern. Aber das Verlange», das Unrecht wieder g»t zu machen, stärkte unsere Kraft bis zur höchsten, revolutionären Energie. Jetzt, wo die Welt vom Albdruck deS preußisch» deutschen Militarismus befreit ist, ist eS an Euch, den Kamps zu führen gegen die Gewaltpolitik in Eure« Ländern. zu verhindern, unsere Rfliolntion zu ersticken, den Keim für neue Kriege zu legen. Wir beuge» uns heute der Not der Stunde, wenn wir auch dir drückendsten Bedingungen, die uns auferlegt werden, annehmen. Wir appellieren aber an Eure Klassensolidarität, an Euer Gerechtigkeitsgefühl, an Eure sozialistische Gesinnung. Und wir sind gewiß. Ihr ioerdet Eure Macht so stärken, daß eine Vergewaltigung von Brüdern nicht mehr stattsindrn kann. Folgt Ihr uns, dann hat dir Stunde drS Kapital!». mns in der ganzrn Welt geschlagen. ES lebe der internationale Sozialismus! Dir Solidarität aller Völkrr! Tie Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Ernst Täumig. Wilhelm Tittmaun. Hugo Haase. Adolf Hoser. Gustav Laukant. Georg Ledebour. Robert WengelS. Luise Zietz. Wir foßrufcri Sie Kt»S jdbcn, Ser im? nn daran gehen, die Demokratie nach ihrer formalen Seite aus- zubilden. Dann wird die aus wirklich freien Volkswahlen hervor- gegangene Nationalversammlung gewählt wer- den, um auf diesem Boden, den zu verändern ihr schwer. werden dürfte, weiterzubauen. Bis dahin werden wir noch heiße Kämpfe fih unf�e junge Freiheit zu bestehen haben. Wir gehen hinein mit dcni Wort aus dem Goctheschen Götz:„Wenn unser Blut anfängt, zur Neige zu gehen, wie der Wein in dieser Flasche. erst schwach, dann tropfenweise verrinnt, was soll unser letztes Wort sein: Es lebe die Freiheit!" R. B. Au die öoidaien! Der heute zu Euch sprickyff'kennt aus eigenem Erlebnis die zahlreichen Leiden und die wenigen Freuden des Sol- datenlcbens. Vor 25 Jahren war ich zum ersten Male Soldat, im Kriege habe ich wiederum den zweifarbigen Rock anziehen müssen und habe ihn in der Garnison, in der russischen Etappe und im Granatenfcner vor den Linien der Franzosen getragen. Zu Soldaten zu sprechen, habe ich darum die äußere und innere Berechtigung in höheren! Maße, als manch einer, der sich in diesen Tagen aus eigener Berufung zum Soldaten gemacht und in eine Uniform ver- kleidet hat, um sich in den Soldatenrat, ja auch in den Voll- zugsrat, wählen zu lassen. Unter dem Vorwande der „Einigkeit" dpcken diese Leute mit falscher Flagge Partei- politische Konterbande. Am 9. November habt Ihr in Berlin, in den Tagen vorher und nachher in Kiel, Wilhelmshaven. Hannover. Brairnschweig, Stendal, Cöln, Allcnstein und allerwärtS in der Hcintat, in der Etappe, im Operationsgebiet, an der Frönt, aus tiefster Not anfgeschriew Mehr als vier Jahre eines unsäglich grauenvollen Krieges lagen hinter Euch. Schlecht genährt, karg gelöhnt, verwundet, krank, von Stra- pazen geschwächt, so staket Ihr im Räderwerk der ungeheure» Miliiärmaschinerie, der stärksten, die die Welt jemals gesehen hat, Mag mancher von Euch auch einen wohlwollenden und gerechten Vorgesetzten gekannt haben, der zum Unter- gebenen wie Mensch zum Menschen stand: im ganzen wäret Ihr, wie wir alle, an Haupt und Händen gebunden, rechtlose Sklaven einer'Militärherrschaft, deren stärkste Stützen Zwang und Lüge, Belagerungszustand und Militär- strafgesetzbuch waren. Und nach dem Willen der vornehm- sten und höchsten Vertreter und Nutznieher dieser Herrschaft sollte das Stzstenr„durchgesetzt", sollte das Morden noch nicht beendet werden. Ihr alle kennt die Aufrufe gewisser Kreise zur„nationalen Verteidigung", und Ihr, Matrosen von Kiel und Wilhelmshaven, wäret dabei, als die Hochseeflotte mit Minensuchern und Torpedobooten und mit großem Kohlenvorrat ausfuhr, um die englische Flotte anzugreifen und„ruhmvoll unterzugehen". Und dennoch habt Ihr den Kampf gegen das riesen- starke System der Militärhcrrschaft gewagt, habt Ihr den Trägern des Systems die Hoheitszeichen abgerissen und auf Schiffen und Kasernen die rote Flagge gehißt. Der Kaiser ist geflohen, der von Euch Hingabe bis zum Tode gefordert hat: er selbst aber fand nicht die Antwort auf die Frage: Krieg mit den HoHeiizollern oder Frieden ohne die Hohen- zollcrn? Und fand auch nicht den Mut, für seine Sache bis zum Tode zu kämpfen. Eurem jähen Ansturm konnle» „seine" Offiziere nicht