Preis 10 Pfennig Avend-AuSgave� S. vil der i y.T.& Srami g�tni o n il Hutz i« det Mit in dtl in ei» m'üntl in zur efnchir Leise« Il in»' bende» !k der nd U Ä« abk'äll' Weis' -n sich npinc« Irioirt« «eboition: verlin«W«. e�if fftanerbamm lOm. Fernsprecher. ilmt Kerben e*»93 und 2890. Li«.Freiheit'»ischeinl zweimal täglich, morgen« und nachmittag», an Eonn- und Festtagen nur morgen». Ter Bezugiprei» beträgt bei freier Lustellung in» Hau» fiir Droh-Beriin monatlich 2 M Für di, Srledi- iung auswärtiger Bestestungen ist vorherige Einsendung der Bezug»- gebühr»rsorderlich.— Dt«.Freiheit' lst im ersten Nachrrag der Post- i«itung»liste für 191g«ingetraaen und kostet hei direktem Postbezug ohne Bestellgebuhr monatlich 2 91., bei Zusendung unter Streifband< 91. Veriiner Organ Svprbition: verlin NW0. Schiffbauerbamm»VIV. Fernsprecher: Amt Korben HO 07 und 11008. Inserat, kosten dl« siebengespalten« Nonvareillezeil« oder deren RcnM 70«f..Kleine«nz-igen' da» feltgedruckt« Wort SV Pf., fede» weiter« Wort lö Pf........ 80%. Bei fchafte« Inserat« abend» Die dreigespaltene Reklamezeil« S M., Teuerungszuschlag Famllienanzeigen, Versammlungsanzeigen vvch Eewerk» der lliiabhängigen SozialdemolralWen Vartei SeuWlauds Jalirstiittli 1 Somichbend. den 28. Dezember 1018 ■ �-................................. Nummer 78 v und n a std »n ustö ittni�d gld« » und Zrder ä f t« eambti st. 2*. Deud und uns» ;n b» L «6««) n K« t btf t bi :»borP . s. Der entscheidende Tag. Heute findet die Sibuna deS K e n t r a l r a t S statt, in ber sich das Geschick der Regieruna erfüllen wird. Es ist anzunehmen, daß die Sntscheiduna erst nach länaeren Be- ratungen in den späten Abendstunden erfolaen wird. Von dem Beschlusi des ZentralratS hänat viel ab. Deckt er die rechtsjoziülistischen Mitglieder der Reaieruna bei einer Handlung, die n�icktt zu decken ist. entscheidet er nicht gemäß den Interessen der Revolution und des Sozialismus. sondern nach fraktionellen und persönlichen GesichtSpunk- ten. so mag die Regierungskrise eine vorläufige Lösung sin- den. aber nur um den zu hohen VreiS einer dauernden Krise de« Sozialismus selbst. Denn das kann keinem Zweifel unterliegen: wenn die Zusammenarbeit der vrole- tarischen Massen, die hinter den beiden Parteien stehen, auf- hört wenn an deren Stelle Gegeneinanderarbeit tritt, die Basis der sozialistischen Regierung verengert und erschüttert wird ist die Geiamtvosition des Proletariat» geschwächt. Tmu kommt, daß die Rechtssozialisten die Politik.»di« fo verderblich war. jetzt ohne'Hemmungen aufnehmen wer- den die Politik, di« Anschluß an bürgerliche Parteien sucht. isie nicht die reinen Prinzipien des Sozialismus verficht, sondern die von Tag zu Tag nach der Gelegenheit de? Aiiu-eidbiicketoorteil« Ibobent». um«iy ßinienaenchi da» Erst- geburtsrecht opfert. � �...._. Die Unabhängige Sozialdemokratie hat sich dieser Ent- »vickluna mit aller Ki�ft entgegengeftenmit. Nicht ihre Schuld ist«S, wenn sie sich nicht wird aufhalten lassen. Der Grund liegt in letzter Instanz �n dem�nicht� revo- ! MOC n. m, i. » pi»"' it «n Ä i« J; «molf? > k»"? ,«»»J , 6 n«* «.Jef» Free» »tr. l i! eil If ht xi Kg A? lutionären und nicht sozialistischen Geist, der die Führer der Rechtssozialisten zum großen TeU erfüllt und von dem sie sich nicht befreien 5önnen r � r t.. Sie haben an die Revolution nicht geglaubt, sie bi» ftur letzten Stunde zu verhindern gesucht. Run, da sie da ist, sie ihre Nutznießer geworden sind, kann ihnen die revolu- tionörr Enwicklung nicht rasch genug zum Abschluß gebracht werden Die Methoden, die sie dabei anwenden, sind die- selben, die das alte Sysiein auch anwenden wurde. Wich. rend die revolutionär« Phase, in der wir uns befinden, die sorgsamste Rücksicht auf die Massenstimmung erfordert, während jede«.Handeln die ruhigst« Ueberlegung verlangt. man sich bei jedem Schritt die Folgen vergegenwärtigen und alle» Gewalttätige ausscheiden muß. weis nur vertrauensvolle Verhandlungen und. moralische Einwirkung zum Ziele führen können, haben die rechtssozialistischen Führer sich selbst und einen Teil der Bevölkerung durch Panikmache und Spartakushetz« immer mehr in eine Stim- rnung versetzt, in der die Gewaltanwendung als das einzige Mitiel erscheint.. Deshalb liabeu die rechtS-sozialistischen Fuhrer immer gehemmt und gezögert, obwohl die revolutionäre Situation «nergisches VoiwärtSschreiten verlangt. Sie bestanden auf der möglichst ausgedehnten Heranziehung der Bürgerlichen zu den obersten Regierungsstellen: sie verhinderten jede energisch« Reform im Auswärtigen Amt! sie dachten bei jedem Schritt vor allem daran, ob die Verbindung mit den bürgerlichen Parteien nicht zerrissen werde. Vor allem ober hat der Gedanke an die Gewaltanwendung sie zurück- schrecken lassen vor jedem entscheidenden Schritt gegen den Militarismus, soweit es von ihnen abhing. Ter Rätc-ttongreß hat einstimmig die Soldatenforde- rungen gebilligt. Tie Oberste Heeresleitung hat gegen die Ausführung Widerspruch erhoben. Die rechtssozialiitiichen btegierungsmitglieder wollen vor diesem Protest zurück- weichen, weil sie daran denken, die Hilfe des Militärs ge- vebenensalls in Anspruch zu nehmen. Tie Heeresleitung will nicht vollständig demobilisieren. ändern zwei Jahrgänge unter den Waffen behalten: ein �riedeilsheer soll also wie früher und in derielben Art be- siehen bleiben. Eine unannehmbare Forderung. Die rechts- lozialistischen Führer wollen aber auch auf diese» Verlangen eingehen, wieder, um gegebenenfalls eine bewannete Macht »ur Verfügung zu haben, während sie ber An ficht find, daß eine neue republikanische Arniee. die sich lhre Fuhrer selbit �bt. allein als S ich- r heitStruppe verwendet werden � Der Geist, der stet» zu gewaltsamen Lösungen bereit hat dann schließlich zn der Katastrophe geführt., hat in Berlin Straßenkämpse verschuldet, hat zu dan"nacheuer- iichen Blutbad geführt......, Da, ist ein« Politi». dt« wir nicht mit- wachen können, nicht mitriachen Wolfen. , Sie trägt Zwiespalt nvd Verwirr'-Ng!n dieJReihen des Proletariats, führt Sotdatea ptge*. Eoldch«n. Arbeiter egen Arbeiter. Sie drängt die Sozialisten, die eine solche olitik mitmacheir, zwangsläufig immer mehr an die Seite der Bourgeoisie, erregt die heftigsten Gegenbewegungen im Proletariat und muß schließlich die Gegenrevolution fördern. Vielleicht begreift der„Vorwärts", wie erbärmlich uns sein« Versuche vorkommen, diese ernsten un� wichtigen Angelegenheiten, von deren Entscheidung der künftige Verlauf und das Schicksal der sozialistischen Revolution abhängt, zu vertuschen und zu verdunkeln, indem er»inen neuen Spar- takuikrakeel anfängt. Nein, eS handelt sich jetzt nicht um einzelne Hand- streiche, die, so bedauerlich sie sind, keinen Augenblick ein« ernste Gefahr für die Revolution bedeuten. Es handelt sich darum, daß die große Partei der alten Sozialdemokratie eine Politik veriolat, die in ihren Folgen verderblich werden muß für die Sache der Revolution und deS Sozialismus, genau fo wie ihre Politik der Parteispaltung. E» handelt sich darum, daß die Massen, die hinter ihr stehen, mißbraucht werden sollen für eine Politik, die ihren Lebensinteressen Männer und Zranen der Arbettertlasse! Am Sonntag, den LS. Dezember, werden die Opfer des unwürdigen Anschlages auf die?olks-Marin«bivifi'o« zu Grabe getragen. Es ist die Pflicht der Arbeiterschafi, diesen Begräbnis- zug zu einer Aktion der Revolution und zu eine« Protest gegen die Anstifter des Gemetzels zu gestalte«. Helden der RevoWon. RSnner, deren Tattraft da» arbeitende Boll die Veftel- ung von der Schmach de» msiitarfstisch-sinperialissischen Kaisertums verdank� sind von Verblendet« geopfert worden. Der Rock des deutschen Soldaten war zum Knechts- gewand erniedrigt. Die Taten revolutionärer Truppen in den grotzen Novembertagen haben den grauen Rock zum Ehrenfleid der Nation erhoben. Das Aufgebot der Truppen des General» Sequi» gegen die revolutionäre Volksmarinedivisio» hat neue Schuld aus die Armee gehäuft. Tilg! die Schande! Genossinnen und Genossen! Tretet ein fßr die Matrosen, die da» Leben»insetzten für Eure Freiheit. Es gilt, di» Ehre der Revolution zu wahre». Erscheint in Mass?