Mm? n Ä u» n muß er Vev ten 4A> >. diesc> str. Ii ion beä nge setzt ;t Heer Prett 10 Pfevulg. Morgen Al?Sgave. wie oii �en stltz nnünc« Tische im förbe' ;hi Kfc'i" n?ib: ibo bctilV .«»»kl»«»T C4lff*««(r»aww Itm. SrtH|ptrd)«r;»ml I80S«n» S«t>»a 1 ,»sch»w< iiMimal ISglid, hmimm»»b nschmlHtflC 1« QBVuJh»ur matgtn«. Der v«zug»pr«I» bilrägl bei in««ob* Hit«roft-Dctliii«onatllch>«lark. B-ch 'd(Surtnbuna anler«trelfbonh) 4 nach,«tflenungta stnb w«u,r— aB,schIl»hl>ch aw dl, eivabiliaB«B rlchlea� Sür ble '»>»> a»a»ärtla» v«N»llung,a Ift Barherig,«talaBvBB« dar Lerlmer örgan l der llnabhöngigen SoziMemokralWen Variei IsMiands »dl Ich BN dl» v«sl»klu»ig«a.. »«zugigedühr»rsarderllch. axpedlilon: verlln«««. vchlffVanrrdamm l»nr. Feruiprrcher: Am»»bvrden llttt»? und MOOS. Inserat» halten dl« slebengelpallen« nMImetetnell» ober beten Raunl So»l.»Klein« Anzeigen- da, seügedtudit« War' SO Ps., lebe» wettere Watt lS Pf. Teuetungszufchlag 3V Ptazenb vet FamtUenanzeigen und vetfaminlungsanliiinbigungen von Gewe k schalten unb politischen Or» ganisationen sällt bei Teoerungszuschlag sott. Jnsetal« sut ble Morgen« auegabe miillcn die fi Uhr odcnd« rni läge zuvor, ssnsetal» für bia Nachmitlagoauegad« di» vorm. 11 Uhr beider llzpedition ausgegeben set». Jahrgang 1 Kreitaq, den 211a November 1018 Niimmer 26 fchrlft, fö i I' Skosin» lenben Tagung der Soldatemöte. n die n. INgtN bilbet juti' otlfti irltcn nbern . J" «flcn nllrr sscrc« � ?ann- gen. c von seine onren ni>4 Die ieisen ihält« ,'ann« diese• izicte ig 3» t für a n Diner , baß uvcr- t'e n trren nten. Saß j Vil« s Kar» t Zu« r e n AlZ war crn« ba» gab rlen »nt, ben, ter» »nch rial o s. H- Segei>re»»'»li«l>ilr« Treib?reie«. �5-ff-ld,.,. HeBrmber.«ie di, �«sseldotts� S�« s,�»»ldet, ist � geftren a« der RheiBbrOile|tt einem An» (,•««MS«wischen«ngehSrigen de» einrußenden«,» tz,°-S»fante,Ie.Re,lment» 39 und Verteilern»n jj�tettcln de« nnd»..» ate» an«aldate» ge» l.,*'«)»ei dem ei« Wann schwer»rrletzt warben ist.«vf dem h.�endef der 3»,r»rfalst« ein«weiter Snfommensteb, al» ,1« �''»ier ferderte, daß einige Mitglieder de» freiwilligen Regi« 1 � �e Waffen niederlegten. Lei drn bednurrlichen verfügen «iemend getötet. Zwei Vertreter de»«.» nnd S.-Nate» später mit dem Divisianbkammanbrnr, weicher»r. Itis,'««S die ZnfammenstlS« ebne fein» Sinwilligun, rrfelgt dem NntHaufe waren im Lanfe de» Nachmittag» starke �«iigpofira«ufammengezegen. vlSpllch fiel ein V ch u S- ! b,n bannen die Peftea dem freiwilligen Regiment»er dem ! t» I« k»««rn. Maschinengewehre Warden am nnd % �"se anfgrflrV. Di» Schaffe find weh! aN« in di» Lnft f.. �»rn worden, denn»erledt wnrde niemand.>l» da» Vchirften ta,te gerade die ftildtische Sinan,semmisflan. Der vi« itJ'« wohnte der vdrr»Lrg«rmeister»ei, der sofort die eillirn» «nd mit Vertretern de»>• nnd E.-Rate»«am tlomman- f,,' ber 39« fnhr, mit dorn Verdandlnngen ansgenommen war- ! d�i �«»er de« Verlans der vrrhandlun»»« sind Einzelbriten . plannt. Ii, Herau»sorder«t»ren reaktsonüre? »jjj �oldatenrit««erben da Offiziere häufen sich. mit aller Energie durchgreifen Vor Soli'« Abgang. Hausmann deutscher Gesandter in Bern? t�. �er Rücktritt deS Ttantgsekretär» Golf ist amtNch nicht bekannt aeoebcn worden. Wie wir von unter- h? b>kr Teit? hören, brsteht aber kein Aweifel, daß ,,v Golf binnen kurzem sein« Entlassung ''n e n und erhasten wird. t«...Berliner Tageblatt" bemerkt zu einer Meldung "��r Nationalzeitung". daß al» Nachfolger für tz. tzemnäck x � srhigen ungesetzlichen Zustand pralestier«. fich ober ij.� Won»»läge füge. Darauf trat die Versammlung in Erledigung der Geschäfte«in. Die Schuldigen an den Oranger l d�.�er BollziigSauSschuß de» Zentral- GoldatenratG in fcs Hot an die ietziae Reaieruna folgende stiorderunaen h..«»ntral-Toldatenrat» übermittelt: t. E» ist sofort zu h/rrsuchen. wer die Deportation der belaisttien Arbeiter nach I�Nchland veranlaßte. Strenae Bestrafung dieser Per- ist notwendig. 8. S» ist zu untersuchen, wer di« L�rrreißuna der belgiichen Industriewerke veranlaßte. u.-»«ordnete. Dies« Personen stnd zu beslrasen. 8. Zu �rsi�n sind ferner die mit dem Prozeß der Miß Cavell �Dienhängeudeu Poraana«. Die EiericktSaktcn sind em- znsorsern. Det BossziiasauSfZntff kkaA dlß besonders Srlutldigen General S a u b e r z w e i g an. 4. E» ist dem Vollzugsausschuß genau bekannt, daß Generalleutnant v. Winter feld. der Chef de» Stabe» im ehemaligen General-Gouvernement Brüssel mit zwei Divisionen auf Aachen und Köln zustrebte, um di« Re- Volution niederzukämpfen. Dieser Offizier ist sofort zur Verantwortung zu ziehen. ES ist unmöglich, daß man noch jetzt tn ruhiger Gelassen- heil wartet, bi» ein Druck von den Alliierten ausgeübt wird und diese als Staatsaerichtsbof auftreten. Tie deutsche Regierung muß sofort zeigen, daß ste ernst- halt gewillt»st. Schuldige zu Mtrasim und dart nicht warten, bi» sie hierzu gezwungen wird. Ans Erzberxsrs Mgkelt. Wie er für Wilhelm agitlerte. WaS für Sorgen den vielbeschäftigten Staatssekretär Erzberger erfüllten, zeigt ein Flugblatt, aus dein wir hier eine kurz« Probe geben wollen. E» trägt di« Bezeichnung: Zentrale für.Heimatdienst. Staatssekretär Erzberger, Richtlinien Nr. 7. Tqb. Nr. l754/l8 lt. und ist Berlin. K. No- vember 1918 datiert. Wir geben eine charakteristische Stelle über„den Kaiser" wieder: „Es ist in der Prcffe richtig hervorgehoben worden, daß mit der Abdankung de» gegenwärtigen Träger» der Kaiserkrone den Absichten Wilson» gar nicht entsprochen würde. Solange die Stellung de» obersten Krieg»herrn mit der seine» A-ichfolger» verbunden unb als» die ganze monarchische Ver- fassung nicht ausgehoben ist, wäre der Stein de» Anstoße» nicht beseitigt. Andererseii» ist durch die Unterstellung der militäri- schen Macht unter die bürgerliche Negierung, wie sie jetzt durch- geführt ist. Wilson» Wunsch zur Genüge befriedigt. Nicht um di» Person de» Kaiser« und unserer Heerführer, sondern um ihre Stellung ist e« Wilson zu tun, unb diese ist durch di« bemo- tratischen Reformen der letzten Wochen und Tag« endgültig im Sinne einer volkSregierung abgeändert. »Dagegen aber ist da» monarchistische Bewußt» sein nicht nur in dem größten Teil de» deutschen Volte» fest verankert, sondern auch für da» ganze Gefüge der Nkich»r>nheit erscheint die Kaiseridee unb da» irotv archische Prinzip unentbehrlich. Man braucht nur an die Ber- hältnifle im Heer zn denken. Welche Erschütterung wücde gerade in dieser auf den Treueid und auf monarchistischen Boden er- wacbsenen Einrichtung notwendigerweis» durch die Abdankung de« Kaiser» oder gar durch die Beseitigung der Monarchie hervor. gebrachtl Aber auch in den einzelnen Staaten ist der man- archisch« Gedanke eng mit der ganzen Entwicklung und allen geschichtlichen Erinnerungen verflochten, so daß schwerlich eine Mehrheit de» Volke« innerlich einer solchen Neuordnung zu- stimmen würde. Die bürgerlich-demokratische Verfassung, wie sie bereit» In Kraft getreten ist. genügt ja sehr weitgehenden An- sprnchen de» Bürgertum» und der Arbeiterschaft. Ohne ganz durchschlagenden Grund— und ein solcher liegt nicht vor, namentlich nicht, wa» die Erlangung de» Frieden« an- betrifft— müßte eine Läsung der Kaiserfrag« im Sinne der Republik»ine tiefe Erschütterung und ben Zerfall de» Reiche», namentlich angesichts der drohenden Gefahr de» B«lsch»wi»mu». zur Folge haben." Wir wollen die Pikantem dieses Schreiben» nicht durch Zusätze vermindern. Nur die Frage dürfen wir erneugrn: Paßt Herr Srzberaer wirklich in da» neue Ntßime? von der Zulerua'ionale. Der..Progrd« de Lnon" meldet au» Le Havre»: H« y»- man» bat bei seiner Ankunft in England da» Sekretariat der französiichen Sozialisten-Parte! benachrichtigt, er würde dringende Einladungen für die Zusammen- k u n f t de» internationalen Sozialisten- Bureau» absenden. Ferner hat er L» n g u e t, Mistral und R e n a n d e l, die zu Delegierten bei der internationalen Zentralargonisation bestimmt sind, zu einer Konserenz in Brüssel aul reiordert. Lnklare Slimmunge». Der Plenarsitzungssaal deS Reichstages ist bis aus den letzten Platz besetzt. An den Wänden und in den Gängen stauen sich die später Gekommenen, die keinen Platz gefunden haben. Alle Tribünen sind überfüllt. Fast ausschließlich Militär. Die einzigen Zivilisten im Saale sind die Arbeiter- Mitglieder deS Vollzugsausschusses, der die Sitze der Regie- rung einnimmt. Schon bei Beginn der Sitzung ist die Luft mit Elektrizität geladen. Bei den häufigen Geschäfts- ordnungsdebatten kommt die Spannung immer stärker zur Entladung. Die Masse fügt sich nur langsam und ungern den parlamentarischen Formen. Es gärt und brodelt in ihr, sie hat noch keinen einheitlichen Willen und wird hin und her getrieben von Einflüssen und Vestrebiingen die in ihren Zielen nicht ganz klar zu erkennen sind. Stark tritt der Wunsch hervor, daß die Interessen der Soldaten besser als bisher gewahrt werden. ES ist das gcwerkjchaftliche Jnteresst ins Soldatische übertragen. Tie politische Zielklarheit kommt dabei zu kurz Zwischenrufe lassen erkennen, daß auch in der Masse der der Soldatenräte klare politische Einsicht vorhanden ist. Klatschende Hiebe sausen auf verjchwommcne Einigkeits- apostel. auf die halben und Viertclrevolutionäre herab. Aber noch ringt diese Einsicht nach Fornniliening. Sie beherrscht noch nicht die Masse, die. von der Revolution emporgehoben und in da? Zentrum des politischen LcbenS hineingeschlcudert, sich in dem Berliner Chaos noch nicht znrechtsindet. Es ist ein Chaos, weil die starke formend« Hand fehlt, die den gärenden revolutionären Stoff zu meistern vermag. Dieser Stoff rebelliert gegen sein oberstes Ergan den Vollzngsrat, der zu fern von ihm fast als ein Fremdkörper betrachtet wird, den es zu beseitigen gilt. Er- bittcrung ertönt aus mancher Rede. Unzufriedenheit schwelt an allen Ecken des Saales. Demagogen schleudern ihr« feingeschlisfencn Pfeile in die Versammlung. Sic stacheln die Massen gegen den Dollzugsrat aus. Sie suchen einen Keil hineinzutreiben zwischen Soldaten und Arbeiter. Sie lenken die Hörer van den großen gemeinsamen Aufgaben der Reooliition ab und scheinen die Absicht zu haben, im Trüben zu fischen. Dieser Wirrwarr einander durchkreuzender Bestrebungen ruft Proteste der anwesenden Delegierten von der Ostfront und aus Süddeulschland hervor. Auch sie finden sich in dem Chaos nicht zu recht und verlassen enttäuscht den Sitzungssaal. In ihren Reden ist mehr Klarheit und Festigkeit alz in denen der Berliner Redner— vielleicht, weil ihre Aufgabe daheim einfacher, die Lage schneller zu erfassen war. Der Kampf der Geister wird abgelöst durch eine dramatische Szene— das Bekenntnis des Oberleutnants Walz, der aus dem Vollzugsausschuß ausgeschieden ist.' Unter spannungsvollem Schweigen des HauscS beichtet er seine Tat: die Aussage gegen führende Parteigenossen vor dem Untersuchungsrichter einige Tage vor der Revolution. Ein menschliches Dokument. Aber der Schluß verdirbt das Konzept— Walz will nicht einfach im Bewußtsein seiner Schuld im Hintergrund verschwinden. Er spekuliert auf die politische Unklarheit, at�f die Gutmütigkeit der Masse. Er ichlägt sich zu den Gegnern des Vollzitgsrates und will in» Kampf gegen Ihn noch hervortreten. Tie Sitzung geht weiter. Ter Kleinkrieg politischer Intriganten ziebt die Masse von den großen einheitlichen Zielen ab. verhüllt vor ihr den tragischen Ernst der Stunde. So der äußerliche Eindruck. Aber trotzdem: auch diese Masse ist erwacht und im Banne der Revolution. Es gilt weiter zu arbeiten, um ibrcn Willen fest zu gestalten und in Taten umzusetzen. Denn sie wollen die Revolution, wenn sie auch nur tastend den richtigen Wea suche». M WWWöme In Lemberg. Immer neue Nachrichten treffen ein. die davon Kunde geben, daß es taljächlich i« Polen und vor allem in Lemberg zn furchtbaren Ausschreitungen gegen die Juden gekommen ist. Ein Augenzeuge gibt in einem Berliner Blatte eine Schilderung über die Vorgänge, die ein grausige» Bild«nb rollt. Selbst wenn einige Uebertreibungen unterlaufen sollten, so bleibt genug de» Schrecklichen übrig. Kaum waren die polnischen Legionäre nach der Bertreibung der Ukrainer in der Stadt, so heißt es in diesem Bericht, da begann auch schon die Plünderung von jüdischen Geschäften, von Passanten auf offener Straße.