standhalten: sie verschlvanden von der Straße und voni Kaserncnhofe. Gewiß, manche von den Osfizierc» schlössen sich Euch an und wurden zu Mit- kämpfccn im Kampfe'UM die Freiheit. Aber im Verhältnis zur Zahl aller Offiziere, und gar im Verhältnis zu Eurer Zahl, sind jener roten Offiziere nur wenige, und wohl kauni einer aus den oberen, den wichtigsten Stellen. Das dürft Ihr nicht vergessen, wenn Ihr jetzt daran gehet, die Zulunft zu gestüllen. Ihr habt in den glor- reichen Tagen des November einen raschen und großen Sieg über den Militarismus erfochten, der die Geißel der Mensch- hcit ist und recht eigentlich der„innere Feind". Ihr dürft fauch Eures Sieges sreucn, wie die Arbeiter es tun und wir Mzlle. die schon un Frieden auf politischem Gebiete den Kamps t 5ran?eelchs. Aaliens. Englands und Amerikas. Ein Answs»es Arbeiter- und Soldalenrals. Vier Jahre lang hat der Weltkrieg die Völker in zwei feindliche Lager geschieden. Millionen von Menschenleben sind vernichtet worden, Kulturgüter ohne Zahl sind der Zer- störung anheimgefallen. In allen Völkern lebt die brennende Sehnsucht nach Frieden. In Deutschland waren es die Militärkaste und die herrschenden Gewalten, die in den Krieg hineingetrieben haben und die in unersättlicher Eroberungs- gier von Frisden nichts wissen wollten. Mit eisernem Zwange hielt die Militärdiktatur das deutsche Volk im Innern im Bann. Unter unsäglichen Opfern und Ver- folgringen halten die zu leiden, die den Kampf für Frieden und Freiheit auf ihre Fahne geschrieben hatten. Der Uebermut und die Herrschsucht der Herrschenden drohte das deutsche Volk der vollständigen Vernichtung zu überliefern. In letzter Stunde raffte es sich auf und warf das unerträgliche Joch von sich. Die Arbeiter und Sol- daten waren es, die in wenigen Togen der fluchbeladenen Hohenzollernherrschaft und dem ganzen dynastischen System Deutschlands ein Ende machten. Die Arbeiter und Soldaten waren es, die die Militärdiktatur zerschmetterten und die Regierung beseitigten, die die Verantwortung für die Kriegspolitik DeutWands trug. Arbeiter und Soldaten sind es, die die Freiheit Deutschlands erkämpft haben. Arbeiter und lSoldaten sind cs, die dringend den Frieden haben wollen. Die anderen Völker haben von dem srcihcit- lichen Teutschland nichts mehr zu befürchten. Wie die Ge- waltpolitik im Innern, so soll auch die Gewaltpolitik nach außen in Teutschland für immer dahin sein. Niemals wieder soll der deutsche Militarismus sein Haupt erheben. Ein friedliches Zusammenleben der Völker, ein ollen ersprieß- sicher Wirtschaftsverkehr, ein auf dauerndem Frieden und wirklicher Freiheit aufgebauter Völkerbund ist das Ziel der deutschen Arbeiter und Soldaten. Die Wiederherstellung des aus tausend Wunden bluten- den Deutschlands, die Neuordnung seines Wirtschafts- und Staatslebens, die Erlösung des Volkes von Hunger, Eni- behrungen und anderen Nöten kann aber nicht geschehen, wenn ihm von den Regierenden der Entente unerträglich gegen den MilitarrsmnS geführt haben, der uns darum als den„inneren Feind" zu brandmarken suchte und rücksichts- los verfolgte. Weil ich aber, aus eigener Erfahrung, ans der Geschichte und aus dem politischen Leben, den Militaris- mus genau kenne, darf und muß ich Euch sagen: Ueber- wundenisternochnicht. In lebenswichtigen Teilen hat er seine Kraft belialten. Alle Kommandostellen sind noch vorhanden. Die Offiziere, die jetzt bürgerliche Kleidung tragen, können sie jeden Tag wieder mit der Uniform ver- tauschen, wenn ein General es befiehlt. Unternehmende Heerführer können aus der sich auflösenden Front und in der Heimat Truppen sammeln, indem sie sich an die Spitze von Soldaten setzen. Glaubt Ihr. daß dies nicht möglich wäre? Seid Ihr wirklich aller Eurer Kameraden ganz sicher? Wer ein enges Herz und eine kleine Seele hat, kann auch in dem AufsMvung dieser großen Tage nur klein empfinden: und nur, wenn unter der Asche Funken glühen, kann der Sturmwind sie zur Flamme entfachen. Der Soldat weiß, daß es in jeder Kompagnie immer einige Leute gibt, die bei jedem Dienst mißmutig sind und auch bei der kleinsten Anstrengung und Entbehrung murren und schelten. Darum seid auf der Hut! Ihr müßt Euch mlt�dem festen Entschlüsse wappnen, dem ersten Sieg die völlige Ueberwindung deS Militarismus folgen zu