t Bad»l plant itupf rfifciH rl;e4 ch fw t an»| Tabti Prel» 10 Pfennig. AVeud'AnsgaL«� Die Areiyeit »«daktl««.v»rN««««.»m. Zrtnsprccher: Amt«»rde«!£»»» Hub»»»«. .Zr.ihrll'»rtdietut jni»lmal tSqllch. morptn» anb»ochmINobs. J* Sonn, und Festlagen nur Margen,. Der v«iug»pr»i» betrtgt bei >»'t»r Zustellung ln» Hau» für Drob'Berlln monalllch I Mark,»ach »nierhalb fZusendung unier Etrelsband) 4 Nark. Bestellungen stnl» »l« auf weiteres au»Ichll»f>Iich an bt« Ersedilion zu richten Für bl» »Uebigung auswärtiger Bestellungen ist vorherig«»tnl«abu»> ber Bezugsgeiiühr«rlorderlich. berliner Organ »»»»bltlv»!««»II»«««.«chlffbamerbarn« Fernst« recher:««> Norden II«»7»mb II««8. MIT. Inserat« kosten bl« strbengespalien« Allstlmeterzril««oer deren Raum 80 Pf..Klein« Hnjeigen" da, fetlgedruchte War' 8V Pf., jede» weiter« Wort lü Pf. leuerungszufchlag 80 Prozent. De' verfammlungsankündigungeu von Gewc klchasi ganifationen fästl der Teu»rung»zuschlog fort. Inserat« für die Morgen- ausgak» müssen dl» 8 Uhr abend» am lag« zuvor, Inserate für dl« Rechmiltogoauegad» di» vorm. 11 Uhr del b«r Expedllion ausgegeben sein. Del FamMenonzeigen und kschasien und politischen Or« der Nnadhöngigen SoMemokalMen Varlei SeuWIMs �nliraana 1 DonnerStag, den SH. November 1918 Nummer 25 Zem Zrieden entgegen » .1' Loldlxer Zllsast'msntrllk der Friedens- tonierenz. Lonboli,27. November. iNeutrr.) Dir Friedens- 'Ostsrc,,,* kann eher gusammcnkrctrn al» anncnommrn �urdc, da viele Vorberritnnarn beendet sind. Die ennlischen �kirdenddelrairrten»nd ihre Stäbe werde« zioischca 45l> "nd ötttl Mann stark sein. Tie lknterkünste für sie werden �'»nen vierzrhn Tagen vorberritet sein. U.«. werde« sich �>vyd George und Clrmrneeau während Clrmen- Besuch in London über den Termin dcS Zusammen- dcr Lricdendkonscrrnz besprechen. Um Wilhelm. , �nris, LS. November,(tzava».) Echo de Pari» meldet au» ' �stdan: . In Beantwortung von Beustrrungen der Entente, welche die �"ternirrnng de» Kalter» t» friner Eigenschaft rl» ��rhesrhlshabcr der deutschen Armee fordern, h!»» die �'UändisU, r Regierung ihre«uffassnng aufrecht, nach "cher der Kaiser, nachdem er abgedankt habe, nicht« e I» e f l,(miebbfr Armee angesehen und demgemäß auch nicht ,*teriviert werde» könne. Vir versichert, von dem AtaatS» J�testir© o I f eine Note erhalten zu haben, welche dir A b d a n- '""a mitteilt. De hoständifche Rrgiernn, füg« hinzu, fie stber- "".e den Kaiser streng, der da» holländische Gebiet«icht»er> uen könne. • Genf, 27. NovemPer. Professor Verthelemi derSffentficht im »Mali«-«in Rcchtögntachien über die Auslieferung de» ehe» Öligen deutschen Kaiser». Der Gelehrte ist der Ansicht, dah der T�'ser von ber holländisrlien Regierung ausgeliefert werden �stie wegen gem'iner Verbrechen cegen das Völkerrecht. Die Erbrechen, die er seinen Truppen anbefohlen habe, die ihn ium Urheber der KnegSgrcuei machen, tragen keinen politischen »hnratirr Der ehemalige deutsche Kaiser s« al» gemeiner Verbrecher zu behandeln. Etoe Aösuhr des Jorroatfs". . London, 27. November. Au dem Artikel deS„Vorwärts" die Verantwortung dcS ExekiitiokomitecS für den Frie- fkn jllirelbt die„W e st m i n st e r Gazette": EZ ist '' i ch t für de»„Vorwärts", den Kaiser jetzt, wo man es gefährlich tun kann, als Lügner zu brandmarken. �bcr wir dürfen nicht vergessen, das diplomatisclfe Toku- �rnte schon bei Ausbruch dcS fkriegs die Schuld , u t s ch l a n d s so klar, wie es nur irgend sein konnte. �»stellten. Einige Einzelheiten sind neu. Aber im groben {"� ganzen ist dmi nichts hinzugefügt, was wir nickst schon "W langem wissen. Von Ansang an war jedem der Zu- illlnnitnhang klar, dem deutschen Volke wie»nS, und es ist �tzloS, zu behaupten, dan die ganze Nation irregeführt �urde. Das deutsche Volk begrüßte den Krieg, solange es den Sieg glaubte. Es unterstützte die Militoriwrt« Durchweg, und es ist nutzlos, zu behaupten, dab durch die Enthüllungen Bayerns jeme Augen erst gcöl'fnet wurden. Zmmer wieder 5ol'. Posen, 27. November. In der Note d's Staatssekretär» Solf � zg. November ist folgender Satz enrhalten: »Die deutsche Regierung muz den von dem Präsidenten auf- �tellw,, Grundsätzen gcgenüler festsiellen. datz die von der fron- »{Hi scheu Regierung in Elsotz-Lothringen geiroffenen Mutzregeln Ebenso wie da» Versahren der Polen in den östlichen Grenzgebie- Deutschland» und einzeln« Maiznohmen der nichtdeutschen �standteile des ehemaligen Oesterreich-Ungarn« gegen di« Deut- l�rn„ich,, andere« sind al» Versuche, den Entfcheidunge» der »ricdei'Stoiiferenz mit Gewalt vorzugreifen." Der Arbeiter- und Soldatenrat in Posen er- �rt dazu? Soweit es sich um die östlichen Grenzgebiet« Deutschland» handelt, stellen wir fest, dast die Vehauptunst de» Staatssekretär» über da» Vorhandensein von Vc- strebungen, di« den Entsikieidungen der Friedenskonferenz mit Geivolt vorgreifen werden, jeder Grundlage eni behrt. Der Arbeiter» und Soldalenrat haf wiederholt erklärt, dah be- unruhigend« Gerüchte über dir Verhältnisse in der Pro- vinz Posen und über gewaltsame LoStrenmingSdestrebungen von unveraniwortlichen Elementen verbrei. tef werden. Wir verwahren u»S auf das schärfste dagegen, dah in einer amtlichen Note derartige haltlose und mehrfach wider- leglr vchauptuagen vorgebracht werden. stelle ZuslS. d«. ES besiebt wohl kein Zweifel, bosi der nicks'.ändigsir Be- amtenapparnt augenblicklich im K r i e g s i» i n i st e r i u m sitzt. Daß aber auch nicht ein Hauch von dem reinigenden Sturm der RevolnHon in dieie Räumlichkeiten eingedrun gen ist, beweist die am 27. Noveinbcr veröffentlichte KriegSteuerungszulage für Beamte und Offiziere. Das für den Dienstaebrauch benutzte Mit- tcilungsblatt des Kriegsministeriums erklärt, dasi die Ossi- gcre berechtigt sind, eine Kricasteuerunaszulage ffiir einen Major von 990 bis 1200 M., für einen Hauptmann von 300 bis 800 M. usw.) zu empfangen. Die letzte Zulage ist Anfang September in derselben Höhe ausgezahlt worden. Geschieht nun die neue Aus- zuhlung im Einverständnis mit dein Arbeiter- und Soldaten- rat? Es ist unbegreiflich, daß etwas derartiges überhaupt noch möglich ist. Unsere Kameraden, die mittellos aus dem »falde heimkehren, haben während des Krieges Gut und Blut Verloren. Glaubt man etwa, die Gelder deS abaewirtschaf teten niilitaristiichcn Systems noch hin vor ToreSschluh in die Hände der Offiziere bringen zu müssen? Es ist höchste Zeit, dasi auch im Kriegs niini st eri um über sämt- liche Abteilungen eine besondere Kontrolle ge- übt wird. Sache des Vollzugsrates ist es, hier Nemedur zu ickiasfcn. Sühne sür Wihhandluneeu von Kriegsgefangenen. Der Rat der VolkSbcauftrugten hat die Einsetzung einer Kommission zur U uteri uchung der Anklagen wrgen völkerrechtswidriger Behandlung der Krieglgesang«nen in Deulschtanh beschlossen. AI» Kom- missionSmilglieder sind in Aussicht genommen die Herren: J-iaatSjekrelär a. D. T r i m b o r n, die StaaiSsekreläre: Bern. stein(RrichSschatzamt), Dr. Cohn sReichsjusiizamt). der württembevsiische Gesandt- Hilde nbr and. die Herren: Prinz Zchönaich-Carolath, Gehcimral Dove, Professor Zchückrng- Marburg(als Vorsitzender). Wirk'ichcr Le- gationSrat Eckhardt als Vertreter de« Auktvärligen Amte». Oberst von Fransrcky al» Vertreter de» KrtegSministerium», Kapitän zur See V a n s e t o w all» Vertreter de» ReuhSmariue- am is. Die AuSivahk der Personkichkelten beweist, welche auherorden». liche Bedeutung die ReichSIcitung dieser Frag« bcimitzt. Dk Kommission erdält da» Recht, zur Vereidigung von Zeugen die Gerichte in Anspruch zu nehmen