Preis 10 Pfennig. ASend-AusgavÄ v � ,© # Rtbaftion: Berlin SlW«. Schüsbauerdamm Ivlll. Kernsprecher: Ami St»r»eii uns 2«»»« »Freiheit"«licheint zweimal lSgiich, morgen» und nachmittag«,»« Eoan- uns Festlagen nu» morgen», Ter vezug»pr«i? beträgt bei sreier Zustellung in» Hau» für tgroß-Berlin monatlich 2 M Für di« Erlebt» Bung auewärtiger Bestellungen ist vorherige Einsendung der Bezug«» gebühr erforderlich,— Tie„Freiheil" ist im ersten Nochirag der Post- teitungslift» fiir 1919 etngelroaen und Kostet bei direktem Postbezug »hne Bestellgebühr monatlich Z St, bei Zusendung unter Streifband t N. tmm ZlM ©rbcbttioi«; Berlin RW«. Schi. ritdaiu»»StV. Fernsprecher: Ämt Norden»«d Inserate kosten di» si-bengespaiten»?loNpar»iN»zeil» oder deren Raunz iO Ps.Klein« Anzeigen" da» fettgedruckte Wort»9 Pf., sedee weiter» Wort 19 Pf. Die-reigespall-ne«eklamezeil« 8 N.. T,u»run»»zulchlq«� 30%. Lei Familienonzeigen, V«rsammlnnz»anzeigen von Gimerltf schaften und politischen Organisationen fällt der Teuccungszuschlag fort. Inserate sür den daraus folgenden Tag miifsen spätestens di» S Uht! abend» bei der Expedition, Schisfbauerdamm IS, ausgogeo»» s»««. der llliabhängigen SsziMemolralischen Variel SeukschlMz Jahren, ig l Freitag, den 27. �Dezember 1918 Nummer 76 Walmge an Die Regienmz. Die„Münchener Post" richtet an die Negiening die »rage, ob sie bei den Vorkehrunaen geaen die Verschleppuna deut!ck>er Lkapitalien ins Ausland auch daran gedacht habe. oast Kapitalien sehr leicht durch � l u a zz o u a e ins Aus» land gebracht werden können. In den letzten Taaen seien Effekten in austerordentlich hohem Werte von Frankfurt aus auf dem Luftwege vor dttm Zugriff der deutschen Steuerbehörden in di« Schweiz„gerettet" worden. »Wir können nicht untersuchen," fährt die„M, P," fort, od das richtig ist, meinen aber, daß die Möglichkeit solcher Entführungen wohl besteht. Es wird die Aufgabe der Finanzfachlente der Negienmg sein, sofort einzugreifen und diese Kapitalien dort zu fassen, wo es möglich ist. nämlich in den B a n k d e v o t s." � Ler llbsral-ls�eroakM Block. Eine Rebe Helffenchs. Herr Dr. H e l f f e r i ch, einst Neichsschahfekretär. dann Vizekanzler, deutscher Gesandter in Moskau und'so weiter, glaubt sich immer noch berufen, in der Oeffentlichkeit eine Rolle zu spielen. Da es in einem Staatsamt nicht mehr imirfn CI �!-'N Parteil-ben. So hat er denn in Stettin in einer oon der„Deutschen BolkSpartei" (früher Nationalliberale Partei).berufenen Versammlung »um Volke gesprochen. Es hieste dem Herrn zuviel Ehre antun, wollte man auf alle Ausführungen eingehen, die er machte, obgleich mancher Passus ichärjsten Widerspruch und energische Mchtigstellung herausfordert. Es kann genügen, festzustellen, daß Herr Helfserich als Nefultat seiner Darlegungen ein Zusam» Ulcngehen zwischen der Deutschen Volks» Partei und der Deutschnationalen Volks» Partei(also den ehemaligen Konservatioen) forderte. Am liebsten hätte er ja eine bürgerliche Einheitsfront, aber ihm find die„Deutschen Demokraten", die ehemaligen Fortschritt» ler, schon so„radikal", daß er mit ihnen ein Bündnis für unmöglich hält. Seine Losung ist:„Front nehmen gegen die Sozialdemokratie aller Rich» t u n g e n I" Der Sozialdemokratie kann es natürlich nur angenehm sein, einen Mann wie Helfferich als entschiedenen Geaner zu sehen. Und besonders dankbar muß sie ihm noch sein, daß er so ehrlich die innige Seelengemeinschgft zwischen der angeblich auch demokratischen„Deutschen Volkspartei" und den Konservativen aufgedeckt bat. Wchon öber die Enkenkepoliiit. Genf, 27. Dezember. Der französische Minister de« Aus» wörtigen Pichon hatte am Dieristaz der Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten mehrere Stunden lang Auskunft ge» Febeu über die Politik der Lntente gegenüber den Zentralmächten in Rußland. Was der Minister über da? Verhältnis Frankreichs zu. Deutschland und über dessen fernere Gestaltung geäußert hat. wird allem Anschein nach auf seinen eigenen Wunsch ge» heimgehalten. Denn die Zeitungen vermeiden jede An» fjstlung auf diesen Teil seiner Erklärungen. Dagegen gibt die Presse aller Parteien zu. baß nach den Aufschlüssen de« Minister» der Plan einer militärischen Expedition der Entente nach Rußland Sur Niederwerfung des Bolschewismus aufgegeben war» den ist. Der Devutierie llachin legt in der„Humanst«" die Er» klärung de« Minister» mit großem Mißtrau«! dahin au», daß die iknteirte zwar auf einen großen Fcldzug gegen Rußland verzichten, aber die Blockade Rußland» in strenger Weise aufrechterhalten welle, um durch Aushungerung bat russische Volk vom Bolschewi». wu» zu befreien. Die frav�ischev Verluste lm Vellkrlkye. P a r i S, 27. Devew.ber.(HmuS.) I« der Kammer»ad Un. »ersteatSsekretär A b° in i im Laufe der Besprechung de» wes�c« Uber die Pensisne» fblgende« Bild dir französischen Berlust, bis zun, 1. November 1918: ''am!,!, fer der GefaSenen, Gefangenen und Sermipten: " Offiziere und 17L8 Maunschaften; gefallen stnö 81300 • cre und 10-19000 Mannschaften!»ermißt sind 3000 Offiziere ä 311 000 Man«; die Zahl der lebende« Äesangraen betrSgd 3llü0 Offiziere und-WiiWO Mannschaften. Las SchuldbekmUs. Ik.lZ. Endlich erfährt heute die Berliner Arbeiterschaft, wer es war, der am Dienstag früh bieTruppengegendie Matrosen anmarschieren ließ und Politisch verantwort» lich ist für daS absäieulick>e Blutbad, das da angerichtet worden ist. Nachdem sie so lange-gezögert haben, erklären heute Ebert, Tcheidemann und Landsberg, daß sie es waren, die den Befehl zur Heran»! holung der Truppen gegeben haben. Das Geständnis ist enthalten in einem„Bericht der sozialdemokratischen Volksbeauftragten", den der„Vorwärts" veröffentlicht. Das Dokument lautet: WaS hat sich am 23. und 24. Dezember in Berlin abgespielt? Auf wen fällt die Schuld an(Lewalttat, Stvaßenkampf und Bruderkrieg? War ci die Regierung, die mit den Mitteln einer»der« lwe chemischen Gewaltherrschaft" Blut zu vergießen befahl? War e» die LöhnungSforderung der Volksmarine-Division. die da? blutige WcihnachtSsest heraufbeschwor? Nein,- nicht tfic Matrosen und nicht die Regierung haben die Schuld! Urteilt selbst, Genossen I Folgetwermasum haben sich d-e Vorgänge abgespielt: Won am lo. Dezenivr-r war ein UeuerSnkonimcu z:vischeu oer Regierung und der Volksmarinc-Division zustand« gekommen, wonach die Matrosen gegen andere Zugeständnisse da» Schloß räumen und ihren AtannschaitSbestand heniutersepen sollten. Am 23. Dezember vormittag» verhandelte der VolkSbeaus- tragte Genosse S b e r r ausS neue mit dem Genossen Tost und s zwei Vertretern deS HauptauSschstsscS der Marine in Wilhelms- j Häven. Dabei ist auch die Differenz mit der VolkSmariue-Dimsion [ besprochen worden. Das Ergebnis war did Verabredung, alle � Disferenzpnnkte am 27. Dezember in gemeinsamer Sitzung durch- � zubergten und bi» dortlstn alle» zu tun, um die Ruhe aufrecht- zuerhalten.' Matrosen und Regierung waren sich also einig. Dennoch erschienen am Nachmittag bewaffnete Matrofen bei den Genossen Ebert und Landsbcrg und teilten ihnen den bekannten Befehl mit: da» Reicks ka n z le vha u s zu sperren und die Telephonzentrale zu besetzen! Die NeichOregierung als Gefangene ihrer eigenen Wache! Die wichtigsten Regierungsgefchäfte, darunter unauf» schieb bare der- WasfenstilliiandSkommislsion verzögert! Warum? Die Matrosen, die den Befehl ausführten, wußten selbst keinen .Grund anzugeben. Sie beriefeu sich nur auf den Befehl ihres Führer» Dorenbachi Der hatte den Mut gebabt, die deut'che Regierung vor der ganzen Wert unheilbar zu kourpromiitieren, indem er ihre Regierung festsetzte. s Warum? Tarauf wußte auch der Führer der Wache im ReichSkanzierhauS. Kamerad Junge, keine Antwort, al» er vom Schloß zurückkam und die Bescherung vorfand.