Preis 10 Pfettstig. MorgeN'Aasgate. Rebattion;«erlin N«0.«chlfsb-nerdam« ISM. »Fernsprecher: Ann Norden nad 2*96 Sie„fluificlt" eifdetnt zweimal lS«Iich. morgen» und nachmitsag», an Eonn- und Fesiiagen nur morgen». Der Bezugeprrle beträgt bei freier Zustellung in» Hau? für Sro�Berlin monatlich S R Zür die Otledi» gung auswärliger B-st-Nungen ist vorherig» Einsendung der vezug»- gebühr erforderlich.- Die.Fieiheii" ist Im ersten Rachrrar. der Post- zeilungsliste für 1919»ingetragen und kostet bei direktem Postbezug ohne Bestellgebühr monatlich 2 SR, bei Zusendung unter Streifdand 4 9L RgHtMilbn:«erlin MtS«. Zchiffbanerdam« ISrr. Fernsprecher: Amt Norde» 97«H. Inserat» kosten die stedengespalten« Nonpareillezeil» oder deren Kau» 70 Ps. Kleine Anzeigen" da» seligedruckte Wort 89 Ps., sede» weiter« Wort 15 Ps. Di« dreigespalten« Neklamezeil« S$!.. Teuerungezuschlag 30%. Bei Familienanzeigen, Dersammiungsanzeigen von Gewerk» fchasten und politischen Oraanisaiionen fällt der Teuerunp»zuschlag srrt. Ins, rat» für den daraus folgenden lag müssen spätesten» dl* 6 Uhr abend» des der Expedition, Schiffdauerdamm 19, aufgegeben sein. der IMHötigigen SoMdemolralischen Pmlei Seuischlands «nfiranttn 2 Mittwoch, den 1. Januar 1U19 Jtmmner 1 Revolulions-Aeujahr. .Nicht woher ihr kommt, mache euch fürder- hin eure Ehre, sondern wohin ihr gehtl" c Fr. Nietzsche. Ebenso plötzlich wie daS deutsche Volk in den Krieg hiw eingestoßen wurde, ist cS nach dem Zusammenbruch deS alten Systems in die gewaltige revolutionäre Umwälzung hinein gegangen. Die eine wie die andere Eri: nung waren das Ergeb- nis tiefgreifender geschichtlicher �.ozesse. Die Revolution war ebenso„geietzmüßig" wie der Krieg, ebenso wie er historisch bedingt und unter den gegebenen Bedingungen un- vermeidlich. Und ebenso aus der geschichtlichen Entwicklung begreiflich ist der bisherige Gang der Revolution und die Haltung, die die verschiedenen Klassen in der revolutionären Bewegung einnehmen. Karl Marx hat in seinem„Achtzehnten Brumaire des LouiS Bonaparte" jene berühmte Parallele zwischen der bürgerlichen' und der proletarischen Revolution gezogen, die mich der heutigen Situation angepaßt erscheint.„Bürgerliche Revolutionen, wie die deS achtzehnten Jahrhunderts st i innen rascher vmi Erfolg zu Erfolg, ihre dramatischen Effekte überbieten sich. Menschen und Dinge scheinen in Feuerbr-llanten gefaßt, die Etstase ist der Geist jedes Tages: aber sie lind kurzlebig, bald haben sie ihren Höhepunkt er- reicht und ein langer Katzenjammer erfaßt die Gesellschaft, ehe sie die Neiultatc ihrer Drang- und Ttnrmperiode nück)- te n sich aneignen lernt. Proletarische Revolutionen dagegen. wie die deS neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrich, en sich forlwährend in ihrem eignen Lauf, kommen ans das scheiiibor Vollbrachte zurück um es wieder von neuem auzusangen. verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten. Schwachen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, icheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ilinen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der»nbestimiiiten Ungehenerlichkeit ihrer eignen Zw-cke. bis die Situation geschaffen ist. die iede Umkehr un- möglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen: Hic Rhochis hic salta! Hier ist die Rose, hier tanze!" In den wenigen Wochen der Revoliition. in denen so viel ziisamuiengediängt ist wie sonst nicht in Jahrzehnten „friedlicher" Entwicklung, sind die hier gezeichneten Etappen der revostilionären Entwicklung fast restlos durchlaufen worden. Das neue Jahr findet eine Situation vor, die„jede Umkehr«uiiiöglich' macht, und die der revolutionären Klasse, dem Proietariat. das Geieb des Handelns im Sinne der Verwirk'ichnng seiner sofialistischen Ziele vorschreibt. In riefen baftem AuSinaße tauch m vor dem Proletariat die Schwierigkeiten auf, die es zu überwinden hat. Aber ebenio riesenhaft sind die K löste, die aus dem Zusammen» brück, der alten Welt emporschnellen.„DaS Erdbeben macht neu? Quellen offenbar. Im Erdbeben alter Völker brechen neue Ouellen aus." Uebcrall. in allen Ländern, brechen Siek' neuen Kral'Igiiellen ans. Ucberall mobisisteren sich die Kräfte, die aus dem EhaoS der zusammenbrechenden kapi- talistiick'en SBest etwa? grundsätzlich Neues schaffen wollen, — eine neue Welt, die nicht aufgebaut ist auf Sklaverei. RechtVchknst AiiSbeutiiiig. sondern auf vollster Gleichheit. Gerechliakcit»ud Geineinschaftsarbeit. Verschieden ist nur das Tempo dieser Entwickluna in den verschiedenen Ländern. In den Ländern der.siegreichen Entente steht die revolutionäre Bewegung deS Proletariats erst in ihren Anfängen. ES bedarf noch neuer, starker Erdstöße. ehe auch dort neue Quellen ausbrechen, die in den Strom der Wcltrevolution ausmünden. Teutschland ist in dieser Beziehung in günstigerer Lage._ Es ist arm, vieler materieller H'lfkmittel beraubt, in seiner äußeren Bewe- giingSfreiheit noch immer gebemmt. Aber die große Um- wälznng, die es durchlebt, stellt es als Quelle neuer Werte höher als jene Länder, die ungeachtet aller Opfer unj, Schäden des Kriege?— die vielerorts nicht geringer als in Deutschland— die alten staatlichen Fesseln un�fo. Zialen Lasten bewahrt haben. Bei uns dagegen hgs da? Proletariat viele der ölten Fesseln zerschlagen, di� alten Kerkermauern abgetragen und steht im Begriff.!%,» größte soziale Reformwerk, da» die Welt je gesehen, in organisier- rem Zusammenwirken durchzuführen. Die Reife der wirtsck>aftlicken Entwicklung Deutsch- «and» bietet die günstigsten Aussichten für den Erfolg dieieS �»ialistischcn UmgestaltimgSprozesses. Die momentane Wirt- Wfüiche Krise, der Mangel an Rohstoffen vie Schwierig- de« lieber gonge« zur Friedenswirtschaft sind nur '" W wt moßae'oend für unsere Die erste Phase Der Heoolnlion. Eine Phase in der Geschichte der Revolution ist ab- geschlossen: TaS Zusammenarbeiten der Unabhängigen mit den Mehrheitssozialisten in der Regierung des Reiches hat aufgehört. Innerhalb der II. S. P. wird vielfach die Meinung der- treten, die Unabhänzigen hätten von vornherein die Teil- nähme an der'Regierung ablehnen sollen. Diese Kritiker haben ganz vergessen, wie es zum Zusom- inengehen der beiden sozialdemokratischen Parteien kam. Die Revolution hatte sich am 9. November mit einem Schlage siegreich durchgesetzt. Das Proletariat sah sich vor die Aufgabe gestellt, die RegicrungSgewalt zu ergreifen. Mit einem Ungestüm sondergleichen, mit einem Nackchruck von unwiderstehlicher Kraft forderten die Massen der Ar- beiter und Soldaten— darunter äiißerst radikale—, daß die Führer beider sozialdemokratischer Parteien die Regierung 'ilden sollten. Jeder Widerspruch entfesielte einen Sturm des Unwillens. TaS erfuhren zu ihrer peinlichen Ueberraschung am 10. November in der Persammlung der Arbeiter« und Soldatcnräte im Zirkus Busch die Berliner Genossen der U. S. P., die in Voraussicht der Revolution sie vorbereitet und durchgeführt hatten und jetzt den Anspruch erhoben, allein die Arbeiter im Vollzugsrat zu vertreten. So leidenschaftlich und zäh sie auch diesen Anspruch verfochten, sie sahen sich unter dem Zwang des MasienwillenS genötigt 'chließlich nachzugeben und den Mehrheitssozialisten die Hälfte der Plätze einzuräumen. Seitdem arbeiten im Vollzugsrat Ledebour, Dänmig ind Richard Müller mit Otto Braun. Hermann Müller, Cohen-Reuß und anderen Mehiheitssozialisten zusammen. ohne darin eine Sünde gegen ein Prinzip oder gegen einen Grundsatz proletarischer Taktik zu erblicken. Und darin haben sie recht. Im schroffen Widerspruch z» sich selbst rechnen sie eS aber Haas?»Dittmann-Barth zum Verbrechen an. mit Mehr- heitsfozialisten zusammengearbeitet zu haben, obwohl diese nur dem Ruf der überwiegenden Mehrheit der Partei folg- ten. als sie in die Regierung eintraten. Der U. S. P. war, als sie Vertreter in die Regierung entsandte, ihre Aiikgabe klar vorgezeichnet: sie mußte mit diesen Hand in Hand wirken, um sie zu stäken und mit ihnen zusammen die Mehrheitssozialisten �.rwärts z» treiben. Einflußreiche Mitglieder schlugen ober zum Scha- den der Partei eine andere Taktik ein. Sie führten von Anfang an einen heftigen Kampf gegen ihre Ge- Von Aug» Aaase. nosfen in der Regierung. Dadurch erschwerten fl« dere» Tätigkeit und trugen eine unheilvolle Verwirrung i« di< Reihen der Partei. Selbstverständlich durfte die Kritik im Nahmen der Partei nicht durch Rücksicht auf die Regierung«- Mitglieder unterbleiben. Sie hätte fruchtbringend gewirkt, während der fortwährende Kampf gegen die Teilnahmean derNegierung selbst uns lähmt«! und die Partei zersplitterte., Zur Zeit des Krieges hatte die 11. S. P. es mit Erfolg verstanden, durch alle Phrasennebel hindurch zu erkennen, was ist, und vorauszusehen, was sich vorbereitet und wird. Jetzt in der kritischen Periode der Revolution war eS anders. Ein Teil der Partei jagte gekünstelten Theoremen nach und verzettelte so seine Kraft, die zur Aufklärung der noch un- geschulten Massen dringend erforderlich war. In Zukunft wird es unbegreiflich sein. daß es einen Mo- inent gegeben hat, in dem namhafte Mitglieder der Partei darüber disputieren konnten, ob die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung gebot« fei. Es ist eine Ironie, dob fck'i»r>t>T?(fi kpsbst Nna L-remburg und Karl Lieb-' knccht für die Beteiligung an der Wahl eingetreten sind. Die IL S. P. hat jet-eniallS alles zu tun, um die kurze Spanne Zeit bis zur Wahl auszunutzen, um ihr« Anhänger zu sammeln und eine größere Zahl von Mandate.: zu er- ringen. Hätte sie auf dem Kongreß der Arbeiter- und Soldaten- röte nicht trotz aller Warnungen den schweren taktischen Fehler begangen, den Zentralrat allein den Mehrheitssozia- listen zu überlassen, so wäre heute eine andere politische Situation. Es steht fest, daß dann die Mehrheitssozialisten aus der Regierung hätten ausscheiden müssen, da selbst ihre eigenen Anhänger im Zentralraj keineswegs durchweg aur ihrer Seite standen. Dann hätte die IL 3. P. allein die Regierung bilden können. Sie hätte sofort die alte Kam- inandogetwlt beseitigt, die Demobilisierung des alten Heeres "ollständig durchgesührt und entschlossen die Sozialisierung der dafür reifen Betriebe eingeleitet. Sie hätte die aus- märtige Politik im Sinne des internationalen Sozialismus geführt und dadurch da? Vertrauen der großen Massen, die setzt noch den Mehrheitssozialisten folgen, gewonnen. Tie U. S. P. hat aber trotz der Fehler keinen Grund zum Verzagen. Führt sie jetzt eine klare, entschlossene Palitik ohne olle Verlegenheiten, aber auch ohne schwächliche Halb- heit, so wird sie sich durchsetzen., Die Nevolution ist nicht abgeschlossen, u n d d e r N. S. P. h a r r e n i n n ä ch st e r Zukunft nochgroßeAufgaben I taktische Linie in dxr kurzen NebcrgangSzeit, bis der Friede geschlossen und der wirtichastliche Mechanismus einigermaßen in Betrieb gesetzt ist. G r n n d j ä tz l i ch ändert >e nicht das geringst? cm der Tatsache, daß das deutsche Proletariat w'.jjxns und entschlossen ist, das Work, daS die grandiose- Entwicklung des ocutschen Kapitalismus und eines Antipoden, der Arbeiterklasse, vorbereitet Hot, durch �eme evingchte Willenskraft, durch sein« organisierte revolu- tionäre Tat zur Vollendung zu führen. Geleitet von diesem Ziel, durchdrungen von dem Be- lv'ußtiein der historischen Ilnabweisbarkeit und Siegcssichcr- heit seiner sozialistischen Rcformarbeit, tritt das deutsche Proletariat in das neue Jahr, in das rote Jahr der Vollendung der deutschen Revolution. Es kennt sehr wohl die Schwierigkeiten, die es zu überwinde» hat: es weiß, daß es gegen eine Svclt von Feinden, inneren und äußeren, zu kämpfen hat: es weiß auch, daß eS an sich selbst noch viel zu arbeiten, uiiiznmodeln hat, um die EierickiHlen seiner kleinbürgerlichen Pergangenlieit von sich abzustreisen und aus sich heraus jene geistigen Kräfte zu entwickeln. J)ic das sozialistische Gemeinwesen braucht. Es weiß schließ.ich, in seiner großen Mehrheit, auch, daß es nicht mit fremden Schablonen, mit Allheilmitteln von Phantasten und politi- scheu Illusionär« seine Ausaaben erfüllen kann, son- dern den eigenartigen gsschichtlickien EntwicklungSbe- dingungen DeutickUantze und der volitischen Wirft ichiech gerecht werden muß. Darum geht es klaren Blickes ans seine Znkunstsanfgaben, sicher und siegesbewußt in das neue Kampfjahr hinein, das hoffentlich den Tiegcszng des So- zialismus in der ganzen Welt einleiten wird. Die Znkernalionale. Dir internationale Soziali st cnkonre- r» n z in Lausanne ist auf den 2 0. I« u n g? v 1:- schoben. Einigung im Auhrovisr. Essen, 81. Dezember. Auf den Sck'achtanlagcn der Grude .DentsKer Kai'cr". ans den«ecben Neumuhl. Lobberg. Wester.de und aus den Schachtanlagcn der Dergbauersellschaft ist heute die Arbeit in vollem Umfanxe wiederaufgenommen worden. Dagegen oeri>arren die Bergleute der Schächte Hugo, Stertrade und Oder- hausen der„Guten Hoffnungsbütte" im Ausstand. Die Beleg- fchaflen dieser Zechen fordern die Bcivilligung derselben Zuge- lländnipe. die den Bergleuten der Thtzssemchen Zechen gewährt l�orden sind. Die„Kölnische Zeitung" berichtet noch: Die Beschlüsse zwischen den AuZstündigen und den Werkleitungen wurden gestern in zahlreichen Beiegsthafiöversammlungen in Hamborn, Neide-». i.. iSmife'n unb m Neumühl verkündet. IJtn allen Vcrsamm- 0..i raiicbc bcfcüloifen, die Trdeit am Mamag weeSer sufzu- WH. Die Wschener@egenteeoIaßoiu Mnüchen, 30. Dezeniber. In der heutigen Nachmittag»» sitziiua des Prov»jorizHen 5iationalrat», in der über die oon den Ünabhänliigen eingebracht« Inicrpellalion, betreffend Bürger wehr«nd gegearevolntionäre Machenschaften beraten wurde, gab Ministerpräsident Eisner eine Erklärung ab. in der er im Namen der Ge» samtregieriing u. a. sagte, da« der Ministerrat die Gchasjung einer B ü r g e r w e h r ablehne, und bedauere. daß ernzelne Mitglieder der Ncaiernng unter irrigen Vor- auSsetzungen den Aufruf unterschrieben haben. Das Ministerium sei einig in dem Entschluß, gegen jede Gefährdung der revolutionären Errungenschaften mit allen Mitteln einzuschreiten. Aus Anordnung de» Minister» der militärischen Angelegenheiten werden Massen nicht mehr herausgegeben und die bereit« herausgegebenen zurnckgesordert. Weiter bemerkte der Minister» Präsident, daß in Bayern im geheimen mit kapitalistischen Mitteln konterrevolutio» nLre Zettel n ngen organisiert seien. E» seien zum Teil dieselben Männer, die sich an der alldeutschen Kriegspropaganda beteiligt haben. In seinen weiteren Aussiihriingen warnt« der Minister- Präsident die Mitglieder des Hause» Wittel»bach, �ch N'.kt den geg'enrevolutionären Elementen ein» zuiafsen. als. deren Führer auf dem flachten Lande er offen den Führer der bayerischen Volksvartei, Dr. Heim, be- zeichnete. Es wende sofort eine Verordnung wegen Ein- s�bung eines nationalen Gerichtshose» verössent- licht werden und in Kraft treten, der au» 12 Mitgliedern de» provisorischen NalionnlratS ziisammengesetzt sei. Ueber die Stellung des gegenwärtigen Ministeriums äußerte stch di-r Ministerpräsident dahin, daß die Anschauungen im Mi- nisterium zwar verschieden seien, aber trotzdem sei da» Mi- nisterium homogen. Es gebe keinen anderen Weg. al» v o n der politischen Freiheit zur sozialen Er- lisung zu schreiten. Eine Erklärung vernsteius. Genosse Bernstein ersucht rni» um folgende VerSffeut- lichiing: An den Rat der Volke beauftragten. Tehr geehrt« Gcnossenk Der Austritt der Vertreter der llnabhänglgen Goziakdemo- tratie aus Ihrem Rat veranlaßt mich, die Verfügung über daS mir übertragene Amt al» Beigeordneter be» Reich«. schatzamt» Fhne» zurückzugeben. Da» Amt wurde mir seinerzeit auf Grund«ine» Antrag» W« Vertretet der Unabhängigen Dozialdemokrati« anvertraut. b*i«inen leU de» Vertrag»verhäItnisseS bildete, da» zwischen d«n beiden sozialdemokratischen Parteien Deutschland» zustande- gekommen war. Mit der Lösung diese» Verhältnisse» fällt somit die parteipolitische Borauesetziing hinweg, der ich mein»»r- lwnnung verdankte.