und die©ch»!d!gen ohne Ansehen der Person, vorbehaltlich etwaiger strasrechtlicher Verfolgung, ohne Pension au» oem Heere auSzustohen. Die Kommission wird ihre Arbeit schon in den nächsten Tagen aufnehme«. vetlekung der Genossin Mbanow. Moskau, 26. November fliosia). Gestern traf der Zug mit dem Personal der Berliner russischen Botschaft, de» Telegraphen- bureanS Rosta, de» Konsulatz und des KriegSgesangenenburcauS hier ein. Mi' gleichen, Zuge langte auch die Berncr russische Bot- fthast a». unter denen sich di« Genossen Bersin»nd Balabanowa befinden. Die au» der Schivciz cinlreffenden Genossen wurden beim Veberschrciten der sckpveizcrischcn Grenze von der Vevöl- kerung überfallen. Die Genossin Balabaaow»st schwer der» letzt. plolelarische pslichlen. Gen. Barth hat in ber Vcrfcimniliing ber Arbeike?» rate eine inulige, von Verantioortunasgefühl getragene und von sittlichem Ernst erfüllte Rede gehalten. Sie unter- scheidet sich sehr zu ihrem Vorteil von der leichtfertigen, aus primitive Instinkte berechneten Art. in der von manchen Seiten die Arbeiter zu Arbeitseinstellungen und immer er» höhten Forderungen augeeifert werden. Freilich ist diese Art beguerner und des Beifalls vielleicht sicherer. Wem eS al»er wirklich un« den Sozialismus zu tun ist, der muß wie Barth den Mut heben, auch dann die Wahrheit zu sagen, wenn sie zunächst vielleicht aus Widerspruch stößt und populären Stimmungen, die nur allzu begreiflich sind. keine Rechnung trägt. In der Tat, nicht? begreifliisjer. als die Ungeduld deS Proletariats, das ganze Elend, in das es so lang« gebannt war. nun mit einem Schlage zu beseitigen, sofort zur politischen auch die ökonomiiche Gleich- beit zu erringen. Und auch wir wünschen nichts sehnlicher, als der kapitalistischen Ausbeutung ein Ende zu machen und die Verfügung über den Mehrwert denen zu geben, die ihn erzeugt haben: freilich nicht den einzelnen, abcr der Gesellschaft aller produktiven Arbeiter. Aber um sozialisieren zu können, muß die Produktion in Gang gebracht, muß sie gesteigert und möglichst intensiv gestaltet werden. Und daran muffen— e?» handelt sich »m ökonomischen Zwang, der unwiderstehlich ist, wie sonst immer die Politik gestellt sein möge bestimmte ökonomische Bedingungen erfüllt sein. Was wir vor allem brauckM, find Rohstoffe für unsere Industrien. Diese Roh- siossc können wir nickst anders bekommen, als indem wir sie bezahlen, und zahlen können wir nur mit Ware. Wir brnuckwn also Wiederbelebung des Exporthandels, der Ein- fuhr wie der Ausfuhr. Die WiederrniknüPfirnq der Handelsbeziehungen ist aber außerordentlich schnsicrig.__ Neir- trale englische, amerikanische Kapitalisten haben während des Kriege? einen Teil deS früher von Deutschlaiw per- sorgten Weltmarkts erobert: die deutschen E'pvrteure haben zudem mit der feindseligen Haltung der Völker und der Re- gicruug zu rechnen. Trotzdem ist es für die deutsche Wirt- fchaft eine Lebensfrage, in möglichst großem Uinfan» zu erPortieren, denn davon hängt die D e r s o r g u n g mit Lebensmitteln, mit Kraftfutter, mit Baumwolle und Kupfer ab, ohne die wir nicht existieren können. Und existieren müssen wir doch wohl, um sozialisieren zu können. Wir brauchen also den Export und damit schleunigste Aufnahme und Steigerung der Produktion in den Export- Industrien. Mr brauchen das nicht nur zur Bezahlung de: Einfuhr, sondern auch um AvbeitKgelegvnheit zu schaffen. Sind es sa gerade diese Industriezweige der ZertiMmen, die vielfach ein großes Aroeitssiislun�Svennögen haben, da» heißt im Verhältnis zu ibvem Kapital viel mehr Arbeiter beschäftigen als die schweren Industrien. E» ist aber ganz umnöglich, den Exporthandel esiva sofort zu übernehnien und zu vergesellschaften. Dazu ist er zu zersplittert, dazu sind die Handelsbeziehungen zu kompliziert. Ihre Einzeh heiten sind Geschäftsgcl>eimnisse der Industriellen und Karrflsute. Hier müssen wir zunächst von anderen als sozialpolitischen Maßnahmen culsiehen. Wir dürfen un» also nickst darüber t?s»schen, daß wir hier den Kapitalisten die fssortführnng der Unternehmungen überlassen, ja ihre Widerstände überwinden müssen. Das hedsutet aber zugleich, daß wir in solchen Zweigen zunächst den Profit nicht vollständig beseitigen können. Di» heißt sreiiich wicht, daß der Prosit»nangedastet bleicht. Die Pro- fitrat« sinkt, weil die Löhne steigen, die AsibeitSzeit verkürzt wind. Sodann aber, wsil ja die S t« u e r g« s e tz g e b n n g der sozialistischen Republik— da» gilt, für alle Kapi- taliften— die Einnahmen durch Vermögensabgabe und Besitzbesteuerung au» dem arbeitslosen Einkommen auf- bringen wird. Dadurch wird ia. wa, zunächst kapitalisti'cher Profit blecht, wieder der AU««mattch»it. lozialistijchvn Geielludatt iu Kieken. Die Wiedermifnahme der Exportrndustrre erfordert über bestimmte Bedingmagen. Denn die Preise für ihre Waren bestimmt der SKdltmarf t; Preiserhöhungen herben hier ihre bestimmten Grenzer.', deshalb aber auck die Lohn» fonder un gen. � Hier nxrltet Avang, Zwang der iSberwunden werden inuß im weiteren Fortschritt des Sozialismus', aber diese Uelberwindung fordert Zeit und diese Zeit nrüssen die AlHeiter der sozialistischen Assellschaft geben im eigenen, im Gesamtarbeiterinteresse. Dasselbe gilt aber anch für andere Produktionsweise. ES ist nicht SezialismuS, wenn der ganze Prosit den Ar- beitern zufällt, die gerade in einem bestimmten Betrieb be- schäftigt sind. Da die Profitraten sehr verschieden sind, würden damit nur neue Verschiedenheiten geschaffen. So- zial-isti'sch ist«S, daß die Gesell ia«st über daS ProdukticnS- ergebnis verfügt und nach ihrem Ermessen, die VerKiiung trifft. Forderungen, die in der Ueb�rgangSzeit dos ganze Ergebnis des Betriebes aufzehren oder es übertreffen, neh- wen die Sozialisierung umd expropiieren nicht den Kavita- listen, sondern entziehen auch der jozia'listiscfcn Gesellschaft zugunsten einzelner Aribmtevgruhpen die Mittel, die der Gesamtheit gehören. Vor allem aber kann es jetzt keinen Stillstand der Produktion geben. Die Volkswirtschaft schreit nach den Jahren fürchterlichster Zerstörung nach produktiver itrbcih Wir brauchen Kohlen, Eisen, wir brauchen Waggons und Lokomotiven, wir brauchen Wohnungen, Möbel— wir brauchen die ArbeitSgeiegenheit und das Produkt. Deshalb sind Arbeitseinstellungen jetzt augenblickiick kein geeignetes Mittel des Klassenkampfes. Die Arbeiter haben 1« die Macht, ihre Forderungen, soweit der ökonomische Zwang e» zuläßt, durchzusetzen. Diese Macht sollen sie ge- brauchen. Aber die Produktion einstellen, beißt heute nicht so sehr die Kapitalisten zwingen, als die eigene Sache ge- fährden. Auch dann ist die Lage der deutschen anders, zum t-'cM schwieriger als die der russischen Arbeiter. Das Agrarland Rußland kannte zur Not vielleicht auf den Export keine Rücksicht nehmen: das Industrieland Deutschland hat ohne Export weder zu essen noch zu arbeiten. Deshalb dürfen die Arbeiter nicht dem Impuls deS nächsten. unmittelbarsten Interesses folgen, sondern sie müssen die Gesamtheit im Auge behalten. Wir haben stets gesagt— und die Unabhängige Partei hat daran in den schlimmsten Kriegszeiten festgehalten—, oaß nicht die momentanen, sondern die bleibenden, für die Zukunft � entscheidenden Klofseninteressen die Politik deS Proletariats bestimmen müssen. Wie in der Poiitik. w in »er Oekonomie. Und so darf sich jetzt auch daS Proletariat nicht von den unmittelbaren materiellen Interessen des Einzelnen leiten lassen, sondern eS muß im Widerstand gegen alle egoistischen Versuchungen das