kt actw beh» e i ni' ncto franker ■eit n An. nd. ti> t i!* läSti'k ch»»! . sollSI! >cn. Ko.i> für t# lännei n, oÄ 5. T-- lo.me«' Z.euao >euts4' einer ffagunö ind ir a T'- .-er da montt' Redalusn� Berlin NW H Schlsfbanerdamm ISIII. Fernsprecher- i>m> Norden und ein« s!�."�reiheil" erscheint zweimal ISglich, morgen, und nachmittag«, an d..n» Fesilagen nui morgen». Der Bezugsprei, beträgt bei freier OUltellung ins Saue für Grod-Beriin monatlich S M Für die Erledi- sang auswärtiger Bestellungen ist vorherige Einsendung der Bezugs- «k-ld-rlich.- Die.Freiheit' ist Im ersten Nachtrag der Post. »eilunggliste für IStst eingetragen und dostet bei direktem Postbezug i>ie Bestellgebühr monatlich 2 SM., bei Zusendung unter Streifband< M. Verliner Organ Expedition:«erlln NW«. Schlssbanerdanim ISIV. Fernsprecher: Amt Norden>>««7 und II« vi. Inserate kosten die stebengespaltene Nonpareiilezeile oder deren Rau« 7U Pf..Kleine Anzeigen' da» settgedruckle Wort ZV Pf., jedes weiter« Wort lb Pf. Die dreigefpallene Reklomezeile 8 SM., Teuerungszuschlag •80 Pf. Bei Familienanzeigen. Versammlungsanzeigen von Gewerk» schaften und politischen Organisationen fäflt der leuerungszuschlag sort. Inserate sür den darauf folgenden lag müssen spätesten» bi» S Uhr abend» bei der Expedition, Schiffbauerdamm 1l>, aufgegeben fein. der wabhöngigen SoziMemolralischen Jertei SeuWands Sonnabend, den 14. Dezember 1018 Nummer 54 Vafsenslillstmh bis zum Wliminursriebe«. Deutsche TM sür die deutsche Revolution! Reue Abmachungen der Tusienslillsiandslommisflon. Verlängerung des Waffenstillstandes.— Die neutrale Zone.— Die Lebcnsmittclzufuhr für Deutschland. . Der Waffen st il Ist andsvertrag wurde am »o. Dezember vormittag im Salonwagen des Aar sch all? Oroch in Trier verlängert. Der Wortlaut des Abkommens ist wie folgt: Die Unterzeichneten, vrrselirn mit den Pollmallste«, kraft �trrn sie den llSassensiillslundsvertrag vom 11. November 1S18 �ntrrzriätnct haben, haben solgrndes Zusatzabkommen abgrschlossen. 1. Tie Dauer des am IL Nouember 1018 abzeschlossenen tffenstiustande» ist um einen Sistonat verlängert wor» �n, bis zum 17. Januar 101!>, 5 Uhr vormittag». Diese Per. »ngcrung um einen Monat wird unter Borbelialt der Zustim jjung der alliierten Megierungen bi« zum Abschluß de Präliminarfriedens ausgedehnt werden. f.?. Die Ausführung der Bedingungen des Abkommens vom *1. November, soweit dieselben derzeit noch unvollständig verwirk. ilcht find, wird sortgrseqt und in der Zrit der Verlängerung des �nfsenstillslandes zu den von der inten, gtionalen Wafsenstill» uindstommission festgesetzten Borschriftea nach den Weisungen deS Oberkommandos der Alliierten zum Abschluß geführt. ." Folgende Bedingung wird dem Abkommen vom 11. Zlo. pdilicr 1918 hinzugefügt: Tos Oberlommando der Alliierten be "°lt sich vor, von jetzt an, wenn es dies für angezeigt er �lhlet, und um sich neue Sicherheiten zu verschafsru, die neu Z« n e a u f dem rechten Olhe in ufer, nördlich des «oiner Brückenkopfes und bis zur holländische» Grenze zu bt» j'hen. Tirse Besetzung wird von dem Oberkommando der Alli- ittc»« Tag, vorher angezeigt werden. Trier, 13. Dezember 1918. gez. I. Fach. A. H. W-myna.«dmiral. llez. Erzberger, A. Obrrndorss, v. Winterfrldt, Pemselow. � Die Klauseln, welche bie Verlängerung deS Vertrages zum Abschluß des Präliminarfriedens stmne die vor �nge Anzeige vor Besetzung der neutralen Zone vom Kölner Brückenkopfes bis zur holländischen Grenze betreffen Mrden auf Vorschlag deS Staatsietretärs Erzbcrger in das Abkommen aufgenommen. � Zu Beginn der. Sitzung teilt« Marschall 'toch in« Namen des amerikanischen Lebens- �ittelkontrolleurS Hoover mit, daß die in Deutschland liegenden 2,5 Di i 1 l i o n e n Wonnen SchiffSraunl unter Kontrolle der Alliierten zur Versorgung Deutschlands �'t Lebensmitteln zurVerfügung ge stellt werden müssest. «.„..Zu der Erklärung des Ausdruckes„Kontrolle der �mierten" in dem Sinne, daß hierbei die Schrff? felbstver lGädlich deutsches Eigentum verbleiben und deutschen Besatzungen versehen werden f.? n n t e n, anituortete Man'äiall Foch im Prinzip zu. stimmend. Aus den weiteren Bestimmungen ging sodann Jtervor, daß diese Versorgung mit LebenSmit � l n von zw ei Kommissionen geregelt werden Der ein', welcher LcbenSinittel aufkauft, hat ihren �ltz in Paris, während die mit der� Verteilung uird dem >ranKport beauftragte Kommission ihren Sitz in London T�l- Staatssokretär Erzberger erklärte sich mit dieser Rege- deS Transportes und dieser Benutzung deS deutschen MiffSraums einverstanden, und Marschall s�och »�le zu, dieses Einverständnis dem LebisnSmittelkontrolleur e�°ver zu übermitteln, damit die Verhandlungen zwischen Schissabrtsssackwerständiaen und dem A-'Sschuß, der �'lsch-pseitz für die Einführung von Lebensmitteln ein- ist, crlSbald ausgenommen werden können. Diese ver- �"b'ungen«werden nicht in Tpaa stattfinden. ? Aiit der Debatte ist weiter hervorzuheben, daß die A b- �e de» BerkehrtmaterialZ auf Grund der Lorsch lägevor sich g«henwird, und in der Weise, daß biS zum 1.�. Januar lstlst die auS- �e-'rnden LMY Lakanioti-'m. Erk"'�abnwoien P® SDM Lastkrs-stwogen übergeben sein werden. Ter ��iche,«ach fangen Verhandlungen angenommene Vor« Tage vom 18. Dezencher an tagkich 11l) Lokomotiven und 21lX> Wagen, sodann rväbrmd der übrigen 20 Tage je 150 Lokomotiven und 3200 Wagen abgeliefert werden. Der französisch« Vorschlag aus Ablieferung in kürze« er Frist drang nicht durch. Insbesondere gelang es auch, die von französischer Seite vorgeschlagenen Straf- Vorschriften im Falle der Wlieferung von Material, dessen Zustand für nicht genügend«Märt wird, zu mildern. Die Wahlen zur preußischen Konslikuante. Die Preußische Negierung hat bestimmt, daß die Wahlen zur verfassunggebenden Bersamm- lung in Preußen acht Tage»ach den Wahlen zur versassnnggebcrrde?. dentschv7 Nation a> versa m m lu u g stattfinde» sollen. Eine ZSlschung. Beniner Zeitungen lassen sich vom„Holländischen NisuwS Bureau", das bekanntlich für die früheren Negis» rungen der Mittelmächte gearbeitet hat, folgende Nach- richt drahten, die sie selbst als„sclltsam" bezeichnen: .Der britische d:»hl? ose Dienst veröffentlicht folgende Mel» düng: Die gegenrevolutionäre Bewegung in Berlin will einen Bürgerkrieg. Dessen Ausbvuch würde, wie verlauiet. besonders bkulig werden. Daher begrüßt das Volk die Hilfe der Alliier- ten und verlangt, dah sie ihre Befehung bis nach Berlin zur Auf» rechtevhaltung ver Lodnung ausdehnen." In Wahrheit lautete der englische Funikspvuch folgen- dermaßen: Die konterrevolutionär« Bewegung bedroht Berlin mit dem Bürgerkrieg. Tai Volk erbittet den Boiiland der Wiierten und ersucht sie, ihre Besetzuno bis nach Berlin auszudehnen. Inzwischen wird behauptet, daß die Alliierten Deutschland bekanntgeben, daß sie den Frieden nur mit einer wirklich verantwortlichen Regie- rang schließen würden." Dieser letzte Satz, den die holländische Fassung einfach fortläßt, gibt der ganzen Nachricht ein völlig anderes Ge- ficht. Der englische Filnfspmch sagt ausdrücklich:„Inzwischen wird behauptet, daß die Alliierten usw.". d. h.„eS ist nicht wahr!" Es ist nicht wahr, daß die Alliierten der DeutslJfcn Negierung auch nur irgend etlvas bekanntge- geben hätten über eine Absicht, keinen Frieden zu schließen. Man weiß ir. England nichts davon, man erfährt es erst auS Deutschland, wo es„inzwischen behauptet >v i r d". Das dürfte für jeben anständigen De-Mn Mcrhmmg genug sein, vor soschen Behauptungen sich zu hüten, mit denen man in England nicht operiert. Auch der Satz in der holländischen Meldung, daß der Bürg.'rkrieg in Berlin besonders blutig sein wird, befindet sich nicht im englischen Funkspruch. Di«Weitergabe der Meldung, die einenSatzwe niger und einen mehr enthält, kennzeichnet sie als«in« bewußte Fälschung. Lebensmilkelzufuhr und NMMvmammluna. in Di« Vorstellung ist weit verbreitet, daß bie deutsche, fr» jede proletarische Revolution nach Gesetzen verlaufen werde, wie sie der Gang der russilckien Revolution vorgezeichnet habe. So verbreitet die Vorstellung ist, so falsch ist sie. Es ist zunächst ganz unmarxistisch gedacht, daß in sozial so ganz verschiedenen Ländern, wie in dc.u Agrarland Ruß- land un-d dem kapitalistisch fortgeschrittenen Deutschland der politische Ausdruck der sozialen Umgestaltung der gleich« sein könnte. Die russische Umwälzung war getragen von dem Pro- lelariat emiwer Industriezentren einerseits. w| dem revolutionären verelendeten Bauerntum andererseits, unterstützt in der ersten Pliase fast von der gesamten, durch- au» oppositionellen Gesellschaft. In Deutschland fehlte diese Unterstützung, fehlt vor allem daS revolutionäre Bauerntum. In Rußland ver- langte das Bauerntum vor allem Land. Die Bauern ver« ließen die Armee, so schnell sie konnten und verteilten das Herrcnland. Sehr gegen den Willen aller Sozialisten, auch der Bolschewiki, die die Vergeselllckjastung deS Grund und Bodens beabsichtigten und nicht die neu« Verankerung deS Privateigentums durch Schaffung des bäuerlichen Besitzes. Aber die Ereignisse hatten hier wie in vielen anderen wirt- schaftlichen und politischen Fällen zwangsläufigen Eliarakter und kümmerten sich nickt um die Dekrete der Bblschewiki. Nicht eine sozialistisch« Umwälzung vollzog sich hier, son» Lern die bäuerliche Revolution verlief analog der franzö- fischen 1789 und endete mit. der Vesestigung und Neil» schassung klein- und mittelbäuerlichen Besitzes. Mit ähnlichen Folgen wie in Frankreich. Sobald die Dauern ihr Land hatten, kümmerten sie sich nickt mehr um das Schicksal der Revolution, wurden zum Teil gegen- revolutionär, zum Teil völlig indifferent. War früher nach dem russischen Sprichwort der Zar weit, so war jetzt der Bolschewik weit. Diese Indifferenz der Bauern erklärt zum großen Unistand, daß die Bolschewik« sich so lang« an der Mackt erhalten konnten. Ihre Herrsckwft erstreckte sich faktisch über die Industriezentren und berührte die großen bäuerlichen Massen, die jetzt Land und Frieden hatten, verhältnismäßig wenig. Ganz anders in Teutschland. Hier ist eS gerade daS Bauerntum, daS von der Revolution am wenigsten berührt ist, das dem konservativen und klerikalen, gegenrevoluti«» wären Einfluß lsickt unterliegt. Und die sozialen Ver» häitnisse aus dem Lande sind ganz anders gelagert ÄS in Rußland. Der Landhilnaer der Bauern«st geringer, sie sind ift ihrer überwiegenden Mehrzahl nicht verelendet, son- der» haben während des Krieges ibre Einnahmen mißer� ordentlich gesteigert und uns stobt, selbst wenn sich Sozia» listen dazu ohne weiteres entschließen sollten, gar nicht Gro'-'-'-'mdbesiz genug zur Verfügung, um ihn unter die Bauern auszuteilen. Das deutsche Bairerntum ist zudem politisch recht aktiv. In Rußland, das jäh vom Zarismus zur Republik überging,«rar die Bauernmasse an politische Washington,-l l. Dezember. kReuter.) Di« in den Betätigung kaum gewöhnt. Dort blieb sie, nachdem sie'ihr aiiSländiicken Blättern gebrockste Meldung, wonach'Land hatte, wieder politisch unfähig, dort war eS denk» Staatssekretär Lansing erklärt habe, daß bar, die Cowjetdiktatur aufzurichten. In Deutschland keine Lebensmittel nach Deutschland g e»! niüßte ähnliches stckon an dem aktiven Widerstand der länd» sandt würden, bevor die R a t i o n a l v e r s a m m» i lichen Masse scheitern. lung gewähltsein wird, wird für unrichtig Aber auch rein politisch gesehen, weist die russische Re» erklärt. W das wahr? 