Preis 10 Pfennig. Morgen-Ausgabe. Verl«««»«. Schiff»«nerd«»m l®n*. RmifWfcer; Amt fl«rkni SS8S imk?»»«. »Frelhell�»rschelnt zwei«»! tkzllch, morgeit» unb n.chinliloes,, betriizt bei freier bUIiellunz>n» Hau, für G oß-v«rlin«»natlich t Vi, b». Zufenbung ?>»r Streisbanb< VI. Für bi» Erlebiaun«»u»»i»rtig«r Leitellungen L»«rhiriye»infenbuni ber B»iu»»gebül,:«rf»rb«rl>ch.— Di».Zretheit ? in, ersten Ziachtr»? ber P»stiiIIunieIIst« fiir 1919«ingeiragen unb "n'i bei birektem Postbezuz ohne DesteSßebühr»«natlich 8 M Verlmer Organ «lpebitton: Fernfprecherr Am»»i.rbrn Il'O« Brrli««»«.«chifNunerb»»« l?i�. »er? Am» W.rben ll««7 anb HO«». Nns«r»»e besten bi* siedengespRlten,»iiNimeterzeile»ber beren Rom» 80?f.„Klein- Anzeigen- ba« feltgebruckt» Wer'«9 Vf., sebe»»eiler« Wart 15 Vf. D-uerungazuschiag 99 Progent. Bei ZemIIienaiizeioen unb Versammlungeankünbigungen»an Dewerbschafte« unb«alittfchen De» ganisatianen füllt ber Teuerungazuschlag farl. Inserate für bi- Margen» auagab» müssen bi» i Uhr abenb, am Tag» juaar, Inserat« für bi« Vachmittagaauagaba bi»»arm. 11 Uhr bei ber El»»bitia» ausgegeb«» fei«, der Unabhängigen SoMemolmilschen Partei SenWands �ahraanft l Freitag, den 6. Dezember 1918 Nummer 39 bayerns Forderungen und die Reichsregierung. "('«( neue kontere«! eer Sinzelftaakea. Berlin, st. Dezember. Drr bayerische«inisterprästdenl 'b«,, hatte der Steichbregierun« eine ezneuie flonfc- ,,nl ber b'u fcht« greift. ate« i» Jen« b»rg«sch.'«» deren Aufgabe e» fein s«Ste, ein» pragr-mmatisch« Kund- �"ng der ä»beren und inneren Palitik zu bereinbaren. in». Andere hi, Krage der Maiirnalaersammlung, der Besetzung im �bärtigen Amt unb ber«rtenbertfsentiichung zu regeln. Di« Reichsregierung hat darauf salgenbe»nttaort erteilt: '�er Wunsch ber bayerischri. Regierung auf Einberufung einer •"serenz ber Vertreter der bri'Kchen ftreisiaaten nach Jena nach eine« anderen zentral gelegenen Ort hat die Reich». Irring w ihrer heutigen Eltzung beschiftigt. wir sind zu kinmsttigen Veschlus- gelangt, ban der Einde- .'�ng einer falche. Ranferen, abzusetzen, Nach unserer Ansicht ke.n genügender Grund für � Zusammentritt tmrliegt Di» Ste'chkregieru.ig hat da» Programm ihrer Suberen und f�'ren in ihren Kundgebung-» festgesetzt. Di« erste �«lonferenz in Derlen bat sich mit ttzr auf den gleichen Stau». j ft«estelt Auch»n» deschtttiit»er Gedanke, datz ein enger �«Mmentzang, mischen der Rcichlrcgierung und den einzelnen "aalen geschaffen merden mutz.«» liegt un» feit einigen . hierzu«<- Vorsch!.»» Hreuien» ine, der gründlich geprüft wird, var einer«euregelung der Angelegenheit»erden ''wzelnen Etaaten Gelegenheit h-d-n. ihrerseil, Gtellung zu "ih»en , Die pakttischer A'ien de»lten Regime» stnd dan unb * �«rwehrvnp genomm-n, un» ist alle» geschehen. � Rvölikatianen au» d-n»rchiaen«it grünh.'ichcr Eorgfall �««creiten.»«gen der Reubesetzun» de»«uöwär- Am»«» wird im Krb'neit berateu. «stlSniase» 9i«ife». , �ir». st. Dezember. Der deutsch««oiksbeauftraste für au». �t'g« Angelegenheiten. Haas«. Sutzerte gestern zu dem«er- � Vertreter de».Reuen wiener Jaurnal»' auf berschieden« ��«rn. datz die Regierung erst nach Kichtun, de»«klenmaterial» �ng dazu nehmen»erde, ab die für den Krieg berant- «Ulichri, Persanen vor einen«ericht»haf ,u stellen � fcir Auslieferung Kaiser»ilhelm». ber nach der Abdankung Privatpersan fei. habe bi« Regierung nach � SteBung genommen. tai5�* ber«ngliederun,»- n t sch-O e ste r. .'ths an Deutschland kinn. erst durch die Rationaloersamm- C*«"�gültig gelöst»erden. Eine Kri'« innerHaitz de, Rate, r.» V«Il»beauftragte,' bestehe nicht,«einunzbb-rsch'edenhe.ten "'sher noch immer au»»«g!icken»arde». Eine Gefahr für *'««Mliftische Regierung seh« er nicht, b« die barhandenen «nstnerdalutianären Ttrimunzen nicht stark seien. Immerhin ??«««. borsichtig zu sein. Für den preutzischen«iliiari»mu» di»» freien sozialistischen Deutschland kein Platz, lleber �iuhrit Deuischen Reiche» sei zu sagen, datz all« Deile . Reiche, aufeinander angewiesen seken und deswegen ein SJlu«in,-in««t.aten der deutschen Republik verhindert «Lfse. Ein gespaltene« Deutschland würde auf der �nGk,nferenz eine beklagen»t»erte?Ul« spielen. Lle Vehlen zum bayerischen tandtas. stn.�0nche,, L. Dezember. Die Regierung de» Volks- Bayern Hot durch die K-rresp»ndcnz Hoffmann iii. � folgende Proklamation, an das bayensibe Volk ver- h»n� � lassen: Die Regierung des Bolksstaates Bayern rJ�nU hiermit, datz die Wahlen zum neuen boyeni�n Mag Sonntag den 12. Januar ISIS, st-ttfinden. Wohl- Mt'gt find alle männlichen und»eiblichen bayerischen tn Angehörigen, die am Tage der Wahl 1. da» �Lebensjahr zurückgelegt haben. V die bayensche�Staat»- riakeit besttzen. XuSgcnsmmen sind nur Sntmun- digte und solche. die die bürgerlichen Ehrenrechte sticht de» sitzen. Wählbar sind alle männlichen und weiblichen wähl- berechtigten bayerischen Staatsangehörigen, die das 2K. Lebensjahr zurückgelegt haben. Di« näheren Besiimmun- gen über die Wahl werden in der Wahlordnung getroffen. Keine Znlernlentni der Armee NsSensen. Berlin» 6. Dezember. Die Deutsche Waffenstill- stantzskommission hat durchzesetzt, datz oo« einer Int er- » i e r u u g der Heeresgruppe Mackrusen endgültig A b- stand grnominen wird. Die Rückführung der Truppe« in die Heimat wird mit der Bahn«nd zu Futz fortgesetzt. Eine grotzcre Anzahl von Formationen hat die deutsche Grenze bereits überschritten. Sßnffse Srled'gnng des Äkomollvenkirelt». Auf den Vermiltlungkvorschlag de» Etaatssekretär» Erz- berger— Ablieferung sämtlicher in Reparatur befindlicher Lakamotiven am 1. Februar unter voraulsetzung der Anrechnung ber van be» Fronzasen in veigien unb Rarbfrankreich erbeutete« Lakcmoiibe«— ha! Generalisfimn» Fach noch immer kein« Ant- wart erteilt- Au» Hiesem verhütten»nd au» Aeutzerungen der franzSsischen Presse sck.tp't man die Erwartung auf ein« günstige«rledignng ber für Deutschland leb-nJtaichti,«« Angelegenheit Zn'ammenWe w ZrsMsKWSi?. Praonschweig, 5. Dezember. Uebcr«inen Zwischenfall beim Einzug ber ö. Schwadron be» Husarcn-Reziment» Rr. 17 heute nachmittag erhalten wir foieend« Darstellung:«ine«borb- »onz bee Ratgarbisten hatte sich zu« Hauptbahnhaf bezebe«. «« mit ben Husaren über ba» Varantrazen einer ratanFahnezu»rrhanbcl». Diese»rrhanblungen scheiterten. Die Husaren zaee« ohne rot» Jahne vom Bahnhof ab.«!e be«b. sichtig:««, nicht durch be» vom Vi-blitnm»edilbet« Gpalier zu ziel-en. sondern wollte» durch die»!»n»« roitan. Da» ließen die «atiarbifte» nud sansiig» Orbuuno»man»schaft»» nicht ,n. Darauf kammanbierte' Oberleutnant Kamlah»ttacka. Al» sich bi««a.'gorbiste« den Aitacke reitanden Husaren ant»«««»- stellten, flclen van fettender Offiziere mehrere G ch ü f s». Di« Ratgarbisten unb Rtatroso««rwiberte« die Gchiiffe unb farderte» zugleich die Husaren auf, ab»usitzru. Die Husaren käme« birser Auffarbrrnng»everzsgiich nach. Ein Aachtmaifter stelte sich ,leichf«ll» seiner Abteilung entgegen«nb kammanbierte Absitze». Di» Abteilung kam diesem vefehl nach. Dabnrch würbe die Schwabe»» auleinanbergezage». Leiber«urbc ein breijShrigr» ftinb getötet unb et« Wann»arlrtzt. VeaonstceOsnen sßr die Kefl'ewng. Berli«, S. Dezember. Um dem»erücht entgezenzu- treten dcitz Abteilungen der Gardefunker und Garbefern- spreche? die Leibgarde Liebknecht» bilden sollten, zogen, wie „Der Xbenb" meldet, heute starke Tri'vpenzüge von Garde- funkern und Gardesernsprechern demonstrierend durch die Stadt und am Reichstage vorbei unter vorantragung von Schildern mit der aufschrist:„Nur für die neu- Regie- rungl"„Geschlosien für Sbert-Haase!"«ei ber Begegnung mit etwa 2tXX1 au« dem Zirkus Busch kommenden Unter- »fsizieren fand ein« stürmische kameradschaftlich« Be- grützung statt. Kßltrltt des VberprWdsnleR m SchZssAig- Hslftew. Wie un» nutz Kiel gemeldet wird, tcibsichtigt, der Obrrpräsident der Provinz Schlcswig-Holstrin. Herr !st o l t k«. in den Ruhestand zu treten. Herr i Moltk« war bekanntlich früher preutzischer JUnister des. Innern. Es wird letzt darauf ankommen, an seine Stelle einen Mann zu setzen, der di« verwaituna der Provinz im Sinne! ber jetzigen Regierung und im Geist, der neuen Zeit leitet. I Volksverral der Palriolen. In drei Riesenversammlunge» nahm, wie bereit« gg» meldet, die Kölner Zentrmnspartei«ach Referaten führen- der Parteimänner Resolutionen an. in denen zur Protla- mierung einer„zum Deutschen Reich gehörenden seWändi« gen rheinisch-westfälischen Republik" aufgefordert wird. Es ist die aufforderunq zur Lockerung des deutsch«» Staatsverbanbe», ein erster Schritt zur LoS� l ö s u n g vom Reiche, b?r hier gemacht wird, auch wem» die Resolution noch vorsichtig betont, datz die künftig« rheinisch-westfälisch« Republik zum Reich gehören solle. Auch im Süden Deutschlands, in Bayern, ferner im Norbweste» nutz in Schlesien haben sich Tendenzen bemerkbar gemacht, die auf eine Absonderunq hinzielen, und man wußte seit längerem, daß in Rheinland und Westfalen eine leh- hafte Agitation auf Schaffung einer selbständigen Repnbli? au» jenen Gebieten getrieben wurde. Aber mit solcher Eni» schiedenheit, van so einflußreichen Kreisen wurd« die Forde- rung noch nicht erhoben. Es handelt sich, wie die Kölner Befchlllsie beweise«. durchaus um ein Berlangen der Bourgeoisie, derselben Bourgeoisie, die bis vor kurzem sich gar nicht genug tun konnte, di? Notwendigkeit der festen Einheit und Geschiosien» heit Deutschland» zu betonen, die jeden als Verräter anzu- prangern suchte, der den„Bestand de» Deutschen Reiches" nicht als unantastbare» Heiligtum anerkennen wollte. Jetzt ist sie drauf und dran, große, unersetzbare Stücke diese» Reiche« herauszuschneiden und— alle schönen Phrasen können nicht darüber hinwegtäuschen— auf Kosten der llbri- aen Teile in die Hanb oder wenigsten» in die Einfluß- »phare der G?qn?r binüberzuschieben. „In der Erkenntnis der völligen Unmöglichkeit, in Be» lin jetzt eine geordnete Regierung zu schaffen", erklären di» würdigen Kölner Zentrumsmannen sich gezwungen zu sehen, ihre Sache selbst in die Hand zu nehmen. Berlage- nes Netuel Tie Regierung in Berlin hält die Zügel fest i« der Hand unausgesetzt ist sie an der Arbeit, für ein geois« nete» Funktionieren de» Wirtschaftslebens- zu sorgen, und wenn ibr Bemühen nicht immer unb überall den vollen und gewünschten Erfolg hat. so mögen sich die Herren, die sen, Resolution entwarfen, vor allen Dingen bei denen bedanken. die— mit ihrer getreuen Unterstützung— mit diesem Krieg und ihrer Kriegspolitik den furchtbaren Zusammenbruch herbeiführten unb damit den Machthabern von beute eine Erbschaft von Trümmerhaufen hinterließen. Gewiß, auch an» ber Umgestaltung der alten Verhaltnisf« erwachsen«ckiwierigkeiten. der neue Apparat von Behörden und Körperschaften, ber jetzt die Leitung und Verwaltun» übernommen hat funktioniert nicht reibungslos, es fehlt nicht an Hemmungen, di? au» der revolutionären Bewegung selbst der Repierungsarbeit entstehen. Aber nur ein Fälscher kann behaupten, daß etwa alle« dninter drüber ginge und daß eine„geochnete Regierung" von Berlin au» unmöglich wäre. Man meint im Grunde aber auch etwa» ganz andere». Wa« man möchte und von Berlin nicht erwarten kann, da» ist«in« Regierung, die die Dinge so ordnet, wie die Interessen jener Bourgeoisie