« in der Giegesallee. Demonstriert bei den marmornen Bildern einer grauen Vergangenheit für die Tathelb«! der revolutionären Gegenwart, für eine lichte Zukunft. Der 8»ktomle. Wir haben gestern darauf verwiesen, daß der„Matrosen� führer", der angeblich Eberl gemeldet habe, er könne für da5 Leben von Wels nicht mehr einstehen, ungenannt ,gep blieben sei. Dem Wolff-Burea« geht von„beteiligter Seite� nun folgende Mitteilung zu: Der Führer lst R« b k«. von ihm als dem verantwort» tzichen im Schloff« stammt die Mitteilung, die noch mit s«ht> viel«foderen Einzelheiten verbunden war. So sagte Nadle, bti dem versuch, W«l» von einem Zimmer in da» andevtz pi bringen, sei nicht nur dieser von den Matrosen beinah« umgebracht worden, sondern er sechst habe sich bei sein«! Bemühungen. W«I» zu schützen, tn Lebensgefahr befundene Diese Srfläning wird auch der.Freiheit" genügen. DamÄ »rührigen sich ihre«eitern Bemerlungen, Eberl und di» andern hätten nicht einmal den versuch gemacht, sich über die Wahrheit der Meldung Gewißheit zu verschaffen. Was von der Behauptung der»Freiheit:»NachtS wurde er sWelS) in einem wohnlichen Zimmer gelassen, sein Leben war nicht ist, erhellt«uS dem Bericht von Wsls bedroht," zu halten über fein« Erlebnisse. erhellt aus dem Bericht von Dazu tei>lt un» Genosse Räbke mit: Ich war gegen L Uhr früh im Schloß. Die Makros waren schr erregt und wollten Wels nicht«freilassen. erkannte, das momentan nichts zu machen fei, war o&ef überzeugt, daß nach einigen Stunden die grsilassimg von un» durchgesetzt werden Knute. Ich begab mich daher aus die Konni�iidantur und setzte den Leutnant Fischer die«St- tuation auseinander. Uscher fragt«, ob ich das Leben von fflchi �ch erwiderte, ich glaube nicht, da uf meinhe Fisicher, gut, dann bleib Wels für bedroht halt«. da8 der Fall fei. Darauf meinte Wels über Rocht im Schloß. Ich kÄirte zurück, sprach noch- mal» mit den Matrosen und erklärte chnen, daß Wels wicht mehr verba>ft«t fei, aber im Schloß in S ch u tz h a f t bleiben werde. Kurz darauf— gegen 4 Uhr fvüh— wurde ich von der Reichskanzlei angerufen. Ich erklärte im Wesentlichen dasfolbe, was ich Leutnant Uscher erklärt hotte. Ich Hab» keine Hilfe verlangt, habe auch keine Befürch- tunggeäußert.daß Wels totgeschlagen wer- den flönne. Soweit Räbke. Auch hier stellt e» sich heraus, wie unbesonnen diejenigen hatvdelten, die die Truppen auf eine, offenbar mißverstandene oder allenfalls underrt- liche tetephonifche Meldung hin alarmierten. Abgesehen davon, war e» aber das denkbar schlechteste Mittel. Wels zu schützen, indem man die Triippen zum An- griff foinmandierte, denn gerade das nuißte ja die Wut der Matrosen gegen Wels aus» äußerste anstacheln. Zpdem durfte man dann nicht ein unannehmbares Ulti- ma t u m stellen, sondern hätte, naestdem man fchon dab allein Vernllnfti Forderung aufstellen müssen. i vernünftig« und �vcckniäßige, nämlich Verhandlun- unterlassen hotte, die Freigabe des Wel» als«ingig« widerspricht, weil sie die Einheit der proletari Ickten Kampffront sprengt, und ihre Kraft abdrängt von der Richtting gegen die Bourgeoisie, und sie gegen die anderen revolutio- nären Kräfte treibt. Die Demonstration, zu der die Recht». sozialisten aufrufen, soll ihren Führern das Vertrauen au»- drücken, in deniselben Moment, in dem diese die Verantwor- tung für da» vergossene Blut übernehmen müssen. Di» Massen werden gerufen, nicht für den Sozialismus, nicht für die Revolution, sondern um die Verantwortlichen für das Blutbad zu decken. Sie werden gerufen zu einer De- monstration. die den Zwiespalt zwischen der Arbeiterschaft vertiefen und verschärfen muß und deshalb schädlich und verwerflich ist. Die Gefahren einer solchen Politik sind so klar, daß man meinen sollt«, daß all« Sozialisten sie erkennen und danach handeln müßten. Auf dem Zentral rat lastet die größte Verantwortung. Ale Organ der Revolution ist er eingesetzt worden, von ihm hängt eS ab. ob er als solches handeln will oder ob er die Revolution in die schwersten Gefahren stürze* Wied. S!ue varMuug vs» Vels. Welk gibt über di» Vorfälle ein« längere Darstellung, an deren Schluß er mitteilt: Von den Mitzh«nblungen und dem Todesurteil will ick nicht reden. Ich wurde in verschiedene Ouarttxre gebracht, schließlich erschien der Führer der Matrosen, ttadke, und erklärte, daß der enger« Ausschuß beschlossen habe, mich nicht als tzrrcstan- i«n zu betrachten, sondern ich sei nur zu meiner eizenen Sicherheit in S ch u tz h a f t. Man brachte mich in die Geschckftsstube, wo bald daraus Matrosen erschienen mit einem Führer, welcher Nadke und Füll- brandt zuschcie, sie füllten Wel» nicht entweichen lassen. Er stände dafür, dah Wel» lebend nicht mehr rauskäme. Gr schösse ihm sonst selbst«ine Kugel dnrch den Kopf. R a d k»«urdo selbst tatlich bedroht und mußte da» Zimmer verlassen. Mau führte mich dann in«inen Verschlaa und teilt« mir mit. daß ich mit meinem Leben abzuschließen Hütte. Ginen der Leiter deS SicherheitSbienste», Herrn Kelch, habe ich persönlich erkannt. An der ganzen Aktion nahmen neben Matrosen zahlreich« GicherheitS- ««ninsschaften be» PslizeiprSfibium» Eichhorn teil. Dazu können wir mitteilen, daß R a d k e Wel» sagte, er sei nicht mehr verhaftet, er könne ja hinausgehen, aber! Radke könne dafür im gegenwärtigen Moment keine Aer- antwortung übernehmen, worauf Wel» erklärte, er bleibg dann hier. Von einer tätlichen Bedrohung Radke» könne nicht gesprochen werden. eS feien ihm nur heftige Vorwürfe gemacht worden. Von den Szenen, die Wels dann schildet, lst Radke nicht» bekannt. Richtig. sei, daß die Erregung gegen Wel» sehr stark war, da ja die Matrosen über die Erschießung ihrer Kameraden äußerst erbittet waren. Ticje Erbitterung macht« sich auch in Drohungen gegen Wett, Luit, Erfreuliche VerelMtUMs. Berlin, 27. De�enibcr. Die deutsche Waffen- U i l i sta n d s k o m m i I s i o n teilt mit: Am 23., 24. And 25. Dezember ocrbandelte eine dcun'che wirtschuftlicfe Delegation unter der Leitung de« Ttaat?sekre:är« Dr. August Müller mit einer französischen Delegation über prägen, die in erster Linie die Wiederherstellung ves Verkehr« zwischen den nicht besetzten An d den besetzten Gebieten Deutschland» betrafen. Da» Ergebni» der Verhandlungen läßt sich wie folgt »usammensassen: 1. Deutschland verpflichtet sich, bi» zum Ende de» Waffenstillsi'Cindes dieselben Lieferungen an Koks, Kohle, Manganerzen und Schrott in die besetzten Gebiete gelangen zu lassen, die e» währerrd des dritten Quartals 1918 dorthin gesandt bat. 2. Deutschland verpflichtet sich, bit zum Ende des Waffenstillstandes nach Möglichkeit dafür Sorge zu tragen, dvsz denjenigen Fabriken des besetzten Ge- bieteK, welche deutsche Maschinen benutzen, die be» nötigten Maschinen und Ersatzteile geliefert werden. 