proletarische Gesamtinteresse im Auge behalten. Die Zeiten wechseln und damit auch die Aufgaben, die dem Proletariat gestellt sind. Es gibt Momente, die die Arbeitseinstellung, sei es zu ökonomischen oder zu politischen «nvocken, zur Pflicht machen. Aber eS kann Augenblicke geben, wo die Fortführung der gesellschaftlichen Produktion gerade im Interesse des Proletariats unbedingt Notwendig- reit ist. DaS ist jetzt der Fall. Und wie bald ein Zeitpunkt kommen kann, wo die proletarisch« Afffon wieder auf die Straße veblegt werden muß. so ist jetzt die Zeit, wo arbeiten. produktiv arbeiten, heißt zugleich f�ü r den Sozial i S- m u S arbeiten. Nicht für den Kapitalprofit fürwahr, nein. für die Proletarische Sache selbst, für die Ermöglichung sozialistischer Maßnahmen, heißt es jetzt, die Produktion in Gang bringen. Denn es ist jetzt unsere Produktion, unsere Wirtschaft, um die es sich handelt, seitdem das Proletariat die politische Macht erobert hat. Je reicher diese Wirtschaft, je ungestörter ihr Verlauf, desto reicher da« Dasein, da» die sozialistische Gesellschaft all ihren Gliedern bieten wird. blieseen, die nicht mehr in Uebminst mmnng zu bringen sind mi! dem, wa» war.� Die Gctverkschaften müssen dieser neuen Richtung Konz-sisionen machen, oder sie verschwinden. Ich glaube auch, baß die Ge- werkschaften bereit sind, von die'cm neuen Geist etwa» in sich aufzunehmen. sWiderspruch.) C» ist ein« Frag« be» Lelien» eder des Eterben» für die Sewerkschafwn, ob sie auf ihrem alten Standpunkt beharren oder Konzessionen machen wollen Wo» von Cohen erzählt wurde, glaub« ich nicht, weil ich ihn für zu Aug halte, um solche Dummheiten zu machen. Wir sind genötigt ge- wesen. sogar ge« ff« reaktionär« Körperschaften im Staate zu belassen, damit nicht alle» auSeinanberbricht. Darum bitte ich, diese Gewerkschaften nicht auszuschalten, sondern mit un» dahin zu arbeite», daß sie mit neuem Geist erfüllt werden. Jacobson wandte sich scharf gegen„die kleinen König« bei den Gewrcksthast«»'. Drusen Herren gegenüber müßte m>t eiserner Faust durchgegriffen werden. Es folgt« dann daS Schlußwort von Müller, über da» schon ausfüchrlichrr berichtet wurde. Nach kurzer Geschäftsordnung wurde endlich abgc- stimmt.. Der weitcstgchende Antrag, daß den Gewerkschaften jede Bollenacht genommen werden soll, wurde gegen ein« kleine Minderheit abgelehnt. Der Antrag, wonach der Gewerkschast»- kommissio» eine Kommission au» den Reihen der Arbeiter und An- sam durch die Decke tropft; da» Brot, da»»na» bekommt, ist naß und schmutzig, weil auf dem Transport durchgeregnet. Di« Pakete sind zum Teil völlig zerrissen die Streichbölze? feucht »nd wollen nicht brennen. Wohl dem, der sich in der Stunde zwischen Arbeit und Posten in einen leidlichen Unterstand zurückziehen kann. Wir haben die ersten beiden Nächte zu drei Vkann in ein-m.Sanincbeiiloch' pe'eg':!. da» eiaentiich nur ftr zwei Mann Platz bot. Zw»! Unterstände in unserem Grabe nabschnitt waren zwei Tage vorher durch, englische Granaten vollständig ineinander geschossen. Zum Glück habe ich seit gestern i» einem anderen Gruppenabschnitt ein Unterkommen»nd er- freue müb hier sogar eine» kleinen Ofen», der zwar stark raucht, aber doch ivärrnt und ein wenig trocknet. E» ist jetzt �,10 Uhr abend». Um 10 ziehe auch»lit K. auk Horchpesten. d. h. man kriecht durch einen niedrigen und infolge de» Regen» total verdreckten Stollen von ebwa S Meter Länge vor die Deckung and läßt sich dort in einer Erdmukde für zwei Stunden nieder und horcht in die Dunkelheit hinaus. Zum Schutz geoen den Regen dient ein Wellblech, das notdüritig angebracht. Von zwei bis vier dann wieder Postenstehen im Graben mit der Nebenbeschäftigung de» Pumpen». Von 6 Ubr steht wieder alles. Von? bi« 11 Uhr Ar- beilldienst. Bon 11 bi« Z Mittag«sch'of. An Waschen und der- ortige Tino« denkt hier kein Mensch, dazu ist weder Zeit noch Gelegenhci. noch Luit. Der Regen f.li ül chaupr eine Stimmung d-» hifT h'-"r na- v*--r an-n ä»'"'«' Dpi»t nagt auch am Willen Er unterwühlt fast die militärische Diszi- plin. ES ist merkwürdig, aber wahr, daß all« Befehle weniger ernst genommen werden. Arbeiten? Bei dem Regent Material 'ch er�-'n? Bei dem Reaen I Der Reren'r'e Oeffentlichkeit zu bringen, zum Schaden der gesamtdeutschen?»' tercssen und zur Durchkreuzung der Politik, die der Staatzsekretal de» Auswärtigen Amte« treibt. Herr Kaut«»?, der wie er ging"»« stand, von der Revolution in» AuSevörtige Amt gesetzt wurde, bw weder einen Stoatldienereid geleistet, noch ist»r sonstwie in Pili� genommen worden, wahricheinttch, weil solche Tinge neuerding» belanglo» sind. Er mag also von dem. wa» er dort in seiner Eigenschaft al« Damoklesschwert über dem Haupt- Solf» ficht»'K hört, einen Gebrauch wachen wie immer, er hat nicht da» mindesl» zu fürchten. Weder den Arnim- noch sonstige Gesetzesparagraph«»- Denn er hat ja keine Pflichten, nur Rechte.' Da? ist die Sprache, in der die konservative Presse bereit» z» schreiben Waat, sithr Schreck ist verflogen, sie erhebt wieder kre� ihr Haupt und verteidigt mit Aufgebot aller Kraft die Position««» die sie für dir Stützen der alten Ordnung al» lcben»nolwendig be- tra-htet. Hier gilt nach wie vor nur feste» Zupacken, rein- lich« SuSkebe, wenn nicht die Fruchte der Revolution in fahr kommen sollen. prossMosev der Gegeuretlslutio». Die.Kreuz-Zeirun,' bringt fatgende Mitteilung: In K»' blenz waren für die Nacht zum Sonnabend?s M'-rrvi«»' gemeldet die nach dem Programm der GnartakuSmänner dem»»' strieren sollten. Dreizehn der Aufrührer wurdk« beim AuZsteigen au» der Bahn sofort verhaftet; zw� entkamen. E» ist dringend nöttz� daß diese merkwürdige verhastiingE Zlffaire sofort untersucht und aufgeklärt wird. Wer ha sich angemaßt, die Matrosen zu v'rhaften? E» handelt sich aug««' 'chein'ich wieder«m einen Uebergriff von militärischer SeiW- Die'«» Uebergrissen muß /Iber schleunigst ein Riegel vorgeschobe« ioerden. lieber die Porzänge in L e n n e p. von denen ja bereit» f* ter gestrigen Sitzung der Berliner Arbeiter-Räte gesproch«'' wurde, enthält di«.Köln, volttzeitung' folgenden Bericht: Duech' LLjährigen Unteroffiziere«nd unserer meist neugebackenen blub' jungen Offiziere noch kein« Rede sein. Öch Hab« heute nachmittag den Bauhilfsarbeiter lwsp'kll' Ziegelsteine vom Wagen in Karren geladen und zur Baustelle gefahren. Da die Arbeiten beim Bau fast alle viel Sachver- ständni» verlangen, so habe ich dann weiterhin einige Stunde» lang Dachziegel ge-vaschen. So an die hundert Stück, einen nach dem andern.... Ed fehlt der Sacke nicht an Humor, wen» man berücksichtigt, daß ich mit meinen 30 Jahren meinen sämtz lichen Mitarbeitern 5 bi» 10 Jahr« voraus war. Dagiu an n ichweniger al» sechs Hochschulen Weisheit schöpfte. So können d» Ersten die Letzten werden. Um ll Uhr stampften wir dann, dcl» Bahngeleis« folgend, nach Haus« zurück. Feierabend.— Später tmrb man in der Woche und allerlei anderen ist»' strier.e« Blättern vielleicht einmal einen xe-ckmackvollen B«» abgebildet sehen. Dal Offizi?r»kasino bei MarquillieS. ff h hät!< gegen ein iolche» Kasino nicht» einzuwenden, wenn c« nicht so fehl viel ander« und nürliche Arbeit gäbe. Wic haben bi» heute no� keinen überdeckten Abort. Aus dem Weg« dabin versinki man>» Tckmutz. Unser Brunnen, au» dem wir Wasser holen, verlagt jede» Auoenblick. und ist gleichsall» vo« unergründlichem Dreck uai' geben. Wenn man da nur einmal Pflaster!? oter sonst Abhilft schffste. Außerdem aber kvmi'en w r noch de« acht Togen ii" Graben die R»be wchi gekrrudy» Mrw Zeug ist heute, zwei Ruhelagen,«assee und schmutzige: a!