e» verlangen. Man fürchtet di» Dvzialisierung. Darüber konnte nie ein Zweifel bestehen, daß sie einzusetzen haben würde bei de« Kohlenbergwerken und bei der Tchtverindustrie. im besandcre« den Rüsiungkbetrieben. Also just bei jenen Untklnehmungen. die vornehmlich in Rbeinlanb und Westfalen ihren Sitz haben. So erklärt es sich, daß gerade in diesen Gebieten eine zwar versteckte, heimliche, aber um so intensivere Aai- tation einsetzte, die dahin ging, da» Land dem Machtbereich der neuen,'oziglisti'ch orientierten Regierung Deutschland» zu entziehen. Man fürchtet darüber hinau» die Steuerlasten. die nach dem Kr-ege Teutschland zu tragen baden wird. Die Angst var ihrem Druck hat auch weit über die Kreise der Schwerindustrie hinan» dahin gewirkt, den Wunsch nach einer Loslosung au« dem deutschen Staatsvtibande und «omogltch nach einem Anschluß an Frankreich lebendig wer- den zu lassen. Dieselben Leute, die von PatriatiSmu» und Opfermut Überflossen, solange es auf Kosten anderer am? jBlTet fiye KostenzaHlliW zunÄM berief(Tt werden konnle. Ftefe Jelbn; Lcute haben iebt, wo das Portemonnaie bedroht !»lrd, nicht? Eiliacres?u tun, als ihrem„aeliebten Vater- land" den Rücken zu kehren. Dazu komm«» die Machtinteressen des Kle- tu B. Wenn Kirche und Staat voneinander getrennt werden, verliert er nicht nur einen wesentlichen Teil �ciner materiel- ien Hilfsmittel, er verliert vor allem auch zahlreiche Mög- kichkeiten, die staatlick>e Gewalt seinen Zwecken dienstbar zu machen, so, um nur dieses zu nennen, die Bebercichuna der Schulen' Dem„Volke" freilich stellt man die Sache anders bar. Ihm lügt man vor, daß die Trenn«»« von Kirche und Staat Unterdrückung der Kirche bedeuten würde, Behinde- runa der Freiheit des einzelnen, sich nach seinem Glauben »u betätigen und seine Kinder nach seinem Wunsch« religiös «u erziehen. Damit macht man die kleinbürgerlichen und ländlichen Massen mobil für einen Kampf, der im Grunde nur geführt wird für die HerrschaftSansprüche des Klerus, lein dringendes Begehren, die Massen in Abhängigkeit von sich zu halten. Hier liegen die eigentlichen Wurzeln der Agitation auf Loslösung vom Reiche. Nichts als unwürdige Heuchelei ist es, wenn man fiatt dessen van' der in Berlin herrschenden Unordnung spricht. Bis vor kurzem war es die zögernde Haltung der Regierung in der Frag? der Nationalversammlung, jetzt, nachdem die Regierung stch für eine baldige Einberufung der Nationalversammlung entschlossen hat, ist eS die„Un- Möglichkeit, in Berlin eine geordnete Regierung zu schaffen". Verwände, nichts als elende Vorwände für di? Absichten, W man hegll Von Rheinland und Westfalen aus will man„den Wiederaufbau eines neuen deutschen Staatswesens aus- nehmen". Wirklich? Von Rheinland und Westsalen aus möchte man die Gegenrevolution organisie- ?en und das sozial! st is che Regiment nieder- schlagen lassen! Gelingt es.nicht, so wird man nach diesem Deutschland nichts mehr fragen, wird seine Wirt- schastlichen Zusammenhänge zerreißen, wird seinen Körper unfähig machen, noch weiter zu lebm, indem man ihm»n- entbehrliche Glieder, wichtigste Provinzen hermiLreifit. Wunderbar wahrlich bewährt sich der Patriotismus dieser Leute I Und die bürgerliche Presse in Berlin und anderswo spannt sich willig mit vor ihren Wagen. Zetert mit üher die„Verhältnisse in der Regierung", die Nheinland und Bayern und Schlesien„zum Abfall triehcn", und wie die Redensarten sonst noch heißen mögen. Warum auch nicht! Man hat ja ein ebenso dringendes Interesse daran den Machthabern von beute Schwierigkeiten zu be- leiten und sie, wenn möglich, zum Sturz zu bringen. Aber eswirdibnen nichtsoleichtgelingen. Die Masten der Arbeiter werden sich so leicht nicht täuschen «nd einfangen lassen. Und auch die Arbeiter'N Rheinland «und Westfalen werden nicht mitmachen. Ihr gesunder Sinn wird erkennen, was dem Geschrei der Prozempatrioten zu- «runde liegt. Ihr Gebaren wird sie nur mit neuer Eni- rüstung über den Charakter dieser heuchlerischen Bourgeoisie erfüllen, und sie werden alles tun, um ihre Pläne zu der- eiteln.\ So wird nur bleiben eine neue Offenbarung über den wahren Charakter scncr Leute, die heute um ihrer Profit- interesten willen auf Deutschland und die deutsche Einheit ipfdien, während sie gestern sich nicht genug tun konnten. Au singen:„Teutschland. Deutschland über alles, über alles ia der Welt!" Der Hunger vor der Tür. ES ist schon wiederholt auf die ernste Lage unserer Er- nährungswirtichaft hingewiesen worden. Wie bedeckklich die Eituotion tatsächlich ist, das geht erneut aus einer Denk- schrift hervor, die das Reichsernährungsamt an das AuS- wärtige Amt gerichtet hat. Die„Voss. �!tg." veröffentlicht «inen Auszug aus dieser Note. Er beweist, daß unsere Er- nährungSwirtschaft tatsächlich vor dem Zusammenbruch steht. So heißt es in der Denkschrift u. a.: Das Rückgrat unserer ganzen KriegSernährungswirtschaft bil- dete bisher die Versorgung mit Brotgetreide und Kartoffeln. In- folge der Brippe, der Unruhen und der Arbeitseinstellung der skriegsgcfanzeiien usw. ist ein erheblicher Teil unserer Kar- t o f f e l e r n t e in der Erde geblieben und durch den frühen Frost vernichtet worden. Hinzu kämmt die ungeheure TranSportkrste, die ebenfalls dazu beigetragen bat. daß unsere Kartoffelvorräte nicht ordnungsgemäß haben eingewintert werden können. Die Folge dabon ist, daß die Hauptwohnbezirke nur noch für wenige Wochen mit Vorräien versorgt sind und nennenswerte Zufuhren nicht mehr erwarten können. Ein Durchhalten der vor- gesehenen Kartofkelration erscheint daher schon heute vollkommen ausgeschlossen, und höchstens die Hälfte der Ration wird allgemein ausgegeben werden können. Tie Getreideversorgung war nach der verfrühte» Inanspruchnahme der diesjährigen einheimischen Ernte in erheb- Uchem Mäße auf Zufuhren au» dem Bisten eingestellt. Infolge de» Fortfalle» dirser Zufuhren hat sich die Lage der ReichSgetreide- stelle derart ungünstig gestaltet, daß ihre Lagerbeständenur noch bis z u in 7. Februar ISIS reichen und auch dann nur, wenn die täglichen Zuluhren in gleicher Höhe wie im Bor- jähr erfolgen. Des erscheint aber nach Lage der TranSportver- Hällnisse völlig auögeschlcssen. Nach dem 7. Februar würde sich also günstigenfalls nur eine Tageskopfration von Sll Gramm Mehl, d. h. ein Drittel der gegenwärtigen Ration, verteilen lasten. Diese Lage bessert sich auch dann nicht wesentlich, wenn die seit dem l. Dezember zugestandene Erhöhung der Brotration wieder rückgängig gemacht wird, waS au» technischen Gründen kaum vor dem t. Januar möglich sein würde. Hierbei ist zu bemerken, daß die Erhöhung der Brotration seinerzeit ld. h noch vor der Revolution von der alten Regierung) ausschließlich ou» politischen Gründen erfolgt ist. Sehr trübe sieht es auch um die Aussichten unserer Fett- und Fleischversorgung au», da namentlich das Durch- halten der Fettwirtschaft auf die Zufuhren der in Rußland an- gekauften Oclsaaten eingestellt war. Dies« Borröte sind»atur- oeinafe nickt mehr abtransportiert worden. Die einheimische Fett. Wirtschaft gestattet deshalb nach dem völligen Zusammenbruch der Milchwirtstbaft nur noch einen WirtschastSplan b>» gt"ß l. April Bi» zu diesem Tage steht auS der möglichen Aufbringung a« Milchsett und an» der Margarineerzeugmij} nur noch ei« Tage»- topssatz von 8,3 Gramm zur Verfügung. Die Aleischration, die für de» größien Teil der versorgungSberechtigten Bevölkerung mir noch «Ine Wochenkopfmenge von IVO Gramm vorsieht, kann auch nur unter Zuhilfenahme ganz beträchtlicher Zufuhr«,, aufrecht erhalten werden. Lbne solche Zufuhren ist jedenfalls mit einer starten Herabsetzung aller wichtigen LebenSmittelrationSsätze svätei»S»Z Suwng Februar zu rechne», iSo» dg« d-tzeut«?»üsbfc geht fro« MI herSof, IaH nTS&m» Set AShriveri,(ti heu?» schon nur noch ein Dri.tel de» normalen DurchschnittSnährwertS darstellt, auf etwa die Hälfte de» gegenwärtigen Nährwerte» herabsinken würde. Diese Tolsache würde ein langsame», aber sichere» verhungern bedeuten. Die Note schließt mit dem Hinwei», daß die Sterblichkeit in Deutschland in der KriegS-eit und insbesondere in den letzte» Jahren in crsckweckeiidem Umfang zugenommen hat. Bereits im Jahre lgn sind in Deutschland von je tausend Lebenden gleichen Alicrö mehr als vor dem Kriege gestorben: im ersten Lebensjahre 8,7 v. H., im Alter von 1— ü Jähren 19,6 v. H., im Alier von 7g Jahren und darüber 33.4 v. H. Noch fürchterlicher gefteigerl hat sick> die Sterblichkeit an Tuberkulose. Sie ist bei se lgO)g Einwohnern von lö,7 auf 31,7 v. H. gestiegen. Allein in den 230 deutschen Orten mit mehr als 16 000 Einwohnern sind im Jahre 1818 43 820 Petfonen mehr an Tuberkulose gestorben als im Jahre 1813. Es ist eine unverantwortliche Schuld der durch die Revolution gestürzten Mo cht- da der, daß sie es bis zu einer solchen Eljchöpsung Deutschlands cm Lebensmitteln haben kommen lassen. Aber es führt nickst weiter, jetzt nur die Verantwortlichen anzu- klagen, so wenig das übergangen werden darf. Es muß auch noch Wegen gesucht werden, um über die entsetzliche Not herauszukommen. In erster Linie richten sich da die Augen auf die Entente und Amerika. Vielfach hegt man dort, auch in den maßgebenden Kreisen, die Auffassung, daß die Schtvie- rigfeiten in Deutschland gar nicht so groß seien. Die ßfjön- 'ärberischen Berichte des alten Regimes haben das ihrige dazu beigetragen, diese Meinung großzuziehen. Hoffentlich gelingt es nunmehr, diesen Irrwahn zu zerstören und Ver- einbarungen zu treffen, die das deutsche Volk, das für die Sünden des alte» Regiments nicht verantwortlich ist, vor dem Hunger zu bewahren. Um die Oeffnung der Blockade zu erleichtern, muß überdies alles versucht werden, möglichst rasch zu einem Vorfrieden zu kommen. Ferner ist es nötig, daß im Innern des Landes alles getan wird, um die vorhandenen Vorräte möglichst rationell zu verteilen und auszunutzen. Es werden eben setzt neue Maßnahmen gegen den Schleichhandel an- gekündigt. Sie müssen energisch durchgeführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. ES darf aber auch mckt durch unbesonnene Arbeitsniederlegungen und Transport st örungen die NahrungSmittelverloraung gefährdet werden. Im„Vorwärts" veröffentlicht Robert Schmidt einen Aufsatz mit lebhaften Klagen über Versuche mancher Arbeiter- und Soldatenräte, selbstherrlich in die Maßnahmen der Reichsbehörden im Interesse der Volks- ernäbrung einzugreifen, die Ausfuhr zu sperren. Züge mit Nahrungsmitteln aufzuhalten, die Ausbesserung von Schis- fen zu verzögern, um einen Druck aus Berlin auszuüben, usw. Sollten dies? Klaaen berechtigt sein, so wäre ein der- artiges Verhalten der Räte sehr zu bedauern. Jeder muß sich jetzt als Glied de? Ganzen fühlen und muß gegebenenfalls seine eigenen Interessen vor denen der Allgemeinheit zurück st eilen. Nur dann ist es möglich, das Schlimmste zu verhüten? ErliSmngeu des Ex-Ürouprinzeu. Ein Korrespondent der Associated Preß hatte am Montag auf Wieringen ein« längere Unterhaltung mit dem Sx- krön Prinzen, der u a. fokgenbcS erklärte:.Ich habe auf nichts verzichtet! Ich habe kein einziges Dokument unterzeichnet. Aber sollte die deutsche Regierung die Errichtung einer Republik nach Art von Amerika und Frankreich beschließen, dann werde