Preis 10 Pfennig. G Abend.AnSgabe. Nedakilon.Verl!« Silvk. I» k?U. Fmilirrchrr Äm« Worten•(SO* und .ÜMlfctlt* erlthcim ireelmal tfifllid). morgen» und narfimlHog«, M«onn. und I�ckllagen nur morgen«. Ter vezugepr»,» belrägl d»i N»!»r Austeilung In« Huu» fiir G.sli-Bclltn monallich? Mark, nach JpRfihalb(Aufenoung unier Slrtifcanb) 4 Mark.?est«llunzen sind b>« dul««Her»» auelchließlich an die Eruedilion»u richlen Nur dl« Erledigung au»ioärt>g»r Bestellungen ist vorsterig, Einjenduftg de» Vezugagebvdr»rlorderllch. Verlmer Organ Sttzedit o»! verll« StA«.«ch!ff»i,«,rd«nr« I»rv. Nernlprecher: tlrni Worden II0U7 und llOO». Inserat« kosten d>« stebengespaliene Mistimeterzell« oder deren Kaum SO Pf.„Äleine Anzeigen- da» seilgedrurkte Dar' 30 Ps.. sed», welter» Wort tS Pf. Teuerung»».ultdlag 30 Prozent, vel Aamillrtan, eigen und r»rsammlung»ankllnd!gung,n von Sewe kschaften und politischen 0r« ganisalionen söN! der Teuerung»zuschlag fort. Inserat« für die Morgen. auegad« wüsten bi* 5 Ukr abend» am Tag« zuvor, Inserat» sür dt« HachmUlagoausgad» vi» vorm. 11 Ufer bei der SxPrtition ausgegeben sein, der Madhängiken SoziMemottaiWen Partei Deutschlands �nhranna t Jvrciiitiv den 3l>. November 1918 Nummer£7 Mrung Kurt Eisners. t Tsner zezen de«„Vsmälts-. Elenost« Kurt Eitner schreib«««>: Im«Vorwärt»" bring« Herr ttuttnrr„Snthalsungrn" Uber «stich. Tiefe«ntljUaungrn hoben dir Sigentamlich'eit. d«G ich iie selbst»or Jahr und Ta, in der„Thrmnitzrr P»N»s»im!ne" ver. Üssentllcht habe, weil ste den zwingenden wegenbewei» er» �stchte, daß die KriegSerNärung Teutschland» nicht durch die «usüsche Mobilmachung veranlasst worden sei. Ich habe mich als« iklbft enthlist« und lomvramittiert. Im übrigen ist diese«neelegcnheit. die demnächst in einem *•« mir hernubgrgrbrnr« Puche dargestellt werten wird, nicht Un« uninteressant. Seit dem Oktober 1Si2 breinslußtrn �"INeder drr bayerischen� Regierung politische Kreise drhi«, bah �st Urbersall Rubland»«nf Drutsäilanb zu»rwarien sei. Ich �lrlt ständig diese Irsormativnen durch Vermittlung de« T!;»f- �stltenr» der„Munchener Post", den Londtaglabgeordnetrn Adolf �dller. Ich hatte dama!» leinen«nlah. an der Richtigkeit �'ser Mitteilungen z» zwei'eln, und habe scheu im Nodember ��2 iu einem an die sozialistische Presse versandten Alarm. stktik,l die Orfsentlichkrit auf die wefahe ausmerksnm zu machen �luch«. Es ist bei den sroundlichen virfühlen, die mich mit �bels Müller verbanden, und bei dem siändiaen Verkehr, in dem �»!< der baiiirs»!»'»n Mrgierun« stand, srZbftverstäiidllch, dast � �ies« Aufsassnngrn siir begründet halte» muht», und r» ist 'b'nsa selbstverständlich, daß Ich gemäß der»ozialdrmekraiischen �kstditivn»ine» halben Jahrhundert» im Kampf gegrn den»ssen. .'st Lar!»mu» die Lache lteutschland» verteidigte. In den kri» �chest Julitagen wurden mir dieselbe» Jnsvemationen au» den. Onellrn übermittest,«nd ich hrtte nicht den mindesten �rund.»n Ihrer ll?ahrhastigseit zu zweifeln. In diesem Linne �'stch ich in drr gegen den Krieg gcrichretrn Proiestversammlnng Piünchenrr«indelkestrr; da» war vor dem Kriege.»Senn J** stls« kompromiiticecnd is«� so habe ich mich»ar dem Kriege ''»»rounitiert. Da» h�'sch, Weißbuch»am Z. August lstlä«rrrgt« sesort �'>»en Verdacht. Immerhin blieb ich nach einige Zeit unsicher �stsschtlich der Rolle Rußland» im Wesrlrieg«. Dagegen war e» sstsort klar, daß der Weltkrieg al»»esteurepäi'che Erscheinung �'stt Iartsetzung der aggrrsssven Marokkopolitik war. Aa» mich 'b'r sesort nach Beginn de»«rirgrü in dir Opposstion jeled. war "�t sawohl die Frage de? llrsprung» de» Kriege», al»»i« Hal> '"st» der deutschen L a,> a l d r m a k r a t I r, die»»» der '»reifiichrn Lsellungnahme widrr den Karißmu» unmittrtbae und "stdermiltelt überging zu riner sirge»«rvnkrnen»er. ''stlstun, aller ini:rna«I»«alrn Jdrale. Mwnr �'islstrsterische Tätigkeit, die ich im Herds« lstH«ufnal.m, richtete JE zunächst gegen dir Methode der deutschen Arirgsübrung. Ich "be währ.,,» de« Kriege, leine Tatsachen, die lampromittiere«» den«rtäu schien wären, behauptet. Vesebüng des AuswZkllgen Amtes. wird aemeldet, Safe Herr Solf seine Lemission noch ciiiflcrcidit habe. Tos kann aber nichts an der Tatsacke andern, dafe die Taa? diese« Staatssekretärs aezahlt� lind. � unterließt keinem Zweifel, das, er iedr bald vom«chau- seiner Tätiakeit verschwinden wird. v Sllt einen lebten Versuch ieiner freunde, ikin zu retten, man die Milteiinna ansehen, dafe sämtliche«e- �'s.'ie der volitischen Ab teil u na des ,"rtiaen Amte« sich mit dem Staatssekretär Sott ' �> d a r i j ch erklärt hätten. Sie glauben,„zwcamastia weilerarbeiten»u können, wenn eine reiätSeinheitiiwe s aetricben wird, die repräsentative Nationalveriamm- baldigst äuiommcntritt und unvcrantwortliä,«»reue '�s liNßer die auswärtiae Politik stören." � Wenn die Herren von der politischen Abteiluna des ?''wSrt!ie« Amtes ohne Herrn Solk nickt weiterarbeiten .�rn. jo werden sie schon mit ihm den Vlah räumen süssen. Die Sprache, die sie in ibrer Trttäruna tuh-en. lst kowieko ns Ungefähr 7Ö00 Mann befinden kich»« Streck. Republik oder Republiken? In der ganzen Wrtt hat flch Deutfck�and mit seines � Kleinstaacker« lächerlich gomachck. Man hckeit uns für mächtig dumm, dafe wir im 20. Jzvhräundert noch da» Joch von 23 , Dynastien trugen. Kein Zweifel, dies« nur oberflächlich ver» ■ tuschte Zersplitterung DeutschianH» hat unsere politische, ja selbst unser« wirtschoittliche Entwicklung stark hinangeltalten. Es war ein kosispiettgeS Vergnügen, da» wir un» mit all den Königen, Herzögen und Fürsten, mit ihrem Hof- stast und Dienertrofe. ihren Anrnafenngen und Abionderlich» leiten, leisteten. Sie kosteten da» Volk jahraus, jahrein Nn» i summen GetdeS. ohne dafe sie mehr al» ein« bunte Theater» dekoration gereien wären. Die deutickie Kleinslooter«, der deu!sche PartikulaiiS» muS al» Idee waren aüer immer auch empfindliche Hinder» niss« der Kultur. De �anze wirtick)ott!iche Entwicklung l>at aus sie Rücksicht nehmen müssen. Besonders lahmen» haben st« ans den verkechr ein gern! rkt. ES ist zum Beispiel allgemoin bekannt, wie au» einzeckstoatlichen Schikanen heraus Eisenbahnen um gan� Staaten herumgeleitet nnirden, statt ihr G-Äet zu durchschneiden: wie manche Schnell.,»gStini« auSzerechnet an da» Restdenzstädtchen irgenH eines Diiodezsürstentiim» herangeführt wiirde: wii der Strafeertban hier vernachlasstgt, dort forziert wirtd« wie ungeheure Waidkomplexe nur um des fürstlichen Jagh vergnivgens willen als Giedlungswüsten konserviert wurden: wie seckbst in einer Großstadt wie Berlin die Au». gesta-ltung de» Strafeen- und VerkehrnetzeS ganz von der Willkür de» Preufeenckänig» abhängig war. Man bat von verschiedenen Seiten die bentsche Klein» staackerei al» Hort deutscher GeisteSfreiheit riibmen hören, ganz da» Gegenteil ist der Fall. Wenn wir geistig und sittlich bis in unser? Tage hinein noch im dunkelsten Mittel- ackter vielfach stecken, so danken wir das zu einem nicht geringen Teil den deutschen Fürsten, die den Ehrgeiz hatten. miteinander an reaktionäre,- Gesinnung und reaktionären Maßnahmen zu wetteifern. E» log im Interesse der Fürsten. mittelalterliche Zustände und mittelalterliche DenknngSarck zu erkalten, wenn sie ihre mittelalterlichen Hoheitsrechte und Machtbeftignisse gesickert wissen wollten. Kein Wunder, daß dos ganze deutsche Volk von diesem engen politischen und moralischen Muckertum infiziert wurde. Da kam der Sturm der Revoliition. Bransenb fuhr er durch die Lande, und die 22 Dynastieneichen lagen zer- � schmettert am Boden. Ei? waren morsch