„Wäre ich da» gewesen, so sagt« er,„dann wäre der Befehl nicht ausgeführt worden". Aber die Drahtzieher und verHetzer trieben ihr frevelhaftes Spiel weiier. Die Sperre über das Reichskanzlerhau! war keine Stunde aufgehoben, al» sie von derselben Stelle, von Dorenbach, auf» neue verfügt wurde. Aber damit nicht genug: der HerrGer- anbaßte auch die Verhaftung des Siadtlommandan» t e n Welk und feinsr Adjutanten. Neue Verhandlungen begannen, wieder waren sich alle der» nünftigen Elemente darin einig, daß stde» Blutvergießen zu vcr» meiden sei. Genosse Tost vom Vollzugsausschuß bemühte sich um eine Verständigung. Güsten von der Matrosendivision sagte, die Regierung habe recht, er sehe ein- daß Wels. stKchcr und Bongartz freigelassen werden müßten, sonst käme eS zu Blutvergießen, ja vielleicht zum Sturz der Regierung und damit zum Einmarsch der Entente. Tie Regierung, obwohl auf» ungeheuerlichste vergewaltigt, und durch die eigenen Volksgenossen bloßgestellt, kam den von bunklen Elementen mißbrauchten Matrosen in jeder Weift entgegen und war zu jeder Verständigung bereit/ wenn nur Blutvergießen vermieden werde. Den aui die Republik vereidigten Tnippen, die zum Schutz der Regierung herbeigeholt waren, ward jede gewaltsam« Handlung verboten. Schließlich kani es am späten Abend- noch einmal zu einer E i n i. gung: die Mairosen verpflichteten sich zur Freilassung Wels' und seiner Adjutonlen und zur Räumung des Schlusses, in dem nach dem Bericht des unabhängigen Kinanzministeri Simon, seit der Besetzung durch di« Marine außervrbeniliche Werte ve» VolkSvermögenS vernichtet wurden und verschwunden sind. Di« Regierung batte getan, was sie tun loniue. Wer verhin- } derte nun auf der anderen Seit« die Ausführung des Ueberein- ; kommen»? lim 11 Ithr, um 12 Ubr. um 1 Uhr nacfts wzirde mit Schloß> s und Marfiall ielephoniert. J«nm«r noch war Wel« nicht frei» �gelassen. Die Regierung ivar:«:e, Tnivuen. die au» Vot». � dam im Anzug« waren, wurden zurückgeschickt, überall zur Ruh«. � gunahut. Um 1 Uhr morgens kam vo'n einem Fuh-j ocn m txuna rer der V o lk s m a r i n« dt v i fivn aus dem Gchlpj die telephonifche Meldung: ä „I ch t a ii n zur das Leben von Wel» nicht mehilij garantieren I" Auf diese Nachricht hin, daß ein Wann, den dip Regierung auf den schwersten Posten ge-stellt hat.e, von Meuchelmord bedroht sei, daß die besonnenen und Kameraden von der Mariiiie nicht mehr die Herrschaft hat: über die, welche auch vor einem verbrecherischen Totschlag nicht zurückschrecken, gaben die drei a I l e i i« noch»»»l wesenden V o l k» b e a u f t r agt« n Ebert, Scheid«»- mann und Landsberg die Weisung an die in- stand ige militärische Ko in man-oo stelle, d als Nötige zu heranlassen, um da» Leben de» 9 9 m nassen Wels zu retten und ihn zu befreien. Der Terror hatte, trotz der Besonnenheit der MännM von der Marine, mit denen die Regierung verhandelt hatte, ge» stegtl Wenn dft VolkSresterung nicht schimpflich ihre Pfticht.- vernachlässigen und die Republik in der ganzen Welt dem(5i«r. spött und der Verachtung preisgeben wolu«, mußt« eingcgviffM. werden.> Zwei Totsachen stehen fest: Zfte Voiktoeauftroglen wollten, wie immer, jctzeS betvaff» nete Vorgehen vermeiden. Da» ist ihnen ja oft genug, nicht nu» aa» weitesten ckdreise» der Arbeiter vorge-worfen worden. Die Führer der VolkSrnarincdivision. die mit der Regievnn verhandelten, wollten die Einigkeit herstellen und haben das dem Straßenlampf ausS neue durch die Zusicherun-a I an keinerlei Aktion mehr gegen die Ziegiernng zu beteiligen. Trotzdem die Mißhandlung, die Tode S droh un gen. ja da? Todesurteil gegen W-e l S! Trotzdem die neuen Ver, hetzungen gegen die Männer der MchcheuSpartei in der R»gi> rung, die Lügen und Verleumdungen! Weicher T e n f« i hat die» blutige lltckrant in den Weiz« gesät? Wer— so fragen wir an der Hand dieser authentisch«»� Tarstellung nochmals—, wer will es nicht zu Frieden und Zn»' fammenarbeit kommen lassen? Wer hat e» verstanden, jeden V«»' trag zu einem Blatt Panier zu machen? Die sind eS und die klagen imr an. welch« Tag für Tag unferi» Genossen m der Regierung alle Verchrechen angedichtet haben! Die kein anderes Wort mehr kennen als„Bluthund" und selift im Blut waten I Die angeblich für die Revolution kämpfen u»v nicht« andere« wollen al, Vernichtung, Anarchie, T»»»s cor! Denen die russische Wüste und ihr verhungernde« Volk noch nicht genug sind die noch eilie Wüst« anstreben: Deutschland! Die Weltrevolubion predigen und nur eine! erreichen werden c Weltnnteraangl Genvstenl Hier habt Ihr den Bericht über die HaMilngen Eurer Vertrauensmänner in der Regierung. Ihr müßt hat Urteil sprechen, denn durch Euer Vertrauen heißen wir Volk»» beauftragte! Wenn Ihr unk Entlastung erteilt, müßt Ihr ab« noch ein weitere« tun: lstbr müßt un» Macht schafsenl ES gibt keine Regierung ohne Macht! Ohne Macht können wir Euren Auftrag nicht ausführen! Ohne Macht sind wir jedem preisgegeben, der verbrecherisch genug ist, für den eigenen jämmerlichen Ehrgeiz seine Kameraden und ihr« Waffen zu mißbrauchen! Wollt Ihr die de-iksche sozialistisch« Republik? Wollt Ihr, daß Cftire Parteigenosse» in Eurem Auftrag die, Regierung führen? Wollt Ihr, daß wir für Euch so schnell wie möglich Frieden schließen und für die LebenSmittelznftihr sorgen? Dann helft un», der Regierung ein« Volksmacht zu schaffen, das: sie ihre Würde, ihre Entschliißfteiheit, ihre Tätigkeit gegen Anschläge und Putsche schützen kann. Der 24. Tezember bat un» ungeheure Wert««m Bollb». vermögen und VolkZanfthen gekostet. Noch ein solcher Tag, und wir verlieren den Rang eine» Staates, mit dem man verhandelt und Frieden schließt! Eine Reaierung. so lag:« Genosse Ebert, zu den V rtreten der Volks mar inkdivision, die sich nicht durchsetzen kamt, hat auch kein Reckt auf Existenz! Helft ibr dies Recht verteidigcnl Jeder Mann ein Kämpfer für die? Recht! Sckon daß Ebert und sein« freund« f o lange fls- braucht haben, um die Verantwortung für die blutigen Vor- fälle zu ribernehmen, beweist, wie schwer ihnen selbst dies« Verantwortung wird. Und in der Tat bestätigt ihr lannoyanter Nechtsertigungsoersuch nur die schlimmsten Vermutungen. Ueber den ersten Teil der Darstellung braucht nicht mehr viel gesagt zu werden. Ihr« Einseitigkeit springt in die Augen. Die unglückselige Rolle, die Wels bei der Entstehung des Konflikts gespielt hat, wird ver- ichwiegen, über iein ebenso ungeschicktes wie provokatorisches Auftreten der Mantel der Parteifreundschaft gebreitet. Di« Darstellung bestätigt aber, daß di« Verhandlungen 'NMHrt, der«wymmsall vetsseiem war, es sich nur mehr nicht etwa um die Freilassung des WelS, sondern nur um deren Zeitpunkt handelte. In der Tat waren Montap abend alle an den Verband- Im?gen Beteiligten, auch unsere Genossen in der Negierung. der Meinung, daß der Zwischenfall erledigt sei. Erst jetzt geben uns Eberl und sein« Freunde«in« neue Dar- stellunp. Sie erzählen, um 1 Uhr nachts von einem„Ftihm der Volksmarinedivision" die telephonische Meldung er» halten»u haben:„Ich kann für das Leben von �WelS nicht wehr garantieren." Daraufhin hätten sie. um das bedrohte Leben von WelS zu retten, den Befehl zum militärischen Einschreiten gegeben. Da hätten wir also den U n b e k a n n t e n, der in allen Üblen Kriminalprozessen die große Rolle spielt. Warum wird der Name nicht genannt? Wer ist dieser ».Führer"? Ein Unbekannterl Und das genügt. Die tclephonisch« Mitteil, mg reicht auS, einen in seinen Folgen unübersehbaren Befehl zu geben. Ebert, Scheibemann und Landsbrrg jfhen ihre Vfljcht für erfüllt an und lassen dem Verhängnis seinen Lauf. Ein solches Borgehen wäre unter allen Umstanden ganz tlnveran tw o rt l ich gewesen. Ebert und die andern haben nicht einmal den Birüich gemacht, sich über die Wahrheit der Meldung Gewißheit zu schaffen. Sie Nehmen die telcphonische Meldung hin, ohne zu versuchen, selbst oder durch Vertrauenspersonen mit den Mvtrofen sich in Verbindung zu setzen, mit den Matrosen, die sich ja zur Freilassung vou Weis verpflichtet hatten. Sie halten ihre Autorität als Regierung für bedroht und lassen marschigen. Sin der ganzen Räubergeschickit« ist kein Wort wahr. Als die Führer der Matrosen ins Schloß ?unicffamen und das Resultat der Verhandlungen erfuhren, ürchteten sie. erregt und com Mißtrauen erfüllt, wie st« waren, daß die Zusagen wieder nicht gehailten würden, und wollten Wels nicht sofort freilassen. Da? wurde Wels vorgestellt und Wels selb st erklärt« sich damit einverstanden, die Nacht über im Schloß»u verbleiben. Früh sollte er freigelassen werden und wurde von den Matrofen selbst in Freiheit gesetzt. Nachts wurde er in«inem wohnlichen Zurnncr velassen, fein Leben war nicht bedroht. l Es wäre ein Leichte? gewesen, diesen Sachverhalt auf- tzuklären. Aber Ebert und feine Freunde hatten offenbar den Kopf völlig verloren und fahen in ihrem Autoritätsdünkef keinen aüderen Weg als den der Metvalt. Ihre Unüberlegtheit, ihr Mangel an Umficht. ihr Wahn, vor ollem die Autorität zu wahren, haben zu dem Blutbad geführt. Sie, die Sozialisten, handelten- in revolutionären Zeiten, wo jeder falsche Schritt verhängnisvoll chnrken muß, aus derselben outoritär-bureaukratischcn PsY' chologie heraus wie die fluchbeladenen Vertreter deL altest Oystems— und mit demselben traurigen Erfolg. Gegenüber dieser unzweifelhaften Feststellung der Schuld treten alle anderen Momente in die zweite Reihe. fSie sind aber schwerwiegend genug, um diese Schuld noch zu vergrößern.'