3. Die Alliierten erklären, daß sie nicht die Ab- ficht haben, den Verkehr»wischenden linksrheinischen und rechtsrheini- schen deutschen Gebieten systematisch zu unterbinden. Sie nehmen ferner davon Kenntnis, dag Deutschland sich zu den oben- erwähnten Leistungen nur unter der Bedingung verpflichten kann, daß nicht inner« deutsche Verhält- nisse(Transportlage, Arbeiterfrage, Streiks, sinkende.ArbeilKIeistungen, höhere Gewalt) die LieferungSzujage unerfüllbar gestalten. i. Die Alliierten nehmen ferner Kenntnis von der deut- schen Erklärung, daß die deutscherseits zugesagten Leistungen nur unter der Voraussetzung möglich sind, daß auch gewisse Lieferungen, vor allem an Kahle, Mangan und Minette.au« den be- setzten Gebieten(was Minette anbelangt, auch au« Frankreich und Lurembur«) nach Deutschland gelangen. 6. Seitens der Alliierten wird ein Kommissar ernannt, welcher sowohl die Frage der Möglich- feit der deutschen Leistungen, al» auch die Frage der Kufuhr linksrheinischer Rohstoffe nach den» vechts- rheinischen Gebiet im Einvernehmen mit den deut- schen Behörden prüfen soll. Die Entscheidungen werden dem Oberkommando der Alliierten vor- behalten. ES wird indessen zugesagt, daß die deutscherserts geltend gemachten Gesichtspunkte i n weit herzig st er Weise geprüft und daß die sich ergebenden Fragen, soweit die Interessen der Alliierten dies gestatten, nach Möglichkeit wohl- wollend geregelt werden sollen. Die gesamt« Abmachung ist unter der Voraussetzung tzetrofsen worden, daß durch die Maßnabmsp der Alliierten �tn Zustand geschaffen wird, welcher zwischen den besetzten und den unbesetzten ösebicten eine Verkehrsmöglich- keit herstellt, wie sie zur Aufrechterholtung des Wirt- IfchaftSlebens in beiden Gebieten notwendig ist. Nachdem diese Vereinbarung getroffen war, gab die svanzösische Delegation bekannt, es seien bereits An- vrdnungen getroffen, um die Zufuhr von Braunkohl« und B ra u n k o h l e- B r i ke t t« auS den linksrheinischen Bezirken an die rechtsrheinischen Ver- brauchcr in die Wege zu leiten, und es werde lferner Sorge getragen, Saar-Kohlen zum Zwecke der Gaserzeugung nach Süddeutschland gelangen zu lassen. Las Zenlram vnd die Repuhllt Sberschleslev« Da» s ch l« s i s ch e Z« n t r u m tvehrt sich energisch gogcn den Porwurf, e» arbeit« auf die ttzründung einer selbständigen Oberschlesischen Republik hin. Der dafür werbend« Aufruf, der vor«imger Zeit so große»«ufsehcn erregt«. Hab« den oberschlesischen Zentrum»organ«n nur al» Flugblatt beige- legen, sei aber nicht von ihnen redakiorxll gebracht worden. Da- Msiksliiche AMeiier. i. Bon Friedrich Schlvc'. �- in. -Heute stellt sich jeder sung« Mersch mit hatlbiveg» mSgkicher ßfigur vor ein Orchester und glaub««» zu leiten, wenn ihm nur der Frack gut sitzt, wenn er die«insätze flott markiert und die Partitur zur vechton Zeit schwungvoll mit Daumen und Zeige- finger umzuwenden versteht." Co sagte mein Freund Felip, in- dem er den Rest an» der Teetosie schlürfte uud gelangwetlt auf- stand..Sieh",— er trat zur weifgetüncheen Wand, wo da» einzige Bild de» Zinimer» hing, eine Radierung unter einer breiten Ma»- platte—.Sieh, diesen Mann, der nun schon Jahre von der kalten Mauer da durch seine Brillengläser verhärmt und trmirig her- imterbtickt und der heut« nicht mehr unter un» ist: seit ich ihn nach jener.Neunten" umarmen durste und au» sc-lner Hand den »euren Stab empfing—j du weißt, wie ich ihn vor jedermann bei- nahe eifersüchtig vcrbergel—; seitdem sinkt mir jeder Dirigent unter da» Maß aufrüttelnd wahren Erleben» hinab.".Da» ist gewagt," sogt« ich..Tolltest du seit jenem Abend lvirNich nie wieder in ähnliche Begeisterung zeriflen Ivörden sein?" Felix stand noch immer vor dem Bild. Meiiw Frage machte ihn ein wenig betroffen. Ein Lächeln verzog sein« schmalen Lippen.«C» hätte keinen Ztveck," sagte er,.zu leugnen, daß doch manche» seitdem stark auf mich gewirkt; denn du selbst warst oft Zeuge, wie ich mich willig allem Schönen und Echten hingab und e» froh empfing, wo � ich e» finden konnte. Und doch glaub« ich, ist, seit dieser edle, leidend» rchschütterte Mann von un» gegangen, Musik nie wieder so rein, so nur um ihrer selbst willen erlebt worden. IM gibt natürlich auch die Mahlersche Asst«; aber wir empfinden sie nickt a!» Geste weil sie ganz in Suggestion verbrannt und nur da« äußere Bild mitfühlendster Leidenschaft war- Die anderen aber streben zur Gest«, statt sich von ihr zu befreien. Man möchte beinahe sagen: sie dirigieren für da» Publikum und nicht für da» Orchester"„Wahrbaftigl Und da» Publikum, da» find Leute, die man wi«'M Theater Zuschauer und nicht Zu- Hörer nennen darf." Felix öffnete den Flügel, hob die Hand um st« auf die Tasten sinken zu lasten. Mitten in dier Bewegung pb« dielt«r tnne und t-ng zu lochen an.»Sie sehen mit den zu bemerkt fetzt eine Zuschrift au» Oberschlesiea. b* von der .Deutschen Tageszeitung" wieoergegebe» wird: .Nun war aber dieses.Flugblatt", da» einen ganzen Bogen Text auKmachle, äußerlich vom übrigen Teil« der Zeitungen nick« zu unttnscheiden, der ahnungslose Leser mutzte also oiinehnien, daß o» von seinem eigenen Organ« selbst herau»o«gebon worden sei. Eingeweihte aber wistcn. daß d i e wirklichen Urheber in Glriwitz sitzen, und daß sie mit der Zentrumspartei, oder, wie sie sich in Ober- fchlesten nennt, der katholischen BoliSportei in außer- ordentlich engen Beziehungen stebm. Ob also diese» nervöse Ab streuen der katholischen Presse den Zweck erreicht, den es verfolgt, ist sehr fraglich, um so mehr, al» die Idee, seit sie aufgetaucht ist, in ganz Oberschlesien, be- sonder» aber beiden Anhängern der kalholi- schen Volk»partel reihend schnell Boden getoonnen Hai." Da« heftige Abstreiten dürfte also nicht so tragisch zu nehmen sein. Man wird daran festzuhalten haben, daß wenigsten» sehr erhebliche Kreis« im schlesischen Zentrum mit dem hoch» verräterischen Gedanken spielen, Teil« der Provinz Schlesien von Deutschland abzulösen und unter dem Patronat der Eniente und der Tschechen zu einer.selbständigen" Republik zu machen. Die kslhellsche« Lehrer an 5 die geistliche Schuiausstchk. Während noch kürzlich ein Aufruf der katholischen Bischöfe durch die Presi« ging, in dem e» hieß, daß e» den katholischen Geistlichen unmöglich sei, auf auch nur ein«» ihrer äugen dl ick- lichen Rechte zu verzichten, da ihnen diese von Gott gegeben feien, heißt«» in einem von der.Germania" in Nummer 601 vom LS. Dezember veröffentlichten Kundgebung de» Katholi- schen Lehrerverdande»: .Weiter tritt der Verband ein sür Uebernahme der Tchullasten auf den Staat, Fachaufsickt, kollegiale Schul- Kilung, beraiend« Sclbswerwaltungikörpcr im Schulwesen au» allen Erziehungekrästcn de» Voile« usw." Wie man sieht. Forderungen, die reckst sehr im Gegensatz zu der Ansicht der hohen katholischen Geistlichkeit stehen, dafür aber den Vorzug haben, von allen modernen Pädagogen ausgestellt zu werden! Namentlich da» Verlangen nach