tprcl* 10 Pfennig Nbeud-Nusgab«. W M NedaltI»» Verl!« 91196,«ch>s>dancr»a«m 191(1, Rrrniprcrtjfr.»mt 9iorben(StS im»(«90. ,, jj-ÄwJfc«!!* trfdjtint ,w«wal»Sgllch,»»rq»„«n»«ach»»»»!«, kV""b Nestln«»» nur M»I?«N». De, vezuaeprel» betrSgl bei '>er Zullellung in» Hau, lur Siot-verki« mon»!lich t 9t«ih, nach pterliolb lZulenvunj, unter Sireifbondi 4 Aiarb. BesteNungen flnd »,i?."'»'liere» au»schlt»l>lich an die Trnediiian zu-ichle»� Zü, di« '«»digung au»würiiiier vekieNunft-n ist variiert� Sialendun» d«r v«tug»g,dllt>r»riorberltch. BerAer NM »r»»bii!»»i Veeii» 9NA».«chlffba»«»»»»»' l»»9. S«r»speechee>«»i ttarbn. 11007 und 1100«. Hafte» d», fitbauaefpaiien«»illimeterzell«»b«, deren Neuch �'"ÖL leb«»»•<<«•* iltenonjetxe» tnik «« 0» Mar,»» (etat» füt H<4 Inserat»_____________________, >0 Pf..«lein» 9nj«tg(»*'bs» f»>«»,»lucki« War' SO OL, lebe»■ (Sad 10 VI D»u«runa»zufchIeA 00 Prazent. v«t Zamili»non»»>«> verkammlungzankündigungen o»n«»«»rHIchaNen und»aliti|ch> ßanisetionen fäll« der I»v«rung»znschl«i f»ri. Inserat« für dt» V aueaad««Offen dt» d Uhr«den»««n> lag« zuvor, Inserat» I Vach«ttt»g»au»tzad» dt«»er«. U»Ne d«l dar«lpaditta»«usgegebe» f»t» der llnabhöngigen SoMemokatischea Partei SeaWauds �ahrnanft l Dicnstaft, den B» Dezember 1918 Nummer 84 --- hWenbmg gegen Die UmbhSnglgen. de?kffs«Sre Wühlereien m der Zronl. . Tie Zeichen einer systematischen Berschtvörung skZen die N r o s l u t,» n mehren sich. Nach den Er- i|iien aufsässiger Generale, die sich gegen die Arbeiter- und Mdalenräte wenden, kommen Nachrichten über Zusammen- !s°Ee und Manifestationen die darauf schließen lassen, daß die '�onlarmeen auseriehen sind, Stoßtrupps gegen die Revolu- "?'> in entsenden. Im Zentrum Berlin« ist eS gestern Nach- ,"tag beim Emrücken der Funkerabteilung de« Gordekorp« einer bezeichnenden Temonstration gekommen. Von sech« �'ttenen Offizieren geführt, mit schwarz-weiß-roten Fah- ■'n und klingendem Spiel unter den Tönen de«„Heil dir ? Ciegerkranz" und anderer Kaisermärsche, zogen sie �nogstrierend durch di? Stadt. Beim Marstavgebäude dj» Truppe von Maniijckaüen de« SicherheitsdieusteZ Ehalten und zur Abgabe der Wassen aufgefordert. Der o�Uiandicrende Offizier lebnte die« mit Hochfahrenden Wor- ■ ,o5, Di? Funker scharten sich mn die Offiziere und erhoben ' uic w» u1»''iiJt ju,w,»c u uwv wow-yo-i gehalten und zur Abgabe der Waffen aufgefordert. JDer r________ i____________________________________ Änd die Waffen gegen die Sicherheitsmannschaften, durch �-en Zurückbaltiina allein ein Bluwergießen vermieden �kde. Unter Hochrufen umstehender Bourgeoisöhnchen �e die Schar ihren gegenrevolutionären Demonstration»- ?°rlch fort. Gew�ß losten ähnliche Vorkommniste nicht auf � Geist der Fronttrupven schließen, welche in ihrer großen Wie treu zur' Revolution stehen, die ihnen die Befreiung r!1 Militarismus gebracht hat. Aber sie zeigen immerhin. � von den Anhängern der alten Ordnung alle» versucht mit Hilfe einzelner irregeleiteter Truppenkörper. Un- »"'n im Innern zu provozieren, um die Reaktion zum 'eg» ,u verhelfen, «, Wie snstematisch hierbei vorgegangen wird, zeigt eine �»ohl Dokumente, die die„Leipziger Volkszeitung" in ihrer JjWngnumriier veröffentlicht. Diele Dokumente liefern den �us'ieen Beweis, daß die Oberste Heeresleitung lI1 Mittelpunkt der gegenrevolutionären Verschwörung bil» »J deren äußere Anzeichen bereit« bervorzutreten anfangen. ».''Oberste Heeresleitung bat an die.Heeresgruppen ein ,:'>egramm gerichtet, da» von diesen an die Oberkom- "Jvnbos der Armeen weitergegeben wurde. In diesem Tele- r!°'nm wendet sich die Oberste Heeresleitung gegen den Be-■ �"'ß des Berliner Vollnigsausschusses vom 17. November.! ausgesprochen wurde, daß die politische Gewalt in den JV'den der Arbeiter- und Soldatenräte lix�e. Gegen dielen »."chltiß bat die Oberste Heeresleitung eine regelrechte Station unter den F r o n t t r u v p e n eingeleitet. bekannten Mustern hat sie einen regelrechten h' v eschen stürm auf die Reichsregierung eingeleitet.� �? oben her ernannte„Frontsoldatenräte" haben sich ange-t dj» m Namen der Front zu sprechen und Forderungen an, (i�. �(liening zu richten. Tie Armeeoberkommandos haben! ,'e Kundgebiingen wiedergegeben und kür ibre Verbreitung! Ten schlagendsten Beweis fvdoch. wie die Gegen- Elution arbeitet, liefert das folgend« d.,. Flugblatt. 'n aewaltigen Masten unter den gesamten Fronttruppen! .''let wird, und das die Unterschrift Hindenburgs- ll>- Daß Flugblatt hat solaenden Wortlaut: (,fr � Da? stiel der inneren tt«»»iilzunz III die»»lltisrkie wfeich. »»er. Diese» Ziel ist nur zu erreichen,»rn« die kine» jede» einzelnen zur«eltung k»«mi nnd da» Er- liirn�*ncr Stimmen einr Nnti»nal»rrs«mmluaz die znkttnstißr »ltnag Truilchland» regelt. Uaalihtinsige und e»artaku«Ieute»,0e» die Elndrrvfung � H., �nnalvrrs«,ninl,in, rerhindera. Sir»»ffr»»ielmrdr di» � "'chaft riner«laffe«de, einer V.riei. »nadtiiingige und VpartOtusleu r»«ffen ihr» Staffen- '»ii, � b!e»linr jede Mitwirlung de» Felddrerr» zost«nd» t»»i. Nch, Mitwietung de» ßeldlirrre»«» einer daurrnde» Ein. l«,.""S«achrn. Tie tirimifchen e»ld«ten.»nd Vrbeiterriite 'dnen jwar»um»r«ke» Teil,«der ff» brstrtzen«»» jungeu d»,,/"'' �r diheim uiri«rld verdiiirtea.»Sbreud»«? Arlddeer b'Iir baue.> der LeHrnegefalir und un.er den»r»ßten Eot. �'nen„„j,«irele am zzeind» ll«»d. hh," 5icfc lieimischrn klrdeiter. und VnldelrnrZtr dabrn sch»n "�l lln�rji anarrut«'»«> Vetsplete: ») Anhalten und An»laden«»n Srrpslegungzffgcn, die für da» Keldhecr bestimm« waren. W» da» Feldheer hungert, ha, e» die» nur diese» Uebergrisse« de» heimische»»St, tu verdanke». b) Lazarett»«,» sind angehalten, da« Persinal enltaffe»«ad dir Verwundeten«Irin,«hn» Hilfe,«elaffen. c) Viele L»kom,tive»»nd Eisenbahnwage» ffnd»ngrhaltr». mit denen Teile de» Feldheere» in die Heimat befördert werden s»llten. Mit ihnen reise» heimische Arbeiter,«nd Snldatrn- rilt» in der Heimat hrrnm«der verwenden ff» s«r andere stwecke. Da» Feldheer muh zu Fuß laufea. i) Viele Lastkraftwagen de» Feldheere» ffnd in der Heimat fest- gehalten und falle» für Tran»p»et.»nd Veesirgungszwecke au». e) Srasiwagen, di« Befehle vb.rrbrinnen sollten, ffnd srffgr. halten. Die Befehl« kamen zu spät. Hin. und Hermärsche ffnd die Folgen. f) Verkehr. Verpflegung»nd Kohleuversorgung stocken in der Heimat,»eil Zriliche Arbeiter,«ad Loldatenrätr mit«n- kundiger Hand eingreife»,(dewiß oft in guter Absicht, dt« Folgen ffnd»der Unordnung. HungerSgrfahr, Ardritäloffgkrit, Mißmut. g) Heimische Arbeiter,«nd Vloldatenräte, die vielfach Matrosen, die im Sriege nicht« geleistet haben,»der unreife Burschen an ihrer epitzr haben, haben r» gewagt, deutsch» Trnppenteilr de» Feldheere» zu entwaffnen. Der etil, de» Feldheere«, die bescheidene Dankbarkeit der Heimat, mühten derartige» »erbieten. b) Manch friedlicher Mensch ha« in der Heimat sein Leben laffe» müssen,»eil gewissenlose nnd teiraristisch» Elemente»rrsncht habe», ein« Gewaltherrschaft auszurichten. I. Venn die radikalen Element», die schon soviel Unheil an- gerichtet haben, völlig zur Herrschaft kämen— nnd da» würden ffe, wenn Eberl stürzte—, so würde Deutschland»» rnsfflchen Anständen gelangen. Tort ist alle» der sinnlosen Gewaltherrschaft einer kleinrn Gruppe unterworfen. Die Folgen ffnd: Unordnung statt Ordnung, Terror ftott politische Gleichheit nnd FrcK/ ''un, er und Armut statt Wohlstand, Bruderkrieg statt vriiderlichkrit, Unmoral statt Gefittung, »rbei«»l-st«krit statt Arbeit, vtillftand statt Freiheit, Verzweiflung statt Leben». frcude. Da» Familienglück ist«rrftZr»; jeder dangt sich a» Frau und Sind, Eltern und Geschwister. Ale diese Folgen würde» noch schwerer auf Deutschland laste»,«eil de« Wirtschaftsleben»ei un» unendlich komplizierter «l» in Rußland ist und jede Btäruu, ffch diel schwerer sllhldar machen würde. 