ich ganz zufrieden sein, als einfacher Bürger nach Deutschland zurückkehren zu können und ich werde bereit sein, alle» zu tun, um meinem Lande beizustehen." Auf die Frage de» Korrespondenten, waS er al» Wende- Punkt des Kriege» angeschen habe, sagte der Kronprinz:.Ich hielt unser« Position für hoffnungslos nach der Schlacht an der Marne, die wir nicht verloren hätten, wenn die Chefs de» Generalstabes nicht nervös geworden wären. Ich versuchte den Gcncraljtab zu überzeugen, damals Frieden zu schließen, selbst auf Kosten von großen Opfern, wobei ich selbst soweit gehen wollte, Elsaß-Loth- ringen aufzugeben. Man sagte mir jedoch, daß ich mich um meine eigenen Sacheo kümmern sollte und meine Tätigkeit auf Anführung meiner Armee beschränken müßte." Ueber den Beginn de, Kriege» äußerte sich der Kronprinz: „Entgegen allen Behauptungen, die bisher im Auslände der- breitet worden sind, erkläre ich. daß ich d e n K r i e g n i e m a l« gewollt und den Augeublick für sehr ungünstig gehalten habe. Bon Anfang an war ich der Ueberzeugung, daß England am Kriege teilnehmen wJrde, aber Prinz Heinrich und andere Mitglieder meiner Famicie tetlten diese Meinung nicht." Der Kronprinz sprach mct großer Erbitterung über die Arbeit de» GeneralstabcS, der wie er behauptete, für eine große Anzahl Fehler, u. a. für die Märzofsensive in diesem Jahre, welche er gegen seine eigene Ueberzeugung habe unternehmen müssen, ver- antwortlich sei. Er, der Kronprinz, sei gezwungen gewesen, zn gehorchen. Der Kronprinz betonte, daß Ludendorsf die Haupttriebfeder der KriegSaktion Teutschland« gewesen sei, wäh- rend Hindenburg nur als„Paradepserd" fungierte. Ludendorfs und sein Stab hätten andauernd die Stärke de» Feindes unter- schätzt und hätten niemals geglaubt, daß Amerikas Truppcnhilfe so groß sein würde, wie sie in Wirklickkeit geworden ist. Ter Kronprinz bemerkte noch, ein Bewunderer Wilson? zu sein, der »och seiner festen Ueberzeugung einen Frieden de» Recht» für da» deutsche Volk zustondebrmgen werde. Jetzt möchten sie c» alle nicht gewesen sein. Immerhin kommt bei diesen Versuchen, sich reinzuwaschen, manche» berau». was nicht uninteressant ist. So ist die Darstellung de» ehemaligen Krön- Prinzen über die Haltung de» Prinzen Heinrich und andererFamilienmitglieder de» Hansel Hohenzollern im Sommer 1814 wertvoll al» Bcwei« dafür, wie man in diesen Kreisen tatsächlich damals den Krieg gewollt und auch in allerg Einzelheiten erwogen hat. Ob der Kronprinz wirklich nach der Marncschlacht auf«inen Frieden hingedrängt hat, muß dahin- gestellt bleiben. Trifft es zu, daß er dabei sogar zur Aufgabe El- saß-LothringenS bereit war. so wirft da» ein bezeichnendes Schlag- licht auf all jene offiziellen und offiziösen Au». lassungen, die Elsaß-Lothringen al» unantast- bare» Gut erklärten und jedem zum Vaterlandsverräter brandmarken wollten, der auch nur den Gedanken einer Volk». abftimmung in Slsaß-Lothringen propagierte. Auf die Rückkehr.al» einfacher Bürger" wird Friedrich WUbelm von Hohenzollern wohl verzichten müssen. Denn r» ist nicht die Absicht der neue» Machthaber m Deutschland hier ein« SlepubM nach der Art Sei heutigen Frankreich oder der einigten Staaten auszurichten,.uso eine kapitalistische Repu� P sondern wir wollen eine sozialistische Republi j Tarin wird aber, wie vor ehemalige Kronprinz selbst we»' wenig Gelegenheit für ihn se'n, sich.angemessen" zu betätigen von Erzdergers SSt�keU. Die italienische Presse beschäftigt sich gegenwärtig efo gehend mit dem bevorstehenden HochverralSpcozeß BJJ' C a va ll i n i und Genossen, in welckem auch die 5m I Herrn Erzberger» zur Sprache kommen wird. batte, wie die»Köln. Ztg." bericktet, der Ingen''". Lorenz» d'Adda längere Unterredungen mit EK b e r g e r, dem Staatssekretär von Jagow und dem Po» zen Heinrich bezüglich eine» Sonverfrie'denz Deuts � l a n d S mit Frankreich und reichte hierüber am 18 April l015 Sonnino eine Denkschrift ein. Diese Denkschrift wird nun»l* der„Epoca" veröffentlicht. AuS ihr ist zu ersehen, daß ErzbttS? dem genannten Ingenieur den Auftrag erteilte, in Paris die p«'"! tischen Stellen z» sondieren über ihre Bereitwilligkeit, einen S»» derfrieden mit Deutschland zu schließen..Sie können in Pa!» sagen," erkläre Erzberger dem Ingenieur,„daß Deutschland bere» ist. Elsaß-Lothringen an Frankreich abzutreten unter d» Bedingung, daß Frankreich das Höh ei tSrecht Deutl� landS über Belgien anerkennt." Al» der Ingenieur hies*« einwarf, daß diese Absicht Deutschlands. Belgien zu behalten, ein� Frieden unmöglich machen werde, antwortete Erzberg� ,Wir fönten eher Bcrnn unfern Feinden ausliefern, eis wieder herausgeben. Belgien ist un» nötig gegenüber England denn wir müssen an die Zukunft denken." Später kam W berger mit dem Ingenieur d'Adda und einer andern bedeutend Persönlichkeit, von der die Blätter glauben, daß eS B o l o P a war, wieder in Zürich zusammen und wiederholte seinen Stand Punkt bezüglich Belgien». So weit der Bericht. Herr Erzberger, der sich so sehr& Belgien bemühie, ist jedenfalls der geeignetste Unterhändler' � dessen Mitwirkung nicht verzichtet werden kann. huso Akm und Alfred Weber. In den Auteinandersedungen zwischen Prof. Alfred Be�' und Hugo Stinne» hat jetzt w eder der letztere das Wort e? griffen. Auf die Anfragen Professor Weber», in wessen Aufsi� er denn als Vertreter d-s deutschen Bolle» in Spaa verband habe und welche Garantien vorlägen, daß die von ihm behaut tetcn Milderungen de» SBarenstillstand» Gegenstand seiner Handlungen mit der En' nie gewesen wären, antwortet er einem beinahe schon nicht mehr qualifizierbaren Tone: „Statt Unterlage-- kür Ihre»nwabr-n Bebauptunge«? Zirkus Busch beizubring-m, richten Sie zwei Anfragen an deren erste Sie rechtzeitig an die deutsche Regierung bä� richten tollen, wen» Sie sich durch meine Tätigkeit in beschwert fühlten, und deren zweite eine so»nanständ� Unterstellung enthält, daß ich dmauf nicht weiter eingehe,-r Sie für Ihre leichtfertigen, unwahren Behauptungen keinel' Unterlagen oder Entschuldigungen beigebracht haben, so R' ich fest, daß Sie ein Verleumder und Ehr»* schneid.«? sind, der gemeine Lügen verbret� Hugo Stinne?" Schimpfereien sind noch keine überzeugenden Argum Herr Stinne» täte gut, den Mund nicht gar zu voll zu neb>*s E» ließe sich am Ende doch manche» anführen, was seine Tötj keit in recht eigenartigem Lichte erscheinen läßt. Zunächst w" wir indessen dem Herrn Prof. Weber da» Wort. Eine Erklärung Vrosefsot Försters. Der bayerische Gesandte in der Schweiz, Prof. Förste telegrayhiert im» au» München:>z Der Herr Gesandte Dr. Mückle hat Ihnen mitgeteilt.' hätte versichert, daß die Veräfsentlichung von Allen zur Bfy, tchichte des Kriege» besänftigend auf Clemenceau wir'ß werde. Auch diese Formulierung geht auf«in Mißverständn zurück. In meinen Berichten au» der Schweiz habe ich wich irgend einer Einwirkung auf d>« Peron Clemenceau» in tcinß Weise beschäftigt, sondern nur von dem allgemeinen Ungla.� an den Durchbruch eine» neuen CV'isteZ in Deutschtand gesorock� Dieser Unglaube werde wohl erst dann verschwinden, wenn n-j deutsche Volk gründlich über die wabre Vorgeschichte de» Kriniw unterrichtet werde. Dem vier Jahre systematisch irregesühr� deutschen Volke müsse AufKärung werden, in wie große« fange die Anklagen der Gegner berechtigt seien. Am den Termin für die Na?ionzlra?swch!el!. Die Festsetzung de» Termin» für die Wahlen zur Nation� Versammlung schein! manchen Kreisen noch immer zu spät. � überreichte unter dring! chster Befürwortung da» Direkt' r i u m de» F e i st a a t e S Oldenburg einen vom old«� burgischen Landtag einstimmig angenommenen Antrag auf setzung der NationalversammIungS-Wahlen in kürze st* Frist, damit da» öfsenttiche Leben in Deutschland wieder� gesetzliche Bahnen gelenkt und eine Vertretung geschaffen wernf' die berechtigt sei, für Deutschland Frieden zu schließen, ibent hält der StaalSrat fü r Anhalt den 16. Februar für r spät und empfiehlt, durch Ablnrzimg der Fristen und verein fachte Vorschriften die Wahl spätesten» biö Mitte 3" n u a r zu ermöglichen, da eine Hinausschiebung die Rechissi� heit gefährde und die FnedenSshwierigleiten erhöhe. Auch die Stadtverordnetenversammlung' Köln fordert eine frühere als die vorgeschlagene Festsetzung n« Wahlen, und eine Reibe von KandeiSiammern ließ ß'e.vL Wünsche hören. Mit bürgerlichen Rufern vereint sich lich auch die.Sozialistische Korrespoi.den j".* eine Abhaltung der Wahlen am 18. Januar verlangt,. auch da» Reichvamt de» Innern die Einhaltung diese» Terwin' diese» Termins für möglich«rklärt habe. Ei« merlwSrdlger Arbelkerrat. An» wird mitgeteilt, daß der Srbeitcrrat von Lübb�n zu' seine» Mitgliedern einen Zigarrenfabrikanten und Komm�' zienrat. einen Rittergutsbesitzer und Rittmeister d. L., danebn einen Gerberekbesitzer. einen Sckuhmachermeister und ni»� Kürschnermeister zählt. Lübbe» ist ein Ort ohne bedeuten ArbeiterschaI. Denn die nicht zu», Proletariat zählenden Te' der Bevölkerung auch einen„Rat" zur W-ihrung ihrer essen wählen, so läßt sich dagegen nicht« einwenden. ES ßC.f jedoch nicht an, daß sich so etwa« al»„Arbciterrat" bezeich'"' und aufspie't. Die Herren würden e» sicher sehr ubeluehin� wenn man ihnen den Vorwurf bewußter Täuschung der OriKl'., lichkeit machen wollte, und doch sscht der Porgang solcher Ta schuug recht ähnlich Sitzimg des SoldatMals. »..�er P'enorsaal de« R«ich«tage, ist �nbunen. Bam Bollzugsrat sind u. »lo.krnbuhr und Tohen-Reu� voll beseht, ebenso die a. ansxsend Patsche, Vorsitzender B o t« s ch l i n F eröffnet die Bureau gibt zu Beginn eine SrklSrung ab. die Sitzung Da« i B,u, au»jcu«"» eine vrcuarung ao, Die sich auf die in °rn Tagc»zei.un�en wiederholt erschienenen Veröffentlichungen �kZ�hl, wonach d«e Toldotenräte Grah-Berlin« neben ihrer fest- Zkictz'cn Löhnung namhafte Txtraentschädigungen bezögen. «tm,,egenüber weist da» Bureau daraus hin. dah die Toldaten- rate Groh-Derlin» keinerlei Gehalt bezogen bälten. Erst durch eine Berfiigung vor wenigen Tagen ist den Toldatenräten eine «uiwandsentschädigung von S Ä. täglich zugesprochen worden. Oeffentlichkeit möge die Soldatenräte und ihr aewählte? �ureau auch nicht hinsichilich der baren Bezüge mit dem Boll- augsrot verwechseln. Der Bericht wird ohne Debatte angenommen. .. zweit« Punkt der Tagesordnung betrifft die ilu«- s ch u w a h l e n. Et entspinnt sich eine sebr lange Debatte über h-Ü,?"*111®,. �r drei Kommissionen zur Entlastung de« Büro« orub.agt. Tinige bieduer treten mit Nachdruck dafür ein, keine blonderen Kommissionen einzusetzen, um nicht in den bekannten r• mCt Arbeiten de« ehemaligen Reichstag« zu verfallen. Der �°ri. G o t t s ck l i n g löst die Frage, indem er porschlägt, einen «lncntauSschusi von etwa IS Mitgliedern zu bilden, der die lnzelnen Anträge vereinigt und in kristallisierter Form vor die »-rnarsitzung zu bringen hat. .. Bertreter der Sroß-Berliner Kriegsgericht« teill mit. aR sich ein Ausschuß von droi KriegSgerichtSraten und drei «ewmtxti gebildet habe, zu dem der Eoldatenrat seincr'eit« drei fitere Mitglieder zu delegieren Hab«. Dieser Ausschuß if"* sich vor allem zur Ausgabe gemacht, die von der »secilerung bereit« geriBPgk nere RilitärgerichtZordnung sofort tnzusühren und die erforderlichen Aussührungibestimmungeu i" erlassen. Gen. S l b r e ch t fv. T. P.