der Fachaufsickst dürfte den geistlich«« Ortsschulbehörden nicht allzu angenehm fem. Sehnsucht. .Nur wer tri« Sehnsucht kennt, weiß, was Ich leid«�— so etwa hätte der konservative Geschichtsprofessor Dr. Theodor S ch i e m a n n seinen Appell übenchreiben können, den er als„Offenen Briefanden VolkSbauftrag- ten Ebert" in der„Deutschen Tageszeitung" veröffent' licht. Prof. Schiemann schämt sich des heutigen Deutschlands und spricht seine„schweren Bedenken" aus. welche die „Leitung der Revolutionsbewegung" durch Ebert in ihm «vachgerufen hat. Seine Wüttsch« gipfeln in folgendem: .Wir lechzen nach einem mutigen Wort unseren ä u ß«» ren und inneren Feinden gegenüber, nach E n t w a f f» «ung der SpartakuSaruppe, Fe st nähme von Liebknecht und der Rosa Luxemburg, die entweder in» Jrreuhau» oder in» Zucht hau» gehören, nach Maßregeln gegen die zügellosen Buben, die, fast noch Kinder, ihr Gefolge bilden— kurz, nach mannhasterTatan Stelle der Wort« und Ptnasen, die für urtetlSIose Versammlungen, nicht für ernst« Männer Klang und Wert haben." Wir meinen, daß die Sehnsucht Prof. SchiemcumS un- gestillt bleiben wird. Die Lllduag selbstilvdlger Semelvdebezkke. Der UntenstaatSsekretär im preußischen Ministerium de» Innern, Hellmuth von Gerlach, schrejbt m der demokratischen Korrespondenz": .Die.Demokratisch« Parteikorrespvndenz" vom 20. d. M. lobt die mecklenburgische Regierung, weil sie die Bildung selbstän. diger Gemeindebezirke in di« Wege geleitet und erklärt habe, selbständig« GutSbezirk» sollten vermieden werden, von Preußen wird dagegen behauptet, daß sich hier noch nicht» roge, und«» wird die Frage aufgeworfen:.Wann wird Preußen folgen?" Demgegenüber möchte ich fest stellen, daß Preußen Mecklen- buvg nicht zu folgen braucht, sondern ihm bereit» vorangegongen ist... Eine der ersten Handlungen de» neuen preußischen Mi- Ohren und hören mit den Augen I Oft fragt man sich, warum diese Podiumlöwen ihre Vorderseite nicht einfach ganz dem Publikum zukehren um sich so noch besser in seiner Gunst zu sonnen?".B» ist bei vielen schon so weitl" sagte ich..Da» be- kann!« Jn»-Pubiitum-dirigieren. Da gibt«» ausgesprechen photo- graphische Moment«: hocherhobener Stab in Halbprofil, dasselbe in Ganzproffi; wie du willst. Unser« besten Dirigenten sind nicht frei davon.".Ja, nun haben wir». Da» ist»! An der schönen Geste, am Bild bleiben die meisten hängen. Gestreift davon werden irgendwie alle. Und de»halh mag da», wa» ich vorhin über jenen Abend sagte: wie durch sein Abenteuer mir alle» Svätcre verdunkelt worden sei, garnickt so gew-�t gewr�n sein.„Warst du gestern im fünften Philbarmonischen?".Rein", sagte ich..ich hob mir» d!e»mok erlallen. Du weißt, daß ich gegen- wärtig Über einer größeren Arbeit sitz«, von der ich nur aufsteh«, wenn etwa» ganz Besondere» ruft.".Da» macht weiter nicht»", sagte Felir,.eö war der übliche Nikisch-kwend, Beethoven dara«. bracht ,Toriolon"-Ouvertüre, O-Our-Konaert und Pastorale." .Wer spielte da» Kon,ert?"„Wilhelm Kcmyfs. Sehr, sehr be» gabt."„Ja. ich weiß. Ich bah« dm ihm auch Kompositionen gehört." »To? Ich nickt. Al» P'anist je denkall» bot er an dem Abend nur einen Anlauf genommen. Und nicht einmal einen besonder» ge- glückten. Der Anschlag bort, lloch, resonanzso»; da» Adagio der» säuselt sich überpoetisch. Im Forte will er mit Gewalt titanißch sein; ihm dienen aber nickt ZvAevenkrält«."„Man sollte über die» sen Men'chrn doch nkfst den Stab breck-nl Bedenke, wie hing er ist! Wir wollen lieber warten!" Du bist heute seltkam mild... Um aber auf unser Tbema zurückzukom- wen: sewst Nl tisch würbe. In ein»erdeckte« Orchester gesetzt, viel von seiner Wirknna elnlbüßen"„Da« würde wnhs seder I" ,S>n« Zweifel. Und ich muß sagen, daß ich die rund« Gesttz trotz der Ein» wände, die wir vorhin erhohen, nickt willen möchte. Sie gibt mir diel. Ick halte nickt» Veen verdeckten Orckester." E» schlug sieben. Längst war«» dunkel geworden. Schwer und armi hing der Himmel nieder, durch» Fenster fiel der grün- liche Schein der GaSlaternen von de? Streß«..Ich muß gehen", '«gl« Felix und erhob sich.Wir wollen morgen weiter sprechen." niste riuniS de» Innern war, et» völlig» Beseitigung der Gu-»- bezirk» tu Aagrift zu nehnren. E» wurde demgemäß gm!.> veiiiber ein Rundschreiben«n sämtliche Regierungkpräsideu.cn erlasser., da» mit dem Satze beginnt:.Da» P r o g r a m in der neuen Regier u'ng sieht dir Auslösung der Gut»« bezirt« oor." In dem Rundschreiben werden die Behörden aufgefordert, den Plan zur Auflösung der Gutsbezirk« aufzu- stellen. Niirürllch kann dies« Maßregel nickst von heute auf morgen durchgeführl werden. Ei handelt sich in Preußen um 14 WO Gut»- bezirke. Bei fedem einzelnen muß geprüft werden, ob es zweck- mäßig ist. ihn tn eine selbständige Gemeinde zu verwandeln oder ihn omer benachbarten Gemeinde— und welcher— einzuge- meinben. Gleichzeitig müssen die ftnanziellen Beziehungen bet der Neuochniing geregelt werden. Da es sich um eine grund- legende Neugestaliung de» ganzen kommunalen Aufbaue» Pvcußcn» handelt, darf da» Gesetz nicht über, Knie gebrochen werden. Da» Ministerium de« Innern setzt jedoch alle» daran, jtfce Berschlep« pung zu verhüten." Mes deulsKe« Sefandken i« ver«. Basel, 88. Dezember. Der deutsche Gesandte In Bern bot, nach einer Meldung der T. 1l.. demissioniert. Der deutsche Generalkonsul in Basel wurde von seinem Posten abberufen. ver Nftocheaer ArbeUmsk ye?en die Gründuni einer BLrgemm. T. U. München, 28. Dezember. Der München er Arbeiterrast nahm gestern scharf gegen die geplante Gründung einer Bürgerwehr in München Stellung und forderte zum Schutze de» Proletariat» di« Errichtung einer Arbeiterwehr. Nai?a«?everhaud!uvgeU im Ruhrrevler. T. U. Essen. Ruhr. 28. Dezember. Ter General-Soldatenrak Münster verhandelte gestern mit Vertretern der Bergarbeiter- verbände und de» Zechenverbande» nochmal» über die Streiksrage. Die Streikenden haben ihre Forder nnpen fallen gelassen und nur die Forderung mit WrHnackt»« zutage ausrecht erhalten. Man hofft zur Verständigung zu kam- men. Di« Verhandlungen sollen heute mit dem Minister Stro- bei fortgesetzt und zum Abschluß gebracht werdsn. KrieaebeUchl ous dem vsien. verlin, 27. De�mber. Wolmar mußte gegen Angri'f« d-e Bolschowisten geräumt werden. Da» in Dorpat abgeschnttten- Departement hat Challrst halbweg» Pernau und Walk«rrsicht. Die längs der Düna vormarschierenden Sowjettruppen wurden bei Römer, darf nordwestlich Friedrich stadi von un» zurückpflchla.iem. Bolschewisdcn und uiraini sche Republiianer, t.»: sich uinern Aikstransporten widersetzten, wurden bei Surf von bayeri'ch« Kavallerie, b« Maniewicze östlich.Keevel von der 8, Eskadron DraKmer 23 angegriffen und zersprengt. EisenbahntranAport- straßen an» der Ukraine zur Zeit all« in Betrieb. «u» dem Südost-« sind neue Tranipor« in der Heimat am gekommen. 