Preis 10 Pfeimig. WeorgeN'AuSgave. ■(baltion;»erlhUK»«,•dJtfbaatrtaaiM»m. Fernsprecher: Amt Norden i«»» und 2H9*. »Freiheit- erscheint zweimal täglich, morgen» und nachmittag», an o I!n- und Festtagen nur morgen». Der Dezugepreie beträgt bei freier austellung in» Hau» für Sroß-Verlin monatlich Z M Für die Erledi- Wng auswärtiger Bestellungen ist»orherig» Einsendung der Bezug»- »ebuiir erforderlich.— Di,.Freiheit- ist im ersten Nachrrag der Post« »eitung»list» für ISIS«ingetraaen und hostet bei direktem Postbezug oh»« Bestellgebühr monatlich 2 JR., bei Zusendung unter Streifband< M. berliner Organ «ggeditian: Berlin»««.«chifsganerdam»>»". Fernsprecher: Amt Norden tlv«7 und 11008. Znserat» kosten die stebengespalten« Ilonpareillezelle oder deren Raum 70 Pf..Kleine Anzeigen- da» settgedruckt» Wort SV Pf., sede» weiter« Wort 1b Pf. Di« dreigespalten« Reklamezeil, 3 M.. Teuerungszuschlag 30 96. Bei Familienanzeigen. Versammlungsanzeigen»onmes wiederholt heftige Zusammenstöße gehabt hat. weil °e„Berliner Tageblatt" meint:„Im feindlichen Auslande Js'td man teils aus Unkenntnis und teil» aus Uebelwollen. �hrscheinlich sagen, in dem neuen Staatssekretär über- "khme abermals ein„Vertreter deS alten im p e« �alistischen Systems" die Leitung der deutschen auS« �artigen Politik. ES 5önnte die Fra�e entstehen, ob eS im �vlllche Personlicbfelt ln oen«orocrgruno rrcien zu Men. die dann die eigentliche Amtstätigkeit dem Grafen �rockdorff-Rantzau hätte übertragen können." ». Auch uns scheint, daß e» richtig gewesen wäre, in die Spelle des Staatssekretärs für das AuSwärtrge Amt einen �ann zu berufen, der vollkommen auf dem Boden °°r durch die Revolution geschaffenen Neu« Ordnung steht, einen Mann de» Vertrauen» ?' r A r b e i t e r s ch a f t. Die„diplomatische Routine" er. Steint auf diesem Posten heute wirklich nicht die Hauptsache. . Man wird überdies abwarten müssen, ob nun auch �iter im Auswärtigen Amt..aufgeräumt"� wird.. Immer �°ch halten sich dort eine ganze Reihe politisch zweifelhafter Sk'stenzen in leitenden Stellen. Der„Geist", der in diesem �mte bisher herrschte und von ihm durch die Presse und Ändert andere Kanäle in die Oeffentlichkeit ausgeströmt �urde. war reaktionär und gegenrevolutionär. D a s m u ß d« r z werden. Herr Graf Brockdorff-Rantzau kennt f1« Schäden. Wir hoffen, daß er energisch genug sein wird. um Wandel zu schaffen. Der»esölschle Zunkspruch. Daz Hollandsch AieuwS Bureau hat vor einigen Tasten einen Mischen zunkspruch an deutsche Zeitungen«eiteryegebev, der atsnkundig zu der unverantwortlichen Heb« gehört, die die bür- «cliche Press«, mit dem.Vorwärt»" an der Spitze, gegen die Diente(besonder» Frankreich) und die Revolution treibt. Der Funkspruch sah in der Weiiergabe de, Holländischen Büro». "Mürlich ganz zufällig, so au», als ob die Engländer ihren Ein- �tsch in Berlin ankündigen würden. Wir stellten daraufhin an �?"i> der amtlichen deutschen Veröffentlichung fest, dah der eng- d'che Funkspruch ein« ganz andere Bedeutung hatte und außer- einen Satz mehr und einen Satz weniger enchielt. Er kün» gar nicht an. daß die Entente nach Berlin kommt und d.« »/v>erung nicht anerkennt, sondern er teilte die» al» Kerliner �bauptung mit. z. Aun kommt da» Hollandsch Rierto» Bureau, ein« deutsche h�niur. die in Holland den aufrichtigen Neutralen unter der Sl�ung«in«, Berliner Journalisten spielt, und wirst un»«in« �Ichung vor. Der englische Funkspruch soll tatsächlich den einen �» enthalten haben und der weggelaffen« Satz soll belanglos sein. v, Aegen Lügen ,11 kämpfen kostet Zeit und Papier. Die Lügen l? Ariege, ha den Deutschland ruiniert- Di« Lügen der Gegen» Elution können den Rest von Deutschland«rizüeren. Wir Ifen also in di« Sache hineinsteisten. Der amtliche deutsche Funkspruch lautete wie folgt: Di« konterrevolutionäre Bewegung bedroht Berk»«it Bürcgrkricy. Da» Volk erbittet den Beistand der>lli. ikrten und erlucht sie. ihre Besetzung bi» nach Berlin au». »"dehnen. I n, w i s ch»» wird behauptet,»atz di« l«kliterten Deutschland bekanntgeben, daß sie den Frieden nur mit einer wirklich der. antwortlichen Regierung schließen würden." Da» Hollandsch Nieuw» Bureau veröstntlichte diesen Funk» spruch ohne den letzten Satz. Di« Behauptung des holländischen Bureaus, daß seine Fassung des Anfangs richtig sei, stimmt allerdings. Wir haben die Mühe nicht gescheut, da» englische Original mit dem hier eingetroffenen englischen Origi- nal zu vergleichen und geben da» g e r n zu. Es ist nämlich gang belanglo» für unser« Behoilptung, daß hier eine Fälschung vorliegt. Die Fälschung bestand nicht allein im Hinein» bringen einek Satzes: daß nämlich der Bürgerkrieg besonder» blutig sein wird, sondern in der Umdrehung des ganzen Funk» spruche». Die Engländer faßten zur Orientierung der Weltpresse in ihrem Funkspruch zusammen, wa» di« bekannten Berliner Blätter täglich behaupten. Es ist nichts al» ein Referat; sie er» zählen e» weiter für Amerika, Afrika, Asien. Und da kommt diese« holländische Bureau und schreit dazwischen, d i« Engländer sagen e» selbst. Schlimmer kann man nicht «i» Wort im Munde verdrehen. Bei Gott! Den Satz vom blutigen Bürgerkrieg haben» di« Engländer gefunkt. Hier wurde er schlecht verstanden und de». wegen nicht mitübersctzt. Aber was ändert da» ani Vorwurf der Fälschung. Auch dieser wirklich original-englische Satz ist nur «ine Wiedergabe Berliner Pressestimmen. Aber der letzt« Satz, den da» Bureau zufällig weggelassen hat. dieser Satz zeigt deut- lich, daß auch alle» vorausgegangene ein« Wiedergabe Berliner Ansichten ist. Ohne diesen Satz kann man darüber im unklaren fein. Und deswegen wurde er weggelassen. Der Vorwurf der Fälschung bleibt also bestehen. Ueber di« Tatsache brauchen wir un» allerdings nicht zu wundern. Denn da» Bureau ist eine Agentur de» Auswärtigen Amt». Erleichterung des Klrcheuaustrittes. yn Kürze wird, wie wir erfahren, eine Verfügung des preußischen Justizministeriums erscheinen, welche zwei schikanöse Beschränkungen de» Kirchenau». t r i t t e S für die Zukunft aufhebt. Bisher bedurfte e» einer zweimaligen AuStrittSerklärung mit einer da- zwifchen-lieg ebben Frist von mehreren Wochen. Der Zweck war klar. Den Geistlichen sollte die Möglichkeit gegeben werden, mit mehr oder weniger zarten Mitteln auf den Ab- trünnigen einzuwirken und zu versuchen, ihn auf den Weg deS Heil» zurückzuführen. Diese Belästigung wird dem- jenigen, der au» der Kirche austreten will, in Zukunft er- spart bleiben: eine einmalige AuStrittSerklärung soll ge- nügen. Auch eine zweite, materielle Ersparnis sichert ihm die neue Verfügung. Mußte der aus der Kirche Ausgetretene bisher noch für das laufende Jahr die Kirchensteuern weiter- zahlen, so ist daS nach der neuen Bestimmung nur noch für das laufende Vierteljahr vorgesehen. Diese Neuerung wird ja den KleruS besonder? schmerzen und seinen Zorn gegen die Revolution steigern. Aber sie entspricht durchaus einem Gebot der Billigkeit. Die wlrlschastlichen Forderungen Frankreichs. Die Forderungen, die die Franzosen der Wirtschaft». kommisfion der Deutschen Waffenstillstand»kommisfion vorgelegt hatten und von dieser abgelehnt werden mußten, betrafen die B e- lieferung der Hüttenwerke und Fabriken Lvth. ringen», de» Elsatz und»der benachbarten Gebiete". Diese Forderungen, die in sech» Artikeln und 31 Paragraphen festgelegt waren, haben, wie frangösischerseit» erklärt wurde, den Zweck, daß die deutsche Regierung den Unternehmungen dieser Gebiete die für ihren Betrieb notwendigen Hilfsstoffe und Brennstoffe liefert. Die deutsch» Wirtschaft»kommission erklärt« sich, wie bereit» k»rz geauldet, zur Erörterung dieser einseitigen For- derungen e«f Grundlage de»Prinzip»derGegenseitig. !«it bereit. Der französisch« Oberst Mereiir, der von der Gegenseil« al» Sachverständiger entsandt war, erwiderte, daß dies» Antwort all Ablehnung der überreichten Forderungen a»g«. sehen werde» müsse. Er hat daraufhin Epaa ver- lasse». Jas Ergebnis. S. K. Der Kongreß der A.« und D.-Räte hat gestern fein Ende erreicht. Er hat, wie nicht ander» zu erwarten war. einen bo- wegten Verlauf genommen. Er hat nicht immer die von den vorwärts drängenden sozialistischen Kreisen auf ihn ges-tzsten Erwartungen erfüllt. Aber er ist doch nicht auseinander- gegangen, ohne fruchtversprechend« Arbeit ge- leistet zu haben. Seine Erörterungen waren reich an Anregungen.! Manche» wurde geklärt, in wichtigen Dingen wurden neue Wege gezeigt. Deutlich ergab sich, daß die Arbeiterschaft gewiß nicht arm ist an Intelligenz, an Kräften, die zu führenden Stellungen berufen sind. Von den gefaßten Beschlüssen erscheint besonders bedeut>am die Neuordnung der Kommando. g e w a l t. Klipp und klar ist endlich aufgeräumt mit der Autokratie der privilegierten Militärkaste, der Kadaver- gehorsam hat aufgehört. Die Erwählten des Volke» und die Erwählten der Soldaten selbst sollen künftighin die Träger der Kommandogewalt sein. ES wird sich zeigen, daß auch bei dieser Ordnung, die für eine Truppe notwendige Disziplin möglich ist. Sie wird nicht mehr in einer skia- vischen Unterordnung bestehen, aber eben deshalb nicht schlechter sein al» die frühere. Bedeutsam ist natürlich auch die endgültige Rege- lung der Machtbefugnisse der LolkSbeauf- fragten und die Festsetzung der dem künftigen Zentral- vollzugSrat zustehenden Rechte. S» ist bei der Erledigung gerade dieser Frage zu den schärfsten Differenzen gekommen, zu dein schärfsten Protest der radikaleren Elemente