Preis 10 Pfennig. MorgemAnSgabe. M KW I�W. WA o ie Areikei AedalNo»: Berllu NN«. Schissvanerdamm Fernsprecher! Ämt Skordeil t uua U-itS ®ie.Freiheit" erscheint zweimal täglich, morgen» und nachmittag«, an Conn- und Festtagen nur morgen«. Der Bezug-prei» beträgt bei sreisr Zustellung in» Hau» für Erod-B-rlin monatlich 3 M Für die Erledi- gung auswärtiger Bestellungen ist oorderig« Einsendung der Lezugs- gebiihr erkorderlich. Tie.Freiheit" ist im ersten lltachirag der Post» ieitungsltste fitr ISllst eingetragen und hostet bei bir-hiem Postbezug «hne Beilellgediihr monatlich 2 3)1., bei Zusendung unter Streisband« M. Verlmer örgan Expedition:«erlin NW«. Schlffbanerda««»vir. Feriiiprecher:«ort Norden iivv? und>»»«». Inserat« kosten die siebengespallen« lllonpareillezeil« oder deren Rau« 70 Pf..Kleine Anzeigen" da» fettgedruchte Wort 30 Pf. jede» weiter« ;S°Ü 15 i*'; dr-igefpalten, Reklamezeile 3 litt.. Teueruagszufchlag 30%. Bei Familienanzeigen, Perfammiungsanzeigen von Gewerk» fchaften und politischen Organisationen fällt der Teu-rung-zuschlag fort. Inserat« für den darauf folgenden Tag müssen spätesten» bis 6 Uh, abend, bei der Expedition, Schissbauerdamm IS, aufgegeben sei». Jahrgang 1 Freitag, den 27* Dezember 1918 Nummer 75 Semonflwtione« gegen den..Vorivürls". kritische Tage. Der erste Feiertag sah in Berlin eine große Demon- stration, die von den revolutionären Obmännern zum Pro« test gegen die blutigen Vorfälle am Dienstag veranstaltet worden»var. Die Demonstration gab Zeugni« von der un- geheuren Erbitterung, die die ebxnso törichte wie nichts- würdige Art des Vorgehens gegen die Matrosen U, der ganzen Berliner Arbeiterschaft hervorgerufen hat. Die Demonstration hat bewiesen, was hier sofort ge- sogt worden ist: daß das Heranholen von Truppen, die Er- öfsnung von Artilleriefeuer gegen die Matrosen zu den weit- tragendsten und unheilvollsten Folgen hätte führen können. Denn die revolutionäre Arbeiterschaft hat gezeigt, daß sie sich von den revolutionären Soldaten und Matrosen nicht ss-nncn M. daß sie. wenn es M täte, heute.ebevso gemein- sam mit ihnen zu bandeln verstünde, wie in den ersten Tagen der Revolution. Dadurch, daß eZ der Unabhängigen Sozial- demokratie gelang, in den Verhandlungen die berechtigten wünsch? der Mattosen zu erfüllen, wurde großes Unglück verhütet. In der Demonstratton kam auch die zornige Erbitte- tung gegen die Urheber und Verantwortlichen des unnützen Bluibades zum Ausdruck. Nun ist es schon mehr als merk- würdig, daß bis heute noch nicht amtlich festgestellt worden ist. wer denn eigentlich den Befehl zur Heranhdluna der Truppen gegeben, wer verschuldet hat, daß ihre Befehlshaber ein unannehmbares Ultimatum an die Matrosen gerichtet und dann die Kanonade begonnen haben. Wir haben bereits betont, daß alle Umstände dafür sdrechen, daß der Befehl von E b e r t, allein oder mit seinen Freunden in der Regierung, gegeben worden ist. Aber warum wird das nicht mitgeteilt? Fürchtet Ebert die Vcrant- Wartung? Auf alle Fälle muß in dieser traurigen und so schwer- wiegenden Angelegenheit Klarheit, volle Klarheit ge- schassen und daraus die politischen Konsequenzen abgeleitet werden. Tarauf werden unsere Genossen in der Regierung bestehen. Die Situation des Kabinetts bleibt also kritisch, Und die allernächsten Tage müsien die Entscheidung bringen. Daß da» Kabinett in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung fortbestelsen könnte, erscheint uns wenig wahrscheinlich. War der Verlauf der Demonstration ein ermutigender und erhebender, so hatte diese doch ein Nachspiel, das besser unterblieben wäre. Eine Gruppe Demonstranten besetzte den ..Vorwärts", und es bedurfte erst längerer Verhandlun- Ken. bis das Gebäude am Donnerstag wieder freigegeben w-iede. Ter Beschluß der revolutionären Obmänner, den wir an anderer Stelle wiedergeben, schildert durchaus richtig ''ic Stimmung, aus der der Handstreich geboren wurde. Die Berliner Arbeiterschaft kann nun einmal nicht vergessen. unter we'ch erbitternden Umständen sie uni den Besitz ihres Vlaitt?. für das sie>0 viele Jahre alle Anstrengungen eingesetzt hat, gebracht worden ist. Und die Haltung des„Vor- wärt?" im Kriege und der Revolution bat das Maß der Erbitterung noch gesteigert. Aber in solchen Handstreichen when wir kein geeignetes Mittel, das gebeugte Recht wieder- brrzi, stellen. Der Zwischenfall mit dem„Vorwärts" hat zu den wilde- st?» Gerüchten über den Sturz der Regierung und die Ueber- "ahme der Mackt durch Ledebour und Liebkneckt geführt. Daran ist natürlich kein wahres Wort. Diese Gerüchte be- wuchsen nur den kritischen Zustand, in dem sich die Regierung �findet. Die nächsten Tage müsien nach der einen oder >nderen Seite eine Entscheidung bringen. « , Heber den Verlauf der Demonstrationen erhalten wir " flende Berichte: In der Siegesallee. Die re!»oluti«nären Obleute irnp VertriucnSmänner fc«®t»fc �erlincr Betriebe tat!«» für den 1. Feiertag, nachmiiiay» 2 Uhr. Arbeiterschaft Berlin» in die Siege So llee gerufen, um �■'rt gegen die blutigen Vorgänge vom Dienstag zu protestieren. Wtotz fchfeebten Wetter? und der verspäteten Aufforderung, die in ulle Hände gelangen konnte, waren Taufende erschienen. Vor dem lstoland-Brunnen hielt ein Matrose, der die Ver» teidigung de» Marstall» geleitet hatte,«ine Ansprache. Tr jchil- derte noch einmal die Quertreibereien, die von der Kommandantur seit Wochen gegen die VoirSmarinedivision unternommen worden waren. Di« Marine habe zuerst den revolutionären Funken, der während de« Kriege» unterirdisch im Volke glimmte, zur Flamme entfacht. Sie habe von Kiel au» die Revolution durch ganz Deutschland getragen und für ihr Verhalten jedenfalls einen ganz anderen Dank verdient, al» daß man sie fang und klanglos au» Berlin hinausbefördere, wie e» Absicht der Kommandantur ge- Wesen sei. Die Matrosen wollten durch ihre Dcmonstvation von Freitag lediglich ihre Rechte gewahrt wissen. Wäre ihnen die Löhnung ausgezahlt worden« so wäre es ihnen nie eingefallen, vor die Kommandantur zu ziehen. Statt den Matrosen das ihnen zu- stehende Recht zu gewähren, habe man«in Panzerauto gegen sie mobil gemacht und aus sie ge ich» stau. KU hcch««s i» der Absicht der Volkimarine gelegen, die Kommandantur oder die Regier ungzu vergewaltigen. Das habe die Marin« auch während der Nacht von Montag zum Dienstag bowiefen. Sie sei de? Glaubens gewesen, dah der Ko»rflikt nun- mehr durch Verhandlungen beigelogt werden könne. Ledebour habe ihnen d«S früh um Z Uhr noch versichert Die Mehrzahl der Matrosen sei deshalb nach Hause geAsngen. Früh gegen %8 Uhr wäre er plötzlich vor da» Tor de» Marstall» gerufen war- den. Dort hätten«in 18 jähriger Leutnant und mehrere bis an die Zähne bewaffnete Soldaten gestanden und habe ihm da» bekannte Ultimatum überreicht. Er habe seine Kameraden sofort davon verständigt, und jeder einzelne habe die Versicherung abgegeben, daß er lieber sterben