__ i Vor allem, mit welchem Recht haben die drei Vertreter der Nechtssoziakisten in einer so schwerwiegenden sFrage allein, auf eigene Faust gehandelt, ohne die drei anderen Regierungsmitglieder zu verständigen?� Daß sie Nicht mehr im Reichtkanzlergebäude waren, ist kein Grund. Erreichbar waren sie, wenn man nur wollte. Ist da der Werdacht nicht geradezu zwingend, daß Ebert nicht wollte? Daß er unsere Genossen vor die vollendete Tatsache stellen wollte? Hätte man mir den Sieg über die Matrosen, den Man für selbstverständlich hielt, erst in Händen gehabt, dann hätten die Unabhängigen wohl die Regierung verlassen. müssen, Ebert und seine Freunde aber wären dann die starke Regierung gewesen, die unter dem Jubel des Bürgertums bewiesen hätten, wie man mit Hilfe der Armee Ruhe und Ordnung herstellen können. Ihr Vorgehen gegen die anderen RegierungSmitglieder war im höchsten Maße U n l o y a l. Die Matrosen haben anders gehandelt. Sie haben in spater Nachtstunde Ledebour aus seiner Wohnung in Steglitz geholt, damit er als ihr Unterhändler den Nest von Schwie- rkgkeiten beseitig«. Sie haben anständig gehandelt und vernünftig gehandelt. Können das Ebert, Scheibemann und Landsberg von sich auch behaupten? Doch weiter. Nachdem Ebert und sein« Freunde den Befehl dem Generalkommando gegeben hatten, haben ste stch dann um die Ausführung gar nicht gekümmert? Ahnten sie nicht, wie solch« Befehle ausgeführt werden? Kannten st« da» Ultimatum, wußten sttz, daß dann das Artil- leriefeuer eröffnet würde? Entweder find st« wieder der gröbsten Fahrläffiakeit schuldig, oder aber, ste wußten, wa» kommen würde, haben es trotzdem nicht der- hindert und dann find sie diejenigen, auf denen die B lu t- > ch u I d lastet. So stehen die Ding«. Sie stnd klar und kein« Unter- suchnng wnd die Verantwortlichkeit verdunkeln. ES nützt nichts, daß die Ebert und Genossen in den Berswh zurückfallen. ihre Schuld dem Spartakusbund in die Schuhe hu schieben. Dazu stehen sie eben auf ihrem Plasten, um auch In den schwierigen und kritischen Situationen, die die Red» lution, jede Revolution schafft, mit Umftcht und Besonnenheit zu handeln. Aber ihnen fehlt die G« s i n n» n g, in der r«vo- lutionär, Führer handeln mussxn. Ihr Bericht klingt aus in den Ruf: �Ibr müßt uns Macht schaffen!" Sicher, auch eine revolutionäre Regie- rung bedarf der Macht. Aber ste muß dies« Macht quch richtig anzuwenden verstehen. Ebert hatte ja am DießS- tag die Macht. Aber er machte von ihr eine Anwendung, daß ihm und seinen Freunden vor den Folgen zu grauen begann und sie nun gezwungen waren, den Weg zu be- treten, den st« me hätten verlosten dürfen, den Weg der V e r h a n d l u n.g e n. von Verhandlungen, die getragen sein müssen vom vertrauen in die revolutionäre Sache und ihre Träger. Dieses Vertrauen mangelt den Vertretern der Rechtssozialisten und der Regierung. G i e schielen immer nach der Gewalt, die ihnen die unbeauemen Dränger abhalten soll. Da? bestimmt ihre Politik der Rücksicht auf die bürgerlichen und namentlich auf die militärischen jtzreise, das macht ihnen die Erfüllung der Soldatenforderungen so antipathisch. und da» führt in kritischen Situationm zur Katastrophe. ES ist klar, daß diese Gesinnung, die nicht sozialistisch und nickt revolutionär ist, einen tiefen Gegensatz zu dem (Seist« bildet, in dem allein unsere Genossen in der Re- gierung ihre Arbeit leisten können. Di« Erklärung Eberts und seiner Freund« hat daher die Kabinett» k'rise akut gemacht. Di« weiter» Zusammenarbeit der beiden sozialistischen Parteien ist in Frage gestellt. Die letzte Entscheidung steht beim Zentralrat. Auf ihm lastet die große Verantwortung, zu verhüten, daß der Revolution Schade geschieht, daß eine Entwicklung ein- geleitet wird, die den K a m v f g e g en links bedeutet und den Anschluß der mehrheitssoziali st i- scheu Führer an die Bourgeoisie anbahnt. Wir haben kein Hehl daraus gemacht, daß uns sur Sicherung der Revolution und des Sozialismus die Mit- arbeit beider sozialistischen Parteien nötig erscheint, so lang« dort in sozialistischem Geist« gewirkt werden kann. Die Erklärung Eberts und seiner Freunde widerspricht diesem Geiste. Wir haben da? Bewußtsein, unbeirrt durch alle An- griffe von recht» und von links unsere Pflicht getan zu haben. Deckt der Zentralrat die Mitglieder der Regierung, deren Verhalten zu dem Blutbad geführt hat. deckt er eine Politik, die in ihren Konseguenzen der soziaftstischen Sache schädlich ist. so werden wir unsere Pflicht außerhalb der Regierung erfüllen. Rek und Ernst. Zu den Kämpfen um Schloß und Marstall sowie den Weihnachtsdemonstrationen gegen den„Vorwärts" kann noch folgendes nachgetragen werden: Eins Darstellung von Otto Wels. Der«wefen« Stadil«nmandant Otto Wels hat einem Vertreter der D. P. K. nach feiner Befreiung«u» dmn Marswll folgende Darstellung über vi« Lorgange gegeben« die zu tun Matrosenputsch führten: Alle Ausführungen, die über die Vorgänge mn US. und SS. gegeben worden find, find nur zum Teil richtig, besonders die, daß:ch um L Uhr nachmittag» abgelehnt habe, mit einer B«»» tretung der Matrosen zu verhandeln, und sofort alarmiert hätte. Sn Wahrheit war ich am 23. bt» nachmittag» 4 Uhr in einer onferenz»m GewerkschastShaus zur Vorbereitung de» Wahlen für die deutsche und preußische Nationalversammlung. Trst al» ich wieder länger, geit In der Kommandantur war« erhielt ich au» der Reichtkanzlri auf Umwegen dt« Mitteilung, daß die Regierung durch Matro'en vom Tclephonvrrkehr abge» schnitten sei und Porrenbach der dortigR, viatrosenwache den Befehl gegeben hatte, niemand ein oder au» zu lassen. Zu- gleich kam die Meldung, daß die Matrosen im Marstall marschbereit ständen. Ich setzte mich sofort persönlich mit drei in der Aäh« liegenden Kommandostellen in Verbindung, um Truppen zum Schutze der St» ich» kanzlet zu beordern. Al» ich in die Kommandantur zurückging, sah ich, daß di, Matrosen tn Richtung auf da» Brandenburger Tor vorüberzogen. Erst darauf gab ich den Befehl zum allgemeinen Alarm und verließ da» Hau», um zur Reuchsk-anzlei zu den dorthin bestellten Truppen zu fahren. Auf der Straße kam«ine Eruvpe Matrosen und fordert msch auf, zu verhandeln. Da mein Adjutant Aischcr mit zurief, er habe die Matrosen zu Verhandlungen bestellt, ging ich mit in die Kommandantur. Matrosen drängten hinterher. Aweest wurde über di« Tel dt rag« gesprochen, dann er» lolgt? di« Y e r h a f t u n g. fti gelang mir jedoch vorher noch die Mitteilung au» der Kommandantur zu geben, dgß»vir eingeschlossen waren und um ltzntsatz bäten. An der»ftion der Matrosen nahmen auch Sicherheit»- truppen de» Polizeiprästdium» teil. Die Truppen, die un» zu Hilf» kommen sollten, trafen zu spät ein. AI« ich am n ä ch st e n Tag« vormittag» au» der Hast entlassen wurde, gellte der Ruf durch den Marstall:.Alle» drauße» antreten, der Marstall wird geräumt, W e l» i st freizu» lassen!" Ebenso meldet« be? Parlamentär dem Komrnandeur bei Truppen in der Universität:„Schloß und Macstall würden gv» räumt, die Waffen seien bereit» niedergelegt, di« Matrofen von außerhalb seien zur Abreise bereit. Welz sei entlassen und die Matrosen erwarteten Straffreiheit. Darauf wurden Truppen nach d«n Marstall kommandiert, um die Waffen tn Empfang zu nehmen. Tort hatte man sich aber die Sache wiedes überlegt und verweigerte nun die W a f f e n st r eck u n g. Dia Räumung de» Schlosse» hatte ich zu fordern: 1. Auf Grund«ine» Beschlüsse» de» gesamten preußischen Staat» Ministerium» vom 18. Dezember. Ein« Denkschrift de» ßinunzminifterlum» über di« bi« in di« allerletzte« Tage erfolgten Plünderringen im Schloß war beigesügt und von den Minister» persönlich unterzeichnet. t. Auf Grund eine« Beschlüsse» de» Rat» her volk»beaustrag» ten unterzeichnet von allen 6 Mitgliedern, erst nach Räu- «mm st de« Schlosse« und Ueberyabe de» Schlüssel« an di« Kommandantur 80 000 Mark an die Bolksmarinedidisto?» »u zahlen Die» sind zwei offen« klare vefthle. zu deren Durchführung ich verpflichtet war, und für die ich mich mit aller Kraft einsetzte. Nur um die Machtmittel der Regierung und der Kommandantur zu stärten, habe ich gewn, wc» notwendig war gegen offene und noch schlimm«« versteckte Gegner. Wr!