und faul bis ins � Mark hinein. All Deutschland proklamiert sich au» eigenem Recht al» sozialistische Republik. Während die Imperialisten- flut die Grenzen bedroht, während es im Innern stürmt und wettert, hat die Arbeiterschaft unter Führung der Soldaten die rote Fahne aufgepflanzt und ruft ihr„Bahn freil" in den Sturm hinein. Erst wenige Tage sind feit dem Siege der Revosutto» vergangen. Aber was vorauszusehen war und womit mit Bestimmiheit gerechnet werden mußte, beginnt schon wieder einzutreffen. Schon kriechen bald hier bald da zwischen den Trümmern und au» den Erdlöchcrn die Lemuren hervor. rotten sich zusammen und blecken die Zähne gegen die neu« Ordnung. Die alten Gewalten, die fürstlichen Jammergcstasten »nd Wasck'appcn. wieder aus ibren Thron zu fuhren, das darf allerding» beute der ausgepichteste Reaktionär nicht wagen. Aber man beginnt die Dinge da anzupacken, wo tatsächlich Gesabr droht. AI? die Revolution die seitherigen Machthaber davon- iaate. blieben an stelle der'-stheriaen Kleinstaaten sozialistische.Kleinreviibliken zurück. Dieser Zustand sollte nur oorüberaehend sein, nicht dauernd. Hier sehen die reaktionären Onertrciber ein. Die klein. staatlichen Republiken sollen fiir immer erhalte» werden All die reaktionären.Kräfte, die in der veraanaeuhZt schon so unheilvoll nenj, rttchattet hatten. wrOcn fiir dieses Ziel eingespannt, vom Lokalpatriotismu» bis zur religiösen Un- diildiamkeit. Echan mehren st» in der inländischen Presse allerhand nicht wtfezuverstchcnd« oder absichtlich ntiitvastattdett« toro�uiTflett mit bor CoSIcurrtfl dieses oder jenes Bundes- staates. dieser ober jenen Provinz. Und wenn es auch meistens durchaus nnserantwortlichs Personen sind, so finden derart, qe Wühlereien doch ihren Wea in die Presse. Be- Zeichnenderweise sv:5liliert auch die Auslandspresse, sowohl Dte Presse der Entente, wie die der Neutralen, auf ein zer- r inen es und zerklüftetes Deutschland. So tauilien denn an, Horizont bereits wieder die verflossenen 22 Vaterländer auf. und selb»t die langst verblichenen Fürstentümer und Herr- Maften von Hannover bis zu Sayn.Wittqenstein-Berleburg drohen sich wieder ans dem Grabe zu erheben. Gewifc die Zerstückelnna Deutschlands wäre durchaus zum Vorteil des Entente-svmperialismus. So wie die Dinae heute l'eaen konnte die Entente aar nichts Besseres wilyschen öl« eme Aufteiluna de» Deutschen ReiclrcS in einzelne �nter- «lienspharen. die mit Leichtigkeit aeaeneinander auSaespielt werden konnten. Aber die Heinde der deutschen sozialistischen Republik stehen nicht allein drauhen vor den Toren. Wir haben ihrer inncrfcnlb 8er eigenen Mauern. Wir Deutsche haben le'der viel ,» wät begonnen, uns mit Politik zu beschäftigen. Ohne Bevormundung waaen noch die Wenigsten einen Schritt zu tun. Ter Deutsche ist gewöhnt, mit Zügel und Kandare gelen/t zu werden iind breite Scheuklappen zu tragen. Es gibt daher noch Unverständige genug, die über «hr lokales, vorrevolutionäres Fürstentum nicht hinauszn- blicken vermöacn. die nun. nachdem sie selbst von den Schlössern Besitz erarifsen haben, immer noch glauben, dah die Welt nur soweit reiche, als sie von ihrem Fenster aus selien können. Es tut noch sebr viel politische Aufklärung not in deutschen Landen, sehr viel politische Einsicht»nd sebr viel politischer Weitblick. Seben wir es doch endlich ein, daß die Rückkehr zu der deutschen Kleinstaaterei nur dazu dienen würde, der Reaktion von neuem Tür«nd Tor zu öffnen. Die Geaenrevolutionäre warten ia nur darauf. Der Hauptfeind der deutschen Einheit, die festeste Stütze und der eifrigste Vertreter des deutschen VartikulariS- mus ist das Zentrum. Die Entwicklung, die ganze(&e- schichte des deutschen Volkes zeigt, wie die Kirche und ihre jüngste Politische Schöpfung, wie das Zentrum von jeher an der mangelnden Einbeit deS deutschen DolkeS interniert war, wie es bis in die jüngste Zeit hinein in der krassesten Weise für die Erhaltung der deutschen Sonderbündelej ein- getreten ist. DaS Zentrum ist in den letzten Wochen merkwürdig still geworden, aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Zu gegebener Zeit wird eS wieder auf dem Plane erscheinen. DaS Zentrum hat es immer verstanden, die beste Situation für seine Pläne klug und rücksichtslos auszunützen. Ts ist richtig, die äußere wie die innerpolitische Entwicklung hat dem Zentrum als Partei den größten Schaden zugetiiat. Der Zentrumsturm hat mächtige Risse bekommen. Diejenigen Gebiete, die mit die sichersten Wahlkreise deS Zentrums enthielten. sind von der politischen LoSlösung vom deutschen Reiche bedroht: Posen, Teile von Weswreußen nnd Schlesien, Elsaß-Lothringen. Auch daS Rheinland ist bis einem gewissen Grade gefährdet. Vor allem ober ist das innere Gefüge des Zentrums zerrüttet. Die religiöse Phrase verfängt im Augenblick aar nicht, und die soziale Struktur des Zentrums ist unter dem Einfluß der Revo- lution in? Wanken geraten. In einem neuen einheittiche» Deut'chland würde das Zentrum sehr vieT an Bedeutung verlieren. Wohl aber bliebe ibm ein sicherer Bestand, wenn Deutschland in eine Reche von �onderstaat»n verfallen würde, besonders, wenn die Grenzen den Minsch.-n und bem Einfluß des ZentrimiS entspreche nb gezogen würde. Clwrokteristisch kür die Pläne deS Ken�-'-m» ist et, daß seine Brüder und GesinnungsgeunfW in D-"'�''ch-Oelt->�eich, hi<> Christlich-Sozialen, an desemtben Strange ziehen und gleichfalls für Erhaltung der Sondertümelei eintreten. Wir dürfen uns nicht verwirren lallen. Da» Alte ist rfrstort, und was. wir Nei-eS wollen, dürfen wir mcht an ie historischen Begebenheiten anknüpfen. Wir dürfen nicht rückwärts blicken aus das. w-'* aw'w'en ist. Berka �'te Balken und vom Brand? der Revoliition durchgeglübte Steine sind morsch unb taugen nicht zu einem Neubau. Wir brauchen neues Holz und neu« Steine und eisern« Träger und einen eisernen Spannring. Haben wir für eine gedeihliche Entwicklung deS Sozialismus in Deutschland mehrere Republiken notig? Der sfriede wird uns voraussichtlich auf den Boden eines?ka- tionalstaates zusammenschließen. In dem Deutschland der Zukunft gibt es nur eine Nation. Hannoveraner, Reuß- Gleiz-Schleiz Lobensteiner bilden keine Nationen. DaS wichtigste Verkehrsmittel im Wirtschaftsleben, die Sprache, ist in Deutschland durchaus einheitlich. Irgendwelche natürliche Schranken, unübersteigliche Gebirge, Wüsten und der- gleichen sind im deutschen Sprachgebiete nicht vorhanden. Wenigsten», was an Hindernissen vorhanden ist. ist für de» Verkehr heute nicht mehr unüberbrückbar. Plant man doch, Kanäle über die deutschen Mittelgebirge selbst bis in die Alpen hinein zu führen. Die deutschen Wirtschaftsgebiete ergänzen einander aufs glücklichste. Wenn unter diesen Verhältnissen aus der einen deutschen Republik, sei es auch nur in einem Staatenbund, ein halbes Dutzend oder ein Dutzend Republiken geschaffen würden, was wäre die sfalge? Dir haben ja genug Er- fchrung auf diesem Gebiete. Sind die Schranken einmal da, dann würde sich sofort das gegenseitige Mißtrauen, die gegenseitige Rivalität einstellen, würde sich in Verkehrs schikanen und Finanzschikanen ausdrücken, und ivas eins sein sollte, würde auseinandersallen. Zentrisugale Ten- denzen innerhalb Deutschlands wären die Folge. Es wäre schlimm, wenn wir uns gleich zu Beginn der neu gewonnenen Freiheit mit den Gespenstern der Vor- gangenheit herumilblagen müßten. Selbstverständlich wird es in dem Deutschland der Zukunft VerwaltungSgebietc- geben. und eS wird nötig sein, diese Verwaltungsgebiete im Hinblick auf die besonderen