wolle, al» daß er sich dieser schmählichen Zumutung fügen werde. Die Matrosen hätten sich verpflichtet, nicht«her aus Berlin her- auszugehen, als bis die revolutionäre Arbeiterschaft die? fordere. Sie hätten deshalb die weiße Fahne nicht gehißt, und um Punkt 8 Uhr habe dann die Schießerej eingesetzt Wenig Waffen und Maschinengewehre hätten den Verteidigern zur Verfügung gestanden. Drei Matrosen bedienten zwei Stunden lang ein Maschinen- gewchr, bi» sie durch«inen Volltreffer getötet worden seien. Er habe wiederholt gefragt, ob man die weiße Fahne nicht hochziehen wolle. DieS f« immer wieder abgelehnt worden. Da die Truppen de» General Leguis die Schloßzentrale besetzt gehalten hätten, wäre eS unmöglich gewesen, ärztliche Hilfe zu rufen. Die Verwundeten hätten ohne Verbände gelegen. Er habe sie gefragt, ob« r 1 n ihrem In t e r« s s e die weiße Fahne hisien solle. Die? sei immer wieder v e r ne i n t worden. Sie wollten lieber verbluten, als sich den falsch unterrichteten Soldaten des Generals Lequis zu ergeben. Di« Ausführungen des Matrosen fanden stürmischen Beifall. Er wurde immer und immer wieder durch bege>iftert>e Zurufe unterbrochen. Als er von den Toten sprach, entblößten die Der- sammelten daS Haupt. Im Anschluß daran sprachen noch Lieb- knecht, Ledebour und M i n st e r. Liebknecht sagt-, daß da» Borgehen gegen die Matrosen im Einklang stehe mit den Vorgängen de» 6. Dezember. Die Matrosen hätten durch ihr mutiges und tapferes Verhalten der revoluttonären Arbeiterschaft«in Beispiel gegeben, wie sie zu känlpfen habe. Die Regierung Ebert-Scheidemanu habe das Blutbad verschuldet. Noch immer lägen in der Umgebung Berlins konterrevolutionär« Truppen, ja der General Lequis habe heute in einem Interview der.Vossischen Zeitung" sogar erklärt, daß noch diel mehr Truppen zusammengezogen wer» den müßten, um gegebenenfalls gegen das Volk zu mar- schieren. Demgegenüber gebe«» nur ein« Parole: Entwaffnung sämtlicher Offiziere, Beseitigung der militärischen Kommandv- stelken, Bewaffnung deS revolutionären Proletariats. Er fand stürmische Zustimmung. Genosse Ledebour schilderte den Gang der Verhandlungen zwischen den Matrosen und der Regierung. Er seit noch früh um 4 Uhr var dem ReichSkanzlerpalai» gewesen, habe dem dortigen wachthabenden Offizier erklärt, daß«r von Pen Matrosen zur Verhandlung beauftragt sei. ES dürfe in»einem Falle gegen die Matrosen etwas unternommen werden»hne seine Zustimmung. Er habe außerdem dem Leutnant seine Telepbonnummer angegeben und«hm gesag«, daßerjederzeitzurverfügung steh«. Trotzdem habe die verhängnispalle Schießerei stattgefunden. Der Besohl, gegen die Matrosen in Aktion zu treten, könne nur von Ebert oder Scheidemann ausgegangen sein. Dieser brutale, nichtswürdige Akt, der gegen die Matrosen ahne jeden Grund unternommen worden fetz fordere den schärfsten Proiest des revolutionären Proletariat» heraus. Da» Volk dank« den Ma» trafen für ihre herrliche revolutionäre Ueber» zeugung, die sie bis in den Tod verföchte,! hätten. Durch da» Wirken der Unabhängigen sozialdemokratischen Parti ei seien den Matrosen ihre Rechte geworden. Auch Lebo- hour fand stürmischen Beifall. p Vor dem Marstall. � Hierauf ordneten sich die Massen zu einem Zuge und zogen nach dem Marstall. LS— 20 000 Teilnehmer waren zu zählen. Voran schritten Matrosen mit roten Fahnen, sodann folgten einige Hunderte Soldaten, dann ein endloser Zug von Arbeitern aus den verschiedensten Berliner Beirieben. Im Zuge wurden Schilder getragen mit der Inschrift„Hoch die VolkLmarine-Divi» sion." Hochrufe auf die Matrosen erschollen immer wieder an» der Menge und pflanzten sich durch den endlosen Zug fort Vor dem Marstall hielt vom Balkon des Schlosse» au» ein Soldat eine Ansprache. Er sagte, daß im Schloß elf wie Matrosen aufjpbahrt lägen. Die unübersehbare Menge entblößte darauf da» Haupt. Man habe mit den gemeinsten Mitteln gegen die Matrosen gekämpft und sogar Gasgranaten gegen sie verwendet Die Menge stieß entrüstete Pfuirufe aus. Die bürgerliche Presse mitsamt deS.Vorwärts" verleumdete die Matrosen in der gemeinsten Weise, wenn sie zu behaupten wagte, Matrosen hätten da» Schloß geplündert. Die Lebensmittel lager- ten noch im Schlosse und stünden der hungernden Berliner Be- völkerung zur Verfügung. Die Meng« solle da» Beispiel von Tapferkeit und Treue für die revolutionäre Sache, das die Ma- trosen gegeben hätten, ehren und den Toten schwören, daß sie in ihrem Sinne weiterkämpfen wollten bis zum endgültigen Sieg« der sozialistischen Republik. Die Menge hob in begeisterter Zu- stimmung die Hände., Hierauf sprach noch einmal Karl Liebknecht Seine Rede gipfelte in dem Schluß: Nieder mir Efiert-Tcheidemann, die dieses Blutbad verschuldet haben! Entwaffnung der Ossizier« und de? Bürgertums! Bewaffnung des revolutionären Prole tariats und Bildung einer Roten Garde! Die Besetzung des„Vorwärts". Nachdem sich Liebknecht entfernt hatte, schien sich die Menge �ihen. AlS man am.VorwZrt«"gebäude angekommen war, er- klärten die Führer deS ZugeS: Der.Vorwärt»" gehört der Ber- liner Arbeiterschaft, wir wollen ihn zurückerobern, um ihn ihr wieder zu geben." Vor dem„VorivärtS'gebäude standen die SicherheitSmann- fchaften. Nachdem man sich rasch mit ihnen verstündigt hatte, schlössen sie sich der demonstrierenden Menge an und übergabr:, den Vertretern der Arbeiter die Schlüssel deS Gebäude?. Dara: drang die Menge in da?.VorwärtS"gebäude ein. E» muß abe ausdrücklich hervorgehoben werden, daß nur der Maschinensaal uiu die Setzerei bei veten wurden, während die RcdattiouSräum« nich befetzt wurden.« Großes Aufsehen erregte eS bei den Eingedrungenen, daß man im Hof des Gebäudes ein Panzerauto fand und in der- schiedene Räume auch Maschinengewehre, die von dem Jägcr-Wach- kommando dorthin gebracht worden waren. Ein Redner wies die Demonstranten auf diese Waffen hin und meinte, freilich nicht außer acht lassend, daß es sich um den Besitz eines militärischen Kommando» handelte, daß der„Vorwärts", der jede Sammlung von Waffen in privaten Händen so scharf verurteile, sich selbst so überau» reichlich damit versehen habe, offenbar um gegen die reva» lutionäre Arbeiterschaft Berlins zu kämpfen, während Herr Wels eine Trabanten zur Redaktion der„Roten Fahne" geschickt habe, am dort Haussuchungen nach Waffen vorzunehmen, habe er gleich- zeitig sein.Vorwär!S"heim auf»«ichiichste damit versorgt— Da» Panzerauto und einige der Ma'chinengewehre wurden dann 'n Beschlag genommen und fortgeführt. Inzwischen hatten die Führer die Meng« gefragt, ob sich in ihr Setzer und Papierschneider befänden. Nachdem sich mehrere gemeidet hatten, begab man sich in die Druckerei und stellte dort -ine Reih« von Flugblätter in großer Anzahl her. Mehr als zwei Stunden wartete draußen die Menge, bis die Herstellung der Flugblätter beendet war. Bald darauf wurden die Flugblätter ausgegeben. In ihnen wird erklärt, daß der seiner