$1 steht nunmehr bei Ihnen, bzw. dem Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte, ohne Rücksicht auf jene Voraussetzung über die weitere Fortführung de» Amte» zu »«stimmen. Ich darf Sie wohl bitten, gefl. dafür Sorge zu tragen. daß diese Entscheidung recht bald getroffen wird. Mit sozialdemokratischem Gruß Ed. Bern stein. Die prevtzjschen Minister. Die Unabhängigen S oz i a ld e m o kraten in derpreußischen Negierung haben unter Zuziehung der aus dem Nat der Volksbeaustragten ausgeschiedenen Ge- nassen darüber beraten, welche Konseauenzen sie auS den Vor- S'ngen der letzten Tage ziehen sollen. Sie find, wie wir ren. zu dem Ergebnis gekommen, an' den Zentralrat ein Schreiben etwa folgenden Inhalts zu richten: Tie Unabhängigen Sozialdemokraten in der preutzischeu Regierung erklären, daß sie restlo» auf dem Boden der Auf- fassungen stehen, um derentwillen die Genosse« Barth, D i t t m« n n und Haast zum Rücktritt au» dem Rat der Bolk»beauftragten genötigt waren. Sie ersuchen den Zentral- Mt. um eine Klärung über die preußisch« Politik herbei« zuführen, zunächst eine Sitzung einzuberufen. In der«in» Aussprache der unabhängigen Reyierungimitgiieder mit den Mitgliedern de» gentralrate» erfolgen kann, von dem > Ergebnis dieser Aussprache werden sie ihr Verbleiben im Amte abhängig machen. Dieses Schreiben ist im Namen der Genossen Dr. Breit- scheid. Haler, Simon und Ströbel abgesandt worden. Die Genossen Adolf Hoffmann. Paul Hosfmann und Dr. Rosen- feld waren im Moment nicht zu erreichen, doch ist anzu- «ehmen. daß sie sich dem Schritt der übrigen ohne weitere» anschließen. Ein Jktfest. Der Zentralraat der Marine hat an den Rat dar Volksbeauftragten folgenden Protest gerichtet: Wie wir au» der in der.Freiheit" veröffentlichten Erklärung de« Zentral�oidatenrat» de» Z. Armeekorp»«»sehen, hat der General Sequi* in seinem Befehl an da» Generalkommando de» 8. Armeekorps vom 23. Dezember unter 4 zu sagen sich herausgenommen, daß.sofort über anrollend« Matrosen- »der sonstige Aufrührer-Abteilungen Nachricht zu geben" ist. Al» die gewählten Vertreter der Gesamt-Marine erheben wie »egen diese unerhörte durch nicht« begründet» Be- fchimpfung der Matrosen energischen Protest. Wir verlangen von den Volksbeauftragten, daß sie auch ihrerseits die Ehre der Matrosen schützen. Der Zentralrat»er Marin«. «wer». tögenhaste Derne;#. Wolfs» Bureau verbreitet folgende Meldung: D« heutige Freiheit" wußte von Differenzen zwischen General � sslroe ne r und den S o l d-a t e n � ä te n der Obersten Heeres- kitung zu berichten, im Verlaufe deren der General die Vertreter DM Goldatenrat»« scharf«« West« angefahren habe, so daß dies« sich genötigt sahen, bei der Regierung wegen schärferer Ueber- wachung der Obersten Heeresleitung vorstellig zu werden. Wie die.Deutsche Allgemeine Zeitung" von seilen der Re- gieruua erfährt, ist dort von einem derartigen Tedritt der Sol- datenrate der Obersten Heeresleitung wchi» bekannt. Wir stellen deingegenuber lest: Unsere erste Mettzung über den Konflikt zwischen General Groener und dem Soldatenrat de» Feldheere« wurde in unserer Nummer vom Montag morgen ver- öffentlicht Sin Dementi erfotgre mcht. In unserer Nummer vom Die««tag«argen kamen wir auf den Konflikt an» fit hel icher zurück. Auch jetzt wird er mit keinem Worte derührt. Dementiert wird lediglich, daß dir Regierung etwa» von Vorstellungen des Eoldatenrat» de» Ftlbheete» wisse. Sine derartige Methode der Di»kreditt«riing unbequemer Meldungen ist ein Skandal. Sie erinnert, ebenso wie die Verwandlung de» Wolsf»-BureauS in eine offiziöse Deinentierspritze, allzusehr an die übelsten Gewohnheiten de»— angeblich abgeschafften— alten System». Zwei ZtwksprZche des AnswäckM Amts. In einer an die Zeitungen versandten Mitteilung wendet sich da» Auswärtig« Amt gegen, die Erklärung, die Genosse Dr. O»kar Cohn über den letzten Funkspruch Joffe» oibgage- den hat. Daß da» Auswärtig« Amt e» wagen kann, ein Mitglied der Regierung öffentlich zu bekämpfen, ist bemerkenswert und beweist, wie sehr den in diesem Amt venourzelten Kräften der Konterrevolution gerade in den Doyen nach dem Btubbad vom 24. Dezember der Mut gewachsen tft. Da» Auswärtig« Amt hat wohl auch zumeist nur eine Probe seine» Mute» ablegen wollen: denn in der Erklärung de» Genossen O»kar Cohn ist nicht» ent- heckten, wa» dem Amte zu seiner aufgeregten Polemik Anlaß gaben könnt«. Um sich den sachlichen Vorwand zu schaffen, muß denn auch da» Auswärtige Amt die Datsachen fälschen. Genosse OSkar Cohn hatte geschrieben, daß da» Auswärtige Amt sich für befugt gehalten habe,.die mit dem Amt« vereinbarte Absendung«ine» Funk- spruche» an dt« russische Regierung— Einladung zur Entsendung von Vertretern an die Demarkationslinie— zu veranlassen". Daran» macht da» Auswärtige Amt, daß Genosse Oskar Cohn.die •Oestentlichkeit darüber(unterrichte), daß da» Au»wärtige Amt u n- befugter Weise ein« Einladung an die russisch« Regierung ... zurückgehalten habe". Ein beachtenswerte» Eingeständnis l Wichtiger ist die zwcile Fälschung: Da» Auswärtige Amt behauptet, der letzte Funkspruch Joffe» sei erst«ingetrorfen,„wäh. rend Dr. Cohn bereit» die Reise nach Kowno angetreten habe". Da» ist nicht wahr. Genosse OSkar Cohn ist am späten Abend de» 18. Dezember nach Kowno abgereist, der Funkspruch Joffe» war aber an diesem Dag« schon in Berlin, wahrscheinlich sogar schon am Abend de» 17. Dezember. Uebevdie» hat sich da» Auswärtige Amt die Möglichkeit zu seinen Ausreden nur damit geschaffen, daß«» die Einladung an die russische Regierung ungebührlich und sachrvidrig verzögert hatte; schon spätesten» am 17. Dezember hätte der Funkspruch an die ruffische Regierung abgeschickt werden müssen, wie da» Genosse Oskar Cohn mit dem betreffenden Beamten de» Au»wärt igen Amte» verabredet hatte. Durch die eigenmächtige Verzögerung in der Wvsendung der Einladung ist ein großer Schaden entstanden, sind wichtig« für da» Schicksal der rusfischen Gefangenen in Deutschland und damit für den guten Ruf und die Polttik der VolUtepuWit wesrnckich« Vereinbarungen mit den Vertretern der russischen Gefangenen- fürsorge verhindert worden. E» mußte auch dem Auswärtigen Amt bekannt sein, in welcher entsetzlichen Lag« die ruffischen Gefangenen in Deutschland sind und welche Zustände sich bei der Abbeförderung der Gefangenen entwickelt haben. Wir behalten un» vor, noch darauf zurückzukommen. Da» Auswärtig« Amt hält e» aber für weniger wichtig, sich mn die Beseitigung dieser scheußlichen Zustände zu bemühen, al» sich um.bolsheto istische Gelder für die Revolution" zu kümmern. Darum unterließ e» di» Absendung de» Funkspruche» an die russische Regierung. Einen anderen Funkspruch hat aber da» AuSivärtige Ami ab- geschickt. Gr ist an die polnische Regierung gerichtet und betrifft die deutschen Beamten, die von der polnischen Regierung festgenommen und in» Gefängnis gebracht worden sind. Wenn hierfür nicht etwa der besondere Grund vorlag, daß jene Beamten strafbare Handlungen begangen haben, so ist da» Verfahren der polnischen Regierung in keiner Weise zu rechtfertigen, und der schärfst« Einspruch dagegen ist berechtigt. Da» Auswärtige Amt tat aber mehr: E» droht der polnischen Regierung Gegenmaß. regeln an—.Repressalien", wie man e» im Verkehr kriegführen- der Länder nennt. Di« vom Auswärtigen Amt angekündigte Repressalie besteht darin, daß eine Anzahl au» Kongreßpolen statu- mender russischer Offiziere, die al» Kriegsgefangene in Deutsch- land sind, au» Gefangenenlagern in Gefängnisse gebrach werden sollen. Ganz abgesehen davon, daß die» auf dt« polnische Regte- rung wahrscheinlich wenig Eindruck machen wird, ist eine solche Gegcnmossrcgel ein glatter Bruch de» Völkerrecht» und ein« gegen dt« MetiickOii kett verstoßend« Handlung. Die Offiziere sind al» russisch« Soldaten gcfangengcnom m en worden. Mit Rußland steht da» Deut'ck« Reich nicht mehr im Kriege, und auch gegenüber dem — noch r:4 einmal bestehenden— polnischen Staate ist kein Kriegt ustar1' ff» fehlt also für die vom Auswärtigen Amt an- gedrehte Repretsgl!« jed« Rechtsgrundlage, und et bleibt al« Grundlage nur die nackte Gewalt. Während de» Krieg'» Ist et vorgekommen, daß da» Au». wärlige Amt sein Dienstsiegel auf Kuriergepäck aufdrücken ließ. da» Sprengstoffe, mit Milzbrandbazillen vergifteten Zucker»nd dergleichen enthielt. Solche» Kuriergepäck(stng in» neutrale Au». laNd. sein Inhalt diente dort und not! dort au» zur veranstalt'.ing von Svrengstoffattentaten und anderen Krt«g»hanblung«n". Da» Auswärtige Amt suchte sich in solchen Fällen mit seiner Schwäche gegenüber den Militär: ge walten zu entschulblpen. Diese ffut- schuld igung st«ht ihm bei der vL!ierrechl»to!d7!g«n Gewalt- androhung, die sich gegen kriegsgefangen« ruffische Offiziere richtet, durcktau» nicht zur Seite. Diese Tat hat da» FnKvürtige Amt allein zu verantworten; wir sind überzeugt, daß e» aus eigene Faust gehandelt, die VolkZbeauftragten nicht vorher davon in Kenntnis gesetzt hat Anstatt über di«..bolschewistischen Qk'fbee für di« Revolution" zu sammern, sollt« da# Auswärtige Jln't lieber den gesamten Verstand seiner Referenten für di« östlichen Fragen zusammennehmen, um neue Sünden gegen den Geist de» Völkerrechte» und der Menschlichkeit zu vermeiden. Der neue Leiter de» Auswärtigen Amte« sollte jene Herren auf den Weg Helten, ir«nn st« ihn nicht selbst finden. Meruag der VahlsrelheU in Dayern. MSnchrn- 81. Dezember. Di« Gesamtregierung hat«ine Verordnung erlassen zur Sicherung der Wablsrcibeit für den Land. tag. Wer et unternimmt, durch Gewalttätigkeiten irgendwelcher Art, durch terroristische AuSnützung behördlicher Sinflüsse. de» VorgesetztenverhältnisseS.�wirtschaftlicher und sonstiger Abhängig. ketten,«rdllch durch Gewissenszwang di« Wahlfretheit der Wähl«» und Wählerinnen zu beeinträchttgen. Wä mit Äeffk: r""? M»-st einem Jahr bestraft. Die Gemeindebehärden" pflichtet, während der Wahlbewegung die ti rett Wahllisten und Stimmzettel allen Parteien und Gr fügung zu halten und dafür zu sorgen, daß sie r,' noch vernichtet werden können. Wer Wahllistcn od— entwendet oder Xrnicht«!, wird mit Gesättglti? l naten bestraft. Das böse DeWel. Neber da» Verhalten de» Besatzung»!™. o?» ker Etitcnt? in den linksrheinischen Gebieten ist schon«tederhoil Klage gesät r: worden von der Presse, die viereinhalb Jahr« lang nicht» gegen das brutale und herautforderndc Gebahren der deutscheu militaristische:, Gebshren für durchau» richtig und notwendig fand. WaS sich die Truppen der Entente jetzt jenseits de» Rheine» im einzelnen leisten, ist nicht» weiter al» eine Rachahntung de» von deutschen Kommandanten in Belgien und Rordfrankreich geübten Syskems. Die„Rheinisch-Wesffälisch« Zeitung" glaubt gegen diese Darstellung polemisieren zu müssen. Sie läßt sich ron einer .Persöniichkett' schreiben: „Ueber da» Verhalten der englischen BesatzungStruppen lauten die Angaben recht widerspruchsvoll. Meist wird mit der un» Deutschen eigenen Selbstlritik die Behauptung aufgesiell:: die Engländer gingen nicht ander» vor al* wir selbst e» in Belgien zu tun pflegten. Darin liegt zunächst ein grober Denkfehler. Denn un'ere Truppen eroberten ein feindliches Land mit der Gewalt der Waffen und hatten«in zu Svionaxe neigende» Volk im Rücken der schwer ringenden Front im Zaum zu halten. Die fetzige Beietzung de» deutschen Bodens ist da- !cgen tritt vertragsmäßig nach dem taifäcklichen Auf. ören de» Kriegszustände» erfolgt. Da» ist ein gewaiti-vr Un- tcrschied. Trotzdem ist da» Verhalten der Beso.tzungÄrnvpen so, daß schärfste Verwahrung dagegen geboten ist. Mit äußerster Willkür wird vielfach beim Onartiermachen vorgegangen. Bewohner von geeignet liegenden Häusern wur- den entweder ganz au» diesen entfernt»der ihnen nur ein oder zwei Zimmer gelassen. In einem Fall« wurde«in Hausbesitzer unter Androhung einer hohen Geldstrafe gezwungen, seine Wohnung zum Einzug der«nglischen Offiziere völlig neu tapezieren zu lassen." Die„Rheinisch- Westfälisch« Zeitung" muß sich schon ein« andere„Persönlichkeit" aussuchen, wenn sie glaubhaft machen will. die Deutschen seien gegen feindlich« Bewebirer ander» verfahren als jetzt die Entente. Gerade in dem Punkt des Quartier« machen», den da» Blatt besonder» hervorzuheben glai jt, hat die deutsch« Militärmacht unendlich vi«! gesündigt. Nickst nur ein Hau», sondern Hunderte, Tausend«, Zehntausend« Häuser mußten geräumt werden für die deutsche Besatzung. Und man fragte dabei gar nicht nach dem Bedürfnis der Bewohner, ob sie dadurch ob- dachlo» werden, ihr» Existenz verlieren. Schwerkranke bei dem Um- zug der Gefahr de» Tode» auHrsetzt würden. Man suchte sich da» best« und schönst« Hau» au», befahl, e» binnen 24 Stunden zu räumen, unb wer diesem Detehl nicht nachkam, wurd« hart be- straft. Den Offizieren stand nickt nur da» Reckst auf ein tapezierte» Zimmer zu. sondern auf zwei Zimmer, und diese mußten nach der Straße zu gelegen sein. Die Bewohner hatten sich einfach in die Hinterräume zu begeben. Witdersprnch wurde nicht g'duldst. Da» schwerinduitrielle Blatt schätzt da» Gedächtnis der deutschen. Heer«»- »ngehSrig«n sehr gering»in. Di«» baden va»(Ecitb u"-d bc.i Jammer nock nicht vergessen, d«r durch di« harten, nur' allznost nicht zu reckstfertsgendrn Maßnahmen über die Zivilbewoüner der besetzten Gebiete herausbesckstvoren worden ist. Und da» Volk wird die Schuldigen immer wieder an den Pranger stellen, aller Lüge«, aller Hsuchelei zum Trotz. Deschlagnahme tonservalioer HetzplakÄe. Di« Deutschnatiynale Volkspartei Schlesien», in der sich all die konservativen Kriegshetzer, Walstrechtifeinde und«olksbetruger zu- sammengefintden haben, wollte in ganz Schlesien riesige Plakate anschlagen lassen, um die Bevölkerung zum Hast»tnd zum Kampfe gegen die sozialistische lHepubW aufzuhetzen. Die Plakate fielen in die Hände de« Breriauer«vbeitervat», der sie glattweg brichlag. nahmt« Sämtlich« Bresloner Soldatenräte Hachen sich fetzt mit dieser Besch! ognabni« besckättigt und einstimmig eine Resolution angenommen, in der e» hristt:„Die Sowatenräte der GarMon Breslau billigen di« Beschlagnahme de» Plaka« t«»der schulddeladenenKonservativen, die sich jetzt zur Verve rgrmg ibrer früheren verbrechen Dentschnaiional« Volkspartci nennen." E» ist durchau» richtig, wetm gegen Lügeuffugblätter und Plakate In dieser Weis« vorgegangen wird. Di« Konservativen haben unter der alten Herrschast so viel Unheil und Verbrechen angestiftet, daß e» nicht angängig ist, ihnen die rstckstchislose Fort- führung ihre» erbärmlichen Handwerk» unter dem Signum der Pressefreiheit zu gestatten. EeM den MMk«rs im Reiche Hiinischs. Von einem«rlnhretwn Pädngogen wird un» geschrioven: Durch einen amtlichen Erlaß de» Miitister« für Wissenschast, Kunst und Volksbildung vom 28. Dezember'st der Sr'nß üb«« ReligionSniiterrickt vorläutig aufgehoben. Wo seine Durchführung auf Schwierigkeiten stößt, soll sie vi» zm Entscheidung durch dl« pteusti'ch« Nationalversommkung unterbleiben. Man versteht dt« Zurückziehung de» Er'aff«» und resvekttert die Gründe, di« dazu veranl«ßt b»b«n. Die Kulwrkampffragon sind infolge d«r llo«. t»en n u n-cSbe lt r»bu n g m b»stimm»«r Lnnde«teil,«in beachten». werte» Moment. Hält man«»er noben diese neu««nnull'erung eine» wichtigen Akte» de» Miitifteritim« die trilweis« Zurücknehme de» Erlasses über Bildung von Schtilgemrinden— man spncht gewöhnlich nur von Milderung der Bestimmungen—. di« End- affung Wtineken», die Angelegenheit von Adolf Hosfmaiin» Presse« ckef H.arndi, dem der Minitter Hänisch jed« weilte selbständig« Tätigkeit untersagen mußte, so Ist»an gezwungen, l.i den Ättionen di.'er Behörde einen gefährvchen Mangel an Einbeitkichkrit und .Zielsicherheit zu konstatieren. In der Ledrerschast, die al» Jnstru» „tfnt der Krieg«agttation und al» Mittel zur Erhöhung der Hah- „nh Adwehrstimmung reichlich gemistbraucht wotzden ist, macht sich ohnedttd sckwn eine innere Unbestimmtheit als Folge der Revo- lution kühl bar Dieler durchau» ungesunde Zustand wird durch da» St-r�ler de« KultuSmtntlterium» verstärkt. Die Schäden einer so inkonsequenten AicheitSioeis« an maßgebender Stelle für sämtliche Kt.'