®.) weist auf die Notwendigkeit ein Bindoalied zwischen dem Vollzugsausschuß und den �»ldatenräten Groß-Berlin» zu. schaffen. � Der Antrag auf eine ISgliedrig« Kommission wird ein- wwmig angenommen Tin weiterer Antra-, der den Vollzug?- *a' um Aufklärung über die Zeitungsnachricht ersucht, wonach is>ncrbo!b zwei Woch.n 8 0 M llionen Vtitl von den A.» und «-»Räten verbraucht worden se.en, wird vorläufig zurückgestellt. . Tn einer außerordentlich gedehnten und zeitraubenden De» �tte wird über die zu wählenden lb Mitglieder de» beschlossenen "USschulfos diskutiert. Mitten darin wird ein Antrag R o t st e i n �genommen, wonach nur solche Saldatenräie al« Mitglieder de« »"»LzugSrat?» oder irgendeine« Bureau» desselben boraeschlaa-en »'trden dürfen, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu dem bis- �ngen BollgugSrat sieben. Al» dieser Beschluß nachträglich von wehrcren Rednern, u. a. von C o b e n- Reuß lebhaft angegriffen er nachträglich durch folgende Interpretation ergänzt: »'«er mit einem VertrauenSamr betraut wird und in irgendeinem «nfteiiungkverbältnis zum BollzugSrat steht, hat die« vorher zu krllären. Hat die Versammlung trotzdem da« Vertrauen zu ihm, l�wird er gewählt." Inzwischen bat sich die Wahl der 1b Mit. wieder der neuen Kommission, ebenso wie di« Wahl der drei Mit« Glieder des Toldatenrate« für die SierichtSkommission vollzogen. Al» nächster«unkt der Tagesordnung folgt ein Dringlichkeit?. «ntrag. betreffend ein Wahlreglement zu den Toi. "tenratSwahlen." das vom VollzngSrnt ausgearbeitet durde. ES entspinnt sich eine zum Teil sehr lebhafte und erregte Chatte über die Wahlberechtigung der Offiziere bnd der militärischen Beamten mit Offizier». ?ang. Während einige Redner darauf hinweisen, daß es Pflicht neuen demokratischen Republik fei. den Offizieren sowsbl ?es aktive wie passiv: Wahlrecht zu geben, ermahnt der Vors. ?ortschling die Versammlung, nicht wieder in den alten Rdler ztrückzuverfallen, den konterrevolutionär gesinnten Offi» /'kren. die fetzt den Soldaten nach dem Mund« reden, zu M-cht Md Ein'luß zu verhelfen. Die Offizier« sind eine Ge. '�hr für unsere R-evolution; denn von ihnen gehen wle Bewegungen aus, die sich gegen un» richten.(Begeisterte «ustimmung.t � In der Abstimmung wird den Offizieren da« aktive Wahlrecht civstimmiz zugebilligt, da» vafsivr Wahlrecht wird ihnen �>t großer Mehrheit versagt. Die Versammlung nimmt diese« Wulmi mit großem Beiiall aus. In gleichem Sinne wird über aktive und passive Wahlrecht der Militärbcamten mit Offi- wersrang beschlossen, worauf einer der Delegierten, der Offizier». �sng besitzt, in etwas demonstrativer Form und unter großein �arm sein Amt niederlegt und den Saal ostcntaii» verläßt. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wird� über das Wahl- "Slrmcnt gesprochen. Vom Bureau au» wird festgestellt, daß da« •ein vollzugSrat vorgelegte Wahlreglcment ohne jede Mitwirkung ®C.S Bureau» entstanden sei. Auf den Antrag von Cohen« Reuß wird beschlossen, eine klein« Kommission einzusetzen, die in gemein. Masilichxr Verhandlung mit den Kameraden de» VollzugSrat«» die «Mängel dieses Wahlreglements revidieren solle. � Al» dritter Punkt der Tagesordnung wird ein «nuag der Tolmetscherschul« über Kriegerheim'tättcn besprochen. Tanach wird die Delegiertenversammlung der Soldatenräte er» sucht, die vom Hauptausschuß für Kricgerhcimstättcn unterbreite. ion Vorschläge durch ein Notgesctz schleunigst durchzuführen im Iilteresse der zuiückkehrenden Soldaten. Im einzelnen handelt e» sich dabei um eine Regelung de» EnteipnungSrechte». um ein ollaemcinc» Vorkaufsrecht beim Besitzwechsel von Grund und Boden und um eine Sicherung des ausgegebenen Boden» gegen spekulativen Mißbrauch. Ter Antrag wird ausführlich begründet und ohne Debatte einstimmig angenommen. Als vierter Punkt d e r Tagesordnung folgt der Bericht de« siebencroiisschilsses, den C o r n h erstattet. In» folge dct Materials, das sich gegen eiuige soldatische Mitglieder de» Vollzug-raleS angesagrmell hatte, wer es dem Ausschuß bisber nur möglich, den Fall Walh zu erledigen, der von dem Berichterstatter in allen Einzelheiten dargestellt wird. Es ist einwandfrei festgestellt worden, daß Weltz vor dem Unter. suchnngSrichter vor allem die Pläne der Geno'ien Ledebour und Vorth verraten und damit den Erf"!-! ter Berliner Revolution gefährdet habe. Dahl.« Hot der VollzugSrat mit Recht seinen Rücktritt verlangt. Wenn Waltz auch nicht als Svitzcl zu bezeichnen sei, so babo er doch durch seine AuS'agen dos in ibn gesetzte Vertrauen grcbl'ch getäuscht Dagearn sei die Siebener» Kommission einstimmig zu dem Resultat gelangt, daß den Ge- nassen Ledebo»! und Barth wegen ibreS Verhallens zu Wal? nicht da» geringste vorzuwerfrn fei Die Versammlung nimmt diesen Bericht ohne weitere Debatte entgegen. Als fünfter Punkt der Tvaescrdnung°olgt die ErsabwabI zum Voll-ugSrat für die ausgeschiedenen Mitglieder Waltz und Colin-Roß. G o l d sch in i d t(Spandaus schlägt den Vorsitzenden Gott» schling al» Kandidaten vor mit der Begründung, daß man in dielrm entscheidenden Au-enblick nur Leute von crvrobter rcvo- lutienärer Gesinnung wählen dürfe. Auf den Antrag eine! anderen Redner?, Colin. Roß wieder in den VollzugSrat zu wählen, erklärt Celin-Roß, er halte an seinem Austritt fest, da er keine Möglichkeit sehe ersveiebliche Arbeit im VollzugSrat zu leisten. iEs sei an dieser Stelle bemerkt, daß während der ganzen Verhandlung eine nicht geringe Spannung zwischen der Bersnmmiung und dem volzueSrat zutage trat.) Außer dem Vorsitzenden werden noch sechs weitere Kandidaten vorgeschlagen, die nach dem Beschluß der Versammlung aufgefor- derl werden, einzeln nacheinander hervorzutreten und ihr politi. sckes Glaubensbekenntnis abzulegen. Da« E.gebni» dieser ans- gedehnten Generalbeich'e ist nich' gerade sehr erfreulich', denn die Mehrzahl der vorgeichlagenen bat keinerlei Vergangenheit, die im Zusammenhan-» mit newerkschaftlicher oder politischer Tätigkeit in der so?>ialid:mokra't'chkn Partei steh'. Ja, die meisten der vor- geschlagenen bewei'en durch ibre Ausführungen, daß ihnen sogar die elementarsten pelitischen Erfahrunaei, und Kenntnisse iehlen. „(iin wenig rühmendes Blatt zur Geschichte der Revolution", so faßte ein Redner diese sechs Beichten zusammen, die in der ganzen Versammiiiug«in merkliche» Gefühl der verlegenhci' au-?lösten. Erst alt ein neuer Kandidat, der Genosse Albrecht, erklärte: Ich bin 18 Jahre Mitglied der Partei und bin jetzt Mitglied der U. S. P. D., löste sich diese« peinliche Gefühl in«inen lebhaften Beifall au«. Nach anfänglicher Weigerung erklärte sich auch'der Genosse Gottschling bereit, die Wahl in den VollzugSrat anzunehmen. Bei der Abstimmung werden 2S0 Stimmen abgegeben- Die Genossen Gottschling und Albrecht werden mit überwiegender Majorität gewählt. Allmählich beginnt nach sechsstündiger Debatte der Plenar» faal sich zu leeren. ES folgt als sechster Punkt der TageSord» nung die Aufwandsentschädigung der Soldaten» räte, wozu der Echriftfübrer v'eß e'ne grobe Reibe von An» trägen verliest. ES handelt sich um die S Mark AufwandSeni» schädigung, die den Coldatenrä.cn außer der ihnen zustcdeiiden Löhnung auSge-ahit werden soll In einer lebhaften Debatte wendet sich ein Redner aegen die hohen Summen, welch« der VollzugSrat lich selbst, se-nen Schreibern und Angestellten be. willigt hat. Ein anderer Redner richtet seine Krilik gegen zu hohe Lohnforderungen, weil die Betriebe zugrunde gehen müsse», wenn die jetzigen Löbne weitergezahlt werden sollen. Mitten in dieser Diskussion wird ein Protest gegen den Dezernenten für da« Krastfabrwesen, Zimmermann, dem Siebel>crali»''chuß überw-esen. Ein Antrag über so-ortige Aufklärung, betreffend die Wahl von Tripoe in den VollzugSrat. wird angenommen. Ferner wird ein Antrag angenommen, wonach die voll» versawmtunq der Eoldatenräle Berlin« die sofortige Bestätigung der bcstebeuoen Soldatenräte ohne Rücksicht auf die Umstellungen der bisherigen mi itärifcken Forniatlonen in zivile, dem Kriegs- Ministerium unterstellte Staatsbetriebe gefordert wird. In der weiteren Diskussion über die Aufwandsentschädigung für die Soldatenräte warnt Cchrif.iübrer vietz davor, daß die Soldatenräte höhere Forderungen stellen. Nach einer weiteren Diskussion und einer stürmisck-en Geschäst?ordn>ing»debat!e erklärt vietz, daß da« KriegSminisierium dahin informiert werden solle, daß eine Verfügung erlassen werde, wonach für di« Soldatenräte außer den S M. auch die ArbciiSzulage von 3 M. bestehen blei- den solle. Nach einer weiteren lebhaften Debatte gelangt die Versammlung zu dem Beschluß, ihre nächste Sitzung am Sonn- tag vormittag abzuhalten. Schluß der Sitzung lO'/L Uhr abend». Ihren Anschlug an die Deutschnattonaie Aoltlparte» Vollzog nach der Deutschkonservatiben auch die Christlichsoziale Partei. Her» Behrens, der Vorsitzende dos Christlichnationaien Arbeiterkongreffe» trat in de» Arbeitsausschuß ein. Fordrrangen der Welsen. Sine in Bremen abgehaltene ve» sammlung de» welfischen Verein» für den S. hannoverschen Reich», tagSwahlki-ei» verlangt in einer Entschließung die Wiedergut. machung des Unrechte» von 1800 und die S r r i ch- tung eine» Bundesstaat» Hannover. Amküche Lekan'itmlillivnzen. Ausführungsbestimmunssen fiir die Arbeiterratswahl Ero�-Berlins. Die Wahl finsct auf Grund de» Verhältniswahl» s y st e m» und geheim statt. Bei Wahlkörpern von 1000 Perwnen wird der Kandidat in der Versammlung mit einer Unterstützung von ISO Wahlberzch» tigten aufgestellt und in geheimer Wahl gewählt, wobei einfach« Majorität entscheidet. Bei Wahlkörpern, die berechtigt sind, mehrere ArbeiterratSmitzglieder zu wählen und Listenwahl statt» findet, müssen die«inoereichten Listen die Unter'chrift von 80 der wahlberechtigten Personen tragen. Vorschlagslisten müssen zwei Tag« vor der Wahl eingereicht werden. Wird nur eine Liste eingereicht, so gilt dieselbe all gewählt. Werden mehrere Listen eingereicht, so werden sie der Reihen» folge de» Einganges nach numeriert. Zu wählen ist nur di« Nummer der Liste. DaS Wahlergebnis wird durch den Wahlvorstand de» Wahl» kärperS dem Zentral-Wahlbüro. Lehrcrvereinkhau», Alexander- vlatz, loforr nach dem Wahlakt übermittelt. Da» Zentral-Wahl- Büro fertigt nach Prüfung der Wahl den gewählten Arbeit«» ralSmitgliedern ihre Legitimation au». Die Wahlkommission. I. A.: Reu man» Aufklarungs»entrale Osten. An die Arbeiter» und Soldatenräte der Ost» Provinzen dieSfeit» der Grenz«. Der Berliner VollzugSrat hat beschlossen, zur Stärkung und zum Auibau der-oz alistischen Interessen im Sinne der neu-e» Republik al» Provisorium bis zum 10. 12. 18 eine Aufklä« rungszentrale Osten für all« dortigen A.» u. S.-RSt« z» schaffen. Diese Aufklärungszentral« soll für di« Soldat««» räte de» Osten« die Säbaffung gemeinsamer Richtlinien binfichttich ihrer Tctigkcit, Absichten und Ziele sowie der Beaufsichtigung aller V:k Irden ermöglichen. ?u d.-fem �wrck beauftragen wir den A.» u. S.-Rat Thorn, alle A.» u. S.�lläte de« Osten» mit seinem Rat in entscheidend«« Fragen zu unterstützen. Der A.» u. S.-Rat steht in direkter V«v> bindung mit dem Berliner VollzugSrat. Die Bildung diese» Provisorium» ist für den Zusammen» 'chluß der A.