Zeit vom Parteivorstand Eberl. Sckieidemann den Berliner Arbeiten, geräubte„Vorwärts" uun- Tffejt Th fiTe seiner rechtmäßigen Besitzer ivieder übergegangen sei: der bisherig«.Vorwärts' wird als Lügen- Hund bezeichnet und e» wird versichert, dasj er jetzt von dein .Roten Vorwärts", der die lautere Wabrheit verkünden werde, abgelöst sei. Vi» zum slbend deS zweiten Feiertage» hielten Mannschafte» des Sicherheitsdienste» den.Vorwärt»" besetzt. Gegen Abend er- schien der Thefrcdakteu de».Vorwärt»", Friedrich Stampfer, i» einem Auto und wollte sich in da» Vorwärtshau» begeben. Er wurde von Matrosen freundlichst aufgefordert, in einem bereit« stehenden Marincauto Platz zu nehmen, da» mit ihm schnell da- vonfuhr. Wie e» heißt, wurde er nach dem Marstall gebracht, dir» aber bald wieder freigelassen. ?m Abgeordnetenhause fand dann«ine Konferenz de, berschiedenen interessierten Stellen statt, der auch Vertreter der Regierung beiwohnten. Von den revolutionären Obleuten der Betriebe w»rd. wiederholt gefordert, daß wenigsten» den anderen foziolistischc» Organe» die gleichen Papiermengen zur Verfügung gesteltl würden wie dem.Vorwärts". Im übrigen bestand man nicht darauf, die Besetzung de» Vorwärtz-Gebäude» aufrechtzuerhalten. Nach längeren Besprechungen kam e i n« V e r st ü n d i g»» z instand«. Di« Gebäude in der Lindcnstrahe wurden wieder frei- gegeben, der.Vorwärt»" kann ungehindert erscheinen. Hellet die Stimmung in der Arbciterfchaft, die zu der Be- setzung de»»Vorw2rt»"-GcbäudeS führte, gibt folgender Beschluß der revolutionären Obleute Aufschluß: Dw Versammlung der revolutionären Ob.j l«ut« und Vertrauensleute Groß-Berlin» vom LS. Dezember 1818 hat volle» Verständnis für den Groll de« Arbeitermassen, der am LS. Dezember zur Besetzung de».Vor- wärtS'-Unternehmen» geführt hat. Der ungeheuerliche Recht». b r u ch, der vor zwei Jahren gegen die Berliner Arbeiterschaft be- gangen wurde, wird heute um so aufreizender von der revo- lutionärcu Arbeiterschaft empfunden, al» der.Vorwärt»" in der letzte» Zeit in der schamlosesten Weise alle ehrlichen und eni- fchiedenrn revolutionären Kreis« sowie die VolkSmarinedivisio» beschimpft hat. Die revolutionären Obleute Halden daher die den.Vorwärts"- Leuten erteilte Lektion für wohlverdient. Aber sie halten da» Vorgehen gegen den.Vorwärts" nicht für den gegebenen Anlaß, den umsassenden Endkampf gegen die offene und verkappte Gegenrevolution aufzunehmen. Die Versammlung der revolutionären Obleute empfiehlt da- her die Aufgabe der Besetzung des.Vorwärts"- Gebäude». Sie verpflichtet sich, alle Kräfte einzusetzen, die revolutionäre Entwicklung w e i t e r z u t r e i b c n und den Kampf für den Sozialismus zu Ende zu führen. I» diesem Kampf ist selbfweritändlich eingeschlossen der Kampf gegen die Regierung Ebert und deren Lakaien im.B o rw ä r t»". Die Versammlung der revolutionären Obleute erkennt da» Recht der Berliner Arbeiterschaft auf den.Vorwärts" an. Sie ist der Meinung, daß die.VorwärtsVAngelegenHeit in dieser revolutionären Epoche sofort vom VollzugSrat der Groß-Berlincr Arbeiterschaft in diesem Sinne geregelt werden muß. Di« revolutionären Obleute und Vertrauensleute der Groß- Betriebe Groß-Derlin». I. H.: Paul Scholz«. Paul Weyer, Rich. Nowakowsky. Zu den ßömpsen um Schloß und latflail Zu den blutigen Lorgängenn die schwerste Gesahr. Ich erhieltvon ihr den Befehl, vorzugehen. Zugleich wurden mir alle Truppen um Berlin unterstellt, da» heißt, zu meinen eigenen Dwi- sioneil da» 3. Arm-ekorp» und die Garde hinznge'ügt. Außer- dem wurde mir zugleich die Kommandantur, da der Kommandant Wels widerrechtlich gefangen g« II o m m« n war, u n t e r st« l l t." Da» Finanzministerium bittet, folgende Darflellunß der Sachlage, soweit e» an den Vorgängen zwischen Kommandan« mr und VolkSmarinedivision Anteil hat. zur Kenntnis zu bringen«. Dem Finanzministerium untersteht die Verwaltung der b« s ch l a g u a h m t e n S ch l S s s« r. Es hat jedoch mit Löhnung von Maunschajicn, Größe van Truvpenbeständen, ihrem AbtranS- Port nicht» zu tun. E» handelt sich für da» Finanzministeriu« lediglich darum, die ihm zur Verwaltung übcrgebeuen Werte sicher- zustellen und zu erhalten. Demgegenüber steht die Tatsache, saß vom 10. November ab i m S �l o j f e dauerndgeplünderl wurde; bii jetzt sind Werte im Betrage von einigen Millionen Marh verlorengegangen. Als die Plünderungen nicht nachließen, wurden die wichtigsten und unersetzlichen Kunstwerke im Wert» von fast zwanzig Millionen Mark durch üeberführung in die öffent» lichcn Museen geborgen. Jn letzter Zeit wurde die Sachlage durch die Energie der neuen Führer der VolkSmarinedivision besser« Da» Finanzministerium fand volle» Verständni« für seine Äus� gäbe sowohl bei der K o in in a n d a n t u r w>e bei den tÄ«�t.�r.N o e r P o I r S m a'r l n i o? Vision. Beide. Teil« waren mit dem� Finanzministerium einer Meinuno darin, daß da! Schloß unbe« dingt und so schleunig wie mZgiich geräumt werden müsse. E» wurde zuletzt, vor otuea zehn Tagen, eine dahingehende Einigung zwischeii den Führern der VolkSmarititdiviston und der Kommanß dantur erzielt. Davon ist dem Finanzministerium ordnungSH gemäß Mitteilung gemacht worden; die Räumung selbst erfolgt», jedoch nicht. A!» sich herausstellte, daß die Verhandlungen zwischen den bofh den Parteien auf einen toten Punkt angekommen waren, verha-tf delten mit ihnen Vertreter de» Finanzministerium» unte» Di« eachmitt Spart sicher? �lugblä! sprachen den— De> Opernhi fertig, f und die tiatürliö Nen bea iigen, sc wird«i Lequi hat. I so werd ihnen r damit o Eine ein, Ausschaltung aller anderen Fragen al» der der. I R S u m u n g. allerding» e:zebni»!o». Damit G, ist natürlich raschesten» und genauesten» festzustellen von wem der Befehl der.Regierung gegeben wurde. Nuß. uninteressant ist schließlich, wo» Herr Leq'�.» über die augeiidiiik- liche Lage seinem AuSfrazer gegenüber äußerte:>S»«>t nicht nur da� Bestreben der Regierung,'ondern auch besonder» ha» momige gewesen, Blutvergießen nach Möglichkeit zu vermeiden, denn kein Offizier im Heere wiinich: den Türgerkrieg. Aber ich verschließc mich trotzdem nicht der Erkennlni», daß«» zu r Zeit große- rer Truppen mengen benötigen würde, um wir-- lich dauernde Ruhe, Ordnung und»icherhrrt wieder herzustellen und einer starken Regie- rniigSgewalt dit Macht zur Durchführung ihrgr Anordnungen zu verleihen. DD_______ P________ P D________ war die JCöMgfelf' de» Finanzministerium» bei de: Aufklärung der Dtfierenzen und den Unterhandiungen zwischen Kommandantur und VolkSmarin«« division erschöpft. Betont sei nur noch, baß da» Mnanzministerium immer den Staiidpnnkt verireteu hat, daß nicht nurdi« Marinedivision aus dem Scksioß heran» soll, sondern daß auch andere Truppen nicht in da? Schloß hineindürsen.., � Matrosen und Garbe. Der Kommandeur der Franzer, Spiero, versendet eine tan zcre Darlegung, der wir folgende» entnehmen: Entgegen den Nachrichten verschiebeiier Zeitungen. �ie jijjj an pxn Straßenkämpfen vom 23.M. �.e» «mder ntst�den Matrosen zusammen deieilig«. erkläre ich hier mit. daß das Regiment Franz mit keinem«wizigen Mann da- � Deire�end� die Solidarität der Garde mit den Matrosen Sobe ich hiermit unter Klarstellung der Vorgänge der letzten latastrophe folgende bündige Erklärung ab:. 