der Versammlung, bestehend in einer Ablehnung jeder Beteili- gung an der Wahl de» neuen ZentralvollzugSratS. Un» will scheinen, daß dabei doch ein allzu starkes Mißtrauen im Spiele getvesen ist. Die Befugnisse des neuen zentralen VollzugSratS werden nach der Interpretation de» Genossen H a a s e, die auch von den Mehrheitssozialisten gebilligt wurde, weitgehend genug sein, um zu verhindert», daß die Volksbeauftragten ihr« Macht mißbrauchen. Die Forderungen, die von dem linken Flügel der Versammlung gestellt wurden, gingen in Wirklichkeit gar nicht auf etwa» so viel anderes hinau», als auf da», wa» Haase in der Interpretation de» angenommenen Antrage» darlegte. Hätte Ebert sich nicht so scharf gegen die Forderungen der Linken gewandt, so wäre der Bruch auch vielleicht der- mieden worden, so wäre am End« noch eine Verständigung möglich gewesen. Muß die Tatsache, daß der Rat der Volks- beauftragten sich paritätisch aus drei Unabhängigen und drei Mehrhcitsparteilern zusammensetzt, doch auch al» eine Bürg- schaft dafür angesehen werden, daß der Kurs der Regierung sich nicht gegen die Interessen des Proletariats richten wird. Indem man auf die Wahlbeteiligung verzichtete, be�ab man sich eines wichtigen Mittels, auf die künftige Politik einzuwirken, und brachte überdies die der Unabhängigen Par- tei zugehörigen Volksbeauftragten in eine schwierige Lage. Sie werden e» künftighin sehr viel schwerer haben als bis- her, ihren Einfluß geltend zu machen und die Politik der Regierung in sozialistischem Sinne vorwärts zu treiben. Ganz auf eine Einwirkung innerhalb der Regierung zu ver- zichten, auch die Mitarbeit im Rat der Volksbeauftragten einzustellen, wie von dem linken Flügel de» Kongresse» aus eine Mitwirkung im ZentralvollzugSrat verzichtet wurde, kann aber nicht al» ZieO erscheinen. Die bisherig« Entwicklung hat gezeigt, daß unsere Genossen im Rat der Volksbeaustrogten wohl mit Hemmungen zu kämpfen haben und nicht all ihre Wünsche durchzusetzen vermochten, daß aber ihr Einfluß doch auch nicht wirkungslos blieb. Ein Hinausgehen 5önnte nur dazu beitragen, die revolutionär« Energie der Regierung noch weiter zu schwächen und bürger- lichem Einfluß Tür und Tor zu öffnen. Von dem Ausscheiden unserer Genossen au» der Re- gierung oder der Nichtteilnahme am ZentralvollzugSrat ein» revolutionierende Wirkung draußen, in der Arbeiterschaft, zu erwarten, scheint nicht angängig. Man wird die Not- wendigkeit einer solchen„reinen" LppasitionSpolitik nicht. einsehen, lim die Revolution zu sichern, um den Neubau der: sozialistischen Republik durchzuführen,«warten die Massen) ImÜT ein Aufaff?» aJTet reMufitnftew Äräft*. Da» bedingt nickt ein Aufhören der Gegensätze innerhalb der pro- letarischen Vewegung, aber e« verlangt ein Miteinander. arbeiten, soweit ieder lleil wenigsten» willig ist. die prole- tarischen �siele der SRevolution nicht zu Dmckn. ©o können wir nicht mit Genugtuung diesen>kt in der Geschichte de» jetzt geschlossenen Kongresse« betrachten. Und wir können auch nicht den Standpunkt derjenigen billigen, die auf dem Kongretz die Aufsastuna vertraten, daß die Ginberufung einer Nationalversammlung auf der Grundlage de» allgemeinen, gleichen Stimmrecht» abgelehnt werden miibtr 3» ist an dieser Stelle oft genug dargelegt worden. w«»halb wir einer solchen Nativ- »aloersammluna den Vorzug geben vor einem ständigen Songreß der und T.-Räte al» oberster gesetzgebender und kontrollierender Getvalt. Wenn nun gar ein Kongreß der A.- und S.-Rätr selbst, zusammengesetzt ganz nach den Wünschen der Anhänger de» Rätesystem», stich für die Einde- rusung einer Nationalversammlung entschieden Hot. so müßten doch eigentlich auch die Anhänger diese»„System»' sich fügen! ?ln jedem Falle ist die Nationaldersammlung letzt ein«„beschlossene Tatsache', und e» hat wenig Zweck, über die Frage: Räteverfassung oder Nationalver- fammlung? immer wieder zu di»kutier«n. G» gilt vielmehr, stch a u f die Wahle««in»uricht«n. die übe? die Zusammensetzung dieser verfassunggebend« Versammlung entscheiden sollen. Die Mehrheit de» Kongresse» der A,- und G.-Räie hat—' trotz der dagegen vorgebrachten beachtlichen Ein- wände— beschlossen, die Wahlen bereit» a«f den 13. Ja- »uar anzuberaumen. Die Frist bis zu diesem Wahltermin ist kurz, fast erschreckend kurz. T*rnß wird bei diesem frühen Wahltermin da» propagandistische Moment, da» in her Totlache der Revolution selbst liegt, noch derhältni»- mäßig stark wirken. Aber auf der andern Seite ist dock in den wenigen Wochen bi» zum 13. Januar weder eine stär- kere Propaganda„durch die Tat', will beißen durch über- zeugende sozialistisch« Maßnahmen möglich, noch durch eine veitgreifende theoretische Aufklärung. Immerhin darf de»halb die Flinte nicht in» Kvrn ge- Dorfen werden. Die Regierung muß gedrängt werden. so rasch wie möglich— noch vor den Wahlen— entscheidende Schritte auf dem Weg« zum Soziali»mu» zu tun. Der mbaltreiche Vortrag de» Genoffen H i l f e r d i n g vor der «ätekonferen»— nicht der unbedeutendste Teil in deffen Verhandlungen— hat gezeigt, wo eingesetzt werden kann und muß, Und die P a r t e i muß die no>ck bi» zum Wahl- tag« verbleibenden Wochen benutzen zu intensivster Agi- tationSarbeit. E» ist nicht zu leugnen, daß die Lorbedin- gungen dafür gerade bei der Unabhängigen Sozialdemokra- tie nicht besonder» günstig stnd. Ganz abgesehen davon. daß der Delaaeruna»»ustand ihr sahrelang jede Derbetätig- keit so gut wie unmöglich machte, daß die Werbeorgan«. besonder» die Blätter, ihr teilweise noch ganz sehlen.»um Teil sich erst in den AnsangSstadien ihrer Entwicklung de- finden. E» ist nicht zu übersehen, daß innerhalb der Partei »uch«ine gewiffe Uneinigkeit über die Metboden der im Augenblick zu verfolgenden Politik herrscht. Die oben er- wähnten Lorgänge auf dem Kongreß der A.- und T.-Räte haben die Schwierigkeiten Wohl noch vermehrt, vielleicht weiden die Auseinandersetzungen der allernächste« Zeh aber hier gtößere Klarheit und Einheitlichkeit ergeben. Und in jedem Fall bietet die revolutionär« Energie, die unentwegte Bekämpfung aller nationalistischen und imperiahstischen Politik in all den Iahren der Kneg»v«rwirrung. die ent- sck, losten« Betonung der sozialistischen Forderungen, auf die unser« Partei mit Stolz hinweisen kann, die Möglichkeit, eine wirksam« Werbearbeit zu entfalten. Dieser Wahlkampf geht um viel Wichtigere» und Größere» al» je ein anderer: E» gilt die Sicherung der Re- vowtion, e» gilt, eine Mehrheit zu gewinnen für di« Er- süllung ihre» Mandat», den Aufbau der sozialistische« Re- publik. Dafür müffev all« Kräfte einzesetzl werden. I« diesem Zeiche« gilt o» zu ff, gen t Scheüch fctflflect eDer bisherig« Krieg»min ister. General Scheüch. hat » zu dem Vertreter einer Korrespondenz über die Be- lüffe de» Kongreffe» der A.»und S.-Räte, soweit ff« ffch «mf die Beseitigung der militärische« Kommandogewalt be- iiehen, geäußert. Herr Scheüch hält di« Beschlüffe für u n- berlegt«nd»ndurchführbar. Er macht aller- lei Einwand« gegen di« MSglichkeit. daß ein sechSköpfige» Kollegium di« oberste Konnnandogewalt««»übt. glaubt, baß nur ein einzelner ihr Inhaber sein könne, wendet fick gegen die Wahl der Führer durch die Truppen al« gzgen ein« Maßnahme, die zur Zerrüttung de» Halte» der Truppen führen müst«. usw. Stichhaltige» bringt er allerdings nicht vor. Er beweist «ur, daß er mit seinem militärischen Denken alten Stil» tatsächlich nicht der geeignet« Mann ist. weiter an der Spitze de» Kriegsministerium« zu stehen. Hoffentlich wird al» sein Nachfolge?«ine Persönlich- keit berufen, die sich ganz auf den Bode« der neuen Orb- «ung stellt und gewillt ist. gegen all« militärischen An- waßungen, di« sich gegen die Errungenschaften der Revolp- Eon richten, mit rücksichtsloser Energie einzuschreiten. Da- «it. daß irgendein anderer General mit den Anschauungen eine» General» wieder in da» Amt kommt, ist dem Volke »icht gedient. Ebenso wie in da» Auswärtig« Amt muß »uch in da» KriegSministerium ein ganz anderer Geist. * Cef erst» Geneoalguueiieiiueißer Erdner hat ffch sofort Vach rnnahm« der Beschsüss» über da» lBerHiltni» der Eoldatenrät« Dur Obersten Hrer«»lrihmg auf dem Rätebongeeß«ach Btrliit be- gaben, im in SOnrtungni mit der»eichffleituiD hierüber rfn«»- ♦rrtev. Vie Qrftotorai vaaziis lein fidft. Die OolMeouftragten«dar t u«d Haas» telegraphierten. itach einer Reltmng der.Dtsch.»llg. Ztg.', dem Danziger Magistrat: Di« Reichlregierung hält e» für chr« P s l t ch t, dia deutsche vtadt DanziggU schütze» und alle» auf- »ubiata«, u» st« deai Deutschen Reiche z» erhalte«.— Staat»- kkretär Srgderger drohtet«, er habe die Waffe«stillstaadA- «annnisfio« in Kpao deaustragt, nachdrückliche« Einspruch gegen f.e flantiMM eine# vewische, Hemw» Danzig ,u«rhaden. �ngeischen ist ülirizenZ die Nachricht der Lantznn« 50 000 Marri polnischer Truppen in Danzig, die nur den vorn- Herrin unter starken Sarbehaiten«iedergegebrn habe», dementiert«erden. vie SagtoetfiMf les levkscheu Vstschale» m BUItil. Die spanische Regierung hat de»>u»wärtig«n>mt mitgeteilt, daß Botschafter Prinz R a t id a r, Leyation� sekretär dan Stehrar, Militärattachi Rnj»» Salla, Jtarrnratlacht Kapitänleutnant Gtaffan und Marinainteo- danturrat Sri mm nicht mehr.persona er»r»' igenehm« Per- fönlichkeitrn) feie».