Preis 10 Pfennig. ??bent AuSgave� uns 2t*90. -Jtecheit"«rscheini zweimal tSxllch, morgen» und«achwUtag».»» - und Fefliagen»ui morgen,. Der Bezueearri» belragi bei freier Rellung ins H-us für Droß-Bsrlin monotlich S M. Für die Erledi» answäriiger Bestellungen ist vorherige Einsendung der Bezugs» Nflleduhr erforderlich.— Die„Freiheit" ist tm ersten Nachtrag der Post- Bo°i liiiunasliste für lSiV eingetragen und dostet bei direktem Postbezug d» �ne Bestellgebühr monatlich L!Ä, bei Zusendung unter Streisdand< M. VeMtt öWv «tteditio«: Berlw SiWS, Tchtffbnuerdamm»»rv. Fernsprecher: An« Norden II««7 und IIOOM. dosten die siebengespaltene JlrmpareMezeile oder deren Ran« 1° Vi-.�ine Anzeige»" dos fettgedruckte Wort SO Pf., lebe» weiter? S0« Jul'? dreigefpÄtene Reklamezeile 3 N.. Teuerungszuschla» ???;®e' Versammlungsanzeigen von Gewerkschaften und politischen Organisationen fallt der �..... Inserate für den darauf folgenden Tag müssen abend»»et der Expedition, Cchiffbauerdamm nlungsanzeigen von tsewerp» llt der Teuerungszuschlag fort. müssen spStestene bis b Ilh| :damm 18, aufgegeben f«ts> fct AnabWMen SoziMmokralischen parlei SeuWaads U rürit�f' T er W .'S, tag U tn cittbrt' :glt?bcrb»l �crfiisf .Tuch S�j Ti regt B�burstH ihm jM B t;| �eichskongreß öer A.-u.S.-Riile. �auch�fv w 5>r fünfte Tag öer Neraftmaen hei KvnqTesseS der hti W l* lind S.-Rät« begann bei ruhiger Stimmung der Ver- . Ztt Minlung mit Erörterungen über die t�ruFe einer Ein- Pillen,& �ufung der eingeistaatlichen Parlamente. Im Mittel- e mit tl» Bnrfi der VormittagSverhandlimgen stand aber da? Rete- u moKli' Genosse.öilferdtitfl über die s�rage der Soziali- iNung der Wirtschaft gab. ES ließ die großen Gesichts- �K» lenkte klerr hervortreten und legt« zugleich auch beutlich 1.� praktischen Möglichkeiten bar. � Die Anregungen, die -röster U0" rhm ausgingen, werben sicherlich nicht die schlechteste te oit# I�ucht diese« Kongresse« sein. • fünfter Tag. beut ig« Schtußsitzung bei Kongresse» ecoff.ict XtuieK nett Kitteiluii?. daß die Feststellung de» valsSbeatestragten H a a s e ' die Abgrenzung der Zuständigkeit des stiasei der Bolklbeauf» �en und bei Zentralratel in namentlicher Abstimmung vom l�rej mit SVV s«g.en 1S0 Stimmen gutgehetßen s°cden ist. k Ein Antrag der Unabhängi-tei, ferdert zum Zweck dar DeckSmp» lejteller separatistischen Bestrebungen und zur Förderuna de» l�stdeuischen Gedai�en» die Hinaulschiebung aller ijjL* d t« g»wählen und die AiifMntng der bereit» festgesetzten !fj»' etmine. Die Nenelung der kleinstaatlichen Verhältnisse durch C �aiionaloersammluna werde sicher so erfolgen, daß die Sinzel- ''�n fortfallen. W wMn lllnabhänaigert fprick« fDr den Antrag llroßdeut'cbe Republik erklären w-rd. Wozu da die Zersplitte» lj�9 don Kräften, wo wir alle Kräfte für den Wahlkampf gttr , �n«lvers«nnml>vnn brauchen. i(r«r!, h'•tmann-Dresben iMebrhettlsoqiastst) r Der Antrag tst nicht emdet weil in eineelnen?>unde»staaten die Landtagllvablen «r»»�/ stattgefunden haben. Aber darüber h'.nan» hat der An- --'"' ca-A.—- W-Ä«teFti trr» vr»S-rt»�#n Freitag, den Ä0. Dezember 1918 Nnmmer 69 Sie SoziasisieniU der Virlschasi. >?«> Ä Lelll' nattgesunoen vaoen. etver �-»-11»» V.. ./hfoitfi � Bedeutung, daß er nickt im Handittnitreben l** r«aer* kann. S» ist dringend notwendtz, daß auch In den die aetetznebenden Kötper'chasten bald einberufen diiyn,!/°sun e? gibt dort diele Sraftich« Arbeit zu leisten. fZu. ßka�, si.) Der grsßdeut'che tPedanke Ist jetzt im Volke so fest K» daß wir an einen Erfolg der separatistischen vestrebun» �'"?t glauben. �»fr-L«ipzig svnabhängiger): Wenn da» alte bunde»st»at> nicht beseitigt wird, bringen wir die großdetstsche W Aegublik in stte'rtr. Gerade da» alte bundesstaatliche j ik.�or ein Hinderni» für den Fortschritt. sZurnf: Eolange �rqk.." da waren Ii Di« Reaktion hatte ihren festesten Salt > den Bundesstaaten, und diele bundeSstoatlicke Polsiik We»""U Zusammenbruch etbeblich beiaetragen. Wer den poli- '.»t»n.. lvtrt'chaftlichen Aufstiea Deutschland» will, muß mit sich j,*t.rt dunbelffaatltcljfn Sastem brechen. Dieser Gedanke war >tfts ,'derr'chend in der Revolution ven Wir Kutten hinter I Revolution nicht zurückbleiben. ''�dt-�annatier kifcehrbeitttoeialist) t Wenn der Antrag wird, so ist zu befürchten, daß die Bürgerlichen den stn für die Nationalv-rsamnii.mq unter der Parole füh. fte w�den: Erhaltung der E-n-elstaaten. Dadurch wird einmal 2 zersplittert und sodonn treiben wir dadurch Kreise A»»„�ßer der Bürgerlichen, dt«»hue diese Parole nicht köpf- »»isten �?dden werden wären. Lallen wir die Frage der Bunde»- . fntzt lieber au» dem Spiel. 'stti �"'■MtenBntfi. Nerao« der Antrag der Unabhängigen liefert Jjt ni�s�iSmu» Walser auf die Müble. Die Frage ist noch ?e Kfr �oruckreit. Vielleicht ist ei sogar besser, daß wir im Fnter- �-,i.,«�tentw!ck!iina unserer Kultur an gewissen historischen . �rungen festhalten. ''tV-L?1 n 1 rö 8 G. ve r wird darauf gegen ein« kleine •» � � ll e l e b u t. wcht sodann der vierte Punkt der TageSortnrunq: g. Die«ozielisiernn, de» Wirtschasttleben«. ist Hilferding. Er führt au»: E« ist ein Äeiibita®krhältn-S, daß wir zur Macht kommen in einem b'�en» � Deuischla�» verwüstet ist, Dai wirb die So- ungemein erschweren. Trotzdem ist d:e Aufgabe nicht Wift, t n« nimmt nur länger: Zeit m Anspruch. Stuf dem f,6;iitti#. l«0»!rtichaftlichen Produktion und der Export- �>n t?. tonn nächst von einer Berg-seNschaftung keine Redl « t *p . 6S « � - � . y - o'� ol� n f." r ivss.-cie � don einer Beraesellschaftung keine'Rede ■X- wo wich sich attf solche Fälle beschränken � Kartelle«nd Trust» voraeavbeitet ist. Wir * s6« an nicht die Uebergab« der«e. �!daska,i5».5 Arbeiterschaft. Da» würde zu einer, Ivziation sichren können» die in Deutschland längst � ckbgSwIrtschapet hat. Wusse rchem würde dadurch an dem Eharcck- ter der kapitalistischen Gesellschaft nicht» geändert. Schließlich würde sie auch je nach der Rentabilität der Betriebe zu don größten Ungleichheiten innerhalb der Arbeiterschaft führvn. W iche Industriezweige sind nun reif zur Sozialisierungf Zunächst solche, yit Artikel für Massenbedarf herstellen, deren Produktion gleichmässig und deren Absatz gesichert ist. Diesen De. dingungen entsprechen der Kohlenbergbau, der Kalibergbau und zum Teil di« Eltenindustrie. Damit muß man den Ansang machen. Damit kommt die Gesellschaft tn den Besitz der wichtigsten in- dusteiellen Robstvfke. Gerade die Verfügung über Kohle and Eisen hat das Großkapital bei un» so mächtig gemacht. Darauf beruht auch die Macht der Grossbanken. Man wird die einzelnen Industriezweige auf ihre Eignung für die Eozialisterung unter- suchen msissen. Auf manchen Gebteten können wir die ganz» Produktion und den ganzen Absatz übernehmen. Ans anderen Gebieten können kleinere Gemeinwesen, wt« die Bundesstaat«n, die Provinzen oder Kommunen die Träger der Eozialisterung sin. Die Pöckerej kann zum Beispiel ohne weitere» von den Ko.n- nennen übernommen werden. Die Krastzenteale von den Aiinde<> staateu. Ebenso verschieden können die Mittel der Gozialisierung sein. In manchen Fällen empfiehlt«» sich, gewisse Stufen der Produktion zu Lbernebmon. während man die Weiterverarbeitung freiläßt. Fn anderen Fällen kann man durck Handelsmonopole den ffttsatz in die Hand nehmen und die Produktion wie bisher bestehen lassen. Wa» soll nun außer reinftchustriellee, Unternehnwnzen so- «ialifiert werden? In Rußland hat man da» Experiment«it den Banken gemacht, weil man glaubt, damit die Verfügung»- gelvait über die Industrie zu haben. Bei un» aber brauchen wir »tir Wiedermtfrichtung der Industrie den Kredit. Wir werden die Sozialisierung nicht beginnen können beim D a n? w e s« n, sondern bei der Produktion. Für di« Banken wird dann von selbst nur noch d«r Zirkulatton»kr«dit ttfcrßz bleiben. Die P e r- sicherung tetnn ohne weitere» vom Reiche übernommen wer- den. Da» ist wichtig au» sozialpolitischen und wirtschaftlichen Gründen. Ebenso ist e» mit den Htzpothekenbanke«. E» fragt sich nun: Wie sollen wir soztalisierenk Sollen wir konfiszieren oder entschädigen? Et« kennen da» Wort: Die Expropriateure werden«xpra- priiert. Ich bin der lkeberzeugung, daß der Bedank« der einfachen Konfiskation nicht der rich- tige wäre. Dadurch würden