«Ungescheut trugen die bewaffneten Plün» derer die erbeutete» Gegenstände am hellen Tage in ihre Wofy nungcn oder verkauften sie gleich an Ort und Stelle. Einige Stunden spätep begann man auch schon mit dem Morden. Paß sanken im Judcu.v ertel wurden einfach niedevgefchosiSn oder niedergestochen. Patrouillen von Legionären drangen in die Tloh» nungcn ein, ermordeten ganze Familien und raubten dann die Wohnungen au». Das politische Kommando tat, als hörte und sähe e» davon nichts, obgleich Juden-Deputationen um Schutz baren. Am schlimmsten wurde es am 23. November. Da fand ein Morden von einer unerhörten Bestialität statt. Schon in den Mar» gcnstunden begann eine regelrecht« Treibjagd im ausgedehnten Judenviertel, das ein« Bevölkerung von ungefähr SO OOS Seelen hat. Die einzelnen Straßen wurden durch einen Kordon bewaff neter Legionäre abgesperrt, die Häuser mit Brandbomben oder mit Hitse von Petroleum angezündet. Bersuchten die HauSbewoh- ner zu flüchten, um dem Flammentode zu entgehen, so wurden sie entweder niedergeschossen oder mit Gewalt wieder in die Hau- ser zurückgetrieben. Einige hundert Juden hatten sich in die Bet- Häuser geflüchtet, in der Hoffnung, daß der Respekt vor der ge« weihten Stätte die Mordbuben zurückhalten würde. Legionäre sperrten sie aber in die Bethäuser ein, zündeten sie an und ließen die Unglücklichen verbrennen. Um die Mittagsstunde stand daZ ganze Judenviertel in Flammen; auf den Stroßen lagen die Trümmer der niedergebrannten Häuser, lagen die verkohlten Lei- chen der Verbrannten. Die Leichen wurden dann gesammelt und in großen Sälen untergebracht. Nach polnischer Schätzung dürften bei dem Autodafö clfhundert Menschen umS Leben gekommen sein." In einem anderen Blatte gibt ein Augenzeuge eine ähnliche Darstellung:„Die Plünderer drangen systematisch in jede» HauS ein und raubten eS von oben bis unten auf. Der HauSrat wurde an» den Fenstern auf die Straß« geworfen; die Einwohner flüchteten blutüberströmt, viel mit aufgeschlagenen Köpfen, auf die Straße, manche blieben dort in ihren Blutlachen liegen. Am schlimmsten erging es denjenigen, die in ihrer Verzweiflung in die alte Synagoge geflüchtet waren; unter en-tfetzlichen Qualen erlitten sie den Flammentod in der Synagoge. Uralte Thora- rollen wurden auf die Straßen geschleift, in den Schmutz ge- warfen und von den Baniditen mit den Füßen zertreten. Die Samtnmhänge der Thorarollen banden sich die Räuber um und vollführten wahr« Freudentänze. Dann aber wurde das Ghetto regelrecht umstellt. Au» allen umbiegenden Häusern wurden die Kaden herausgetrieben, dem von polnischen Truppen umstellten Platz Theodora zu; dort etnpfing sie von vier Seiten Maschinen- gvwchrfeuer, das die Unglücklichen einfach meldermähte." Die Gesandtschaft der polnischen Republik in B'erlin gibt dazu eine Srllärung ab, die recht lahm erjcheint: Sie gibt bekannt, daß sie sich eine Mitteilung über vi« juden- feindlichen Ausschreitungen bis zum Eintreffen amtlichen Ma- terials über die eingeleitete scharfe Untersuchung vorbehalte. Im übrigen liegen noch folgende Meldungen vor: Wien, 28. November. Das Präsidium des Zentralkomitee» für die Interessen der jüdischen Bevölkerung im KriegZgebiet hat wegen der Pogronie gegen die Juden in Galizien und die Kow- grehpolen bei dem polnischen Gesandten Dr. Habicht und bei den hiesigen Vertretern der Krakauer Liquidationskommission i n t e r- V e n' e r t Die israelitische, Allianz« habe eine Hilfsaktio« für die Opfer der Pogrome eingeleitet. Wien, 27. November. Nach einer Meldung de» Kurier Lwowski empfing der Kommandant der polnischen Truppen in Lemberg eine Abordnung der jüdischen KultuSgemeind« und de» füdischen VürgerklubS, welche ihm die durch uniformierte Banden verursachte Vernichtung in den Straßen und Prwathäusern und die Plünderungen schilderte, welche sich in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend sowie am Sonnabend vormittag ereigneten. Der Brigadier drückte sein Bedauern über die Vorgänge au? und erließ einen Armeebefehl, worin er strenge Maßregeln zum Schuhe der judiüben B-völkerung anordnet«. Wie daS„Neue Wiener Tagblatt" erfährt, hat sich gestern eine aus mehreren Entente-Offizieren bestehende Kommission auS Budapest noch Lemberg begeben, um an Ort und Stelle Erhebun- gen über die Judenpogrome anzustellen und den Regierungen bet Ententemächte ausführlichen Bericht zu erstatte»». f Maße iwTt■CrtwnsmftTffrf zu versorgen." Ehe diese Erleichterungen noch zugestanden wurden, kam die Nacbricht von der Ab- dankung de» Kaisers und dem Wechsel der deutschen Regictung. Die Alliierten erhoben sofort die Frage, ob die Regierung, die den Waffenstilliiand unterzeichne, überhaupt in der Lage sein würde, seine Bedingungen zu erfüllen. Diesen Be- denken gegenüber ivar es nur die Versicherung unserer Unter- Händler, daß auch eine Regirrring Ebert, wenn sie den Waffen stillstand unterzeichne, die Macht hätte, seine Bedingungen dnrchzu führen, die verhinderte, daß sich die Verbandlungen zerschlugen. So sieht die Siellungnohme der ReichSregierung und damit des V. B. Ebert zur Lebensmittelversorgung Deutschlands in Wahrheit aus. Sie hat um Brot und Fleisch die Ergebnisse der Revolution nicht verraten, wie die.Roie Fahne" behauptet, sondern wird durch ibre Bemühungen, wenn Volk und Organi- sationen zusammenhelfen, die Schrecken einer Hunaerrevolnt on hintanhalten, durch die allein die revolutionären Errungenschaften gefährdet werden können. Das beweist auch wieder der„Pctit Parisien", der unter dem 17. November schreibt:„Die Antwort Wilson» auf die Solfschcn Jerem aden ist kategorisch:„Wir wer- den euch erst dann mit LebenSimtteln versehen« wenn ihr die Ordnung bei euch aufrecht erhaltet." Am die Aalisvqsversammlmiz. Eberl und die ErnShrunz. Berlin, 28. November. sW.T.D.) Die„Note Fahne" entnimm, dem.TcmpS" die Behauptung, der V. B. Ebert habe den Präsidenten Wilson gebeten. Deutschland mit Nahrungsmitteln zu versorgen, aber„nur unter der Bedingung, daß hie öffentliche Ordnung in Deutschland aufrechterhalten und eine gleichmäßige Verteilung der Lebensmittel garantiert werde". Diese Behauptung ist vollkommen unwahr. Die Tele- Gramme, die der V. B. Ebert an den Präsidenten Wilson ge� richtet hat, sind stets in vollem Umfange veröffentlicht worden. Weder in ihnen, noch in irgend einer sonstigen Kundgebung ist eine solche„Anregung" enthalten. Sie findet sich einzig und allein in der Depesche Lansing» an die deutsche Regierung vom 13. November. Wie unerhört die Verleumdung ist, die ReichSregierung habe auS der schrecklichen Ernäbrungslage ibre» Volke« politische» Kapi- tal schlagen wollen, mag aber nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten»»d Erfolge bewiesen werden, welche die ReichSregie- rung im Kampf um eine bessere Versorgung unsere» Volle» er- zielt hat. In dem von den Gegnern ausgearbeiteten Entwurf de» Was- fenslillstandSSvcrtrage, war die Lebensmittelversorgung Deutsch. landS nicht nur nicht berücksichtigt, sondern cS waren Bedingungen vorgesehen, welche die ErnährungSlatastrophe unausbleiblich ge- mach! hätten. So verlangte der Artikel 9 da» unbeschränkte Recht der Requisition für die Entente in allen besetzten Gebieten. Die Beauftragten der Regierung erreichten«ine wesentliche Be. schränk nng der Requisition und sofortige ordnuugi. mäßige Abrechnung. Artikel 1s verbot Requisitionen, Beschlagnahmungen und Bei- treibungen von Lebensmilteln jür Deutschland in Rumänien und Rußtand. �„ Wir setzten den freien Einkauf zur Ausfuhr nach Deutschland durch. Artikel 2b behielt d'e Fortsetzung der Feind- seligkeilen für England vor, bestimmte also die Aufrcchicrhaliung der Blockade. Nach langen Verhandlungen genehmigten die Geg. ner die Hinzufügung des Satzes:„Die Alliierten und die Per- einigten Staaten nehmen in Aussicht) während der Dauer de» WajjeusiillstanöcS Deutschland in dem al» uotwendia crkgnaten Wie ei heißt, wird sich in aller Kürze die Regierung über Termin und Wahlmodu» für die Nationalversammlung sch'üksig werdcn. Einem Vertreter der»Boss. Ztg." gegenüber sprach sich der Staatssekretär de» Reicheamts de» Innern, Prof. Dr. Prenß, über die Aussichten seines Entwurfs, der dem Rat der Volks- beauftragten unterbreitet wurde, wie folgt ans: Die technischen Schwierigkeiten, die man vielfach befürchtet«, könnten al» über- wunden gelten. Der Entwurf des ReichSamtS de» Innern werde voraussichtlich mit ganz unwesentlichen Aenderungcn Annahme finden. Auch die Wahlordnung, die ja allerdings von weniger ausschlaggebender L-edeutung sei, sei bereits im Entwurf fertig» gestellt. Unmittelbar noch der Annahme des Reichsrvahlgesetzes durch die Regierung werde der W a h I t e r m i n anberaumt wer- den. Bedenken könnten noch die Tatsache veranlassen, daß unsere Heere im Osten und ebenso auch die Armee Mackensen noch nicht zurückgekehrt sei und der Zeitpunkt ihrer Heimkehr nicht ungewiß sei. Aber auch der Wunsch, diese Hunderttausende von der Wahl zur Nationalversammlung nicht auszuschließen, könnte durch besondere Maßnahmen berücksichtigt werden. Die neue N e i ch S v c r fa s s u n g, die als eine der ersten Porlagen der Nationalversammlung unterbreitet werden müßte,»vcrde ohne Zweifel vi» zu ihrem Zusammentritt rechtzeitig fertiggestellt werden.»- Inzwischen liegt wieder eine Reihe von Kundgebungen vor, die eine baldige Einberufung der Nationalversammlung fordern. Meist stammen sie von Soldaten-Nälen, manchmal auch von Ar- beiler- und Soldalen-Räten oder Von Parteien, wirtschaftlichen Vereinigungen usw. Beachtenswert erscheinen Aeußcningen unseres österreichischen ParteiblattcS, der„Wiener Arbeiterzeitung", mit der Ueberfchrift Deutsch oder russisch?", auS denen wir folgende Stellen hervor- heben möchten: »Die Demolratle ist die Voraussehung des Sozialismus. Da» war bis vor einem Jabr gemeinsame Ueberzeuguna aller Sozialdemokraten der Welt, die Heber» zeugung. die den Bolschewismus vom Anarchismus scheidet. Im Kampf um da« allgemeine und gleiche Wahlrecht ist die Sozial- demokratie entstanden. Der. demokratischen Selbstregierung de» ganzen Volke»,»nr die es felblt feil Llahrzrbnten gekämpft bat. stellt sich jetzt die Diktatur de» Proletariats entgegen. Nicht Vertretungskörper, die au! dem allgemeinen und gleichen Wahl- recht heraus gewählt werden, sollen das Land regieren, sondern Arbeiter» und Soldatenrät«. Dieser Gedanke ist zuerst in Rußland aufgetaucht und wurde dort schon heftig bekämpft. Die Macht des A.. und S.