— Prinz Ratibor und die«»nannten Mi� glieder der deutschen Potschast werden demnächst ihr« Rückreiss nach Deutschland antreten. II» GeschäftAträger derbleibt der erste Sekretär der Potschast, Potschaft»rat Sraf Passawitz. in Madrid, K. X. P. de merkt dazu:»P ist außerordentlich dedeuerlich, daß da, Kabinett de, Grafen Romanone, sich von der Tntent« zu diese« Schritt hat drängen lassen, nachdem all« dorhergeqan. genen Regierungen Spanien» während der vier Jahr« de« Welt- krieg«, in stolzem UnabHängigkeirtbennißtsein ein« unparteiische Neutralität aufrecht zu erhalten derstanden hatte».— Dir unsererseits möchten lieber u« Aufklärung ersuchen, welche Handlungen die spanische Regierung deraniassen konnten, die Abreise de» Prinzen Ratibor und seiner Untergebenen zu sor- dern. Man wird doch nicht annehmen könne«, daß dia gorde» rung ganz ahn« Grund erhoben wurde. Madritz, tzg, Dezember. Dem Prinzen Ratibor und de» Stabe der deutschen Potschast wurden gestern bi« Pisse a»»g«hän- digt. Sie verlasse» Spanien binnen kurze». Ausvelss»« aller Ualttlaae« der NilleimSchle aus dn Ifirtel TU. llenf. 90. Dezember. Der.Ratin' meldet: Auf ve- fehl de» franzistischen Koenmiffar, in Konstantinopel, Ldmiral» A«et, wecken, nachdem die Ausweisung oller Angehörige» der Mittelmächte au» der Türkei verfügt worden ist, a I l e D e u t» schenundOesterreichernachstrankreichgebracht, u'm dort interniert»u werden. Aue Vedrohuug der Siseuiudusirie. Düfseldorf, ii. Dezember.(19. Z.».) Die nordwestliche Gruppe de» verein« Deutscher Sisew und Stahlindustrie beschloß in der gestrigen vorstandSsttzung folgende» Telegramm an die Waffenstillstand, kommissio« in vpea zu senden: Da,«erbot jeglichen vüterverkehr» von dem linksrheinischen besetzten Gebiet in die neutrale Zone und da» übrige Deutschland gefährdet die rechtsrheinische Eisen- industrie und den Kohlenbergbau auf» Aeußerste. Wenn nicht die Zufuhr der lothringischen Srze möglichst bokd erfolgt, ist ein erliegen der Hochofenindustri« und damit der EisenindusKi» überhaupt unausbleiblich, da die vorrät« für höchsten»«inen Monat reichen. Weiter stockt seit der vesetzung die Zufuhr an Erzeugnissen der linksrheinisch gelegene» Eisen- und Kohlengruben, auf Werke dringend angewiesen ffnd. Diese stehen de, Hai» unmittelbar vor dem erliegen. Desgleichen ist dt« Zufuhr von linksrheinischen Braunkohlenwerken zum recht»- rheinischen Gebiet, insbesondere dem Siegerlantz unterbrochen. so daß die Siegerlinder Stahlwerke seit Wochen stilliegen. Ebenso stößt die Kohlenförderung der recht, rheinischen Gruben auf die größten Schwierigkeiten, wenn die für sie linksrheinisch lagern- den Materialien nicht unverzüglich abgefahren werden. Da Ar- beitSlostgkeit von Hunderttausenden»on Arbeitern droht, bitte« wir, bei den Gegnern»orstrllig zu werde», daß dt« Sperre zwischen dem besetzten Gebiet und der neutral»» Zone auf- gehoben oder bei Besetzung der neutralen Zone dom Brücken- köpf Köln ab nach Norden zwischen dem»«setzte» Gebiet und dem übrigen Deutschland keine Berkehrßunterbrechung ange- ordnet werde«. N« Uveutwetker. An einer M» Sowatenvat tzer SchutztruM« einberufenen Bokk�ersammluna Gest«» der Mehrhett»soz«Iist»ensch für angebracht,«ine keloniak« P r o p«ga»bar« d e z» halten. Die Rückgewinnung der deutschen Kolonien sei.em« Forderung der deutschcn Republik'. Röttg sei e», daß da» deutsch« Volk sich seiber rühre«nd in eine Bewegaing»»gunstan daüt» schar Kolonialpoiitii eintrete. Un» scheint, daß douttchr Volk hätte jetzt dringeztde« Sorgen al» dia Wiabmrtangung seiner Kolonien, und besoptzerS ßür»inen Man», dar ffch immer noch Soz.aldeenckrot nennt, gäbe a» jetzt andere» zu tu», ei»«eckereden für einen Kolonialdositz zu halten. ver i!le yollzeizeift. Allenstei», 20. Dezember.(WTB.) Da» Regierung�mtMIatt de» Bezirk» Allenstei« bringt folgend« Bekanntmachung: Die polnische Regierung in Warschau hat nach Zeitungsnachrichten Wahlen zur konstituierenden polnischen Nationalversammlung auch für den hiefigen Regierungsbezirk mit Ausnahm« der Kreise Ten». bürg und Lötzen ausgeschrieben. Jede veranlaffung von Wahlen. Vorbereitungen dazu, Aufstellung von Wählerlisten und Kan» didaten sowie die Verbreitung von Wahlflugblättern stellen sich dar al, Perbrechende, Hochverrate». S» wird de»ha!b vor irgendwelcher Teilnahm« an solchen Handlungen dringend ge. warnt. Alle Polizeibehörden, Gendameri«. und Militärbehörde» im Einbernehmen mit den örtlichen I.» und E.-Rät«n haben Weisung, jede Person sofort zu verhaften, die in irgend ainer Form der Beteiligung an der Vorbereitung zur Wahl der pol- wischen Nationalversammlung verdächtig ist. Auch wir halten e» für verfehlt und unzulässig, daß dem Friedenskongreß vorgegriffen und Wahlen auf deutsche» Reich«. gebiet vorgenommen werde». Aber mit solchen verardnungen. die Gang da» alte« Polizeigaist atmen, ist nicht» getan. Ew sSrstlicher VMeberser. Der Vollzugsausschuß de« Zentralsoldaten ras«, in B r ü s s« l, über dessen vorbildliche» Arbeiten in den ersten Tagen der Revo- luHon wir schon wiederholt berichten konnten, hat in einer Broschüre.Di« Ravolution in Brüflel' in gedrängter Form eine Darstellung der dortige» Ereignisse gegeben. Dt« Schrift lagt dar. wie durch da» energischa zielbewußta Arbeite« de» Brüsseler Evl- datenrate» da, drohende Unheil, welche« durch den raschen Rückzug te» Seid- wch B«i Bürgermeister Dr. Luppe fFrankfurt a. M.) und Dr. S ch w a»' dar(Culm) früher©tra$bur> Zur voedaüemug der Wahlen für die Aalioval' serfaulmiung. Mit Rückficht auf die Vordatierung der Wahlen zur sunggebenden deutschen Nationalversammlung vom IS. aas de» Ist Januar waren einige Aenderungen am Re'chSwo»� grsetze notweickig, die im Reichegesetzblatt vom 90. TezewR lNr. Süh7) veröffentlicht werden. Bei diesen gesetzgeberis«'� Aenderungen hat sich die Regierung von dem Gedanken le»� lassen, die Interessen der Wählerschaft und H Parteileitungen nach Möglichkeit zu wahren. TS den daher die für die Wählerschaft wcrvollen Fristen unR� ändert, nämlich die Auslegung� und die Einspruchsfrist die Wählerlisten. Tbenso soll den Parteien solange wie nM'? Zeit gelassen werden, sich über die Wahlvorschläge»u te Mndigen.• w., gm Verfolg dieser leitenden Ade« ist mit Rückficht auf* Kürz« der Zeit zwar bestimmt, daß die Wählerlisten zu mann» Einsicht am SO. Dezember(nicht mehr, wie e»!«>"*, hieß,.spöteften» vier Wochen vor dem Wahltag') auSzusts- sind. Aber die kür die Wählerschaft wichtige Dauer der n" legung bleibt mit dem Zeitraum von acht Tagen bestehen. � Wähler haben also trotz der Verlegung der Wahl genau w selbe Frist, Einsicht in d:e Wählerliste zu nehmen, wie nach ursprünglichen gesetzlichen Bestimmungen.... Nach dem 9. Abs. de,§ 2 sind Einsprüche gegen& Wählerlisten durch die Behörden binnen einer Woche ledigen. Bisher war bestimmt: innerhalb der nächsten 14»sse (| S Abs. 3). Die Bestimmung, daß die Einsprüche geg," Wählerlisten bi» zum Ablauf« der AuZlegungSkrist bei bet meindeverwallungSbehörde anzubringen sind, wirb 5" die Anordnung de,§ S nicht alteriert. z Fm» 3 der Verordnung wird in Abänderung be, 8 11,?'.. de» Reühswahlgesetz«, bestimmt, daß die Wahlvorschl"�, spätesten, am 4. Januar ISIS(statt.'pätcsten, am 21. Tage dem Wahltag") beim Wahlkommiffar«ineureichen find. verkürzt sich die Zeit für die Einreichung oer Wahlvorschlmw J 21 au: 15 Tage, eine Maßnahme, die den Parteien die MiW keit gibt, ohne lleberstürzung ihre Kandidatenliste in � eu brinoen. Abf. 2 de,§ 3 bestimmt, daß die Wahlkomm'll« die im fc 12 der Wahlordnung vorgeschriebene Aufforderung» � Einreichung der Wahlvorschläge sofort(im 8 12 .spätesten» vier Wochen vor dem Wahltag') zu erlassen Die Verbindung mehrerer Wahlvorschläge miteina«. kann nach 8 12 Abs. 2 de, Reichswahlgesetze, noch sieben Tag« vor dem Wahltage bei dem Wahlkommissar (ich erklärt werden'. An dieier Destimmuna wird n i ck t ändert, ebensowenig an der Anordnung de, 8 1t Abs.* � Wahlordnung, wonach die Mängel der Wahlborkchlage � ihrer Verbindungen nur bi» zum f. Tage vor dem Wahltag« � seitigt werden können. Auch die Bestimmung de, 8 ch yti ZAatlordnung, wonach Bewerber, gegen deren Wählbarken Wahliommissar Bedenken erhebt, bi» zum 7. Tage vor dem W � tag durch andere ersetzt werden können, wenn mehr w» Halste der Unterzeichner de» Wohlvorschlag«,«inen entsv?»� Antrag schriftlich stellen, ist unverändert pedfteben. met Au, alledem geht hervor, daß die Beschleunigung»er nahm« der Wahlen für die Wählerschaft und für die Arbeu Partaie» ohne nachteiligen Einfluß bleiben wick. Abünderung der Vahlorduuug. � Die Wahlordnung kür die Wahlen zur Verfassung� � tionalversammluna ist in einiaen Vunkten oeändert ,, . nee# chutte UJlb i de» zug»- nuiig allem tifou, r die sch« Der � Arbeit rrde» !>»««B T." zu melden, daß am 20. Dezember früh die Gesamtzahl der streikenden Ruhrbergleute keine Abnahme erfahren hatte. Von der kboryrnschicht streikten vieder üb» IS 000 Mann. ll Me Behauptung, bass steuisiyr M?sstZrvehssr8en st» sten Kämpfen zwischen den Utrainern und Polen für die ersteren Par- tei ergriffen hätten, widerlegt fick schon dadurch, daß bekanntlich die deutschen Truppen sich verpflichtet haben, bei de» Partei. kämpfen in der Ukraine neutral zu bleiben und felbstder- ständlich unter Aufficht ihrer Führer und Doldatenrät« dies»» lv» schlutz gewissenhaft aufrecht erhalten haben. K Die Unterstellung, daß der Fried« zwischen Deutschland und Polen feiten» Teutschland» durch Organisierung de» Heimat. sckutze» Ost gefährdet werde, wird schon dadurch Lüge» gestraft. daß die Gefährdung de» Frieden» offenkundig von der polnische» Regierung selbst ausgegangen ist, indem fieindenOstprovin. z«n ein« zügellos« Agitation entfaltete und nunmehr dazu übergegangen ist, in flagranter Verletzung nicht bloß de» Völkerreckt», sondern auch der speziellen.Bestimmungen de» Waffenstillstand»vertrage» Wahlen zum polnischen Landtag auf reichSdeutschem Gebiet auszuschreiben. Alle Anregung»» des Gesandten, vom ersten Tage seine» Aufent» halte» an, den Grenzschutz gemeinsam i» fritd- licher Weise zu organisieren, sind ohne Beantwortung geblieben. 