« glaubt am Schlüsse noch kefftstellen zu müssen, daß Ihn« ein Beschluß der Regierung, wonach er seine» Amte» enthoben sei, nicht zugegangen wäre. Au» den Vereinbarungen, di» mit den Matrosen getrofsen wurden, geht aber klar und deutlich hervor, daß Wel» sich nicht mehr al» Stadtkommandant zu b«» trachten hat, und da» dürft« einstweilen genügen. ssm übrigen erbringt di« Darstellung von Wel» nlcht» Er- heblich«», um da» Bild der Vorgange, wie man es bisher ge« Wonnen hatte, abzuändern. Da» Tageblatt rückt von Wel» ab. Da».Berliner Tageblatt", da» in den letzten Wochen wahrlich genug und übergenug bewiesen bat, daß«» mit seinen Sympathien ganz w» ander» steht al» auf d« Seite du entschlossenen Revolutionär«, schreibt zu den von un» in t>V Morgen nammer Wied ergegebenen Darlegungen von Tost vni Spiero „An jedem Fall« ist e» unverständlich und sehr bebaue« lich, daß um einer solchen gleichgültigen Formalität will«: «in schwerer Konflikt heraufbeschworen werden konnte. Wen« sich die Garvetruppcn zu einem großen Teil, ohne da» Vor« gehen der Matrosen zu billigen, doch auf ihre Seite gestellt haben, so ist da» aus diesen Ursprung der Affäre zurück- zuführen, der ihnen bekannt war und der erst seither der Oeffentlichkeit bekannt geworden.ist. Da» Austreten der Matrosen, besonder vor und in der Reichekanzlei, ble'bt unentschuldbar, aber Herr Wel» schiint doch auch B««m ich au» Seiilschlms g.nz. f Von Georg Friedrich Nicolai. Der wegen seiner Kriegeeegnerschaft von den deutschen Militärbehörden verfolgte Professor der Physiologie an der Berliner Unwerliiat, dessen Werk über die Biologie de» Kriege» hier kürzlich ausführlich behandelt worden ist, floh im Sommer diese» Jahre» im Aingzeug nach Dünemark. Wir beginnen nachstehend mit dem Abdruck einer kurz daraus gedruckten Bekenntnieschrift Jiieo. lai», di» vor der Revolution in Deutschland nicht verösfenilicht werden konn!», aber auch heute noch' von außerordentlichem Interesse ist. I. Einst kommt vielleicht der Tag, wo ein Volk, eine Sprache und eine Sitte die Erde beherrscht; aber noch ist e» nicht so weit— noch längst nicht so weit, und auch der begeisterst« An- Hänger einer interimtionalen politischen Verbrüderung wird dank» bar anerkennen, wie fest seine Kultur in heimatlicher Sprache und in klimatischen Gewohnheiten wurzelt. Rur im Mutter- lande findet er— vielleicht seltene»— aber doch tiefste« verstehen, nur dort hat er die Möglichkeit unmittelbarer Wirkung!— i Je mehr aber«inem Menschen die Kultur Leben'öedürfni» ist, desto stärker wird er die Heimat vermissen: Ter Proletarier � taucht leicht in dem gleichartigen Niveau des Rachbarlandek- unter, der geistig Arbeitende aber vermag nur schwer jene» sichere, selbstverständliche Mitdenken zu entbehren, da» ihm nur der gleichartig Sprechende und gleichartig Erzogen« entgegen- bvingen kann. ' Ich sehne mich nach meinem größeren Vaterland Europa, aber ich weiß, ich lönnte Deutschland, mein Mutterland, niemals vergessen;— und, al« ich seine Grenze überschritt, da wollte ich mich auch nicht von ihm trennen, denn ich fühle ja nur zu gut, daß ich jene unverlierbaren Zusammenhänge gar nicht aufgeben kann, die mich durch Sprache, Kultur, Freundschaft, Blut- und Wahlverwandtschaft mit denen verknüpfen, die seit Tausenden von Jahren im Herzen Europa» al» Deuische gemeinschaftlich leben und arbeiten. Ich tat e» im Gegenteil, um mir den Kampf. platz zu wählen, wo ich mich in freier Seldstverantworilichkeit dafür bemühen kann, daß Deutschland» Größe(so wie ich sie verstehe) in alter Herrlichkeit sich erneuere und,«ingeordnet der entstehenden, allgemeinen Kulturorganisation, ein nützliche» .Glied der großen Europäischen Brudersamili« werde. Gerade weil ich ein Deutscher hin, weil ich mich al» geistiger Nachkomm« unserer großen Humanisten fühle, glaube ich ver- pflichtet zu sein, den un» gebührenden besonderen Platz im Rate der Völker zurück zu erobern, ihn zu verteidigen gegen die ongen» blicklichen Gewalthaber, die mit machtlüsterner Hand da» Wert- vollste de» deutschen Geiste» anzutasten gewagt, und die Enkel eine» Goethe und Kant zu unheiliger Tartaren-Politt! verführt haben. Ich glaube wir„weltseitigen" Deutschen, die wir heute unter dem Lärm der Waffen noch viel vereinzelter scheinen, alt wir vielleicht in Wirllichkeit sind, verkörpern Deutschland besser, al» irgend ein Ludendorff, oder«ver sonst offen oder heimlich die Zügel führt. Dies« meine innerste Ueberzeugung, die kch nach reiflicher tleberlegung al» rein und makello» erkannt habe, gibt mir da» subjektive Recht zu dem schweren Schritt, Heimat und Freunde, WirlungSlrei» und Berufsarbeit, Familie und Stellung gegen da» Ungewisse Lo» de» Landflüchtigen einzutauschen.— Aber habt ich auch objektiv da» Recht, gegen diejenigen aufzustehen, die zur Stunde noch Deutschland» Macht repräsentieren?— Zwar weist ich, daß Tausende, ja Millionen der Besten unter meinem Volke heimlich gleich mir empfinden, daß sie nicht» in der Welt so sehnlich wünschen, al» daß diejenigen, die heule Deutschland» Geschick bestimmen, keine dauernde Gewalt erlangen, und)>aß die Militärpartei weder nach innen noch nach außen den verderbenbringenden Sieg gewinn«.— Aber— in einem Necht»staat sind die Wege vorgezeichnet, auf denen der einzelne seinen Willen zum Au»druck bringt.— Und mein Weg ist ein ander« gewesen l ®» fragt sich also: Ist Deutschland ein Rechtlstaatk Da» ist nun im Lugenblick ganz offenbar nicht der Fall: Verfassung' und Recht sind überall durch Willkür ersetzt Trotz der klaren Bestimmungen, die die verhängung de» Be- lagerung»zustande» nur in den vom Feinde unmittelbar b« drohten Landesteilen erlauben, herrscht dieser Ausnahmezustand seit vier Jahren überall in dem von Feinden so gut wie nirgend» unmittelbar bedrohten Deutschen Reiche— Jjie sogenannte Schutzhaft bedeutet die Rückkehr zu den illegitimen.lettre» ist eng vi alt vernickten, odcr itm lukrative LebenkbcdingungeN ■(; mit itiir wtnifl uet>vr!«g>i»g und Vo r- ' S s i ch» operiert z» b>i d e n" rr< e, i«o.sic nun;iM!r>: outo selbst einsehen, daß er ls.Be eres tuu lann. a!»!»aU» von der Bildstäch«, �:n- oi Z"ein reu; dec fiuinmouNsntut, zu verschwinden - mit ui.d olnu ijuiieilung xine» formellen Li et Uhr langt««in großer Zug Lpartakudleute vor dem »VocWärts" an und dersuchte, sich Eingang gu verschaffen. Die AcherMdmonnichaften hatten die großen Torweg»türen der. schlössen; doch wurden d es» mit Dielrichen von der Menge ge» ßssnei Die schwache©ichecheitlmamtfchaft konnte dem Ansturm der Meng« nicht standhalten, da die wachhabenden Soldaten an» gevlich vom Polizeipräsidenten Eichhorn di« Weisung hatten, nicht zu schießen. Im Gebäude fand die Menge bei der Durch. suchung auf einem Hof««in Panzerautomobil und ferner noch angeblich 14 Maschinengewehre. Dai Panzerautomobil und die Maschinengewehre wurden aus dem Gebäude de».Vorwärt»" Unter lauten Bravorufen der Menge fortgebracht. Da sie d,e Türen nach den Kontoren und Buchdruckereiräumen des.Vor» wärt»" ge'chlossen fanden, begaben sich ungefähr 50 Mann in die Wohnung des im Nebengebäude de».Vorwärt»" wohnenden Minister? Ernst und begehrten, mit ihren Gewehr» kolben gegen die Tiir schlagend, Einlaß. Minister Ernst sah sich genötigt, ihnen zu öffnen. Es aab eine erregte Auseinandersetzung, da dir Revoltierenden verlangten, daß Minister Ernst ihnen die Echlüffel zu allen BureauS und zu den Buchdruckereiräumen de».Vorwärt»" au». händige. Ta er die» nicht gutwillig tun wollte, wurde er ge» zwun�en, so