'S» ficht im einzelnen vor, daß während der ersten zehn I beschränken werde. Vrns, 18. Dezember. Der. M a t i n* berichtet, daß M« d e n t 1 ch e n Delegierten, in Trier am �onverStag an die Vertreter der Entente daS Ersuchen ge> richtet hätten, ihre Truppen zu verstärkLN. um den deutschen Behörden die Herstellung der Ordnung zu er» leichtern. Der„Matin" glaubt indessen, daß die Entente rhre BeiatzungStriippen in Deutschland auf ein Mindestmaß volutron Züge aus, di« in Teutschland nicht zutreffen. Die russischen Botschemiki, die nach der Revolution von 1905 die ersten Dumaivabten bovkottiertcn und sick acrade dadurch sür den weiteren Verlauf der Revolution selbst ausgeschaltet hatten, führten den Kampf gegen die Regierung Kerenski, die noch mit der Tuma arbeitete, gerade unter der Parole der möglichst schnellen Einberufung. der Konstituante unter Berufung aus daS demokratische Prinzip. Erst alS sie in der zweiten Phase der Revolution zur Macht aekom» men waren und saben, daß die zusammentretende Kovi'ti» tuante keine bolschewistische Mehrheit habe, lösten sie di« Versaurmluna auf mit der toieder rein demokratischen Orfftrlrnnfl, daß die Ausmllmensetztma nicht mehr dem unter- oet eingetretenen Ninschwuna in der Aufsasiung der Wich- ler entftjrödw. Später erst gingen sie dazu über, die t?on- ftttuante und dat gleiche Wahlrecht überhaupt zu verwerfen und die dauernde Diktatur der Sowjet« zu proklamieren. Dies« Diktatur haben sie dann durch den Terror ergänzen müssen, nicht noch ihrem freien Willen, sondern wieder ge- Kwungen durch den Larrf der Ereignisse, ein Terror, der nicht nur geg-m die Bourgeoisie, sondern gegen büuerlirh« und proletarische Vertreter, gegen Sozialrevoluvionäre und Menschewiki angen'andt wurde. Zur Macht aber kanien die Boncheiviki keineöweg» etwa durch ihr Eintreten tür die Sowjetdiktatur, die sie erst nachher betrieben, noch durch die Agitation für die(hm- Eituante. Zur Macht brachte sie die Rebellion der rmee, die um jeden VreiS Brieden haben wollte, wäh- rend da« Minisierium Kerenski mit den Menscivwiki- Sozialisten eine neue opfervolle Ostvnsrv« auf Drängen der Entente begonnen hatte. Sie waren die einzige ZriedenS Harter, und all foJd* kamen sie zur Mackrt, während die Menschewiki, die anderen Sozialisten, durch die Offensiv« mit kompromittiert waren. In Deutschland liegen die Verhältnisse ganz ander«. Hier hat die Nebellion der Soldaten bereits stattgefunden, die Eiirsetzung der jetzigen Regierung est rbr« s�olge, und diele Regierung denkt selbstverständlich an keine Wiederausnahme de« Kriege« und hat daher auch nickrt die Armee gegen sich. E« ist gar nicht einzusehen, Söder die Kraft kommen sollte, die von link» her diese egierung in einer neuen Revolution stürzen sollte. Auch svenn man damit redmct«, daß die Rot und Arbeitslosigkeii ha« Elend der Arbeiter steigern sollte,«ine Rechnung, die «Inn Glück recht zweifelhast ist. so ist unter deuttchen Ver- hÄtnissgn und bei dem nicbt allzu starken Maß, in dem die kevolittion die Massen in ihrer Oesaintheit erfaßt und um> gebildet hat. nwit eher zu befüichten, daß eine solck)« Gnt Wicklung die Gefahr von recht» stärken würde. Dazu kommt, daß die demokratische Ueberzeugung, nach deren Einpflanzung in die Köpfe und Herzen der Arbeiter- vevölkerung die ganze Tätigkeit der deutschen Sozialdemo- Iratie wie die aller anderen, auch der nissischen Sozialisten. ridstet war, ganz ander» Wurzel gefaßt hat al« etwa Rußstmd. Hier bedeutet der Versuch einer dauernde» Diktatur nickst nur den Bürgerkrieg, er bedeutet, daß der Krieg innerhalb der Arbeiterklasse selbst puSbräche, gerade in dem Augenblick, in dem die Gegen- «volittion ihre ersten versuche zur Abwürgung ber Revße httion unternimmt, in dem die Einheit der prole- tarischen slkront cberste» Gebot ist. Es kann ja gar keinem Zrwrfel unterliegen, daß große 'eile der Arbeiterschaft, wohl ihre große Mehrheit, ebenso e die der revolutionären Organe der Slrbeiter- und Sol- tenräte iür die Einberufung der Nattonalversammiung d. daß sie festhalten an der alten sozialdemokratischen leberzeugtlno. für die die Entrechtung irgendeines Teil« Volkes unannehmbar ist. Dazu kommen die Notwendigkeiten de? inneren und qußeren Politik, die die Einberufung vergangen, dazu kemmt, daß«ine Diktatur gegen den Willen der Diktatoren — denn ein großer Teil der Arbeiter- und Soldatenrät« will die Nationalversammlung—- ein« blanke Unmöglich- hü ist. Und dazu kommt noch, daß wir auf dem Weg der Wahl- rechlSentrechtung gar nicht einhalten könnten. Ursprünglich dachte man bei den Wahlen zu den Arberterrätcn an ein Wahlrecht, das alle„Kopf, und Handarbeiter" wählen ließe. inn bliebe ein« so klein« Minorität von Rentnern, kapi- istischen und proletarischen Rentenbeziehern, ausge- lösten, daß die Entrechtung praktisch unwirksam bliebe. halb denkt man jetzt schon daran, die Arbeiterräte nur Rehr in den großen Betrieben wählen zu lasten, was also rett« große proletarische Schicksten entrechten würde, wohl da« beste Mi�-l, um sie der Sack)« de« Sozialismus feind «u mack)en. Und dabei bliebe es nicht— auch in Rußland Jlaubt« man viel früher haltmachen zu können und wurde nmer weitergetriebep. Di« Opposition gtgen die Nationalversammlung ist also nicht nur in Widerspruch mit unseren Prinzipien, sie ist politisch völlig aussichtslos. Hätte sie Erfolg, so würde sie sticht den Gegensah zwischen Bürgertum und Proletariat d«rt!«!en, den Klassenkampf verschärfen, sondern einen D»il der Arbeiterklasse demandcren«nt- gegen stellen, den einen Teil an die Seite de« Bürgertum» treiben und dem Bürger- tum schließlich den Triumph über da« ge- Ivaltene, geschwächt«, zerrissene Prole- tariat mit Sicherheit verschaffen. Deshalb lehnen wir die Taktik der Spar- ß a k u« g r u p P« ab. Wir lehnen sie prinzipiell ab. weil sie'unseren demokratischen Grundsätzen widerspricht. wir lehnen sie p o l i t i s ch ab, weil sie bei der inneren und Äußeren Lage Derttsästands undurchführbar und schädlich tväre. Wir lehnen sie als utopisch ab, weil die revo- tutionäre Lag« Teutschland« grundverschieden von �«r Rußlands ist. weil nicht« uns zur Erwartung berechtigt, daß eine zweite Erhebung erfolgen werde, deren Ziel« die Erreichung der Rätc-Diktatur war«. DaS besagt nickst, daß die Revolution nun definiliv «esthloilen sei: wir können nicht wissen, ob gegenrevolutio- stäre Bewegungen im Innern oder iozialrevolutionäre im Ausland nickt auch der ipezisisch revolutionären Aktion neue Iinputie verleihen werden. Jetzt aber, für den Augenblick. Jilt e» die n ä ck. kt e revolutionäre Pslickst zu erfüllen, die Ar- «it für die Wahlen. Der Aufruf unserer Parteileitung hat reckst, in dem e« hieß: „Der Streit, wann die Konstituante zusammentreten t»ll, ist jetzt ein müßiger. Jetzt gilt es. die p»l i t ii«b« Situation auszunutzen, im Interesie der Ar. beiterklnsse zum Liege der Unabbänaigen Sozialdemokra- tischen Parter." Zum Vorstoß Zehreubachs. yi« die„Rat.-Ztg." hört, wird der Präsident de» Meich«t»g,», Herr stehrenbach. in«in«r Erklärung seinen Tlnndpunkt gegen über dem Rat der Volksbeaufiragten rechtfertig«». Tä m t. liche blirgerlich« Parteien stehen nach di«i»r H ii c 1 1 e hinter'drm Präsidenten, lieber den Crt der Eiub.'nifung sei noch keine definitive Siiticheidung getroffen. Für nni ssünfchenSivertesten werde setMtventändlich die Einberufung de« Reichstage» nach Aerlin gebatten! und sie solle euch dorthin erfolge,, für den Kall, deß die.Re-stcrung geneigt sei. dem Reich». tag den entsprechend in militärischen Lchutz zu gewährleisten. Alle» in ollem darf man wohl annehmen, daß die entschieden« Absage der Retchdregierung an den übereifrige« Herrn ttj« Präsidenten seinem Eifer«ine« Dämpfer aufgesetzt hat. Verlegung des Wahlkemlns für die Valionalverfammlung? tvekcunrltich war sich der Rar der Volksbeauftragwn nach länger«» Erörterungen«tnig geworden, die Wahlen für die St a t i o n a l o« r s a m m l u» g. txwbkhaltnch der gusrtmmuny de» gentralrat» der Arbeiter- und Goldatenräte, auf den ls. Februar anzuberaumen. Dies« lerminfestsehung war ein wettere« Entgegenlonunen für jene, die«rf eine müglüchst rasche Bevufung der Koustituaiile drängten. vielen von ihnen genügt« dieser Termin aber noch nicht. Sie begann«», einen noch srü Heren Wahltag zu fordern, lind nicht trat die Burgerlirlien dräiigien auf Veschteunigung» allmählich fanden sich auch bei den Alehrheitesogialisten tmm« mehr Be- fürworter eine» früheren Termin». Jetzt scheint man in dieser Partei Neigung zu haben, den Ein- sluß. den man in den maßgebenden Stellen zur Herbeiführung eine» früheren Wahltag» aii«zumitzen. Der„Vorwärt»" schreibt an der Spitze setner Freitag-Äbendaulgabe: Infolge der aktgriiietnen Lag« und einem stürmisch ge- äußerten Wunstte der Bevölkerung wird vermutlich di« Wahl der Nation« l ve rsa m m tu ng zu einem früheren al» dem ursprünglich angenommenen Termin stattfinden. Di« Betör- den haben bereit» begonnen, sich mit dieser Möglichkeit oer- traut zu machen und ihre Arbeit darauf einAuslellen. E» ist nicht einzusehen, welch« ltmsiände jetzt auf eine Um» änderung der gefaßten Vorschläge hindrängen sollten. In jedem Falle muß die endgültige Terminfestsetzung dem Zentral rat überlassrn bleiben, der ja in Nwnigen Tagen sein« Bevalungen beginnt. Kenn der„Vorwärts" sich so ausdrückt, all ob die frühere Termins ctzung bereit« so gut wie sicher fei, so ist da« ein« Anmaßung. Der Zentralrat wird abwägen müssen, ob wittlich schwerwiegend« Gründ« für einen baldigen Wahltermin sprechen oder ob sich nicht t«n Fntersse einer möglichst weitgreifenben Aus- kISrung und einer gründlicheren Vorbereitung der Wahlen eine Hinaueschiebiing de» Wahltage» wenigsten» bi» zu dem vom Kabinebl bereit» in» Aug« gefaßten Termin empfehlen sollt». Anberechstgle Vorwürfe. vor einigen Tagen erließ der Rat der volkTbeanf» tragt«n eine Bekanntmachung gegen Eingriff« der A- und E.