-RateS ist hervorgegangen aus der wirtschaftlichen Rückständigkeit Ruß- l a n d». In D« u t s ch l a n d ist das Proletariat nicht wie in Rußland eine kleine Minderheit, sondern die große Mehrheit der Bevölkerung. Die deutschen Arbeiter brauchen nur einig zu sein, um die Mehrheit in der Nationalversammlung z» erwirken. Der Versuch einer Sozialdiktatur hätte in Deutschland wohl zunächst dieselben Wirkungen, wie in Rußland. Er würde einen offenen Bürgerkrieg herbeiführen und dadurch da» ganze Wirtschaftsleben zerrütten, sowie die Gefahr von Ein- mengung der Entente in die inneren deutschen Verhält. niste vergrößern." Der Artikel klingt au» in«Ine Mahnung zur Einigkeit inner- halb der Arbeiterschaft, dann brauche sie vor einer Entscheidung nicht bange zu sein. Dann werde auch Oesterreich ein Teil der sozialen Republik von morgen sein. Die A�kereruiihrnvg. Eine cmf Einladung des Ministers Hirsch km Mini- sterium deS Innern unter dem Vorsitz des Ministerial- dirÄKvrS Kirchner zur Bem-dbng der mälirend der Demobilmachung und nach Friedensschluß erforderlichen gesundheitlichen Maßnah me n zusammengctrete- nen VerfanmUting von anerkannton ärztdiclren, hygienischen und sonstigen Sachverständigen auf dem Gebiete der Volks- gesunhideitspflege stellte fest, daß infolge des N a b r u n g s- mangels Leib� und Leben von Männern. Frauen und'Kindern aufS tief st e gelitten hat. Namentlich in den letzten Monaten haben sich die Gesundheitsverhältnisse von Tag zu Tag v e r- schlechte rt. und e« steht bei der Unzulänglichkeit der diesjährigen Ernte an Brotgetreide. Kartoffeln und Vieh- futter mit Bestimmtlieit zu ennarten, daß unabsehbarer. nicht wiedergutziimachender Schaden, ja geradezu eine Hungersnot eintritt, wenn nickt in allerkürzester Frist die ausgiebig st eNabrungSmittel- ii ndJutter- m i t t e l z u f u h r aus dem Auslände einsetzt. Abflaue« der Slre-ks w Oherfchlesien. Im oberschlesischen Kohlenrevier ist nach Meldungen der„V. Z." ein« erhebliche Besserung der Lage eingetreten. Nach. dem e» gelungen war, die Arbeiter zu überzeugen, daß die von polnischen Agitatoren geführte Propaganda für den Streik ein Mißverständnis zwischen Arbeitern und Arbeitgebern für ihre Zwecke ausnütze, hat der überwiegende Teil der Gruben- arbeiter die Arbelt wieder aufgenommen, so daß von einer halben Million Arbeiter nur noch wenig über 1000 ausständig sind. Auch mit den Metallarbeitern soll«ine Einigung zustande ge- kommen sein. Die Vertrauensmänner der beteiligten Arbeit- nehmervecbände haben sich über ihre Forderungen mit den Ar- beitgcbcrn geeinigt und iordcrn nunmehr alle ihre Mitglieder zur Wicderausnahme der Arbeit aur. Nach Ansicht der Arbeiter in Oberschlesien haben, wie eS weiter heißt, die Ertcbiiissc der nach Waeschau gefahrenen Polenführer nicht unerheblich dazu beigetragen, den Streik beizulegen. Teuisch- polnischen Avgeordnetcn soll in Warschau erklärt worden sein, daß sie sich der bork getriebenen Poklikk zu fllgeik hllkten. Dicst rechtweisung dürfte in ihrer jetzigen Aeiguiig zchr VerstäntE zum Apödruck gekommen sein. Der gegen Eisner. Rr. Der Venstoß de» bayerischen MimsterpräM gegen die kompromittierten Knegspo-litiker hat die � öaritätSge fühle aller Betrofsenen geiveckt. Der wärtS" ist sehr unwillig: H „EiSner Hot damit einen Schritt i»cian. der der ReichSleM ihre schwierige Lag? gerade nicht erleichtert. Dr. S o l s in bester Absicht in den Dienst der repubtiia nischen Regierun? stellt, aber natürlich kann er nicht au» seiner Haut Hern»» undl> die Tinge mit seinen Augen an. Warum von München aut Logen so überspannt wird, versteht man in Berlin nicht." Danach solle inan geradezu meinen, der Staat sei � wie vor einzelner Menschen wegen da. Gerade ws Tolf nicht ans seiner Haut heraus kann, darum soll er' einmal ans seinein A in t herausgehen. Daß der$c!' leitung ihre Lage erschwert werde, ist ein llnding. sie bedarf in all den Stockungen und Spaltungen Kräfte, die sie, willig oder widerwillig, vorwärts ba" Solche Kräfte gibt eS in Berlin selbst, es gibt sie aber$ anderswo— und nur die Reaktion könnte eS bcdaiw daß es sie gibt. Da der„Vorwärts" sachlich nichts Ernstliches Forderungen EiSncrS einwenden kann, sticht er ihn wf zu koinpromittieren. Ter VorwärtSredakteur K u t t n> Ser damals an der..Chemnitzer Volksstimme" tätig � behauptet. Eisner hätte auf Grund von Informationen' bayerischen Kriegsministers die Redaktion bereits in J letzten Juli tagen 1914 über den bsvontebenden Ausbrnü' Krieges unterrichtet, den das Verhalten Rußlands meidlich gemacht habe. Er sei damals auch für die Ks� bewillignngcn eingetreten. Darüber wird silli wohl Eis' noch selbst äußern; es ist ja möglich, daß er von dem Mm getäuscht wurde. Jedenfalls hat Eisner sehr bald. Täuschung diirchsckflnt und im Unterschied von man« andern darnach gehandelt. Der..Vorwärts" aber möge des alten Satzes erinnern: Irren ist menjchlich, schimpflich ist ßS. im Irrtum zu verharren. 'a! Der TÄbefland. Der„Vorwäris". den die Forderung, baß nur itti'";' bromittierte Versönlichkeiten im Auswärtigen Amt � handcn sein dürfen, sichtlich in schlechte Laune verletzt* läßt diese an dem Aufruf der llnabhängigen ans. Wir ihm zu wenig entschieden für die Nationalversaminl� Der„Vorwärts" verschiebt noch immer den Tatbess� Gen. Hgase hat wiederholt erklärt, daß auch er den? sammentritt der Nationalversainmlung für unumpänl> halte. Nicht darum aber handelt es sich. Sondern drch daß jetzt, wo die Wahlen noch gar nickt möglich. toA1' l i st i s ch e Politik gemacht wird und man sich nicht d' begnügt, auf den Lorbeeren der Revolution auszuruhen� trotz oller Warnungen und Mahnungen des„Vorwol' stattgefunden hat.. Diese Pölitik soll gemacht werden ohne zarte Rüw auf die Wahlcinung der büraerllcbcn Parteien, wollt �' auch die Scheu gebärt, die Vertreter und Helfer de»» Z Systems in den RegicrungSämtern und insbesondere Auswärtigen Amt zu entfernen. Wir wollen ober entschieden sozialistisch? Politik sowohl auf jj? tischem als auf wirtschaftlichem Gebiet und nicht n u r � bereituna der Wahlen. Der„Vorwärts" aber neiat minier zu einer demokratischen Sammelpolitik und läßt von Gesichtspunkten einer engen Fraktionspolitik während uns die Interessen des Sozialismus allein Richtlinien unseres Handelns vorzeichnen. �$ Bonne Saal lautet! des V D< wird o einem Falle schli> de? Vc Grund anznzn der voi fußt b, E« Objekii werden heim,, de» P? Gottsch D der P. andere Ei dereinc doten ii Außer! Di in der trauen schuß teil, n Pol s nicht 2 erstatt, »nd d ahnten haben. s o t i o uniers Militä daß d« Aatürl Werder lassen« haben zu uni Doch eln proles! an Wilson. Nachdem bereit» das AnSwärtiqe Amt wieder und s# Bitten um Milderung der Maifenstillstandsbcdingungen an Witf gerichtet hat, hat jetzt auch der Vorstand der neuen Deuti� Demokratischen Partei ein Telegramm an den ten gesandt, das gegen die Schärfe der Deutschtanv auferlel? Bedingungen Stellung nimmt. Das Telegramm betont zuv" daß zu der Deutschen Demokratischen Partei diejenigen gehe�, die wäbrcnd des Krieges immer, soweit eZ bei der drücke� Zensur möglich gewesen wäre, die Gcwaltpolittk bekämpft hä� während die Agitatoren de? Nationalismus ihr fernstünden(r, wohl nur mit sehr erbeblichen Einschränkungen zutrisftl. e» � dann für die Wahrheit all dessen ein. was über die Not lands gesagt worden sei, spricht von der Gefahr, daß au« der beitSIosigleit»nd dem Hunger die Anarchie der Straße hem gehen und wiederum zur militärischen Reaktion führen könne.** protestiert schließlich dagegen, daß die Vertreter ei*. chauvinistischen Machtpolitik, eine« verderbli** nationalistischen Geistes in den Ententestaatcn über die 8� fünft de» deutschen Volke» und über die Zukuitzsi Welt entscheiden soüwn. . ItX Gehör Me B vSkgf n UNS.') fr" fr"»- «cner. Bericht Vcricht fcclegi oeigcot »»» vi Deul'ch'De�erreich und Deullchlimd. Der Gesandte der neuen deutschösterreichischen Republik� Hartmann, hat einem Zeitung� Berlin, Herr Dr. Ludo.. WWW... treter über die Zukunft Deutschösterreichs gesagt: Die brennendste Frage wäre im Augenblick die Frage si Anschlusses der deutschö st erreich! s chen Repub� an daS Deulscke Reich. Die dynastischen Interessen der H* burger und Hohenzollcrn waren bisher nicht unter einem � zu vereinigen. Nachdem die imperialistischen Interessen der sj den Dynastien verschiounden sind, besteht eigentlich kein rc»', I*».Wk*» sinv,»VII»". Hindernis mehr, um all« deutjchsprechenden 5 rneinlam fühlenden Völker in Deutschland und Oesterreich auf BasiS de« Selbstbestimmungörechiet zu vereinen. Da«&■ bestimmungsrccht wird zweifellos das Grundrecht der Zuk»' sein. Das deulschösierrcichische Volk könnte es nicht versteh wenn gerade mit ihm in dieser Beziehung ei»« Ausnahme gdw" werden sollt«. Die Entente hätte allen Grund, den Zusammenschluß� deut;chsprachigen Gebiete Oesterreich» mit der deutschen Rep»' zu fördern, denn einerseits wird dadurch die Muhe Europa�. hohem Maße gesichert, da ohne diesen Anschluß durch deuts� JrredcntiS.nn« diele Ruhe beständig gestört wurde und ande� seit« deshalb, weit durch diesen Zusaminenichluß eine wick' deinokratijchc Lösung geschaffen wird. E« wäre ein Trugs«#/ wen» man annehmen woklre, daß Deutschland, weil e« nach Zusammenschluß einige Millionen deutscher Einwohner mehr yj— i"..... v....yv(/kui|vi,vv»S'imvvM/iii.l UiCLiv o ie» wird, leicht wieder imperialistijchea Träumen nachjage» lö� «3 ijulssid Minist ivgSra nicht l "nlin Keförde Berlin btut-sch Ter? «•in« u Lrnira w ein« la fcenfte der heute [aserne Kais«« clch Irl Iving iedcn «rhebe Ihrer wische ta« ua, »egoun kr egei »Usgen a, ff' «ersau ttüher« »olutio Di« Rc "CDi>hi KHa»g war«, der 3( (Ä eii c Seine in offen tl Di Nah (tetchr »Orb »S difchtn »nsere scharf b. Nu» t Uiing; 'roll »Olli P« t« Bfnn gerade durch dt» national« Tätttguag und Trrreichung der natürlichen Bölkerzrenz«« wird diesem Bemühen ei» Stiegel vor» geschobert. Lloyd George sür verfiöndlxung und Völkerbund. Slngcsrchr« einer gewissen Stimmungsmache, die es so dar- stellen möchte, als ov in den Ländern der Entente ein« chauvi- nistische, rached'irstige Stimmung gegen Deutschland völlig die überhand hätte, ist e» von Interesse, von einer Rede de» eng- tischen Ministerpräsidenten Lloyd George zu hören, die er am 12. November in einer liberalen Versammlung hielt. Die »Tögl. Rundschau" gibt daraus einen Auszug, dem wir folgende Darlegungen entnehmen: Es ist nach meiner Ansicht Aufgabe de» Liberalismus, seinen Einflust nach der Richtung auszuüben, daß hinfort der Friede die Welt regiere. Wie sollen also die Friedens- de dingungen sein? Sie müssen zu einer Einigung führen, die von Grund au» gerecht ist. Keine Einigung, die gegen da» Prinzip der Gerechtigkeit gerichtet ist. wird eine dauernd« sein. Dcr Friede von 1870 71, der von Deutschland Frankreich auferlegt wurde, warf all« Prinzipien von Gerechtigkeit, von Treu und Glauben über den Haufen. Wir wollen uns diese» Beispiel als Warnung dienen lassen. Wir dürfen nicht erlauben, dah irgendein Gefühl