6. El ist auch nicht daran gn denken, daß di» Entente mit an» Frieden schließt, wenn die Nnabhingigrn,..Spartatu».- nnd Liebknechtleute dir Herrschaft bekommen. Tie Bereinigten Ataa- te» haben klar««»gesprochen, daß ffe nur mit einer Rcgierung die sich ans dl» Mrhrhei« de» Volke» stützt, nicht aber mit einer Saft»»der Klaffe Friede» schließen wollen. Reue» Arirgtzelead würde über un» hereinbrechen, wenn Ebrrt gestürzt würde. 7. Wenn die Rodikalen an» Ruder lämeu, würden große Teile Deutschland» sich l»«Iösen, da ffe den Unffnn nicht mitmachen »otiten, große Östliche Gebiete»btollen, da» linke Rheinuser nicht wieder an Teutschland zurückkomme». Zerstückelung, Klein. staatrrei wäre» dann di» Folgen. Anzeichen ffnd schon jetzt»,r. Hände«. 8. Daher muß da» Feldheer die jetzige Nrglerung stützen. Sollte ff»»estürgt werden, s« muß e» die bürgerlich»» Element«»ieder zur Hrrrichast bringen, e» muß Ordnung und Freiheit wieder in drr Heimat»ulrichten, e» muß dir radikale» Element» bclritigrn, damit wir Frieden drlommen un» e» muß bolschewistische« Unheil»nd Elend von de» Heimat abwenden. E« muß jeden, der in die Reiben dr« Frldkrrre» Zwietracht 'ä:n will— Agrntrn ffn» unlrrwr,»— hinauöwrrsrn, r» musi «ein Vliibe' I n, nungcr'iW und die baldige ffinbr iifting»-r Aa ional r'»ng terdern.> Da» sei der seht» Dienst, den da» Feldheer kffr di, Hetartl leistet. Sinder nnd Enkel»erden e» ihm unendlich danken. ,»«. von Hindendnest. Da» Ziel dieser„AnffklSrunffsarbeit" ist klar erstchkksch. E» gilt, ein« bürgerlicheReqierunst ans Ruder»S bnn«en. Diese« Ziel wird noch mcht stanz unverchüllt au� gesprochen. Vorläufig gibt man sich den Anschein, die jetzist» Rvgierung skützen zu wollen. Ader diese„Stützen" der Regierung sind ihr« ärgstest Feinde. Sie lauern auf den Augenblick, wo sie sie stürzev und durch eine bürgerlich« Regierung ersetzen tönnte» Dieser Gefabr kann nur begegnet werden: wenn die Regierung bei den höchsten Kommando» stellen durck'grelfevd Wandel sclxtfft und bei der Obarsto» Heeresleitung gründlich aufräumt: nwiin die Arbeiter, und Toldatenrät« für schnelle und gründliche Aufklärung der zurückkehrendev Fronttruppen durch Delegiert», Flugblätter, Zeitungen ust» sorgen: wenn die Arbeiter und Soldaten in d« Städten fest, u ei n a n d e r sie h e n und die AnzeicheG "der sich regenden Gegenrevolution im Keime ersticken. keine Geschichlssäischung! Der„Vorwärts" wird übermütig. Er läßt sich bei- fallen, an die Haltung der Mehrheitsfozialisten während des Kriege» zu erinnern und sie verteidigen. Er denkt offen» bar. auch heute noch die Urterlslosen mit Iln— erschrockenheit bluffen zu können. Und stolz schreibt er: Ja, wir baben di» Kriegsktedite bewilligt. Da müssen denn doch die Tatlache» iesigestellt werden. Tie Bewilligung der Kriegskredite an 4. August war ein Verrat an den sozialistischen Grundsätzen, die die schärfste Opposition gegen den imperialistischen Er- oberungSkrieg forderten. Niemand, der da» alte System kannte, konnte nur einen Moment lang im Zweifel fein, daß der siegreiche deusche Militarismus die Welt als will- kommen« Beute behandeln, daß er im Innern eine neu« Zwinffherrfchaft errichten werde. Sein Sieg hätte Deutsch- land in eine Hochburg der Reaktion verwandelt und all» übrigen Staaten zu einem Rachcbund vereinigen müssen. Es lag nickst an den Rechtsiozialisten, daß es ander» g» kommen ist. Dir Kredikbewilligung war das Signal für die völlige Demoralisierung der Vartei. Ter National,»- mus vergiftete die Gehirne. Die ärgste Hetze aegen di» anderen Nationen, argen die Sozialisten anderer Länder wurde unter der Führung der„Chemnitzer Volksstimme" und des...Hamburger Echo" systematisch getrieben. Tin Teil der Mebrheitsfozialisten schmiedete dir wildesten Welt- austeilungSpläne. identifizierte sich bald mit den einen bald mit anderen Annexionsplänen. Jede» internationale Soli- daritätSgefühl wurde mißachtet, di? Arbeiterklasse durch Pro- klamierung de» Burairiedcns politisch entmannt. Dunkl» Existenzen gewannen Einfluß aus die Pnrteivolitik: die Parflei hatte nicht die Kraft, sie abzuschütteln, ebensowenig wie die Alldeutschen in ibren eigenen Reihen. Um s» un- erbitterlicher. iystematischer und raffinierter wn�den von acu Partei- und Gerverkschastsinstanzen verfolg, uich an die Wand gedrückt alle die. die an den sozialistischen Grund- iätzen festhielten. Tie Kreditbewilliauna und ihre Konieauenzen haben schließlich die Einbeit desProletartatS gebrechen. die Partei gespalten. Sie haben dein einen Teil die Sklbst- betätigung seiner Anhänger genommen und ihre lebendigen politischen Energien gelähmt: aus der anderen Seite ge- rade die charakterfesten, entschlossensten, ausopserndstt«' proletarischen Kämpier mit tieirm Mißtrauen erfüllt und sie für die radikalsten, deutschen Verbäitnisjen okt nickt aa: angepaßten Lotungen emviänaltch gemackst ibr Verit t- zn sich ieldil. zu der. breiten Massen des Pioteia erschüttert. - r Ivben diePartrigeipas-.u'd Meie? i t. st ihte Politik ve>t,eit un� ni...!. a. zu der �.c.t ic �nperiaMMen STTTma�t, als fite Einheit deS Proletariats zu erhalten sozialistische Pflicht gewesen wäre. Tie haben eS nicht getan, sondern die Einheit preisgegeben, wie sie den Sozialismus preisgegeben hatten. Die Folgen wirken nach. Wie ganz anders wäre heute unsere Arbeit, wie un- geheuer stärker die Stellung des Sozialismus, wie viel reibungsloser unsere Arbeit, wenn wir einig geblieben wären. Wir konnten nicht einig bleiben, weil wir auf- gehör t hatten, sozialistische Politik zu machen. Die Kreditbewilligung hat die Internationale gesprengt, die LdriegSpolitik ihre Wtederaufrichtung un- möglich gemacht. Die Rechtssozialisten haben sich in ihren Kriegszielen n« auf den demokratisch-sozialistischen Boden gestellt, sie haben diese Forderung abgelehnt, sie haben sich eingesetzt für die Erhaltung der Integrität Oesterreichs und der Türkei, für fremde dynastische eHrrschaftS-«rnd Unter- drückungZzwecke. Sie haben das Selbstbestimmungsrecht der Nationen abgelehnt und alle Kriegsmarristen losgelassen, um es zu verhöhnen. Sie haben dadurch in der ganzen Welt das Vertraten in die demokratische Zuverlässigkeit des deutschen Volkes vernichtet, die Verachtung der Völker über Deutschland her- aufgeschworen. Ihre Politik hat die Stellung der feind- lichen KnegSpolitiker von allen Angriffen der demokratischen Parteien geschützt, sie trafen schwere Mitschuld an der Er- bannungSlosigkeit der Kriegsbedingungen. Sie Haben den Krieg verlängert. Der„Vorwärts" be- hauptet, sie hätten unablässig nach zwei Seiten gekämpft gegen die Beutepolitiker und gegen die Unabhängigen, die vom Sieg der Entente das Muck der Welt erwarteten. Un- wahr und Verleumderischl Sie haben die Beutepolitiker in den eigenen Reihen geduldet. Ihr Kampf bestand nach der einen Seite darin, dast sie, wenn die Kriegslage ungünstig war, mit Worten gegen die Annexionisten weiter pro- testiertem wußten genau, daß thre Worte der Wind ver- wehen würde, wenn der Sieg den anderen die Macht ließe, rhre Pläne zu verwirklichen. Die waren nicht einmal gut- gläubig. In ihren Taten aber haben sie alle» getan, wo« die Kriegstreiber nur wünschen konnten. Sie haben die Kredite bewilligt, sie haben die Massen mit KrieaSbegeiste- rung erfüllt, sie haben alle ihre Mittel, die politischen orga- nisatorischen wie die finanziellen in den Dienst der kdrie?