.'kurellen Entrichtungen sind gar nicht abzusehen. S» ist eine alte'j-ädagogenwahrheit, daß Experimentieren in der Er» ziehungSarbeit nützlich und produktiv ist. aber ein solche» Expert- mentieren muß vernichtend« Wirkung haben. Man weiß, empfindsam der weitverzweigte ErziehungSapparal ist und daß auf diese Weif- i/r Abstand zwischen Zentralbehörde und Einz«k» institutionen imm«*•» ist« d«»tli, daß mm. JRf fm ÄuThiSmlrffterhitn klar dcrnDrr wird, was man will und wa» im DieniPe«inet ernstlichen fftneuerung unserer Schul« und unseres ErziehungSsystemS notwendig ist. Dr. M. L. Sitzung des Zenttolrats. In der Sitzung vom SO. Dezember nachmittag» wurden zu- nächst c�eschäktSsragen behandelt. Tann wurde festgelegt der Name Aentralear für die sozialistische Republik Deutschland. Für den gentralrat wird einer der Versitzenden verbindlich zeichnen. Mehrere TingAnge betrafen die Besetzwerdung durch Durch- sthrung der sieben Hamburger Punkte. Kür diese>n. gelegenheit wurde eine Kommission eingesetzt. Zu dem Aufrufe tindendurg», der Erklärung A r ö n e r» usw. will der .-Rat zusammen mit dem Rate der vvlk»beauftragten dem» nächst Stellung nehmen. Ferner wurde beraten, wie eine engere und ständige Füblungnnhme mit den Polk»beauf> t ragten tecknilch durchzuführen sein wird. E» wurde weiter beschlcsien, das über dsi' Frage der D-eser teure und deren E�ttlasiung aai ordnungsmäßigem Wege von der Delegation der Soldaten zusammen mit 9! u» k e und mit einem vkitgliede de» Grost-Bediner Vollzugtrate» beraten werden soll. Ein seentra�ratsmitgned bespraa) in längerer Rede die un- bedingte Rctwer. dinkeit der A.- und S.- Räte. Aller- dings müssen die bereit» entstandenen Schwierigkeiten uns, Diffe- renzen mit den beitchenden Behörden und Körperschaften von jetzt ab vermieden. Nebergrifse der A.. und S.-Räte verhindert werden und die Räte sich den Anordnungen des Zentralrate» in Berlin überstellen. Falsche Alarmsachrichten. verschiedene Zeitungen enthielten kürzlich die Meldung, daß ein polnische« Ezpedition»korpS in Danzig landen werde. Da» deutsche Volk werde vor vollendete Tatsachen ge- stellt werden. Auf Erkundigung hat nun der Oberste polnische volklrat erklärt: „E» ist unwahr, dost die polnisch gesinnten Truppen in Danzig übergegangen sind. E» ist unwahr, daß in Danzig eine Geheim-Ber» ss a m m l u n g von Polen unter Führung Paderew»ki», Kor- fanty», Kubarz» und de» Chef» der britischen Mission statt- gefunden, ebenso ist e» unwahr, daß an dieser angeblichen B«- heim-Verlammlung französische, englische Offiziere und eine An- Dahl polnischer Soldaten teilgenommen haben. E» ist unwahr, daß in den nächsten Tagen der Plan au»- D e f ü h r t werden soll, da» deutsch« Volk vor vollendete Tat» fachen zu stellen. Bielmehr stehen wir Polen auf dem Standpunkte, dost die Friedenskonferenz über da» Göbiäksal der polnischen KandeSleile«nt'cheiden soll, deren Entscheidung sich die polnische Bevölkerung fügen wird. Erfunden ist die Nachricht, dast in Posen eine polnisch« Ab- brdnung aus der Scbweiz eintrifit. dast die Republik mit Pa» sterewski al» Präsident ausgerufen werten soll. Posen, den 27. Dezember 1918. N a cw e i n a Roda L u d o w a. Di«.Danz. Ztg." erhsett ein« ähnliche Erklärung von dem Führer der dortigen Polen, weiter eine Zuschrift von den französischen und englischen Osfizieren in der Begleitung Paderewski», dast sie keinerlei politisch« Mission hätten. Kein po'njfcher Anmarsch auf VerNu. Da» Lrlez«minikterinm teill mit: Wie wir von unterrichteter Leite erfahren, entspricht vi« Nachricht, die während der»estrize« Vollsitzung der Cireb-Verliner Loldatenräte allgemeine VennriiHi- gung erregte, daft 30 000 Polen bereit» im Anmarsch auf Berlin seien und daß sie schon in Benischen ständen, glticklicherweise noch nickt den Tatsach-n. Tie Tinge haben zwar in Posen eine sehr bedenkliche Entwicklung genommen und sind geeignet, fede» deutsche k'erz mit bangster Sorge vor der Zukunft zu erfüllen. Jedenfall» muß e» völlig«t'Sgrschlossen sein und bleiben, daß auch nur eine mittelbare Bedrohung Berlin» durch polnische Streit- kräste Tatsache wird. Sie vmönge in Allenstein. Allenstein, 81. Dezember. Der VollzugSrat de» 20. Armeekorps gibt folgende Darstellung der Vorgänge vom 30. Dezember: Morgens rückt« da» Feldartillerie-Regiment 73 in Allenstein ein. Am Bahnhof war eine Kommission de» A.» und S.-Rate» Allenstein erschienen, um die Truppen mit Musik und einer roten Fahne abzuholen. Die Truppen unter Führung ihrer Offiziere lehnten es aber ab, mit einer roten Fahne einzumarschieren und zerrissen die Fahne, nachdem sie den Träger der Fahne zu Boden geworfen hatte». Die zum Empfang erschienene Kommission zog darauf mit Musik und dem Fetzen der roten Fahne ab. Zwischen den eben- fall» zum Smpfang erschienenen Mitgliedern der Volkiwehr und den Osüzieren der zurückkehrenden Truppen entspann sich«in Worigerecht, in dessen Verlauf Major von Pohl von der Ihm nicht zustehenden siommsndogewalt Gebrauch machen wollte. Mit Hinweis auf die abziehenden Truppen der Volktwebr gab er Plötz. lich Beseht zum Abprotzen der Geschütze»nd Befehl zum Feuern. Darauf grificu die zurückgebliebenen Mannschaflen der Volk». wehr die Offiziere, die den Befehl zum Feuern wie- herholten und mit Pistolen aus die Volkswehr Jchossen, an. Die Artilleriemaiinschaften liehen di« Geschütze im Stich. Hauptmann von Platz wurde bei dem Gefecht erschossen, mehrere Offiziere verwundet. Tie lchuldigen Offtziere und Major von Pohl der erst geflüchtet war. wurden in Haft ge- Nammen. Der Allensteiner A.- und S.-Rat hat die Aufklärung über d'e Vorgänge dem Gericht der siellvertutenden 75. Jnfan- terie-Briggde übertragen. Da» Erscheinen der Allen'ieiner Zeitung und de» Allensteiner Bolt«blatle» wurde vom Bollzug»au»- schust rechtzeitig verhindert, weck diese Zeitungen einen vollständig falschen Bericht über die Vorgänge brachten unter der aufreizen- den Ueberschrist:„Heimkehrende Truppen von A.» und S.-Räten mit Maschinengewehren empsangin."— Em Bericht über die Vor» gäng« wird vom Vollzug»au»schust der Reichsregierung übermittelt werden. Die Ausschreilun�en in Posen. Verl!», gl. Tczember. Wolfs» Bureau meldet: Bei de» 11. ruhen in Posen und den dortigen Kämpfen zwischen Polen und Deutschen fanden«»»schreitungen de» polnischen Pöbel» mit Unterstütz«. ng polnischer Soldaten gegen die Juden statt. Tie jüdische Sy»agoge in der Sophienstraste wurde von de» Polen während der Gebetsiunde beschossen und viele Beter wurden durch Schüsse verletzt. Wie Hergereifte au, Posen mitteilen, soll in der hauvlsächlich»on Juden bewohulen Gegend, besonder» in der Gcrberstraste und in der Breiten Dtrast«, ein regelrechter Judenpogrom stattgefunden baden, wobei bicle jüdische Wohnungen geplündert und viele Juden getötet Durde». Wchon über Ruhtonö. Pari», 80. Dezember. Laut«Hat»#" schlost Pichon seine groß« Rebe wie folgt: Di« Gvenz-Fragen und unsere hundertjähvigen Rechte in Klein-Asien iverden dem Friedensksngrest zur Dittussion vorgelegt werden. E» ist sicher, dast England sie an- nehmen wird, wenn e» nicht wortbrüchig werben will. Di« Kon- ferentz wird un» in Bezug aus Marokko vom Bertrage von Algecira» befreien. Dies« Regierung hat all« Kontrakte und alle Ebrenderpflichtungen gegenüber den Alliierten aufgehoben. Unsere sämtlichen Interventionen in Ruh- land waren gegen Deutschland gerichtet, um leine Truppen dort zurückzuhalten und da» Eindringen der Deutschen in Ruh- land zu verhindern. Darum stnd wir nach Archangel»k. an die M-urmanküst« und nach Sibirien gegangen. Da» alle« ist ein Ein- griff in dir innere Politik Ruhla nd». Die Alliierten haben aber keinen Druck auf irgendwelche Teile der russischen Bevölkerung ausgeübt, um sie zu zwingen, vine bestimmte Regierung zu wählen. Wir sind nach Archangel»? und nach Sibirien, wo wir die ftran»- sibtri lche Bahn besetzt haben, gegangen, um un» in dem Augenblick, wo e» nötig sein würde, unsere Mitbürger zu schützen, die Mög» lichkeit zur Intervention zu wahren(Lebhafter Bei- fall, auster auf der äustersten Linken.) Wir haben Truppen in Odessa und in Batum gebandet. Die rumänischen Armeen haben sich neu»ehildet. Di« Tätigkeit der Alliierten bezweckt, di« gesunden T«tl« Rustland» vor der Solschewistischen A kti on zu bewahren. Elemen- ceau hat unseren militärischen Führern genau«, Befehl geyeben, damit dort die nötigen Schritte zur Unterdrück» na de» BolschewiSmu» durch die russischen Truppen geschehen. Unser« materielle Hilfe beabsichtigt nur, ihnen die Organisation zu ermöglichen, damit di« wirtschaftliche Einkreisung de» Botschewi»mu» verwirklicht werben kann. E» ist nicht ein einzelner Abkömmling au» Rustland, der mich vor der bolsche- wistischen Regierung warnt, sondern e» stnd Leute, di« zu d«n am meisten sozialistisch Gesinnten gehären. Alle fordern von mir, diesen Pestherd zu isolieren. Sin Fried«, der in Ruh- land diesen Zustand de» Bürgerkriege» mit dieser abschrulichen und scheustlichen Regierung bestellen lassen würde, wäre kein gerechter Friede. Wir wären beständig von neuen Kriegen bedroht. Pichon« Standpunkt ist der de« französtschen Finanz- kapital«, da« seit dem Siege sich als Herr über das französische Volk fühlt und seiner Gier nach neuen Kolonial- und Ausbeutungsgebieten die Zügel schießen läßt. Daher auch die Haltung der französischen Politik gegen den russt- schen Bolschewismus. Aber auch hier gibt e« Grenzen. Schon muhte die Regierung auf die geplante bewaffnete Jnter- vcntion verzichten. Freilich auch die wirtschaftliche Ein- kreisung ist ein furchtbare» Mittel und die Gefahr für die bolschewistische Regierung auherordentlich groh. sieichslon'erenz des Spmlelusbmdes. Nach der Mittagspause kommt et zu einem Zusammenstost mit den Internationalen Kommunisten. Becker will eine Erklärung de» aufgelösten Internationalen Kommunistenbunde» abgeben. Der Vorsitzende und Dr. Meyer von der Zentrale de» Spar« takutzbunde»� widersprechen und beantragen, die Erklärung, die für da» Zusammenarbeiten beider Gruppen bestimmte politische Richtlinien entholte, erst der Leitung de» Spartatuibunde» vor- zulegen. E» wird beschlossen, Becker da» Wort zu geben. Die längere Erklärung, die er verliest, spricht fich für«ine gemeinsame Organisation au», da e» gelte, ein gemeinsame» Ziel zu er- kämpfen. Darauf erhält Rosa Luxemburg da» Wort zu ihrem Referat über Da» politische AktlonSprogtamm. Rosa Luxxembuvg geht au» von dem komnntnisttscher, Manifest. Engel» habe bekanntlich in der späteren Autoabe seinen und Marx' Standpuntk von 1847 revidiert. Engel« schrieb im Vorwort der zweiten AiiSgab« bekanntlich, daß bei dem geoeirwärtig hoöbent- wickelten Wirtschaft». und Staatileben», sowie dem Stande deS Miii- dari»mu» e» unmöglich sei, durch Straßen kämpf« und Maschinen- gewehr«, durch Revolution, die polnisch« Macht zu erobern. Diese Ansicht habe Engel» aber nisdergeschrieben unter dem Drucke der NeichstagSfraktion unter Führung Bebel», di« vor der damal» ent- ftandeuen linkiradikalen Arbeilerbewogung Angst bekommen halten. Die Darstellungen Engelt seien aber zum leitenden Grundsatz der Taktik der alten sozialdemokratischen Partei geworden, hätten zu dem Standpunkt de» RichOI-alS-ParlamentavUmu« geführt. Engel» und Marx würden aber heut« selbstverstän-dlich dlese Politil mit un»«ruf» schärfste bekämpfen. Wo» die Ebert-Sch-eidemann al» Marii»mu» autgeben, sei ein Ersatz-Marxitmu». Ssute seien wir soweit, die Auffassung de» Marx von 1847, apitalismut sofort den Garau» zu machen, auszuführen. Ter Suzialitmu» bilde aber da» Minimum de» Aktiontpro- gramm». Die erste Phase der deutschen Revolution sei jetzt ab- leschloflen. Der 8. November war eine Revolution der Unzu- än�lichkeit und Schwäche, dank der jahrzehntelangen falsche» Erziehung der Arbeiter durch die alle Sozialdemokratie. Da» einzige revolutionäre Resultat de» 9. November» sei da» Enste m der Arbeiter- und Toldatenröte, da» entgegen der bürgerlichen Revolution zum Stichwort für di« Proletarier der ganzen Welt geworden. Charakteristisch für die innere Schwäche der Revolulio» sei da» Motto Einigkeil, da» am 9. November proklamiert wurde. E» habe Illusionen und Hoffnungen geweckt, die inzwischen de- reit» verflogen seien. Die Vereinigung der Ebert-Haase-Leule war in Wirklichkeit nur da» Feigenblatt für die Gegenrevolution. Sowohl die Hoffnung, da» revolutionäre Proletariat zurück- zuhalten, wie auch die, e» durch die Fronisoldaien niederhaiien zu können, seien bereit» verflogen. Aber auch die Ansprüche de» Bürgertums, da» die Regierung drängt, mehr al# bisher mit starker Hannd zu regieren, habe diese nicht erfüllen können. Heule, noch dem 6. und 24. Dezember, stehe die Konterrevolulioii. deren Kuppler die Haa fe und Diltmann waren, in der brutalen Bestalt Sberts für federmai n erkennbar da. Die Regiernng habe heut« feinen Rückhalt mehr, weder bei den Arbeitern, den Soldaten noch auch bei der Bourgeoisie. Wa» die Regierung bi»- her geleistet, war nur die Restauration der Zustand« vor d«m 9. November. Zur Besesliaung ihrer halllosen Stellung werde die Regierung zu immer schärseren Maßnahmen greifen, intbe- sondere dadurch, daß die Revolution jetzt, bei Beginn ihrer zweiten Epoche, ihrer Natur gemäß einen ökonomischen Ebarakter annimmt. Im-Gegensatz zu allen anderen Parteien begrüßt die kommunistisch» Partei die Streik». Tie Siceil» werden zu schweren� Kämpfen führen, denn hierin versteht die Bourgeoisie keinen Span An der Versckiäriong-der«rinp>e werte auch dir Nationalversammlung, wenn si« überhaupt zusammentrete, nicht» ändern können. Roch eine Möglichkeit besteht für di« Regierung, ihr« Pasition z» festigen: die Verbindunig mit der Entente. In Riga habe durch da» fluchwürdige Verhalten Winnig», al» Vertrete: der Regierung. bereit» ein« Vereinigung deutscher Truppen mit der Entente zur Bekämpfung der Bolsche- w i ki staltgefunden. Wuinig habe da» all einen ausdrückliche» Wunsch der deutschen Regierung bezeichnet. (Lebhaft« Pfuirufe.) Da» bedeute da» Wiederaufflammen de» Kriege» mit Rußland, der auch dem in Deutschland folgen müsse. Nicht durch den Sturz der Zentralregieruiig werde die Per- spektive der neuen Epoche eröffnet, sondern durch die systematische Unterminierung der Regierung. Der Sturz der Re- g i e r u n g müss« d«r«chtußakt f«in. Bi»»ahin gelt«#* auf- zuklären, insbesondere auf dem platten Lande. Die Arbeiterrät« müßten aukoebaut und mit Macht versehen werden Durch Rickcht werben sie lernen, Macht auszuüben. Die politische Macht könn« nicht durch den Sturz der Regierung, sondern durch den Kampf von unten herauf erobert werden. Dieser revolutionäre Prozeß sei langwierig. Da» könne un» aber nicht entmutigen.