7. Während der Anwesenheit der Deutschen Gesandtschaft in Warschau ist die Deutsche Gesandtschaft unerhörten AnpöLelung«» durch die polnische Press« oder gewalttätigen Anschlägen der War fchauer Bevölkerung ausgesetzt gewesen. An allen Straßenecken dursten hetzerische Aufrufe und Plakate mit Aufforderungen zu den Waffen gegen da» Deutschtum prangen, ohne daß irgend jemand auch nur versucht hätte, diesem Treibe« der chauvuristiseh»» Hetzer sich zu widersetzen. Polen and die denlsche Republik. Die Rot«, mit der die polnische Regierung die Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen erklärte, hat fvl» Hnden Wortlaut: Gw E�llenzl Di« Polnische Regierung hat am SV. No- stmber d. I.«in« Note an Dein« Exzellenz den Staatssekretär J« Auswärtigen Amt» Dr. Dolf gerichtet. Dies« Note, welche tie Räumung der durch den Oberbefehlshaber Ost vertvalteteo stebiete verlangte, harrt noch immer der Beantwortung. Die Gewaltherrschaft, der die polnische Bevölkerung im Ge» biet« Oberost unterworfen ist,«ine Herrschaft, die seit der vcr« Rrdernng in der deutschen Politik keine Wandlung erfahren hat, »«acht jede Regelung dieser Frage gegenwärtig unmöglich Die Deutsche Regierung hat niemals da» Verhakten der Militärbehörden, die die polnische Bevölkerung systematisch be- Zücken, mißbilligt, vielmehr die den Polen feindlichen Elemente begünstigt. Diese Politik vergiftet ständig die Beziehungen stoischen den verschiedenen Nationalitaten dieser Gebiete und che fit an den Grenzen der Polnischen Republik eine dauernd« vefah- für ihre Sicherheit. > Zludererieit» trägt da» offenbare Einvernehmen, da» zwischen Rwissen deutschen Militärbehörden und der Sowjetregierung be- Reht, zur Ausbreitung de» bolschewistischen System? in diesen �Sensen bei. f Di« lang« Dauer der müb'elige» Verhandlungen über die rage der Räumung der Bug°Stappe nimmt der Lösung dieser rage, weil zu spät erfolgt, jede praktische Wirkung. Die Unterstuiz.mg, welch« die deutschen Militärbehörden im ?rbiet von Cbolm und Podlachien der ukrainischen Bewegung ?b«n zuteil werden lassen, beweist einerseit», daß die deutschen "rhörden dahin streben, zum Schaden der Interessen Polen» voll- ladete Tatsachen zu schaffen und trägt andererseit» dazu bei, die Wnisch» und ukrainische Nation durch eine Kluft zu trennen. � In keiner der angeführten Fragen ist e» der Polnischen �«Sierung gelungen, sich rechtzeitig mit den Vertretern Deutsch. zu verständigen. . Die Organisation de» Heimatschutze» Oft and die heraus- Ordernde Haltung de» Ostmarkenverein» vre auch die Ewchwe- rj�gen, die für den freien Verkehr zwischen Warschau und den «Inischeu Gebietsteilen Preußen» beüeben, haben seh? dazu bei- fragen, die feindlichen Gejühie der polnischen Bevö.kerung jstllcn Preußen zu verstärken und Aweifel an der Ausrichtigkeit Teutschland», sich an die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten �uklamierten Fn«den»grundsStze zu halten, hervorgerufen. Mit Rückficht auf die nur sehr kurze Spanne Jfcit. die«n» «h vom Friedentkongreß trennt, erachtet die Polunche Regie- �"g jede Auteinandersetzun« außerhalb de» Rahmen» der«er- 7?udlungen. die aus dem Friedentkongreß stattffnden werden, für urmutz und sogar in Anbetracht der Zezenwärt'.gen Lage für 7� innere Ordnung Polen» und auch für die künftigen guten �Einseitigen Beziehungen für schädlich 5" der Hoffnung, daß nach Wiederherstellung normaler �rhältniffe die Beziehungen zwischen dem polnischen und dem •putschen Staate wieder in geordnete Bahnen geleitet werden, �°ubt h{e Panische Regierung, auf Grund der angeführten Tat- Uchrn die diplomatischen Beziehungen zw:sch«n d»es«n beiden Maaten unterbrechen zu müssen. Indem ich dieser Ueberzeugung Ausdruck verleibe, sehe ich gezwungen, Ew. Exzellenz zu bitten, mit allen Mitgliedern Gefimdtickaft da» Gebiet der Polnffchen Republik unverzüg. "K zu verlassen. Der Minister der auswärtigen Angriegeuheiten. gez. L. WassiliewSk». Lu dieser Note bemerkt Wolff» Telegr. Bureau: l. Der polnischen Regierung fehlt jeder Rechtstitel, die Räu- ?ung fc» Oberostgebiete» zu fordern. Ein Eingehen auf diese ovrderung feiten» der deutschen Regierung hätte im Widerspruch '�von ihr angenommenen WaffenstilkstandSbedingungen ge- Im Gegensatz zu der behaupteten Bedrückung der polmschen �dvlker.ing im Oberostgebiet ist durch den von der polmichen Re- xrung nach Oberost entsandten Vertreter de» polnischen General- ausdrücklich festgestellt worden, daßda»VerhSltni»in ?'M«» Gebieten zwischen de» deutsche» Be- !?rd,n und der polnischen Bevölkerung gut ist. L�rau, gxtzt schon hervor, daß die in der Note aufgestellt« weitere ?»»uptung, die deutschen Behörden begünstigten die den Polen Glichen Bevölkerung» teil«, der Grundlagen entbehrt. . si Zwischen den deutschen Militärbehörden und der Sowjet- �ermig besteht keinerlei freundschaftliche» verhalten, wie der "Ischen Regierung genau bekannt ist. < Verhandlungen über die baldige Räumung der Bug- haben sofort nach Eintreffen de» deutschen Gesandten in Zechau begonnen. Daß sie zu spät zu Ende kamen, lag lediglich kT�tihalte» der polnischen Regierung, die die Ifede« Vorschläge wochenlang unbeantwortet Der Zweck der Wllsouschen eoudou-Fahtt. London, 2l). Dezember. Au der Tatsache, daß P r M i dent Wilson früher, als zuer st festgesetzt, nach London kommen wird, schreibt„M a n> chesterGuardian": Der Präsident will handelnd auk. treten, dt« Umstände erlauben kein Hinausschieben. Die Nochrichten ans Deutschland zeigen, daß eS a b s o l u t n o t wendig ist, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen und die Industrien wieder in Gang zu bringen, wenn die Ordnung gewahrt bleiben soll. Wilson kam mit bestimmten politffchen Grundsätzen nach Europa und ist fest entschlossen, sie bei der Regelung, an der er teilnimmt. durchzuführen. Die Alliierten hätten diese Bedinguw gen formell angenommen, und die Uebergabe Deutschlands fand unter diesen Bedingungen statt. WUson hat aber sicher in Paris einkge Widersprüche zwischen dieser allgemeinen Annahme und«int gen Forderungen entdeckt, die in den verschiedenen Ländern. England nicht ausgenommen, aufgestellt wurden. Lloyd George hat sich bei der Wahlkampagne an verschiedene Klauseln und Erklärungen gebunden, die mit der einzig zu< lässigen Auffassung vom Völkerbund und mit der stttljchen Grundlage internationaler Freundschaft nicht leicht zu 6er> einbaren sind. ES ist Aufklärung und eine deutliche endgültige Abmachung nötig. Das gilt für alle alliierten Länder. Wilson ist ein außerordentlich entschlösse ner Geschäftsmann und wünscht zu wissen, ob«in Friede nach seinen Grundsätzen kommen wird, oder ob die nationalen Einzelinteressen überwiegen werden. » Rotterdam, 20. Dezember. Nach„Nieuwe Rotkev- damsche Tourant" ist„Daily NewS' sehr befriedigt darüber, daß Wilson seine Reise nach England schon jetzt unternimint und dadurch Gelegenbeit erhält, die Friedenspräliminarien abzukürzen. DaS Blatt schreibt, er werde auch über die russisch« Frage verhandeln können, in der seine Stimme mehr Gewicht babe. als die einer anderen Person. Er toerde sich nicht durch materiell« Erwägungen beeinflussen lassen. Ein ZoKMpIatt 101««, 30. Dezember. DaS.gremdenblott� erfährt äu» dem Haag vo» bestunterrichteter Seite, daß Frankreich vor«intger Zeit beim deutsch-österreichischen Staat anfragen ließ c« Deut sch- Oesterreich geneigt wäre, ein Lollbitndni» mitandere» StaatenderehemaligenMonarchi» einzugehen, so daß dies«©Unieu ei« gemeinschaftliche« Zollgebiet bilden würden. Deutsch- Oesi.. rei h erklärte sich grundsätzlich damit einverstanden, an einer solchen tc mbination taizunehmeiy«vi»« jedoch in der Antwort daraus-'n, daß Schwierigkeiten bei der Durchführung«ine» solchen Pu�-e« nicht bei Deutsch-Q»Mr«ich sondern bei den anderen Staaten der früheren Monarchie entstehen könnten. Die Erfahrungen, die man mit Ungarn seinerzeit machte, zeigten, daß solche Zusammenschlüsse leicht al»«in teilweiser ver- zicht auf die Souveränität de» Staate» aufgefaßt werben. Wie die» früher bei Ungarn der Fall war, könnte die» jetzt auch bei anderen neugebildeten Staaten der Fall sein. Ferner wind in der deutsch- äst« c reichischen Antwort erklärt, daß eine solche wirtschaftlich« Vereinigung Deutsch. Oesterreich» mit ander«» Staatenderfrüheren Monarch iedempolitischen Anschluß Deutsch-Oesterreich» an Deutschland nicht präjudszieren und eine solche Eventualität nicht "gegenstandslos machen dürfte. Nach den Informationen de» Haager Gewährsmannes de» „FremdenblatteS" habe Italien gegen die französische Anregung protestiert unter dem Hinweis darauf, haß eine Gemeinschaft. welcher Art immer der Staaten der ehemaligen Monarch»« nicht» andere» wäre, al» die Wiederbeiehung de» früheren Oesterreich- Ungarn«, so daß all« Anstrengungen» die Italien im Krieg« machte, vergeben» wären. Allgemeiae volkswahleu In Zlvulaud. Die siegreiche Reaktion hatte in Finnland beabsichtigt, auch da» weitausgedehnte gleiche Wahlrecht wieder zu beseitigen, da» die sozialdemokratischen Abgeordneten im Jahre 1917 durchgesetzt hatten. Gi« war aber zu sehr mit der ÄönigSfrage beschäftigt und kam deshalb nicht dazu, auch«och die Wahlrecht»frage zu er- ledigen. So hat denn jetzt unter dem gleichen Wahlrecht gewählt werden müssen. Obwohl die Sozialisten keine eigenen Jet- tungen besitzen, keine Organisationen und Vertrauensleute mehr haben und keine VersammlungSsreiheit genießen, haben st« doch bedeutende Wahlerfolge erzielt und von den bisher be. kannten Resultaten au« 21 Gemeinden i» acht die absolut« Mehr- heit erreicht. I» der Stadt Uleaborg wurden 18 Sozialisten und 18 Bürgerliche gewählt. Die Erfolge find um so beachtenswerter, al» ein erheblicher Teil der Arbetterschaft bei den nach Nieder- schlagung der Revolution eiugeleiteten Strafverjahve» de» Wahl- recht» beraubt wurd«. Mlssche Nttchrilhlen. »etz« teftgWphiert un» au» Kowno: I' ii t «n«mmw. tm«« Auftrag» de, Rate» der BolkSbeaus.r.