lassen. Keine Lockung darf Gehör finden, die Euch einen lustigeren Dienst in Aussicht stellt, als Wache und Patrouille zur Befestiaung der revolutionären Errungenschaften, oder eine reichlichere Verpflegung als die schmalen Kartenportionen, die das ans- gemergelte Heimatland Euch jetzt gewähren kann. Die Ver- zagten unter Euch müßt Ihr aufrichten, die Mißmutigen in kameradschastlickiem Geiste zur Ruhe bringen, die Schlech- ten aber, die Erich und der heiligen Sache der sozialen Re- publik in den Rücken fallen könnten, gilt es mit Kraft und Entschiedenheit niederzuhalten. Auch der revolutionäre Kampf, den Ihr jetzt führt, hat seine Kriegsartikel. Mut, Entschlossenheit und kameradschaftlicher Geist sind auch in der Revolution die höchsten Tugenden des Soldaten. Ohne Disziplin kann kein Heer bestehen, am allerwenigsten die revolutionäre Armee, die aus sich selbst heraus und in brüderlichem Zusammenwirken mit den Arbeitern und alle» Entrechteten eins neue Welt aufbauen will. Eine neue Welt! Das ist die große Auf- gäbe, die Euch und allen gestellt ist. ,,n Blut und Brand und furchtbarem Zusanimenbruch ist die alte Welt in Trüntmer geschlagen. Der Krieg Krieg hat die Erde, sowie Geist und Wirtschast der auf ihr wandelnden Menschen tiefer verändert, als jemals eine Kala- strophe in der Geschichte der Menschheit. Hunderte Quadrat- meilcn bebauten und gepflegten Landes sind zur Wüstenei geworden, zahllose Städte und Dörfer zu Trümnicrhaufen. weit mehr als 19 Millionen Menschen sind getötet, viele Millionen zu Krüppeln geworden oder dem Siechtum ver- fallen. Zahllose Familien von Bauern, von Arbeitern, rm gewerblichen Mittelstande, in der Beamtenschaft, rn den höheren Schichten der Bevölkerung sind zuin Aussterben ver- urteilt. Die durch die Arbeit vieler Generationen an- gesammelten Reichtümer sind vernichtet. In allen am Kriege beteiligten Ländern stehen jetzt der— im Verhältnis — kleinen Minderheit von KriegSgewinndrn und anderen Kapitalisten die unabsehbaren Scharen gegenüber, die der Krieg um ihren Besitz und uni die Möglichkeit gebracht hat, neuen zu erwerben. Fest gegründete Reiche sind in Stücke geschlagen, Kronen in großer Zahl klirrend zu Boden gc- fallen, ihre Träger von den Thronen verjagt. Ein ChaoS ist zurückgeblieben, wie es uns alte Kunde vom ersten Schöpfungstage erzählt. Wo ist der Wille, der ordnend und ausbauend das vom Kapitalismus und vom Militarismus hinterlasjene Chaos zur planvollen Schöpfung gestaltet? In Euch, Soldaten, wie in allen Ausgebeuteten und harte Waffenstillstands- und Friedensbedingungen auferlegt werden. Wir appellieren daher an das Gerechtigkeits- und Solidaritätsgefrihl der uns bisher feindlichen Völker und reichen ihnen über die Schützengräben hinweg die Bruder- Hand. Wir bitten sie, bei ihren Regierungen selbst zu wir- ken, daß das deutsche Volk nicht völlig zum Hungertode und politischer Ohnmacht verurteilt werde. Wir bitten die Völker, mit ihrer ganzen Kraft dafür einzutreten, daß der Friede, der da kommt, ein Friede brüderlicher Verständigung ohne jede Er- oberungen und Unterdrückungen werde, ein Friede, der jedem Volke das Recht der Selbstbestimmung und der frei- heitlichen Entwicklung läßt. Ihr Arbeiter Frankreichs, Englands, Italiens usw. habt oft versprochen, daß ein solcher Friede euer Ziel sei. Laßt jetzt euer Versprechen zur Tat werden. Tretet dafür ein, daß die Waffen still st andsbedingun- gen, die Deutschland dem wirtschaftlichen Ruin und dem völligen Hungertode preis- g e b e n. g e m i l d e r t w r d e n. Tretet dafür ein, daß ein Friede zustande komn»;. der den Aufbau einer neuen glücklicheren und friedlicheren Welt ermöglicht. Ein Friede, der künftiges Völkermorden unmöglich macht. Als Vertreter des Vollzugsrats der Arbeiter- und Sol- datenräte erheben wir unsere Stimme und bitten euch, dafür einzutreten, daß das deutsche Volk durch eure Regierungen nicht zu einem Sklavendasein verurteilt wird. Wir habe» uns unsere Freiheit im Innern erkämpft und wollen in Zu kunft im Rate der Völker als gleichberechtigte Mitarbeite sitzen. ES lebe der Friede! ES lebe die Frei h eit! Es lebe der internationale revolutio n ä r e Sozialismus! Berlin, den 14. November 1918. Ter Dollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrats. Brutus Mo l ken b u h r. Richard