(Stür- mischer Beifall.) Luxemburg beantragt ein« Resolution, die schärfsten Protest erhöht gegen da» Vorgehen der deutschen Re- gierung im Osten. Die Resolution wird einstimmig angenommen.— In der Diskussion werden eine Reihe von Vorschlägen für da» Aktion»- Programm gemacht. Liebknecht erklärt, da» Proletariat wolle nicht den Terror. Aber— mit erhobener Sfimme— jeden» der sich der sozialen Revolution entgegen- stellt, würden wir niederschmettern. lStürm. Zu- stimmung.) An die»eutschen Proletarier im Wafsenrock im Osten richte er den Appell, sich nicht nur zu weigern, gegen die Bolschewisten zu kämpfen, sondern gemeinsam mit den Bolsche- wisten gegen die Entente vorzirgehen.(Starker Beifall.) Die »ahlreichen Anträge, die Vorschläge zum Aktionsprogramm dar- stellen, werden einer LSgliedrigen Kommission überwiesen. Si« besteht au» fünf Vertretern der Zentral«, je einem Vertreter der Jugend und de» Roten Soldatenrat», einer Frau und 18 Vev- tretern der Bezirke. E«- wurden gewählt: K r ü g e r> Verlin, S ch m i d t- Bismarckhütte, G e h r? e- Braunschweig, Becker- Dresden, F r ö l i ch- Hamburg, Rühle-Pirna, Hammer- Essen, K l e i n- Erfurt. L e w i n- München, W a Ich e r- Stut-t- gart, V t u r m- Hamburg, E r f t n g e r- Bremen, Möller- Berlin, S ch m i v t- Hannover, Hecke r t- Chemnitz, Minna N a u m a n n- Dre»den, Rofi W o l f f st e t n- Düsseldorf. Gl«» big- Berlin, Karl Scholz- Berlin. Darauf referiert E b e r l«< n über: Die Organisation. Di« Orgawtsation de« Spartak» tbunde» muffte los« sein. Bei Schaffung der neuen Organisation durften die Fehler der alten Formen nicht mit übernommen werden. Man müsse von völlig anderen Gesichtspunkten ausgehen. Vielleicht liehe sich die Organi- sation im Airschkuh an die Werkstatt-, Betrieb», und Arbeiterräte schaffen. Die örtlichen Organisation«» müßten»n Bezirken zusammengefaßt werden, di« ihre Vertreter in di« Zentral« entz- senden. Die Hauptsache unserer Partei sei aber die revolutio» nären Aktionen. Si« dürsten durch die Organisation nicht ge» lähmt werden. Nach dem Referat erklärt der Borsitzend« Pieck, daß die Vertreter der revoluvionären Obleute Berlin», die di« Absicht hätten, ein« besondere Partei zu gründen, ein« Aussprach« mit der Zentral« wünschen. Zu dem Zwecke wird die Sitzung auf ein» halbe Stunde veriagt. Nach Wiedereröffnung der Sitzin ig teilt Pieck mit, daß die Obleut« an den Ne.inen der Partei und den Beschluß zur National versamn lung Anstoß genommen hätten, d» Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. D-ie vorliegenden! Borschläge zur Organisation werden der gewählten Kommission ifeer.viesen. Die bisherige Zentrale wird mit der weiteren Ge» schäftsfiihrui� bi» zum nächsten Parteitag, der bald stattfinden soll, betraut. T» wird noch ein Vertreter der Kommission in die Zentral« delegiert.— Zum letz'en Punkt der Tagesordnung: Di» internationale Konferenz begründet Hermann Dunker durch folgende Resolution: Di« Reichtkonferenz weist e» ab, in einer internationalen Konferenz der Sozialpatrioten, wie sie jetzt von der britischen Arbeiterpartei einberufen und von den Scheidemännern mit „tiefer Genugtunng" begrüßt worden ist, eine Körperschaft de» internationalen Sozialismus zu sahen. Dies« Konferenz zum Zwecke de» gegenseitigen Verzeihen«. de» millioneniackten Brudermorde» und de» Versuch« der Ani»)', söhnung der geaenseitiaen kapitalistischen Interessen kann deu. tatsächlichen Zusammenbruch der zweiten Internationale nicht verschließen. Die Verräter vom August 1914, die in den vier Krieg». jähren al» Zuhälter de» internationalen Kapital» den Klassen- kämpf erdrosselt und die sozialistisch« Idee geschändet haben, baden da» Recht verwirkt, im Namen der Arbeiter-Jnternational« zu sprechen und zu handeln. _ Die Kommunistische Partei fordert olle revolutionären und sozialistischen Element« ans, in ihren Ländern für die rascheste Abrechnuim mit dem Jmperialitinu» und für die Bildung von A.- und S.-Räten zu wirken, damit der Weltfriede unter dem Banner de» internationalen Sozialitmu» durch di« Aktion de» Weltproletariat» herbeigeführt wird. Die Konferenz erblickt darin den einzigen wirksamen Weg zum Antban einer neuen International«, in der von innen an» der Schtverpunkt der Klassenorganisation de» Proletariat» liegen muß und die nicht eine Internationale der Konferenzen und Resolutionen, sondern der revolutionären Tat sein muß. Di« Resolution wird einstimmig angenommen.. Da di« Verhandlunszen mit den revolutionären Obleuten noch nicht zu Ende geführt werden konnten, wird aus Wunsch der Obleute die Konferenz auf den nächsten Tag vormittag» 10 Uhr verlagt. Cie« abtrennen I ß r?) o P r* Iii! Theater und Uerjniisiwen. VoiksliDtine Thealei •m B9lo»Dl»t», Direktion Prledt. Kiyfllet. »Uhr: MaD fOr Mafl. Tk Uht: Wilhelm Teil. Opernhaus Uhr; KfiniEsklnder. Schauspiele TS Uhr; Kater Lamne. Volksatflok 1,4 Akt Y.Cinll Roteeew. Direktion Max Reinhardt Deutulies Theater n Ux w/.uhr: Die spanisctis Fiiegf. ßieiropoMv.eater. 7« �r Die Fnscfiingsfce. 3 Uhr: Wiener Blut neues imsWinus. 71 Uhr; Di: kecacht Sciarae. 31 Uhr: Dar£old« irr Marie. Sonnahd, J Uhr: JagraillfeBate. Pai'St-'fneaur. % mr: Der Mikado. 3i Uhr: Der Struwelpeter. dftüief-TlIaler< inar.oi o.iimrj. S Uhr: flau ScnunäSStn IIUI.'rfilirL 7t uhr: D. Rsi.eiiBgiei.Bf. Rose- f neater. 3 Uhr Dar foiMItn m iMtmmc. Oasisp. d.Prieilr.-Wllholi»«LThe8l, 7« Uhr: Dasilrelmäderihnus vin- aCtromrai : L). Dollarprinzessin. Die lustige Witwe ■etat 4 Uhr; Iwheahrfldal Thalia-Theater. 3 Uhr; fletir kr blilmta LMi. Ts uhr. Polnische Wlrtsshait Sbd: 3t Uhr: Frau Helle. Them er am Moiieadertiiuti 7 Uhr: Eva. I'heater des Westens. 31 Uhr: D. Dollarprlnzessln. 7t Uhr Peanerctec_ WaHner- Theater 3t Uhr: Der AUrchenwald. 71 uhr: Grat Hauemctits Sbl n. Str. 3k; Oer mWeamM. Casino-Theater. Lathrlatei Str.«7. Tl*l.''.i Uhr: Der erfelerelehate Sehlacer Die goldene Brücke VolkraiOek In 3 Ak-en Vorher rraikl. SeailaliUtea. Am I nn4 5 Janaar. aachm. 31 Uhr Friede aut Erden. Walhalla- Iheater 3V Uhr: KSnlr Drosselbart. 7» Uhr: AnfMt der Starke.___ Das grosse iialieit-l Anfang 8 Uhr APOLLQ Theater Dir. JAMES KLEIN Allabendlich TS Uhr. Sonntass Z- und 7S Uhr Dil Welt pht unter! Seats SSaalaadl toele Blaltaer rnax Rtaeh trnti Bockman: Frlan Blcnka NADCHURA 8 Elefanten ROSTON S Affenmensch Traneyo Blumenkorso usw. Sennlats 3*',(cd. rrwachsene I Kind frei! ''""'Vi Direktion ALEX BRAUNE 5 Uhr Das hervorragende Kabarettprogramm Gyigyi-Konzerte. Vorzügliche Küche. Getränke— Gebäcke Sonntags Aniang 4 Uhr. �8 E'o/rltt freil : Lfeban-'iabarett= £= Künetler-Diete= 2 � Taubenstr. 34 � Ab 4 Uhr: Orchester von 6—7'$ Uhr — das Kreße Programm— Ab 7'? Uhr: Tanz. Echt russ. Tee, Kaffee. Mokka. Sobokol ade. Pein-Oeblck H. WtH— ff. ÖOch- pffli Pnii. Ü i Cabaret Tivoli frankfurter Allee 387 Inh.: Rieh. Dahinter Teclieh: Anlese 3 Uhr Spezialitäten n. Carl uanser. Sprecher d.Vulke» Frelheifllch-revolutlonlre Vorträge._ II I I VO(N B § r � Z=»i N 7%" & V 1 Ol w •o I i | v 1* Ui E S I Os- g I E E s I » o 2«-S I U« 1 1 1= - ö O% a t3 : � Z i -- P 1 1 V u � G II O £ -a tw i Z btt* I %* '£ SS L —| g £ O ch C CA E I Besuch möglichst vormittag* erbeten, da nachmittags zeitweise starker Andrang. Lange Pelzmäntel 1150. 1900. 2500 Piilsciieiäniet 248, 35S, 498 lapr SeitfenmänUl 145, 183, 216 Astrachanmänlet 153, 214, 312 Kostfime 125, 169, 278 Seidenkleider 160, 225. 276 WettermäDtel 58, 72. 85 Sportjacken 34. 39, 45 Ulster(itieai Steffi) 88, 135, 210 Pelzietüttede Ulster 255, 280, 328 Orlglaal Modelle in Pelzen, Roslämen, Hfintein zu sekr vorieilafien Preisen!! Westmann L(Heehin: Berlin W. ä JMcbSll: Merlin KO, fflolireflstraße 37a. kr. Franilnrter Straße 115. ————. Vonjabr ge«cklosa«B> Der neue Staat Demokratie oder Diktatur Eino sensationelle neue Broschüre von Karl Kautsky Für denVertrieb Strassenhändler U.Vertreter per sofort gesucht:: Hoher Verd.enst Für Auswärts vergebe Alleinvertrieb KUHN, WALTER Schöneberger Str. 10 B E R L 6 N SW 11 Schönaberger Str. 10 /" Canabo"- Bebandlnngsstelie w für Hai'iilelden. 7) Aerztlicher Leiter: Sanitätsrat Dr. Wollt Berlin, BUlowetr.>2, pari. BewKhrte Neuerfindung(D. R.PJ, Tel.: LQUow 4604. 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Die wichtige Tagesordnung erfordert das Trschewen seder einzelnen Aollsgin. Tonnabend, den 4. Zanuar 1919, abend» 7 Uhr: Branchen-Versammlung der Schmiede. Kesselschmiede und Karosseriearbeiter I» Böker» stestsälen, W-berstrabe 17. Tagesordnung: 1, Stellungnahme zu den Löhnen Im ltillektlvvertrng. ?. Branchenangelegenheilen. 9. Berfchledene». Kollegen! Unier Punkt 1 der Tagesordnung wird über die wichNgste Rrng« aller Kollegen, die Entlohnung, enl» schieden. E« ist dorum Pflicht eine» jeden, In dieser Per- sommlung zu erscheinen. Sonnabend, de» 4.?anuar 1919, nachmlilag« 8 Uhr: Branchenversammlunq aller in den Fahrstuhlbetrieben beschästiaten Anfzuasmonteure und Helfer im P-tzenhoser Dierpalast, Friedrichstroh« 134, an der Weidendammer Brücke. Tagesordnung: 1. Berich! über die Verhandlungen mil den Arbeilgebern. S. Tisbulston. 9. Bronchenongelegenheilen. Da» Er'cheinen aster Kollegen ist dringend«'forderlich. Deulscher Transporta better-Verhand ®fftion fV, Andustri n b'itrr. Allen unseren Funklionären und Mitgliedern sowie ihren Familien zum Jahreswechsel die hrrzlichsten Gratulationen mit dem alten Schlachirus: Frlich aus zu neuen Kämpfen! Ferner machen wir do-suf aufmerksam, dah Sonnlag. den 5. Januar 1919, vormittag, 9% Uhr, im Lehrervereinshaus«, Alexonderstrahe 41. ein« allgemcine Versammlung aller in den Berliner Metall- und Ztüslungsbelrieben tätigen Mitgliedern stallsindei. Tagesordnung: Berichferstaliung und Beschluhfassung über die Derein» darungen zu dem Kolleklioobkommen. Ein zahlreiche. Erscheinen oller ist dringend erforderlich. Mitiwech, den 8. Januar 1919. abend» K Uhr. finde! Im Lokal non Karrus, Boliastroh« 97.«ine Sitzunz der Settionsleitung statt. Mit kollegialem Gruk _ Die e-kli°n»l»Ilun>. Z. g.: Karl Framk». Seit»odcfltu bitrah«.iditlut. Mt in, et«uutgt Mifdotf Mi ha> ich «od, l.irjrra Btlboi hm 25. TtjrmM' m. ort*« Ig. t!» Kcrtnl-uuc flns-'t am l.?«niiar aibmlna-,» V.4 TXht In Wtorlcnborf,«idnuNSUrchdof, Jj.ortnboifft tdt,t'n»»«'gm der gl:«- Q, Boffmosm. «vre feinem Nndenfe«! Erste Leilaqe znr„Freiheit-. dem neuen Zahr! Du sinnst und wirkst und fühlst dich neu gestählt. Aufflammt der Geist, der dich zum Schwtrt erwählt, Der dir die Pflugschar in die Hand gegeben Und der Fabriken Hammerschlag und Weben... Und Bitterkeit und falsche Weggefährten, Sie müssen dir zu neuem Ansporn werden. Wir sind die Träger junger Zeit Und machen ihr die Wege weit. Wir müssen Kampf und Hassen singen, In Berggestein die dunklen Stollen zwingen. Die Jahre sind uns harte Kampfgenossen, Sie kommen— geh'n— von Zukunftsglanz umflossen. Bruno Schönlanl. Der geistige Mensch und die Parteien. Ein Appell von Kurt Hiller. Wir geben diese Ausführungen de« Herausgebers der .Ziel» Aahrbllcher" als bemerkenswertes Gefinnungs» doftumcnt gern wieder. Daß die Gesichtspunkie, unter bcnen wir die sozialen und politischen Geschehnisse de» trachten, andere sind, brauchen wir nicht erst zu sagen. Ader wir sind, darin hat der Borsasser Recht, nicht so doktrinär, wie wir verschrieen sind. . Auch wer die LuxuSauffaffung vom Geiste längst überwunden hat, wer im Geist den Inbegriff aller Bemühungen um Besse- rung de? Loses der Menschheit sieht, wer als wuhr haften Geist nur den Geist anerkennt, der, wenn auch mittelbar, in bestimmter (weltändernder) Richtung wirkt, keinen ander? gerichteten, und trugen formale Merkmale des Geistigen diesen noch so sichtlich schmücken.—: auch er wird treu zu der alten Lehre halten, daß sich der Geist nicht in. das Schema, eines Parteiprogramms sperren lasse. Weite und Enthusiasmus einer allgemeinen Richtung: ja; Enge und Disz'plin einer Partei: nein. Der Geist ist ein Adler, und die Partei ein Käfig; der Adler mutz die Schwingen spreitzen und sich in jäe Höhe und Breite, in die Liefe der Lüste werfen können; sonst ist er nicht Adler; der Geist sonst nicht Geist. Wohl habe er in der Geschichte dann und wann partci-bildnerisch gewirkt, in Gestalt eines großen Führer?» der sich seine Gefolgschaft aufzog, noch über den Tod hinauS; aber dies gerade zeige, daß der Geist zur Partei allein in der einen Be- siehung stehen könne: der schöpferischen. Genau wie er Tome dnd Dramen, Philosophien und Symphonien schaffe, so zutvcilen eine Partei. Und lediglich falls er sie schaffe, falls er sie zeuge, »riginär, aus dem Chaos durch die Gnade, sei er Geist; der Nichtschöpserische, Nichtursprüngliche, Nichizeugende sei bestenfalls Hälbgeist, der Epigone Halbgeist, der Parteigänger Halbgeist. Bkoxe Richtung bestimme niemals den Rang eines Menschen. Ich leugne dies alles nicht. Ich sage nur: Auch der geistigste Mensch ist Bürger. Auch er hat teilzunehmen am Ausbau dcS Staates und, wo es sein muh, an' seiner Zerstörung. Auch der geistigste Mensch bat an Tagen der Wahl seine Stimme ab- zugeben, und gerade er. Denn es ist vor dein Geiste seine Pflicht, die Partei zu stärkeit, die dem Geiste am nächsten handelt. Mag er doch zum Parlament(das Parlament ist ein Problem!), mag er zum Wählen sab durch Wahl jemals die Besten ans Ruber kommen, ist erst recht ein Problem!), mag er zur gesamten politi- scheu Mechanik stehen, wie er will—: er hat die Pflicht, die Part-n zu stärken, die dem Geiste am nächsten handelt. Welche Partei ist daS heute in Deutschland? Ich frage von tied des Vrolelarials. Chor der Männer: Wir Männer der Arbeii, Wir schreiten und schreiten, Zu Fernen, zu Zielen, Entzückenden Weiten!— Wir trugen die Lasten Und sind nicht erschlafft; „Nun wandern wir zur Heimat, Wir Volk sind die Kraft 1" Chor der Frauen: Wir Frauen der Arbeit, Wir mühen und mühen Um Kinder der Zukunft, Entzückendes Mühen!— Wir haben bei Tod und Bei Leben gewacht; »Run wandern wir zur Heimas, . Zur Ruhe und Pracht 1" Ganzer Chor: Wir Völker vom Hasse, Wir fanden die Liebe; Daß keiner verlassen, Vergessen noch bliebe?