�.u mit Uta.............. US OberUfetztShaber» Oft über die Lage und me AbbefürUmtaa Uc»»sftfchen Krieg«grfangenen zu verhandeln. Dnnch tt» X«im»MDai tm»». T.B. und ein Telephongespräch er- sochm daß sich U» Zeitungen im Anschluß an einen Funkspruch de« ÄtaraGe» Z off« mit«i« beschäftige,:. Da ich hier die Zottuim«»»tckl»rtzottr» kan«, vevb« ich«ich erst nach meiner Rückkehr zu» Sache äußer« können. Jaftismiaift»» De. Uefeafekd hat«in« bedeutsame Verfügung über die Auwmeduug der vatersuchungShaft erlassen. Der EtaotSenwaltschaft tverbe» Weisungen gegeben, die zum Ziele habet� durch die Antaagstellang ver Staatsanwaltschaft auf eine ve?mind«r»»> der Berhangung von Untersuchungshaft, auf eine Abkürzung ihre» Dauer und auf möglichst weitgehende Anrechnung erltttev«, Unt«rf»ch«n Räte dringend. Mi jede» Eingriffe» dieser Art in die Angelegen- heite» de« Feldheere« m enthalten. | H«v«ckschaMches. Maffevv«rsg«mlU»g der Vastwirtsangestellten. 4000 Angestellte de» GastwirtSgewerbe» basten dem Ruf de» veidanU» der GastwertSgetzilfen zu einer öffenstichen Vcr- sauunlung in der Philharmonie Folge geleistet. Hugo Pötsch referiert» übe« de» Achtstundentag und seine Durchführung in« GaftwinSgetoejU. Er schilderte die wirtschaftliche Notwcndiglett utrd die kulturell« kUbeutüvg de» Achtstundentage». Im Interesse der Bekämpfung Ur ArdestSlosigleir im GastwirtSgewerb« wäre eirm noch stärker, PerminUrvna der Ardeittzeit erwünscht. Der AchtslurrUUag fei»nz«rtr»nnlich von der Forderung eine» festen Arbeitslohn»». Denn da» TrinkgelUvesen habe oft die Airgestellte» veranlaßt, dea Arbeitstag freiwillig zu verlängern. Mit diesem llnwefe» müsse jetzt endgültig gebrochen werden. Di««nschlc.gend« TtzSkussion war sehr erregt. Allgemein wuvtm gefmdert, w'ovt«r die Aufstellung bestimmter Forderungen und ihr« Durchfthruna zu gehen. Sin« starke Mißstimmung jsigfc sich gegen di» wwiditch»»»«llner. Weck vrotossterte gegen die ©ctzarstwiC M PPlanotU-Restaurant», dm ohne zwingenU Not er- Elktftstmntg wmrd««st» Resolution angenommen, nach der die vers»«m«Iien ftch verpflichten, für die«stlose Durchführung de» »MDtttve�en- Außerdem wurde die Gm- führung f»ft»r Vtochmlbtzn« vexlongt. Ferner wurde einstimmig beschlossen, da* am««»tzmacht». Heil palend nur bi« S lN/r abends gearbeile« wer»»; der Verstand der GastwirtSgehrlfen'wurde b-auf» tragt, Vlaßnahni-n zu ergreifen, daß ad 1. Januar ISIS der acht. stündige«rdcktitaa duechgestth« und für die Betriebe, in denen Mitglieder de» GasiutotgtWfentKrdande, tätig fti-n, eine Lohn. UMgung«uvgakiM weich«. a«»»»rmeeftr,«. Am ig. d. M. fand«ine Verhandlung in Sachen der Differenz mit den Formern statt. Da? Ergebnis Swar folgend«»: Mit Rücksschc darauf, daß die Kommission der ormer über besonder« Sch-ioierigkeiten infolge Platzmangel» «qft«, der«»tstande» sein soll durch die Rückkehr vM KriegSteii- nehmern. ist von de» Gießereibesttzern folgende» zugestanden- Denzenige» Formern, die insoige von Platzmangel ihre Arbeits- kraft nicht voll ausnutzen können, wird ihr bisheriger Durch» schnittsverdienft garantiert. Für Former, bei denen ein Durch- Ichnit,»verdienst»och nicht desieht, wird der DurchschnittSverdienst eine» gleuk«oertigen Former» zugrunde gelegt. Ob Platzmangel vorUegt, entscheidet auf Antrag eine paritätische Kommission. Im übrige» WS über«in«« Nordbas-« ähnlich wie mit zahlreichen anUren>Ur»f«gruppe»»maehend. und zwar am Montag den 28. 0. Dt, um 8 Vhr»achmittagS, verhandelt werdem. Die Former West»«, t» einer schnellsten»«inzuberusenden Versamm- lun» ,» dstft»«orschlaa Stellung nehmen und müssen sich Nor weiche», od sie unter tnesen Besstmmungen nunmehr die Arbeit««fn«hmen wollen oder nicht. »»r Weihnächte». Im Bank- � � Jahren die Einrichtung einR lMtrge� a» tchst. Werktag vor Ostern. Pfingsten und Weih. nachten die Bank«»»u schließen und den Angestellten freizugeben. Jetzt soll mft ��uchplötzlich gebrochen und am 21. De- «-ssb«r««rdest't»«»f»- Tn-s«. Maßnahme der Bankleitungen ut d« lelihafte» U»uoill« der Bankbeamten wachgerufen. Di« Großbanken haben gegen diesen u»sc��lenVeMutz nachdrücklichst Protest er» � Betriebsrat der Reichsbank. Der Verband der»«nkv««mt«» ha» seinerseits dir Intervention de» Reicks. o??• j Bst*«nzminist«tiuniS und de» Reichswirtschasts« amte« antzerrffen.� E» steht zu hoffen, daß die Bankleitungen ssukhebe-i und damit ihren Angestellten di«. r�>gl,chstst Werve», ihr» erst« SvedeySloeihuacht« Theater und [Bersnlüweii. Volksböhne. DlrekMon Fried. Kevssler. nUhr: Wilhelm Teil. Sonnt. 7V Uhr: In irmieliji« Sunblibr. Opernhaus 7� Uhr: Der Troubadour. Schauspiele iiN. f/.uhr: Die spanische Fliege. Betropol-Theater. �vhr: Die Fnschlngsfee. 9fr i Uhr; Wienrr Blut. heues onerettenhous. Ts uhr: Dia keusche Susanne. k Uhr; Das OIQcksmädel. Paiast-Theatar. 's uhr: DerMIknilo. H Uhr: Der Struwelpeter. Kesiüenz- 1 bester. ts uhr; FriedensYernandlungen lehtllBr-fDeater CntriettuhBrg. TSUhn Snppho._ I hall.- I ueater. A Uhr: Frau Holle. ts uhr: Polnische Wirtschaft Tkatier a« tloii.DcerliiltCa. IS Uhr. Frau Holle. 7 Uhr: EVa.__ Theater des Weatena. -s uh. Die lustige Witwe i Uhr: Aschenbrödel. Waliner-Theatar. H Uhr: Der Mlrchenwald. ts uhr; Brat Hauenicntt- 91g. 3V Uhr: Dar Ktrahanwald. Kose- 1 heaier. 3S Uhr; liilf Draaialktrt Oasup d.Fiiadr. Wilholniit.ThtaL TSUhr: Da»Dreliii>derihaua. Walhalla- 1 heater- TS Uhr: August der Starke. Casino-Theater. Utkriagci Str. 37. 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Gitarrezithern mit Unterlegnotea 78,—, große 6-akkordlge 38.— fLadennreis ca. so.— bis Kir-), Mandolinen. airar-en 45,—.erstklassige 85.—. Knnzertlaute 125.— bis 145,—. Schfllervlollnen 45.—. Kon- zertgelvem Ftui85.—. KOnst- lervlollne 14s.—. Unterricht 8.— Monatshonorar fin athndiffe Schnellkursa) Ernst.Uranitnir.lSSHI. COnstt« jte 1 1 1 GeleSenheltsKöufe In eleg. Spelserlmmern,»chwer- K«scbal(zt. Herrenzimmeru Scbial- zlmmern KluhmÄheL 'ohnt 911 Möbelhaus Osten 9(1 jw nar A n d reas s Ir 1 Be JU Mrbeiterräte! Am Montag, den 23. Dezember 1918, vormittags 10 Uhr finM Germania-prachWen. Chanfleestraße 110 eine Versammlung aller /lrbeiterräte Groß-Serlins in den statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Der VollzugSrat. i. A. gez. Franz Bfichek. Botenfrauen zum Austragen der Freiheit ver- u,. langen Hackbarth, MichactkfrchpIatzZ Zu verkaufen, eine Wohnunga- etnrlchlung, Stnhe und KOche mit Oeschirr. Im ganzen oder einzeln. F. Schulz, Exerziersir. 2 a II Trp. Wersbe'chS la e! krieeertiinlerdllebeue! Unit» garberung auf Vertretung in her ver orgungaebiei ung kca ftrlegaminifteriuma Ist ahgelrtnl morden. Der feit 52 ftriegamonoten ocrfptochenen EthSdung der Renten brajt die«efastr bei«diehnung I Ans zur Demonstration «ONMON, den SS»cgemder, mifioo» iX Uhr iKtfimnft im Lustgurten beim neuen Dom. Ver Vorst vd der Vrisgrvppe Groß-Veriln des veichsbundes der krieasb-tchSdioken u. ehem. Krtexsseiine'cmer. «eiqäftastele: Linden.iraße 114. Z.«: Karl«ehe. JtiilsiHtt Mfililllirbtiitr-PtrdliiiS Veinvalrungssrelle Lertln fii 54, Linien ftr. 83-85 Sefdififtsgrlt bon 9-1 Uhr nah von 4—7 Uhr. »«lephab:«mt«arvea<«».>289. 19»?. 9714. Sonnabend, den TL Dezember 1918, nach«. 8 Uhn Branchenversammlung der Metalldrcher, Rev.-Dreher und«Dreherinnen im Sewerkschastshous, Engelusei 1», Saal t. Tagesordnung: 1. Bericht von der Verhandlung über den ftalledtkvertrag. 9. Diskussion. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Tannabend, den 91. Dezember 1918, nachm. Uhr: Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Former und Berufsgenosien im vewerkschastehaus. Tngeluscr 18, Saal 8. Dageeordnurg: Berichterstattung über die Verhandlungen mit den Unter» nehmern. Zahlreicher Besuch wir« erwori»t. Montag, den 98. Dezember 1918, nachm. 8 Uhn Versammlung der Metalldrück er Berlins und Umgegend im BewerKschastehau», Engeluse: 18, Saal 1: Dageeotdnung: 1. Bericht von d.r Verhandlung über den XolleKlivvertrag. 2. Diehussion. 8. Verschiedene«. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Montag, de» 98 Dezember 1918, nachm. pünktlich 8X Uhr: Branchen-Versammlung der Werkzeugmacher(Schnittbauer, Lebrenbauer, Vorrichtungsbauer und Schneidzeugmacher) im vewerkschastehaus, Sngeluser 18, Eaa' i. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen zum Nollektivvertrag. 2. Diskussion und Beschlußfassung. Di» DichtigkeU der Tagesordnung erfordert da» Erscheinen aller Kollegen. — Mitgliedsbuch legitimiert!