> u. S.-Räle de» Osten» erforderlich, damit dies« al» geschlossener Block die Jnlercsscn der deutschen sozialistische» Republik vertreten können. Varkeip esse. Die fockben erschienene Nummer 43 der unabhängigen sozial» demokratischen Wochenschrist.Der Sozialist"(früher.Gozta» listifche AuS'andSpolitik") enthält folgend« Beiträge: Rud. Breitscheid..Der 10. Februar"; S- Nest riepk«,.Der Aufmarsch der Par-eien"; H. I ä ck el,»Tie Umsckialtung der Industrie"; E. Graf,.Elsaß"; B. Schönlant,.An die Mütter!". .Ter So-ialist" kann bei allen Postämlern de» In» und UuS> lande» wie auch beim Verlag »Kt r> e C R» u & o :S Theater and verziMMea. VöliiMdse. Dil nUkr TkHMr «m Bklowptati. Dirtk ioi riirt. JUrMlei. wi tislin Teil. Opernhaus II Uhr: StwfOBfe-MIttMa- k anzart. Uhr- 8 Mnronlakoncari der Knaalfe dar Oaor. Schauspiele 7 Uhr; Dia Jndaaalaak«. Oiraktitn Max Rainhardt lestscSes THtuter 7 Uhr: tar Kiafaiun t»n leatHf. Kssiitierspiel« t lAr; Der foha. .Rliises ZcdllüzMW raianeiisU. I. Port. I 7V,Uhr; PrttMaa» Mr. Varl NawkarÄ— Sah. Baraaaw Theatar L d. Kfinlisrätzsr Strasse ?°vkr- RßsmerjliüInL Komöd isnhaus HM tfer MarscbeTlbrflek« 74 Uhr; Tsazind« Nymph» Berliner Theator 7» Uhr: SIerne, M, wiador I Oaaratta ia i Akreltli. 74 Ukr Saaaakaadr Oer»ChOPf*#. eaaauc Der Schöpfer. Oia'iclm KSwtlr-TfMiatM. AllaVtidMch t Uhr: Nachtbcleuchtnnira Trfanon-Theater Central• Theater. TvutiifeRssevflBStflaln) »aotaaDaa«paraUaa CkartsMaeb. 7 uhr, Die FMirBBBSa rrladrtaa-WtlkalaitlUt. Thaatar. M Uhr: tlanneri. Üat UrsieSdiriSttiU. 1 �_ n Tall. Kleiats netter. o2r Adan.EniD.illiSehhusa. K»nijaehe Oper. xl) Scüvsrzvflitfnaiel. Btz. A Uhr SahwmmUoiOL l.eatapielhuuH. 7V. Uhr: Dil tpiRiNto fUejl Hetreeel-Theater. 7-uhr. Bit FüsclilnBsfee. St*. 3 Uhr; Wiener Blut. Meoss Onrettiiräns. nuJiBteekiimßinievilli. St«.« Uhr: Bar lai«al dar eatla. Palast-Theater. ts wr; Dar Mikado mit Ctejre Dum. Seeeah. Uhr: Dar l Ktmldvfir- 1 H«ater. nuhrDyckeniotts Erben. llUliar-TbaaMr«larlttttakBr*. 74 Mr. Ein folksioind. I halle- 1 heater. 74 Uhr: Nea alaatad.: FotnUct-a Wfrtachaft, Saanak. 34 Uhr: Frau Malta. Thaaiar an■ailaakortalata 34 Uhr; Bar rarwaaaOaa« Pttai, 7 Uhr; EVSa ftialiaer-Taeatar 7vukr;flratHati«niehts Sb*«. St*. 3�: Bar Wrahaanald. Calrpkan:»«t Ilarbrn 1«5, 1*JB, 1987, AchwhO! Aeptfcher Mctallarbeiter'Uerband KrtvatlHmGoKri!» Przlin A S4, LiutenS*. 8S-8S. «aschBnatrit»»m S->»kT«p»»m 4—7 Vi'. -■.............., 9114. KdUmtfl! Bestieget M Helfer®r»S-Berlii.j! Connabrnb km 7.»ejember ISIS, uachmiu»«« 4 Uhr, Branchenuerfammlung Im erttcrfdiafMIia««, Otttorlttfer 13, Goal 4. Xagrktiknun-; ÜrOTtfrtvn* her Taora.rtnarg der 8 rommlung»am 1. H-zrmdrr ISIS. Di« fr-'-fgen wm. n ktini'nk it»cht etnh Ich ZU«rschrlnr». k> der Goal»«'! Ukr q.vä f mt Irin vntl) S. C. 1 Verlangen Sie«tigern Prospekt 338. lozialdemokratisehcr Wa�lvcrsSn d» 4. ßarlinar KeiChsf��swahikraisa� U. S. P. 0._ Patersburaar Viertal. Am Sonnt«!, 6e« 8. Dez. rormittag pünktlich 10 Uhr findet im Lekal PleHerbcrgausschank, Franklurter AU« 313 «in« Visrtels-Verssnunlung Tadasordanag, Vortrag des G«noasjn Zeaacr) Die Arbaiterklasae iaa aaaea Deutschland. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht die VierteltleltosA Franz Eidarn,. "Verlängert! DIE Dl-AUB LATERNE ie* XuW öikbrac/k MQZARTJ'Aift»«, Thaatar des Westen«. 74 ukr Bis instlse Witwe Saa««b e Uhr: AgthanhrSdel. APOLLO Thaatar Dir. JAMES KLEIN Altabcndlleh 74 Uhr. Soanta»« 1, und 74 Uhr Die Weit lebt unter! Beate t*nelanit| litis Blatte« ri-ass E.art Inn ü.�knama tlha o Blaakt NAOCHURA'S Elafantan BOSTON-8 Atfanmanaeh Tranaya Blumankaraa usw. Saaalais 2'/. lad. Crwaebaasa I Klt-d trat Bestellschein. Bitte Hirt ausfchnriten, ausftülen und einsenden an den Betiag der„Areitzeit-, Berlin NW 6. Echisidauerbamm 10. Der llntetteichnei» destellt Hiermit B»m ad 1 Ufemplar der zweimel täglich erscheinenden Zeitung „Die Freiheit" Berl'Uer Oraon der Unnd'iängigea Sazialdemoltatischen Partei Deutschlands zum Preise Bon VL 2,0» menallich det sreier Zustellung inB Haua. Ram«:__________________ Borname: «nuf Ort... .Pietz. Rt—«. f. Q. C. r. l. .€trc|», . Vlna». Caeino-Thcater. Lathrincvr Str. 17. Ti(l.'/.I Ukr ■aal Das 3 aktlsc Yalksatick Baal Die goldene Brflcke Vorhar: BntfeUsat*a laaalal Utaa Soanta* J'/. Uhr: B« SBa*te* Das gross« WüiLMxW Anfanc" S Uhr. B. 8. P. III. K?ei8. Freitag den 6. Dezember 1918* abends 8 Uhr im Gewerkachaftshaus srsBe enentiiche versomnlnn Tagesordnung] „Das usus Dantsehland". Referent: Polizeipräsident Elllil EiChhorRa Zahlreichen Besuch erwartet: Der Vorstand. Khins AnzBigm ZMF Atstrflierinneii wordeo aeeh oievootolit Ü rcttM rj Ense! KßßeBcliüliofrf Pi�ßÄoVfirSrBkJ \m La'ee,«w-s Joröan.BrssileüwStr.Z» im L«den«ad bei.4 Baun, öMto'tosrwzfiii1 «•.1 Bonn. aulten »nter 15»«' [R i» ksdn im Lädon. SoldateRrlte der II.!.?.! Sämtliche Soldatenräte in den Groß-Berliner Formationen, die auf dem Boden der Unabhängigen Sozialdemokratie stehen, werden eingeladen, sich am Sgnnoäend, den 7. Denrnter, abends 7 Bür im Gewerkscbaitsbaus, Engeluicr 15(Saal 11), zu einer Besprechung über die bevorstehenden Neuwahlen der Soldatenräte einzufinden. _ Zutritt nur g c g so Lcgitimatloa._ Einladung zur öffentlichen Sitzung des neugegründeten Vereins„Im Kampf um« Recht" Sonotaz, den 8. üazeatbar 1918. vormltiagf lOVe i hr, ia der Nanaa PkUharaionle. KöpaaicherstraBa 36/37 TagasoruBiin«: 1. Anikliruae aber Z de und Zwe.k* des Vereins. 2. DisVuts on. Der grgschlitsführendd AussehuS: Worlltzer, Weecmaaa, Thomaschcwskl. Borllnar. Thun. Werner. Der Verein bei weckt: 1. Allen denlenlxen. die sich unscbnldle verurteilt flhlea. flelchEnittt eb sie die Straf■'u verbnßen oder schon verbüBt h ben. Im AMaettlewaz« das Recht d.-* WiadGPaufnahmaperfahrens zu verschaff n. 3. VerteiüiKunzshilfe d»n An-eklaeteu z« gewuhren, sei«s dure.i Qestellung van Verteidigern o er« arch Ermittlungen. 3. Besonderen Schutz gegen die Verbreiter flbler Nachreden zu gewähren oder bar bei zufahren. 4. Beschwer en, die Rechtspflege betreffend, in geeigneter Welse zu lei.en and zu vertreten. 5. Das Such verstand, genun wesen zu bekämpfen. Jr> män Ii tig und w o bliebe Person Aber 20 lahr kann die �Hg'ledsrhaft erwerben otenM sucht CarlcttEnliarl Kaualfl AB°«sta-Ai,4f d-. Kal8t«lfl-Ay?asta-AiiM 20 Botenfrauen aucht Spedition MeWS Gantar-Stras»» 2* 30 Boünfrauei! ruin Austragen d»Freiheil (70 M. pro ICO f lemptarw sacht Lehmann,. Llebigskraie i| : Botenfrauen zum Auslragcn der Freiheit verlangt «i«»n«p, Mnsliaaer Stf. 2« Mäbai,«nik«»rd Kdrke wfdO killi*»eikitfllek Luitelr. 134 vor» I Tm. laahe.__ AldP'larteä Ztnimar<"i| t Seile»(«>a«kt. Ol«rketea ff F r• oi• nf dl« ha V/Mtu«rknea. fiadao dauarada Bc«kSfiis«u(. Mcldun*.»»acknntias« fraa Atarla Dbria*. W 37. Sleiametaiir. 23 vvru»tr. Unke. Botenfrouen Frelholt' Spedition Engel, UhtJump. Not• VM*«tr. I*: zum Austrace« gar rarlaaKt SozlnideDioitratlscIier WsMyerdn lür den 6. Berliner RelcriStessiaiMkrel]. 0. S. P. D. Freitag, den 6. Dezember, abends 8 Uhrs Große öffentlich« f raucn-Versammlung in der Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee 242/47. Tagaaordanagi Die Frau als freie Bürgerin. Referenda: Frau Matküde Wurm, Um zahlreich»a Besuch wird ftbclen. Der Vorstand. Deutscher Mefol arbe teMliriäni Vervnltunisstelle Brün N 54. UniensfrsSe 83-85. •««ehillHtll vos S-I Ukr and ra» d-7 Ukr. laiv.ka.; Amt Nurdta Iii. Iii., 1,31. ,714. Prettae. den 4, Dezember 1918. naclunUttss 44 Uhr' VertrauansmSnnerkonferenx der Elsen-, Netoil- n. Revoiverdrelier, Ireberinnen sowie Rundschleifer ia dta Central- Theatcr-Fcatsäien, An« 3»k»b,t.Z!.S,I«*«>»»� t.. T.ftwrdm'.*: I. Aitssrcchd Ober de, KalltklWvarlrs*. L 8e,n«k»»»a*«l.*-nkei>«s and Vdncni.d.acs, Obaa MltgllcdsbHch kain Zutrl t! . VI,»aa«rnrd,a»li«k wiskll*» r»*a«»:d»aa*«rte�ort(>' Enctiei.e,»Imtlicher Kellt«« und KeUnimn.n. SSmtllekn u»«4 tn<*tth«idcn Snmmc l'ittn dir nranefaukommlHlea mlitts»•' dinier Kesicrtnz lurückccken«r* den. Msatae. den 9, Uezembcr 191t. nachmittags B Vtrf1 Branchen Versammlung der Eisen-, Netoil- u. Rtvoiverdreher, Dreherinnen sowie Rundsdilelfer Ia«m Cantral- 1 baater-Featsiiien, AHa Jakobdtrale 30. Oraler Snni, TaicMrdana*; I. Berieht teer des Kailektivvertras. t, Brsutkea.nte'etenheiien nnd VerstklcdesM. Oha« Mltglladsbucb kein Zutritt! VI.•uB.r.rdt.dich wi.hti*. T.CMOrdn.ng erferdorl 4** Ernehclneu«Jnit;ie.';»r Kalleeta nud Kotle.ianen, Nr. 30 Bete zur„Freiheit". Freka?. V. Dezember 1918. Halionaloetlatnmlung.! auö LSieversammZung. Von 8. Kautsktz. III. Man sieht jetzt, waS hinter der Auffassung der Leute von her„Roten Fahne" steck:, int die Nationalversammlung schlanl- wez der Gegenrevolution gleichsetzen. Ihnen erscheint nur die erste Phase der Revolution, die dcS Umsturzes, als die der Revolution, sie können nicht begreifen, daß die zweite Phase etwas anderes sein könne, als die der Gegenrevolution. Die Phase der Konsolidierung ist ihnen ein Greuel, ein Verrat am Sozialismus, denn sie biiden sich ein, der Sozialismus sei in gleicher Weise durch Umsturz deS Kapitalismus zu erreichen wie die Republik durch Umsturz der Monarchie. Wie das«ine nicht ohne gewaltsame Ausbrüche zu erreichen sei, die mit Unruhe und Anordnung verknüpft seien, so auch daS andere. Doch der Unterschied zwischen der Herbeiführung der Re- publik und der des Sozialismus tritt schon hier zutage, dah jene Unter Umständen in einigen Stunden durchzusetzen ist, indes dev Ausbau dei Sozialismus Jahrzehnte erfordert, gerner darin, dah Republik und Monarchie einander ausschlietzen. Der ganze Staat kann nur entweder da» ein« oder da» ander« sein. Dagegen gibt ri keine Produktionsweise, die ausschlietzlich herrscht. Der Kapita. liSmuS hat allmählich im Lauf« de» letzten Jahrhunderts einen Industriezweig nach dem andern ergriffen. Borkapitalistische Pro- öuktiunSwcisen, sogar Ueberreste des Agrarkommunismu» haben ?