'PElSt iscS :me üse v Preis 10 Pfennig. ■ IC Morgen-Ausgave� «edakti ,n: Berlin NW«, echiffbanerdam«»»rm. Fernsprecher: Amt Norden 28»» and 2S06. Di«„Freiheit'«isckewt zweimal tilglich, morgen« und nachmittags,»n kann- und Festtagen nur morgen». Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung in» Haus sür Troh-Berlin monatlich 2 M. Fiir dt» Erledt- »-' �----""' der Bez ohne Bestellgebühr monatlich 2 M.. bei Zusendung unter Streifband 4 M. Verlmer Organ Expedition: Berlin RW«. Schiffbauerdamm»»»v. Fernsprecher: Am« Norden I»0«7 und 11008. Inserat« kosten die fiebengespaltene Ronpareillezeile oder deren Raum 70 Pf.„Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wart 30 Pf., jedes weiter« Wort 1ö Pf. Die dreigespaltene Reklamszeile 3 M., Teuerungszuschlag 30 Pf. Bei Familienonzeigen, Versammlungsanzeigen von Newerk» fchaften und politischen Organisationen fällt der Teuerungszuschlag fort. Inserate für den darauf folgenden Tag müssen spätestens bis S Uhr abend» bei der Expedition, Schiffbauerdamm 10, aufgegeben fein. der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Seulschlands Jahrgang» Montag, den 16. Dezember 1918 Nummer 57 perlet«'' Sie U S.?. Verlin fiir die Mlionalversammlung c die u tidlB s«c»a� 0 w! uis 10 i-11 L* ix«. 10 aitun� Kreis> W» y Das Reichsparlamenk der Revolution. Zum ersten Male treten heute die Delegierten der Ar- weiter, und Soldatenröte Deutschlands im Abgeordneten- hfuse zu einer Tagung zusammen. In ernster Swnde ver- �nigcn sich die Vertreter der revolutionären Volksschichten iUr gemeinsamen Beratung, um das Fundament der Revo- luiion zu beseligen, die revolutionären Gewalten zu kon- Elidieren und klare Entscheidungen zu treffen in den drängendsten politischen Fragen der Zeit. Die ersten fünf Wochen der Revolution verstrichen in rastloser Arbeit der überall entstehenden Räteorganisationen, die berufen waren, in das Chaos des neuen Werdens Plan- >näßigkeit und revolutionäres Zielbewußtsein hineinzu- ' ageil. Jetzt gilt es, das Fazit dieser intensiven schöpseri- )cn Arbeit zu ziehen und das vielfach noch verschiedenartige 'irken der A.- und S.-Räte zu vereinheitlichen, zu zentrali- lieren und weilet, auszubauen. Nach wie vor bilden die A.- und S.-Räte das Rückgrat der Revolution, zumal in dem jetzigen Augenblick, in dem die bürgerliche Gegenrevolution alle Kräfte aufbietet, um Weder in den Sattel zu kommen und die Früchte der Re- Solution für sich zu ernten. Vorläufig wagt sich die Reaktion Wch nicht offen atz die A.- und S.-Räte heran. Aber wehe der Revolution, wenn diese Sammelpunkte der proletarischen �raft, diese Stützpunkte der revolutionären Aktion zertrüm- �crt, wenn die innere Spannkraft der revolutionären �dantgarde unterhöhlt und gebrochen wird. Sammlung U'>d Ausbau der Kräfte, Vereinheitlichung und Zentrale wion der Tätigkeit, Klärung im Innern und weiteste Auf- Gärung nwch außen hin— all dies ist nach wie vor dringende Aufgabe der A.- und S.-Räte. die in dem jetzigen Stadium "or Revolution das breite, umfassendere Fundament bilden, Wf dem sich der Masscnwille des Proletariats kristallisieren "no die Tätigkeit der sozialistischen Parteien entfalten kann. . Im Vordergrunde des praktischen JnteresseI steht noch Amer die Sicherung der Revolution. Die ärgerliche Gegenrevolution ist noch nicht entwaffnet. Sie firmelt ihre Kräfte, indem sie sich geschickt den äußeren Ver- Witnissen anpaßt und alle ihre Stützpunkte in der Armee Wd in der Verwaltung ausnutzt. Diese Stützpunkte müssen Wcksichtslos beseitigt, die Waffen müssen der Gegenrevo- Ation aus der Hand gewunden werden. Unsre stärkste �affc. unser Schutz und Schirm ist freilich J>as erwachte revolutionäre Bewußtsein der Arbeiter und Soldaten, die es ihrer großen Masse ablehnen, sich als blinde Werkzeuge Militarismus mißbrauchen zu lassen. Diese Waffe gilt � Zu schärfen, dieses Bewußtsein gilt es klar und voll zu Ehalten. . Dieselbe Sicherung der Revolution erfordert den Z u ! a m m e n s ch l u ß aller proletarischen Kräfte 'n Stadt und Land zur gemeinsamen Abwehr der Feinde, Wr gemeinsamen Aktion liegen die kapitalistische Herrschaft, l'lr gemeinsamen Vorbereitung tiefgreifender sozialistischer Wonnen. Tie ungeheuer kritische wirtschaftliche Lage er- Atoert zwar die'e Tätigkeit, hemmt den unmittelbaren Klassenkampf, verbietet gewagte Experimente. Aber das pcl: die Sozialisier ung des Wirtschafts- t.e 6 e n s ist von der Revolution auf die Tagesordnung ge- put und wird nicht abgesetzt werden, solange� das Prole- jpiat seine revolutionäre Pflicht erfüllt. Für dieses Wirken � einheitliche Grundlage zu schaffen ist die zweite große Ausgabe der Reichsversammlung der A.» und S.-Räte. s. Auf politischem Gebiet steht sie vor der nicht minder P>verwiegendcn Aufgabe, die Kräfte des Proletariats zu- (pimsnzu'fasscn für die große Entscheidungsschlacht um die �Haltung der politischen Macht. Es gilt, die jUi 9. November im kühnem Sturmlauf errungene Macht «"staatlichen Institutionen, im Nechtsbewußtsein des Volkes t" iu verankern. Die Fragestellung: Nationalver- •Jjn in I u„ oder Ratest) st enj? bedeutet im Grunde �.its anderes als Mehrheitswillen oder Min- ii* �sheitsdiktatur? Tie Reichsversammlung muß rüber entscheiden, welche Richtung sie der Tätigkeit der A.- und S.-Räte verleihen will: die des intensiven WirkenL zur Durchsetzung des sozialistischen Mehrheitswillens oder die der bewußten Vorbereitung der Diktatur einer Min- derheit. Eine besondere Rolle wird auf der Reichsversammlung die Friedensfrage spielen. Auf diesem Gebiete feiert die Hetzpropaganda und Lügenarbeit des Bürgertums ihre höchsten Triumphe. Die Revolution soll ins Innerste ge- troffen werden durch die Diskreditierung der A.» und S.» Räte als Organe des Friedenswillens des Volkes. Möge das Reich zerrissen, der Feind ins Land gerufen werden. wenn nur die Macht der A.- und S.-Räte und der von ihnen gestützten Regierung gebrochen wird. In dieser Frage muß die Reichsversammlung her bürgerlichen Gegenrevolution eine Generalschlacht liefern. Die Kundgebung des Reichsparlaments der deutschen Revo- lution muß nach innen wie nach außen wie'eine Fanfare wirken,— wie eine Fanfare, die dao Geheul 0er Hyänen im Innern übertönen und über die Grenzen hinweg! an das Ohr der Proletarier aller Länder dringen soll. Die Reichsversammlung soll endlich durch Wahl des Vollzugsrates der Republik ein Organ schaffen, das, mit der nötigen Autorität ausgerüstet, die Einheitlichkeit des Wollens der Arbeiter- und Soldatenmassen im ganzen Reiche und den zentralistischen Charakter der Revolution verkörpert. Die Ausübung dieser Funktionen durch den Berliner Vollzugsrat war nur ein Provisorium. Durch die Wahl einer zentralen Exekutive wird die Räteorganisation fester vereinigt und ein Organ geschaffen sein, das die ge- meinsame Wirksamkeit des Proletariats im Interesse der sozialistischen Revolution leiten und lenken wird. von den rheinischen und S.'Men. In Mühlheim-Ruhrort sind, einem Telegramm zufolge, die Mehrheitssozialisten aus dem Arbeiter» und Soldatcurat aus getreten, nachdem ein Antrag, die Gewerkschaften als die Wirt» schaftliche Juteressenvertretung der Arbeiterschaft zu betrachten, Abgelehnt worden war. Der Arbeitcrrat in Elberfeld faßte einen Beschluß, wonach sämtliche Sta-dtverordnetcnversammlungen sofort aufzulösen und Wahlen unter entsprechender Anwendung der Wahlordnung für die Naticnalversammlung�für den I.Januar ISIS anzusetzen seien. Umschwung iu der Ukraine. Kiew, 15. Dezember. Kiew ist am Sonnabend nachmittag von Truppen des Direktoriums be- setzt worden. � Schwerere Straßenkämpfe wurden ver- mieden und die Regierungstruppen entwaffnet. Der Hetman dankte ab, das Kabinett ist zurück- getreten. Die Macht ist an das Direktorium übergegangen, bestehend aus Winnitschenko, Peiljura, Schwetz, Andrejewsky. In der Stadt herrscht vollkommene Ruhe und Ordnung, aufrecht- erhalten von Truppen des Direktoriums und deutschen Truppen. » Kiew, 1k. Dezember. Zwischen Vertretern de? deutschen Oberkommandos und Soldatenrates und Bevollmächtigten des republikanischen Direktoriums der Ukraine ist ein Abkommen geschlossen worden, nach welchem die deutschen Truppen dem Einmarsch von Truppen de? ukrainischen Direktoriums in Kiew keinen bewaffneten Wider st and leisten werden; Aufrechtcrhaltung von- Ordnung und Ruhe und ungehinderte, schnelle Heimbeförderung der deutschen Truppen sind vereinbart worden. keine Znlernieruug der Meuseu-Armee. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird die Heeresgruppe Mackensen und die bei ihr befindlichen Teile der 11. Armee und der Heeresgruppe Scholz nicht in Ungarn interniert; ihr Abtransport nach der Heimat ist im Kluß. � �...„ Endlich klarheil! Die Genossen, die am Sonntag zur Generalver« sammlung des Berliner Wahlvereins zusam< mengetreten waren, haben gute und nützliche Arbeit geleistet. Sie haben das politisch Notwendige erkannt und ihm klaren. Ausdruck gegeben. Sie haben damit die feste Grundlage geschaffen, auf dem ersprießliche Parteitätigkeit getan werden kann. Ihr Beschluß wird nicht nur in Berlin, er wird weit darüber hinaus seine Wirkung tun und die so nötige Ge- lchlossenheit der Aktion sichern. Um die Bedeutung der Entscheidung, die gestern gefällt wurde, klar zu machen, muß man sich bewußt sein, wie sehr die Tätigkeit der führenden Parteigenossen durch die Unklar- heit gelähmt war, in der sich die ganze Partei befand. Während unsere Vertreter in der Regierung ihre ganze Kraft einsetzen mußten, um die revolutionären Errungenschaften zu sichern und als vorwärts treibendes Element zu wirken, erhoben Genossen innerhalb der Organisation die schwersten Angriffe und verlangten den Austritt unserer Vertreter aus der sozialistischen Regierung. Die Angriffe gingen vor allem von der Spartakusgruppe aus, die zwar längst sich um die Beschlüsse unserer Organisation nicht kümmerte, über eigene Organisationen und eigene Presse verfügte, die vollständige Selbständigkeit ihres Handelns für sich in An» spruch nahm, die aber trotzdem formell die Zugehörigkeit zu unserer Organisation aufrechterhielt, um einen geeigneteren Boden für ihre Agitation zu finden. Sie hatten dabei die mehr oder weniger eifrige Förderung einiger unserer eigenen Genossen. M Dieser Zustand wurde vollends unhaltbar, sobald da- durch die entschiedene Stellungnahme'der Partei zum wich- tigsten politischen Gegenwartsproblem überhaupt in Frage gestellt schien. Während alle anderen Parteien mit äußerster Energie an die Wahlvorbereitungen gehen, alle Kraft ein- ''etzen, um die Volksmassen für sich zu gewinnen, wurde in unsere Organisation der Zwist hineingetragen und über die Frage, Nationalversammlung oder Räteverfassung immer wieder diskutiert. Die politische Entscheidung war längst gefallen. Es unterlag längst keinem Zweifel mehr, daß die große Mehrheit der deutschen Arbeiter auf dem Boden' der Demokratie und damit auch der Nationalversammlung steht. Es war kein Zweifel möglich, daß alle Soldatenräte, daß die meisten Arbeiterräte die Einberufung der National- Versammlung forchevien. Es war deshalb auch kein Zweifel — und jede Wahl bewies es aufs neue—, daß Widerstand gegen die Nationalversammlung einfach politisch gar nicht in Betracht kam, daß es heißen würde, das Proletariat selbst spalten, den einen Teil der Arbeiterklasse dem andern entgegenstellen, in dem Momente, wo die Einheit der sozialistischen Schlachtlinie unbedingt gewahrt werden muß. Statt aber politisch zu handeln, wurde theoretisch diskutiert, und das gerade dort, wo unsere Organi- sation am schwächsten, ihre politische Betätigung am drin- gcndsten war. Die Generalversammlung hat den dringend notwcndi- gigcn Wandel geschaffen. Der Spartakusbund war stark ver- treten, seine führenden Redner erhielten ausgiebig Gelegen- heit, ihren Standpunkt zu begnindcn. Die Diskussion war sachlich, frei von aller persönlichen Gereiztheit, die priu- zipiellen Gestchtspunkte wurden scharf hervorgehoben. Und das Resultat? Wir gestehen, wir hatten ihm mit einigem Bangen entgegengesehen. Berlin ist unstreitig die stärkste Position des Spartakusbundes gewesen, die blutigen Vorfälle in der Chausseestraße, die konterrevolutionäre Tat- sache, die schmählichen Treibereien gegen die Person Lieb- knechts schaffen seiner Kritik günstige Stimmung. Die Ungeduld der Massen gegenüber der Fortführung der Revolution. die unseren Wünschen zu langsam, zu gehemmt er- scheint, mußte dem Tadel gute Resonanz geben. Trotzdem! Es hat sich