eine Menge Ungleich- heiten entstehen. Der mittlere und kleine Besitz fst in sehr zahlreichen Händen zersplittert. Für den Großbetrieb würde fich die Möglichkeit erjeden. den Befitz zu verbeogen. Mam wird da den Prozeß ztneckmäßig teiten. Im ersten Akt wird die Mono- mische Macht von dar Gesellschaft übernommen. Der Kapitalist wird dafür eufchädigt. Die Entschädigung wird natürlich von unserem Standpunkt ander» anzusehen sein, al»«» früher bei der Verstvatlichuna gescheben tst. Da» Machtnerhästni» zwischen Ar- beitersckaft und Kapitalist hat sich vollständig geändert. Di« Pro- tt teste ist gesunken, die Lohnra'« ist gektiogen. Ich stelle mir die Entschädigung lo vor, daß sie in staatlicher Rente erfolgen wird. Die Besitzer bekommen in Stastdrente den Wert ihre» Besitze«. Der zweite Akt wich durch die Steuer- gesetzgebun» eingeleitet. Eine so»ialistische vesttz- besteuerunq wird von ganz«mdeven GestchtSpunkten auS- gehen al» die bürgerliche. Für un« kommt nicht allein da« ktSkalilche Interesse in Btrackt. sondern wir wollen die Vermögenluntertehtede ausgeglichen wissen. Konfiskation oder Entschädigung ist daher keine prinzipielle Frage, sondern nur ein« taktische. E» soll natürlich nicht all und jede» entschädigt werden. Eine Reihe von Rech- ien können ohne weiter«» ohne Entschädigung auf dte Geftllsshast übertragen werden. Ich denke an die vergbauregal«. Attf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Erzeugnng fteben wir ans dem Standpunkt, daß in die bäuerlichon Besitz»' und Bc trieb«»« ehatt- nisse nickt eingegriffen werden soll. Da wptden wir unseren Ein- fluß auf andere Weise erreichen, indem wir durch Öetneibe- Handelsmonopole den Absatz in der Hand behalten und durch Hypothekenbanken den landwirtschaftlichen Kredit beeinflussen. Zur Steigerung der Intensität und Produktivität der bäuerlichen Produktion dienen landwirtschaftlicher Unterricht, billige Düngemistel, Flrderung de» GenossemchaftSwetenS, Zurver- sügungstellung von Maschinen usw. Dagegen müssen wie de» Großgrundbesitz von der Gesellschaft au» übernehmen. Die grossen Latifundien und großen Forsten sind»in ge- eignete« Obieft für die Soziakisierung. Wir besuchen die>«r- fügung über Grund und Boden, weil wir den heimkehrenden Kriegern San« versprochen haben, sowie zur Einrichtung land- wirtschaftlicher Musterbetriebe. Wir können aber wegen der tech- nischen Itetwrte gen feit der Grossbetoiast. diese nicht vallstänbig in Kleinbetriebe a'tflö'en. Wenn wir un» dte Sum?ne dftler Probleme vor Augen halten, so werden Sie mir»ustinimen, daß für die Sozialt- fierttng Zekt notwendig ist. Dftt tzoNtische Rebölution P die verhältnismässig kurz dcitcntbct Akt. Ganz anders ist eS mit de» Ersetzung einer WirtschaitSioum durch die andere. Dazu bedarf G> sehr langer Zeit. Da» ökonomische Proletariat kann auch dkft Zeit gewähren. Die Revolution hat die ökonomische Lage der Aribefterschatzi bedeutend geändert. Sie kann keine Wunder wiriken, oiber der BerteilnngS«naßftak> i st doch sehr verschöbe« warben. Wir haben eine Steigerung der Löhne und den Achtstundentag erzielt. Da hat da» Proletariat auch Zeit zu warten. Der Sozial t-miuS will nrxh mehr al» bloße Lohn» dewegung fein. Da» materielle Denken der Menschheit soll i» den Hwtergrnnd gedrängt werden. Di» Sorg« um da» täglich» Brot muß verschwinden. DaS Tierische, daS un» noch anhaftet. muß durch da» Ideale überwunden werden. Da gilt e« geduldig ft arbeiten, in de« Bserußtsem, daß diese Arhert keine Ar- eit mehr für Fremde ist. Denn keine Arbeit wirb schwerer sein als die Arbeit nach unserem Stege. Wir könne« nur sozialisieren, wenn etwa» dazu da ist. Diese Sazialqtenlnrg muß oh»« Zaubern und ohne Nücksich» auf Privatinteressen durchgeführt werden. Außer- ordentlich wichtig ist dazu aber die Srnigteft der sozialistische» Regierung und di« ist nur zu haben, wenn die Mehrheit de» Volke» in der Ratisnalversammlung hinter un» steht. Wir Hab«» die feste Ueberzmtaiing, diese Majorität zu pewinnaN. Werke» Di« aus die Genossen ein, daß sie nicht ungeduldig werben, daß sie fich dessen bewußt sind:mst»:d»«, llü. Dezember. Offiziell wird mitgeteilt, daß die in Loadon gapslo gmen Verhandlunsen zum Abschluß eine» Wirt- schaftlichen und jinanztellen Abkommen» jwistte« England und tzollaid gelühel hch'ir. I Tas Mlraueu Les Auslaudes. Bon Dr. Richard Erelling. In dem Streit um die Frage, welche Stellung die Ententemächte den Arbeiter- und Soldatenräten gegenüber einnehmen, hat der„Vorwärts" als Eideshelfer für seine Ausfassung den bayerischen Gesandten in Bern, Professor F ö r st e r. in die Schranken gerufen. Kein Wunder, daß die Meinungsäußerung des bekannten Pazifisten, dem die rebolutionäre Arbeiterbewegung mit ihren Methoden und Organisationen seiner ganzen Natur nach fremd und unsym- pathisch sein muß, der vorläusigen improvisierten Vertretung des Proletariats mit allen möglichen Bedenken, mit vielen Wenns und Abers begegnet. Die persönlichen Ansichten des Herrn Förster hierüber würden für die Oeffentlichkeit kein großes Interesse haben, wenn er nicht„auf Grund genauer Vertrautheit mit der internatonalen Lage" die Behauptung ausstellte, daß sein. Ansichten mit denen der Entente identisch seien, daß also auch die Entente die Arbeiter- und Sol- datenräte, die jetzt als zentrales Revolutionsparlament in Berlin versammelt sind, nicht als verhandlnngs- und vev tragsfähige Vertretung des deutschen Volkes auch nur für die Uebergangszeit, anerkenne. Herr Förster empfindet natürlich auch seinerseits das Bedürfnis, in diesem Augen blick, wo eine Nationalversammlung noch nicht existiert, noch eristieren kann, die Lücke in irgendeiner Weise auszufüllen, Der dorror vacui erfaßt auch ihn. Aber wie sucht er die Lücke auszufüllen? Hören wir seine eigenen Worte: »BiZ zum Zusammentritt der Nationalversammlung ist in den Augen der westeuropäischen Demokratie der alte Reichstag die legitime Vertretung des beut- s ch e n V o I k e s, die nur auf dem Wege geordneter Neu- wählen zu beseitigen ist." Gegen diese ebenso gefährliche wie unhaltbare Theorie halte ich mich für verpflichtet, mit aller Entschiedenheit Pro- test einzulegen. Ich glaube, nach vierjährigem Verbaw nungsaufenthalt in der Schweiz mit den Anschauungen und Stimmungen in den gegnerischen Ländern genügend ver- traut zu sein, um mit voller Bestimmtheit die gerade entgegengesetzte Behauptung ausstellen zu können. Ich leugne nicht, daß man vielfach in den Ententeländern den Ä.- und S.-Räten mit Mißtrauen begegnet, was die neuesten Wolff-Berichte aus der Waffenstillstan dskommisfiou — wenn sie auf Wahrheit beruhen— bestätigen würden. Aber dieses Mißtrauen beruht auf dem Irrtum, als wenn die Politik der deutschen Rät? gleichbedeutend mit der der russischen Sowjets, also für Bolschewismus und siegen Nationalversammlung, sei. Dieser Irrtum wird bald durch die Beschlüsse des Rätekongresses aufgeklärt werden und da- mit der Grund dcS Mißtrauens verschwinden. Ganz ander? hingegen steht eS mit dem Mißtrauen gegen den verflossenen Reichstag und gegen alles, was mit dem früheren Regime zusammenhängt. Hier hilft keine Auf. klärung, hier liegt der Grund d.es Mißtrauens in den geschichtlich feststehenden Taten der Vergangenheit, von denen kein Regen die Schuldigen reinwäscht. So stelle ich denn fest: Niemand in den Ententelänhern. weder in den sozia- listischen Parteien, deren Ansichten Herr Förster zu kennen vorgibt, noch gar in den RegiernngSkreisen oder in der bügerlichen Presse, denkt daran, der sogenannten deutschen Volksvertretung von 19l2, dieser„cbnmbre intronvable", diesem Sammelbecken aller möglichen Fehler und Missetaten, dieser Helfershelferin des hohenzollemschen Kriegsver- brechertums, dieser Begünstigerin unverzeihlichen Neutrali. tätsbruchs, unmenschlicher Kriegsführung, schamlosem Volks- betrugeS über den Kriegsnrsprung, heute— nach sochSjähri- ger Lebensdauer, nach der Umwertung aller Werte in Deutschland, nach der erdrückenden, selbstverschuldeten Nieder- läge— noch dos geringste Maß von Existenzberechtigung zuzusprechen. Es ist für einen logisch denkenden Kopf ,m- möglich, den Gedanken an die Fortexistenz des alten Reick»?