Prelt 10 Pf««»ig. Abe»d-?k»»gab«. ttcbartlon:«crlln NCBC«chl»k»«»er»«»m»na. Arrnlprrchrr A«« ftarbr« 8§».> Mb XAMt. üb.Freiheit' erftbcM txatimtl IS gl ich, xnseM Mb McharfttoM, »a Sonn- l, ad Festlag»» nur»lorgrn«. Der«»jugeprei« detrigt bei Keler Zustellung!»» Hau, für Srob-Berli» moaatlich i Siarb,»och ) 4 Starb. L-ftellunge» find rpeditioa zu richte». Für bt« st vor her lg»?i»s»»b«»> b« vezugegebübr»rsorderlich. Verliner Organ •ctebHUv: Verl,»«««. C«rffb«»trb»»iM gerusprecher:«au»wbcu HO 07 Mb HO OH, »IT. I»s»i»b, beste» die stedeagespalt»»« Rilli»«t,rz«tl« ab« der«» Rain» SO Pf-«Klei», Sazeig»»' bo, seitgedruckt, Wert SO Pf., sed«, weiteie Tort Ist Ps. Deuerungezuschlag 80 Prozent. Bei Aamilienonzeigen und D«rsa«»«Iungsanbllndigung-n von Gewerbfchalten und politischen Or- ga»tsetie»«n fällt der Teuerungszuschlag fort. Inserate für die Morgen» auegeb»«ässen bi» S Uhr adend» am Tag« zuvor, Inserate für die StaqaMIlaoMaeoab« die venu. U Uhr b«t der Szpaditlon ausgegeben sein. der Ilnabhängigen SoMemolrMscheu Yarlei Zeutschlands Fahrgang l Sonnabend, den November 1918 Nnnnner 16 Souveranital der A.- und S.-Rale. Vollzugsmsschuß und Lelchsreglerung. Amtlich wird bekanntgegeben: Dir Revolutio» Hut ei»»e»e» Staatsrecht»eschaffe«. pur bi, rrstx UrüergangSzeit findet der»nie Rrchtszustand trinen Ausdruck in nachstehender Brreinbarungzvi. ' ch e n dem LollgugSrat des Arbeiter, und S„ l d a t r n- R a t» von Äroh. Berlin»nd dem »iat der BolkSbeanstrastte»: 1. Tie politische Gewalt liegt i» de» Hände» der Arbeiter, und Sol. datrn rate de r d r u ts ch r» s o z i a l i st i s ch e n Republik. Ihre Aufgabt ist es, die Errungen. lchaitrn der Revolutio» yi behaupten und auszubauen, sliwir dir Äcgenrevolutiv» nrederzuhalten. 2. Bis eine Delegiertenoersammlung der Arbeiter. uudToldat,»rate einen Boll- zugtrat der deutsche» Republik gewählt hat, übt der Berliner BollzugSrat die Funktionen der Arbeiter, und Soldatrnräte der deutschen Republik im EinvrrständniS mit de« Arbeiter- uud Toldatrnräteu Vau(Ärusi-Berliu au». o. Tie Brstrllung de» Rates der Lolksbeauftragten durch den Arbeiter, und Soldatenrat von Grost-Berlin bedeutet die ttebertroguug der Exekutive der Republik. 4. Tie Berusung»nd Abberufung der Mitglieder de« entscheidenden Kabinetts der Republik und bis zur rndgültigrn Regelung der staatlichen Verhältnisse— auch Prcusirn». rrsolgt durch drn zrntralrn Vollzug». rat. drm auch da» Recht der Kontrolle zusteht. ». Bor der Berufung der Fachministrr durch da? Ka- binrtt ist drr BollzugSrat zu hören. Sobald als möglich wird eine Reichsver- lammlung von Delegierten der Arbeiter- » n d Toldatenräte zusammentrete». De» Termin lvird noch brkanntgrgrbrn werden. In Anschluß an diese Vereinbarung, die das grundsäb- l,». Bcrhältni» drr Arbeiter- und Toldatenrätr zur Reichs- rraicrnng sestsebt, sollen alSbald R i ch t l i n i e n für die Ar- briter. und Soldatenräte herausgegeben werden. Diese Kundgebung sckwfst endlich Klarheit über die Ab- grcnzung der bestehenden Senwlten. Danach übt der Berliner Vollzugsrat im Einverständnis mit den Arbeiter- und Soldatenraten von Trob-Berlin die politische Gewalt au«, bis eine alSbald einzuberufende Reichsvcrsammiung der Arbeiter- und Soldatenräte einen zentralen Vollzugs- kat der deutschen Republik wählt. Die ausübende Gewalt liegt in den Händen de» Rates der Volks- beauslragtcn, dem gegenüber der Vollzugsrat das Recht der Berufung und Abberufung der Regierungsmitgtleder wie auch das Recht der Kontrolle inne hat. Wir begrünen die eizielte Einigung und erwarten auch Uon den angekündigten Richtlinien für die A.- u. S.-Räte. dab üe iobald wie möglich Klarheit in die destehenden Ver- yältnjsse hineintragen. vlchll n en siik die deutsche sozialistisch? Armee. ». Dicnstsrage«. Tie Aukkunststelle des Soldatenrates teilt mit: l. Tie Armee zerfällt in Mannschaslen und Führer. 2. Die Führer werden gewählt. 3. Im Tienst herrscht militäri'che Disziplin. 4. Ter Gruß ist da» Zeichen kameradschasrlicher Zu- lamwengehöriakeit. Dorgejetzt» werden nicht mehr in der dritten Person angeredet. d. Bckleidungssragen. Die alten Reichs- und LandeSkokarden als Abzeichen öe» bisherigen militaristischen Staates werden abgeschafft. An jhrx Stelle tritt die rote Kokarde atS Abzeichen � taiiQlistiidwn Republik. 3. AchselskiKke und Degen fallen all Abzeichen eines früheren Rang- und Massenordnung ebenfalls fort. 3. Di« Führer trogen unterschiedslos die gleiche Be- kleidung, bestehend au» Muse. Rock und Mantel. 4. Waffen dürfen nur im Dienst getraaen werden. 6. Die gewöhlten Führer dürfen das Abzeichen ihres Ranges nur im Dienst tragen. Dasselbe besteht in einer roten Binde, und zwar tragen: Gruppenführer: Die rote Binde ohne Streifen. Zugführer: Die rote Binde mit einem schwarzen Streifen. Kompagnieführer: Me rote Binde mit zwei schwarzen Streifen. Bataillonsführer: Die rote Binde mit drei schwarze« Streife«. Die lüuskige ZlnlMMlllik. Ein Programm des bayerischen Finanzministers. Einem Vertreter der.Bertiner Tageblattes' gegenüber ent- wickelt« der bayrische Ainanzmlnister Prof. Edgar Iafft sein finanz. und wirtsehastSpoliiische» Programm. Da» sozialistische Ziel einer vollkommenen Vergesellschaftung aller Produktion»- mittel erklärte er zwar für eine« tünstigen gdealzustand, de« man zusireben mühe, da« aber noch nicht ohne weitere» verwirk. licht lverden könnte. Zunäliist zwinge ein« innere Notwendigkeit, in der kapitalistischen WirtschaftSreform zu bleiben. Doch könne auch darin sogleich mit einer sozialen Umgestaltung begonnen werden, wie beispielsweise durch Einführung de« Achtsiouden- arbeitStage», weitgehende Entlastung der unteren und mittleren schichten von drückenden Steuern, Aufteilung des Grohgrund- besitze», grundlegende Reformen de« städtischen Wohnungswesen» usw. Dann könnte in den hergebrachten Formen die direkt« Be- sieuerung beibehalten werden unter starker Steigerung der Be- lastung der grohen Einkomaien und Vermögen. Ferner käme eine BermögenSat'gabe in Betrocht, eine Heranziehung der Kriegs- gewinn« bis zu 80 Prozent, eine ReichSerdfchaftSstcuer, da» Erbrecht des Reiches uns anderes mehr Auch indirekte Ahgabe» durch Einführung finanzieller Monopole wären ins Auge zu fassen, aber nur soweit et sich um Dinge handele, die durchaus entbehrlich feien. Dazu könnte eine Ausgestaltung der Waren- Umsatzsteuer zu einer gestaffelten Belastung alles LuxuSkonsum» mit stark progressive» Sätzen treten. Zugleich wäre mit der Vergesellschajtung solcher Unterneh- mungcn zu rechnen, die sich schon zu Privotmonopolen auSgewach 'en hätten wie beispielsiveist da« Versicherungswesen und da» Htipoibekenbankwesen. Eine v'rstaatlichung gerade dieser beiden Wirtschaftszweige würde besonder» auch wichtig werden für d>e Sanierung der läiwlichen Besttzeertertung und die Reuregetung de« städtischen Wohnungswesen« Weiter wäre zu denke» an staatlich« Kroftmonopole und bestimmte staatliche HandclSmono- Pole. Tie Folgen des Kriege» hätten die schon im Frieden mäch- tig« Tendenz zur Ausschaltung aller unwirtschaftlichen Existenzen und zur äugersten Konzentraiia« der Betrieb« ungeheuer ver- itärkt. So, ergäbe sich ein« fast unbeschränkte Machtfülle und Ge- winnmöglichkeit der Trost- und Riesen-Untrrnehmungen. Da sei der Staat berechtigt und verpflichtet, sei»«» Anteil zu fordern. Wir kämen jetzt schon infolge de» Rohstoffmangel» und der not- ivendigen Kontingentregierung der Einsuhr zur Zusammenfassung aller BerusSzweige in trartellform. Im Stolfalle müsse sie von, »aat erzwungen werde». Dadurch verwandle sich der früher freie Dertbetverb in ein ftaailich gesicherte« Monapol. Da« bedinge aber eine staatliche Festsetzung der Höhe der BerkausSpreil«»nd der ArbeirSlöhne Bei der Festsetzung werde nicht m?hr da» Prin. zip von Angbot und Rachfrage mastgebend sein können, sondern der Grundsatz der Vergütung der PreduktionSkosten pln« dem landesüblichen Gewinn werde zu gelten hoben./ RöcHrltt tord Robert Redls. Lord Robert Eecil ist infolge von Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung in der Frag« der Waliser Kirchentrennung zurückgetreten..Evening New»' erfährt, dast auch der Nahrung». mittelkontrolleur Elvne« sich entschlossen habe, au» der KaolitionS- reglerung auszuscheiden. MSssen wir oerhuogenl? Deutschlands Lebensmittelversorgung wahrend des WaffeaMstandes. Wir müssen klar sehe«. Deutschland steht vor einer Krifis, drohender und nnheövoller als das russische Chaos. Ueberall werden Befürchtungen darüber laut, ob wir über diesen fünften KriegSwinter hinwegkommen werden. Droht eine Hungersnot? Wir find schon durch die vier fürchterlichen Jahr«, die hinter un» liegen, gesundheitlich zerrüttet, wir sind ausgemergelt; wir haben vier Jahre ge- Hungert und gedarbt. Äst es möglich oder wahrsckx'inIiH. dast wir nunmehr, wo