�peis» inen). SttM *• A» ?ucha -reici» PreiS tv Pfennig. «wenv'Tinsgave. Aedakti»«.«erN««WS. Schlffdauerdamm ISN». gernsprrchn; � Amt Norden 2895 und 2896. p't.Freiheil' erscheint zweimal täi-lich, morgens und nachmittag». u> Sonn- und festlagen nur morgens. Ter Bezugspreis beträgt bei �>er Zustellung Ins Haus für Grotz-Berlin monatlich 2 Mark, nach stnerkiald sZuscndung unter Streifband) 4 Mark. Bestellungen sind j;* aus weiteres auslchlietzlich an die Expedition zu richten. Für die «iedigung auswärtiger Bestellungen ist vorberige Einsendung der Bezugsgebühr erforderlich. berliner Organ Expedition: Verlin NW«. Zchiffdauerdamm K9rv. Fernsprecher: Amt Norden II««7»nd ll««8. Inserat« kosten die stebengespaltene Millimeterzeile oder deren Raum 30 Pf.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wor' 30 Pf., jedes weitere Wort IS Pf. Teuerungszuschlag 30 Prozent, Bei Familicnanzdgen und Dersammlungsankündigungen von Gewe.kscha-ten und politischen Oi- ganisationen fällt der Tcuerungszuschlag fort. Inserate sur die Morgen- ausgab« müssen b!» S Uhr abends am Tags zuvor. Inserats für die Rachmittagsausgabe bis vorm. II Uhr bei der Expedition aufgegeben sein. der llnabhiingigen SoMemolratWen Partei SeuWauds Sonttabend, den 80» November 1018 Nttminer �0 Uhr. uvig' j ■ Reiif t». mvr, Deutsch tschechWe kilmpse. die breiten Massen i't ständig im Wachsen begriffen, wag bei einer im VolkSbaud in Rom abgehaltenen Massenversammlung deutlich zum Auedruck kam. Eine riesige Menschenmenge bereitete den aus der HAst entlassenen beiden Parteisekretären Lazzari und Bon bacci begeisterte Sympathiekundgebungen. Unter Äö- singung der Internationale zogen daraus Taufende durch die Stadt, wurden aber beim Äollosseum von der Polizei gewaltsam auseinandergetrieben. Der Sozialist Mazzoni brachte in der italienischen Kammer den Antrag ein, die Regierung möge den freien Vertrieb dxS sozialistischen Hauptorgans„Avanti" in ganz Italien ge- statten. Im Anschluß an den Antrag Mezzonis stellte der Ab- geordnete Ferri fest, daß der„Avanti" in dreiundzwanzig Pco- Hinzen verboten ist. . Zusammenstöße In Löhmen. Prag, Z9. November. sMePung des Wiener Korr-Bureans.) deutschen Blätter melden aus Brüx vom 2K. 11.: Die Schechen veranstalteten gestern abend eine Massenkundgebung, der eS infolg« Heransforderungen tschechischer Arbeiter zwischen ?? Tschechen und der hiesigen Vüroerwchr zu Zusammen- ?°ßen kam. Tie Bürgerwchr schatte bald Rute. Heute früh xkehten die Tschechen den Aussig-TcplUer Bahnhof und das Post-, ,rlegraphen- und Telcphonamt Im neuen Stadtviertel wurde Brotmagazin von den Tscheche» geplündert. Die Tschechen Kernten vielfach gewal sa?» deutsche Firmentawln. Gegen Uhr versuchten sie. die Kaserne in der die Volksvehr hergebracht ist, zu nehmen. Es kam zu einem heftigen >>eucrkampf. bei dem sich die Volkswehr eines Maschinen- �sochrH bediente. Aus Seilen der Tschechen gab es neun Tote •-v•,'«- t«.•«»f• O««»!««--c- **tn. i Tschechen sahen, daß sie die Kaserne nicht nehme» �üten, ersuchten sie um Eiiisicltung des Feuers. Diesem Ver- fo£en wurde Rechnuna getragen, wo.aus Verhandlunaen slatt- ».°ev. h«? denen die Tschechen forderten, daß die Volkswehr die v'ernc räume und den Sickerbeitsdienst ausgebe, wogegen die jrfchcchxm sich verpflichteten, die Ruhe aiisrechziierhaltcn und für tte txtiönsiche Sicherheit der Bewohner zu scrgcn. Bezüglich der �"sternung her Straßentafeln erklärten die Tschechen, sie würden ?wnlasscn daß dcrartlaes»'cht webr vvr�""ne. im übrioe" die Stadtverwaltung, die Bezirksvertretung und »..sonstigen B. bürden in deutschen Händen bleiben. Ta die>�W �■PP �k-wchr die Kaserne auf die Tauer nicht hätte halten können �'l.-eß. gegen d-.e KwegStreioer und Kr.egsverlangercr eenen »"d da man inSbciondc: wegen der Haltung der tschechischen unerschrockenen Kamps geführt, der ihn auch ins Gefängnis ge hrgarbeitersckvft Bedenken hegte, erklärten sich die Deutschen j rührt hat. Der Freiheit wlodergegebon. wurde er der Organisator c't. die Kaserne unter den gestellten Bedingungen zu räumen.! der bayerifchen Nedolution. Die„Borwärts"-Männer dagegen � Der bis S Uhr nachmittags auSbednngene W a f f e n st i l l»> haben bis zum Ende die Kviegöpolitik geitützr, haben noch zu- drn» � wurde aber um 2 Uhr durch h eftiges Feuer unter- sie Losimg von dem VerZwe'flungskampf aufrechtzuerhalten Tie T vbechen bebauptcten, daß von den Deutschen ge- getan, um den Ausbruch der Revolution hinlanzuhalten. h7?5? wurde An mehreren S-ell-n der«tad» entstand ein? Gk„ubt aber der„V." wirtlich, daß Eisner kompromittiert ist. lftni-.8er Feuerkamps. Die Tichechen beich'en da? jr\lwiamt und entwni'ncten die Polizei. Vom Stadttuvm wurde svtschr'sx�z mit Maschinengewebren geschossen, und aus meh- bn, wi'rden die Tschechen von den Deutschen angc- Tie Tscheck en erw dert�n von der Vob-�jifube an" „"d auf mehreren Straßen das Feuer. ES entnrckelte sich ein Herr Erich Kuttner seht im„V." seine Enthüllungen über Eikner''ort Er bringt zwar keine Tatsache vor. aber er hat entdeckt, daß die Tätigkeit E'sners in den lehten Tagen bor KriegsauSbrnch viel kompromittierender sei als die— der Regierunas- und Kr'egsfozialisten Das nennt man denn doch d>e Dinge auf den Kopf stellen! Eisncr it in der Tat in den historischen Tagen durch daS da malige bahsviscke Kr iegSminii sterium getauscht worden. Er hat aber die Täuschung sehr bald duichicixiut, seine politische Tälig keit eingestellt und ssweil es Zensur- und Belagerungszustand jk- uur mehreren Straßen oas geuer. crs cn.w a �Uerkamps, der bis 5 Uhr nachmittags andauerte. Um die!« räumte die Vo'lswebr die Kaserne, und von jetzt an herrschte TUHe. Pei den Kämpfen am Nachmittag gab es mehr'r- fcytofcnfcete. Infolge der Vorkommnisse in Brüx wurde der . fenbahnverkehr zwischen Dur und Komolau abends ■""zlich eingestellt. Deutsche Eisenbahner negen tschechische Aeberariffe. Retchenberg, 29. November. Auf der deutschen Strecke böhmischen Nordbahn streiken seit Montag 3 0 0 9 * b e i t e r, Beamte und Bedienstete. Zwischen dem deutschen �watsrat und der tschech'schen Neaicruna schweben Verband. /fsigsn über die Bei'egung des Streiks. Die Haltung der Aus- �"digen ist musterhaft. Eine Dohlrede Lloyd Georges. heute vormittag in New George, das englische �r ft {►.'"•b»«, 29 November. JjP6 gehaltenen Red« In einer sagte Lloyd hobl wirft bei den bevorstehe uden Wahlen darüber zu entschelden noch welchen Grund'ätzen der Wicderaufban des Landes �--e'ch»er nächst n fünf Jahre stattfindet und wer mit der solli• runfl �scr Ausgabe beauftragt werden soll. Das Land e wich» � afon Parteisttsiem zurückkehren, bevor es dazu jg'wungen wivd. Ich wüiche es begrüßen, wenn sich bei den h'en die besttn Eleinente aller Parteien zusammenschlössen, � bte ungeheuren Schäden, dw das Land durch den Krieg er- >vä� wieder herzuitellcn. ES ist zw'chen drei Partewn z» öer»' Prrte' Macdonald, der Partei Asquith und t"attei der gegenwärtigen Koalitionsregie- "n g. Die sozialistische Leweyunq in Ztaliev. � Lugano, 30. November. Die sozialistische Be'- ..egung jn Italien hat in den letzten beiden Wochen durch � Lockerung der Zensurbestimmungc» einen starken "'rieh ersahreu. Der Einfluß der sozialistischen Führer auf so ist es uns auch recht. Nur, wüiifchl?» wir dann, der„B. treteäenendmn dnueidinne Dnmgdeuwil mnLitnmeunssun nmidnu träte dafür ein, daß man Männer, die ebensosehr„kompromittiert sind wie Eic-ner— wicht wenige: und nicht mehr— an leitenden Stellen sieben. Mit einer Entstellung ist aber der„V" nicht zufrieden.