— Achtung! Für dl» Bertrauenelsut» findet um 9 Uhr im Saal 8»in» vertrauenemännerkanserenz statt, welch« zu obiger Tagesordnung Stellung nimmt. Jeder Vertrauens- mann muh pünktlich zur Stell« sein. Montag, den 98. Dezember 1918, abends 8 Uhr: Branchen-Versammlung der Bau» und Geldschrankschlosser tm vewerbschaftshau», Engelufer 18, Saal 1 Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Kollektivvertrag. 9. Vranchenangelegenheiten. 8. Derschiedene». Bei der Wichtigkeit der Tageeordnung ist»» Pflicht eine» t«d«n Kollegen, recht reg« für die Versammlung zu agitieren und pünktlich zu erscheinen, da der Saal dt» 8 Uhr geräumt sein muh._ Achtung! Montag, den 98. Dezember 1918, abend» 8 Uh« Branchen-Versammlung der Rohrleger und Helfer hn Vewerkschastehaus, Engeluser 18, Saal 4. Tageeordnung: 1. Bericht der Echlichtungskommission. 9. Diakussion. Di« Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch Isgitimisrt. Montag, den 98. Dezember 1918. abends 8 Uhr: Trohe Versammlung aller Gürtler. Kronenschloffer und Militärefsetten-Gürtler ha vewerkschastshaus«, Engeluser 18. Saal 4. Tageeordnung: 1. Bericht übr den Kollektwvertrag. 9. Diekussion. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Montag, den 98. Dezember 1918, abends 8 Uhr: Versammlung der Schleifer und Galvaniseure tm vswsrkschastshouss. Engeluser 18, Saal j. Tagesardnung: 1. Bericht über den Kallektwvertreg. 9. Diskussion. Zahlreicher»«such wird erwartet. Achtung! Achtung! Di« Bibliothek II, Osten und Nordosten, besinnet sich sei! dem 18. Dezember 1918 bei Otto Hübner, Berlin O., Grüner Weg SS. veöffnet ist dieselbe Zreltags, abend, von 7 bis 9 Uhr. 198) D. 0. 'w MöbelGohn1 im Osten flr. ITtnWurter Str. 58 (5 Minuten vom Alexanderplatz) im Nordens Bfidstragie 47-48 Hobel» Kredit an jedermann. Geringtie Anzahlung, kleinste Abzahluno. Spezialität: Moderne Wohnungseintictitung schon für 500 Ma Aniahlung. Enzeine Kübel, farbipe Küchen. Riesen» Auswahl— Billigste Preise Sehr kulant# Bedingungen und gröOte Kü ckslchtnanme. 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Erste» Erfordernis ist jetzt, auch die unS noch fernstehenden Kreise der Angestellten und Unternehmer für unsere Ideen zu gewinnen, da wir auf die Intelligenz dieser Kreise nicht verzichten können. Tie notwendige Steigerung der Produktion wird durch über- iriebene Lohnforderungen der Arbeiter verhindert. Wenn eine Rinderheit, wie im Ruhrrevier in dieser Weise fortfährt, werden dir sehr bald nichts zu sozialisieren haben. Die �lblösungdeSBergregalS kann sofort erfolgen. Die Mil- Honen die einer Reihe von Fürstlichkeiten dadurch zufließen, müssen sogleich für das Reich beansprucht werden. Die Sozialt- sierung ist die einzige Rettung aus dem KriegSelend. Zum Schluß beantragt der Redner den Druck de» Lortrage» Hilfer- ding. Berten-Düsseldorf: Hefter da» Prinzip der Sozialisierung find wir uns alle einig, nur nicht über den Zeitpunkt. Die Bor» Bereitungen dazu müssen sofort getroffen werden, indem man zum Beispiel eine Betriebskontrolle, besonder» in der Rüstungsindustrie, einführt, damit nicht, wie eS jetzt noch vorkommt, Granaten an einer Stelle hergestellt werden, bloß um he an einer anderen wieder zu zerschlagen. Wir müssen auch Kräfte heranbilden, die in der Lage sind, sozialistisch in der Landwirtschaft tätig zu sein. Di« herrschend« Lebensmittelknapp- Vit wird uns wahrscheinlich dazu zwingen, auch auf diesem Gebiete weitgehend zu sozialisieren. Bei den Banken darf man den Anleihemarkt nicht vergessen. Es muß eine Finanzkontrolle hergestellt werden, damit keine Verschleppung von Vermögen statt» findet. Benseling: Unser« Kameraden von noch nicht demobili- Herten Heer haben uns mit dem Auftrag hierher geschickt,«in stammendes Bekenntnis zum Reuen abzulegen. Wir unter- stützen die Forderung der Sozialisierung bis zu den äußersten gegenwärtig möglichen Grenzen. ES ist angezweifelt worden, daß Mir auS eigener Ueberzeugung hier stehen und sprechen. Wir lassen uns nicht durch eine obstruierende Minderheit oder wild- Oewordene Tribünenbesucher beeinflussen.(Unruhe und Zurufe auz dem Hause und von den Tribünen. Der Vorsitzende mahnt den Redner, zur Sache zu sprechen.) Schmidthals!«l» Vertreter der demokratischen Partei habe ich zu erklären: Wir stehen im allgemeinen auf dem Boden der Ausführungen des Referenten. Ich spreche gleich- zeitig al« landwirtschaftlicher Unternehmer. DdS lanhwirtschaft. «che Unternehmertum war ja der Träger der alten Klasseicherr- schaft. Aber die Leute sind jetzt klein geworben. Auch in die Lan-dwirtschaft zieht der neue Geist ein. In dem lanbwirtschast- Hchem Kleinbesch stecken wirtschaftliche Werte, die zu vernichten ein Fehler wäre. Den Großarundbesch aber müssen wir austeilen, »m eine Masse Kleingrundbesitz zu schaffen. BolkSbeaustragter Barth: Die Tatsache, daß man sich gestern gewehrt hat gegen die tige Tagesordnung und die gähnende Leere wahrend dieser öatte(Widerspruch) kennzeichnen das sozialiftifche Niveau de» ersten Kongresses der revolutionären Arbeiterschaft. Dt« Frage der Sozialisierung ist die F'rage der Fragen der Gegenwart. Es ist die Frage, die darüber entscheidet, ob Mir au» dem Chaos, in dem wir sind, herauskommen oder darin ersaufen. Bringen wir der'Arbeiterschaft nicht die Sozialisie- rung und zwar nicht in Monaten, sondern in ganz kurzen Ta- flen. dann erleben wir was.(Zuruf: Demagogikl) Wer solche dummen Zwischenrufe macht, hat von der Tätigkeit, die in den letzten Wochen notwendig war, damit da» Wirtschaftsleben nicht »ertrümmert wurde und wovon ich mir den größten Teil an- Maß?, keine Ahnung.(Beifalls) Wer hat dafür gesorgt, daß alle diest sounoerttausende wieder in die Betriebe hineingegangen Knd. daß sie nicht �herausgegangen find? Mein Werk war e». . E» ist unmöglich, die Arbeiter weiter in den Betrieben zu Balten, ohne die Sozialisierung. Wenn Sie nicht wissen, daß p>e Sozialisierung komm!, bricht einfach der Betrieb zusammen. j�en Eindruck habe ich vor allem auch von den Deputattonen au» Betn Nuhrrwier. Ich frage: Können wir es noch einige Wochen ,,------------ m---------------- ab«______ )>« r t.(Beifall.) Wo ist denn bis jetzt einer der dafür reifen Getriebe sozialisiert? Darum zweifelt die Masse und sagt: Da» und dieselben Versprechungen, die un» auch früher von dem kor- hupten Regime gegeben worden sind. Die Arbeit e r.w ollen �aten sehen. WaS gehört denn dazu, um den Bergbau zu ?rstaailichen, al» nur«ine Verfügungi Kein Drektor oder Beamter darf dann seinen Platz verlassen. Wenn eine solche !?erfügung kommt, will ich mich verpflichten, jedweden Streik '"fort zu Ende zu bringen.(Na, na). Wenn nicht, dann mögen '�.diejenigen vermchen, denen von den Massen die Knochen kaputt �schlagen werden: De Gewerkschaftsführer.(Lebhafter Beifall v« der Minderheit.) De Bergarbeiter wollen von Hu« nicht» !?ehr wissen. Keiner hat sich mehr gegen eine Dearadierung der nevolutton zu tiner Lohnbewegung aewandt al» ich. Wenn aber Arbeiterschaft sieht, daß der Wille zur Sozialifierung nidjt svrhonden ist, dann hat sie da» Recht, für ihre Interessen einzu- �ften.(Lebhafter Beifall bei der Minderheit.) . Schreck-Bielefeld: Barth scheint eine Neigung dafür zu haben, jjN immer in ein gewisse» Licht zu setzen, um einem schreienden saufen die Möglichkeit zu geben, ,hm zuzujubeln.(Lärm bei Minderheit.) Damit, daß Barth mit der Faust auf den Tisch Wägt, kann er die Sozialisierung nicht fertig bringen.(Sehr Lästig I b«i der Mehrheit.) ES ist nicht wahr, daß die Massen �geduldig nach der sofortigen sozialisierung verlangen.(Leb- Taster Widerspruch bei der Minderheit� Wer im Kohlenrevier M. weiß, daß dort da» Heil de r Welt nur in hohen Lohnen erblickt wird. Von bestimmten Leuten werden *•«_ Lohnforderungen dazu benutzt, um destruktive Tendenzen in iJ�sere Bewegung hineinzutragen.(Lebhafte Zustimmung bei t'r Mehrheit.) ES ist bezeichnend, daß gerade die Gelben so N« Löhne verlangen. Wir müssen un» Kredit in der Weltwirt- erringen. Darum dürfen wir nicht zugeben, daß in den P�ßen Städten arbeitslose Massen vorhanden sind, während sie 1? Kohlenbevgbau und in der Landwirtschast fehlen.(Lebhafter bei der Mehrheit.) Schlleftedt-Remsmeid: Auch wir wissen, daß vir un» den Tillen nicht an unreifen Früchten verderben dürfen. Wir wollen -ch nicht Betriebe, sondern Industrien sozialisieren. Wir ?ben da» tiefe Mißtraue.», daß die Mehrheit stses Koagress-S nicht die sofortige Sozi«Ii- ' e r u n g will. Auch wii wehren un» dagegen, daß die Re- Elution mir eine Lohnbeweguna v rd. Zu den Streiks ist aber � tiefe Ursache vorhanden. Die Bergarbeiter wollen in ihren ,.°hnen nichr hinter der Metallindustrie zurückstehen. Die Lohn- l schen Ko'nknrrenz. Nicht nur in Deutschland, auch in M anderen Ländern sind die Lohne der Arbeiter gestiegen und et ist kaum zu erwarten baß sich die Arbeiterschaft der anderen Länder jetzt lrchndrückende Mahnahmen gefallen lassen wird. Es wird Auifgabe der Friedensverhandlungen sein, dafür zu sorgen. daß eine Schmutzkonkurrenz auf dem Weltmarkt unmöglich ge- macht wird. ES ist schon schwer, den Sozialismus für ein ein- zeln-es Land einzuführen. Aber diese Aufgabe verspricht auch reichen Lohn. Gehen wir energisch, aber besonnen vor. Dann haben wir die Hoffnung, daß sich der Sozialismus auch auf die anderen Staaten ausbreiten wird.