Müller. Entrechteten, muß der Wille zur Schöpfung leben und wir- ken. Den Kapitalismus, den zügellosen Drang zur Be- reicherung der Wenigen zum Schaden der Vielen, zur Aus- beutung der besitzlosen Arbeit zugunsten des nicht arbeiten- den Besitzes, müßt Ihr ablösen. Schon steht die Ablösung bereit: es ist der Sozialismus, der planmäßig die Arbeit aller für alle, und die Arbeitsmittel an Geld und Gut nicht zum Nutzen des einzelnen, sondern des ganzen verwerten-,-. der in Wahrbeit einen für alle und alle für einen stehw lassen will. Ans Entrechtung und Zwang, worin Euch detst kronentraapnde Militarismus gehalten hat. müßt Ihr auf- steigen zum freien Menschentum des Streiters für die sozialistische Republik. Ter letzte Schuß ist gefallen. Das Dröhnen der Ge- schütze ist verstummt. Die Waffen ruhen, und die Friedens- glocken klingen an. Das letzte Signal ertönt, das dem Sol- daten das liebste ist: Das Ganze halt! Soldaten! Es ist ein falsches Signal. Auf zum Kampfei. lautet die Losung. Auf zum Kampfe für die sozialistische Republik! Oskar Cohn., Täuschende Varolen. Die Versamnilung der Soldatend elogierten tn der Alexanderkaserne, über die in den gestrigen Zeitungen aus- führliche BeVichts erschienen, veranlaßt-unS, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die bei einem Teil der Delegier- ten Kuiage tretende Erregung einer völlig verkehrten Vor- stellung von den Zielen der großen Mehrheit der Berliner Arbeiterschaft entspringt. Nichts irriger olS die Anficht, daß die Berliner Arbeiterschaft, die foit Jahrzehnten iui Feuer des Befreiungskampfes steht, und auch jetzt ihr Blut für die Revolution geopfert'hat, in irgendeinem Gegensatz zu den Soldaten und Matrosen stehe, die sich endlich von den Ketten des Militaris-mus befreit und den Arbeitern bei ihrem Nevolutionskampfe beigestanden haben. Nicht? irriger auch, als die Ansicht, daß die linksstehenden Ele- mente der Berliner Arbeiterschaft, die in den ersten Reihen der Revolutionskämpfer gestanden. Gegner der proletari- sehen Einigkeit und Werkzeuge irgendwelcher sektiererischer Treibereien seien. Wenn solche Anfichten bei einem Teile der Soldaten verbreitet sind, so erklärt sich das wohl aus dem Umstand, daß sie die eigentlichen Ziele und die Kampf- Methoden der revolutionären Sozialdemokratie nur un- genügend kennen gelernt haben. Die Unabhängige Sozial- demokratie ist währeüd des ganzen Krieges in ihren Aeuße- rungen so furchtbar eingeengt und unterdrückt worden, daß von einer gründlichen Propagandaarbeit, namentlich bei der Arnree, gar keine Rede sein konnte. JnSbefondere in Berlin ist sie seit zwei Jahren fast völlig von der Ocffentlich- keit abgeschnitten und jeiner hemmungslosen, demagogischen. Bekämpfung seitens der bürgerlichen Parteien und der Mehr- heitssozialisten preisgegeben worden. Kein Wunder daher, daß politisch rueniger reife Kreise des aufständischen Volkes. die nur dos Heute und nicht das Gestern kennen, sich von schönen Redensarten und schillernden Parolen einsangen lassen und mißtrauisch werden gegen diejenigen, die ihre treiiesten Freunde, ihre Vorkämpfer sind. Das Ber- liner Proletariat fürchtet dieses Mißtrauen nicht. Es weiß, daß es ungerechtfertigt ist und daß es vcrf�winden mird mit der zunehmenden Erfahrung der jetzt ins poUtuche Leben hineingetretenen breiten Massen der Soldaten. T: Logik der revolutionären Eniwicklung wich- sich Mießsich stärker erweisen, a!« eine täuschende Schlagwortpofitik. di um vorübergehenden Beifalls oder Augenblick-lkriolg willen die Grundlagen entblößt und ersch iilmt, auf iwne der Bau der Revolution ruht. M VeschMA der RMsMsr Berlin, den 14 November(amtlich). Nach dem Beschluß der Volksbeauftragten sind die Reichsämter wie folgt befetzt worden: Auswärtiges Amt: Dr. Sölf. Reichsschatzamt: Schiffer. Rcichswirtschaftsamt: Dr. A. Müller, Reichswirtfchaftsanit für wirtschaftliche Deinobilisation: Koeth. KriegSsrnährungsamt: Emern ircl Wurm, Reichsarbeitsanrt: Bauer. Kriegsministerium: Scheüch. Reichsmarineamt: von Mann. Neichsjustizamt: Dr. Krause. Reichspostamt: Rüdlin. Ferner gehören den Reichsämtern als Unterstaatssekre- täre an: Auswärtiges Amt: Dr. David. Kriegsernährungs- amt: Robert Schmidt. Neichsarbeitsamt: Gies- b e r t s. Als Beigeordnete werden den Staatssekretären Wr Seite gegeben: