Preis 10 Pfennig. M». W Adeud-Attsgabe. Ilebaltton; Berlin NW K, TchHs&uurrdauim 19111, Fernsprecher; Otttt Norden»AS» und S»»9« Dl«..Zrelhelt" eisckelnt zweimal»glich, morgen, und nachmittags an Sonn- und Festtagen nur morgen,. Der Vezugsprei» detrSgt bei frei« Zustellung in» Hau« siir GroK-Beriin monatlich 2 R Für die Erledi» zung auswärtiger Bestellungen ist vorberig« Einsendung der Bezug» Zebülir erforderlich.— Di».Freiheit' ist im ersten Bachirag der Post- seUnngellft« siir 1919»inaetraaen und kostet bei direktem Postbezug ohne Best, llgediihr monatlich SM., bei Zusendung unter Streifbanb 4?t. Expedition: Berlin N W st. SrTiüi&r.trevd! mm!9lV. Frrniprrchrr: Jim: Ror?»,: 110Ö7 und HO"». Anserat« kosten die stedengespaltene Aenpar-Mezeiie oder deren Rann» 7V Ps..Klein» Anzeigen' d»o f-tigedrackte Wort 80 Bs., jede« weiter, Wort 1ö Bf. Dt» dreigespaUeno Rekiamezetle 8 SR., Teuerungszuschlag 30 Pf. Bei stc-tnülonanzelgen, Bersammlungsanzeigen von Keiuerk- lchasten und politischen Vraanisationen sZM der leuerungezrrichiaa fort. Inse�aie für den darauf folgenden lag nuissen IpStesten, vis 5 Uhr abend» bei der Erpedition, Schiffbauerbamm SS, aufgegeben fein, der AnabhönMen Sozialdemokratischen varlei Zeutschlauds Jahraang l Montaft, den 16« Dezember 1918 Nummer 58 röffnung des Ue Elöffnungsfi unq. H?.ute vormittog Heg-sn Uhr wirrde die erfte Nhiiidg tteS ZenimlratK»er Arbeiter- und Sostdotenräte Deutschland» eröffnet. Der Saal des preußischen Abgeord- lieten'!>»i!ses war öiS mif den legten Platz be-setzt. MSn sah wanch alte hekannte Vertreter der Arbeiterschaft in dem Parlament d«S alten RsssimcS, aber auch viele neue Ge- sichter. Nicht«eriny nx>r die Zaiht der in Feldgrau und in Marlnsetniform Erschienenen. IDer Saal balte es sich noch vor wenigen Wocken sicherlich nicht träumen lassen, noch einmal ein solches Parlament in sich aukzunebmen. Regierung und Bollzugsrat sind nahezu voll?äblig vertreten. Rechts von der Rednertribüne haben die NolkSbeaiiftrapten platzgonommen und links die Ritqüeder des SollzugsratS. �. Um 10i4 Uhr»rdsfnet.' Koch«nb Mstster bi« Versammlunq:?ch begrübe Gl? im Starne« de# Bvllj»»»Sr«tS der Arbeiter- und Eotdaten-RSte Berlin. Hier, an dieser Stätte der früheren Herrichait der.flraut- und Schlotiuntor, sollen Vie mithelfen, da? Werk der sozialistischen iiievoiution zu bifesti�n. Eine große Beraniwortung rubt auf ltbnen. Jeder v»n Jbne« will da» Beste. Aber ich iürchte, wir werden un» nicht einig stber den Weg, der zum Ziele führt. Der Kampf der Geister wird sich bier noch entfachen. Aber wenn wir das gemeinsame Ziel im Auge dehgsien, wird er zum Wohle der Äewintheit auiNingen. Die Arbeit er und Soldaten waren es, die da» alte Rezüne gestürzt baben. Arbeiter und E»ldat«n sind heute die Loststrecker der Revolution. Und es ist in ihre Hand gafegt. ob auch weiterhin die Arbeiter und Soldaten dcvs Hef» in der Hand behalten sollen. Tie bürgerliche Preise bat Perl, umdungen üb« Per- l�imdungen gegen die Arbeiter- und S«!dat»n-RÄe ausgestreut. Das aber kann und nicht v»n dem als richtig«tonnten Weg ab- drängen. Mre Aufgab» ist es, die ftinmWage firr die deutsche sozia- Ustische Republik zu legen. Sin Reich{silt«S zu schoffer; in dem es k e i n e Ausbeuter und Ausgebe urete» keine Unter- drückten gibt, sondern nur Treu und Kilaube. Bevor wir an die Arbeit gehen, wollen wir der Halden ee- senken, dt« im Kainpfe um die Freiheit gefallen sluv. vm- lesenden haben'ich den den Platzen erhaben.) Darauf nimint- vilkSbeauftragter Sbert MS Wort: Mit einem Ruck ist die alte Macht»ebroeben nüorben. fcfe Republik wird erst dann eine w«7bbafi wqialsitisch� lein, Venn nicht nur die Herren, sondern auch die Ausbeuter beseitigt sind. Wir wissen, wie schwer der Aufbau M. Da» wirtschaftliche «10 öffentliche Leben darf nicht einen Tag stille stehev. Die histan tische Aufgabe ist nur zu lösen, wenn wir gemeinsam Arbeiten. Da darf lein tinzelner störend eingreifen.(Sehr ritfuig!) Wir müssen dafür sorgen, daß von einem einheitlichen Willen die Regelung»orgenommen wird. Am 0. November muhten wir die Stegierung vorläufig über- twhmen. Nur eine auf dem BesamtwillendesBelleSge- gründete Regiewng kann ihre große Aufgabe erfüllen, s Bravo.) Wir dürfen keine stiewaltherrfchbft dulden. lLobh. Bravo.) Demokratie und Nationalversammlung Umss für un» die Riebtfchrmr unseres Handelns sein.(Lebh. Bei- fall.) E» wurde befchkpffen, ein Bureau, e-bstehentz aus S Vor- sitzenden und 9 Schriftführern zu wählen. Nach einer Geschäft»- vrdnung»deba,te. in der Ri-ard Müller erklärt, eine Wahl»um Vorsitzenden nicht anzuirchmen. S» wir» porgeischlagen. das Wireau aus j« emem Drittel RechiSwzialisten,«natchüngigen *r>d den Scldateu zusammenzusetzen. Alk Norsitzende nwrden ge» wählt mit gleichen Rechten: L e i n e r t- Haiumver, Seager- «eipzjg und Kamelt« s Westfront). Lfinm übernimmt dci«ersitz; An Wefer Stelle sind tmr oft llur Ordnung gerufen und nach dem bekannten Ausspruch Köcher» als Obfe�e der«esetzgeb-ina bebandait worden. Zur Wahl der Schriftführer erklärt Srvcriug-Bitterfeld. daß -Je Wahl der Zusammensetzung zum Ausdruck kommen müsse. och schlage darum vor. der Teziald.emokratische« Partei sechs und drr� Unabhängigen sozialistischen Parier drei Schriftführer ein- ivräumrn. . Vicver. Leipzig widersvricht. Di- Zusammensetzung der Ver» �mmlung steht noch nicht. Wir protestieren auch daaegen. die I einzuräumen. fLebhafte Zustimmung.) Ein Eokdatenrat erklärt, � nicht den alten Parteischimmel weiterleiten zu wollen und plädiert ' unter lebhaftem Beifall für den Vorschlag Geyer». Der Antrag Lcverlng-Bielefeld wird mit schwacher Mehrheit abgelehnt, der LletzerS-Leipzig«st damit angenommen. » Im Laufe der Verhandlungen erschien etn« Deputation und überbracht« die Forderungen de? Spartaku»hunde». Die .Rote Fahne" hatte zu einem BegrützungS- und Demonstration«- streik aniählich de» Zusammentritts de» eZntralrateS aufgefordert. Einig« Betriebe waren dieser Aufforderung gefolgt. Die Demon- stranten entsendeten eine Abordnung. Die Verlesung der Fav- derungen fand»ielsacheu Widerspruch. --»„o � V V»»» e« w» f)i\,»—7--U- Z.\ »w Abhängigen. U/iabhäugigo» und Soldaten, dr«: Schriftführer Biifott in Paris. Bern, 15. Dezember. Neber den Empfang Wilsons veröffent» licht chie Parisrr Presse spaltenlange Artikel und betont, daß noch nie einem Staatsoberhaupt in Paris ein solcher Jubel entgegen- gebracht worden sei. Ten Blättern ist zu entnehmen, daß in B r e st die Arbeitrrverbände und der Conseil General du Tra- dail auf dem dortigen Bahnhof inoffiziell Wilson vorgestellt worden seien; ferner wurve Wilson eine Kundgebung des Eonseil General du Travail überreicht, die ihn und das ameri- kanische Boll begrüßt und versichert, daß seine Haltung während des Kriege» und seine Kinedensideale die ganz« Sympathie der Arbeiter besitze, und daß die Betauntgabe seiner 14 Punkte ein Licht in der Nacht gewesen sei, daß seither alle Blicke auf ihn gerichtet waren, uizd daß sie mit ihm wünschen, daß der Friede ein Bülkerfmde sei und auf Gerechtigkeit gegvündet werde. Retterdam, ib. Dezember. Laut.Nieuwe Rotterdamschen Eourant' meldet der Newyorker Korrespondent der„Daily Newö", daß sich da» Ansehen Wilsons in dem Maße, in dem die Bedeutung der FriedcnSfrage sich klarer abzeichnet, rasch wieder festigt. Die Forderung ArchibaldS Hurds nach Au?- lieferung der ganzen deutschen Floite sei höchst unglücklich. Eine solche Forderung zusammen mit der Haltung Lloyd Georges bezüglich der Schadenvergütung und der Hallung Walter Längs bezüglich der deutschen Kolonien bestätigten den Argwohn, daß Grv'-britanui?»«leS einzustecke» versuch«, was es bekommen kbnue. LchiveWer te| a« Mon. ©tockholm, 15. Tetvmber. Die beiden Kammern de» schwedischen Reichstages sandten gester»«m den Prö- ftbente« Wilson folgendes Telegramm! Die beiden Kammern de? schwedischen ReichSfchfes, die«wi Volk vertreten, von welchem so viele Heim und Tättqkeft in Ihrem grbßen Lande fanden, heißen Sie»n Europa willkommen in der lebhafte« Hoffnung, daß die edlen Grundsätze, die Sie für das Zu- standekemmen eines dauerhaften und aus hievecht-gtclt fußenden Woltfricdcn« anSgefprochan toben, auf dem bevorstehenden Frie- denSkongocß verwirklicht«erden. Auch die iiberale, scziaidiniokratif.te un» konserdutjve Partei Schwedens sandiou BogrsißuugStclegrammc ab. Ermsrdusg des psrwMschen VMdevkev. Lissabon, Ib. D-,mn»cr.