5Sr die Sch«tzhaf!ge'a«ze«e». An» geht folgender Aufrirf zur Bildung eine« Verckanbe» ber Schutzhaftgefangenen mit der Bitte um Veröffentlichung zu: .Personen, die während de» Kriege» au« politischen Gründen in Schutzhaft genommen worden sind, werden gebeten, eine« der Unterzeichneten ihre Adresse einzusenben. E» handelt sich um die Bildung eine» Verüaiidc» der Schiihhaftgefangenen»weck» Geltendmachung von Schadenersatzanspriichen gcgtn den Staat oder einzeln« Boomte wegen unrechtmäßig verhängter Schutzhaft oder ungerechtfertigter Maßnahmen geaen Schutzhaftgefangene und um Durchsetzung«ine» Gesetze», welche» derartig« Schaven« ersatzansprüche in weiterem Umfange al» bi« bisherige Gesetz- gobung sicherstellt." Dr. S p u h l. Rechtsanwalt, Berlin SW vi, Tempelhoser User LI, Mehmet Zeli Beb, Chefredakteur der„Verteidigung", Berlin RW, Schissdauerdamm 19. ■i i"v Mritm Ich ans LentschlanS g ug. Don Seorg Friedrich Nicola!. il.") Heut« ist mehr al» je da» wahr geworden, wa« Schiller in einem seiner letzten und reissten Gedicht« al» da» Erhebendste in seinem Vaterlande ansah:.Deutsche» Reich und deutsche Ration sind zweierlei Dinge". Gott sei dank ist e« so— denn wenn e» nicht so wäre, so hätte Deutschland dami., daß seine Regierung das Recht zu sein verwirkt hat, sich ja selbst ausgestrichen au» der Reihe der Lebendigen. Wem also deulsche Äullur heilig ist, der herieidige diese naftonale Kultur auch gegen da» Imperium— auch gegen da» politische Reich Tie» sind die allgemeinen nationalen Bekümmernisse, die e» meiner Ueberzeugung nach jedem deulsche» S>aat»bürger auch während de» Krieges eriauben. ja, wenn er auf den Namen eine» guten Deutschen Anspruch macht, sogar gebieten, der heuti- gen Gewaltherrschaft entgegen zu treten. Ich kann e» heute beoreiien— wa» ich bilher fnuni konnte.— daß Schiller» Tell den Geßler nicht darum erschi-ßt, weil er da» Volk bedrückte, sondern um de» persönlichen Unrecht» willen, da» er erlitten. Denn auch mir ist e» äbnlich ergangen, und erst die bittere Nolwendigkeit, in legitimer Selbstverteidi- guvg meine elementarsten staatibürgerlichen Rechic zu wahren, hat mich au» meiner sreiwillig erwählten Passivität hcrau» ge- zwungen. Gerade darum habe ich mir aber auch keinerlei Vorwürfe zu machen, und ebensowenig lönnte irgend ein anderer mir da» geringste vorwerfen: weder tti menschlichem noch auch in juridi- schem Sinn«. Meine Flucht war kein Rechisbrnch, sondern im Gegenteil der äußerste versuch, gebrochene» Recht wieder herzu« stellen. Um die« einwandsfrei zu beweisen, habe Ich nur die be- treffenden Erlebnisse meiner vierjährigen Militgrzeit kurz z» •} vergl. auch Nr. 70 du.Freiheit", Die Mfvk-MiimgM in London. ?viido», 27. Diqeniber. D' ä i i d e 11 t e n Wilson im Buckina'liam.Palast unt> i?!)iviiinastreet für beide Teile sehr betrieb iaend eil. Die Konterenzen ivaren auf Wilson, den� Premierminister und Balfonr beschränkt und daneiten zusammen fünf Stunden. E« wurde erklärt, daß sich die Besprechunaen über ein sebr weite? Gebiet er- "streckten, und dav auch die � Punkte Wilson? erörtert wurden Der MeinnnaSanStansch war aanz nn- formell und batre Jen Charakter einer offenen, persön- lichen A»?spr.ili'e. Diese denknürdiaen ilnterredun.ien werden von weitreichenden folgen sein. Alle Staatsmänner, die daran teilnahmen, sprachen sich am Schluss der Konierenzen über das Eraebnis der Arbeit dieses Tape? sehr befriediat auS. Ein Staatsmann sagte. sie können ruhig sagen, daß keine ernsten Meinungsverschiedenheiten vorhanden waren. Die franzWscheu Gewerkscha'ken für die Anerkennung der A.- nud S.-Bäfc. Genf, 28. Dezember. Die Verivaltungikommission de? ollge- Meinen CerbavbcS der französischen Gewerkschaften bat zu Weih- iVchien eine Reih« be?ch!en»werter Aeschlüsse aefaßt. Gie verurteilte in»lx-sondere j e de S bewaffnet« Eingreifen der Entcnt« in die innere Entwicklung Stußlands und Deutsch- land«. Der allgemeine Ausschuß des französischen Gewerk. schafksverbande» ist der Ansicht, daß die mililSrisch« Vefeßung von Gebieten, die zun, Bcsiand« der deutschen vundeSstaaten ge- hören unier keinen Umständen ein H iidcimi» bilden darf, für die freie ffulüfcujifi d's oltgeineinen Dt immrechte« bei der Wahl der VerfassunggabcnHen Versammlung, die der deutschen Revolution die leite Uni«rlog« yeden soll. Der Aussäniß erhebt ferner mit Rächer'"? gegen die Auflösung der deutschen Arbeiter- und Dokdatenräve durch die Entertetr Uppen in den besetzten Gebieten. Der Gewerks, basltausschuß befaßte sich weiter mit dem An» schluß der elsässischen Gewerkschaften an den französischen Verband. Die elsaß-lothringischen Ge- werkschaften hatten zu diesen Yerbandlungikn zwei Vertreter ent- sandt. Die Bedinmmgen der Verschmelzung sollen am 5. Januar in einer Eewerfsch�ftZkonferenz in Etraßburg d'skutiert werden, an der der General' ekretär Joherj und der Jfichver der französt- schon Metallabeiter Horrheim teilnehmen werden. vom belgischen Sozlgliskevkonireh. Metterdam, 27. Dcz-mber. Der Weihnachtikongreß der bei- gischen Sozialisten hat eine Entschließung angenommen, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß der Allgemeine Rat eine Zusammenkunft mit der Leitung der sozial, st i- schcn Arbeit'erpartei von Holland und mit den lurcmburgischen Dozialisten herbeiführen möge, um zu e!n«r gemeinsamen parlamentarischen Aktion hinsichtlich der wirtschaftlichen Interessen Belgien» zu gelangen, di« auf dem Friedenskongreß zur Sprache kommen werden. xarlellag der Nchecho llowaNsche» Sszlal- demskrskie. Wien, 27. Dezember. Nach einer Meldung de» Wiener Delegr.- Korr..Bureau» au» Prag wurde heute der Parteitag der tschecho- slowakischen Sozialdemokraten eröffnet. E« waren«auch Vertreter der Slowakai. Gäste au» Düdslaw'en und der llkraine. der italienisch« Sozmldemokrat Pittoni, der polnische Sozialdemokrat Daszvntki und ein vertcoter der jüdischen Soziabstenpari«! erschien«». Abgeordneter Ncniec eröffne!« den Parteitag mit einer Rede, in der er sagte: Wir sind noch nicht am Ziel. Man wird noch denKampfmitdemKapstdliS- M u» austragen und vor den Habsburgern auf der Hut sein müssen. W r wollen in Gemeinschaft mit den übrigen tschechischen Parteien verbleiben zur Erhaltung der tschecho-slowakilchen Republik. Unser Ziel ist> in der demokratischen Republik alle Bedingungen für di« Verwirklichung de» Sozialismus zu schaffen. Auch unser Ziel Ist e», daß da» Brolelariat die posttrch« Macht in de« Republik erlange. Wir gehen aber nicht den Weg de» Teeror», sonder» de« d« d«mokratt- schen Revolution. Seskerrelchisch-usgarlsche A«getea«Sets?Wse.s. Budapest, 27. Dezember. Wie da» Ungar. Telegr.-Äorr� Bureau meldet, erbat die ungarische Regierung von der deutsch- österreichischen Regierung Aufklärun- gen wegen einer stellenweise bi« zu Putschversuche� ausarten- do« Agitation, die nurnent der deuiich nationalen Partei unter der deutschten Bevölkerung in West-Ungarn im Interesse der Lo»- trennung vom ungarischen Staate getrieben werde. Der Ver- treter der deutsch österreichischen Regierung antwortete in einer Note, worin anerkannt wird, daß Waffenschmuggel getrieben worden sei, dessen Organisator jedoch ein Privatmann in Haupt- mannSunisorm. die er auch nach seiner Abrüstung behielt, ge- wesen sei. Nach Feststellung diese» Talbestaitdr» seien alle deutsch- ikslerreichischen Grenzbehärdön aufgesordert worden, sich vor dem bctresfendcn Hauptmann zu hüten, gegen den übrigen» auch ein gerichtliche» veriahren sofort eingeleitet wurde. Obzwar die deutsch ölterreichi'che Regierung, heißt e» in der Note weiter, wegen die'cr Dache«keine Schuld treffen kann, bitte» sie doch tocgen derselben um Nachsicht selten» der Regierung der rmgari» schen Volksrepublik. FriedensaMbs! der Sowjel-Be?lerv»?. London, 27. Dezember. Da» Neutersche Bureau erfährt, daß die Bolschewitiregierung nach Weihnachten wie- derum an die Regierungen der Alliierten mit einem Frieden»« Vorschlag herangetreten ist. Die jetzigen Bedingungen unter- scheiden sich jedoch in keiner Welse von denen, die Litwinow letzten Monat durch die nooioegische Regierung angeboten hat. Die Vorschläge der Bolschowiki wurden, do sie von einer Regierung kommen, die weder von den Alliierten anerkannt ist noch Rußland repräsentiert, nicht beantwortet. Di« Lag« bleibt infolge- dessen, wa» die allgemeine Haltung der Alliierten gegenüber Rußland betrifft, unverändert. Ueber die Politik der Alliierten wurde keine Erklärung abgegeben, da über die garten Fragen gegenwärtig Besprechungen im Gange sind. Ooliissche kischrichle». Der»berschlesische Veriarbeiterstreik ist ernen« im«ufteboa. Bai der beuiigen Frühschicht frtl'en die Beiegfchcrfwn von Hedw!,?