«Er gebärdet sich sehr ausgeregt, weil das Mitglied des Vollzugsratö W e g m a n n gegen die sofortige Vornahme der Wahlen zur ?kationalversainmlung sich ausgesprochen habe, weil die„Massen noch nick: reif" seien. Er bedauert, daß dieser Mann, nicht wie er eS verdiente, mir Schimpf und Schande drvong-jagt worden sei. WaS hat nun Wegmann in Wahrheit gesagt? Wir zitieren den.,VonvärtS"-Bcrichr: Wir sind unZ einig, daß eine Nationalversammlung mal einberufen werden muß. aber unier den Verhältnissen, wo die politische Unreife noch so klar auS den großen Massen her- vortritt, ist es wohl vorläufig nicht angängig, eine National- Versammlung so Hals über Kops zustande zu bringen, wie es von vielen Seüen gewünscht wird. Daß durch die Haltung des„Vorwärts" die große bürgerliche, reaktionäre Masse in ihren Bestrebungen unterstützt wird und in dieses Geheul freudig einstimmt, ist erklärlich. Aus dem Lande haben Landräte und Psalfen noch großen Ein'luß. Da ist die Stimniung noch nicht reis für die National- v e r s a m m i u n g. Vorläufig muß ein Gesamtkongreh der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin zusammentreten. Der. Sinn dieser Ausführungen ist unverkennbar. Nachdem das' deutsche Volk vier Jahre hindurch irregeführt und betrogen worden ist. bedarf es Zeit für dw Ausklärungsarbeit, um eben die Massen mit den wahren Zielen der Revolution und des Soz aliSmuL bekannt zu machen. Der„Vorwärts" aber reißt die Stellen aus'ihrem Zusammenbang, um Wegmann als Gegner des Selbstbestimmungsrechtes der Klassen überhaupt darstellen zu können, derselbe Vonvärte, der mit seinen Frennden sich nicht genug tun kann, über den„Ehaos" in den Soldaten- und Arbeiter« räten zu schimpfen! Eine nette Kampsesweise? Heimkehr der Truppen aus der llkaiue. Kiew, 29. November. Zeitungsmeldungen zufolge ist zwi- scheu dem ukrainischen Verkehrs-Minister tum und der deutschen Eiseirbahn-Verwaltung eine Einigung über die Heimbeförderung der dsulscheu Truppen aus der Ukraine erzielt worden. Die Heimbesördcrung wird etwa drei Monate dauern, bei täglicher Abfertigung von sechS�jugen in beiden Hauptrichtungen. Mangelnde Orgauisallon. A. 8. Die stürmische Versammlung der Soldarenräte am Donnerstag und die nickt minder erregte Versammlung der Arbeiterräte am Freitag haben eine Reihe«Fragen auf« gerollt, von deren'chleuniger Erlediguna für den weiteren Gang der Revolution sehr viel abhängt. Es handelt sich mn nichts weniger als um die Flott m a ch u n a der R ä t e» O r g a n i s a t i o n, die sich in Berlin noch immer nickt konsolidiert hat. Vielleicht ist es der allzu große Am- fana des A.« und S.-Rates von Groß-Berlin. daneben aber auch die ungeheure Fülle der ihm zufallenden Ausgaben, die zu iener Spannung und Nnzusriedenhcit geführt haben', welllie ück in den Verlammlnngen der Arbeiter- und Sol« batrnrätc entluden. Es bedeutet schon an sich einen Mißstand, daß die Aicheiter« und die Soldatenräte nach der ersten gcinein» samen Sihnna im Firkus Busch am 10. November ein Sonderda sein führen, und nur durch ihre Vertreter !»t Vollzugsailsschilß miteinander in Verbindung treten. Diese Trennung widerivrickt dem Grnndcharakter dcx Arbeiter- und Soldatcnräte, deren Antgabe in der fediaen Rcvolut-onSpcriode eben darin besteht, die schöpferischen Kräfte der Arbeiter und Soldaten zur gemeinsamen aus« bauenden Arbeit zuiammenznsassen. Gewiß haben die einoi! und die anderen ihre Sonderinteressen, die ani besten von de» betreffenden Gruppen allein erledigt werdew Aber wichtiger als dieie Interessen sind die Interessen der N e d o l» t i o n, die nur durch gemeinsame Arbeit ver» trete» werden können. In der Vrovinz ist diese Zusammen« arbeit in vielen Orten gesichert. In Berlin ist durch die fehlerhafte Organisation von Aniana an eine gewisse Ent» frenidiing zwischen Arbeitern und Soldaten eingetreten, die von Demagogen vertieft und zum Nachteil der Revolution ausgenutzt wird. Ein zweiter nebelstand ist das schwankende Fundament. aiik dem namentlich die Soldalenräte ruhen. Es ist in der Titzuna der Soldatenräte am Donnerstag heftig darüber geklagt worden, daß noch immer nicht die Mandate der Mitglieder auf ihre Richtigkeit geprüft worden seien. Jede Schreibstube, so wurde erklärt, in der ein paar Mann sitzen. halte sich für berechtigt, einen Delegierten mn einem ab- aestemvelten Mandat in den Soldatenrat zu enticnden. CWas das bei der Fülle der verschiedenartigsten militärischen Dienststellen in Berlin bedeutet, braucht wohl nicht näber erörtert zu werden. Nicht umsonst gehen die heftigsten An- «wisse gegen den Vollpiasrat von Delegiertenkreisen aus, die ini: dem militärischen Bureaukratenapparat ena versippt sind.» Gewiß ist das nicht die Regel, aber die vielfach laut werdenden Klagen über Unregelmäßigkeiten bei der Ent- scnduna von Delegierten Igssen es' gls inuiiiigänglich notwendig erscheinen, das Fundament der Arbeiter- und Soldotenräte. die Wahlen der Teleaierien. einer aenanen objektiven Pnifima z» unterziehen. Wir haben die Forderung nach der Einsetzung einer Mandats- v r ü f u n g s k o m m i s s i o n'ckon längst erhoben. Leider ist dieser Rnf nngehört verhallt. Trogt der problematische Charakter mancher Mandate einen Zug von Unsicherheit und Ungercchtigr.it in die Räte-Organisation hinein, so führt andererseits der amorphe, innerlich nicht gegliederte C h a» r ach t e r der O r g a n i s a l i o n selbst zu einer Verbinde- üinp ihrer Aktionsfähigkeit und letzten Endes zu einer L o s l ö s u n g d e S V o l l z u g s o c g a n e s von seinen Auftraggebers,� den Arbeiter- und Soldatcnräten selbst. Statt daß sich die Exekutive, der Vollzugsrat. auf- beut auf einem festgefügten Mechanismus, in dem jedes Glied seine besonderen Fuiiktionen hat. schwebt er'etzt gleich- sam über der Masse der Delegierten, die zwar ihre Funk- tioneu als Kontrollorgane in den Betrieben und niilsi täri scheu Formationen ausüben, ober nicht in der Lg die naturrechtliche Revolnt'on chren Posten nicht Verlasien. Das ist, kurz gesagt, der Zustanv dieser bangen Tage. Denn auch der Wille der Mehrheit ist nich' unbedingte Rechtsqucll«, sondern hat recht nur unter der Bedingung, daß er da» Naturrecht, da» Menschenrecht, nicht verletzt. ES gibt unbedingte(man könnte sagen: heilige) Rechte, die auch kein Will« einer Mehrheit antasten darf, und die außerhalb aller Dis- kusiion stehen. Solange diese nicht gesichert sind, ist für die Ve- endigung der Revolution im Sinne der Demokratie(nicht das einzig möglich- Ende einer Revolution, aber da» einzige für un? in Frage kommende) noch nicht die Zeit gekommen. Das ist eine unbestreitbare Wahrheit, und d'ese Wahrheit bildet die innere straft der SpartakuS-GrupP«. Nolürlich ist nun da» groß« j Problem, wa» nun den konkreten Inhalt dieser Menschenrechte ausmache und wer darüber entscheiden solle. Praktisch gibt e» da- für, da Iv-r kein Delphische» Orakel haben, nur die eine Antwort: die Stimme der Be-nrenft in den h» UnHvaat„*in* und zur klebe rlettmao tn erneu gewisien Dauerzust-rnd uud gru** sätzliche Neuordnungen der Demokratie überläßt, sondern wen« D im Gegenteil gewisse grundsätzliche und außerhalb aller Tidkusfü« stehende, unbedingte Forderungen, Forderungen de» staatSredfr lichen Gewissens, des kateovrischen Imperativ? erfüllt und ihc« Erfüllung sichert.(Um Beispiele zu nennen: das Menschenwürde Dasein jede» Bürgers aus wirtschaftlichem Gebiet; oder die&1' wissensfreibeit und daraus folgend die Befreiung de? Staat'' und der Kirche von ihrer gegenseitigen Bindung). Was ist all» zu tun? Einiakeit unter den die künstige M«h" beit bildenden Parteien berzu stellen über«in unantastbare?, untet allen Umständen duchzuführendes Minimalprogramm, da» so schaffen sein muß, daß es dem Voiksgewissen und„dem Siechtt da? mit uns geboren ist", entspricht. Erst dann kann die Revir lution in den Dauerzustand der Demokrat»« übergeführt werde» di« vi c Ken für Sie Wh! zur Monalversgmmlvng. (Eine offizielle Mitteilung.) Berlin» 29. November.