« im Graben. Nähte»n meinen Stiefeln sittd noch nicht geflickt. Meint schmutzige Wässche ncht gewiffchen. Ich hat»« im stillen auf morgen-gehofft. Die Parole ist aber wieder ungünstig. S Uhr l" antreten zum Gotteldienst, der um 1V Uhr tn Grand... sta� findet. Anschließend Appell in Ordonnunzanzug. Da beißt � also putze«, bürst-n. kra,-n. IL Uhr 4ö Abmar'ch zum Schanz«» in Holpe«aide. Da wird n-a« denn bestensoll» um«** wieder zurück sein, schmutzig und naß. Nebermorgen ist'» gewit dgSselb« Bild. Am Abend geht'» wieber in den Graben. � gebt'» einen Tag wie de« andern. Gestern abend waren wir»at !äl2 Uhr wieder zurück, und mußten heute morgen um*<7 lW wieder heraus Es fällt mir wirklich etwa» schwer, mich mit all der Dummheit, die hier am Werk« ist. abzufinden. Mens«"' kraft swbt hier niedrig im Werte, weil sie sch««dar sin Ueberfluh vorhanden. Unter so merkwürdchen Verhältnissen wie diesmal Hab« wob! noch kaum einen Bnes geichrieben. Wa» man Schützengraben nennt, da» war einmal. Au» be» Dchützengräbe» sind ilicheimtiche Wassergräben geworden, de man mit VläV und Not überipringt»der behuffam a« Sereben uns Bretter» überklettert.?l« wir gestern abend al» Ablösung au» unsere» .Rubeauartiiren'— la lautet die anuitchc in der Sackw wetzt» Truppen der 6. Ärm ee Pcfeitlgten den Artigen Arbeiter» und Goldatenrat, holten >>« roie Fahne von? BezirkZkomnrando herunter »»d verbrannten sie(angeblich unter dem Jubel DevMcrung). An ihrer Stelle wurde die preußische Dicnit- stagge ausgezogen. Aus Remscheid mit Kraftwago« und Mcrichi- »engewehren hevbeicilende Leute dc6 Arbeiter- und Soldaten- tates stellten den alten Zustand wieder her. Doch kurz darauk setzten sich die Fronttruppen wieder in den Besig deZ Gebäudes. �?bei fiel ein Schuß. Blutvergießen wurde vermieden. Die �tem scheider Arbeiter und Matrosen wurden von �en Fronltruppen gefangengenommen. Wie tn der Versammlung der Arbeiterräte mitgeteilt werden �pnnte, wurden inzwischen die Verhasteten wieder freigegeben. Immerhin bedarf auch dieser Fall noch weiterer Aufklärung. Und «e Schuldigen müssen zur Rc-Henschast gezogen werden! Im übrigen zeigt es sich immer wieder, wie wachsam die »rbeiter sein müssen. Die Gegenrevolution wartet nur »»l ein« Gelegenheit, sich wieder in den Besitz der Macht zu setzen. «wisse Heißsporne können den Augenblick gar nicht erwarten *|>d versuchen schon setzt immer neue Provokationen und Putsche. borgen w i r dafür, daß ihnen die nötige Antwort »ird l Der 53 er Ausschuß geze« die GeuerSle. Der 58er Ausschuh der Marine hat heute folgenden Einstimmigen Beschluß gefaßt und durch drei Mitglieder deS 53er Ausschusses dem Rat der Bolksbeauftragten persönlich überreichen fien: Der 53« Ausschuß der Marin« protestiert ganz energisch iegen die Machenschaften der Generäle, welche die »iebeiter. unh Soldatenräte verhaften. Der Zentralrat der Marine lurdert die Bolksbeauftragten auf. unverzüglich Schritte zu unter. jjehwen, daß diese Machenschaften unterbleiben und unsere �eüder wieder auf freien Fuß gesetzt werden, damit die Früchte � Revolution nicht zunichte werden. bie Koutmevoiukio« hedeulet deu Eiumersch. Amsterdam, 27. Nov«mb«r.„Het Baderland" Falls eS in Deutschland zu GewcrMäri gleiten »wischen antirevolutionären Fronttruppen und revolutio- sl?r«n Arsierter- und Scitdadenräten kommt, bricht der urgerkrieg lob. UlS Folge hiervon lrnirlden die �Ate Stelle ist noch nicht besetzt.) Krieg: Scheuch, Unterstaatssekretär: Söhre. �Oeffentliche Arbeiten: Hoff. Brigeovd- Paul Hoffmann. Brunner. Inneres: Hirsch, Dr. Breitscheid. Beiusge- E uaen E r n st. � Wissenschaft, Kunst und Dolksbildung: �«olph Hoffmann. Haenisch. tinanzen: Dr. Südekum, Simon. andwirtschaft, Domän«n und Forsten: �taun. Hofer. Justiz: Dr. Rosenfeld. W. Heine. ben ÄhersiZUge MftegM?. Auf die Aurorität der„Boss. Ztg." hin beschuldigt die „Rote Fabne" die„Regieruna Ebert— Haas?" der Berdunke- lung der Wahrheit und der Hehlerei des Perbrechens, denn für die Aufgeregten ist es ncmirlich selbsiverständlich. daß das Auswärtige Amt seinen„Protest" gegen die Veröffent- lichung der bayerischen Akten im Auftrage Haasts losgelassen: ebenso übcrmchmen sie ohne Prüfung die Nach- richt, daß Dr. David mit der Prüfung der Eeheimakten betraut sei. In Wirklichkeit ist der Protest des Ausroärtigen Amtes olme Donvissen des Genossen Haast erfolgt und ist von ihm selbstverständlich aufs schärfste mißbilligt worden. Das weitere wird sich wohl bald finden. Ebenso salich ist es, daß Dr. David mit den Seheini- akten zu run hat. Diese hat vielmehr Genosse Kautsky übernommen. Soviel wir wissen, ist die vollständige und lückenlose Veröffentlichung des gesamten Materials sowohl in Berlin als in Wien in Vorbereitung. NscdwsMeutsch!lmd für eive VstjsvslVerss«M" lnug noch vorheriger Svziklisienms. Die Volksbeauftraglen(Eberl und Haas« erhielten aus Bremen folgende Kundgebung: Tin« Delegierlonversammlung NordevestdeuckchlandS in Bre- men, wo tll Mandate aus 48 Städten vertreten waren, beschloß: Sozialistische Republik nach Demobilisati»n und Vorbereitung der Nationalversammlung, vorher Provisorium,«ingesetzt durch Tagung der A.° und S.°Räte Deutsch. lands und Oesterreichs. Aalionslve�amWlung nsch hlnreichentz« für die AusNüruvi. Eine Tagung der«stpreußischen Soldatenräte faßt« folgen- den Beschluß:.Die am LS. Rovameer ISIS in Gumbinnen ver- sammelten Vertreter der Soldatenräte von Gumbinnen, Jnster- bürg, Tilsit, Memel. Stnllupönen, Evbtkuhnen und Goldap ver langen die Einberufung der Nati»nalverfa«m. lung, nachde»! die jetzige Regierung im Perein«it den Arbeiter» und Soldatenräten Deutfthland« durch Wort und Tat g:n ü g e n d Aufklärung über thre Ziele»er- breitet hat. Sie lehne» ein« Wahl im Winter«b. Da in dieser Zeit den Vertretern de! arbeitenden Volkes die Agitation auf dem Lande aufs Aeußerste erschwert ist. Die Sfieneichische NotiG»o!vers«»Nltms. Wien, 27 November. In der heutigen Sitzung der Nattonalveriammlung wurde ein GesttzenNvurf eingebracht, durch den die konstituierende National- v« r s a m m l u n g auf den!. März 1919 nach Wien e i n- berufen wird. Tie Woh>l für die konstitutierende Nationalversammlung wird durch den Staatsrat auf einen Sonntag Ende Januar oder Anfang Februar ausgeschrieben »Verden. Weiter wurde der Entwurf einer W a h l o r d- nung für die konstituierende Nationalversammlung ein- gebracht. Der Entrourf beruht auf dem Proportional- system mit gebundener Parteiliste. Insgesamt sind für alle Gebiete Teutschösterreichs 38 Wahlkreise vorgesehen mit 210 Mandaten, indem entsprechend der Bevölkerungs- zohl aus je 48 000 Einwohner ein Abgeordneter entfällt. Außerdem sind fünf Mandate für die Brünner, Olmützer und Jglauer Sprachinseln vorgesehen, welche Bestimmung erst in Kraft treten soll, nachdem über die Anlage von natio- nalen Katastern in diesen Gebieten eine Vereinbarung mit dem tschecho-slowakiscben Staat geschlossen sein wird. Wahl- berechtigt ist jeder deutschösterreichische Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes, der am Tage der Wahl groß- jährig ist oder während der Jahre 1914 bis 1918 Kriegs- dienste leistete. Wählbar ist ohne Unterschied deS Geschlechtes leder wahlberechtigte deutschösterreichische Staats- biirger. der daS 30. Lebensjahr zurückgelegt hat. Vereinigte Kleinbetriebe Ma:iensem Borgesi?» g««« den Deutschen Eisenbahner- Verband und zegen die«iscnbakmverwaltung. Die vorstehend« stufklär««? w'rd dag« beitragen, diesem. gegen de« Bestand der sozialistische« Republik