— Wir rufen über» Meer, Wir rufen über» Meer, llebcr Berge den Schrei: .Ihr Völker der Arbeit, Zum Leben herbei l' Lu Märten. Ueujahrshoffnmgen. Von Maxim GWrki. 3n der Reuiahr»nummer seines Blatte« osm vorigen Zahl« v«röfsentlichle Sorki folgend- Betrachtungen, dle heut» auch für uns aktuell geworden sind. Wa» wird un» das neue Jahr bringen? Alles, was wir iclb'' zu vollbringen vermögen. Aber um akiionssähig zu sein, mutz man den Glauben haben, daß diese Tage die großen Tage der Geburt deZ' neuen Rutz- lande find,,■ einem Standort, von dem aus das Ockonomische winzig erscheint und Marx als Etappe, bloße Etappe, auf dem Wege Piaton— Unendlichkeit. Welche Partei? Es kann keinen Zweifel geben. Heute nicht mehr. Keinen Zweifel mehr für den, der sich zu dem Satze bekennt, daß Leitstern aller Politik die Unantastbarseit des Lebens sein mutz. Eine Politik ohne obersies Gesetz, ohne ein- sechste Allgemeinnorm ist keine— sagt der Geist; und welche sinnvolle Politik wäre denkbar ohne dies oberste Gesetz? Bevor wir daran gehen, die Normen des Lebens zu bestimmen, müssen wir das Wunder des Lebens sichern. Welche Partei? Greifen wir nichl auf die Unterschiede der Vorrevolution zurück; lassen wir die Vergangenheit; aber rufen wir uns die letzten Tage ins Gedächtnis. Schälen wir den mo- ralischen Kern dessen heraus, was gescbah.» Besitz von lfeeres«ut ans«nlanteren�aelloii wird bestraft mit Gefängnis bis zu 5 Jahren und lOOOOO M.» Geldstrafe. Darum: Liefert abl Reichsverwertungsamt, Berlin W8, Friedrichstr. 66. TaS fürchierlichstc aller Verbrechen: daß unschuldige Men- scheu auf Menschenbefebl unschuldige Menschen umbringen, jeneS Verbreche?!, dessen wüsteste Orgie an: lt. November für eine Weile beendet schien und das für die Ewigkeit zu beenden alle Guten der Erde unter Führcrsck>aft Woodrow Wilsons sich innig bemühen — dies Verbrechen wurde durch die Häupter einer großen regic- cenden Partei von den Fronten inS Inland verpflanzt. Deutsche Volksbeauftragte gaben Deutschen den Befehl, auf Deutsche zu schießen. Auf deutsche Matrosen, die sich um den Sturz der alten Ordnung verdienter gemacht hatten als die meisten. Auf junge Menschen, die man sehr streng, wahrscheinlich zu streng beurieilt, wenn man sagt, sie haben sich durch Provokation eines ihnen Miß« günstigen, von dem sie wirtschaftlich abhängig waren, zu anfechtbaren Taktiken hinreißen lassen. Diese Taktiken klosteten immerhin keinem Geschöpf ein Tröpfchen Blut. Aber Herr Eberi, Herr Landsberg und Herr Scheidemann befleckten sich mit dem Blut deutscher Matrosen. Warum eigentlich? Um die deutsche Volks- Wirtschaft vor der Zerstörung durch den Kommunismus zu be- wahren? Ich weiß nicht, ob die VolkSniatrosendivision kommu» nistisch denkt(ich glaube es kaum); ich weiß nicht, ob die Kommu- nisten die deutsche Volkswirtschaft zerstören werden oder würden; stch weiß nicht einmal, ob ein ungerechtes System nicht zerstört werden muß, damit das gerechte«rnchibar wird: aber da» weiß ich: daß die Zerstörung sämtlicher Volkswirtschaften der Erde er- trägkicher wäre, als es die mutwillige Zerstörung eines einzigen Atenschenlebens ist. Verfluchte Mörder, ihr gabt den Befehl zum Mord, um da? Leben eures Genossen, de? Stadtkommandanten, zu retten? Es war ja aar nicht bedroht; dieselben Marin epra.lit- jungen, die ihr mit Gasgranaten traktiertet, schützten e»; sie schützten es trotzdem! Eure Behauptung, die einzige, mit der ihr eure Schandtat zu rechtfertigen unternehmt: der Führer der Ma- trosen habe euch gemeldet,.ich kann für dak Leben von Weis nicht mehr garantieren", straft eben diesen Führer Lügen.„Ich habe," erklärt er,„keine Befürchtung geäußert, daß Wels totgeschlagen werden könne." Aber die? ist garnicht das Entscheidende; denn hat er sie selbst geäußert, so standen euch wahrhaftig menschlichere Sch!»cre Geburtswehen sind eS— im Lärm der Zerstörung der alten Lebensformen, zwischen den verfaulten Trümmern der schmutzigen Kasxrne. in der das Volk dreibundert Jahre von jedem frischen Luftzug abgesperrt wurde und die ibn zu einem klein- lich-boShaften und sehr talentlosen Volke machte. In diesem Ausbruch der Gemeinheit und Niedrigkeit, die sich unter der Bleidecke der ekelhaftesten aller Monarchien ange- sammelt hatten, in diesem Ausbruch des schmutzigen Vulkans geht der alte russische Mensch, der sich selbst anhimmelnde Faul- pelz und Träumer, zugrunde und an seine Stelle muß der kühne und gesunde ArbeitSmann, der Baumeister eine» neuen LebenS treten. Jetzt ist der Russe nicht gut, weniger gut als je zuvor. Seiner Eroberungen noch nicht sicher, ohne Gefühl der Freude über die errungene Freiheit, ist er von kleinlichem Haß erfüllt und verlangt immer wieder nach Beweisen, daß er wirklich frei sei. Diese Beweise kommen ihm und ibren Objekten sehr teuer zu stehen. _ Aber da? Leben, dieser rauh: und unbarmherzige Lehr- meister, wird ihn bald mit der Kette der Notwendigkeiten um- schlingen, wird ihn zwingen zu arbeiten und in seiner Gemein- schaftSarbeit alles Kleinliche, Sklavische uird Schmäiftiche zu ver- gessen, von dem er heute beherrscht wird. Neue Menschen werden von neuen Lebensbedingungen ge- schaffen— neue Bedingungen werden von neuen Menschen ins Loben gerufen. In die Welt tritt der Mensch, der die Qualen der Sklaverei nicht verspürt hat, der durch Unterdrückung nicht verunstaltet ist, — das wird ein Mensch sein, der zur Unterdrückung anderer nicht fähig ist. Wollen wir hoffen, daß dieser Mensch die kulturelle Be- deutung der Arbeit erkennt, der die Arbeit lieb gewinnt. Arbeit, mit Liebe vollbracht, wird zum Schöpfungsakt. Möge der Mensch nur lernen seine Arbeit lieb zu gewinnen — alles übrige kommt von selbst. Der Mig spricht.... Von Karl Fischer. I. ES war einmal ein König, damals in jenen ebenso sagen- haften wie unseligen Zeiten, alS es in Deutschland noch Kaiser, Könige, Großherzöge und was weiß ich alles gab. Und dieser König, der einmal war und nie mehr zurückkommen wird, hatte gleich vielen andern seiner erlauchten Vettern, nun sagen wir— mein Gott, man soll den abziehenden Feinden goldene Brücken bauen— nicht gerade hervorragende geistige Gaben in die Wiege gelegt bekommien. DaS hinderte ihn jedoch nicht, das Licht seiner Anficht und Auffassung hell leuchten zu lassen über Gerechte und Ungerechte im Reich der Kunst. Mllwoch. 1. Zasilllr 1919J Mittel zu Gebote als das Verbrechen. Persönlich hingehen und eindringlich-gütig reden; Vatertöne. Herr Eberi; Brndertöne, ihr Sozialisten; aber nicht den Kriegsminisier beordern, nicht zum Henker schicken. Solange ihr unter den Lebendigen tieften werdet, seid ihr au- geklagt der Urbeberschast am Morde. Keine mildernden Umständet Einzig und allein verschärfende— da ihr nach grausamem Schluß eine? entsetzlichen Krieges, da ihr ohne Not, da ihr als Sozialisten so handeltet. Man ruf« dennoch nicht„aufs Schaffolt mit euch"; was läge daran? Mut tilgt nicht Mick. Erörterbar wäre höchsten? da? Zuchthaus. Aber auch darauf bestehe man nicht! Nur bliebe eine Nation verächtlich, die den unbedingten Feind dcs Morden» im Zuchthaus geduldet hat und nun Mörder dulden würde auf den Rcgicrungssesseln. Die Partei, deren Spitze die drei Mörder sind, duldet sie, beschönigt das Geschehene, beschimpft und verleumdet die, d:e sich dagegen empören, fälscht ihre Aussprüche. Tie Parteien rechts von ihr dulden, beschönigen, beschimpfen, verleumden. fälschen mit. Keine Siimime dc§ Grauens, dcZ Mitgefühls mit den Erschossenen; man fügt zum Morde da? Loblied des Morde?. Pym peitscht die Rolle der Mörder Zur„Härte", zur„Entschlossen- heit", zu noch gräßlicheren Gcwalftatcn auf. Kein Wort der Liebe; nur Lüge, Lüge. Die Augen, die über die Zeitungen gleiten, gleiten über ein Meer von Kot. Nie wurde so schmutzig, so böse, so aniiallend gelogen wie jetzt; nie gob es so viele Wider- iachcr de? Geistes; nie wagten sie sich so frech hervor. Was bleibt dem geistigen Menschen übrig? Jim Gkel zu ersticken? Nein! Solidarisch zu handeln.:. dort, wo er so!:» darisch fühlt. Programmpunkte hin, Programmpunkte her: er steht mit dem Herzen bei der einzigen Partei, welche die Schöpfung heiligt; bei der einzigen Anti-Mord-Partei; bei der einzigen Partei mit dem Willen zur Wahrheit. Ich habe mir bis vor acht Tagen den Zusammenschluß aller Sozialisten gewünscht; ich kann ihn nicht länger wollen; denn: Menschen und Menschenniörder— das geht nicht zusammen. Freunde, dies ist ein Appell. Ich spreche für mich und in nie- mandeS Namen: aber, soweit Ihr mir nicht schon vorangeeitt seid, apvelliere ich an Euch, und zwar, statt an Eure Mentalität, diesmal an das Allerschlichteste, Allerkindlichstc. Allerechtoste in Euch. Ich bitte Euch, bekennet mit mir: Jeder anständige Mensch unserer Sprache gehört heute in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschland», die einzige Partei geigen da; Menschentöten. Werbet für sie. wirkt für sie, stimmt für ihre .Liste! Werft die ganze Fracht Eures Könnens in ihre Wagschalc! Freunde ni J>cn Politischen Wien geistiger Arbeiter, lernt von dieser Parle: und gebet ihr; sie ist unabhängig und wird unab- hängige.Köpfe vertragen können. Wenn Euch wirklich Program- matischeS irritiert, z. B. die Miliz,'o vertrau! doch darauf, daß eine revolutionäre Partei nicht doktrinär, nicht männi ich- starr und vor allem nicht so konservativ sein wird, an einem 28 oder gar 71 Jahre alten Manifest zu kleben; legt's ihr lieber aß Weisheit aus, daß sie noch kein neue? schuf; laßt an dem neuen Eure Ideen, unsere Ideen mitarbeiten; helft— auch falls man Eurer unproletarischen Hilfe ansang» mißtraut. Seid bescheiden, aber seid entschlossen I Welche Partei, wenn nicht diese, könnte wohl geneigt sein, imsere große Forderung nach völliger Abschaje fung der Wehrpflicht zu ihrer eigenen zu machen? Und uns« Erziehungsprogramm! In der Partei der Mörder findet e? keine Stätte. Sie jagten Wyneken fort und beließen die all- deulschen Scholarchen in ihren Remtern. Ihr KultuSiniyister fralern inert mit Ullsteintypen, mit Sudermann. Sie sind der Hör! aller Mittelmäßigkeit, das spieß! chte Neubureaukratentum. Aber die U, S. P. D. ist die Partei Kurt EisnerZ!— Freunde. fort mit den Skrupeln; mir wollen unser Eigenstes ja nicht preisgeben, unser Heiligstes nicht verraten, keinen Teut von unserer Gesinnung und Gewillung opfern; es lebe die Kultur- Radikale! Aber beute gilt e?: sich entscheiden, sich einreihen. Einfachst«, urmenschcnhafteste, krasseste, klarste Alternaftven zwingen sich uns auf. Bist Du für Mörder? Oder für Heiliger Und es begab sich, daß er ein großes Musikfest in seinen Landen veranstaltete, bei den« die sehr berühmte Kapelle eines benachbarten Bundesstaates gastierte. Der Musikdirektor und Leiter dieser Kapelle verstand es, in seinen Antworten allerhöchsten Herrschaften gegenüber manchmal derb und deutlich zu werden, ja er wagte eS sogar, keck vor Königsthronen zu sein. Indessen, daS war so seine Art, und mit der vornehmen Ge- bärde großer Herren, alles verstehen zu können, zerbrach man nicht seine Kühnheit und warf sie ihm nicht ungnädig vor die Füße. Am ersten Abend war der Fürst im Theater. In der Pause ließ er den Musikdirektor zu sich in die Loge bitten. Er fragte nach diesem und forschte nach jenem, krittelte hier und ketzerte dort und äußerte schließlich unverhohlen seine Bewunderung für eine Fagottstelle in einem der soeben gespielten Stücke. „Das war eine ganz kolossale Leistckng von dem Mann! Sagen Sie, mein lieber MuMircktor, bringt denn daS In- strument alle diese merkwürdigen Töne hervor?" Der Musikdirektor aber, ohne auch nur den Schatten eines Schalks über sein Gesicht schweben zu lassen, replizierte: „Ich hoffe zu Gott, königliche Hoheit!" II. Am zweiten Tag stand Besichtigung der imposanten Neu» anlagen eines über Deutschland hinaus bekannten Verlagkhauses auf dem Programm Die beiden Inhaber, Geheimen Kommerzienräte, denen die Sehnsucht»ach weiteren Orden nur so aus dem Knopfloch stank. hatten sich hinter den Hofmarschall gesteckt und der hatte ihnen zum Besuch des Landesherrn vorholfen. Der kam, sah und sagte nichts. Die Geheimräte aber standen da, erwartungsvoll und bewegt. Der Generaladjutant flüsterte seinem allerhöchsten Kriegsherrn: „Königliche Hoheit werden ein paar Worte der An- erkennung sprechen müssen!" Da wandte sich der Herrscher, drohte schelmisch mit dem Finger, sagte:.Na, Ihr zwei beiden!" lächelte verbindtich uick verschwand. III Am dritten Tag war Festessen im Schloß. T-cm gegenüber sah ein Professor der Universität ans 1 zwischen beiden gab es dieses Gespräch: .Sie sind Professor?" „Jawohl, königliche Hoheit!" „An der Universität?" „Jawohl, königliche Hoheit!" „So jal Und wo?" .In Berlin. länialuft» AokUl* iiiiffcnc«, schöpferischen Lebens? Du bist für die Wrderf !U biit Du mein Freund nicht mehr. Freunde: dort Mord, Ungeist; hier Menschentum(nicht mänsellose»,«der wo »-'s das). Freund«, ich sehe kein Problem, ich sehe dai -e.'bitverständliche tagen. Unsere Brüder, die toten Matrosen. nüiilen un» zu. Ei« Gang durch das Schloß. Da» Finanzministerium hatte gestern Mittag die Preffever- treter zu einer Besichtigung der Schloßräume eingeladen. Gp wandelte denn«ine Reihe von Zeitung»leuten mit ziemlich respeltloser Miene durch die Gemächer, in denen einst Wilbelm der Letzte seine romantischen Träume ausbrütete. Die Matrosen, die seither in den Parterreräumen de» Schlosses untergebracht waren, befanden sich bereits im Umzug. Unter der Beschießung durch die Ebertgarde hat am stärksten da» tzauptportal an der Front nach dem Lustgarten zu gelitten. Der Balkon, von dem au» Wilhelm im August 1314 seine bekannte Ansvrache hielt, die in den verlogenen Worten gipfelte.Ich kenne keine Parteien mehr", ist völlig vernichtet. Im Innern de» Schlosse» hat dir Schießerei keinen nennenswerten Schaden angerichtet. Nur ein Geschoß, daß vom Lustgarten au» abgeschickt wurde und seinen Weg durch ein Fenster nahm, hat drei Zimmerwände durch» schlagen und ein Gemälde zerstört, da» allerding» ohne beson- deren Kunstwert sein soll. Außerdem sieht man noch an den Wänden de» Rittersaale» die Spuren einiger G!wehrgeschosse. Der Weiße Saal, in dem sich nach der Schilderung eine» phantastischen Kriegsberichterstatters Handgranatenkämpfe, Mann gegen Mann, abgespielt haben sollen, ist völlig unversehrt. Auch von zerschossenen oder zerschlagenen Porzellanarbeiten ist n-cht» zu sehen. Der Schaden, der also in dieser Hinsicht bei der Beschießung de» Schlosse» angerichtet worden ist, dürft« sich nicht allzu hoch belaufen. Ander» steht e» mit den Plünderungen. An dieser Beziehung ist allerding« mancherlei geschehen. In verschiedenen Räumlichkeiten sieht e» so au», wie e» 1914 auf dem Vormarsch nach dem Westen in den belgischen und französischen Schlössern auSge- sehen bat. Oder auf dem Rückmarsch im September-Oktober 1618 in den Gelvuden der von den Deutschen geräumten Ortschaften. In den Bekleidungskammern der Dienerschaft liegt alle» kunterbunt durcheinander. Die Schränke sind teilweis« erbrochen, teilweise durch Nachschlüssel geöffnet. Der Inhalt ist durcheinander geworfen, und sicher ist manche» wertvoll« Be- klcidungsstück dabei verschwunden. Auch in