- tags zu Ende zu denken. Ja, wenn der Reichstag den Rat der Bolksbeaustragten als provisorisch? Regierung bestätigte, dann wäre zwar eine schiefe, den tatsächlichen Machtverhält- nrfs« widersprechende, aber immerhin eine Grundlage für die provisorische Regierimg gegeben. Wenn der Reichstag aber seine Bestätigung versagt, waL dann? Es genügt, die Fr�? auszuwerfen im» die ganze Haltlosigkeit der FehWt- dach- Försterichen Theorie darzutun. Wie aber kommt gerade der bayerische Gesandte dazu, solche Theorie aufzustellen? Beruht nicht das Ministerium deS bayerischen BolkSstaates, beruht nicht die Regierung, von der der bayerische Gesandte seine Befugnisse herleitet, auf den Arbeiter, und Soldatenräten, auf denselben revolutio- nären Mächten, denen Herr Förster für das Reich jede legi- time Existenz absprechen will? Was sagt der Genosse Eisner zu diesen Theorien seines Gesandten? Für die Nationalversammlung heute noch plädieren, heißt Eulen nach Athen tragen. Heber die Notwendigkeit einer solchen ist sich die große Mehrheit der Führer und der Wählermassen sowohl der Mehrheitspartei, als der Unab- hängigen einig. Dazu braucht es keines pathetischen Send- schreiben des Herrn Professor Förster an den Rätekongreß. Die Frage ist nur: Was soll in der Z w i s ch e n z e i t, bis zu dem Zusammentritt der Nationalversammlung, geschehen? Wer soll provisorisch in Deutschland regieren? Wer soll provisorisch die Kontrolle der Regierung ausüben? Und in dieser Beziehung darf man wohl das Verlangen stellen: WaS den Bayern recht ist, muß den Deutschen billig sein. Wenn die A- und S,-Räte. die Vertreter der Volks- schichten, die ohne jede Mitwirkung, ja aegen den Willen der Bourgeoisie die Revolution gemacht haben, nicht einmal für die UebergangSzeit dm Ausdruck des Volkswillens dar- stelle» sollen, aus welche Basis st ü tz t sich dann das Sechsmänner- Kollegium der Bolksbeaustragten? Es schwebt in der Luft»nd läuft jeden Augenblick Gefahr, in den Abgrund zu stürzen. In Wirklichkeit liegt die Ouelle de? Mißtrauens bei den Ententemächten ganz wo anders. Sie liegt gerade darin, daß das neue Regime noch nicht konsequent genug bis in alle Ressorts durchgeführt, daß vielfach nur die Fassade sozialistisch, das Innere deS Gebäudes aber noch ganz im alten Stile gehalten ist. Fast in allen Ministerien, in Preußen und im Reiche, in allen Verwaltungsstellen, in allen Militärkommandos sitzen noch die alten Leute, die zwar gute Miene zum bösen Spiel machen, aber doch nicht ganz verhehlen können, daß sie das Spiel der neuen Zeit eben für ein böseS halten. Selbst in Minister- und Staatssekretär- Posten hat die sozialistische Regierung dürgerlich-liberale Politiker berufen, in andere leitende Posten hat sie sogar uationalliberale und konservative Fachleute, die sie vorge- funden, belassen. Vor allem— was das schlimmste ist und im Auslände auf? übelste vermerkt wird—: das Auswärtige Amt ist noch immer bis zum Rande gefüllt mit all den Grafen, Baronen und sonstigen hochgeborenen Herren, die so glänzend vor und während des Kriege? die Geschäfte des Teutschen Reiches geführt hoben. Ein kleiner Anfang zur AuSräumuna ist zwar gemacht, aber der Besen kehrt zu lang. sam und nicht kräftig gmng. Hier ist der wunde Punkt, an dem unser? Beziehungen und Verhandlungen mit de» Kriegsgegnern kranken. In der inneren Ver- waltung mag man, wenn man durchaus will, hier und da alte Kräfte behalten, die man für teckmisch besonders befähigt hält, auch wenn sie nicht den herrschenden Parteien ange- hären. Im auswärtigen Dienst aber kommt es in erster Linie darauf an. Männer auszuwählen, die das Ver- trauen der Gegenseite genießen, die volitiich in keiner Weise mit dem gestürzten System verkoppelt sind, die dem hohen- zollernschen Eroberungskriege, dieser Geißel des Menschen- geschlechts, von Anfang an die schärfste Opposition entgegen- gesetzt haben. Wie ein Privatmann zu seiner Vertretimg nur wiche Personen zn bestellen pflegt, die das Vertrauen der Gegen- Partei genießen und dadurch die Verhandlungen erleichtert, so muß ein Staat— noch dazu in unserer jainmervoll-macht- losen Situation— vertrauenswürdige Leute zu den Ver- Handlung«» schicken— Leute, die das Vorurteil der Gegc/n- feite wi Erlegen, als wenn die berühmte deutsche Nevolution gar keim? wirkliche Revolutio». sondern nur eine Attrappe wäre, h-inter der man das tatsächliche Bild Deutschlands ver- bergan will..Hein« bat einmal gesagt, unser Sommer sei eigentlich nur ein grün angestrichener Winter. Unsere De- mokratie erscheint vielen maßgebenden Leute» der Entente nur als eine rot angestrichene Autokratie. Unter der phry- gischen MüNe glauben sie noch immer verräterisch die Pickel- Haube hertwrlugen j« sehen. Kann»Nfec fjuea das WÄ- nehmen, wenn si« im auswärtigen Dienst m �em einzigen, der ihnen gegenüber m die Erscheinung tritt— immer noq die alten, wohlbekannten Gesichter, immer nach die Bilda sehen,„die längst sie vergessen geglaubt"? Was würde wobl Bismarck dazu gesagt haben, wenn die französische Republik vom 4. Sevtember 1870 ihm die Kriegsmacher Nopo- leons III., die Ollivier, Erammont. Leboeuf, zu den Fri� dcnsverhandlungen nach Versailles geschickt hätte? Kein Zweifel, er hätte ihnen die Türe gewiesen. Nicht zu verwundern ist, daß die Anhänger und Mit- schuldigen des alten Systems auch diealtenMethoden unentwegt fortführen. Man kann den Herren persönlich nicht einmal einen Borwurf daraus machen:» denn niemand kann aus seiner Haut heraus. Aber sind, wir denn wirklich s o a r m an neuen Leuten, daß wir die alten ausgerechnet in den Posten belassen oder gar sie dahin berufen müssen, wo sie— sicherlich, ohne es zu wollen— am schädlichsten für das neue Deusschland wirken? Haben wir gar kein« unbelasteten, genügend fähigen Leute, die das wertvollste Kapital zu den Verhandlunaen mitbrinaen, das Vertrauen der Gegenseite, das uns reiche Früchte tragen würde? Wer hier, in dieser wichtigsten Frage, statt des sachlickren Nutzens persönliche Rücksichten, kleinliche Gesichtspunkte der Parität zwischen den beiden herrschenden Gruppen oder ähnliche Hemmungen gelten läßt, der versündigt sich schwer am dcut- scheu Volke, das diese Sünde bei den Verhandlungen über den Vorfrieden und den Frieden büßen wird. Das d e ut- sche Volk wird die Rechnung bezahlen müssen, die durch daSFortwirken der alten Personen und der alten Methoden im aus- wältigen Berkehr auflaufen wird..J Videanl coosdIcs! Nock» ist es Zeit, hier radikal einzu- greifen. Aber bald wird es zu ipät fein. Je schneller und ie energischer di� Regierung der deutschen Republik die Verkörperung der neuen'Gedanken in neuen Perionen zum Ausdruck bringen wird, um so mehr wird das Vertrauen des Auslandes zu unserer inneren Umwandlung wacksien. um so leichter wird der Frieden werden, den das Unglück-; liche deutsche Volk infolge der Verbrechen seiner früheren Machthaber über sich ergehen lassen muß. Präsident »thörden aufsichtig Wimms! leiden, d des flach >st die S dergeude Wicklung Rückmarsch der Ostarmee. Serlrn, 20. Dezember. SS. T.©. verbreitet folgende M«l' bung: Renal ist geräumt. An großen Teilen der Ost-rmit dringen in ofienem Holm auf alle Erklärungen und Vertrag« reguläre Sowjettruppen nach und versuchen die B«- Hölter ung zu tervoristeren. In der Ukraine wurden unsere Truppen bot Sarnh, Shito' mir, Berditiobew und Jekaterinozlaw in Kämpfe verwickelt, d4 die Bolschewisten AdtranSporte hinderten. Unsere Truppen Ware» bei ganz geringen eigenen Verlusten überall siegreich. Hei Ebito- mir nähme« wir den Bolichewisten IS Geickütze ab. Die Ssiiw mung unserer Truppen ist gut. Von der Heeresgruppe Mackensen find außer der 11. Armce Teile der 21 S. Division, oer 226. Division, der 7. Landwehrdiv»? sion und der 16. Äandwehrdwision in Deusschland angekommen. Bei Die< istelter durck vsbre gros Gebens vis tv' liewiesen »rbeit we stein den trinken ies Inn? Ändernd Die Jenwin« ®emeiti dreikla «nun d> semeini Wiste Jtoei sonnen lolcher stung c steindei J-rbsckw Berlin ?n den «•erben, Knti Zur Mlieferuug des Essenbahnmateiials. Verlin, 10. Dezember. Die deutsche Regierung hat bekannt' lich im Waffensttllstandsabkommen die Verpflichtung auferlegt tsi kommen, 5000 Lokomotiven und 150000 Eisenbahnwagen den All" irrten abzugeben. Hierzu muß da» notwendige Personal gestew werden. I» dem Verk«hr»personal herrscht vielfach die Anficht»»' bestünde für daS''Äk>e bei der Uebergabe Gefahr für Leben Freiheit. Diese Ansicht ist vollkommen unbegründet. Da» deuifiP Verkchrspersonal kehrt alSbald nach der Uebergabe nach DeutstA land zurück. Um die Uebergabe zu beschleunigen, werden den' Personal folgend- Vergünstigungen«ingeräumt: Die Betreffend�" .