Auswärtiges Amt: Karl K a u t S k tz. Neichsschatzamt: Eduard Bernstein. Reichswirtschaftsamt: Dr. E r d- mann, Köln. ReichSamt für wirtschaftliche Demobilisie- rung: Büchner und Schumann. Reichsarbeitsamt: a e ck e I. Kriegsministerium: Göhre und Däumig. ' Reichsmarineamt: Noske und Vogtherr. Reichs- justizamt: Dr. Oskar Cohn. Staatssekretär Erzberger wird gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt die Friedensverhandlungen einleiten. Wegen der Besetzung des Reichsamts des Innern ichweben noch Verhandlungen. •• Eine Pressemitteilung über die R e s s o r t v e r t e i- ' u n g der Reichsleitung hat iw Irrtümern Anlaß gegeben. )ie Einteilung in bestimmte Ressorts bedeutet nur eine terteilung des ArbdtSstoffeS innerhalb der Reichs- egierung. im besonderen der Eingänge. Sie bedeutet aber keinesfalls einen Ersatz oder eine Aufhebung der bisherigen Aaats'sekretäre. Die bisherigen Staatssekretäre behalten vielmehr nach dem Willen der Neichsleitung ausdrücklich und uneingeschränkt ihre Arbeitsgebiete und erledigen die ihnen gegebenen Aufgaben nach der generellen Anweisung der Reichsregierung. IndaspreußischeKabinett tritt au den bisher er- uannten Eenossen Ströbel und Adolf Hoffmann Genosse Rechtsanwalt Dr. Karl R o s e n f e l d, so daß die engere Preußische Regierung nun zu gleichen Teilen aus unabhängigen und Rcchtssozlaldemokraten gebildet wird, Bon den letzteren sind bekanntlich auch ihre Vertreter Hirsch. Braun und Haenisch entsandt worden. Genosse Dr. Rud. B r e i t s ch e i d ist neben dem �ltechissozialdemokraten Hirsch mit gleichen Rechten zvt Leitung des preußischen Ministeriums des Innern berufen worden. Wie wir hören, wird der bekannte bürgerliche Demokrat H. v. Ger lach die Stelle eines Unter st aatssekretärs in diesem Ministerium einnehmen. Mit der Leitung des Ministeriums der offen t- l i ch e n Arbeiten ist der bisherige Unterstaatssekretär Hoff beauftragt worden. Sie VassevslillskendskümmWM. Vcrliu, 14. November. Die WafsenstlllsmndSkommission bleibt vorläufig bestehen. sshre Mitglieder sind: In Berlin: Herr Erzberger, Ge- sandter Graf Oberndorff, General von Wintecfeldt, Kapitän zur Tee Vanselotv. Jn Spaa: Major Brinck- tn a n n. Major K r i e b e l und Major B o e t t t ch e r als Ver- treter der O. H. L.. Geheimrat V r t f ch und Dr. Melchior als ltzortreter der Wtrtfchafllichen Ressorts, Kapitän v. Gagern und Kapt. Lt. Kiep al» Vertreter der Marin«, Major D u e st e r- berg als Vertreter des KriegSministeriumS, Gesandter von Hantel und Leg.-Rat Frhr. v. Leisner als Vertreter des Auswärtigen Amts. Jedes der in Berlin weilenden Mitglieder hat sein Bureau im. dgeyen Ressort. Die Zentrale befindet sich Budapester Str. 14. Lornbeike» lör die Vahle» zur kouKikiilerenSen yatloualuersamNlsng. Wie wir hören, werden die Borarbelten für den Entwurf der WahlkreiSeinteilung zur konstituierenden Na- tionalverfammlnng bereits im ReichSamt des Innern begonnen werben. Man nimmt an, daß in Preußen die bis- herigeu Regierungsbezirke die Wahlkreise für die nach dem Verhältniswahl f yst cm vorzunehmende» Wahlen bilden werden. Dag Ende einer Herrlichkeit. Wie auS guter Quelle verlautet, steht der Erlaß einer Verfügung unmittelbar bevor, durch die das preußische Ab- geordnetenhaus für aufgelöst erklärt und das Herrenhaus beseitigt wird. Eine Sitzung des Soldakevrales. Im PlcnarsitzuugSsaal doS Reichstags fand am Donnerstag abend eine Sitzung des Soldatenrates statr. Der Lolksbeauftragte Sbert berichtete zunächst über die Möglichkeiten einer Unterbrin- zung der zurückflutenden Truppen und erbat dabei die Mitwir- lung de« SoldalenratcS. Der Stadtkommandant von Berlin, Otto WelS, forderie zu nachdrücklichem Schutz gegen Plünderungen »uf. In der dann einsetzenden Debatte wurde die Rücknahme de« Ausrufs zur Bildung einer Roten Garde lebhaft begrüßt. Göhre erörterte die Gefahr, die der Revolution von links her drohe. Ihr fei vor allem dadurch zu begegnen, daß die mili- t, irischen Behörden wie bisher in Wirksamkeit blieben, und zjoar für ihr« Anordnungen der Gegenzeichnung auch des A. u. S.