(Reuter.) 9 ,t Präsiden, d'« r Republik i st ermordet worden. Lissabon, 12. Dezember.(Reuter.) Der Präsident»usde von drei Kugeln getroffen. Der Führer der unioni strichen Partei Britta Eanach» wurde unter polizeiliche« Schutz gestellt. London, Ib. Dezember.(Reuter.) Die poteuglefische Ge- sandtschaft gibt die Bildung einer vorläufigen Pegierung unter der Präsidentschaft de» Marineininisters Castro bekannt. Das Parlament tutet am Montag zusammen. Aus der Uttaine. Berlin» 16. Dezeurber. Der Kommandant und der Totdateu- rat der 2i. Landwchrdivisioei teilen aus detjUkramc mit, daß zu Besorgnissen für die«ngehörigen der 2L. Zandwehrdwiston und der Garniso« Echitomir kein Grund ist. ßMnmgeu Hasses. Beim Empfang einer Alnzahl auswärtigar Journalisten beantwortete Genosse Haas««ine Reihe an ihn gestellter Anfragen, die sich auf die gegenwärtige polirische Lagen be- zogen. Tos Interesse der Journalisten richtete sich»rklärlicher- «eise besonders auf die»on Herrn Fehrenbach eingeleitete Aktisn zur Einberufung des Reichstages. Gv- nosse Haase wieS darauf hin. daß von einer Existenz des Reichstags keine Rede mehr fein könne, weil die alte Ver- fassimg durch die Revolution beseitigt wäre. Hätte doch beispielsweise auch der Kaiser einen«e/entlichen Bestandteil der alten Berfafsung gebildet, dessen AuSicheiden nun ganz neue Varbälinisse bedinge. Jede Rsvolution habe überdies chr eigenes Recht. Auch wäre es pokitisch aanz verfehlt, jetzt den Reichstag zu berufen, der die ganze Kriegspoli ik mitgemacht habe. Di? Regierung würde von ihrer Auffassung in der Ablefmnna einer NeichStagseinberufuny nicht abgehen. Wann die Zkotwendigkeit einer Einberufung des Reichs- tags damit begründet würde, daß die Entente-Regierunge» die jetzige deutsche Regierung nickst anerkennten, so müsse dem»ntqe�eugehalten werden,- daß NarschaS Foch den Waffenstillstand mit den deutschen Abgeordneten abgeschlossen habe, nmchdem ihm auf seine ausdrückliche Frage in wessen Auftrag sie gekommen waren, geantwortet worden war: Im Auftrag der Regierung Haas«— Ebert. X�r Mschlslß des Waffcnstillstandsvertrages bedeute also eine Auerken- nung der Regierung. Racb internationalem Brauch werde außerdem jede Re- gierung als verbandlumissähig anerkannt, wenn st« im Be- sitze der tatsächlichen M.xht sei. Dies müsie aber von der jetzigen Regierung ohne weiteres zugegeben werden. Trotz schwierigster innerer und äußerer Umstände habe sie es ver- standen, Ordnung in das Chaos zu bringen, was auch im Atisland anerkannt worden sei. Eine Repräsentation oes Volke» könne nur in einer neu, aus Grund des allgemeinen, gleichen und geheimen Stimmrechts gewählten Ber- sammlung«nerkannt werden. Ztu-s Fragen, od mit einer sozial! st ischen Mehrheit yn dieser Rational' verfammlimg zu rechnen sein werde, erklärte Genosse Haase, daß die industrielle Eirtwir'stnng Deutschlands, die Masse von Arbeitern und die politische und gewertschastliche Zchnlung der Arbeiterklasse die Vorbedingungen für eine sozialistische Republik gebe. Ost» sie sich jetzt schon werde b es esst gm Wrnten oder ob sie vortKuffz noch a>bgistvst wenden würde dmch ein« bürgerliche Republik, lasse sich zur Zeit schtver beurteilen. Das Hinzutreten eines iwuen Mihlerelementtz. nämlich der Frauen, werde die Zusammensetzung der Rationalvetfcrmm- Urng stark beeinflnfsen. Dazu käme die große Masse tzsr Soldaten, die durch ihren jahrelangen Auf«ithait im Felde den politischen Fragen entfremdeh wären und sich schwer iu die neue paltstiche Ordnung hinesitsinds« Wnnten. So sei immerhin damit zu rechnen, daß viele Wähler, die nach ihrer sozialen Stellung für die sazialistische Ropublick eintreten müßten, ans Nnkmntnis oder politischer Meichgmtigkeit ihre Stimmen für bürgerliche Parteien abgeben lvürden. In jedem Falle sei«ber anzunehmen,, daß die rührige politisch aufgeklärte Arbeiterschaft dann die größten K va f t- a Ii str e n g uwg en machen würde, um die Köpf« aufzuklären und dadurch für die Sozialdemokratie recht bald die Mohraeit der Beviilkexuna zu gawinnen. Sollten bürgerliche Parteien zunächst die Mehrheit er- halten, so erklärte e» der Genosse Haase mitalle in Nach- druck für ausgeschlossen, daß etwa die Nationalversammlung gewaltsam ausein- ander g e s p�r e n g t w ü r d e. Genosse Haase wurde gefragt, ob er an die Möglichkeit einer gemeinsame» Negier nng von Unabhän- gigen und An b änderndes Spartakusbundes glaube. Genosse Haas? antwortete, daß keine Aussicht kür eine derartige gemeinsame Ncbcrstahme der Regierung �bestünde. Eine Zunahme der Macht der Spartakirtzgrupptz j hielt er dann für möglich, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse ssch derartig verschlechtern sollten, daß Idie Massen der Arbeiter an der gegenwärtigen RegierunK verzweifelten und bei einer rodilalen Grnppe Zuflucht suchten in der Hoffnuna. rmt ihrer Hilfe zu eine? verbesserten Loge zu konnzim. Venn tfie Entente eine derartige Ent> Wicklung nicht wiiniche,?o könne sie«n ihryr Verhinderung »lithdse», indem fic sich*11 einest raschen Präliminarfrieden und zu einer baldigen Herembrin-tnng der in NuSsicht ge- stellten Nahrungsmittel bereitiande. Die Befürchtungen der Entente, die Regierung könne noch irgendwelche Absichten eines militärischen Widerstandes begeu. seien völlig gegenstandslos, To- weit bis jetzt die Lage des tzoutschen Volkes zu überblicken wäre, set gar nicht daran zu denken, dasj irgendeine Regierung— ganz gleich, von welchem Charakter— militärischen Widn stand orgnntfiersn könne oder würde, Auf weiteres Befragen ging Genosse Haast schließlich auch noch auf das Verhältnis Deutschlands zur Sowjet-Nepublik ein. Deutschland befinde tick mit der Sowjetrsgierung nickt im Kriegszustände. Die diplo- pwti schon Beziehungen würden autrecht erhalten, wenn auch die durch die frühere Regierung herbeigeführte Abberufung der aiplomatische« Vertreter noch nicht aufgehoben' sei. Einen G e h e i m v e r t r a g zgvtschen der lmifWicit Regierung und der Entente �iler daS Verhalten zur Sowietregierung er- klärte Genosse Haast atrsdrücklick alS nicht bestehend, Ein lolcher Sebeimvertrag sti anckt nicht von der alten Re- Sstrung abgefchfafsen worden, der neuen Regierung sti über- yaupt keinerlei Gebeimvertrag eingegangen. Herr Haast verkennt nickt den Ernst der Lags. in der stch Deutschland zur Zeit befindet. Aber anS feinen ganzen Ausfühningen klang dl>ch die Znve'.f'cht. daß»4 der Regie- rung gelingen würde, der Schwierlgketten Herr zu werden. und der enttchsttsene Ville. im Sinne der Demokratie und des TozialiSnmZ am A'Sbau der revolutionäre� Errungen- fchaflen weiter zu arbeiten. Genosse Hanfe hat in feinem Referat in der Berliner Gensrvtversamnrlung auf die starken Gtrdniiingsn hin- gewiesen, die in den Urbeisttifreistn für eine Einigung der soziasjst'ischen Parteien beftslien. Der„Vor- wärst" berichtet von einer Versammlung in Stralau. die fast zu gleichen Zwlen«st Adheinyigm nud Uncck- hangi'gen bestanden haben st kl. wo rwck einer Rede des MohrheiMstziatisten Env-n Zstrth eine Resolution ein- stimmig angenaninten wurde, in der di« beiden Wastiyereine aufgefordert werden, fchiwllstenS ihre Bereinigung herbei- tzufübren. ?lN Lichtenrade wurd« di? Wredervereinigmtg deS Mfabhängigen mit dem aÄen Wahwevein bsichlofie« und st- fort durchgeführt. Das; das Verfangen nach Ginigung bei den Arbeitern ibeider Parteien vorhanden ist und»nächst, kann woU keinem Hweifsl unterliogen.- Es«.cht ober nicht an, daß unsere Organisationen auf eiwene mieft bandeln. Unseren Stand- purckt, daß die Irfstsvindigbeit unserer Partei politisch notwendig ist, hccken«vir wiederhott dar gelegt. Ler Ten»« der UslisnalokMBW'mng. Herr d. Gerfach, der d-utich? Demokrat, der prinzipiell «ruf dem Boden der N»tlonvl.versan>mtuna steht, sckmbt über die Agitation chrer mäglichst frühen Einberufung: Wann die Nationaldecsammlung ziisnn-mentmst ist mr!- lich«ine Acbensragc aegenstber der Tatsache, daß fie zu- fair mint ritt.