-rhalten ein Demobilmachungögeld von 300 M., sofern der eir�'s" Beamte noch nicht im Fell>eis«nkabnt»i«nst tätig war, ferner cin Verpflegungsgeld von täglich 15 M.,«ine Zulage von tagt''' 21 M. für den al» Führer derwendeten Dedimnteten, ein« Zulage von täglich 12 M. für den al».Heizer verwendete» Bedienstete� Deutsche Waffenstillstandskommisfio»- n d'e n <0 1,- 'nmei Bliese ans dem amerUanWen Sezesfionslriea. Von Walt Whitman. Da« neuest« Heft der„Weihen«lau»." irnt- hAt«in« Reih« von Briest» de» amerikanischen Dichter» in der, Uebessehrina von Iwan? da» Herz vor lauter Hingabe und Qual, und vielleicht könnte � da».alle» nicht ertragen, wenn ich nicht draußen ein Gegengeww fände. Sonderbar: bei den furchtbarsten Szenen— 2wdc»fÄ®' Operationen, schlimmsten Wunden, in denen oft die Würn� wimmeln— zucke ich mit keiner Wimper. Trotz außerordentlich� innerer Erregung kann ich ganz ruhig bleiben. Aber dann schieht cS oft, daß mich, viele Stunden später, zu Haus« oder bobf Svaziergang, eine Schwäche befällt;»ch zittere förmlich,»ergege� wältige ich mir da» Erlebte und lasse e» im Geiste auserstehen. �ier Rai > mm Mi et u sin Mitt Eversen, q. Äe lc ?kgenrev �.Setzt "1 drei Ich habe mir folgende Handlungsweise angewöhnt: erst durch- laufe ich alle Säle nur ganz flüchtig und versuche, jedem«in Wort der Ermunterung zu schenken, wenn nichr noch etwa« mehr, und widme dann meine Pfleg« solchen, bei denen fie am meisten not- zurun und am wirksamsten zu sein schentt. Mutter, ich b» wirk- Uch stolz daraus, dir sage» zu könne«, daß ich mir bewußt bin. opf üuiu* KB&fc cm SBrotocnktca W> Lh bit V JTP iPrT f r 1W bw m rri Wa» den armen Jungen« die größte Freude macht, sst Freundschaft oder die Erscheinung eines anziehenden Metsscho*' Einige haben«in glühendes Bedürfnis danach. Aber ach, o" jung find sie und haben so blasse Wangen und so einen traurig� Ausdruck in den Augenl Und wirklich fängt man an sie i lieben, einige immer mehr als die andern. Sie find gequ®* so gut, so männlich, so von LiebeSbedürftii» überschwellend l (Eine alt« gute Freundin WhitmanS und seiner Mutter. lleibers.), Die würden lächeln, wenn Sie mich unter ihnen sähe? Viele sind noch Kinder. All« Förmlichkeiten sind gewöhnlich pf? feite gelassen: sie leiden nur, sind schwach und matt, und viele der Tod schon in den Armen l � Mit manchen ist abgemacht worden, daß ich am Abend fortgehen darf, ohne sie umarmt zu haben, und deren sind�? so viele, daß ich die Rund« machen muß: arme Jungens t 3. Krieg ist der Soldat wenig verwöhnt, aber ich weiß, Abby, m ihrem Herzen wohnt- und immer da sst, obwohl sie es nicht wissen. Di« ganzen Abende verbringe ich im Spital,� auch die ganzen Tage. Ich teile ein wenig Geld au», in gering� Beträgen, wa» ich gerade geben kann und dann eine SReO? anderer Dinge: Eßwaren, Kleidungsstücke, Briefmarken � schreibe eine Unmenge von Briefen), hier und da ein Krücken usw. Ich lese ihnen auch vor. Alle Kranken deS Sa<ü ich die gehe» könaen, bilden bona einen Kreis um mich und(au{&* Stff se M von Z dacht. "ich halt . Mutt zu kö � eigen «n bi N ta1*8 öet Pjmtzig >t?. U "»ch ich M de?, ""«en ***86001 ich fkutl SS |llle»- T ■U �este N bli. Cn! aiJ Jet JS. fc' d«t J » %"b i «ich'J1» -Ä WÄ. »igen, noq Veftelung der Gemeinden! Die Gemeindeverwaltungen, sind viel komplizierter und woül �Ätelter als der Apparat dc-b Reiches und des Staates. Was "chi-j lane durch Gesetze festlegen und diese durch AuS'ührungs- ■xooiy, ikstnnmungm anordnen, nnch die Gemeinde a u s s ü k> r e n. "rie- großen Aufgaben auf allen Gebieten ches öffentlichen Ä�in �bens— es sei nur an die'oziale Fürsorge und vor allem auf die AuSfübrung der vielen Kriegsverordnungen hin- . Mvissen— erfordern in weitestgehendem Maße die Mit- Mit- arbeit weiter Kreise. Dazu ist die Selbstverwaltung der Ge- d � n Winden für ihre Entwicklung so notwendig, wie Essen und enuÄ ttrinken für die Menschen. Die reaktionäre Gesetzgebung mand sieH Iunkerparlaments trat der Entwicklung der Gemeinden hindernd in den Weg. rklich .-chnet iissen, chsten kein« wllste muen Wer chens zritÄ Die Aufsichtsbehörden. Oberpräsidenten, Regierungs- dräfidenten, Polizeiabteilungen, besondere Schulaufsichts- »«Hörden, kurz ein unglaublich umfangreicher Apparat be aufsichtigte, ordnete an, genehmigte und versagte. Äm chsimmsten hatten dabei die großen Stadtverwaltungen zu leiden, da deren Interessen' von der Iunkercligue zugunsten de? flachen Landes zurückgedrängt wurden. Ungeheuer groß >st die Summe der Kräfte, die in diesen fortgesetzten Kämpfen 3V r,f! demeudet wurde. II ob et oll staatliche Eingriffe, die die Eist- '■■ V a** /vi-vv/t t m S n«« 4-. rt*» beut«' Ivicklung der Gemeinden störend hemmten. übel Dazu kommt die Gemeindeverfassnng selber: Die Land- e u l- lAemeindeordnung ist anders geartet als die Städteordnung. h len gemeinsam hatten beide das den Junkern so lieb gewordene Dreiklassenwahlrecht mit allen seinen Schönheiten. Und dann das Grund- und HauSbesitzerprivileginm: in der' Land- lemeinde zwei Drittel Grundbesitzer, in der Stadt die tölfte Hausbesitzer. Magistrat und Stadtverordnete sind wei gleich geordnete Behörden. Tie Stadtverordneten önnen heute nicht einmal Stadträte wählen, ohne daß ein alcher Beschluß einer Bestätigung bedarf. Diese Bestim- l>tung allein ermöglichte es, den Aufsichtsbehörden, die Ge- feinden unglaublich zu schuhriegeln. Die Stadt durfte keine Erbschaft annehmen ohne königliche Genehmigung. In "erlin durfte in der Gegend der Linden und des Schlosses »n den Straßen nicht die geringste Aenderung vorgenommen derben, ohne daß der König seine Genehmigung erteilte. Dann die Verwaltung der Gemeinde unter dem Drei- Msfenwohlrecht. Bank- und Börsenfragen, Haus, und »rundbesitzerinteressen spielten in der Gemeinde die aus- H laggebende Rolle. Da» Allgemeininteresse fand ganz un- ügende Vertretung,.ftlasieninteressen waren auch im hmen der Gemeinde entscheidend und sind e« bis auf den it M' Mutigen Tag, bis zu dieser Stunde. Wohl muß der Apparat der Verwaltung fortgeführt °rrden, wenn das Allgemeininteresse nicht darunter leiden °II, besonders auf dem Gebiete der Volksernährung und «r sozialen Fürsorge. Aber die Gemeindeversassuna schreit °Nnlich nach schleunigster Abhilfe. Sind die Parlamente ir Preußen und das Reich nach Hause gesckückt. so müssen »ich die Dreiklassenparlamente der G e- "einden so schnell wie möglich beseitigt srrden. Damit bii nach Zusammentritt der neuen preußi- gesetzgebenden Versammlung zu warten und diese erst ..ließen zu lassen, scheint unmöglich. Mao auch daß «vb-em der Genielndevenoaltung weniger einfach zu lösen Ui. als dos der Staatsverfassung, so wird man doch m einer «it wie der heutigen auch darübe? bald hinwegkommen. fyr herzhaft angepackt und zugefaßt, dann wird auch für !« Gemeindeverwaltung eine Verfasiung gefunden werden, der neuen Lage der Dinge gerecht wrrd. Selbstverständlich muß im Zusammenhang dornst auch die KreiSordnungen. Landratsämter. Ober- und Regie- �Ngspräsidien, fene Machtpositionen der Iunkerkast«. rück- Mslgs herangegangen werden. Hier gilt es besonders ». den Domänen des Junkertum» aufzu- »Umen. in den Herden der Gegenrevolution. Die.Macht J»er Raubrittergesellschaft, die das Volk Jahrhunderte ge- ?«chlet und ausgesogen hat. muß restlos gebrochen werden. «in Mittel hierzu ist, eS aus seine« Machtvositionen hinaus- werfen, und zwar so schnell wie möglich. lten lUZ' nnzu- r und: k die i zum raiie« ichien. iglück- ihcren • Mel« Hnroni ertrag Shitl? It, wart« T-bit-i Still? Arm" .rMBfJ meifc n All? (teite® >.n >l:uts� deuts� ifendiil ,er«>" nitti'fi ssioo-� da-M" lederi� it ge®« einei" lnte «"Ä cSfS®' Zürm� ntlich� nn gi' x bevl rzeg«� hen. -st«>"' msch-� ch. vi- rurifl** !cquS» !