-Rat« Wdklrfieit. Me Voxgesetzken stMen vrm flwen Kameraven gewählt werden, aber die ublichrn Befusnisse behalten. Auf seinen Vorschlag wurde ein Beschluß geftttzr, der eine eiserne Diszi- plin auf kameradschaftlicher Grundlage empsiehlt und die Ausübung der Kommandogetvalt der mit allen Macht- üefugnissen ausgestatteten Kommandantur überträgt. Es kam dann auch zu teilweise sehr erregten Debatte», in denen eine bessere Löhnung der Soldaten befürwortet, die Wahl eines Ausschusses von 12 Delegierten zur Prüfung einer Reihe eingegangener auf Verpflegung und Löbung bezüglicher Anträge behandelt und insbesondere über ein Ver- trauensvotum für den Vollzuosrat diskutiert wurde, dessen Not- wendigkeit tcin Befürworter damit zu begründen suchte, daß von den llnabhängigen und Spartakus eine lebhafte Agitation gearn die Mehrheit unternommen würde. Der Antrag wurde schließ- -ich abgelehnt. die grctzs Aussiatze der Semobilisierunss. Berlin, 14. November. Amtlich wird mitgeteilt: Dem Rat'der Volksbeauftragten ist bekanntgeworden, daß durch Anordnungen des Arbeiter- und Soldatenrats in Köln die ungeheure Kata- st r o p h e und das Chaos vermieden worden sind, die durch die planlos zurückflutenden Truppenteile und die aus Furcht vor Jnternierung fliehenden, im militärpflichtigen Alter stehenden Zivilpersonen zu entstehen drohten. Zum Auffangen dieser Leute ist im Etappengebiet ein Kordon gebildet worden, der die zurückflutenden Soldaten aufnimmt, sie ihren Truppenteilen zuführt und für die Einsammlung der Waffen sorgt. Ein zweiter Kordon wird an allen Rhein übergangen gebildet werden. Das Verhalten des Arbeiter- und Soldatenrates Köln in dieser Angelegenheit ist für sämtliche Arbeiter- und Soldatenräte vorbildlich. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben dieser Körverschaften, daß sie den von ihren Truppenteilen getrennten Soldaten möglichst rasch zur Rückkehr in die Truppe oder in die Ersatzformation und da- mit zur Regelung ihrer Verpflegungs- und Ernährungs- Verhältnisse verhelfen. Tie große Aufgabe der Demobilisie- rung kann nur dann ohne schwere Erschütterung der öffent- lichen Ordnung gelöst werden, wenn die A.- und S.-Räte den Demobilisterungsbchörden freiwillige Hilfe leisten. Ahgele-lke Kronen. Schwerin, 14. November. Gemäß Beschluß des MmsteriumS hat der Großherzog von Mecklenburg-Schweilin für sich und sein HauS auf den großherzoglichen Thron ver- z I ch t e t. Gotha, 14. November. Me heute den Abgeordneten vsS ge- meinschastlichen Landtags mitgeteilt wurde, hat Herzog Karl Eduard von Sachs en-Koburg-Gotha gestern dem Throne entsagt. Der Großherzog von Baden hat„auf die Ausübung der Rsgisrungsgowalt verzichtet". Die badische vorläufig« Volks- regierung erklärt das Land für eine fro!« Volksrepublik. End- gültig über die Staatsform entscheidet die Badische Na- tt o n a lve r sa m m lu ng. Sie wird am Sonntag, den d. Januar 1913, gewählt. Sie tritt innerhalb zehn Tagen die ZnlemiMUg des ExkroM'mzen. Haag, 14. November. Es wird beabsichtigt, den früheren deutschen Kronprinzen mit zwei Begleitern bei Aarnheim zu internieren. Die beiden an- deren Offiziere sollen in einem anderen Jntcrnierungslager untergebracht werden., Lie sranzöfl'chen Kriegsgefangenen im Veflen Es wird uns gemeldet, daß die französischen Kriegs- gefangenen im Westen, denen in Ansprachen die freiheitliche Umwälzung von Deutschland mitgeteilt wurde, volles Verständnis für die Notwendigkeit ruhigen AbwartenS bis zu ihrem geregelten Abtransport gezeigt haben.— Engländer und Belgier dagegen scheinen dazu weniger geneigt. Im westlichen Jndustrierevier beginnen sich jetzt schon die ersten starken Kolonnen der zurückkehrenden deutschen Truppen der Westfront einzustellen. Die Verpflegung dieser Truppen stellt natürlich sehr hohe Ansprüche an die Lebensmittelvorräte deS JndustrierevierS und die Disziplin der Truppen ist bei un- vermeidlichen Schwierigkeiten nicht leicht aufrecht zu erhalle». Ein V okefl. Dresden, 14. November. Di« Vertreter des Arbeiter- und SolvaeenrateS von Leipzig. Dresden und Chemnitz ver- öffentlichen folgenden Protest: Gegen dl« von der ReichSrsgierung getroffenen Bestimmungen über die H e e r e t d i f z i p l i n, wonach das VorgefctztenverhAt- nis d«S Offiziers gegenüber den Mannschaften bestehen bleibt und die Soldatenräte nur beratende Stimme bei Fragen der Der- pflegung, dcl Urlaubs und der Verhängung von Disziplinar- strafen haben sollen, protestieren wir auf das entschiedenste, weil wir daoin eine