wieder gezeigt, daß. wendet man sich an die Masse der Parteigenossen— und stnseie Tele- gierten sind Vertreter der Masse, mit der sie in unmittelbar- ster Fühlung stehen, die politische Vernunft und die poli- tischen Notwendigkeiten sich durchsetzen. Die Resolution der Genossin Rosa Luxemburg. die sich für kit Rateyerfajsyya gegew die Natio- Mversammluna misspricht, IT« den sofortigen Austritt unserer Vertreter aus der Regierung fordert, blieb mit 193 Stimmen in der Minorität. Dagegen erhielt die Resolution, die Gen. Hilfer- ding begründete, 485 Stimmen. Sie spricht aus, daß letzt die sozialistische Pflicht erfordert, sich mit aller Kraft lernung der französischen Sprache Sorge zu tragew AIS Mindestforderung wird verlangt, daß beim Schreibunterrickst als Beispiele französische Wörter zu nehmen sind, ferner da? Unter- richt in der Geographine Frankreichs, seiner Kolonien und der der Alliierten erteilt wird und daß endlich die Kinder mindestens zwei Strophen der Marseillaise zu erlernen haben Unterricht über d e u t s ck e Geschichte und deutsche Geographie sowie das Singen deutscher Lieder ist u n t e r s a g h In jeder Gemeinde sollen die Bürgermeister den Erwachsenen Gelegenheil zur Erlernung der französischen Sprache geben. Wer sich um die Ausführung dieser Bestimmungen besonder» verdient macht, er- hält eine Belohnung. Der Bischof fordert die Geistlieben auf. sich bereitwilligst zur Erteilung von französischen Unterricht zur Ver fügung zu stellen. Die Besprechung mit der interallHerten Schiff fahrtskommission hatte am Freitag folgende? Er- gebniS: Grundsätzlich zugelassen ist der Verkehr von recht«- rheinischen nqch rechtsrheinischen nnd linksrheinischen Stationen� und von linksrheinischen nach linksrheinischen Stationen, dek glleichen der Verkehr vom Ausland nach sämtlichen Rheinplätzen der durch Kontrollposten in Emmerich und Basel beaufsichtigt wird Untersagt ist der Güterverkehr von linkSrheini- schen nach rechtsrheinischen Stationen. AuS n a h me n werden gestattet auf besondere Anträge, die durch die Schiftahrtögruppe West Stab an die inieralli erten Kom missionlen zu richten find. Es ist unbedingt notwendig, daß alle SchiffSführer stets im Besitz ordnungsmäßiger Ladescheine sind Sofortige Freigabe aller festzehaltenen Kohlenschifse ist veranlaßt worden. Während der UebergangSzeit bis zur vollständigen Einführung vorschriftsmäßiger Abzeichen und Ausweise entstehen dem Schiffspersonal keinerlei Schwierigkeiten. Die preußische Regierung gegen Adois Hossmann. llch auch ihn selbst verschlingt. Arbeiter, geht hinan» auf» Lai4 1 in die Städte der Provinz l Die Kräfte, die in Berlin und aride G roß' tä dien brachliegen, werden dort dringend gebraucht. zu den Arbeitsnachweisen; sie werden Euch sagen, wo Ihr lohnenti| Arbeit findet, die Such nährt und daS Volk retten hilft. Arbeit« Schützet Türe Revolution vor den Angriffen jeglicher Reaktiiwj rettet sie auch vor dem Ruin durch Hunger und wirtschaftlich? I Auflösung! WolffS Bureau teilt amtlich mit: Zeitungsnachrichten zufolge soll das Mitglied des Kabinetts, Herr Adolf Hoffmann, in einer öffentlichen Versammlung am Sonntag, dem 8. d. Mts., geäußert haben: -„Wenn die Wahlen zur Nationalversammlung nicht eine sozialistische Mehrheit ergeben, würde die konstituierende Nationalversammlung, ebenso wie in Rußland, mtt Waffengewalt auSeinandetrieben werden." Die Preußische Regierung ist infolge Erkrankung des Herrn Adolf Hosfmann nicht in der Lage, festzustellen, ob diese Aeußerung gefallen ist. Sollte sich Herr Adolf Hoftmann in diesem oder einem ähnlichen Sinne geäußert haben, so erklärt die Regierung demgegenüber, daß sie auf dem Boden der Demokratie steht und den durch daS Ergebnis der Wahlen zur Nationalversammlung zum Ausdruck gebrachten W i l l e n d e S Volke» respektieren wird. Abliekerung von Waffen und Heeresgul. Ein Aufruf an die Arbeiter. Der Rat der VolkSbeauftragten erläßt folgende Verordnung über die Zvuückführung von Waffen und HeereSgut in den Besitz des Reiches: Trotz aller ergangenen Aufforderungen und Kontrollmaß- nahmen befinden sich noch immer zahlreiche, aus den Bestände« der Heeresverwaltung stammende Waffen, sowie bedeutend« Mengen an Heeresgut uubefugterweise im Besitz von«ntlassenol Soldaten und von Zivilpersonen. Diese Zustände können n>V länger geduldet werden. De Reich? regierung sieht sich daher ge- I nötigt, ihnen entgegenzutreten. Ich Wir verordnen mit sofortiger Gesetzeskraft: Pläteu' § 1. Wer sich unbefugt in dem Besitz von Waffen befinde« alzdnnn° ; Eber 3ch beant fiiiie un bürg vc Nach diesem E Der Rat der Volksbeauftragten erläßt eine Kundgebung„Au die deutschen Arbeiter", dem wir folgendes entnehmen: Die Errungenschaften der sozialistischen Revdlution sind in Gefahr! Arbeiterl In Eurer, n u r in Eurer Hand liegt es, das Verhängnis abzuwenden. Ihr müßt unsere zusammengebrochen« Wirtschast wieder aufrichten, Ihr müßt dafür sorgen, daß uns Hunger und Bürgerkrieg erspart bleiben, und das, waS unweigerlich auf Bürgerkrieg folgt: die Verwüstung aller Errungenschaften der Revolution, Euerer Revolution. Ihr müßt arbeiten I Der Sozialismus verlangt Arbeit kann nur bestehen aus Grund- läge der Arbeit! Wer feiern muß, soll Unlcrstützung bekommen, aber wer feiert, obwohl er arbeiten könnte, macht sich und die anderen ärmer, versundigl sich an seinem Volke und dessen sozio- liftischer Zukunft, hilft den Zusammenbruch bereiten, de* schlieft- Diese »«bereite «Ile d:ejc tzewarnt -nnern die auS Heeresbeständen stammen, ist verpflichtet, sie innerhalb der von den zuständigen Behörden bezeickneien Frist cchzulieftrir Wer zuständige Behörde ist, bestimmt die LandeSzentralbehört«- Unbefugter Besitzer ist, wer ohne den Willen der Rsgieru«? oder der ihr unterstellten Organe den Besitz solcher Waffen er- langt hat oder erhält. Z 2. Die gleiche Verpflichtung liegt demjenigen ob, dkl Heeresgerät und HeereSgut aller Art(Fahrzeuge, inSbcsonder» Kraftfahrzeuge, Pferde) in Besitz hat, ohne sich über den rcV' mäßigen Erwerb dieser Gegenstände ausweisen zu können. Hgfl delt eS sich um militärische BekleidungS- oder ÄuSrüstungsst«»* zum persönlichen Gebrauch, so ist dem Besitzer der Nachweis unrechvmäßigen Erwerbs zu führen.... § 3. Wer sich nach Ablauf der Frist noch unbeftlgterw�— im Besitz von Gegenständen der in§? 1 und 2 bezeichneten st»»«-sier? befindet, wird unbeschadet einer nach den allgemeinen©trcck* uf. für setzen wegen der unbefugten Aneignung etwa bereits verwirWj JU gehen, Strafe wegen Unterlassung der angeordneten Ablieferung""oti vo Gefängnis bis zu fünf Jahren und mit Geldstrafe bis zu 100 0� Mark oder mit einer dieser Strafen bestrast.. § 4. Wer der angeordneven Abliesevung innerbalb der WJj geschriebenen Frist nachkommt, bleibt für eine etwaige vor? Ablieferung begangene, auf den abgelieferten Gegenstand beM liche unbefugte Aneignung strasftei. L Die AuSführungsbesfimmungen erlassen die Landeszento�M behörden. Der Rat der Volksbeauftragten: Ebert, Haase, Scheidemann, Dittmann, Landsberg, Barth Die auf den Paul . Nack hat die B beisetzte, Werke uv Wir den? Asrlins Zum Schutze der RNeksr. Unbeschadet einer von der Reichsregierung geplanten wet gehenden Einschränkung der Zwangsvollstreckung gegen Kricl� teilnehmer hat der Justizminister Dr. Rosenseld mit Rücksicht � die herrschende Wohnungsnot für Preußen angeordnet, daß n t„."'öer .Q'!cn, da Jn den V 1« mitten Iclbst Li »«reit, r-ten. Mstand Gerichtsvollzieher vor der zwangsweisen RäuMü' von Wohnungen ohne Rücksiast darauf, ob eS sich 1 Kriegsteilnehmer handelt oder nicht, in allen Fällen, in de« eine Obdacklcrnnkeit der au» der Wohnung zu entkernenden fönen zu befürchten ist, die anderweitig« Unterbitzi' gung dieser Personen bei der OrtSpolizeibechorde zu vetA Mitteln halben. Satzungsenlwurf im Wiinchener RakionalratZ München, 14. Dezember. Laut„Münchener Neuesten richten" hat im Provisorischen Nationalrat die Bi'! dung von Fraktionen begonnen. Der zweite Vizepräsidc�i Dr. Ouidbe hat'dem Nationalrad den Entwurf einer Satzu«fi und Geschäftsordnung vorgelegt, die u. a. das Verhäll«� der Regierung zum Nationalrat folgendermaßen festlegt: Scheiß ein Minister aus seinem Amte, so ernennt der Nationv'l rat seinen Nachfolger auf Vorschlag der Reg''1 rung. Tritt die gesamte Regierung zurück, so bezeichnet .Nationalrat einen Vertrauensmann, der die Neubildung Ministeriums übernimmt; die Mi nisterliste ist Na t i on a l r at zur Bestätigung vorzulegen. bn» >0, das Jmic weit o'B diese l'cli-g B heftig ...er, fal �teitsiub m in c; ollzii j Unter t4 emil »Vt ein erklär lb'. in gerade lüg, da Es wc Aierung Sbund «rs die eideu schen Z Atzten "'smeil Run v .progr. ' a rn n Weit! st was Bod ,ung ül en zu Ni psten LT Doch wieder Deutsche Volkspartei. Vor kurzem hieß es, die ehemalige Nationalliberale P�,. nach der Revolution umgetauft in„Deutsche VolkSpartei", h»\| sich völlig mit der„Deutscheu Demokratischen Partei" verein'! DaS scheint aber eine falsche Meldung gewesen zu sein, iü die„Nationallibcrale Korrespondenz" mitteilt, trat der 3�» tralvor stand der Ratio nalk-iberalen Partei* Sonntag vormittag in Berlin zu einer Sitzung zusammen. � beschloß nach längerer Debatte auf Grund eines Antrage? D! Vogel und Genossen, die Organisation der Nationallibern' Partei aufrechtzuerhalten, wenn auch unter d c � neuen Namen und dem Programm der Deuts4)st. Volkspartei, wie e! in dem Aufruf der drei Vorsitze»'�! de? ZentralvorstandeZ vorgeschlagen worden ist. An der-'j stimmung beteiligten sich 61 Mitglieder bei einem Gcsaintbcsi"� deS Zentralvorstandes von 220 Mitgliedern. ES stimmten den Antrag 31, dagegen 28 Mitglieder. Ein Antrag Dr.®£'. auf Liquidation der Partei galt durch Annahme des Antrat Dr. Vogel als erledigt. versammlvngen der fllehrheUtsr. In drei von den MehrheitSsoziali st en einbcri' nen, stark besuchten Versammlungen sprachen am Sonntag mittag Ebert, Scheidemann und Landsberg. wie Scheidemaini setzten sich für eine Vorverlegung »iehrb Als B Äc > die Ai 'Wen, nu »'n zw � Par it;* P- �'sen. ,, Wigi z, ».jungen �rsaml Äfl » h r e r "minen i ab 4' d" j,■'»&- ii -'.M z 'a-n '! v; .W ni' eck Wahltermins für die National veriaw lung auf den 19. Januar ein. Ebert st.„ langte von der Rcichskoiifcrellz der A.. und S.-Räte Garantst. dafür, daß die Regierung die Geschäfte so führen könne, wie> s eS allein zu verantworten vermöge, und begründete eingebend� Notwendigkeit einer sozialistisch-demokratischen Voltswehr, � J schon erforderlich sei, um die Nationalversammlung zu scb»�.« „Wir sind entschlosien. jeden Versuch, die Nationalvecsamn'�'� zu stören, mit äußerster Rücksichlslosigkeit niederzuringen." i( Scheidemann polemisierte in der Hauptsache gegen � Spartakusgruppe. Die Dummeiijungenstreiche gc�st� Offiziere, meinte er. seien ein Kinderspiel gegenüber dein der bolschewistischen Hanswurste.— Landsberg setzte sn»„ tängerer mit den Unabhängigen auseinander. Er. Trotz ihrer vielfach recht unfairen KainpfeZweise werde dw � zialdemokralie den Wahltampf gegen sie streng>» � fuhren und nie vergessen, daß sie mit jene» jahrzehnlel» T en T Muß r'io,,; I? I •Me? t,.chewi et en. We b 'en fe05 l, bete :Äeiu9i i!eich' 5;<«. ®<6uHfr an Schulter gekämpft habe und daß eine tolK Zukunft nach den Wahlen die Parteien wieder vereinen 'rde. » Auch die neue»Deutsche demokratische Partei", dieser Misch- Jtosch von Nationalliberalen, �ortfchrittlern und Demokraten, yielt am Sonntag vormittag eme Anzahl stark besuchter Ver» Sammlungen ab. In den größten sprachen Deritburg und Nau- ®ann. Von ihnen leistete sich besonders der erste etwas in Hetzereien gegen die Neugestaltung der Dinge. 