das Morden auf dem Schlachtfeld zu Ende ist, am Schluß in der Heimat noch verhungern? Verhehlen wir eS uns nicht. Weite Kreise der Be- völkerung sind in großer Unruhe: allgemeine Kopflosigkeit und Panik drohen hg« Uebel zu verschlimmern, die Der- wirrung zu vermehren. Wir sind in der schlimmsten Lage, in der sich uns« Land und unser Volk je befunden hat. Ist aber Grund vor» handen, in lähmende Verzweiflung zu verfallen? Wir müssen klar sehen. Uns von jeglicher Schwarz» seherei, aber auch vor sorgloser Schönfärberei uns hüten. Und gerade weil in den letzten Tagen die schlinimkte« Alarmnachrichten hinaus ins Land gegangen sind, müsse» wir doppelt sachlich lein und die Dinge mit kaltem Blut. wenn nötig, mit zusammengebissenen Zähnen so sehen, wie sie sind. Das verflossene Regime hat uns ein schlimmes Erbe hinterlassen. Die Ernte ist nicht so ausgefallen, wie>na» erwartete und wie es nötig geniesen wäre, um allen>«- forderungen eines nochiiiaiigen KnegswinterS gerecht z« werden. Die besetzten Gebiet«, aus denen man Reserven zu erhalten gehofft halte und die Hunderttausende mit« ernährt hätten, mußten geräumt werden: die baltischen Provinzen, Poien. Ukraine, Rumänien kommen für dre Ver» sorgung Deutschlands nicht mehr in Betracht. Die unerhört harten Wafsenstillstandsdedingungen, dazu der Haß der Entente, besonders Frankreich, lassen vorläufig kein« Hoff- nung auf sofortige Zufuhr auS den ErzeugungSgebieten der Erde. Wir müssen uns darauf einrichten, daß wir von der Entente wenig oder gar nichts zu erwarten haben. DaS Wenige, was auf dem Wege über neutrale Länder, über Holland. Dänemark und vielleicht auch über die Schn'eiz nach Deutschland wird hereinkommen können, wird ein Tropfen Wasser auf einen heißen Stein lein. Müssen wir verhungern? In der Versammlung der Soldatenräte Groß-BerlinS erklärte Barth, daß Deutschland auS eigenen Beständen in vierzehn Tagen kein Fett. in drei Monaten kein Mehl und in einem halben Jahr« keine Kartoffeln mehr haben werde. Nicht genug damit verringere sich die vorhandene Menge noch um Ä) bis 40 v. H., wenn die Zufichr aus den östlichen Reichsgebieten abgeschnitten würde. Die Mitteilungen BartbS siild von dem Beanftratzlen des ErnassrungSamte». den, Genossen W u r m. teils be- stiitiat, teils ergänzt worden. Die Angoben, die das Kriegs- ernährwngSamt nack der diesjährigen Ernte wiederlwlt gemacht und wiederholt bekräftigt hat, sind falsch. Dir sind also auch von dieser Stelle in ganz unverantmoctlicher Weis« getäufcht werden. Es scheint«Ach. daß gerade in den letzten Wochen riesige Vorräte durch Schiebungen und Veruntre«» ungen, vor allem durch Verschwindenlasien und Verstecken dem Machtbereich deS Ernährungsamtcs entzogen worden sind. Aber wir hoben Gnmd zu der Annahme, daß die AuS- sichten nicht ganz sobedrohlich sind, wie eS ans den ersten Blick scheinen mag. Es sind noch Lebensmittel i« genügenden Mengen vorhanden, sie müssen nur erfaßt und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Mit de« Militarismus ist eS aus bei unS: endgültig auS. Die wossl- gefüllten Vroviontmagazine des Heeres, die den Frontbedarf sicher zu stellen hatten und auch sicher aalte« haben für den Fall, daft die Truppen in ihrer Ernö�runH nicht mehr aus das'besetzte Mduct angewiesen sein soliten, sie stehen mimnebr der gesamten Bevötterung su: Per- füguna. Sie nuissen als N a h r u n g s r e s e r v e s ü r d i e Großstädte benimmt werden. Vor allem aber. eS ginbt tatsächlich noch sehr viele Lebensmittel in der Stadt und auf dem Lande, die die frühere Regierung nicht erfaffenkonnteoderwollte. Und zwar in solchcn Mengen, dah uns vorläufig jedes SlimtznngSvermögen darüber abgeht. Die Neck>erchen in den Scstlöii'rn Wilhelm» von Hohenzoltern und Friedrich August» von AicHen Haiden uns einen Mick in die Speisekammern der Fürstlichkeiten tun lassen die denen an der Front und denen zu Sause ständig das Durchhalten predigten. Der Erzar von Mil- garien erhielt während seines kürzlichen Aivfenthaltes in Homburg für sich und seine Familie so viel Fett und Weizen- mehl und Zucker und Milch usw. z-u gewiesen, wie die ganze Stadt Homburg. Zweiundzn'anzig Dynastien hatten wir in Deutschland und eine Unmenge anderer Fürstlichkeiten. die sich wohl in derselben Weise eingedeckt l>atten. Dazu die privaten Hamsternester der.skriegsgewinnler»nd des Getdodel». Hier muk aufgeräunit und aus- geräumt werden. Der frankfurter Arbeiter- und Sbldatenrot bot stch ein Verdienst erworben dadurch, daft er den Ansang machte»nd eine umgebende und kurzfristige Beschlagnahme särntlickier Hamstervorräte in privaten Haushaltungen, die über ein bestimmtes Quantum hinaiisaelien. verfügte. So ist es recht, und doS Beispiel verdient ungesäumte Nach'hnmng. Es wird eine ganze Menge zusrnrnnenkommen, und ioenn es auch nur so viel ist,»m die Lazarette. Krankenhäuser, Kinderbeilanstalten vor allem der Städte zu versorgen und um den ärmeren Kranken einen Zuschuß zu ibrer Nation zu gtwäkren. Draußen auf dem Lande sind noch gsraltige LSbenSmitteworrate. Sie müssen nur ans Lickst gebracht werden. DaS Land lzat bisher noch nicht gedarbt. Der Bauer hat zwar nianches entbehrt, aber er bat nicht gehungert. Er Hot den Schmachtriemen nicht enger zu schnallen braiicbcn wie der Städter. Und er bat auch stet» sich auf Monate hin- au» eindecken können. Gewiß, man hat auf dem Lande sehr viel beschlagnahmt. Aber man hat an den falschen Stellen zugepackt. Man Hot durch tausend Schikanen»nid Mackereien die kleineren Besitzer erbittert unb bei den Großbauern, und Großagrariern nicht ein, sondern gar /fwei Augen zugedrückt. Man hat dem armen Städter seine vaar Pfund mühsam erworbene Kartoffeln deschlagnasimt und ihn noch dafür bestraft und Getreide, Obst und. Hiils-nsrücht? der- weilen Waggon- und eisenbckbnzuaweise verschieben lassem Hier muß vmcariffen werden. Erfassung der Lebensmittel beim Produzenten, in erster Linie beim Großagrarier und rücksichtslose Unterbindung aller Lebcnsmittelschiebungen, allen LebenSmittelwucher». Von sachverständiger SeitewirddieMengederim Schieberhandel kursierenden Lebensmittel auf mindestens die Hälft«, möglicherweise aber auf die» selbe Höhe geschätzt, wie die der im ratio- nierten Verkehr befindlichen vielfach wird darauf verwirsem daß infolge der Grippe- epidemie und auch infolge der Ereignisse der letzten Wochen die Ernte, vor allem die Ka r t o s f e l er n t e nicht recht- zeitig habe eingebracht wrrdrn können und daß infolgedessen die noch in der Erde ruhenden Kartoffeln zu Millionen Zentnern dem Erfrieren ausgesetzt wären. Die Gefahr ist nicht ganz so schlimm. Wie von sachverständigen Landwirten zugegeben und durch die Erfahrung bestätigt wird, können die Kartoffeln während deS Froste» ohne Schaden weiter in der Erde verbleiben. Sie dürfen nur nickst während des Frostes. sondern erst während einer Tauperiode geerntet werden. E» handelt sich also nur darum, in diesem Falle rechtzeitig Arbeitslose nkommandos in die betroffenen Gc- biete zur schleunigen Einbringung der Kartoffeln oder auch Rüben zu senden;»nd an Arbeitslosen wird eS in der nächsten Zeit kaum fehlen. Wichtiger ist die Frage, ob durch den Waffenstillstands- vertrag bczw. durch die anschließenden politischen Ereignisse in Deutschland selbst noch Lebensmittel- Der Spiegel. von Ulrich Steintzorff." Gestern abend ist er gestorben. An Herzschwäche. Daß man au allzu starkem Herzen sterben kann, will niemand hören. Es ist Krieg. Starke Herzen suchen die Schlacht. Da werden fie zer- brachen oder klopfen weiter, wie der Tod kommandiert. Da? sind die Helden de? Tage«. Der Tod reitet ihre Reihen ab. In Uniform. Unter dem feldgrauen Mantel klappern seine blanken Rippen, wenn er lacht. Darum soll der Tod nicht lachen? Der Tod in Uniform ist satanisch, denn er ist ungerecht Wer nicht al» Soldat stirbt, dessen Sterben gilt der Zeit nicht». Da» ist so die Mode de» Kriege», anfgebrachl von denen, die in Modedingen den Ton angeben, den Herrschenden. Und die Menschen machen die Mode mit. t.lle Männer wie Frauen, wi« Kinder. Darum wolle sie alle Soldaten sein, oder doch soldaicnhaft fühlen oder doch wenigsten» Selda'en spielen. Und auch der Tod macht die Mode mit. Darum lacht er. Die Herrschenden haben eiserne Kreuze für ihre Betreuen. Ter Tod sticht sie au» mit Hotzkrcuzen. Auch darum lacht er. Er ist ungerecht. • Der gestern abend gcsto ben ist. war Soldat. Aber er ist nicht ak» Soldat gestorben, nicht in der Schlacht gefallen ist er,»ich! seinen Wunden erlegen, auch keiner Krankheit, an der Soldalen sterben dürfen. Ter Tod hat sich an die Unifor» gehalten. Er kann so satanisch sein. Er ha> Kehrt besohlen, und der Junge ist au» der Welt gegangen. Sein Glück war ihm nicht hold, wird die Welt sogen, die der Mode unterliegt, viele, die ihn lieb pchobl haben wollen, trästen sich mit d�w Eisernen Kreuz, da» da komincn wird. Seine Mutter wird e»»rösten, ja. auch seine Mutter Und manche werdrn sagen: Schade, daß er nicht beim Tturmangrits auf den Schützengraben geblieben ist. Die Mode ist so stark. Warum soll der Tod nicht lache»? Aber seine blamn Augen hoben d'e Mode gehaßt. Und an diesen Augen ist er gestorben, und daran, daß srin Herz zu stark war. um feine Menschheitsliebe zerkleinern zu loste» zur Liebe de» Soldaten. Der Tod hat sich au die Unisrni» gehalten. Der Stabsarzt, ein verdorrte» Mönnlein ln Reiterstiefeln. kam und fühlte wahrend der letzten ftlemzüge den Puls. Tann stand er vom Bett auf.