der Rache bei den Friedens- bc dingungen die Grundprinzipien von Gcrech- tizkeit um st ah t. Einfluhreich« Persuch« werden gemacht werden, um die Regierungen durch Drohungen einzuschüchtern, uni von den Forderungen de» Rechts abzugehen und niedrigen, schmutzigen Hdecn, diktiert von Habsucht und Rache, zu folgen. Wir müssen uns dagegen mit aller Entschiedenheit wehren. Die Aufgabe der Regierung bei den nächsten Wahlen muh daher sein, dah die britische Delegation bei der Friedenskonferenz Anter aller. Umständen für einen gerechten Frieden eintritt." Fm wetteren Derlauf dieser Red« kam Lloyd George auf die Frage deS Völkerbundes zu sprechen und erklärte:� D e l Völkerbund wird in Zukunft mehr denn j e n o t w e n d'i g s e i n. D e früheren Zustände auf dem Balkan S' che n ungefähr zwei Drittel von''Europa in Mitleidenschaft. Ein« grohe Anzahl kle ner Nationen ist in Europa entstanden. Diese müssen geschützt werden gegen die Habsucht und den Ehr- geiz ihrer Nachbarn. Der Völkerbund sichert Frieden und Ein- schränkung der Rüstungen. Dre Einschränkung der Rü- stungen aber ist eine Garantie, dah wir die all'- Lemcine Dien st Pflicht loswerden. Selbstverständlich müssen wir in Ilnserem Lande ein« tüchtig« Arme« haben al» •Sicherheit für da» Reich, aber ich sehe bei Schaffung des Völkerbünde« eine Weltlage kommen, die in keinem Lande die allgemeine Dienstpflicht mehr notwendig macht." » Dazu kommt eine Meldung der Expreh-Korrespondenz, die besag l: Die Anhänger de« Verständigungsfrledens in England de- ginnen nach ihrem urfprüngl chen Schweigen, allmählich aus ihrer Reierve hinauSzutre'en und in Presse und Oefkentlichkeil wehren sich die Stimmen.die nachdrücklich gegen «in« Vergewaltigung Deutschland« auftreten. Auch Henderson ist wieder auf dem Plan erschienen und hat sich in einer Wahlrede ausdrücklich zu einem Frieden nach den Grundsätzen Wilsons bekannt, dessen Erhaltung durch einen 'Völkerbund gesichert werden mühte. Weiterhin erhob Henderfon die Forderung nach einer direkten vertrewng der englischen Ar- bcüer auf dem FriedenS'ongreh. Ein Umschwung in Varls? Nach einer Genfer Drabtung des„Verl. Lokal-An- »eigers" ist bei der Beurteilung der deutschen Negierung >n den Clemenceau nahestehenden Zeitungen ein auffälliger Umschwung zu verzeichnen. Me Zweifel an deren Bestandsfäbigkeit sind geschwunden. »Hamme Libre".„Matin" und andere Blätter führen auS, es Gieße ein gefährlickvS Experiment machen, wenn man den Umsturz der gegenwärtigen Ordnung begünstigen wollte. Au dem Artikel wird angedeutet, daß die Anbahnung don i/iplomatischen Beziehungen der Entente- llaatcn zu den unmittelbaren Nachfolaern des deutschen »aiserreicheS da» richtige Ziel wäre. Ludevdorff reuen den Frieden. Wien, SS. November. Der Berner Korrespondent de«»Neuen Wiener Journals" erhält von einer Perfönl chkeit, welche dem i Winistcrium de» Auswärtigen in Wien nah« stand, folgende »uthenii'che Mitteilungen: Graf Czern In hat kurze Zeit nach seinem Amtsantritt 1VI7 al» Mimster de» Aeuhern im Auftrage Kaiser Karl» in Berlin Kaiser Wilhelm erklärt, Oesterreich- Ungarn stehe am Ende seiner militärischen und wirtschaftlichen Kräfte und könne den Krieg kaum über den W.nter hinaus fort- setz 7�,. Graf Ezernin lege infolgedessen Wilhelm II. auf» Dring- Uchite nahe. Frieden zu schliehen, wenn e» lein mühle mit grohcn Dpfern. Lesterreich-Ungarn erklärte sich seinerseits zu weitest- gehendem Entgegenkommen bereit. Wilhelm II. w e» damals ahne persönlich Stellung zu nehmen. Graf Ezernin an da» Haupt- quartier, wo eine Beratung mit Hindenburg und Ludendorff statt- fand, bei der allerdings Hind.enburg ziemlich passiv blieb, während Ludentorfs da» Wort führte. Graf Ezernin legte in sehr bewogten Worten die traurig« Lage der Monarchie dar und schloß:.Oesterreich-Ungran steht vor dem Ende und kann einfach "ich* mehr lange." Ludcndorff aber erklärte:»Ich bin der Ansicht, daß lediglich da» unglückselige VcrwaltungSsystcm an der pessimistischen Auf. fassung schuld ist, die gewaltigen Kräfte der österreichisch-ungari. schen Monarchie seien bereits ausgezehrt. Ich bin," schloß Luden. dorsf...bereit, den Beweis dafür zu liefern, indem ich der Vcrwal- tung Oesterreich-Ungarn» während der Kriegszeit deutsch« Kam-, w ssäre attachiere- Sie werden sehen, daß die Sache gehen wird." Graf Ezernin, über diese Antwort auf» Höchste betroffen, er- stattete Kaiser Karl Bericht, der natürlich einen solchen Eingriff in die innere Verwaltung Lesterceich-Nngarn» entschieden ab- Uhnje. Kurze Ze t darauf begab sich Ezernin neuerdin-i? in» Deutsche tzaupteniartter und ließ nunmehr zum erstenmal die Möglichkeit durchblicken, daß Oestervcich-Ungarn gezwungen sein könnt«, bei längerer Fortsetzung de» Kriege» einen Sonder- frieden zu schließen. Auf diese Erklärung hin erhob sich Ludendorff und sagte mit größtem Ernst:.Sogen Sie Kaiser Karl, daß an dem Tage, an welchem Oesterreich-Ungarn /inen Sonderfrieden schließt, er eine Kriegserklärun» Deutschlands zn Tod und Leben mit dem Deutschland verbunden. Wir können nur mit Beginn von Feindseligketten beantworten." Graf Ezernin brach hierauf das Gespräch ab und kehrt« nach Wien zurück und erklärte Kaiser Karl:.Unser Schicksal ist auf Tod und Leben mit dem Deutschland« verbunden. Wir können nicht ander», al» an seiner Seite aushorren." von den Wafsenstjllstnndsverhandlungeu. W. T. B. verbreitet folgende Mitteilung: In der letzten Sitzung der W a f f e n st i I l st a n d» kam- Mission in Spaa haben die englischen Vertreter namens der Britischen Regierung ernst« Beschwerde darüber erhoben, daß die britischen Gefangenen an der We st front nicht ordnungsmäßig übergeben würden, sondern halb verhungert, krank und ohne genügende Klei- dung in den Linien der All! erten anlangten. Die Erklärung der deutschen Delegierten, daß die ordnungsmäßige Nebergabe wege» der durch die Woffenstillstandsbcdingvngen aufgezwungenen über- stürzten Räumung nicht möglich sei, daß ferne' viele Gefangene entlaufen oder von revolutionären Elementen befreit wurden, ist von den englischen Vertretern nicht anerkannt worden. Si« haben vielmehr erklärt, daß sie di« deutschen Behörden ohne Rücksicht auf die inneren Verhältnisse voll verantwortlich machen, und daß die Britische Regierung mit Rücksicht auf di« Erregung der öffentlichen Meinung in Eng- land, wenn nickt Abhilfe geschaffen werde, die Feindselig- leiten wieder eröffnen würde. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß von deutsche» Seite alle» geschieht, um eine ordnungsmäßig« Heimschassung der englischen und der übrigen Kriegsgefangenen herbeizu- führen und dah durch die daraufhin getroffenen Maßnahmen die Durchführung eine» geregelten Abironsporie» dieser Gefangenen sichergestellt und bereit» in erheblichem Umfange bewertjtelligi worden ist. lieber da« Schicksal der deutschen Ostafnkakämpfer Witt» ge- meldet: Auf die Anfrage der deutschen Waffenstlllsiandskommission über die weitere Behandlung der deutschen Truppen in Ostafrita hat das englische Kriegsministerium geantwortet, daß die deut« scheu Truppen in Stärke von ISS Europäern, llSS Akkari» und etwa 8000 sonstigen Farbisen die Waffen gestreckt hätten. Veranlassung hierzu sei die Mitteilung deS feindlichen Oberbefehls. Haber» an den Gen«rat von Letwlo-Vorlkeck über den Abschluß de» Waffenstillstands in Europa gewesen. Die Truppen würden in Abercorn, am Südend« de» Tanganvika-See» gesammelt. Den weiteren Abtrankport veranlass« sodann die englische Regierung Ob der Seetransport at!f deutschen Schiffen ersolgen werde, sei noch nicht entschieden. Elve neverllche vekklferklgnnq?zw'!ns. Wien, 28 November. Der ehemalige Minister de» Aeußeren Graf Ottofar Ezernin veröffentlicht folgende Erklärung: Herr Dr-Jaffi hat unter Zitierung«ine» Briefe» von mir die Be- Häuptling aufrecht erhalten, daß»in Friedensangebot Amerika» durch einen Vertrauensmann Wilson» erfolgt und von mir abge- lehnt worden fei. S» handelt sich um einen der zahlreichen Fälle, in welchen eine Privatperson den Versuch unlernehmen wollte, die FricdenSfrage zu fördern, ohne jedoch irgendeine Legitimation al» Vertrauensmann der gcgneriichen Regierungen nachwetten zu können. In dem vorliegenden Falle handelt e» sich um den Groß- industrielle» JulttiS Meindl, welcher gewiß von bester Absicht be- fcelt, seine Mithilfe zur Förderung der Friedensfrage anbot. Herr Meindl. welcher sich nicht al» Vertrauensmann einer fremden Re- gierung legitimierte, hat mir kein Friedensangebot Amerikas oder eiirer andere» gegnerischen Regierung übcrbracht. Veröffevllichangd:?t!ngrris�enGehe'mdMNevke Budapest, 2K. Nadember. Auf den Borscktlaa der sazial« demokratischen Mitglieder deS Kabinetts hat die ungarische Negicruna die Bilduna eines Ausschusses beschlossen, der auS den vorliegenden Gcheimaktcn festzustellen hat. auf welche Persönlichkeiten in Ungarn die Mitschuld kür den Ausbruch des Weltkrieges fällt. Zum Leiter dieser Kom- Mission wurde der sozialdemokratisch« Minister K u n f i er- nannt. ES wird beabsichtigt, da« gesamte Material der Oessentlichkeit zu übergeben und die Tchuldigen vor einen Gerichtshof zu stellen. prokest des rusi'fchen Voten Kreuzes. Moskau, 26. November. fRofta.) Der Präsident de» russischen Roten Kreuze» hat an die Komitee» de» Rosen Kreuze» in Genf und New Dort ein Telvaram gesandt, in dem er bittet, ihm in der Fürsorge für die russischen Gefangenen in Deutschland zu unterstützen. Er protestiert gegen die Ausweisung der Vertreter de» russischen Roten Kreuze» au» Deutschland, fordert die Zusammenarbeit der russischen und deutschen Instanzen und di« Zulassung russischer Vertreter de» Roten Kreuze» nach Deutschland. vle Konstituante für veutsch-Oesterrelch. Wien, 27. November. In der heutigen Sitzung der National- j Versammlung wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, durch den die konstituierende Nationalversammlung auf den 1. März 1018 nach Wien einberufen wird. Die Wahl für die konstituierende National. Versammlung wird durch den SlaatSrat auf einen Sonntag Ende Januar oder Anfang Februar ausgeschrieben werden. Weiter l wurde der Entwurf einer Wahlordnung für die konstituierende Naüonalversammlung eingebracht. Der Entwurf beruht auf dem Poportionalsystem mit gebundener Paeteitiste. Insgesamt sind j fllk alle Gebiet« D-ntsch-Oesterreich»«» Wahlkreise vorgesehen mtt 218 Mandaten, indem entsprechend der Bevölkerungszahl auf je<8 888 Einwohner ein Abgeordneter entsällt. Wahlberechtigt ist jeder deutsch-österrrichisch« Staatsbürger ohne Unterschied d«» Geschlechtes, der am Tage der Wahl großjährig ist oder während der Jahre 1814 bi» 1818 Kriegsdienste leistete. Wählbar ist ohne Unterschied de» Geschlechtes jeder wahlberechtigte deutsch-öster- reichische Staatsbürger, der das 88. Lebensjahr zurückgelegt hat Zrovzöstsche Posten in badischsn Orte«. Kehl, 28. November. Di« Franzosen haben gestern abend auch ans der badischen Rheinbrücke, ohne Mitteilung von Grün» den, Posten aufgestellt. Deutsche» und französische» Militär steht dort in dichter Nähe, tritt aber nicht in Verkehr miteinander. Änck an ander«» badischen Orten wivd die Aufstellung französisch« Posten auf der rechten Rhvinseit« gemeldet. Ueber das Verhalten der in die Pfalz eingerückten Französin wird gemeldet: Di« Dohnlinien wurden mit Patrouillen schwor. zer Kolonialsoldaten besetzt. Unterwegs hotten die Franzosi« auf ihrem vorzeitigen Vermarsch verschiedene deutsch« Heeresongehörige festgenommen, sie aber nack ihrer Vernehmung sofort auf freien Fuß gesetzt. Uebm da» Benehmen der fremdlörldischen Truppen sind bisher kei ne» l e i Klagen bekanntgeworden. Beim DurchmarsiWeren rufe» sie den Bewohnern Begrüßungsworte zu»nd stellen«i» dauernd gute« Betragen in Aussicht.. SyWstiekund'ebung für den Solinger A.