Preisgab« wicht» ger revolutionärer Errungenschaften zum Nachteil des Proletaviats sehen. Wir fordern die RsichSregierung auf, jene Bestimmung sofort aufzuheben und zu veranlassen, daß' die Aobeiter- und Soldaten- •täte die Bestimmenden auch in dieser Frage sind. Verbrüderung au der Wesiftonl? Aus Paderborn meldet der Arbeiter, und Soldatrnrat unter dem 13. November: Dir Besatzungen der heute nachmittag 1,3V Uhr von der Front nach hier zu- rückgekchrten Flugzeuge melden, daß in den s r a n z ä- fischen Schützengräben von der belgischen Grenze bis Möns die rote Fahne gehißt ist, und daß die deutschen Truppen sich mit den französische« ver- b r ü d e r t haben. Russisches eebensmükelange'ol. Dom Soldaienrat. Dttnoburg ist folgendes Telegramm ein- gegangen: Ter Soldaten rat Düriaburg bittet, der VoUSregieeung folgendes zu übermitteln: Die schmievigen Verhältnisse im okku» piertci: Gebiet des Osten«, insbesondere auf dem vorgeschobenen Posten Dünaburg, erfordern dringeiw die sofortige Entsen- düng eine« Volkskommissar» zum Soldatenrat Dünaburg. Inzwischen bitten wir um Verhaltungsmaßregeln. Zur Kenntnisnahme teilen wir der VolkZreaieruna mit. daß wir auf R- FWcksprllche der russischen Towi«tregt«rung, d«- Lebensmittel anbot, folgendes gea ntwortet haben: An das Zcntral-Exekutivko mitee der russischen Sowjet reg: c rung Moskau. Infolge Ihrer Funksprüche an die deutschen Soldatenrnw hokben wir Berlin soeben um Entsendung deutschen Vo. kommissarS zu uns gebeten und bitten bis dahin um Geduld. Wenn auch jetzt keine Entscheidung auf daS freundliche Erbieten des russischen Volkes zu unserer Unterstützung mit Lebensmitteln möglich ist, danken wir doch für den guten Willen, den uns die russische Sowjetregierung mit diesem Anerbieten bezeugt.„ Mit freundlichen Grüßen an alle russischen liameraden Der Soldaten rat Dünaburg. Braun. Otto Woebel. El» Appell der russischen stegierüng so das lulernalionale Zrsre'aria'. Den Genossen iedsbour, Osco: Cohn und anderen omg an» Zarsdoje Silo, der Zcu- tralfunkenstatioi» Rußlands in der Rühe von Petersburg,«in vom 12. November Kalle rer ssunbspruch in englischer Sprache zu. Sein llnlialt ist inzwischen durch den mittlerweile abgcschlost'- nen Waffenstillstand überholt. Dennoch ist die Meldung von höchstem Interesse, da st- au- einen Apvell an die Arbeiter und Soldaten der Entente- mächt« zur Herbeiführung eines wahrhaften Dausrfrieden» Im Sinne des lnternailonaien So- zmtlsmu» hinausläuft. Der arg verstümmelt« Text lautet in dep Ueberfetzung: Zarskoje Selo, 12. Nov. An die Soldaten der Ver- bündeten an der Westfront. An alle, an alle, an alle! In Deutschland ist die Revolution ausasdrochen. Der preußische Militarismus wurde zermalmt, nicht durch die Geschütze und Tanks deS verbündeten Imperialismus, sondern durch die Erhebung der deutschen Arbeiter und Soldaten. Kaiser Wilhelm hat abgedankt und ist ein Gefanqe- ner in den Händen seines Volkes. In Berlin vereinigterr sich die Soldaten mit den Arbeitern zum Sturze der Junker- macht. Sie haben einen Arbeiter- und Soldatenrat ae- gründet. In allen wichtigen Provinzstädten haben die Arbeiter und Soldaten revoltiert und haben die Macht in ihre eigene Hand genommen. Die deutsch« Flotte ist vollständig zu den Revolutionären übergegangen und hat die rote Flagge de? internatio- nalen Sozialismus an den Mast genagelt. In den Käfeni Hamburg, Kiel. Bremen. Wilhelmshaven haben die Mann- schalten den Befehl über die Schiffe ergriffen und sorgen tclbst für Disziplin unter der Leitung von Matrosenräten. Die revolutionäre deutsche Flotte sandte Funksprüche aus, in depen sie ihren Anschluß an die Revolution kundtat. Die Revolution hat übergegriffen auf' die deutsche Armee an der Westfront. Die Soldaten verweigern ihren Offizieren den Gehorsam. ES wird behauptet, daß sie direkte Verhandlungen mit den Soldaten der französischen Armee angeknüpft haben. Die Befehlshaber der verbünde- ten Armeen werden nunmehr versuchen, ihre Herrschaft über die ganze Welt auszudehnen. Soldaten, Arbeiter, Genossen von den verbündeten Anneer.' Die Fortsetzung des Krieges la:>. offenbar setzt keinem anderen Zweck mehr dienen, a l S den Triumph des verbündeten Kapitalismus zu sichern und die neugewonnene Freiheit deS deut'chcn Volke? zu vernichten. Der Krieg ivird nun endgültig