-Nät« in die$ i eff cf reihest, wie sie mehrfach vorgekommen wären; so sei in Leipzig«in« Zeitung mit Htürmung and Zer- störung bedroht worden, wenn st» einen bestimmten Bericht bringe, und an den PiakalsLuten sei zur Selbsthilfe gegen diese Zeitung aufgerufen worden. Gegen dies« Darstellung wendet sich unser Leipziger Partei- organ, di«„B 0 1 k» zettu n g'. Der Leipziger A.» und S-Rnn siritik sammeln ließ.«lachdem dieselbe beendigt war. begab B jeder einzeln« Kon.pagrrrejührer zu seiner Kompagnie zurück uv gcw soigend« Befehl«: J 1. Sämtlich« Soldaten haben ihre roten Abzeichen� entgegenritt, um dte Truppen zu begrüßen, wurde von den zieren kaum beachtet, ja von manchem dieser Herren sogar Hohngelächter empfangen. Ein Offizier erlauble sich die�Frechlwit. darauf aufmerksam zu machen, daß dort, wo� Gardetruppen hinkommen, dies« von den A� und S.-Räten weitere« auch die Komm-indogewalt bekommen müßten. An tck entschlofienen Verhalten je» IL« und S.-Rate» Trebbin scheittl' jedoch diese schön« Absicht. J s» ist also nicht zu dettennen. daß Offiziere und et« Bürger Hand tn Hand gegen die hiesig« Garnison und den � und S->Rat gearbeitet haben. Was da» sür Folgen haben kon-- ist diesen Leuten i«i keiner Weise bewußt grwrsen. Die Darnil Trebbin, die t e« u a u f v e m B o d« n d«r0t«t»»lutt»» bedurfte nur eine» Kotte», um ihre Freiheit auch gegen Machenschaften zu verteidigen. Man kann«» nur dem besonne� Verhalten der Führer de» Trebbiner A.- und S.-Rat«» verdanl� daß e» zu keinem Blutvergießen gekommen ist, welche» schw� Folgen nach sich gezogen hätte. Jedenfalls zeigt auch dieser Vorfall wieder, mit Mitteln da» alte Regime kämpft, sich wieder auf den Thron* setzen. Aber zu spät. Wa» Arbeiter und Soldaten sich tn jeh� langen Kämpfen errungen haben, ist ihnen nicht mehr zu neh»� Scharfe palreneu gegen A.- und S.-Me. In Nr. 48 der„Freiheit" hatten wir den Befehl eine» pagnieführer» Roge im Jnf.-Neg. 4S3 verSffeiltlichl, in dem � die Auflösung der B.» und S�Nät'e ankündigte und dl« BuSg� scharfer Patronen für diese Zweck« mitteilt. Wie un» jetzt von einern Mitglied de» ZentralsoldatenraR der V. Armee, zu der da» genannte Regiment gehört, mitgeU� wird, handelte e» sich bei den zitierten Auslasfungen nur ein« persönliche Meinungsäaßeruiig de» Roge, n>cht um einen tl* häherer Stelle ausgegangenen Befehl. In einer Saldalenrsck' fitzung der Division, in der die Aeußerungen llloge» zur Spc»� gebracht wurden, betont« der DuzifionS-Adjutanl, daß sie � Division nicht zur Last fallen könnten. Unter dem Beifall se>� Kameraden erklärt« dann ein Mitglied de» Rate» noch auSdri� [ich, daß die Soldaten der Division alle» unternehmen wütt� um«in Blutvergießen im deutschen Polle zu verhindern; r würden immer In Reih und Glied stehen, um die errungene o1'- heit zu sichern mid auszubauen. Seine Znlecniervng Erzbergers mehr. Die Jnternierung der deut'chen Wassenstillstand» kommt ssi� ist ausgehoben worden. E» stellte sich, wir der„Abend" miltt� heraus, fctß sie nicht seitens der Amerikaner, sondern von M»" schall Zoch persönlich angeordnet worden war. Foch ging von � Ansicht au», daß zur Zeit de» Waifenjtillstande» noch•Krie�' zustand herrsche, daß da» besehle deutsche Gebiet Operationigeb'� worden lönne und daß mithin di« Mitglieder der Wasfenstillstanl- kowmiffion ai» Angehörige de» feindlichen Staate» sich einer W Jnternierung unterwerfen müßten. D er Vorsitzeud» Erzbe� benutzte die erste Getegenheit. um der französischen Heeretieitv� da» Unzutreffende dieser Auffassung klarzulegen. Seinen ftellungen gelang e» auch, die geiroffenen Maßnahmen ciickgängig macken zu laffen, so»aß augenblicklich den dnits� Veriretern völlig freie Bewegung in-jeder'S � z i« h u n g in Trier gestattet ist. Evkenle und SolMeM'e. SB. T. V. verbreitet folgende Au»[asiung: Entgegen dec einem feil der Presse enlhatirnen Nachricht, daß die seir.dl!� Kontrollkommission in den Hafenstädten mit tzen Solbalenr�' ver bandele, wird festgestelll. daß die» nicht der Falk ist. Admi� Browning hat sowohl in Wilhelmshaven wie auch gestern' Kiel r» abgelehnt, mit den Sotdatrnrären zu veehand� Ed sei in diesem Zuiammenhang auch aus den Douverneme'� und Station».?aze»I>ef«hi Kiol. der vom Obersten Sstdaten� und vom Kommandanten RoSie unterzeichnet ist. hingewi«!� dessen»ister Punkt laulct! Di» englisch««ommiffion verkehrt schließlich mii den von den AlUiette» anerkannte» Pertpetern � Marm«(Offiziere, Beamte). Lls Sichechellswache!n Der neutralen Zone. liflvt den Ticherheit»dienst in der neutralen Zone wurden ?'-H'u den Vertretern der Entente und der deutschen Wasien» �klsjaudekaiilmiijwn au«führlich««ereindarungen getroffen, °cl>cn wir folgendes entnehmen: Zur Äufrechtcrhaltung der Ordnung dürfen deutsche Zlruppen. °>e grundsätzlich Polizeitruppen sind, in der neutralen Zone unter» Wien werden. Da« alltierte Oberlommando behält stch da« Recht >>01, hie Gesuintzabt dieser Truppen zu begrenzen und zu ton- >r»!Iicren. Die Polizeitruppen unterstehen den Zivilbehörden, für ihre Perwendung verantwortlich sind. Im Fall von Un- j�he» dürfen die deutschen Behörden Porschläge zur verstäpkung »dser Garnisonen dem Oberkommando der Alliierten einreichen. Die Ecsamibestönde der EicherheitSgarnisonen dürfen zehn �atoillone Infanterie, zehn Eskadron» Kavallerie nicht über» «igen. Eie werden von den deutschen Behörden nach Bedarf ver. �ilt, wobei keine Garnison-Einheit den Umfang zweier Bataillon« übersteigen darf. Tie Kommandanten der alliierten«rmeen regeln mit den gegenüberliegenden deutschen Kommandanten der Polizeitruppen sile Fragen, insbesondere die der Kontrolle der neutralen Zone »nd der Truppen-Berstärkung bei Unruhen. Ver Verlehr im linksrheinischen Gebiet. Mainz, IS. Tezember. Auf dem linken Rheinufer ist der Zug- �rk.'br am TienStag vormittag wieder ausgenommen worden. «hn-llzüne zwischen Mainz und Köln fahren noch nicht. Tie BesahungShehörden im linksrheinischen Düsseldorf «fchen sich setzt damit einverstanden erklärt, dost den im besetzten unkSrlrinischen Gebiet» wohnhaften und im rechtsrheinischen «fab'teilc bcschäfligtcn Beamten, Angestellten und Arbeitern Passierscheine a»?gestellt werden. Die Scheine dürten nur an solche Personen abgegeben w«rden. die von den BesetzungSbehörden «» politisch einwandfrei betrachtet werden. Belgische Zensur in Krefeld. Krefeld, 18. Dczhmber. Nach dem Durchzug grast«? belgischer Anippeninassen, die nach dem linken Niederrhein weitermarschier- �n, hat Krefeld gestern sei« endgültige Besatzung erhalten. Die Zeitungen stehen unter strengster Zensur. Da» Erschei» "«n der sozialdemokratischen«Ntederrhet» »ischen volkStribüne" ist untersagt worden. Dt« Ederen Zeitungen erscheinen nur noch einmal täglich, und weisen »anche Zensurlückeu auf, obgleich der Vt«sf schon auf Zensur»u- tzeschmtten war. Ein deuischer General in Trier verhaslel. Lasel, l.?. Dezeniber. Wie au» einer Meldung Koblenzer ,.Herald"-BertreterS heworgeht, wurde «neral von TeSmy. der feit KrisaSbeginn Goirvsrneur �vn Luxemburg war, in Trier verhaftet und in Metz ein- lekerkert. Wie berichtet, wird er beschuldigt, an her Hin- Achtung von 112 Qjirtwlchnern von Arlon fchuldig ,u sei«. LebersleDeinng Der Devksch-böhmischen tlmdesregiernny. TreSden, 18. Tezember.(Telunion.) Die deutschchZhmische cheSregierung siedelte unter Mitnahme der Archive nach ittau i. Sa.' über. Ein Teil der Beamten ging mit ihr. Der ndeshauptmann beabsichtigt im Namen der deutsch-böhmischen �»ndeSregierung ein Telegramm an die Entente zu sendeij, um nese um Besetzung Deutsch-Böhmen« durch am«- kikanisch«, englische oder franzSsische Truppen tu« r s u ch e n. Ein an den Präfidenten Wilson gerichtetes »eiegramm de» Landeshauptmann» fordert unter Hinweis ans J« von Wilson proklamierte SelbstbeitimmnngSrecht der Völker *4 Recht auch für die 200 000 Deutsch-BShmen. » Vm Donnerstag traf der Tenoffr Teeltger, der foztaldemo- tbatifche LandeSverteauenSmann, der LandelhauptmonnschaftS- »sllvertretrr Deutsch-Böhmen», in Begleitung einiger deutsch- 'ühmischcr Genossen in DeeSden»in. ES fand«ine Unterredung ?"t dem LondeSvorsiand der sozialdemokratischen Partei Sachsen» »stt, in der Genosse Sreliger über die tschechisch« Invasion bo- ächtete. Die deutschen Genoss'n vertiefen Neichenberg in letzter Mund«, al« die Stadt sch»n im grasten Halbkreise von den Schechen umstellt wap. Sie werden versuchen. Wien zu erreichen. die deutschbähmi'che LandeSregwrung nach Deutfch-Oesterreich Lhl oder vorläufig in Zittau in Sachsen bleibt, ist noch nicht ent- Weben. Die Genossen reiften noch gestern abend nach Zittau »«rück. Sarnuf zwlschen Tschechen und der vollsmehr. Wien, 19. Dezember. Tie-fielt* meldet au» Fnaim: Nördlich »kr Stadt Znaim kam«I gestern zwischen«iner BolkSwehr- und einer 600 Mau« starken, mit Artillerie und Maschinengewehren versehenen teschechischcn Truppe zu einem Ge» D»« Buliwebvtnmpas—««ustt« Rückzug antreten. Vllf'isterwechiel in Unyarv. Budapest, 18. Dezember. Ter Ministerrat nahm Kenntnis '•fc de« Demi'sion de« VitnifterS de» Innern Grasen Theodor �atthyanh und d«» SriegSmi nisterZ Albert Barth«; ?