- fübrung gestellt. Sie haben inuner wieder den Massen vor- getäuscht, daß nur die Gegner an der KriegSverlänaeruna schuld seien, daß der Weg zum Frieden nur über den deutschen Sieg gehe. Sie lmben für den ukrainischen Frieden gestimmt, sie haben nicht einmal mebr so viel poli- tisches ReinlichkeitSqefühl besessen, den Frieden von Brest- Litowsk abzulehnen! Sie haben jeder Bewegung geaen den Krieg daS Rück- grat gebrochen, lede wirklich selbständige und energische Aktion der Arbeiterklasse mit allen Mitteln aehindert. Sie sind nicht nur Mitichuloiqe, sie sind mit die H a u p t s ch u l- dt gen an der Verlängerung de« Kriege». Tie haben aeduldet. daß die Unabhängigen niedergehetzt worden sind von den Machtbabern, daß Deutschland umae- wandelt wurde in einen Zuchthausstaat, in dem Grabesruhe herrschen mußte, in dem die Herrictanden schalteten und walteten wie sie wollten. Ihr Protest war di« Teilnahme an der Setze oegen die Unabhängigen l Und sie hatten nicht einmal den guten Glauben.„Wir wußten nm die Schuld der deutschen Kriegstreiber, wenig- stcn« viele von nnS waren von ihr überzeugt." So schreibt wörtlich der„Vorwärts". Sie wußten e» und haben daS Esegenteil gesagt, genau so wie Betbmann und Iagow und Zimmermann Dieselbe Einsicht, dieselbe M o r a I I Die Massen waren zu unreif lür die Wahrheit und deshalb mußten sie aetäuickit werden. Und in demselben Atemzug reden sie von ihrem vertrauen in die Massen! Täuschung bisher. Täuschung heute! Sie haben, der- {ichert der„Vorwärts", Wilhelm davonaeiaat und über n seinen Sturz gejubelt. Ja doch, als der Zusamnienbruch da war, sind sie in das Ministerium Mar v. Baden» ge- gangen und haben sich schützend vor Monarchie und Bürger- tum gestellt. Als es klar war. daß Wilhelm nicht mebr zu halten, als alles, alleS einig war, er müsse fort, da haben sie sich der Forderung angeschlossen, um Schlimmere«—- di« Revolution— zu verhüten. Als dann aber der Sturmwaaen der Revolution, von der Unabbänaiaen Sozialdemokratie ge- lenkt, brausend dohinfuhr, und sie hinter nachgelaufen und als er da» Ziel erreicht hatte— ohne sie da haben sie sich von rückwärts auf die Sitze geschwungen! Jetzt möchten sie freilich mit dabei gewesen sein! Nein, das Urteil über diese Politik hat die Geschichte ge- sprachen und ihr Wahrsvruch lautet: kurzsichtig und feig. Und ein Appell ist unnötig. Denn die Begründung deS Schuldspruch«» lautet: Ja.thrhabtdieKriegS- k r« di t e bewilligt! Vis ist eise Schwach— tut» was keine? Der StaatSrechtSlehrer der Berliner UniversttSt Pro- fesior Dr. Kahl gibt in der„National-Zeitung" ein um- fassendes„Gutachten" über die Frage der Auslieferung Wil- Helms II. ob. Nach seiner Ansicht darf der Exkaiser, der nach Holland geflüchtet ist, nicht an die Entente ausgeliefert werden und Deut'ckland bat nicht daS Recht, di« Genehmigung zu seiner Auslieferung zu erteilen. Die Frage seiner Auslieferung an Deutiniemquffck>sießen! Denn dcnrrit fing et an: Eine Anzahl linkSradikaler bürgerlicher Politiker, ge- führt vvn Theodor Wolfs>iwd Hrllnmkh v. Gerlach, er- ließen einen Ausruf zur Konstitnieruna einer neuen, sich entischlafsen a-ikf den Boden der nmwn veichälchnss« steller- den, für tatkriiftrge Demofmtie wirkenden Partei, ffststfc veiwäsferte sich diese Absicht ober schon durch«da» Bestreben, möglichst weit» Kreise der liberalen Borogeoisie zu- sammenzirschließen. Eßementze fanden in der netzgegriinde- ten„DeussckM Demokrat! schm Part«" Wufnabnre, di« nach ibrer ganzen Vergangeuibeit ein höckstt zflveiOchaster Gewinn waren. Wohl ivebrten sich die Gründer zunächst noch dooetjen, daß sich ein auswcchlldfer Miffcknnasch oller tibe- naien und ouchliberdl«, Elemente billdsts. Streisemarn nnd ein paar ssiwer näberen Freunde wollt» man nicht mit- inchman. Da» fWsrte Mtr Grllnbtmg ekner lKvtzfftm ww«* „liberalen" Partei, der„Deutfckien VoTspartsi". Hier einten sich nun nicht mrr die Stoosamarm. Pivckche sondern auch vom rechten Flügel der Fartschrittler stießen «cht wenstge lzmzlii, sefüstrt von den Kopsch. Wiemer um Konsorten. Im ganzen ein reaktionärer Klüugel, übs dessen wähnen Ehvvwkt« man sich nicht«n UnKaren selv konnte.' Nim kommt di« Kunde, bsß di« beiden Kon- ku r r e n z p a r te i en doch noch z u s a m me nko M- m e n. Um so bester! Alan hat mm Klarbeit. Mit der Demokratie ist es nichts, kann eZ in der neuen geeinte» Partei nicht» mehr sein. Man wird weiter mit denrokratt' schen Phrasen arbeiten, aber nur, um dahinter mn st meniaer behindert, eine von den Interessen de» Besitzes diktierte Politik tr-oiben M können. Eine Partei mit'den Noimwmt, Gireseinann und möglicher weise auch noch Fel nmarm ailS Führern,— das Volk wiw ja wohl nach den Erfahrungen deS Kweges wissen, was« davon»u halten hat. Sie VesetzWg des kiske« Rtzeigvfers. Au» verschiedenen linksrheinischen Orten liegen B» richte über den Einmarsch der feindlichen V«' satzungen vor. Vielfach wird dann auch schon über ba» Auftreten dieser Bolatzungeu geklagt: besonders entrüstet sich die Presse über die Tatsache, daß die Bürger gezwunge» würden, vorbeikommende französische oder belgische Ölst' ziere durch Abnehmen der Kopfbedeckung zu grüßen um vor ihnen vom Bürgersteig zu gehen. Diese Entrüstung w insofern nicht wohl am Platze, als diese Sitte oder Unsit« von den Deutschen zuerst eingeführt wurde. Die Franzosen mußten, solange die Deutsche� Teile Frank« reich» besetzt dielten, vor jedem deutschen Ostsizier den Hw ziehen und ihm selbstverständlich auch den Weg frei utachüN- Wer nicht parierte, flog inS Gefängnis. Da» deutsche Offiziere auch nicht ganz selten gewolttätiS gegen die französische Zivilbevölkerung wurden, wird icde< bezeugen könucn. der längere Zeit am der Etappe war. Damit soll noch keine Rechtfertigung getoisier Anord« nungen und mancher Uedergriffe ausgesprochen sein, die ge- meldet werden. Allerdinas ist bei diesen Meldungen auh noch wieder einige Vorsicht geboten. Bei manchen scheine» doch Ucbertreibungen mitzuspieten. Man erinnert sich a* die Grcuelmsldungen, die bei Ausbruch deS Krieges st masienhaft verbreitet wurden. Nur mit diesen Vorbehalten wird man einige Ra» richten aus den jetzt von den Gegnern besetzten Gebiete» aufnehmen dürfen. Rotterda«, 2. Dezember. Rieuwe Rotterdarnsche Eoiu-n» wirb von einem soeben au» Aachen zurültzekehrten Berichs ersiattc: geureÄet, daß gestern abenh ein Teil der belgische� Besatzung in der Gtcdt angekommen ist. Heute früh V* überall in frenzöstlcher unb deutscher Sprache ein« Berordnu»» angeschlagen, paß vorläufig jeder Straßenverkehr zwischen 7 ÜV abend» und 5 Uhr morgen» delg scher Zeit vecboien ist. Häuser, Theater usw. bleiben vorlZufig geschlossen. Jeder Tran»« pari von Personen und Gütern in der Liadt außer mit T«"»' bah Mvagen iß verbaten. Alle Menschenansammlungen auf dt' Straße find»erboten und»erden eventuell Mtt Daffengowae au»?tnanderge sprengt Bretten, Bis zum 1. Dezember adend- rnüffen alle Waffen abgesiefeet fein.»