-ö« c. "wi ich � sie*® >d ni� ind-Z " Ä y. » m tat, Z SKe»? n � ' Saal"' mi' » Je länger gezögert wird, desto lebenskräftiger kann die Venrevolution arbeiten. Im Interesse der Sickierung der Revolution liegt die Meunigste Inangriffnahme einer frei« heituchen Gemeindeverfassung. Leschlüffe der österreichische« Aalioval- Versammlung. Die deutsch-österrcichische Aaiionalversaminlung nahm, nach einer Meldung aus Wien,«inen Gesetzentwurf über die Fest- siellung der Verantwortlichkeit und die allfällig« strafrechtliche Verfolgung höherer Aührer und deren Organ« im gegenwärtigen Kriege an., Me Nationalversammlung nahm sodann Desetz« Wer die Kinderarbeit, sowie über die Einführung d«S Achtstundentage« an. Bei der Beratung des Achtstundentage« wie? der GtaatSsekretär für sozial« Fürsorge auf die durch den Kohlenmangol eingetretene katastrophale Arbeitslosigkeit hin. In Wien allein gebe eS 48 000 Arbeitslos«, deren Zahl sich täglich um 1000 vermehre. In Deutsch-Böhmen seien nicht weniger«IS 25 Prozent der gesamten LrbriterbevMerung arbeitslos. Darauf wurde«in Antrag Hillebrand auf(Einsetzung einer UntersuchungSkommisfion gegen den deutfch-rabiSalen Abge- ordneten Hummer angenommen. In dem Antrag wird auf«inen von der Arbeiterzeitung veröfsentlichten Vertrag zwischen dem früheren Ministerpräsidenten Dr. Ritter von Seidier und dem Abgeordnet«« Hummer hingewiesen, auf Grund deGeu Abgeordneter Hummer mit der Einrichtung und Schaffung eine» Bresse- unternehmen» betraut wird gegen einen ihm von der Regierung zu entrichlenden Jahresbezug von 36 000 Kronen, und(bemerkt, Abgeordneter Hummer stehe damit im verdachte, daß«r von der früheren österreichischen Regierung inst einem Dehalte von 9ß 000 Kronen bestochen worden sei. Präsident Seitz schloß die Sitzung mit«ine« Rückblick«u* die bisher von der Nationalversammlung geleistete, fruchtbringende Arbeet und drückt« die Hoffnung au», daß die zu wählende Konsti- tuant« bald zusamuMntreten und daß e» gelingen woude, die Re- publik zu konsolidieren. Die Ukraine lehnt die Hilfe der Entente ab. Kiew, IS. Dezember. Da» Direktorium der ukrainischen Volksrepublik richtete an die Ententemächte eine Note, m der e» darlegt, daß da» ukrainische Volk in seinem Staate selbst Ord- nuug und Ruhe schaffen kann und daß da« Direktorium die vom Hetman erbetene Waffenhilfe der Entente nicht mstfg habe. Den Blättern zufolge besetzte» die Direktorialtruppen Odefs« mit Ausnahme der Hafenzon«, welche von der Entente und von polnischen Legionären besetzt bleibt. Die Direktorial trapp»« ha- ben Tschernigow besetzt. Ein Erlaß de» Direktorium« verspricht jedem Angehörigen de? republikanischen Heere« einen Landanteil. Vorzeitige» Au». scheiden au» dem Heer zieht Verlust der Ansprüche auf Landanteil nach sich Am IV. Dezember zog der Ataman Petljura und da» Direk« torium in Kiew ei», von der Bevölkerung begeistert empfangen. Die lschechWeu Ansprüche. T U. Wien, 80. Dezember. Di« Prager.Bohemia" meldet: Um die Zurücknahm« der Besatz u ng4h Uppen sowie die Areilassung der Verhafteten zu erwirken, halten die Pauvertreter de? beut- schen BöhmerwakdbundeS ein« Abordnung an die Prager Regierung geschickt. Di« Woednung wurde vom Mmister- präfidenten Dr. Kramarcz empfangen. Der Rationalrat teilt nun mit. welch?» Standpunkt Kramarez dabei vertrete» hat: Di« tschecho-slowakische RepnbltZ kann tunerhalb der Grenzen de» ehemaligen Königreiche» Böhmen kein Ge- biet al» strittig aneMnne», zumal nach den vo» der Re- publik mit der Entente geschlossenen Verträgen da» ganze Land dem tschecho-slowakische» Staat« zuerkannt worden ist, der, um bestehen zu könneu, der deutsch«« Gebiete»nbetüngt bedarf. In der Beamtenfrag« kann keine Konzession gemacht werden Da» SclbstbestimmungS recht bezeichnete der MnisterpeAident al» eine Art idealen Zuknnft�edanken», der auf MHmen keine Auwendung finden werde. Die Friedenskonferenz werde höchsten» über den Schutz der Minderheiten verhandeln.— E» wird sehr interessant sein, zu erfahren, wie sich Präsident Wilson zu dieser Auffassung stellen wird, die ihm höchsten» den Ran««ine» U-iopiston zuerkennen will. Vsn den Wechischen Imperialisten. Au» Prag wird uns unter dem 17. Dezember geschrieben: Die tschecho-slowakische Legion, die bisher in Italien stand, befindet sich zwar, wie schon gemeldet wurde, auf dem Wege nach Tschecho-Slowakien, um die dortigen„Eroberungstruppen" gegen Deutsch-Böhmen zu verstärken; aber die tschecho-slotvakischcn Le. gionen in Rußland will die tschechische Regierung nicht allzu- bald zurückberufen. Da» wirst ein bezeichnendes Licht auf diese Regierung, die durchaus«ine bürgerliche Regierung ist und in der den Sozialiften nur die nichtpolitischen Ressorts überlassen wurden, so daß die tschechischen Sozialdemokraten tatsächlichvoll st ändigimSchlepPtauderBürger. lichen sind und deren imperialistische Politik unbedingt mitmachen. Die wenigen nicht imperialistisch Gesonnenen, denen e» auch vom nationalen Standpunkte aus als ein Unglück erschiene, wenn in der tschecho-slowakischen Republik 45 Prozent Anderssprachige, hauptsächlich Deutsche, wohnen wür- den(die gegen ihren Willen in den neuen Staat hineingrzwäng: worden wären), stehen vollständig abseits. ES entsprickt der Srundaufsassung der jetzigen tschechischen Regierung, daß sie auch in Rußland mit ihren Legionen den Kamps zugunsten des West- lichen Imperialismus führen will. Das deckt sich mit ihrer Poliii- schen Rechnung, die daraus hinausläuft, die Zukunft ihres Staate? auf der Gunst eben diese» Imperialismus aufzubauen. Die tschechischen RegierungSkreisc zählen nämlich darauf, daß ihnen vo» der Entente nicht nur Deutsch-Döhmcn, sondern auch Glotz, die Obere Lausitz und Teil« von Preußisch-Schlcsien zugesprochen werden, auch hofft man in diesen Kreisen bestimmt, im Osten über da« bisher ungarische Gebiet hinweg unmittelbar an die Ukraine anzugrenzen. Die tschechische Regierung ist sehr fiegcs- gewiß und beständig durch Radio sowie durch Kurier« mit der Entente, beso»der« mit Frankreich, in Verbindung. Politische Mchrichien. Präsident Wilson wird, wie au» Paris gemeidet wird, am nächsten Montag mit dem König von Italien in R o m eintreffen. Die der frunzbfischen Kammer vorgrlegte« vorlänfigen Kredit» für da» erste Vierteljahr lOlg, zur Deckung der außer- ordentlichen mikitärischen un» zivilen Ausgaben betragen in»» gesamt 10 580 640000 Franc», davon 825 242000 Franc» für Kriegszwecke, 084 550 240 Francs für den industriellen Wiederc aufbau, 508 075 000 Franc» für die Marine, 032 W8 800 Francs für Handel uud AU 058 500 Franc» für die befreiten Gebiete. Nm dem Hungerelend in Wien Enthalt zu tun, erklärte sich der Schwerzer Nationakrat bereit, eine größere Hilfsastion in« Werl zu fetzen. Es soll in der Hauptsache kondensierte Milch gelte» kert werden. Bei der Knappheit an Lebensmitteln, die auch in der Schweiz herrscht, kann sich Äe Hilfeleistung natürlich auf das Notwendigste beschränken. Nur Amerika kann in Verbindung mit der Entente da» ErnährungSproklem in Deutfch-Oesterreich cnd- gültig listen. Tie größte Weizenernte in der Geschichte des Lande? steht nach einer Meldung au? Washington den Vereinigten Staaten be» vor. Nach einer Schätzung des Ackerbauamtes erwartet man 765 Millionen Bushel». Mhauödwg deutscher Stras�tener. Man hat währenh der ganzen Daiier de» Krieg«» nur übe« schlechte Behandlung deutscher Gefangener durch Franzosen und Engländer gehört. Wie«» deutschen Strafgefange» nen unter der Diktatur deutscher Offizier« erging, hat die Oeffentlichkeit nie erfahren. In der Zensur hatte die Re- gierung da» Mittel, jede Aufklärung, jeden Protest unmöglich zu machen, und die Soldaten selbst waren ja von jeher mehr unterdrückt al» irgendein« andere Klasse. Schweigend Unrecht zu leiden, war ihnen anerzogen. So ist e» erst heute möglich, über Zustände zu berichten, die in der Festung Ossowicz unter dem Kommandanten Major Behrmann herrschten. Die Dar» siellung wurde duoch einen Soldaten gegeben, der wegen Urlaubs» überschreitrntg um acht Tage, nachdem er an die Front zurück- ge»ehrt, im März 1813 verwundet wurde, dadurch in» Lazarett und zum Ersatz- Bataillon kam, verurteilt worden ist und drei Monate(August bi» Oktober 1818) dort zubrachte. Di« Strafgefangenen waren in den unterirdischen «. Jetzt ist wieder ein neuer Schub Verwundeter«ingetroffeu. 1 rühren sonst unter Seinen llii drei Tagen strömen sie herbei: Kranke und Verwundet«, zulieb, die Speise» an. Da.. 