wie er ging und stand, die Soldaten zu begleiten. Er wurde auf den Hos de».Vorwärts" geführt. und man suchte ihn nochmalt zu zwing«», die Schlüssel auSzu» händigen. Er miiwortete. daß er diese nicht hätte: aber auch. wenn dies der Fall wäre, sie nicht aushändigen würde. Die Sol» daten hätten ja ihre Gewehre und könnten ihn erschießen, sie könnten ihn aber nicht zu einer Handlung zwingen, zu der er sich nicht zwingen lassen wolle. Tarauf wurde er wieder in seine Wohnung zurückgeführt und unter Bewachung gestellt Er wurde daran behindert, telephonisch Schutz zu evbitten und auch Anrufe, die er telephonisch erhielt, zu beantworten. AI» er »ach einer Stunde noch immer an seiner freien Bewegung der- hindert würbe, verlangte er, daß alle Mannschaften sein« Ääum« verlassen sollten. Ein Abgesandter, der sich mit den Aufruhrern in Verbindung setzte, kam bald darauf zurück und sagte, Liebknecht u»d Rosa Luxemburg seien seht im„Vorwärt»" und berieten über die ganze Angelegenheit, er solle sich noch gedulden. Kurze ?eit darauf kam ein Abgesandter vom Polizeipräsidenten Eick»- orn mit der Bestellung zu Minister Ernst, er wäre jetzt frei Polizeipräsident Eichhorn hätte mit seinen Sicherheitimann» fchaften den.Vorwärt»" besetzt und die SpartaikuSleute au» dem- selben entfernt. 12 Leute, die sich im„Vorwärt»" verschanzt hatten, konnten nicht entfernt werden, würden aber auch keinen Schaden anrichten können, da sie von den Eichhornschen Leuten b«vacht werden. E» kann im Augenblick nicht nachgepvüft werden, w!e weit diese Darstellung von Eugen Ernst wirtlich den Tatsachen ent- spricht. Manche» scheint darauf hinzudeuten, daß in ihr die Farben doch reichl.ch stark aufgetragen sind. E» wäre schließlich bei der Erregung, in die Eugen Ernst zweifello» versetzt wurde, begreiflich Im übrinen haben wir bereit» erklärt, daß die Be- setzung de».Vorwärts" nickt unsere Billigung«vhalten konnte. und wir würden es natürlich auch nicht billigen können, wenn dabei dem Minister Ernst in übler Weis« mitgespielt worden fein sollte. Keine weiße Garde. In den„Schlachtberichten" der bürgerlichen Press« über die Beschießung dcS Marstalle» war neben vielen Unwahrheiten u. a. auch die Behauptung aufgestellt, die republikanische Eoldatenwehr Hobe an den Kayipf gegen die Matrosen tütigen Anteil genommen, ja in einigen Blättern stand sogar zu lesen, die Soldatenwebr habe da» eigentlicb« Vorgehen gegen die Matrosen veranlaßt und da» schimpfliche Ultimatum abgeschickt. Wir sind ermächtigt, festzustellen, daß die republikanische Eoldatenwehr lediglich die Zugänge zu dem Kampsplatz absperrt- und di« angrenzenden öffentlichen Gebäude kicherte. An dem Kamps gegen die Matrosen beteilig!» sich lediglich di« in der Uni- bersität einguartiert« Weiße Garde des Herrn Suppe, die aus aktiven Unteroffizieren besteht und der republikanischen verschaffen; sie kann ihn'chanden oder ehren; kann ihn ein» spemn, oder zum Richter über seinen bisherigen Untergebenen machen I Damit aber hat die Regierung«in fast unfehlbares Mittel um— im Appell an die selbstverständliche Feigheit der giotzen Masse— unser ganzes öffentliches Leben zu korrumpieren. Dieser Prozeß setzt sich aucb nach unten hin weiter fort. Ich kenne z. B. Mitglieder der kaiserlichen Sozialdemokratie, die ihrer Gesinnung nach unbedi»gte Anhänger der Unabhängigen sind, sich aber nicht zu ihr bekennen, weil sie ihre S-ellungen nickt verlieren wollen, die— dqnk der Praxis unserer Gerichte— die onizielle Parle! immer noch zu vergeben hat. Die Frau, Mehrings'), die lieber ihr« geliebte Rekakteurstellung aufgeben, ehe sie ihre An. schauungen modinzieren, sind ebenso selten w'i�d�e Karl L;eb SoldaZenwehr allerdings«»»gex,t»edea rp. Ml« samten Soldaten- rät« Berlin» haben seinerzeit gegen die Gründung dieser„Suppe. g sprechen gegeben, in Deutschland dafür einzutreten, daß die noch auf deutschem Boden befindlichen polnischen Arbeiter nicht unter der Trübung de» Verhältnisse» zwischen den Staaten zu leiden haben sollen. Der Beweggrund dieses Schritte» war, wie wir in dem Schreiben an die polnische Arbeiterschaft erwähnten,„daß für un» mir der Gedanke bestimmend sein darf, die wirtschaftlich Schwachen vor Rachteilen zu bewahren. Wir sehen in den Hilfsbedürftigen jeder Nation nur den Menschen, mit dem wir un» ohne Rücksicht auf Grenzen und Sprachwersckiedenheit soli» dorisch fühlen." Ter polnische Ministerpräsident M o. raczewski hat von diesem Versprechen der CessenUichkeit ist einer der polnischen Presse übermittelten Schilderung der politischen Lage Kermtni» gegeben. Wir bitten die deutsche Arbeiter- fchaft, insbesondere aber die Politischen und gewerkschaftlichen Organisationon, im allgemeinen wie in jedem Ein- z« l f a l I da r ü b e r z u>v a cke ü, daß die In Deutschland wei. lenden Angehörigen de» polnischen Volke», insbesondere die pal- nischen Arbeiter, nickst da» Ziel gehässiger Angrisse oder wirtschaftlicher Benachteiligung werden. Di« Zeit, in der Verstimmungen der Dtaatsbezteh-ungen den einzelnen fremden Staat»ank?ehörigen vogelfrei machen und dem WWen nationaliiti- scher Instinkt« au»li«f«rn, muß vorüber sein. Di« Fragen, die zwischen Pcken und Deutschland schweben, mögen von den beider- seit itten Regierungen geregelt werden; es liegt kein Grund vor— wa» auch geschehen möge— den einzelnen im fremden Land Wehr- losen darunter leiden zu lassen. Ein Zeiknngsverbok des Bremer A.- und S.-Rales. Bremen, Z4. Dezember. Da» Erscheinen der„Weser- Zeitung' ist auf Gruntz de» Schlußsätze» ihre» Leitartikel» .Anarchie oder Freiheit 1" in der heutigen Mittagsausgabe vom Holdatenrat di» zum L7. Dezember einschließlich verboten werdest Die- Zeitung hat gegen diese Verfügung bei der Regierung de» volk»beauftragten in Berlin Protest»ingelegt. i Nu Zkokesk gegen TscheWerungsubsichken. Der Vorstand de» Mittelschlesischen Städt«, tage» hat folgende» Telegramm an die llieichsregicrung gerichtet: Dem vernehmen nach soll di» Gn-tent« eine Abtrennung schlesischer Gebietsteile wie der Grafschaft Glatz und de» Walden» burger Bergland«« und ihre Einverleibung in den neu zu grün- dendenn tschecho-slowakischen Staat beabsichtigen. Namen» der dem- Mittelschlesischen Städtetage angehörenden Städte dieser reindeutschen Gebiet« protestieren wir energisch gegen eine etwaig» Abtrennung und bitten, mit allen Mitteln dagegen zu wirken. Lehensmikkel für Deuksch-oesserreich. Wien,»4. Dezember. Nach«iner Meldung de» Wiener Telegr.�orresp.-BureauS au» Bern traten heute die Vertreter der Entente und De utsch-O est erreich» zu einer Be« tatung über die Lebensmittelversorgung D e u t s ch- O« st« r r« i ch» zusammen. Die Ententevertreter' gaben dem Antrage auf sofortige Ausfuhr von 110 Waggon» LvbenSuiittel al« Borschuß für Wien au» sckstveizerischen Beständen. statt. Die ersten Waggons dürften bereits Donnerstag nach Wiest abgehen. yarkeikag der kschechischev Ssziattstev. Wien, 27. Dezember. Nach dem„Neuen Wiener Tageblatt� beginnt morgen in Prag der dreitägig« Parteitag der tschechischen Sozialisten. Ihr« drei Fraktionen wollen gemeinsam entscheidenden Einfluß auf die Bildung der tschechisch» slowakischen Republik nehmen, um ihr ein sozialistisches Gepräge zu geben. auch dem Zwang« der Gewalt fügt«— denn es war meine Ab- ficht, nicht als Revolutionär zu siegen, sondern auf gesetzlichem Wege— so habe ich doch in keinem Augenblick auch nur den kleinsten Bruchteil meiner Gesinnung verleugnet und haben die Konsequenzen voll auf mich genommen. Doch je länger ich wartete, desto mehr schwand die Hoffnung, daß der Berufene rechtzeitig käme; dazu kam, daß sich mählich die Zahl derer mehrte, die stürmischer und stürmischer von mir forderten, da? zu sagen, was sie selbst— nicht zu sagen wagten: Gelehrt« und Arbeiter, Soldaten und Offiziere. Trotzdem hätte ich vielleicht doch bis zum Ende de» Kriege» geschwiegen und hätte meine Stellungnahme gegen oie heutig« deutsche Regierung bis dahin rein als Privatsache weiter be- knecht», die um ihrer Ueberzeugung willen in» Zucksthaus gehen.