„Herzschwäche", jagt, er. Die Sporen Uirr'en. Und e» klarg. ol« mach»? er seinem Borgetetzien. dem' Tod,»in« Melduno: so eut'chultigend.\ Lisserungs- Gebiete ausfallen könnten. Im Westen liegen die Dinge verhältnismäßig einsach. Eine Zeitlang wird öer Rhein die Westgrenze Teutschlands bilden. Ob und inwieweit ein Giiteroetkebr zwischen dein links- und dem rechtsrheinischen Gebiet möglich sein wird steht noch nicht fest Jedenfalls ein Ausfuhrgebiet für Lebensmittel war da» Land links SeS Rheins bisher nicht; selbst' die nn- mittelbar benachbart? rechtsrheinische Zone ist von ihm gar nicht oder in nicht nennensmertrnn Maße mitversorgt wor- den. Eine Lebensmittclkrists im Weiten wird durch die zeittveiie Abtrennung de? linken Rkeinnser» nicht eintreten. lind daS linksrheinische Gebiet selbst. daS übrigens beson- ders im Norden und Süden infolge der Truvpendurchziige aufs äußerste ausgesogen ist, braucht in unsere Vesürchtungen nicht einbezogen zu werden, da die Entente schon im Jnter- esse ihrer Truppen für seine Verproviantierung sorgen wird. Schlimmer liegen die Dinge infolge der polnischen Um- triebe im Osten. Zumal Berlin ist auf Versorgung durch die Piovinz Posen angewiesen. Wenn die polnischen Groß- agrarier durch Obstruktion oder Sabotage die weitere Ab- lieferung von Lebensmitteln unmöglich machen sollten, wäre die Reichshaupistadt unter Umständen von einer akuten Lebrnsmittelnot bedroht. Denn gerade die Provinz Posen hat erhebliche Uebcr'chiisfe an Getreide und Kartoffel» nach dem Westen abgegeben. Die Lage wäre dann um io kritischer, als durch polnische Wirren der Eisenbahnverkehr nach West- und Ostpreußen unterbunden oder wenigstens gestört werden könnte: und hier liegen die Reserven kür Berlin und eine Reihe anderer Großstädte. Unseres Erachtens ist das Schlimmste nicht von einem Mangel an Nahrungsmitteln, sondern von einem Ber- lagen der Verteilungsmöglichkeiten zu be- furchten, aHo von einem Versagen des Verkehr». Sei es. daß— etwa im Osten— politisch? Verwickliinaen Hemmungen bervorrufen und die Zufuhr abichneiden kann- ten sei es. daß die Organisation versagte, daß nicht go- niigend oder kein brauchbares Waaenmaterial gestellt werden könnte und daß Verwirrung im Eisenbahnbetrieb, besonders an den in erster Linie gefährdeten west- und siidwestdeutschen Bahnknotenpnnkten ecktstrben würde. Eines muß aber die Regierung sich besonders angelegen sein lassen. Von den einzelstaatliAsen Behörden ans den früheren Monaten stnd noch eine ganze Anwbl von Ausfuhrverboten und Durchfuhrerichwe- r u n g e n für Lebensmittel in Geltung. ES i st u n- bedingt nötig, daß diese Verfügungen auf- gehoben werden. Auch diese Schiagbänme m litten sollen. Die Tinge liegen doch so, daß wir uns auch nicht den kleinsten Rest von PartiknlariSmns leisten können Es wäre einfach unverantwortlich, wenn man Selbst in diesen kritischen Tagen noch nicht gelernt hätten, über den eigenen Kirchturm hinauSzuseben. Seien wir nicht nur Bayern. Hessen, Sachsen. Neuß-Greiz-Schleizer oder Preußen; lassen wir die Eifersüchteleien und Engherzigkeiten einer Epoche. die hiner uns liegt. In einer Republik, in einer sozialistischen Republik ist kein Platz dafür. Die Ansuchten für die Lebensmittelversorgung in den nächsten Monaten sind also zwar sehr schlimm, aver doch nickt so schlimm, um ein? sichere Katastrophe sckw.n heute an die Wand zu malen. Es gsst. verschiedene, durch die besonderen Verbältnisse besonders bedrohte Punkte, in erster Linie Berlin und das westlich? Jndustrierevier. in zweiter Linie den sächsischen Jndustriebezirk besonder? im Auge zu be- halten. Es gilt zu sparen, zu sparen wo es irgend angeht Es gilt icdoch namentlich Rücksichtslosigkeit. Organisation und noch einmal Organisation. rg. hindenbnm und Sfamp'er. Die ganze propagandistische Kraft de» Bürgertum» nicht setzt dahin zu wirken, dem Proletariat die Ausübung seiner Macht zu verkümmern, seine Beauftragten von allen energischen Schrillen abzuhalten und eine Pa n i k s! i m m u n g zuz erzeugen. Durch deren Ausnützung bofst e» gute Geschälte bei der Wahl der Siationalveriammlung zu machen. Deshalb soll ja diese vor- sammlung so rasch als möglich zusammentreten. An die Spitze dieses Treibens hat[ich der„vorwärts�| gestellt, der offenbar nicht rasch genug die gewohnte SinbeiNi'ront mit dem Bürgertum wieder herstellen konnte. Aus törichter Angst vor dein„BoÜchrwiSmuS" H er anscheinen» bereit, aus die sozialistische Fortführung der Revolution lieber»-> aerzich» ten alS die Rückversicherung bei der Bourgeoisie preiszugeben, auf die die Zllchlssoziatisteo während de» Krieges stet» speku- licrt haben. Keine Stunde vergeht«ehr ohne Kundgebung«». Me den Teufel an die Wand malen.«» das brave deutsche voll einzuschüchtern und zu entmutigen und alle Vertreter de» Alten schie- ben sich wieder in den Vordergrund. Da telegraphiert Herr Hindenburg ganz wie in alten Zeiten. Er teilt mil.»aS wir alle wissen, daß da» deutsche Heer nicht mehr imstande wäre, einen Kampf aufzunehmen und daß die Gegner von einer Milderung der Waffenstillstandkbedingungen nichts w ssen wollen. Soweit, so gut. Dann aber begibt sich der General plötzlich auf da» innervott» tische Gebiet und erzählt uns. daß auS? eußerungen der feindl«den Presse hervorgeht, daß die feindlichen Regierungen nur mit. einer deutsch?» Regierung, die sich auf die Mehrheit de» Volke? stützt. Frieden schließen werden. Es ist sehr nett, daß Herr Hindenburg plötzlich so vi«? Wert auk die volksmebrheit legt, derselbe Hindenburg. der im verei» mit Ludendorsf den Reichstag wie einen Schuhputzer behandelt bat. Aber wir möchten dock meinen, daß der General sich jetzt auf seine militärischen Funktionen zu beschränken hat. Will er polili'ch agitieren, so steht eS«bin frei, aber nicht in amt- z I icher S'gen'chafl. sondern ai» Privatmann. Bi» dahin möge et den amtlichen Draht zu amtlichen Zwecken gebrauchen! Der„vorwärts" ober ist natürlich von die'em Kronzeugen entzückt, und er läßt sich seinerseil» nicht spotten. Erzählt un» Hindenburg, daß die Entente wieder den Krieg beginnen würde, fall? n cht schleunigst die Nationalversammlung kommt, so malt der„Borwärls" den Zerfall Teutschland» au». Im Rheinland sei eine starke S;römung vorhanden, entweder sich unabhäng'g z« inachen oder sich an Frantreich anzuschließen. Deshalb sofortig« 1 Ausschreibung der Wahlen. Davon sind wir überzeugt, daß die Desitzenden zu sedem Der- rat fähig wären, wenn sie dadurch ihren Besitz rettrn könnten. Aber da würden sie denn doch die R chuung ohne die Arbe ter machen, die sich so leicht i h r Teutschland nicht zerreißen und zer- stückeln ließen. Sie werden sich auch durch alle diese Manöver untz J Drohungen nicht ins Bockshorn jagen lassen, sich nicht abhalten lassen, da? Notwendige zu tun, das Notwendige für da? Proletariat und den Sozial SmuS. Auch wir sind der Meinung, daß die künftige Berfallnna der großen deutschen Republik aus dem Willen der großen Mehrheit des ganzen Volke? geboren sein muß. Aber wir lassen un» nicht eine Bersassung von Panikmachern auioktroyirren. Ilm die Wah'.'N zu ermögl che», bedarf eS Zeit und dies« Zeit muß ausgenützt werden, die proletarische Macht zu festigen und zu mehren. Der ..Vorwärts" tä'e besser daran, statt Arm in Arm mit allen rrak» tionären Schichten die Panikmache zu vermehren, sich auf sozio- j l! I<> sch e Pflicht und sozial» st isch« Arbeit zu besinne».! "":___■ I Der frühere Kaiser. Pari». 82. November. sHava?.� „Petit Journal" schreibt über die Internieruntl des früheren K a i>' e r s: Bisher haben die alliierten 1 Regierungen noch nickt über das Schicksal des Kai» i se r s und eine etwaige Forderung nach Auslieferung entschieden. Sie haben die Niederlande immerhin wissen s lasitn. daß sie eine Varziigsbehandluna des früheren- Herrschers nicht zntassen könnten. Holland führe zu seiner; Rechtfertigung gn. daß der Kaiser seit seiner Abdankung anspehört habe, Soldat zu sein, und daß er infolgedessen wie ein einfacher Privatmann behandelt werden müsse. j Die Alliierten lassen diese Entschuldigung nicht gelten und verlangen, daß der srübcre Herrscher vorläufig i n t e r» n i e r t werde. Sie weilen die Niederlande darauf bin. Sein Sterben ging am letzten Tag de» Monats zu Ende. Be- gönnen hatte e» genau zwei Wochen vor dem. Seine Krankheit war Kampf. Kamps gegen den lebend-gen Leib, den Teil seines Menschen, der Uniform trug. Ein wilde« Ringen gegen den tier- haften Lebenswillen, der sich eingräbt in den Lehmboden der Lüge vor der Sprengkraft der Erkenntnis. Soldaten sterben entweder oder bleiben am Leben. Entweder— oder! Welch Ungeheuer scheidet hier zur Rechten und zur Linken? Nur die Verzweiftung antwortet: Gottl Oder die Lüge! Oder die Model Oder die. welch« sie schaffen, die Herrschenden!