'Die Garde hat sich, unter Voraussetzung der Regie- rung Ebert-Haaie, mit d-r Volt» ma r i««-D l vis i on lolidarijch erklärt und steht trotz allem auch;etzt noch mit derselben Schulter an Schulter, wie e» Käme- raden geziemt, im Gegensatz zu Leuten, die auf eigene Brüder schießen. Wir sind un» bewußt, daß die Manne ein», großen Mißgriff tat. indem sie die Regierung absperrte und so die Vertreter derselben an ihrer Arbeit hinderte. De»- halb ist auch da» Gadekorp» am 23. und 24. mit den Matrosen nicht marschiert, weil e» eben in der Besetzung der Regierung «■» Nichieinhalten de» Abkommen» zwischen Garde und Volk»- marlne-Division sah. Di« glatten Taqachen über die Vor- gange sind folgende: E» herrschte schon lange eine Unstimmigkeit zwychen der Volksmarine-Dwislon»nd Wels, weicher auf ein Schreiben de» Finanzministerium» hin. die Matrosen zur Räumung de» Schlosse» sowie zur Verminderung ihrer Kopfzahl zwingen wollte. Die Forderungen de» Stadtkommandanten gipfelten darin, daß er die Auszahlung der Kompetenzen der Matrosen von der Räumung de« Schlosse« abhängig machte; ich setoft war Augenzeuge, daß am 23. Dezember etwa mittag« 12 Uhr die Matroien tatsächlich gepackt waren, um in da» ihnen zugewiesene Quartier in der Französischen Straß« abzurücken. E» ist also dokumentiert, daß e» am guten Willen der Matrosen nicht ge- fehlt hat. Sie sag'en sich eber, da da« Schloß Nationaleigentum sei, gehören die Schlüssel der Regierung und nicht Wel». Letzterer nun weigert, sich, die Löhnung«-»zuzahlen, bevor die Matrosen ihm selbst nicht die Schlüssel übergeben hättest. E» entstand darauf große Kufregniig bei den Matrosen, dir dann vor die Komma». dantur rückten und alrirfwitia a>-ck- unalücklicherweise die Roste- Ein Gang durch das Berliner Schlvfj. Ueder die Zustände im Schloß geht un» folgender Bericht znf Wi« in den vorhergehenden Wochen stehen jetzt wieder MaleoM vor dem Schieß und hallen alle Gingängs besetzt, um zw verhüten, daß Unbefugt« eindringen und zu plündern versuchen, wie hie« am Dienstag vormittag während der Kämpfe der Fall war. Hcf 1 und 2, per ehemalig« Parade- und Exerzierplatz, haben durch d!« Schüsse der Artillerie nicht unwesentlich gelitten. Ein Geschoß ist in den Eingang zum großen Weinkeller de» Schlosse»«ing-idrou-«>1 und bat die mächtigen, granitenen Querbailca wie dünne Hölzchen zerschmettert. Auch die beiden mächtiaen Säulen, dir die Ausfahrt an» dem großen Hof flank. erten, sind zerborstzn. Der EtnZstnx weist in voller Deutlichkeit die Spuren der Han�granaien auf, mit denen die Infanterie die mäch-i-igen, eisernen Tore sprengte lieber die große Marmortreppe, auf der noch zalllreich: Rahme» mit Gewehrkugeln liegen, an einem Feldgeschütz vorbei, da» den Angreifern abgenommen worden war, gelangt man in daS .Japanisch« Zimmer". Jn dem Erler diese» nach bei Spree zu gelegenen Saale», dessen Fenierftteiben geborsten sind, steht noch da» Maschinengewehr, mit dem die Matrosen die Lurgftraße unter Feuer hielten und da» Ausfahren von Ariillerie dort verhinderten. Die Verteidiger in diesem Zimmer haben einen schweren Stand gehabt, wie die zahlreichen Kugelspuren in. dem Gemach beweisen. Die mit schönen Jmarsien eingelegten Möbel sind fast unverletzt geblieben, dagegen sind alte japanische Waffen zerschmettert worden. Da» daneben gelegene Ädjutantenzimmer hat weniger gelitten. Unter den Glasstürzen stehen unversehrt noch immer die feingearbeiteteu sriderizianischen Bleisoldaten und die zahlreichen Schlachten- bildet sind unversehrt. Auch Im.Sternensaal", wo die Fahnen und Standarten der Berliner Garde-Regimenter aufbewahrt wer- den und wo die naturgetreuen in Silber getriebenen Modell» der ersten Kurbrandenburgischen Flotte zu sehen sind, findet' man an den Wänden nur wenige Spuren von Maschincngewehrkugeln. Schivcc derwüstet ist dagegen der über dem Portal IV gelegene Pseilersaal. wohin die Artillerie mehrere Treffer gesetzt hatte. Von den Fensterkreuzen findet man keine Spur mehr. Di« Teppich« sind mit Schutt bedeckt. Eine Granate ist durch die innrirorverkleidete Rückwand hindurchgegangen und in die Mauer de» Hofe» gefahren. Der Thronsaal ebenso wie der Joachim»- saal, die ehemalige Bildergalerie sind fast noch unperfehrr. Ii« iveißen Marmoriaal, dessen Fensterscheiben zertrümmert sind, krö� man an den Wänden Spuren von Gewehrkugeln sehrn. Niä't K glimpflich sind die Königekammern. die ehen-aligen S'stezi'.i'.m?' davongekommen. Graimtsplitter«nd Kuge!» hv prachtvolle»■ Al!-M«iße»er und Delfter Pvr.zvüan trümniert. Der lange schmale Eveiselaa! war wä'. de» Kampfe» in einen Verband»raum umgewandelt Werver' Roch sieht man dorr die Schüil'est» und Kaiinen mlt Waüer i-i'---■...-l. Um Bfe Wungen Verbandstoff« vnv»nter dem Fenster ttetrt der vta- trvse Lin!, der bereit» am Montag abend Sei den Kämpfen ge-ätet worden ist. Die Kameraden haben ihn dort oben einstweilen aufgebahrt. Die ehemaligen Gemächer der Kaiserin und der Hof- damcn sind kaum beschädigt. Hinter den Jenstervorhängen stehen noch die Maschmengewehr«, die gar nich- in Tätigleit getreten find. Di« Pribatzimmer de» Kaiser» sind ebenso wie die meisten anderen Räum«, die nicht zur Unterbringung der Matrosen nötig find, vom Finanzministerium verschlossen worden. In einer kleinen Borhall« de» zweiten Hofes liegen noch fünf Tot«, di« Matrosen Bachmann, Zwicke, iArzen, Genfer von der repubiiia- »ischrn Soldatenwehr und ein Flieger Schmidt au» Johannisthal. Die nach dem Schloßplatz gelegenen Räum« haben ebenfalls nur wenig Schaden durch die Kämpf« davongetragen. Auch sie waren Mir Verteidigung hergerichtet und noch liegen auf dem Mittel- ba'kon die Handgranaten wurfbereit da. Die Matrosen betonten immer wieder, dast sie, soweit die» während der Kämvfe möglich war, Plünderungen der- hütet haben. Die am Vormittag eingedrungenen Zivilisten, von denen viele Säcke bei sich trugen, um die Beute beigen zu können, konnten zurückgejagt werden, und auch von den In- fanteristen, die da« Schloß gestürmt haben, hat sich niemand an hem Nationaleigentum vergriffen. Elve ßMdgevung der Mehrhettssozialisten Di« MehrheitSsozialisien beabsichtigen, heute, am Freitag. »achmittag 2 Uhr. eine große Kundgebung gegen die KpartakuSgruppe zu veranstalten. Auf einer Reihe öffent- sscher Piätze sollen Versammlungen abgehalten werden. Durch Klugblätter und auf andere Weis«— so beispielsweise durch An- sprachen, di« in den Theatern während der Pausen gehalten wur- ö«n— ist eine lebhafte Propaganda dafür entfaltet worden. Der Charlottenburger Sicherheitsbeamte, der