den Räumen der Kaiserin haben Plünderer ihr Unwesen getrieben. Der Schreibtisch ist erbrochen, die AlaSdeckel einiger Vitrinen eingeschlagen, der Anhalt— Schmuck und Orden— verschwunden. An dem Ankleide» gemach de» Kaiser» sieht e» au», wie auf einer Bataillonskammer bei der Neueinkleidung von Rekruten. Irgendein Soldat hat sich «inen schönen passenden Rock ausgesucht, hat sich gleich umgezogen und sein« zerschlissen« Feldblus« zurückgelassen. Einige abge- rissen« Generalepauletten treiben sich auf dem Fußboden neben zerknitterten.Karton« herum. In irgendeinem Saal fehlt irgend- ein bedeutungsloses Bild ivgendome» b�eutimgSloferen Kurprinzen. Die Plünderungen sind in der Hauptsache tn der Zeit verübt worden, als da» Schloß noch unter der Aufsicht de» Konnnandan- ten Penkow stand— angeblich ein ehemaliger Z u ch t h ä u». ler— der sich auf eigene Faust zum Herren de» Schlosse» ge- j: hiebt hatte. Auch zu Metternich» Zeiten, der seinen .fifrafentitel abgelegt hatte und mit Geld die Matrosen beein» "Wußte, um sie letzten Ende» zu mißbrauchen, haben die Plünde- rungen nicht aufgehört. Die Absetznng Metternich» ist wieder- bolt gefordert worden, aber er war der Freund de» Well und seiner Hintermänner, und diese ließen ihn nicht gehen. Erst al» er sich an dem nnßgliickten Putsch«mf den Vollzug» rat be- tekligt und dabei Schisfbruch erlitten hatte, zog er e» vor, aus Verlangen der Matrosen da« Feld zu räumen. Nun erst trat einigermaßen Ordnung ein. Die von den Matrosen gewählten „I«, hm, und w«? ist denn Ihr Fach?" „Ich lese Musik, königliche Hoheitl" „Lesen Musiki Höchst sonderbar! Hm, hm. ich habe bisher eigentlich nur immer gehört, daß man Musik spielt, sal" .Ich lese über Musikgeschichte, königliche Hoheit?" .»ch, Musikgeschichte! Na wissen Sie, mein lieber Professor. ich denke mir, da» muß verdammt langweilig sein!" Earl stößler:„Eselei". Zum ersten Meie im Theater tn der König- gratzer Straße. ..Gin nicht ganz zeitgemäße» Lustspiel" nennt sich da» Ding. Nicht ganz zeitgemäße Dinge können s«yen»voll zu einer Zeit- Notwendigkeit, zu einem dichtertsch-herzlichen Geschenke gerade dadurch werden, daß sie im Wirbel der Z«it al»' Ruhekissen für den heißen Kopf gereicht, all kühlende Hand auf da» stürmische Herz gelegt werden. Wenn sie«l» etwa» Unbeschwert«», Be» schwingte» kommen, al» holde Geister, al» süße Torheiten— al» Eseleien meinetwegen I Wenn sie schon nicht al» Lustbilder tn der Zeitlofigkeit erscheinen, so etwa al» Prospekt« auf die Zeit. da der Urgroßvater die Urgroßmutter nahm, wie da» zum Beispiel Georg Hermann sa hübsch zu machen weiß; denn im der» bargensten Herzenswinkel haben wir all« noch«in wenig Lavendel- duft und brauchen un» dieser Heimlichkeit nicht zu schämen! Etwa» von der wohligen Erwartung auf Erfüllung eine» verspäteten WeihnachtSwunsche» überkam mich, und in dieser kindlich-törichteo Stimmung, einer echten/ menschlichen Eselei, hatte ich dielleicht auf Tarl Rötzler gerechnet, der mit dem bibli» schen„Reichen Jüngling" nicht übel angefangen hatte, dann mit den„Fünf Frankfurtern" hinab in eine bedenk! unbehagliche. wenn auch immerhin noch etwa» kultivierte Breite geraten und damit zum reichen Manne geworden war. Und jetzt begegne ich einem restlosen, zu jeder herzhaften Eselei unbrauchbaren Spieß» bürget, der da» Publikum just de» Strindbergkheater» Reinhardt» und Bernauer«„unzeitgemäß", wie er da« nennt, zu unter» halten sich vorgenommen hat. Dem da» auch geglückt ist— vorüber ich mich übrigen» durchaus nicht wunde«: denn diese» Publikum, tat sich mitten tn Sirindberg Sudermann».Katzen» teg" hatte gefallen lassen. Wird Strindberg für ewig unzeit» zemSß halten, wie e» sich auch geberden mochte; wird Carl Köhler ewig unzeitgemäß finden, wie e< da» einbekannt hat. Der vocwurf de» Stücke»: ein reicher alternder Jung» geselle sucht einen Universalerben und will denjenigen seiner Verwandten dazu machen, der die größte Eselei begeht, wäre unter gewissen Voraussetzungen nicht so übel. Ist jedenfalls besser als manche poetische Schuhsohle, die ein guter Dichter selbst noch genießbar zu machen verstehen soll. Wenn aber eine Speisenfolge aufgetragen wird: von schnoddrigen Berlinern, Vertrauensmänner versuchten, soweit e» in ihren Kräften stand, das Verschleppen von Gegenständen zu verhindern. Sie setzten ein« Kriminalabteilung ein, und dieser ist es gelungen, ein« Meng« wertvoller Gegenstände zu retten. Diese find in eine« besonderen Raum ausgestellt. Die Führer der Matrosen-Division streiten nicht ab, daß fich unter den Matrosen faule Elemente befanden, die Sachen au» dem Schloff« verschleppt haben. Aber e» muß festgestellt werden, daß dies« Elemente rücksichtslos ausgemerzt wurden, sobald sie sich irgendwie verdächtig gemacht hatten. Der Hang zum Stehlen ist durchp den vierjährigen Krieg bei einem gewisse« Teil de» Soldaten leiden chronisch geworden, wie denn der Krieg über- Haupt ein« Menge verbrecherischer Neigungen in die Seelen einst guter Menschen gepstcmzt hat. Die Soldaten haben im Kriege da» straflos« Morden gelernt, die Achtung vor dem Eigentum haben sie verloren, und die Offiziere selbst zeigten in dielen Fällen, da» man da» Eigentum anderer nicht zu achten brauch«. Wenn also Schaden im Schlosse von Soldaten der- ursacht worden ist, so fällt dieser in erster Linie auf die Krieg»- mache; zurück, die die Verwilderung in weite BolkSkreise ge- tragen haben. Mancherlei erscheint einem bei einem Gange durch da» Schloß allerdings rätselhaft Da» Schloß soll im ganzen 1200 Zimmer enthalten. Durch ein ungeheures Labyrinth von Gängen gelangt man in die verschiedensten Räume. Nur ein durchaus Eingeweihter kann den Weg zurück in» Freie finden. Die Dienerkammern vor allem sind am schwersten zu finden, und in ihnen sieht es am tollsten aus. Wer hat den Plünderern den Weg gezeigt? Auf welche Weise vermochten sie gerade diejenigen Zimmer zu finden, in denen sich das befand, wa» ihr Herz begehrte?* Es ist interessant, daß man e« keineswegs mit Plünderern zu tun hat, von denen man sagen könnte, daß sie ihr Handwerk gründlich verbanden hätten. Sonst hätten sie in der Haupt- fache Gegenstände entwendet, die von besonderem Werte sind. Das ist nicht geschehen. Meisten« hatte man e« auf Kleidung, Stoffe und Wäsche abgesehen, also auf Gegenstände, die der Be- friedigung des persönlichen Bedarfs dienten. Der Diebstahl hat also zweifellos eine starke soziale Unterlage gehabt. Im Schlaf- gemach der Kaiserin sind sämtliche Bettlaken und Ueberzüge ent- wendet. Lemensachen und Wolldecken find überhaupt ein begehr- ter Gegenstand der Spitzbuben gewesen. Die Matrosen sind heilfroh, daß sie diese Stätte endlich ver- lassen können. Was ihre Vorgänger und ein gewisser Teil ihrer Kameraden gesündigt hat, wird ihnen als Gesamtheft in die Schuhe geschoben. Aber ebensowenig, wie man wegen der Plün- derungen, die fich in Belgien, in Nordfrankreich, in Polen wäh- rend der deutschen Besatzung zugetragen beben, da? gesamte deutsche Heer al» ein Heer von Plünderern hinstellen darf, eben- sowenig kann für die Sünden einiger Matrosen die ganze Volke- marine-Division verantwortlich gemacht werden. Wer da» tut. verdächtigt mit Absicht. Gewerkschaftliches- #*#### v MUS ,»>»» l».»r«-:�i»äci»'l UMfMM#####«############« Streik im Gastwirtsqewerbe. Ter Verband der GastwirtSgchilfen gibt bekannt: In einer Anzahl von KaficehcniSbetrieben und Wemrestau» rant» konnten die bestehenden Differenzen nicht beigelegt«erden. Sämtliche Angestellte find deshalb in oen Streik getreten, Der Anlaß dazu war. daß mehrmalig« Verhandlungen wegen Zahlung sesrer Löhne durch da« geringe Entgegenkommen der Unter- nehmet scheiterten. Di« Unternehmer lehnten«» strikte ab, feste Löhne«inzuführen. Die im Gastwirt»gewerb« Beschäftigten, da» tst allgemein be- könnt, haben tn bezug auf feiste Löhne schon immer hinter allen Berufen zurückgestanden. Auch die jejjt gestellten Forderungen sind den Zeiwerhältnissen entsprechend minimal. Wir bedauern daher. daß die BetriebSinhaber nicht mehr Entgegenkommen gezeigt haben. an betli im fierten Rostockern, ameritanisierten Berlinern, bei denen „da» bürgerlich« Gefühl durchfettet" ldemokratifche» Augen- zwinkern) sobald sie wieber„die Glocken von Cuxhaven läuten hören", von vertrottelten österreichischen Baronen,— �nt da» Ganze garniert mit allerlei von und seit l'Arronge abgegriffenen Lustspielchargen; wenn fich endlich der Boldonkel zum eigenen Universalerben damit macht, daß er die Mutter seine» äußerehe- lichen einundzwandzigjahrigen Kinde» endlich al» amtlich be- glaubigte Shewirtin annimmt; wenn er au» einem wohlsiiuierten Pseudo-Bohennen zu einem fetten Bürger wird; wenn diese Ver- fettung mit irontsch winkendem Finger al» grüßte Efelet be» schrieben wird: so fühle ich mich in meiner Erwartung geprellt und gebe nicht einmal den wenigen Zischrrn unter dem wohl- amüsierten Publikum recht. Denn selbst diese schlechteste Münze deS WedekindpublikumS ist mir für Earl Röhler zu wertvoll. Trotzdem und darum konnte er so und soviel« Male mit den Darstellern Alexander Eckert, Ernst P r ö ck e l, Julius Brandt, Gustav B otz, Alice Torning ufw. danken für da« Elich«, das nun in der Königgrätzer Straße mindesten», ein Piertelbnndertmal abgedruckt werden wird. Karl Felner. Aus dem„trolkenueleolen" Norwegen. Fiasko des Alkoholverbvts. Wie man weiß, ist Norwegen da» einzige Land tn Europa, da» nach dem Vorbild verschiedener Staaten der amerikanlschen Union die Erzeugung und den verkauf von Trinkbanntwein voll- kommen verboten hat. Hebet den Erfolg dieser einschneidenden Maßregel, die bet den nationalen Eigenschaften der Norweger allerdings durchau» begreiflich ist, sind die Meinungen im Land« selbst jedoch sehr geteilt. So hat sich unlängst auch der Ehef der Krimi nalpoNzei von Thristiania in einem in„Aftenposten" ver- öftentlichten Aufsatz über Alkohoiv erbot und Trunksucht verbreitet, und er kommt darin zu dem Schlüsse, daß da» Verbot seinen Zweck nicht erfülle.„Da» Verbot batte", so führt er aus,„große Wirkung, al» e» in Kraft trat. Auf die Dauer erweckte e» je- doch Verärgerung und Widerspruch, und man fand bald Mittel, um e» zu umgehen. Dadurch ist e» schließlich so wett gekommen, daß da» ganz« Verbot heute nur noch wie ein Humbug wirkt, «in Humbug, auf den nur noch die treuen Beobachter der Gefetze und diejenigen Leute hereinfallen, die entweder kein Geld oder nicht dt« richtigen Verbindungen haben. Während der sech» Jahre, in denen ich als Polizeiinspeftor gegen den Llkoholnnß- brauch, gagen schlechte Restaurant» und gehe« den ungesetzlichen Schnapshandel gewirkt habe, glaubte ich, ein völlige» Alkohol- verbot bilde da» beste und sicherst« Mittel gegen alle diese Miß- stände. Aber wie viele ander«, so bin auch ich jetzt völlig von dieser Meinung abgekommen." Die Unternehmer find durch die guten Verdienste während de» Kriege» wohl in der Lage, die Forderung— Einführung fester Löhne— zu bewilligen. E» ist deshalb euch schwer verständlich, daß«» die Unternehmer zu Störungen der Betriebe kommen ließen. All« gegenseittgen Mitteilungen tn der Presse, welch« dieser Tage erschienen, sind unrichtig und entsprechen nicht den tatsäch- lichen Verhältnissen und Vorgängen. Wir zweifeln nicht daran, daß die Sympathie« der Be- vöUerung auf feiten der Gastwirttgehilfen stehe» werde«. Etretk der Scherlschen An»estellte«. Da dt« Firma August Scherl, Abteilung Berliner Adreßbuch, e» nicht für nötta gefunden hat, auf die bescheidenen Wünsch« der Angestellten überhaupt eine Antwort zu erteilen oder in Verhandlungen mit der Organisation zu treten, sahen sich die Angestellten gezwungen, geschlossen die An. best niederzulegen. Die Hilfsarbeiter haben sich der Ausstand»- bewegung einmütig angeschlossen. Allgemeine Vereinigung Deutscher BuchhandlungS-Gehilfe«. roft�Serlin. Ehrlos? „Wehrlos— ehrlos." Das ist das Schlagwort, mit dem die ehemals ehrlich, jetzt maskiert konservative Presse da» deutsche Volk beschinwft. Der ganze hohle und lügenhafte Ehrbegriff dieser Junkergesellschaft wird-in diesem Worte offenbar. Die Herren wissen wirklich nicht, was„Ehre" ist, sie haben e» nie gewußt. Die Ehre eines Volkes, wi« eines Menschen kann nie und nimmer von außen und von anderen geschädigt und geschändet werden. Soust wäre etwa Christus der ehrloseste aller Menschen gewesen, und alle Verfolgten und Märtyrer mit ihm. Nein, nur der Mensch selbst, nur ein Volk selbst kann seine Ehre schädigen und schänden, durch ehrlose Handlungen — durch nichts anderes. Besiegt zu sein, das ist keine Schande: machtlos zu sein, das ist keine Schande. Aber schlecht und verräterisch und unmenschlich sein und handeln — das, und nur das ist schändlich und ehrlos. Gerade sie, die alten Herren, die ihre Macht mißbrauchten zu Gewalt und Unterdrückung, s i e waren„ehrloS" ihr Lebe« lang— obwohl sie durchaus nicht„wehrlos" waren. Sie sind eS, die durch ihre wahnwitzige Gewaltpolitik das deutsche Volk„wehrlos" gemacht'haben. Jetzt möchten sie es auch ..ehrlos" machen. Das freilich kann ihnen nicht gelingen. Ihr Schmutz fällt auf sie selbst zurück und mischt sich mit dem Blut, das ihre Hände befleckt. Das arbeitende Volk Deutschlands aber, das sich endlich freigemacht hat vom Joch dieser besudelten..Ehrenmänner", es steht heute so rein und schuldlos und ehrenhaft da. wi« nie zuvor. Kein Junker, kein Landrat, kein Bürger und nicht di» Entente wird ihm seine Eh.e nehnen, keine Beschimpfung, keine Verleumdung, keine Gewalttat und kein Gewaltfriede wird seine Ehre verletzen. Einzig und allein da» deutsch« Volk selbst ist Herr seiner Ehre. Und eS wacht über sie. An die Fraktion der Soldatenräte der U. G. P Dtr letzten Ereignisse und Verhandlungen der Boll- Versammlung der Soldatenräte zeigten mehr denn je, daft ein planmäßiges, gemeinsames?lrbeiten nur erfolgreich sein kann, wenn wir unsere Vorbesprechungen des öfteren wiederholen. ES muß uns ebenfalls angelegen sein, diese Zusammenkünfte so auszubauen, daß wir diese Abende be- nutzen, um uns wissenschaftlich weiterzubilden. Die nächste Zusammenkunft findet statt am Donners- tag abend 7 Uhr im Reichstagsgebäude, Saal I, Obev- geschoß, Eingang Portal V, mit folgender Tagesordnung: 1. Die Aufgaben der Partei. 2. Bericht aus dem Rätekongreß, 3. Verschiedenes. Bekanntmachuna. Der Vollzug» rat wird einer der nächsten vollderscumnluugen de» Groß-Berliner Arbeiter- und Soldaten rate» Richtlinien für die Aufgabe und da» Tätigkeitsgebiet de? Arbeiter- und Saldatenrate» zur Beschlußfassung vorlegen. Damit erfüllen wir«inen vriebew holt geäußerten Wunsch, dessen Berechtigung und Erledigung mit jedem Tage dringender wlrd. Um einerseits die nötigen Untertagen für dtefe Richtltnien z» schaffen, andererseits auch den Wünschen aller Berufsgruppen Rech- nung zu tragen und uferlosen Debatten in der Vollversammlung vorzubeugen, halten«vir Borbesprechungen mit den t« Frage kommenden Berufsgruppen für erforderlich Dies« Votbespiechuugen finden statt im: Abgeordnetenhaus, Prinz-AIbrechtstraß«. 