gerichteten Treiben Einhalt zu gebieten und den Charakter jener Wän««r in« rechte sticht zu fetzen. Zum Streik ber Arbeiter ber Siemeuswerke. stm 27. Stovcmber verfanimelten sich die Arbeiter der Siemen«- werke,«m da» Ergebnis der Berhandlunge« zwischen Arbeiterrat und Werkkverwaltung entgegenzunehmen. Roch bevor den Ar- beitern die vereiiidarten Lohnfähe bekanntgegeben wurden, gab der Beauftragte des Arbeiterrats bekannt, daß die Werkverwaltung er» klärt habe: Wenn die Arbeiter die Abmachungen nicht annehmen und weiter im Streik verharren, wird die KohIenberwaltlinßSstell« dem Werk auf vier Wochen keine Kohlen liefern. Die Folge würde eine Stillegung de» Werke» auf mindesten» sechs Wochen sein. Die Vertreter der Gewerkschaften seie» fiir sofortige Beendigung de« Streik». Die Abmachungen lauten im wesentlichon: Achtstündige Ar- be!t»zeit, Stundenlohn für Mechaniker und Schlosser 3,30 M.7 Dreher und Verwandte 3 M., Transportarbeiter 2 M., Arbeit»- rinnen an Maschinen 1,30 M. Die Akkordsätze sollen so festgesetzt werden, daß der betreffende Stundenlohn dabei verdient wird. Jugendliche unter 10 Jahren erhalten den bisherigen Lohn mit einem Zuschlag von?0 Prozent. Die Enirosschlüchtergesellen nahnwn i« einer zahlreich de- suchte« Versammlung Stellung zu den noch herrschenden Lobn- und Arbeitsbedingungen. Bergmann behandelt« in feinen An»füh. rungen die Verhältnisse, die jetzt unhaltbar geworden. Die meiste« au» dem Felde Zurückgekommenen finden keine Arbeit, während dl« Arbeitgeber eine 12- und 13 stündige Arbeitszeit verlangen. Einstimmig erklärte die Versammluna, daß d!« Arbeitszeit er- beblich verkürzt werden muß. Beschlossen wurde, eine 7 ständige Arbeitszeit zu verlangen. Einen Wcxhenlohn von 150 Mark und für Helfer einen Tagelohn von 30 Mark. Feriwr die Sckmffuwg «ine» paritätischen Arbeitsnachweise». Die Arbeitgeber können Jllriindcte Bezeichnung— in die Stellung zurückkehrten, ging Weg zum erstenmal nicht durch die Laufgräben, sondern über � Gelände. Die Nacht war stockfinster, e» regnete bald stärker, �ld wen ger stark. So stampften wir im Gänsemarsch in«n- �Rriindlichrm Schmutz, tasteten«n» vorbei an Wasser- �'üllten Granatlöchern, krochen auf allen Vieren über �glaubliche schlüpfrige Lehmhausen, stolperten über aller- e* Drähte, Balken und Erdklumpen, versanken bald dem einen bald mit dem anderen Bein« bl» an» Knie in �mutz und Wasser, lagen bald auf der Nase, bald auf dem Rücken. letzte war auch da« Verhängni» de» armen Ignatz Pro- i�dky, eines polnischen Bergarbeiter»,«reine» Vordermanne». Er pa>>d wohl eine Minute lang am Rande de» Abhanges, an dessen ein matter Schein wie vom Wasser leuchtete. Als er dann schfießlich durch unwillige Zuruf« von vorne und von hinten ge- Kleben, sich zum Abstieg entschloß, glitt er auS und lag dann von 7� Last des AffenS heruntergezogen, feiner ganzen Läng« nach in � gelben tiefen Lehmwasser. Al» wir ihn mühsam samt seinem 'lfiöbelwagen' wieder herausgezogen, war die Verbindung mit ein Vordermann abgerissen. Unsere gedämpften Rufe, die wir � bas undurchdringl che Dunkel hmauSschickten, blieben unbeant- . erftt. So ginge« wir denn aufs Geradewohl Wecker, um in � großen Wasscrfeld« unseren, öder w-nigstenl einen Platz J? finden. Für Augenblicke erleuchteten Leuchikugeln da» Feld. s>nn zeigt« sich unseren Augen ein Bild unheimlicher Zerckörung. T* und her Wassergräben in den charakterist!'chen Linie» der �Nützeugräben. An ihrem Rande die«ifilen Massen der au». Sktvorsrne« Erde. Millionen von Spatenwürfen hatten sie hm- �befördert. Aus den versoffenen Gräben ragt phantastisch aller- ? Bolhnzeug. Im nächsten Augenblick ist da» alle» wieder»er. I��nden. und die Nacht vor den geblendeten Augen nur um so »�orzer. Von Zeit zu Zeit heult ein Schrapnell herüber. Da» i», Pi sagen. Dann.kleckert' ein Z?t<,sch„zngewehr und !J, selben Augenblick da» Jauchzen und Singen seiner.Sing- gelein'. Dann ist alle WasserSnot vergessen. Ein jeder, un- �'ummert wo er steht, schmeißt sich zum Baden nieder, wer über sncm Grabe turnt«, klatscht i« da? Wasser nieder. Nv« Rufe, Fluchen, alle» Keuchen ist wie anSg-köscht. Auch dann wenn .Kleckern'«„»gesetzt, bleibt noch alle« ein« Weck- still Man Vaubt. der Tod Ist noch in der Bäh« und kann bald wieder da ps». Dann irgendwo ein Lfcckien. Fluchend erbeb» stch hier und 75» einer, während wieder einer'sich stöhnend au» seinem �°iserloch herausarbeitet. Dann geht'» im alt««' Tempo ?lit»r. bis wieder oa« Maschinengewehr drn Halt erzwingt. schließlich find wir aber doch irgendwo angekommen. Der Führer unserer Gruppe zwar verlor«, gegangen, da» ffturnctVe»■«* jedoch nicht. Wir waren froh,«in Loch gefunden zu haben, in dem wir unterschlüpfen konnten. Zum Glück war da» Loch groß genug, um alle den sieben Versprengten Obdach zu gewähren. Von der Decke fallen zwar die Tropfen langsam und dick. Die Kerze. die wir anzünden, spiegelt sich in dem Wasser, da» den Boden einig« Zentimeter bedeckt, und flackert unruhig in dem Zugwind, drr unter der Decke herstreicht. Aber wir stellen doch fest, daß sich hier wohnen läßt, vor allen Dingen darf da» Wasser getrost noch einige Zentimeter steigen, ehe. die vier Leute auf der unteren Bettstelle im sslassen liegen. Wir packen deshalb die Affen«In wenig beifeite, hängen die mit tausend Dingen beschwert« Koppel an die Nägel der Wand, setzen die arg beschmutzten Gewehre in einer Ecke zusammen und„hauen uns hin", so gut e» geht. Da» Schlafen hat bei den eiskalte« nassen Füßen, mit dem Hemd, da» von Schweiß und Regenwasser gleich feucht ist, und bei dem kühlen Zugwind, der über unsere Köpfe hingeht, die ersten Stunden keine rechte Art. Schlichlich geht'S aber doch und so schlafen wir im Angesichte unserer Feinde unbesorgt bis tief in den Dezembermorgen hinein. Wir machten'» also gar nicht wie der Krieg»- berichterstatter Julius Hirsch neulich in vielen Zeitungen sich vsr- nehmen ließ, daß wir„das Gewebr an die Wange pressen und hinauslauern in die finstere Nacht'. Wir schlafen hier manchmal in großen Baracken, zu mehr al» hundert Leuten. ES ist merkwürdig und lehrreich in einem guten und tiefen Sinne de» Worte», selbst schlaflos, den Schlaf der an- dern zu belauschen. Zwischen behäbigem Schnarchen klingt oft ein Stöhnen und Seufzen. Aber auch am Tage kann man zwischen all dem Lärm hindurch einen solchen Seufzer hören. Auch bei den Leuten, die niemal» den Humor verlieren. Ich meine, da kommt das in der menschlichen Natur zutage, wa» über st« selbst hinausweist. Die Kr»atur. die nach Erlösung seufzt- Jch Hab« ba« Entsetzliche de« Krieges noch nie so sehr empftni. den wie in diesen Tagen und Nächten. Alle Schönheit de» Leben« erscheint mir,«vi« Kleider und MaSken, die man heruntergerissen. Man sieh« eB rn seiner nackten Häßlichkeit. Ich kann G.... nicht zustimmen, wenn sie neulich meinte, daß die Dinger in der Vorstellung immer schreckUcher seien, al» in ber Wirklichkeit. Unsere Vorstellungen können nicht entfernt an die Wirklichkeit heran. Unser Faffungsveemögen reicht gar nicht au», vi« Dinge in ihrer gaiizen Schrecklichieit zu fasten. Man braucht zu dieser Erkenifini« gar nicht ver Massenmorde der großen Offenstvcn. von denen wir Gatl sei Dank bisher verschont blieben und von dk»en all«, die e« mitmachen, sagen, daß man e» gar nicht f» gräßlich mal«, kann«, wie e» in Wirk1ichk«A ist. Oder kann«an e» mißlich« seiner Gräßlichkeit fassen, wenn»in Leben abgebrochen wird, wie wir hier unser KeueutM» über fcarn Knie zerbrechen, ausgelöscht wie»in Licht. ZeNettachlmtM. Wem: etn