Erfordernisse der Verwaltung und des Wirtschaftslebens gegeneinanger abzugrenzen. Irgendwelche� Rücksichten auf die Eigenart der sogenannte» deutschen Stämme, die doch weiter nichts ivaren als Sonder. aulbeutungsgebictc der deutsch?» Fürsten, dürfen nicht ge> nommen werden. Diese Requisiten einer Zeit, die hoffent- lich ein für allemal hinter un? liegt, gehören nicht in die Gegenwart hinein. Man bringe sie dahin, wo sie wirklich am Platze sind, in ein Museum für vaterländische Aller- tümsr, zwischen Streitkolben, Radschloßflinten und zer- schlissene Larrdknechtswämse. Wir werden an den nationalen und imperialistischen Grenzen, die der Friede uns nach außen hin bringen wird. genug zu tragen haben. Wir dürfe« uns selbst nicht noch besondere Knüppel zwischen die Beine werfen. Halten wir uns immer vor Augen: Der Sozialismus will keine Grenzen, will keine Schranken, er will zusammenfügen und vereinigen. Lette Schrecke« i« Lemberg. Im»Berliner Tageblatt"' berichtet der aus Lemberg hier eingetroffene österreichische Tchriftstellcr E Nacht über die furchtbaren Borgänge in Lemberg. Bereit« bekannten Tatiachcn über di« Borgeschichte der Paarom« fügt er Einzelheiten hinzu. die da« schreckliche Bild der Borgänge deutlicher macken. Nach. dem die Polen in ihrem Kampfe gegen die llkrainer siegretch ge- blieben waren, betzle die polnüch« Bevölkerung gegen die Juden. Da sich di« Juden der deutschen Sprach« bedienen und deutsche Keiwneren herausgeben, wendet sich die widerliche Bewegung auch pegen die deutsche Bevölkerung. Am 11. November ertchien d«r Befebl. daß alle Hauseigentümer Berzelchnisfe der Bewohner mit Angabe der Neligion zu machen habcn. Die Listen sollten der Ermittelung der Wohnungen der Deutschen und Juden dienen. Da« polnische Organ„Pobudke. hetzte unausgesetzt aegen Juden und Deutsche. Im polnischen Viertel Lemberg« tobt ungezügelt die Hetze gegen die Juden, im ukrainischen viertel bildet« die jüdische Bevölkerung eine Miliz zum Schutze gegen Ucbcrfälle. Juden, Polen und Ukrainer stehen sich bewaffnet zu neuem Blut- vevzießen gegenüber. Kommt der gepeinigten Bevölkerung Lem- bergS nicht schnelle Hilfe von außen, findet sich nicht bald eine stark« Macht, die der Verhetzung und dem Kampfe T»halt tut, dann find weitere Sehrecken mit Sicherheit zu erwarten. Die polnischen Legionäre, berichtet Rächt, plünderten füdlsche »nd deutsche Geschäft«. Offizier« und Mannschaften hielten da» Judenvi«rtel umzingelt und überschütteten e» mit Maschinen- gewehrseuer und Handgranaten. Da» ganze jüdische viertel mit den B«thäus«rn, worin sich viel« Familien oersteckt hielten, wurde eingeäschert. Wer tu den Skaßen«rschteu, wurde rmderg«» ichossen. Die Zahl der getöteten Juden beliuft sich aus iflüO, die der O bdechlosen auf lOOCO bi« 12 000. Nacht berichtet über ähnlich« Greuel gegen Deutsche. Drei deutsche Telephonisten wurde nverhaftet, an eine gemeinsame Kette gelegt und durch die Sirußen der Stadt zur Hauptwache geführt. Tort wurden sie entkleidet, beraubt und beschimpfd Für ihre guten Kleider erhielten sie Fetzen, dann mußten sie eine Stunde im Schnee auf dem Bruch liegen. Der deutsche Ge- neralkons»! Heinz soll intern'ert sein. Sin merkwürdig klingende« Telegramm berichtet folgende«: Krakau, SS. November.(SB. T. B.) Der polnische Liqui- dieruugSauSschuß veröffentlicht einen Bericht, wonach währerdd dar letzten Kämpfe in Lemberg die Ukrainer über 100 Verbrecher aus dem Le-m berger Zuchthaus« befreiten. Diesen Verbrechern gesellten sich Deserteure zu. von denen einige sogar als polnische Soldatem sich verkleideten. Nach dem Rückzug« der Ukrainer au« Lemberg begannen diese Elemente gemeinschaftlich m i t jüdischen Plünderern im Krakauer Stadtviertel in Lem» berg die Wohnungen und Geschäfte zu überfallen und zu plün- dsrn. E« entspann sich ein Kampf, wober einige Dutzend Z vil» Personen getötet wurden. Während der Feuersbrunst, die von Banditen gelegt wurde, wurden ungefähr SO Cvauler eingeäschert oder stark beschädigt. Die polnischen Mililärbebörden schritten ungesäumt gegen die Banditen e n und konnten alsbald den Auf» rühr unterdrücken. DeS Standrecht ist verhängt. Bi« gestern wurden SO Plünderer auf Grund des S�andrechts erscbosien. Am 24. November herrückte in Lemberg schon wieder Nube. Alle rnderklautenden Mitteilungen sind unrichtig. Der Liquidierung«- au«tchuß sehte eine Kommission zur Untersuchung der Unruhen in Galizien ein. Weiter gibt der Liquidierungsausschuß bekannt, daß über ganz Galizien da» Standreckt verhängt wurde. Bi« zum gestrigen Tage wurden 1200 Banditen, die an den Plün« derungen und Ueberfällen beteiligt waren, festgenommen, von den Verhafteten sind 60 Prozent Ruthenen. 30 Prozent Polen» lO Prozent Inden. Also«in Pogrom von Juden gegen Inden geübt! Die Nach» richt stebt nickst nur mit den oben wiederaegebenen Darstellungen eines Augenzeugen im Widerspruch, sondern aucb mst dem logt» scben Denken. Die Juden sollen sich selbst massakriert haben. Jeder, der die Verhältnisse im Osten kennt, weiß, wie lest die füdische Bevölkerung dori zusammensteht. Die Methoden, mit denen die volniM* Militärbehörde den Aufruhr unterdrückt, scheinen recht merkwürdiger Natur zu sein. Wir sehen in den Lemberoer Schrecken eine der unheilvollen Folgen der Pölkerverbetzring. die� vier graue Jahre hindurch von den Mächtigen der vorrevolutionären SLelt getrieben wurde. Herr Zlmmerma»« zm grase der krix--«'MIi>. flu in Veröffentlichung der Dokumente cni« den baderlfhe« Archiven hat sich jetzt auch der frühere Staatssekretär dc» Lu«» »Artigen Amte«. Herr Zimmermann, geäußert, der zur Zeit deS KneaSauSbncch» al» Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt wirkt«. Einem Vertreter der»Deutschen Allg Ztg." gegenüber hat er»ersucht, die damalige Leitung der deutschen a»»wänig«U Politik zu entlasten. Nicht gerade mit sehr e,ndruck«vollen Darlegungen.„ Auch Herr Zimmermann sucht zunächst die durch NublandS Wutglereien gefährdet« Bituation Oesterreich« im Jahre zll unterstreichen:»Seine Lage hotte sich im Laufe der Jnksr« derrrrtA verschlechtert, daß die Nachbarn im SudZn und Osten bereit» d.e Möglichkeit des Zerfalls der Donaumonarchie in» Auge faßten.* »Daß Oesterreich-Ungarn sich gegen die großservischen Machenschaften, die zur Bluitat in Serajewo geführt hatten. zur Wehr setzte, war nicht nur sein gute« Recht, sondern lag auch im Interesse einer Gesundung der Per« Hältnisse in Europa. Die« und insbesondere d>e Riederbaltung der großserbischen Provagonda suchte Oester» reicb-Ungarn zu erreichen durch eine Neuordnung der Macht« verbältnisse auf dem Bnlkan. die e» durch Heranziehung Bulgarien« an den Dreibund an Stelle de» unsicher ge» wordenen Rumänien» herbeizuführen gedachte. Diese Ge« danlen und Ziele waren erörtert in einem Handschreiben Kaiser Franz Joseph« an Kaiser Wilhelm und einer damit verbundenen Denkschrift. Beide wurden am S. Juli IRU durch den österreickilch ungarischen Botschafter dem Kaiser Wilhelm überreicht. Eine Abschrift der Schrift« t DttilWand. Aus: Ein Wintermörchm. Geschrieben im Januar 13 44. Im traurigen Monat November wen:'«, Di« Tage wurden trüber, Der Winter riß von den Bäumen ba» Laub, Da reist' ich nach Deutschland hinüber. Und oT« ich an die Grenze kam, Da fühlt ich ein stärkere« Klopfe» In meiner Brust, ich glaube soga«� Die Augen bozannen zu tropfen. Und al» ich di« deutsch« lyrach« vernahm, Da ward mir seltsam zumute; Ich meinte nicht ander«, al« ob da« Herz, Recht angenehm verblute. Ein Nein?» Harfenmädchen san� Sie sang mit wahrem Gefühle Und falscher Stimme, doch ward ich sehr