*t,ai pirschrei m der reaktionären Press« ra-H der »sokort�cn" Ginberufung der Aationalversammlun� mutet mich stark hysterisch an, sostrn ihr mchi uneingeNanden« Absichten zugrunde liegen. Die NaH»na!ii«rsanm!u«>fl ist doch keine BolkSver- fammlung, die man dvn beut« anf morgen an- beraumen kann. Ei« fall der getreue Ausdruck de» deutschen Volkkwillen» sein, sie soll seine geordnet« Vertretung darstellen. Das kan sie nur. wenn möglichst all, über 20 Jahr« alten Deut- jschen an der Mahl teilnehmen. Ausgeschlossen find oon dornherein die eiroa% Millionen deutscher Kriegsgefangenen. Ausgeschlossen wird bleiben ein großer Teil der 7-— 800 000 Mann von der Oftfront di� erst allmählich im neuen Jahre eintreffen können. Sollten nun auch noch»in paar Millionen der Westtruvpen entrechtet bletben. weN Ne bei der A»«- legug der Wählerlisten noch nicht in ihrer Heimat eingetrns'-en sein tonnten 7 Die Pflicht gegen da» Bürgerrecht unserer Soldaten geovt, ois voreilige Auhschreidunx 1 der Wahl zu Nluersasson. Dir vielen brasen oder»o«?ic!sr braven Seute. vir jebt Ober die.Perschlevnuug" der Wahl zeiern, scheinen(ich über die? e ck- n! k eines Wahlaktes, w'.e ihn so umfangreich die Welt noch nicht geieden hat, noch wenig Bedarcksn gemocht zu haben. ES gilt, nicht nur eine Rotionaloersammlung, sondern eine„hieb- und fnch- iestr" Notiona!vcr>avi»lung zu bekomr-eu. Mit anderen Worten: diese Kürperstbaft, von der die nächste Zutuntt unseres Volkes olchüngt, muß gegen begrilndete Wahlprsceste ae- feit sein. Unzufrieden werden über den Ausfall der SBabl zahllose Seme sein, mag die Wahl e:?'aLen, wie sie will. Dürfen sich di.-s« Unzufriedenen auf di« Vchauptung ststtz.-n, da» Lrerbn� wäre ei« ganz andere» gewesen,»?«« nicht ein paar Millionen um ihr Wahlrecht dei:r:en worden wären? Kann«truaS de« Autorität der Nutionalversainmkitnz mehr erschüttern, als toenn sie nicht olSster Ausdruck d?S che samten VockiS erscheint? Auch ich wünsche die Wahl zu»ein frühest möglichen Termm. efber ich unterstreiche daS Wort„mögfich". All dies? Grünst? sind auch von uns immer Wietze?ög?tchen einffeuUsteien Gefahren meelst machcheradc die steulicbc Ocffenrfichfrti blind für die Forstertmgen wirklich denwkratifcher, aber genügend technisch und prsyagandistfsch vorb?rett«tckr Wachsen. IeiSss'dotlnrii!? für die volk-Mtzc. Die am Sonntag im Stherugow in Derli'n z« eil»tr Aorsto- sprscherag zu ja m meug»io n. Vertreter der F e i d s o>- datinrät» haben an da» Kaloheor»stgenden Aufruf er- iage«,.- Kamerade« I Der Rat der Vollbbeaust raqten bot zur Bil- stvng einer BaiiStvehr ausgerufen. Gin«a«b frotkitstchen domo- frailfefce* tdrundsstzen zusa mimncefotzi«» Volk»beer sott erstehen und der oi'5 d r lllevolution gsrorenen Regierung Vi« Stärk« geben. di« mjtweutng ist. um di« ftrücht« der Umwälzung noch innen und auhen zu si.cheen. Mameaoooo! Wir. w« zu einer Borbefprechun? in Berlin versammelten Vrrtne«er i-n sheldsoldatewrät« basten die Htldvng einer VokkStvebr>ür-Muetckählich. Wir bitten Guch darum, Austanstekemm«, der Vokdkwebr nach Kräften zu uiiterstü?«« inist Euck> in MasTw der SolfCregkriing zur©erfügimg zu stellen. Tretet beron, ftameiaben! Dos Vaterland, da««s zu tchüher «tU. ist baut« Euer. G» w'll Euch«»cht in«»»»-. Kris, entsenden. will Euch nicht wieder in ein Joch zwingen. Der freie Wille freier Männer soll die ValfStvehr bitten, und Euer Arm soll nur dem Volle dumew.. Verhaflnng ewes Generals. Diissekborf, 14. Dezernber Tin General, der a!» AefehlShaber der KS. und der anderen für TüifVdcrf VHmiwten Po.'izeitrnppen fierber enfiemd' war, hoti, in der Rächt vom shreitag znm Eonn- chend»uf own Wege zu feinem Hniol einen flufammenstoß mit einer Sirene der Pelizeih�fSträlte dag frw'eren freiwilligen 'liegiwentS. Die Streif« e?strstt«>le Aogeege beim Arbetterrat, der darckuf dle gestnadm». des General» und feine» V t« b e» im tzotei anordnete. D« General und sein Stab wur- dem au» dem Bart heran» verhaftet. Am Be-nmaoci.d vor» mittag er'slg« die Kretkassung hör ff-r�nencrr.mt.ttn. Wie die .Dätsieksor.'er Noch-rebten' hören, ist der Poriall deigeleat worden, wenn auch am Vonnadend abend noch Varhaichlungen mit Ken� KriegrminiRerium in dieser Angele�heit schwebten. Eine ViesenwsdsebAlg der Efswsr Zcziül- dewolraNL$em die L?6!ZsU'ii)des!?e'«vge». Affen, 15. Der.etnfcer, f8i{f. Perichi.) Sine Rieten» lunbitebun; unter freiem Himmel vvn 40 IAO Teil» nehmern demonstrierte für die s»,ialtstilche R e p u b l i t unter einmütiger Gefchioilcniiei». Von fünf Tribünenredncrn«ver sozialistischen Pirteirn nmede»caen den t(i»tnltA.»efH«fiid)rn erpa- rntiamut de» SentTum»fanb der Ülirigen Reaktion protestiert. Tie stundgednng machte einen gewoltigea Eindruck. Tie Per- tamweltrn fpzndelen den Rednern stürmischen Veifall. Daeauf bewegten sich die Teilnehmer in geschlossenem kln»e, nnfer Mikwirkiln, zah'seeiche, Muflkkupelleu, durch dt« Strahrn '»er?t«bt. SWw,«« wHesslWesOelKtÄsflm. In der Vellschung de« inta nationalen WafsönftillstandSkoR« mtfjion in E p ä a am 14. Dermis, fand zunächst eine BuSspeoche über die VertMung der deutschen Pssihektruppen ck der nsutralen Zone statt. General Rudast teilte mit. die Sperre der eksaßckothringi- scher. E?«-ize s« ai, eiaza-'nen Punk-n ausgehoben worden, um die Heimkehr der aus dem Heeeessttenft entlassenen Gifaß-Loth» ringoe zu««nögUchen. Der bel,:sttze Generai Dklobb« Srsnyt zu? 5k«nntm». daß die in Eupki brfchiagnabmiea 211 Ballen Walle den dortigeit Kommunaibeböeden sibsrgeben sei«?, da die Besitzer sich über di« Herkuust der Wolle wicht genüstend«tuSeoeifen konnten. Daruber, ob die Wolle Gigwainm de» deutschen Hseres oder Privatsigentuttr ist, wird ein« Untersuchung eröffnet werden. Der deutsch« Vorsitzende wedst darauf lstn, bn� anch nach Einricktun?! der'.neevallisertsn'eiiheinfchifsahrtfsmoniissvtn in KS!« diese Schiffahrt iretzdem. waidar g-fpemrt afbliebrn sei. Die Aolj?e war, daz ivckbrsnd dor letzten Boge ungefähr 20 OVO KrwsS- gefansen« w« n t g? r auf dem Llttin otztranSvort wnrsten, gl» d bei-creee l ter. freier Gstsiiffahet nwrfich gewesen Ware, Auch die weitoc» Befvrdemtwg de? au« Devtschland waitz Ho!» land üb''.führten siri?s>�gef>w.-enen steckd«, wo-l die'Alliierten nicht rasch genug hie sSr den Transport nötww Mittel zur Verfügung gestellt bat'?n. Di« d«uksch-n Behörden lehnen«erantwortun, für diese Verzögenrng ab. Djutscharfeif? wird angefragt, wamn dl? kw Elsaß-Lathrinrxn befindlichen Wohnt»? zSesiwi�htungoa zahlreicher tzentfch« Offizie« und Boomten xtrürkorskstfet werden. Fern«? wurden rech dentsih» Rote» siferreicht str?t Aus» weisuna meJwere? deutscher Beamten au» dom Odore'.soß. übe? d>« Festnahme deut'ch'r, oednunregemäßtg er,t'a"e>',-r und be«iU wis. der in burcsrlichc» Perukrn iätizer Vbiisrsooffiziere, ich« der. Es» schäftsverkeb? mit Sisaß-Lstbringen und üoer die NLckgoVr der sil 'Zerkin befindlichen beb? ticken litrsunden. KsÄst gzgsa die SMßung der Stratz�urger AvloerHlSk. Berlin, 15. Dezember. Amtlich. Gegen die Schließung der Nnlversität Strasburg durch die sranzLsiichen Behörden und die Sritlalliiufi sämUtcher Profesieren obre Gewährung von Oiehalt und Pcr.sion lst in einer der letzt:!! Sitzungen der internationale» WaffrirstillstandSlommission schärfster Protest ein gelegt worden. Abbruch der Bez;etzm�eu Mische Ksles Md ZZftkschwNÄ. Warschast, IL. T?z?uib??. Die Bosnisch? Desegravssen- ognitur meldei: Heute um 10 Hh: 20 Mtv.nten vormittogA über-eickte d»? Poistond der volitischsn Abteilnnq des Mi- nisteriums hei Stenßirn Dr. Karl Bader in Begleitting dell llkeferenten siir deulsck? Angelegentzeiten Kgi-tan Morawski im Namen de? polnischen Negierung dem Grafen Keßler ein? Note, in welckte? unter Hinweit auf die Zustände in� Oberost wo die deutscs>.>n Bevörden den vol» miicken StaatSinteressen zuwisterlaujende Handlungen de- gingen und gemeinsam mit den BolÄtewist«, vorgingen, die volnilcke Regierung die Ueberzeugung ausdrückt, daß weitere Lerbondlungen mit der deutschen Regierung zwecklos. ia sogar für die" in?!??? Ctrtw nung in Po!-n. sowie kür d'.r künftigen gegenseitig«, Be- zicbungen schädlich wären. AuS diesem Grunde lohe sich d:e polnische Regierung genötigt, die aiploma» tischen Beziehungen mit der. deutschen Re- publik abzubrechen, und ersuch« den deutschen ület- treter, ilnverzüglich mit dem gesamten Personal der G«» sandtickioft die Republik Polen zu verlassrn. Grak Keßler erklärte, er werde in der nächsten Richtung die Gr?!-"t Staates verlassen. Die Ds�lschen in der Zö?k?i. Berlin, td. Dezeurber. Nack, einer au» Konstantinopel«in- gegangen«!! Nachricht st« die atsitentein« Lag« der Deutschen in der Türkei zufriedenstellend. Da» Personal un» serer Botschaft und unserer Konsulate wird vorau»sichtlich Mitte D»»ember auf dem Wege über da» Mittelmeer die Lieimreise an- Schmied. Bon Omil« A,!