(W. T. B.) Der Rat der Volk?' beauftragten hat in seiner heutigen Sitzung die Verori' nung über die Wahlen zur v e r s a s s u n g g e b e»' den deutschen NationalversammlunS (Reichswahlgesetz) angenommen. Das Wahl' recht wird den Grundsätzen des Aufrufs vom 12. Novembck 1918 entsprechen. Da? Reich wirtz in dem Gebielsuinfan) vom 1. August 1914, ohne daß damit der Entscheidung Friedensverträge vorgegrissen wird, in 38 P e r h ä l t n i s' Wahlkreise eingeteilt, in denen nach der Einwohner' zahl je sechs bis sechzehn Abgeordnete»» wählen sein werden. Die Wahlen sollen vorbehält' lich der Zustimmung der am 16. Dezember Isite zusammentretenden Reichsvcrsammlung der Arbeitel' und Soldatenräte Deutschtands am 16. si«' bruar 1919 stattfinden. Tos Reich swahlgesetz und die daztf gehörige Wahlordnung werden morgen im ReichSgesetzbl�' verkündet werden. Sie Lchuldigen. Herr von Bethmann Hollwea hat sich rntel'! Viewer, lasien, um leine Unschuld am Ausbruch de» Krieack darzutun. Tann hat Herr Zimmermann, der I9n Unterstaotsiekretär im Auswärtigen Amt war. sich in einek� Unterredung mit einem Pressevertreter von der Veram'I n ortlichkeit am Kriegsausbruch reinzuwaschen gesucht Fetzt erscheint als Dritter Wilhelm von Hofief •Staates nicht ersetzen können. Slber in der UebergangS-- redlicher Menschen. zeit bis zur Verwirklichung der sozio l ist ischen Demo»! Das ist twr Weg. den wir setzt z« gehen haben. ES gilt sich kratie müssen sie die Aufgaben erfüllen die ihnen auf über das n atu rrech t lich e M in i m u m zu einigen, da? abso- dem Gebiet des stgatlichen wie deS wirtschaftlichen LeHens � xut gesicbert sein muß, auch gegen jeden nachlrägtichen Einspruch zufallen. Sie sind die Sammelpunkte der revolutionären Massen, die zum Schutz der Revolution, zur Kontrolle der Verwaltung, zum Abbau de? Kapitalismus zusammen- gefaßt werden. Diese Aufgaben können sie aber nur erfüllen, wenn sie onS ihrem jetzigen amorphen Zustande auf die Stufe einer straff gegliederten Organisation gehoben werden. Wird diese notwendige Vsrarbeit nicht schleunigst geleistet, so kann auch der zum 16. Dezember einberufene Reichskongreß der Arbeiter- und Sol- datenräte nicht die getvaltigen Ausgaben lösen, die ihm zufallen werden. einer Mehrheit, ehe man mit ruhigem Vertrauen der Mehrheit da». Heft in die Hand geben kann. Und hier Uegt da» innere Recht de» gegenwärtigen Zivischenzustande», dessen baldige Beendigung durchaus nötig, aber nicht möglich ist, wenn nicht zuvor diese Be- dingrmg der Sicherung d«» naturrcchtiichen Minimums Oegiiffc» und erfüllt wird. Bis dahin ist d>e Regierung nicht? als die in Permanenz er- klärte Revolution, und ihre Anordnungen sind nicht Gesetze im demokratischen, noch auch Venägaingen im bureaukratischen Sinn, sondern fortlaufende Akte der Revolution. Und die Regierung hat alle? Recht a»f ihrer Seite, wenn sie sich fetzt nicht begnügt mit inlerimistischen Verordmmgen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zollern auf dem Plane, um der Welt darzutun, daß ibss keine Tckrnld treffen könne. Fn der„Kölnischen ZcitunS berichtet der Kriegsberichterstatter Professor Dr. W e a e n e* über eine Beiprechung mit Wilhelm, die er angeblich bereit* am 3. November mit dem Er-Kaiser hatte, füns Taae v>>', der Flucht der Majestät nach Holland. Dabei ließ sich Ä»' Helm— abgesehen von allerlei Darlegungen über die Sefwu Rußlands bei der Entwicklung der Tinge— wie folgt a«*; „Die ganz« Politik der letzten Wochen vor dem Kriegt � sagte er„haben Bethmann und kt a g o-w allein f macht. Ich wußte übe. Haupts nichts mehr davon. Sie babo mich ja durchaus wider in einen Willen nach W0!' „r«r«aen.„pich wallt« hje«ern nickt machen, da£ Gespanntheit der Lage nach der Ermordtmg Franz Ferdtn»«A auf der Hand lag. Aber der Reichskanzler sagte mir: Maje� müssen die Reise antreten, um den Frieden zu bnohren; w-lss Majestät hier bleiben, gibt es sicher Krieg, und die Welt ww Euer Majestät die Schuld daran zuschieben. Nun. da bin ich denn gereist, und während der Zeit habe ich von meiner Regierung keine Nachrichte' über die Vorgänge erhalten. Ich erfuhr eigentlich nur"U den norwegischen Z.itungen. traf in der Welt aeschch.'v f-1, von dem Fortgang der russischen MobilmachungSvorbere hingen. AIS ich dann aber da» k uSlau'en der engli'�- Flotte hörte, da bin ich au.f eigene Faust ztirückgckekcf Beinahe hätten sie mich abackangen. Auf meinen Befehl lyz auch noch die deutschen Schiffe, die in norwegischen Hüft' lagen, ziirückge'ouimen. Später wäre das nicht mehr mös� gewesen." Diese Angaben Wilhelms erscheinen nicht gerade iibek' mäßig glaubwürdig. Sie widersprechen der Darstellufl*' Cophtisches Lied. Sech! gehorche meinen Wirckcn, Nutze deine jungen Tage, Lerne zeitig klüger fein! Aus des Glückes großer Wage Steht die Zunge selten ein: Du mußt steigen oder sinken, Du mußt lzerrschon und gewinnen, Oder dienen und verlieren, Leiden oder trinniphieren, Amboß oder Hammer sein. Goethe. „Ltes-voiis contents"? Brldcr der Schi-ktalSwende in Brüssel. Von Otto Scholzc-Schotteu. Diese Luft in dem vollgepfropften belgische» Eisenbahnwagenl Fn Cöln hottr ich abend? umsteigen müssen. Ohne Licht— wie gewöhnlich— fuhr der Zug nun langsam durch Belgien. Diese Stimmung im Abteil! Wa» hatten wir Kameradcn, die wir wieder sür wenige Stunden bunt zusammengewürfelt waren, da- heim zurückgelassen! Welch ein Urlaub war da? gewesen, welche Hochspannung der Erwartungen lebte in un» nach d.esen politi- schen Erlebnissen h> Teuhchland, für mich in Bertin— in keiner Siadt lebt man Potenzierterl Man spürt«, ahnt«, wußte bereit». haß in den letzten Oktober- und ersten Nov«nb«rtaze» nur die Ouvertüre gespielt war. Alles saß stumm. Nur von Zeit zu Zeit fielen Worte. Worte, die wie Schlaglichter die voransgeg-ingcnen Gedankengänge«r- hellten. Kaisersrage— Wafjenshllstandsfrage— wenn es nur erst au? wäre! So mancher Krieger ist müde geworden, nerven- müde, seine poliuscheu Nerve« besitzen nicht mehr die gesunde Spannkrast, sie sind nur noch zu erschüttern, dies« Erschütterung fürchtet er fast. Nur ft-enig» heben sich gesund erhalten. Die haben die letzten Veschehniffe!n Deutschland in sich aufgenom- wen, hungrig in sich ausgespeichert. Doch man zwingt sich zum Ghllesein, gewaltsam. Nur wenn an einer Haliestotion der eine oder andere Kamerod müde eitiucht. nach seinem Bündel greift. dann blitzt<» unter wenigen, aVerikncn Worten auf:.Wart' Kamerad, ich helfe dir— hier— der Tornister— s»— die Kiste rn«ert— tot pe-ch» ich lir)sa»l � tad»icht mnät: toMUmitts, — bei der Stange bleiben— T"—„Wie meinst du?" er scheint mißzuverstehen—.Ich meine durchhallen, festhalten an dem G«> danken, dem Willen: Der Krieg' muß in den nächsten Tagen au» scinl Es gibt HilfSmächtel Dieser Krieg— für wen, f ü r w a Z? Na, du weißt ja Bescheid!" Ein ernster, schwerer Hände- druck:.Also dann in dem Sinne, im besten S'nne auf Wieder- sehen.".In Deutschland, Kamerad, in Deutschland!" Der Zug fuhr schon wieder weiter in Dunkelheit hinein. Am Morgan brachte er mich nach Brüssel. Bor dem Nordbahnhof kamen Kameraden:.He, du Kamerad. hast du Zeitungen, wie steht'S in Deutschland?".Ja hier die letzten Nummern, gibt«Z hier denn keine Zeitungen mehr?" »Nur spärlich»nt ganz unregelmäßig und der.Belgische Kurier" — na, die» Mistbiattl".Ja mein Lieber, da» Schicksal strafe die, die un» auch noch mit den Nachrichten betrügen!"— Di« Zensur im Felde, ein Kapitel für sich! Doch die Nemesis hat schon an die Tore der Lügner und Betrüger geklop't! Brüssel! Hier suchte ich meine Truppe; ich fand sie, nach dreitägiger Irrfahrt vorne, bereits zurückgezogen in«inen Bor- ort Brüssels. Am 8. November blieben die deutschen Zeihingen ganz an?. Blieb allein als Berichterstatter jener„vclgische Kurier". Di« Spannung unter un» Soldaten und der belg lchen Bevölkerung wächst bi« zum äußirstcn. Wa» werden die Waffenstillstand». bedingungen bringen? Deutschland ist noch nicht frei, trotz?luf. Hebung der Zensur und de? Ber>ammlting»verbote». E? wäre» doch wieder Versammlungen verboten worden in Berlin? W« bleibst du, Volk?! Wo jkhst du, deutscher Arbeiter?! Am 7. November br»gt der Kurier die Fanfare: Da» UTttmatum der Sozialdemokraten. Wird Wilhelm II. der legte jeiu? Er muß jetzt! Am 9. November läßt der Abendkurier lange auf sich warten. Endlichl»Er har abgedankt!' Einer sagt es dem ander«. Die Belgier atmen auch auf:.Eh bienl" Erregte Gruppen an alle« Straßenecken und Zeitung»- kloSke«. Solbaken und beiqischo» Volk. Z>« Waffenstillstand». frage tritt zurück. Man debattiert iibor Politik, Monarchie, Regentschaft, Republik. AI» ich den.Kurier" mit der Nachricht der Abdankung la», stand