> handelt. Denn der Krieg, der all unsere sittlichen Vorstellungen Wer aber ähnlich handeln wollte w e dieie beiden Männer.! auf den Kopf stellt, läßt es uns fast wie eine Pflicht der Ritter- wurde gar schnell stumm gemacht Alle oppasittonellen Elemente,! lichkeit erscheinen, selbst das Böse zu schonen, solange e» sich im die nicht sofort umlernten oder umzulernen vorgaben, sitzen heute Kampf« mit anderen befindet. hinter Geiängnismauern; so kehlen denn unserem öffentlichen s.. Ich weiß nicht, ob es mir au« eigener Kraft gelungen wäre, Leben ganz naturgemäß alle Individualitäten, und jede Zeitung � diese sentunenrale Rücksichtnahme auf eine im Grunde uner- bringt, ohne mit der Wimper zu zucken, die Küschöe» der Regie- f laubte Ritterlichkeit zu überwinden, wenn nicht die hohen Herren «ung/ Militär durch rücksickisloie» Ueberspannen de« Bogen» mich Durch diese? Versagen aller öffentlichen tzlnstitiittonen— jeder Wahl entbunden hätten: Keine Demütigung, die sie mir Zkilrigieriiiig. Parlament und Preist bat.der einzeln« das antun konnte», schien ihnen groß genug; sie wollten mehr!— Recht erwarben ch-'m Einzelkampf in die f hranicn zu treten; er Ich hatte mich allem Menschonmögiichen anbequemt, aber sie hat d e«j-icht, da» zu'chützen, was de» rechtmäßigen Schutze», wollten da» im wahren Sinne de» Worte» Mcnichcimn mögliche. entbehrt � Er ha» diese Pflicht doppelt, wenn er gleich mir fest- Nachdem ist mir alle» genommen, wa» da» Leben an«eußer. davon' überzeugt ist. daß solche unerhört.' Machtpclitik sein Land lichem bietet, Ehre und Stellung, des Leben» Annehmlichkeiten ebenso»ugrunde richten wird, wi» si« di« Welt zugrunde ge- und selbst sein« Notdurft, da wollten sst da« einzige, wa» mir richtet hat f geblieben war— da wollten sie mich zuguterletzt noch zwingen. Wenn ich trotzdem vier lange, schwere Jahr« hindurch ge meine Ueberzeugung Preis ,u geben.» »öairt habe, von diestm Rechst Gebrauch zu machen, so geschah f Damit war nun die Grenze erreicht, bis zu der ich schweigend e», weil ich' darauf wartete, daß ein Berufenerer kommen würte-zu gehen«nl'chlossen r-.id imstande war. Nach vier nutzlos der- ~-■'— itMftjtu. i jc—"'——«■i--.jl... �"— ,ie erkennen, die ion de» Rechts« war der Raum Wenn ich mich in äußerlichen Dingen �«worden, in dem ich mich bewogen konnte; schließlich wollte man mir da» letzte Brett, auf dem ich stand, weiH'sthen, und ich wäre Di« Kultur der Welt, gesehen mit den Weltweiten Augen eines Deutschen.— ; Wenn ich mir aber da» bewahren wallst, worin ich daZ Eigentümliche de» deutschen Geiste? sehe, die Fähigkeit da» all» , gemein Menschliche zu sehen und zu lieben, fo mußte ich gehen. z Jch mußte das Deutsche Reich verlassen, weil ich glaube«in guter Deutscher zu sein. Hab« jch mir vorzuwerfen. Kauhkh und Franz Mehring wurden bekanntlich von der;;,,, Bodenlose gestürzt, wenn ich es auch dann nicht gewagt hätte, Izielleu Partei mit Hilfe eines Gerichtsbeschlusses gezwungen, in die freie Luft sittlicher Selbsiverantwortlich'eit zu er. 1 von crsterem gegründet« und ftit vielen J��ehntem gelöst e��� Ich tat«S, und so verließ ich den Staat, dem tch trotz .»te-ue Zeit" fremden Händen zu ubergeben,,.soll«! Unrechte», da» er mir angetan, immer damuar bleiben nähme" fremden geistigen Eigentums bcdmA'mii-nckaril-cke»verde, denn durch fein« Vermittlung und unter seinem Schutz —— sondern auch e-n« schwere w.rtschaftl che �° Menschen gemacht bat: geistig« Isolierung, Schädigung. DMdemde Mnzen. Die Hauptaufgabe aller Organismen ist e» bekanntlich, die Fortpflanzung zu sichern, und die Natur schlügt, um diesen Zweck zu erreichen, ost geradezu raffinierte Wege ein. Seltsame und interessant« Mitiel hierzu finden sich bei einigen Pflanzen.. Der kleine Alpensteinbrcch(Soxisnzst Alpina), der hauptsächlich in Felsspulten wächst, entwickelt drahiähuliche Steng.l von unglaublicher Länge, die sich vorwärtSschie-ben, bi» si« ein« Spalte mit geeignetem Erdboden erreichen. Dann dauert e» nicht lange, bis Knospen und neue Pflanzen Hervorlreiben. Der alte Stiel stirbt gleick-zeitig ab. Die amerikanische Schlingpflanze sLcolopenckium rliirophz'Ilum) bringt massenhasj Wurzelsasern hervor, aus denen neue Pflanzen hervorgehen. ES ist nicht ungewöhnlich, daß masyurq die alte Pflanz« cinigt'zwanzig neue Schößlinge findet. Eine kleine, zu. den Liliengewächsen gehörige Pflanze, die sich in Japan findet, hat noch merkwürdigere Gewohnheiten. Wenn die Pflanze abgeblüht hat, trieben die Stengel weiter, bi» sie so lang werden, daß sie durch ihr eigene» Gewicht abbrechen. Und während die alten Klengel verfaulen/treiben neue Schößling« empor« Eine Anzahl Gewächs«, deren Früchte sich durch den Wind verbreiten, brechen buchstäblich in Stücke. Einige Arten der Ma» millariq-Kaktusse umge-den sich mit neuen Sprossen. Wenn diese eine gewiss« Größe erreicht haben, fallen sie von der Mutter« pflanze ab und rollen über die Felsblöcke hinab, bi» sie eine Fels« spalte mit geeignetem Boden gesunden haben. Dort schlagen sie Wurzeln. Di» Kleini* articulata, di» in Südafrika vorkommt, dir .Lichtpflanze", hat runde, saftige Stengel, die durch dünne Fasern zusammengehalten werden. An windigen Tagen reißen die Fasern, klein« Teile von ihnen werden sortbewegt und vom Winde weitergetrieben. Fallen sie aus geeigneten Boden, so schlagen sie Wurzel. Die Wahlen zur migiuischen Konslilnenle. vndaprst, 24. Dezember. Der Ministerrat beschloß die A u i. itibunfl der Wahlen für die Constituante für ie zweite Hälfte des Januar. Tic Nbstimmung erfolgt in großen Bezirken gleichzeitig auf mehrere Kandidaten nach dem Wlttl 51 mm m*» -■------•■--- � 1 in noch große«« Unheil stürzen wurde al» die Polrt-t der Bolsche. Wiste» es über Rußland gebracht hat. Wer etwas von Volkswirt- schaft versteht, kann sich darüber keinen Täuschungen hingeben. muß senen ersten Vertrag zerreißen und mit der SpartaTnspartel gemeinsam« Cache machen.- Für mich kann nur daz Erstere in Frage kommen. Auch selbst indirekt kann ich unter keinen Umständen eine Mitberant- Wartung für die Politik der SpartaknSpartei übernehmen, da es für mich ganz außer allem Zweifel steht, daß, wenn sie in der Mrund provisorischer Legitimationen ausgeübt weiden. Dcharatnen zu ItimLukn. T Joffv, 26. Dezember. HavaSmeldung.) Die beßarabi- sche Nationalversammlung hat die Vereinigung D�eßarabienS mit Rumänien ohne Vorbehalt Hinsicht- lich einer Autonomie beschlossen in der Annahme, daß das künstige Aroß-Rumänien eine reine Demokratie sein werde. verhandluns'en Lber Naro'lo und Gid�olkar. Gens, 2?. Dezember. Der„Petit Parisien" bestätigt im Anschluß an eine Erklärung des Mad.ider„Epoca", daß die Ve- sprechungen, die der spanische Ministerpräsident RomanoneS in Paris mit C l e m e n c e a u und Wilson hatte'V' auf Marokko und Gibraltar bezogen. Dom belgischen Verkel-Ksugreß. Will die Unabhängige Sozialdemokratie sozialdemokra- tische Partei bleiben, statt mit der Spartakuspartei eine Dik- tatur des Proletariats zu betreiben, die weder den Anforderungen der Demokratie' entsprechen noch das Proletariat Deutschlands auch nur annähernd in seiner Gesamtheit umfassen würde, dann muß sie den andern Weg wäh.en und in ein bestimmteres Ver- Hältiiis zur Partei der MebrheitSsoziali steu treten. Ich verkenne nicht die Schwierigkeiten, die einer solchen Stellungnahme zur Zeit noch entgegenstehen. Sie verlangt von unseren Genossen an verschiedenen Orten ein Hinwegsetzen über Vorkommnisse, die tief in ihrer Erinnerung hasten und gegen deren Auslöschen auS dem Gedächtnis als vergessenkwerte Dinge sich ibr ganzes sittliches Empfinden aufbäumt. Und sie stößt muf die groß? sachliche Schwierigkeit, daß führende Vertreter der Mehrheit?» soziallsten sich noch immer nicht entschließen können, ihrerseits durch die von ihnen während des Kriege! beobachtete Haltung in Brüssel, 26. Dezember. Der belgische Soziali'.cnkongreß, der„,,.. ,. ,....,_„..,.„... bei dem etwa IlltXI Delegierte anwesend sind, beschloß, zuerst die L jenen dicken Strich zu machen, der nach Ansicht der unabhängigen Sozialdemokratie nnbedingt gezogen werden muß, wenn Deutsch- innere Pqrteipolitit und sodann die internationale Politik zu be-....... r.....•*:.... sprechen.- Minister V a n d e rv e l d e las den Bericht über die ff �' öffentliche Lage vor und wiederholte, unter welchen Bedingungen" v'«• r�10 t der Gcneralvat die Mitwirkung von Parksidelcgierten im Eint».... t.