— Menschen aber, wenig«. die nicht lügen können und nicht verzweifeln, müssen erkennen. Vieli.icht zerbrechen sie und lassen sich von dem trommelnden Wunsche, zu leben, werben in« Heer der Millionen. Vielleicht sterben sie. Solch Tod ist selten. Gestern ist ihn einer gestorben. „Gefreiter der Reserve R. Z." Ein Krarkenbtatt wie alle anderen Die Daten sorgfältig ein- getragen. Gleichsam ein Steckbrief deS TodeS. In schablonenhaften Worten da» Bild deS Mensche». Hineingepreßi wie in eine Uniform. Eine der vorhandenen Grüße» muß passen. Befund; der Patient ist wohlgebaut, groß, schlank, kräftig« MiiSkulatur. Die Diagnose ein einzige» Wort: Nervenerschültcrung. Weiter unten von anderer Hand wie zur Vvrsich! mit Bleistift geschrieben: Menningiiis? Dann in militärischer Kürze die Anamnese und eigentliche Krankengeschichte. Ter Patient erklärt, am Ib. nach einem Bajoneitangrisf aus einen seinbiichen Schutzengraben bei Sonnenausgang bewußtlos zusammengebrochen zu sein. Am tS. »nd 17. im KriegSlazaretl 0. Patient wurde am l8. abends hier eingeliefert Bei vollem Bewußtsein. Slaerer Ausdruck der Augenk Patient sprach wenig. Sonst nicht? Ausfällige». Am 24. schwächerer Puls. Abends plötzliches Fieber. Am Lö. und 26, ebenfalls wechseksideS Fieber. Im übrigen unverändert. Am 27. Bewußtlosigkeit. Miitag» Punktion de» Rückenmark«.— BJeitcr war um Morgen nach dem Tode dos Blatt nicht geführt. * Wie dir Wolken auf den Kirchturm zustoßen: reitende Batterien in Dampf. So jage» sie So hastig. Rur ruhig. Ich! drängen sie. schieben sich Ganz still, lautlos, himmlisch still— Wie die breiien Regen lachen über den Acker spiegeln. Sie allein haben noäi Licht in der späten Nacht lind ein paar blans« Bicken sieben in? Dunkle Zwei. drei, mit sünsvg Sckjnil Absiond. lind weiter dimen ganz otzne Glan«, noch e-n scindticher Baum. Eine feindliche B.-U? Lächerlich. Wie daS Regenwasser sich durch den Lehmboden bohrt Winzige Lau'griiben die Wand hinab. Die Tropfen arbeiten gleich Würmern im Holz. Rur ruhig. Ganz still, lautlo»,[ata- i nisch still Wie da? Wasser im Graben sich höht. Kamerad! Schläfst du? Was ist morgen für ein Tag? Gestern. Heute. W e die Tage sich ineinander schieben. Ackerscholle in Ackerscholle. Ohne Grenze. Die Zeit ist ein CbaoS. Da« ist der Krieg. Ohne Grenze. Ein ChaoS. Und doch gab e» einmal Grenzen und Ord« nung. Wie abliängig die Gekehe von den Menschen find. Abhängig von der L'ebe. vom Haß. Der Krieg stürzt sie alle. Der Krieg will eS in seinem Wahnsinn. Wie der Krieg sich durch unsere Hirne bohrt, daß wir alle den Wohnsinn wollen. Und doch hol ihn erst niemand gewollt. Nieinnnd. Wir alle nicht. Und nun ist er da. Wi.- er da ist, und in unS arbeitel gleich Wü.mern im Holz.— Ter Teufel hol ihn! Es gib! noch Menschen Tie wollen ihn nicht, wollen d>e Unver» nnnit nicht. LCenit sie befehlen lönnlen! Warum können sie nicht besehlku? Weil sie nichl herrschen? Worum sickert ihr Wille nicht in die Hiene? Ihr starker Wille. Und'ckiafst O dnung. Trapsen auf Tropfen Ganz still, laullo«. himmlisch still. Wie der Mond still steht und die Wolken auseinander treiben. Ob wieder regnen wird? Wie der Nebe! gegen uns on'nufl. Jetzt schiebt et sich um die ersten Bäume. Wie er über die Talen hinkriecht. Man sollie sie begraben. Mee,,�--' Weulgsten» zu- scharren, wie sie liegen. Freund und Feind. Lächerlich. Die Toten sind gleich, halten alle Frenntzsehaft. Daß fk dazu sterben müssen, die Menschen. Das ist der Krieg. DaS will er. Will er das? W'e der Nebel tanzt. Gestalten. Der Feind.— Kamerad. schlä'st du? Tag! Wie die silbernen Wasserflecken immer blanker werden unter dem weichenden Grau. Wie lief mag da Wasser sein? Daß man daS Gesicht eintauchen kann? Es spiegelt den Himm'l. Blauen Htmmel. Wie blank doch meine Augen sind, gar nicht übet nächtig. Tagl Da» Licht spr'ngl über die Bloche, um dic Bäume: cir blitzender Bajonettangriff. * SLanim hast du deine blauen Augen noch eu> schlagen, du. den ich lötete? Ich habe e« nicht gewollt. W. c m sank dein Kops htniüber, dnß du mir auS dem Wasser e. igegen- sehen mußtest wie mein Spieaelbild? Der Krieg hat eS gewallt.— Warum stach ich dich nieder g-ade dich aus d-» Hunderlen>» Graben, der du mich ansahst '»it meine» A un«»? st» rinf sAwrrc Srrnnhrortuno mif sich laden, wenn sie •n dieieni Pu?>kle nicht Tcunatuuna aeben. Tie modtcn ofle Vorbehalte hin sichtlich der weitereu Entscheidunaen. die iie etwa später treffen könnten. Ion den Dcffef.W!fand?verl;andlnngetu Sn die gegnerischen Regierungen ist folgend« Rote gerichtet ivorden: Roch Zufithnote t jhw WaffenstillftondSnbsonnne» sollen ! wlp en, FrantreicK. LuremburH und Eifah-Lothrinaen rnnerbatd Togen i» drei Eiappea geräumt werden. Di« drei Etoppen find aus einer Kart« verzeichnet. Dir dritte Stopp« greift"«f der i«««te westlich Pruem und zwischen VL rzig und Daorgemünd. S* 4wat einschl ehl'ch«an loui? und Taarbrütten. aus rhein- läudischeS Gebiet über. Ei erscheint nicht andgeschlofsen. dah �iikl erfolgt ist, um zu verfuchen, dies« Gebiete zu Slsafz-Aotbrin- >kn bzw. Luxemburg zu schlagen. Der Protest der deutschen TOwUHssioniTnilgl'rder ft nicht beachtet worden. Di« deut'cke Regierung legt gegen jeden versuch einer Soi- �nng drefer Gebiete feierlichst Verwahrung ei». Kols. ttoatisr?rktnr de» Auewärtipen Ilmteb. Aerner hat di« deutsche W. abgewandt werden, so muh die Wagengest:llung um �knigsten» 2Mll Wagen täglich erhöht werden, um die dringendst j k endige» Grennstoffe der luxemburgisch-lothringische» Eise». �ustrle zuzuführen. Soll aber«in geordneter Betrieb n» linksrheinischen Gebiet überhaupt aufrecht erhalten wer» so muh die Wagengeslellung um mindesten» 4000 Wag-n täo. "ch erhöh, werde». Die verbündeien Regierungen und Amerika stehe» vor der »rage, ob st« an dem undurchführbar kurzen Räumung»termin J�'tcr festhakten und dabei insbesondere i» den luxemburgisch. °chringische» Eisengebieten katastrophale Zustände hervorrufen ° ob si« eine angemessene Verlängerung der Räumungssriste» vrbeiführrn wollen. Entschließen sich di« verbündete» Regierungen und Amerika � Interesse der Menschlichkeit i»� in Wahrung der Jntrressen °er ihrer Obhut anvertraute» Gebiete zu einer angemessenen vkistverlängerung, so kommen sie dadurch außerdem in bi« Loge, da? lothringisch-luxemburgische Eisenerz dem �'rdrrrheiniichen Industriegebiet zuzuführen. Die luxem» �Mlch- lothringisch«» Eisengruben würden ihr« Beleg» Wien beschästigen und de» Betrieb voll aufrecht er- Wle» können. Gleichzeitig würden durch die notwendig« SrzzufuHr Arbeit». Weit und schwere Betriebsstörungen am Riederrhei», besonder« der rechten Rbeinseike vermied»« werden. Treten aber erst k"HestSrungen in den rech.'Srbeinischen Gebieten ein, so ist bei J-'ii engen wirtschaftlichen Zusammenhang ein v ebergreifen aus linlsrheinische Gebiet unausbleiblich. Die» sollte« die okku- verenden Mächte im allgemeinen wie im eigensten Interesse unter �en vmständcn vermeiden und zu diesem Zwecke eine BerlSnge- der Räiimung?frist um 1k Taae umarbend bewilligen. . Nach Mitteilung der deutschen Waffenstillstandskommission in «vaa erklärten die Gegner, daß sie es ablehnen, ruslysch« und k Ich habe mich selbst gemetzelt im Sturm, der den Willen au»» der den Menschen hinabreist zur Bestie, dem Pfiff de» Herrn �lügig. TaS ist der Triumph de» Kriege». . Deine Augen find meine Augen. Ich sehe nur, wa« du ge» 5* lieber mir rast die Menschheit, und ich kann sie nicht Endige». Millinen morden gle ch mir. Der Krieg hat ihnen ihr Menschentum herausgerissen au» den herrlichen Leibern, daß fie �stürmen über die Erde und sich nicht mehr erkennen in ihrem ">ide. Mllen find zerbrochen in göttlichen Hirnen. Instinkt« zer- deit'cht. DaS ist die Dressur de» Kriege». Ich will meine Ber- Nunft befreien au? der Uniform, daß fie Menschen aufrnveckt vom �»de, die sich selbst gemordet haben, wie ich e» getan in dir. Kann ich cS denn? Ich. der ich gestorben bin? Ich will auf- �stehen und die Menschheit rufen, daß fie sich erkenne. Kann ich °knn rufen? Meine Stimme klingt nicht, denn ich habe meinen val» durchstoßen, al» ich dich durchstieß. Ich hätte e» gekonnt, �e ich mich zum letzten Male sah. Gibt et noch Menschen, die