«H»iluUinyJ können jederzeit und überall abgehalten werden Bürger, die der Straß« betgischen Offizieren begegnen, müssen den vül' ger steig verlassen und ihr Haupt entblößet Dem Berichterstatter im„Slieuwe Rolterdämsche Courant" wurde, obwohl er Holländer ist, von zw«! belgischen Offizieren der H>» vom Äopf« geschlavn. A-tdere» Personen«urden die Hüt« in» der Re rpeifche heruniergeschlagen. Da» Erscheinen und d«k Berkauf von Ieitungen und anderen Druckwerken Ist Verbote»' Niemand darf Aschen»crlasien od« die Stadt betreten. Zwi.cht» « Uhr abend« nnd 8 Uhr morgen» muß in den Erbgeschoßräiimt« aller Häuser Licht brennen. Personen, di- die obeimchenden S«» ordnunjen übertreten,»erden ofcn« weitere» erschossen werbe», Der Siadt»ird sofort eine Buße«ifcrl-gt. lg Geise'» müsse» sich fortwähreech«uf dem Rathause ou'hal'en. Sie werde» all« 24 Stunden durch 10 andere Te sein abgelöst. Tri«. 0. Dez« mixt. Amerikanische Truppen M gestern. Sonntat, nachtniita« 0 Uhr, ii» Trier«- n g e r ü«t b Da» 6.«ineruanisch« Jr�antene-Begiment hat die Sdadt besetz', Heut« fanden»eiicr« Durchmärsche amerikanische« Truppen itast, die in der Richtun« nach Kobleiq marsch eren. In der Stast Die Beide. Von vkaz�Dert. !. Sozialogkschee. Wir haben in Nr. 1? diese» Blatte» die allgemein« Grundlage de» ästhetischen Verhalten» dahin definiert, daß e» nicht« ander?» «t»«ine möglichst isolierte Einstellung auf ein Gefühlserlebnis sei.„Läßt man daß stuhlen um seiner selbst willen walten, gibt man sich bei einem Erlebnis möglichst rein und ausschließlich dessen WrfühlSbrgleitung hin, so gelangt man Mi einer eigentiim» lichen seelischen Verfassung, die man da» ästhetisch« Ber» halten nennt." Nichtet man nun von dieser Einstellung au» seinen Blick auf die Kunstwerke unserer Tag«, so erkennt man, daß wir heute in ebnem Leitalter der Wende leben. Nicht nur im politischen B«- roich, sondern auch in einer Jett der Wond« künstlerischer Orientierung. Diese neue Orientierung künstlerischer Gestallung hat bereit» lange vor dem Krieg« eingesetzt. Und ihr Wesentliche» bedeutet ein« Wendung von naturnahem zu naturkernem küpft- lerischem Gestalten. Man ist heut« der Meinung, daß wesentlich« Aenderungen au» einem Kunststilt in«inen anderen auf Veränderungen Im Be- meinschaftöleben zurückzuführen sind; hier sucht man die Wurzel für den Stilwechsel. Und eine derartige Umovldnunq de» G«. lueinichastsleben» war eben schon laug« vor dem Kr«eye gegeben. Der.Lidirali»mu»" hatte im Lauf« de» vorigen Jahrhüw. dert» die»Freiheit der Einzelpersönlichkeit" proklamiert, und da» mit in den Kreisen de» Bürgertum» da» Befühl relativer Unge- bmOerfhett eviveckt. Einer der Gvudnsätze der Gtilsoziologie be- hauptet nun, daß in derartigen Zeiten, in denen sich die„Perfön- achteit* ntemandsm, weder ein«? Institution noch der Gesamtheit tzegenübei gebunden fühlt, die SchaffcnSwetse de» Naturaliimu», der Naturnäh« in der tünstlerifchen Gestaltung zu Herrscheit pflegt. Und>o war«» auch tatsächlich in den beiden Generation«» zwischen 18d0 un» 1000 der stall. Bit zur stärksten Beta>»uiig einmalig-persönlichee Merkmal« wurden im NoturaliSmu» und ßzn JmpressioniSmua die Kunstwerk« getriebsn. Ta setzt« gegen tafce de» vorigen Jahrhi nderl» eine Aende- cung deS allgemeinen Gemeinschaftsgefühles ein. Die Menschen erkannten, daß die.persönliche Freiheit", wi« sie der Liberalismus verfocht, nur ein« Scheinfreiheit war. Denn da der Staat jeden kchalien und walten ließ, wi« er wollte, mußt« sehr bald und sehr eindringlich der wirtschaftlich Schwächere in stärkste Abhängigkeit vom wirtschaftlich Kräftigeren geraten. Die Machtmittel, die Kapitalbositz«nnzslneti gab, konnten für di« Meisten ein« eigent- licke„streibeit" seine» Leben» und seiner Entschließungen nicht aufkommen lassen. Infolge dieser Erkenntnis ka««s im Lauf« der letzten De- •»ennien de» vorigen Fahrhundert» zu einer allgemeinen Umorien- tierpng der Gesellschaft. Die wirtschaftlich Giarken schlössen sick zu den großen Verbänden der Aktiengesellschaften und diese wie- der»u den überragenden Vereinigungen der Trust» zu'ammen. Auf der GegeNkeite antworteten die Arbeitnehmer durch testen Zu- sammeirschluß im den dem einzelnen übergeordneten Verbänden der Gclverk'chaften. So gaben beide Teile ihre.liberale streibeit" auf. um im Vereine stärker»u sein: und so trat der Kamps der Gruppen an die Stelle de» Ka-npfe» der einzelnen. Damit wie- der entstand aber«in« außerordentlich starke Bindung»e» Einzelnen, und so mußte, wenn die Stilsogiologi« Neckst behalten wollte, auch ein« Aenderung der künstlerischen Gestaltungen auf» treten. Der zwei!« Hauptsatz dieser Gtllsozlologi« behauptet nämlich. daß alle jene Zstiten, in dknan sich der einzelne rstcht frei, sondern .«nter irgend einer Institution gebunden fühlt, nicht naturalisii'ch, nicht naturnah» gestalten, sondern ein natursernes Schaffen pfle- gen. Di« Dichtwerke und Bilder bemühen sich nicht mehr, möglichst der Natur zu gleichen, wie etwa die Weber Gerhart Haupt- marniS und die Gesellschafttdrgmen Ibsen»,»der die Bilder Letbl» und fliebermanit«, sondern die künstlerische Gestaltung»ersucht, gegen alle» naturhast Gegebene,.idealistisch«' oder.expressio- nistisckc" stvrmungen zu finden, di« nicht mehr In Anlehnung an da» naturalistisch Vorhandene, sondern gegen diese», al» Fassung innerseelischer Gefühle und Snertriest geschaffen werden. Gin« dei-artige Umorien tierung vom Naturnahen zum Naturkernen hat sich immer noch, s« oft sie in der Ge schichte schon auftrat, unter den größten Schwierigkeiten und gegen die größ- ten Widerstände vollzogen. Denn sie verlangt von dem Künstler stxvohl«i« von fcwa Gonießerwen«in väll'�e».Utuieciien". Der j naturslistischk Künstler empfängt sein Werk aus dem Weg«.vo« Außen nach Tnnen". Er broba fte UK»' lädt sich I« nafl isi� püH« ;Ii6« BOt' rb-n» ©f �rrschi rtTOfl« Muhe. Den Dienst der Dürgerwehr hat die anteri fcnifiht Besetzung mit der Polizei übernommen. Ein« Vee Egling de» Oberbürgermeister» im Austrage der amer.kamschen Kommandantur bestimmt die SKiabe sämtlicher Waffen bi» zum '• Dezember. Di« amerikanischen Truppen dürfen di« Wirt- !chaf!