- Wunsch-Grube. Ludwig-GIück-Abwehrgrube. Cast-ll-ngo�Lrud« und der Schi est schen Grube vollständ g-Q Der Bremer Sildatenrat hat gestern, nachdem am DimiStag die Weser-Zeitung drei Tai« vertlolen worden war. auch da» Er- scheinen de» Bremer Tageblattes auf die Dauer v«n vier Tagen eingestellt. Ve!s«nlmach«Nse«. Verordnung zur Sickerung der öffenSichen Versorgung bei den Krankenkassen- Vom 23. Dezember 1218. s 1- Wo mit dem 81. Dezember 1218«der im Lank« de» Jahre» 1919 die zwischen tlvanlenkassen und Aerzten über die Behandlung der Kassenmitglieder geschlossenen Verträge ablausen und keine Vereinbarung über ihre Verlängerung oder den Abschluß neuer Verträge zustand« kommt, gilt i 870 der ReichäverstcheruelgSert- nvng nach Maßgabe der HZ 2 b!» b. h 2. A!» Angebot-angemessaner Bedingungen" im Sinn« de» 8 870 der Reich»versicherung«ordnung ist e» anzusehen, wenn ein« Kasse ihren Aerzten vorgeschlagen hat, die Tätigkeit für die Kasse ohne Unterbrechung vorläufig di» zum 81. Dezember 1912 unter den Bedingungen de» alten Vertrage» fortzusetzen. Vorbehaltlich jedoch eine» Echi«d«svriich» über eine Echähung der ärgillchen ve- ziig« für die Zeit vom Avlauf de» alten Vertrage»«ib. Der Vor- schlag muß ferner dahin gerichtet gewesen sein,"haß die Erhöhung im allgemeinen 20 vom Hundert, beim Vorliegen besonderer Ver» Hältnisse aber nicht weniger al» 10 vom Hundert und nicht mehr al» 38 von Hundert der alten Dätze?>etragen darf, während bei Fuhrkosten ohne Rülvsicht auf diese Grenzen die gegenwärtigen ortsüblichen Preise berücksichtigt werden sollen. Ferner soll da. nach bei Bezahlung nach dem Mindestsätzen der ärztlichen Gebiih- renordnung eine HeraufsehunP dieser Ectz«, die seit dem Jahre 1218 stattgefunden hat. auf die zu bewilligende Erhöbung angerechnet werden. § 8. Für den Schiedsspruch fZ 2) sollen bi» VchiedSämi« zuständig fein, die auf Grund de» Einigung»ab?ommen» zwischen Kranken- kassen und Aerzien dom 23. Dezember 1918 sde» f-genannten Berliner Abkommen») errichtet worden sind. Wo«in Schiedttamt noch nicht errichtet ist, kann die Tot- scheidvng einer Schiedsstelle vorbehalten werden, die au» dem Vorsitzenden de» Oberversicherungkamt» oder seinem Stellvertreter al» Vorsitzenden und je zioei va» der Kasse und chren Aerzten gewählten Beisitzer» besteht. 8?. Die im 8 870 der Reichtvecjicherungsordming dem Oterver- stchernngsamt(Beichlußkammeri übertragenen Obliegenheiten nimmt in den Fällen de»§ 1 da» VersicherungSaml(Beschluh- auSjchußs wahr. Gegen seinen Beschluß hat der Kassei>vorlta«d dt» Beschwerde bei dem Obeiw«rsichkvung»amt �Beschlußkamm«), Diese» entscheidet endgültig. 8 8- Da» Reichtabbeitsemt bestimmt, wie die DurchschnittJbeträge de» gesetzlichen Krankengeide» im Sinne de» j 370 der ReichSvev» ficberungSordnung zu ermitteln und wieweit dabei Mitzliede»- kassen oder Lohnstusen mit eine« S«k. twer steigend«! Grund- lohne zu berücksichtig«» sind. Diese Verordnung hat Gssetzeskrast und tritt mit dem Tag» der Verkündung in Kraft. Berlin, den 28. Dezember 1913. Der Rat der volksbeauftragteu gez. Sbert gez. Haase. Dar EtaatSseirelär de» Neichdavbeitsami'. gez. Bauer. * Auskxhming ebet AtMtcstkeverorbkMNg. In der Amnestieverordnuiig vom 3. Dezember war der Srkaß gewisser Strafen vorgesehen, fall» sie bi» zum ö. Dezember, dem Tane de» Inkrafttreten» der Verordnung, erkannt waren und b»nen zwei Wochen nach dem Jrnkrafitreten rechlSiraflig wurden. Die Bestimmung sollte den Verurteilten, die gegen ihr« Ver» urteilung ein Rechtlrnit;«!«ingelesr hatten, Gelegenheit bieten, durch dessen Zurücknahme die Rochttkrast de» Urteil» herbei» zusühren und sich dadurch die Wohltat der Amnestie zu sichern. Dte Frist ist am 19. Dezember abgelaufen. Tie ist aber mit Rücksicht darauf, daß bei den jetzigen VerkehrSverhält» nissen die Betroffenen vielfach nicht mehr rcch'zeitin von dor ihnen gebotenen Möglichkeit, die Rechtekraft de» Urteil» herbei- zuführen, haben Gebrauch machen können, durch e nr Verordnung de» Rat» der Volktbeauftragten vom LI. Dezember ISIS big zum 10. Januar 1919 verlängert worden. A«»»er parle!. WahlrSswrgen in Pommern. Stettin. In Slettin und der Provinz Pommern ist jetzt de» Aufmarsch der beiden sozialdemokratischen Parteien zu den Nationalratswahlen erfolgt. Die Unabhängige Partei wird gesondert in den Wahlkampf ziehen, wie ihre am Donner»» tag staltgesundene, Provinzialkonferenz beschloß. In der voran» gegangenen Konfereiz der Rechtlsozialisten hatten diese bereit» für sich da»lelbe beschlossen, und um die Unabhängigen möglichst kaltzustellen, sogar verbundene Listen abgelehnt. Welcher Geist dort herrschte, geht u. a. au» einer Aeußerung Katzen» stein» hervor. Der Bericht de».Volktboten' m»ldetei .,K a tz« n st e i n.Berlin verbreitete sich über da» be. schämende Verhalten der Unabhängigen in Berlin. Da» sei eine Pöbel» und Banditenherrschaft.nserer Berufsarbeit. Für den Arzt existiert kein Krieg, raucht wenigsten» kein Krieg zu existieren. .Daher konnte ich mich guten Gewissen» freiwillig zur«er» ügung stellen, obgleich meine Ansicht über den Kr.eg, dessen Irfachen, Methoden und Ziel« ich verwarf, vom ersten Tag« n feststand. Da» tat ich denn auch sofprt, nachdem ich au» Frankreich, ,0 mich bei Ver>olgunp von Beruf» �ichö ten der Krieg über» ascht hatte, zurückgelehrt war.«Nr Welt riet mir ab. vor allein rein dnmnliger Chef. Gcheimrat Frilt Krau», machte mir mmer wieder den Vorschlag mich doch lieber, um allen möglichen Inbequemlichkeiten zu entgeben, für die Ebarite zu reklamieren, enn sonst würde ich dock über kurz oder lang in unangenehme ionflikie kommen, da ich da, Militär nicht kenne und seine for» ernd« Stnrrheit unterschätze. Er sollte Recht behalten; denn, wenn ich auch damal, schon >e Militär» wenig liebte, so überlchätzte ich sie doch noch maß. *: ich konnte mir nicht denken, daß sie einen Menschen, drr inen seine straft selbstlo» zur Verfügung stellte, quälen und der» -Igen würden, weil er über gewisse.sittliche �und politische irundan schauungen' ander» dachte a!» sie; ich hoffte, daß ei ge» ügen würde, seine Pflicht zu tun. um sich da» be,chronkt- Mag on intellektueller Selbstbestimmung, da» irdet Mensch umst-md». >» fordern dar', wahren zu können. Vor ollem glaubte ich, daß as für einen Herrscher ja an sich selbstverstandllch« Wort vorn � August( Ich kenne keine Parlcien mehr) doch etwa, mehr 1» ein Sabina, i°n-mitt-l für blöde» Volk bedeute: ich war fest -von überzeugt, daß der oberste Kriegsherr entschlossen se,. e» innigsten» in-seiner Armee' durchzuführen Mag sein, daß ich mich h erin auch nicht völlig getäuscht habe; mag sein, daß der Kaiser sich bemüht hat, seinen Auguft-Worten Geltung zu verschaffen; wenigsten» hat mir ein vertrauen». würdiger Offizier gesagt, er habe in meinen Akten die kaiserlich« Randbemeriung gelesen:„Der Mann ist ein Idealist, man soll ihn gewähren lassen!'