- und S.-Val. München, 28 November. Der Münchener A.» und G.-Rai hat in einer Entschließung dem A.» und D.-Iiat von Solingen, der mil heimkehrenden Fronttrnppen«u Konflikt geraten war sein» Sympathie ausgesprochen. Lux-mhurg such! Schvtz bei Mlfou. Haa«, 28. November. Wi« av» Washington gemeldet wird, hat die Regierung de» Großherzogt, mrS Luxemburg sich an d«« Präsidenke» Wilson mit der Bitte um Sckutz gegen die Gefahre» der deui.lchen Dcmobil-isalion gewandt und gleichzeitig gebeten, daß Wils«, di« Jnwresien LurembiirgS auf der Frieden»konf«renz vertreten möge. Diese» Ersuchen wurde dem Obersten AeiegSrat in Versailles unterbreitet. Vaueru-«irä tandarleiler-Röle. Eine große Anzahl landwirtschaftlicher Organisationen, bo« Deusschcn Londwirt.sch»st»rat und dem Bund der Landwirt« bi» zum Landarbeiterverband, veröffentlicht einen Aufruf,«n dem zur Bildurni von.Bauern- und Landcrrbeiterräten" ausgesoidert ivivb. Es heißt darin u. a.: Ein„Bauern- und Lairdorbeiterrot" ist in feder selb« ständigen Gemeinde zu wählen. Gutsbezirke sind in der Rege» einer benachbarten Gemeinde anzualiedern. Jeder Rat muß an« mindestens sechs Personen bestehen und zu gleichen Teilen au» den Kreisen der im lVniptberus sellsstönbl» gen Landwirte und Arbeiter bzw. der nich'Iandwirtichaf.tlichen Landber-ölker.ing gebl-det werden. Für den Bereich jeder unteren Verwaltungsbehörde ist an deren Sitz ein.Kreit- fVezirk»- und bergl.i Bauern- und Landarbeiterrot" zu bilden. Di« unterzeichneten Körperschafien bilden einen Zentral» bauern- und Sandorbeiterrat in Berlin, dt» Anweisungen und Rotschläge erleilt. Aufgäbe der„Bauern- imd Londarbeiterräte" ist Unterstützung der zrist'ichi-vn Behörden durch: 1. Mitwirkung nnt Beratung bei Erfassung und Schutz der vorhandenen LebenSniittel, bei der Regelung ihrer Ablieferung an die bezugsberechtigten Slellen und bei der Bekämpfung de» Schleichhandel». L. Erhaltung der landwirtschaftlichen Betriede, Förderung der Erzeugung, insbesondere durch Sich.-rung von Saatgut und Steigerung de» Anbaue», Wiederaufbau der Viehzucht, Förderunn de» GenallenschoftSwesens, 8. Mitwirkung bei der Aufnahme der entladenen Krlegs- teilnehme? nnd der Beschaffung von Arbeit und Wohnung für dies« gemäß den Bestimmungen der DeinobilinachungSb höld« 4. Gegenseitige Hilfe beim Schutz von Personen und Eigen- tum. Volksgenossenk Die Not der Zeit fordert die ZittammenfasTvng aller Kräfte zur Erholhing der VolkSwirlschaft. Alle» Trenuende jsat zurückzutreten. Angesich!» der großen Ausgaben tu« jeder sein« Pflicht, die Stunde verlangt es gebieterisch. Der Staatssekretär d«» Reich»ernähr»ng»- a m t e s, Genosse Wurm, erläßt dozu ein« Bekannt- m a ch n n g. di« anordnet, daß bereit» bestehende„Banernräte" im Sinn« der zwischen den Organisationen getrossenew?W«in. bovungen Uimziigestolten seien, und bi« ferner ein,g« Aus- führnngsbestimmungen über de« WohlmoduS gibt. Hoffentlich bewähren sich di« Bauern- nnd La-ck>arbe>terräte und tun da» ihrige, um eine geregelte ve' sorgnng der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln HevbeizufüHrenl tu'kerslMervng. Graf von Arn im- Boitzenburg, der Präsident de» Herrenhauses, erläßt folgenden Protest:> Nach Zeitungsnachrichten bat die revolutionäre preu» ßisch« Regierung in Uebereinslimmung mit einem Beschlüsse de» VollzugSrat» de? Arbeiter- und So'datenratS von Ber» ltn am IS. d. Mi», die B e s» it i g u n g de» Herrenhause» verordnet. Der Regierung wie dem Vollzugsrai steht eine gesetzgebend« Gewalt, die dal geltende verfassunzSrecht für den Preußischen Staat zu ändern vermochte, nicht zu, NamenS de! Gesaintvorstan- de» de» Herrenhauses lege ich gegen die geplante Maßregel hierdurch Verwahrung ein. Berenlivorllicher Redolitcur: Dr. 6. Aestrieoke, Berlin Wilme-ov» f, Druck der Lindeudrucknei und Derlne�gclilijchall m. d, H. Schislboueldainm 18 rlo« link, imii Koffmann) D-miilftnSG, Ecke FiMrlcluircße in öEn nßchr.en lmn. Kernte iiöll Ttunfer und Ve�nWnm. Opernhaus rrtl'«», 29. Nov., mltra(< 12 Uhr: Sisfa z, Abrnd* 7' j Uhr; 4. Sf•QrJr KcaJort 4 r«»!»»»« dar Üata4lncB Paul Heidemann U.l«trpinMrvta, U.l««»>:«> d»u>at Ellen ßlchier ■ U.t KKtanbctiMak O.T »arlBJUrt. Kclmandas/ ä Laban �*■ DIE BLAUE LATERNE * Rudolf OdiibraJi MOZARTXAA.t. Deutscher Arbeiter-Sängerbnnd. — Gaa nerlfn rnid Unucywd.' Die»m Monis:, d«n 2. Dsztmbsr»Isttfindsnd« Probe lar Mtnser- cb&r« findet nicht im MQewerkscha{tsh'iose". sondtrs Im Böhmischen Brauhaus, Landsbcrser-Aliee. suu. Beziua punkuich s ut>r. Dar Voralaad. Oeffentliehe Wersammlung QÜer Angehörigen der Marine Sonnabend, den 30. November, nachmittags 4 Uhr im Gewerkschaftshaus(Engelufer 13). Tagesordnung: Die Marine und die Revolution. Referent: Dr. Oskar Cohn. Kam&raden, erscheint iri Massen!! Einberufer: Leopold DSrlng ß) 1) ) ) \) 1) I) ) ) ) ) i) B kÄLÄÄJBjÄAÄÄuÄi iotenfrauen zum Austragen der Zeitung„DiO FrnlheSI" werden gesucht Meldungen werden an fulgenden Stellen entgegen genommen; RurzrocH. ZiWDkkifcplatz 5 PQUi»I2tz, Rauni0t8üaBe 35 Gust. Lüchtnfir.n,imb ta.rstr.n ßttO Sieker, Camianttiifia 19 Rlchnril Henc e!,üieiionistr.l8v GllStCU Köhler, WittstockBiSirJfl G US' OVBD Utü, Ii1 il.ltil1i(br«i!»rttr 47 Otto Tornseifer, Rudolf WoSflCh, Wi8serstraBi3i Fritz Gliesche, Solöiner Str. 33 Osknr KOkner. Schwalle 69 Hax Böttcher, OlSÄw Str. 28 Fritz Meu/s, twiw AliSs 21 Otto KdOSS, bamstureistriBe 52 Kox JOrüflD, libil LI(,DrtU irSU.U D aselbst werden auch Bestellungen entgegen genommen Verwaltung Boriin. Tel.: Amt Vfonfwlatz lOO-ja, 3Ä7ft.'Piirtan: Slimdcffrcfcr 30. deosse aussah Bchtung Drechsler(Oltbezirk) ®otti!tnn, htn i Tcseinbrr, vorm. 10 Uhr bri Merk«« aan, Grog? Frnnfi urler Str. IS Sesp? über Lohn- und Arbelt�eikre TlNN?. Eän'ütche»»Ilr�rn n:l>ffan da an faMtrtztara, a»b. San: t. Xs|tlarbnuna; varf?»? d.>«n!»»t«g»»dqcdid,irlru Ott» Hin:„Ncb.-raaugaUtlrt.chaft.� 2. Oraiid.tuailucIcgMitrtiin. S. Bci|(6ir.Hiir». Aidtr« che« unb»llttiulck,« Silchlwcn wird rmorl«. CanntnA,»e« I.®c|:mb»r 1018. dprurlnns» 10 Mti» BrsucitesivürsammSyn� der BinritSitar und BEnrichterinnen tu titSkers JlefsM.'rn. �rdrritrabr 17. Sagtlorbnun»; I. IlHicrr®aii ttrftf.irUoßt. It luisioB. 2. vranchrn- »n«e>.«rn rtt n..1. Br>|chl-b»». ?n Bnvcliachl der aiikierorbrntllch fvIchrlAen Togtle'.baunt Ist (a'ttil bea uub pünlilichu Sr chr:ncn druis.cnv„faraotlch. Kedtuvo! Bsm�xchBAgpr fiChtungl Csnutno, brn 1. Isjcmbcr 1918, bormltian* 1" Uhr Branchenvcrsammlung dar Eauanse9ilä*:er Im Satal v°» 4>n»intrl, Solu ni-Stinh: 5. XaftttTbnuua: 1,»»rrlrtit d.r»a n. tlnan Ild-r dir Vrrhandlunara ml: dr>:»trdrl:«rdrni. 2. Dlrtutsion. 3. Leiichl.'b»r«. In«ndrlr-ch! Sri w: ilg n Ta eaorbutu'.g lft t» 4-fllchi, bat l«bn BaBcgc alt»trluntmlunj btfu i u •anntflfl. de» 1.»e,«mbee 1018. bonnttlao« 10 Uh» Branctte��erssmi�fung der Wickler, Wicklerlnnen und Isolierer Berlins und Umsehend Im üvlal«an R.cl Säl»!»A•finiaoiltnise 7». Tagelordnung: 1. Vi t hcln r, w de» vlweteitctrird«» attsk 2. Ver!wa:t,„'a:.Ist die Vetlleir--iteNrnchaf« 1" »im. dir si.,tu!ari,chr„ n t r u.unft, ilkt In Branltzeita»»ad EierdflRea»» I. Januar b d ualer»er Utedingu a In»«Der Dt» »1 d-r«u,» l'üdreu. tat e ne Ordtd»,-, der«erdandadrltrSge«» 10 PI.»r» Sache In alte»«elrragaitaffn, a» 1. Januar l».» ciMcUtP P.»aNtS ttiche«. g, III Suren awe Un«, leben Del.'ginfe», lein«anbei anttaMtn Bfi in l,e>«r Verl mmrnna arnursi-nb ut t« n «Uailwtdnch NN»«egltlmatla»taela»»"d am Cum-, de»«aal8 zweck-«d,l»m»e> na aarzuteg-n vbn«:«ch»n»»ar'e!r.» ftmrill. Btt mit Irl eu Uilu gcn Oder b wachen tut Kfleiunb Ift. cd nla'it Irin» S»»!«.•!<<4t«liMlrl«»»A> __ 8.«. Kugak Rata«. Sektion S. Industriearbeiter. eonmoe. den 1. Se,em»ae 1018, ImriulttaAS• /,»HB. Grw«rl,chauadau». Bngrl.Ufc> 16.«aal 4. VsksMmlM aller laisn-tl- n. MsacheUer t Arb�ler!aue»ausderNela!l-n.ASstnugsludusKle. Xaeelaibaang: 1, Dada, und Aidali»!raaen. 2. Siclluna-adme zur Ä!l«»er8nfsiHenn« der».1» Keaalt» aB Cndcniilevftll�ing ab 1. Januar 1919. S.«tri je«n«4. A der l'eirir» mu»»»IzldNa aerrrele, sei».>NtgN«d4»Sch«, Und ata zudrina n.«e irta« ISnnen drzahu werben. Pill laUcgUllichoa wrutz»I« CrfilonSIrttn»«. S. wat«atubaedt Uerband der fabrikarbeirer Dentsedlanüs. _ t sira: ttagei.lt« 16. rate an: Warlgata, litis. AitririrJ ßchttnol LHemistHe Jnöustxie. Eaurrias. de» 1.»cgeurder. mUtOA« 1«he I»»ewartschaf,SH»«fh S»get-U'«i 15, ttaat L» Ischnferti,»»Vtr RrbeUtranficbasK. Otriranettleatt«d TirbtlUrtiU a«r tbemUclici Betriebt«79,» Neri,»«.» Tageaardnan,: t- tirHillt Uber die tUrbanblttnee«»N k<« ttM** ncbmcrorpnnilatlait. 7 WmctlURnciI. Wie flanttlaalet atuflea btjitanat arichefnen.«eff-r, ttlntadnul mfalgt nicht. Sie Ori»berw«iw«9> ««uleölli, U. 5. p. n:iife, krellllZ, gg. Nondf.. abenilt 8 DW Extra-Zahlabend in fol enden Bezirkslokalen: 1. DtalrV: H ScHldkaaer. Map. btch-Ufar, Eckt Schlnkettr. 2. Betirk: Sehaiickt. WeaaraU- 2. Ecke PiBBiaratraSa. 3. Batirk; B. Scbaildt. Paaalar- itraBa 9a. 4. Barirk: Oemaeker. Ecke Tell- straBe. KiiterPrledr eh-Slr. L Baxirk: 1'aaoU, WaicktaU , trabe 8. S. Baaiik; A. Batka, Waatr- ttraSe 42. 7. Bezirk: OBtlc. DoaaeiliaBa. Eck. Erkttrala. 8. Bezirk; Ochraiaita. Wtaanlr. Ecke PinawitraBa. 9 Bezirk: Data. RicbarditriBc. Eckt' an. tdor eralraBe. ta Bezirk; l-taaiklaaaa, Mareach- , trabe 14, II. Bciirk; Idealklaaaa, Mar Back- ItraBa 14. IZ Bezirk MBNar. Tk(rla(af atraB« S 13. Barirk: l.aaba. Baadaalr. 4» Eck. Kran.-P. 14. Bezirk- Mewaa. Emaartlr.Bi IS. Bezirk: Prilaad NogaUIr 30. 16. Bezirk: Pt.kalak. Okeralr. 4. 17 Bezirk: Ellck. Joaazztr. Ä 18. Baxirk; lahda, Stcianaia* atrale 36. 19. Bezirk; Ricbtar. Priaz Haadl- StraUa J. 20. Baiirk: Milllar. vetkeaale. 29- 21. I azlrk: ScNwadtar. Waiaa- itraBa 14. 22. Bazlik: K. Herxo». Mahlowaf atiaSa 10. 23. Bezirk: Miliar. Malazar-, Ecke Biebrlchatr. 24. Bezirk: Mailar. Malazar� Eck« Biebrieiiatr. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung Ist e» Pflicht aller Cenotsinnen und üenos en, beitimoi' und pünktlich au erscheinen. Pflicht oer aus dem Felde zma kgelcehrlen Genossen ist es, sie i umgebend im Paiteibaro, Neckar- stiaße 3, anzumelden. Dei> Vartttand. Bestellungen auf das Zentralorgan der U. 5. P. D. Freiheit" werden angenommen bei: *9 Biue! Lii, lar.!. Slaüsciirelberstr, 47 Bfillclier Hai, i, lllrtciilersif. 28 Biriag Otto. V, Slelamelzslr. 23 Bogel. LiebteDl)erg,KeeeBaiiBhltir. 38 Cliesclie Fritz, N, Scldlner Sir. 34 Certck«, Pankow. H'ifcleoslr. 71 Berlist. Pankow, Florasir. 2i Büdner, l! buldr. BS Benckd B., Osednm Str. 18 Jordan l?i> l Cresdner Str. 24 Uperslek Serwano. Slegittz, Karieo- dorltr Sir. 15 lorzrook, R, Zlontklrcliplalz 5 IBhlor G., Kl, fltlslocker Str. ü Kordgien J., Sl. Sslmtalr. 4 Loiise. S, Boppilr. I LaciimanD. 1 Bornnolier Sir 88 Ubsiano Ollo, 0. Liebigtlr. 