«. Der Cch-m'rt» war ein prodfr, der prost»« Menfckt In der Gegend. mit lnorriprw'.?ck>ul»ern,«steUäl und Arnre g?>ckwilirzt von dm Flammen de- Este und d«m Sst'ent'anst d«r Bänrtner. ftn seinem vierecligen Schädel nmer dem bii'ch'igen Haar leuchtet?« g roste blaue.siinderaugen, blank wie Stahl. Er zog«in breite» Gesich! und lacht«— keuch end wie der NüickenatkM leine» Blas ba�geS. Und wenn er mit einer Gebärde �pfriedener Macht die Arm« hob—«in« Gebärdt, an di« ihn die Arbeit am Amboß gewöhnt—, schien er seine Fünfzig noch fröhlicher zu tragen, al» er.die Jltingfer'' hob. etr.cn Tisenblvck von fünfundzwanzig Bfund. eine furchtbare»Jungser", dtz.' nur er allein tanzen lassen konnte. f» war an einem Herksttabend. al» ich den Schmied zum erstet, nml sah.?r schmiedete da» Schar eine« Pflug?». Da» offene Hemd ließ die r-tuhe Btrtck leben und jeder»teutzug zeigte die Ringe des Brustiorbe». ihr bog sich zurück, nahm einen An. laut und ließ den Hawntcr«iederlausen. Und da» zeschab obne Pause, mit einem boitändigen, gelchmeidigen Riegen de» Körper», mit einem tadeilgfen Spiel der Mu«keln. Der Hammer beschrieb einen regeimäßigen Krei». riß Funken mit fort und ließ einen Bl tzitrahl htnUr sich. Da» war di«..Jungfer", die der Schmied so mit beiden Händen tanzen ließ, wahrend ßsin Sohn, ein Bur'chr von zwanzig Jahren, da» glühend« Eilen mit eine, Zange hielt und ebenfalls draufschlug— mit dumpfen Schlägen, denn der gunkcntanz der.Jungfer" dämpfte sie.»Docktock...tocktock.. CS war wie die Stimme eiriVr Mutter, die das Kind beim ersten Stammeln seiner Lippen»rmutigU Die»Jupgfer" tanzte noch immer, wobei sie den Flitter ihres Getvend»» schllltelt« und die Spur ihrer Absähe in ive Pflugschar»rägt«, die st« immer voll- kommener focmtc, so oft sie aus den Amboß niedersauste. Blutrot ergossen die Flammen sich zur Crde und ethefltfn die Gestalten der beiden Arbeiter. d«een gießt Schatten sich m die finstere« Ecken der Schmiede«eckten. Nach und nach erblaßt« da» Feuer und der Schmwd htclt in«e. Geschwärzt und auf den Hammersti«! gestützt, stand er da »nd wischt« den Schweiß nicht einmal fort, der ihm auf der Stirn perlte. Ich hörte stinen Atem noch in dem Brausen de» Blas»- Holges, den sein Sohn zog— mit langsamer Hand. Abend» schlief ich im Haus« de» Schmiede» und ging dann nickt wieder fort. Er hatte oben übe» der Schm-ede ei» Zimmer frei Oos er mir anbot. Schon vor Tage«grauen um fünf Uhr lebte ick ha» Tagewerk meines Gastgebers mit. Al» ich erwacht«, war das �-nze Hau» von Lache»«füllt und dieser Frsdstnn belebte e» bis»um fttolcn Abend. Unter Mir sausten die Hämmer auf und nieder. Es war. als wallte mich vi«.Jungfer" au» dem Ben werfen, indem sie an die Decke klopfte und mich alt fta»!t»-'j betrachtet«. Tn« ganz« ärml'che siarnrnf« mit dem großen Schrank, dem Tisch au» weißem Ho'z und den beiden Stühlen knarrte tinfc mahnte mich zur Ttle. Ich mußt? hinuntergehen. Unten fand Ich die Schmied« schon von totem Lich: et fülli. Der Blafebolg keuchte,«in« Mawrcsa Flamme stieg von der Kohle' ans, die wi« ein runde» Gestirn zu leuchien schien in dem Wind«, doe die Glut�höhlte. Jn�tm scheu legte der Ack-nied die Arbeit kür den Ta* zurech! Cr rangierte Cisergegei! stände in den Ecken, wendet« P�ög« nnd prüfte Rüder. Al» er mich gcwabr-«, stammt« er die Faust«»n Vi' Hüften, der würdige Ntann, irnd lacht« mit breitem Mund«. CM machte ihm Spafi. mich um k Ubc au» dem Bett gebracht z« habe». Ich glaub«, er dämmert« morgen» nur au» Kurzweil so eifrig— um mit dem Klang seine» Hämmerte» da» Hau» zu wecken. Cr legte sein« großen Hände auf mein« Gdmlter», neigw sich zu mir. al» spräcke er mit einem.Kind«, und U.erni«, ich sähe schon vi«! woh. !er au», seitteni ich in seinem Rs'.ch de» Eisen» lebt«. Und aus einer rtfie* utugestürzten Karre fttzen», wankerr wir täglich ein« Flasche Reißtvein. Oft bracht? ich nun einen Tag in der Schmied« zu. Befon- der« im Winter bei Regenwetter setzt« ich keinen Fuß vor di« Tür. Cs interessierte mich sehr. Wie ein mächtige» Drama fesselte mich dieser ewtge Kamps de» Schmio!«» mit dem rohen Eisett. das er nach Belieben formte. Ich solgt« dem Metall vom Feuer zum Amboß und war stet»« Schmied« stand auf holbem Abhang, und man übersah dai Tal in ssiner ganzen Breite. Sr freut« sich über diese» weile» Teppich beackerter Felde«, die sich am Horizont verloren in den hellen Lilafatchen der Dämmertnig. Und oft scherzt« der Schmied. Er sagte, all« diese Felder ge» hörten ihr», und seit über 200 Jahren liefet« die Schmiede vi« Pflug« für di« ganze Gegend. Das war sein Stoiz. Kein« Ern'» wüchse ohne ihn. War die Ebene im Mai grün und gelb Im Juli. so verdankte sie ihm dies« wechfelnden Geibenfatbeu.®r hing an der Ernte wie an feinen Töchtern und schwärmt« für die Sommer» sonne. Zogen Hapc-iwolken tzeraitf, so droht« er ihnen mit de? Faust. Ost zeigt« er mir in der Fern« irgendein Feld, da» wentger breit et) slawischen Truppen aus den besetzten Gebieten Kärnten» verfügt toird. �.cute fand ein« Massendemonstration gegen da; Vor- «ringen der Tüdslawen und gegen deren Ansprüche auf da? deutsche Klegenfurth statt. Die Redner hoben hervor, daß die gatue Bevölterung über da? völkerrechtswidrige Porgehen der Lud- Naiven empört sei, welche onfteiehene deutsch« Nüraei als Geiseln ring ehrn.>« versthiedenen Lrten plündern, und die Bevölkerung »rings alteren. Di« deutsche BcväAerung sei soft entschlossen, den südslawischen Anspruch abzuwehren. Aastzeöung der sinAisch-dsiNsche« VlZckade. Hrlüugfer», Ib. Dezember. Infolge«ine» Gesuche» der Nnnischen Regierung hti der Enienr« wurde die Blockade der Nnniich-deutschen Schiffahrt aufgehobe«. Echweden �al die AuSfuhrerlaubni» über 5000 Tonnen Gc- «fide für Finnland erieilt. .• «ei» Abio�men ZKisch�n Esils�d vnd Ckglsu!?. Hclüngfor», Id. Dezember. Der in HelsingfgrS bakir»dliche rstlindtsche Minister de» Beußern Po??a dementiert die Reibung über ei« Abtommon Misch«» Estsand»nd Gngland. wonach England die Häfen Estland» besetzen und Post, Telegraph 'lnd Tisenbahn übernehmen werde. AbschNc-vten 5um'anös zur TnleM. London. 14, Dezember. Der neugewählte Regent von Fiun. «nd Baron Mennerheim ist heut von-Nttv Castle nack velstngsor» abgereist, um fem neues Amt anzutreten. Vor der Ab- Nie gab er eine,« Vertreter de» Reuterschen Bureau» eine Er- llaiwng über die gepenwärtigei: Berbäitniss« in seinem tionde und N« von ihm beabsichtigte Politik ab. Der st>»n«ral sagt?,«r wünsche 'N«in möglichst freundschaftliche» Verhältnis iu den Alliierter, zu treten u"d darauf hinzuarcheiten. baß «ie vollständig« Unabhäng gfeit Finnlands ocn allen?" ächten an. erkannt werbe. Ferner tmünsch« er die Bürger zur Arbeit für oi« xMeinsame Tach? d«s Lende» zu vereinigen, die verschiedenen "arteie nzu�rmmenziidringen und mit einem neuen P-nriamenr �ln««ktdgültige Form der Regierung s-s?n wollt«, ergriff er die.Jungrec' und hämmerte au» Dann war e», alt hause der Donner in dem °k'l!?n Keuchen der Eise... ich glaub« den Seufzer de« Volke» � der Arbeit zu vernehmen Dort in der Schmied« unter den Pflögen wurde ich von �?iner Trägheit und meinen Kwetfkln für immer gebeilt. K•* Deutsch von VL Hess«. Sans 5ran6: Freie SneKie. - u M Male tm Kleinen Theater»m t4. Dezember. Es g.bt Stücke, denen mau kritisch gerecht w«rv«n kann, auch >e ihren Irchatt genau geschildert zu haben. Da» sind dann 'et Kunsteverte, di« so gut aufgebaut find, daß man«i» irgend- n«n Querschnitt da? Ganz« erkennt, oder e» find Machwerke, e wgendwo beleuchbe', i« Nicht» zusamnnensiicken. Han» Franck» 'eiaZtige» Drama muß iaiihaltlich gekannt werden, denn sein« �vzelhciten sind immerhch nicht unbedeutend, während e? als ''Ganzes doch nicht als Kunstwerk gesehen werd.r. kann. In seinem Inhalt prägt sich die Gesinnung aus, und die Gesinnung ist sein AZ-rt. Eine Bauernfan.ilie im Wrlckweg. Di? Mutter hat bvci jj�hne. ffcoei find von ihr g-egangvn und nicht wiedergekommen. �e Frag«: wer ist schuLd? d-c««ig gleiche«niwort aus Mxt Sdufenleiter der Vorgesetzten: ich nickst I weiten ihren Blick st>r d«, unverannsortl'che Geschehen. Wiw»'?<> ihr Haß gegen J* Herrschenden di» zum KviegS-Kaiser, weil sie die Lüge er- �Nnt. wm die sich tz!« Meirschen morden. Weil sie aber nicht mir ?