gestorben sind am Kriege? Leben noch Menschen? Mein �e>b will leben. Er weiß nicht, daß er tot ist. Da» ist der Wahn- jmn des Kriege», daß er entseelte Menschen wider einander hetzt. jemand lebt, der sich getötet. Und sie töten einander alle, wie es getan. Warum hast du deine blauen Augen noch einmal auf- �schlagen, du. den ich tötete? Ich will auserstehen und kann e» Jichl. Gibt cS noch Menschen, die leben können, wie ich e« getan Mtie. wäre dein Kopf nichi hiniübeigesunken? Warum hast du ''eink blauen Augen noch einmal aufgeschlagen? Wer den Krieg will, hat sich selber nie gesehen. Ich bin mir zu spät begegnet. « Gestern abend, zwei Stunden ehe er gestorben ist. hatte er Hebeten, man möchte ihn binauSlrogen auS dem großen Kranken- immer. Er wollte die Men'chcn nicht sehen. AIS man ihn in sei« Sterbezimmcr hinüberbettete, hoben ihn die Wärter zufällig Segen den Spiegel. Ganz zufällig. Er hat sich gesehen. Dann schlössen sich seine Augen. Zum ersten Male in der ganzen Zeit Und zum letzten. M« ya'evclooer: Jcc Lohn." Erstaujiuhrung in de« K a m in- r s p i e I e n. Im monarchischen Dciiischland Hai man Hasenclever» Jugend s>cai!,a nicht ander» al» vor geladenen Gästen spielen dürfen. kluch der Berliner Zen'or verwies die.Unzucht" revolutionärer �danken von der ösfenttichcn Buhne. Inzwischen ist ihm wohl rumänische Zkriegsgerongene im Westen auszunehmen oder zu empfangen. Sie»erlangen deren Avschub nach dem Osten. Bei dem völligen Mangel an Beförderungsmitteln wird dies« Stellung- nahm« von zablreichen Krieftsgesaugene« al» große Härte der Verbündeien empfunden werveu. Ferner wird gemeldet: Bei den Waffenstillstandsverhandlungen ist von dem geg- neristden"erfKinMungSleiter auf doutfetw Anfrage klar ausgedrückt worden, daß sich da« RrcrmfiHonSrechl der BefavwngOtruppen im besetzten deutschen Gebiete lediglich aut Gegenstände de- zieht, die für den Unter bat! der BosntznngStruppen erforderlich sind»nd solche Reguisilionen durch Bermittlurig der deutschen Lokall-ebörden enolgen sollen. Der.Motin" schreib! über den deutschen Feldzug zur Er- langung einer Mitderung der Waffensrillsta, i>-?bediiigiingen: Man darf nickst zulassen, daß in demselben Augenblick, in dem Denistb- land einen AI arm schrei vor der zuruchmrnden Anarchie auSstöß!. leine Agenten in den neutralen Ländern ibee Tätigkeil entfolien »nd bolschewistische Ideen verbreilen, vor denen fie sich angeblich in Berlin fürchten. Die AebeMbe de? v-Zoole. Einer der soben von der klebrrfahrt der ersten Staffel unserer U-Boote zurückgekehrten Teilnehmer berichtet«der di« Abgabe der Boot« an die englischen Seestreitkräfte folgende»: Die U»Boot« wurden an dem mit dem engfischen FioNenches verabredeten Punkte von vier englischen Kreuzern und etwa 16 Zerstörern aufgenommen. Ueber dem einen Kren zer stand ein Fesselballon, ferner war ein« Anzahl Luftschiffe und Flieger anwese«ch. Dir Boot« wurden nach dem Ankerplatz geleitet; dort kamen englische Besatzungen an Bord, unter denen muster» gültig« Disziplin und Ordnung herrscht«. Da» Berbalfen der Engländer war ernst und korrekt. DaS Gleiche gilt von dem Auftreten der Bevölkerung, die sich in großer Zahl am Ufer eingefunden halte. Ueberall Ordnung. Ruhe und Schweigen. ?iach erfolgter Uebergabe der Boot? im Hafen wurden die deut- schen Besatzungen auf englische TorpedobootSzerstöror gebracht: auch hier war der Eindruck drS Verhalten» der Besatzungen der gleiche. Sie übten gegenüber den deutschen Matrosen äußerste Zurückhaltung. Die deutschen U-BootS-Besatzunyen wurden auf unsere Begleitschiff« gebracht»nd traten sofort di« Heim- reise«m. Ausllefenmg der deutschen Hochseeflotte. Am 21. November wurde die deutsche Hochseeflotte einem englischen Seschwaber. dem sich amerikanische und französische Schiffe beigesrlli hatten, östlich der Insel Mag ausgeliefert. Sie bestand nu» k Schlachttreuzern, L Schlachtschiffen, 7 leickien Kreuzern und 60 Torpedojägern unter dem Kommando de? Konteradmiral» von Meurer. Ein Schlachtschiff, ein Schlachtkreuzer und ein leichter Kreuzer sollen später nachgeliefert werden. Ein leichter Kreuzer lief auf eine Mine»nd sank. Die englische Flotte e»kor. tierte die deutschen Schiffe nach der Mündung de» Firth of Förth, wo sie vorläufig bleiben, bi» fie nach Scapeflow weitergeführt werde». Polnische llebersichl. Eine vankerotterttöruug. Der Unabbängiae Ausschuß für elnen Deutschen frieden erläßt folgende Erklärung: .Der Unabhängig« Ausschuß für einen Deutschen Frieden sand sich zulammen in dem Gedanken, dir Auffassung zur Gel- tung zu bringen, daß Sichcrung deutscher Zukunst nur möglich sei durch Mehrung deutscher Macht. Er hat sein Ziel nicht erreichen können. Die Gründe darzulegen, verbietet sich zur Zeit; vielleicht ist e» in nicht allzu ferner Zukunft angezeigt. Soweit das bezeichnete Ziel in Frage kommt, stellt der Nutschuß sein« Tätigkeit ein; er glaubt aber dem Vaterlande zu dienen, wenn er die Anschauungen, die seinem Streben zugrunde lagen, weider vertritt und zu verbreite»»er- nicht. ES gebört ihnen die Zukunft." klar geworden, daß keine Bevormundung den Geist der Zeit nie- derhält. HasenrleverS.Sohn" hätte früher zu den Menschen sprechen müssen, dann wäre er ein lebendiger Richter aller Söhne gewesen und nicht wie heute«in Rüttler und Mahner für die Väter, die nicht an Recht und Macht der Jugend glauben wollen und können. Von den Jungen ist derweilen zu viel gestürmt und gestürzt worden, als daß ihnen diese geistig« Revolution der neuen Generation gegen die alt« noch mehr wäre als Erinnerung an Er- lebte». Und doch. Im Erinnern wird man hingerissen, und die Vulkane seelischer Weltschichtungen brechen von neuem auf, daß die Erde bebt. Im Zwanzigjährigen, dessen Kraft und Lebenswille vom Fünszigsährigen vergewaltigt wird, Weil Sitte und Gesetz ihn zum Unmündigen verkerkern. ein Sohn, den der Vater zum Kind erniedrigt, weil seine Diftatorschost jedes Hcro.nioachsen al» Ver- brechen gegen die heilig" Majestät des Alters fühlt und fürchtet. hat Hasenclever nicht Einzelleid, sondern das Leid der ganzen Generation gestaltet. Aber Hascnclever hat da» Allgemeine zer- kleinen, ioeil er unter den hunderttausend Söhnen sich selbst zu stark gesehen und gegeben hat und nur in den großen Zusammen- fossungen noch der Gesamtheit gedenkt. Sein.Sohn" betont das Ich»nd bleibt l�iw Ich, stets sich hina-»zutue rfen in die Masse und au» ihr auszubrennen als der Sohn. Da» Erlebnis ist«in eiiisames Erlebnis. Der besondere Haß eine» bestimmten Sohne» gegen einen bestimmten Vater mit seinen besonderen und de- stimmten Begründungen hindert da» breite Gefühl. Hasenclever greift noch mit einer Hand nach den Reguisiten de» psycho- logischen T Tornas und stellt sich damit selbst der Befreiung vom Individuellen entgegen. Es wird Palastrevolution, was Welt- revolution hätte werden sollen. Der Sohn, dessen reise Phantasie den Kindcrswbcnkäiig sprengt, der in der Gouvernante die Frau«ittdeckt, der hiustürmt, um seiner Jugend ekstatisch Trotz und Aufruhr gegen die Väter zu predigen, ist ein Primaner, der die Reifeprüfung nicht be- standen hat, ist das Kind eines reichen Arztes, ist ein zwanzig- jähriger Bourgeois, und nickt zwanzigjähriger Mensch scl''echihin- Und auch der Vater ist nicht Vater an sich, sondern Geheimrat, ist nickt nur geivaltsam und gemein gegen den Jungen, weil er Verkörperung einer verlebten Generalion ist, sondern weil er .aktiv" war und ei>»en Kastenehrbcgriff und 5tastenvorurteil nicht auigcbrn kann Wenn Hascnclever nickt au» seiner dichterischen Jugend her- auS jo starke Worte fände»nd durch die Wucht der Einzelpräguug das Allgemeine emporrisse au» oer Sondc.scele, dann versänke sein.Sohn" im Schutt de«.Milieu»". So aber hilft ihm die Zeit, die sei« Einzelschicksal als Masscnschiclsal empfinden will, Es kann den alldeutsiben AnneTtonlften, die krinie? dem Unabhängigen Ausschuß stehen, nickst derivehrt werden, zu glauben, daß ihnen die Zukunft gehöre. Wichtiger jedoch ist das unPueideukige Bekenntnis des völligen Scheiterns seiner Bestrebungen. Schade, daß der Ausschuß die Gründe seines Baukerotts nicht dargelegt hat, äußerliche Hindernisse standen dem jedenfalls nicht im Wege. Da die.Herrschaften im Unabhängigen Ausschüsse, die mit dem Maule die ganze Welt eroberten, sonst nicht an übermäßiger 'ftinickchaltinig litten, kann ihr jetziges Schweigen nur als Produkt tödlickzer Verlegenheit angesehen werden. Die He erichaften wollen für einige Zeit von der Brldsläche ver- ickssvinden und ihre Tätigkeit einstellen. Das Proletariat traut aber heute diesen Biedermännern ebensowenig wie zu der Zeit, wo sie an der Vorbereitung der fehigen.ftata- strophe andeiteten. Es wird deinen Augenblick vergessen, wem es sein Ungkück zu verdanken hat, und wird den Schul- digen die Veranttvortung nicht erWaren. vorbereWngea