1800 Millionen(!) seien bereits unter der neuen Regierung ausgegeben, an Oettern und Basen würden enorme Gehälter gezahlt, und in die- skt Tonart weiter. Die Rede gab einen angenehmen Vorgeschmack für die Art und Weise, wie dieser»anständigere" Teil der Bourgeoisie den Wahllampf zu führen gedenkt. In einer Neso- mtion erhoben die jeweils Versammelten»schärfsten Einspruch dagegen, daß' die Einberufung der Nationalversammlung un- Jjätig verzögert wird, Bestrebungen geduldet werden, die die »»ttchzeinheit gefährden, daß der Mißwirtschaft in den Finanzen bon Reich, Staat, Gemeinden und Kriegsgesellschaften,»er Miß- "üjtmig der Gesetze über die Freiheit der Person, des Wortes und der Schrift nicht nachdrücklich entgegengetreten wi-V. Die Resolution»erwartet insbesondere, daß die Regierung geschlossen de» ihren Machtmitteln Gebrauch macht, um der Gewaltherrschaft kmzelner Gruppen ein Ende zu bereuen, die das Ansehen der Regierung gefährden, feindlichen Einmarsch heraufbeschwören und uen inneren Zusammenhang gefährden, der heute nur durch die neue Mitarbeit der Beamtenschaft ermöglicht wird". Wilhelm und Selhmmm für den Krieg. l Graf Czernin 1}C± in seiner letzten Rede über sein Expos« Ugni April 1917 gesprKhen. das mit einem Begleitschreiben Kaiser �ons an Kaiser Wilhelm gesandt worden war. Die Erwiderung Kaiser Wilhelm» erfolgte am S. Mai 1917; sie beruft sich auf die �tthmannfche Darlegung der Gesamtlage und spricht die Zuver- Uch! auf ein glückliche« Endergebnis des Kriege» aus. Ferner Wjnt der Kaiser einen Vergleich zwischen den Mittelmächten und Vorgängen in Rußland ab. Denn Rußland trage die Schuld Jdn Kriege und sei besiegt. Wir aber seien schuldlos und siegreich. om Gegensatz zu der Auffassung Kaiser Karts würde gerade ein vnebe mit großen Opfern und den unvermeidlich folgenden De- �kssioncn eine Gefahr für die Monarchie werden. In seinen �lußwortcn gibt sich der Kaiser der Hoffnung hin, daß Kaiser «au{>(,„ Anschauungen beipflichten werde, die ihn(Kaiser Wil- L auf Krieg und Frieden erfüllen. ' Der Erwiderung des Kaisers war eine Denkschrift Beth- �ann Hollwegs beigefügt, die das»Hamburger Fremdenblatt" �zugsweise zu veröffentlichen in der Lage ist. �n dieser Denkschrift stützt sich Herr von Bethmann auf alle � Tinge, weiche im Frühjahr 1917 die Aussicht auf einen er- '°lgreichen Ausgang des Krieges für die Zentralmächte wahr. peinlich zu machen schienen. Die Angriffe im Westen wären Mchettf; die Jsonzo front könnten die durch die Entlastung der Miftvnt freigewordenen Kräfte erhalten. Rohmaterial wäre noch ?sühlich vorbanden, und in bezug auf die VerpftegungSverhätt- J")? wäre für das Jahr 1917 keine Gefahr vorhanden, zumal jü Oesterreich Zufuhren au» Rumänien sicher wären. Die �ootersolge hätten die Berechnungen weit übertroffen, und so �re man allgemein der Hoffnung, daß die Nachteile des U-Boot- .«ges durch feine Borteile bei weitem mehr als aufgehoben » wen. Dazu wollte Herr von Bethmann nach seine» Denk- littst sickere Nachricht erhalten haben, daß der französische �nisterpräsident Ribot dem italienischen Botschafter in Paris flenüber kein Hehl daran» gemacht hätte, daß Frankreich der fchöpsung entgegengebe. Alle diese Dinge stellt die Denkschrift zusammen, um Kaiser 7°� zum weiteren Durchhalten zu veranlassen. Herr '» Bethmann stellt aber allerdings auch fest, daß er mit Czernin �kiu einig sei, einen ehrenvollen, den Interessen deS Reiches seiner Bundesgenossen gerecht werdenden Frieden sobald als Millich herbeizuführen. Auch darin sei er mit Czernin einig, Mi die Friedensaktion erfolgen müsse, solange die politische und ''iärische Initiative noch in den Händen der Zentralmächte sei. . Die Schriftstücke beweisen, wie von deutscher Seite zur Fort- I�ung des Krieges gedrängt wurde und welchen Illusionen man � über die Aussichten des Krieges hingab— sofern man nicht � anderen Illusionen zu machen suchte. «os öslmelchischen Archiven. ,. Unter dem Titel:„Der Ruf nach der militärischen Dilta- tf veröffentlicht der Pressedienst deS Deutsch-Oesterreichischen 5'�isomtcs für Hcereswesen eine Anzahl Vorschläge und Mel- .""gen der Armee- Oberkommandos aus den ersten , u-gsjabren. woraus hervorgeht, daß sich da? Armee-Cber- Amanda keineswegs mit seinen militärischen Funktionen de- ,"Ste. sondern eine sehr rege, tiefgreifende p o l i t i s ch e W i r k- �Mkeit entfaltete, die namentlich im Vortrage des Armee- ?. krkommandantcn Erzherzog Friedrich vom LS. September ISIS der den Wunsch nach völliger Ausschaltung Beseitigung der B e v ö l k e r i�n g an �eder politischen LebenS nicht nur in slawischen italienischen Territorien, sondern für ""ZOe st erreichenthält. »...Also„icht nur Deutschland hatte seinen Ludendorff. Viel- Zy war es aber deutsche Einwirkung, die das österreichische . rkommando ermutigte, seine diktatorischen Gelüste zu propa» Ver-n. �en die Vernewalkeung Deutsch'Böhmens. Tie Korrespondenz der deutsch-österreichischen Nationalver- d�mlung teilt m t- Der Staatsrat hat heute über die wrtwahren- �Einbrüche in das Gebiet von Deutsch-Bohmen ""den und aus Antrag des Staatssekretärs Dr. Bauer beschloss-n. �.sämtliche auswärbige Regierungen eine Zuschrift zu ru en, d/'" die Verwirklichung des S e lb st b e st i m mu n g s re ch t s eindeutsche» in den S u d e t e n l ä n d e r n durch Vornahme Volksabstimmung unter Leitung neutraler d«„ Missionen und gegebenenfalls n n t o rA s i i" e" z ho»"eulralen Truppen angelegt wird. Der«taatSrat abgelehnt, gegen die seindliche Geivalt�der tschechischen � a-e» Gewalt gufzubicten und so die Kriegführung über den sein'�'llstand hinaus zu verlängern. Er erwartet, daß dre feino- der � Vorstöße der tschecho-slowakischen Kciegsgttvalt im Lager "tentx selbst Berurteiluna finden werden. Tie > A„, Landesregierung in Reichenberg erließ ' Te- öum Ausharren im Kampf für das ap.."düöhmenS auffordert..Die Landesregierung bleibe �cht H�dernisse als politische Vertretung Deutschböhmens SSiu Deutschböhmen gebe eS nur eine Lösung, und zwar fr�ißs Selbstbestimmungsrecht über sein Schicksal, eigene GesetzgeWmg, eigene Vertretung und Verwaltung. •* Dem»Neuen Wiener Tageblatt" wird aus Karlsbad gemel- det, daß der Stadtrat von Karlsbad sich an den Präsidenten Wilson gewandt habe mit der Bitte, Karlsbad möge in An- betracht seines internationalen Charakters als Republik unter amerikanischer Oberhoheit erklärt werden. » Au» T r o p p a u wird gemeldet: Im Auftrage des tschechi- schen Militärkommandos Mährisch-Oftrau haben gestern vormittag 200 Mann tschechisch-slowakischen Militärs mit vier Maschinen- gewehren Fulnek besetzt, die deutsche Mannschaft der Gen- darmcriewache verhaftet und nach Mährisch-Osirau abgeführt, den tschechischen Gendarmerieposten aber in Fulnek belassen. Nn neues Oslemopa? Die„Deutsche Allg. Zeitung" entnimmt der Basler»National. zeitung" die Meldung, daß die polnische Regierung sich formell zum Abschluß eines Bündnisses militärisch- politischer Naturmit der Entente bereit erklärt habe. Die Tragweite dieses Ereignisses sei vorläufig unübersehbar. G r a S k i habe in Warschau ein fertiges Programm über die z u» künftig« Gestaltung Osteuropas vorgelegt. Danach würde zwischen den Polen, Böhmen, Rumänen und Jugoslawen eine feste Allianz geschlossen werden, die vor allem eine feste Militär-, Münz-, Verkehrs- und Handelskonvention einschließen würde. Polen erhielte alle von Polen bewohnten preußischen Gebiete und würde demnach etwa 3S Mil- lionen Einwohner zählen. Dieser Staatenbund würde eng der Entente verbunden bleiben. Die ungarische Diplomatie mache große Anstrengungen, um in diesen Osteuropabund aufgenommen zu werden, wozu übrigens auch einflußreiche Wiener Kreise neigten. Die Wahlen in England. Am U. Dezember fanden in England die Parlaments- wählen statt. Nach einer Reutermeldung waren es die ruhigsten, deren man sich erinnern konnte. Das Ergebnis der WMen wird erst am 28. Dezember mitgeteilt werden. Wilsons Völkerbund-Vrogramm. Ansprachen in Paris. Nach seiner Ankunft in Paris nahm Wilson an einem Frühstück im Elysse teil, bei dem zwischen Poincars und ihm Ansprachen gewechselt wurden. Poincar6 wies Wilson auf die Verwüstungen Frankreichs hin, versprach ihm, die sich darauf beziehenden Instruktionen des deutschen General- stabs zu übermitteln und forderte die Bestrafung für die verübten Antaten. Wilson erwiderte in längeren Ausfüh- rungen, in denen er u. a. iagte: Von Anfang an war der Gedanke des Volkes der Vereinigten Staaten auf etwas mehr gerichtet, als bloß den Krieg zu ge» Winnen. Er richtete sich auf die Aufrichtung der ewigen Grundsätze des Rechts und der Gerechtigkeit, Es ergab sich, daß es sich nicht nur darum handelte, den Krieg zu(je- Winnen, sondern, daß die durch ihn aufgeworfene Frag« fo gelöit werden mußte, daß derkünftigeWeltfrieden gesichert nnd eine Grundlage der Freiheit und des Glücks der dielen Völker und Nationen auf der Welt gelegt wurde. Nie- mal» vorher hat ein Krieg ein so furchtbares Gesicht geiragen oder mehr die gewaltige Zerstörungskraft unerlaubten Ehrgeizes ge- zeigt. Ich bin gewiß, daß ich auch die von den Heeren der Mittel- mächte angerichteten Verwüstungen mit demselben Abscheu»nd derselben ttefen Empörung sehen werde, den sie in den Herzen der Bevölkerung Frankreichs und Belgiens erregen, und ich bestehe wie Sie auf der Notwendigkeit einer Aktion beim Kriegsende, die nicht nur solchen Schrecken und Raub tadelt, sondern allen Menschen in der ganzen Welt kundgibt, daß sie nicht ohne die Gewiß- hcit gerechter Bestrafung begangen werden können. Ich weiß, mit welchem Eiser und Jubol die Soldaten und Seeleute der Vereinigten Staaten ihr Bestes zur Erlösung von dem Kriege hergegeben haben. Sie haben getreu im Geiste Amerika» ge- handelt. Sie halten ihre Ideale für geeignet, durch si« überall die Völker zu befreien, und sind froh über ihre Anteilnahme an der Verwirklichung dieser Ideale in Gemeinschaft mit dem Heer der Alliierten. Eine sozialistische Delegation überreichte Wilson eine Adresse. Wilson antwortete darauf abermals mit einer Ansprache, in der er ausführte: Meine Herren! Ich empfange mit großem Interesse die Adresse, die Sie mir soeben vorgelesen haben. Ter Krieg, den wir gerade durchgemacht haben, hat in einer unvergeßlichen Weise die außerordentlichen Uebel beleuchtet, die durch eine unumschränkte und unverantwortliche Gewalt hervorgerufen werden können. Es ist nicht möglich, das Glück und Gedeihen der Völker in der Welt zu sichern oder einen dauernden Frieden zu schaffen, wenn nicht die Wiederho lung solcher Uebel unmöglich gemacht ist. DaS ist wirklich ein Völkerkrieg gewesen. Er ist ge g e n Ab. solutiSmuS und Militarismus geführt worden, und diese Feinde der Freiheit müssen von jetzt ab außer Stande gesetzt werden, ihren grausamen Willen gegenüber der Menschheit weiter geltend zu machen. Nach meinem Urteil genügt es nicht, dies Prinzip aufzustellen. Es ist notwendig, daß es von einem Zu- iammenwirken der Nationen gestützt wird, welches auf vestimmte und klare Uebereinkommen begründet und durch das Werkzeug eines Völkerbundes seines wirk- samen Einflusses sicher ist. Ich glaube, dies ist die Uebcrzeugung aller einsichtigen und liberalen Menschen. Ich habe das Vertrauen, daß dies der Gedanke derer ist, die Ihre eigene groß« Nation leiten, und ich sehe mit besonderem Vergnügen dem Zusammen- arbeiten mit ihnen entgegen, um die Bürgschaften eines ewigen Friedens der Gerechtigkeit und des Rechte» sicher zu srellen, svelcher die Opfer dieses Krieges rechtfertigen und die Menschen dazu anhalten soll, auf diese Opfer als auf den dramatischen ttochtußakt ihrer Befreiung zurückzublicken. Amsterdam, 15. Dezember. Der Berichterstatter der„Preß- Association" in Brest hatte eine Unterredung mit Wilson, der es aber ablehnte, eine Mitteilung über seine Politik auf der Frie- denskonfercnz zu machen mit der Bemerkung, jegliche Erklärung darüber müßte sorgfältig erwogen werden. Ter Berichterstatter hat indessen den Eindruck gewonnen, daß Wilson, falls es nötig wäre, für seine is Punkte kämpfen wolle, ferner, daß Wilson für da? dreijährige Marineprogramm der Vereinigten Staaten ein- trete. Hinsichtlich der Freiheit der Meere sei Wilson der Ansicht, daß diese lieber von der ganzen Welt als von irgendeiner einzelnen Gruppe von Völkern gesichert werden sollte. Schweden an Wilson. Stockholm, 15. Dezember. Die beiden Kammern des schwedischen ReickStagS sandten gestern an den Präsidenten Wil» s o n folgendes Telegramm: .»Tie beiden Kammern des schwedischen Reichstags, die ein Volk vertreten, von welchem so viele Heim und Tätigkeit in Ihrem großen Lande fanden, heißen Sie in Europa willkommen in der lebhaften Hoffnung, daß die edlen Grundsätze, die Sie für iaf Zustandekommen eines dauerhaften und auf Gerechtigkeit fußen» den WelifriedenS ausgesprochen haben, auf dem bevorstehenden Friedenskongreß verwirklicht werden." Auch die liberale, sozialdemokratische und konservative Partei Schwedens sandten BegrüßungS- telegramme ab. Jos yrogramm Wanuerheims. London, 14. Dezember. Der neugewählte Regent von Finnland Baron Mannerheim ist heut von New Castle nack HelsingforS abgereist, um sein neues Amt anzutreten. Vor der Abreise gab er einem Vertreter deS Reuterschen Bureau? eine Erklärung über die gegenwärtigen Verhältnisse in seinem Lande und die von ihm beabsichtigte Politik ab. Der General sagte, er wünsche in ein möglrchst freundschaft- liche» Verhältnis zu den Alliierten zu treten und darauf hinzuarbeiten, daß die voll ständige Unabhängig- keit Finnlands von allen Mächten anerkannt werde. Die ugend fordert ihre Rechte. Eine stattliche Zahl Jugendlicher hatte sich auf. dem Tempdhofer Felde, eingefunden, um ihren Forderungen durch die Demonstration Nachdruck zu verleihen. Ein Zug, der nach und nach auf 2009 Jugendliche, junge Männer und Mädchen ini Alter von 14 bis 20 Jahren, anschwoll, zog durch das Hallesche Tor, die Königgrätzer Straße entlang, und zum Abgeordnetenhaus. Wohl das erste Mal trug die Ar- beiterjugend ihre Fahnen frei und offen im Zug, ihre v'.el- cerfolgten und gehaßten roten Banner. Stolze Kamps» lieber, altbekannte Weisen, ertönten.