«n zwischen ü und S Uhr nachmittags besuchen. Epeyer, L. Dezember. Französisch« Besatzung»» »öteilungen von mehreren hundert Mann sind gesteistr u. a. � Bergzabern. Kandel, Winden und Pforz eingerückt. Der Per» soneiiverkehr aus den südpfälzischen Bahnstrecken ist eingestellt. Fweidrücken. S. Dezember. Nach dem Tinrücken französischer Bruppenodbcilungen, unter denen sich auch Farbige befanden, �uroe gestern um 1t Uhr die Stadt unter französische» Ober- femmoicho gestellt. Angebliche ZorderunZen der AAierlen. Lu» dem Haag wird gemeldet: Der parlamentarische Mitarbeiter der entschieden liberalen »Daily New»" sagt, bah folgende Vorschläge für Schadenersatz- ieistungen von den Alliierten gemacht wurden: 1. Während einer vieihe von Jahren soll Schadenersatz in B«ld geleistet werden, und zwar für sämtliche«n Belgien und Frankreich angerichteten Schäden. Dies« wenden auf L bi» Milliarden Psnnd Sterling berechnet. 2, Sämtlich« vernichteten Häuser in den Städten dieser fährt von mastgebender Stelle, dast die AbdankungSurkund« de» Kronprinzen am morgigen Dienstag erscheinen soll. Wie e» heißt, dankt der frühere Kronprinz nur für sich, nicht aber fü» sein« Nachkommen ab. Die deutsche Regierung gegen die Zudeu- pogrome. von polnischer Sekte wird in den letzten Tagen in Schweizer Müttern behaupiet, dast die Pogrome in Galizien auf alldeutsche(!I) Umtriebe zurückzuführen seien, von amtlicher deutscher Seite wird erklärt, dast diese Behauptungen völlig frei erfunden sind und einen Versuch der Polen darstellen, sich vvn der schweren Schuld an den fürchterlichen Exzessen rein» KiitvQ scheu. Die deutsche Regierung dedauert lebhaft die Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung In Galizien und Kongreßpale». Vssieubeschassung durch die russische Dolschasl. Wolfs« Telegvaphen-Bureau verbreitet folgende Mitteilung: Wie sich weiter herausstellt, h« die frühere russisch e B o t» schaf» srch hier nicht nur di« Verdveitnng von bolschewistischen Propagandaschriften, sondern auch die Beschaffung von Waffen angelegen sein lassen. In dem Zuge, der die Bot» schaft an die Grenze bracht«, hat ein Mitglied der Mission ein tsÄckchen mit Papieren liegen gelassen. I?Ti« Red.s Tarin be- fanden sich 21 Rccheiungen über Ankäufe kleiner Mengen von Waffen und Munition- Si« erstrecken sich auf die Zeit vom 21. September bi» 81. Oktober d. I. und lauten auf insgesamt ISS Mauserpistolen, 28 Browning» und LS P.irabcllum-Piiwlen nebst«ttoa§7 000 Patronen für insgesamt 10ö 000 Mark. Selue �Republik Thorn". Der Arbeiter, und Soldatenrat Thorn ersucht un» festzustellen, dast die lügnerischen Gerüchte über die Bildung einer.Republik Thor»" erfunden sind. Diese Mrücht« werden von deu Militärbehörden verbreitet, die sine systematisch« Hetz« gegen deu Thorner Sotdatenrai führen. Der A,- u. S.-Rat Thorn vertritt di« Interessen der dmei'chen Republik al» Ganzes und arbeitet stet» im sozialdemokrotiischen Ginn«, Politisch steht der A.- u. S.-Rat auf dem Boden der Nationalversammtung, er wendet sich aber entschieden g»gen alle Versuche, die alte selbstherrlich« Mtlitörmacht wieder anstm richten. Zugleich protestiert er gegen die Au»ichlachtung der„Poleugerahr* als Wafi« gegen den S«ziall»mu». Dias« Gefahr besteht für dte deutsch« Republik absolut n iet soye nannten Aleuronschicht der Getreidekörner. Men F,u Nliehgewrsen. Bisher ha: man nur die Keimlinge der � kntfettet. Di« lörnigcn Aeitmasjen der Aleuronzellen sind ««it bedeutender, etwa 10 mal so groß. Beide pttanzlichen ?vl« zusammen ergeben für die deutsche Gelretdcproduinon etwa meisten.wiffenschafilichcn" Publikationen der Kriegezeit, weil si« alle terdenztö» gefärbt und von der Zensur beeinflußt und be- schnitten seien. P. Der Gnskepy'ch octi Msvsisn. �vvo 000 Tonnen, d. h. ebensoviel wie im Frieden Teutschtan» v», V.&vv«»]uwiv» iWic rill yvivtrt.t v u. � und tierischen Ketten imporUerte. Jin Kriege IgMdc dem viehsutter alle» Feil entzogen, in dem die Klei« inS j-ot mitoerbacken wurde. Im Brot wurde aber da» Tleuronsctt �5 unveidaulichen Zellen wegen vom 2>iens«tzen nicht auSaenützl. e« an Milch und Butter gebrach, weil die Kühe, die j"*«»nderSarligen Verdauung wegen da» Feit der Aleurvnzell- �.ätide aufnehinen.«eil sie die Zellwande auslösen, die Kleie und �-uere-treber nvchi erhielten. Such Pscrd und Schaf-erwerten jb«leuronfett, dagegen gar nicht da» Geflügel und sehr»veiiig «chivein, wocau» sich ergibl, wie di« Kieie am nütziichsien zu .wenden wäre. Entweder ist die Klei« 6ei wieder an» Rindvieh zu «rn oder sie muß so behaudeli werden, daß da» Zellenfelt Menschlichen Verdauung zugänglich ivird, was der Fall ist, cJ}* man die Aleuronzellen m Salzsäure quellen läßt. Leider Un! f*»och kein Versah ren, diese Aufschlwßiing praktisch �>m großen«iiSjuführcn. Immerhin zeigie der Vortrag, wie Manch« wohlgemeinte KricgSmaßnahmen gegangen sind � In der anschließenden DiStussion wurde in den Optimismus- Seb", Vortragenden reichiich Wasser geschüttet und al» Er- .">» kann konstatiert werden, daß der zu erwartende Gewinn y.'/icheinlich durch«ntsprechende Verluste in der Tierzucht N°"Seinach... �"ersuch» �.»stei« v �.��sigSniltlei versuzvar stno, wird man dem Brot weder Fct tied der Keimling«, noch dem Vish da« Aleuronfcit eni f�ye». gianz sxhl gjzig jedenfalls die Polemik eine» Rednerl «e» �rhyhung der Brotration, man soll« lieber Vieh seit 1«in. Der Redner verkonnte, daß gegenwärtig Not s o- y, s' drsriestigt werden mutz und daß unsere«onüre nicht ein- V* au'a'löe««irien. Der ErnähRmgSiommissar handelt also . licht.sozialdemokratisch". Sehr richtig bezweifelte da- ein ander« den Wert und die Zt:vtriässU>teit der n» der siemacht werden würden. Alle solch, theoretisch wichtigen . ingen sind praktisch nur in Zeiten ausgesprochenen ."siel» von Wert. Wenn hinreichend pflanzliche und iiensche «ungSmittel verfügbar sind, wird man dem Brot weder Fett t�eiß!. Ganz fehl ging jedenfalls die Polemik eine» Redners sich die den Ein Naturwunder. Aus der kleine« Insel Aseension( Himmelfahrt» lnsel) bildete im vorigen Jahre plötzlich«in prächtiger AeaSieppidh ohn« daß ein» menschliche Hand irgendwie gesät hatte. Im Jahre 1815 hatten die Engländer die klein« Insel besetzt, etwa 68 Quadratkilometer umfaßt und auf dem Weg van Kapverdischen Inseln nach St. Helena siegi. etwas über tausend Seemeilen nördlich dieser Insel. Die Engländer woll- tcn von hier au» den gestürzten Kaiser Napoleon auf Sk. Helena bewachen. Die klein« Insel ist vulkanischen Ursprung» und ihr Boden schein! nur au» Schlacke und Lava zu bestehen. Daher konnte sich kein Pflanzenleben auf ihr entwickeln. Im Mai vorigen Jahre» und in den folgenden Monaten traten indessen völlig unerwartet«, langdauernde und heftige Negensäv« ein. unter deren Einwirkung et überall zu knospen und zu grünen begann. Di« Bewohner de» einzigen Ort» auf der Insel, Georgaiown, erlebten daS noch nie geschaute Wunder, daß sich die dunkle Schlacke mit saftigem Brun überzog. Keine» Menschen Hand hatte da» Gra» gesät und doch wuchs«» überall «nf der vi« dahin kahlen Insel. Man sand-t« einig« Bündel de« Graset an die Leitung de» berühmten botanischen Garden» in Kew mit dem Ersuchen um eine Erklärung de» unbegreiflichen Naturwunder». In Kew erklärte man. man nehme an, der Samen sei entweder von den ständig«u» Südost weheeiden Passatwinden oder von den schwarzen See schwalben mitgebracht worden, di« sich oft auf der Insel aufhielten, und er Hab« sich bei dem in dirlem Jahre herrschenden, abnorm