'sit logge Amdulanzenzüge mit Kranken und gestern ein« groß«>»« mir. Heute zum Beifpiel von Schwerverletzten mit roten und schwarzen Wunden. M dachte, ich sei schon abgehörter und an da« Schauspiel ge- >t. Aber beim Anblick von«inigen könnt« ich doch kaum»n H halten. . Mutter, gestern war mir da» Glück beschieden, viel Gule» kn Zu können. Ich haste einen Vorrat an Eßwaren eingekauft. � eigentlich für einen anderen Ort bestimmt war. Aber ich si« gerade da unter der Hand und konnte sie urwerzüglich n die neuen Ankömmlinge verteilen: sie waren schwach»nv Vi�«», Seinem anderen Menschen st-st sehr erschütternd, glaub« «» mir. Heute zum Beifpiel e>. ich so eine« Fall: einem, Wunden.! der ein Hal»leid«n hat und sehr ij. �»„ter ist, habe ich««• ganze» Mittagessen eingegeben. Seine Kameraden»inglnm sahen ganz verblüfft z«, und nachher erzählte mir einer, daß der Kranke seit drei Monaten nicht soviel auf einmal zu sich genommen hatte. Mutter, ich will für«inen Augenblick viel Mut habe»; schreibe mir alle« Neue von zu Haus«. und zermürbt, P?*» verhungert, durch die lange, mühevolle Fahrt putzig und zerfetzt, aschfahl und mit Blut beschmiert. Der � accai wurde verteilt und ich gab auch Sanitätern, die ich gut s"nie. und die ihre Schutzbefohlenen gut versorgten. Außerdem ich in der Nähe ein« groß« Ration Austerusupp«.. die ich /ll der Stelle kauft«. Mutter, gerade wenn die Leute so an- �Nen, ist ihr Anblick am traurigsten, glaube ich. Ich muß i"h erinaunen und mein Herz halten, denn e» sind alles so �gewordene junge Menschen, meistens Kavalleristen. » k, Mutter, wenn der eine oder andere meiner kleinen Soldaten tz/ aufsuchen sollte(denn oft verlangen sie ineine Adresse in t.siW.'h,>>. behandle sie, wie c» so deine Art ist. ohne Förmlich- lonh1- cnn zufällig ein Stückchen übrig hast�oder�du ihnen be % Mutter, da» war eine schreckliche Nacht, letzten Fveitag— schwarz, von wikde» Wind gefchüttelt, Sturzregen— und da war einer(o nur«in Beispiel für sechshundert andere hier!): furchtbar jung, ganz klein noch. Er stöhnt« ein wenig, al» die Träger ihn zum Tor de«. Spital» hinanstrugen, und al» sie die Bahr« zur Grd« niederließen, um nach ihm zu sehen, war er tot. Man trug ihn in den Saal zurück, der Arzt kam sofort: e» war nicht» mehr zu machen. Was da» grimmigste ist: er war vollständig unbekannt, kein« Angabe auf seinen Kleidungsstücken, kein Mensch, der etwa» über ihn aussagen konnte, und nun bleibt er ewig unbekannt. Wahr- scheinlich werden seine Angehörigen nie erfahren, wa» mit ihm geschehen ist. Er schien kaum 18 Jahre alt. In letzter Zeit habe ich da» Gefi'ihl, al» müßbe ich etwa» Ruhe haben. E» gcht mir gut, ich fühle mich wohl, meine G». sundheit war überhaupt nie so befriedigend, aber ich habe die h«inen Bissen vorsetzen willst, tue e» ohne Rücksicht I Und: fl�nze Zeit fa fchwur�Ü» 11 > ich heimkomme, will ich dir-in paar Briefe von ihren- chl'°«'er«trd e« mct*» Kranken, unbd,� Wnnt ihn«, gu l.r"n Schwestern und Vätern zeigen, du wirst wehr ol». tun haben, werde«-miner härter und t«llnochm»ias«r. Mutter. 0hnt fei,.nenn ich mir d«« Leib«, der Soldaden vevgegemvärAge»pch sehe, •U Gestern brachte man mehrere Hundert von neuen Kranken.!«'« alle Welt st e nur«ru,mttzt. was für Mmnpitz und Gaunerei � blieb h«ut« den ganzen Tag bei chneu, und da» genügt, einen ihn«, geirteben wird in jeder Hinficht— W» z« i«TKt � � � � �.»• t-.____ 1 Jft/tnmnp Hi\««tirrftirr 1�*1 n t Hör Kwtt m ___ 5r,., fittd viel« nur mehr Kanaille von einom Sanitäter, der den Körper ein«» sterbeuden stimmen. � h'•*»»vi' scblimmer als Dc� Soldaten absucht, im ihm sein Gell» zu stehlen, öder»in fach hn,. n ns««s»»n °sdentlich stoiz zu sehen, wie oft-------•- ff*" zu bringen, wo e» kein anderer fertig bringt. Manche Schwer-Artill�ieregiment diese» Staate» Tödlich« Anterleibs-j verwunidvng. Wi« ich so neben ihm saß, dachte ich mir. welcher Trost es trotz alledem für seine Eltern wäre, wenn sie sehen könnten, wie van ig«r leidet. Er lag ruhig ausgestreckt im Halb- schlack, bie Augen geschlossen. Da e« sehr heiß war, fächelte ich iinmerzu über ihn hinweg und wischte den Tchiveiß von seinem Gesicht. Schließlich öffnete er große Angen und blickte fragend ihm sich. Ich sprach ihn an:«Was ist, mein Lieber? Willst du etwa»?'„O nein," erwiderte er ruhig mit gütigem Lächeln,«ich wollte nur sehen, wer neben mir fitzt." Er hatte ein ganz klein wenig Delirium, und war doch so ruhig, am Rande des Todes. Er sah auk wie ein richtiger JunAe vom Land mit schlichte» Manieren, er war hübsch- Z«ueifel«ohne ist er diese Rächt ge- swrbe«. » Mutter, wenn der Feldgug nicht so fortdauerte, würde iä wicht mehr hier bleiben. Denn ich'beginne jetzt ein wenig di« Wirkung von alledem zu spüren. So viel schwere Verletzungen, Wundfieber, arge Wunden, bei denen ich mich etwas ku lange aufgehalten Habel Doch wie die Dinge stehen, bleibe ich hier, bis ein« Entscheidung fällt. Ich kann jetzt unmöglich aufhören, zu verschiede.«n Krankon zu gehen, und diese Gänge bringen vvich zu qndern, und st» geht e» weiter. Ich konrnte eben von Oscar Simniwgham(au» Ohio), todkranker, hoffnungsloser Fall, zum Heulen! Wenn mun ihn ansieht, mich da» härteste Herz müßte zerfließen: er siecht au» wie ein Skelett und 50 Jahre alt. Weiß» du noch, wai ich dir schrieb, als man ihn vor einem Jahr her- brachte? Ich nannte ihn da» schönste Exemplar aus dem Westen wahre Riesengestalt, und immer ein Lächein um die Lippen. Oh, welch« Verändevungl Seit langer Zeit verträgt er keines Menschen Nähe mehr außer mir; er ist einfach hingeschmolzen. Mutter, über den ich dir schrieb, ist gestoübem Weißt d» der vor einer Woche, letzten Sonntag, mir schwerer Verletzung an der Brust, eingeliefert wurde! Durchschnittlich stirbt hier im Hauptifpital von Armorh-Eguare einer in der Stunde.' Mutter, heute morgen sehe ich alle» sehr düster, da zire, junge Leute, die ich gut lannte, gestorben sind. Der eine gestern abend. Per aicher« von einer halben Stund«,«he ich kam. Wede von dem einen noch von dem«mdern hatte ich e» erwartet. Furcht. bat, furchtbar, beide noch ganz jung! Da sehe ich, daß ich schon wieber nur einen Brief über die dunkle Welt geschrieben habe. Ich fühle mich nicht so Wehl wie sonst. Heute Abend Nugb l attv erbreitnug! kas«matl«n dn Festung unterpevrscht, ie 40 bi» SO Marrn fct einem Raum. Bei täglich neunstündiger Nebeitezsit(Ttragen» kau, HvlzlranSport). m der»ft Märsche ht pi 50 ftilometer zurückgelegt werden muhten, war Ve Berpflemüig derart schlecht. bah gewöhnlich KO Prozent iw Unterernährung krank lagen. Di« Zahl der Todesfälle konnte allerding» n»cht feftaeftelkt wer- Ken. da die Leute, wenn sie weit genug herunter waren, schleu- »igst abtran»portt»rt wurden. Reben Arbeit und Hunger diente Ererzieren»l» Erziehungsmittel, da» fand»an 7 bis S Uhr statt, während um fiM Uhr geweckt wurde. Bei der Arbeit dar jede Unterhaltung strengsten» verboten. Da« Aufsicht»- personal, Gemeine, EI c freue und Unteroffiziere— erster« wurden befehl»gemah in der Anrede um einen Grad erhöht— brachte jede Verfehlung unnachstchtlich zur P r düng. Auf- heben eine» verbotenen Gegenstände», z. B. einer Zigaretite oder Besitz solcher, wurde mit sieben Tagen Dunkelarrest bestraft. Hier gab e» nur alle vier Tage warme» Sffen, sonst Waffer und Brot. Austrete» während der Arbeitszeit wurde nicht ober gu spät erlaubt, obwohl viele Leitete an Darmkrankheiten Hilten. Diese kleinen Schikanen de» Ausstcht»versonal» erhielten eine besondere Rote durch da» Verhalten de» Kommandanten selbst. Wr jeden Sonntag war Avpell besohlen, zu dem die Gefangenen in tadello» sauberem Anzug anzutreten hatten. Er liebte e», die Beute als Zahnenflüchtige. Schweinekerl», Banditen anzureden, ■die«an nur durch Hunger N einkriegen könne". Zur Erhstung Po« Arbeit»dienst der Woche wurden die Mannschaften im Hos herumgeführt, und zwar in Gruppenkolonne, also im Gleichschrnt und oft in eine« Temvo, dah die«»eisten gern nach einer viertel- ßtztnde von dieser.Erholung« Übung" weggetreten wären. Dt« htzgientschen Verhältnisse sprachen den selbstverständlich- ßen Forderungen Hähn. Für die Verrichtung der Bedürfnisse waren offene Kübel ausgestellt, die im Scklak-»der Aufcnthaltsraum standen und nur morgen» entleert werden konnten. Dah Unge- zieser« Waffen auftrat,«r übrig« sich zu