im Deutschen Lpernhau» zur Beteiligung an der Kundgebung einlud, brachte e» fertig, für da» Blutbad in den letzten Tagen den Spartakusbund Und di« Unabhängigen- verantwortlich zu maehcn. Da» ist Natürlich eine freche Unterstellung. Wenn mit den Demonstratio. ven beabsichtigt ist. die Unabhängigen in dieser Weise zu verdäch- iigen, so wird da» freilich ein vergebliche» Mühen sein. Zunächst wird einmal festgestellt werden müssen, wer dem General vtqui» den Auftrag zu seinem vorgehen gegeben hat. Zeigt sich, daß er von den Eberl und Gcheidemann stammte,- st werden alle BertrauenSkundgebungen ihrer Anhänger von Ihnen nicht die Verantwortung nehmen können, die sie damit auf sich geladen haben. Este föllflwnß des Genosse» St. Cohn. Eine Rechtfertigung für die Annchms des russischen Geldes. Der Unterstaat»sekr«tär im Keichtjustizamt, Genosse Dr. O». kdr T o h n. gibt zum letzten Funkspruch de» ehemaligen russischen Botschafter» in Berlin Joffe folgende c.klärung ab: 'Früher, al» geplant, bin ich au» Kowno nach Berlin zurück- «eketirt. An die vorbereitenden Besprechungen im Hauptquartier icb..Ost'sollten sich in Dünaburg oder in Wilna Verhandlungen wst Vertretern der Soimetrepubti! über die Rückbeförderung und die Lage der rusfischen Kriegsgefangenen schließen, und ich wollte dann zu weiteren Besprechungen darüber und über die Lage der rff'chen Kriegs, und äMlärnngeixu iuAuxlaud uccj Moskau Ifnr(»ao ich schon gegen Mitte Dezember dem Genossen »schitfcherin, Volkskommissar für die Auswärtigen Ange- Kgenheiten. in einem Funkspruch angekündigt hatte). Da» Tu». d> q r t i a e A m t hat sich aber für befugt gehalten, die vor meiner dbreii« vereinbarte Absendung de» Funkspruche» zu unterlassen, die Vertreter der Sowjetrepublik zu den Verhandlungen ein- «den sollte. Damit wurde der weitere Aufenthalt in Kowno fevecklo». Der Funkspruch de» Genossen Joffe vom lv. De» hemdcr ist mir im Wortlaut erst nach meiner Rückkehr nach Berlin »elannt geworden. Sr erwähnt auch mich, darauf antworte ich: , Meiner Tätisskelt alS RechtSbeistand der russi» sih« n Dolschast in Berlin werde ich mich mit Genugtuung friwnern. Ich denk« auch oft und gern an die politischen Ge- sträche. die ich mit dem Genossen Joffe und meinen übrigen {kussischen Freunden geführt ha>b«. Ueber da» Ziel bestand inigtcit; über die Vorau»setzungen. di» Msllhoden und die »rmcn der deutschen Revolution waren wir nicht durchweg fiver Meinung. Niemals aber war ein Streit darüber, daß �le Parteien der sozialistischen Jniernatio- "aleeinander in ilRatund- Tathelfen müssen. Meine �ihere persönliche Bekanntschaft mit August Bebel und Paul Sin- ser und— um nur einen Lebenden zu nennen— mit Wilhelm "stnn stich schreibt sich gerade daher, daß ich vor, während und ?nch der russischen Revolution von tübi finanzielle Wün'ch« russi- Mirr Brüdecparteien, mensch« wistischer wie bolschewistischer, beim Zutschen Pnrteiourstand vertreten und unterstüben durite. Wie fsi Naben dabei Bebel und Dinget unter großen T«ücht»punsten pr Internationale die Sacke der russische» Genossen aegen die I">anzielle Zagbaftigkeil de» einen oder de» anderen Mitglieder »e; Parteivoriiaude« geführt! Aber auch j»n« Zaghastercn frag- 'k" immer nur nach dem Maß» der Förderung, nkbt aber, wie f8 jetzt der ,,V a r 10 5 r i»" tut, ob ein Sozialdemokrat mit frern« ■n Geldern und mit fremdem stielst an unserem siechen Bo5k». �spcr Pferdekuren versuchen dürfe! Dir.Freiheit' verschmäht glücklichcrwets« ZtzAslung de» Funkspruch«? sich bei der Be- Joffe» diese» bohle Pathos, äußert Vorwärts" sie loben kann. E» scheint .. aber leider>o, daß der— �rgessen zu sein, daß.sogar" manche deutsche Gewerkschaft ff« /tcäurkämpse de? Brndergewerkfchast im Aubande unterstützt» M7 Generolkommisfion der deutschen Gewerkschaften in den rj�edilchen Gen-ralstreik mit großen Geldmitteln eingegriffen �t!«per du» war in der.kleinen Zeit", und die Sozialdemo- h«,t,e damal»»och nicht die Weisheit entdeckt, daß der Kapitalist ein..BoikSgenoss«" sei und deshalb dem beut- PTu Arbeiter nähersteht al» der Protetarier französischer oder �siisckxr Zunge. Bedarf es also umständlicher Erklärungen und Degründu',,. PS ich die Geldmittel, die mir die russischen Parteifreunde durch Vn Genossen Joffe für die Zwecke der deutschen Revolution zur b�kifigung stellte, gern entgegengenommen habe? �sf�lutivuen verschlinge!' zwar nur einen kleinen Bruchteil Je«, loa, ein Tag Weltkrieg gekostet hat— die Menschenleben �gerechnet— aber immerhi» beträchtliche Tili»ni>.n. und diese g�Utmei, muß die inlernationo!« Sozialdemokratie ausbringen, >n der Revolntion die sozialistische Gesellschaftsordnung durch- " r-i. v— ehrenfeste Burger und Klein- uV.''I,n. mohammedanischer Krieger von fran- z�scher, russsscher, englischer Staat» rnge- � i> g k e i t zum Bruch de» Fahneneide» und zum verleiten, in Indien, ne usw..Revolutionen' st!, n' e I t zum»tu« or 1 kg»drrr«tersschen Aufstand zu s//.''en..» der Ukrair rJ'zuführen. nicht» zu tun. Ich hasse ssa« Geld seinem Zwecke gngefflssrk, näm- lich der Verbreitung de» Gedanken» der Revolution, uno bedaure nur, daß e» mir die Umstände unmöglich gemacht haben, di« ganze Summe schon aufzubrauchen. Hoffentlich kommt bald die Zeit, wo ich den russischen Parteifreunden Rechnung legen� kann. Auf einen Irrtum darf ich den Genossen Joffe hinweisen: Die in Deutschland hinterlegten Werte hat er mir nicht ganz, sondern nur in Höhe von 4 Millionen Rubeln für die Zwecke der deuischen Revolution zur Verfügung gestellt. Locker hat mir da» Bank- hau» wegen formeller Bedenken gegen die Vollmacht diese Summe nicht ausgehändigt) desgleichen nicht die übrigen Millionen, die ich für russisch« Kriegsgefangene und andere russische Rot leidende verwenden sollte. Davon habe ich der Sowjelreglierung schon früher durch Funkspruch Kenntnis gegeben. Wa» mir Genosse Joffe an barem Geld zur Unterstützung russischer Siaat». angehöriger gegeben hat(350 000 M. und V00000 Rubel), ist für diesen Zweck aufgebraucht. Ich erwarte ein« Erklärung des Ge- nassen Joffe, ob ich die notleidenden russischen Staatsangehörigen vorläufig au» den noch vorhandenen Parteigeldern unterstützen darf. » Wir stimmen dein Genossen Cohn durchaus darin zu. daß es nur rühmlich ist, wenn öie Parteien der Jnternatw- nale sich gegenseitig mit Rat und Tat, und auch mit finan- ziellen Mitteln unterstützt haben. Gleichwohl sind wir der Meinung, daß die Leitung der U.S. P.D.