10 Hejer Barl. 8, Cbodorltekblr. 8 laaS Cllo, I, knaorontr Str. 52 Iowa Fritz, R, Genier Sir- 28 leaaaDi, SV, ZinnTtir. 54 Siuer Beiahold, Sl. imkaaerelr. 31 Soiiner, SS, Tlcneralr. 26 Sicker Otto, I, Canlieoalr. 19 Vlelz Paul, I. Baoisiralr. 35 Voaaco Bedoil, 8. ViMtulr. H mmmammmmmam DIest JJtöni'l Nr.?« Bclloae zur„AreWl" AreiW. R. Ssv-mber ISIS. -Zsib> die tt : f ¥ icrunj s und f n aul t sei" e n>> ll er« r Rc« Ger igen/ i br» nber f �cdaui jcgefl hn sel ttn< tig°! onen in brn-!� s und e Krei l Vi»! Mini >all> mnnl möge t � Stürmische Versammlung der Soldateuröle. IIN� mt ietzt Wir li tbcstel den piin<> dar? >'0�' bt dnl den. zrlvall Nu� All(5•, >eS-• dert >er. l"i Ä ..rW iat l f sei'! lein d , All" tsä' Yras'� iferle»? rü-k-ne den(*! el Den H?-Z nne, t i" xrbli� ie unjt >? *1 t" jusnf tunß� i rage pub ■ Hu cm � der? real und � auf, &9: gut»' lerstcV gcoia Kluß � Rep!'� opa» beutst ande� wirtl? ugschl" dresr hr-ü Im großen TihungSsoal deS NeichStngS traten am Donnerstag die Toldatenräte Groß> Berlins zusammen. Saal und Tribünen find überfüllt. Die Tagesordnung mutet: t. Präsenzliste, 2. Bericht des Bureaus, 3. Bericht des Vollzngsrats. 4. Nationalversammlung. Den Borftfc führt Geitsibling. Au» der Versammlung herau« wird an den Versainnilung»leiter d>« Krage gerichtet, ot> er in Peine», besoldeten Dienst« de» Vollzugsrat» steht, da in diesem alle die Unparteilichkeit angezweifelt werden müsse. Gott- ch I i n g beiiierlt dazu, daß er seit einigen Tagen al» Kassierer de» Vollzug»rate» tälig sei, wa» aber seiner Meinung nach kein Grund sei, seine Unparteilichkeit al» Leiter der Versammlung anzuzweiseln. Reimer verliest einen schriftlichen Prolest, der nach der vorigen Versammlung bei ihm eingegangen ist. Der Protest lugt besonders auf die politische Ueberzeugung Gottschling». lkohen(Reuß) legt dar, daß nach seinen Erfahrungen die Dbjtktivität durch die Parteianschauung nicht becinlrüchligt zu werden braucht. lLebhaste Zustimmung.) Gottschling stellt an- hein� auf die Tage»ordnung der nächsten Versammlung die Wahl des Vorsitzenden zu setzen. Unler allgemeiner Zustimmung führt «oltschling die Verhandlungen weiter. Das Eischeinen Scheiderrann» wird von einem Teil der Persammlnng mit Hä»beklatschen begrüßt, wa» bei dem anderen enva gleich starken Teil Proteste hervorruft. Ein Redner wendet sich dagegen, daß gestern im Lehrer- derelnshau» eine plötzlich einberufen« lPersammlung der©öl- baten täte zur heutigen Versammlung Stellung genommen hat. «ußcrdem wird eine Prüfung der Mandate geiordert. Die gestrige Versammlung hat zum Ausdruck gebracht, daß >n der heutigen Versammlung dem Vollzugsausschuß ein Ver- trauen»- oder Mißtrauensvotum auszustrllen, au« dem der Au?» ichuß seine Konsequenzen zu z ehe» hätte. M o l ke n b u h r teilt mit, daß die gestrige Versammlung vom Soldaienrat Potsdam einberufen worden ist. Er tonnte der Einladung nicht Folge leisten.— Den Vtricht des Vollzugsrats erstattet darmtf Molkenbuhei Al» wir unsere Arbeit antraten »nd die Toldalen zum einmütigen Zusammenwirlen aufriefen, ahnten wir noch nicht, welche furchtbar« Erbschaft wir angetrelen idtben.— Zunächst mußten wir un» mit der D e m o b i l i- sotion beschäfligen. Wir haben die Ungerechtigkeit, die in der unterschiedlichen Bezahlung der Zivilisten und Soldaten in den sdüilitärbeiriebcn und chureau» beieitigt, indem wir anorbneien, daß den©oldalen al, Arbeiter der üblich« L o h n zu zahlen ist. Natürlich soll jeder Soldat so schnell wie irgend möglich enilassen werden Aber wir bcck'en auch dafür zu sorgen, daß für die cnt- inssenen Kameraden Erwcrb»mSgI ichleiten vorhanden sind. W>r haben ferner die Pflicht, die Demobilisierung der Frontsoldaten jsu u nierstüben. AIS der Redner auf die früher beabsichtigte Sil- duna der Roten Garde übergeht, wird er wiederholt unter- . Krochen und zur Sache gerufen. Der Vorsitzendc muß dem Redner Gehör verschaffen. Er fährt fort: Ich muß hier darlegen, daß v die Bildung der Roten Garde lediglich als Truppe gegen die Gegen rniolution von un» beabsichtigt war. sZuruß: Und die von tt»»!) Redner geht auf die Verhältnisse an der Front ein, wo- dej f[ wiederholt stürmisch mit den Rufen: Nicht zur Sache ge- hörig! unterbrochen wird. Auch der Hinwei» auf de» Erlaß des General» Siri v A-nim wird mit Zurufen: Zur Sache! Zum Gericht! zurückgewiesen. Ich sehe wohin Sie wollen, und wende auf den oigentkichen Gericht eingehen, fährt Redner fort. Der VollzugSrat hat die Gelegierien der großen Armeen und den in Sttbde»t.schland al» beigeordnet aufgenonumen. um zum Ausdruck»u bringe«, daß «»» die Einheit Deutschland« 9 Ru Herzen liegt. Der VollzugSrat hat nicht« getan, um den �erdacht einer Herrschaft Berlin» über da» ganze Land brabsichtigt erickxinen zu lassen. Kurt E i» n e r. der bayerische G'inisterpräsiibent. hat un» erklärt, d»'ß sie nicht» gegen den Voll- «ugsrat h-iben aber sie wollen von dein Wasieriopf Berlin sich Jtchi dirigieren lassen. Die Animosität Süddeulschlaiid» gegen Gerl-u, besieht deiest» seit Iahren»nd ist in den letzten Jahren öefördcrl worden durch die vielen Krieg»gesellsch>'« allgemeine De'egiertciwersammluug für Deulschlaud eine zentrale aaschasfen ist. iLel>k>.,ft« Zuststnuiung.)— Wir mußten tn einer Publikation energisch fordern, daß jede lokale Be- schlagnahme unierbleioen lu-uß. lZurtzf: Sicherheit»- dienst.! Ja, der funktioniert auch nicht uberall. Von der Aommaiidantur ist mir mitgeteilt worden. daß heute vormiltig ein S- b e r l e u l n a n t m der Dragoner- '»senie eine A» spräche geholte« und e>n Hoch auf den Kaiser aus-'ebrach! habe, lllnruli« und Zuruf St inimingSnuichel) Ich lehne jede Stimmuilasmach» ab. Da» gehört meiner Mei- vung nach durchaus zum Täligkei'sbericht. Denn wir müssen aus ledrn Versuch der Mili'är», ihre Hand gegen die Revolution zu Erheben, achlcn. Leider gibt es ja rn Berlin Soldatenräte, die lhrer revolutionären Aulgriben sich nicht bewußt sind. sSiür- wische Zurufe: Namen nenn-»!) Dazu rechne ich de» Soldaten- tat von Potsdam.— In Berlin hat man bereit» am 7. November begonnen, da» amtliche Material ül>er die Vorgeschichte de» Kr egc« zu verbrennen.(Der Bericht wird mit schwachem Beifall aufgenommen. Die Diskussion. Erovin proteslierf dagegen, daß erst so spät eine Gersamnilung einberusrn worden ist. An dl« stelle der lrüheren Machthaber sind die ge.reten. die die Re- boluiion gemacht haben.«Stürmische Zurufe: Rein, nein, Di« Regierung wurde besetzt von Vertretern der Parteien, d,« di« Revolution ungestrebt haben.(?i' us' NcinI) Eö wäre alle» gut gegangen wenn nicht der Au«ich,.er Arbeiter dazu gekommen war«. Redner zitiert au» einer dr.uiia, m der die Abhängigkeit ber Regierung iwn dem Vollzngö'al Höhnisch behandell wurde. lLedcbour: Welche Zeitung?) Die.National-Zeitlmg'.'All- gemeine Bewegung.) So grng'» durch viele Zeilungen. Die asfentliche Meiming in Teulschland ist aber so, daß man ein« Diktatur der Berliner Arbeiterschaft über De>lllsch!and fürchtet. ITehr richtig.) Dazu lmnrni, daß gegenüber Berlin eine A n g st bor dem Bolschewi»mu« besteht.(Ziirufe: Huhu und sehr tichlig.) Au» dem Attionsau»schuß zur Aufrechteehaltung der «nh«„nd Sicherheit ist ein Pallzugsr-r' mit ganz andere«, poli- bisck)en Rechieu geworden.(Zuruf: Nein, neiiih Und zwar ohne unsere Zussrmmung. Gegen diese Eigenmächtigkeit kann nicht Ichars genug protestiert werden. Die freigowordeu« Stelle u. Beerfeld« ist wiederu-m eigenmächtig besetzt worden.(Zuruf: Au« dein?il'!o.!»ansschuß.t Urtier die wichtigsten Froren. Löh- »»iig:i-i>o herrsch' große Unklarheit. lZusHlnam:mg.i Di« Kantrolle de««! o I! z u a»' a t« über die Reg'ierung ist völ'ig übers lü/f ig. Die Regierung bat unser Ger traue-,. tSminm Aest tiei«tnem Test der Bers.) Dar«« weg mst seder Kontrvkl« der Regt er« ag durch den Vellznglrat. (Teibvoiser stürm. Beifall) Ein Vertreter de« Natioualrat» i« München erstärt unter , stürmischem Beifall, daß München die Reichseinheit wünscht. j Geben Sie unseren Kameraden da» schönste Weihnachtsgeschenk, ! da« sie sich nur wünschen können, di« Rationalvers amm- lungl(Stürm Beifall.) Gerhard: Wa» hat der VollzugSrat getan?(Nicht», nicht»!) Ja, von allem bem, wa« wir erwartet haben, hat er nicht» ge- tan!(Lebh. Zustimmung, Widerspruch MolkerÄmhr», der Unruhe hervorrufe) Nicht der Vollzug«rat hat sich an Vertreter der süd- deutschen Kameraden gewandt, sondern umgekehrt. Vertreter von Truppenteilen mußten stundenlang warten,«he sie vorgelassen wurden. Wie steht der VollzugSrat zur Nationalversammlung? (Zurufe: Leichenrede!) Anfang» ivaren unser« Kameraden im VollzugSrat süi die Nationalversammlung, sie sind allmählich unler den Emflnß linkSradikaler Politiker gekommen. Ein Mit- glied de» VollzugSrat» fragt« in einer Sitzung: Wa? ist denn eine Nationalversammlung?(Zuruf: Namen nennen I) Stro- de II(Widerspruch Strodel». Es«»Ispinnt sich zwischen Redner und Strobel unter großer Unruhe ein« Auseinandorsetzung.) Die Geschäslsordnung de? Vollzugtrat» spottet jeder. Bsschreibung, Positiv« Arbeit ist einfach unmöglich. Kamerad Walz ist ohne Grund verhafiet worden— von Kurieren de» VollzugSrat». (Große Unruhe.) Mir ist Material übergeben worden, wonach ein« schlimme Vetternwirtschaft im VollzugSrat besteht. Wir verlangen Antwort auf die Fragen: Wa? hat der Rat zur Dcmobilisation getan? Wie steht er zur Nationalversammlung? (Zuruf: Was h-aben Sie getan?— Der Redner findet stürmischen Beifall, der in groß« Unruhe verläuft.) Redner fragt, ob Scheidemann da» Wort erhalten soll zu einer Aussprache.(Zurufe: Nein!) Ein Redner spricht»nier itürmischem Beifall dagegen mit der Begründung, daß die Ver- sommlung di« Ausgabe habe, militärische Bngeiegenheilen zu er- ledigen. Ter Vorsitzende bemerkt dazu, daß noch nie einem ver- treter der Regierung in einer Versammlung da» Wort versagt morden ist. ES«ntspiunt sich«ine minutenlange Unruhe. Ein Verireter der Qstsront bedauert, daß ein Vertreter der Re- gicrung nicht da» Wort erhalten habe. Schließlich wir» mit großer Mehrheit beschlossen, Tcheidemann da» Wort zu geben Schcidemaan: Unsere Aufgabe ist: Fried« und Brot zu schaffen. Angesicht» dieser Aufgaben über Kleinigkeiten sich zu streilen, kann ich nicht verstehen. Es ist klar daß, wenn in einer solchen ausgesprochenen Svldatenverfainmluna ein Streit an» bricht, so besteht die Gefahr eine» R:sse»«vischen Arbeitern und Solda'en. So groß auch der Anteil der Soldaten an der Revo- lulion ist, vergessen Sie nicht, daß auch di« Arbeiter einen Anteil haben(Lebh. Zustimmung.) Dann begraben Sie den kleinlichen «lreit.(Nein, nein!) Nun, dann erledigen Sie ihn nicht in dieser Vcrsnmnstung.(Lebh. Unruhe.) Nun, dann will ich Sie nicht at'halten. Aber ich meine: Wir haben doch jetzt arößcre Aufgabenl So schlimm, wie Molkenbuhr die Lage der Demo- bilisierung an der Front geschildert hat, ist sie nicht. Der an- gebliäw Erlaß de» Sirt v. Arnim ist bereit» al» unzuireffeud dementiert worden. Gegen die Verfügungen des General» Uber hart sind wir entschieden vorgegangen. Hindenburg und Groenckr haben nachdrücklichst erklärt, daß sie rückhaltSlo» die neue Regierung uniersiiitzen.(Lebh. Bravo I) Scheide mann schließt mit einem Appell zur Einigkeit.