Gerührt von ihrem Spiele. Sie sang von Liebe und 2iebe»gra«, Aufopferung und Wiederfinden Dort oben in jener besseren Welt, Wo alle Leiden jchw Inden. Sie sang vom irdischen Jammerta!, von Freuden, die bald zerronnen. vom Jensetls, wo die Seele schwelgi verklärt in ewigen Wonnen. xle sang da» alte Entsagung»lied, Da» Eiapopeia vom Himmel,- Womit man einlullt, wenn«» greint, Da» Volk, den großen Lümmel. Ich kenne die Weise, ich keim, den Text. Ich kenne auch die Verfasser: Ich weiß, sie tranken heimlich Dein t&d pied.gtkU öjjeniitch Wasser. Ein neues Lied, ein besseres Lied> O Freunde, will cch euch dichten: Wir wollen hier auf Erden ichon Da« Himmelreich errichten. Wir wollen tnrf Erben glücklich sein, Und wollen nicht mehr darben; vcrschlemmen soll nicht der faul« Bauch. Wa» fleißige Hände erwarben. E» wächst hienied en Brot genug Für all« Menschenkinder, Auch Rosen und Myrten, Schöuhoit und.Lust, Und Zuckcrerbsen nicht minder. Ufa, Fuckererbsen für jedermann, Sobald di« Schoten platzen l Den Himmel überlassen wir Den Engeln und den Spatzen. Und wacklen un» Flügel nach dem Tod, So wollen wir euch besuchen Dort obon, und wir, wir essen mit euch Di« seligsten Torten und Kuchen. Gin neue» Lied, een brssre« Liebt E» klingt wie Flöten und Geigen! Die Miserere ist vorbei. Dia Sterbeglocken schwelge«. D!« Jungfrau Europa ist verlobt Mit dem schönen Geniuss« Der Freiheit, si« liegen etnander in Arm, Hi« sstnoelgen im ersten Kuss«. Und fehlt der Pfaffensrgen dabes, Die Ehe wird gültig nicht minder— E» leb« Bräutigam und Braut, Und ihr« zuttmfhgen Kinder! Ein HochzenlSkarmen ist mein Li«d. Da» Bessere, da« Neue; In meiner Seele gehen auf SU Hl«,« Ott hochjien W.'-che— Begeisterte Stern«, die lodern wild, flerfließen in Flaininenbächen— Ich fühle mich wunderbar erstarkt, Ich könnt« Eichen zerbrechen! Seit ich auf deuische Erde trat, Durcstströenen mich Zaubetsäfle— Der Riese hat wieder di« Mulier berührt, Und e« wuchsen ihm neu di« Kräfte. _ Heinrich Hein«. Las reite Ideal. Der Satz»Nelne Ursachen, große Wirkungen' ist falsch; nur kulminieren manchmal die großen Ursachen großer Wirkungen m kleinen Anlässen. Jede Bewegung beginnt in einem Punkte. Die bürgerlichen Zeitungen bemühen sich bereit«, die deulsche Revolu« tion_ fall» man dies« gelungene Revolte ichon eine Revolution nennen will— anekdoti'ch zu verkitscs>en. Sie sei entstanden, weil einig« hundert Berliner Soldaten auf der Kommandantur nicht rasch genug ihr BerpflegungSgeld bekamen. Hier gehört ein heftiger geistiger Prolest dagegen: Di« Revolution entstand au» dem unerhörten Zusammenbruch, der den Elrich unter da» un» gemessene Sündenregister zeriallender Schichten setzt«, und au» der Gegenrechnung von Menschen, die sich nicht mehr fügen, nicht mehr dulden wollien:«ine Abrechnung zugleich und«in« Befreiung hersnch Leidender. Wenn die Kieler Revolution/ wi« e» der eben veröffentlichte Brief eint» meuternden Mairo>en zu erweisen scheint,«irklich be» gönn, weil die Flotte die Ausfuhr» verweigerte,— so wäre da» keine der viel zitierten»kleinen Ursachen' E» wäre die» ei« Protest bitrogner Mentchheit, und der Durchbruch einer neue« Ideologie. Die. nationale Verteidigung' drohte e'ne Weile in allem Ernst; und d'cse Ausfahrt wäre ihre verzweifelte D.'mo.r» strotion gewesen. Tie Zeitungen jene« Bürgertums, da« ein Anhängsel der Feudalitä, b Ideie, predigten die national« ver« teidigung— übe: sehend, daß auch ein»heldenmütiger Untergang' den Ruin Deutschland« b. beulet hätte. Der Flotte wurde dieser heldenmütige Uncergang anbelohlen— und sie weigert« sich, zu folgen. Sie lehnte dies« Ideologie ab, die n cht einmal die dcr Bourgeosie, �sondern die einer längst verfallenen, enstverleten. Lügen gestraften Feudalitäl ist. Tie ist nicht die de» vürgertnm». denn ha» Mürgertu« Hai überhaujit teiue/s«» haf Anleresse». M« M f fritft wurde pTcicdjciftg durch den Hedcr�rtuger. Dr»fen 5°dv?. dcm Auswärtigen Amt �erreicht. Die» siftd die?at. Wchen. die ju der viel berufenen Legende von dem «ironrat>n Potsdam Anlah gegeben beben. Ueöer die Art tont, die dem Grafen Szögy-nh erteilt wurde, gibt eine von mir entworfen« telegraphiflbe Instruktion de» damaligen Herrn MeichSkanzler» an den Votschafter von Tfchüschky in Wien vom ö. Juli Aufschluh. Tie befindet ch in den Akten deS Auswärtigen LmteS und lautet meiner ciNnmmg nach dahin: .Die Gciabrer' der panflatoistifchen Agitation würden such jn Deut'chland nicht verkannt. Der Heranziehung Bul- Larieni an den Dreibund wurde mit gewissen Vorbehalten juge stimmt. ES wurden Bemühungen in Bukareb in Au»- sich! gestcll'.�im Rumänien bei dem Bündnis zu erhalten und don der gefährlichen serbischen Propaganda loszumachen; zu dem Konflikt mit Tcrbicn wurde eine Stellungnahme »b�ge lehnt. Es wurde aber betont, das; Deutschland ge» tuäh dem Bündnis und der alten Freund. ichaft treu zu Oesterreich. Ungarn stehen würde.' Herr Zimmermann meint, da» fei keine.Blankovollmacht" f!en, Deutschland habe Oesterreich zu seinem vor- n gegen Serbien weder zugeredet noch gar estachrlt, sondern- sich»lediglich darauf beschränkt, davon nicht ausdrücklich abzuraten." Der Inhalt de» Nlti» lums fei der deutschen Negienmg»zu jener Zeit" noch un- l»nt gewesen. .Dah die in dem Bericht der baverifchen Gesrtnd'schost wiedergegebenen Forderungen von mir dem Herrn Bericht- wsmtter mitgeteilt worden sind, bezweitl«>ch daher. Uebri» gen» hoben wir e». soweit mir erinnerlich, ausdrücklich ab- ?f' e munnticyc Bevölkerung noch anderthalb Jahre auf die Zchlochtbani gescblepvt. Wie wir schon im heu! igen Morgenblatt meldeten, hat die ungarische Regierung die Bildung eine» Ausschusses beschioffen unter Leitung de» Genossen K u n f i. der dt? Mitschuld der Männer de» alten Regime» am Weltkriege feststellen soll. Sie wenden sich auch dafür zu verantworten haben, dah sie jähre» lang das Volk auf die Schlachtbank sch!tpp:en und jede Frieden»- aktion störten, obwohl für die leitenden Staatsmänner kein Zweifel bestand daß der Krieg verloren sei. Die Muchener Eslhkilr�. Profestor Förster veröffentlicht In den..Münchener Neuesten Nachrichten" eine Eiklärung, worin er zu der Behauptung de» Berliner Aviwärtigen Amte» Stellung nimmt, er habe die Eni- hüsiungen der Mnnchener Regierung über den Beginn de» Kriege? auf Grund einer Anregung Tlemcnceau» veranlagt. Förster erklärt, das; er zwar für die Veröjfcntlichung gewesen sei, aber nicht auf den Rat irgendeiner feindlichen Seite. Tr habe nur aus den Gesprächen mit Enteute-Politikern enl- nommcn, dah man drüben an die Echtheit von Deutschlands Ein» lehr noch immer nicht glauben wollt. Es habe keinen Zweck, da» deutsche Volt über die wirklichen Vorgänge zu täuschen, denen e» zum Opfer gefallen sei, zumal da» Au»Iand diese Dinge längst kenne. Die Verösfenllichung der Münck>ener Dokumente war sicher- lich sm gute» Werk, ganz gleich, von wem die Anregung ausging. E» war höchste Zeit, das; dem deutschen Volke reiner Wcin eingeschenkt und dcm Auslände gezeigt wurde, dgfj die Machthaber von beute nicht daran denken, sich schiibend oder ver- hüllend vor die Sünden de« alten Regime» zu stellen. Am Wilhelm. Haag, 28. November. Da» Mitglied der Zweiten Kam- wer, D u y», hat an den Minister de» Innern kürzlich folgende Fragen gerichtet: Ist die Reziernug bere-it, der VollSvertre- tung und dadurch dem Lande wie dem Au»lande volle Aufklärung über folgende Angelegenheiten zu geben: l. den Standpunckt, den si« hinsichtlich de« früheren Kaiser» von Deutschland, seine» Sohne» und de» Gefolge» vrm beiden in Holland einnimmt 2. Den Durchzug von noch Deutschland zurückkehrenden Truppe» durch Holland, 8. ein etwaige« vemnittelndeS Auftreten der Regierung bei einer oder mehreren der Entente-Mächte i«n Zusammenhang mit der Svwünschiheit der Milderung der WaffenstillstandSbedftigun- gen. Ist die Regierung bejahende» Falle» bereit, bei Abgabe dieser Mitteilungen die Berichte zu beachten, welche von den Gesandten Amerjka», Belgien». Frankreich». Englands und Italien» an die holländijche Presse gegeben worden sind de» Inhalt«, al» hätte die holländische Regierung die von diesen Gesandlen vertretenen Länder vor eine vollendete Tatsache gestellt. Endlich wir dum eine schnellere Richtigstellung von falschen und Undeuziöse« Berichten der ausländischen Presse gebeten. Dem Frle�« enlseaen. London, 28. November.