-recht daran tat daß sie die Annahme der russischen Gelder wiederholt ab» lehnte, weil es sich bei diesen Summen um StaatSgelder handelte. Eise rniHslische Wchvachksfeler. Unglaubliches hat sich anläßlich einer Weihnachtsfeier, die am LS, Dezember im Döberiver Lager stattfand, ein Ossi- zier de» 1. Garde-Fußartillerie-Regimeni» geleistet. Di« Mann- ichaften tiefer Formation waren an dem Tage zur Feier des WeihnachtSfeste» noch dem früheren Offizierskasino bestellt wor« den. Dem geringen Bruchteil der dort zur bestimmten Zeit der- sammelten Mannschaften, der da» mehr al» zweifelhafte Per- gnügen hatte, in den für die Feier ausersehenen Saal zu gelangen— die meisten mußten draußen vor der Tür stehen b.'ci» Ken—. mußten sofort die an den Wänden prangenden Bilder dreier Vertreter de» Hause» Hohenzollern ausfallen, Die.Feier" begann, indem Hauptmann Herme» mit schnarrender Stimme kommandierte: Wir singen da» Lied.Still« Nacht.' Die dem Lied« folgende Rede desselben Offizier», die rein gar nichts Weihnachtliche» an sich hatte, war ihrem ganzen Jnhacl nach nichts als eine energische Verwahrung gegen die vermeintliche Entrechtung de» Offizierkorp». Der Herr Haupt- mann wünschte sehr, daß man ihn grüße, und stellte dafür jedem in LuSsichl, wieder gegrüßt zu werden. Fall» j-.mand— wie e» schon vorgekommen sein soll— daran Anstoß nehmen und den grüßenden Soldaten zur Red« stellen sollt«, dann solle dieser einfach zuhauen. Sehnliche Anregungen wurden bei den Mannschaften früher ali Aufwiegelung sehr streng bestraft. Da» VerhÄlini».gegen- seitiger Achtung zwischen Offizieren und Gemeinen' will ge- nannter Herr überhaupt recht bald wieder hergestellt wissen, da da» Vaterland ohnedem nicht bestehen könne. Gegen den an» geblich mit HeereSgut getriebenen Mißbrauch sprach er mit gro» gem Eifer und betonte dabei besonder», zu den Mannschaften ge- wendet: Da» betrifft euch! �Zwischenrufe: Und wa» haben die Offiziere im Felde gemacht? Sehr richtig! Bravo I) Die Rede des Offizier», der noch ganz in den Fußtapfen her»llen milttariitlfchen Schul« wandelt, yat bei den Mann- schaffen eine berechtigte und erbitterte Empörung hervorgerufen. Aber auch gegen den Soldatenrat de» betreffenden Regiment» wurden Vorwürfe laut, weil er zu einer Weibnacht»ieier einen für den Zweck der guten Sache höchst ungeeigneten Redner her. vortreten ließ. Die Sockaten sind de» herausfordernden Tone» der Gurdeo'fiziere satt. Sie hoben vier Jahre lang so viel da- von zu hören bekommen) daß sie jetzt nach Ansprachen verlangen, die dem Geist der neuen Zeit entsprechen und nicht Steine natt Brot bringen, Elve Alchtisfiellung. Berlin, LS. Dezember. Ein Berliner Blatt hatte kürzlich ge- glaubt, bereit» zahlenmäßig mitteilen zu können, welche Summe an Kriegsanleihe durch die in Aussicht genommene Vermögen»- abgäbe, an da» Reich zurückfließen würde. Dazu ist zu bemerken, daß irgend welche zuverlässigen Angaben zur Zeit in der erwähnten Richiung um so weniger mpglich sind, al» weder die Höhe der Vermögensabgabe feststeht, noch eine Entscheidung darüber getroffen wordsn ist, inwieweit die Abgabepflichtigen gezwungen sein sollen, die Zahlung in Krieg»anleihe zu leisten, Voraussicht» lich wird für«inen Teil de» Lbgabebetrage» die Zahlung I» Kriegsanleihe vorgeschrieben werden, während bei dem Rest« betrage diese ZahlnngSwcise zugelassen, aber nicht zur Pflicht ge- macht werden dürfte Daß in noch weiterem Umfange a!» bitcher Kriegsanleihe an Zahlung» Statt gegeben werben wirb, ist nach den bisherigen Erjahrungen mit Ncherheit zu erwarten. Ein 5riedeng?unkspruch nach Araukttich. Auf die Verwehrung der französischen FriedenSgescll'chaffen gegen einen Gewaltfrieden ist am Lö. Dezember folgende« Funkentelegramm an den Vorsitzenden Prof. E h a r l«» Richet, Pari», abgegangen: _.Im Namen der Deutschen Friedensgesellschaft begrüßen wir die Sympatbiekundgebung der französischen Friedensfreunde in dankbarer und hoffnungsvoller Gesinnung. Prof. Wilhelm Förster, Pastor Han» Franck«, Rr. Rudoff Berger (Berlin).' Habsdmgische Lestieu. Der Oberste Militärgerichtthof in Budapest gibt bekannt, daß nach den amtlichen Aufzeichnungen während de» Kriege» 1l 400 Personen von den Militärgerichten zum Tode verurteilt und hin- gerichtet worden sind. 3600 wurden begnadigt, aber erst nach vollzogener Hinrichtung. Da» war echt HabSvurgisch! Die Veranvoortlichen müßten für diese gesetzlichen Bestialitäten gezüchtigt werden. Sie Tschechen und die Ungar». Budapest, 24. Dezember. Da» Ungarische Telegraphen. Korrefp,.B>tr-au meldet: Der Chef der Mil.tärmiffion der Alliierten in Bickapest, Oiberstleutnant Vyx. üfcerreicht« dem MtlniisterPräsidenten Gr-sen Karoltn folgeude Rote: »Ich boibe die Ehre, in Eogänquiig meiner Mitteilung vom 3. Dezember zur Kenntni» zu bringen, daß nach einer vom Kommand:irend«n General der Ostarmee der Alliierten erhalte- nen Weisung die vom tschechosimvakischen Staate«fordert« Grstize al« die Morisch« Grenz« de» sl-iwakisch-n Boden» fol. », der Dcrtif der Sipe? V-.» Rima-Sz-Tmfcrt sWeff CTÄ» zur Slowakei). B. eine gerade Linie von RimaäSzomdat bi» zu� Mündung de» Ungflusses und S. der Lauf der Ung bi» zu» Uzsot-Hügel. Di« endgültige Grenze wird a� der Frieden». konsereng van den Veobüicketen einoernehmlich festgestellt wer» den. Ich bitte Euer Exs-llenz. weW zu erteilen, daß von i-tzs an di« ungarischen Truppen von der m den L—S seitge,t«IUe» Linien nach Süden zuvückgezogen wevden." �..,.- Die ungarische Regierung evblickt in der Festietziing der, Linie ein Bor gehen von brutaler Willkür.. E» widerspricht in martantsster Weis« dm historischen Grundlage» und auch dem gegenlwärtgen Zustand, daß man di« Besetzunzs so kernungarischer Städte wie Preßiburg, Kvmorn und Kaschai» auf nationaler Grundlage fordert. Eine Protestnote dest Regierung wivd von dem Justizminttier vorbereitet pnd i» kurzem dem Oberstleutnant Vyx überreicht werden. R�erstaZlung ftanzSsischer Werke. Pari», LS. Dezember.(HavaS.) Die Deutschet» statteten die den Bauten in Rordfrantreich „ommenen Wert«, die sich auf annähernd sech» Milliarden bo laufen, zurück. Mehrere Geldschränke, von denen jeder B bi» 7 Tonnen wiegt, welche sich gegenwärtig in Brüssel befinden, wer»' den demnächst nach Palencienne» zurückgebracht werden. Ein« groß« Ar, abl von Zügen wird später die von den Deutschen ÜS Lüttich angesammelten Werte nach den französischen Departe» mentS zurückbringen. vom belgischen Varkelkongreß. Brüssel, 25. Dezember.(HavaS.) 1 Im Laufe der Nachz mittagSsitzung des belgischen sozialistischen Kon« g re s se s gab der Vorsitzende als Ergebnis der Abstimmung über die Teilnahme der Sozialisten am Mini« st e r i u m bekannt, lsaß 22 Stimmen dafür, eine dagegen! abgegeben Warden seien bei drei Stimmenthaltungen. Auf den Protest eines Delegierten gegen«ine annexionisfische Po« litik erwiderte Vanderveloe. er würde nicht in die Re-' gierung eingetreten sein, wenn sich diese für eine annexio- »istijche und gegen Holland feindlich« Politik ausgesprochen: hätte. Au» der Virlel. Ein Praest. Genosse Witzle schreibt unß- Vi, her Ist au» den Abendblättern Berlin» noch nicht ersichtlich, daß die Volks« beauftragten und Mitglieder der U. S. P, D. Barth, Dittmanitz und Haafe Ihre Lemier nach den Vorgängen de» LS. und» L4, Dezember niedergelegt haben und e» ablehnen, mit einem Ebert, Scheidemann und Landtberg zusammen weiterzuarbeiten, Au» diesem Grund« protestiere ich im Namen der Niederbarnime» Kreisorganisation der U. T. P. D. auf da» entschiedenst« gegen ein längere» Verbleiben der drei genannten Genossen in ihren. Regierungsämtern. O. Witzke, 1. Vorsitzender de» unabhängigen s ozialdemokratischey KreiSorganisa.