gü n feigen Loetter«nt» wickelt. Für vi, Annahme, daß der Samen durch Seeschwakben hingebracht worden ist, spricht der Umstand, daß da» Gra» zuerst an den Stellen zu wachsen begann, die sich di« Schwalben zum Aufenthalt zu wählen pflegten. ES konnte nachgewiesen werben, daß«S eine Art Wüstengra» mit sehr leichtem Flugjamen war, da-- an vielen Stellen der afriianlschen Wüste wächst. Di« Presse in Chin«. Di« chinesische Presse ist noch sehr wenig entwickelt, und wenn man die Presseverhältnisse der Hauptstadt vetrachiet, so ist damit im großen und ganzen alle» gesagt! denn Zeitungen von Beden» hing gibt e» nur in Peking Da» Angeinenwesen steht»och in seinen ersten Anfängen; denn die Geschrste werden in höchst vrimitivcn Formen betrieben, und e» gibt keine Oefsenllichkeit, an di« sich der Geschäftsmann wenden könnte. Die Zeitungen find ohne Ausnahme Organe der Behörden oder politischen Parteien. die ihren Ideen und Aiischaiinr.gen Anhänger gewinnen wollen. In ganz Peking gibt c» kein ilnahhängige« Organ. Für den Druck der Sd Tage�eitunaen gibt e« in Peking nur sechs Pressen. alle» nur Handpressen. Der Latz einer chinesischen Zeitung ist mit den größten Schwierigkeiten derbrinden; denn an Stelle der 28 Zeichen nnsere« Alphabet» bat der chinesische Setzer mit sünf- tausend verschiedenen Kchristzeichen zu arbeiten E» ist ein noch unz»izste» Rätset der chinesischen EetzertSiigleU, wie ein un- jjeHfdetet Kuli, der wenige Dollar« im Monat erhält, imstande ist. eine so verwickelte Arbeit auszuführen, uud e« ist» begreif- lich. wie diese wenigen Presse» jeden Tag so viele Zeitungen drucken können, wenn auch da» Format nur klein ist. Der RedaktiouSsiab einer chinesischen Zeitung besteht gewöhn- lich nur au» dem Eigentümer und Herausgeber, der stei» ein und dieselbe Person ist. Nur ein oder zwei Zeitungen in Peking haben ihren eigenen Berichterstatter, der für den lokalen Teil sorgt. Für auswärtige Politik hat man überhaupt kein Inter» esse, und vom Krieg spricht man sehr wenig. J Die chinesischen Journalisten sind größtenteil« Studenten, >e in Japan moderne Bildung erhalten haben und den größten Gegensatz zu den altmodischen Schriftstellern bilden, die schön gefärbte Phrasen sür du Hauptsache bei einem Zeitungsaufsatz halten. Dank diesen modernen Elementen halten Sachlichkeit und tiefste Kenntnis langsam, aber sicher ihren Eilizua auch tu die chinesische Presse. 17 Millionen Telephonapparaie. .Financial News" berechnen, daß c» in der Welt 1? Millio- nen Telephon-Apparat« gibt. An erst« Stell« steht Amerika mit 13,2 Millionen, während d!« Gesamtzahl der Apparate in Europa zur entsprechenden Zei! nur«ttva iy, Mlllionen betrug, von den europöncheu Ländern stand Deutschland vor dem Kriege wu 1 420 000 Telephonen obenan; Sthwcden hatte 847 064 Apparat-- und steht im Verhältnis zur volközahl. was die Telephonverbrei- amg betrifft, unter den Völkern an erster Stell«. EmerkschaMche Lammimg! B. Rudner. Der Umsturz de» verflostenen Regime» ist nicht nur gegen den Willen der abhängigen Sozialdemokraten voll- zogen worden, sondern auch da» Bleigewicht der reaktio- ruiöen Gewerkschaftsburemikratie mußte beseitigt und die Bahn zum zielsicheren Weg freigemacht werden. Dem WroS der deiitschcn„freien" Gewerkschaften, resp. deren Führern, die sich bislang rücktwltlo» der nieder- Vöschlogenen Autokratie zur Verfügung stellten, ve'.danken wir den Niedergang der gewerkschaftlichen Internationale «nd der moralischen Antipathie, deren wir unS al» ehe- malige weitbekannte gewerkschaftliche Schrittmacher nun zu „erfreuen" haben. Wir. die wir auch in den heißesten Tagen de» chanvi- nistischen �Größenwahns kühl und prinzipienfest blieben, wir empfinden doppelt die Last jenes ErbeS, das unS all jene Verblendete und Renegaten hinterließen, das wir nun zu liquidieren haben. . Die Schaffung des heiligen Burgfriedens, das Hilf»- dienstgesch, der Anschluß an den Volksbund für Freiheit und Vaterland, die Gutheißung der Lndendorff-Spende usw. sind so die MorlenstSine auf dem falschen Weg, den man den Arbeitern mitzumachen zumutete. Während ein fiiickt- würdiges System 4V4 Jahre verteidigt wurde, haHen imsere gÄverfschaftlichen Sachwalter mit unfern wirtschaftlichen Fonds Kriegsanleihen gezeichnet und uns an den Ranld des intellektuellen Bankerotts gebracht. Dieser Herrlichkeit muß nun ein Ende bereitet werden. Vielen Gewerkschaften war es bisher nicht möglich. ihre ordnungsgemäßen Generalversammlungen abznhalten. Dies muß baldigst nachgeholt werden. Haben wir daS verruchte bornssifche Systom endlich beseitigt, so haben wir erst recht die Pflicht, innerhalb unsrcr wirtschaftlichen Organisationen den Lirftbanich der neuen großen Zeit nicht zu hemmen und den noch größeren, bevorstehenden Lüh gaben gerecht zu werden. Alles Alte und Wurmstichige muß in der Versenkung verschwinden. Wir haben nicht nur Verpflichtungen gegen ,mS seffbst. fondern auch gegen die Internationale, wir müsten ver- suchen, die abgerissenen Fäden wiederzufinden und zu knüpfen, die inskünftig allen Gefahren, die uns umdräuen könnten, trotzen sollen. Gründlichste Säuberung innerhalb unsrer eignen In ftitutionen ist zunächst erste Grundbedingung. Neues Leben muß in die Gewerkschaften kommen. Wir brauchen neue Leute, die die Zeiche» der Zeit zu deuten wissen. Tie kommende Sozialisicrung wird den Gewerkschaften neue Tätigkeitsgebiete bringen und zuweisen. Wir müssen selbst alle diese Fragen noch allen Richtungen erörtern und vorarbeiten, um jederzeit gerüstet und , aktionsfähig dazustehen. Wir werden einen großen Bedarf an technischen Der- waltungstalenten haben, die die Gewerkjchasten werden stellen müssen. ES wird zu erwägen sein, ob unsere Verbände nicht verwaltungstechnische Kurse einrichten sollen, um unl'ern im praktischen Leben stehenden Industrie- arbeitern all jene notwendigen Kenntnisse noch zu vermitteln. deren sie bedürfen. Innerhalb der kapitalistischen Ordnung waren geWiste Grenzen der gewerkichaftlichen Betätigung gezogen. Diese ,stnd gefallen, unser Ansgabenkrei» hat stch erweitert. l Wir werden mehr als bisher DildungSarbeit in den Gewerkschaften leisten müsten. unS mehr mit national- ökonomischen Fragen beschäftige» müssen al» es bisher geschah. Die wirtschaftlichen Tage»fragen und der Aufwand an Arbeit hierfür dürfen nicht nur Haupttätigkeit unserer Ge- werkschaften werden. Für eine geistige Durchdringung der breiten Masten der Mitglieder muß Gelegenheit geschaffen werden, um so die Mltarbe:tersck>aft aller zu sichern. Unsere Verwaltungen selbst müsten demokratisiert. Bil- dungS- und AuiklärungSkomiteeS geschossen werden, so daß da» letzte Mitglied vom Fluidum der großen historischen Umwälzung ergriffen wird. Insbesondere muß innerhalb der Angestellten- und BoamtenorgOTvisotionen fruchtbare Arbeit geleistet werden. Wir bedürfen dieser Kräfte, schon ihrer Speziälkenntmss« im Bank- und Handelswesen usw. wegen, um wenigstens die wichtigsten Aemter und Verwaltungsausgaben in sichere Hände zu legen. Durch fortwährende demokratisch« Kontrolle muß einer reaktionären Diktatur einzelner vorgebeugt werden, und unsere gewerkschaftlichen, administrativen und