(Lebhafter Bei- fall!) Der Volk»beauftragt« Barth gibt auf Wunsch fol- gende Erklärung über di« Lage der Staat»., Reich»- und Kommnnalbeamtea ab. ES sind Befürchtungen aufgetaucht, baß die Beamten ent- lassen würden. Dcyu kann ich positiv erklaren, und zwar für olle Sozialisten vom äußersten Rechten bis zur äußersten Lin- ksn: ES ist ganz selbstverständlich, daß diejenigen, die zu ge- brauchen und gewillt find, tätig mitzuarbeiten, in dieser ihrer Tätigkeit weder behindert noch beschnitten werden. ES folgt nunmehr die Abstimmung. Der Antrag Llidemann, der mit dem ersten Antrage Geyer verschmolzen wird, lautet nunmehr: Der Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte beaustragt di« Regieruno uit der Sozialisierung aller hierzu reifen In- dustrion, ins: so: �ere de» Bergbaue», unverzüglich zu beginnen. Tie Antrag iocd fast riusttnnnig angenommen. Die Demo- kra. i, r liste!■ der Stimm«. 2.;; iu c i 1 e Absatz de» Antrage» Geyer, der von den Mmdescköhnen handelt, wird der Regierung zurBerücksickti- guug überwiesen. Desgleichen ei« Antrag, der die Schaffung eine» Hei-mitättengesetzeS verlangt. Darauf gibt Lüdeman« eine Erklärung ab, warum die fozial- demokratische Fraktion gestern di« Absetzung der beiden Punkte Sozialisierung und Fri-denSregelung beantragt hat. Die zurückgestellt« Angetzegeuheit der Kemmandogevalt in den Garnikone« ist knzwischen in Besprechungen der Fraktionen erv Beide sozialdemokratifchen Fraktionen haben sich«ruf folgend»? Fassung geeinigt: In den Garnisonen wird die mtkstärische Kommcmdogewalt km ständigen Einvernehmen mit der obersten Kommandogewalt von den örtlichen Arbeiter- und Soldatenräten ausgeübt. Mili- tärische Angelegenheiten, die allen Garnisonen gemeinsam sind, werden von den Tragern der obersten Kommandogewalt im Ver- ein mit einem Delegierten rat der Garnisonen erledigt. Da» Hau« stimmt diesem Beschluß ohn« Debatte zu. Die Resolutton der Soldatenfvaktion. die den Arbeitern dm Verkehrsbetriebe den Dank ausspricht, wird angenommen. Ein« Partri-Tebatte. Eine längere Debatte entspinnt sich sodann über eine R e s 0» lu ti on. die die Erklärung eine» Zusammengehen» der sto'z'i alistischen Parteien in dem Wahlkampf zur Nationalversammlung fordert. Seger ersucht dringend, hier keinen Beschluß darüber zu fassen. Der Kongreß ist unzuständig, darüber zu entscheiden, was die sozialdemokratischen Parteien zu tun oder nicht zu tun haben. Severin» schließt sich diesem Borschlag und seiner Bs- gründung an. Lickert-Hamburg widerspricht. Der Kongreß beschließt damit noch nicht, was die Parteien machen sollen. Es sei doch nur ein Wunsch. Hrydemann-KänigSberg bekennt sich als den Urheber dieser Resolutron. Wir kommen täglich in Konflikt mit unserem Gewissen. ES ist unmöglich zu sagen: Ich gehöre zu den Unabhängigen und ich gehöre zu der Mehrheitspartei. Wir haben die KriegSpolitik verurteilt, di« di« Partei Scheidemann vertreten hat, jetzt aber haben wir doch durch unsere Arbeit be- wiesen, daß es Aufgaben für den Sozialismus gibt, wo beide Parteien zusammenstehen müssen. Millionen von Soldaten stehen auf dem Standpunkt, ich glaube zwischen Liebknecht und Dfttmann ist ein größerer Unterschied, al» zwischen Dittmann und Pfanntuch oder Hoch. Haben Sie gesehen, wie hohl und bleich die Leute aussahen, di« in diesen Tagen hier demon- strierten?(Unruhe.) Wir enthalten den Leuten da» leibliche Brot vor, wenn wir ihnen nicht wieder Hoffnungsfreude machen. Wir können un» den Luxus nicht mehr erlauben, unsere Kraft zu zerspalten.(Erneute Unruhe.) Ich bitte Sie herzlichst, unserer Resolution zuzustimmen, damit wir un» nicht bei den Wahlen zerreiben.(Vereinzelter Beifall.) Burman«: Ich unterstütze diesen Wunsch. Ergreisen Sie den historischen Augenblick, wo die Gegensätze im Arbeiter- und Soldatenrat sich verbunden haben.(Lärm und Zurufe: Sie haben ja die Einheit abgewürgt.) Wenn wir getrennt in den Wahlkampf ziehen, vernichten wir un» selber.(Lärm und Zurufe: Wir sind ja schon vernichtet.) Ledebvur: Auch wir Unabhängige haben den sehnlichsten Wunsch, in Deutschland wie in allen Ländern eine große einheit- liche sozialistische Bewegung zum Sturz de» Kapitalismus zu- sammenzuballen. Gegen da» Zusammenarbeiten mit Mitgliedern der anderen sozialdemokratischen Partei habe ich auch nichts. Aber ich bin gegen«ine Verschmelzung oder ein Zusammengehen in dem Wahlkampf mit gemeinsamen Listen, wie«S Dittmann befürwortet hat.(Dittmann: Ich habe nur den Grundsah de» einheit- lichen proletarischen Kampfe» aufgestellt.) E» hat überall den Eindruck gemacht, al» ob du für den gemeinsamen Wahlkampf ge- Wesen bist. Mit den Hauptschuldigen, mit Scheidemann, mit Cbert und ÄandSberg, die während de» ganzen Krieges alles auf- geboten haben, um die bürgerliche kapitalistische KriegSregierung am Ruder zu halten, können wir nicht zusammengehen.(Lebhafter Beifall einer Minderheit.) Mit solchen diskreditierten Mä..nern wollte ich auch nicht in ern Kabinett eintreten. Sogar die neue demokratisch« Partei hat ja erklärt, sie wollt« nicht die Führer, die sich durch ihre Kriegspolitik diskreditiert haben,' in die Partei hinein haben. Hier trennen sich unser« Wege. Die auf diesem Kongreß vorgekommenen Vergewaltigungen hätten jeden davoit überzeugen müssen, daß mit Annahme diese» Antrages von uns nicht zu rechnen ist.(Lärm bei der Mehrheit.) Die unaufgeklärteu Soldaten(Sturmischer Widerspruch bei den Soldaten. Rickelt ruft: verbohrt und verrannt! Große Heiterkeit.) Diese unaufgeklärten Leute sind von der Verhctzungspsyckose befangen, die von den volkkbeauflragten systematisch betrieben wird. Wir werden die Massen der Arbeiter auf unsere Seite bekommen. Dann ist die Zeit der Einigkeit für da» Proletariat da.(Stürmischer Beifall bei der Minderheit und auf den Tribünen. Anhaltender Lärm.) Darauf ergreift Scheidemann da? Wort: Er wird mi: de- monsttativem Beifall von der Mehrheit empfangen, von der Tribüne ertönen Pfifse, e» kommt dort fast ,um Handgemenae. I ®er Versammlung hat sich eine ungeheure Erregung bemächtigt. «S dauert Minuten, bis sich Scheideinann schließlich da« Wort sverschaffen Zann. Er fuhrt aus.- Der Antrag ist zweifellos von den besten Absichten diltiert, der fetzige fkongrcß kann aber im- Möglich tu eine rein parieilposttische rluSeinanderjetzung ein- Freien. All« Bemühungen tu dieser Mchtung habe» bisher da« Gegenteil erreicht. Was war der Erfolg des Antrages? Höchstens eine neue Zuspitzung der gegenseitigen Abneigung. Das ist daS ivetlagenSwerte, adh trotz der Bemühungen, die Arbeiterschaft zu- sammenzuschweißen, die Arbetterschaft durcheinandergcspreng! �wird.(Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit— andauernde "Unterbrechung und Lärm bei der Minderheit.) Tie dcutichen Arbeiter werben am 19. Januar die Antwort schwn geben.(Stür- Mischer Beifall bei der Mehrheit, Lachen bei der Minderheit.) t- Der Vorsitzend« der Soldatenfraktion Lohn trklärt, daß der Antrag zurückgezogen wird. Ich bitte meine freunde, so fährt er fort, an die West-, Ost- und Südostsront {u gehen und das hier Gesehene bekanntzugeben.(Diesen War- en folgt demonstrativer Beifall der Soldaten und der Mehrheit, toäbrend die Unabhängigen, darunter auch einige Soldaten, er- regt auf den Redner eindringen. Es herrscht wieder ein minu- jenlanger Tumult. Der Vorsitzende verliest eine Resolution, die vber in dem Lärm von niemandem verstanden wird. Als darauf hum erstenmal eine Frau, Käte Leu-Danzig, das Podium betritt, tritt sofort«tillc ein.) Tie R e d n e r i» iführt aus: Daß ich hier an dieser Stelle sprechen darf, ist ein Zeichen der neuen Zeit. Wir Frauen waren politisch mund- lo« gemacht. D i e Sicherung der Revolution kann nur mit Hilfe der Frauen geschehen. Tausende .Aufgeklärter Frauenherzen schlagen der Revolution entgegen. Aber noch gibt es eine gewaltige indifferente Maffe. die, wenn sie nicht politisch aufgeklärt wird, die Revolution gefährden kann. Deshalb habe ich den Antrag eingebracht: Der Kongreß erklärt KS für die besondere Aufgabe der Revolution, die bisher auf allen LebcnSgebieten zurückgesetzten Interessen der Frauen überall tätig zu fördern. Wir Frauen rufen den Arbeitern zu: Ihr habt wohl die Macht in Händen, aber nur wenn ihr einig seid.(Lebhafter Beifall.) Der Antrag der Genossin Leu wird angenommen. Auf Anregung von Zöllner und nach kurzer Bemerkung von Vrafc-Rem scheid wird beschlossen, für die Hinterblt�enim der Opfer vom 6. Dezember in den Fraktionen eine Sam.nlun;, einzuleiten. y Die Beziehungen zu der Towjetregierun«. Die Unabhängige Fraktion beentragt: Die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetregierung sind unverzüglich wieder auf- zunehmen. Heckert-Chemnitz begründet den Antrag. Wenn wir die in dem Telegramm von Obcrost verlangten Truppenformationen zur Sicherung des Rücktransport» wirklich absenden, dann er- regen wir nur einen neuen Krieg gegen Rußland. Um aber den Abtransport unverzüglich in die Wege zu leiten, müssen die diplomatischen Beziehungen zum Sowjetrußland sofort wieder �aufgenommen werden. DaS deutsch« und da? russische Volk sind auf ein freundnachbarliches Verhältnis angewiesen. ES gehen zwar Gerüchte, daß die Entente die Wiederaufnahme der diplo- matifchen Beziehungen nicht dulden will, dann soll sie daS aber vffen erklären, damit die Arbeiter in den Ententeländern wissen, woran sie sind. Sollen wir warten, bis die Ententetruppen die Sowjetrcgierung ermordet haben? Ich bitte dringend um An« yahme des Antrage?. [ Trotz des Widerspruches der Unabhängigen wird ohne weitere Debatte beschlossen, den Antrag nur der Regierung zu überweisen. Auch diese? Ergebnis wird mit Pfuirufen aufgenommen. c Darauf ersucht Llldrmann zum Schutze der BolkSernährung dafür zu sorgen, daß die lokalen Arbeiter- und