>ch in seinem Schatze bis heute erhallen. So werden auch sozialistj. iche und kapitalistische Produktionsformen ein« Zeitlang neben» einander existieren. Mit andern Worten: die soziale Revolutwa ist«in ganz a». derer Vorgang, erheischt ganz andere Methoden, als die politische Revolution, und was gut für diese ist, braucht noch lange nicht flut für jene zu sein. Ist die politische Revolution nicht möglich ohne Unruhe und Anordnung, so setzt die soziale Revolution daS Funktionieren des Produktionsprozesses voraus. Sie vollzieht sich um so besser, je gesicherter Ruhe und Ordnung, je grötzer daS Zutrauen zum Befand de» neuen Regime». Und da das am ehesten erzielt wird durch«me Nationalversammlung, da sie den Staat am besten aus dem Stadium dei Provisorischen herausführt, darum ist diese Ver« jammlung eine ökonomische Notwendigkeit und eine Vorbedingung einer svziulistifchen Revolution, die sich nicht auf blohe Proklama- tioiicu beschränkt, sondern tatsächliche sozialistische Produktion her- deiführen will. Es ist höchste Zeit, dotz wir au» dem Stadium de» Provisoriums und der Unsicherheit herauskommen. Man lasse sich nicht irreführen durch den Hinweis auf die lstvtze französische Revolution, die fünf Jahre lang, von 1783 bi» �704, in diesem Stadium verblieb. In Frankreich gab e» damals erst dürftige Anfänge eine» industriellen KapataliSmu». Die grohe Masse der Bevölkerung destand au» Baiiern, von denen jeder auf dem eigenen Boden fast alle» produzierte, was er brauchte, sogar die meisten In- tzlisirieprodukte WaS er nicht selbst herstellen konnte, lieferte 'Ihn der Dorf Handwerker. Seine Produktion wurde nicht gestört, denn eS in den großen Städten druriter und drüber ging. Im Gegenteil,' in der Zeit blieb er frei von Steuern, konnte er seinen Betrieb verbessern. Und wenn der Bürgerkrieg hier und ta auf daS flache Land übersprang, so waren e» doch nur be- grenzte Gebiete, die dadurch vorübergehend gestört wurden. So vermochte die von den feudalen Losten befreite Landwirtschaft Krankrelch» sich in den fünf Fahren permanenter Insurrektionen nicht nur zu behaupten, sondern zu verbessern, so datz sie am Ende der revolutionären Periode gekräftigt dastand, ein grotzer -innerer Markt für die kapitalistische Industrie, die nun, nach dem Stadium der Unruhe, rasch emporschoß. Die kapitalistische Industrie selbst kann in einem Stadium der Unruhe nicht gedeihen. Sie ist aufgebaut auf der Arbeit»- teilung, auf der wechselseitigen Abhängigkeit der einzelnen Be- triebe voneinander, auf dem Weltverkehr, auf dem Kredit. Jede Störung, sed« Unsicherheit an einem Punkte erzeugt gleich weit- reichende Krisen.> Und heute ist biese wechselseitig« Abhängigkeit auch auf die Landwirtschaft übergegangen. Der Bauer vermag ohne Produkte der Industrie nicht mehr zu leben und zu arbeiten. Er spinnt und webt nicht mehr selbst und der Dorfschmied genügt ihm nicht mehr. seine ProduktionÄverkzeuge herzustellen. Er braucht Maschinen. braucht künstlichen Dünger, er braucht die Zufuhr von Futter- mittein und dem Ausland. Und er kann nicht mehr wirtschaften ohne Kredit. Unter solchen Umständen wirkt ein« ISug-re Periode von Unruhen ganz ander», als vor 125 Jahren. Die Landwirtschasl konnte damals im Bürgerkrieg aufblühen— nicht die Industrie. die litt auch damals schon, so z. B. in Lyon, dessen Arbeiter durch die Not schliehlich gegenrevolutionär wurden. Heute gebt selbst da» rückständig« Rußland am Bürgerkrieg ökonomisch zugrunde. Ein hochindustriellc» Land wie Deutschland vermag da» Stadium der Unruhe und Unsicherheit noch weit weniger lang »uSzuhalten. Man wird freilich einwenden, daß da» hier gesagte nur von der kapitalistischen Industrie gelte. Aber wir haben die einmal und können sie nicht mit einem Schlage durch die soziali- stische ersetzen- Und selbst wenn das möglich wäre, würde dadurch an der Notwendigkeit von Sicherheit und Stabilität der neuen Ordnung nicht? geändert. denn die sozialistische Produktionsweise bedarf ihrer nicht minder wie die kapitalistische, weil sie ebenso wie diese ein System gesellschaftlicher Produktion ist. Es ist ein ganz lächerliche» Vorurteil, zu glmtben. Ruh« und Ordnung seien nur notwendig im Interesse der Ausbeutung. Ausbeuten kann man auch in Zeiten der Unruh« und Unordnung. ®«nn da» Kapital nach Ruhe und Ordnung ruft, so geschieht«», weil seine Ausbeutung nicht auf gewaltsamer Plünderung und Erpressung beruht, sondern im Laufe de» Produktionsprozesses bollzogen wird. Darum ist«» an Ruhe und Ordnung interessiert. Sobald aber an Stelle de» einzelnen Kapitalisten die Gesellschaft ai» Besitzerin der Produktionsmittel und Leiterin der Produktion trist, übernimmt sie damit vom Kapital auch dessen Bedürfnis nach Ruh« mrd Ordnung. Sie veroen Vorbedingungen der Durch- führung de» Sozialismus, der sozialistischen Revolution. Da» ist «iner der Unterschied«»wisch«, d«r bürgerlichen, gegen den Aeuda- li»mu« gerichteten, und de« proletarischen,(fooftetung de» EvpiialismuS gerichtete» Kevvluti». »•mt dar? sich daher nicht d>rrch dl« Datfach» vrrbHlff-n lassen. doß Mc ük«' lonalva-famzut'.r'g von d«n bürgerliche», den kapilelisst» ssorde-i Kd-ft Ä-t�che ist fr*»«ör** Argument, das die Gegner de? Nationalversammlung als Beweis dafür vorbringen, daß sie ein Werkzeug der Gegenrevolution sein müsse. Aber die bürgerlichen Parteien ersehnen auch alle ein« reiche Ernte im nächsten Jahr. Müssen wir deshalb«ine solche im Interesse der Revolution vereiteln? In der Frage der Nalionaiverfammlung stehen auf der einen Seite alle, die ökonomisch denken und die ökonomischen Bedürf- nisse der Produktion erkannt haben. Auf der entyegengefetztxsi Seite stehen bloß die Gewaltpolitiker, jene sonderbare Spielart des Marxismus, die man als tatarische bezeichnen kann, die glaubt, mit Gewalt olles erreichen und die Bedürfnisse der Oekonomie durch blotze Gewalt meistern zu können. An der Ueberfchätzung der Gewalt, an der Verachtung der Oekonomie sind Wilhelm II. und feine Leute zugrunde gegangen. Deren Spuren sollten schrecken. IV. Eine» muß man den Gegnern der Natimmlversammlung zu- geben: Sie bietet uns keine Gewähr, daß wir in ihr die Mehr- heit haben werden. Sicher. Aber man sollte meinen, daraus folgt nur die ver- fluchte Pflicht, alle Kraft anzustrengen, im Wahlkampf diese Mehrheit zu gchvinnen. Doch die Spartakuss« geben für sich, und wohl mit Recht, da» Spiel von vornherein für verloren. Bisher sah unsere Partei ihre Aufgabe, in der Rovolutionierung der Köpfe, denn nur mit solchen läßt sich der Sozialismus durchführen. Die Spariakusse dagegen sehen ihre Aufgabe darin, eine Einrichtung zu erfinden, die un» diese mühsame Arbeit erspart, die uns den Sieg und die Herrschaft unter allen Umständen sichert, mögen die Massen für un» fein oder gegen unS. Leider geht«8 mit dieser Erfindung wie mit der de» Perpetuum mobile. E» wäre sehr schön, wenn sie gelänge. Aber da» ist durch die Natur der Dinge ausgeschlossen. ES gibt keine Einrichtung, die uns Sozialisten die Herrschaft sichert ohne die Mehrheit de» Volkes. Sollen die A.» und S.°Rät? da» gesuchte Perpetuum modlle darstellen? Aber schon beginnt man, über dos Eindringen gegenrevolutionärer Elemente in die Toldatenräle zu klagen. Von den Dauernräten und den Räten der .geistigen Kultur" will ich gar nicht erst reden. Aber auch die Arbeilerrät« selbst! Spartakus ideutifi ziert sich mit der Revolu« tion. Aber welche Sicherheit hat cr denn, daß die Arbeiterräte sich auf seinen Standpunkt stellen und nicht etwa auf den der anderen Sozialisten, die er al» Schützer de? Geldsacks und der Gegenrevolution denunziert? Ja. die A.- und D.-Räte erscheinen nicht mehr sicher genug. Schon sucht man nach einer ne.uen Sicherung und glaubt sie. zu finden in der Bewaffnung der revolutionären, da» heißt, so wie Spartakus denkenden Element« der Arbeiterschaft. sRote Fahne, 2. Drz.s Doch eben jetzt hat un» der Krieg gezeigt, daß die Unter legenheit der Zahl sich auf die Dauer nicht durch teckmifche Beihilfe wett machen läßt, denn waS die einen können, verstehen bald die andern auch. Di« neuen Behelfe machen nur da» Aus- kämpfen der Konflikte wilder und grauf-nner, ändern nicht» am Resultat. Ein paar Leute können geheim rüsten. Sie dringen e» aber höchsten» zu einem Putsch, der von der Mass« bald«rdrückl wird, kein dauerhafte? Resultat liefert. Sind'» ihrer diel«, die sich bewaffnen, dann merken'» die andern und bewaffnen sich auch. So wird's auch auf diesem Wege unmöglich, mit rein mechanifcheu Mitteln die Revolutionierung der Köpfe zu ersparen und die Minderheit dauernd zur Beherrscherin der Mehrheit zu machen. Ohne die Gewinnung der Mehrheit der Köpfe geht'» einmal nicht, da» muß unser stete» Streben sein. Damit sagen wir freilich kein« neu« Wahrheit, sondern wiederholen nur, wo» seit einem halben Jahrhundert unsere besten Köpfe un? immer wieder er- klärt haben. Aber die entgegengesetzt« Ansicht, das Suchen nach cinetn Mittel, einer proletarischen Minderheit ohne Gewinnung der Köpfe zum Sieg und zur Herrschaft zu verhelfen, ist noch älter. und ihr jetzige» Austauchen nur ein« Wiederbelebung primitivster sozialistischer Anschauungen. Sie entspringen stet» einem Stadium der Hoffnungslosigkeit. Am Tage nach einer Revolution der Arbeiter, die mit einem Ruck zwei Dutzend Regierungen umwirft in einem Lande, in dein da» Proletariat die Mehrheit der Bevölkerung bildet, verzweiseli eine sozialistisch« Partei daran, die Massen zu gewinnen und die Mehrheit für die Nationalversammlung zu erobern. Sie ver- zweifelt daran, sich im Kampf der Geister in einer Arena zu behaupten, zu der alle Parteien und Klassen zugelassen wenden. Tin größere» Armutszeugnis kann jene Partei sich selbst nicht ausstellen. Wir haben ein bessere? Zutrauen zu unserer Sache, die Masse des Volke» steht zur Zeit auf der Seite det Sozialismus. Sie hat alles Zutrauen zu den Parteien ver- loren, die bisher regierten. Von un» erwartet sie die Rettung. die ökonomisch« Rettung. Da» Aonomische Interesse wird die ganzen kommenden Monate, ja viele Jahre beherrschen. Und darum verlangen die Massen nach einem aufbauenden SvzialiS- mu», nicht nach Verewigung der Unruhe, nicht nach Verlänge. rnng de» Krieges durch Bürgerkrieg. Von unserer Haltung hängt alle» ab. Die Nationalver- sammlung ist auf dem Marsch und nicht? vermag sie aufzuhalten. Die Sozialisten, die sich ihr entgegenstellen, können nur eine» er- reichen: die Verkleinerung der sozialistischen Mehrheit in ihr. Die Schuld dieser Sozialisten wäre e», wenn die Naturnalversamm- lung gar«ine gegenxevolutionäre Mehrheit aufwiese. Gerade weil diese Möglichkeit nicbt ausgeschlossen ist, müssen wir um so dringender fovdern, daß an Stelle des Kampfe» gegen die Nationalversammlunq der Kampf u m sie mit voller Kraft aufgenommen wird. Gewerkschaftliches. Eine Beamten-Gewerkschast. W. r. B. berichtet: Räch gründlicher Vorbereitung ist der einheitliche Zusammenschluß der gesamten deutschen Beamten- schaft auf gewertschaftlüher Grundlage unter Zustimmung aller beteiligten Verbände im.Deutschem Beamtvnbund"«rfotgt. Der Bund umfaßt sämtliche Großorganusationen der Beamten und Lehrer mit etwa Ish Millionen Mitglieder und stellt damit die einzig« Gosamtvertmtung d« deutschen Beamtenschast dar. Zum ersten Vorsitzenden wurde Veneraisekretär Memmer»- Berlin gewählt, für den zweiten Vorsitz ist ein Vertreter der süd» deutschen Landesverbände vorgesehen. In den BeschäftSführen- de« Vorstand wurde ein» Rsibe von Vertretern irx verschiedenen Verbände und Bvowvltungea berufen. Hauptfondvnmge» des Rundet, find: Netyzelalich» Regelung de» B-tinten recht« sr»»»« alsbaldige �ründllch« Neuordnvng d« E-esoldem�serhaltniss». Hrr dieser Reformen wird die Schaffung eines Reichs-Zenlralamtts für Beamte afra- gen gefordert, das im Zuicuranriiwirkeu mit dem Beamten buude seine Aufgaben zu lösen hat Die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin S 42, Orainen« straße 140/42. Organ de« Bunde» ist:„Die Gemeinschaft." Wechsel in der Leitung des Maschinisten- und Heizer» Verbandes. Der bisherhte Vorsitzende des ZcntrulverbandeS der Mafchi- nisten und Hetzer, F. Scheffel, ist von seinem Posten zurück- getreten, um an Stelle de» in das Erenbahnministerium berufenen B r» n n e r die Leitung des Eisenbahnerverbande» zu über- nehmen. Provisorischer Vorsitzender des Zeniralverbaude? oer Maschinisten iit durch Beschluß der Verbandsinstanzen Wilhelm Insel geworden. Sroß-Serlin. j Aus dem Rathause. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung beschränkt sich darauf, die dringendsten laufenden Gsscksäste zu erledigen. Gestern handelte es sich um drei wichtige Fragen. Zunächst um die Ärwerbslojenfürsorge, die der Magistrat schon hat in Kraft treten lassen. Wir haben das nähere gestern veröffentlicht. Eine andere wichigc Vorlage bezcv; sich auf Bewilligung von Mitteln für die städtische Kriegerhinterblicoenenfürsorge. Die Steigerung der Anträge benötigt die Vermehrung deS Beamten- und Angestelltenapparates. Zu diesem Zwecke be- willigte die Versammlung käst Vitt) M. für 1918 und 19. Schließlich gab die Versammlung ihre Zustimmung einer Vorlage, die den städtischen Beamten, Angestellten, Arbeiter und Hilfskrästc betrifft. Die Ausgabe betaust sich cmf 30 Millionen. Aus den Verhandltmgen über die Erwerbslosenfür. sorge ist bemerkenswert, daß der Oberbürgermeister auf die außerordentliche Bedeutung dieser Maßnahme hinwies und auf die dringende Notwendigkeit, daß alle Vororte un- verziigiich die Unterftützung ohne jeden Zeitverlust schon vom 28. November ob in Kraft scheu müssen, wenn nicht unberechenbarer Schaden angerichtet werden solle. Die Orte würden sonst die schwerste Verantwortung auf sich laden. In Berlin betrug die Zahl der als arbeitslos Gemeldeten bis zum gestrigen Tage bereits 19000. Die Ziffer wächst täglich. Bürgerliche Redner waren etwas oerschnupft dar» .über, daß der Oberbürgenneister erklätst hatte, die Maßnahme sei bereits in Kraft, die Stadtverordneten hätten nur Kenntnis zu nehmen. Damit erübrige sich eine Beschluß» fassung. Einzelheiten über AusführungSbestredungen sollen aber noch in einem kleinen Kreise erörtert werden. Von unserer Seite erklärte Genosse Hintze dazu seine Zustim- mung, während die Abhängigen durch Brückner ein« ähw- liche Erltärung abgeben ließen. Die uns mitgeteilten Bestimmungen haben gestern noch eine Aenderung erfahren, die sich gründet auf zu erwartende Anträge auf Arbeitslojenunterstützung bei t e i l w e i 1 e r Erwerbslosigkeit durch Herabsetzung der Arbeitszeit infolge � Kohlenmangels. Nach dieser Richtung hin ist der Z 7 wie folgt abgeändert worden: »Erreichen Arbeitnehmer infolge vorübergehender Einstellung oder Beschränkung der Arbeit in einer Kalenderwoche die in ihrer Arbeitsstätte ohne Ueberarbeit übliche Zahl von Arbeitsstunde» nicht, so erhalten sie für die ausgefallenen Arbeitsstunden Er- werdSIosenunterstützung, sofern 70 vom Hundert ihr«? reget- mäßigen Arbeitsverdienste», den doppelten UnterstützungSbetrag im Falle gänzlicher Erwerbslosigkeit nicht erreichen. Al» ErwerbSlosenunterstützung ist der Unterschied zwischen dem derzeitigen Arbeitsverdienst und dem doppelten Unter- stützunzSbetrag zu zahlen. Zu dem doppelten Unterstützung»- betrag tritt für die Ehefrau sowie für jede? Kind unter 14 Jahren ein Zuschlag von 1 M. für den Arbeitstag hinzu. Die zu gewährende ErwerbSlosenunterstützung darf den regelmäßigen Arbeitsverdienst nicht überschreiten. Ein symbolischer Zwischenfall. Vor einer von mehreren tausend Personen besuchten Ver» sammlung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, Bezirk Treptow-Baumschulcnweg, sprach Genosse Ledebour am Dien»« tag, den 8. Dezember, im Spreegarten in Treptow. Er führte au», daß die große Revolution nun endlich auch in Deutschland vi« Freiheit gebracht und uns von der miiitärisch-bureaukratischen Macht befreit hätte. Jetzt endlich ist eS uns vergönnt, frei zu reden, und ein jeder solle mitarbeiten, um den Samen der Auf- ilärung überall hinzutragen. Vor dem Kriege wäre es allgemeiner Brauch gewesen, den Umsturz als ein Geschehnis späterer Zeiten anzusehen, und die Sozialdemokratie hätte sich damit begnügt, -eine reformistische Tätigkeit ausziiüüen. Aber der Krieg hat darauf hingearbeitet, daß die Gewalt in die Eni- Wicklung unserer Verhältnisse hineingebracht wurde und daß da», was bisher nur in Worten geschehen war. jetzt in die Tat umgesetzt werden mußte. Die russische Revolution im Jahre 1017 gab un» hierzu den ersten Anstoß. Genosse Ledebour gab dann «ine Schilderung der Vorgeschichte unserer llievolution. um die Behauptung' Eberts, daß die Partei der Mehrheitssozialisten für die Revolution vorgearbeitet habe, zu entkräften. Als der Referent im Laufe seiner Rede dazu kam, zu sagen, wir hätten eb selbst er. lebt, wie das künstlich aufgebaute Gebäude der militärischen lln- überwindlichkeit zusammengebrochen wäre, ereignete sich ein merkwürdiger Zwischenfall. ES stürzte niimlich kracheud und poltervd plShlich die Decke der Bühne ein und riß die elektrischen Lampen mit hinab, alles in eine Wolke von Staub hüllend. Vor Beginn der Versammlung war einem der Leiter ein anonymer Zettel zugegangen mir der Warnung, auf die elektrische Leitung achtzugeben. Da» legt die Vermutung nahe, daß dieser Teckeneinfturz kein Zufall, sondern beabsichtigt war. Durch den Zusammenbruch ist niemand verletzt worden, nur einige Hüte wurden verbeult und Gläser zertrümmert. Nach diesem Zwischen- fall nahm der Redner wieder da» Wort und bezeichnete den Vorfall al» eine Illustration zu seinen Ausführungen, genau so wäre das militärisch« Renommee der Hindenburg und Ludendorff zu sammengebroche,-. Die Frage der Nationalversammlung wurde dann al»«in« der wichtigsten eingehend erörtert. Wir unabhängi gen Sozialdemokraten waren vier Jahre hindurch mundtot gemach: und hatten nicht die Macht, unsere Ideen überall hinzuiragen. Wenn jetzt die Wahlen zur Nationalversammlung schon für deu 10. Februar angesetzt würden, wären wir wieder geknebelt, d:.m in drei Monaten kann nicht da», wa» vier Jahre Krieg verbrochen haben, gutgemacht werden. Genosse Ledebour schloß damit, daß all«, die proletarisch gelebt und gelitten hätten, sich zusammen- schließen sollten zu der großen proletarischer Armee der Welt- revolution, föi d«r DiS'ulsto» sprach dann auch tzey MebrbeitS» oz'allst Wissel Ntffister abvlinßigrn Lofiik, V �~~.---—• i in.i. n i.'»■ u i. g i jju rn- tili ,i:m Ueberdruh tennen�elernt haben, zog Sie«vklen keine Epartakvffe sein. Soidaloiirat der Garde-Nacheichten-ErsassabteiK,!� hält b, snr nöl solgendc hochwichttge. Ecklärrmg abzugebe»: � iiianmgsältiger Versuche»nb Vehauptungen, die eines ! 1 1'.. ll' i h' o entbehren, wurden die Angehörigen der Garde» Sl r ch r i t e n E r s ä tz u b t« i I» n,»lö vnhänger der Spar» taki�,'.ip'.e gebrnndnwrkt und«18 Leibgarde Liebknechts be» zeichne:. Die Garde»Nachricht«N'Trsatzabte:!u«g bat dieserhalb in einer t ellsersammlung aller Angehörigen der Abteilung auf das Ct irdendste Protest dagegen eingelegt. Trotzdem wurde aber» »i": trrsncht, gegenteilige Behauptungen aufzustellen, und auS diest" diriinde bäben sich mit einstimmiger Geschiossenheit die Anae" i igen des Bi taillo,lH zusammenqetan. u« durch eine» pr'-"sa'"c» Umzu� in der Ttadt zu beweisen, daK sie ans keinen Fa''? i ger der Sipi.rtakusgruppe sind, vielwehr geschlossen biiii- d"> neuen Regierung Ebert und Haase stehen. Jeden '-■•i'- V'/ischversuch wird das Bataillon mit allen ihm zu 'v,.,'-' stc'enicr Mitteln' bekämpfen, und es wird gegen die l'r' der->lchcr Gerüchie auf das Cchärfsi« vorgehen. Es wird nock' mos? ausdrücklichst betont, daß dir Angehörigen der Karde» Nackrich'''rsatzabteilung sich einmütig, frei und offen, voll und ganz auf den Standpunikt der neuen Regierung stellen, und diese nur a?.- n und in jeder Werse anterstiitzen. Agitation gegen die„Freiheit". Einer unserer Zeitungsverksttzfer befand sich am D-mnerstag im Wartesaal 9. nnd 4. Klasse auf dem Gtxttiner Bahn» Hof, um an heimkehrende Soldaten die„Freiheit" zu verkaufen. Ein Beamter verbot ihm dos und forderte ihn auf, mit zum Bal'nhossvorstehcr zu kommen. Der Verkäufer leistete der Auf- forderuiig keine Folge. Nun holte der Beamte einen Unteroffizier der Bahnhofswachc, der den Verkäufer, statt ihn zu unterstützen, aus dem Saale wies. Gegen diesen Vorgang müssen wir aufs schar; sie protestiere». Den Verkäufern der Freiheit" steht da» g'eichc R.'cht zu wie den Verkäufern aller anderen Blätter. Wen« Boamte und Sicherheitswachen dies noch nicht wissen, so müssen sie eines Bosseren belehrt werden. Gegen den Schleichhandel. Tic Bekämpfung deS Schleichhandels ist eine der dringeird- s!en Aufgaben der neuen Regierung. Da» Reichsernährungisamt hat kr;i die Richtlinien ausgearbeitet, nach denen gegen den Schleich Handel vorgegangen werden soll. Zunächst mutz bei dem Erzeuger, der der eigentliche Belieferer des Schleichhandels ist, dafür lüorge getragen werden, daß die ihm nicht zur Selbst- Versorgung zustehenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse zur Ab« liefsrung gelangen. Tie Ueber wachung der landwirt- sckaitlichen Be triebe in dieser Richtung bildet eine wcscntlickie und wichtige Aufgab« der neuen Bauernräte. Die hierzu notwendigen Anweisungen an die Bundesregierungen und Kommunaloerbände find bereits erlassen. Schwieriger gestaltet sich die Verhinderung des Schleichhandel« im grossen, also die Verschiebung von Waggonladungen mit rationier» wn-cLebensmitteln durch die Bahn und von Händler zu Händler. Bei der Eerissenheit. mit der der gewerbsmässige Schleichhändler unter Fälschung von Frachturkunden und Ausweispapieren vor- geh', kann auf diesem Gebiet nur mit geschultem, fachlich aus- gebildetem Personal gearbeitet werden. Die Schritte, solche» Personal in stärkerem Umfange zu gewinnen, sind eingeleitet. Es wird aber ferner eine ne u e Organisation der Sraf- verfolgungSbehörden, insbesondere des Kriegswucheramts, erforderlich sein, um in jedem Einzelfalle ohne Hemmung von Zuständigkeitsfragen mit Schärfe und Erfolg zufassen zu rönnen. Nach dickt Richtung schweben Bereit» Verlandlungen zwischen den verschiedenen beteiligten Behörden. Schliesslich handelt eS sich darum, da, wo übermässige Vorräte zum Schaden der Allgemeinheit aufgehäuft worden sind, diese sogenannten Hamster» läge?''»sizustellen und dein allgemeinen Verbrauch zuzuführen. SMdtifche Fürsorge ffit Kriegsbeschädigte in Neukölln. Von den Gemeindebehörden ist bisher für die KriegSbesthädigten-Für- sorge ein Betrag von 100 000 Mark auS Mitteln der KriegSwohl- fahrtspflege zur Verfügung gestellt worden. Zur Bearbeitung sind mehr als 5000 Fälle Kriegsbeschädigter gelangt, von denen 4S0 die Bernfsberatungskommission beschäftigt haben. Zur weiteren AuS- Bildung bezw zur Ausbildung für einen neuen Beruf besuchten t3 Kriegsbeschädigte auf Kosten der striegSbeschädigten-Fürsorge AnterrichtSanstalten. In 750 Fällen wurden für Kriegsbeschädigte oder deren Angehörige ärztliche Behandlung, Krankenhaus- oder sonsiiar Kurbchandlung aus Mitteln der KriegSwoblfabrispflege gewährt. Obwohl die Kriegsbeschädigten-Fürsorge cm sich Sache des Reiches ist, Hai also die Stadt bereits freiwillig erhebliche Leistungen für diesen Zweck der Fürsorge aufbringen müssen. Zur Errichtung und Leitung fonntäglichrr Freischulen hatte sich ein Verein gebildet zum Besten armer in den Elementar- kermtnissen versäumter Handwerkerlehrlinge und bereit? kon- firmierter junger Handwerker. Durch die Entwicklung de? Ber- Ilster FortbilidungSschulwesenS ist der Zweck de? Vereins längst überholt. Aus diesem G runde bat die Vereinsleitung sich ent- schlössen, der Stadt Berlin da§ vorhandene Vermögen in Höhe von 60 500 Mark zu überweisen. Dte Zinsen sollen dem Berliner ForiblhduztgKschulwelen, sei eS durch llnterstütznng einzelner oder durch Zuwendungen an Anstalten, Verwendung finden. Ein schöner Erfolg. Eine Betriebsversammlung der Siemens& Halske A.