(Slür Mischer Beifall.) Eolin-Roh protestiert dagegen, daß der Versamnikung znge- mutet wird, sie wolle eine» Riß zivischen Arbeitern und Soldaten hervorrufen. Aber wir wollen hier über soldatisch« Angelegen- heile» reden. Daririn beantrage ich. daß nur Saldalen da» Wort erhalte» mit Ausnahme Aich. Müller» al» Vorsitzender de» VollzugSrat». Sehen(Renß) spricht unter lebhaftem, tvachstnben Wider spruch gegen de» Antrag. Die Frapeu. die wir zu besprechen haben, sind mit den allgemeinen politische»»nd tvirlschajtlichen Berhä tnisse» so eng verknüpft, daß wir auch ollen Vertretern de» Vollzug»» al» da» Wort aus Wunsch gestalten müssen. Die Un. ruhe wächst derart, daß drr Vorsitzende erklärt, wenn die An- iveseiiden nicht ruhiger werden, sein Amt niederzulegen. Die Abstimmung über den Antrag S o l i n- Roß er- gibt ein zweifelhaite» Resultat. E» wird ein Amrag eingebracht, demzufolge zunächst sieben Soldaten, die in der gestrigen Ber- saminlung a!» Redner über di« Klagen gegen den VollzugSrat ge- »annt worden sind, da» Wort erhalten. Nach Widerspruch Tohen» wird der An! rag mit großer Mehrheit angenommen. Da» Ergebui» ruft stürmischen Beifall hervor. Ein Vertreter der Oftfront-Soldaten: Genossen,— verzeihen Sie, noch einem Zwischenruf seheiul e» zwar, al» wen» da» Worl Genosse ei» Schimpswort h er wäre: Mir sollten bedenken, daß der Feind recht« sieht.(Zuruf: auch link».) Ach, lassen Sie sich durch gewisse Zeitungen Nicht in» Bockshorn jagen, die vor dem Bolfchewiiten graulich machen wollen. Mir an der Ostfront sind weit mehr berufen, politische Tntscheidungen zu treffen. da wie zwei Repiibliten haben. Für unsere Kameraden bestehen die großen Gefabren, wie sie Molkenbuhr geschildert, nicht. Bravo.) In der kurzen Zeit meine« NufenlhaltS in Berlin habe nt» den Eindruck gewonnen, daß in Berlin iinrnerlsin schon Ord- nnng geschaffen worden»st. Bei un» herrscht kein Unterschied zwischen Arbeiter und Soldaten. Au» der ArbeiterAass« ist die Revolution entstanden, und die Arbeiterklaffe wird die Früchte zu ivahren haben.(Starker Beifall.) Ein Antrag, daß nach Schluß der Rednerliste auch Regie- rungSvertretern da» Morl zir geben ist,»vied angcnoiumen. Walz: Wenn jeder der Saldale ndelegierten vor feiner Wahl in den VollzugSrat gesagt hätte, wa» er vor der Revolution war und getan hat, dann wäre der VollzugSrat ander» zustimmen- gesetzt worden und das Vertrauen der Massen zum VollzugSeal wäre von vornherein größer gewesen. Um da» iür leine Person nachzuholen, wolle er nur über sein Vorleben berichten. Er sei Offizier geivorden und habe sich schon al» iolcher mit den sozio- listiichen Ideen vertraut gemacht. Al» er al» Oberleutnant und Führer einer Flammeilwerfer-Kompagni« nach Berlin versetzt wurde, faßte er den Enttchiuß. mit der Sozialdemokratie in Ver- bindung zu treten,»m für den Sozialismus tätig zu sein. Er wandte sich an Ledebour, der allmählich auch Vertrauen zu ihm faßte. Geraume Zeit vor der Revolution habe Ledebour ihm gesagt, daß die Stund« komcmn würde, wo er al» Ofsizier läiig in die Revolution eingreifen müsse. Et bereitete sich innerlich und euch in seiner Eigenschaft al» Kompagniesührer darauf vor. Et_ verhandelte dann später mit Däumig, Barth und Richard Müller. Die Mittel, mit denen die Revolution vorbereitet war, waren gering. E» waren Waffen vorhanden, aber in geringer Anzahl and j» ichlechtem Zuslanb« Mit diesen Mitteln allein iväre die Revolution nichi siegreich gewestm. Große Mittel und Pläne keblien. Erne Konferenz faßte den Beschluß, daß die Re- volutwo am Montag, den 4. November lgts stoltiinden tollte. Dieser Belchluß wurde ansiiehooeri. ha die Stimmung in der. Arbeiterschaft noch nicht reif gewesen sei. Man beschloß nun aber, nrchi*<■ ait zu Aeratunoen zusammen zu kommen und sich nicht I zu berroten. llnmksiewar darauf Ästttt* Redner durch seinen RegimentSchef verhaftet. Für ihn entstand nun die Frage, oh und wie er vor dem Untersuchungsrichter sprechen sollte, oder ob Schzveigen geboten sei. Er muhte für sein« Frau fürchten, die mit ihm Besuche boi Ledetbrmr gemacht habe, der Bewegung aber sonst fern stünde. Evin eigen«» Wirken für den Sozial:»««»» und die Revolution war seiner Frau bekannt. Er mußte ver- Huden, daß auch sein« Frau in kÄe Nmteesuchung hinaingezogeu würde. An dieser Stknmung sagt« er vor dem Untersuchung«- richler mehr aus, als ratsam gewesen sei. Al» ihm nach feiner Befreiung durch Ledebour gesagt worden sei, er habe Dounnig verraten, antwortete er sofort, daß er den Namen Däumig erst genannt habe, nachdem der lllnderfuchunasrachter ihm gejagt habe, daß D. bereit» verhaftet ß*. Um trat rnent der Genossen zwecks Verständigung zusammen zu lammen, sagte er dem Unter- fuchimgSrichter, er hib« mit einem der Genossen«in« Verabredung rn seiner Wahnueg und möchte dorthin gehen, um noch etwa? herauszubekommen. Er Hab« dam Untersuchungsrichter gesagt, er sei narr an der Bewegung betailgt, um zu spiotrieren, wa»-ihm nicht geglaubt worden sei. Er gibt zu, daß er durch lliwcwsichtiateit Verrat getrieben habe. Er bestreitet inde», bös- willig und mit Absicht verrate« zu baden.»r selbst alairbt durch einen Mann verraten worden zu sei», der boi ihm im Bureau beschäftigt war, obwohl dieser ihm selbst unzuverlässig erschienen s«i. Walz wuvde drau» später in den VollzugSrat gewühlt. Dor! wurde bald die Frage gestellt, ob er geeignet sei, die'«, Posten zu bekleiden. Man müsse fürchten, sei ihm gesagt worden, daß er bei anderer Gelegenheit wieder auf geschickte Fragen eine« Untersuchungsrichter» bineiu- fallen würde. E» wurde ihm nahegelegt, sein Mandat im Boll- zngSrat niederzulegen und von Berlin abzureisen. Walz war ent ichlassen, dies zu tun, al» Soldaten zu ihm kamen und ihm sagten, er sei nicht berechtigt, au?z-usche den, obn« sein« Wähler zu fragen. Bei einer Untersuchung feiner Wobnung, die der VollzugSrat später veremlaßte, sei nicht» Belastende» rügen � ihn geknnden worden. Al« er noch im VollzugSrat saß, gaben Müller und Molkenbuhr al» Vorsitzende de« VollzugSrat» ihre Unke» ichrift zu einer Vollmacht, die ihn ermächtigte, d e Verfügungen de« KrregSminister» genenzu zeichnen. Es stellte sich später heraus, 'mß die beiden Vorsitzenden bif Unterschrift gegeben haben, ohne Wor'laut und Sinn der Vollmacht zu kennen. Ihm lei aber später gesagt worden, er habe sich die Bollmacht durch Ech ebung verschafft. Er wünscht, daß alle Mitgsieder des VollzugSrat» so genan über ihre Person berichten möchten, wie er.(Großer Beifall.) Rtcharb Müller(Mitasied de» BollzirgSrakS): Ich schlag« vor, daß Sie zunächst die Sache Walz erledigen und mir da» Wort geben.(Beifall.) Ein Vertreler v»n Baden: Die Vertreter der Soldatenräte von Baden und Elsatz-Loihringen erklären, daß sie die Auffassung haben, die Soldatenrät« würden vom VollzwzScat terrorisiert. Wir verlassen unter Protest da» LeCal. Ein Verireter ber Ostfront erklärt, daß da» unparlamen- iarische Vevhast.en der Versammlung dazu icitragen müsse, die l5iicheit zu ftörem Richard Müller: Genofsrn Wakz war die Kontrolle de« KrieiiSministerhimZ üb ertragen. Walz ist bei seinem Anlritt dem Kr«gSminister Scheuch«uigegcngeireten und verlangte sofort 3 Zimmer für sich(Widerspruch Walz'), so daß S»>eüch er- kiärie. daß er in der Weise mit Walz nicht arbeiten kann Genosse Walz hat sich eine Vollmacht ausgestellt, die weit übe» da» Maß seiner Tätigkeit hinausgeht. Er bat Dinge angeordnet, die eines gemeinsamen Beschlüsse» de» VollzugtratS bedurft hätte. Er bat an Leute Legitimationen ai:»gegek>«n, die absolut nicht als Mitarbeiter der Revolution angesehen werde« konnten Er hat selbständig einen 1. Kommandanten bestellt. Ferner liegen hier die GcrichtSakten de» Genossen Walz. Wenn Sie wünschen werde ich sie verlesen.(Zustimmung� Slebiier verliest die Alten Danach erzählte Walz dein IlntersuchnngStichier, daß er lediglich au» patriotischem Gefühl der Unabhängigen Sozloibcmo� kratischen Partei beilrat. um Ihre Pläne kennenzulernen Er erzählt« dem Untersuchungkrichter von Unterredungen mit Ledebour, Barth und Müller, in denen die Streik» ünd Revo. lulion vorbesprochen. Er habe sich ferner an Barth herangemacht um nähere» über die beabsichtigten Streik» zu hören und den Streik niederwerfen zu können. Weiter sagte Walz aus. er habe vor sein?» Mannschaften in einer Ansprache sich für die Fortführung de» Kriege» bei einem schlechten Frieden ausgesprochen und mit einem Kaiserhoch geschlossen. Ferner babe Walz mit verschiedenen Herren und militärischen Führern Verbindung gesucht, um die bevorstehenden Streiks und die Revolution niederschlagen zu hcl- ien. Nach halbstündigen verlesen wird immer stürmischer „Schluß" gerufen. In der Unruhe gibt der Vorsitzende bekannt, oaß ein Antrag eingegangen sei, der die Angelegenheit Walz' als er- ledigt bezeichnet, in einem anderen, der dem Vollzugsausschuß da» Mißtrauen au»?prichl. Müller beschränkt sich schließlich auf die Erklärung, daß bei Annahme de» Mißtrauensvotum» der VollzugSrat gezivunoe» sei, da» gesamte Attenmatcrial zu verälfentlichen, wozu er nicht gern 'chreite. Volks obauftragter Barth schlägt do«, est« siebeng'-edrige Kommission zu wähl.'n, ber ba» gesamt« Material zu über- weisen fei. Heine(vom Eolfcabenrat Potsdam): In unserem Rat gibt e« kernen aktiven Lffizier. Wir wollen dasselbe, wa» Scheide- mann will: Freiheit, Brot, Frieden.(Zuruf: Älwr kein« Gle ch- berechtig»»g.> Wa» hier gegen Walz vor.gebracht worden ist, ist schmrltzige Wäsche, die hier nicht hergehört.(Oho, oho.) In der gestrigen Vevsairanlung sei beschlossen wo oben, daß heute die Mit- glieder be» VollzugSrai», d. h. nur hie Seldr.te», nicht die zivilen Mitfllieder, geg.n di« haben wir nicht»— sich vercmliworten sollten. Und dann solle die Versammlung über jeden einzeliie» urteilen, ob er de» Vertrauens wihsiig sei. Wir habe» nichls gegen die Arbeiter. Wir wollen genau so wie die, die Revo- lution gegen recht» verleidtgen.(Zuruf: Auch gegen link?!) Ach, lassen Sie sich nichi gru'elig machen vor Spartaeus. Spar- locus will auch keinen roten Terror, sondern nur, daß die Lauen de» Reiche» aus die tragfähigcn Schultern verteilt werden.(Sehr richtig) Der VollzugSrat hat versäumt, die Verbindung im Laude anzusuüpfen. Redner spricht für den Vorschlag Barths. Lassen Sie sich nicht durch Schlagworie�vcrwirrcn.(Starker Beifall.) Ein weiterer Redner erklärte, wenn Heine seine heutigen AuSsührungen gestern gemacht hätte, in jener Versammlung, so wäre die Erregung nicht hierher getragen woidciu Heine hat gestern das Gegenteil von seinen heutigen Ausführungeu gemacht. Heute macht er nur Reklame für seine Person. V»l!n-Roh: Ich habe nicht» gegen die Arbeiter. Aber eS be- steht.doch ein Unlerschied in der Psych,« zwischen einem Arbeiter und einem Soldaten, auch wenn dieser Arbeiter gewesen ist. Wir wollen auch mit Arbeitern zusammen arbeiten.