ein Krieg zwischen den beiden mit- einander ringenden Klassen: zwischen den Kräften des i'nter» nationalen Kapitalismus und der Arbeiterklasse. Die- ienigen Arbeiter, die jetzt die Befehle ihrer kapitalistischen Regierungen ausführen, leisten Beihilfe bei der Niederlage ihrer eigenen Klasse. Soldaten, Arbeiter, Genossen? Weigert Euch, noch länger Euch auf dem Altar des Imperialismus Opfer z u dringen! Weigert Euch, Euren Herren noch länger als Schutzdamm zur Hemmung der Sturmflut der Arbeiteremanzipation zu dienen! Kehrt Eure Waffen gegen Eure eigentlichen Feinde, die Euch ins Verderben jagen. Die kapitalistische Gesellschaft war't in ihren Grundfesten. Mit gemeinsamer An streu- nng können die Arbeiter der ganzen Welt ich von der Mißregierung der herrschendcu Klassen befreien. Kameraden von den verbündeten Armeen, ergreift die Hand, die Euch von den revolutionären Arbeitern Rußlands und ZentralenrovaS entgegengestreckt wird! Vereinigt E ich mit uns. um die Freiheit unserer Klasse zu sichern! Nieder mit dem Krieg! Hoch die s o z i a l i' st i s ch e N c- v o l u t i o n I Der Volkskommissar für Auswärt. Angeleaenheiteu der Russischen Sozialistischen Republik. T s ch i t s ch e r i n. Soweit der Funkspruch. Wir begrüßen e? als ein günstiges Vorzeichen, daß gerade am Tage des ersten Er- scheinens unserer Zeitung„Die Freiheit" die Kunde eintrifft, daß unsere russischen Genossen den Genossen in den Wcststaaten die Bruderhand reichen mit der Auffsrde- rung, im Bunde mit unS in gemeinsamem Kampf den iuter- nationalen Kapitalismus niederzuringen. M!\ie dieser Appell a» den internationalen Sozialismus Erfolg haben! Mlfon iiitü Cietneiittim geze» ruie vergewalliglmg Leulichll-nüs Branting an Eduard Bernstein. Unser schwedischer Genosse Branting sandte dem Gcncsscn Eduard Bernstein folgende telegraphische Antwort: Werter Genossel Telegramm der sechs Genossen ist sofort an Henderson, Eachin und Vandervelde befördert worden mit bester Empfehlung. Ich bin sicher, baß eine Nenk.iou nicht nur miserer Genossen, sondern der ganzen öffentlichen Mei- nung in den Ententeländern gegen die erdrückende Vergewaltigung de» revolutionären Deutschland» einsetzen wird. Heute meiden ZcitungSlclegwmm«, daß Wilson und sogar Clemenceau sich gegen jede inhumane Maßregel ausgesprochen haben. Ihre Aktion wird diese versöhnliche Strömung noch mehr stärken. Besten Dank für Ihr Telegramm unb beste Wünsche, daß die deutschen Genossen ihae getvaltige. lution im Rahmen der Demokratie auch gegen d'Uverllci- d«te Tvrannei von unten klar und fest steuern wecheen/ V SeootnflOQ und Zrledeuslamps. Nach erntx SfeRnma Branntwein verboten. Rücktritt der elsah-lothringischen Regierung. Matthakter Schwander und Staatssekretär Hauß haben ihr« Remter niedergelegt._ Dorantworllicher Sebohteur: Dr. 6. Aeftrieplie. VerlimWilmersvorf, 35 r u dt der Lindendruckere! und Berlagsges. m. b. S.. Schifchauerdamm lg. 1 == Berliner Sängerchor| Mitrlied dei D. A.-S.-B. Ch irmeister: Pranz Dothe. Z ä Ssnnta», den 17. Kovcmfccr ISIS in der Festhalte des Berliner Stadthauses (Illiigur Klosterstr. 47) Mltvlrkaad«: Prl. Marth* Stapelleldt(Alt), Herr jullu« TUornhan(Vloll««), Frl. Erna Klein(Klavier) SaalbllDUDg 5) Uhr. Aalaa» 6b Uhr. Elatrttt; 1.S9 Mk.. für Kinder SO PI«. InkL Oerderebe n. biederte»«e. inssrate Beden In der Freiheit 66 weiteste Verbreltunst Bcstellnnzen nimmt entaeeee der Verla« der..Freiheit" Berlin NVV. 6. Schüfbauerdamm 19. AGhtnag! Achtauff! Am FrestaE, den 15. Nove rber 1918, nachmittags 2 Uhr. findet im grollen Saale des GewerkschaUs- bauses eine Konferenz aller Arbeiferräte, die auf dem Boden der U- S. P. D. stehen, statt. Es ist notwendig, daß alle A-R., die mit uns sympathisieren, rwecks Information pünktlich erscheinen. Es haben nur legitimierte Mitglieder des Arbeiterrates Zutritt Die Kommission. L A.: P. Neumano. Bestellschein. «itte htil au»MneHn<. auMlUt« u»>«Instndra»n dr» vcrlez her.?rlf6cU' verlin UW. 6. 6 IffeniirTbamiu w. Ter Unterjd.ti riete leftellt hiermit»ms at 1«jtm»Iat der zweimal ti,llch erlchelnen es Zeit»»« „Die Freiheit" Peniner Ctan« »et NnebhSii«lze»«ezleldeme tun cheii Perlet TmUihl-nd» ,ui» Pret.e von«. Tut) aiaua.llih det freier Bufitltuug In, t*"*- Seme:. Od:. 0 trete*., «»«t beuUUH schreiten. Adrige genau eugtüleua