— Mancher der jetzt mit dem früher so verhaßten revolutionären roten Ab- zeichen am Arm versehenen Polizisten schaute grimmig drein. Es waren doch selige Zeiten, wo sie, tapfer und schneidig, sich mit gezogenem Degen auf wehrlose Demonstranten stürzen konnten. Vor dem Abgeordnetenhaus Halt. Eine Abordnung überbrachte dem Vollzugsrat die vorläufigen, in der„Frei- heit" bereits mitgeteilten Forderungen der Jugendlichen, die Genosse Schiller vorber noch einmal verlas, oft durch lebhaften Beifall unterbrochen. Genosse Gottschling,. der darauf im Auftrage des Vollzugsrats das Wort ergriff, stimmt diesen Forderungen unumwunden zu.� Er spricht zwar nur für seine Person und weiß nicht, ob die Mitglieder des in Auflösung begriffenen Vollzugsrates ihre Zustim- mung geben werden, doch die Jugend wird nicht versäumen, den Zentmlvst der A.- und S.-Räte deutlich ihre Forderun- gen zu wiederholen. Lebhafte Zustimmung löste Gott- schlings Hinweis darauf aus, daß wohl der Militarismus zusammengebrochen, die Revolution aber noch lange nicht gesichert und befestigt sei. Die proletarische Weltrevolution sei noch nicht unmittelbar zu erwarten. Aber Rußland hat mehr als ein Jahr auf das deutsche Proletariat warten müssen, da heißt es auch für uns, die Geduld nicht verlieren. Sobald der Siegestaumel bei den feindlichen Rationen vor- über sei, würden auch dort die Proletarier erkennen, was sie vom Kapitalismus zu erwarten hätten.— Redner schildert noch die wirtschaftliche und politische Rechtlosigkeit der Jugend in packenden Worten. Auf oen ernsten jungen Ge- sichtern war zu lesen, daß ihnen das alles nicht fremd war. — Noch andere aus ihren Reihen sprechen. Einer warnt vor Illusionen. Der Zentralrat werde nicht ohne weiteres die Forderungen der Jugend erfüllen, dann heißt es, dafür kämpfen.>. Der Zug setzt sich wieder in Bewegung und gelangt durch die Prinz-Albrecht-Straße, Wilhelmstraße zu den Linden und Brandenburger Tor. Weiter geht's zum Vis- inarckdenkmal.. Hier abermals Halt. Rote Fahnen flattern üvcrall. Alles überragt trutzig und stolz der„Eisern? Kanz- lex". In Ansprachen verschiedener Genossen wird die Idee des internationalen Sozialismus gefeiert, die in alle Herzen zu tragen sei. Ein Hamburger und Kieler Genosse über- bringen Grüße von der dortigen revolutionären Jugend. Auch sie verlangen Aufklärung und wieder Aufklärung der indifferenten Massen. Die Proletarierjngcnd leide unter dem niederdrückenden Alltag und brauche Begeisterung. Ein Genosse macht auf die Kundgebung der Jnternatio- nale am kommenden Mittwoch aufmerksam. Hochrufe aus Karl Liebknecht. Rosa Luxemburg und andere werden wieder- holt laut.„Den Worten wollen wir Taten folgen lassen!" Mit diesem Gelübde und einem Hoch auf die internationale sozialistische Jugend trennte man sich.— Ein neuer Ruf wird neue Massen zusammenführen, mehr, immer mehr werden sich unter dem Banner des internationalen Sozia- iismus zusammenfinden. Wer will uns dann noch wider- stehn? Aufklärung des Balaillonskaffendiebstahls. Die Kasse des 2. Bataillons deS Eisenbahnregiments Nr. 1 mit über 100 000 Mark barem Geld war, wie wir mitteilten, vor acht Tagen zwei jungen Schwindlern indie Hände gefallen, in- dem sie sich für Beauftragte des Zahlmeister» ausgaben und die Kasse bei der Wache abholten. Der Schöneberger Kriminal- Polizei ist es gelungen, den, wie sich jetzt heraugestellt hat, groß. angelegten Schwindel aufzuklären und die beiden falschen Sol- daten festzunehmen. Es sind dies ein schon mehrfach vorbestraf- ter gewisser Hellmich und ein Paul Eruhn. Letzterer ist der Schwager eines auf dem Zahlmeisterbureau beschäftigt gewesenen Soldaten Erich Neumann, der zusammen mit seinen beiden Brü- dern Max und Arthur der Urheber deS wohldurchdachten Schwin. delS war. Erich Neumann hatte Hellmich und Gruhn die Uni- form beschafft und sie a�lch wissen lassen, an welchem Tage die Kasse einen großen Betrag enthielt. Als ihnen diese von der Wache gutgläubig übergeben worden war, trafen sich alle fünf an einem vorher bestimmten Ort, erbrachen sie nno teilten das Geld untereinander. Die drei Gebrüder Neumann sind mit dem größten Teil der Beute flüchtig und konnten bisher noch nicht ergriffen werden. Dem Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, C.54, Gormann- sttaße 13, wurden neu angegliedert: 1. Die Fachabteilung für Gärtnerei. Vermittelt werden sämttiche in der Kunst- und Handelsgartnerei und in den Blumengeschäften beschäftigten männlichen und weiblichen Personen. Geöffnet von 9—12 Uhr. 2. Di- Abteilung für städtische Arbeiter. Vermilt. lungSstelle für alle stadtischen Betriebe unter sachkundiger Leitung Geöffnet von 8— 11 Uhr. 3. Die Fachabieitung für Töpfer und Ofensetzer. Die Vermittlung findet eben- falls durch branchebundige Beamte statt. Geöffnet von 5—7 Uhr Kernivrechanichluß für alle drei Ableitungen an tzft Zentrale, Ami ffbrScnt 11040— 46, 3691—02, 9764, 3791—97, Kostenlose Vermittlung!; FahrpreiöermSßigung für Laubenkolonisten. Die für die Jaljre 1016, 1917 und 1918 ausgestellten, zur Lösung von Arbeiterkarten berechtigenden blauen Ausroeisiarten zur Erlangung der Fahrpreiserniäsjigung für Laubenkolonisten in der Umgegend Berlins behalten ihre Gültigkeit unter den gleichen Bedingungen bis auf weiteres auch für das Jahr 1919. Ein Raubmord auf der Chaussee zwischen Groß-Machnow und Berlin beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. Dort wurde in der Nacht zum 7. d. M. der 15 Jahre alte Landwirtssohn Fritz Böhmert aus Klausdors im Kreise Teltow ermordet und beraubt. Böhmert hatte von seinem Vater am 6. d. M. den Auftrag erhalten, mit seinem Fuhrwerk nach dem Bahnhof Zossen zu fahren. Dort ist der junge Manu auch angekommen und, wie festgestellt werden konnte, abend» mit einem noch unbekannten Soldaten, der sich an ihn herangemacht hatte, wieder heimwärts gefahren. Der Soldat erschoß nun auf der Landstraße den lungen Kutscher, raubte ihm seine geringe Barschaft in Höhe von 19 Mark und fuhr, nachdem er die Leiche vom Wagen geworfen hatte, mit dem Gespann davon. Da nun angenommen wird, daß der Raubmörder versuchen wird, das Fuhrwerk in Berlin zu verkaufen, hat sich die dortige Polizei auch hierher gewandt. Der Wagen, ein schwarzer Break, der hinten links ein gelbes Rad und mit Manchesterstoff bespannte Sitze hat, war mit zwei Füchsen mit Blesse bespannt, einem Wallach und einer Stute. Letztere ist 1,50 Meter groß, hat drei kleine weiße Flecken auf dem Rücken, ist 9 Jahre alt und trügt die Hufbrandnummer 411. Der Wallach ist 6 Jahre alt, hat ebenfalls drei kleine weiße Flecke auf dem Rücken und trägt die Hufbrandnummer 412. Reiche Beute machten Einbrecher in de» gestrigen Nacht aus dem Grundstück Friedrichstr. Nr. S. Sie e«brachen hier zunächst die Hauslüre gewaltsam, bogen dann die Eisenstäbe eineö Hof» fensters zurück, drückten die Schechen ein und verschafften sich so Eingang in die Räume der Vereinigten Hutkompagnien, aus denen sie für ungeiähr 39 999 Mark Pelourhüte und Herren» Wäsche stahlen. Der Bestohlene hat auf die Wiederbeschasfung der Sachen eine Belohnung bis zu 3599 Mark auSyesetzt.— Für 29 999 Mark Wäsche erbeuteten andere Einbrecher in dem Ge- schüft von Vab in der Lichtcnberger Straße.— Wohnungsein- brecher stahlen in dem Hause Rosenthaler Straße 11/12, Bett» Wäsche, Silbersachen usw., im Werte von 19 999 Mark.— Für mehrere Tausend Mark Blusen und Stores, erbeuteten Einbrecher in dem Geschäft von Richter in der Aschaffenburger Straße. Der Millionendiess Mack vor Gericht. In dem sHiebfiahlS- Prozeß gegen den Monteur Benno Mack, der bei seinen nächt- lichen Raubzügen im Westen Berlin? und Charlottenburg Juwelen und andere Wertsachen im Werte von ca. 899 990 bis 1 Million Mark erbeutet hatte, wurde gestern das Urteil der- kündet. Staatsanwalt G o l l n i ck beantragte gegen Mack, den er als einen äußerst gemeingefährlichen Menschen bezeichnete, 19 Jahre Zuchtbaus und 15 Jahre Ehrverlust sowie Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen die Geliebte des Mack, die ledige Else Wagner, wurden wegen Hehlerei 4 Monate Gefängnis beantragt. Die RechtTanwälte Justizrat Ulrich und Dr. Steinbrecher beantragten mildere Strafe bzw. Freisprechung. Das Urteil lautete gegen Mack auf 8 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre Ehrver- lust sowie Stellung unter Polizeiaufsicht. Die Angeklagte Wag- »er wurde freigesprochen. In der bekannten BetrugSaffär« der Frau Geh. Justizrat Lepa hatte sich der eigenartige Zustand herausgebildet, daß die Hauptschuldigen, die Frau Geheimrat und ein Fräulein Geb- Hardt, wegen einer ärztlich festgestellten Haftunfähigkeit aus der Haft entlassen worden waren, während die minderbeteiligten Mit. angeklagten, ein Fräulein von Lange und ein Fräulein Kleist in Untersuchungshaft verblieben. Mit Rücksicht daraus, daß diese beiden Mitangeschuldigten offenbar völlig unter dem Banne der Frau Geheimrak Lepa standen und von dieser zu den Straftaten verführt worden waren, sie auch noch minderjährig sind, ist von den Rechtsanwälten Dr. Kurt Pincus und Dr. Julius Berger, um auch diesen Personen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, der An- trag auf Haftentlassung gestellt worden. Da die Staatsanwalt. schaft diesem Antrage zustimmte, hat die Beschlußkammer die Haftentlassung gestern angeordnet. Die Sozialdemokraten der Richtung Ebcrt- Scheidemann hielten gestern eine Anzahl Versammlungen ab: eine im Hofjäger. wo Scheidemann sprach, im Zoologischen Garten sowie im Zirkus Busch. Im ersteren Saale sprach Landsberg, während im Zirkus Busch Heinrich Scholz und Ebert referierten. Ebert erklärte, daß er mit der Nationalversammlung stehe und falle. Er halte es für nötig, die Versammlung vier Wochen früher einzuberufen, wenn die A.- und S.-Rät« zustimmten. Ebert erhob Einspruch gegen die Aeußerungen Adolf.Soffmanns über die Nationalversammlung. Lebensmittel in Wilmersdorf. Bis 29. Dezember«in Ei, vom 14. bis 29. Dezember Vt Pfd. Puddingvulver. vom 16. bis 31. Dezember 2 Briefchen Süßstoff, VA Pfd. Marmelade zum Preise von 1 Mark das Pfund und 199 Gramm Grütze, höchstens 7 Pfd. Kartoffeln. Der Verkauf von Fischwären wird forkgesetzt. Vom 13. zember bis 17. Dezember Voranmeldung für Nährmittel um Brotaufstrichmittel, auch für Jugendliche. Für Kinder im 3. bik 6. Lebensjahre 1 Pfd. Haushaltsschokolade in Tafeln und auf b» sondere Bezugschein« für Kinder im 7. Lebensjahre 14 Pfd. HauZ< Haltsschokolade, für Kinder im 8. Lebensjahre 14 Pfd. Schoko- ladenpulver und für Kinder im 7. bis 14. Lebensjahre% Pf» Pfeffernüsse. Für Kinder im 1. bis 6. Lebensjahre Milchsüß- speise, für Kinder im 1. bis 2..Lebensjahre 2 Pfd. Kinde raerstev- mehl und für Kinder rm 3. und 4. Lebensjahre 2 Pfd. Grieß. Für Personen über 66 Jahre gelangen demnächst 4 Päck« chen Zwieback srund 699 Gramm) zum Gcsamtpreise von 1,68 auf Grund besonderer bei der zuständigen Brotkommission zu er- haltender Bezugsschein« zur Ausgabe. Ei« Raubmordauschlag wurde am Sonnabend nachmittag in der Jnvalidenstraße verübt. Dort erschien in die im Hause Nr. 39 belegene Schankwirtschaft ein Gast, der, als die Schantwictin Frau Helen«. Meyer allein anwesend war, über diese herfiel, ihr eine mitgebrächte Vorhangschnur um den Hals schlang und versucht«. sie zu erwürgen, um dann die Kasse zu rauben. Di« Ueberfallen« setzte sich jedoch gleich energisch zur Wehr, verhinderte so das Zu- ziehen der Schlinge und rief um Hilfe. Nun ließ der Räuber von seinem Opfer ab und versuchte zu entfliehen. Da er Leute kommen hörte und diesen nicht in die Hände laufen wollte, verkroch er sich unter einem Sofa. Hier wurde er aber bald vorgefunden und fest- genommen. Auf dem Polizeipräsidium wurde der Verhaftete off ein Kesselschmied Otto aus der Bernauer Straße 96 festgestellt. Von Einbrechern erschossen wurde am 12. November ein Matrose, der die Burschen nach dem Polizeipräsidium transpor- tieren wollte. Jetzt ist eine Bande festgenommen worden, unter denen sich auch die ehemaligen Plünderer befanden, die den Matrosen hinterrücks erschossen haben. Kleine Nachrichten. Vor Taschendieben wolle man jetzt be- sonders auf der Hut sein. Gestern wurde sogar ein zwölfjährige� Mädchen gefaßt, das eine gestohlene Tasche in einem Haussier revidierte.