«nsch ist. sondern Mutter, bricht ihre Trel« auf mi« ein« Blu-me. "lle Mütter aller Söhne werden»u« ihr wach, uard sie steht da � ihr« Sprecherin im Bollbewußtsein, daß'Hr. Gefühl verall- lin»ewert und gestaltet. Erlöser sein würde vom Krieg»- Abrechen. Und sie ist bereit zur Tat. Du letzte, jüngst« Sohn nich, geschlachtet werben. Sie w'll ihn halten und erhallen. reißt dem Barer«in Bittgesuch an den Kaif«r au» den und zerreißt«», wie sie die EinberufungSbesehl,! zeerissen ?i- Der Vater aber ist Pslichimensch und lshrtriot will v-m R>«m.kranken Gefühl' nicht» wissen, setzt ihr sr"n7n Glauben Einander mit den verstandeSgründen der SriegSjahre. Der "chf um den Sohn beginnt. f. Der Sohn ist jung und unreif. Er liebt die lung? Magd und �»t im Liebeirousch. Sie ist Mutter durch ihn. Nicht fort müssen. nach dem Verlust de? denfsch?» Teadannen braucht eS einen neuen, um sich vor der Wut und der Rache der betrogenen, unterdrückten Bolksmasse zu retten. Z!e Aiilierteu lu Rußland. Hirog, 18. Dezember.„Manchester Guardian" schreibt: Alz die Alliierten die militärische Unternehmung in Rußland de- schlössen, gaben sie dafür zwei Gründe an: erstens wollten sie Rckßkild vor dem Ruin und vor der Vernichtung au» den Händen Deui�chianOs retten und zweiten» wollten sie die Tschechoslowaken in Rußland befreien. Der erste Grund ist jetzt hinfällig, da der Waffenstillstand mit Deutschland abgeschlossen ist. Der zweite Grund wird nunmehr durch Präsident M a s s a r y k au» der Welt geschafft, denn er erklärte bei seinem Besuch in London, dag der einzige Wunsch der in Sibirien weilen- den 7L 000 Tschechsslowaken sei, heimzukehren, um an der Verteidigung und Organisation ihre» neuen Staat«» teilnehmen zu können. Die Alliierten erfüllten diesen Herzens» wünsch aber nicht, sondern ziving-n die T'chechoslowaken, in Sibirien. zu bleiben, um zu töten, oder getötet zu werden. Das 'llatl zieht deahoib die Schlußfolgerung, dag die Intervention in Sibirien jetzt keinen Zweck mehr habe. Die ftanzzfischeu Dele�eMa auf der Friedens- kmzferevz. Pari». 18. Dezember. fHava«.) Räch einer Meldung de» .Echo de Pari»" werden die französischen Vertreter auf der Fri«. benskorferenz Clemeneeau, Fach, Pich on, Bourgeois und lvahrscheinl-ch Tardieu sein. Der VghNamxf iu E'Zlsnv. Amsterdam, 16. Tezember. Der Wablkamvf hat sich in dm letzten Tagen lediglich zwischen der Arbeiterpartei und Lloyd George abgespielt, Henderson und Tlyne» sttochen snb gegen die Dienstpflicht aus. Henderson erklärt«:.Ich will einen Wilsonschen Frieden, auf dem sich der PAlkertmnd auichaut. Deutschland soll den in Belgien, Frankreich, Serbien und Rumänien angerichtete» Schoden ersetzen." stoa«>6. Dezimtzer. Reuter meldet ans Lau an: Di- Wabl- resuliaie werden am SS. Dezember bekanntgemacht. An diesem Tare werden die Stimmen der Soldaten und Matrosen mit den Stimmen vom 1». Dezember durcheinandergeschüt?elt und'osort in alle Distrikte gelandt. An diesem Tage worden 666 Wahiresultate bekanntgegeben. MTch? Aachr-chk�v. Dem deutscher OfkizicrSbund ist der KriBstSioinister als Mit- akied beigetreten.— So verkündet Wolff» Bureau. Anscheinend loll da» ein« Empfehlung des Q>sfizier»bundeS set«. Italicner»og-'n Siibslatren D'e Italiener landeten in den letzten Tcmen in verschielenen dalmatinischen Häfen große Abteilungen der italienischen Armee mit Maschinen- ge-rebrer und Art�erie. Jr S?» e n l c o allein am Sonnabend H 000 Mann. In der Reaktion und der Druck«' ei de» kroatischen Blattes„Narodni JMst" in Z a r a nahm ein« italienische Q'fizlerlbairouisse eine �ouSstichuvo»a- und'verhost't? den Dbefrebakteur V?!«? B ankirri und dessen Bruder, den gewesenen österreichischen ReichSratSabgeordneten Iura» Biankini. Die Rücklehr aller aineriknn schcn Groschainpsschiffc, die sich zur Zeit in eurr,'ä'?ch-!i Gewässern befinden, wuichc nach einer Mitteilung de» Marinesekrclä-» Daniel» angeordnet. Die Schilfe würden am LS. Dezember New Mark ecre'chen. Die Demvbilisntion in Amerika trifft täglich k8 6 Mann. DaS.KrieeSamt verkiiate dft D?mobi''st«run«l von 84LV66 Mann »in bei. L«reinigten Staaten uns von vay von de» � Truppen Per'd'.ngt in Europa, die so rasch wie möglich zurückgebracht werden sollen. Der ftlibere russische Minister de« Aeuhern Safouow wurde von der gegenbolschewistischen russischen Regierung in Ielaterinodar ju-m Minister de« Aeußern ernannt. Easono» bat sich mit den russischen Missionen im Au-Iundc in Verbindung gcsetzl. Jt sein Lech. Jtuf Der Vater kommt und sieht, verzeiht der fündigen Magd und beeinflußt ihn zur Erfüllung seiner Pflicht. Die Mutter wirft sich dazwischen und l schwört seine Jugend zur Liebe und oecflucht die Liebe der neuen Tochter, di« sich nicht gegen die Pj licht des Mann«» stellen will. Der AbschiedStag und ferne Grausamkeit ist da Der Kampi der Cld'rn um den Sahn wird zum Wet'karnpf. De» kobne» S»«. fühl zebarch« der Mutter, aber sein Verstand redet davon, daß er nicht der Mann sei, Besonderr» zu hm, Märtprer zu werden oder Prophet, sondern dag er nur allaemeiner Mensch sei und da» All» gemeine tragen, und dulden muffe.!uch der Mutter gewaltiger Schrei: Licv»- to! ai» töten! reißt ihn nicht fort, zwingt ihn nicht vom Weg der vermeintlichen Pfl'cht. Da geschieht e». daß de? Gendarm kommt, den die Mutter«ingeriegelt halte, al» er den Säumigen bolen wosttc. Er redet kaisertreu« Unteroff.ziersphra'en. Aus die Frage der Mutter, ob er schuld>'ei, weist et nur wieder auf den Unsichtbaren, der hinter ibm steht. Da stich' ihn die Miiter nieder. Nach diesem Mord sagt sie Vieles, bis sie der Wahnsinn über der Leiche packt und der Vater sie fesselt al» äußeres Sstmbo! sein.'s Ticge». Zum Schluß überläßt er Hau» und Hei dcr Mutter Magd und zieht mit dem Sohn in» Feld. Hans Francks Gesinnung ilf gut. Nur die Zensur bat ihre Wirkung in die Breite verhindert. Aber da» Drama ist darum al» Drama nicht weniger schlecht.. Es wäre auch nicht besser, wenn Franck» Bauern wenige: Solonöauern wären und weniger Lite» ratei.deulsch und minier empfindsam lyrische Jamben redete«. Nein, auch wenn man da»»ergessen könnt«, würde«S n'cht besser, weil alle drei Akte von Worten strotzen, di« sich über karge», oft flache». Fühlen gießen. Nur di« Mutter ist Meer de« Äe- fühl» und Brandung. Der letzte Akt Ersucht dann mit Tlheatralik die Leere auszufüllen. Direktor Georg Altmann hat bei seiner Inszenierung den Eha» rakter de» Stücke» gut getroffen, al» er da? Feld mit den herbst. lichen Bäumen und Büschen in Samworhäng« einschloß. Da» war nicht ttillo», sondern durchau» der Stil Han» Francks, der trotzdem«in Dichter ist, weil er oft starke, solche Worte bildet. Bespielt werden kante nicht gut. weil nicht» gut zu spielen war. Ioseflne Rottmaun al» Mutter bestritt da» Schau» spieleri'ch« de» Abend» und gab Bei»«». Eine liebe Magd in der Fülle ihrer L'ebe und erster Mütterlichkeit war Leonore Eha n. Sber der Vater sG u st a v R o d e g g) mußt« versagen toi« auch a u l B i i d t alt Sobn Tierk versauen mußte und schrie, weil«r MlilFrpchs IkverschamihMn. UnS wird berichtet: Im i. Garde-Rogiment zu Fuß, dessen T?satztxUa.'lIl>n sich am 9. November 191$ geschlossen der Regierung Gbeet-Hcws« zur Verfügung stostl«, sind sei« Rückkehr di« sscnerzzft abgesetzten Ofsiziar« wieder auf dem Plan« erschienen und der- suchen im Vvoein mit den Frpnto'fizieren den alten SHilftarismuS wieder aufleben zu lassen. Sämtliche Offizier:, niSaosamt etwa 166, erschienen am Sonntag nwrgeit im Holm, umgeschnallt mit Revolver und hielten auf dem Kasernenhofe eine Bersaminlung ab. Tagesordnung irntefonnt. Oberst Reinhard hat verfügt, daß ote Wachen mit geladenem Gewehr aufzichru und vor allen Offizieren Ehrenbezeugungen zu machen haben- Der dort bestehende Soldatenrat ist 100 bewaffneten Offiziere» '.«yenüber machtlos. Kri« AHordnung dc» Regiments erschien bei der Leitung der BokkSmarinuckivision. Dort wurden die Vor» fälle sofort zu Papier gebracht und den Bolksbeaufvragten Haas« und Barth gemeldet. Gieichzeitig wurde da» Bureau de? SÄ!» datenrät? von den Dingen in Aeimfnis gefetzi. Bor un» liegt eft- TsgeSbi'sschl der Kommandantur vom 30. Noveirrber 1918, unterzeichnet von Otto Wels, dessen erster Absatz lautet:.In die auf den Bahnhöfen zur Verteilung gelangenden Kommandantur- befehle wird folgendes aufgeiromuien: Tragen von Rang» abzeich en und. Waffen für Offiziere: Der Kam Mandant empfiehkt dringend, Rangabzeichen und W äffen abzulegen."