— aber e» war«ine Nnivität zu glauben, die einmal an» Ruder gekommenen Soldaten würden sich auch nur im geringsten um Kaiserworte und Kaiserwillen kümmern. Jedenfalls hprte ich nicht auf b:e klugen Warner un», weil ich der Meinung war(und bin),«in Arzt habe die doppelte Pflicht zu helfen, wenn so viel mehr Menschen leiden al» in gnvöhnlick�r Ze't. so ließ ich mich nicht reklamieren, sondern schloß mit der Militärverwallung einen sogenannten Zivilvertrag und tra, al« .vertraglich vervslichteier Zlvilarzi' in ihre Dienste-, ww Zivil» ärzte— cver Reg-nwuhm-Dokioren, wie un» der Soldaten argon nach den Aeskulapstäben, die wir am Kragen trugen, gemeinhin nannte— liatteii OffizierZrang. waren aber im Gegensatz zu den eigentlichen Militärärzleu leine echten Ojfiziere, haiten auch keine Befehltgewalt über die Marnchchast und trugen zur Dokumentik» ning diese» Um tandc» kein« Achsekstück«. Ich erwähne diese Aeußerlickleiten so auistihrlich, weil meine.zivile' Stellung für die� juristische Beurteilung meine» Falle« aulschlaggebend Ist. Ich wurde zu einem der Chefärzte de» neuerbauten Lazarett» auf dem Tempelhoier Feld« ernannt, und da mir drei sehr tüchtige und erfahrene Assistenten zur Verfügung standen(unter ihnen der bekannte Magenspezialist Dr. Fuld), so fand ich Zeit, meine Un versitäl»:ät!g?eit nebenher auSzuühen un» hielt, wie stet,, an der Charit- die Propädeutisch« Klinik, sowie einige Svezialkolleg». Außerdem la» ich schon seit einer Rrhe von Jahren an der Universität«in forttaufende» Publikum für Hörer aller Fakultäten über die kulturell« Entwicklung der Menschheit vom naturwissen. gastlichen Standpunkt. Zuerst hatte ich den Einfluß der Geh rn» eirtwickelung, später den Einfluß unserer gesamten Körperau». bildung behandelt, war dann dazu übergegangen, die Bedeutung der tieriichen Organ« und der menschlichen Werkg-ug» für die geist ge Kultur zu schildern, und wollte nun eigentlich über dt, Einwirkungen de» sozialen Zusammenleben» sprechen. Der Xu»- bruch de« Kriege» gab mir ledoch Veranlassung, erst einmal die Bedeutung de» Kampfe» für unser Menschengeschlecht zu unter» suchen. Diese» Kolleg sollt« im wesentlichen rein theoretisch di« mit dem Drefttnifenn» in Susftnunarapnt stehenden Fragen diskutieren. Eh« ich«» jedoch km ein,«Inen genauer auigearbeiiet hrtt«, ! trat ein Ereignis ein, da» für den kharakter dieser Vorlesung be- I stimmend werde« sollte. Schon durch meinen gemeinsam mit Prof. : W Foerster, Prof. Einstein und Dr. Bu«? ausgesprochenen Protest gegen den bekannten Oktoberaufruf deutscher Gelehrter, hatte ich mir dt» Zorn der leitenden Kreise zugezogen. Kaum hatte ich nun mein Kolleg angeKeigt, über»essen Tendenz man sich nach der Tendenz de» Proteste» von li«rnberein klar sein konnte, ai» ich (übrigen! al» der erste und wie ick> glaub« auch bi» heute noch al» der einzige der Chefärzte meine» Lozarct'e»)— ganz unerwartet au» meiner leitenden Siellung herau» al?«"sisteiiznvjt an da» | Seuchenlazarett in der kleinen Festung Braudenz versetzt wurde. > Irgend«in sachlicher Grund für diese Di»quallfik-,kton lag me-ne» Wissen» nicht vor;«» müssen unß'öft'che Gründe g'wesen sein, zumal ich ja, al» Herjfpezialist, von Seuchen herzlich wenig— eigentlich sogar gar nicht» verstand Da ich also in Graudenz höchsten« da» leisten konnte, wa»'»der Student auch hätte leisten können, so war mein« Versetzung vom sachlichen Standpunkt au» zum mindesten eine KraitvHck ireiidtiiig. Trotzdem ich jedoch ein- Utirglich auf diesen Mißstand htnivie», fürchtete die Militärver- waltung scheinbar den schlechte» Einfluß meine» Kolleg» in so hohem Maße, daß sie lieber ein« an sich nützlich« Krafk brach liegen! lassen wollte, al» daß sie ihr erlaubt hätte, ihre Meinung In dem Kreise, auf den sie ihr« berufliche Stellung hirnvie». auszusprechen. Allerding» wollte d!«» nteman» wahr hoben. Man sprach v»n einem unglücklichen Zusammentreffen gewisser bedauerlicher Um- ftänd«— von aewissan unserer»ll«c Kenntnis entrückten.dienst» lichen Gründen'.'Auch im chuituSmimsterium war man dieser Ansicht. Ach, dies« dienitlicheo Gründe, über di« niemand Rechen- schast zu geben brauch»!— sind ein« segensreiche und höchst brauchbare Einrichtung. Mau kann mit ihnen all«» entschuldigen; da» llMlstär hat sie immer parat, und ich Hab« sie in der F-lSS nur zu oft kennen gelernt. Nur»er alte, wohl fünfundsiabgigjähri� schlohweiße Generalarzt»»««ardekarp» sagte mir ganz offen— vielleicht nur zu offen— wenn ich k«in« Kriegiiolleg» lesen wollt», kSnnte ich in Barlin bleiben; wenn ich aber«in jylchv» Perjpuche,' nicht geben wollte, müsse ich nach Eraudenz,- L, V~ c Groß-öerlin. Auf die Posten! rorr r?ii?urr«icA vl�eo nacq emigen anversn Punnen in d«r L>auplsache dr« Befriedigung der Gcl?al:Sansprüche übrig. Ein vom Kammergericht im Januar diese« Jahre« angesetzter Termin verfiel der Vertagung Der.Vorwä:»" teilt« mit, datz die Venagung auf Antrag de« gegnerischen Anwalt« bi» nach Krieg«. ende vertagt worden sei. Diese Mitteilung war falsch. Termin war schon vor Kriegsende auf den 17. Dezember festgesetzt. Do An die Berliner Delegierten ergeht der Ruf, die kur�e die Redaiteure keinerlei Interesse an dem Fortgang der Klag« ji» zum IS. Januar gegebene Zeit au«, u nutzen zur krästr Sen Propaganda für die sozialistischen Ideale. Zu diesem Zwecke wird da« erste Flugblatt unserer Partei am morgi- Ken Sonntag vormittag in Berlin von Tür zu Tür der- breitet. Wir rechnen daraus, das} alle Genossen und Ee- »ossinnen aus dem Posten sind und kräftig Hand anlegen. Keiner darf fehlen! Keine Wohnung darf nnbclegt bleiben! Gleichzeitig weisen wir aus die Mittag 1 Uhr statt- Sndende Bcerdlgnng der am Heiligabend erschossenen Ma- osen, der Opfer der Ebert-Tcheidemann-Landsberg-WelS hin. Reg« Beteiligung wird al« selbstverständlich voraus- oestht._ Die pevosutionaren Obleute gegen den„Vorwärts". Di«„Aote bringt folgenden Bericht über eine Der- /«mmlug der Arbeiierrate»er U. S. P. und der revolutionären Obleute und Vertrauen»leule der Äroßbeirieöe Berlin», die am Freitag im Plenarsaal de« Abg.'ordne'endause« tagte: In den Dorstand wurden gowichlt die Genossen M a I z a h n, Aie»ka, Schmidt, Neu mann und Nowakowtki. Genosse D ä u m i g hielt einen Vortrag über die politische Lage, in dem er Richilinien für den Aut-bau de« Näteshstem« gab. In der D«lussion wurde unter anderem in scharfer Weise gegen die provokatorische Schreibweise der«Vorwärt«"-Nedaktion protestiert, intbesonder« erhob ein bisherige» Mitglied der, Mehrheitspartei heftige Anklagen gagen die infamen Verleumdungen durch den •Corwärt»", S« wurde f«-gend«r Antrag einstimmig an- genommen: »Die Versammlung der Arbciierräte der N. S. P. und der revolutionären Obleui« und V«rtra»eii»!