neben mir ein alte» beiglsche» Mütterchen; sie schaute mir in die Augen und fragt«:.Ure» tou« eoiitenU?".Ja, Madam«.»ntwortete ich freud'g«n ibrer Sprache,—.aber nur zu- jrudeq für toejen gue» Moment,»dem ich diese Nachricht in mich aufnehme. Jetzt gilt c»: weiter! Zufriedene» Stillebe« if Rückschritt!" Ich eiste in die inner« Stadt. Boulevards, EafeS. alle» Soldaten. Im Soldaten- und Eifenbabuer-Heim am Bah»�' Versammlung. Gerüchte: In Teutschland Revolution. Bagelb Republik, Matrosen-Aufstaiid, Soldaten- und Arbeiter-Räte. Eine laute Freude bei Deutschen und Belgleen bi» tief" dir dunkle Nacht hinein. Der Tag erster Ordnung für Brüssel, 10. November 1918, erhebt sich im F r ü h r o t. Morgenkurier kündet die Regentschaft Max von Baden o» DaS Hohenzollernhau? also noch nicht ganz erledigt? Nie �. nimmer darf da» seinl Raffe dich zusammen deutscher und Arbeiter. Hüte dicb, deutscher Bürger! Am Nachmittag geht etwas am Nordbahnhof vor. Milit� gefangene haben sich selbst befreit. Ihr Angriffsziel ist der zier. LfsizierSauto? werden angehallen, Koffer»ach»requiri�! ten" Waren untersucht. Eine tausendköpf g« Soldaten- und inenTK am Bahnhof. Im Toldatenheim Versammlung. Plötzi� ist ein Zug in Bewegung— Kokarden find entfern!. Nv�i abz eichen heruntergerissen. Offiziere von der schweren Bürde ib� ?ichsclstücke»befrei!". Tort steht da? Gouvcrnemenisgeoäv Nur für wenige Momente noch flattert der Jammerlappen, H Zeichen der allen Regierung, auf dem Gebäude. Der bestes Soldat marschiert, er hat scbon seine rote Fahne, und nu für ihn der größte Auczenblick:«r hißt seine rote Sta� darre auf dem Gouvernemen«»gebäude. Gouverneur hat abgedankt. Der Soldatenrat Brüssel ist«j* geletzt;«in Arzt. Freund mit Namen, sein Erster Vorsitze"� Di« Zeit einer neuen Ordnung beginnt, einer erschwer*' Ordnung. Die Waffeustillstandtbedingungen lassen un» zusam»� zucken. Sie machen un» einst, aber nicht verzweifelt, und antwortungsvoll für da«, was nun zu geschehen hat, im der republikanischen Freiheit! Die Stadt ist wie au» den Fugen.. Umherziehende Sow-� gruppen mit roten Fahnen. Belgier mit schwarz-gelb-roten � nieren temperamentvoller al« je. Musik, sich stauende Mens«� massen auf Avenue» und Boulevatd«. Ein Gespräch auf der Tram mit zwei Belgier». Der belgische Bourgeois zu mir: J -Ha. Ihr bekommt doch nicht di« Republik. Wir Nebe« König, wir und ein treue», katholische» Volk. Die Entente � großartig gearbeitet, daß sie Euch jetzt noch die ume« Zersp� rnr-tt Ct<>hrnrf\i Ivntl* N b Kleis sein Beglaubigungsschreiben al» BevcHmach« tieter Vertreter der Deutsch-Lesterrcichischen Republik überreicht. Dci dieser Gelegenheit wurde auch der Anschluh Deutsch» Oesterreichs an Deutschland besprochen. Der Staats- selretär betonte dabei, daß der Entschluß Deutsch-OesterreichZ. stch mit den Stammes genossen im Reich dauernd zu vereinigen. beim Volk und in leitenden Kreisen einen tiefen Eindruck hervorgerufen und freudige Begeisterung erweckt hätte. Diese Bereinigung aller deutschen Stämme in einen großen Gesamt» staat bedeute für un» die Erfüllung eine» lang ge- hegten, wenn auch nicht immer laut auSge- iprochenen Wunsche». Die deutsch-österreichischen Brüder jpären bei unt herzlichst willkommen. Da» Auswärtige Amt habe e» sich angelegen sein lassen, alle Anschlußbestrebungen zu fördern, und erblicke eine seiner wichtigsten und erfreulichsten Ausgaben darin, an der Vereinigung und Verschmelzung beider «nder tätig mitzuwirken; e« werde sich auch angelegen sein Jossen, für die Interessen Deutsch-Oesterreich» auf dem Frieden»- �greß nach Kräften einzutreten. Ein hessischer Vrolest. ?armstadt, LS. November. Da» Vorgehen de» bayerischen �w.ilerpräsidenten Eis n er gegen die ReichSleitui», hat da« ik'stsche StaatSministerium veranlaßt, heui« foppende« Telegramm an die NeichSregierung in Berlin und an da» D'aat«- Ministerium in München zu richten: Das Staatsministerium der �Publik Hessen protestiert gegen den vom bayerischen �wisterpräsidenten und Minister des Aeußeren für Bayern an» �ordneten Abbruch der Beziehungen zum AuSwärtiiien Am: >n Berlin. Es sieht darin eine Gefahr für die Einhe.it Deutschen Reiches und /efürchtet. daß dadurch der Separatismus gefährdet werden könnte. Es erwartet vom Gesam'in n>ste- vUin Bayern», daß es seinen Ministerpräsidenten veranlaßt, den �hängnlsvollen Schritt rückgängig zu machen, denn da» �ssvnale Interesse aller Deutschen erfordert dringend, die klarste Kinheitlichke'i aller deutschen Stämme bei den Friedensverhand- hinge« aufrecht zu erhalten. h Ei» Apell an die Enlenie.> i Der Bund Reue» Vaterland wendet sich mst folgen- Aurruf an die Regierungen und die Völker der ganzen Welt: Die Errungen'chaften der Deutschen Revolution lassen sich 'süen konterredolutranäre Bestrebungen nur sichern, wenn die �Nahrung de? ganzen Volkes, insbesondere der Großstädte und i Jndui'tnegegendcu gewährleistet ist. � Der Bund Neues Vaterland bat sich durch genaue Einsicht in «ol! Mi* Starb der ErnäbrungSlag, davon überzeugt, daß da» deutsche vcm alten Regime hierüber genau so betrogen worden ist. über die KriegSnrsachen. . Da die Regierungen der Entente wiederholl erklärt haben. sie den Krieg nicht gegen daS deut'che Volk, sondern gegen sjsscn Regierung führen, sprechen wir die Erwartung auS. daß hie Leiden ynsereS Volke» nicht durch Maßnahmen erhöhen. von ihrem Standpunkt glauben, al» Sicherungen vor- nahmen zu müssen, dt« aber überflüssig geworden sind, da sich da» deutsche Volk ein für allemal von seiner gewalttätigen Autokratie befreit hat. Die Welt kann davon überzeugt sein, daß die Fortführung der Revolution zur Schaffung konsolidierter Verhältnisse nur möglich ist, wenn die geringen inländischen Vorräte durch sofortige Zufuhren de» Ausland? in genügender Weife ergänzt werden. Der Zeikpuutt des Arledens. Paris, 28. November. Die Blätter bestätigen, daß die F r i e- denSkonferenz am Quai d'Orfay, nicht in Versailles stattfinden wird. Lloyd George ivird gleichzeitig mit W i l. son in Paris eintreffen. Bei dem Zusammentritt der vorberei- tenden Sitzung werden die Delegierten einen Ausschuß ernennen, der die verschiedenen Kragen. im einzelnen zu studieren und der Äcnferenz Berichre vorzulegen hat. deren Beschlüsse endgültigen Charakter haben werden. Die Konserenz dürfte drei Monate dauern und die Unterzeichnung nicht vor April stattfinden.; AblehuAng der KS'e. Kiel, 29. November. Das englische Geschwader hat am 28. Ne- vembcr morgcnz v Uhr 30 Min. Skagen passiert und wird Nich- mittag in Kopenhagen erwartet. Wie verlautet wird da» Geschwader am Sonnabend vormittag in Kiel eintreffen. Gouverneur NoSke iel'.le in einer Versammlung mit, der Führer der zu erwartenden En- 'entekommifsion, der englische Admiral Browning, habe eS ab- gelehnt, mit dem Kaier Arbeiter- uud Soldatenrat zu vcr- handeln. Die Strafe des Volkes. Dhorn, 20. November. In einer gestern abend hier ab- gehaltenen großen Versammlun-g. die vom Arbeiter- und Soldatenrat einberufen war und einen stürmischen Verlauf nahm, forderten die polnischen Mitglieder de» Arbeiter- and Toldatenrate» den Rücktritt de« Oberbürgermeister» Dr. Hasse und des Stadtvcrordne'envorsteher» Justizrat Stille«, de sich durch im Herrenhaus bzw. Reichstag gehalten« Reden den Haß der Polen zugezogen haben. Die kämpfe in Estland. HefslngsorS, 29. November. Von den Kämpfen in Estland liegen neue Einzelheiten vor. Nachdem die Bolschewisten Narwa nicht nur von Land, sondern auch von der Seefeste zu beschießen begonnen hatten und als die dortige Arbeiterbevölkerung aus dem Rücken zu feuern begann, hat die dortige deutsche Division gestern die Stadt planmäßig geräumt und befindet sich auf dem Rückmarsch nach Wesenberg. Bei P l e? k a u sollen deutsche Truppen erfolgreich Widerstand leisten. Die Nich- licht, daß Dünaburg von den Bolschemisten aenommen sei. entbehrt jeder Grundlage. Tie Esten sind um das Schicksal ihres Landes in großer Sorge: sie iehen sich außerstande sich mit eigenen Kräften der vordringenden Bolschsmisten zu envehren und wenden sich mit vordringenden