1. Für die Arbeiterräte der freien Berufe am Sonnabend, den 4. Januar, vormittag« 10 Uhr. 2. Für die Arbeiterräte der Groß-Betriebe am Sonnabend, den 4. Januar, nachmittag» 4 Uhr. 6. Für die«rbeiterräte der Kleinbetrieb« bzw. der Betriebe, die keinen selbständigen Wahlkörper bilden, am Sonntag, den 6. Januar, vormittag» 10 Uhr. 4. Für die«rbeiterräte der selbständigen Ge» werbetreibenden am' Montag, den 6. Januar, vormittag» 10 Uhr. 6. Für die Arbeiterräte der Kaufmännischen Be- trieb« am Dien»tag, den 7. Januar, nachmittag» 4 Uhr. 6. Für die Arbeiterrät« der Reichs», Staat»- und Kommunalbetriebe am Mittwoch, den 8. Jammr, imchmittag» 4 Uhr. Bollzuasrat de» A.» und S.-Rate» Groß-Berlin». Ruh. Müller. Relfenbuhr. Em Protest. Ter Soldatenrat de» 8. Garde-Regiment» zu Fuß protestiert gegen die am 80. d. Mt». in der Vollversammlung der Sol» darenräte im Reichstag vorgenommenen Wahl der soldatischeu Mitglieder zum Groß-Berliner VollzugSrat auf Grund der Ver- hattniswahi. Die Voraussetzungen hierzu waren auch bei der Zu. sammensetzung der Soldatenräte nicht gegeben. Vom ersten Tage der Revolution an war eS da» vornehmste Bestreben der Soldaten, fich dem parteipolitischen Kampf innerhalb der Sozia ldeenotratie fernzuhalten und immer wieder für die Einigkeit innerhalb derselben und, da nun einmal Parteien vorhanden sind, bei der Besetzung von Aemtern immer wieder für Parität einzutreten. Am 10. November wa» e« da» Verdienst der Soldaten ge» wesen, der Republik«in« paritätisch zusammengesetzte soziaflstilch» Regierung gegeben zu haben. Wir«ollen den Bruderkampf. der zu unserem größten Bedauern innerhalb der Arbeiterschaft. von der un» allein nur der feldgraue Rock unterscheidet, tn unser« Reihen nicht übergreifen lassen. Wir achten die persönliche Met- mm* eine» jeden und fühten un» solidarisch mit«de» Aebeiter Und Toldaten, der bereit ist, die Srrrnrgenschafien de« 8.?ro- »eml r sibühen, befestigen und weiter ausbauen zu wollen. Air stehen hinter jeder Regierung, unab- bangig»an hxtt B e r so n e n. solange u n» die Ge» vitzheit gegeben ist, doh ite für die vorher- genannten Ziele kraftvoll eintritt und den festen willen zeigt, ihren sozialistischen Auf- gaben im Interesse der gesamten Republik ge- recht zu werden. Das bedauerliche parteipolitische Verhalten der Delegierten der Vollveriammlung der Goldatenrrtic Wro�-Bcrlins st, e» Jitzuug am?g. d. V!. must unbediiigt dazu führen, das; die Einigkeit, die wir»ach aufopfernder Tätigkeit in den Reihen unserer Kameraden «recht basten, gestört wird, und der Parteikompf auch in die Kasernen übergreifen wird Schon setzt wird infolge dieser bedauerlichen Vorgänge die Fo ermig laut, Neuwahlen zum Soldaienrat innerhalb der Regi- meutcr vom parteipolitischen Standpunkt aus vorzunehmen. Da« Abweichen vom ParitätSverbältiri« bei den Soldaten stsdrobt die miihiam errungene Ordnung und da« kameradschaftliche Verhält- uib in den Kasernen aufs höchste und ist nur zu sehr geeignet, uns. die wir� viereinhalb Jahre unter den.'ckwierigsten Verhältnissen Seile an Seite gekämpft haben, in einen Bruderkrieg, Kamerad gegen Kamerad, hineinzutreiben, und un» auch noch um die Arichic der Revolution zu bringen. Wir protestieren daber gegen die am 3 0. 12. 1318 vorgenommene Wahl im Reichstag und fordern Neuwahl unserer soldatischen M it- gl�-'dcr im Groh-Aerliner Vollzugsrat auf Grund der B a r i t a t. Der Soldatenrat de« 3. Garde-Regiments zu Fust. I. A.: gez. Ordo, Schreiner, Warnke. Fürstliche Löhne. Vor dem Städtischen Arbeitsnachweis in der Gscmaktilüraßt sammeln sich jeden Tag Taufende Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen. Sie find arbeitslos und lassen fich hier ihre Karte«, abstempeln, um in den Besitz der Unterstützung zu kommen. Hin und wieder werden freie Stellen angeboten, aber diese Angebote find mitunter derart schlecht, daß es trotz der großen Not, in der die Arbeitslosen sich befinden, den einzelnen schwer fällt, die Stelle auzunehmn. So suchte am gestrigen Tage ein Vermittler sür ein gräfliche? Gut eine größere Anzahl weiblicher ArbeiiSkräste. AlS Bezahlung bot er ihnen pro Tag den fürstlichen Lohn von 2.50 M., aber nicht etwa bei freier Verpflegung, sondern von den lumpigen paar Groschen sollten die Arbeiterinnen auch noch ihre Beköstigung bestreiten. Höchstens Kartoffeln könnten geliefert werden, sagte der Vermittler. Es ist selbstverständlich, daß ein derartige» Angebot in den heutigen Zeiten bei den versammelten Arbeitslosen helle Nm- Pörung auslöste. Keine Arbeiterin war bereit, von diesem An» gebot Gebrauch zu machen.. Denn es ist zu bedenken, daß sie alle in Berlin ansässig find, also bei einer Uebcrsiedelung auf das Land eine Menge UmzvgSkosten zv tragen hätten, so daß sie allein einen Monat arbeiten müßten, um diese Unkosten zu decken. Außerdem steht fest, daß bei Landarbeitern Kleidung und Göbuhwerk stark mitgenommen werden. Reubeschaffungen find äußerst kostspielig. Di« Arbeitcrinnen müßten also bei dem ihnen gebotenen Lohn«in wahres Hungerdasein führen, ste würden ihre Lage nicht verbessern, sondern verschlechtern, und am Ende gar noch Schulden machen. Die Aufsichtödame de» Arbeitsnachweises nahm leider die Porte? des Vermittlers. Sie hatte für die Gründe de? ttellungt» k losen Arbeiterinnen, die jeder sozial denkende Mensch anerkennen muß, kein Verständnis. Ten Arbeiterinnen wurde sogar ge- droht, die ErwerüSlosenkarten nicht mehr abzustempeln, wenn sie nicht bereit seien» die ihnen gebotene Arbeitsmöglichkeit zu ergreifen. Tatsächlich soll«inigen Arbeiterinnen auch die Er« werbslosenkarte entzogen worden sein, andere find nicht abge- stempelt worden. Die Erbitterung unter den Arbeitslosen stieg dadurch Natürlich nock mehr. Wir find der Anficht, daß auf einem Arbeitsnachweis mehr sozialer Geist walten müsse, als es in obigem Fall geschehen ist. Die Arbeitslosen sind ohne eigenes Verichvlden in ihre traurig« Lage versetzt worden. Sie sind nicht verpflichtet, Arbeit um jeden Preis anzunehmen, denn nie darf die Arbeitslosigkeit ein Mittel zur Lohndrückerci werden. Da» AnffichtSpersonal aber, das dem Arbeitsnachweis vorsteht, hat die Pflicht, den Arbeits- losen gerecht und unvoreingenommen entgegenzutreten. geht nicht an. daß man sie in einer Weise anfährt, al» habe man e» mit Faulenzern zu tun. DaS Kuratorium sollte hier noch dem Rechten sehen. R Waftenlager km TcfS TZ ettert ernst. Der Vorwärts' behauptet wiederholt, daß das wow iarrw Lagern größerer Wasfenmengen Im Cafb Vaterland dem Polizei- Präsidenten zur Last falle. In Wirklichkeit bat am 3. November die provisorische Kommandantur deS PolSdamer Bahnhofs das fragliche Waffendipot«ingerichtet. Ihre Aufgabe als» wäre e» auck gewesen, sich weiterhin um den Verbleib der Waffen zu kümmern Das Hai sie, obwohl unser Gewährsmann, der am 9, November persönlich an der Einrichtung deS Depots beteiligt war, mündlich und schriftlich bereits am 10. November darauf aufmerksam machte. nickt getan. Fhr also fällt zur Last, traS der„Vorwärts" dem Polizei- Präsidenten in die Schuhe zu schieben sucht. Achtung Arbeitslose! Frauen und Männer. Donnerstag, den 2. Januar, findet im Zirkus Busch eine Versa in mlung aller Arbeitslosen statt. Einlaß IX Uhr. Anfang 2 Uhr nachm. Arbeiterrat der Arbeitslosen Aroh�BerlinS. Volksvvrslellungen zu billigen Preisen. Der Minister sür Wissenschaft. Kunst und Volksbildung, Adolf Ho f f m a n n, hat mit den Direktoren der O p e r und des S ch a u s p i e l S die Vereinbarung getroffen, dafj, bereits vom Januar ab beginnend, allmonatlich eine Reihe von volkstümlichen Vorstellungen in beiden Haufern vewn- staltet wird, denen sich dann später Aufführungen� für «Zchlller zu noch bedeutend ermäßigten Preisen emschließen sollen. Für diese Veranstaltungen ist eine Auswahl unter den wertvollsten Werken der einschlägigen Literatur getrof- fen worden, die demnächst durch besondere Anzeigen bekannt- gegeben wird. Ts ist Fürsorge getroffen, daß der Zwischew- Handel ausgeschaltet werde. Bestimmungen hierüber, sowie über Festlegung der Preise. Ort des Vorverkaufs und die ein- zelnen Spieltage werden demnächst veröffentlicht werden. Der staatliche Apparat gegen die Unabhängigen. Wenn früher unter dem alten Regime die Regierung den staatlichen VerwalinngScivparat in den Dienst der konservativen Sache stellte, wurde in sozialdemokratischen Kreisen dagegen lebhaft Stnrm gelaufen. Heute gehen die MehrheitZsozialisten auf diesem Gebiete weiter. Sie benutzen ihre Machrfülle, um ihre Parteipolitik insbesondere gegen die Unabhängigen auf allgemein« Kosten und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Machtmitteln zu propagieren. Zum Bewei» für diese Behauptung braucht man fich nur da« Flugblatt:»An da« deutsche Volk" betitelt, unterzeichnet: „Dt« Reichsregierung" näher anzusehen: Und wie e» mit der Berbmwng sieht, beweist die Tatsache, daß einfach Soldaten zur Verbreitung dienstlich kommandiert worden sind. Ein Freund unsere» Blatte« schreibt un» hierzu: .An, 28. Dezember, abend» 11 Uhr, wurden am Kurfürsten- dämm von Saldaien der Charlottenburger SicherbeitSwehr ff lug- blätter der Mehrheitspartei verteilt. Auf mein« Frage erklärten mir die betreffenden noch sehr jungen Soldaten, daß sie zu der Verteilung dienstlich kommandiert seien. Ich frage, ist da» die neue beglückende Demokratie, daß man eine augenblickliche Macht- stell ung dazu mißbraucht, Leute, die im Solde ver revolutionären Gemeinschaft stehen, in den Dienst einer Partei gegen eine andere zu verwenden?" Da können wir Unabhängigen nicht mit. Wav wir heran»- geben, müssen wir hübsch selber bezahlen und durch unsere Freund« verbreiten lassen. Allerding» wenden wir uu» nicht wie die Mehr- beitSsvzialisten an das deutsche Volk. Unser..Volk" ist die arbeitend« Klasse, deren Interessen im Gegensatz stehen zu denen der miS» beutenden Klasse. Zwischen diesen Klassen gibt«S keine Brücke, nur Kamps, unversöhnlicher Kampf. Uno unsere Arbeit. Kandibatenliste der Mehrheitssozialisten. Die Generalversammlung der Abhängigen in Berlin hat für die deutsch« Nationatveriammlung nachsteheiide Kandidaten- liste aufgestellt: Philipp Scheideman«, Richard Fischer, Wilhelm Pfannkuch, Robert Schmidt, Hugo Heimann, Eugen Ernst, Walli Zepter, Adolf Wuschick(Metallarbeiter), Adolf Ritter, Martha Hoppe, Trust Heilniann, Hugo Kamossa(Beamter), Andrea? Miru»(Konzumgeuossenschaft). Gustav Macholz(Soldat). Die Vorschlagsliste zur Nationalversammlung für Preußen entdält folgende Namen: Paul Hirsch, Gertrud Hanna, Hermann Lüdemann(Ingenieur), Louis Brunner(Eisenbahner), Theodor Frsch«. Gustav Heller(Metallarbeiter), Dr. Hugo Heinemann �Rechtsanwalt), Heinrich ffunoin Otto Frank(Metallarbeiter), Hugo.Pvetzsch, Alerander Fröhlich, Albert Kohn(Direktor der Ortskrankenkasse), Lehrer Menzel. Emil Dittmer(Gemeinde- arbeiter), Fritz Mattern(Beamter), Gustav Rickelt, Wilhelm Thurau(Eisenbahn-Unterassistent), Fritz Brolat(Metallarbeiter), Wilhelmine Kahler, Karl Klingler. Leonhard Zucht. 1% <*fll% e 1 TV»• r CVT W wm Liste für die deutsche Nationalversammlung in Vorschlag: Edert. I Franz Krüger, Frau Rqneck, Heinrich Schulz. Thurow. Pagol?, tag. Heitmann und Küter. Als Kandidaten für die preußische ationalversammlimg wnrden aufgestellt: Huc, Bartels(P. B.. Wutzkg, Frl. Gerisch, Schmidt(Landarbeiter), JSkkel-Ca'stow,- A fved Scholz, Gutschmidt, Wenzel, Evhen-Reuß, Gebert, Gertrud Lodahl und Dr. Bruno Aorchnrdt. Sumpf. Uno nur diesem.Volk" gilt Der Arbeiter- und Ssldatenrat Verlin-WilmerSdork wich, nachdem er sich nunmehr in die ihm übertragenen Geschäfte ein- i gearbeitet und sich fest konstituiert hat."seine Sitzungen ! o f f e n t l i ch abhalten. Die erst« öffentliche Sitzung findet am : 3. Januar 1919, abend? 7 Uhr, in der Aula der Viktvria>Luise- i Schule, Gasteiner Straße, statt.— Aus der Stellung de?%.-■ und S.-Rate» ergibt sich selbstverständlich, daß er sein Augenmerk in?- besondere darauf richtet, Mißstände, die sich bisher in der städti- schen Verwaltung gezeigt haben, aufzudecken und im Ein- vernehmen mit dem Magistrat zu beseitigen.' Der A- und G.» Rat ist dankbar für jede Anregung, die in dieser Richtung ihm zuteil wird und bittet nur, ihm diese Anregung möglichst schrift- lich unter Angabe von Einzelheiten und Beweismitteln ein- zureichen..Diese schriftlichen Anzeigen müssen aber unter allen Umständen mit genauem Namen und Adresse de» Einsendenden versehen sein, da namenlose Anzeigen keinesfalls berücksichtigr werden. G» ist selbstverständlich daß jeder, der irgend etwas dem A� und S.-Rat mitteilt, sicher sein kann, daß sein Name, wenn er es nicht wünscht, auf keinen Fall genannt wird. Aber der A.- und S-Rat muß sich selbst die Gewißheit verschaffen können, daß jeder auch mit seiner Persönlichkeit für die Richtig- keit seiner Angaben einsteht.— Zur Beratung der Be- völkerung in allen sie interessierenden Angelegenheiten hat der A.» und S.-Rat ein Militärbureau und ein Zivilbureau ein- gerichtet, da» während der Dienststunden von 9—1 und von 4— 0% Uhr der Bevölkerung zur Verfügung steht. Daneben haben die einzelnen Mitglieder de» Ausschusses de» A.- und S.- Rate», die sich mit den betr. Ressort» beschäftigen, besondere Spreehstunden und zwar in Rechtsauskunftssachen Dienstag, Donnerstag, Sonnabend von 3— 4 Uhr, WohnuirgS- und Miet- auyelegenheiten Montag und Donnerstag von 9— 11 Uhr, Angelegenheiten der Demobilisatton und Arbeitsbeschaffung Dienstag und Freitag von 9—19 Uhr. Treptow- Bnilmfchulrnweg. Die Wählerlisten für die am 19. Januar stattfindenden Wahlen zur Nationalversammlung liegen zu sedermann» Einsicht vom 80. Dezember 1918 bis einschließlich 6. Januar 1919, an den Werftagen von 8 Uhr Vormittage bis 3 Uhr nachmittags, am Neujahrstage und am Sonntag, den V. Januar 1919, von 9— 12 Uhr vormittags, außerdem am 2., 3. und 4. Ja. nuar 1019, von 6— 8 Uhr nachmittag» im Ratbaus«. Neu, Krug-Allee 1—8, Zimmer 2, aus. Wer die Wählerlisten für unrichtig oder unvollständig hält, kann die» bis zum Ablauf der AuSlcgungSfrist bei dem Ge- meinde-Vorstand schriftlich anzeigen oder im Zimmer 2, in den vorstehend aufgeführten Auslegezeiten mündlich zu Protokoll geben. Außerdem können die Listen auch eingesehen werden für den OrtSieil Treptow im Restaurant Scholz«, Grätzstraß« 40, für den Ortsteil Baumschulenweg im Zigarrengeschäft von Karl Müller, Baumschulenstraße 14. Alle Personen vom 20. Lebensjahre an haben da» Wahlrecht. daher auch die Pflicht, fich zu überzeugen,»b sie in die Wähler- liste stehen. Wer nicht in die Wahllisten steht, hat kein Wahlrecht. Straßenfperrunzen. Da» Polizeipräsidium teilt mit: Di« Linieiistraße zwischen Rosenthaler Tor und Gormannstraße, sowie die klein« Roienthaler Straße zwischen Linienstraße und Mulack- straße werden zur Ausführung von Kanalisationsarbeiten von sofort ab für den durchgehenden Fahrverkehr gesperrt. Von einem Militüraut» überfahren wurde gestern in der Kaiser-Friedrich. Ecke Bismarckstraße«in Knabe von& Jahren. Er wurde nach der Unfallstation in der Schillerstraße gebracht, wo er nach kurser Zeit verstarb. Die Eltern der Kinoer werden gebeten, ihre K«nder auf die Gefahren auf den BerkehrSstraßen aufmerksam zu macken. Bei dem nassen schlechten Wetter und der ungenügende» Reinigung der Straßen können die Autofahrer ihre Wagen nicht sofort zum Halten bringen und da» Unglück ist fertig. Vertrauensleute der Jugend in den Fabriken. Donnerstag. 2. Januar, abend« 7 Uhr, Schicklerstr. 