— In einem Hotel in der Charlottenstrahe wurde ein Rittergutsbesitzer mit Gas vergiftet tot aufgefunden.— Mit<&* vergiftet hat sich ein junger Mensch von 16 Fahren auS der Kotoniestraße.— Vier fette Schweine sind gestern nacht in Hohen-. schönhausen gestohlen worden.— Aus dem Kleinviehschlachtbcw» des städtischen Rinderschlachthofes wurden 16 Hammel gestohlen- Verantwortlicher Redakteur: Dr. S. Restriepke, Bsilin-Wilmersdors. Druck der Lindendruckerei und Verlagsgefelllchaft m. b. v- Schiffbouerdamm 13. sßeiitek und vekWzuliseu. MMjme. rwBaÄ.tz. Direktion Fried. Kayssler. Tf Uhr: Wilhelm Teil. Opernhaus Ti Uhr: Violett«, Schauspiele ch> Uhr; Peer Ciynt. Direktion Max Reinhardt Deutsches Theater 7 Uhr: W ilu llchl iciiiiul in Itr Flutertlt Komniersniele 7 Uhr: Der Sohn. Kleines Schausnielhaus Fasanenstr. 1. Port 5 Keine Vorstellunjr, Lessirnj-Thealer. Direktion: Victor Barnowsky 7*1 Uhr: Der Schöpfer. Dicnstajj: Oer Marqcis von Reith. Mittw», Donn.: Der Schöpfer. Dsutschss Könstler-ThsatBr. Allabendlich 71 Uhr; Nachtbeleuchtunsr. Central- Theater. 7iu.:DleRDsev9nStaRihul Bentscbes Operrhaas Chu-Iottinb. 7 uhr; Der polnische M. Iriedrieh-Wilhelmstädt. Tbeatar. 7\ Uhr: Hannerl. Das Dreimäderlhaus. II. Teil. Kleines Theater. i® uhr: Freie Knechte. Humiache Oper. n Schwarzwoldmadel. Uhr: l-niNtspiellians. ?•/. uhr: Die spanische Fliege. Metrosol-Theater. 7k> uhr Die Ffiscbingsfee. Neues Onerettenhnus. 7t u. Die Glocken von Corneville. Palast-Theater. nuhr: Der Mikado. Mitfw.Ä: Der Struwelpeter. Residenz- 1 heater. 7t uhr: Friedensverhandlungen Walhalla-Theater. 7\ Uhr: Aueust der Starke, Casino-Theater. Lothringer Str. 37. TSgl.'/.8Uhr: N*al Das Saktlge Volksstack Neil dib goldene Brücke Vorher: Entklasslg* Spezialititen. Sonnt. 3t Uhr: Der Säugling;. Das grosse iiiUt Anfang'As Uhr. APOLLO «r*» Theater Dir. JAMES KLEIN Allabendlich 7t Uhr. Sonntaes 3; und 7\ Uhr Die Welt gellt unter! Santa Sdnelandl Lneia Blattner Frau hauch i rrtta Beckmann Fränze Blenke NADCHURA'S Elefanten BOSTON'S Affenmensch Traneys Blumenkorso usw. Sonntags 3V, lad. Erwachsene 1 Kind frei! Gehpelz mit gutem Tuchbezug; und cutem Pelzfutter sehr preiswert zu verkaufen. Gelegenheit! BSau�r Basar Kaiser- WUhelm-btraße 16, beim Alexaoderplatz. Sportpelze Oeleeenheitenl von 400 H. a n Blauer Bazar Kaiser- Wiihelra-Straüe 16, beim Alaxanderplati. X U.T Surfürftendamm U.l Nfi'e lirtjftcnfie U.T Hafen hei»e Oer Stellvertreter Giusrt Webbs 23. Abenteuer mit Ernat Reicher/ Ria Jande ResemaniuMfatirt Lustspiel Mellta Petrlf Loo Peukert, Herbert PauimUllerp K. Dreher U.T Nollendorfplatz Zettchen Gebert ir-n (Henriette Jacoby) Rcpic R. Oswald U.T Unter dm Linden tili! Met WIN DnIIei Ossi Osswalda U.T vtoritzplatz Mia Nay Die Betfeigräfin U.T Schöne bera U.T SletnicfcnbrrlerllP Söhne desVolkes Dar sozialistische Monumentalfllm von Sophus Michaelis und OleOleen mit Gunnar ToCnaes Uli Jacobson U.T Alexanderplatz U.T wcindergiweg Das Tagebuch einer Veriorenen Keaic; R. Oswald Hauptrmle: Erna Merena üsishelil SchOnnl, WtrssrK.auL Kanral Vildt JZa&urett Ab I. Dezember Neue Dhektion• Neues Programm Ganz renoviert Anfang 5 Sonntag Oyigyi- Konzerte 2 Bintriuspreia*: 1.30 M.. 2%60 M. -------- Vorzügliche Küche■= Torten, Makronen und Getränke. 4 HET¥ÄT PORTEW w Die blaue Laterne X>x>itte WocHe! Kammer* m Lichtspiele Lorenzo Bughardt Ein Echaulpiel mit Albert Bassermann, Else Bassermann, Käthe Haack V Redakteur für grösseres Partelblatt in der Provinz wird zum 1. Januar 1919 gesucht Vollständige Beherrschung der politischen Ziele der Partei, kommunalpolltische Fachkenntnisse sind erforderlich, Bevorzugt wcÄen rednerische Begabungen, die auch für die Agitation in Frage kommen. Bewerbungen mit GehaltsansnrDchcn unter P. K. olZ an Alois Krönicr. Kiel, Schauenburgerstrasse 54, 11. F.tage. Schiller Theater Charlottenbnrf. Tt Uhr:«SMlkt. Thalia- 1 heater. th uhr: Polnische Wirtschaft Mlttw. 3t Uhr: Rotkappchen. Theater am HoUmdorlplati. 3t Uhr: Theater des Westens. > uhr Die lästige Witwe lttw.4 Uhr: Aschenbrödel. Wallner-Theater. 7t uhr; Grat Habenichts. Mittwoch. Sounab. a. Sonntag Uhr: Der Märchen wald. Rose-T heater. OastsM d.Kriedr. WilhelmstThcat JtUhr. Dasüreimäderlhaus. f Kleine Anzeigen) Stfässeilier für „Die Freiheit" ständig gesucht SchikihllueiMM 19. Botenfranen zum Austragen der ,, Freiheit verlangt Spedition Engel, litMubiri, Itui Bahnliiilttr. 3E. Botenfrauen zum Austragen der Freiheit verlangt Sinner, Muskauer Str. 31. werden verlangt Solmsstr. 4. Botenfmuen sucht CiinrtoMirs Kaissrln-Augusta-Atles 6. ttertjnnd der Schneider, Sthnrlderlnnen und USschearbelter Deutschlands, Filiale Berlin, Sebastianstr. 37-38 Mittwoch, den 18. Dezember er., abends 7 Uhr, im Gewerkschaltshaus Engelufer 15,(Saal 4) General-Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht Uber die Sitzung des Beirats am 8 Dezember 1918 In Bamberg über die Gewährung wei'erer Teuerungszulagen, Ab- schalfung der Heimarbeit, Errichtung von Betriebswerkstütien, Referent; Kollege Schumacher. 2. Mitteilungen• Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltuag. Freie oerelnM der Hetallurbeiter Deutschlands iSutaKenl Büro: Alte Schönhauser Str.24. MUt« och u. Sonnabend geöffnet v. 6-S Metall jrbeüer! Oeffentllche Achtung I tlailiHer-iiil�Mnes-hrsiiiiliiiig Montag, den 16. Oezembep, abends 7 Uhr in Obcrschöoewelde. WilheiniinenhofstraBe, Ecke Klarastr, Im Lokal„Zum Laodsturramann** Dienstag, den 17. Dezembei», abends 7 Uhr im„Swinemünder Gesellachaltshaus*'» Swlnemünder Str. 42 Tagesordnung: Was wollen die Syndikalisten? R e f e r e■ t; Kollege Alfred öroth, Freie Aussprache. und in jeder Familie erwecket da» ideale GefcncnK zum WeilmaclitsiteIX daa vollKonrunena« MulllcslnCärvuneni «SrammopSioii Apparate in allen Preistagen werden vorgespielt ohne Kaufiwjnj, Qramfnophon* Spesialhaus Berlin W 8 nnr Frledrlehsfr. ISO i ßattä,| inie G-Ht l >hne rbeits «zitionj I zaftliA I «r. 37 "A ZW„AMeir. MyM IS. 1818. »k. »rdnung- n Bes4 Mmaß« istände» «u! enie lasse' !N Nli? -her ge' iefindek inerhalt üieftr» behöode igievual ssen-v »b, l« esond�! n recht' n. SÄ■ ngSstus 1 cciS!>«' eten Straft«' rwirkled rna--"f Die großen Pharns-Täle in der Müllerftraße find bis auf den letzten Platz gefüllt. Kurz nach zehn Uhr eröffnet Paul Hoff mann die Sitzung: Nach dem gewaltigen Siege der Revolution am S. November bat die Bourgeoisie sich von den Schlägen, die ihr das Proletarial derfetzic, zu erholen begonnen. Die Konterrevolution isl am Werke und sie scheut sich bor blutigen Verbrechen nicht zurück. Wir denken an die 14 Tote, die am 6. Dezember in den Str. Berlins gefallen sind. Noch ist das Verbrechen nicht ge nt. \*ch bitte die Anwesenden, sich zu Ehren der Gefallenen vv.i den Plätzen zu erheben.(Es geschieht.)— Der Vorsitzende verliest »lsdann die Tagesordnung. Eberlein: Ha ose wird über die politische?rme referieren. Ich beantrage, daß von der äußersten Linken cin Korrescrat statt- ssirde und schlage als Korreferenten die Genossin Luxem- bürg vor. Nach einer kurzen Debatte beschließt die Versammlung in diesem Sinne. Das Referat des Genosien Hasse: Soziakisten Reuoliitton Nevoiiitioii der vl-v vor d- d beM sze ntev" Zarth- Diejenigen, die stch auf vi« Revulution als echte darbereitet hatten, sahen plötzlich nach Ausbruch der alle diejenigen an ihrer Seite, die ve'bcr Vor oer ßewarnt und sie alz Phantasterei bezeichnet hatten. Sie er- xterwert inner,, sich hcS Aufrufes Eber:», der zamalv noch i'iei,': ftiizter ,r>ar, rom b. November. Da forderte er die Genossen »us. für Ruhe und Ordpung zu sorgen und nickst aus die S. M. gehen. So n>enig waren die Sozialpatrioten auf sie Revo- lutio» vorbereitet. Aver als sie sich nun bor die vollendeten Tatsachen gestelll ft'ien. da suchten sie nickst nur mitzumachen, sondern sich sogar ft de,, Vordergrund zu schieben; sie waren es damals die ftnMen mit uns eine Regierung bilden wostien. Aber au: tzlbst Liebknecht, das hebe ich hervor, ertlärte sich dam: °k reit, bedingungsweise in die Regierung ein zu- .f�.te n, allerdings nur für drei Tage, nämlich um den Weisen- llfssstand zu schließen. Das ist sehr charakteristisch. In überwältigender Mehrheit waren die Genossen der Mei- "uvg, daß die U. S. P. das Angebot der Scheidemänner ni st i>e weiteres ablehnen dürften. Sie werden sich auch erinnern. i Nst dieses Zusammengehen in der großen Versaunnlung im ftrkus Busch aukS stürmischste von uns gefordert wur. o. pv heftiger Erregung drohten die Soldaten den Zirkus zu per- stlftn. falls wir unZ zu dieser Mitarbeit in der Regierung nickst stfeilsiuden sollten. Es wurde die paritätische Zu� tf>ni,ncnsetzung des A.- und S.- Rates und des "llzugsrates verlangt. > Unter diesem Zwang der Verhältnisse geschah es. daß M st xaemig, Lcdebonr. Barth und Richard Müller stch zur Mit- a'cki entMossen. Svitzfindig, sehr spitzfindig ist e?. wenn man erklärt: ja, im Vollzügsrat, da ist die Zusammem-arbeit er- ("bt,;n rwr Regierung dagegen nicht. Abm- der Vollzngsrat ist t gerade die oberste Gr�walt. imd von ihm ist die Regierung ab- "gig. da cr sie ein- und abzusetzen vermag.(Widerspruch.) ».Es war unmöglich für uns, den Ebert, Scheide man« us'v. die Msfeeunz allein zu überlassen. Aber was erllür...au der Spu,- ! M ih-and in der„Noten Fahne"?„Der Spartakusbund wird nie , wer Kril ksicht-Z daß � r m sich � n dti len tbV*' a Bf''! [|rnt| Nt wf .e Ei' :räfftC" i fmcthodcn des Spartakusbundes L. Nun war sich zwar die große Mehrheit nicht einig in taktischen programmatischen Fragen, aber sie war sich einig über das 'l-> m w e n g e fi e n der beiden P a r t e ie n. Wenn dn' Achrit de? Volkes noch nicht auf dem Boden der Soziallsmus tr. was sollen wir in der Zwischenzeit tun, bis sie sich aus ckN-t, j�dei, stellt? Sollen wrr ctioa der Bourgeoisie dic SRe- überlassen, ja, das würde ihr so gefallen, nach ihrem Jr"en zu regieren und die Revolution wieder rü>kgäl«gig zu Nichts anderes beabsichtigt der Spartzakusbnnd. der ruhig tiefen und abwarten will bis zu der Zeit, wo das Proletariat Niehxß�it hat.(Unruhe bei den Svartakuslsuien.) »e tillz Beweis für meine Auffassung will ich Ihnen die letzten �?änge im Betrieb Schwartzkopff mitteilen. Sie wissen, i> die Arbeiter dieses Betriebes immer n de: vordersten Reche "'jtssten und sich bei allen Streiks mutig und opferbereit ein- nun, als es sich um die Wabl der Avbeiterräte handelte j den zwei Listen aufgestellt, eine Liste, die nur Zlnhäritger un- sex Partei enthielt und eine zweite Liste, dm aus Anhängern ftrer Partei und aus Mehnheltssozialisttzn ggmischt war. Die . ,»>, blassen, die diese zweite Liste aufstellren, sorder-en aFo eine i'- tT�Nidigung. DaS gleiche geht aus einer Erklärung hen-or, ÜB Ii L""1 zugegangen ist. UeVerall bemerken wir Ewigungsbe- �Aungen innerhalb der Arbeiterschaft für die Wahl zur Ratio- jz stjersamlung und darüber hinaus. Eine Vertrauensmänner- s,, Sammlung bat sich dabin ausgesprochen, daß sich die Arbeiter, Er', sich die Führer nicht vereinigten über die Köpfe der hier hinweg ver einigen werden, die gleiche Tendenz fc.�nen wir in Hambupg, wo jüngst Genosse Dr. Lauffen- ?. der wegen seiner radikalen Gesinnung solange in Schutz- k'.laß, in großen Versammlungen erklärt hat, es geh? nicht an, letzt zu zanken, alle Proletarier müßten sich �"'gen zum K» m v fe gegen die Bourgeoisie. z'/'. Gott schall berichtet mw von ähnlichen EmigungSbestre- aus meinem Wahlkreis Königsberg. DaS gleiche sehen , st IN NI.I..«Öl.. fii»... P artet i", hSsst ereini' en ges' liberal' r bc" tsch-' sitze"� der � itbesto? rten i1' Wcbü äntrflÄm / nbcril� tag v0f' 'fo,'4 Erfurt. Wir brauchen diese Tendenz nicht für richtig zu d.Dll- Aber sie sind Svmptome für d.i e Stimmung ' jx" Proletariats, über die wir nicht ohne wei- ag j Dvfc aravt'� , wie chcud f" tu« Hr.? schStzcZ NNNIlUl' ->"/ di- �rwiiss' klni'� sich. dt' die ack'"� tt l" es hinweggehen können. WW»W»WjW�W�W��> jmWe bekämpfi, weil n die Nationalversammlung hinaus �.sieben suchte. Die Bolschewisten haben auch die Wahlen zu der ify �vlversammlung keineswegs bopkotliert, sie haben sich stin ftnftrtiinn aitirtrnmon mit hPTT Wrtfpli aufs Jiair Zeitigt in der Hoffnung, zusammen mit den linken ri�.''