«ch der Staatssekretär für KriegSweien. Kornelius Kabel, **' feine Demission an, b!« jedoch vom Ministerrat nich' ange» W«nien wurde. Zum Minister de» Innern wurde der Staai»- lrlrejär Ministervräsidinm« Binzen zNapv ernannt. Da» �icgzpgr!rfx>,ille übernahm der provisorisch« Mlnisierpräsident .�rolyi. der mit der Leitung der Angclepcnbeiten de» Kr.egS, �'nistrriumS den StaatSsekrstKr für bat Kriegswesen W i l- "lm B o e h m betraute. Die VarlelbsweMze« ln Voten. Tie AolkSparteien Polens und G a l i z t e n S hiel- l'« diese, Tag« in Krakau eine allgemeine Tagung«b, aus Jx«i zu einer Einigung der verschiedenen Richtungen kam. den Beschlüssen der Partei sintz hervarzubeban: Die Partei unterstützt d'« Regiceung b« der Bildung de» �ere«, tri,t für eine Agrarreform«in. protestiert absr gegen staatliche Kontrolle dar Bauernwirtschasten, dt« im Regie- �«SSprogramm MsraczewSki» angekündigt wurde, al» gegen Vorläufer der Sozialisierung de» Lande». Tie Volk»- �iei will die Warschauer Regierung, besonder» PiisvdSkt �Urrftsttz«,, fordert jedoch ein« Umbildung de»«ubinett» in der Weif?, hast, die Bolkkparke! die Hälfte der Mnisterpastcn er» hät!, während die übrigen Slye zu je einem Viertel unter die Ver'rclcr der Arbeiterjchast, jowi« di« Posen« und Schlaster verteilt werden sollen. Am 8. Dezember fand in Warschau ein« national» demokratische Parteiversommlung statt, di« u. a. den Rücktritt PilsudSk!» fordert» und zur Bildung eine» demo- tralisch-republikanischen Block» für die Wahlen zur Konftituant« aufruft. Di«.Zentrale landwirtschaftliche Gesellschaft' und der .Gutsbesitzerverband* haben durch eine Denkschrift Pilsudlki auf die um sich greifende Anarchie im Lubliner Land aufmerksam gemacht. Pilsudtkl gab zu, dast ihm diese Tatsach« bekannt sei, konnte aber vorläufig keine Abhilfe zusichern. Tie deutsche Gesandtschaft in Warschau hat gegen die Per- letzung ihrer Exterritorialität durch Demonstranten an zuftän- diger polnischer Stell« feierlich Protest«hoben. Holland und venlschland. Haag, IL. Dezember. Der Vorsitzende de» Ministerrat«» Ruh» de Beerenbruck sagte in der Zweiten Kammer in Beantwortung von Anfragen, di« Regierung werde nicht bei einer oder mehreren Ententeregierungen wegen Milderung der W a f fen st illsta n dlbedi ng u n ge n für Deutsch- l a n tz vermittelnd auftreten. Di« in der autländischen Presse darüber verbreiteten Berichte seien unwahr. Aus der llkrain». von dem Goldatenrat in Kiew wird un» geschriedenk Ende April d. I. hatte Hauptmann v. Alven»leben mit gezücktem' Säbel die Rada zum Auseinandergehen gezwungen, wckbei er aulrief: E» lebe der Helman*. Seitdem herrscht in der Ukraine schwärzeste Reaktion, die von den deutschen MilitärbefehlShabern genährt und unter» stützt wird. Auf die Bajonett« der deutschen Soldaten gestützt, hat der detman di« demokratischen Sladtverordnetenversammlungen und Landschaftlverwaltungen aufgelöst, fast alle Vereine sselbst Bil- dungSverein«, wie die Prozwita) geschlossen und viele hervor- ragend« Kührer in» Gefängni» geworfen. Versammlungen find nicht zugelassen, die Presse, steht unter drakonischer Militärzensur, Me Bauern haben da», wa» ihnen von der Bolschewisten. und Radareg'.erung zugestanden worden war, den Gutsbesitzern wieder zurückgeben müssen. Die Durchführung dies« Mastnahm« über- nahmen di« deutschen Truppen, di« auch di« Bauernaufstände blutig niederschlugen. Hinzu kam, dast die meisten deutschen Offizier«, di« in ihren Bezirken über Leben und Tod der Bewohner und die ganzen wirtschafstichen Lerhättmsse unumschränkt verfügten, mit Zer vollständigen Unkenntni» von Land und Leuten da» Ve, streben verbanden, sich auf jede Weis« zu bereichern. Gewiffrn- lose Dolmetscber, die mit ihnen unter einer Decke steckten, prehten und saugten die Bevölkerung noch weit« au» und schreckten nicht davor zurück, unschuldige Leute alz.Bolschewistenanhäng« zu denunzieren— au» Eigennutz oder um sich hcrvorzuwn. Al» in Deutschland der Umsturz erfolgt«, hielten gewisse Kreis« in der Ukraine die Stunde zum Handeln für gekommen. In der Nacht vom l8. zum 14. November bildet« sich in der Näh« von Kiew ein national-ukrainische» Direktorium, be- stehend aus: dem ehemaligen Kriegsminister Petljura, dem ehemaligen Ministerpräsidenten W i n n i t sch« n k o. dem Prof. Schwetz. Andriewtki und noch einem fünften Partei- führer. Dtese» Direktorium rief die u k r a i n i s ch« R e- publik aus; die Bewegung griff rasch um sich: Charkow und der gröstte Teil de» Lande» gingen zur republikanischen Re- gierung über. Dt« vom Direktorium verfügt« Mobilisiarung hat einen glänzenden Erfolg. Heute hat di« Bewegung ihren ursprünglichen nationalistischen Charakter derloren und trägt«in ausgesprochen demokratische» Gepräge. Sie wird getragen von: 1. Dem ukrainischen National- verband, bestehend au»: den ukrainischen Sozial-Nevolutionären, den ukrainischen Soziatdenwkroten, dcm ukrainischen Bauernver- band, den Szamostijniki sUnabhängigkeitSparteil, den Sozial-För- deralisten, den verbänden der Post-, Telegraphen- und Eisenbahn» angestellten; L, dem jüdischen sozialdemokratischen.Bund"; 8. den russischen Sozial-R evolutionären beider Richtung«!; 4. den kleinen Besitzern; b. einem grasten Teil der russischen Sozialdemokraten. Auf Seiten de» Hetman» stehen: 1. Tie im.Protofia* vereinigten Grostinduftriellen, Männer der Hochfinanz und Grost» g.undbesitzer; 2. die russischen zaristischen Offiziere, die von der Freiwilligenarmee de» Deuikin herbeigeholt worden sind; ö. bat dänisch« Oberkommando.(Major Jarosch ist bekannt al» intimer Freund de» Heiman». der obenerwähnte Hauptmann v. Alvcn». leben ist dem Heimanslabe zugeteilt.) Da» Oberlommando sucht« den neuentstandenen Soldatenrat zu bewegest, dcm Heiman mit allen Mitteln zu Hilfe zu kommen. Zugleich kamen Abgesandte de» Direktorium» und appellierten an di« demokratischen Gefühl« der freigawordenen Soldatenmassen. Der Sotdatrnrat entschied sich für Neutralität, liest aber keine Kämpf« in Kiew zu, wodurch der Hetman unterstützt wurde. Di« Meh.zahl der Abgeordneten war sich über die Lage der Dinge nicht im Haren; sie fällte eine verlezenheitientscheidung. Aber »S war von höchstem Wert, dast dem durch unsere diplomatische Vertretung unterstützten Ansinnen des Oberkommando» nicht Folge geleistet wurde. Sonst hätten wir vor der Katastrophe gestanden: unsere gelockerten Verbände wären im Gueriüokrieg mit den Baucrnscharen im Laufe der Wineermonat« hart mitgenommen worden; ein groster Teil un» sercr Kameraden wäre wohl umgekommen, Auste.dcm hätten wir un» den glühenden Hast des virginischen Volke« zugezogen. Vlauneehelm finnischer Veichzoerweser. Heisings»«», 18. Dezember, Ter Landtag hat da« Abschied». gesuch de» ReichSvewaser Swinhufvub bewilligt und General Mannerhe im beaustragt,«I» Reichsverweser die höchste Gewajl auszuüben. Bis zu seiner Rückkehr wird di« höchste Gewalt vom S>aai»eat ausgeübt. Der Beschlust wurde mit 78 gegen 27 Stimmen gofastt. FoMch? llahrchlZt!. Entlassung de» Vvllzu»?rat»mii»llcde» �trobel. AmAich w'rd mitgeteilt: Mit R ucksichi auf den, Freiiag, den 18 Tezember lf'18, in der.Teuüchcn TaucSgeitung*(MorgenauZgabc) er» lchienen Artikel;-An da» deutsche Volk vom Belehren di» zum Arbeiter*, unterzeichnet vom VollzuizSrotSmitzlied Ttrobel. hat der BollzugSrat in seiner Sitzung vom 13. Dezember beschlossen: Da» Vollzug»r»tSmUgIied Stcode! wird sosoct seiner ihm vom vollzugtrat übertragenen Funktionen«nthotzen und aufgefordert, unverzüglich von seinem Amt««t» tWHgliefc de» Vollzug» rat«» zu. rülbutreie*. Tic Forderung noch einem Zusammen lrikt de? Re'sii�tag» e« heben— seivswcrständlich— auch die Kvniervgtivßn. Der tonser. valive Zentralvercin der Provinz Posen hat eine entsprechend« Resolution angenommen. Die Direktoren de» Wolsfschen Telegraphenbureau» wenden sich in einer Erklärung' gegen dve Behompeungen. dast da» Bureau oder seine Leitung sich in den Händen der Unabhängigen befände. Für die«zorbitanten EntschSdigungSsorberungen Lloyd George» gegenüber dem besiegten Deutschland hat sich nach einer Reuterm�dung nunmehr auch ASguith, der bekannte liberale Führer und frühere Premierminister, ausgesprochen. Austcrdem erklärte er sich für dre Erhaltung der englischen Seeherrschaft. Tie Ifterreichifchen Perlufte während de» Weltkriege». Nach Aufstellungen von Budapester Blättern hat Oesterreich-Ungarn während de» Weltkriege» an Toten, Verwundeten und Kranken vier Millionen Menschen verloren. Die Zahl der Tote» allein übersteigt 800 000. Insgesamt sind 13 000 Ofsizier« ge« fallen, wa, A Proz. de» Offiziertbeftande» au»macht. Kein Mit- glied der Famili« Hab»burg und Parma ist jedoch zu Schaden gekommen. Gründung einer nnabhänglgen slowakischen Volksrepublik. Nach Meldungen au» Ka schau(NorÄungarn) wurde dort von Vertretern sämilichcr von Slowaken bcwobnlen Komitate die un- abhängige slowakische Volksrepublik ausgerufen, deren Grenzen die Friedenskonferenz feststellen soll. England gegen den internationalen Luftverkehr. Die eng» lisch« Regierung erklärte sich al» entschiedene Gegnerin bei inter» nationalen Luftverkehr«, weil Schmuggel und andere ungnetz- licht Handlungen dadurch begünstigt werden und zu einer allg«. meinen Anarchie in den Lüsten führen könnten. Für dir Abschaffung der Dienstpflicht in GrotzRitannien er- klärte sich Lloyd George mit allen Kräften einsetzen zu wollen. Bonar Law kündete' die Nieberlegung seine» Amte» al» Schatzkanzler vor dem nächsten Budget an, da er außerstande sei, seine Pflichten neben den übrigen ihm obliegenden Aufgaben zu erfüllen. D«» Eintreffen Wilson» in Brest wirb durch Reuter gemeldet Amtliche Vekanrlmachungeu. Gegen die Iudenhetze. In der lettzen Zeit sind in grasten Mengen anonyme Flugblätter derbreitet worden, die i» unverhüllter Form zur Judenhetze aufforderten. Di« Flugblätter sind nicht ohne Wirkung geblieben. Wie der»Vorwärts* vom 11- 12- meldet, sind verschiedentkich Juden und Christen, die durch ihr Aussehen nicht genügend gegen den Verdacht geschützt waren, Juden zu