betonen. Hunger»er cm- whte manchen«um Fluchtversuch. In einem kurzen Zettraum find dabei sieben Wann erschossen worden. Der Kvmman- baut soll nach de« Munstcrlager versetzt worden sein, vielleicht tnteresfiert fich eine mahgebend« Stelle für die Rochprüfung sol- Ger Vorkommnisse. Gerade die Offiziere, die fich zum grohen Teil (pt den Henker»knechten de» alten Svitem» machen liehen, haben stlbervaschend schnell umgelernt und trieken von Wenfchtichkeii und Mnneradschaft. Zetzt find sie Demakrtuen. Denn es gilt für sie, die Tt e l l u ng zu halten! Aber lvtr wollen keine Halb- heiten und Kompnannsse! Wer sich früher unwürdig gezeigt hat, «nutz heute unter allen llouständen au» der Armee berau», mch gwar schleunigst. Unter ihnen sitzen Leute, die noch nicht begriffen haben, dah e» mit ihrer He-elchaft vorbei ist, und die noch auf den Tag warb», da sto dar»eakti» wieder«ruf die Beine helfen Vinnen. I Gewerkschaftliches. i Viegreicher Kellnerstreik. Die Kellner de» Konzerthaufe» zum Hofsäger. Köntggrätzer Strahe, waren wegen Lohnforderungen durch die Gewerkschaft, dem Verband der Gastwirtstgehilfen, an den Unternehmer, Herrn Böhm, herangetreten, und zwar der- iangwn ste« ne feste Bezahlung von mindesten» vv Mari wöchent- «Ich. Adschafhin« aller N«ben«gaben und keine Mahregelungen. Di« Verchanolungen scheiterten an dem Widerstand de» Herrn Böhm, der erklärt«, diese» nicht bewilligen zu können, da er sonst bankerott«zing«. Daraufhin legten sämtlich« Kellner toäljrend der Geschäftszeit um klö Uhr die Arbeit nieder. Unter den anwesenden Gästen erhoben sich einige und erklärten diese Forderungen für yerechffertiat. Unter diesem Druck schwenkte Herr Böhm mit einem Mal plötzlich um und bewilligte alle Forderungen oihne jede Widerrede. Diese» ist die erste Antwort auf da» Hohnlachen der Gastwirtvversammlung im Zirku« Busch am vergangenen Freitaz, über die aufgestellten Forderungen der GastwirtVgehilfen. Einkkawure. Bin« stark besuchte Versammlung der Stukka- teure Groh-Berlin» nahm im Gewerkschaft» Haus« am 18. Dezember den Bericht über da» Ergebni» der in der vorigen Bersamm- tung beschlossenen Besprechung m>t den Arbeitgebern über ver- kürzun« der Arbeitzeit auf 4— 5 Äunden täglich entgegen, ver- anlassung und Ziel dieser Forderung war, trotz der augenblick- (ich«ringen Arbe,t»gelegenh«it eine möglichst grohe Zabl der «ru» dem Felde zurückkehrenden.Kolleaen zu beschäftigen. Leider war e» der Kommission nicht möglich gewesen, die Arbeitgeber zu irgendwelchen Zugeständnissen bezüglich einer geringen feit- schädigung de» entstehenden Lohnausfall» zu veranlassen, und von einer Verkürzung der Arbeit»zeit unter 6 Stunden glaubten die Herren die Rentabilität ihrer Betriebe erschüttert. Nach ein- gehender Diskustion wurde folgende Resolution«instimmig an- genommen:.Di« beute im Bewerkschas!»bch« nachstehende Forderungen enthielt! Äfitstündiger Arbeitttag für alle im Betrieb Beschäftigten, Tin» ftellung von organisiertem Personal; Anerkennung de» Parität'.- che» Arbeitsnachweise»; Getvährung eine» ganzen Ruhetage» in d«r Woche; Neuregelung der Löbne den Zci'ver.chltnisien cntspre- chend: Abichaffung de» Kost- und L»z:Koesen» jottne Zahlung einer»röhereis etiMrwligen Teuerunsszulage Der Referent wie auch oie stestussienSredner legten dar, dah die Lohn-, Arbeit»- und ianitSrcn Perbältniss« im Betrieb Lsbrer- vereinkhau» miserabel l»i««. Di« Verpflegung liehe mei«u wün- scheu übrig: trotzdem da« Personal t amtlich« stebensm ittelkamen abgäbe, bekomme e» Butter und Zucker fast gar nicht zu sehen. Die für die Angestell:«» vorhandenen.Wohnungen wurden ai» menschenunwürdig bezeichnet. Nach längerer Di»?iisfil>n wurde der verband der Ga>twtrt»ge�ilsen«nstimung beauftragt, sofort mit dem Jnh. Herrn Sieger in Verhandlungen über die aufgestellt«« Forderungen einzutreten. �ur Aufhellung des Blutbades iu der Thausieestraße. In Nr. 179 des Reichsgesetzblattes ist die folgende Ver- ordnung veröffentlicht: „Der Rat der VolkSbeaustragien beauftragt hiermit 1. den Rechtianwolt Dr. Hugo H-inemann, 2. den Rechtsanwalt Dr. Siegfried Weinberg. 8. den Walter Bergmann behufs Vorbrreitung eines eventuellen ordentlichen ge- richtlichen Verfahren» die Vorgänge am vergangenen Freitag und die damit zusammenhängenden Vorgänge zu untersuchen. Den drei genannten Personen werden hiermit Voll- machten sowohl hinsichtlich von Zivil- ai? auch Militär- Personen verliehen, die nach der ReichS-Strafprozeh- ordnung der Untersuchungsrichter hat. Soweit die Strafprozeßordnung eine Mitwirkung der Staats- anwaltschaft vorsieht, wird vorliegend davon Abstand genommen. Vielmehr haben die drei genannten.Herren wsoweit selbst zu entscheiden. Berlin, den 10. Dezember 1918. Der Rat der volksbeauftragten. vbert. Haast." Wir empfehlen den Genoffen, die zur Ermittlung d-: Hintermänner der gegenrevolutisnären putsche irgendwelche sachdienlichen Mitteilungen machen können, dieselben der Untersuchnngskommiffion, die ihren Sitz im Herrendaus. Zimmer 8, bat. oder einem der in der Verordnung genannten Genossen schnellstens zukommen zu lassen. Die Berliner Aerzteschaft gege« die Hungerblockade. Am Mittwoch abend fanden sich i« Grohen Saal ö?» Latigen. beck-virchow-Hause» auf Sinladuna der Vereinig!«» ärztlichen Gesellschaft Berlin», der Berliner medizinischen Gesellschaft zahlreich« Mitalieder der Berliner Aerzteschaft zusammen, um gegen die Fartdauer der Hunperbleckade zu protestieren. Mit«indringlichen, von wuchtigem Zahlenmaterial unterstützten Worten wie» zunächst Prof. Rn-'ner, Direktor de» Phtisiologischen Institut», auf die ver. hängni«»�lle Blockadewirkung hin. Er wurde in seinen Au»- führungen von Prof. Krau» auf da» kräftigste unterstützt. Ge- heimrat Czernh schloh sich mit Erläuterungen auf anderen Ge- bieten an. � Ihm folgt« Geheimrat Hantel als Vertreter de» Mi» nister» de» Innern. Zum Schluß sprachen noch Stadtmedizinalrat Prof. Dr. Weber und Prof. Dr. A. Kuttner vom Rudoff-Virchow- Krankenhaus und der Präsident de» ReichZernäbrungsamt» Wurm. U. a. wurde von de» Rednern auf den Rückgang der Geburten und die Zunahme der Sterblichkeit, der Erkrankungen an Tuberkulose, Skrophulofe, Grippe, Lungenkrankheiten usw. hingewiesen. Die Opfer der Unterernährung seien weiter ge- stiegen. Mft beredten Worten wurde von allen Rednern auf die S»nehmende Notlage hingewiesen und betont, dah man e» dem eutschen Pol?« nicht verübeln und verdenken könne, wenn e» an- gesicht» solcher brutalen Blockade zur Bekämpfung derselben zu allen möglichen Mittel» seine Zuflucht nehmen muhte. Die ver- doppelung der Tuberkulosefälle sei ein« Folge der Blockade, die sich noch lange geltend machen werde. Säugling«, Wöchnerinnen, Greise, Kinder und Frauen hätten flammend« Anklagen gegen die Blockade erhoben. Unser« Vorräte gehen bald zu Ende. Der Osten liefert nich!» mehr. Statt 20 Millionen Schweine im Jahre 1014 mit höherem Gewicht haben wir nur noch 8 Millionen Stück mit geringerem Gewicht. Die Zahl der Rinder, Kälber usw. ist ebenfall» zurückgegangen. Die Kartoffelernte zeigt ein Defizit und viel geringwertige Ware. Der Mangel an Zucker, Fetten »sw. verschärft die Notlage. Dazu gesellt sich die Kohlennot, die Tran»portschwierigkeiten. Die Befürchtungen wegen der Hunger»- not und da» Massensterben find nicht unbegründet. Die Ar- bester, Bauern und Städter seien bedroht. Die Berliner Be- völkerung würde auch in Zukunft am schärfsten leiden. Erhält Berlin nicht bald Fette und ander« Leben»mi!tel vom Au»Iante, sei die Hunaerlnof nicht mehr absuwenben und dann konnten Fo!r>«n entstehen, deren Folgen nicht abzusehen seien. Die städt. Krankenanstalten ständen ichcn heute sowohl Hinsicht- lick der Menge, a!» auf der Güte aller Lebensmittel den gröhten Schwierigkeiten gegenüber. Au» Kronkenbeilanstalten würden Hungeranstalten. Die Aerzte könnten unrnögliib die Veraut» Wartung'nr>«n. Sie erachteten ei für ihre Pflicht, ernst! ch zu mahnen. Schon zeigte e» sich, dah auch d!