Raubmörder seine Unterfuchungsakton sechst be- arbeiten würde, eS wäre nicht halb so grotesk, al» Leute wie Beth- mann Hollweg im Archiv de» Auswärtigen Amte? Material sichten zu lassen. Vielleicht stellt man ihm etliche getoandte Zauber- künstier zur Verfügung und Hoku»poku»-V«rschwindiku»,— flehe da,— .Eine schwarze Seele ging ins Hau», Blütemveiß geht sie hinan».' • Au» Dankbarkeit für die zarte lveHandkung rüstet sich vi« Reaktion zum Sprung, um der SUvolutia« ve« Kvpf abgubaiße«. » Laßt euch den Geist der Revolution nicht bürokcatisicre«! * Die Wespennester der Gegenrevotutia« l«sseu sich nicht durch tönende Redcnsarte« ausbrenne«. » Ein Wals, der i« Schafspelz einherwandelt. wird v�»h«ch ebensowenig zum harmlosen Vegetarier, al» ein General de» ve»- ruchten System» durch ein« rote Binde zum Revilutionär. Beide können ihre Natur nicht verleugne«, und wehe denen, die ihnen blindes Vertrauen schenken. Bru»o Schönlauk. y« der U-Boot-Fave. Ein« unheimliche Illustration zu den Schrecken be» Krieges gibt der Bericht einiger deutscher Matrosen über den Fund iu einem U-Boot-Netz. Den Engländern gelaug e» anfangs, viele deutsche U-Boote in ihren Retzen zu sangen, bi» man die großen U-Boot. rreuzer baute. Sin solcher Kreuzer stieß auf seiner Fahrt an ein Reh. ober da er mit Scheren zum Durchschneiden des Netze» ausgerüstet war, kam er lo» und brachte da» Netz im Schlepptau nach Ostend c. AI» man va« Rctz herauszog, fand man, daß drci U-Boote alten Typ« darin festsahen. Die hätten zu- sanimen äH Mann Besatzung an Bord, Vi« hier«tzue Aussicht aus Rettung den Tod erlitten hatten. «« b»ser Druckfehler hat sich in den«nffatz unseres Kunst- refeien»«» Dr. Map 5>eri.Zwijchenspi«!'«ingeschlichen:„«evogt schafft seine größeren Wert« zur Liebe de» genügsamen Kretin seiner Auftraggeber und Freinde." ft»»uß»stüUich-des genügsame« Kreises" h«iü«a. JfcT* üStjTre Tf�r flirf zMen, term sie nfkiTfen pro Stück V'esi einen sehr angemessenen Schlachtpreis, und ihr Wocheneinkommen beträgt obne jedes Risi'o erheblich mehr al» das don einigen Gesellen. Ein slrbeilgeber»rklärie, dag er gern bereit sei, mehr Gesellen eingnstellem und habe auch schon den Ansang gemocht und werde auch die Löhn« zahlen� Wenn da? von allen geschehen würde, bann wäre es leicht möglich, die Gesellen unterzubringen. Eine Menge MiKstöude kamen zur Sprache und wurde derer. Abhi'fe Verlangt. Die Stadtverwaltung wird sich mehr um die Verhält- nissc kümmern muffen und den fleische rmeisiern nicht alle? rn die Houd geben. Die Engrosschlächtcr haben jetzt begriffen, daff sie nur durch die Organisation ihre Lage verbeffcrn können und Haben derselben die Vertretung ihrer Interessen übertragen. ♦ Der sileischermeister Viebermann, Wiclefstratze 28, scheint ftxfi nicht» von den neuen Verhältnissen zu wissen. Nm recht billig, arbeiten zu können, beschäftiat er seinen Lehrling von morgens 0 bis abends 10 Uhr. Nach Ö Uhr abend» läßt er ssch ban einem Bekannten, der noch eine andere Beschäftigung bat. mithelsen, um nur keinen Gesellen einstellen zu müssen. Die Verkänkerin wird ebenfalls nach Kräften ausgenützt. HauS- KHIüssel gibt c» nicht. Es berrscht noch ein recht mittelalterliches egiment bei Herrn Biedermann.' Hunderte von Fleischergeiellen find arbeitslos und die Flaschermeister, die während de» Kr«geS gut verdient haben, wollen auch heute noch keine Rücksicht auf die Interessen der Allaemeinbeit nehmen. Sache der Konsumenten ist es, in solchen Fällen diesen Herren die entsprechende Antwort su geben. Die Stellung der Berliner Aerzte zur neue» Regierung. In einer aUfiengewöhnlich stark besuchten Versamm- lunvfl nahm vorcicsvern die Berliner Acrzteichast zu den UnnvÄzunuen der jüngsten Tage Stellung. Der Geschäfts- führende Ausffch»b lxrtlc einen Ansrnf�erlnssen, deinzusolg« auch die Aerzte u. a. emmülig l?) die schleunige Eiuberu- filng einer gesetzmäßigen Nationatversamnrlung verlangen inüßten. Die Versammlung selbst nahm einen äußerst stür- Uli fchen Verlaus, wozu ganz besonders die Ausführungen des zweiten Neserenlen, Gen. Za de k, Veranlassung ga- ben. Bereits«IS Zode-k allgemein von den, alldeutschen Mrrutkhelven" zu sprechen begann, entfesselte sich in der Ver- fannnlung ein ungeheurer Sturm. Man rief„NauS!", „SBfui!"„Wir treiben hier keine Politik!" uftv. Nur lang- .fam legte sich Her Eirtrüstungsstnrm und Zadek sichr fort, gegen die Aerzte die schwersten Vorwürfe zu erheben. Er fugte, txiß sie bisl)er mit eirier utwerantwortliclken Teil- »ialm!slosig>keit der modernen Arbeiterbeivegung gegen iiber- vestanden hätten, daß innerlsalb der Aerztesäxrft sich ein Standesdünkel in Reinkultur entwickelt l>abe, durch den nian defi Arbeiter als ein Wesen niederer Ordnung be- trachte. Er betonte, daß die Aerztesifiast als solche der poli- tischen und gewerkschaftlichen Arbefterbonutgung ebenso wie der Krankenversicherung verständnislos, ja feindlich geaen- überstehe und all« diese ssmgen rein von rhrem egoistisch »naterielllen Standpunkt aus betrachte. Ein wilder T»- vurlt setzte von neuem ein. Man schrie demonstrativ »Raus! Raus I Schlußl"„Wir verbitten uns solclw An- griffe", u. a. m. Di«.KamPfesstimmung hatte ihren Höbe- Punkt erreicht, als Zadek weiter aussübiste, daß die zwei sei- los in Avbeilerkreft'en vorhandene feindliche Stiinmimg den klerzten gegenüber fast ausschließlich darauf zurückzuführen fei. und daß ein« Aendernng nirr n täglich wäre, wenn die Aerzte unter Aiifsmcbe eines bornierten Standesdünkels den sozialen Fmgen mehr Verständnis entgegenbringen würden und der ärztliche Beruf nicht niebr ein Privileg der besitzenden Klasse sei. Eine neu« Zeit steh« vor der Tür, in der Wissenschaft und Aerzte nicht mehr vom Kapitalismus abhänaig sein werden. Zsast jeder Satz des Referenten war von Toben»nd Zwischen rusen begleitet. In der danrnf folgenden ebenso stürmischen DiSkufsion legte ein Arzt inst er allgemeinem Beifall Protest dagegen ein, baß der ärztliche Stand von Zadek so in den Schmutz ««zogen worden sei. Sodann wurde eine Resolution gegen die drohen de Verstaatlichung des Aemte'wndcs eingebracht. Arrr Mugdan fühlte sich verpflichtet, einen wabren Lobeshymnus auf den Aerztestand vom Stapel zu lassen. Was sei denn durch die Revolution Neues aeichaffen war- den?, fragte er. Zunächst, daß die Berliner Arbeiter- und Soldatenrätc sich eiaenmächtia die Herrschaft über ganz Preußen angemaßt hätten. Wenn die Versanimlung be- fchließcn wolle. Aerzte als Delegierte in den Nrbeiterrat zu wählen, so halte er es für eine E r- niedrig ung des Aerze stand??, sich jetzt sofort an die Arbeiter heranzudrängen. Im Arbeiterrat selbst habe man sich gerade über die Mitarbeit der Akademiker nicht lehr vornehm ausaeivrocscen. Man habe deullich zn verstehen aegcbcn. wenn die„Proletarier im Stehkragen" kommen wollen, so sei es gut, man brauche sie aber nicht. Er wisse iiberhoirpt nicht, wozu die Arbeiterräte Aerzte alS Sachverständige haben müßten: denn diele Arbeiterräte würden sich doch höchstens mit der Iraae beschäftigen, ob die Aerzte nicht jetzt schon zu teuer bezahlt würden und der Lohn der Arbeiter im Vergleich z» den Honoraren der Aerzte viel zu niedria wäre. Er könne dem Vorsttzenden des Arbeiterrats nur beistiurmen, wenn er mit solcher Ver- achtnna von Leuten spräche, die Heute ihre Reverenz vor ben Arbeitern machen, während sie gestern noch arbeiter- feindlich gesinnt waren. Er forderte unter dein stürmischen Beifall der Verlammluna auf, überhaupt keine Delegierten in die Arbeiterräte zu wählen.