-on Niederbarnim. Wie wir erfahren, besteht ffit den Vorgängen vom LS. unS 24. Dezember eine Kabinettskrise, die mit einer Aenderung de« Zusammensetzung de» Kabinett» enden dürft«. Die Entscheidung dürfte in wenigen Tagen fallen. vebergetreten. Wir«chatten folgende Zuschrift: Der Svst, Bezir» de» Unabhängigen Soz. Wahlvcrein» für Berlin IV Abt. 41, hat in einer Sitzun». an der sich IS schon vor dem Kriegs tätige Parteigenossen beteiligten, folgende» beschlossen: Weil die U. D, P. eine Elniemng mit der MehrhesiSpartst zum Zwecke de» gemeinsamen Vovgshen» bei den bevorstehendem Wahlen zur Rationaiversammlung abgelehnt, tritt der gesamt« Bezirk sofort geschlossen zur MehcheitSpartei über. Der BezirkSsöhrerk F. Henke, Kniprodestr. S, Die Begründung, die der B»zirk»führer für die fahnenflüch. tigen Genossen gibt, ist außerordentlich schwach. Entscheidend für Uli! kann nur di« Politik keim dl« unser« Vertreter und welch» die Partei treibt. Und diese Politik muß«ine re n proletarisch» sein. Die Rer'ierUngSsoztglisten haben aber immer mehr«in« bürgerliche Politik gelrieben. Dcihalb unsere Gegnerschaft. DOP halb unsere selbständige wahrhaft sozialistisch« Politik. G»« ymmm.«.»»»«,,„vi»»«>»-*» Gewirkschastliches. --"'.1' VXffliyr� mBilWI Gagarbsiterstreik In Potsdam. Am 24. Dezember leaftn die Arsseiler de» Gaswerk»«inmüti« die Arbeit nieder. Grund dazu gab die reaktionäre Haltung der Stadtverwallung in der Frage der einmaligen Teuerungszulage. Nachdem d!« letzte Stadwerordneiensitzung eine solch« für lm Dienste der S,adt tätig« Beamte und HilfSträfte beschlossen hatte, glaub ru, die«rbeier, da auch sie eine solche durch ibre n«-.rtschaf,l,che Jn.tmss«iibertretu»g. den Verband der Gemeinde. und StaatSarbeiter, eingereicht halten, daß die Gewährung ei!»-r suchen nur ein Akt der ausgleichenden sozialen Gerechtigkeit sein durfte. Besinrki wurden sie darin, weil Herr Stndkrai Urban der- iprcch, daß diese Teuerungszulage noch vor dem Feste zur?luS. Zahlung kommen wflvd«. Statt dessen wollte man mit einem Mute die sogenannte Weihnachtsgratifikation von 1.B0 bis 16 M. zur Auszahlung bringen. Die» lehnten die Arbeiter mit Recht rund- weg ab. Auch eine evtl. Erhöhung um wenige Pfennige. Die Dean.ten»nd MogistraiSmitglieder hatten zum Fest der Liebe ««�"wsse Joffe bat mir da, Eelb in der Nacht vom B. zum gendermaßen festgesetzt worden K: l. Die gegemvärtige Nord- ''�'vöenih.r iqin m-n.h.n; mit den Summen, die er nach seinen l arenze stngorn», 2. di« Westgrenz« Ungarn» bi« zur Donau b, d« Laut der Da»»- u« m» Müickuna der Eipel-Üwulu.' j�5»b»mber lSl» gegeben; mit den Summen, die er nach seinen Ederen Miltetwnaen zum Anlauf von Waffen gegeben, batte da»! ----.. w...-. v. w..i.m, n, t Oun> tl-Vcui"U.;- wnb ist an den Potsdamer stckdLLschen Arbeitern nicht spurlos vorübergegangen. Einmütig Und geschlossen legten sie di« B»bsüi> nieder, nachdem die gewählten Vertrauensleute im Verein mit der. �rbeiterrälen mit der Direktion und dem Stadtrat Urban fort» während ergebnislos verhandelt hatten. Die Orzanisation st- ich vor vollendeten Tatsachen. SS gelang dem Gauleiter Strunk ein« Einigung dahingehend zu erzielen, die drohende Katastrophe zu bH* seitigen. C» wurd« folgende Vereinbarung getroffen: .Am 27. Dezember nachmidvg» finden Verhondkungen mit dem Magistrat durch d!« gewählten Obleute der Betriebe, zirei Avbeiterräte und den vertveter der Organisation statt. Gegen- stand der Beratung soll der eingereichte Tarif und die ebenfalls dann vorgesehene einmalig« Teuerungszulage fein. Es soll jedem Arbeiter sofort«in Vorschuß von 200 M. auf die einmalige Teuerungszulage ausgezahlt werden. Die Arbeiter nehmen die Arber» sofort auf, um die für Potsdam zu erivartende schwere Gefahr, besonder» für die ärmere Bevölkerung, zu beseitigen, er- warten aber von der Stadtverwallung, däß si« ag-, tut, um künf- tig« Konflikte nach dieser Richtung hin zu vermeiden. Maßrcge- lungen oder Benachteiligungen«inzciner Arbeiter dürfen nicht stattrinden. Ein Lohnabzug für den L4. Dezember darf flicht ge- Urach t werden," An dem Magistrat liegt e» mm. die schnüre weile«« Ge'ahr »u bannen. Die» kann«r nur tun. wenn auch er die berecktäx*-" Forderungen der gesamten städtischen Arbeiterschaft anerkennt. Er bot ei in der xmnd. durch umgeheicken Abschluß eine»" —.-v—-—"«4-wfUfewQ CUIVK«- Q vertrage» uick Gewähruii«; einer einmaligen Teiirrungszulao? WirtschaftS.abin vor weiteren Erschütterungen zu bewahr? r< besonders in der.Zetzizeit. wo da» toarmqm pttmu-ncn, um de« 8usamm»nvru<� txx deutschen Wirf. «oft in der U«oergang»«trtschojt»u verhinvern,'« Etaai». Kiteresse liegt. Echlos uud Mar« t. GchsoK und Marstall bildete« im Laufe der beiden Feier» ichZe den AntiehungSpunkt für Taufend« Berliner. Ss hatte bi»weilen den Anichein, al» tage«uf beiden Plätzen ein« riefige Vollversammlung. Di« Menge sah iich die Zer- Körungen an, di, durch die zwecklose, nichttwürdige Tchiegerei en gerichtet worden war. Diejenigen., die dcS Glauben» sind, durch die Vorgänge am Montag iind DienSta� seien die Eympathien sür die Matrosen verschwunden, befinden sich in «inem großen Irrtum. Allenthalben konnte man die Vtoinung feststellen: Wa» wäre geschehen, wenn Matrojeu »der revolutionäre Arbeiter eine oerartige Verwüstung an- gerichtet hätten? AI» in den ersten Aevolution»tagen auf Auto» und vor- überziehende Arbeiter» und Soldatentrupp« die heimtücki- scheu Schüsse au» dem Hinterhalt« fielen, wäre e» einfache» Devolutionsrecht gewesen, die verstecke der Gegenrevolutio- näre mit allen zu Gebote stehenden Mitteln auszuheben und auszuräuchern, damit weitere» Unheil verhindert werde. Die revolutionären Arbeiter und Soldaten liehen Milde walten und übten gegen die Derdr«cher an der n«)len Freiheit nur allzu viel Nochsicht. Am Weihnachtsabend wurde ein ZerstörungSwer? ange- richtet, durch nicht» veranlaßt, aber mit aller Brutalität und militaristischer Grausamkeit durchgeführt. Daß sogar mit Oeldkreuzgranaten geschossen worden ist, steht heut« fest. Diese» Gelbga» stellt eine» der verbrecherischsten Kampfmittel dar, die je im Kriege angewendet worden sind. Im Marstall war am Heiligabend noch deutlich ein aelber asstrcifen festzustellen. Auch die Matrosen, die den Mar- stall verteidigten, behaupten die Verwendung von Gelbga» hei der Beschießung. Der Leiter der Verteidigung hat von die- sam Ga» eingeatmet und hat ein« stark belegt« Stimm«. Nur »ein Unistaude, daß die Granaten in ziemlicher Höhe ein- tblugen, und nicht im Innern des Gebäude» explodierten, fft es zu danken, daß nicht mehr Menschenleben diesem heim- mckischen, meiichelmörderischen Kampfmittel