Bitten um Hilfe hierher-. Gegenwärtig hält sick hier das Mitglied der estnischen Regierung. PoSka, auf. um nicht bei den Der- tretungen der Entente, sondern auch bei der finnischen Re- gierung für eine Hilfsaktion zugunsten Estlands zu wirken Es verlautet, daß auch um Entsendung finnischer Truppen gebeten worden sei. Die deulschen Trnppen in der llkraine. Kiew, 2S. November..Zeitungsmeldungen zufolge ist zwi'chen dem ukrainischen Verkehrs» Ministerium und der deutschen Eisen- tahn-Venval!ung eine Einigung über die Heimbeförde- rung der deutschen Truppen au» der Ukraine erzielt worden. Die Heimbeförderung wird etwa 3 Monate dauern, bei täglicher Abfertigung von iechS Zügen in beiden Aauptrichtungen. Laut ukrainischer Delegraphen-Agentur ist zwischen dem deutschen Oberkommando und den nationalistische» Truppen PekluraS, die sich gegen die Hetman-Regierung erhoben habe», ein WaffenstillstandSvertrag abgeschlossen Word««» dem weiters Verbandlungen in den nächsten Tagen folgen wer» den. Am?3 Skovember versuchte eine arok-e Abteilung der Bol» schswick! sich der Stadt Bielgorod zu bemächtigen, wurde aber den deutschen Truppen zurückgewiesen, welche den sosoriigen Rückzug zur Demarkationslinie forderten. Zeitungsmeldungen zufolge langte in Kiew ein Vertreter der ukrainisch-galizi'chen Regierung an, um die dauernde divloma» ti'ch« Vertretung zu übernehmen. Die ukrainische Regierung überreichte dem polnischen Ge'andten eine Protestnote gegen di« Errichtuna einer Abteilung de? polnischen Ministeriums de» Aw> nern in Kiew und forderte die soiortige Aufhebung der genannte« Bebörde.— Laut Ukrainischer Telegraphen-Agentur vollzieht sich die Räumung der Krim seitens der deutschen Truppen ü» voller Ordnung. Die La?e der ostifltik. Verlin, 29. November. Die Delegation der Ostfront sieht sich veranlaßt, bezugnehmend auf die Erklärun» gen des Vorsitzenden de» BollzugSrat» Molken» buhr über die Lage der Ostfront solgende» mitzuteilen: T:« Lage der Ost- und Mackensen-Armce ist keine verzweifelte, so» fern die Ordnung in der Heimat aufrechterhalten bleib:. Im Osten erfolg: der Abtransport mit allen Kräften. Die Bahnen sind im vollen Betrieb und wesentliche Menscheiwerluste dürften nicht zu erwarten sein. Bandenkämpfe mit der einheimischen Bevölkerung finden nur in geringem Maße statt und bieten bei der Mangel- haften Bewaffnung der Banden und Organisation unserer Trup» ven keine besorgniserregende Gefahr. Schwieriger ist nur die Lag« der Kiew-Armee in der Ukraine, deren Abtransport auf dem langen Schienenwege längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, Lebensmittel sind dort in genügendem Maße vorhanden. Die in Berlin weilenden Vertreter der Kiew-Armee versichern, daß b«- rechtigtc Hoffnungen bestehen, daß der Abtransport in völliger Harmonie mit der Bevölkerung vor sich gehen wird. Die Mackense«» Armee muß wegen der völlig ungerechten Auslegung der Waffen- ftillstandsbedingungen durch die Entente in Ungarn interniert werden. Solange Ordnung und Disziplin in der Armee herrsche«. ivird sie ungestört bis zum nahen Abschluß de» Präliminar- frieden» in Ungarn weilen können. Dann wird auch sie bi» auf den letzten Mann in die Heimat transportiert werden. Wenn also auch die Lage der Armee nicht völlig ungefährlich ist. so besteht doch die sichere Hoffnung, daß b!» auf einzelne unvermeidlich« Verluste auch der letzte Mann von Osten und Südosten wieder in die Heimat zurückkehren wird Voraussetzung dazu ist allerdings. daß die Organisation, die da» KriegSministerium zum Abtransport der Ostarmee vorbereitet, nickt durch Unruhen und Auflösung der Ordnung in der Heimat gestör« wird. Die AusrechterbaUung der Ordnung ist die erste und letzte Bedingung für die glückliche Heim» kehr von fast einer Million Kameraden au» dem Osten und Süd» osten. Di« Auflösung der Ordnung in der Heimat bedeutet di« Erbebung der Letten, Finnen, Polen. Russen, Ukrainer und Ru» mänen gegen die im Osten stehenden deutschen Truppen. Haltet Ruhe»nd Ordnung! Bewahrt die Einigkeit de» Deutsche» Reiches und alle Eure Brüder werden zurückkehren. Delegation der Ostfront. Ochme. Bergmann. Drei Milkionen Truppen in den D.HMinden. Düsseldorf, 39. November. Nach Mitteilungen der einzelne» Oberkommandos beträgt die Zahl der Truppen, die zur Zeit auf dem Heimmarsch durch die Rheinlande begriffen sind, rund droi Millionen Mann, die eine Million Pferde mit unschätzbaren Wer» ten an Kriegsmaterial und Bagage mit sich führen. E» handelt sich hierbei um die erste, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebente siebenzehnte»nd achtzehnte Armee. Bisher haben sich au» der Ueberschwemmung der Rheinland« mit soviel Menschen keinerlei nachteilige Folgen für die Ernährung der rheinischen Zivilbevöl» k e r u n g bemerkbar gemacht, da sich die Truppen au» eigene» Beständen verpflegen. Sine empö ev�e Drofsrnnalion. Wien' 27. November. In V rze m y s l wurde folgessde Proklamation angeschlagen: An die Bevölkerung mosaischer Konfessio« der Stadt Przemysl. .Ter belgische Arbeiter: «Pfui Ten kell Die Itepubl»? kommt auch für Belgien und Kap tal sind die größten Verbrecher am freien Men- Böntum. Die internationale Arkxiterfreihei! ist auf dem Marschl' ?ich konnte nichts antworten. Ich drückte nur fest die schwie- �90 Arbeiter Hand und stieg ab. fj. An der Börse 9 Uhr abend«. Jeder Straßenverkehr stock! rote und ein« belgische Fahne flattert dem Zuge voran, der . vom Ba-Hnhof heranwälzt. Es ist da« belgische Volk, vekreit. Jstlitbelnd nach Vierjährvier deutsch-m litaristischer Knechtschaft. j.',1® für den Belgier beginnt ein« neue Zeit de« Kampfes Mische» und Arbeiter. Der Zug steht; ein Redner auf der obersten Stufe der Börse 5�9 singend aus allen Nebenstraßen zusammenströmend: Nationalhymne und Marseillaise! Eine gewaltige Demonstration! Fch eile von Straße zu Straße, ich schaue in Restaurant». 7?.'ök: überall ein losgelassenes Temperament, französische, bel- s ich«, Enten'e-Fahnen und Fähnlein in Guirlanden oder aus Ro'en, Hüten, Knop-löchern. „ Der deutsche Offizier ist verschwunden. Der deutsche Soldat Aidiert am B�'nhoft in seinen alten.Heimen" und im Gou» rnementSgebäude und sei« Rat trifft die Vorbereitungen zu � Verbrüderung mit dem belgischen Volk. Ä Tchk Vrspaembgf � Revolutionärer Geist läßt sich nicht züchten. Wehl aber liegt linferT Macht, wo immer aucb nur ein rlinimender Funke tn �'che veralteter Anschauungen sich befindet, diesen zu lodern- en Flammen zu entfachen. rn.,®ct ken Regungen der Volksseele in den letzten Tagen ans- j.�'iam nachspürte, dem. mußt« nach einer kurzen Zeit der Hoch- �■tnung«ine Ermüdung auffallen, die beinahe über ein not» Zurückschwingen hinausging. Der Goethespruch: .Begeisterung ist keine HcringSware. . Die man einpökelt au» viele Jahre." auch hier seine Richtigkeit. Noch weniger wie ein einzelner sj"Cf?fä>n ständiger Ekstase leben kann, so vermag die» ei» ganze? 0I* oder auch nur eine Klasse. D'e eingetretene Erschlaffung macht sich die Reaktion mit j'n Kräften zunutze. Durch offene und unterirdische Kanäle d--..