zu einer Gegemesslui'oA? Der früher« bayerische Kronprinz ist, nach einer Metdung der.Münch. Post", nach Chur abgefahren, wo Besprechungen mit Vertretern de» alten System» in Deutschland und Oesterreich erfolgen sollen. An den Beratungen, die dort gepflogen Werden, beteiligen sich auch einig« kirchliche Würdenträger, ein Kardinal und ein Drschvs. mit großem Eifer. Man wird gut tun, auf dies« gegenredolutionären Machen- schalten««n wachsame« Auge zu haben. Ae Konsewattven f ie Lemottaöe und KepMif. Auch Herr von Zedlitz nnd Neukirch, der alte frei- .konservative Führer, stößt jetzt in der.Post" in die Eini- gungStrompete: Unbeschadet der Frag«, wie sich nach Herstellung geordneter Recht»- und Parlewerhältnisse die verschiedenen rechts- stehenden Gruppen dauernd organisieren würden, erscheine e» als ein dringende» Gebot der Stunde, daß die rechtsstehenden Par- teien sich wenieftcn» während der W<,ht einheitlich o-f einer gemeinsamen politischen Grundlage organisieren. De» Amüsante dabei ist, daß nach dem Herrn Octavio von Zedlitz und Neutirch sich dies« neue Organisation dann.unumwunden aus den Bode» der Demokratie und der Republ ik" zu stellen habe. Ja. das Aktionsprogramm dürfe auch eine» starken sozialen Einschlage» nicht entbehren. Herr von Zedlitz ist aber auch so liebenswürdig, zu verraten, daß diese» Programm nur dazu dienen solle, den Gedanken einer proletarischen Allein- und Vorherrschaft mit Erfolg zu bekämpfen. Nnd nur.„wie die Dinge jetzt liegen", Hält er den.starten sozio- len Einschlag" für unentbehrlich. Sollt« e» den Herrn gelingen, wieder einmal die Gewalt in die Hände zu bekommen, so würde man sich beeilen, den Boden der Demokratie und Republik wieder zu verlassen, und würde auf den sozialen Einschlägen Herzlich wenig Wert legen. Die Zustünde in Posen. Nachdem die wildesten Gerüchte über Unruhen in der Pro- vinz Posen bereit» widerlegt wurden, gibt jetzt der Zlutersiaa s- srkxctär von Ger lach, der im Auftrage de» St�atsministe� riu-m« nach Posen gefahren war, eine eingehende Darstellung� seiner Erfahrungen. Er äußerte sich zu einem Bertretcr von Wolfs» Telegrapheickureau wie folgt: In den erste« Tagen nach dem Ü. November sind allerdings an verschiedenen Stellen, namentlich an der Grenze, gewisse Ausschreitungen vorgekommen. Si« haben jedoch nirgend» einen bedrohlichen Umfang angenommen oder längere Zeit geduuert. Durch gütliche Verhandlungen ist e» in den meisten Fällen oe- lungen, die Ordnung wiederherzustellen. Seit b'm 14. d. M. ist von Unruhen überhaupt nicht» mehr zu melden. Die Tätigkeit der A.» und S.-Räte vollzvbt sich in den meisten Orten ordnuwgSsiemäß und dient zur BeruHigin-o der Bevölkerung. Die A.- und S.-Räie arbeiten aus paritätischer Grundlage. In den meisten Räten überwiegen d'e Polen. Doch in» Zelllos«, und erhöht und vollendet von sich aus den seelischen Umsturz de» einen Sohnes zur Revolution aller Söhne. In Ernst Deutsch hat Hasen-lev r e uen Sff'ousl'ieler gefu ncken, der diese Ausweitung der Gestalt ins Ucherlebensgroße vollbringt. Ernst Deutsch bricht die Schranken, die den..Sobn" von den Söhnen trennen, und wirft sich auf zum Propheten der Jugend. Seine Stimme klingt vom Pathos„nd ist triyilcn vom Menschlichen nicht nur dort, wo Hasenclever die Rede in» All- gemeine und zum Klingenden, aus der Enge deZ B"sonderen erlösten Verse steigert. Paul Wegcner ist»nd bleib! der brutale Bater-Gehcimrat, meisterlich in Geste und Tönung der Worte; aber auch kaum zu Ende de» Drama«, als er vor der er- hoben«« Waffe de» Sohne» am Schlagsluß stirbt, ist et Nur-Voter, ist er Mensch-Unmensch. Weniger noch ist.das Fräulein" der Else Heim» hinauSgereckt über da» Maß der Sondernestalt, und noch weniger die Hure AdriennelG e r t r u d Welckeri, die ein Freudenmädchen darstellt, stail in sich alle Freudenmädchen zu vereinen- Werner Krau» als.der Freund' kommt Ernst Deutsch am ehesten noch nahe. Hasenclever selbst spielt mit. Ob er sich die Nebenrolle de» Fürst Sckeitel selbst genommen bat oder ob man stc ibm nah. er wäre besser hinter der Kulisse geblieben. SchoaikpielerilcheS Talent läßt sie nicht entfalte», und es ist schade, wenn sich der Dichter zur Schau stellt, nur damit ihn die begaffen, gegen die sein Wert zu Felde zieb' Di« Regie hat nicht» getan, um dem„Sohn" zu geben. wa» de» Sohnes ist. Sie Hai sich mit viel Liebe den Einzelheften zu'«wandt und st? be' m st•> T- zu ve'•- H'■ nuten auch Ernst Stern» Bühnenbilder nicht» ändern. Da? Svcel vor Vorhängen wäre dem Stück gerecht geworden, aber man kann sich bei Max Rcinhardi nicht von Requisiten trennen und von allzu naruralistischsem Beiwerk. Während die Gestalten, losgelöst vom Einzeldasein, im Lichtkegel stehen, muß man durch ein Fenster eine beleuchtete Landschaft bestauben, sieht man eine „italienische Nacht", entsetzt sich über Gardinen, die plötzlich hes ui d wieder dunkel gew"den. und ärgert sich lsi- ein' chdecke oder eine spmftsche Wand. Sind Vorhänge nickt Kulisse genug? Haseuclever hat im..Cohn" den Prolog der Revolution ge- schrieben, deren Boraiitzietzung immer die innere Wandlung der Jugend ist. Ein Prolog zu der Zeit, die uns jetzt hinreißt. Darum reiß! nn» auch Hasenclever mit sich sor>. aber er bricht doch kaum mehr au» de» Herzen lo» al» diq Sehnsucht Nack der Irftillung,.die diesem Porwort folgen muß, wenn er wirklich der »Mchtcr seiner Zeit ist. U. St. fatm im«Bßfnwinen gerate in dies«» Räten ei» harmoni» sche« Zusammenarbeiten beider Nationali» täten festgestellt werden. Die Leben»mlttel»AuKftlhr nach dem Westen ist nur vorüber� gehend in einzelnen ffällen in? Stocken geraten Der Polnische Volksrat hat in einem Zlufrus die polnischen Landwirte auf- gefordert, ihren Lieierpktichten nachzukommen. Die Befürchtung, daß schon jetzt die Polen den Beschlüssen des Friedenskonoresses vorgreifen würden, erscheint unbegründet. In seinem Aufruf vom 15. d. M. erklärt der Polnische Bolksrat ausdrücklch daß der Friedenskongreß die Weitgrenze Polens festzusetzen twbe. Zum 9. Dezember hat der Polnische Volksrat Wahlen zu einem„TeilgcbietS-Landtag" ausgeschrieben. Diese Wahlen sollen dem Volksrat, der bisher kein ausdrückliches Mandat der polnischen Bevölkerung besitzt, ein solches verschaffen. Sie be- ziehen sich nicht auf bestimmte Gebietsteile, sondern auf alle in Deutschland wohnenden Polen, soweit sie in polnischen Vereinen organisiert sind. Der Zweck des„TeilgebietS-Sandtags" ist«s nicht, vorzeitige staatsrechtliche Enteche-dungen zu treffen. Das Mißtrauen der Polen e»egen die Deutschen ist unleugbar groß. Sie haben z. B. die Verösfentlichung, wonach die bestebenden Gesetze vorläufig in Kraft bleiben sollen, dabin aufgefaßt, daß auch alle antivolni'chen Gesetze we t«r geHand- habt werden sollen. Jede Maßnabme der Regierung, die die'e irrige Auffassung durch die Tat widerlegt, wird außerordentlich beruhigend auf die Stirvmung der Polen wirken, Im allgemeinen ist der Eindruck festzustellen, daß die Polen sich schon jetzt voll verantwortlich für die Zu- stände in den überwiegend von Polen bewobntcn LandeS�eilen füblen. Sie bemüben sich deshalb, die Rube aufrechtzuerhalten und die Versorgung nach dem Westen nicht zu unterbinden. IlebeMebM? Veso�M?! kkeber die Ansaaben der UebergangSwirtschaft und die der- zeitigen Porgänge sprach gestern I u st i i n i st e r Timm in der Münchener Ge/sellsckvnt für sociale Reform deren stellver- tretender Vorsitzen/der er ist. Er sagte u a.: Trieb vorerst die Vaterlandspartei das Dadanque-Spiel des Krieges bis zum Untergang unseres VolteS. fo brin-rn uns jetzt E r t r e m e von links in sck-were Vefahren Ohne Rücksicht auf die Volkslage wollen sie uns Metbodrn ailscwiigiien. die mit Sicherheit eine innere Auflösung D e n t l ch 1. a n d?. eine Zersetzung unsere? ganzen Volkes zur Folae baben würden. Wer wie ich die An- schauung hat, daß die Methoden des russischen Bolschewismus uns Deutschen zum Verderben werden müßten, der hat die Pflicht, mit allem Aachdruck vor ihrer Nachahmung zu warnen. In Rußland ist der Notstand>eit der eiuiährigen Herrschaft des BolschewäsmuS schlimmer als unter dem ZorikmitS. Daraus müsien wir lernen, und müssen un gegen jede Anwen- dung bolschewistischer Methoden in Teutschland auf das entschiedenste webreu. WaS die E.rnährungSverhältnisse betrifft, so müsien wir uns isarapf gefaßt mack-en, daß wir noch schlimmere Zeiten durchzumachen baben. Würden die sfäden der deutschen ErnährunaSorganisalwn durch eine innerliche Auslösung zer- rissen werden, sc» würde das die allergrößte Katastrophe bedeuten. Das deutsche Volk will endlich den langersehnten Frieden. Den kann es nicht erhalten, wenn es zrt einer inneren Auflösung kommt. Besonder? an die Berliner Bevölkerung müssen wir die Mahnung richten, nicht durch wahnsinnige Experimente den Abschluß