zum Opfer fielen. Di« vor dem Schloß und dem Marsta? versammelte Menge war in kleineren Trupp» aufgelöst und besprach im einzelnen die Vorgänge. Matrosen oder Soldaten, bis- wekken auch Bürger, kdrachen zn dem umstehenden KreiZ aufklärende Worte. Die B-'chimpfung der Matrosen durch die bürgerliche Presse und den„Vorwärts" wurde auf da» schärfste verurteilt. Di« mutige, hingebende Verteidigung der Matrosen war für viele ein Ansporn zu weiteren Künipfcn'ür die Sache der Freiheit und der Revolution. Wicderhsll wurde« Hochruf« auf die tapferr Marine aus- gedrachc. Di« Verteidigung der Matrosen fordert die An- «rkennunq aller gerecht denkenden Menschen. Da« Ultimatum, da» an sie gestellt worden ist, war durch nicht» be- gründet und schimpflich in jeder Hinsicht. Jeder, der das Gefühl für Gerechtigkeit und Freiheit noch nicht verloren hat, dem da» Wort Revolution noch heilige Ueberzeugung bedeutet, sympathisiert heute mit den Matrosen und ver- lang:, daß sie in Berlin bleiben und weiter für die Sache der Revolution einstehe«. An die Funktionär« de, 6. Kreises. Die Funktionäre de» 6. Kreise» werden hiermit zu einer Kreiskonferenz zu heute nachmittag 5 Uhr nach dem Jugend-! heim in der Brunneusiraße eingeladen. Pünktliches Er- scheinen erwartet der Borstand. i • $ii der am Sonnabend nachmittag Uhr stattfindenden beschließenden Delegiertenver,! sammlung der sech« Berliner Kreise in der A u l a de» Real-Gymnastum», Weinmeisterstr. 15. Hof 2 Treppen, sind die i« den Händen der Vorstände befindlichen Delegiertenkarten für die ver- � i tagte außerordentlich« Generalversammlung zu den Ger- j �maniasälen, Chausseestraße, gültig. Der Aktionsausschuß, U. S. P. D. Arbeits lo si gleit und Eutlohnunq. Di» steigend«»rbeitttosigkeit lenkt die>uf»ie«?samleit auf die®;rbeil»ongeb«te. Die GTwerb»losenfürsorg« schließt ein, daß die diese llnterstützung Erziehenden gendtigt sind, die ihnen zu- ge!vi«'«ne Lrbeit anzunehmend AIS Jlblehnunztgrund gilt nur, »er kSer-tclich nicht geeignet ist, die ihnen gugeiriesen, Arbeit zu»errichten,»ndererseit» muh aber auch Peioähr gegeben sein, daß Unternehmer de« Arbeiwmarkt nicht sür sich autnutzen, in- dem sie die Löhne drücken. Un» wird mitgeteilt, daß die Äroße Berliner Straßenbahn Aulhilfsschaffner mit einem Ta-telohn von (5,60 Mark einstellt. Wenn man nun noch die monatliche Tcue- rungszulage»on 40 Mark hinzurechnet, so kommt«in Lohn von >n»natlich 800 Mark heraus. Da» ist«in« Enischädigung, die mit den heutig«« Deuerung�erhältniflen nicht im Sinklang steht. Bei her H»ch- und Untergrundbahn steht eS nicht viel besser. Dann schreit man in die Welt hinaus, man bekomme trotz großer LrbestSlosigkeit nicht genügend Arbeiter. Es dürft« gar nicht ztf umgehen sein, einen gewissen Mindestlohn für ungelernt» Arbeiter festzusetzen. Eine»«fährliche Gchwindlervanbe ist Weihnachten endlich un« schädlich gemacht worden. Sie soll nicht nur einen umfangreichen Schleich- und Ketienhandel be.r leben, sondern auch größer« Mengen Heeresgut verschoben und dann außerdem noch ganz be- kannte Schier«r um hohe Eu-mmen betr�zen haben. Uns wird darüber berichtet:„Der Soldat Otto Reimer», Jnchaber der sehr bekannten Zkadeansmit»Bad Frankfurt", ist am Heillgeni Abend von einem energischen Gläudi-ger mit Hilfe eines Sol-f baten am Alexander Platz, als er abermals flückgen wollt«, fest- genommen worden. Ot« Reimer» ist Architekt und dient beim S. Äarde-Regiment. Ihm, seiner Geliebten Gertrud Braun, seiner Schoejter Else Reimers, der Mutter der Gertrud Braun und Angehörigen werden u. a. zu Last gelegt, sehr umfangreich« Fälschungen mit Krankenkassen scheinen, ärztlichen Aite fren usiv. begangen zu haben. Diese Schein« werden von den Krankem- anftalten eingelöst und von den Badeanstalten von den Kassen- Mitgliedern in Zahlung genommen. Die Oriskrankenkasse der Stast Berlin soll für rund 10 010 M. solcher gefälschlenScheine ein- gelöst haben. Ein Bankhau» i« der Charlotten fjfcaße ist von Reimers auf diele Weise um 00 000 M. geprellt werden. Ein Kaufmann in Säöneberg hat sich verleiten lassen, echl« und ge- fälschte Krankenkassenscheine in Höhe von S6 000 M. zu brechen. Andere sind dadurch betrogen worden, daß Reimer» ihnen g.ohe Polten Zeltbahnen, Schneemäntel und andrre Hecreiausrüstun�e» billig verkaufte, kleinere Mengen liesert«, da» Geld ,ür die großen Posten aber unterschlug. Ander« Leichtgläubige fanden si.-x auf Inserate und borgten dem gewandt und sehr sicher auf.rt'endcn Heere». ieleranten 10 000 M. und 60 000 M. auf wenig« Wochen gegen hohe Zinsen, ganz nach dem alten Rezept der Frau Kupse« und der Dachauerin. E» gibt eben Leute, d-.e nie alle werden. Skit ltzrinaten scheint noch viel Unfug verübt zu werden. Un» wird berichtet, daß am D.entiag morgen zwischen S und 10 Ilch. ein« Granat« in ta» Fabrikgebäude Groß« Frankfurter Straße 68 H«f 4 Treppen, einschlug. Die obere Wand wurde vollständig ein- geschlagen, der Hof liegt voller Steine.£b Menschen verletzt wurden, ist nicht bekannt. ES wird in der Tat mit diesen gefähr- iichcn Wvfsen in einer Weise Unfug geirieben. daß un'chuldig« Menschen in Leben»gefahr geraten. Waffen gehören nur in di« Hände»on Leuten, di« in der Lage sind, von denselben in nütze sicher Weise Gebrauch zu machen. Nicht im Kamps gegen unsckul- dige Menschen, sondern nur gegen die Bande, die uns um unser« Freiheiten bringen wollen. Achtung! Kriegsorganisationen(Kriegsstellen, KriegSgesell- schaften). Am Tonabend, den 28. Dezember, nachm. 8 Uhr, findet in den Wilhelm»hallen am Zoo eine Plenarversammlung der Vertreter der Angestellten-Ar.»schüsse statt, zweck» Neuwahl de» AklionS-Ausschuss«». Welellschaften bi» 600 Angestellte entsenden einen, bis 1600 Angestellte zwei und über 1600 Angestellte drer Vertreter. Kollegen, die nach nicht im Besitz von AuSwciSkarUN sind, Erhalten dieselben am Eingang. Da» Wahlkomitee. Tluatei and vekznWmn. Thenter »m Öülovplatx. Volksbtüine. DirtkUo««r w«. Knyml-r. 3 U>!r: Koinddle d*r Liebe. ÄUbr:»Ii«rnmlüe« IntuHnfar. *"»Opernhaus 3» Uhr;»1 aiitaMi Schauspiel» .G Obr; Peer Uymt Direktion Max Keinhardt Dentsciiis Ttinter AUin M»u[«' t uktM b br MMh. Agrlvuter 7 iJkr: 0»« 4u LaU MktLet w iu fmaUnit. Komnienplele fS Uhr: Der bohn. Swlv. 7U,:>.DMUehaan»bftiit». Kleines SciiouspIeltiaHS B p»,»»,», Ir I. Port» m Vantt'liB«. v. 7 Uhr: 0«imwMM»*» InMb». KAMMER UOT�Eir* UFA— i in Kin FHrn aus Asm russischen Hofleben. 6 Akte. dd VZXyr Un!K di- LitKtl AlixaiHlirrl. Merltipl. Haony Porten im Äehxn«j>ie> »Die blaue Laiern e* Kec e Rudolf Blebraeh WiiiNrtiffei Ki«-« iLi Söhne des Volkes BeaiTl�t.HoDantrBMiIfiloi von Senboe MUbaeiie Die Oleen m t Ouener Telnaee e. Uli Jtkobees. le iHtorg Der Kenenfsncer St«»It, Sit« HM«Mlhit T«n Paul WafHiar.»*«»»- Paul WafHaar, Lyda Salmaaawa. laiiia�acMilar-tiust Der Steltvertreter S uart Watks I. AbaaWaar Eaaat Ratakai ©A Günstigste!!! 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