— Diese Empfehlung wird anscheinend dankend adzrlebwl. Wir erwart.u«wer, daß die Regierung hier energisch Abhilfe sck�fft. AesSerü�z d?s Die beränderlen Verhältnisse, die durch die Umwälzung im Deutschen Reiche eingetreten find, h,ch>en auch eine Umänderung der zesetzlichen Besiimmungcn über die MilitärstrafrechtSpflege erforderlich gemacht. Eine gänzlich« Uma-beitung der Gesetze war bei der gebotenen Eil« nicht möglich. Die von der Reichsregierung miK Gesetzeskraft erlassene Verordnung betreffend die einstweilige Aenderung der MilitärsbrafgerichiSordwimg, des EinführungSdesesv» dazu und de». MMbärsirafgesstzbucheS beschränkt sich daher darauf, Härten b«r Miltürftrafc�richtSordn'.:!� zu be� seitigen und den veränderten Umständen entsprechend eiue wo'.b gebende Mitwirkung der Vertrauensleute der Soldaten(S o l d a t e n r ä t e) an der Rckchtspree ch u n g vorzusehen. Die wesentlichen Bestimmungen sind folgende: Die niedere Gerichtsbarkeit, deren Ausübung aus Uebertretung». and ftichte BersebenSfö'le beschränkt war und ausschließlich durch Offiziere erfolgte, fällt fort und wir', durch da»«ür GtrasverfSgungen vorgeschriebene Verfahren ersetzt. Da- durch wird reg-lmäßig eine wesentliche Vereinfachung und B«- schleuniaung ermöglicht. In diesen Fällen soll außerdem von einem Strafverfahren überhaupt abgesehen werden können. Die Verteidigung ist dahin enooitert worden, daß sich der Veschufdigbe in jeder Lage de» verfahr«»?, nicht«ru, wie bisher, nach Abschluß de» Er mittel unaSve c iahr«:.S, des Beistünde» ein«» Verteidiger» bedienen darf. Al? Verteidiger darf künftig jeder bei einem deutschen Gericht zugelassene i'dcchiSanwatt auf- treten. Bei Unt«rsuchung»c,audtilngan«iuß fevner«wem der g«- wählten Hertrau eniseute'tu Soldaten sSochaftwra.Smiwsi«� auf verlangen gestattet werden, zugegen zu sein, in der Hauptverhonb- lung auch zuAunston d»« Angettagteu vor dem Gchkurwort zu sprcä-in... In den erkennenden Gerichten lKrieg»- und ObeukriegS�erich- t«n) werden die nicht juristischen Richter durch die Vertrauensleute(Selbutenräie) g« w ä d l t. Hierbei ist aber vorgesehen, daß\» nach Besetzung«in oder zwei Miigli«h«r sich in der entsprechend«« Di: Wellung befinden müssen, wie der Angeklagte, Die Oeffrntlichkest der Hauptverhantzlung s?ll wir noch wegen Gefährdnmg der ViitlttSeft oder bei einer Verhandlung wegen Verrat» militärischer Gebeiminss-, afto nickst mebr wegen Gefährdung militärdiemstlicher Interessen und nicht mebr allgemein wegen Gesährdu.q der ösfentlechen Orditung«ruv- gekchlafirn werden dürfen. falsches Patho» geftaltw» sollte. Au» Besinn»», worden Dramen nefwren, au» Surischem wachlen ihre Blätior, aber Stamm und Aeste müß-n echtes, rechtes Hotz sein vom Lebensbaum der Kunst vielleicht schal ft« Hon» Franck ein ander mal. Ulrich Ztelndorfs. Aus di'm GeMesfcha'i des Soz-a'ismus. .Die Grundlagen de» Bestebend«, worden �-on allen Seiten angogrisf«» und die wuchtigste» Hi�de w«rt-en gcge» die Stützen der alten Gcsellschast geführt. Tie revolu.ionar-n Gs- danken dringen in di« konserv'atibsien Kreis« und brinqon Reihen unserer Fei'rde in vollst« Verwironug. Haudtoerler and Gelehrt?, Ackerbau« und Künstler, Kausieute und Beamte, sogai Fabri' nten und VonlierS, kurz Männer jeder Siellunx schließen sich den Arbeiter» an. die da? Gros der Arme, lstiden. die um den 3Wg kämpft und ihn erringen wird. Auch an die Frau im allgemeinen Uich an die Profetarierin im besonderen tritt die eufford-eruns. in diekem Kampfe nicht zurückzusehen, in dem auch, für ihre Befreiung und Ce'.ösung gekämpft wird. E» ist an ib. zu beweisen, daß p« ihre wahre Stellung in der Bewegung und in den Kämpfen der Gcg.i'.warl für eine bessere Z.ckunst begriffen hat und entschlossen ist, daran teilzunehmen. Sache dcr Männer ist e». ss- rn dcr Abiireifung aller Vorurteile und in der Teilnahme am K«npf zck i-nter- stützen Niemand unterschätze sein« Krast und gloufee, daß°S auf seine Perion ni«� ankomme. Für den Kampf um den Fortschritt der Menickoelt kann kein« Kraft, und fei sie noch so schwach, eni- debrt werten..,. Handeln all«, ine sich dtr-�rn fühlen, mit ganz«' Kraft in diesem Kamps«, so kann der endliche Sieg nicht fehlen.'... � �,.l,* Van dem*»fchm Wachstum und der immer gewaltiger wer- dmden ausbueittirg der sozialiiliscken Ideen liefert jeder Tag neue Beispiele. Auf- ollen Gebieten regt sich'Z und drängt nach vor- wäri». Die Morgendämmerung ,u einem schöne-, Tag« zieht mit Mach« herauf. Kämpfen und streben wir afto immer voean, unbekümmert darum,„wo" und.wann" die Grenzpfähle für«In« neue bessere Fest'ür di? Menscksteit fi.ige«Wagen werden. Und fallen wir im Lauft diese» großen, die Mensihheit befreienden Kampfe», jo treten die un» Nachstrebenden für un» ein. Wir folen in dem S«vußtftin. unsere Schuldigkeit al» Mensch get«, zu hoben und in der Ueberzeugung. d�ß da»-fiel erreicht wird, wft immer die dem For''chri»t der Menschheit feindlichen Möchte sich dagegen wehren und sträuben wogen:.Dem Sozialt»« mu» gehört die Zukunft, da» heißt in erstxr Linie dem Arbeiter und der Frau. Zwischen NafftnWftiwS«nü kullassm«. Wir waren auf unserem Rückznae bis in die Sex-end v»n MouS gekommen. a!S endlich Wahrheit wurde, was seit Wochen wie eine immer wieder in die Ferne entweichend« Fat« Mar» gana vor die Augen von und wegemüden Kriegdwandercrn ge- sandt hatte: der Waffenstillstand. Kaum aber, daß Herz und Kopf sich in daK neue Leben— denn so fühlen wir alle dm große Wende— hineinzutasteu begannen, da pochre di« neue l'nerhörle Kunde an die Tür unseres Seir.S und rüttelt un# wach, die Kunde von der siegreichen deutschen RcdolutionI! Und bald nicht nur Kund«. Nein, ihr getvaitiger Impuls war stark genug, die Welle» der Bewegung auch bch in die kleinsten Winkel deS großen deutschen Heeres zu treiben. So hat auch unsere B«t- ierie des revolutionären.Geistes einen Hauch verspürt." Freilich nur einen Hauch. Um schwersten wurde von chm m» Fug und Recht unser Battericcberhaupl, ein aktiver Oderieutnant, mitgenommen. Freilich, fein Monokel hat selbst diesem Sturm Stand gehalie». Aber wie sagt man doch am Rheine?.Laß dem Kind daZ Rebbelchen, eö rebbelt sich zu Tode." Denn im übrige?« machte dieser Herr in viecundzwanzig Stunden eine geradezu»er- blüfsende seelische Wandlung durch und bewies für seine Person die Richtigkeit des alten Satzes, daß in der Not der Teufe! Fliege'? frißt. Er, der sich bis dahin die Leute durch blksierto Kalt« und hühivische Grobheit planmäßig vom Halse hielt, war plötzlich aber auch zu jedem die Liebenswürdigkeit und Fürsorglichkeit selbst. kümmerte sich selbst»m die Onaniere, erkundigte sich, ob mau «ach bei der Fahrt gut und warm sitz«, vermied jede S�ärse im Tone und hatte mit einem Male e'n empfängliches Ohr für alle Wünsche und Beschwerde». Ja. ei, der bisher den ganzen Krieg offenbar als eine lästige und unreinliche Störung seines elegan- ten KarnisonlebenS«usgesaßt hatte und stets s» bald wie möglich in sein Quartier zu entweichen strebte, trennte sich in den nächste« Togen trotz seine« schönen flinken Personenautos nicht mehr von den Mannschaften und faßt: sogar hbchsleigenhändig zu, wen« eS galt, bei ansteigendem Gelände den Schleppern und Lastwagen nachzuhelfen. Daß�e« zum Schluß auch noch eine ganze Ladung Beförderungen und Auszeichnungen regnete, war im Grunde Ausfluß desselben Motivs: Angst für das Monokel und die Achsel- stücke. Andererseits wollte er einen zwar ziemlich zügellosen,«ber in jedem ernsteren Sinne ganz ungefährlichen jungen Mensche» ohne jeden Anlaß aus purem Mißtraue» unter Bewachung stelle». Daß sich freilich im Grunde feiner reaktionäre« Seele nichts verfchoben hatte, bewies er. als es zur Wahl der Soldaten rate ging. Er sprach prinzipiell nur vom.BertrauenSrat", wie über- Haupt diese aller bisherigen Subordination widersprechende, mit beti alte« KriegSartiteln unvereinbare Institution nach dem Wunsche der Porgesetzten nun dazu dienen sollte, den.guten Geist' der Truppe zu erhalten und allerhächstenS.wirtschaftliche' Wünsche vorzutragen. Nur schwer ließ sich unser Chef davon überzeugen, daß der Soldatenrat auch da? Recht haben müsse, Besprechungen und Versammlungen abzuhalten. Wir wurden übrigens, wie die meiste« Formationen, durch die Aufforderung zur Wahl von Vertretern vollkommen überrascht, und es bNeb keine Zeit zur Aufklärung der Lente. Die« der Hauptgrund dafür, daß so viele Offiziere gewählt worden sind. ES war mir«ber doch möglich, vorher einige aufklärende Worte z« sprechen; eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ, wenig- stenS in großen Züge« die Bedeutung der Revolution darzulegen pnd mit einem Hoch auf den.freien deutschen VolkSftaat" zu schließe«, da» den Her«« Offizieren seltsam genug in die Ohre« geklungen hohen mag. Leider haben wir Vertreter d«nn bei den Kameraden selbst nicht immer die nötige Unterstützung gefunden, um einige kleiue. aber doch für uns wichtige Verbesserungen durchzudrücken. AIS es galt, den Koch zu stürzen, der weit über das durch den alte» Hebräerspruch vom dreschenden Ochsen geheiligte Maß hinaus sich schadlos hielt, da versagten viele, die anfangs am meisten gegen ihn geschrien hatten, und ebenso gelang es infolge Uneinigkeit der Kanoniere nicht, durchzusetzen, daß sich die beim Heimmarsch völlig unbeschäftigten vnterofsiziere am Nachtdienst beteiligten. Aber wir haben doch die Batteriekasse und die Rechnung?