(Reuter.)„Daily Expreß" schreibt, man holst, daß Foch Ciemenceau nächste Woche nach L o n. don zur interalliierten Konlerenz begleiten wird. Die An- nähme, daß die Wellfri?den»konferenz die FricdenSbedingungen nicht innerhalb 8 Monaten zur Unterzeichnung vorbereitet haben könne, wird, wie da» Blatt schreibt, i« ministeriellen Kreisen England» bestritten. Europa könne nicht drei Monate warten Die Damobilisation und Wicderaufbauplär.e müssen notwendiger- wetse verschoben werden, vi» der Fr'ede unterzeichnet ist. D<« Friedenskonferenz wird also wahrscheinlich den Friedensvertrag in der Houptsache fchleu. n! gft regeln. Dieser Vertrag wird sobald all mög lich unterzeichnet ue'den. und es werden Aiwrd» nungen für eine Art internationaler Polizei getroffen werden, um ihn durchzusetzen. Jiiternationale Kamnrissionen werden die Einzelheiten in erheblich längerer Zeit ausarbeite«. Fiskalisch« Fragen und die Frage der Rohstofsh-schassuno und andere schwie- rige Prosilrmc müssen von diesen Kommissionen erwogen wer» den. Cfsenbar kann aber die llnierzeichnung de» Friedensverträge» n cht verjetzobe« werden, bi» alle diese Klagen fertig gz. stellt sind. Zlir Ne Z iteruallWa'e. Die.Humanitö" verö'fcnssicht folgenden Brief Emitz Ehapelier» an Ewile Vandervelde und Eamill« HuhSman», den Präsidenten und den Sekretär de» Jnter» natimwlen sozialistischen Bureaus: -Werte Genossen! Im Namen der belgischen sozialistischen Gruppen in Pari» und Havre und da» Tl?ndikats der belgischen Arbeiter in Arankreich bitten wir euch instä ichig, sofort einen Kongreß der Internationale ei nzn berufen. Emptoagt,«verde®«» nassen, unsere brüd.rlichen Grüße." I. A.: Der BuudeSsetrctär: Emil Eh.rpelier. tU bArgkMe..Aeusrse tiern»�-. Der Jungliberale MelchSverband deröffenMcht elrten Aufruf mit einer Reihe von Programm forderungen, u. a. die einer von demokratischem Geiste durchzogene Verwaliung. der Pflege nanonalen Geistes im einigen Deutschen Reich und einer .organischen Soziolisierung im deutschen WirtfchaftSleben, feweH die Interessen de» Staate« und de» erwerbstätigen Volke» sie er» fordern, unter Wahrung unserer Äonkurrenz'Shigkeit". Nach Aufstellung diese» reichlich phrasenhaften Programm» setzt sich der RcichSverband für eine Einigung zwischen der Deut» scheu Demokratischen Partei und der Deutschen V o l k» p a r t e i ein. Die Symvalhien de» Verbände» neigen aber augenscheinlich sehr viel mehr der mehr rechts orientierten Deutschen Volksparte, zu. An der Deutschen Demokratischen Par» tei wird getadelt, daß sie ihr Programm nicht genügend gegen die Sozialdemokratie abgrenze; auch vermißt der Reichsverbanh bei ihr»die Freude am Deutschen Reich". vglerl-n�sreiler.> Die Universiiä« Leipzig hatte die rote Fahne gehißt. De« Rektor der Universität rnnche der Studenten chaft darüber durih Anschlag Mitteilung. Jn der Nacht haben einige Studenten die rote Fahne wieder entfernt und in einem Anschlag, der mit .Mehrere feldgraue Studenten" unterzeichnet war, am Schwarzen Brett davon Kenntnis gegeben. Sie sarn: Wir haben heute nacht die rote Fahne heruntc raeholt. Seht darin keinen un» besonnenen Veriuch einer polittichcn Reak.ion, erseht darin auch ke nen törichten Studentenstreich. llnsere akademische Freiheit war in Ge-adr. Wir, die wir aus dem Felde kommen, sehen mit tiefer Scham und webem Herzen, wie in dieser schwersten »>»- beiltaen?t"nde»wler Volk nickst die Kraft findet, nach innen und außen geschlossen aufzutveten." Um die Geschlossen�« t des Volke» nach innen und außen wieder herzustellen, entfernen die jungen Leute die rote Fahner da» Zeichen der Rcvolu'ion. und kehren zurück zur nationa» listi'cken Flagge, unirr der da? Volk in jene Not«vstiirat»iindev au» der nur die Revolu'ion retten konn'e. Wenn e» deute ein Zeichen der Gcschlosscichest de» Volle» gibt, so ist e« da« revolutionäre Rot! A'Zs der Ukraine. Kiew, Tl. November. Ze!tung»meldungen zufolge langte gestern in Odessa ein E n t e n t e g c s ch w a d? r. bestedentz au» dcm ennlischen Kreuzer..Agamemnon" und einem englischen und einem französischen Torpedoboot, an. E:n Erlaß de» Het» man» enllcht den General Gras Krllcr de» OberkommandoO und ernc"»« den Genernlleutnanj Fürsten Dolgornkoff. Die»lrainische Regierung erklärt amtlich, daß stc i» keine« Welse beabsichtige, den deutschen Trupven Schwierigkeiten in der Frage der Heimkehr in den Weg zu legen. Die deutjchen letzten Zeit eine Opposition de» Kapitalismus zeigte, be» (jt0e sie auf der li ngft, daß die Geschäfie verdorben würden, ein. ''l! sie einer Negation und einer Feigheit. Die Matrosen � die nicht zum Untergange vor dem überlegenen Fstnde au«- In-1''1 wollton, wagten— sie wußten ja nicht, ob sie siegen den jhx Leben für da» neue Ideal: zu lelen. U ist da» Ideal de» Werte schaffenden Menschen. Er weiß, 'iii, ,r unentbehrlich, daß er nötig, daß er unersetzlich Ist. Gegen � t'ngeordnete Pflicht zu sterben, sich für eine feindliche und U 0tenC Tache wegzuwerfen, siegten Pflicht und Recht zu leben: � i>ft P tötest jener sozialistischen Matrosen, da» Recht'jede» tz,.ssUidlium« siegte, gegenüber der letzten leeren Geste dc» th-�uller», nicht die Feigheil und Lust de» bürgerlichen Augen- '> sondern die Reinheit und Menschlichkeit der Zukunft. An Ujj.ss"1 tage besiegte da» schöpferisch blühende Leben da« nationa- .l'h'titleeiich verklärte, in Wahrheil durch da» millionenfach �.�tlete Sterben entwertete Gespenst de» Tode». Da» Leben ttin schwere» Recht überwanden die komödiantische, den ti,," Pflicht entspringende, ausgezwungene Verpflichtung, �.�zugchn. Vor dem aufleuchtenden Angesicht der Zutunfi und �tben» zerfiel eine alte Form. Rudolf Leonhard. Zur Gescbicht« der Fenster. * Hau» ohne Glatfenster scheint un». in unserem Klima � Allsten», ganz undenkbar. Trotzdem haben sich die Menschen z�viltnizniäßig lange ohne GlaSsenster beHelsen müssen. Di« z.'fcndigkeit. die Fenfterössnungen mit einem lichtdurchlässigen � 'erial auszukleiden, brachte zwar schon die Römer auf die ihre Fensterscheiben rnifl Marieng la», dem bekannten ,""al. herzustellen, allein sowohl diese Art der Verglasuivg wie t>'' ttwo» später au» dünn geschliffenem Achal oder Horn �Stiert girn Fensterscheiben ferner so teuer, daß man sie nur � �hmsweise anbringen ließ. Die vrrwendun,, de» Glas-« e�i, �verscheiden brachte erst da» frühe Mittelalter. Zu drn * 0n Glassenftern gehören die bunten GlaSsenster de» Kloster» �Sornsee in Lberdayern. die von, Ende de» ll). Jahrhunderls ��mrn. Doch zrs, im und lS. Jabröunderl wurde der !,�ssch. die Fenster zu verglasen, etwa» allgemeiner. Man beaann lachst dam t. dir Fensteröffnungen mit kleinen, runden,«n � gesaßien Glasscheiben, den sog. Butzenscheiben. ouszufüNcn. * ellgerneir, mit Fxente begrüßt wurde, da mau bttcher d>e Fenster oft mir mit in Oel getränktem Parier oder Tuch ver» schlössen hotte. Im lb. Jahrhundert besaßen wenigsien» in den großen Städten schon viele Häuser Glasrem'tee, deren Sche den sich mit der fortschreitenden Technik der Gla»sabrikation nun- mehr auch immer vergrößerten. Da da« Fenstevnlo» indessen zum größten Teil au» Venedig bezogen wurde. galten derartige Fernster immer noch al» Lnxu» und wurden daher auch möglichst vor den lknbilden der Witterung geschützt, wie z. B in England, wo man häufig vor den GloSfenstern al» Vorläufer unserer Jalousien— Gitter von feinem Weidengeslecbt oder von schichbret wrtig zu lamme»- gefügten dünnen S>.