Soldatenräte "riicht, wie das vorgekommen fei, große LebcnSmitteliendungen für sich beschlagnahmen und nicht selbständig in die den Zentral- einfuhrgesellschaften vorbehaltene Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Auslände eingreifen. l Schmidt-Düfseldorf weist erregt die Behauptung zurück, die durch nichts bewiesen sei, die aber in die Lüdemannsche Regie hineinpasse. Der Vorfitzende verliest darauf ein Telegramm au« Hanau, worin der dortige Arbeiterrat gegen die Aufoktrohie- irung eines von ihm abgesetzten Landrats durch die Regierung IHirsch-Breitscheid protestiert. Ferner ein Telegramm des M a r n i s o n r a t S Franken st ein, der ein fosortige» Ein- � schreiten gegen Liebknecht und Genossen verlangt. Die Verlesung. dieses Telegramms wird mit Gelächter von tEn ZZ!n?IW6l!oae» aufgenommen. Ferner erklärt der Vorsitzende, daß chm von Abgef a n d» ten de? Vollzugsausschusses Berlin«in Protokoll überreich! sei, daß er aber incht verlesen werde, weil sein Inhalt den Kongreß nicht««ngKh«. Ledebvur protestiert dagegen. Der Vorsitznde bleibt aber auf seiner Absicht bestehen, da über daS Protokoll im VollzugSrat kein Beschlutz gefaßt worden sei. Damit ist tne TageSordwung de» Kongresse« erledigt. Der Vorsitzende Lrinert nimmt dann noch daS Wort zu einer längeren Schlußrede, die in ein Hoch auf die geeint« revolutionäre sozialistische deutsch« Republik auSklingt. Der Kongreß stimmt breimal in da» Hoch ein. Sehluß 2% Uhr. Verkehrsregelung am heutigen Sonnabend. Aus Anlaß der Beisetzung der Revolutionsopfer am heutigen Sonnabend, den 21. Dezember, werden folgende Absperrungen vorgenommen: Um 1l1 Uhr Absperrung der Sicgesallee für Wagen» und Personenverkehr: an der Belle- vuestraße, am Königsplatz und längs der Charlottenburger Chaussee Aufstellung von Posten an den Denkmälern: um 11 Uhr Absperrung des Königsplatzes für den Wagender- kehr: um?112 Uhr Absperning der Charlottenburger Chaussee und der Siegesallee: um �1 Uhr Freimachen der Bcllevuestraße für den Abmarsch des Zuges: um 12 Uhr Absperrung des Friedrichshains: von �12 Uhr ab Absperrung der Straße Unter den Lindep. Sperrung des Zivil-Personenverkehrs in de« Weihnachtstagen. Infolge Notwendigkeit in der jetzigen Zeit der Demobil- machung, in erster Linie das Militär zu befördern, wird für Berlin vorrnSsichtlich der Zivilpersonenverkehr in den WeihnachtStagen i on: 31. bis 24. Dezember bei einzelnen Zügen oder ganz gesperrt werden müssen. Es kann deshalb kein« Zivilperson mit einer Be- förderung in diesen Tagen rechnen. Die Neuköllner Vorgänge. Nach dem Putschversuch in Neukölln war eS bekanntlich in einer gemeinfamen Verhandlung im Ministerium des Innern zu einer Vereinbarung zwischen den beteiligten Parteien gekcnninen. Hierzu nahm d?r Arbester- und Svldatenrat in einer Sitzung Stellung. Genosse Zirkel erstattete dort Bericht. Die Ber- sammlung glaubte sich mit den getroffenen Abmachungen nicht zufriedengeben zu können und stimmte daher nachstehenden Ab- änderung.Santrägen einstimmig zu: 1. Die Vertreter des A.- und S-RateS Neukölln erklären, mit der Vornahme von Neuwahlen zum A.» und S.-Rat prinzipiell einverstanden z« sein. Die Bestimmung des Wahltage« bleibt weiteren Verhandlungen vorbehalten. Die Wahlordnung und der WahlmodnS werden durch eine paritätische von den beiden Seiten zu bestellende Kommission festgesetzt. 2. Ter A.» und S.-Rat ist bereit, die in die Exekutiv« der Regierung eingreifenden Verfügungen zurückzunehmen, wenn die Regierung sich verpflichtet, bis spätestens 1. Januar 1919 ein Dekret im gleichen Sinn« zu erlassen. 3. Der A- und S.-Rat Neukölln ist bereit, die Arbeiten der Stadt« rorüneten Versammlung zu übernehmen, deren Tagung da- durch überflüssig wird. Nach Annahme dieser AbändrrungSanträge ist selbstverständlich «in« neue Verhandlung mit der Regierung novoeudig. Der A.- und S.-Rat steht auf dem Standpunkt, daß der Wohnungsnot der Bevölkerung unbedingt Rechnung getragen werden muß. wie auch die Stadtverordnetenversammlung durch die Revolution höchst über- flüssig geworden ist. Um den Beschlüssen des A.» und S.-RateS größten Nachdruck zu verleihen, wurden vom Vollzugsrat am Donnerstag drei ösfent- liche Versammlungen einberufen. Alle drei Versammlungen stellten sich hinter die Beschlüsse de? A.- und S.-Ra!eS. In scharfen An- klagereden wurde der Putsch vom 1k. Dezember gegeißelt. Fol- gende Protestresolution wurde in den Versammlungen einstimmig aNflWvlmnen:.In heller EmpSrnnz über»en»w 1» d.**■ Kt* üblen Putschs zu welchen unerfahrene und politisch ungeschulte funge Gvlvaten der hiestge» Garnison von gewissenlose« un»! korrupten Elementen gedungen wurden, fordert die heute in de* Passage-Festsälen stattfindende Volksversammlung den Vollzug«- auSschuß auf, sofort energisch bei der Regierung die Sntwassnung der vier zu verlangen. Di« Versammlung stellt ferner mit allein Nachdruck die Forderung auf, daß bis zum Abbau der Garniiou. der schnellstens zu erfolgen hat, daS gesamt« Mil:!är unter die Kontrolle de» Arberter, und Saldatenratr» gestellt wird." Die Beerdis«»» der Opfer vom 6. D«,ember findet, wie scha mitgeteilt, heut« mittag 12 Uhr von der Siegesalle« auS statt. Der BvllzugSrat haj beschlossen, daß Deputötionen der Betriebe sich an' schließen möchten, daß dagegen von einer Einstellung der Arve'.« in den Betrieben wegen der allgemeinen Lage abgesehen werde» sollte. Di« Errichtunz eiaer dritte« städtischen Mädchenschule aiif dem Grundstück Grünthaler Str. 21 mit den Klassen K, 6, 4 un? einer Förderklasse ist vom Berliner Magistrat von Ostern 1919 ab in Ausficht genommen. Die Eröffnung wird am 1. Apru nächsten Jahreö erfolgen. Da? Opfer einer Fahrläsfiskrit ist ein unbekannte» Mädche» in der Vorhall« der Alexanderkasern« in der Münzstraße ge- worden. Ein Soldat ging dort mit seinem Gewehr so unvorsichtig um, daß sich«in Schuß wste. Di« Kugel traf da» Mädchen uu> tötete e» auf der Stell«. Die Unbekannte ist 22 bis 26 Jahre alt, 1,62 Meter groß, bat dunkelblond«? Haar und trug weiße, L. W. gezeichnete Wäsche, eine rote Mus« mit weißen Spitze»' kragen» einen braunen Mantel und«in« weiß« Boa. greireiisilfe Gemeinde. Sonntags den 22. Dezember, vor- mittag» Ivll Uhr, Kl. Frankfurter Straße V: Vortrag de» Herr» Ernst Däumig:„Tie religiösen Strömungen im Ausstand der Niederlande." Am ZS. Dezember, vormittags lOK Uhr, in dcr Klosterkirche. Klosterstraße 73,: Dorttag de» Herrn Dr. Brun» Wille:.Friede auf Erden." Gäste willkommen. ReichSbnnd der KeIe»«beschSdi«teu und«»emoligen Krie»»- leilnehmer i Bezirk Cbarlottenburg) hält am Sonntag, dc» 22. Dezember, vorm. 1054 Uhr eine große Versammlung im Voll»- Haus, Rviinenstr 4, ab. Erscheinen eines jeden RijgltedeS'st Pflicht. --.. K* i t' � Aas den Orgamsakionetu. Achtung! Parteigenossen! Tie Generolversammfung von Troß-Berün findet Sonntag nicht statt.* An deren Stelle- V. � Vorständekonferenz* der 6 Berliner Wahlkreise im Schutzimmer btx Acker teo biidungsschule, Schicklerstrciße 5/6. Ter AktionSaiiSschu?. Achtung! Soldatendelegierte von Groß-Berlin! Cs findet heute, Sonnabend, abends 7 Uür im Oben geschoß, Saal 1 des ReichStagSgebäudes, eine Besprechung der auf dem Boden der 11. S. P. D. stehenden Solbatenrät« Groß-Berlins statt. Tagesordnung: 1. Vorliegende Av' träge, 2. Stellungnahme zu der Tagesordnung der Berliner Soidatenräte. Zweiter Wohtkrei»:, Heute, Sonnabend, abends 754 Uhr Konferenz der Bezirksführer bei Rauscher. Gnrisenaustt. KL. TageBordnuiig: Die Vorbeoeitungen zur Wahl der Nationalverfammlung. Keiner darf feblen. WtkmerSdvrf. Heute, Sonnavend, abend? 755 Mr, ffstStt der Aula dcS Bismarck.GpmnafnimS, Pfalzburger Str. 30, Dl, ein« öffentliche Versammln na statt. Tagesordnung: Bürgerliche oder sozialistische Republik? Referent: Genoß« Werlein. Friede»«!. Sonnabend, den 21. Dezember, abeuds 7 Uhr. außerordentlicher Zahlabend. Infolge der wichtigen Taget- ordnung ist da? Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich- verantwortlicher Redodteur: Dr. S. NestriepKe. Berlln-Wilineredmt- Druck der Lindendruckerei und Berlogsgesellschast«. b. H-- Schisfdauerdomm 19. Rttiapv ttme «- » a u n ffljs. 2 Dehler tiäuv denn ihlechb Pride 'olen, ior'frf Sfinrn SoziMemokratischer Wahlverein des K. berliner Aelchstagswahlkelfes A.S.V. Nm Sonntag, öen 22. Dezember, vormittags 12 Ahr Geffentliche Volksversammlung in den Germania»Sälen, Lhausseeftraße. v. Sie Wahlen zur Aalional-Versammlmg.«-f«-« s-n°ss- Wähler, Männer unö Irauen. ersAieint zahlreich in der Versammlung. Der Vorstand. Berein der Berliner Buchdrucker und Schristgietzer Sonnlag. den 22. Dezember, vormittags piillttlich 10 Uhr im Arbeitslosensaale des ventschen Metallarbeiter-Verbandes Liuienstraste 8S—«S. Vertrauensmänner» Versammlung Tagesordnung: Bericht von der Tarifausschußsitzung Zutritt haben nur die Bertranensleute und Truckereitasfierer. Ohne Legitimationskarte kein Eintritt. Der Gauvorstand. 1. Kreis lt. S.V. Wichtige Rltglleder-Birlammleiig Sonnabend, den 21. Dezember. «dmd« 7 Uhr bei«d.«ichale», ISdeuftratz«»4. Iii vorvandimU, Ucker.«»tetlun�Ietier und vejlcvsHhrn dSrtni unter leinen Umstinden sehle». 3er Siorftand. I.«ieae,«chrtststhrer. Zrieörichshagen (ZsKpsIr »u»irtem Tuchbezuc»»e eutem Pelzfutter»dr prele- »«r« zu T«rkazlen. Gelegenheit! Blauer Bazar Kalser-WlIbcsm-StraBe Ist. beim Altxinderplatz. Tie ______ Wieder de» W-Hweretn» der Ü. s.».»«den ,rw«t. m»vn w'S'a.&!r»8tE'ÄÄ 30 Botenfrauen »acht frltz Mew«, Oenter Str. 28, EipMilllM