°"°NevolutionSren eine Mehrheit zu erhalten. Es kann also Antirevolutionäres sein, wenn wir in Deutschland da? ti'el verfolgen. Das Spstem der Räteregierung. dieses Proleiarische Staatsshstem ist erst im zweiten Stadium toa. titschen Revolution in Erscheinung getreten. A.- und S.-Räte ° gab eä in Rußland schon In der Revolution von lvliz und I gleich im Anfang der Revolution von 1917. Erst neun Monade 1 itchh der Revolution, als die Bolichcwist«« die Macht erobert hatten, traten sie gegen die Nationalversammlung auf und für die Räte- tceicnnin ein.(Zuruf Li ckknechts:„Weil sie Erfahrungen gemacht haben.") Nein, weit die rechtsstehenden Seg'atiste« in die Mehrbeit gewählt worden waren. Wir können hier keine iklawischeNachahmungder bolschewistischen Revolution gebrauchen, und zwar weil die obsektiven.Bedingungen in Deutschland von ganz anderer Art find. Rußland ist ein Bauernland und eine überwiegende Zahl der Beuern sind aMu nur IE v. H. der Bevölkerung- find industri ckte Proletarier. Dentsihl and ist da- geaen ein entwickelter.stndustviestaat, der. der Zufuhr von Lebensmitteln beidarf. Die Mehrheit seiner Bevölkorung sind Proletarier. Ich bin stet? für Demokratie und Sozialis- in u ö a eingetreten. Daß die Demokratien des Westens vom Siandpunkt des Eoziackisten ans alles andere als Ideale sind, wissen wir fcht wohl, auch dort herrscht? beutung und Unter- drückung. Aber wenn wir jetzt zu den W n st'ir die Rational- Versammlung schrecken, so ist uns die � Freiheit der Wahl gewährleistet. Früher sch' tnisrten uns die Behörden, unsere Versammlungen wuriden verboten, umere Genossen wurden in Gefängnisse geworseq, unsere Zeitungen wuoden unterdrückt. Nock haben die Bürgerlichen die größeren ssen der Zeitungen in ihren Händen. Um so wichtiger wird für uns die Arbeit der Aufklärung sein. Wir traten dafür ein, daß die tzkationalversammlunq hinausgeschoben wurde, bis diese Arb � t vollendet ist. Als man un? die Frage stellt-, ob die Ratianalvel sammlung schon am IE. H.au»ar zusammenkommen solle, da förderten wir ihre Ein- berusung frühestens für April. Wäre keine Verständigung erzielt worden, st wäre st- vfelleicht für den 1! amtar angesetzt worden. Vorläufig wurde von uns als Tern.i.' er Emberuiunsi der 13. FiBrüat voraesö�agen, aber die E"t' deidung liegt in den Händen der A.- u. S.-Räte.... ch ürcht« sehr, daß die R e i chsv e rs a m m! n n g der' W- n. S.-Räte — nach der Meinung d�r Spartakus ui als die kompetente Behört e— de., W a h!! e r m i n af den IS. Ja- nuar zurückschraub-n wird. Erschreckend ist das Ergebnis der Wahlen zu dem Zentralrat der A- und S.-Räte i' erlin ausgefallen. Was hat man sich früher von diesen ST;n alles versprochen! Wenn der Zcrilrafttck morgen den 19. uar als Termin zu den Wahlen für die Nationalversammlung ansetzen sollte, so wer- den wir uns gleichwohl daran beteiligen. Widersprach bei den SpartakuZleuten.) Der Spartakusbund propagiert den Bohkott. Die rnfsi- scheu Genosse», die im Iakre ISEh die Wahlen zur Duma. boykottierten, haben die? lpäier als einen Febler bereut. Sie können überzeug! sein, daß 93 Prozent des Proletariats ihrer Parole des Bayiotls nicht folgen werden, um auf einen neuen Akt der Revolution zu warten. Sollen wir mit verschränkten Armen zusthen, daß die Ka m p f be d i n g un a c n des Proletariats berschhechtert, werden? Sollen wir unsere Waffen nicht gebrauchen und es dem Bürgertum überlassen, die RegierungsmÄht an sich zu reißen? Wenn wir s n Ä t f iMsr*. 5)3-- d au.«i. pst als Partei ab, Und ist denn unsere Lage so, daß wir«s unZ leisten können, die Wahlen zur Nationalversammlung zu bopkottieren? Seit dem ersten Tage der Revolution ist dic Konterrevolution am Werke. Tie Rechtssozialistrn sehen die Gefahr i«' ihrem vollen Umfange nicht.. Es'geht nicht an, daß der Spartakusbund. der zu unserer Partei gehört, aber eine eigene Organisation besitzt, uns mitten in unserer Organisation bekämpft. Auf dem Kongreß in Gotha erklärte Heckert: Wir unterscheiden unZ von den llnaöhänqigen, aber wir werden ihre Partei als ein schützendes Dach für die KickegSzeit gebrauchen. Ich habe dagegen damals' protestiert und sage auch jetzt, das? rs besser ist, daß mir tmS trenne Die Revolution hat große Veränderungen bewirkt. Wäh- rend des Krieges haben wir oa.mil anrechnet, daß die Löhne nach Friedensschluß plötzlich tief herabsinken werden. Jetzt haben wir einen freien Kampf um die Löhne. Die Regierung hat, gestützt auf die Revolution die ErwerbLloseufürstrge und den Acht- stundentag zum Gesetz erhoben. Dic Regiening hat ferner die Nachtarbeit in den Backereien aufgehoben, sie hat die Gesinde- ordnung und die Ausnahmegesetze für die Landarbeiter beseitigt. Sie hat eine Amnestie so westgehend wie ck irgend zuvor erlassen, gemäß deren alle, die irgend einer politischen Tat wegen ver- urteilt wurden, bejnwfcigt werden. Sie hat eine eben iö weitgehend? Amnestie für militärische Strafhandlungen erlassen. . Sie hat soeben das Reichsschatzamt angewiesen, noch' bor dem Zusammentritt der Nationalversammlung eine Kriegs- g e w i n n st e u e r-zu erheben, durch die sämtliche Kriraszewinne bis auf den letzten Groschen an die Staatskasse abgeführt werden müssen. Es geht also sticht an, keinen Unterschied zu sehen zwi- schen der Zeit vor und nach der Revolution.. WaS unsere ä.ußere Lage betrifft, so hat die Regierung gefordert, daß unsere Seldalen aus West und Ost. ans Finnland, Estland, Livland, aus der Krim und der Ukraine so schnell als irgend möglich nach Hause zurüazn befördern find, um zu ver- hindern, daß sie zu konterrevolutionären Zwecken in diesen Ge- bieten ausgenützt werden. Daß einige Militärs unseren Wei- sungen nicht gehorchen, passiert wohl hin und wieder. Aber sie werden zur Rechenschaft gezogen und abgesetzt.(Zuruf: Lequis.) Wer mit diesem General persönlich verhandelt hat, weiß, daß er selbst völlig harmlos ist, er hat ja auch der Regierung den Eid ge- leistet. Allepdings gibt eS unter seinen Offizieren sicherlich solche, die konterrevolunonäre Umtriebe versuchen. Unsere Revolution hat cin furchtbares Erbe angetreten. Wir standen kurz vor dem Äbschkuß.des Waffenstill- standeS nach einenh verlorenen Kriege. Im Westen Millionen von Soldaten, die wir so schnell als möglich nach Hause befördern mußten und zwar so, daß. sich diese Demoiilisation so gut als nur möglich vollziehen wnnie. Die Soldatenräte-konnten beim besten Willen nicht einen Plan entwerfen, um in LK Tagen diese Millionen beere in die Heimat zu bringen, und da w'r die Ossi- ziere als Jnstruktoren gebrauchten, so kepnten wir sie nicht be- feitigen. Je! ilehe« wir vor dem Friedensvertrag, tz,. ist natürlich eine Lühe, das. die Entente mit einer 'fizialtstisthen Regierung in Dem.hlano nicht Frieden schließen wird. Wären wir nicht in die Regierung eingetreten, so wäre ein Chaos entstunden, mnd dann hätte dse Entente dies als den Grund zu einer Iutei vention in Teutschland benutzt, so wir sie wegen des CvaoZ in Rußland iüterveniert. um die Bolschewisten zu Jiu,'.n. Wer las Wehl des Proletariats will, der kann dies «ich: verannvorle«, der muß für einen möglichst glimpflichen Frieden Sorge tragen. Wir haben die RegierimgSsozialisten vorwärts geschoben. Wären wir nid- in die Regierung eingetreten, so hätte sich eine Koalition zwischen den Scheidemännern und den Bürgerliche» gebrldet oder die Bürgerlichen hätten- allein die Regierung gcbil- der. Die Spartakus leute sagen uns, das stmre besser gewesen. Jawohl, wenn das Proletariat einig gewesen wäre. Aber da da? Proletariat setzt gespalten ist, so ist die Koalition der bessere Weg. Sie wissen, daß man nickst in 24 Stunden das kapitalistische System stürzen und den Sozialismus aufbauen kann. Das ist ein Prozeß von langer Dauer, die Regierung hat aber alles ge- -an, um diesen Prozeß wenigstens einzuleiten. Unser einziger Gegner darf nur der Kapitalismus sein, gegen ihn müssen wir mit allen Mitteln kämpfen und bei den Wahlen vor allem die Küä'e revolutionieren. Das Proletariat in seiner Gesamtheit muß alle Kraft einsetzen, damit die Rechte, die wir errungen haben, nicht wieder verloren gehen.(Begeisterter Beifall.) Korreferat der Eensssiu Luxemburg. Genosse Hasse bat soeben eine Anklagerede gegen die Politil gehalten, die er selbst gemacht hat und eine Veickeidigungsrede lür die. Politik der Ebert-Scheidemann. Er hat gesagt, daß Lieb- kneckt bereit gewesen sei, in die Regierung einzutreten, aber cr hat vergessen, die Bedingung zu nennen, die Liebknecht aufgestellt batie. Diese Bedingung war, daß die neue Regierung prinzipielle sozialistische Politik mache. Unter dieser Bedingung sind wir noch heute bereit, in die Regierung einzutreten. Was die Vor- ränge bei Schwartzkopff betrifft, so wird Ihnen ein Genosse be- richten, daß jene EinigkeitS-Stimmung im Grunde eine -Schiebung ist.— Fünf Wochen sind feit dem 9. November ins Land gegangen. Seitdem hat sich das Bild völlig geändert. Tie Reaktion ist jetzt viel stärker als am ersten Tage. Und Haase sag! uns: Sehr, wie herrlich weit wir es gebracht haben. Seine P sticht wäre es gewesen, uns den Fortschritt der Gegen- r e v o l u t i o n zu zeigen, die von der Regierung be- g ü n st i g t worden ist, in der Haase sitzt. Diese Regierung hat, statt die Konterrevolution zu verhüte», die Bourgeoisie und. die Reaktion gestärkt. Eine für sie günstigere Regierung kann sich die Bourgeoisie wirklich nicht wünschen, sie ist das Feigenblatt für ihre konterrevolutionären Ziele. Nicht einmal die elementarsten Maßnahmen hat die gegen- wärtige Regierung getroffen. Hat sie die Kriegsanleihe annulliert? Hat sie das Volk zur Verteidigung der Revolution bewaffnet? Sie hat die Rote Garde verboten und dafür die Weiße Garde von Wels anerkannt. Bei dem P n t s ch vom 6. Dezember liefen alle konterrevolutionären Fäden in den Händen der Eberl und Wels zusammen. Alle Offiziere und cnenerale, Lequis und Hindenburg, stehen sich auf den Boden der Regierng, und Haas? sagt nnS, daß es eine sozialistische Regierung sei. Gerade diese Methoden der Regierung verwirren das Proletariat. Nach dem S. Dezember mußten die Unabhängigen aus der Regierung austreten, sie mußten die Verantwortung für das Geschehene ablehnen, um die Massen aufzurütteln und ihnen zu sagen, die Revolution ist in Gefahr. Dadurch, daß es nicht geschah, werden die Massen eingeschläfert, und die Fortsetzung dieser Einschläferung?- Politik war die heutige Rede Haases. ..�'aase har die Großtaten der neuen Negierung aufgezählt — lauter bürgerliche Reformen, die uns beweisen, wie rück- ständig Deutschland war: das sind die veralteten Schulden der Bourgeoisie, keine revolutionären Eroberungen des Proletariats, ivorum es sich doch gehandelt hätte. Haase hat ferner gesagt, wir dürfen die Taktik der Russen nicht sklavisch nachzeichnen, da Deutschland wirtschaftlich fort- geschrittener ist. Wir müssen aber von ihnen lernen. Die Bolschewisten mußten erst Erfahrungen sammeln. Wir können uns die reife Frucht dieser Erfahrungen'aneignen. Ter Sozialismus ist keine Frage der parlamen- tarilchen Wahl, sondern eine M a ch t f r a g e. Brust an Brust und Auge an Auge müssen die Proletarier mit der Bourgeoisie im Klassenkampf kämpfen. Dazu muß das Prole- tariat ausgerüstet werden. Auf Diskussionen, auf MehrbeitS» bcschlüsse kommt eS nicht mehr an. Haase ist für die Hinaus- lchiebung der Nationalversammlung eingetreien» aber gleici- oohl sieh! er die Nationalversammlung als eine Arena des politischen Kampfes an. Die Parteileitung der Unabhängigen hatte den April als den Termin der Nationalversammlung fest- gesetzt. Die Vertreter der Unabhängigen in der Regierung sind umgefallen, indem sie sie> auf den IS. Februar an- beraumten. Hanse hat da? Prinzip der Demokratie gerühmt. Nun, wenn das Prinzip der Demokratie gelten soll, so doch vor allem in unserer Partei selbst. Dann aber muß sofort der Parteitag einebrufcn werden, damit die Massen sagen können, oh sie diess Regierung noch wollen. Wenn die U. S. P. setzt in Berlin bei den-Wahlen eine Niederlage erlitten hat, so ist die wahre Ursache die Politik Haases in der Regierung.