sein, körperlich an gegriffen worden. Wenn dies« schamlose Flugblatthetze fortdauert, must mit der Mögltch» keit gerechnet werden, dast wir auch, in Deutschland die Schmach der Fudenpogeome erloben. Der Vollzug»rat de» Arbeiter- und Soldatenrat» sieht sich daber genötigt, stch auf» schärfste gegen da» reaktionäre antisemitische Treiben zu wenden, da» er hiermit öffentlich und vor aller Welt brandmarkt. Ter V»llzug»rat appelliert an den ge- sunben Sinn de» deutschen Volke« und ist überzeugt, dast e» in seiner überwiegenden Mehrheit der antisemitisch-reartionären Hetze entgegentrete» und keinerlei Judenverfolgungen dulden wird. Der VollzuaSrat de» Arbeiter- und Soldatenraik. Richard Müller. Molkenbuhr. MaffxnkunDgebung der ZuitfiiD am Sonnlag. den 15» vezemtm. Lehrling«, jugendliche Arbeiter und Ar» beiterinnenl Jahrelang seid Ihr ausgebeutet worden von Euren Arbeitgebern. Bei langer Arbeitszeit und geringem Lobn, bei ungenügendem Jugendschutz und schlechtester Behandlung mutztet Ihr für Eure Lehrmeister und Fabrikherren Profit schaffen. Zu Beginn de» Kriege« erfolgte die Beseitigung der Juzendschutzbestimmungen. Der Jugend wurde selbst da» natfir« lichste Rechl vorenthalten, in Bereinen und Versammlungen ihr« Interessen wahrzunehmen. Dazu kamen die Verordnungen de» Staat«», die der Jugend die Freiheit nahmen. El kam der Spar» zwang, da» HilfZdienstgcsetz. die Zwangsjugendkompagnien. Vor allem wurde die Jugend ein Opfer de» Militarismus. Zu taufen» den mutzten Eure«rbeitSbrüber auf den Schlachtfeldern verbluten, kür fremde Interessen. Di« anderen, die den Kampf aufnabmen gegen den Krieg und die Miltztärdikiaiur, wurden in die Gesang- uiss« und Zuchthäuser geschleppt. Genug! Für die Jugend halle die kapitalistische Gesellschaft nichts übrig al» Kukbeutnn, und Unterdrückung. Die Revolution kam in die Lande. Nun fordert die Fugen» ihre Rechte! Die proletarische Jugend ist sich aber bewustt, datz tkir» Ausbeulung und Entrechtung zum Wesen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung gehärt. Sie erwartet ihre»tri- schastliche und politische Befreiung nur vom Eozialismu». Sl» erheb! deshalb als erste Forderung die Errichtung der koziallsttz- schen Gesellschaft an Stell« der jetzt noch bestehenden kapitalistisch«, Wirtschaft. Bi» zur Verwirklichung der sozialiftlschen Gesellschaft fordet die sozialistisch« Jugend für alle Jugendlichen beiderlei Geschlecht» vor allem kürzer« Arbeitszeit und höhere Löhne, Festsetzung eine» Mmdestwochenlohne», den sechsstündigen Am bcitStug für alle Jugendlichen un'ee>8 Jsbeen. Kürzung dee Lehrzeit auf zwei Jahr«, Beseitigung der Lebrverträae. Abschaf, sung de» ZüchtigungSrechtS, Errichlung von Lehrwerkstätten, Rl> form der FonbildungSschnl«, Verlegung deZ Unte:richiz In dt» Arbeitszeit. Bezahlung der Schulzeit, ausreichenden Jugcnd'chutz, Gewährung von Ferien, Verbot der Sonntags- und Nachtarbeit, Mitbestimmung der Jugend an der verwal.'ung de» Elnaw», daS Wahl rech! zu allen gesetzgebenden Körperschaften der svziolistischcn Republik vom 18. Jahr? au. Abschaffung der Wehrpflicht, voll. iährigke!t»erklärung mit dem 18. Lebensjahr«, sosorliga A uSzsh» liing der Spargelder. dt»»üf Grund de»«parzwang» der yugentz vorenthalten werden. Lehrling«, jugenchlich« Arbeiter unb Ar» beiterinnenl Diese Forderungen werden in erweilerter Form und mil ausführlicher Begründung dem VoSzugSral de? A.» und vorgelegt. Dies« Forderungen können ober nur verwirklicht werden,»enn die Jugend entschlossen ist, dafür«i» zutreten, ll�tr rufen Euch deshalb auf zu einer M oss« n i u n dg e b u n g der Jugend am Sonntag, den 15. Dezember, mittag» 1 Uhr. Treffpunkt auf de« Tcmpelhofer Feld an der Pappel. Jugend- lichel Erscheint i» Massen und bekundet«ure Zustimmung zu den Forderungen der freien sozialistischen Jugend. -Frele Jugend Groh-Berlin." Jugendsekretariat! Berlin. Schicklerstratze 5, Hof 2 Treppet Theater und ve?§iMi!!Nen. SilUBflK. am RMnwplaa Dlrek ton Ftfed. Kayn�lcr. T�Uhr: A�ass für Mass. Opernhaus TV Uhr: D e Fledermaus. Schauspiele SVUh r: Oth.'lo, der Mohr lorVenedig Direkten Max Reinhardt Deutsclißs Thenter 7 Uhr: Dar KaafiKasa von Venedig. KomnMlele 7 Uhr Der i,r>hn. Kleines Sctmuspleitians Fa�anrnstr I 5 TV Uhr! Frühlings Erwachen. Dir. Carl Meinhard- Knd.Sornauer Theater i. d. Könirnrstzpr Strasse S Uhr: MUSSH. Komödienhaus an dor Mars�hallbrQcke « Uhr Tanzende Nymphe Berlin es- Theater TV Uhr: Sfeme, die wieder leudrfen Ot>erettr in 3 Alchen. Musik von Walter Kollo. Lessind-Thenier. D�ekfon: Victor Bnrnowsky � Uhr Oer Schöpfer. Sonnt, Montag Der Schöpfer. DeifrH Künstler-Theater. Allah-ndtleh 7 Uhr: Nachtbeleuchtung. Tnannn-Theater Bhl. Frledrlchstr. Ttr. 49T7. 2391. 7% Uhr: Der gute Ruf. Central 1 henter. 7vu.:ßieRßSßVDnS{ninljüI Dsetaeh,, Opernhans Charbttanb. t uhr; Der polnisshs Jü�Ö. rrMrlch-K) helmstidL Tbaalar. TV Uhr: Hannerl. Ose LrNSiterlhaüS. 'I To. Eicü.-.o liester. /tum 1. Male 8 Uhr;, Freie Knechte. litt tu lN4-lie Öfter. JJ SciiünrzwalflRiSdßl #li'S Uhr SckwarzwildnlteL I.iisl.HfiiriliHU». ?*' 4 uhr; Die Zflsnieelig Flisge. Melro'sol-Theater. 7' uhr eiß Foschingsfßß. Sic, 3 Uhr: Wiener Blut. Neues Onerettenhaus. nuJieSlockenvonGomevillB. SV Uhr: OICcksmSdel. Fla t Uhr Der Soidat der Marl*. Palsit-Theater. 3V Uhr: Der Struwclpet tr. yjjr. pBf lüikadQ mit Cnire Dax. kesidenz- 1 heater. tv uhr: Friedensverhandiunpii SekUlar-T f ttar COeno'. eabarr. 3 Uhr: Weh' dem, der lügt TV Uhr: I lialin. I heater. ZV Uhr: Frau Holle. tv uhr. Polnische Wlrls:M. liiea er»» NoiianilortpiaU. ZV Uhr: Frau Holle. I heater des Westens. d Uhr: Ascneabrodel 7v uhr oiß lustige Nim Wal.ncr-Theater. 3V Uhr: Der Marciienwald. a uhr; brüi Hauemcms Ste. 3V Uhr: Der Mdrebeavald Kose- 1 heater 3V Uhr: Hansel und Uretel. Gasten thFriedr. WiiheimsL I heat. TV Uhr: OasLireimäderihaus. alhalla- 1 heater. August der starke, Casino-Theater. Lothringer Str. ZT. Tigl.•/,« Uhr: heul Das Jaktigc Volksstück ist Ol Die goldene brücke Vorher: LrsUlaaslge SoezUl.UteB Sonnt. 3V Uhr: Der Säugling. Apt£.VlO Dir. JAMES KLEIN Allabendlich 7'» Uhr. �vonnta�s 3 und Uhr Die Weit gehtonier! ScaUSii elandj Lade Blattner iVans L neb ithUSecfcaanj Trime 21cr,ks NADCHURAS Elolar.ten ROSTON'S Aflenmsnsch T'arey» Blumenkorso usw. Sonntags 3V, Jcj. Frwechscne . Kind frei Stuart Webiis 25. Aienteucr mU Ernst Rslcher/ Ria Janda ResEnianns Brauifaüii Uuftjpiei Melita Petrl, Leo Poukert, Herbert PauJmüller, K. Dreher Ü.T Nuvendortqtatz ZeMen Gebert 2.m (Henriette Jacoby) Reute R« Oswald Ü.T Unter bru Lrnden Das Hssid Mi Baüet Ossi Osswaida U.f Mrrtpplatz Nla Die Betielgräfin ü T L cddnederq Ü.T dtetntdcncorfrrfhr Söhne desVolkes Der toelaMstlsebs Monumantaifilm von Sophus Michaelis unD Ols Olsen mit Sunnar To�naes LIU Jacobsen ü T Eie? inbtrptaB ü.T W TnbergSweq Dfis TagsbüCt) einer V.rlo e en Re. te: R. Oswald (Muptco u: Erna Morena Kein'-old Scaünzel, Wcner K aui KoRrai Veidt - SSL». TS. 2. E X ¥ r e Ii T X » Die b'aue Lalarna Dr»i tt© Wocbel M am mer»» LloHtspiele Lorenzo Bughardlf Sin ätfiouibiei mit Albert Bassermann, Else Bassermann, Käthe Haack !k\k\k\C\K 'eirofii Maöareit Ab I. Dezember Neue Dil ektlon® Neues Programm Ganz renoviert f Aolaag S Lhr J l Sonnr«� 4 Uhr J Ihr Uhr, Oyigyi- Konzerte 2 Blair insprelft 1.30 M.t 2,60 M. •• Vorzügliche Küche Torten, Makronen und Getränke, Das grosse iiiiuii/ii ml Anfans'' 8 Uhr. Cabaret Tivoli /MZ >>• Groß und erfrsuJ �um das Grammopiton das. voifksmmensfa MusKc* SissSrajanant«Est �agerawart fraaklurter Allee 287 Ish.: Rieb- Dahinter Tiglfch: Anfang I Uhr Spezialitäten n, Carl I anser.Sprccher d.Volkes Mit des Geistes Wellen Will Ich Schlachten schlagen Und das Pielheitsbanncr Durch die Lande tragen. Kleina Anzeigen Kriesrstellnehmer! Neue Kun;e Ahtturfen, Primareite. E»n- lährigen-Cxamen. Vorb«-elUin??- mtait Zemnelburg, Direkten Dr, FncH$. Uhlandstr. 14. Stein- Dlatzl0f70. 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MeWgweilO Grob'Lerlins Lsschüslizten ItU»� w o-n Ilndreas-ZcstlSlrn. A, dri-sliruk« 21. ragtiordnung: Etellungnahmr»u«usercm NoNcliw-ilbfol Lählrclchkn Veluch rrooitcf Mt Cirtomoulturij. Denüther Holzaiüeüer-yer:� Tel.: Verwaltung Berlin. Amt 10 623, ZäT'. Bureau: Roueestr. 39. Versammlunsen.. Sargtischler: Sonmag, den 15. Dezember, vormittags 1" bei Mcrkroann. Große Frankfurter btraße 16» T aeesordnung: |. Bericht der Kommission. 2. Bericht von der General veraammlnng. 3. BrancheoangeiezenheitcD uad Vcr schieden ci, � Bode nieder: Sonntag, den 15. Dezember, vormittaji*» � bei(i reife, Rungestraße 30. Tagesordnung;: Branchen- und Verbandsangcleeenlieitcn. Zu diesen Versammlungen ei wartet p«':en Be«aclu, Mä, Die OrtsvcrwaltöJJJJj pis) [tx R die bi doluti 5°ch. der R �raft, Ä. w,d i Wion kl�rur 5ufga er R °uf di !?Mei ,°urge laiinn Wttni ''nd j, ?icksic, �i°n doluti !" ih> ez H UnabhanZiZs Sozialdemokratie(IV.Kre'51 Momac. den 16. D?zemb r. abends 7 Uhr: 5 sroüe lloHis-llgrsaniiii'ODfd Urania. Wrancclstr. 10, Dracnenburc. Vor dem SchleslscVcn Tor, Könlar-bank. Or. r» nkfurter Str. ih. Patzenlipfcr Brauerei. Landsberger Allee 21, aenonert. Am Bahnhof Straiau-RuiiMnelsburg. Tasesordnung: Di® ! J s U! .Reierenttn: Büchner. HoL'niann, Säckel, Sh Frau Warm. 3olenfraucn weid*. verlangt, Hackbarth. M chauiklrclinlaltZ Baum, Slii!l>clir«lber,tr. 47. räserat® vv' 'atiabo"-Behantiinngss!e!Ie für Hanileiden, für den darauflnl.cndun Ts, misten spätestens 1,1« S Lhr nachm. hei der Ctpedlilap l�tll'lbsurrd.nia 19 selge- geben k.lu. L Aenttlicher Leiter: Sanitäisra: Dr. Wpitt Berlin. 3Ulcw»tr.>2, part. Bewährt« ReuerlinduDo CD, R. P.j, Tei.: L'ütiOW«04. SpOI«erf«hren ,uf ß«3titituna von SprechsL 12-2. 6-8, SonntUi H-U Ausflüssen u. chron, Katarrhen. rro*pckte.,___________, ,, !\ du «l&Qlt , s !Qm i iti St äut g Jiir o jjffor Uver ß?c>!se p*Ct; leb? feilt Mot ötg Ur ei �"fna ?ln . 9. > '?m t ?'chtz erh ?5rübi Nr. 54 tXBtfi1 xeifa�l [iifpi«# uiutitH zu ein« egob$ rSck m Erste Vellage zur«Freiheil". SvuvaheuV. 