-G. lMühlampenabteilung), Eharlotten- bürg, fand am letzten Sonnabend in der Kronenbrauerei. Alt- Moabit, statt. Der geräumige Saal uwd die Galerien waren überfüllt. Ueber die Lohnbewegung referierten die Arbeiterrats- Mitglieder.„Ueber die Frauen und die Revolution" sprach Ge- nossin Luise Zietz unter grosser Aufmerksamkeit der Ver- sammelten, die am Schluß dem Wunsche Ausdruck gaben, bald wieder eine solche Versammlung zu bekommen. Jetzt meldete der Arbeiterrai, daß sich nach der Versammlung 800 Personen der U. S. P. anschlössen und viel« Leser für die„Freiheit ge- woirnen werden konnten. LebenSmittelverteilung� In der Zeit bis Sonnabend, den 7. Dezember, wird an diejenigen Kunden, die in den Speisefett- kundcnlisten der in den Bezirken der 110., 120. und 203. Brot- kommission gelegenen Geschäfte und bis Montag, den 0. Dezember 1019 der in den Bezirken der 110. und 117. Brotkommission ge» legenen Geschäfte(Filialen. Verkaufsstellen) eingetragen find. pro Kopf 125 Gramm Käse berteilt.— Vom 7. Dezember ab werden die bs-Liier-Misch-Krankenkarten bis auf weiteres wieder voll beliefert. Schokolade für Kinder., Die Stadt Berlin gewährt den .Kindern, die in der Zeit vom 1. Januar 1911 bis 31. De- zember 1912 geboren sind, einmalig jeetwa lOOGramm Schokolade in Tafeln, und zwar auf Grund von Bezug- Empfangsberechtigten in den durch grüne Verkaufs fchilder gekennzeichneten Geschäften bis zum 10. De» zember 1918 zu geschehen.' t Entlausungsanstalten. Die Stadt Berlin hat vier gross« Anstalten als EntlausungSbeirieb« in Tätigkeit gesetzt. ES sind die» die Desinfektionsanstalt ll in der Jröbelstr. 15. da? städti- sche Volksbad Gerichtstrasse 05/09, das Volks bad in der Oder- bergerstrasse 57/59 und das Volksbad in der Dennewitzstrahe 24 a. In allen diesen Anstalten, die von morgens 8 bis abends 9 Uhr in Tätigkeit sind, können HeereSangchürig«. HeercSentlastene und bürgerliche Rückwanderer unentzdmich gebadet und entlaust werden. Ein MannschaftSauSschuh im Charlottrnburger SicherhcitZ- dienst. Um jeder Unzusriedenheit und Missstimmung in Kreisen der Charlottenburger Sicherheit� mann schalten vorzubeugen, hatte der Polizeipräsident von Charlottenburg, Volkskommissar Richter, eine Vcrsamiiilung der vom Äenst abkömmlichen Sichcrheiisleute in der Sammelstelle, Oranienstrasse, einberusen. Der Volkskommissar machte den Vorschlag, Fragen,. die den Dienst und die Interessen der Mannschaften betreffei:. gemeinia« mit ihren Vertretern zu bespreche». Er regte daher an, daß jede einzelne Gruppe einen Vertrauensmann wählt, der in den Vorbereitungen zur Wahl eines sechSgliedrigen Ausschusses teil- nimmt. Ein dahingehender Beschiuss wurde nach längerer Dp- Barre,«n der noch MannichaflSwünsche besprochen wurden, ein- st i m m i g angenommen. Die Etrastenbörse im Echönbouser Viertel. Ein Sammel- punki aller möglichen Händler, vom redl che» Händler bis zum Schieber und Hehler, war schon vor der KriegSzcit die Alte Schönhauser Strass», besonders i>» der Gegend des Schnitt' Punktes der Münzstrasse. Jetzt bat sich dort noch weiter nach Norden hin, bis zur Noseuihaler S.raße, eine Börse entwickelt, deren Lebhaftigkeit die grosse Börse an der Burgstratze auch ui ihren Glanzzeiten niemals erreicht hat. Keine Strasse in Beriin ist den ganzen Tag über so bevölkert wie diese alte Schönhauser. Besonders anffallend stecht von den übrigen Strassenbildern hier die Gruppenbildung ab. Die Leute haben es gar nicht eilig, hasten und jagen nicht hin und her wie anderswo, sondern stehen h>er und dort in dichten Massen um einzelne Leute herum, die urplötzlich mit Paketen oder losen Sachen aller Art auftauche» und durch geheimnisvolle Winke und Zeichen das Publikum au sich fessesn. Es sind berufsmässige und Gelqacnhei!?händl�r, die alles möglich« seilbieten, natürlich alles ohne Bezugsschein: Seide und Zwirn. Stiefel und Mützen, Strassen- und Gesellschaft� «mzüge, selbst lleberzieber und Röcke, die sie, au? dem Körper tragen. Endlich haben sich auch Leute auS der Provinz auf dieser Börse eingefunden. Sie bringen seltene Lebensmittel, Fleisch und Butter. Speck und Eier und was es sonst auf dem Lande noch gibt. Der Händler, der seinen viel zu weiten oder auch zu engen Winierüberziehor oder den Rock, den er über den eigene» gezogen hat, verkaufen will, xtebt mit den Kauflustigen aus den nächsten Hausflur, um in der Eck« idinier der Tür anprobieren z» lassen. Die Lebensmittelhändler sind noch vorsichtiger. Jbr.c» ist der Flur noch n.cht sicher genug. Sic gehen die Treppen bis in den dritten oder vierten Stock hinaus und wickeln dort auf de» Absätzen ihre Geschäfte ab. Di« Lebensmittel sind heute als Tauschmittel viel wertvoller und begehrter als Geld. D-eseS spielt überhaupt eine untere Rolle. Denn auch die Leute vom Land« nehmen für ihre Ware Teber wieder andere, die e? im Schleichhandel der Stadt mehr gibt als drcrussen. Der Rat der geistigen Arbeiter hielt am 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Blüthnersaal seine erste übernillte Versammlung ab. Die Zahl der Redner und die Wahl der Tbcmala bekunden, dass e» eine programmatische Kundgebung, eine grundsätzliche Stellung- »ahme zur Revolution und zur sozialistischen Republik-ein soll. Sämtliche Referenten bekannten sick voll ebrlicker Leidenschaft, wenn auch vom Standpunkt des wissenschaftlichen SozialiS- muß oft in unklarer Weise, zu den neugeschaffenen Verhältnissen- 4. Mänuer-Abt. Turnverein„Fichte". Den heimkehrenden Genoffen zur Kenntnis, dass wir jetzt jeden DonnerSiag und Sonnabend von 8—10 bei der 18. M.-A. in der Turnkalle, Rostockerstr. 92, tdrnen. Jnkolge der früheren Polizeistunde be- ginnt unser 24. Stiftungsfest am Sonnabend, 7. Dezember, im Stadttheater Moab-t bereits nachmittags um 4 Uhr. Kreis Rieder-JBarnim. Am Freitag, den 0. Dezember, abends 8 Uhr, findet ftr sämtliche Funktionäre der unabhängigen Partei in Nieder-Barnim im Cafö Bellevue am Bahnhof Stralau» RummelSbarg eine Kreisfunktionärkonferenz statt. Mitglieds» buch legitimiert. Der Kreisvorstcmd. I. A.: P. Brühl, Berlin O. IIS. Neue Bahnhokstr. 91. Charlottenburg. Der ReichSbund der KriegSbesthädigten unt ehemaligen Kriegsteilnehmer halt seine Monstsversammlung am Sonntag, den 8. Dezember, vormittags 9dh Uhr, im Volkshau� Rosinenstr. 4 fkleiner Saal), ab. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. Dezember, vorm. 9 Uhr, Papvelallee 15/17; Neukölln, Idealkasino, Weichselstr. 8, Obcrschöneweid«. Wilhetmincnhosstr. 48 bei O. Pomp: F«)' religiöse Vorlesung 10 K Ufir, Kl. Frankfurier Skr. 6: Vac cag von Frau Marie Krisch«. Gäste willkommen. Oranienburg. Die auf Nr. 134 der Lebensmittelkarte ange» meldeten Teigwaren werden am Freitag und Sonuabeud. den 6. und 7. d. M. gegen die entsprechenden QuiitungSmarken durch die Verkaufsstellen ausgegeben, bei welchen die Anmeldung, er» folgten, und Mar je Kopf 50 Gramm zum Preise von 88 Pfg. j« Pfund. Die Verkaufsstellen haben die Abschnitte am Montag, de» 9. d. M., mittags 12 Ubr, im LebenSmftielbüro abzuliefern. We fteoie öeffenlliche Suchdrucker- Bsrsainmluugi-r Grotz-Lerlin am FreUag, den«.»ezembee, adend» 7k Uhr. jn den ggag-gc- lestsiUe«.«enkdlla.«ergftratz« IS». »-ge»»»»»««»: Lie�swerkschafiev vor u. während der Beootafion» Reserent: Paul Lange. Freie iUudlprach«. AM»!! Evibenisti! Taairi«ngelmeyer. Meiler! Frontsoldaten, Urlauber, Deserteure! Am Freitag, den 6. Dezember, nachm. 4 Uhr: 3 sroße Protest-Uersummlunsen. GermanlasBle, Chausseestr. 110, SopÜllensSSe, Sophienstr. 17/18, AndreassSla, Andreasstraße. Tagesordnung: Unsere Reehtlosmachung durch den Groß-Berliner Soldatenrat. Referenten; Budich, Rohnc, Schulz- Der Groß• Berliner Soldatenrat hat baschlossen, Eure gewählten Vertreter nicht anzuerkennen. Wir rufen Euch zum Protest auf! Erscheint in Mannen I Frontsoldatenrat. Der Rat der Urlauber n. Deserteure. Aul Grund des Abkommens mit der Oe- werkschaftskommission für Berlin und Um- gebung; Arbeiter der Metallndustrle, des T ransport- und Fuhrwesens, der Chemischen- und Bauindustrie, sowie der Industrie für für Stein und Erde aus Betrieben, die weniger als 40 Arbeiter beschäftigen, erhalten billige Kleidung gegen Abgabe eines Bezugsscheins nnd eines Ausweises vom Arbeitgeber, In der K. V. G., Abteilung für Arbcitervcrsorgung, Berlin SW., Kommandantenstrasse 82. Verkaufszeit 9— 12 nnd 3-6 Uhr- iiuiiitai Verb Vorsitzender: and G. Jacob, der Bertin. Hausarztvereine Waidcnser Straffe 5. Tel. Moabit 3915. Arbeiter! Neukölln! Frauen! Freitag, den 6. Dezember, abends 7'/, Ahr, in den Passage-Festsälen, Bergstraße 152/53 Große öffenlllche Volksversammlung. Vir fordern ein Ministerium iiir vliiks eiundileil. Referent: Genosse _ vr. ZuliuS Moses. 2 Dlskussion. Arbeiter und Frauen erscheint in Massen. Die Einderufer: G. Jacob. A. Mucha. oo��eeee a Welibekannt und anerkannt Ist der VervlelüJtlgungs- Apparat Sehapirograph. Wieder mit echten Glyzerin-Roüen lieferbar! T»deilos scharfe Ahziice von Mandschrllt, Maiclilnen- schrlll oder Zelchaun. Elofachlte und praktischste Haodhabum. Bllllssler and bester VervlelfSltiguaKS- Apparat. Afafl vertante kosraalrcl Prospekt und Druckproben. A. Schapiro, Berlin c., Stralaucr Straße 56. »j» Nachruf. Sozlald. Bezirkswahlvereln Llcblenberc, U. S. P. D. Am Sonnab., den 3a Nov. 1918 starb unser Oenossc Richard Fiedler. SophlenstraBe 13, kaum vom Militär zarackgelcehrt. an der Grippe.— Ehre selnctn Andenken! 5. Viertel. 7a Gruppe. (Beerdlpine bereits erfolgtD Geuoffe»! werbt Le>er für die „Freiheit" Unabhängige Sozialdemokral. Varlei, I. kreis. Zahlabend Cenneben»,»e« 7. d»zember Isis,«den»« 7 Uhr»»»I 3 äffe» Roßstroße 6. Tagesordnung: 1. Generalversammlung. 2. Delegierten wahll ) Das Büro deS Kreises befindet fich Neu» Zrieörichflr. 10». S. Stock, bei Seovss» Echüning. Dortseldst Bestellungen auf„Die Freiheit' und Aufnahme neuer«Agiieder für die U. S. P. z. L.: Mecke, Schriftführer. ?�UI. CA�SIRER VERLAG Sozialistische Schriften zur Revolution KARL KAUTSKY Habsburgs Glück und Ende. Praia 3 Mark. Du Buch vom Kampf der Nationalitäten Und der Revolution in der alten Dooaumouarchie. ßrtsverein HeuKölln der li.S.P.D. �rauen-Zahlabend! Am Freitag, de« E. dS. MtS.. abends 8 Ubr, findet bei Picknick, Ockerftraffe k». ein Frauenzahlabend für den I«. Bezlrt statt. Da» Erscheinen aller Genossinnen ist unbedingt not. wendig. Der Bezir'Sleiter. NeuköHn. U. S. P. D. Am 3. Üerember verstarb nach kurzer schwerer Krank heit unser braver Genosse, der WcrkzeuKmacher Julius Stodt, 18. Bez. Die Beerdigung findet Sonnabend, den Z.Dezemoer, nach mittag Uhr. auf dem Neu kö.'lner Gemeindefriedhof. Maricadorfcr Weg, statt. Er war der Besten einer. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Neukölln, IX. s.-p- Nachruf. Am ZV. Oh-drr vechurb unser Strwtie Sari Schwrrlftgtr. Bergstr. IN. 9. Beztrl. Am 24. November Mtjlutf) unser Genosse Frid ftrrrap, Le�estr 16. 17. Bczlr«. 3ot elusten SBoden ver- itart(in den Folgen einer ichu»eren Verwundung In einrm LazareN 0«S Mellens unser Umchdoiiger Genosse ititlitidj Zchmiankr, 2Ü. BeUil. Ihr Anoenlen wird in Egren hall» cyrtsverein Nenköll der kl.-. p. i I