-»,, m,■■ ü gungsministerium gebilligt habe, insbesondere da! allaemeine i ff"»d mü ihr d'- Verantwortung unserer Parte,-o groß. Wahlrecht, die Abschaffung von Artikel 310 des StrasgesetzomtS. die Ent.che.dung n.cht meqr wnge ausge.choben werden kann. da. i-pv für«n, X.7 m«. Wo so viel für unter Volk auf dem Spiele sieht, heißt es nur Aber die Ecsahr, in der sich Deutschland befindet, ist so ge- da! Recht der Spudizierung für alle Polizeiagenwn, die Mit- Wirkung der, Parteidelegierten am ökonomischen Wiederaufbau de? Landes. Der Minister gab sodann Kenntnis vom Programm per Regierung, das ein Programm der Einigung sei. ü'ks der Varkei. nach vorwärts und nicht nach rückwärts blicken. � Da müssen jene vorerwähnten Empfindungen ganz zurücktreten. Der fehlerhaften AuslaiidSpolitik der Mchrheitssozialisien aber, die übrigens in deren eigenen Reihen zunehmend a!» verderblich erkannt wird, kann von unS auch bei einer engeren Verbindung mit ihnen mit Erfolg— wahrscheinlich sogar gerade dann um so erfolgreicher— entgegengewirkt werden. Jnde» weder in der Parteileitung der U. S. P. noch in der Hanau, 27. Dezember.(Drahtbsrtcht der„FteihcU). Jjfjtung der Berliner Organisation der u. S. P. ist zur Zeit eine Ii■■ stottflcfundenen l teneralversammliing der ssti» Mehrheit für ein« Entscheidung in diesem Sinne vorhanden. abyänstlgen Tosialdemokratie wurde folgender Antrag ein- aber besteht ein Verlangen danach, wie ich mich überzeugt stlMNNff oeichlossen: l hak«, bei einem Teil gerade de» soliden Elements unserer .Di« am 2S. Dezemh-r von 67 Vertretern besuchte General- 1 Arb«iterschaft. Arbeiter, mit denien ich nie vorher Beziehung Versammlung der U. S.P. des Wahlkreises Hanau-�elnhau,en- � m mit bcr mte an mich gewandt, in diesem Sichre .Orb er,»cht den Parteworstand umgehend«tnen Parteitag stich.ätig zu sein. Sie habe,/ wir versi-ckert. daß Einzuberufen um zu beraten, ob d.e Genossen der U S. P-"»ch. b«i ihren Kollegen in der Werkstatt der Wunsch daß etwa, der- Sinnen, 5 l0äl tf n dl�exm� zusammens.tzen i swr? verbreitet ist. Nicht auSschtießlich aber mit � � cn l-.. miS die'em Grunde Hab« ich mich zu dem jetzt getanen Schritt wJ*18 � Natronalver ammiung ,�oss«n. In Deutschland neu. ist e, in der sozialistischen 3 r' V«nf Welt anderer Länder keineswegs unerhört,, daß Sozialisten er- /Ä S"r. Landssverlammlung Genosse Fritz � die Einheitder Be w«g u n« ü b« r den Partei- S ch n e l l b a ch e r einstimmig gewählt. st r« i t, u st e l l e n und. chne damit auf ein« sehr �stimmte Ctellungnahiue zu den sachlichen Streitfragen zu verzichten, organisatorisch beiden Fraktiorien sich anschließen, wie ich die? jetzt getan babe. ES ist von mir in gewissem Sinne ein symbolischer Akt, damit zugleich aber auch ein Bekennt- nis. Wir haben für die Weiterentwicklung der Republik zwischen zwei grundverschiedenen Methoden sozialrstii scher Politik zu wählen, und meine Wahl ist endgültig getroffen. f üg Enlnisder Eine Antwort. Von Ed. Bernstein. Die Redaktion der„Freiheit" schreibt, ich werde für meinen Entschluß, beiden sozialdemokratischen Fraklionen beizutreten, bei meinen Parteigenossen von der U. S. P. wenig VevständniS finden. ES ist das wohl möglich, denn er ist in Deutschland etwa" ganz Ungewöhnliches. Aber ungewöhnlich ist auch die Lage, in der die Sozialdemokraten Deutschtands zur Zc.it sich befinden. So unge- wohnlich, daß ein Heraustreten aus dem alten Geleife der Partei- schablone zur Notwendigkeit wird. Die Sn«estellten be» Schuhwarenhansel Dorndorf sind am 24. Dezenrber in den Ausstand getreten, weil der Inhaber der Dies gilt gcrnz bewnrers von der UnMängigen Sozialdemo.! u�stsiren'�dPuK��� kratre. Durch den E.ntr.kt von drer ihrer Vertreter cn d.e Regte-! r � � � Angestellten sahen sich daher zur rung der Republik und die Annahme von Regierungöamtern Arbeitsniederlegung veranlaßt.' von feiten anderer ihrer Mitglieder sieht sie sich zur Mitarbeit� an der Befestigung der Republik verpflichtet und hat sie die Mitverantwortung zu tragen für die Gestal- tung des politischen, wirtschaftlichen und allgemcin-sozialen Leben? im Republik gewordenen Deutschland. Mit den Mehrheitssozia- listen, von denen da? Gleiche gilt, trägt sie gemeinsam die Verant- Wartung für denjenigen Grad von Sicherheit und L r d- N u n g, der unerläßlich ist, soll die schwere wirtschaftliche Notlage, in der sich Deutschland zur Zeit befindet, nicht bis zur Ilnerträg- lichkeit gesteigert werden. Da! weist sie aus ein möglichst kollegia- lische» Zusammenarbeiten mit den Vertretern der MehrheitZsozia- listen in Regierung und Regierungsämtern hin. Organisatorisch aber ist sie mit der Spartakuspartei verbunoen, welche eine Politik verfolgt, die das Gegenteil davon bedeutet und, tonsequent fort- gefetzt, zum blutigen Bürgerkrieg mit � unvermeidlicher weiterer Zerrüttung des Wirt'chafrSteben hintreiben muß. Da» ist ein unhaltbarer innerer Wider-pruch. Fast täglich verkündet es den Leitern der U. T. P. mit Hohn und Epolt das Organ der Spartakusparier und halten ei ihr mehr oder minher eiirdrjnglich die Organe der MehrbesitSsozialisten vor. Der politischen Tätigkeit der Partei geht das wichr�gsic Element propagandistischer Wirkung verloren: die Krark der Ueberzeugung von ihrer Realität. Die Führer der Partei sind gezwungen, ab- wechselnd gegen rechts oder link» sich zu wen cn, und ihre Mit- gliedschasien führen an verschiedenen Orlen den SJamps in entgegengesetzter Richtung. Hier stellen sie sich grundsätzlich am den Boden der Einberufung der Nationalversammlung und dort erklären sie dieser von vornherein den Krieg, hier schließen sie Verträge mit den MehrbeitSsozialistcn zum.Kampf auf Grund ge- meinsamer oder vcrbrindener Kandidatenlisten, un? dort erklären |U, unter keinen Umständen mit jenen zusammengehen zu wollen. , Wohin soll da, führen? r Der geschilderte G-'gensaß dringt nicht nur Mitgliedschaft gegen Mitgliedschaft in Widerspruch, er hat glich beständige innere Reibungen im Schöße der Mitgliedschaften selbst zur Folg« und züchtet foris'upcnd die seltsamsten Auswüchse. In wetten Kreisen desjenigen Teil» der Arbeiterschatt, der in der Unabhänchgen Arbeiterschaft bisher seine Partei sah, empfindet man den Wider. sprach tief, und verschiedentlich hat er schon zur Abwanderung au» den Reihen der Partei geführt. Dauert er fort, so scheint mir ein« Zerreibung der Unabhängigen Sozialdemokratie unabwendbar. Sie wird außer Stande gesetzt, diejenige wichtige, politische Mission zu erfüllen, die ihr heute noch obliegt. Soll da» wicht ein. treten, so muß sie eine bestimmtere Stellungnahme wählen. Sie muß entweder den bisher stillschweigenden Vertrag mit den Mehr- heitssozralisten befestigen, wa» zur logischen Folae die Lufkündi- (jung hef J&üubwfl«# lwrt der S--artakuSvcirtei bedinat. sie Demokrilos. Auf diesen Theaternameu hört ein humoristischer Zeichner, der im..Wintergarten" die Zeitgenossen zu belustizeii trachtet. Aus flotter Hasid stießen seine Kreidelinlen. Auch am Nach- mittag deS 2. Feiertages übte er sein Handwerk, bis die Besucher dcS Etablissements e« ihm legten. Er glaubte sich folgenden Scherz leisten zu dürfen. Auf seiner Tafel zeichnete er ein Ehe- bett nebst Insassen und ein Nachrgeschirr daneben mit dem Sproß- ling der schlummernden Eheleute darauf. Das ließ sich das Publikum trotz seiner Freiheit noch geduldig gefallen. AIS der Mann jedoch zu dem Ehebett die Erläuterung„Familie Liebtnechl" und zum Nachttopf benutzenden Sprößling„Spartakus" schrieb, erhob sich die �Mehrheit der Besucher und protestierte mit stürmt- scheu Zurufen gegen den„Humor" de« DemokritoS. Der war auf so gewaltigen Beifall nicht gefaßt und trat bleichen Antlitzes den Rückzug an. Aus den Tribünen und in den Logen saßen stumm die.voruehmerc»" Besucher de» Wintergartens. D'S Etablissement wird von zahlreiwen Arbeitern besucht. Hat d-.c Direktion das Programm ihres DemokritoS gekannt und glaubt sie,»inen großen Teil der Besucher des Wintergartens diese Herausforderung bieten zu können? Oder ist e» gar ihre Absicht, die Arbeiterschaft zu verletzen, um sie vom Winter» garten fernzuhalten? Sie braucht e» nur zu sagen. Maschinengewehr« im Cafü„Vaterland". Im Gebäude de»„Taft Vaterland" würden, wie der.Vor- wärt«" vom Polizeipräsidium erfahren haben will, am Donner». tagwachmittag fünf schwer« schußbereite Maschinengewehre be» .schlagnahmt, die sich im fünften Stockwerk de» Gebäude» befandeg, ferner 160 Gewehre. Der Wirt behauptet, nicht zu wissen, wer die Waffen dorthin gebracht hat. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Kandidatenlisten anderer Parteien. Die ProvinzialkonferenG der Mehrheit»sozi«list«n im RsaierungSibezirk Potsdam hat für die Wahlen zur National- Versammlung folgende Kandidatenliste aufgestellt: 1. Rudolf Wissell, Zentralarbeitersekretär, 2. Marie Jucharz, Partei- se.'retärsir?&. Otto Sidow, Stadtverordneter, Brandenburg; 4. Emil Stahl, Stadtverordneter, Spandau; 6. Hermann Müller, Zeutral-ArbeiterscEretär, Lichtenberg; 6. Ferdinand Ewald, Stadwerordnetsr; 7, Adolf Wüsche. cf, Metallarbeiter� gtz Annq s Simon, Sekretärin, Brandenburg; 9. Bernhard Brun», Stadt« ' verordneter; 10. Wilhelm Sicring, Gewcrlschasissekretär. Für die preußischen Wahlen wird die nachstehende Liste präsentiert: 1. Ot.o Braun, Parteisekretär; 2. Conrad 1 Hcrenisch, Schriftsteller; 3. Willy Jachufe, Metallarbeiter, Span- j dau; 4. Bernhard Bruns, Stadtverordneter, Berlin; S. Fried- ! rich Beinkämpen, GewerrschaftSangestelller, Brandenburg; 6. Wil« Helm Siering, Gowerksche issekretär; 7. Hermann Müller, Parteisekretär: 8. Adolf Wusch k, Metallarbeiter; 0. Karl Hetzschold, GewerkschastSanciest'llter; 10. Anna Simon, Sekretärin, Branden» bürg; ,11. Gustav Fielitz, Kassierer, Velten; 12. Alex Lailer» Arbeitersekre.är, Luckenwalde; 18. Karl Priefer�, Gewerkschaft»- angestellter, Rathenow; 14. Philipp Zopf, Buchdrucker, Ebers- waide; 15. Richard Schulz, Stadlverordnet«:, Praiziau. Von C-er Deutschen demokratischen Parte i wurden für den Wahlkreis Potsdam 10 fTeltaw, BeeÄow. Charlottenbura) für die Nationalversammlung als Kandidaten außgesiellt: I. Staatssekretär a. D. Bernhard Dernburg. 2. Hauptschriftleiter Otto Ruschke, 3. Frau Ellt Häuß-Knapp, 4. Privatangestellter E. Rickcard Schubert, 6. Gemeindevorsteher Gustav Mosig, 0. Lo- i komotivführer Grürtdel, 7. Buchdrucker Mar Roß. 8. Frau Regln« . Deutsch, v. Stadtverordneter Architekt Carl Wen�k«. Raubbau an kleinen Wohnungen. Mit Bezug auf den unter obiger Ueöerschrift in Nr. 73 der „Freiheit" abgedruckten Artikel wird uns nocb mitgeteilt, daß auch die Aue esellfchaft im Osten Berlins zwei Wohnhäuser an- gekauft und sämtlichen Mietern, soweit sie nicht schon die Woh- nuugen geräumt haben, zum 1. Avril 1019 gekündigt hal. Die Ge'ell'cha't labt in den Häusern Beymestraße 16 und 19, die epst im F-abre 19�2 erbaut sind, an J den Wohnungen die Zwischen- wände entfernen und eriierc zu Bureauzwecken einrichten. E» kommen etwa 50 Wohnungen in Frage, in der Mehrzahl Zwei- und Dreizimmerwohnungen. G-sich eben denn alle diese Umbauten mit Wissen der Woh- nungkkommission? Angesichts der herrschenden Wohnungsnot muß dem entschieden entgegengewirkt werden. Die Zesien, wo man sich krait seines Geidsack» über die Interessen seiner Mit- menschen kaltblütig barübeuwegsetzen konnten, sollton doch nun vorbei sein. Eine Nichtigstellung. Wir weröen von zuverlässiger Seit« darauf ausmerftam ge- macht, daß die in tirc-m VersammlnngSbericht auSgesprocken« V«v- mutung, daß Herr Han S Vorst in seiner Stellungnahme gegen den Bolsch«wi»mu».kapitalistisch beeinflußt" sei, den Tat'achen. nicht entspricht und ein Ziveisel an der Integrität des Herrn Vorst völlig unbegründet �wäre. Eine VertrauenSmännerkonferenz der StaacSäetriebe 1» Spandau(U. S. P.) fipdet am Sonnabend, den 28. Dezember, nachun. 2 Uhr im Rosenthaler Hof, RosentHatcr Straße 12 sam Hack eschen Markt) statt. Doppelmord und Selbstmordv ersuch. Aus Eifersucht hat der 38 Jahre a t« ösberreichifche Arbeiter Rudolf Silen-ki sein« in der Ackerstraße wohnende Geliebte, Frau Grickschat, und deren 5 Jahre alten Sohn Herbert durch Oefsming der Gas Hähne in der Wohnung ums Leben gebracht. S. selbst wurde noch lebend ausgefunden und in» Krankenhaus gebracht. Gruird zu der Tat ist, daß Frau G. zu Bekannten geäußert haben soll, sie werde einen anderen heiraten. Das halte S. er'ahren, und er beschloß, mrit der Geliebte» und dem Kinde au! dem Leben zu scheiden. Großfeuer beschäftigte heute früh die- Berliner Feuerwehr stundenlang an der Burcptraxe und Neuen Promenade, wo nacht» um l Uhr daS bekannte Bürohaus in Flammen stand. Der Brand wurde erst bemerkt, als dichte Rauchschwaden vermischt mit Flam- inen und Funken auS dem Dache emporschlugen. Als die ersten, Löschst. ge an der Brandstelle ankamen, hatte der Brand schon eine große Ausdehnung erlangt. Der Dachstnht de» ausgedehnten Büro- hauseS ist zum größlen Teil n edorgebrannt. Ter Schaven soll ganz bedeuwNiö sein. Tie Enlstehungsursache war noch nlchi zu ermitteln. Von SicherbeltSbeamten in der Notwehr rrfchossen wurde gestern der 4l Jahre alle Maurer May Brunke aus der Schovedter Straße 226«. Brunke pflegte sich mehr bei feiner Ge» liebten in der Krrmmener Straße 15 als zu Hause ouszuhalien.. Auch gestern abend kam er wieder»u ihr. Selmer betrunken fing er sofort Streit mit ihr an, miljhandelte sie schwer und drohte ihr, daß er sie erschießen oder eiste che»«verde. Der fürchterlich lär- mcnde Auftritt erregte die Aufmerksamkeit von Hausbewohnern. Sie riefen die Sicherheitspolizei zu Hilfe. Diese verfncht« �den Wütenden zu beruhigen, erreichte aber nur, daß er auch auf si» mit dem Messer eindrang. In der Notnsthr griff einer der Be« amten zur Schußwaffe und streckt« den Angreifer nieder.— Angeschossen wurde von einem SicherheiiSbeamten ein Einbrecher in der Neuen Königstraße. Eine Patrouille traf dort eine Meir- schenmenee, die einen Einbrecher verfolgte. Ein Sicherheitssoldat rief den Fliehenden an:„Halt oder ich schieße!"� Der Einbrecher hörte nicht darauf wnd liek weiter und erhielt einen Schuß guer durch die Schulter. Jetzt siel er hin. 8 sin bracht« ihn zu«inem Arzk und dann al! Poüzeigesangenen nach der Charit�. ES ist ein wohnungsloser„Arbeiter" Franz Fred, der bei einem Einbruch st der Linienstraß« auf frischer Tat Überrascht»vorden war. Ms den SrgtmisMve«. Nc'nickeudrrf-West. Ter unabhängige Wahlverein des siiteS ha: te zum 23. Dezember eine öffentliche Va.kSdersainmlung ein- berufen. Genosse Mahler-Berlin referierte über da! Thema:„Die Arbeiterschaft im neuen Deutschland." Der- Redner ging in! Gericht mit den Schuldigen und Mitschuldigen am Kriege, geißelte die alte Regierung, den MiitariSmu», den Kapitalismus, die bürgerlichen Parteien, die Scheidemänner und deren voltsver- rät arische Tätigkeit in der Politik und Presse, sowie ibr Verhalten in den letzten inneren Kämpfen. Ar» dieser ErkemitniS der Not wendig? cht zu folgen, keinen Schritt jenen falschen Führern nach- zufel.gtn, dem entschiedenen Kampf im Sinne der II. S.P- D. bei den kommenden Wahlen und hinfort sich zu s essen, gipfelte die Ermahnung an die Versammelte». Fe. zur U S. P. D.» a. lehnend. gegen die führenden S.«idemänner, offene Arme und bereit, eine proletarisch« Kainpflini« baldigst wiederherzustellen, begrüßte die Versammlung mit stürmischem Beifall. DaS bisher Erreicht« aus» zubauen im Trnne einer wahrhaften sozialifrischen Republik, füo die kommenden Wahlen mit allen Kräften der Unab» häwgigcn Sozialdemokratischen Partei Dentfchlaird» zu wirken. unter Ablehnung einer Listenverbindung mit den Schcidemännern,� stimmt die Versammlung zu. In der DiZkussion sprachen sich alle.' Redner zustimmend aus. Zum Ausdruck wurde gebracht, daß dia: Politik der Partei klarer und einhelliger hervortreten müsse, e»! däche kein« Vechchmelzung mit den Regierung! sozial, sten— mit: deren Führern—, wohl aber mit den irrgefichrten Massen statt», finden. Daß eine Einigung nach link« kommen und gefördert. werden müsse, wird mehchach betont. Die Versammlung nahm. einen guten Verlauf. Gegner meldeten sich nicht. Reuar1— e--- wurden vollzogen. FriedrichShege». Die Parteimütgliettier der A. V. P. verd«»! darauf hingewiesen, daß am Sonnabend, den 28. Dezember, abend» 7 Uhr, in bei Aula de» hiesigen Gymnasium» ir.-nt außerordentlich» Mitgliederversammlung ftaUfindet. Da die TayeSovdnung fehtz dringende Fragen behandelt, darf kein Mitglied ftchlen. Druck der Lindendruckerel und Deilagsgeselllchaft», h. H- Schissbouerdamm IL,.