1�. Dezember ISIS. r>->«! Vorfragen zur SoziaWerung. Von Prof. Lederer- Heidelberg. , �Venn wir die Memoireniiteratur aus frirheren Revo- wtionszeiten dnrchblätrerten, die Erlebnisse der„Zeit- genossen" betrachteten, we!ck>e nicht selbst in die Ereignisse destimmend eingriffen, fondern gleichsam neben der Um- wolzung lebten, so waren wir immer erstaunt über die geringe Bedeutung, welche die Revolution für die all- gemeinen Lebenstatsachen hatte. Heute verstehen wir das Wer auch bei uns haben sich die allgemeinen LebenS- «tfsadfen im Wesen nicht geändert: daß auf dem flachen Lande, daß in den klejneren Städten alles im großen und ganzen seinen Gang weiter nimmt, versteht sich: dasselbe gilt jedoch auch von den Großstädten, auch von Berlin: jeder, <*r aus dem Lande, besonders aus Süddeutschland, nach Berlin kommt, gibt seiner Verwunderung dafiiber Ausdruck- denn die Zeitungen entwerfen ein falsches Bild: die dolitischen Kreise sind nervös, die Ereignisie drängen «lnander: aber auch für die revolutionäre Zeit mit ihren Massenaktionen gilt, daß selbst die revolutionäre Masse Welche alle Straßen überflutet, nur eine kleine Minderheit sik, die ihre Legitimation aus der stillschweigenden Zu- mnimung der großen pafsioen Mehrheit schöpft, und daß «lese Mehrheit ihr Leben weiterführt und durch ihre Passi- dität jetzt ebenjo das neue Äegime stützt, wie früher das alte. Daher kann man sagen: Die Nevoltilion muß sich in den Köpfen vollziehen. Da es unmöglich ist, daß die große Mehrheit bewußt den Gesellschaftsbau umformt, da das täg- siche Leben zuerst, wenn wir nicht zugrunde gehen wollen, w Ueber- und Unterordnung und in Einordnung seinen nortgang nehmen muß, entsteht leicht die Täuschung, es sei nichts geschehen, die ganze Revolution sei ein Bluff, ihre Errungenschaften, ihre Resultate seien in Gefahr. Es ist die übernervöse Angst der Radikalsten verständlich, die mit ihrem glühenden Temperament an den stumpfen, amorphen. uncrfaßbaren, toten Körper der Masse stoßen,-den sie nun nsit ihrer Energie zu beleben suchen— es ist ebenso die tollkühne Hoffnung der Anhänger des alten Regimes erklär- "ch. die aus dieser Unbewegtheit, der UnVeränderlichkeit »kzw. Unveränderiheit entscheidender Lebenstatsachen die Wiederkehr deS Alten herbeiführen zu können glauben. Diese beiden E�treni«, lveiche einander so gut und bie Tatsachen io schlecht verstehen, sehen nicht, was sich ereignet hat: die Unrnmlzung im gesellschaftlichen Machtapparat hat auch die Grundlage für jedes, selbst das Primitivsie Denken per- schoben. Die Revolution hat sich in den Köpfen vollzogen. die Macht i st auf andere Klasien übergegangen— und die »Umwälzung des Ueberbaus" hat begonnen. Welchen Weg der Durchschnittsmensch seit Anfang Sep- tember zurücklegen mußt«, um zu seinem heutigen Vor- stellungsinhalt zu gelangen, sieht man am besten daraus, wie stark der Krieg, die typische Kriegspsychologie zurück- (jedrängt ist, wie sehr man heute««neigt ist, die Wir- rungen des Kriege» zu unterschätzen, und von der revolutio- nären Idee aus die Gesellschaft neu zu bauen— alS ob nicht »Krieg durch die Zerstörung unserer produktiven Sub- � stanz unser« Bewegungsfreiheit auf« äußerste eingeengt wtte, und uns heute zu einer Vorsicht zwingt, welch« im Äahre 1914, als wir noch über alle Reserven einer hoch- wvitalistischen Volkswirtschaft verfügten, durchaus nicht notwendig gewesen wäre. Diese Verachtung den Tatsachen gegenüber, der Appell an die Idee, das Vertrauen auf die beschleunigend« Kraft des Temperaments all daS zeigt, wie sehr die Zeit revo- lutionär ist. Sie bringt uns aber die Gefahr, daß wir zu- »iel in Angriff nehmen, daß wir zu rasch und zu vehement vorgehen, daß wir einseitig und doktrinär werden: die Idee der Revolution ftt nicht nur in Gefahr, ihre Errungen- schaften sind nicht nur bedroht, wenn allzu ängstliche Be- 'onncnheit am Werke ist, um zu trennen— sie ist, wie �lrotzky es einmal ähnlich gesagt hat, in größter Gefahr, diSkreoitiert zu werden, an der von ihr selbst geschaffenen Anarchie zugrunde zu gehen, wenn sie nicht neben der Z«rsetzung des alten Apparate? sofort ihre neue Ordnung aufrichtet.> Dem Deutschen fitzt es tief im Blut, daß sich alleS jjrdnen läßt: insbesondere daß ein« Regierung mit ihrem Apparat schon Staat und Gesellschaft bedeutet. In der Unterschätzung der lebendigen gesellschaftlichen Kräfte, der vorhandenen sckgveren Massen von Tatsachen, sind die An» banger der radikalsten Tonart, ist der Spartakus-Bund vöchstens erreicht von der preußischen Bureoukratie. Welch verinzes Pertrauen zeigt das in die Kralt der Idee— n>enn sie der revolutionären UeberrunPelung bedarf, um nch zu realisieren? Und welch abergläubisch«» Vertrauen in die Macht der Gewalt liegt darin, wenn man glaubt, <8 bedürfe nur der Maschinengewehre, um über die Hände und Köpfe zu verfügen. Besonders deutlich zeigt sich diese Betrachtungsweise Zi der Frage: wie können wir heute— sozialisieren? Auf «irle Frage hat der Spartakris-Bund bisher nicht ge- antwortet. Er fordert nur: restlose und sofortige Zkrgcsellichaftung der Produktionsmittel. Aber wie soll viese erfolgen? Etwa durch Verstaatlichung? Das kann doch vur heißen: Beauftragte des Staates, oder— wenn es ein �lassen, taat ist, in welchem das Proletariat zur herrschenden "lasse wurde— des Proletariats, führen die Betriebe.. In welwer Weise das geschehen soll, darüber haben wir bisher vergebens auf Belehrung gewartet. Wenn wir also sinn- aemäß den Gedanken der„sofortigen, restlosen Vergesell- Haftung" zu Ende denken und dabei das russische Vorbild sni Auge haben: so gelangen wir zu einer syndikalistischen Beherrschung der Betriebe, in der das entscheidende Organi- ivtlonsproblem der sozialistischen Wirtschaft: wodurch ersetze ch vai Marli?— offen bleibt. Abgesehen davon: ist„Ver- Lesell'chastung" als sofortige Maßnahme, demnach nicht �s innere organische Umformung gedacht, sondern als„Er- °verung der Produktionsmittel" nicht lediglich: Schaffung �uer Kontroll- und fiskalischer Saugapparate für einen "schöpften Wirtschaftskörper? Darum ringt sich immer niehr die Anschauung durch, daß in umerer Lage der Umbau Volkswirtschaft nur nach reiflicher Uebevlegung(was �ikole Lösungen nicht ausschließen darf) und in den ver- '''ebensten Formen am Platze ist, die sich den Tatsacken nhalftn: das Monopol zur Ablösung privater Monopole, genossenschaftliche Organisation in der Landwirtschaft, lokale Industrie durch.Ä»mmunalisieruna. Waenproduk- tion der Konsumverein«— um nur die wichtigsten Formen zu nennen. Wollen wir nicht die Industrie in Kanzlei- und Tintenbetriebe verwandeln, so müssen wir die Ziel« der Sozialisierimg: Demokratie im Betrieb, Demokratie im sl'onsum, auf den verschiedensten Wegen zu erreichen suchen. Nur dann tun wir dem Leben keine Gewalt an und nur dann können wir der Idee Leben geben. Welch Mißtrauen liegt, um es nochmal» zu sagen, in diesem überhasteten, schematischen Fordern, in diesem hem- mungslosen Temperament, da» sich so stark glaubt, und doch nur pervertierter Ausdruck einer grundlosen Angst ist. Darüber hinausgehend zeigt dieser Standpunkt d«S„restlosen" radikalen Sozialismus, wie wenig da» Problem der Sozialisierung in seiner vollen Größe noch begriffen ist: denn die Sozialisierung ist nickt bloß«in technische» und organisatorische? Problem— wie man nach der Tages- diskussion beinah« meinen möchte— sondern sie schließt den ganzen Umbau der Gesellschaft, ihrer Staat»- und RechtSform in sich und gestaltet die Bedingungen um, unter denen ihre kulturelle Entwicklung siebt. Freilich, e» ist sehr bequem, diese Zusammenhänge mit einer großen Geste auf die..Weltrevolution" zu erledigen. Diese Geste zeigt nur. daß die Radikalsten heute ebensowenig Sozialisten sind, a!» die„Nur Gewerkschafter" seligen Andenkens. Wie einfach stellt sich für sie die Aufgabe de« Sozialismus dar! In einem nächsten Artikel fei versucht, zu zeigen,, welche Pro- bleme von ihm im Wirtschaftlichen und Außerwirtschastlichen gelost werden müssen. Wie ein hoher Hamsterer durchhält. Auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege über die- jenigen, die da hungernd zusehen müssen und sich mit Weißkohl und Wruken begnügen, wurde bekannt, daß sich in der Wohnung eines Majors in der Wilhelmstraße 12S ein Hamsterlager befindet. Angestellte Ermittelungen er- gaben folgende? heitere Bild. In einer Nebenwohnung, zu der nur die gnädige Frau den Schlüssel hatte und in die selbst Argusaugen bisher nicht eingedrungen waren, fand man ein Kolonialwarenlager. Manche arm« Frau wäre beim Anblick desselben in Tränen der Wut oder Freude ausgebrochen, wenn sie diese Herrlich- leiten hätte bewundern können. Da waren nicht nur Ballen Stoffe, schöne Standuhren und antike Gegenstände, sondern auch Keks in großen Kisten, Kaffee und Zichorie, große Düten Bohnen, Gneh und Hafergrütze, Zucker in Kisten und Mehl und Hülsenfrüchte in Säckcw viele Kartons Seifen und Seifenpulver, Kalkeier in Töpfen, 200 Einmachegläser mit Marmelade und Gelee, 500 bis 600 Fleisch- und Gemüse- konserven, große Mengen Schokolade, Sveck m Seiten und Butter. Auch für den Herrn Gemahl war gesorgt mit 58 Kisten Zigarren und einem Korb Tabak und wenn dieser erste seine Schritte hsimwärti lenken wird, hätten dir drei Jagdgewehre auch noch daftir gesorgt, daß Wild und Geflügel auf den Tisch des Hause? geflogen wären. Jeder ander« Kommentar erübrigt sich wohl. Wenn unsere Kinder wieder rote Backen kriegen sollen, könnten die Hamsterbestände bei den hohen Herrschaften ein Wesentliches dazu beitragen. Vielleicht sehen diese selbst da» ein und stellen au» ihren Vorräten ein entsprechende« Quantum zur Verfügung. Weihnackzten steht vor der Tür»nb da wäre solch ein Ansinnen nicht mehr als recht und billig. Die Wahl zur Delcgiertenversammlung. Zwischen dem Zentrckl-WaAbuvaru der Groß-Bemner Arbeiterräte und dem WaMureau der Groß-Berlmer Sol- datenräte ist am 12. Dez«mber folgende Vereinbarung ge- troffen: Von den 17 in die DeiogierteiWersammlung zn wählen- den Delegierten werden von den Arbeitern 13, von den Soldaten vier gewählt: außerdem werden den Soldaten- raten für die außerhalb de» eigentlichen Berliner Wahl- kreise» gelegenen Formationen weftere Mvei Delsgierte zugestanden, so daß von Groß-Bevlin l9 Delsgiert« zu wählen sind. Aus Grund dieser Vereinbarung erübrigt sich die Teil- nähme der Groß-Berliner Soldatenräte an der für Sonn- abend, den 14. Dozember, vormittag» 10 Uhr, in den Ger- mania-Prachtsälen angesetzte Versammlung aller Arbeiter- und Soldatenräte Groß-Be�lrn». Die durch das Bureau der S.