(Stürmische Unter- brechung.) Wie verkehrt ist eS, die Spartakusgruppe zu beschul- digeu, da gerade wir au dem sozialistischen Gewissen der Massen gerüttelt haben! � Vier Jahre hindurch haben Haase und se ne Freunde die Sozialpatrioten bekämpft, um zuletzt mit den Schul- dihcn rieben zu machen. Und darum sind sie die wahren Schuldigem � Haase hat uns den Vorwurf machen wollen, daß wir uns der Meinung der Massen unterordnen, weil wir die Pegirrung nicht anders als mit Zustimmung der Massen übernehmen werden. Wir ordnen uns nicht unter, wir warten auch nicht ab. Sondern wir wollen Euere Halbheiten, Euere Schivächen � denunzieren. Wenn Haase und seine Freunde aus der'Regierung austreten. so werden sie dadurch die Massen aufrütteln und ausklären. Wenn sie aber fortfahren, die Regierung zu decken, so weiden die Massen sich erheben und Euch fortfegen. Jetzt in der Revo- lution können keine Reden, keine Broschüren die notwendige Ans- tlärnng- rbcit leisem Jetzt kommt es auf eine Aufklärung durch Taten an. Ja, die Zustände in der ll. S. P. sind unhaltbar, da hier Elemente vereinigt sind, die nicht zusammen gehören. Entweder ist man entschlossen, gemeinsame Sache mit den Sozialpattioten zu machen, oder man muß mit dem Spartakusbund gehen. Darüber sollte der Parteitag entscheiden. Aber indem wir den Parteitag fordern,' finden wir jetzt bei Haase ebenso verstopfte Ohren, wie wir sie mit der gleichen Forderung während des Krieges bei Scheidemann fanden. Ich lege der Verbandsversamnilung folgende Resolution vor: Die außerordentliche Verbandsversammlung der ll. S. P. von Groß-Berlin am IS- 12. 1918 fordert: 1. den sofortigen Austritt der Vertreter der U. S. P. au? der RegierunmEvert-Tck.eidemann, 2. die Btrhaiidsvtrsammlung lehnt die Einberufung der Nationalvcr-amPilung ab, die nur dazu führen kann, die Gegenrevolution zu stärken und die Revolution um ihre wznrli, iiichen Ziele zg betrügen, . S. die sofortige Uebernabme der ganzen politisck'cn Macht durch die A.» und S.-Näte, Entwaffnung der Gegenrevolution, Bewaffnung der?lrs!eiterbcvö!kerung, Bildung der Noten Garde zum Schutze der Revolution, Auflösung des Edert-RateS der VolkSbeauftragtcn, Ausstattung des BollzugsrateS der L.» und S.-Räte mit der höchsten Staatsgewalt. 4. Die VerbandSgeneralverfammlung fordert die sofortige Einberufung des Parteitages der II. S. P. Wir stehen jetzt vor einem Augenblick-»sn weltgeschichtlicher Bedeutung, kurz vor der Berbandlung des ZentralratZ. Beinahe ist die Revolution schon an den Rand des Abgrundes gebracht, mit eiserner Hand muß daS Proletariat sie zurückreißen. Die Regierung hat alles getan, um im voraus dem Zentralrat der A. und S.-Räte die Macht zu entwinden, sie hat die Zidilbevölke- rung und das Proletariat entwaffnet, sie hat Maßnahmen ge° troffen, die gegen die Revolution sind und die Massen verwirrt. Dagegen gilt es mit Unerbittlichleit zu kämpfen.(Lebhafter Beifall.) Die Diskussion. Lieseaang begründet eine Resolution, hie dom Zentral» dorstand einstimmig angenommen wurde: Die Generalversammlung beschließt: Die Genossen Berlins beschließee, sich bei aller Gegnerschaft gegen die Nationaler- sammlung an derselben zu beteiligen und in der Agitation den Arbeitern klarzumachen, daß nur bie Räteverfassung den Geist und Inhalt unseres Parteiprogramms erfüllen kann. Jedes Zusaimnengehen mit den Mehrheitssozialisten lehnen wir mit aller Entschiedenheit ab. Zur Begründung sagt Liesegang: Wir können nicht bei den Wableu abseits stehen. Doch auf keinen Fall werden uns die Reden der Parlamentarier helfen. Nicht die Intellektuellen, nicht die Schriftsteller, sondern die Männer am Schraubstock wollen wir wählen in unsere Arbeiterräte, wo wir sie kontrollieren können. DaS jetzige Deutschland kann nur durch die Reichsregierung gerettet und die Sozialisierung der Betriebe kann niemals durch die Nationalversammlung bewerkstelligt wer» den. Für uns kann es kein Zusammenarbeiten mit der Richtung ftPllPi». I�ttrT tmr f'Annmrt«Tn»r lA. Hmrrt Scheidemann gcvvu. denn wir können über die t4 Leichen vom «. Dezember nicht hinweg. Wenn Haase eine Vereinigung mit den Mchrheitlern machen wollte, so würde Haase sich allein auf weiter Flur befinden. Da noch 83 Redner vorgemerkt sind, so wird die Redezeit auf 10 Minuten beschränkt. WolmerShaus: Die Borgänge in der Fabrik von Schwartzkopff zeigen, daß der Versuch, eine Einigkeit unter den Sozialisten herzustellen, keine„Schiebung" ist. ES handelt sich jetzt nicht mehr darum, ob für oder gegen die Nalionalver» lammlung, sondern nur noch darum, ob allein oder mit allen sozialistischen Parteien für die Nationalversammlung. Die Resolution des. Gen. Liesegang ist w'derspruchsvoll und unbrauch» bar. Geschlossen müssen die Sozialisten in den Wahlkamps ziehen. Barth wendet sich lebhaft gegen die Ausführungen der Ge- nossin Luxemburg Tie Forderung, die Kriegsanleihe zu annullieren, würde den sofortigen Zusammenbruch Deutschlands, den Einmarsch Fachs und den Verlust de? RuhrrevierS bedeuten. Wir stehen nackt und bloß da und sind die Schuldner der Entente. Ferner, wenn ich etwas vorhabe, so posaune ich eS nicht aus, sondern ich tue es. DaS sollten auch die DpartakuSleute be- denken, wenn sie die Bewaffnung des Proletariats forder». Im übrigen bezieht sich die Anordnung der Bolksbeauflragten nur auf eine Abgabe deS Heeresgeräts. Die Spartakusleute werfen un» vor, daß man den Truppen den Einzug in Berlin nicht verwehrt habe. Hätten wir dies getan, s« hätten wir die Hunderttausende von Soldaten, die noch in festen Verbänden sind, vor den Kopf gestoßen. Heute wollen die Soldaten nur nach Hauie kommen, morgen aber, wenn sie wieder die Füße unter ihren Tisch gesetzt haben werden, werden sie gewiß so denken, wie wir. Der Kampf von gestern ist nicht mehr der Kampf von heute, denn dazwischen liegt die Revolution. Keiner hat mehr für die Revolution getan als ich(Laute Unruhe), Waffen besorgt und unter den Soldaten agitiert. Wenn ich aber zu den Spartakusleuten gekommen bin, vm sie aufzufordern ,mir zu helfen, s» waren gerade sie eS, die erklärten, wir können das nicht.(Großer Lärm.) Liebknecht: Barth hat eine sehr einseitige und enge Auffassung der Revolution gezeigt, indem er von denen sprach, die die �Revolution gemacht haben. Nickt von der Verteilung der Brownings hing das Schicksal der Revolution ab, sondern von der Bewegung und dem Willen der Massen. Die Massen wissen besser als die Führer, was notwendig ist. Barth sagle: so etwas tut man, aber sagt eS nicht. DaS sind schleckte diplomatische Redensarten. Wir fordern die Bewatfnnng deS Proletariats und die Entwafsnung der Bourgeoisie öffentlich und nicht geheim, damit die sozialistische Republik auS einer Phrase zur Wirklich- keil werde, und damit die Proletarier alle Machtpositionen an sich zu reißen imstande sind. Borth hat ferner die Aktionen des Spartakusbundes als Hanswurstiaten bezeichnet. ES ist ein starkes Stück für einen Bolksbeaustragten, gewaltige Massenkundgebungen so zu betrachten.— Wer bar da» Volk in den Wahn gewiegt, das alles in Ordnung sei? Wer hat die Truppcn- massen gegen den Bolschewismus aufgehetzt? Die Schuld i. gen sind Eberl, Scheide mann usw., Haase und Barth sind mitschuldig. Die Regierung hätte für Auf- klärung in den Massen sorgen müssen. Sie hätte Sendboten zu den Fronttrupptzn schicken und dort da? Feuer der Revolution eNt, fachen fallen. Hätte die Regierung die Kommandogewalt ab- geschafft, hätte sie die Generale nicht an ihren Platz gelassen, so könnten sie jetzt nicht offen mit konterrevolutionären Plänen hervortreten. Die Vereidigung der Truppen ans die Regierung bedeutet eine schroffe Absage an den Vollzugsrat. Dagegen hat die Regierung die Macht der Bureauiraiie wieder hergestellt urtd sich schützend vor die Kassenschränke deS Kapitals gestellt, indem sie das Proletariat entiraffnete, die Bourgeoisie aber bewaffnete. Wir sehen, daß das Machtverhältnis zwischen VollzugSrnt»nd Regierung sich völlig verschoben hat. Au- dem Willen der Massen war der Vollzugsrat geboren, abc Schritt für Schritt ist�ihm seine Macht abgenommen worden, bw durch das gegen ihn ge- richtete Attentat vom S. Dezember zu einer lächerlichen Figur herabsank, linier Mitwirkung von Haas, hat die Politik des Kabinetts dem Proletariat die Macht entrissen. Wir fordern den Austritt der Unabhängigen aus dem Kabinett. Wir rufen das Proletariat zu einer neuen Revo- lution auf, zu der wirklichen Revolution, die die Sozialpatrioten zerschmettern wird.(Lebhafter Beifall.) K o e p P e n spricht im Sinne Liebknechts und fordert die Unterdrückunq der konterrevolutionären Presse. Ströbe l: Wenn wir uns nicht an der Regierun» beteiligt hätten, so hätte Scheidcmann mit der Bourgeoisie zusammen eine Politik gemacht, die sich gegen das Volk gerichtet hätte. Da- durch, daß wir an der Regierun» teilgenommen haben, haben wir die geistige Leitung der Revolution. Die Spar- takuSleute wollen nur regieren, wenn die Mehrheit des Volles hinter ihnen steht, aber dann werden sie sehr lange � warten müssen. DaS Proletariat ist die Mehrheit im st e u t s ch e n V o I k e. ES ist als» nur nötig, daß cS einen rich- tigen Gcbrauck von seinem Stimiarecht macht Law. Aufbau unsere? Wirtschaftslebens brauchen wir unbedingt ikiwrbsit der Angestellten, der Ingenieure, der Technike?«--- Hie Situation Deutschland» ist so schwer, daß. wenn wl'. Äxte geregelte Verwaltung bekommen, wir dem gleiche. er gleichen Hungersnot entgegengehen, wie ju n oaiz- land herrscheu. Wir haben früher von der Arbeit gelebt und müsse» auch setzt von der Arbeit leben. Wenn wir das Volk nicht ernähren tönneu, so Wersen Millionen von Menschen nach Amerika als Knechte des amerikani- scheu Kapitals auswandern müssen. In wenigen Augenblicken läßt sich der gewaltige Apparat der deutschen Wirtschast nicht um- schalten. Um den Wohlstand wieder herzustellen, brauchen wir die Nationalversammlung, die Demokratie. Die Spartakusleute der. richten nur negative Arbeit und wollen uns hindern, positive Arbeit zu leisten. Wenn wir nicht scharf die Scheidelinie gegen links und gegen rechts ziehen, so wird die Geschichte über uns hinweg- gehen. Eberlein wendet sich gegen Gtröbel. Nicht der Stimm- Zettel, sondern die wirtschaftlichen Machtverhältnisse sind ent- icheidcnd, daher wird das Kapital nach wie vor seinen beherrschenden Einfluß auch bei den Wahlen zur National- Versammlung geltend machen. Der neu« deutsche Parlamentaris- mus wird dem französischen gleichen wie ein faules Ei dem andern. Wir fordern nicht ein Zusammengehen zwischen Kapital und Arbeit auf dem Boden der Demokratie, sondern die Fortsetzung deS Klassenkampfes. Und dazu brauchen wir ei» Arbeiterparlament, in dem die bürgerlich« Klasse nicht mehr der- lreleit ist. Die A.- und S.»Näte sind durch die Regierung unter- drückt worden.. Jeder Schuldiener kann heute dem Arbeiterrat aus der Nase herumtanzen. In Mariendorf hat die Regierung dem Bürgermeister, nicht aber dem Lrbeiterrat eine diktatorische Vollmacht verliehen.(Unruhe.) Wir werden den Klassenkampf bis zur Vernichtung der Bourgeoisie fortsetzen. H i l f e r d i n g: Die Ausführungen der Genossin Luxem- bürg erinnern mich«n einen Ertrinkenden, dem am andern Ufer ein reichbesetzter Tisch gezeigt wird. Der Zentralrat, der morgen zusammentritt, wird«ine ganz andere Majorität zeigen, als ei den Spartatusleuten lieb sein wird. Denn der erste Be- schluß deZ ZcntralratS dürfte sein, die Wahlen für die National- Versammlung auf einen früheren als den vorgesehenen Termin zu legen. Daß die Rationalversammlung Iom ml, ist zweifellos. E» erscheint deshalb politisch aljj Zeitvergeudung, theoretisch noch lange über die Frage: Räte- regierung oder Nationalversammlung? zu diskutieren.— ES ist gesagt worden, wir befänden uns in der ersten Phase der Revo- lution. Wenn die» aber so ist, so heißt staS, auch dasjenige tun, was die erste Phase verlangt. In der ersten Phase war man aber auch in Rußland für die Nationalversammlung. Im übrigen bin ich nicht der Meinung, daß sich die Entwicklung bei uns nach russischem Vorbild vollziehen wird. Die Regierung Kerenski wurde gestürzt, wejl sie eine neue Offensive unternahm, die Sol- baten aber den Frieden wollten. Bei un? ist keine Regierung da, die an eine Fortsetzung deS Krieges denkt. ES fehlt also dem in Rußland vorhandenen Anlaß für die Soldaten, sich gegen die Regierung zu erheben.