de? Friedens zu verzögern oder gar zu verhindern. Welchen in Brrlin Versuche mit der sogenannten Diktatur deS Proletariats gemacht, versucht man es dort, die bolschewistischen Methoden auf Deutschland anzuwenden, so wird damit daS Interesse de» ganzen Reiche» auf da» ernsteste gefährdet- ES kann auch niemand e:n Interesse daran haben, daß sich Deutsch- land in einzelne Staaten auflöst. So bald wie möglich müssen im Reich wie in den Bundesstaaten durch ordnungsmäßige Wahlen Volksvertretungen geschaffen werden, die die Verfassung des Reiches und der Bundesstaaten festlegen. Wir halten solche Aeußernngen für grundlose Ueber- treibungen. Kein Arbeiter denkt injBerlin daran, das, was die Leute..bolschewistische Methoden" nennen, nach Deutschland zu libelrtracien. VachlrWiches zur Luxemvurg-versammluug. Man schreibt unS: In der Versammlung, welche von der SpartakuSgeuppe am 2t. November in den Passage- Festsälen in Neukölln veranstaltet wurde, sprach Rosa Luxemburg über die Revolution, thre Festigung und über den Bolschewismus. Nach einer Beleuclituiig der gegenwärtigen polltischen Ve» hältmsse in Teutschland sprach sie auch über die russisch« Revo- lution, über die sie allerdings keine präzisen Mitteilungen, son- dern nur Andeutungen mochte. In der Diskussion stellten sich die meisten Redner auf den Standpunkt der Referentin, daß das Proletariat unbedingt alle irgendmöglichen Maßnahmen sEnikleidung des Bürgertums von der politischen Mmdt durck, restlose Uebernahme aller Berwal- tungsorgane und von der ökonomischen Macht durch ungesäumten Beginn der Sozialisierungj zu ergreifen habe, um die deutsche Revolution zu sichern und wirklich zur Durchführung zu bringen. Alles, was bisher geschehen sei. sei nur ein Vorspiel und habe die ökonomische Macht des Bürgertums unangetastet gelassen. Während man sich im Prinzip mit der maximalistiichen Idee einverstanden erklärte, wurden von einigen Seiten Anfragen an die Referentin gerichtet, welche sich mit der PrariS des Marimalis- muS. mit den Erscheinungen der russischen Revolution befaßten. Die Referentin wurde gefragt, ob ihr bekannt sei und ob sie es billige, daß die russische bolschewistische Regierung Maßnahmen gegen den Willen der Mehrheit deS russischen Proletariat» snicht des Volkes) durchgeführt habe, daß im revolutionären Rußland die Redefreiheit, die Preßfreiheit, die Vev'ammlungSfreibeit unter- drückt seien, daß das Attentat gegen Uritzki durch Tötung von 512 Personen gerächt worden sei. daß die Konstituante, weil sie keine bolschewistische Mehrheit aufwies, auseinandergejagt wurde. daß in Rußland da? primitivste Rech! eines freien Arbeiters, näm- lich das Streikrecht, ausgehoben sei, usw. Es war deutlich zu erkennen, daß diese Anfragen aus die an- wesenden Arbeiter und Arbeiterinnen großen Eindruck machten, da die Mehrzahl anscheinend nur über die Theorie.deS Mari- malißmus. nicht aber über die P r a x i S der russischen bolschewisti- scheu Revolution unterrichlet war. In ihrem Schlußwort erklärte Rosa Luxemburg, daß sie bei einer etwaigen Uebernahme der RegierungSg'.'walt durch die deutschen Marimalisten eS ab'ehne. irgendwelche Maßnahmen gegen die Mehrheit des Proletariats(nicht des Volkes) gutzuheißen. Auf die übrigen Aufragen blieb sie die Antwort schuldig. Sie bemerkte lediglich.' daß die deutschen Arbeiter, welche sich mehr als vier Aakwe lang zum Werlzeug der Reaktion und zum Polizisten gegen die Revolution haben gebrauchen lassen, kein Recht darauf haben, die Maßnahmen der russischen Revolution zu kritisieren, auch wenn sie gelegentlich etwa» zu weit nach rechts oder nach links gegangen sein soll; ein« solche Kritik stände nur einem internationalen Forum zu. Die-e ausweichenden Antworten sind bezeichnend, und be- zeichnend ist auch, daß die Genossin Luxemburg die bloßen An- fragen als eine Kritik an der russischen Revolution aufgefaßt hat. Die Versammlung bewies deutlich, duß im deutschen Pro'etariat noch erhebliche A"lklgrung über die Praxi» des russischen Bolschewismus erforderkich ist. Groß-Verlln. An die Grvtz-Berliner Arbeiterschaft. Um die Wünsche der Genossen in den Betrieben zn prüfen und zn regeln, hat der Voll�ugsrat des A.» und S.-RabeS eine be- sondere Kommission au» seiner M tte eingesetzt. � ■sce* Bericht dw�er Kommiksson wird im Laufe de« 2». Vo- vember dem VollzugSrat vorgelegt und schnellstens veröffentlicht werden._. Die Genossen werden daher dringend ersucht, die Ruhe zu wahren. � Der VollzugSrat de» Arbeiter- und Soldatenrate». gez. Molkenbubr. Müller. Die Verstodtllchung der Feuerwehr. Es ist eine alt« Forderung der sozialdrmokratischen Stadt- verordneten, daß die Feuerwehr eine städtiich« Einrichtung sein muß. In vielen Städten ist das auch der Fall. Berlin macht eine rühmliche Ausnahme. Berlin hatte die Ehre, die Kosten für ; die F-.uerwehr vollständig zu tragen, dafür hatte die Stadt aber nicht da» Mindeste zu sagen. Die Zeiierwehr in Berlin war königlich, genau wie die Polizei königlich war; sie war unterstellt dem Minister de» Innern. Die Berliner gcuemehr war an da« Posszeipräsidium angegliedert. Man betrachtete die Wehr nicht lediglich als ein« Einrichtung, um di« städtische Einwohnerschaft vor AuierSgesahr zu schützen, sondern mau wie» ihr auch sich«r» heitSpolizeiliche Aufgaben zu. Gegen den'.inneren Feind" sollte die Feuerwehr eine tzilfstruppe sein. Damit ist es nun au». Der.innere Feind" ist jetzt auf anderer Seite. Aber wir brauchen zu seiner Niederhaltung nicht die Feuerwehr. Wenn die Stadt jährlich s Millionen für die Ässlen der Feuerwehr bezahlt, muß sie mich da» Best minungS recht erhalten. Da» ist einfach selbstver- ständlich. Dem dürften nunmehr Hindernisse nicht mehr im Wege stehen. Damit wird auch der Zustand verschwinden, wie er bis heute bei der Feuerwehr noch herrscht. Die Lrganisatwn ist eine militärisch«. Eine fast unbeschränkte Herrschaft übte der Branddirektor au». Ueber di« Eigenmächtigkeiten, die er sich herausnahm, hat man bisher immer nur im«ngcren Kreiß? von Stadtverordneten gesprochen. Dann aber hielten die Offiziere sich ihre Ordonnanzen, die in| Wirklichkeit das Amt eines Dienstboten dersche» mußten. Dieser Mißstand ist in der Berliner Dtadweroedueten-Bersammlung wiederhost gegeißelt worden, allerdings ohne rechten Erfolg. Jetzt wird man auch den Feuerwehrleuten eine größere Bewegung». freiheit und Mitbestimmungsrecht einräumen müssen. Mit der Selbstherrlichkeit drS Herrn Branddirektor» und der Offiziere muß es endlich ein Ende haben. Di« Versladll chung der Feuer- nc, vnK ine emt ocLikciuauitiunn.,.< j-i an<-' politischer Reckte durch den Terror nicht zulasse. Die Front bietet r�te®eß i"3!1', f1" antra0 l'egt dem Berliner �..... v_________... W-rnnfcii» Fi»-» ca vor...... ®Hch lassen.— To e» sich um«in unbemittelte» Mädchen bandelt I und andererseits der Firma nur daran liegt. do< Prinzip zu > wahren, so eiiipiadl der Vorsitzende. Justizr», Dr Arnheim, letzter« möge sich damit begnügen, wenn die GehilHn 15 Mark oll Buße denjenigen die das Teujerste, da» Augenst.cht in diesem Kriege verloren haben, zuführe. Der Vorschlag fand beiderseits Annabm«. so daß d?e Vergleichssumme dem KriegZblindenheim zufließt. Ueber die Neuordnung de» Neuköllner Polizeipräsidium» wird uns berichtet: Der bisherige Polizeipräsident Beeberer ist vom und S. R.it zur Disvositiov gestellt woeden. An sein« Stelle ist ein vom A,. und S. Rat etngesetzter Präsidialausschuß getreten, der aus den Herren Herzog, Körig und F'efier besteht. Aueb sämtliche Polizcioffiz'ere sind rtzit dem Poltzeihauvimann zur Disposition gestellt worden. In den einzelnen Polizei- revieren üben vom A.- und S.-Rat eingesetzte Reviervorsteber die Tätigkeit der früheren Polizeileutnunis aus. Uebcrall findet ein gleichberechtigte? Zusammenarbeiten der unabhängigen Mehrheit und der Soldaten statt. Der Arbeitsnachweis»er Stadt Verl»» erläßt einen Auftuf an die Arbeitgeber, Arbeitsgelegenheit zu stbeckfen. Alle staat- liehen und städtischen Betriebe und die gewerblichen Betriebe der Industrie und de» Handels sowie� auch alle privcken Auf rag- geber werden dr'ngend evsticht. Austräge an den völlig kostenlos, vermsttelntzen Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, Gormannstr. 19. zu richten, da die Zahl der männlichen und weiblichen Arbeit?