-Rate für die Vornahme der Wahl der Delegierten anberaumte Sitzung findet, wie bereit» bekanntgegeben, am Sonnabend, den 14. Dezember. nachmittag» 8 Uhr, im Reichstag statt. Da» Wrchlbirreau. Prolesteifrige Bürger. Der Kürgerrot Eroß-Berlin« erhobt gegen die Ausführungen de» Genossen Adolf Hoffmann in der Somuagversaminliing der ll. S. P. öffentliche» Protest. Genosse Hosfmann hau« vor einer verfrühten Sinlberufung der Nolionaiversammlung gewarnt, weil er der Auffassung ist, daß durch ungenügende Auf tlärung die Nationalversammlung leicht ein reaktionäre» Gesicht bekommen kann. Diesen Gedankengang hAt der Bürgerrat für undemokratisch Sonderbar, daß seine Anhänger ihr demokratische« Herz erst fetz-i entdeckt haben. Wo war denn diese« Herz, als es galt, gegen die Schmach des Dreiklassenparlament« zu protestieren? Wo war da« Bürgertum, al« es galt, gegen die Sckeußlichkeilen der Schutzhaft, gegen die Einkerkerung der krie>j8gegnerischen Arbeiter, gegen die Greueltaten der preußischen Militärkaste in Belgien. in Polen, in Nordfrankreich zu prolesiieren? Warum hat da« .demokratische" Bürgertum nicht protestiert gegen die Zensur, gegen die Briefsperre, gegen die Unterdrückung jeder iveien Mei nungsäußerung? Warum ließ e» unwidersprochen d',e sich stet gernde Menschenschlächterei an der Front zu- warum wandte e» sich nicht dagegen, al» Ludendorff, der Generalderbrecher, Tausende und Abertausende von neuem zur Schlachtbank trieb, in» Grauen, in» Elend, in« Verderben stieß und jeden Wunsch nach Frieden kalter Hand abwie«? Da« Bürgertum hat wahrlich keinen Grund, sich al» Schild- träger der Demokratie aufzuspielen. Betn bkSheriae«, unmänn- liche», unfreie«, feige» Gebühren den alten Macht ha Kern gegenüber beweist nur zu deutlich, daß e» nicht die Demokratie, sondern die Wiederkehr der alten Gewaltherrschaft wünscht, unter deren Schutz e» sich wohlgefühlt hat. Der vierte Tag des Truppeneinzuges. Am Freitag mittag rückte die fünfte Garde-Jnfanterie- Dwifion in Berlin«in. Die Begrüßungsansprache hielt General- leutnant L e q u i». Er feierte vor allem die O r d n u n g, zu der auch Unter ordnung gehöre, und stellte Hindenburg wieder einmal al» Muster hin. „Ordnung kann nur gedeihen, wo Sachverständige walten, Auf dem Rückmarsch haben wir gesehen, wie Unordnung, lln- sadf>verstSndigkeit Milliarden von Werten zerstörte, ver- schleuderte! Ordnung, die segensreich«, ist die Grundlage zum Gedeihen der Familie, der Gemeinde, de» Staate». Wir kehren zurück al» Männer der Pflicht Männer der Ordnung. Männer der Unterordnung unter den Willen derjenigen, die die Regie- rung führen. Da» Muster dafür war unser Feld- Marschall, der sich al» erster hinter die Regierung stellte. So stehen wir alle entschlossen und treu hinter der Regierung, damit Ordnung und Sicherheit emporwachsen möge im herrlichen deutschen Vaterland. So bitte ich alle, e>n- zustimmen in den Ruf: Da? liebe herrlick« deutsche Paterland lebe hoch!" Auch Brutu» Molkenduhr hielt noch«ine Ansprache, Nach der Rede de? Generallrutnant« wurde„Deutschland. Deutsch. land, über alle»" gesungen. Eine sozialistische Not« hatte die Feier weniger al» die früheren. An Zuschauern mangelt« e» auch bei diesem Truppeneinzug nicht, Heut«, am Sonnabend, rücken die 1. Gardedivision ohne ihre Potsdamer Teile(2. und 4. Garde-Regiment) und die 3. Garde- Division ein. Der Ginmarsch erfolgt über die Kaiserallee, bczw,. Kurfürstendamm, Wilmersdorfer Straße, den Großen Stern usw. durch das Brandenburger Tor, wo um 1 Uhr mittag» die Be- grüßung stattfindet, « Der Soldotenrat de« Ersatzbataillon» de» 8. Garde.Rvgimentt zu Fuß teilt mit: Vor dem Einzug de» Regiments forderte der Kommandeur de» v. Garde-Regiment» zu Fuß tun dem Ersatz-Bataillon, daß bei seinem Einzug in die Kaserne von feiten de» Soldotenrat? an da» Regiment keine Ansprache gehalten würde. Der Soldatenrat erklärte e» jedoch al» seine Pflicht. die heimkehrenden Kameraden wenigsten» mit kurzen Worten zu begrüßen. Nach längeren Verhandlungen� gab der Major von Schierstaedt, der Kommandeur de» 8. Garte-Regiment», schließlich nach, Al« das Regiment nun einrückte, hielt wohl der Major selbst hoch zu Roß eine lange Ansprache an das Regiment, ließ dann aber sofort daS Regiment abtreten, ohne daß der Kommandeur des Ers.-Batl., eii� Offizier- Stellvertreter, Gelegenheit gehabt hätte, die au? dem Felde heim- kehrenden Kameraden begrüßen zu können. Der Major bieit sich also nicht an die Vereinbarungen. Die Folge war eine große Erbitterung der Mannschaften auf dem Ka'ernenhofe, so daß e« zu erregten Aussprachen kam. Der Soldatenrat de» Ers.-Batl. hat gegen diese» taktlose verhalten de» Major? bei der Reaierung und bei dem Kriegsministerium Einspruch erhoben, Unerhörte militärische Übergriffe in der Universität. Unter den in der Universität einquartierten Soldaten scheinen sich Element- zu befinden, dl« eine höchst sonderbare Auffassung von ihren Rechten und Pflichten de- sitzen. iSe fühlen sich scheinbar ganz al» Herren und Machthaber dort und maßen sich«in Benehmen an. gegen da» nicht scharf genug protestiert werden kann. Als in der Vorhalle der Universität am Freitag ein Student einem Kreise von Hörern die Grundsätze de» Spartakusbundes darlegte, trat plötzlich ein Unteroffizier auf ihn zu und versetz:? ihm«ine Ohrfeig«. Ai» dann ein anderer Angehöriger der Universität, Dr. Gumbel, sich dagegen wandte, und unter Bcto- nung der ihn von der Auffassung der SpartakuSgruppe trennende» Meinungsverschiedenheiten die Haltung der Unabhängigen Sozial- demckrati« rechtfertigt«, erhob sich gegen ihn auch ein große» Hallo, Der in der Universität einquartierte Offizier,«in Herr von Simon», trat heran und forderte die Soldaten und Studenten mit dem Rufe:„Schmeißt den Kerl doch heraus" auf, gewaltsam gegen den Sprecher vorzugehen. Die Aufforderung hatte auch Erfolg, und Dr. Gumbe! wurde in» Freie beförderl. Ai» er nach einiger Feit die Vorball« wieder betrat, reizte der Offizier abermals die Umstehenden auf, den Zurückgekehrten hin- auszuwerfen. ES muß verlangt werden, daß sofort gegen jene Leute, die da» ihnen von der Universität gewährte Gast recht in so lkanda- löser Weis« mißbrauchen und die eine io eigenartige Vorstellung von dem Recht der ftcien Meinungsäußerung haben. eingeschritten wird. ES darf nicht dahin kommen, daß die Um- versttät eine Pflegestätte gegenrevolutionärer Machenjchahen wird Am wenigsten hat die militärisch« Einquartierung ein Recht, sich in diesem Sinn« zu betätigen. » Einen Demonstra tion»zug plant ein größerer Teil der Ber- liner Studentenschaft für heute vormittag 11 Uhr. Ter Demon- strationszug wurde beschlossen in einer Studentenvcciamm.'ung am Donnerstag abend, die sich mit dem Vorgehen gegen die Studentenwehr befaßte. Eharafieristisch für diese«erfammlung war, daß ein Sprecher, der zu schildern versuchte, wie ihm von der alten Regierung völlig grundlos mitgespielt worden sei, nie- dergeschrien wurde. Der DemonstrationSzug soll bezwecken, eine Protestr.sslu! o» gegen da« Einschreiten der Polizei gegen die Studentenwehr, per- sönlich dem Polizeipräsidenten, Genossen Eichhorn, zu übe- reichen, Lebensmittelverteilnug. Nach einer Bekanntnmchmiig de» Niagiftvats gelangen in»erlin auf Abschnitte 83 und 85 der Lebensmittelkarte der Stadt Berlin je Lkif) Gramm, also zusam. men WO Gramm Marmelade zur Ausgabe. Die Anmeldung f>n. drt in den durch ein«uthängeschild gekennzeichneten Gcsckäften am 14., IS. und 17. Dezember statt.— In der Zeit Vi» Diene. tag. den 17. Dezember 1018 wird an diejenigen Kunden, die in den Speiscfettkundenlisten der in den Bezirken der 121, 120. 6i; 123.. 131, 196. und 223. Brotkommission gelegenen Geschäfte sFilialen. VerkaufSstcllenI eingetragen sind, pro Kopf 125 Gramm Kase verteilt.— Am 14. Dezember beginn, der Verkauf der««pml auf Abschnitt 24 der Lebensmittelkarte der Stadt Bertzn für Jugendliche. .�ümtliche HauSschlachtungcn müssen bis spätesten» 81. De, ?®1® 5nr<�0ef"� stm Anträge zwecks Genehmigung Hans- ichlachtungen sind ör» spätestens Freitag, den 20. Dezember in, ..ureau der Abteilung für Finschoenorgung. Reue Frieorichüt. 1 1, .ftnimer 1. mündlich unter Vnrleaunq einer Bci'cheiniaunä der ,u. TUh&tfen BroWz«Mission Uer die Zahl der HauShaltsangehöri. gen zu stellen. Die Erkraulungen«nd«trrdefSlle an Grippe. Lanzeneni- Zündung«sn>. haben in den legten Taqen wieder zugcnorrtmen. Die Vcrmehrmig der Geschlcchtölran Seiten, ivie Diphtherie»«e Scharlach hat zur Erhiihuna der Sterblichkits» und ErkrästkungS Ziffern nicht unwesentlich beigetragen. Oesterreichische Sriegerfrauen, deren EhemSnner sich noch im Heeresdienst befinden, ersuchen wir. un6 wegen Feststellung der snr die unterhaltBbeiträye für den Zstonat Januar erforderliche» ■sumire unigehend mit Postkarte genaues Nationale, Truppenteil u,ü> Au'enthaltSort deZ Manne» iowie eigene Tdresse und Nummer der Zahlungsanweisung de» Konsulat» aufzugeben. BollzugSauSschust der österr. Soldaten beim österr�unaar. Gene- ralkonfulat Berlin. Keithstraste 10. Die Hilfsschulen, die biSher»»fassen hatten, sollen nach mnem Beschluß de» Magistrat» in sechßklasfige umgewandelt wer- den. da jetzt zahlreiche Kinder da» Pensum in der obersten Klasse zweimal durchmachen müssen. Der van de» Mittelland-Kanal» wird dam Berliner Magistrat kehr gefordert und ist letzterer in diesem Sinn« beim Mnister der öffentlichen Arbeiten darstellig geworden. Da» Opfer eine» Tobsucht»« ns-Be» ist gestern die SS Jahre atte Ehefrau Wollberg au» d>r Warschauer Nraße S geworden. Der Mann der«ernnalückten steht noch im Felde. Während ihre beiden Kinder«dwesend waren, bekam die llnBüikliche. die schon lange schwer n erdenkrank Irmr. einen TobsuchtSensaB. zertrüm- merte mit einem Seil die WohnungSeinrübtimg und beschädigt? dabei auch die Gasleitung. Dann trat wahrscheinlich eine solch: �tschlaffung ein. daß st« nicht mehr wußte,»a» um sie her vor- pina. Da» GaS strSmte unterdessen an einer beschädigten Stelle i« stark au», daß die Frau an Erstickung den Tod fand. AI» man sie auffand, war keine Rettnng mehr möglich. Wegen»efSrderungsfchwieriskeite« ist der Wertbriefverkehr nach den linkSrheimfchen Testen de» VkichldpostgebieiS und nach den rechtsrheinischen Orten innerhalb der Brückenkopfgebieie von Köln. Koblenz und M-rmz(80 Kilon.