« führung de» Wachtmeister» nachgeprüft, und so hatte jeder Nonn bei seiner Entlassung die Gewißheit, das ihm Zustehende an Kartusch- und KontributtonSgeldern wirtlich empfangen zu haben. Welch eine Blamage fair den Vatterivbef.«18 sich herausstellte. daß er die Kasse um etliche hnndcrt Mark angepumpt hatte und er die fehlende Summe erst in einigen Tagen infolge der gestörten Verbindungen heranschaffen sonntet Ebenso haben wir den ziem. lich beträchtlichen Küchenbestand revidiert nnd veranlaßt, daß er zur Verteilung kam, ehe noch der größte Teil der Mann- schasten die Batterie verlassen hatte, lind endlich haben wir immer wieder energisch«uf Entlassung aller der Leute gedrungen, deren HeimatSort abseits der Marschrichtung der Batterie lag. Ich fußte dabei besonders auf rinem vmn KriegSministerium unter dem l«. November heraus» gegebenen Merkblattr, nach welchem Einzelleute, u« Umwege zu vermeiden,..behelfsmäßig" mit einem»nt. lassungsschcin bereits vor der Ankunft beim Ersatz- truppcnteil entlassen«erden können. Ich habe aber grfmidcn, daß dieser Erlaß bei den Truppe» wenig bekannt ist, wt« überhaupt hie ganze Art der Demobilisierung den Eindruck macht, als würden die Truppen länger als unbedingt nötig festgehalten. Seit Ende November, leider muß es gesagt werden, wurde die Haltung de» OsfizierkorpS wieder viel sicherer und seldstfew»ß:(:r. ?chon erwäg: man geivröchSweife die Aussichten«iveS Staat»- streich» ber Armee..Spartakus", das Won ist das rote Tuch, da» mau dem kleinen Mann« beständig voe den Augen schwenkt. lieber- Haupt wird im Heene der Eindruck gepfkegt. all gehe t« Deutsch- land. namentlich in Berlin, alle« drunter und drübor. Fast tig» lick, werden Flugblätter ver'.eklt. in denen di« Soldat»« beschworen werden, sich nicht von der bolschewistischen Propaganda»eet«. flussen zu tassen, sondern sich einig und geschlossen um di« Führer zu schare«. E» wird ja dabei betont, daß man dinier der Regie- rung Ebert-Haase stehe; aber man hat eö doch verdächtig eilig, seine Hilfe anzubieten l Kaum sind die ersten Au sänge zur Demokratisierung der Armee gemacht. Sorgen wir dafür, daß man nicht i« diese« erste« An- sängen stecken bleibt, denn mehr al» je»np nirgendwo bedeute« hier»ich heute Stillstand Rückschritt.?. A- Usber die tägliche Kohssnab'uhr km Laufe de? Woche wird berichtet, daß sie im obenchlesischen Revier zwischen 5000 und 6000 Wagen(gegen normal 12 000) und im rhsiniisch-wesifälischeu Revier zwischen 14 000 und 13 000 S&igcn(gegen 23 000 in störungSsreirn Kriegs lagcu) betrug. «ÄMT Sie Sehlwfteze. GtiseeffchaMches. Zum Streik bei Wertheim. Die Firma ichreibt über den Sire:k«m Freilag: Die«leörheit unser?! weiblichen Auge hellte n, geleitet durch den Zeutralverband der HaudlungSg�hilfcn, vor- langte eine einmalige Entschädigungssumme in gzstaffelten Tätzeu bi» zu 300 M. Wir hatten daraufhin einen Zuschuß zu- gesagt, der je nach Tauer der Anstellung und nach Geijait bei Verkäuferinnen bis 230 M., bei Herren ins 4011 M. anstieg. Insgesamt sollien 700 000 M. zur Verteilung kommen. Dies genügte den Beteitigten nicht. Ein weiteres Entgegenkommen hielten wir nicht für angängip» weil unter Unkostenewt ein? noch größere Ve- lastuug nickt verträgt und wir cS nicht für gerechtfertigt hielten. daß dt« Forderung einseitig nur an unser Unternepmen ge- stellt wurde. Durch den Streik sahen wir uns eezivungen, den Forderungen zum größten Teil nachzugeben. Schließlich bemerken wir noch, daß die»on unserer Firma gezahlten Gehälter keinesfalls niedriger sind, als in anderen Geschäften. Wir haben wäh- rend deS Krieges die Gehälter mehrmals erhöht, zuletzt im Okto- her dieses Jahrck. In den letzten beiden Iahren betrugen die Zulagen mSgesmiu etwa 3 Millionen Mark. Seit Veninn de» Krie» gcS sin* die Gehälter um fast 80 Prozent erhöbt worden." Daß die Gehälter einer Aufbesserung dringend bedurften unterlag doch keinem Zwei fall Die Schokoladen und Znckencarrmrbeiter haben folgende Forderungen an die Unternekmer gestellt: Achtstündig« Ardrits- seit, Wochenlohn von 84 M. für gcle. nte Konditoren usw., 72 M. für Hilssurbeiter. 42 M. für Hilisarbeitermnen.— An den nächsten Tagen finden zentrale Verhandlungen der beiderseitigen Organi- sationen statt. Um ihr.Entgeoenkommen zu bekunden, haben die Besliuer Fabrikanten vorläufige Zulagen bewilligt, und zwar wöchentlich 6 M. für Arbeiterinnen. 7,50 M. für HllfZarbeiter, 10 M. für gelernte Arbeitskräfte. Diese Zulagen sollen bis zum Abschluß der Varhundlnugen als Abschlag auf die neuen Löhne»e- zahlt werden. Auch soll einstweilen am Sonnabend, den 14. d. M., eine Verkürzung der Arbeitszeit um Ith Stunden«intreten. Aohnbtt'.'ognnzen in Enzland. Das Schiedsgericht für die Baumwollaobeüer der nördüchrn Grafschaften in Ennland billigte in einer Ent'cheidnng den Arbeitern die geforderte Lohn- erhöhung von 50 Prozent zu. Die Bergarbeiter in Rordcumbcr- land faßten einen Beschlußantrag, worin die Regierung auf- fieiorderi wich,'für die Herabsetzung der Lebensmittelpreise zu orgen, anderenfalls wird eine Lohnerhöhung um 100 Prozent gefordert werlxn.> Berteosrmig der Kohle und Lohnerhöhung. Assr«, 16/ DezeAlder. Hier haben aufs neue zwischen den Vertreter« der Bergarbeitsrverbände und den Vertretern der Zechenvcrbändc Verhandlungen über eine weitere Lohnerhöhung der Bergarbeiter ftatigeiunden, die zu solg-ndem Ergebnis führten: Die Vertreter de» ZerbenderbandeS erklären sich bereit, dafür ein- zutreten, baß am 1 Januar ISIS eine weitere Lohnerhöhung ge- währ: wird, die 15 Prozent de» Durchschnittslohnes betragen soll, wie er sich nach den früheren Vereinbarungen für Dezember siel- len wird. Dies« Zu sage wird im Vertrauen darauf gegeben, daß die Vertrrter der Becgarbeüerverbändc die.erforderliche Preiserhöhung für Kahle, Kok» und Brikett? mit den Zechenbesitzern durchsetze« werden. Die im RuHerebier ausgebrochen« Streikbewe« g u n g greift nach de« an'iese»chen Meldungen weiter um sich. Für den 14. Dezember schätzt« man bt« Zahl dar Ausständige« «ruf 16 600. Neu zu« Ausbruch»am der Streik«uf zwei Zeche«, «ruf anderen klaut« er ab. Hroß-öerlin. 1 Zur Eckmmlunst deS Bürgertums. Am Donnobend fand in Storkow ü d. Mar? eine siffent- iiche LolkSverfamrirtung statt, die der dortige liberate Verein «nberufen bmte, um feine Liquidation zu vollziehen und seine Mittflieder in die neue dentsch-demokrotiicbe Partei tiberAU-siichren. Die voiPÖnfle, die sich bei der Werbung für die neue Partei abspielten, sind so charalkteristifch«nd werfen ein so helle» Licht auf die Absichten, die man in der Partei verfotgt, daß wohl jedem die Augen darüber aufgehen miisfen, daß eS sich um einen Versuch hanbelt, daS ganze Pürgertzmn zu siammeln, und seihst eine Vereinigimg seiner hetervgenften Elemente belibeizuführen. Man legte sich. um nach außen den veränderten Derllältnissen Rechnung zu tragen, den Namen deinokrawsch bei. benutzt die» große Firmenschild aber mir al» spanische Wand, hinter der n«an sein« modern-reaktionäre Msicht verbirgt, imd das bebrcchte Privateigentum vor dem Ansturm der revolutionären Arbeitermassen in Sicherheit bringen. Nicht genug, daß der Vorsitzende wiekerholt im An- schßuh an ein zur Dertvsung gebrachte» Gedicht.Volk in Not" apnz im Stil der ,Täglia>n Rundsckxwi"«nd„Deutschen TageZseitung" von ber Schande sprach, in die wir geraten seien, weil man uns einen solchen sssrieden zumute, eine Anffassuna, die nicht weiter wundernehmen durste, da jener„liberal-" Herr ein