>lzslückchcn anbrachte. Die hoben Glaspreise brachten e» mit sich, daß moi selbst im lss. Jahrhundert an den älteren Häusern oft noch Papierfenster sehen konn le; die neueren Gebäude wiesen allerdings von dieser Zeit ab sckion fast durch, weg GlaSsenster auf. Für besonder» vornehm galten da.mal» auch gemalte GlaSsenster, mit denen die benntlelten Stande ihre Prunkräume zu schmücken pflegten, und dw man namentlich in Augsburg mit großer Kiinstrertiglcnt herstellte. Jn England ivur. den dagegen von der vornehmen Well noch längere Zeit Fenster in Vutzeiiicheibcnsoom äu« Kristall oder Beryll den Blasfenstern vorgezogen' Mit»et Zeit verschwanden dann auch die Butzenscheiben, und an ihre Stell« traten d.e größeren, auch heul«»och vreisach gebraiichic». aus ouadroii che» oder rechteckigen ckinzelitücke» zu- sa-mmengosetzten Scheiben, die sich dann ebensoll» wieder ver- größerten, bis man endlich die grohep. an» einem Stück bestehen. den Scheiben hen'tellte. AI» eine der ersten dieser großen Schei- den vor etwa 100 Jahren an einem Hause in Berlin angebracht wurde, machte sie so große» Aufiehen, daß sie längere Zeit hin. durch da» Ziel vieler Neiigierigen war. Eine sel'same Einrichtung trafen etwa zur selben Zeit die Engländer durch die Einführung der sogenannten Feniterlare, d. h. einer Steuer, die der Haiisbesitzer für jede» seiner Fenster zu entrichien hatte. Da aber ihre Folge war. daß man seither on den neuen Häusern möglichst wenig Fenster anbrachte, wurde die»igenartigr versügung bald wieder ausgehoben, während sie von Frankreich ssbernommen wurde, wo sich die Eenrichlnng der Tür» tu»» Fenitersteuer bis»n hie neues'» Zeit erhalten hat. At'sgrabtU'K einer alkrZmischen Eladl in Spanien. Pierre Pari», der Leiler d-r.kseot« lrgncaite cke» baute!. ötucke» hiaoerigun*" in M-rorid, ha; uu> spanischem Boden aus versunkenen Trümmern längst verklungene» Leben geweckt. Man wußte, daß«»weit von Bolonia, In der Provinz tfadix, eine römische Stadt bestanden Hatte, dtc den Namen Velo trug. Tie von Pierre Pari« dort„niernomnreni'n Ausgrabungen habe» nun eine mouumrntale Straße mit grossen Tore» juing" griörderl, ferner lamen zwei mit Fresken geschmückte Häuser zum Vorschein, ruf dem.« de Wand Malereien ihre Farbcnfrische»ollirändig durch -die Jahrhunderte hindurch bewahrt haben, sowie ei»r Gruft, deren 5ärge wahre Kleinodien an Gotdschmiedekunst und Eoelftein» schmuck ausweisen. Unter den Funden leuchtet auch besonder» eine entzückende Bronzcgruppe hervor. Tie Schätze sollen später in der Villa VelaSquez auftestelli werden, deren Bau man in der Nähe von Madrid plant. Tic Villa ioll ein Gegensatz z,ir Villa Medici in Rom werden und der Heranbildung sunzer Künstler dienen. Nacßdenklickes. Man nimmt de» Menschen tu sr.ner vollsten Kraft,»i seinen besten Jugendjahren, gibt ihm ein Ge>v,hr in die Haich, einen Tornister auf den Rücke», seinen Kops bezeichnet ma» mit einee Kokarde uich stigi zu ihm:„Mein Mitbruder, jener Manarch, Hai mich luuuürdig behairdcit. darum niuß» du all« seine Untertanen angreifen; ich habe rhiien timdgeinachi, daß du an eil»», gewissen Tage an ihrer Grenze erscheinen w.rst, um sie zu«ölen..»' » Infolge deiner Unerfahreiihett denkst du vielicichl, daß unsere Feind« Mensckwii sind. Es sind jedoch leine Menschen, c« sind da» Franzchon, Preuße» lJapaner). Du wirst sie von dem Geschlecht dar Monscksen durch die Farbe chrer Uniform unlevschechen. Trachte deine Pflicht mögHchst gut zu erfüllen, denn ich werde zu Hausr viei-bo» und dich bco>>ichX'». Siegt ihr, so werde ich, wr»» ihr ziiruckkehrl. in meiner Unikortni an euch»reren»nd sagen:.Soldaien.>ch bin m» euch zufrieden." Fat!« du ab» auf dorn Schlacknselde bleibst, was ja sehr möglich ist, so ivetttt ich deine Familie von deinem Tode uniörrichien, taiirit sie dich de- weinen und beerben kann Verlierst d» eine H-ind oder ein Bern, so weit* ch d>r bez.iblen. was sie laste» Bleibjl du ab« a-m Leben und bist unfähig, de« Torii.jier zu tragen, so wirst du enttassen und tairnst verrecken, wo du willst, die liiinmeri mich nicht.' Claude T i liier. Itrvppsn?Stt(n sich durch Herstevuug und Aufrechterhaltung da« iDrdiiiiiig ein Nccht auf Dank erworben. Mit allen Mitteln werde die ukramisckie Regierung ihre Heimkehr erleichtern und fördern. ZeitungSmeldungen zufolge ist die Beratung in Iassh zwischen der Entente und den Vertretern russischer politischer und öfsent- licher Organisationen beendet.?n der Frage de» Kampfe» gegen die Bolschewiki und der Wiederherstellung Ruh- landS mit Hilfe der Entente ist volle Einigung erzielt. Wie verlaute«, sollen T s a s o n o w und N e r a t o w al» Vertreter Siustlarrd» auf der Frieden»tonferenz bestimmt worden in Die Kandidatur Miljukow» sei abgelehnt worden»«gen seine» Un» belieblheit bei der Freiwilligenarmee. Versammlung der ArbsUerrNe Grod-VerNos. Die heute nach dem Lehrervereiulhau» auf vormittag» 10 Uhr «inberufene Versammlung der Urbeiterräte von Trop-Berlin wird vom Tenoffen Buckel erst»m y*12 Uhr erölsnet. Stich. M it l l e r vom VollzngSrat habe ihn gebeten, mitzuteilen, dast er infolge der gestrigen Versammlung der SoldatemZte nicht imstande sei. in der heutigen Sitzung zu reden. Der Vorsis'eiide verlieft eine längere schrif liche Erllärung des Eienossen Müller, in der die bielseitige» Aufgaben ke» VvllzugSrat» bargelegt und die Arbeiter um Geduld bei Durchführung ihrer Forderungen gebeten werden Dazu erklärt der Vorsitzende: Gegen da» terroristische Trei den einer EHqu«, die gester» im Reichstag die stürmischen Szenen verursacht hat. müssen wir heut« energisch ckrotestieren. sGroster Beifall.) Ein Redner erhebt Einspruch gegen die Anwesenheit zweier Prokuristen der Firma Wertheim al» Brbeiterräte. Aus Vers.blog de» Genossen Emil Borth wird eine fünfgliedrige Kommissto« gewählt, um die Mandat« der beiben Angeitcll'en zu prüfen. Genosse Barth berichtet über Verhandlungen mit den Ber- liner Metallindustriellen: Wir haben un» mit allen Fragen der Produktion beschästigt. vor allem damit, wie e» möglicki ist. dost bei der erforderlichen Herabset-ung der täglichen Arbett»z«it auf 4 Stunden ein Audgleich de» Lohne» geschaffen wird. So liegen die Dinge nicbt, wie einige Genossen glauben. Denn wir sitzen tn wirtschaftlicher Beziehung in einem Schlamm, an» dem wir herandkMuinen müssen Ich bin in Nenlölln ein Renegai geheißen worden, ein, wa» ich war, bin ich heute noch und werde«» bleiben und zur gegebenen Stunde e» beweisen, wie in den Stun- den de» NevclutionSau»briiche». Die Genossen in den Betrieb»» leitungcn werden erkannt haben, daß alle Betriebe jetzt nicht voll arbeiten. Sozialisieren kann man nur. wenn man«» hat dazu. Wir brauchen in nächster Zeit für ll Milliarden Mark Lebensmittel und für 10 Milliarden Mark Rohstoffe. Dabei ist die Mark, die heule 70 Pfennig im Kurse steht, zum Rennwert angesetzt. Dazu i& ein Export von Fertigwaren erforderlich. Aber wir müssen alle Kräfte, in»b«sondere auch die geistigen