« Gesundhetttverbält nisse aus dem stachen Latrde sich zu verschlechtern beginnen, weil e»«n Fetten, Milch usw. fchle. Die Kopsarbeiter haben bi»her mehr als die Handarbeiter gelitten und werden auch n der Zukunft erheblich leiden müssen. Präsident Wurm be'onte, txih wir un» au» eigener Kraft vor dem Absturz in den Abgrund nicht schützen könnten, mir da» Ausland könne un« noch retten. Di« grohen Vorrä'e der Armeen seien verloren Die Transpor:« seien'im Inlandlt gevlündert und verr'udet. Die Koblen- und Transport- kr fe verschlimmern die Sachlage bedeutend. Di« Zucker- und Stickstoffindustri« sei schon leidend. Die Kar'offeln seien nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Sollte der Mabnruf an die Menschlichkeit der Feinde, der Neutralen und Staats- männer versagen, dann könne vtelleicht der Inhalt der Geld- schränk« viele zu Hilfeleistungen veranlassen. Leider sei im Siege»taumel geritme Hoffnung vorhanden, den Weg zum Herzen und zum verstand zu finden. Die Ansprüche an den Kredit würden ungeheuer wachsen. Allem für Lebensmittel genügten kaum ein halbe» Dutzend Milliarden. Die Aerzteschaft wurde sich ein ganz besonder» grohe» Verdienst erwerben, wenn sie einen dringenden Mahnruf an die ganze Welt und alle Völker richten würde, in erster Linie an die gesamten Kollenen, dem deuffchen Volk n dieser Rot zu helfen, damit e» nicht untergehe und seinen Platz im Rate der Völler behalt«. Tin« in dietem Sinne votgeschlagene TnisichZ-ehuna Wierde«instimmig angenommen. Mas verlange keine Gnade, stniern Prlftanfe und eine gerechte 7e« Handlung i»«iw grohen Rattage. Dir Schglerbeweglmg. Die Bewegung der freieren Elemente unter den Schülern iß kaum zum Leben erwacht, da sind auch schon die Gegner auf de» Plan. Man kann der Schulreakt'vn wirklich nicht nachsagen, dai sie schläft. Sie lasse« ein vom»Deutschen Schülerbund, König- städtische» Gvmnafium" unterzeichnete» Flugblatt derbreiten, st> dem sie die Schüler und Schülerinnen vor dem»ätzenden Gift det Internationale' warnen. Da» ist nun so ziemlich das Ungeschick- teste, was der Schülrrbund tun kann. Wünscht er, dah die deut« sche Schule den Blick der Zögling« in die nationellen Grenze» banne? Ist internationales Denken nicht gleich zu setzen mit dett Streben in geistige Formen und sollte«s nicht Ausgab« der Schule, der höheren Schule sein, de« Zöglinz weit« geistige Perspest tiven zn erschliehenk Aber die jung«, freie Echülerbewegung deren Aufruf wir gestern bringen konnten, ist ja in erster Linie eine nationale Bewegung im vollsten Sinne des Worte», denn sie will die geistig« Befreiung der deutschen Jugend. »Schüler seid auf der HutI" rufe» die Flugblattmacher det Jugend zu. In der Tat: Die Jugend muh auf de? Hut sein, wen» di« dunklen, stockigen Geister der alten Schul« di« jung« vewezuns nicht im Keime ersticken solle». Die Urlauber nah Deserteure treffe« fich zur TeLnahnK an der Beerdigung am Sonnabend um 9H Uhr an der Lenne- strahe. Ecke Bufeapester Strahe, Röhe Potsdamer Platz. Dl««nstellani ch»« Gehatt»«brede. Der Berliner Dastw'st Gottfried Q. hatte einen Kellner P. eingestellt, ohne dah über di» Entlohnung etwa» besprochen worden war. P. erhielt dann wählend setner Tätigkeit voll« Verpsleguna und kam in den Genuh der Trinkgelder. Al» später zwischen ihm und dem Gastwirt Differenzen entstanden, erhob er beim Berliner Gewerbegeri» Klage auf Zahlung eine» Lohne» von 2 Mark für den T«g. St gibt dabei zu, dah über Lohn nicht» vereinbart worden war, ver- tritt aber den Standpunkt, dah eine Lohnzahlung selbstverständlich sei. Mangel» fester Abrede tonne er da» verlangen, was angt- messen sei. Den Betrag von 2 Mark für den Tag werde da» fi»«- richi wohl sicher nicht al» unangemessen ansehen. Da» Gewerbe« per cht vermochte den Standpunkt de» Kellner» nicht zu teile». Wenn P. ein feste» Gehalt beanspruchte, dann hätte er e« bei den Anstellui' �Verhandlungen lag«,, müsse», da im GasiwirtSgewerl« Anstellung ohne festen Varloh» durch«»» nicht zu den Gelttuheite« gehöre. Besonder» komm« dabei in Betracht, dah P. beim Beklagten volle Verpflegung erhalten hatte. Seine Lohn forde run» sei aus diesen Grunde» abzuweisen. Na»alti»keit de« Keanrhelttvermerk» im Zengni». Da».flau*- manntgericht Tharlottenbura hatte die Frage zu entscheiden, d» da» häuf gere Fehlen«ine» Gehilfen wegen KranKheit im Zeugnis vermerkt werden darf. Ein Nährmitteffabrikant schrieb seiner Buchhalterin nach deren sechsjähriger Tätigkeit ins Zeivmi», da« ihre Tätigkeit durch häufig«, zum Teil längere Krankheiten unter- brachen wurde. Der Arbeitgeber wurde antrwgsgemäh zur Fort- laffuna dieses vermerk» verurteilt, mit der Dereründ ing. dah a« und für sich Angaben über Krankheit de» Angestellti.» überhat!' nicht in» Zeugni» gehören. Die Erwähnung von Erkrankung« im Dienstzeugn» entspreche auch weder einem Hanbe'Sbrauch n' der Verkehrssitte.— Da» Beritner Landgericht bestätigte i» Berufung diese Tuffcheidung. Abgabe ber vmsatzsteuererNsru»». Dt« Ssouerdeputatüm de» Magistrats, Umsatzsteueramt, hat eine Bekanntmachung über dA Abaabe der Steuererklärung betreffend di« Umsatzsteuer et' lassen. Der Kreis der Steuerpsltchiige» ist gegen da» bisher gel- tende Waremnnsatzftempelsteuergesetz insofern erweitert wctzden, al» nicht nur Warenlieferungen, sondern muh sonstig« Leisbu«- gen, soweit diese innerhalb der gewerbtichen Tatiickeit liegen. d«< Steuer unterworfen werden. Nähere» enthält die Bekanntmachuittz- Hiernach ist die Steuererklärung fn» zum 81. Januar 1919 einzureichen. Für den Fall nicht rechtzeitiaer Abgabe der Steuer- erklärungen w-ttti dt« Erhebung von Steuerzuschlägen bt» z» 10 dem Hundert de» Steuerbetrane» angekündigt. Wegen de* Einzelheiten wird auch auf die Säulenanichläge verwiesen. Der Dienst i» den Pr»tk»t«»»isfi,»e». Für die Weihnachtsfeiertage und Neujahr sind folgende Diensfftunden für die Brot- komm iffionen festgesetzt: Mittwoch, den 2V. Dezember sl. Feie"tag) fein Dienst, Donnerktag. den 2(5. Dezember(2. Feiertag) der übliche Sonntagsdienst, Mittwoch, den 1. Januar 1V1V: Ebenfalls Sonntagsdienst. Tie Anstaltskaffen ber städtische»>»lk»bade«nstalten werde» am Weihnachtsheiligabend bereits um 4 Uhr nachmittag» ge- schlössen. An den Heiden Weihnachtsfeiertagen sowie am Neu- juhrStag« bleiben die Volksbadeanstalten ganz geschlossen. Die ZuckerverforziutzssteSe erläht«in««utlich« Bekannt- machung an den Anschlagsäulen, die Vorschriften für die Reu- anmeldung zum Zuckerbezuge für dt« Zeit vo« 1. Januar bi» 30. Juni 1919 cntbält. Die Anmeldefrist läuft vom 27. Dezember 1918 bi» zum 4. Januar 1919. Genau» Befolgung dieier Vorschriften wird dringend empfohlen. Jui eigenen Interesse der Kaiteninhaber ist e» erforderlich, die Karten nebst den beiden Kontrollabschnitten vor der Anmeldung bew Kleinhändler mit Namen und Wohnung in deutlicher Schrift au»- zufüllen. Ledensmittelkalender i« Pank»», vom Donnabend, den 21. Dezember 1913 ab wird in den bekannten'Geschäsien gegen Abtrennung des Bezug» und QuittnnqSabschnittc» 4 von dcr Pan- i kower LebenSmittel.arbe«in« Tose Wurst zum Preise von M. 3,80 ' aus-ußeben vom Sonnabend, den 21. Dezember 1915, 6 Uht nachmittags ab, werden nach der erfolgten Voranmeldu.ig im den belanntcn Geschäften gegen Abtrennung de» OuiUungiabschilü- te» 84 von der allgemeinen Lebensmittelkarte 100 Gramm Arau- pen zum Preise von 2 Pfennigen ausgegeben. Achtun»! Arbeiter-Turner Groß-verlin». Zu dcr am Sonn« abend mittag 12 Ubr, stattfindenden Beerdigung der Dezembe» opfer treffen fich die Turngenoflen am Sonnabend vormittatz �ll Ikhr, in der Geschäftsstelle, Turn-Verein Ficht«, Köpenick«» Strahe 108. Kleidung: Männer graue Hose, blaue» Jackett, Frauen: Turnerkhtel. Vorstand Turn-Verein Fichte I.>.: Rad Krpftor._ Btrontwortlich« Redaktsur: Dr. S. Restrlepk». veiltn-ISilmerodors- Druck der Lindendruckeret und verlogegeselljchast». d. tz- Schtffkau,rda»m IS. � Verdank der Kattler«nst P-rtefeniliet*. CrtttxTwn'tUtta Berlin. tm Ceflegu hw«!t«ne R-chrichi, tat un cr nttelled,»er rftchner Stöbert Tchwarzberg ginn« H. Hcftmen» jr. »erßerdeU lt.»»te 1« int*«ntienle«! Mc ee»rt!r"m Und'« e«««nnebend,»er 31. tneiOet, mW,,, IV, Up- mr der Lechen»ad- de«»lten Liiisen.Mr«bi> e«, v.i,r->nn- str«»e UIW,«nl ti«U.—--- wie Cnefcr.traimna. Bez. Ueißensee Ii. i». Sonnfibenti vormittaf 10 Uhr, Trtffpenkl Antonplaia: Zur Bserdlgung der an 6. 1Z. in der cnaaKee- struSe gefallenen ügier. Cl« Ucr.trk*l«ltuar. wenMM»»Vo>>..««er. imift»der imiichi mit vnepen»««»-! und rnnpe.»euich, Bi«»«. Y-tz» M W. (teile, enft lch. m SR.ucake,«eilen,««»mpe!, Damen- 'chiMvi«(,»