- losen besonder? durch die beiwkebrenden Kriecer sich täglich stark vermehrt. Der ArbeitSneckeweiS ist auch telephon ich Amt Norden 1t04y_4S. 37D1— 07, 9602—93, 0764 zu erreichen, Eine krrie Vereinigung Deutscher Filmdarfteller ist am Büß- tage in» Laben gerufen worden. Der Zoiammeiischluß bezweckt Wahrnehmung ihrer gesamten Interessen. Gesundung der Ver- bältniss? auk dem ArbeitSmarst sowie korvorativen Anschluß an die zu gründende Gemeinschaft der in der Filmbranche künstlerisch betätigten Angestellten. Einstellung der heimkehrenden Krieger in die Kinemato- graphenbetriebe. Der Verband zur Wahrung gemeinsamer Inter- i essen der Kinematographie und verwandter Branchen E V. bat i in seiner letzten GesamtauSschußsitzung folgende Entsckließnng ge- �kaßt:„Es wird beschkossen, allen Unternehme, rn der Branche zur unerläßlichen Pflicht zu machen, Awzestellte. die bei Kriegsau»- bruch bei ihnen in Stellung waren, nach ihrer Rückkehr wieder einzustellen." Bolkßmarine-Divisson. Wie der Volksmarinerat von Groß- Berlin erfährt, haben unzuverlässige Elemente sich der Marine« uniform zur Vertufckung unlauterer Handlungen bedient Um den cp'�n Rist der Marinesoldaten zu wahren, warnt der Volk»- marinerat jeden, der nickt dazu berechtigt ist. Marinenirstorm anzulegen. Zuwiderbandlungen werden von ihm auf oa- Strengste geahndet werden, Spmphonirkonzerte für Soldatr«. Auf Anregung de? Vokst zugSrate» de» Arbeiter, und Solbatenrates sinken jeden Mittwoch und Sonnabend, nachmittag?« Uhr. im B l ü tb n« r.- S ao l, Lützaw'traße 76, für die in Berlin weilenden Soldaten große Spmphoniekonzerte de» Müthner- Orck?es«er» unter Leitung de? Kapellmeisters Paul Scheinpflua bei freiem Eintritt statt. Die Karten sind zu hoben in der Bnchhandlun» des..Vorwärts". Lmdenstraße 9. und in der Theaterabteiluna der Kommandantur. Charlottenstraß« 49. Da» erste Konzert ist Heu« nachmittag. KanHgehttngen von A.- n. S.-Mea. Dormstadt, 22. Newember, Der Hessisch« Arbeiter», Bauern- und Sol» d a t e n r a t beschloß in der heutigen Bollversammlung noch- stehenden Funkspruch a» alle süddeutschen und gleichgesinnten norddeutschen Arbeiter-, Bauern-«nd Soldatenräte zu senden: Der Hessische Arbeiter-, Bauern und Soldatenrat verlangt im Einverständnis mit der hessischen Regierung, von der Reichs- rsgierung, die umgehendste Einberufung der National- versa m ml u n g. die ollein eine wirkliche Vertretung des deut- scken Volkes darstellt. Er lehnt die Diktatur irgendwelcher Klassen ab. Der Hessische Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat bittet die süddeutschen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte und die nord- deutschen Aibeiter-, Bauern- und Soldesten rate, die gleiche«? Gesinnung sind, gemeinsam mit dem Hessischen Arbeiter-, Bauern- »nd Saldatenrat von der ReichSregierung obiges zu verlangen. Ter Hessische Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat ist der Ansicht, daß im Falle, daß die ReichSregierung die Nationalversammlung n cht baldigst einberufen kann und die Diktatur in Berlin aufkommen sollte, die süddeutschen und gleichgesinnten norddeutschen Arbeiter-, Bauern- und Soidatenräte gemeinsam mit den Reg'eningen die Einberufung der Nationalversammlung in einer süddeut» schen Hauptstadt veraulasseu sollen. » Aachen, 22. November. An den Reichskanzler Ebe�t wurde nachstehendes Tele- zramm gerickstet: „In der gestrigen Sitzung des SoldstenrateS der 4. Armee erklärien Telegierle, daß die Fror.tlruvpe eine Vergewaltigung alle Kräfte auf den geordneten Rückmarsch durchzuführen. Sie steht geschlossen auf dem Boden des Regierungsprogramme» des Reichskanzler« Sbert, erwartet sofortige Einberufung der Natto- nalversammlung und weist jedwedeb Bolschewistische Idee ent- schieden zurück." * Borkum, 22. November. Der Doldaienrat der Festung Bork u,ni hat in einer Eingabe an die Reichs- regieruna sofortige Einberufung eines permanenten Delegiertenkongresses aller Arbeiter- und Sol» datenräte von Deutschland und Deutschösterreich sorge- schlagen. Der Kongreß!oll als Ersatz des b i s h r r i- gen Reichstages und als Vorparlament zur Nationalversammlung die notwendige Nechtskontinuität herstellen. Jeder Arbeiter- und Soldatenrat bat zwei De.'e- gierte, ein Mitglied des Arbeiter- und ein Mitglied des Solbatenrates zu entsenden. Auf die'e Weiie soll eine Aiidiciwltuna der Arbeiler- und Solaatenräte vermieden «ud ein- Mitarbeit des ganzen Reiches, soweit es die Ver- haitnisse zulassen, erzielt werden. Die Einberufung soll �iunen drei Taaeo noch Veichlußfassung ersoigen. Magistrat bereits vor. Schwierigkeiten stehen ihm heute nicht mehr entgegen. Kriegsblindttihekmspende statt Schadenersatz. Eine Kontoristin war von einem Berliner DeibenhauS zum Antritt a» einem bestimmten Tage verpslichtet worden. Sie trat auch ihr« Stellung pünktlich an und wurde gleich am ersten Tag« damit beaustragt,«in tlecneS Paket abzutragen. Sie mach!« zwar di« Besorgung, kam aber am nächsten Tag« nicht wieder, weil eS ihr nicht paßte, Botengänge zu verrichten. Die Frrma. die gestern vor der 4. Kammer deS Berliner KaufmannSgerichlS Klage auf Schadenersatz gegen die vertragsbrüchig geevordene Gehilfin er- hob. ließ durch ihre Vertreterin hervorheben, daß e» sich bei dem Weg. den die Angestellt« zu machen hatte, zuiällig um eine kleine Besorgung handelte, die höchiten» alle vier bi» sechs Wochen ein- mal zu erledigen sei. Sonst wäre die Beklagte»i« zu Bolen- flängen benutzt worden. Die Gehilfin hingegen tne nt. wenn schon eine Stellung damit begönne, daß man zu Gänge» benutzt würde, dann müsse man jegliche Lust zum Weiterarleeite» v-rüeren. Das KavsmannSyericht war der Auffassung, daß die Ange- stellie wegen der eine» steinen Besorgung nicht gleich bälte de Fliilt, ins Korn werfen müssen. Sie durfte nickt einkach korr», bl'iben und di« Firva in der Zei«»er Personalknapphest ual Letzte Aachrichlen. Das neue belgische Ministerium. Amsterdam, 22, November. Nach den hiesigen Blättern kss da» neue belgisch« Kabinett folgendermaßen zusammen- gesetzt: Ministerpräsident de la Ervix. Aeußere» Paul HuySmanS, Justiz von der Velde. Innere« de Broqueville. Künste und Wissenschaften JaSper. Kolonien Franck, Ackerbau Herm gntz«, Industrie Anseele, Eisenbahn Rentin, Ernährung Weuter». Krieg Ma sson oder Janson. Zwei Mitglieder de» Kabinett«. Banderveld« und Anseele, ge« hören der sozialdemokratischen Partei an. Judenverfolgungen und kein Ende. Kraku«, 22, Novenwer, Galizisch« Zeitungen berichten über Judenpogrome in Galizien. tzu den letzten zwe> Wochen haben in einer großen Zahl galizischer S'.ädte und Ort« schasten Pogrome gegen die jüdisch« Bevö'kerun» stattgefunhen. Wie di« Kralauer Zeitung„Neuh Dzirunik" mitteilt, haben solche Pogrom« ilailgezunden in Blizoiva. Dovro, GroSzeSlo, tzswoilitz- Jaworzno, Miel«, Mocaiviea, RoSwadow, Dtrzizolv, Siezatow, Tzebina. Zator, Tarnow, Gorliee, und vielen anderen Orlen, In allen diesen Stadien und Ortschaften wurde» viele Juden mißhandelt und zum Teil getötet, und überall sämtliche jüdischen Lade» und viel« Peivathäuser geplündert. Die jüdische Bevölkerung all dieser Städte ist gezwungen Warden, sie zu verlassen, und besindel sich in einer surchllaren Lag«. Di« Ausschreitungen gehe» überall von der polnischen Bevölkerunx au«. Tie polnische Miliz und die Legionäre verhalten sich voll- kommen passiv, zum Teil haben sie sich an oen Ausschreilungen beteiligt; in manchen Städten haben sie die dort gebildete jüdi che Selbstwehr vorher enlwassnet.. Die Erregung in der galizi sehen Judenhei: ist außerordentlich groß, von verschiedenen Seiten sind bereits Telegramme an Wilson und neutrale Staaten abgegangen mit der Bitte um Intervention. Reallionäre Trelbereten in vesttrrelch. Wien, 22, November. Die Blätter belassen sich eingehend mit den Ertlärungoi d,'e christlick-st�ialen Parteikorrespandenz Austria, in denen aus den Widerstand de deutjch-österrcichi schen Alpen- länder gegen die zcnttallst'iche Wiener Regie- r u n g hingewiesen und betont wird, daß die Alpenländer eher auS dein deuisch-osterretch schen SlaatSvcrvand austreten, als sich zu Provinzen herabdrücken lassen werden. Währe, td die A r b' i t e r z e> I u n g die Auslassungen der Korrespondenz Austru al« adjichllich zu Hetzereien»an chrlstlich« sozialer Seite fabrizierte Entstellungen der lotsächlichen Lage in den Alpenländcrn bezeichnet, sehen andere Blätter in diesen Mit« teilungen da? Poripiel zu einer Schwenkung der Vertreter der westlichen Kronländcr infolge ttefgehcnder Gegensätze zivi schen bürgerliche» und sozialistijcken Kreisen. Desonderen Widerstand finde, ow sozialdemokratische An« regung. für ganz Dentsch-Oefterrelch, eine gemeinsame Wahlliste für die Konstituante aufzustellen und hierdurch einen einzigen Wahlbezirk �u schaffen. Gegen diese? Wahlver>abren wende» sich Ehristlich-soziale und Deutsch-nationale, was wahrscheinlich zu Per« einbarungen dieser Parteien führen wird. Die Blättter ermahnen angesichts dieser Unstimmigkeiten alle Parteien, sich in ibrem Programme Selbsibcschräiikungen auizu- erlegen, um den Zusammenschluß Dculsch-Oesterrcich« in Ordnung zu vollziehet, und der Entente keinen Anlaß zum Einschreile« zu geben. Verantwortlicher R-dakleur: Dr. S. Aevrieplee. Verlin SBil-, Druck der Lindendruckerei und Vci'aaaoej.«. v. j» Schillbauerda«» Ut.