(Ledebour: Sie wollen»n« ja nicht zu Worte kommen lassen.) Redner erklärt, daß er der Unabhängigen Sozialdemokralischen Partei beigetreten sei. weil er in Ledebour und Täuwia starke und edrhche Vckriönkich. fetten cefimtm Habe. Sorgen Sie tafür, dsß der VovzngSrat llme �.incture wird. Wenn seine Mitglieder SV M. pro Tag Entschädigung erHalten, so entspricht das nicht der Würde des Amts eines VollzugSrats. tLebhafter Beifall.) Nach längerer Debatte stellt Willner einen Schlußantrag. Er schlägt ferner die Wahl einer fiebenglieiirtgen Kommission dar, die die gegen den Vollzugsrat erhobenen Anklagen prüfen soll. Der Antrag wird einstimmig angenommen. In die Kommission werden-gewählt: Reander, Goldschmidt, Ege, Kuhn..Herz, Jogsch und Korny. Eine Erklärung. I»»er heute im Reichstag tagenden Dersammlung der Sab- dateniäte Berlins geben die Vertreter der Ostfront folgende Er» aantng ab: In Vertretung von etwa 400 000 Kameraden der Ostfront erklären wir, dag die Versammlun-g uns geeignet erscheint, durch :hr gewaltsames� unparlamentarifches Vorgehen nicht nur die 'teichseinhett aufs schwerste zu gefährden, sondern vor . M.______... allem 1chw erste U nruhen in die Straßen Berlins zu tragen. Die Hoff- nung unserer Kameraden an der Ostfront, die nur auf Erhaltung ' er Einheit beruht, bricht damit zusammen. Wir bitten noch ein-- mal alle Kameraden, die Folgen zu überlegen und Ricke und Ordnung aufrecht zu erhalten. Delegation der Ostfront. Oehm». Bergmann. Das öffentliche Anschlagwesen. In Berlin ist das öffentliche Nnschlagwesen der ssirma Kauck u. Hartmann verpachtet. Während der Kriegszeit blieb die Firma mit ihren Pachtzcch hingen im Rückstände: sie zahlt«, was ihr beliebte und reduzierte die Pacht summe '.mmer mehr. Sie begründete dieses Perhalten mit den Kriegsverbältnissen: es seien plötzlich die Aufträge auf ein Minimum gesunken und deshalb könne die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt werden. Das jagte dieselbe Firma, die in FriedenKzeiten Mi!- horten über Millionen verdient hatte. Diesen Verdienst steckte Nauck u. Hartmann gern«in. aber das Rrstko in schtechten Zeiten sollte die Stadt tragen. Ein sehr be- quemes Verfahren. Nur entspricht daö nicht dem Vertrage, der noch bis 1921 läuft. Die Stadt ging wegen der restie- renden Summe gegen Nauck u. Hartmann vor. nachdem om rückständig« Pacht gestundet worden war. Es kam zur Klage oder besser gesagt zu verschiedenen Klagen. Zuerst wurde versucht, das Vermögen der Inhaber der Firma festzuhalten zwecks Schadloshaltung der Stadt. 5"»hc Versuch mißlang, das Vermögen wurde verschoben. Tann kamen die anderen Magen. Die erlitten fortgesetzte ■•(./.•erungen. Und tatsächlich fanden sich Richter in Ber- krn, die der Stadt noch Unrecht gaben. Man bedenke: Die Säulen find Eigentum der Stadt, sie sind an Nauck u. Hart- mann verpachtet. Die Firma zahlt die vertraglich fest- geietzte Pachtsumme nichr. Es ist nicht einmal möglich, der Firma den Anschlag an die städtischen Säulen«wieder ab- zunehmen. Die Pachtsumme steigt, sie beträgt schon gegen eine Million Mark. Die Klage schwebt in der Revisions- rn stanz. Der Skandal ist wahrlich kaum noch zu steigern. In der letzten Sitzung der Tiefbaudeputation wurde die Sachlage erneut besprochen. Won unserem Vertreter wurde darauf hingewiesen, daß eS nur ein Mittel gäbe, anS diesem für die Stadt unwürdigen Zustand« herauszukommen, in- dem die Stadt das Anschlagwesen in eigene Regie über- nimmt. Diese Forderung sei von unseren Parteifreunden seit Jahren gestellt, aber immer abgelehnt worden. Die gemachten Erfahrungen schreien geradezu nach Berstadt- lichung. Besonders vorteilhaft würde die eigene Regie des Anschlagwesens sein, wenn die'Stadt sich auch eine eigene Druckerei zulege. Die Firma Nauck u. Hartmann habe ihre großen Verdienste nach eigenen Angaben aus dem Druckbetrieb gezogen. Die Stadt gebe jährlich große Summen für Drucksachen ans. die in eigenem Betrieb her- gestellt werden könnten. Selbst wenn die Stadt bis zum Ablauf des Vertrages mit Nauck u. Hartmann noch keine eigene Druckerei habe, müßte das Anschlagwesen von der Staat selber betrieben werden. Schließlich beschloß die Deputation in ihrer Sitzung am Mittwoch einstimmig, das Anschlagwesen in eigen« Regie zu nehmen und diesen Antrag sofort dem Magistrat zur Zustimmung zu unterbreiten. Es war die höchste Zeit, daß endlich einmal klare Dahn geschaffen wurde. Der Magistrat wird hoffentlich diesem Beschlüsse zustimmen. Es ist das dringlich, damit alle Vor» bereitungen so schnell wie möglich getroffen werden. Die Firma Nanck u. Hartmann weiß dann auch, wie sie daran ist. Hätten die bürgerlichen Stadtverordneten auf unsere Stimme früher gehört, wäre die Stadt nicht in die für sie so unwürdige Rolle gekommen. Die Versorgung der Arbeiter in Grob-Berlm mit Kleidung. Durch den Ausschuß der GewcrkschastSkoiNmisston VerRn und Ilmgebung und der Kleider-Vertveriungs-Tesellschast m. b. H. ist eine" n-uc VersorgungSstellc für die in folgende« Industrie- Gruppen'. Metall-Jndustrie, Transport- und Fuhrwesen, chemische Industrie, Bauindustrie, Industrie für Siein und«che tätigen Arbeiter geschaffen worden. Grundsätzlich sollen nur solche Arbeiter zum Kmif berechtigt sein, die in Betrieben tätig sind, in welchen weniger als 40 Ar- beiier beschäftigt werden. Es find sowohl neue Anzüge sowie wieder instand gesetzte Anzüge und Mäntel vorrätig. DaS Quantum ist ausreichend, so daß ein jeder Arbeiter beliefert wer- den kann. Berechtigt zum Einkauf ist jeder in obengenannten Betrieben tätiger Arbeiter, der außer einem Bezugschein auch einen Ausweis seiner Firma bringt, bei welcher« tätig ist oder sein wird. Tic Verkaufsstelle befindet sich Kommandantenstr. SL, Hof, Erdgefchof, Der Verkauf findet wocheniägltch und zwar in der Zeit von'�.10— 12 llhr vormittagK und van Z—O Uhr nachmittags statt. Es ist hierdurch etwa 200000 Arbeitern Gelegenheit gegeben. sich mit guter bürgerlicher Kleidung preiswert zu verschen. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Wiederherstellung und Besohlung von Stiefeln mit Kernleoer- .chien ebenfalls dort erfolgst. Die Festsetzung der Preise ist in Gemeinschaft mit der GewerkschastSkoauuikfion erfoH. fo daß jede SewuuiCcsielunÄ«nilcurtckloflea ist- Fettlebe im Kaiferfchloß. Schon einnrak konnten Svir unsere Seiet davon unterrichten, toic Wilhelm Hoheuzollern das Durch- halten verstand. Die riesigen Mengen von Lebensmitteln aller Art, die bei einer Untersuchung der Schloßräume vorgefunden wurden und so groß waren, daß bei dem heutigen Kartensystem eine ganze kleine Stadt längere Zeit davon hätte leben können, scheinen den Wächtern, die für des Exkaiser? Wohl und Zukunft besorgt waren, noch nicht genügt zu haben. Davon gibt folgender Telegrammwechsel Kunde, der in der Kanzlei des Hostnarschall- amteS vorgefunden wurde und aus den letzten Tagen des seligen Regiments Wilhelms II. stammt: .Telegramm vom 19. 9.(18). Chef deS WirtschaftSstabeS beim Militär-Gouvernement in Rumänien. Wäre es möglich, dem in Berlin Königl. Schloß befindlichen KriegZmagazin des Großen Hauptquartiers, Abt. Oberhof- marschallamt, wiederum drei Fässer Schweiuefchmal», da? bei»»- gend benötigt wird, zu überweisen. Oberhofmarschallamt. A. B. gez. Mertz. Antwort. Zu dortigem Telegramm vom 19. 9. wegen Fettknappheit hier im Lande Lieferung unmöglich. WirtschaftSami O. K.... Zur Mitteilung an alle Dienststellen, daß da? ganze vor- handene Fett nur noch für die AllerhSchitru Herrschaften der- braucht werden darf. gez. Mertz. Zur Kenntnisnahme Herrn Küchenmeister Gleich: gel. Gleich 24., 9. IS. Herrn Küchenmeister Savage: gel. Savage 2S./S. 18." Für diese Fettverschiebung zur Versorgung der.Merhöchsien Herrschaften" auch noch ein Telegrammwechsel! Sie hatten es wirklich bequem, die Machihaber von gestern. Schade nur, daß der Schleichhandel nicht geglückt ist. Die drei Fässer Schmalz hätten mit den übrigen Vorräten den FeUnmngel der darbenden Berliner Bevölkerung ein wenig steuern könne«. Die Heimkehr der Krieger. Die innfangre.ckon B orberei- i.ingen zur Unterbringung der aus dsm Felde heimkehrenden Krieger werden vom Magistrat, der Hand in Hand mit der Kam- martbontur arbeitet, unausgesetzt betriebe«. Auf dem Bahnhof erhält der ankommende Soldat, der sich nur auf der Durckreise befindet, eine wanme Mahlzeit. Wer in Bevlin bleibt und hier keine Wohnung.hat, k«mnt zunächst in eine der Berliner Schulen. Bisher hat der Magistrat die Hälfte sämtlicher Schulen zur Ber- fügung gestellt, von denen ein großer Teil fertig eingerichtet und belegt ist. Von den Maffenipoiseanswltvn�wird das Esten in die Schulen gefahren und hier ausgegeben. Sollte der Anorang noch größer werden, so ist bereite mit den Hotelbesitzern und Gast- wirten st» Verbindung getreten worden, deren Säle jederzeit zur Unterbringung größerer Massen in Anspruch genommen werden können. Tie Gewährung einmaliger KriegSienernngSznlagenerun'.er, wie das feine Art ist- billigt«r uns mildernde Umstände zu, indem er uns de-- guten Rat gibt, bei unserer Polemik die Geueralkomniissivv isti- der Berliner Gewerkschaftskoinmisfion nicht zu verwechseln. D:«' ser Rat est überflüssig. Wir kennen unfere Leute in der General' kommission genau so gut wie in der Berliner GewerkschastSkoo'- Mission. Waren letztere auch etwa» zurückhaltender als die M'-t' glieder der Generalklintmission, so sind sie doch im Wesen blutf' verwandt. Herr Körsten hätte gescheiter getan, wenn er d'* Finger von der Berichtigung gelassen hätte. Verständlich ist eS ja, daß jeder feine früheren Sünden ger>> der� Vergessenheit anheimstellen sehen möchte; aber dann soll** dafür de» Mund halte» al» aroßivuria öerichtiaea. Sonderbare Soldalemäle. Bon den Soldatenräten der zurückflutenden Truppenteil« ba Westfront find verschiedentlich Aufrufe ins Land geschickt worden. deren höchst zweideutiger Inhalt Bedenken«wecken mußte, ob man eS hier mit wirklichen, den Wünschen der Soldaten ent« sprechenden Räten zu tun habe. Zurückkehrende Soldaten. di« sich in der Gegend von Aachen und Bonn auf- gehalten haben und die Dinge au? nächster Näh« beobachten konnten, versichern uns, daß in den Frontsoldaten- rSte« fast ausschließlich Offiziere fitzen. Sie haben, als die Sache brenzlich wurde, auf eigene Faust Soldatenräte aebild«. di« Mannstoasten also durch«ine Täuschung irregeführt, uttt üben nun unter der neuen Firma ihre alte Mach- aus. Es herrscht in den Frontfoldatenräten der gleiche Ton wie zu Wilhelms seligen Zeiten. Die Offiziere tragen Waffen, Achselstücke und Kokarden absichtlich zur l Schau, nnt den Mannschaften ihr« ungeschmälerte Be- fehlsgewalt zu dokumentieren. In der Behandlung der Mann- schaften hat sich nichts aber auch gar nichts geändert. Es ist vor- gekommen, daß Offiziere den Mannschaften die roten Kokarden und Armbinden einfach herunterrissen und ihnen bei Strafe der- boten, sie wieder anzulegen. Eine freie Gesinnungsäußerung ist den Soldaten unmöglich gemacht. Es geht auch das Gerücht um daß königstreue Regimenter gebildet werden sollen. Und das alle? ohne Zutun der Mannschaften. Jedenfalls können viele der fetz! bestehenden Frontsoldatenräte nicht als die Willens träger der Sol- baten angesehen werden. Sie sind viel eher konterrevolutionär« Instrumente und r.S müßte gegen ihr Treiben endlich einmal Front gemacht werden. Emstweilen stehen sie unter dem wohlwollender Schutze der kommenftierenden Generäle. Diese wissen genau, daß sie von derartigen Zwiktergeburten nichts zu besürckien haben. Es muß aber endlich reiner Tisch gemacht werden. Die bestehender Frontsoldatenräte als willfähigs Werkzeuge der ungefchwächt» alten Kommandogewalien bilden eine steigende Gefahr für dir junge Revolution.