6, Hof 2 Tr.: Wichtige Besprechung. Außerdem Ausgabe der Flugblätter und Zeitungen. Jeder Betrieb muß einen Vertreter senden. Lebensmittelkaleuder. Auf Abschnitt 88 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin entfallen 100 Gramm Graupen, auf Abschnitt 89 derselben Karte 100 Gramm Grieß. Di« Abschnitte sind in der Zeit vom 1. bi» 5. Januar 1919 in den Kleinhandelsgeschäften abzugeben. Allen P-rtelgernHsen 11. Fr-utulen ein frohes, neues Jahr. Ott» Sch-e«. U«»l*lrL Tegel. Beillner Stf. lt. Allen rreuntlen ond Bekannten, sowie Gleichgesinnten Max Klug, Daneiger Stf. 71. Ein gesundes Neues Jahr! tvönscht allen Vcrerandter. Bekannten und Genossen Max Faber, Gastwirt, Stcpbanstraße IL 5 Frohes Neujahr! t wiln»cht A. Ziancok, ltlum«n-| » geschltt. Temnelhol, Quttlieb-* D«*ck«f-9tr»B« 10. 1 Wittenau.| » Meifer werten Kundsch»l»«ewi« S i den Abunnulu der„Frnihnlt"* t vUntcht- ; rtnl flltek Im Friadtuttthr 191(1; W. Zimmwrinua,* * Zlgurcnhnndlung und Spedilton i ) TrifWtrnSe 70l --------------------»----------»-»»-t Neujahrsglückwünsche Alles Genossen ein gesundes t Allen Oiste« und Freunde» eis neues Jihrl| frohes neues Jahr wünscht Onstwlrt W. Hoffmonis.| Caotaw Pn.erin, Ositwlrt Lychener Straße& t Tegel. Spandnner vir»He 39. -.-»--»-----e----------------------------------j. t Allen Genossen, Freunden und 2 Gönnern wünscht ein Allen Genoescn, Vereinen und Bekannten wunecht Ein ein fröhliches neues jähr! Geschwister Gunkel, Restaurant, Tegel, Schüeper&traBe 80. frihlithes neujnlir-[röhlltheilfealahi! etetleew�diO mVImm D# wdmf nem,.#»#n mm— Paul Vietzf Expedition RiuniFetraBe 35, t" Ein trohes,- gesundes HEUES JAHR! w ünscht allen seinen Ouato«; Paul Gauser: Restaurant zum kleinen Bniildf 1 Berti o- Treptow« % Qrltzstra&e 68.• *•******•••— eeee—eeeeeeeo— Allen Raiieigenot�eB n. Preatiden 5 ein frohes HEUES JAHR! wflnesht, I Nietn Cbrintnaann Onetwirt Tegel. Schlleperstensee">» **»*##»*##»#«#*# Die herzlichsten Olückwünnti zur Jahreswende eilen meinen Oftateri und Parteifreunden Max Rätsch, Rranesberffer Stf. 2t Vom I.April 1919 ab Brauaftbercer StraCc, Ecke Pricdeberxvr Strafte vormals Zwarf. ######*###**#*###*########*#####*#»*« Ein tesundes Heiles Johr! WünStlii allen G?islen und Bekannten Familie Sehoize Bwrtfs-Trwptow, GrSlxntr, 49 ####&#«#***«#»##########*#*###*#&*####**######,*##*##**##»## 1 Ein frohes und gesundes Heues Johr wünscht allen seinen Gästen Ahgust Krause Berlln-Bnnatcbulenwcg. Koslnurnnl„Zum Sllchkanal" direkt im Qemelndefriedhui und Kremttnrinm Kielhol«. tr. Viel Glück im Friedensjahr j den Genossen der I*. Abteilung\ wünsch t! P. Fritsch, i Orontheimer Stf. 4» #########*#«#**####**###*#*###########* ####*####**#»##,####,#»4# p � hllohös* Allen Genossen, Stammgästen und Kollegen wünscht ein frohes„Neues Jahr" Fritz Wölfl, Gastwirt. Neukölln, Prinz-Handjery Str. 66/67. Wünscht allen Parteigenossen Richard Dahinter Cabaret Tivoli Frankfurter All«« 287. ##*######*#*####»6##**#######*###**##**#»###### I #######«###«»####### Allen Parteigenossen, Vereinen und Freunden ein frohes neues Jahr. August Lehnhard, Gastwirt,: Tegel, Berliner Str. 84, Wünsch« alle* Freunden n. Güsten ün sssonile! iS JAHR. Moritz Mix Skaiitzer Str. 59c. Or. VtfeiBStlmmer zu veffebfn. ii Herzlichste Gratulation NEUEN* JAHR "'«mW"" Eibestr. 1*30 Neujahr!! !» wünscht allen Oitten n. Bekanntem 1 Hermann Hlttmann f . Grltulrussn 15. Viel ClQck J tum I Neuen Johre wünscht leinen älsten ; B. Wandt, Schalstresse 71. --------- Allen Partelgeeeeaee. ! Güsten und Pseegdeu I Ein frohes Neues Johr. Ewald Löscher Gastwirt Tegel, Berliner Strasse 87. Seiner werten Kandsehnlt Viel Glück ium FfieäensiflhK wünscht Sühlüohtermcister Domake Gottlteb Duncker SU. 10. : Versammlungen. ?'.lZliederversammlung der ll. E. P. S!eu!ölln. Dcr NcuILllner Wahlverein hatte zu Montaa Abend nach der NnionSbrauerei in der Hasenbai de eine Mit- yl.ederversantmlung einberufen, aus deren TaaeSordnung das Tbema'ktand: Das Berhaiten unserer Pari-i in der Revolution�- zeit. RlS Referenten waren die Genossen Haafc und L. e d. knecht cuSerioren. Anstelle deö dringend verhinderten Gen. Haase sprach Barth. Er legte in etwa e-nstündiger Rede die Rotwendigleit dcS Eintritts unserer Genossen in daS Kabinett und in den Vollzugsrat dar. Er schilderte die grossen Schwierig» leiten, unter denen ihre Amtsführung gelitten habe infolge der allezeit hemmenden und bremsenden Mitglieder der anderen Partei. Und wenn die Mitbcteiligung an der Regierung nicht besonders viel an Aktiven gebracht, so sei vielmehr daS von Will» tigkeit, was sie verhindert hätte, insbesondere eine Zuspitzung rmsereS Verhältnisses zu Russland. Die offizielle Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetrepublik sei ihnen nicht möglich gewesen durchzusetzen, weil die Verwirklichung vieser Eventualität Von der Entente als casus belli bezeichnet worden sei. Jetzt, nachdem der U. S. P. durch den Austritt der Genossen wieder völlige Bewegungsfreiheit gegeben fei. müsse alles daran gesetzt werden, um die Verrätcrpolttik der Mehrheit- lcr gebührend zu kennzeichnen, und die noch bei ihnen stehenden Arbeiter aufzuklären und für unsere Sache zu gewinnen. In seinem Korreferat wandte sich Gen. Liebknecht scharf gegen die Wirksamkeit der Volksbeauftragten der II. S. P. und hob Barth gegenüber hervor, dass ihm und seiner Politik die revolutio- närcn Obleule und Vertrauensleute bereits die Gefolgschaft auf- gekündigt hätten. Er gab Bedingungen an, unter denen allein ein Eintritt in das Kabinett hätte erfolgen dürfen sellc Macht den A.» und S.-Räten), und behauptet, daß durch die Außerachtlassung konsequenter Richtlinien die KabinettSmitglicder sich mit lom- promittiert hätten. Eine Hauptaufgabe der sozialistischen Regie- rung hätte eS sein müssen, die abgebrochenen diplomatischen Be- Ziehungen zu Russland wieder anzuknüpfen, damu würde man sicher der Entente mehr imponiert haben, als mit wehleidigem Nachgeben. Da die Parteileitung zur Einberufung eines Pur- teitages nicht zu bewegen gewesen sei, auf dem zielklare Richt- linien für die Gcsamtpariei hätten ausgestellt werden müssen. hätten, sich die Spartakusleute genötigt gesehen, eine neue Partei ins Leben zu rufen, die kommunistische Partei Teutschlands.— In der Folge entspann sich eine lebhaste Debatte, die in dem größten Teil die an der Partei gcübie Kritik unterstreicht. Bon besonderer Bedeutung>var noch die"Feststellung eines Redners, daß der Haus- und Grundbcsitzervcrein Neukölln 26 000 Mark aufgewendet hat, um die Soldaten für den konterrevolutionären Putsch dort zu gewinnen. Im Schlußwort legt Gen. Liebknech: auf besondere Anregung einer WSkussionsrednerin seinen S:andpankt übe: die Frage: Räterepublik oder Ncttionalver- sammlung? dar und Genosse Barth macht unter.CunweiZ auf die kommende schwere Zeit die Notwendigkeit einer einheitlich geschlosse- neu Kampffront aller revolutionären Elemente fite und verurteilt alle separatistischen Bestrebungen als für das Pro- letariat ungemein gefährlich. In einer Schlussresolution wird der Wille der Versammlung dahin präzisiert, daß sie die seit- herig? Politik der U. S. P. verurteilt, die Ausmeraung der kom- promittierten Führer verlangt und das Gelöbnis ablegt, im Sinne der Revolution Aufklärung zu. verbreiten und die arbei. tenden Massen für einen konsequenten Sozialismus zu gewinnen. __ Köpenick. Am Sonntag, den 20. Dezember, fand hier im Stadliheater eine von über 1500 Teilnehmern besuchte öffentliche Wählcrvcrsammlung der lk. S. P statt. Das Referat hatte Ge- nasse Karl Ei sel übernommen. Der Köpcnicker Männerchor er- öffnete durch Bortrag von Freiheitsliedern in stimmungsvoller Weise d'.e Veranstaltung. Genosse Eisel, der über„Die politische Lage" svrach, enfwan tu großen Zügen ein Bild der zur Revoln- tion drängenden Tatsachen. Er beleuchtete die Dmge im sozialistischen Sinne und gab in gedrängter Kürze einen Mickblick über die Arbeii und Tätigkeit de: U S P wäbreni bei Krieaeo Betonte die Solidarität des proletarischen Volkes, dabei aber in schärfster Weise die Politik und Handlungsweise der„Scheibe- männer" verurteilend Teme Ausführungen klangen dahin aus, daß nur der revolutionäre Sozialismus berufen ist, das deutsche Volk aus dem Elend und Zusammenbruch herauszuführen. Durch teöbaften Beifall unterstrich die Versammlung die Ausführungen des Referenten. In der Diskussion ergriffen erst einige Mehr- heitssozialisten das Wort, doch lehnte die Versammlung deren Auffassungen über den proletarischen Kampf ab. Die Genossen Futran, Lange, Bcier und Rebe beleuchteten dann noch in kritischer Weise das Gebaren der Bürgerlichen und Scheidemänner am Orte, wofür st? stürmischen Beifall rrntewn. Da? Schlußwort klang aus in Kampf und Sieg. Hundert Neuaufnahmen für die Organisation und zahlreiche Abonnement? für die„Freiheit" sind das Ergebnis der prachtvoll verlaufenen Veranstaltung, die uns für die Zukunft das Beste erwarten läßt. Freitag, den 8. Januar, abends S Uhr, im kleinen Saal de?„Kaiserhof", Grünstraße: Mitgliederversammlung de? Wahl- verein? Köpenick der U. S.?. Bei de: Fülle der aus der Tages- ordnug steb-nden Fragen, insbesondere der Bericht des Arbeiter- rateS und die Vorbereitung der Wahl der Nationalversammlung, ist daS Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Nur durch die Mitarbeit jedes Genossen und. jeder Genossin können wir aller unS harrenden Aufgaben gerecht werden. Aus den Srpwscütouen. An unsere Funktionäre im Kreise Teltow-BeeSkow? A»S dem Kreise Teltow-Veeskvw lausen im Verbands- bnreau fortgesetzt Anfragen ein, warum die Unabhängige sozialdemokratische Partei noch keine Agitatiousarbcit im Kreise für die Nationalversammlung ausgenommen habe. Aus diesem Grunde und weil vom Kreisvorstande ans An- frage keine Antwort erteilt wurde, laden wir hiermit alle auf dem Aoden der ll.-T. P. 2. stehenden Fiinktionäre im Kreise, die dem Svartakusbund nicht angehören und auch nicht an- gehören wollen, zu einer Besprechung zu Donnerstag, den?. Januar, abends 7 Uhr, nach dem Verbandsbnrean, Schicklrrstrnsie 5'G, Hof 2 Trep. Pen. ein. Auch Einzelmitgliedrr ans Orten, in denen wir keine Funktionäre haben, die aber der U. S. P. D. angehören, sind willkommen. verantwortlich für die AedoKtion: Alfred SSielepo, Neukölln.— Bruck der Lindend.uckerei und V-rlog-gesellschaft m. b. H., Tchiffdciuerdawm 19. i— ni—— n—— ma— mwtt—— mi—■■i m mn wrt—— MJPMea LEIPZIGER BÜCHDRUCKEREI A.-G. Abteilung Buchhandlung LEIPZIG, Tauchaer Str. 19/21 il!WI!I!II!!I«IIllII>«I!!!lllMMMMlMWAMW!MMI»lW!l!!I!IlIiI!!Is!!M«MiIAII>!!!!>II>iIMlIi!!I!!!IIillMWW In unserem Verlage ist soeben erschienen; Karrl K.aLiui#sIs.y Sozialdemokratische Bemerkungen :; zur Uebergangswirtscka!t:: Broschiert 3,00 Mark:: Cebnadsn 4.50 Mark Besfellungen sind an die obengenannte Buchhandlung zu richten. 1 lelpzisn SiMMe e! MesßWMl!» MeWll! OiicüMüinj)| Leipxig;, Taiidaaer Sürasscs 19 ZI= olmntimi.nri'mnm« mnm—— i In ui.ssrem Verlage ist erschienen: S Karl Marx, Geschichte seines Lebens I Von FRANK MEHRING o4 Bogen stark. Preis broschiert 8 Mk., gebunden 10 iV�k. Diese gründliche Lebensgeschichte des großen Denkers, von einem seiner besten Kenner 1 N geschrieben, gehört selbstverständlicli in Jede öffentliche, Vereins- und Hausböchcroi. W === Bestellungen sind an die obengenannte Buchhandlung zu richten |'iiiiiiiiii!.i'Rr'iiimiq|i||iii||!iiiiiiiii|!iu|i|iiii|tiiiiiiiTiiiiiii!iiiiii!i!iiii!! wiiii-iiiiiiliimiiisiaiiiiigl�lii;;� Kleine Anzeigen Em ynd Zwei- xpiuner-Gcs�aane« Platten'aiazca, Broaks cr.ipfivhlt den geehrten Genoj.cn Karl Bak�/at, Buhr- jtescbftft, Alt Moabit fift Südosten I i' psdition der „Freiheit" Staf.'schrslberstr. 47. Eaoci ist vertagt na Ii Ste'liSft. 2 bei Ar/t Mehrsre Botenfrauen für MeabiS mchi IpeditlDi! t üioe»tte Str. 43. Frayen zun Austraten d. Freiheit Verden gesucht- Arzt, Siraeonstr. 2. /tT\ Urteiter-Wzüdariiü�JatüifrBimös' � Ortsgruppe Berlin. - DooccntaS, den 2. J er. aar 1919, 7 Uhr irtt Lokal von Feyfaro, Melchioptrasse 15 Mitgliederversammlung Tagejordncni:: I. Bericht der AxitatlonakotnmUsion. ». Ausu»be von Istutb�ittBra zur Laudazitadon. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder notwendig) Gäste willkommen! Oer V orrland. In hcrrBdit �kAcüsIcMi�l&en mm# WW2UGGL' Frledcnspiano f.tstklaiSigCi-', verk. Hissenstein, imcncl dtstr. 2, IV. Betonfrauen stellt ein Habnt r, Schulstr. 69. IpiüriT Ucbrige Exemplare der Nr. der �Freiheit" bitten wir um- gehend In der HauptexpcdUUoa ScWiibancrdaarm 19 abslallefern. VVeissensee Die Spedition' der „Fi-elUell" für Welssensee befindet sich vom I.Januar 1919 ab 8fl!l3ns.lr. 19' v. R, Wsrnar 1 nserate lür den daraullolrcnden Tan müssen spätestens bis 5 Vi* Sonrubv.'ids bis 2 Unr nachm. b.! der Espcdltlou SciniibancrUamni 19 aufgegeben sein berufe man sich stets auf den Inreratentcil der.Freiheit" jeder Geschäftsmann v. ird für diesen Hinweis dankbar seht. Kdjtang! Weitslose! SccBeti galt Mnner! Donnerslag. den 2. Hnuar 1919 finvet im Zirius Busch eiue vetiammlullg alle! Arbeitslosen statt. Einlaß V/i Uhr. Anfang 2 Uhr nachm. Arbeiterrül der ArbeiMsseu Groh-Zerlius. Darum: KSeiracl&ebareiMle B�rEe�ea» Auf» La f SozlfiiäEinoKls!. öshteein 0. S. P. D. ;.ic*U%Mberg. 1. Abteilung bei 2, i»,» 3. ,»•» Ertrazahlabend am Donnerstag, den 2. Januar 1919. 1. Dieilel. Rlenädicr, Kiossener Str. 14. Gellezat,©ätlnetfttotze 33. Genrich,©timberger 3fr. 10. Frenke, Wüyltschstraße 33. 2. Viertel. 5. Abteilung bei©ampfch. Wes-rstrah- 25. n.„ Göpner. Aeichlelstrutze 18. 7.. 23. Schulz, ftionpcinzenlttafed 4<- 8.,. Pickenhagcn. Schacrnmcdersttatze 60. 3. Viertel. 9./U. Abteilung bei Dlume. Att-Boxhaxen 50. 4, Viertel. 12./13. Abteilung bei©ortner. Türrschmibts-rege 40.(7 Uhr.) 14.,, Westmeyr, Rani-, Ecke Türrschmibistrab-. (IJ-s Uhr.) 15.„„ Held, mupptcchtfhahc. Ecke Eilelstrag«. 5. D i er 1 e l. 10./17. Abteilung im Prälaten. Eitelstrotzs 70. 18.» 9. Abteilung bei Seemann, Dagncrstr. 01, Ecke Huberlu,- fttahe. • 6. Viertel. 20. Abteilung bei©üiniier, Tasborser Ltrcch- 20. 21.„ Hossmann, Möllenbat''trage 54 Die außerordentlich michtige Tacesordnunq ersordert da-, vollzählige Erscheinen aller öcnojllrmtn une©enoffen. Am 4. Foimor 1919, abend? VA Uhr. bfseatliche Frauen-Berlammlung im Lokal von H. Sd,u!z. Eilelstraße 70.. Unseren Mitgliedern zur kennt«!?, daß unsere*-.l'..»!h«k I Im Lokal von Wilh. Schulz, kronpiinzenftrqße 4!, jeden' Sonnal-eno abend von 6—8 Uhr geöffnet if». I Di, Sejtrltrteliana. i Aaaff«l'tsiHB DMeseS«» f i ndet ihr JkwUsmM Ä SMM Ms.G Aristeiis&teaic; w&mnattelni cncto As'äjlei t»nacixwel&«. Bürv. L iitre• l tJjßclio— IflO Stck. Platte Si»fsbezax verkauft WÄrkoti iten G# Böhm, ürbanstiaüe 64. Monuplatz 5295. 4 zuverlässige iotiiifrosiii (iir 1..Jai.o*r eemcht. Vs??n«„Die Frßilißij 5 c W) »BIß frilüßli" ständig gesucht ™.!cMfftßRPri!!iGl'!! 19. Äertzaud der M?lcr, Lntt.crer, Liustreichcr etc. Filiale Berlin Ten Solicqen zur Radit.dii,• tob unser BiUzlled, der Maler Carl psalle am ZT. Tezetnbrr setiiorjcn til. Ehre seinem Tludeuken. Tie ii uuichetunz fiudei am RrciMn. den 3. Januar 1010, uttiSilttiiCf.» 3 Utr im rircniotorln«©ertchtpr, stall. Um Mlretche AelkUtguug tiind,:. Sie SUdverwalennq