Ar- beiter, zusammenfassen, um unfere Produktion zu erhalten und zu entwickeln. Auch die geistigen Arbeiter müssen wir ae- Winnen, indem wir ihnen da? Menschenbefreiende de» Soziali» mu» darlegen und daß wir aber un» klar und einig sind. So wie der Neuköllner Arbeiterrat zu Werke geben will, sowrt Banken zu verstaatliilen. Hau»besitz zu verstad lichen— so geht e» nicht. Und wenn ich al» Renegat beschimpft werde, weis ich mich gegen jene Experimente wende, so bin ich stolz darauf. lFortsetzung in der Morgenau»gai«.) Sihvng her SsldakenrAe. lSchlusjbcricht der gestrigen Sitzung.) WIllner. Den Kameraden au» vaoen und von der Ostfront. die hie» im Suale sind, wolle er lagen, daß hier niemand Ter- rcriSmn»«ünlcht. Alle sind einig, daß ungeheuere Lasten aus dem PollzugSrat ruhen. ES dürften darum nur die fSht�ten Köpf« be» rufen w"rden. Er fei Bevollmächtigter beim Armeeverwattung-». tzepartemen! Gnesen. Heute feien leine Papiere beschlagnahmt wor- den. Molkenbubr hübe gesagt, man hebe vor dem Nicht» ge- Jansen Da» fei Uebertreibung. denn e» set eine Unmenge katmal gelldfert worden. Raubbau sei durch den Vellzug»rat Getrieben worden. Am 11. November war Redner Berlreter de» Solda'enrati» bei der Fntendanwr de» IN. A. K. Er habe dann Perbindung mit dem Generalintendanten de» Feldheere» gesucht, der sich jjur Verfügung gestellt habe. Er wollte diesem wichtigen Mann eine Vollmach' verschaffen, wa» ibm bl» beule nickt gelungen (ei. Die Demobilisation sei planlo» erfo'gi. Wenn man die Ab- ich« hat, Unordnuna zu schaffen, dann könne man«» nicht besser wacken. al» der VellzugSiat. Ein Vertreter der badischen Kamerade«»e- klärt: Man wolle nur GeschäflStüchtigkeit. ES itt unmöglich, setzt nock einen Vollzugdrat anzuerkennen, der von Berlin gewählt sei. Man soll nicht durch klein? Slänkereien die Rervenkrast der Menschen verbrauchen. Er schlägt vor: ES wird nicht neu gewäblt. die Männer de» vollzuglrat» bleiben auf ibren Posten und der Pollzugtrat kooptiert Leute mit Fachkenntnissen. Die Leute, die eineearbeitet sind, kann man nicht for?1agen. sZwlschenruf: Un- fähige müssen gehen I> Kameraden, i�: habt keine Abming,«»rauf oft scheinbare Unfähigkeit beruht,»ine Organisation kann nicht so- fort fertig dastehen, aber sie ist im ivachfen. Ein Vertreter der Ostfront: Er weiß nicht viel von Berlin, aber er habe den Eindruck, daß kein« sachlich»orge- tragene Beschwerde vom VvllzugSrat ungeprüft gelassen werd«. Der Scherbenhaufen, den der PollzugSrat übernehmen mußte, fei größer al« die Versarninlung glaube. Wenn der Bollzugtrat g«- stürzl wird, arbeitet die Ostfront nicht mit d«n n«u getoählten »usammen Ein Antrag zur BcschäslSoednung will den Punkt 4. Na- tionalversammlung, der vorgerückten Zeit wegen al» ersten Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung setzen. Ein ,we«tervertre»»c der Ostfront. Cr spreche für «ine Million Kameraden. Die Versammlung habe geringe politische Ruhe gezeigt. Die Mandate der«nwesenden seien nicht geprüft. DaS Cstiieer habe eine vollkommen funktionierende Organisation ge'chaffen U.n den Frieden in den Berliner Soldatenrätea herzustellen, schlägt er ww, je S Vertreter Baden«. Bayern» und Wnrttembec ,», der Ost- und Wrstfront, in den Berliner Voll- zugSrat zu entsenden So könne«in«irbeitlsähige» Kabinett «ntfteben. Ein Vertreter der Westfront. Er findet hier ein Tohuwabohu, an dem jedoch nichts der BollzugSrat schuld sei, vor dessen Stur, auch er warnen müsse. Willnrr stellte einen Schlvßontrag. Er schlägt ferner die Wahl einer sieben, Nedrigen Kommls- sion vor, die die gegen den VollzugSrat erhobenen Anklagen prüfen soll. Der Antrag wird einstimmig angenommen. In die Kommission«erden aewählt: Reander, Goldschmidt, Sge, Kuhn. Herz, Jogsch und Konnig.. Ausruf an die heimkehrende» SoMen! Kameraden I Bcacsifet bei der Ankunft auf dem Bahn- hos die Plakate! Sie sagen Euch, wo Ihr ichnrllstentz die nötigen Lebensmittel marken oder Euer E j j? n selbst bekommt, wo Ihr Unterkunft sinSet. wo der nächstgelrgeue A r k e i t s n a ch w e i» ist. Alle Vor- Mmingrn gegen Arbeitslosigkeit sind getroffen. Für den Susjersten Fall seid Ihr durch Erwerbslos ennnter- st ü tz» n g sicher gestellt. Ter Arbeitsnachweis sagt Tuch päheres. Vergeht Eure Gesundheit n»ck>tl Krankheit gefährdet mit Euch auch alle die. zu denen Ihr heimkommt. Ihr habt freie ärztliche Versorgung. Seht Plakate am Bahnhof. Sucht Entlausungsanstalten und Bäder auf. ehe Ihr ins eigene oder fremd? Quartier einzieht. Seht Plakate am Bahnhof. Vermeidet die großen Städte! Ihr findet anderwärts bester? Ernährung und Unterkunft. Kehrt aufs Land zurück! Ihr findet dauernde Befchäftianng in der Landwirtschaft, die nur mit genügenden Arbeitskräften die ErnährungSlage verbessern kann. Gesindeordnung und daS einschränkende Koalitionsrecht für Landarbeiter sind ge- fallen. NickftS braucht Euch mehr vom Lande fern zu halten. Große Ansiedlungen sind in Vorbereitung. In den ersten Wockien werden dringend Arbeitskräfte für die Verkehrsmittel(Eisenbahn. Lokamotivreparatnr und Lokomotivenbau) und für die Kohlenbergwerke gebrauelst. Näheres erfahrt Idr beim Arbeitsnachweis. Soldaten I Bedenkt, daß Eure Entlastung nicht auf einmal eriolgen kann. Tie Reihenfolge wird durch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten bestimmt. Zuerst die Ar beiter der Transportanstalten und des Bergbaus, die An> gestellten der Arbeitsnachweise und Gewerkschaften, das Personal der TaS-, Wasser- und Kraftwerke: jüngere Jahr gänge später als die älteren: Verheiratete vor den Un- verheirateten. Tie Ordnung muß eingehalten werden. Kameraden! Kichrt Eurer Taten würdig heim! Sorgt aste selbst dafür, daß kein? Sch'nde ans Eure in unzählige» Schlachten unverletzte Ebre fällt I Bringt deutsche Pflicht treu? und Ordnung freudkge Kameradichaftlichkeit, die Ruhe deS Fe'dsaldaten heim. Mit Euch. Ihr endlich Heimgekehrten, erbaut sich daS ganze Volk in sreudiarr FrirdenSarbeit die neue Welt. Seid willkommen! Hiudsnburg an das Feldheer. Hindenburg hat«inen Aufruf an da» Feldheer gerichtet, in d.« et heißt: Soldaten, die ihr mehr al« vier Jahre lang treu«n Fein- de»land««»gehalten habt, denkt daran, wie unendlich wichtig e» für Heer und Heiniat ist, daß sich Rückführung der Armeen und Entlassung ihrer Verbände in voller Ruhe und Ordnung voll- ziehen. Nur wenn jeder einzeln« von euch treu auf feinem Posten leibt, bi» die Stund« der Entlassung au» den Reihen de» Heer«» für ihn pekon wen ist, wird e» gelingen, die mannig- fach«n Reibungen z» überwinden, welche die Rückführung solch gewaltiger HeereSmossen mit sich bringt. Alle» außer den Jahrgängen tSvY bi» lSSv. die zunächst bei den Fahnen bleiben, soll so schnell wie möglich entlassen werden. Laßt euch nicht»erführen, vorzeitig und eigenmächtig euren Truppenteil zu der- lassen. Vergegenwärtigt euch stet», zu welchen Schnnerigkeiten bei Unterbringung und Verpflegung sowie im Abtransport e» krrnmen muß, wenn jeder einzelne von euch regello» nach Hause Itrebt. Ordnung und Zusammenhalten ist jetzt wichtiger denn je! Nur so wird glatte Zurückführung de» Feldheere» nach den östlich de» Rhein« vorgesehenen UnterbringungSränwen möglich sein. Von dort ist Leitung der Verbände mit Eisenbahn oder durch Fußmarsch zu den Ersatz' ruppcnteilen vorgesehen. Mit Rücksicht auf bie große Anbänsung von Tnippen und Ve be- chränkten TranSportmoglickkeiten kann die» nur allmählich er- folgen. Längere öder kürzere Wartezeiten bei oft beschränkter Unterkunft werden sich für manrhe Formationen picht vermeiden lassen. Auch hier babt Geduld