(f.: ssj{,;c?elkZseeIe zu vergiften und?v Vst.'chcn. Unter � Lorwaud, gefleu den Bolschewismus zu Felde zu ziehen, de- kämpft sie alle sozialistische Maßnahmen und versucht gegen sie mit mehr oder weniger Erfolg eine Pogromstimmung zu schassen. Unter dem politisch desorientierten Heer versucht sie unter der Flagge der Nationalversammlung gegen die revolutionäre Mach! anzukämpfen, ja, sie ist dreist genug, den durch ihre Verbrechen bedingten vollständigen Zusammenbruch auf den Sündenbock JRevolutimT abzuwälzen. Da» alles sind bedeutsame Zeichen der Zeit. Betriebsame politische Chamäleon» schwanken bereit» zwischen rouge et noir und die anfangs verschüchterte Bour- geoisie läßt an kühner Dreistigkeit nicht» mehr zu wünschen übrig. Tie Ursachen dieser Erscheinung liegen zu einem guten Teil darin, daß wir unsere Macht nicht genügend ausnützen, ja. daß wir viele un» gegebene Möilichkeiten, aufklärend zu wirken, brach liegen lassen. Dem Studium der Volksseele, dem Nachgehen ihrer feinsten Regungen scheint leider in weiten Kreisen unserer Partei, dank einer Ueberwucherung de» Tok» trinären, nicht genügend Wert beigelegt zu wenden, obwohl doch die KrivgSvsychose ein lehrreiche? Beispiel dafür sein sollte, wie sehr gerade mit diesen Imponderabilien zu rechne» ist. Hierin können wir viel von der katholischen Kirche lernen, die wohl weiß, wie sehr scheinbare Aeußerlichkeiten ein starte» gdsti- ge« Fluidum a»S strahlen. Auch wir brauchen, sagen w'r schon da» schreckliche Wort, eine gute Regie und daran hapert eS in recht bedenklicher Weist. Ein paar kleine Beispiele nur! Wie niederdrückend wirken die "aap roten Fähnchen, die inmi'ten einer Heer'chaar von sich bau schenden und blähenden schwarz-weiz-roten Fahnen wie ein jäm- merlicheS Ileberble'bsel verschwundener Macht anmuten. Ist eS der sozialistischen Republik unmöglich, für roten Fahnenjtoss Sorge zu tragen? Forner: Wer kennt nickt«och� die verlogenen Plakate, die die Annexion Be'giens und Gott weig der haibeu Weit in buntem Bilderstil forderten und den U.�Boot-Krstz feierten. Wem sind nicht noch Erinnerungen von all den verhebenden Zetjeln, Aufrufen harten geblieben, die einem auf Schritt und Tritt, in den Bahnhöfen, in den Straßenbahnen, an den Schaufenstern und öisentiichen Gebäuden, auf dem platten Land, allüberall h.n, ver- folgten. Verbrecherische» Gesindekt Ja. doch e« verstand die Beein- rtuffiinn d r v- eiulichcii Meinung, lind wir— tau IN da und derl ein paar ärmliche Ausfordeningen, die sich wie schmerzliche Zeug- j n'ss« der Paviernot ausnehmen. i Warum haben wir keine Propagandazentrsle, dst in Wort, Schrift und B ld die Verbrechen de? kapilaliitischen System» a« den Pranger stellt, von allen Seiten auf die Massen einwirkt und sie zum Nachdenken zw'ngt. Sestn wir un« doch klar darüber, daß bei der, großen Masse erst da» Gefühl und dan» da» Hirn in t ktion tritt. Schaffen wir unter Heran- zsthung von Künstlern aufklärende Plakate, auch solche satyrschen Inhalt«. Beispiel«: die fchwerindujtrielle Presse al» Kriegshetzer! Diplomaten! Verlustziffern t« atrieg« im V rgstich zu den revolutionären Umwälzungen, Erläuterungen von Teilen de? sozialistischen Progr mme» Die Ver- brechen de» Imperialismus! Kriegsgewinnler! Die Arbeit al< wen schaffende Kraft! Ferner Verstaatlichung der Filmindustrie oder zumind-stent Verträge in unserem Sinne. Große Demonstrationen de« werktätigen Volke» und der Sol- baten mit Musik und roten Bannern. Veranstaltungen für d»« Kinder de» VelkeSi Aufklärung vor allem auch der Landarbeiterschaft durch Agitaioren. Zeitungen und Bilderschriften. Da» alle« ist nur ein verschwindend kleiner Teil der un» ge- botenen Möglichkeiten. Auf der anderen Leite müssen wir unsere revoluti»:Zre Macht in Taten»»'sttzen! Ve riebe. Vir iicfi ohne er.ße Sckwierig- keiten enteignen lassen, zum Staatseigentum erklären und die Ar. beitSfreudigkrit iveaen.. Uiib vor allen Dingen müssen wir aezen alle konterrevolutionären Bestrebungen mit äußerster Strenge ingreiien. Dröhnende Werte, denen keine$>:ii ft'ren, werden un» ton de» Reaktion und einem großen Teil der Arbeiterschaft nur ai« Schwäche ausgelegt. Taufende unserer Brüder und Schwestern schmachteten in Gefängnissen, Zuchihäuseen oder in der Schutzhast, fesigehäl�n von den Schergen eines Systems, das»ur dem Interesse einiger Nutznießer dient«. Unsere revolutionären Erntngentchasten sollten zu wertvoll sein, um sie einer fal'ck'cn Sentimentalität aiifzitovfern. Um so mehr, als es sich jetzt um da» Wohl eine» ganzen. Volte» handelt»ich nicht mehr um eine Haud» voll Parasiten und blutvcncbelter Schulken. Geben wir den Massen Selbstvertrauen und Sicherheit, wir- kcn wir aus jede W'ise auf ihr Denken und Fühlen ein. so könne» wir in einem stän>igcn Wechselstrom des KraftgebenS und Kraft. emptangenS. getragen von revolutionärem Geist, die Welt de» SoziaiiSmu» allen Stürmen zu Trotz aufbauen»nd vollende«. Bruno Schönlawk. S* Anbetracht der notorischen Tatsachen, daß im Kampfe vm die Eroberung Przemysls die Juden die zugesichert« Neu- iraliiät nicht eingehalten haben und auf die stürmenden pol- nischen Kolonnen geschossen haben, fordere ich die jüdische Gemeinde auf, beim KrciSkommando der polnischen Legion in Przemysl eine Kaution von 3 Millionen Kronen zu deponieren. Tiefe Kaution verfällt im Falle von Ausschreitungen der jüdi- schen Bevölkerung zugunsten der Kasse des polnischen Militär«. Diese Kaution hat bis spätestens 21. d. M. 12 Uhr mittags hinterlegt zu werden. Sollte sie jedoch bis zu diesem Termin nicht deponiert sein, werde ich meinen Soldaten den Auftrag erteilen, fich den Betrag von 3 Millionen Kronen bei der jüdischen Be- völkerung zu holen. Tokarzewski, m. p. Oberstleutnant und Kommandant. Las neue südslawische Reich. Laibach, 29. November. Das Laibacher Korrespondenz- Bureau meldet aus Belgrad: Heute vormittag begannen Ver» Handlungen zwischen den Delegierten des iüdslawischen Nationalratcs in Agram und den Vertretern der Negierungen und Parlamente der Königreiche Serbien und Montenegro. Tie Ver- Handlungen betreffen die Massnahmen, die infolge der proklamier- ren Vereinigung aller südslawischen Gebiete zu einem einheitlichen Staate durchzuführen sind Die zu treffenden Bestimmungen wer- den jedoch nur solange gelten, bis durch die einzuberufende Kon- stituanie auf allen südslawischen Gebieten eine endgültige Ver- fassung geschaffen wird. Die Rosenhamskerei. In der Sitzung des Zentralausschusses teilte der Präsident «er Ne'chsbank, Dr. H a v e n'st e i n, mit, dass die Nachfrage nach Zahlungsmitteln in verstärktem Masse andauere. Der Gesamt- Umlauf der papiernen Zahlungsmittel stieg in der Zeit vom 24. Oktober bis 23. November um den gewaltigen Betrag von 2092,8 Millionen auf 28 017,9 Millionen Mark. Auch die Bestände an Scheidemünzen mußten zur Linderung der Zahlungsmittclnot herangezogen werden. Dabei konnte den Anträgen auf Hergäbe von Zahlungsmitteln nur zum Teil entsprochen werden. Daran knüpfte Dr. Havenstein einen Appell an die De- völkerung, zur Vesminr nhe t zurückzukehren und keine Noten aufzuspeichern, denn das bedeute eine Schädigung der All- gcmrinheit. Wir haben bereit? ausgeführt, dass vom volkswirtschaftlichen Standpunkt Noteilhamsterei kein Unglück für die Gesamtheit be- deutet. S-? bildet nur eine Verlegenheit für die Reicksbankver- waltung, die verabsäumt hat, genügend Vorbereitungen zu treffen, daniit auch in kritischen Zeiten der Zahlungsbedarf be- friedigt wird. Ferner teilte der Präsident noch mit, dass da? Ergebnis der Kriegsanleihe mir Ausschluss der noch ausstehenden letzten Feld- Zeichnungen 10,4 Milliarden betrage. Av fümkliche preußische Regierungen. Es sind uns in den letzten Tagen von auS den Reichslanden geflüchteten Lehrern und Lehrerinnen Gesuche um Anstellung ,m preußischen Volksschuldienst zugegangen. Da wir von hier auS Lehrcrstellen nicht zu besetzen haben, so können wir solche Be- Werber und Bewerberinnen nur auf die Berusungsberechngten verweisen. Wir ersuchen darum die Regierung, bei der Be- Satzung von Lehrer- und Lechrerinnenstellen Bewerber aus den Reichslanden nach Möglichkeit zu berücksichtigen und auch auf die berufungsberechtigten Schulverbände in diesem Sinne einzu- wirken. Von der bisher gestellten Forderung einer Ablegung der zweiten Lehrerprüfung für ausserhalb PreussenS geprüfte Lehrer und Lebrerinnen ist in diesem Falle abzusehen, wenn es sich um solche Bewerber handelt, die bereits die zweit« Lehrer» Prüfung abgelegt und sich im Schuldienst bewährt haben. Sollten sich bei der Anrechnung des Dienstalters für diese Lehrer und Lehrerinnen Härten ergeben, so ist hierher zu berichten und die Entscheidung deS Ministers anzurufen. Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Aus der Rariei. In einer zahlreich besuchten Mitgliederversammlung der U S P. in Erfurt am 2?. November wurden nach einem Referat des Genossen Mehrhof und einer eingehenden Aus- iproche folgende Richtlinien für unsere Politik und Taktik ange- nommen. Die Versammlung erklärt sich zunächst mit den Beschlüssen und dem Ergebnis der Reichskonsereaz der Freistaaten einver- standen. Die verantwortlichen Kriegshetzer und Schuldigen am Unglück des deutschen Volkes sollen vor ein Gerickt gestellr werden. An unsere Genossen in der Zentralleitung der Partei und in der Regierung richtet die Versammlung eindringlich die Auf- forde rung: 1. Prinzipiell die Einberufung der Nationalver- sammlung zu erstreben. Die Teilnahme an den Wahlen muß allen Volksgenossen und Genossinnen in der Heimat und nach voraufgegangener politischer Aufklärung gesichert werden. Di« Wabl kann also erst nach vollständig durchgeführter Dcmobilniernng durchgeführt werden. 2. Die Parteileitung und die Genossen in der Regierung müssen für geschlossenes Zusammenarbeiten aller revolutionären Kräfte im Reiche wirken. Vor- oussetzung für dieses Zusammenarbeiten ist die prinzipielle Auer- kennung der Notwendigkeit des Zusammentritts der Nationalver- sammlung nach vollzogener Demobilisierung. 3. Der politisck!« Kampf bei der Wahl zur Nationalverfamm- lung muß und soll vom gesamten iverktätigen Volke geschlossen gegen die Reaklion geführt werden. Eine Verständigung mit der Parteileitung der R e ch t d s o z i a l i st« n über eine gerechte Verteilung der Kandidaten auf beide Parteien und ein geseblossenes Vorgehen im Wahlkampfe muß erzielt werden. Sobald es die Verhältnisse gestatten, muss«in Parteitag einberufen werden, dem die Beschlussfassung über die wichtigsten taktischen Fragen überlassen bleiben muß. Die Versammlung beauftragte den Vorstand des Sopaldemo- lrati schen Vereins U. S. P, D. diese Richtlinien als Wtllensausse- rung der Erfurter Genossen und Genossinnen der Zentralleitung Partei in Berlin zu übermitteln. Varkeipreffe. Die soeben erschienene Nummer 48 der unabbängigen sozial- demokratischen Wochenscbriit.Der Sozialist"(früher.Soz'a- bstische L uslandsrolitik") enthält folgende Beitrage: G. Nestriepke, Propaganda für den Sozialismus; Otto Jensen, Von der Theorie zur Praxis: K. Marchionini. o v.xr �. o- cn k rr* •3 x n j c Ii, oun v-«- �*3;".-~ Sozialismus und Landwirtschaft; T. B. Der Wille der Frauen; Bruno Schön lank, Revolutionsb'lder, Einzelnummern des.Sozialift' sind zum Preise von 80 Pf, in der Expedition der»Freiheit' und bei den Strassenhändlern echSltlich. Die neuen Lohnverhällnisse. Uns wird geschrieben. In der Abendausgabe der.Freiheit', dem 28. November, las ich von der Neuregelung der Lohnver- hältniffe bei der Firma Slemenswerk. Die schroffen Lohnunter- schiede zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern setzten mich ins Erstaunen. So sollen gelernte Arbeiter 3 Mark bis 3,30 Mark erhalten, ungelernte Arbeiter pro Stunde nur 2 Mark. Diese Utiterschiede müssen auf die ungelernten, organisierten Arbeiter empörend wirken. Wir haben früher den hohen Ein- kommcnsuiiterschied zwischen besitzenden Klassen und Arbeitern kritisiert und können ihn heute erst recht nicht gutheißen. AuS diesen Gründen heraus sollte man aber auch innerhalb der Ar- beiterklasse nicht solch krasse Lohnunterschiede zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern treffen. Letztere fühlen sich dadurch zurückgesetzt, es kommt zu Gehässigkeiten,- und der LrganisationS- gedanke hat schioer darunter zu leiden. Man soll doch nicht ver- gessen, dass gerade die ungelernten Arbeiter �ic schwerst� und schmutzigste Arbeit verrichten müssen und das« am schlechtesten bezahlt werden. Oder hat der ungelernte Arbeiter sonstige Vor- züge gegenüber den gelernten? Müssen wir nicht ebensoviel Miete bezahlen, bekommen wir die Lebensmitel billiger? Man sollte nicht innerhalb der Arbeiterschaft den Klassenunterschied pflegen. Wir bilden eine einheitliche, kämpfende Macht. Zer- stören wir sie nicht durch allzugrosse Abstufungen im Lohnver- hältuiS. Die Hotel- und Restaurantangestellten wachen auf? Die An- gestellten der Hotel und besseren Rcstaurantbetriebe standen bis- her zumeist der freien Gewerkschaft, dem Verband der Gastwirts» gehilfen, fern. In den ersten Revolutionstagen bildelen sich in den einzelnen Betrieben AngestelltenauSschüsse, die sich zu einer .freien Vereinigung' zusammenschlössen und rasch eine erwlg- reiche Agitation gegen sie übrigen Betrieben entfalte. Am Den- nerstag bielt die freit Vereinigung chre stark besuchte Mitglieder- Versammlung ab, in der über 4000 Stimmen der Berufskollegen vertreten waren. Es wurde mitgeteilt, dass bisher in über 80 Beireben Angcstelltenausschüsse gebildet wurden, die der freien Vereinigung beitreten. Nach einem mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrage des Herrn A. B-uineifter über die Hotel- und Reftaurancangestellten im neuen. Deutschland, wurde einstimmig beschlossen, die schon mit Hilfe der Gewerkschafts- kommi'sion eingeleiteten Verhandlungen mit dem Verband der GaftwirtSgehilfen zwecks Anschluß als besondere Ortsvcrwaltung fortznführen. Im übrigen will die Vereinigung, die sich a»S Mitgliedern aller VerufSvereinigungen zusammensetzt, die Ver- schmelzung aller Vereine in der freien Gewerkschaft. auch über die Köln? inrer rückständ'gen Führer hinweg, berbei- führen, und alle jene Kreise dem Verbände zuführen, die bisher nicht zu erreichen waren. Auch wurde eine Eingabe an die Be- böroe gerichtet, die Schließuna der Betriebe durch Freigabe des Weinverkaufes bis 9 Uhr abends zu vermeiden. In der leb- haften Diskussion, an der sich Vertreter der Kellner, Köche und des weiblichen HilsSpeisonalS beteiligten, kamen viele arge Miss- stände zur Sprache, insbesondere rücksichtslose Eni- lassungen', docb konnte das Bureau m'tteilen, das die neue Regierung energischen Schutz gegen Willkür der Unternehmer zugesagt babe und auch nicht vor der Schliessung oder Enteig- nung solcher Betriebe zurückschrecken wird, deren Inhaber den Geist der neuen Zeit fich noch wiedersehen wollen. Gegen die Versuche gewisser Vereine, die a'.isländi'chen Kollegen zur Rück- Wanderung zu zwingen, wurde entschieden Protest eingelegt. Für die Agitation wurden in der Prrsnmmlnng UllS Vraet getainnrett, ausserdem 200 Mark für den Blindenfoiids de? Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer. Aufruf an die Gemeindebeamten! Der Vorssand des ZentralverbandcS der Gemcindebeamten Preußens E. V.(36 000 Mitglieder) hat an die Gemeindcbeamten- schast folgenden Aufruf erlassen: Sckwere Zeiten sind herein- gebrochen. Die pclitischc Umwälzung stellt die Gemeindcbeamten- schaft auf eine harte Probe. Die Not deS Vaterlandes erheischt jedoch die Bciseitestellimg aller Gewissensbedenken und forden un. sere tatkräftigste Mitarbeit an der Aufrechtcrhaltung der öfsent- lichen Ordnung, Fortführung des WirtschaftS- leben? und Sicherstellung der Volksernahrung. indem wir unsere Kraft den neuen Gewalten zur Verfügung stellen. Wir bitten die Amtsgenossen, unter Einordnung in die gegebenen Verhältnisse nach wie vor ihre Amts- und Dienstpflichten in vollem Umfange zu ernillen. Seien wir uns bewußt, dass ein Versagen der Beamtenschaft»nabschbare Folgen haben würde. Die Gemeindebcamtensck'aft darf aber auch erwarten, dass die neue Regierung und deren Organe unsere wohlerworbenen Rechte in jeder Beziehung Hochbalten und unsere Interessen fördern wird, Den Ortsvereinen und weiteren Verbänden der Gemeinde- beamten wird empfohlen, sich in den neuen örtlichen Räten und sonstigen Körperschaften eine entsprechende Vertretung zu sichern, wie dies in verschiedenen Orten bereits geschehen ist. Kleinwohnung, Sicdclnng von Verlin-Hohenschönhausen. Wie eine Anzahl Gross-Berliner Gemeinden hat auch die Ge- meinde Hohen'chönbausen seit geraumer Zeit mit den Vorarbeiten für eine Kleinsiedelung beaonnen und hierfür ein Gn lände von ca. 80 Morgen zur Verfügung' nestellt. Dgsselbe liegt an der Gabelung deS Wartenberger und Malchower Weges und wird nach Norden zu von dem im Bebauungsplan vorgesehenen Dauerfreiflächen begrenzt. Die EntwurfSbcarbeitung liegt in den Händen des Professor Otto Kuhlmann. Di« Randbcbauung ist dreigeschossig gedacht, während da« verbleibende Gelände mit Einfamilienhäuser, als Einzel-, Gruopen- und Reihenhäuser be- baut