rühriges Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei gewesen ist; ihm gesellte sich in der Person eines Ausländsdeutschen ein deutsch-völki scher Antisemit bei, der die bekannten und verbrauchten Ladenhüter auf seinem Leierkasten her»inteichaspeite:.zlil?tzt trat noch ein echter All- deutscher aus, der die Notwendigkeit de? Krier-eS auch für die Zufnnft behalwtete und der baldigst Wiedewergeltung für diesen Schmachfrieden forderte, wenn nur erst unser SJoB sich wieder erholt hqben würde. Vom BorstondStifch wurde dann noch jene rührselige yersähnungsmelvdie zwtfchen Kapital nnd Arbeit gesungen und hlargölegt. daß ,n der neuen demokratischen Apotheke für jeden»in Reqopt bereitet werde, für den aussterbenden Unternehmer wie für den ausgebeuteteu Proletarier. In welcher homöopathischen Verdünnung die neue Gozialpoliti? verzapft werden soll, darüber ging der Redner schweigend hinweg. Und daß der Reigen von Westarp bis Gckieidemann auch ganz geschlsfsen werde, dafür sorgten die paar Redner der Hohenzsllernsozialisten. die sich sogar bereit erklärten, di« rote s�ohn« vom LandratSamt wieder herunterzuholen, wenn doS Bürgertum einen dahingehenden Wunsch bekunde. E» mag in ivlcher Gesellschaft manchem der Herren, die der Demokratischen Partei angehören, recht ichwill zumute werden, wa« mögen ihr« Mitglieder dazu sagen, die bis- her im Vorstand des Verein» für Abwehr deS AntiiemitiS- mu< säße«? Wie werden sich die ehrlichen Pazifisten mit ihren Kameraden, jenen Propheten des baldigen Revanche- trieqes,«hfinben? Was mögen ausrichtige Demokraten wie Hellmutl« vpn Gerlach«naeben. wenn si« mit Leuten zu- lammenarbeiten sollen, die den»bersten Grundsatz oller Demokratie, die Burgeraleichdeit. mit ftüßcn treten» Tue haltlos? Stellung der Schcidemänner ruft bei den E:n- geweihten keinerlei Erstaunen hervor; ist das doch die gleitsi« Rolle, die sie trnhrend des ganzen Krieges gespielt haben.� ftür die Redner der Unabhängiger Sozialdemokratie war es eine dankenswerte Ausgabe, ihre Stellung zu Pia- zitieren und den Trennungsstrich zwischen.stapirmismns und Sozialismus in aller wlhischenSmerten Deutlichkeit zu ziehen: darauf hinzuweisen, daß es sich in dem bevorstehen- den Wahlkanwf um die große programmatische Auseinander- ietzung zwischen Kapital und Arbeit handelt.. Ein großer Teil der Anwesenden gab deutlich zu erkennen(nnd infolge» dessen vertagte wokst auch der Einberirfer die Parteigründung auf eine spätere Versammlung?), daß es nicht gewillt ist sich die rote sozialistische Republik in ein« schwarzrotgolden« bürgerliche Demokratie umsStsben zu lassen. Der Wahl- kainvs wird für uns nur den Sinn hoben, den Anschlägen, Vorbereitungen und Sanrwlcm g S man öv er n der Bourgeoisie bpn �zivMoren, wacl�amen.KanqafeKwillen des Proletariat« ent.?eaenz!isetzen, den wirtschaftlichen Machtmitteln der Herr- schenken Klassen die konzentrierte Macht der Arbeitermassen. uin hie sich erhebende Gewalt der Gegenrevolution durch die revolutionäre proletarische Gewalt zu brechen. Meldepflicht für gewerbliche Verbraucher im. Januar. «Zwuirbltöe Berbrnucker von mintzestrnS 10 Tonnen Kohle, Koks und Briketts monatliS müssen laut Aekminimachung de» ReichstommissarS für dir Ko.uenverteUung vom 4. Dezember IS18 sReick-auzciger Nr 2S4l die iiSIicheü Meldungen in der ZeU vom 1. b K 5. Januar 1919 erneut erfwlten. Tic vorgeschriebenen Meldekarten sind bei den bekac.ntc.i» Stellen ktrlZ- oder Bezirks- kohlen-, KriexSluirtschofts-, KrieaSamtsstelle bzv. der an ihr« Stelle getretenen Zivilverwaltnii'ftstellel zu dem biZheripen Preise von L.üü Mk. für ein Meidekartenheft mit 4 Meldekarlen (0gi0 Ml. mit 5 Karren) nebst»ortlaut der Aekanntmachunp sowie von 0,03 Ml. für«ine Einzellarte etHältlUi. Dreifacher R<«bm»rd in der Uckermark. Ans dem Wege vom Kleinbahn bis Bahnhof Fredersdorf i. Ucker» mark nach JÄcid sw wurde da? GcKwirtSehepäar Mo-Phul tot en'- gebunden. D'e Frau erzählte-m Dar? einige Tage vor dem Mord, daß sie nach Berlin fahren müsse, um 6000 Mar? zu holen, um fällige Zinsen zu bezahlen. Am Aoend ging der Mann nach den' Bahnboft'c> nl' Frau«bzuhal'u. DaS Ehepaar wurde sväter mit durchschnittenen Kedlen uns sonst noch schrccklich zugerichtet ausgefttnden. Dem Minisi war new ein Aug« auSseschlrac,: und der Zftau mehrere Büschel Haert jauSgeriflen. Der Mann wurde ein Stück in? l�eld gezogen und bort m ein Bruch gewaricu, di? Frau in einem Graben«m Wege» ES muß noch ein furchtbare? Kamp' zwischen den Mördern u»d d:m Nosraar siaiigeiunden haben. Da? Geld lande« die Mörded ftdoch nicht, da die Frau es im Korsett versteckt datte� Nach dem d e Mörder daS Abepaar ermordet hatten, gingen sie nach d«? Gaitnrrtschait, schnitten dort den: liTräbrigen P« nd«henfall« die Kehle durch, warfen es in den Keller und durchwühlten dann W Wohnung. Die mutmaßlichen Mörder sind �°'} au? Russfta� Polen stammend? Knechte, welche dort'ckon. in Fried enkzeil?« a»k dem Dorfe bischäst gt waren. Sie sind seit dem Tage vcr.chwir.üien. Adolf Hostmenn schwer krank. Wie un« a>:S dem Kulkul- Ministerium mitgeteilt wird, ist Adolr Hoffmann seit einigen Ta- gen'chwer erkrankt an der Rivpenfell- nnd Lungenentzündung S? ist afio damit zu rechnen, daß er in den nächsten Bächen' Mü Tätigkeit im Kultusministerium nicht aufnehmen kann. Ter BolkMuirinerat von Groß-Berli» ersucht um Benüient« ifichung folgender Mitteilung:„In verschiedenen Berliner Tage- blättern wurde«in Bericht über angeblich widern: chtlich vorgenonu mene Verhaftungen von Zivilpersonen durch Kameraden uniecev Diviston gebracht. Im Jntcreff«»r Wahrheit bitten wir u«u Aul- nahm« �folgender Zeilen:„Ein Kamerad unserer VernchmnngS- obtetlung, d. h. unserer Abteilung, die sich» w'e eS in einer tnich tärischcn Organisation unbedingt nötig ist, mit den Ueberiretun- gen und Vergehen innerhalb der Division belchristigt und Scknkkdi- gen vernimm!, um sie dann dem Kourmandauturgcricht zu über- sichren, Ivtüe in einer Angelegenheit in Alt-Meallit zu tun. B<> dieser Gelegenheit wurden dann 4 Zivilisten fcstgcnernuen, welche nicht al? Schleichhändler anzusehzn sind, sondern als Dieb» In ihrem Besitz befanden sich: 2 lebende, 1 gefchlachiete 5 geschlachtete Gänse, v Diamantringe, 10 Uhrketten und 16 Co«- licrS. Unser Kamerad führte diese Leute dem nächsten Polizeirevier vor. Daselbst ging man aber auf die Äng-legenbeit nicht ein, sodaS unser Kamerad eS im Interesse der öffentlichen Ordnung um Kicherkxit für nötig erachtete, diese Lcute vorläufig der Waa� d?S RarstallS zuzuführen. Von dort au» wurden sie am andere«« Tag dem Kommandanturgerickst. Kupfergrab?», Abteilung A'ur Zivilisten, vorgeführt, von dicker Abteilung aber weiter vcrwmse? vorgefundenen>W>W>W�W sich hier um gewerbimähige Einbrecher in Laubenkolonmn." Art eiter-Iv send Rvsenthcl-r«ortzadt. Die Kollegini'.en m'd Kollegen, welche unter der Leitung„K l i m p e l- W a I t e r" der Gruppe Rosentbaler Borstadt lBcz. 19 und 84) tätig waren, werden gebeten, sich bis zum 22. d. Bl bei unterzeichiwte' Kollegen zu melden. Willst Klimpe!, Ehoriner Str. 10 I, S'— Walter, WeinbergSweg 12 II. RrickSbnnv der Krie»»bekck>Shi«ten nnd ehem. K,-e«S»eil' nchmer. Ortsgruppe G,ob-Derlin. Bezirk Südost. Die nächste W" zirksverfammlung findet a;n Dien.tag, den 17. d. M. abend 7 Uhr. im Lokal von Sominerfeld, Pücklerftr. 3S, statt. DortieW erfolgen Neuauftiahmen. Vei ber Rebakil»» eingeganzene Druckschriften: Eduard Aernstrin: Böllerbun» oder Slaaleuhund. E ne Unt<� suchung. Paul Cassirer. Berlin Ivl». 2» S. Prei» 1.50 l1- Marl KantSktz: HobSburg» Glück und Ende. Paul Cassir� Berlin 1018. 81 S. Preis 3 M. Rur über«eine Leiche. Paul Singer sBoüwäri»). v. Werner»au Kautzsch: Ein Günztling de» Kaisers. Verl« Gust. Zieursrn. S6 6. Preis 2,50 M.« W. Kling: Revolutionäre S.cherunr««. Verlag Bund V sozial« Betätigung, Heilbronn a. Ä. 8 S. Preis 20 Pf. Hetnr. Manu: Der Untertan. Kurt Aolss, Leipzig. V2ö* Preis 7,60 M. L bis 7. Tausend. Woadra» Wilson: Di« neue Freiheit. Georg Müller, Müi � «2 E. 1919. vrar» Heyer: Soziale Wohnungsreform im Deutscheu V---' staat.«Verlag Putrkammer& Mülhlbrecht, Berlin. Hermann Wendel, Uüdosieuropäische Fragen. G. Fischer, ISIS. 250 D. Prei» geh. 6 M.. ge». 7.60 VI.... Die Besprechung einzelner Einjendunge« behält sich Redaltion vor.> Verantwortlicher Redakteur: Dr. S. Restriepke, verlin-Wilmered�. Druck der Lindendruckerel und N-clc-zsgesellschaft«. b. Echifshouerdgmm 1H.