« ter Umkreis) bis auf weitere« «inAk stellt worden. Die für die knkSrheinrschen Teile de» Siei-bSpostgebi-t» bereit»«ngeordnete Sperre de« Paketberkehr» stleibt bestehen und ist auch aus Pakete nach den rechtsrheinischen Orten der vorgenannten Brückenkopfgebiete ausgedehnt' worden. ?«i,»»w verabfolgt von Montag, den 1». Dezember, ab für Kinder!m ersten und zweiten Lebensjahre Schokoladenpulver, für fede» Kind 1L5 Gramm für 1/« M., und zwar in den Klein- Handelsgeschäften, die auf Grund ihrer Zuckerkundenliste Zucker «ms Karten für Kinder verabfolgen. Die Abgabe dieser Ware er- folgt gleichzeitig mit der Zuckerzulage von 350 bzw. 375 Gramm. Velten gibt auf Abschnitt 18 der Lebensmittelkarte zwei Pfund Sauerkohl zum Preise von 85 Pf. Freireli»i»fe Gemeinde. Sonntag, den 15. Dezember, vor« mittag» S Uhr. P-ppel-Allee 15/17,«eukölln, Jdealkastno. Weichselstraße 8, vberschöneweide, Wikhelmmenhofstr. 848. bei C.?amp: Freireligiöse Vorlesung. iOH Uhr.Kleine Frankfurter Straße 8: Vortrag von Herrn Dr. Pou! Krische: Kritische Be- obachtungen über Geheimwissenfchasten alter und neuer Zeit. 1. Kulturgeschichtliche Ueberstcht. Gäste willkommen. Juzerch RenkSTn»? Zu der am Sonntag, den 18. Dezember, stattfindenden Jugenddemonstration treffen wir nn» cm Hermannplatz um 11 Uhr vormittag». Jeder Jugendliche mnß au» eigenem Interesse erscheinen. Freie Jugend Neukölln». Lekannkmachmige». Enklassungsanzüge. Der VollzvgSrat de» Groß-Derlmer A.- und S.-Ziate» erläßt folgenden Aufruf.' Kameradenk Jedem am S. November 1S18 und später au» dem Heere au»- scheidenden Unteroffizier und Mann sollte unentgeltlich ein Tut- lassungSanzug mitgegeben werden. Durch Singriffe und Beschlag- nahm« Unkvrufener. durch Plünderung und unbercchtigtan Ver- kauf in den ersten Tagen nach der Revolution sind die Kammer» bestände und Bekleidungslager fast vollständig geloort. Neu« An- »üge lostet müssen erst wieder angefertigt werden. Ihr« Herstellung 'ostet Zeit. Es wird alle» daran gesetzt werden, sie rasch bereit- zustellen. Soweit neuer Vorrat va ist, wird zunächst da» Feldheer versorgt werden. Da» Heimatheer wirb sich mit den Sachen be- !|nügeu müssen, die es bereit» hat. Sie sind durchschnittlich nicht o verbraucht wie die Anzüge de» Feldheere». Wer künftig einen besseren Anzug erhält, muß den alte» unbedingt zurückgeben; er wird dringend zur Herstellung weiterer SntlassungSanzüge ge- braucht. Kanreroden? Wir bitten Euch: würdigt dir Lage, die nicht durch un» verschuldet ist. Habt Getmid und Vertrauen! Seid maß- voll in Euren Ansprüchen! Sorgt für Rücklieferung unrechtmäßig zurückgehaltener Bekleidung! Schützt die Kammerbeständ«, hindert den verkauf und die Verschleuderung. Gewerkschaftliches. * CK* fcfc% chk*;»*» Die Schlächtermeister bleiben reaktionär. ll»ternehmer fast«ller Berufe haben sich den verändcr- ten verhältniss«« anzupassen gesucht. JndustriekSnige und Berg- Werksbesitzer verbandeln letzt mit den Organifittione» und schlie» ßen mit ihnen Verträge. Di« Schlächtemneister dagegen glauben nch die Herausforderung wie früher erlauben zu können, die Forderung der Gesellen nicht anzuerkennen und jede Verhandlung abzulehnen. E» genügt, wenn wir hier einfach die Antwort der Oeffimf» kichkit unterbreiten, welche die Groß-Berliner JnnungSorganisa» hon auf die Forderung der Gesellen erteilte. Verhandeln de» Zentralverbandeö mit einzelnen einseitig« irmcn während enden Verhandlungen lebhaft bebauen werden. n der Arbeitgsberpresse werden die einzeln«» Firmen«uf- der gefordert, auf irgendwelche Vorschläge feiten» der Gesellenorgani- sation nicht einzugehen und diese rundweg abzulehnen. Eö ist erstaunlich, wa» sich die Schlächtermeister her«u»- nehmen. In der jetzt erreglen Zeit die Arbeiter auf diese Weis« zu brütkiere», dedeutet den schwersten Konflikt im Gewerbe. Di« offene Kampfansage der Fleischcrmeister wird von den Gesellen nicht unbeantwortet bleiben. Man glaubt sich immer noch auf die Handvoll gelber Gesellen zu stützen, daß dies« Rech- nung falsch ist, werden die nächsten Tage beweisen. Eine Reihe Wurstfabriken, sowie sämtliche'Fleischkonserven- fabriken haben bereit» in friedlicher Weise Verträge mit dem Gescllenverband abgeschlossen. Gegenwärtig stehen die Gesellen bei den Wur st fabriken Robert Koschwitz, Spree» st r a ß e 7 und Leipziger Str. 86 und bei Paul Kipp, K o p p e n st r. 80, in Belvegung, ohne daß bisher eine Einigung zu erzielen ivar. Die Herren erklären einfach, daß sie zu der Innung stehen müssen, elso die Lohnforderungen rundtoeg ab- lehnen. Das geschieht von Leuten, denen schon mal in der dür- gerlichen Presse nachgewiesen wurde, daß sie während deS Krieges Millionen verdient haben. Um zu zeigen, deß die Forderungen der Gefellen cl» befchei» den bei den fetzigen Verhältnissen anzusprechen sind, teilen wir der OeffenNichfelt mit, daß gefordert wird: Für Gesellen ln Klein» betrieben ohne verantwortliche Stellung 70 M. pro Woche. Für Erstgesellen 90 M. In den größeren Betrieben ist gefordert: Für Junggesellen 75 M., ältere Gesellen ohne verantwortli' Stellung 90 M. und solche mit verautwortlicher Stellung 110 pro Woche. Für Aushilfen pro Tag 15 M. Wenn es zu einer Stockung der Wurjtver'ergung kommt, trifft die Schuld allein die Schlächtermeister, welche jede Verhandlung über die bescheidenen Lohnsätze ablehnen. Zentralverband der Fleischer. Slisabethstr. 11. Lohnforderimg« der Angestellten der Kgl. Hofduchhand« lung E. S. Mittler u. Sohn. Aeußerst niedrig sind die Löhne der Angestellte« der Millionensirma S. S. Mittler u. Sohn. DaS Durchschnitte- Monatseinkommen aller Angestellten(also einschließlich der etwa» besser bezahlten SVteilungSleitcr und des Prokuristen) beträgt 800 Mark. Um eine weitere Verschlechterung der Leben»- läge aufzuhalten, hoben die Angestellten durch ihren AuSschutz. der sich mit dem SrbeiterauSschuß de» Betriebe» vereinigt hat, ihre Forderungen gestellt: Sinmalige Teuerungszulage, je na» Tätigkeitsdauer, 200—400 Mk.. Gehaltserhöhungen von 10 bS 80 Prozent, Berkürzuna der Arbeitszeit. Aufhebung der Eni- lassungen, Wiedereinstellung von früher beschäftigten KriegSterl- nehmern. Noch steht der Inhaber der Firma- auf seinem yerrn-im- Hans e-Standpunkt. Die Arbeiter werden jedoch ihre Forderunge« aufrechterhalten, selbst auf die Gefahr der von feiten der Firma angedrohten Bctriebsschließung. Streik bei llllstei« u«d Moff«. Das Buchdruckereipersonal der Zeitunglbetriebe Ullstein u«d Moff« ist am Freitag mittag in den Streik geirrten. Die Abendblätter konnten demzufolge nicht«r- scheinen. Wie es heißt, fordern die Arbeiter bessere Bezahlung der Nachtarbeit. Der Wertbeimstreik ist siegreich beendet. Um 4 Uhr wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die Forderung ist bewilligt. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Aus aller Well. Schwere» Eisenb«h««nglack in Sachsen. Freitag vormttia« in der zehntSn Stund« hat sich, wie der„Vogtland Üdhe Anzeiger" meldet, auf der Sirecke Hof— Plauen, in der Näh« der Eta- ti«m Shrau, wahisicheinlich infolg« Reißen? der Kuppelung eine» Militärzuges, ein s chw ere» Eisenbahnunglück ereignet. Der Zug war'mit Mannschaften der 11. Armee und der 8. Ne- lervedivifisn, die ihren Stand ort in Brandenburg und Allenstein haben, besetzt. Unter ihnen befanden sich auch namentlich viele Berliner. Siek«» Wagen de» Zu�e? liad zertrümmert, davon fünf in» und übeveinander geschoben. Bisher find 12 Tote, dar- unter 2 Offiziere, 9 Schwervcrletzte und viele Leichtverletzte ge- borg«». Aus Suufl und Msseuschass. Konzert. Am Donnerstag stand wieder Herrmann Scher che« auf de« Podium. Man kennt ihn aus einer kleinen Anzahl W Konzerten, die«r nach seiner Rückkehr au» russischer Gefangen- schaff den Berlinern geboten hat. Sowohl als Orchester-Leiter, als auch al» ausübender Bratscher in dem nach ihm benannte« Quartett, hat er tn» Berliner Musikkritik zu leidenschaftliche» Aeußerungen und Urteilen deranlaht. Sa konnte man denn vo» ihm Besonder«? erwarten, wenn er, der Bruckner und Mahler iur' Innerste« begriffen zu bäben schien, Beethovens siebente' atrf» JZrogrcmim stellte. Die siebente Symphonie ist selten in s» voll- o armen er Abrundung gespielt worden. Tempo und Auffassung sind«iaeacrrtig, aber mit ko reifer Geschlossenheit durchgefilhrt, daß die musikalische Linienführung des Meisterwer- ke» in all ihrer Monumentalität deutlich wurdr. Schercben betont mit besonderer Schärfe den inhaltlichen Zusammenhang der drei letzten Teil« und vom ersten bis zum letzten Takt war da» Ganze ein« in» Gewaltige gehende Steigerung. Der Siebenten vorher gingen die Uraufsüchrungen von Vu-ka» tionen von James Simon, sowie einer Jagdauvertürr von Kün-.> iwk«; diese gab einen starken Publikumserfolg. Selen«» Arie an Endhmion von Künnefe— von Katharina Garden gut vorgetra» gen— war ein Beweis dafür, daß der Komponist auch tiefere» zu sagen w«lß. als in der Jagdouvertüre. Felix Robert Mendels- söhn trug Ernst von Dohnannhi» Konzertstück für Cello mit Orchester vor. Selbst der ungewöhnlich schöne Ton de» Cellisten vermochte nicht über«anche leere Längen de» Werke» hinweg »» helfe«.— Nasch. i II........Hl........... IM.»III■IIIIII.........— T oe-s ( (früher Soztallsttsche Anslandspolifik) UntüülgnSiäe sozlGldemoKnitlsclie Oochenscn Herausgegeben von Dr. Rud. Breitscheid Unter ständiger Mitwirkung von: EcL Bernstein, H.BSock, H. Hasse, K. ICaisfisky, A.Stein, H. Ströbel o-a. ftöDauenient viertsüülirllch 5.— M., ESnzeSnnnimer 50 Pf. BeiteUum:«.»I«I«u'*'ng.hen bei tcr.«ckri.. Post«i«UI(-«CT bei du N�dilearM nn« I. der Expedillan der.Prelfceli'. BeNI. KW 6, SehlSluaerdeiiini 1» FV. |!MlllllQlVlijlOt««