— A uch von anderer Seite wurde die ssjordernna unterstützt, ja ein Arzt meinte geradezu, daß dre Wahl von Aerzten in dcn Ar- bciterrat den Aerztestand prostituieren würde. Nack diesen Leistungen nabm die Versammlung schon um Ist Nbr einen Antrag aul Schluß der Debatte an und lehnte in der Abstimnuino mit überwältigender Ma- joritöt die Entsendung von Delegierten in den Arbeiter- rat ab. Inzwischen bat der Verein soziasdemokrati- scher Aerzte von Verlin beschlossen, für den kommen» den Montag eine zweite Aerzteversammluna einzuberufen. in der diese ssftaaen vom sozialistischen Standpunkt erörtert werden sollen. Zu Referenten sind die Gerren Magnus Kirschfeld, Kollwitz und Moses bestellt. Sckukd. Heute sind wir auf dem Sprung,«nke? dem glichen Jubel es mit unserer Schuld zum zweiten Male zu tun. Soll e? wieder erst zu spät werden, daß wir die Wahrheit er- kennen? Ja, die Dinge sind heut« schlimmer al» damals. Denn wo est de? Opfermut von einst flcb!ie!*n? Viele werden sich gar nicht darüber klar, daß sie den Sozialismus vor sich selbst nur zum Deckmantel herabwürdigen, damil jeder ganz persönliche, egoistische, über alle Fiele hinausgehende Forderungen erhebe. Egois- mu§ aber ist dos Gegenteil von Sozialismus. Sozialismus ist die Sorge für das Ganze. Und da» Gemeinwohl muß auch die Grenz« sein tür die Forderung de« Einzelnen. Jeder freut sich über seinen kleinen Sonde rvortcil. Aber jeder, der forderte, muß sich doch auch fragen: woher soll da« alle» kommen, und wohin führt es auch ihn selbst, wenn das Ganze am Egoismus der Ein- zelnen zugrunde gehl? Möglichst diel erbalien. aber auch möglichst Tüchtige» leisten: da» wäre immer noch ein Slandvunkt. Aber möglichst viel erhalten wollen und möglichst wenig leisten, da» nähert den Ar- bettenden dem Bettler und dem Pfründner, die er beide als Parasiten bekämpftl Wenn alle yleichzeit-ig ihre Forderungen anmelden und keiner warten will. in acht Deutschland Konkurs! Großberliner Kinder auf dem Lande. Auch im letzten KriegSsomme? wurden durch da» Jugend- amt Berliner Kinder nach Ostpreußen, Westprcußen, Pommern und auch nach anderen Piovinzen verschickt, um sich in Luft und Tonne bei kräftiger Ernährung zu erholen. 17 500 Kinder au» den Berliner Gemeinde'chnlen und zwar 10 000 Mädchen und 7500 Knaben konnten untergebracht werden. Hiervon sind über zwei Drittel durch ihre vorjährigen Psleaestellen wieder aurge- nvmmen. Der achte Teil sämtlicher Kinder blieb über den >5. Okioder hinalt» aus dem Lande. Durch die Für'orgevereinc wurden versibickl. soweit sich feststellen ließ, 15 370 Kinder, und schließlich reisten zu Verwandten und in die vorjährigen Pflege- stellen außerdem noch 15V07 Kinder. E» sind also im Ganzen etwa 49 000 Kinder, da» sind 23 Proz. der Gemeindeichtilkinder überhaupt, während de» letzten Sommer? noch länger al» 1 Wochen ländlicher Erholung teilhastig geworden. Stimme eines Heimkchrcnben. Un» wird von einem Frontsoldaten geschrieben: Wer von »steil beiinkemm!. findet die fcC'tnat beute IN einem äbiilicken un» wird von einem yronr>o-r>aten gejairieven: wex von außen hei in lem mi, findet die He mat heute in einem ähnlichen auschziiftand wie>914. Damal» sind wir mit Jubel in» Per- rbcn gegangen, da» wir erst zu spät erkannten: ohne unsere Die achtstündige Arbeitszeit wird b'k'nnllich in den städti- cchen Betriebe» vom 1. Tczember ab esttgeiübii Wie-n der.ctztcn Sitzung der Tiefbaudepuiaiion nrrlgeteilt wurde, wird für die Ar- beider der Stundenlohn so erhöht, daß sie keinen Lohnausfall er- leiden, Der WohnungSverband Grvh. Berlin trat am Mittwoch im Raihau» unter d. in Porsitz de» OberbürgeirnrisierS Wrrniath zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nach Festlegung de» in Groß. Berlin erforderlichen Bedarfs wird ein engerer A/u s j ch u ß v�on sechs Mitgliedern schleunigst die Perteilung der vom TlaalSkoinmissar für das WohiiungSivcsen zur Verfügung gestellten Gelbe rund die Inangriffnahme einer Reihe von größeren Bauten und der Behelfsbauten in den einzelnen lllecneinden be- schließen. Der WohnungSverband beschloß mit überwältigender Mebrhcit, daß der gesamte gemeinnützige Klein- Wohnungsbau auch in den Bereich seiner Tätigkeit gezogen werden soll. Wa» geht in der Pvstverwaltung vor? Nn» gehen ständig Klagen darüber zu, daß in der Postvcrwalluna derselbe rrakl oaäre Geist wie früher herrsche. Noch inrin«? scheint die Zensur ihres Am'eS zu wajren. Uns liegt eine AnsichlSkarie vor, die da? Bild der Beslathing der RevoluiionSopfer in Berlin zeigt. Minister H rsch hält seine Trauerrede vor der Menge. Diese Karte wurde am 25. d. M. von hier abgestbicki und kam am nächsten Tage mit der amtlichen Aufschrift.unzulässig" zurück.— Um Auf- Närung wird gebeten. Ter„Demokratische BolkSbund", dies« höchst unnötige und rasch anrüchrg gewordene Gründung, zeigt seine Auflösung an, die im Hinblick darauf erfolge, daß sich sowohl die Regierung wie fast sämtliche Parteien für die Nationalversammlung auSgespro- chen habe. Von den Unterzeichneten de» GründungSaufrusS halte sich eine erhebliche Anzahl kchon vorher redrückt. käsrvrrteilung in Wilmersdorf. Vom 28. November bi» 2. Dezemler wird n WilmcrSdori ohne besondere Voronm.'id.inz Käse auSregeben, und zwar Faustkäse, Tilsuerkäje oder Po-nijcher Liptauerläse. UcbCT die Hfsrntkiche Slihung de» NenkSllnrr A.» und S.- Rate« bringt da».Nenköllner Tageblatt" einen Bericht, der sich au» unglaublichen Perdrehungen und direkten Unwahrheiten z»- sammeirsrtzt. Hierzu schreibt un» der Vollzugsausschuß der U. S. P.D. Neukölln»: Wir stellen zunächst fest, daß die Vertretung der bankrotten Bourgeo jie Neukölln», die alte Stadwerordiiclenver- sammlung, allerdinge kein Recht hat, bei der Neuordnung der Dinge mitzuwirken, ein Standpunkt, wie er auch von der neue» Regierung anläßlich der entstandenen Forderung noch dem Zu- iaiiimeiitritl des Reichstag» einaenommen wird. Wir stellen fest, daß der Aufbau der neuen Ordnung atiSschließlich von den Trägern der Revolution, den arbeitenden Massen und den Sol- baten, vorgenomnien werden kann und nicht von den Vertretern eine« zusanimengebrockienrn SnstemS, da» alle Verbrechen de» vier. jährigen Kriege» geduldet end unterstützt hat. Zu der Sitzung de» A.- und S.-Rates selbst bemerken wir, daß im Gegensatz zu dem Bericht dc» Neuköllner Tageblatt» nur über den Zusatzantrag der Abhängigen Sozialdemokraten zum ersten Punkte der neuen Verfassung abgestimmt worden ist, der mit 86:36 Stimmen ab- gelehnt wurde. Bei dem zweiten Punkte über die Zusninmcn- setzung de» A.» u. S.