legislativen Körperschaften müsten derartig zusammengesetzt sein, daß rückfällige Neigungen als auSgeichlosten gellen. E» darf nicht mehr vorkommen, daß man eine Generalkommission jetziger Güte mit der Durchführung bestimmter Ausgaben betraut, ihr eine große Machtvollkommenheit in die Hand gibt, mit der Mißbrauch getrieben wird, und daß man sich genötigt steht, hernach die» al» großen und schweren Fehler einzugestehen. DieS ist eben nur möglich/ weil die Art und Größe der auf uns nun einstürzenden Probleme nicht allen klar sind. Misten ist Macht,!e mehr wir wissen, um so machtvoller werden wir lein, desto weniger unnütze Wege werden wir zu gehen haben. ES bedarf der Sammlung de» einzelnen und de« Gan- E. Jader sozialistische Gsvecklchaftler muß sich mehr denn an der GewerkichastSarbeit beteiligen, die Gesundung Organisation herbeiHihren. initiativ und propagandistisch wirken und produktive Arbeit leisten. Die Ver» kürznng der Arbeitszeit auf zunaefcst 8 Stunden gibt unS etwa« mehr Zeit und Muße, zu lernen und zu wirken. Jeder einzelne dient dem Ganzen, und je mehr wir un« au« der Enge des bisherigen Dasein« herausreißen und-heben, um fo eher kommen wir zum Ziel: der Ausbeutung de» Men- fchen durch den Menschen ein Ende zu bereite«. Ii* Die Verline? Arbeiterratswahle«. Fristverlängerung«m einen Tag. Berlin, 2. Dezember.(Amtlich.) ArbeitenatSwahl für Groß-Berlin. Wir machen nochmal« auf die Meldungen auf- mcrksam. Der Meldetermin wird um einen Tag verlängert. Letzter Meldetermin Mittwoch. 4. Dezember 1918, nachmittag« 6 Uhr. Die Orte Marienborf und Marienfelde sind in der List« nachzutragen. Die Dahlkommistion. I. A.: Neumann. Wahnsinnige Hetze. Tic neue Orbmiilq hat in manchen Köpfen avge ver- miming ungerichtet. Roch mehr die Furcht vor sozialistischer Propuyairda. Unter Soldaten hat ein« gewisse Presse vor Liebkucchl besonders graulich gemacht. Wohin da» führt, zeigt ein Plakat, da» gestern früh an den Anschlagsäulen in Wilmert» darf angeheftet war. Der Wortlaut de» Platat» besagt: Arbeiter, Bürger! D«» Saterland ist dem Untergange nahe. Rettet eSl E» wird nicht bedroht von außen, sondern von innen: Bon der GpartaluSgruppe. Schlagt ihre Führer totk Tötet Liebknecht t Dann werdet ihr Frieden, Arbelt und Brot haben. Di« Frontsoldaten. Man sieht, daß manch- Leute tatsächlich wahnsinnig geworden sind. Schlagt Liebknecht tot, schlagt alle tat, die der Arbeiterklasse ihr Recht wahren wollen, und war schon immer die Parole jener Bewaltpolitiker, die un» so lang« niedergehalten und jetzt die ge- währte Prehfreiheit dazu benutzen, ihrer Bestiennatur die Zügel schießen zu lassen. Lb da» Plakat wirklich von Frontsoldaten au». geht, steht dahin, aber natürlich stecken auch im grauen Rock genug von jener Sorte, die di« eigenen ihnen unbequemen Lolk«genov sen lieber heute wie morgen«u» dem Wege räumen. ES wird wirklich Zeit, mit deratigem Gesindel aufzuräumen. Leider blecht e» im vorliegenden Fall« anonym. Brutal und feig war immer ihre Parole. B»I»u»»rat, Autsch«» für tzreutztsche Angelegenheiten lPreußraautschu»). Der Autschuß Hai sich konstituiert und zu Vorsitzenden die Genossen O b u ch und Hermann Bergmann, zum Schriftführer den Genossen G i e r t h gewählt. E» wurde beschlossen, sich über die bisherige Tätigkeit der neuen preußischen Ministerien Bericht erstatten zu lassen und die Minister- Präsidenten zr�ck» Ausspruche über die gemeinschaftliche Arbeit zur nächsten Sitzung einzuladen. Brav»! Die 750 Arbeiter und Arbeiterinnen»«« Stahlwerk vrcker in Reinickendorf beschlossen in ihrer Betriebtversammlung. daß di« Arbeiterinnen 50 Pf. und die Arbeiter 1 Mark wöchent- lich zu einein Agitati»n»f»nd« für die U. S. P. D. beisteuern. Ferner wurde beschlossen, au» den Reihen der Kollepen zwei Mann zu beaustragen, im Linne der 11.®. P. D. auf dem Lande bi» zur Wohl der Nationalversammlung zu agitieren. Pankow. Dir Lebentmittel dieser Woche. Im Lauf« dieser Woche gelangen in unseren Verkaufsstellen zur Verteilung: Auf die allgemeine Lebensmittelkarte: l Gramm Graupen auf Abschnitt 70, soweit die Ware noch nicht abgehoben ist. 100 Gramm Grieß auf Abschnitt 72 nach Gingang der War«. Auf die Pankower L e b e n» m i t t« l k a r t«: Räucherwaren, soweit sotche eingehen, auf Abschnitt ll», 123 und 9. Auf besonder« Karten: 2350 Gramm Brot oder 1850 Gramm Brot und S00 Gramm Mehl auf die Brotkarte vom 2.-8. Dezember 1018, 20 Gramm Butter. 50 Gramm Margarine, 250 Gramm Fleisch mit Knochen und Wurst auf die Abschnitte l— 10 der RcickiSfleischiarte vom 2—8. Dezember 1918, 7 Pfund Kartoffeln auf die Abschnitt« l8Sa— q der Kartoffel- karte der Gemeinde Beriin-Panlotv. 875 Gramm Zucker auf Ab- schnitt 28 der ollgemeinen Zuckerkarte, gültig vom l.— ld. Dezrm. ber 1918, 1 Päckchen Süßstoff fN-Packung) auf Abschnitt 12 der Sützstoffkarte für den Monat Dezember 1918. Zulage an Personen über 75 Jahre: 500«ramm Haferstocken für den Monat auf Bezugsschein. Zulagen für Kinder bi« zu 2 Jahren: 500 Gramm Hasenlocken für den Monat auf Bezugsschein, 375 Gramm Iuckerzulage für Kinder im l. Lebensjahre auf Abschnitt 88a, d und c der Zufatzzuckerkarte, 260 Gramm Zuckerzulage für Kinder im 2. Lebensjahre auf Ab- schnitt LS» und d der Zusatzzuckerkorte. Für Kinder vom e g i n n de» 8. bi» zur Bollendungde» S. Leben»- jähre»: 126 Gramm Zuckerzulage«uf Abschnitt 28 der Zufatzzuckerkarte. Rahnsdorf. In einer öffentlichen Versammlung am l. Dezember machte Genoffe Mirtke über die Vorkommnisse in der Gemeindeverwaltung weitere Feststellungen. Obwohl die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, steh« doch schon fest, daß während de» Kriege» die L�uldenlast der Memcinde. die etwa 2300 Seelen zählt, um mindesten» Z4 Million Mark gestiegen ist, ohne daß Deckung dafür vorhanden ist. Darlehen wurden in großen Beträgen aufgenommen und rn die Bücher eingetragen, aber wo sie geblieben sind, ist nicht zu erfahren. Die Gemeinde soll lautend über alle weiteren Meststellungen unterrichtet-erden. Nach emem««trag de» Genossen Flatow über da» Thema: Wo« ist Sozialismus? meldete sich eine größere Anzahl M tglieder zur Partei. Luch für die Parteipreffe wurden Abonnenten ge- worden. üpetolmleii. Die Kri«g»prei»spetulanten haben sich derrechnet. Die noch Eingedeckten find heut« übel daran, denn di« Preis« purzeln oder zeigen doch Debwächeanwandlunzcn. Ein plötzlich.» Kriegsende hatten die meisten nicht gesehen, jeder Stapler hoffte noch, seine Ware rechtzeitig abzuschieben, viel« glaubten, die Friedcntnach- frag« würde di« Preise stabilisieren. Auch in Deutschland gab ei Theoretiker und Praktiker, die einen Prettstur» für unmöglich hielten. Dicke Bücher wurden zur Begründung dieser Ansicht geschrieben. Mau lese beispiel»«?»