wird. J?!ws Wohnhaus bekommt einen Garten von un- gefähr 180 Quadratmeter Grösse. Die Häuser selbst enthalten ausser einer Wohnküche 2—3 Zimmer und Zubehör. Ausser den kleinsten Wohnungen sind auch solche für den ge° hobenen Arbeiterstand(Vorarbeiter, Werkmeister. Beamten) mit etwas größeren Wohnungen geplant. Die Häuser sollen ver- mietet werden, aber auch in dauernden Besitz agderer übergehen können. Im nächsten Jahre soll mir dem Bau der Siedelung begonnen werden und wie wir hören, sind Voranmeldungen für Häuser schon sehr zahlreich. Die Verbindung der Siedelungen mit Berlin ist äusserst günstig. Die Endstation der Strassen- bahnlinien 64 und 164 ist nur ccu. 150 Meter von dem Sledelungs- gelände entfernt und wird später bis an dasselbe herangeführt. Naterbringung der heimkehrenden Truppen in Neukölln. Ausser den von der Militärverwaltung bereits benutzten Schulen sind neuerdings zur Unterbringung heimkehrender Trup- Pen zur Verfügung gestellt worden d'e Schulen Knesebeckstrasse 23. Thomasstrasse 20/21 und Kaiser Friedrich-Strasse 4. Ferner werden auf Anruf der Kommandantur Berlin binnen 24 Stun- den geräumt die Oberrenlschuie Emser Strasse, die Realschule Boddinftrass«, sowie das Privatlyzeum am Richardvlatz. Durch die getroffenen Massnahmen wird eine Gtärung te» SchukunterrlH! nicht erfolgen. Tie Stadt hat durch Beschaffung von 8000 Strohsäcken vnl über 30 000 Klg. Holzwolle zum Füllen der Säcke Vorsorge gv troffen, dass keiner der hier eintreffenden Soldaten ohne Lager statte ist. Für die Verpflegung durch die Volksküchen ist cbenfsili gesorgt. Der Preis beträgt für da? Morgen-, Mittag- unt Abendessen 1 Mark. L uch Einzelquartiere zur Bcberbcrgurf solcher ehemaliger Militärpersonen. die vor der Einz chung zu� Militär in Neukölln ihren Wohnsitz hatten, stehen in beschränkt�] Anzahl zur Verfügung. Wo der Ouartiergcber nicht in der Lag! ist. ein ausgestattetes Zimmer herzugeben, liefert die Stadt auf Antrag Bettstellen und Strohsäck«.' Eine Ouartierbcscheinigung wird nur ausgehändigt, wen« der Nachiveis geführt wird, daß eine Entlausung stattgefunden hat bezw. nicht erforderlich ist, und der Verdacht ansteckender, � ekelerregender Krankheiten n cht besteht. Sollten Bürger-> Quartiere in genügender Anzahl freiwillig nicht zur VerfüguB gestellt werden, so müßte zu einer Zwangscinquartierung gl' schritten werden. Pr i Mehr rote Fahnen! Uns wird geschrieben: Auf Wuirst� der Behörden sind die Strassen Berlins bekanntlich seit einiges Tagen beflaggt Aus alter Gewoh.cheit. teils auch aus andere" Gründen haben die meisten Bewohner ihre von früher her vor- handenen schwarz-weiß-roten Fahnen herausgehängt. Auch wen" bei einigen die alten Fahnen gcwissermasssn eine beabsichtig« Opposition gegen die vereinzelt sichtbaren Fahnen darstelle"- wurden sicherlich viele gern rote Fabnen benutzen, wenn sie solchr ohne weiteres erholten könnten. Es wäre daher sehr erwünschj- daß von feiten de» Behörden ein Zentrallager für rot" Fahnen eingerichtet wird, in welchem jeder gegen Ablieferuns einer schwarz weiss-roten Fahne eine rote Fahne in unaesäb" gleicher Grösse ohne besonderes Entgeld erhalten kann. Falschmeldungen. Das.Berliner Tageblatt' bringt die Meb dung, daß sich sämtliche F u n k e n st a t i o n e n in der Hand vo" .Unabhängigen', die der Spartakusgruppe nahe stehen, befinden und dass diese.Unabhängigen' ihren Wünsche" entsprechende Nachrichten verbreiten. Demgegenüber stellt die Zentralfunklcitung fest, dass sich sämtliche deutsche Funkcnftatione" unter der Kontrolle der Volksbeauftragten, aller interessierte" Rcichsstellen und des VollzugSratz befinden, so daß jeder Mifi' brauch durch irgendeine Partei ausgeschlossen ist. Das.B. T.' behauptet weiter, daß die Le i t u n g d e• W o l f s sch e n TelegraphenburcauS in den Händen de" Unabhängigen Sozialdemokratie liegt. Auch diese Behauptung ist falsch. fäyji: Sa w$ aus ■rttblQUl vSnftr Oestcrreichischc Kriegerfrauen erhalten den Unterhaltsheitra? für den Monat Dezember in den ersten Tagen des Monats dut«" Poüscheck überwiesen. Die Ueberwcisung ist infolg« teckmisch"' Schwierigkeiten zum 1. Dezember nicht möglich. Die Mittel TlPtVlfS flPffM tfH' itpfff hurrfx Xüti S««- bereits bereitgestellt, wie durch de» Vollzugsausschuß der öite"' reicht'chcn Soldaten zu Berlin einwandfrei festgestellt ist: Der Postverkehr nach dem Osten ist nicht gänzlich gesoerst Es besteht lediglich eine Päckchensperrc, hingegen könne" Briese nach wie vor befördert werden. Es liegt im Jn'eresse dO im Osten befindlichen Truppenteile, daß die Verbindung mit dO Heimat nicht abreißt. Die Friseurgehilfen«nd gehilfinnrn werden in einer gemeinen Versammlung am Ditnstaa, den 3. Dezember, abe»� 3>4 Uhr, im Gewerkschaftshaus(Fcitsaal) zur Einführung kl' Achtstundentages und damit der vollständigen SonntagsruV Stell"na nebmen. Lichtenberg. Soldatenversammlung, Am Fctf' tag�tagte im.Schwären Adler' ,u Sicktenerg eine««rsaarA lung von Soldaten. Genosse Liescgang sprach über die Urscicht" der Revolution und ihre Ziele. In der Diskussion sprachen sich — mit Ausnahme eines Redners— gegen die tofortifl4 Einberufung einer N a t i o n a l v c rsammlung a»!- Gegen wenige Stimmen wurde eine Resolution angenommen, in del sich die Lichtenberg«! Soldaten auf den Boden der soz alistischc" Republik stellen. Sie erwarten von dem Rat der Volksbeaustra"' ten, alles zu tun, um eine sofortige Sozialisierung der Produu tionSmittel und der dazu reifen Betriebe in die Hand zu nehme"- Sie erklären weiter, in der Nationalversammlung nicht da* allein seligmacbende Heil zu erblicken, sondern verlangen ei"" durchgreifende Agitation und Aufklärung des Proletariats u"" die Einführung der sozialistischen Forderungen, ehe zu d"" Wahl einer Nationalversammlung geschritten wird. Letzte Nachrichten. Tschechische Rohlenttan-pmle für Leuksch- Oeskeneich. Wien, 30 November Nach einer Meldung der.Reuen Freie" Presse' ist von feiten der Entente der tschechischen Regierung i" Prag die Notwendigkeit nahe gelegt worden, Deutsch-Oesterreilst weiter mit Kohle zu beliefern. Die Vorstellungen haben auch b"' rei:s eine gewisse Wirkung ausgeübt, denn die Kohlenzufuhr auk Böhmen hat sich in den letzten Tagen nicht unerheblich gebessert. Die italienische Resekmug. Innsbruck, 29. November. Aus dein Pustertal« kommt" Bericht«, daß durch fortgesetzte Requirierungen de" Italiener Hungersnot bevorstehe. In wenigen Woche" sei mehr requiriert worden als in drei Jahren. Infolge Milch« mangel herrscht eine erschreckend hohe Säuglingssterblichkeit. I" Bnmek, Toblach und Winterberg errichteten die Italiener Italic« nische Schulen und zwingen deutsche Eltern, ihre Kinder in dies" zu schickem Die Ladincr als abgefallene Italiener werden w"" den Italienern grausam behandelt. llukersuchung über die Vorgänge in Lemberg. Die in Berlin weilenden Delegierten des Polnischen Oberste" Volksrates senden dem W. T. B. eine Erklärang- in der es u. beißt: Die Darstellung der Berliner Blätter betreffend die am geblichen Pogrome in Lemberg vom 21. und 22. d. Mts. halte" »vir nach den bisherigen Erfahrungen mit den Nachrichten, weich" in der letzten Zeit überhaupt aus dem Osten kamen, für völliS unglaubwürdig. Um der absoluten Wahrheit auf den Grund zu komme". haben wir der Warschauer Regierung nahegelegt, dass die Unten suchung einer internarionalen Komnnsston anvertraut iverdi. Sollte die Untersuchung auch nur den geringsten Anhalt fü" die Beschuldigungen der Berliner Presse ergeben, so werden wi" auf die strengste Bestrafung aller Schuldigen durch die Z"' ständigen Organe drängen, denn wir stnd der Ansicht, daß dem künftigen Polen jeder Einwohner ohne Rücksicht auf sei" Bekenntnis oder seine Abstammung sicb der völligen Sicherheii seines Lebens, seiner Freiheit und seines Besitzes erfreuen soll- D« Lind, >n«i seweit * bringe fttun, "o'ic. : ihn Dorontwortlicher Redakteur: Dr. S. Nestriepke, Berlin Wilmersdo-t Druck der Lindendruckerei und Berlagsaelelllckalt m. t. H, Echiffbauerdamm 19. Uli« «. Wie 5�>dcrnis >bc« ui ** ich n > in n, �iU. fe» i