-Rate» setzte die Sabotage der Abhängige» und der Vertreter der 64 er ein, die ein Weiterarbeiten irnmcg- lich machte. Ueber den ganzen Ver>'assung»entwurf konnte demnach überhaupt nicht mehr abgestimmt werden. Auch ist vom Genossen Habcrland nicht der Antrag gestellt worden, die Ein- kommen bi« zu 5000 Maul steuerfrei zu lassen und zur Deckung de» StetierauZfall» den Grund unp Boden zu verstadtlichen. Es konnte daher dieser Antrag, da er nicht gestellt war, auch weder angenommen noch abgelehnt werden. Es handelt sich bei dieser Frage lediglich um programinutiich« Erklärungen de» Genossen B»berlcnid, die allerding» bei der kvm inenden und»nauSbleib- lichen Sozialisicrung in die Wirklichkeit umgesetzt werden müssen. Daß die Abhängigen von einer solchen durchgreifenden Vergesellschafilickung de» Privateigentum» trotz ihre» Fest- hallen« am Erfurter Programm, da» diese Forderungen be- reit» vor 25 Jahren stellte, nichts wissen wollten, hat ihre Hai- tung in der Sitzung de» Arbeiter- und Soldatenrates bewiesen. Ein andere» Verholren hatten wir auch»jchl erwartet, waren aber von dem Verhalten der Proletarier im Waffenrock, den Vertretern der 64 er. doch befremdet. Die Aufklärung wurde un» erst nach Schluß der� Versammluna, als einige von ihnen zu uns kamen und mit Tränen in den Augen versicherten, zu der Abstimniiing von ibren Vorg.'letzten gezwungen worden zu fein. Eine Erklärung, die sie abgeben wollten, wurde ebenfalls von den alten Befehlshabern unter Drohungen hintertrieben. Am Schluß der Beifammlung, die eben durch die Sabotage der Abhängigen herbeigefübrt wurde, erklärten unsere Vertreter unter dem.Jubel der überfüllten Tribünen, an die arbeiten- den Klassen und Soldaten direkt zu appellieren. BollziigSauS'chnß der U. S. P. D. -Tempelhof. Bericht. Der sozialdemofratische Wahlverein der U. S. P. hielt am DonneiStag eine öffentliche Versammlung ab mit der TageSoröining: Was wir wollen. Der Reierent führte au», daß die heutige Revoltition in Befahr stehe, durch Sliinin- zcttel de» Bücgerium» und d-r LtegierungSsoziolisten erwürgt zul werden. DeShal» müssen die revokufienärchi Aftbefler khre«M: wahren und weiter ausbauen. In der Resolution kam zum Au» druck, daß e» Aufgabe de» internationalen Proletariats sein muh den Kapitalismus durch den Sozialismus abziikö'en. In der Ve* sammlung. die von etwa 1000 Personen besucht war. konnten 4« Nenautnahmen gemacht werden.? Ter Bund der Ko»sessi-n»l»sen hält am Freitag, den 29. diese« Monats, oben» TV, Ubr. in den Sophiensälen, Sophienstr. l7 wieder eine öffentliche Versammlung ab, in der die Diskussion do> ersten Abend« über das Thema.Revolution und Kirche" forlgeseP wird. Ansprachen werden Frau Bohm-Schuch, Schriststeller H«1] Emil Unger und andere hallen. Arbeiter-Samariler-Bund, Kolonne Grvß-Berlin. Montag> den 2. Dezember, abend» B'A Uhr. im Restaurant Mclchioritr. 1°� Vortrag. Nach dem Vortrage praktische Verbands- Ucdungciv Öläste haben einmaligen freien Zulrttt. Diese Vorträge un« Uebungen finde» von, 2. Dezember d. I. für die t. Abt. weg«» Kündigung des Lokals immer in der Melcksiorstr. 15 statt-lt 2., 8., 4, 5. Abt. werdcn Anfang Januar 1919 wieder er« öffnet. Nähere» wird später bekannt gegeben. Bitte Abgabe der Sammellisten. Alle aus dem Felde koinmende» Saem- ritcrgenosscn werden gebeten zur weiteren Jnsormation i'ch beim Vorsitzenden zu melden. Gustav Dietrich, Porsitzenoetc NW 23, Klop stockst r. 25, Hof l. pt. P! { Tie Herren und die Lenke. .Die Herren Offiziere können's schon oft A«b« aushalten!'— wie wurden..draußen" diese Worte laut, wenn die Mannschaften� si? � mit.trocken Carro" oder ungenießbarem.Dralitvcrhciii" begnüge« mußten, während ihre Vorgesetzten an wohlgcdeckien Tische� speisten. Wie richtig diese Ansicht war. das beweisen jetzt imn neue Tatsachen über das Leben der Offiziere, die zulage geiörde werden. Jctzl wird wieder eine Speisekarte publiziert, die ein ai schalilicheS Bild von den.Entbehrungen" der höheren SicDn selbst in der Zeit knapvsier Nasionen für die Mannschaften gibt- Am 15. August 1918 gab cS an der Tafel beim Oberkommando dcc 8. Armee folgende Speisenfolge: Kalles Vorgericht, Legierte Suppe, Ochsenrippenstück, Frische Bohnen und Kartofteln, Schokoluden-�albaefcorcue», Gebäck. « Dir»Leipziger VossizScitung" veröffentlicht ein« in der nähere Ang-'ben über die OsfizicrSverptlcgnng Helm»Häven gcinachl werden. Dorl gab da» OissizieiSkasui« im Jahre iyi8 an die Offiziere außer den auf sie enr-allendeN NahrungSinitieln monatlich noch folgende Extragaben au»; O« stuft «I'rhill, ö.?!" w. Znschristi in Wik' 600 Gramm 1000 1000 1000 1000 600 600 500 1000 600 600. 600 60. 1000 1000 1190 1000 eo1 10 Heringe 600 Gramm 500 1000 250 500 600 675. 600 Kafiee Zilsatzkafse«. Saiz.... ffic zenmehl. Zucker.. Kariosfclmchl Grütze.. Graupen 8 40 Ml. 2.-. —.20. —.40. -.84. —.41. —.87. —.37. »#f Erbse»...... 1.20 Makkaron!.,«,.—.80 Bucktweizen....—47 Haferflocken.....—.60 Tee.......—.80 �.7 C!«' fe' Marmelade. Kuiisth»»!« Dci'.lerivurlt Käse... Fett... .. 2.50. .:._ Z .. 8.02 r 1 .. 5.-. .. 8.18. .. 6.—« ..—.45. .. 3.50. .. 4.90. .. 8.25. .. 2.10. .. 2.50. .. 2.76. .. 2.10. Diese Mengen kosteten insgesamt 52.72 Ml. Eine unbestimmte Anzahl Eier und Kartoffeln erhielten dit Herren außer den Fleisch- und LebenSmittel.kaiten obendrein. 8»*. l iu,«i« �li Hartbrot. Speck... Backpflaumen Fe. gen.. f!. Wurst. Dosenfleisch Frischileisch Frilckwnrst »�rhei, Zugleich bringt der.Vorwärts' anschauliche Schilderungen über die Verhältnisse, wie sie sich in Warschau herausgebildet hatten. .Ungeheuerlich waren die materiellen Bevorzngun« gen dc» Osfizicrkorp». Die Osfizierkasinos gal'en bei allen Mannschaften al» die Ställen der Schleminerei. Dabei erhielten die Offiziere die Marketenderivaren nicht nur besser, sondern auch billiger al» die Mannschaften für ihren geringen Sold. In einem ganz unglaublich'cklechlen Ruf stand bei den Mannschaften die Verwaltung de» Rotxn Kreuze». Den Löwenaniei! aller Liebesgaben erhielten die Offiziere, namentlich von den besseren Genußmiitcln. Ebenso erhielten sie ständig Wäsche, die Mann- schaft ging in Lumpen. Ungeheuerlich waren hie Schiebungen. wclcke die Offiziere mit Lebensmitteln trieben. Herr von Beseler halte für sie gesorgt. Da» Ofsizieikorp» erhielt für seine Heiinatsendungcn den Speck»nd die besten Mursiwaren zu bedeutend ermäßigten Vorzugspreisen a»« den Garnisonschlächlcreicn und aus regni. irrten Vorräten. Di« Mannsciiasle,, mußten dagegen zu doppelten und dreifachen Preisen im Freihandel kaufen, obwohl ibr Sold in lächerlichem Mißvcrhält- ni» zu den Ofsiziersgehällcr» stand. Ständig winden die Mannschaften beim Essen übervorteilt, und da? auf diese Weise.Ersparte" wurde verschoben. Na'ürlich hatten die Offiziere im Kasino ihr besondere« Essen,»nd»m e» ihnen rocht billig zu gestatten, durften die zugelassenen Einkänfer einen Teil der für da» Kasino eingekautte» Waren z u Wucherpreisen an Private verhandeln. Dunir mußten sie den Reit um so billiger an da» Kasino abliefern. Die Klasscnicheiduna ging so weit, daß von der i» Warschau begründeten Bibliothek durch Goiivcr- nemenlSverfügung alle nicht akademisch gcbildet'en Soldaten ausgeschlossen wurden, damit die Herren Offiziere in der Viblio:hck auch recht unter sich sein konnten. Ueberall ragte die chinesische Mauer! Kann man sich wundern, daß bei solchen Verhältnissen Haß und Erbittening der Mannschaften grenzenlo» waren? AI» Til- sudski am 11. November früh seinen Handslreich gegen die War- schauer Garnison unternahm, da war kein Offizier zu- gegen, denn die Offiziere wohnten in ihren Privatwohnungen außerhalb der Kaserne. Al» sie sich wie im tiefsten Friede» an ihre Diciiststcllcn begaben, war olle» schon vorbei. Am nächsten Tage war die Hobeiizollern- exzellenz v. Bc,eter al» der erste Offizier verschwunden und da- von!" Wa» die geschilderten Zustände in Warschau belrifft, so gab e» sie n i ch i nur in dieser Stadt. An» zahlreickon Orten der Etappe im Osten»nd Westen sind unl Verhältnisse hekaiint, die ähnlich zum Himmel schreien. E» darf wohl aebosft werden, da» sich�lmld Gelegenheit finden wird, mit gewissen Vertretern und Stutzen auch dicker Zustande gründlich abzurechnen. Manch 'icr der Prozeß gemacht werden. An Beweismaterial eitlen. �»1. tz,." ir.c t"e». Ndn �>»« � hfki tT, tft i/...B dL h»c Ö-M ?« .'"a v kl Ä!" �'it/ einem mitf wird e« r. t Peranln.orUidt.t Acödhl.ur: Dr. S.««strlep».,«.'lin Wilmer.-°>. Dructi d»r Lmd»i»l>ruck«rei und Verlun»g«I,Ulchaft«. d. Q. kchillduuirdamm 18. s tri „T i« St», w** Ntrl