«. wa« Steinmann-BuSxr darüber gesagt hat. Die Leute haben sich getäu'cht. Wohl geht der Preitabbau nicht einh« llich vor sich, wohl sind Schwanlung n möglich, Preisinseln, je nach den örtlichen Bedingungen und nach anderen Spczialursachen. Aber die Tendenz nach unten ist un- verteunbar. Mi» Bei spiel: In den ncutvokn Ländern, intbesonder« in oen ti(K»twi«t)chrn Starcern, wa.en»> r avem.iu.icn- prcite bi» in unglauvi che Höhen geklettert. Erböbnngrü mh 1000 Ptez., ja um einige 1000 Proz. warm ke tre Lelirndr I. Sobald der Wastenftillstand unterzeichnet war. begann der Pr. i' iall. In wenigen Tagen ging am schwedischen Chemikalienmarkle der Prei» für kaustische Soda von 11 b» 12 Kronen aus 8 rl 7 Kronen, für kalzinierte Soda von 8 bi» 7 Kronen auf 4 Kr. SO Oer«, für kristall sierle Soda von 8 Kr. 50 Oere auf l Kr. 25 O»« pro Kilogramm zurück. Bor dem Dasfenstillstand be- zahlte man in Schweden für da» Kilogramm Leinöl 30 Krone», einige Tage später 12 bi» 14 ffr. Der Sa'miakprei» ging 8 b» 9 ffr. aus 4 Kr., der Prei» für Bromkalinm sogar von 80 Kr. airf 25 Kr. pro Kilogramm zurück. Ein« wahre Angst war in di» Händler»nd Fabrikanten gefahren. Alle Augenblick hatte n.an in Skandinavien neue chemische Fabriken errichtet. S»l>.r- ph«»phatsobriken. Sulfi:fabr»7en. Fabriken für medizinische Pcä- parate, Zellulosesabriken usw. Man glaub!«, sich unabhängig machen zu müssen und erhoffte nach dem Kriege einen rasenden Absatz. Aber jetzt zeigt sich, daß man sich verkalku irrt bat. Selbst tücht ge Kausleute sind blind gewesen. Kürzlich hat England die AuSsuhrverbole für über 130 Art kel ausg hoben. Darun'er iür wich'ige Chemikalien, w e Alkohol, denaturierten Spiritus, Glyzr- ein, Karbolsäure, Kreosot, Srbweie.I'äure. salp trig« Säure usw. St galt, schnell den Absatz zu sichern. Die chemische Industrie Skandinavien» hat nunmehr die AuSIandSlonkurreuz im Lan'«. Der Wettbewerb hat begonnen, und et fragt sich sehr, ob die vielen Neugründungen lebensfähig bleiben. Wahrsch.inlich w'rd sich zeigen, daß man übergründet Hot. Nicht nur in Skandinavien, sondern«uck in der Schweiz, in Spanen und in den Entente- ländern. Die schweizerische TranSportm ttel-Jnvustri« hak schwer« WettbewerbS'orgcn. Sie hatte sich aus einen stark» FriedeuSexport eingestellt und sieht nun d> Konkurrenz nahe», die ihr nicht nur den Absatz im Auslände, sondern auch im eigenen Land« streitig machen will. Rapid« ist auch der P re i» fa ll a m Schiffsmarkte. Die SchiffSvreife hatten sich im Krege verdoppelt, verdreitachl. ja nicht selten vervierfacht. Die ältesten Kästen wurden mit horrenden Summen bezahlt, e» gab keine morsche Planke mehr, d'e nicht ihren Käufer'and. Man riß sich um jede» Wrack. Da et nicht gelang, neue Baumethoden und Bauerfinduvgen schnell »nd massenhaft zu verwirklichen, griff man die ältesten Bestände an. ES wurden SchifsSperkautSgesellschaften gegründet, die un- geheure Geschäfte machten. Unternehmungen, die in wenigen Monaten da» Vielsache de» eingezahlten Kapital» ruukwirtsckaste- ten. Damit ist e» nun zu Ende, denn der Frachtenmarkt ist von Furcht besessen. Man hatte nicht nur in Deutschland d-e Frie- denStonnage unterschätzt. D e �'reinigten Staaten haben ei» Gewaltpropramm aufgestellt, sie wollen in verhältnismäßig kurzer Zeit 25 Millionen Tonnen haben und damit die größte Handelsflotte der Welt besitzen. Di« für KriegSlranSporte gecharterten Handelsschiffe müssen bald wicder, wen gskenS teilweise, für Frie» denSzweck« frei werden. Man hat mit äußerster Eneroi« gegen den U-Boot-Krieg gebaut, Hunderte neuer Werften sind in de» Enleitteländern und in den neutralen Ländern entstanden. Wohl rechnet man mit dem Güterhunger der Mittelmächte, aber ma» weiß, daß dieser Hunger nicht von heute auf morgen befriedigt wird. Daher erwartet man ein heftige» Sinken der Frachtratev und sähe wohl am liebsten die Errichtung eine? umfassenden Pool». Ueberhaupt sind internationale PreiSstabilifierungSbestrebunge» nicht ausgeschlossen. El ist durchaus möglich, daß da» Kapital sich gegen einen jähen Preisfall durch SyndikatSmaßnahmen gu sicher« suche. Solche Bestrebungen erleben wir jetzt schon am Gummi- markt und am Kaffecmarkt. Ter Gummimarkt ist in- folge Absatzüberschätzung in eine heftig« Krise geraten. An der Londoner Börse sind die Kurse der Gummiwerte seit Anfang diese» Jahre» fortwährend gesunken. Die Gummipflanzer in den Malaienstaaten, in Niederländ isch-Jndien und in anderen Gummi' gebieten haben wild darauf lo» gebaut und manche Plantagen haben ihre Anbauflächen verdoppelt und verdreifacht. Dem- entsprechend waren die Ernten ungeheuer groß. Die vereinigte» Staaten und England, die Hauptgummiabnehmer wäheend di» Kriege», hatten Einfuhrbeschränkungen erlassen. Die Gummi- Industrie strebte die Aufbebung dieser Beschränkungen an. e» ist ihr aber bi»her nicht gelungen. Auch erfüllten die Regierungt» England»»nd der Bereinigten Staaten die Preiserhöhung»' wünsche de» Gummianbaue« und der Gummi-Jndustrie nicht. J» der Generalversammlung der englischen Gummigesellschaften wurde in letzter Zeit bitter über die unzulänglichen Verkaufspreist geklagt. Man sann auf Abhilfe und schlug allerlei Erhöhung»- und Ltabilisierungsmaßnahmen vor. Einschränkung de» Anbau», Minimal- und Mar'malrreise, fe nach Qualität, internationalen Zusammenschluß zur Sicherung der finanziellen Erträgnisse. Bi» jetzt ist darau» noch nicht» geworden. Ebenso ist noch nicht» au» der Valorisation der brasilianischen Kasfeebestände geworden, die der Reoierung Brasiliens große Sorge macken. Man kennt sa diese Bevorschussungen auf die nicht absetzbaren Kasfeebestände des Staate? Sao Paulo, die dazu gedient haben und jetzt wiedrr dazu dienen sollen, die Finanzen de» Staate» zu retten und zwar durch Verteuerung de» Kaffee» bzw. durch Rationierung de» »Kaffeeabsatze»' am Wellmarkt, vor dem Kriege haben sich auch deutsche Firmen an dieser Vorteuerung eine» notwendigen Leben»- mittel» beteiligt, beispieUweise Bleichröder und Schröder Gebr. in Hamburg. Augenblicklich verhandeln die vereinigten Staaten wegen der valorisation. E» heißt, daß sie 100 Millionen Dollar geben wollen, aber dafür da» Absatzmonopol verlangen. Käme da» Geschäf, zustande, so würden die europäischen Kafsecpeeise von einem amerikanischen Konsortium diktiert werden. Sicherlich nicht im Jntcresie der Verbraucher, denn da» Konsortium will sich l« nicht nur die Zinsen and Provisionen für die Anleihe sichern, son- dern auch noch ein hübsche» Geschäft an« dem Kaffee-Berkaus machen. Es ist da» eil- Spekulationsgeschäft nach altem Muster. eine» der peinliche,, Ringgeschäfte, unter denen Teutschland im Frieden schon zu leiden halte. Da»Problemeinerinter- nationalen Preispolitik unter Kontrolle der Verbrauch«, Wied heute akut. Handelsmonopole beispiel»- weise, die von Au»lond«waren abhängig find, dürfen nicht Groß- spekulanten, Ringbildern, Boomleuten ausgesetzt werden. Sonst kommt e» zu einer BerbrauchSknebelung. die dem Wesen und de« Zweck de» Monopol» widerspricht. Rur eine Jniernationalisierung der Preise unter Volksaussicht, nach strengen Sozialgrundsätzen. kann eine solche Gefahr abwenden. Heute sucht da» Kapital noch Riesengeschäfte au» der Not zu machen. Da« darf in Zukunft nicht sein. E» darf nicht sein, daß Truslmagnaten den Lebensunterhalt der Arbeiter bestimmen. Es heißt nicht nur. die Ali«powerung innerhalb der Grenzen, sondern überhaupt die Auspowerung u»' möglich machen f D«loutn>orll>ch,r Kedokt-ur: St. 6. Nessrlepbe, Druck dor Ltud»vdr>i»«:el und S-rlagsgelelllchost Schissbau«, Pom» U. verlin Wilmerodo l« d».