und Yertraurn-, e» wird jeder von euch so frühzeitig zu seinem Ersatztruppenteil befördert wer- den, al» die Umstände c» gestatten. Keiner von euch w'rd ver. gessenl Leid versichert, daß die Oberste Heeresleitung in Ber- bindung mit den Heimatsstelle» alle» aufbietet, um euch so bald al» möglich eueren Angehörigen zuzuführen. Doch ein» tut not hierbei: Ruhe und Ordnung! und Organisationen, die flch di»ber mit der Arbeit der AuSbild befaßt haben, und Angehörige der Vertretungen der Arbeiterl» vie polMsche AmoMe. Räch Ziffer S de» Reichsgesetze« vom 12. November 1918 Ist für alle politischen Straftaten Amnestie gewährt: die wegen solcher Slraftaten anhängigen Verfahren sind niedergeschlagen. Nach einer Mitteilung, die da» ReichSjustizawt an die Justizverwaltun- gen der Bundesstaaten hat eroeben lassen, ist der Begriff der politi» chen Straftaten nach den Abstlbten der RcichSregierung weit- au»- zulegen. Ee umfaßt politische Strafta'en seder Art. gleichviel ob diese zur Zuständigkeit der Reichsgerichte oder der LandcSgcrichte gehören. Unter politischen Straftaten sind alle T'rofta'en verstan. den, die In unmittesbarem oder mittelbarem Zuiammenhange mit Kämpfen um die ftaaliche. softalr»der wirlschasliiche Ordnung be- gangen worden sind, ohne Rücksicht daemis. unter welchen recht- lichen Eesich.»punkten die Strafe verhängt ist oder bei einer Nie- derschlagung zu verhängen sein würde. Nicht einbegriffen sind Straftaten, bei denen der Täter, ohne daß ein solcher Zusammen- bang besteh«, lediglich au« eigennützigen Beweggründen gebändelt hat. Di« S'raffreil'rit bewirkt auck. daß die Pflicht zur Kosten- tragung in Weasall kommt. Die Reichsregierung hat stch vorbehal. ten, zur Ausführung de» Gesetze» allgemeine Anordnungen zu er- lassen und in Einzelfällen Entscheidungen zu treffen. Die Schassung von Bildungseinrichtungen für Arbeitslose bezweckte eine Besprechung, zu welcher der Vorsitzende der Arbeitslosen Fürsorge des MagütralS, Stadtrat Sassenbach, eingeladen halte. Es nahmen an dieser Besprechung ieil Vertreter de« Berliner Magistrat», Siadtschulräte der Naachargemei i»cn. Vertreter der Universität, der Technischen Hochschuie, der Jnstitüte in Dahlem, der Handcl»tainmer. der Zentralstelle für Volk»- Wohlfahrt, de» Buieau» für Sozialpolitik, der Arveitervildung». chule, der Städtischen Fach- und Forlbildungtschulen, de» Ar,»- chusse» der deutschen Volksbildungsverein'.gung, der Genxrt- chast»to»imis>ion, der chtistlichen Gewertschasren,»er Hirsch- Lunckrrschen Gcwertverclne. der Organisation der tauf-näiini- chen Angestellten, de» verein» deutscher Ingenieure, der sozial- demokraltsche« Parteien, der Gesellschaft für Voltsbildung.>c» Verein« Berliner Hocbschnliehror zur Veranstaltung voll«- tümlicher Kurse der Lessing Hochschule, der Humtoldl-Alademie, der Gesellsch-tst für soziale Reform u. a. m. Die Darlegungen de« Stadlrat» Sassenbach gingen dahin, daß sich die Fürsorge für die gewaltige Zahl der«rbeii«losen nicht nur i> der Gewährung der Arbeitslosenunterstützung er- chöpsen dürfe, daß»>e Vorkehrungen im Interesse der Arbeit»- losen auch dahin gehen müßten, ihnen Gelegenbeit zu allgemeiner nnd beruslicher Fortbildung zu verschassen. Die B lduiigseinrich- tungen für d>e Arbeitslosen sollen bestehen in Vorträgen (Einzelvorträgen und Kursen), künstlerischen Veranstaltungen (»insikalrjchen, Theater, BildiingssilmSI. Sonderveranstaltungen für die jugendlichen Arbeitslosen und in kauswirtschaftlicher A«� bildunq E» wurde ein HauptauSschuß gebildet, der sich a»« Ber,. tretern der Gemeinden, von Wissenschost und Kunst, der vereine Bahnhofttommandantur de» Potsdamer Bahnhof»(0 bi» 0 Uhr> für die hauswirtschaftliche Antbildung. der veranstaltunge» Jugendliche uns schließlich die äußeren Angelegenheiten lBtff stellung der Lotale, Aufbringung der Mittel)*» besorgen S® Die Au»führung dieser Pläne soll al»bald in eingriff geno«» werden. Soweit e» sich um Darbietungen künstlerischer Art Arbeitslose handelt, wird man gegen den Plan EinweaMjR nicht erheben sobald Gewähr gegeben ist. daß wahre Kunst k boten wird. Soweit ei sich um Vorträge bandelt, wird man w begrüßen, die die Lervolllotiimnung beruflicher Ausbildung � Ungelernte gewährleisten. Aber gegen Tendenzvorträge wir un» vor vornherein wenden. E» gibt eine ganze kW Leute, die glauben, ihre Salbadereien Arbeitern»ortrage» dürfen. Da« auszuarbeitende Programm wird zeigen.* welcher Richtung der Plan ausgeführt wird. Davon wird• hängig fein, wie sich die Arbeiterschast zu dem Projekt stellt. Schwindel nnd Aerleumditng blühe» unter der neuen frcihoit genau so, wie unter dem Belagerung»zustai»d unö' � Zensur. Dieselben Kreise, die vor der Revolution da» Volk ft' gesetzt belogen u>»d zum Durchhalten mahnten, benutzen fttzl' Preßfrciheit dazu, die ihnen unbequeme« Mahner und Dräns in den sozialistische,! Ro-Hen m der gemeinsten Weise zu besu� und zu verleunnden. vor allem sind die Unabhängige demokratische Partei und der Spartakusbund die Zielscheibt* widrigen Angriffe. Alle«, wa» der bürgerlichen Klique grneh-u ist, wird al« bolschowistisch»erschvien. Der Bolschnvidr" wird wie ehedem bi» Sozialdemokratie als da» Schreckgespenst � gestellt vor dem man sich dreimal bekreuzigen müßte. Unter n Soldaten wird aus diesem Gebiete vesondere» geleistet. der MaSle von Kameraven wird dieser Tage folgende« Drft dlättchen verbreitet: Kameraben! � Wir haben Ve Knecheschast der Schmarotz«, ber Rivk tuet, de» Zylinderpöbel» abgeschüttelt. Alle Hände voll zu tun. die Erfolge der Revolution I sichern(erst letz'.en Sonntag haben wir die Opfer beerdig fallen un» neue Schmarotzer, neue» Gesindel in den Rüch* Ter Pöbel und die Lausejungen um Liebknecht, Lea! und uk»s» Lnxembnr» die arbeiten für die Reakdion, wie Seme anderem.. Wer gibt nn» wa» zu essen, Arbeit und Verdienst, v? warme Stube, wenn durch die Blevstnnigheitea der Spartob� brüder der Frieden verhindert wird? Do» Pack sicher nicht! Daher:.Nieder mit Liebknecht und Konsorten!., Da» ist nur ein Beispiel, wie die elende Lippschaft arbe'w Auch die Zeit z» Pogromen halten die Judenfressee für f kommen. Zettel, die zum vorgehen gegen die Juden ausfoib«� waren an Loternenpföhlen angeheftet. INavschende erkennen fort, daß d-e Veranlasser dieser Hetze die Aufmerksamkeit von tatsächlichen Verhältnissen ablenken wollen. Gelingt ihnen � so sännen die Herrschaften ihre konterrevolutionäre Pläne leiäst? und ungestörter durchsetzen. vor diese« elenden Gesichter ntägen die Arbeiter auf* Hut sei«. Zur Fraze der Rettonakversammlung nahm die am Donath tag in der Berliner Kindl-Brauerei in Neukölln la'-ende iistss liwe Volk»veri-mmlun, oer U. L P. Stclliina Im temperaMix vollen Ausführungen entledigte Genofssn Luise Zi ez ar».v serentin ihrer Ausgab? dahin, daß sie die Einberufung der N-i� nalveriammlung zwar für nötig hält, ober den Termin dafür bedingt erheblich länger hinaulgeschoden wissen will. Die bl'5 ge»d notwendige Ausklärung muß erst erfolgen, da der 4jä� rige Belagerungszustand und die Zensur Köpfe geradezu»erwirrt hat, bei dielen dabeim u*. noch mehr bei den Soldaten im Felde und sie läßt sich in ft' kurzer Zeit bi» Januar und Februar niwt schaffen. Tie Hcere�? seither unpolitischen Frauen müssen erst polinsiert werden. Soldaten, die br» zu diesem frühen Termin noch nickt zulückgciejr sin», kann man doch nicht durch voremhaltuna de» Wahlrc°e' enlrechlen. In scharfer Präzisien nimmt Gen. Zietz auch Ltellust gegen die Schcidemänner und zeig! an evid'nlen Beispielen. � die Parle! anderen Geiste» ist al» wir. Sie erbebt auch Vro!