«ut« der Groß- betriebe Groh-Berlin« bezeichnen den Aufruf: Massen herau«, in der Abendniimmer de«„VorwärtZ" vom L7. Dezember al« «Ine erneute infame Verleumdung einer bestimmten R chtuna S" i der revolutionären Arbeiterbewegung und»in« unerhört« rovokation der revokitionären Arbeiterschaft. Der Ausruf enthält einen schamlosen Bruch der Erklärung, die die ,)Borwärt»".N«daNon gegenüber den revolutionären Ob- beuten abgegeben hat, wonach sie versichert, sich überzeugt zu haben, daß die Besetzung de»..PorwärtS"-TebäudcZ we�tzr von den revolut onären Obleuten noch vom Spartakusbünde veranlaßt worden sei. Die Versammelten protestieren negen diese unehrliche Handlungsweise der.Vorwäri«"-Neda?tion und fordern die Arbciterschirft auf, in den Betrieben in schärfster Weis« dagegen Stellung zu nehmen." Beschlossen wurde noch die Herausgabe eine» Mitteilung«- blate» für d�e Arbeiterräte, die Erhebung eine» wöchentlichen Geitrage» von 10 Pfennig für Prapagandazweckc, die Aufforderunn an den V«llzug»rat, für die Versorgung der Hinterbliebenen der M«volution»opfer durch die Kommunen zu soegen, die Einsedlung «iner Untersuchung»kommission, um die Schuldigen an den Blut- »pfern de» 24. Dezember festzustellen, und«in eneozische» Bor- Gehen gegen die anonymen Hetzflugblätter. Um den„Vorwärts". Di« Besetzung de»„Vorwärt»" ruft Erinnerungen wach au» ttr Zeit de» Kampfe» um da» der Berliner Arbeiterschaft geraubte Blatt. Bemerkenswert dürfte fein, daß vor zwei Jahren, al» die damaligen Redakteure hinausgeworfen wurden, sich ein Prozeß Anschloß. E» sollte da» Eigentumsrecht der Berliner Genossen ge- tkhtlich feitgestelli und sezeigt werden, wie unsere Genossen ge- prellt wurden und wie von Fischer und Kompagnie gegen Treu und Glauben gehandelt wurde. Da» Landgericht ließ sich vom dem juristischen Vertreter des Parteivorstande», Herrn Rechtsanwalt Heiuemann. durch Hinweit« auf die vaterländisch« Haltung der Regierung»sozialisten und durch die da»„Vaterland" schädigende Haltung unserer Genossen al» Gegner der Kriegkkredite decin- flussen, die Klage unserer Genossen abzuwelscn. TaS Gericht lehnt« sogar den Klageanspruch der Redakteure wegen Gehalt»- gahlung ab. obwehl noch dem reinen Angestelltcnr'cht die R«. »akteure bi» zum 81. Mä»z ihr Gehalt zu fordern hatten. Die Blag« ging an da» Kammergericht, wurde aber nach verschiedenen Dtichtungen hin eingeschränkt. Die früheren..Vorwärt»"-Rcdakteure hatten die Erklärung abgegeben, daß st« e» ablehnen, in die Re- nahmen, wenn ihre Ansprüche befriedigt würden, machte vor dem Termin der Anwalt der Kläger den Vorschlag, die Beklagte zahlt den Klägern da» restierend« Gehalt für Februar und März 1917. zahlt ferner di« bei KriegSautbruch gemachten Gehalt»ak�üae Zurück und übernimmt die Kosten de» Prozesse». Soweit un« bekannt, hat der Rechtsanwalt de» Parteivorstande», Herr Heinemann, e» nicht für notisS erachtet, dies« Vorschläge seinen Auftraggebern zu unterbreiten, und so mußte da» Kammernericht entscheiden. E» hat dahin entschieden, daß da» Urteil de» Landgericht» dahin abgeändert werde, daß der Klageansprmch bi» zum 19. März 1917 dem Grunde nach für berechtigt erklärt wird und daß die Sache zur Feststellung über die Höh« de» Betrage» und über die Kosten an da» Landgericht zurückverwiesen wird. Zwei Jahre schwebt der Prozeß und ist noch nicht zu Ende. Immerhin aber haben heute schon die Redakteur«, denn auch teiAveise, Recht bekommen. Es wird»och einig« Zeit dauern, eh« da» Landgericht erneut Termin ansetzt. T» ist interessant, festzustellen, wie der Parteivorstand mit seinem Rechtlanwalt Entlassene behandelt. Das Schicksal der Schlösser. Di« Oeffentlichkeit. hat sich bereit« wicdenholt mit dem Schick. sai der ehemals Königlichen Schlösser beschäftigt, deren Verwai- tung infolge der Beschlagnahme der Krongütcr und de» König. licfcer. Vermögen»«uf da» preußische Finanzministerium über- gegangen ist. Ein Ueberblick über di« augenblickliche Verwendung der Berliner Schlösser wird di« bei der verWallung maßgebenden Ideen dartun. Da« alte Schloß wird vorläeisig al» Ganze» erhalten, später sollen einzelne Teile zu verschiedenen Zwecken benutzt iverden. Der Mar stall, welcher augenblicklich al» Quartier kür eine Matrosenableilung dient, wird auch die Neichsäell« für Verwertung von fveiwerdendem HeereSgut auifnebmen. Da» Kronprinzlich« Palat» Unter den Linden ist, soweit an. gängig, mit Truppen belegt: ebenso da» benachbarte P r i n.» c s- sinen- Palais Da» Schloß Wilhelm» de» Ersten steht unter dem Schutz de» Polizeipräsidium»: da» daran gren. zende sogenannte Niederländisch« Hau» dient noch Per- waitungSzweck«''. In dem früher«, Palai« Prinz August W i l b e l m» in der s�ilhelmstraße baben die Zentralstelle für Krieg»- und Zibilgefangene, der Awkschuh zur Vorbereitung einer Arbeiterakademie, der Ausschuß zur Vorbereitung einer Reich». stelle für G?kundbeii»wesen und andere Bureau» Obdach gefun- den. Da» Palm» Ecke Wilbelmvlatz und Wilbelmstraß*en. Wahl der Dele�ierteu zur Krelsgeneraivc.»ammlung. Die geraden Bezirke wählen einen Delegierten, di« ungeraden Bezirke Gti Delegierte. Die Mandate sind am Montag im Büro in Smpfang zu nehmen. Nach der Versammlung begeben sich die Bezirke geschlossen nach der MigeSallee zur Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten. Sonnabend den»8. Dezember ISIS, 8 Uhr abendS A ßerzr:. MilglleSer-llersimniing bei Westphal, Rudower 1 trasie. T gesordnnng: I. Stellungnahme zur Kreitzgeneralversammlung. 2. Oeffentliche jvraaenversammlupg. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. !�eu«rschitn in 50 Auflage: iSer Sozialist Mb« Sozialistische AuslandSpolitik llsabhän�qe soz aliZemolrakifche WLcheuschrisl Herauoveixr Dr.% Vreitscheld. Erscheint einmal wöchentlich am Donnerstag. �reis für die Einzelnummer b0 Pfennig, dci allen Händlern der„Fl«»de>r zu baden« Abonnemenlspreis für Dezember Marl, vom l. Januar tttlS an für da» Quartal ln Deutschland ü Mark, im ÄuAiande 6 Mark. Hygiene ssr Me Aerzil.cher Führer tür Kraut* und Eheleute toq Frauenarzt Or. med Zike*. C'iarlattenburg. Au» 1. Inhalt: U-Ixr die rrauen-Orrane. KSrperliche Che- Uaglichkeit a. U Uuelichkait. Oeblr- u..Sl>lllihli[kciL Trauen, dm ■Ickl heiraitn e-lltcnl»>».— Enlkalttamkeit n. AuitchweifangcB vor dar r.hc Ehelich- Pfl chmn. Kauich'-elt nd. Polyjtnii«? Hinder- nltse der Llnbe ttc— Krankheit-n in der Eue. Rtckittade frSherer G»schlocht»krankhe.l«it. Vorbeurno« u. An»inclciinm»cbott.- Köra»r-; lichj Leiden dar Eh«lr«u. Enmebun« und llrllun« der weil llchno' Getühlikälta Tomen der Kinderloi rkcit. Oelahren»piton Heiraten» Inr die Erna.— Neuradhnnie und T.be..My. tetiich» Anlillr u. t w. Bei-u««eicn Eimendunu v. M.«.— oder Nechnnhme dnreh Meditin Verla« Äcbw«lter& Co-, AbL M, Uerlln NW«7 Eyk» v. Repkowplau!. 0'jitl Veißeniee Botenfrauen Am tSontirpfl, Den Lv., bormtung* 10 Uhr, trcllcr fftb tit ötrUKur.fltieünefmitt ttr Cufet wm M. Itjeeacr am Nutonpln«. Sie OezirWIrUnno- sucht»petli on, Lftbeeter»tr. 4». Stralau Di« CxptlJiion der �Preihcit* für Stralau und Mark�rafcndamm befindet«Ich Marlcgrafendamm 17 bei VV. Senxie» i. Quorgebdade. S.VerlinerVchllrels (lt. s. U.) Sonntag, den 29 Dezember,>orm. 19 Uhr 2 große öffentliche Versammlungen Uu 0US-5estssie. Greiföwalder Str 222, Neclgy' rasium. Weinmeisterst aße 15. Refe-.: Volkskontmissar Dr. H. Wehl. Parteisekrelär: Herm. Weise. Der Vorstlvd.