— Die Stimmung vom l>. November zwang uns zur Teilnahme an der Regierung. Eine Weigerung hatte die Partei Scheidemann zur Koalition mit dem Bürgertum getrieben, wir aber hätten die Schuld gehabt. Gewiß kann ein« Situation kommen, die unsere Genossen veran- laßt, wieder aus der Regierung auszuscheiden. Bis jetzt ist aber ein ernstlicher Anlaß dazu noch nicht dagewesen. Man mag den Scheidemännern, nachsagen, was man will, aber sie sind nicht dumm, und deshalb nicht konterrevolutionär.— Es ist auch kein Anlaß zum Kleinmut vorhanden, daß die Wablen gegen die sozialiststchen Parteien entscheiden würden. Die Ne- dolution selbst war die beste Propaganda für und. Wenn soviel von den ökonomischen Abhängigkeiten gesprochen wird. die die Wahl beeinflussen müßten, so ist doch nicht zu vergessen, daß wir geheime WabI haben und jetzt unter ganz anderen Umständen als früher wählen. Es müßte ja ein Hundsfott sein, der sich jetzt noch durck seine wirtschaftliche Stellung beeinflussen läßt. Vor allen Dingen hat uns die Re- volution eines gebracht, was eine ganz neue Situation schafft: die Zerschmetterung de? Militarismus.— Wir müssen für die Nattonalversammlung sein. Es darf nicht heißen: ein Teil der Sczialdemolraien gab den Sozialismus preis, ein Teil die Demokratie.— Die Resolution des Zcntralvorstandes ist un- möglich. An ihrer Stelle schlage ich folgende Entschließung vor: Die Verbandsgeneralversammlung erklärt: Die wichtigst« politi'che Aufgabe der U. S. P ist augenblicklich die Organisation der Waolen zur Na nonalversammlung. Es handelt sich darum, alle Kraft deS Proletariats aufzubieten, um den Sieg des Sozialismus über die Bourgeoisie zu er- ringen. Die U. S. P. betrachtet sich ,uS die Trägerin der Revo- lution und als ihre vorwärtStreibende Kraft Sie ist gewillt, alle daraus entstehenden Pflichten, wie es die Situation jeweils erfordert, sei es in der sozialistischen Regierung, sei eS in ent- schloffener Opposition gegen jede konterredoiutionäre Bewegung zu erfüllen. Sie forden ihre Vertreter in der Regierung auf, mit aller Entschiedenheit und ohne schwächliche Rücksichtnahme an der Sicherung und Vermehrung der revolutionären Er- rungenschr-ten zu arbeiten. Es folgen nunmehr, nachdem ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen ist,■ die Schlussworte von Ros« Luxemburg und Haase, über die wir in der heutigen Abendausgabe ausführlicher berichten wer- den. Darauf wird unter allnemeiner Svanmnm zur>>1 iHtiimniina den. Darauf wird unter allgemeiner Spannung zur A vstimmung übet die drei vorliegenden Resolution geschritten. Er- weuen tm ganzen 680 Stimmen algegeren T i c Resolur:on Luxemburg erhält igb, d:e Resolution Hilferdtng 485 Stimme n. Tie Resolution Hilferding ig somit angenommen. Die 3. Resolution wird abgelehnt Ferner wird einstimmig, in getrennter Aiaffnmung, äuge» nommen, daß ein Parteitag der U. S. P. stattfinden soll,(ohne Angabe eine» vestimmten Zeitpunkts.)— Eins, rnm.g«ktjchcidet sich die VerbandSgeneruiveriaminluiig ferner gegen sehes Zusammengehen der U. S. P. mit de» Mehrheits» s o z i a l i st e n. Nackr dieser Abstimmung gibt Genosse Eduard Bernstein einen ... Kmi____.<____.l... rz:..;______ VUIUI U.crwl. I L;:mi.er».'l.jv.Lk'-%ÄX i-il|i■ itl Ctlltu Antrag zu Protokoll, der Verhandlungen über ein« Eiuigulig mit den Mehrheffsiozialisten befürwortet und dessen Wortlaut wir in»Vr n#iiti'?en 9(&<*nhmimnto v npri'irrmffn'f'.kn! m.'t-Spn I Vis UlU/UltCi UJIJ ULjsEil uut gleichfalls in der heutigen Abendnummer vcrösfentlickxn werden. AlS zweiter Punkt der Tagesordnung wird über den Bericht der Presslvmmissiou und über die Wahl eines C h e f r e d a k t e u r s für die„Fveibeit" verhandelt. Genosse Däumig, der alS Ehcfredakteur vorgeschla» gen wurde, lehnt ab, da er ein Gegner der Rationalversamm. lung sei und infolgedessen in Widerspruch gerate zu der durch die Versammlung angenommene Resolution Hilferding, die sich für die Nationalversammlung ausgesprochen hat. Nach einer kurzen Debatte, in der verschiedene Beschwerden gegen die bis- herig« Pclitik der„Freiheit» geltend gemacht wurden und in der der bisherige Chefredakteur Gen. Dr. Hilferding seinen Stand- pnnli llarlegt, wir» die Entscheidung vertagt. Schluß der LeV �-�Uiing gegen 5 Uhr nachmittags. Neibende Zsütrollsiititm der Einfuhr. betrug an Fleisch 110 000 To., an Buffer 61 000 äff Kästz 24 000 Tonnen. Der zeniralisierten Einfuhr im Jabre 10,0 r•« Fleischeinfuhr von 185 000 To-, eine Buttereins.il...> und 1917 ein« Käsecinfuhr von 27 000 To. zu ervci.'' .Im übrigen ist das ReichSernährungsaim bere u e- schäftigt, die Organisation der Zentral-Einkaussg Vo-t r neuen Entwicklung der Verhältnisse anzupassen. �chul ' N« Zi «de. Au JolIWe ssachrichlen. Einen Erlaß gegen da» Eingreifen von A.- und J.-Rfüen i« die Zivil- und StrafrechtSpflegr erließ die ReichSregicrung. So verdienstlich eine Ueberwachnng der Justizverwaltung erscheine, so seien doch Anordnungen, nach denen außerhalb des geordneten Ge- r:chtsverfahrens Personen wegen des Verdachts strafbarer Hand- lungen verhaftet und Strafgefangene sofort in Freiheit gesetzt werden, die Einrichtung besonderer Volksgerichte, Kriegsgericht« oder Standgerichte, die Einführung abgekürzter Gerichtsverfahren, .. e �._______ S.» "ti..............—.............. M». me Abänderung des Reichsstrafgesetzbuches, die Uebertragung der Strafgerichtsbarkeit auf andere Behörden und dergl. unzulässig. mt mlu wann. Hetzerei seien vettern ser Toi sür die töourgc lution >«> AuS dem kdultuSministcrium wird mitgeteilt: Herr D r. Wyneken war als Vertrauensmann und fiädagogi scher Beirat deS Ministers Haenifch in das Miniftermm für Wissenschast, Kunst und Volksbildung berufen. Da sich gegen seine Wirksamkeit im Ministerium eine besonder? heftige Opposition geltend mochte» ist mit Herrn Dr. Wyneken eine anderweitig« Verwen- dung seiner Kraft im Dienst der Allgemeinheit vereinbart worden. Gegen die Ausstellung von Fahrtausweise«, Urlaubs« unt( Entlassungsscheinen nach der ueutralrn Zone und dem Ope« rationsgebiet durch örtliche A.» und S.-RSte wendet sich eine Be» kanntmachuny der ReichSregicrung. Genosse Etröbel gewährte dem Berliner Redakteur de«„Az Est" eine Unterredung, in der er der Erwartung Ausdruck gab» daß binnen kurzem die Revolution durch die Mittel der Demo« kratie zum Sozialismus gelangen werde. Eine plötzliche Um- wälzung der Grundlagen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung würde zu keinen guten Resultaten führen. Die Be- deutnng der Spartakusgruppe werde lächerlicherweise einerseits übertrieben, andererseits gering geschätzt. Er glaube nicht, daß seitens radikaler Elemente eine neue Revolution drohe. Die Sozialisterungßkommission hörte in ihrer heutigen Sitzung die Berichte des Reichsschatzamtes über die Monopolpro- jekte. die in diesem Amte bearbeitet werden, und beschloß weitere Auskünfte über sie einzuholen. Tie Waffenstillstandßkommiffion wendet sich gegen die Be- hauvtung deS„Matin", daß die deutschen Delegierten ist Trier an die Entente-Vertreter dos Ersuchen um Verstärkung der Be« satznngStrnppen gerichtet hätten. . Der gesamte Postverkehr vom brsevten nach dem nickt besetzten Gebiet und dem neutralen Auslände, sowie umgekehrt, ist gesperrt. In besonderen Fällen können Ausnahmen von der Sperre bean- tragt werden. Innerhalb dcS besetzten linken RheinyebieteS sowie zwischen diesem einerseits und Elsaß-Lothringen andererseits ist der Postverkebr unbeschränkt zugelassen, doch müssen gewöhnlich« und eingeschriebene Briese offen sein. Die sofortige Einberufung einer preußischen Ratloualver- sammlung wegen äußerster Gefährdung deS Besitzstandes deck Staates und wegen der Notwendigkeit, vor Einberufung einer deutschen Nationalversammlung die preußischen Verhältnisse zu klären, beantragte telegraphisch die Düsseldorfer Handelskammer. Eine ArbeitSlofen-Temonstration fand vor dem Gebäude deS „Neuen TagblattS" in Stuttgart statt, während eine Abordnung auf sher Redaktion scharfe Beschwerden gegen die von dem Blaffe betriebene Verhetzung erhob. Auf dringende? Verlangen der Demonstranten wurde die Fahne in den Landesfarben von dem Gebänd? heruntergeholt. Ucber da? Verhalten der Belgier i« Aachen verbreitet W. T. B. einen Bericht, der von mehrfachen Erpressungen und Gewalttätigkeiten Kunde gibt. Auch seien Läden und Nestau« ranis geplündert worden. Zeitungen könnten nicht erscheinen- es herrsche Kohlcnmangel, der Verkehr stocke und die Arbeitslosig« keit wachse. Die deutschen Truppen in Syrirn«nd Armenien In Stärk« von rund 10 000 Mann sind glücklich in Konstantinopel«inge« troffen. Japan und China. Japan beschloß, China kein« finanzielle Unterstützung zu gewähren, um di< internationalen Schwierigkeiten nicht zu vergrößern. votig foichsc ton Re »chtting und de Resolut dou ihr einzeln «legier; den in! treue ll II uege- llrden brist inisti sgenü' hscköp All «ort z fM Be k Urin ""d fal fjfcglidi dil Militär Di Huna kch übi »ut n, Der Achtstundentag und die A.« und S.°Rate. W X."Ä verbreitet eine Auslassung, in der das ReickSernäh- runysamt die Notwendigkeit fortbestehender Zentralisation der Ein. fuhr darlegt. Die Gründe, heißt es darin, die während des Krieges für die Zentralisation ausschlaggebend gewesen sind, bestehen auch heute noch fort. DaS Verbot der Ausfuhr aus de» neu- tralen Staaten ist noch nicht beseitigt, nur bestimmte �Kontingente sind„at Ausfuhr freigegeben, fede Ausfuhr, die außerhach des Kontingents erfolgt, wird, sobald sie zur Kenntnis der neutralen Regierungen gelangt, auf das deutsche Kontingent angerechnet. Die Preisgestaltung in den neutralen Ländern ist noch derart, daß sie nicht dem freien Handel i-V.'lassen werden kann, weil die Preis« alsdann für Deutschland in fern: seines ungeheuren Bedarfs eine nuerträgliche Hol.» erreichen würden. Was die Zentralisation der Einfuhr während de« Krieges ge-8 leistet l>at, darüber werden folgende Zahlen gegeben: Die gesamte Friedenseinfuhr im Jahre 1918 nach Deutschland Mit den Befugnissen der A.» und S.-Räte beschäftigt sich an« läßlich der Einführung des Achtstundentages in den Nahrun?«' Mittelbetrieben ein Erlaß des Staatssekretärs des ReichSernäh« rungSamts an die dem ReichSernährungSamt unterstellten Krieg«' stellen und KriegSgejellschaften. Dieser Erlaß, der im Einver« ständnis mit dem Staatssekretär de? Reicksarbeitsamts ergangen ist. wurde von«in igen Zeitungen entstellt wiedergegeben. De« Erlaß lautet wörtlich: J 1. Bei den Betrieben, die der Ernährung und Versorgung der Bevölkerung mit dringenden Bedarfsgegenständen dienen, soll eine Unterbrechung der Arbeit und eine Minderung der Produi« iion vermieden werden. Der Achtstundentag soll daher in diesen Betrieben erst zur Einführung gelangen, wenn die hiergu nötig« Zahl von Arbeitern beschafst ist.., 2. Für die Einführung deS Achtstundentages ist akS Termick der 1. Januar 1910 vorgesehen. Vis dahin müssen sich die B«' triebe auf den Achtstundentag einrichten; sie müssen daher bei den Arbeitsnachweise» und Auskunftsstellen unverzüglich den Bedarf an Arbeitern anmelden. ES empfiehlt sich, auch mit den örtlichen Temobilmachungekommissaren dieserhalb in Verbindung S" lrvteu f. Da durch die Demobilmachung fortgesetzt Arbeitskräfte frei werden, so ist zu erwarten, daß genügend Arbeiter rechtzeitig ich U, v v �lnaid ZU'lgen T-m- leinina mte l°mk �bttle «stfelt, Und Born lab Ion 3 ,. A! sticht' Cfcrrtt Östren. erkalten sind; sollte dies trotz oller Bemühungen nicht gelingen, so ,"»«T«,«. KJ». 4»» n 4 rtt 4» y* I\«; müssen die Betriebe rechtzeitig bei ihren Landesbehörden werbemipektor) oder beim örtlichen DemobilmachungSkommissa« wegen Bewilligung von Ausnahmen vorstellig werden ES ist hier- bei aber an dem Grundsatz festzuhalten, daß auch die der Volk?' crnahruna und Volksversorgung dienenden Betriebe eine AuS- »ahmestellung. nur da und nur für die Zeit erhalten können, wo die BolkSernahrung gefährdet erscheint und der M'hrbedars on :äften sich nicht besckx-vr.'stsst Auf b'<." lordnuim de« Arbeltskraften �............. Dern�v- nochungSamt vom«. R-.-oember 1913 s4ie:ck».Geietzbl' S. VPk» h kstzug dtt Einlegung weMek.,«r Schichten zu k ir;v„ jvrn» dv. Ei-sühr"n< W i �sstundentag«« nicht>>E.�.l-hiosse>., Di, Betriebe'ollen ffch über diese Frage» Cot mit den bciter- und Saldaie-räten, sondern mit den 7>.dTaÄigen gewer'' schaftlichen Organisationen und ihren örtlich?.: E->lretern an«' 'ist' tmv�rzüiiich'die' Anforde- Organisa,:o.:en nachzusuchen � Mitwirkung der genannten VereGSarung.n�wtt�en�! � iiffen Grundsätzen, die den den G-wc r i stiften 15»�0&S �rbeitgeberverbänden un.d ben von. � entsprechen, durch Schrei- Tests D �Mml en E b-rate, t* sä Sin Ct T ffner W n Slie; !�>ger d°r 6, . T S8!« «echt stob.. »U Rl