Press 10 Pfemtsg. « r rUwjm e,«chM?»-»»««« MTO.«xpr»Ul.-. B„Ik»«««.«chiffbau-rd.mm I»r?. � Srr»sprcch»,:«nd«orten!»»»» nnh S!»»«. gornjKw&nr:«ml«orten 97ü."i. |U.Jre�etl"»rfdsehri Zweimal»gltch. monen. nnt nachmMa«. M ää«frt ä BnferoH koflen bk sirtengelpallene SonpotetHejelle ob« beten Rcm«' eonn- un* Z.Mos.N nu. mo.«en». Der delrSs, de, Irelet W � � � AA � A 70 Tf-.Klei»,«nielnen« da, feligebruAl, Wor, 80 Pf. jede, wellet« Zustellung ln. baue flli Vr°b-V..I,n mon°tl>ch, R Für die«rledi. KM MMNOGÄ MW Dort» Ps. Die dreigefpoltene Reklamezeile 8 M.. Teueruno�uschlas guna auswäriigei Vestellungen ist vorher ge-infendung der Deeugz. VH V/ V K V V 8/ K H«I«IVA KV W%. Hei Jfomilienaitäeie.n, Bersarnmiungsoirzelgen»on E-werlr. flebfibt erfortetliA- Dle grelhelflfl Im etften«uchlta» bei Post. � � U KUSUN U Ä.1* Mß IM«fi L'l>a>ttn POl«ifd)'n OiBünifotionen fällt der Teuer., ng», u, chlog fctt. jeilunsellste filr 191««Wgelr-Nen und kostet im«»'.eblem Postbezug W V V V W W V vA GG OG Inserate für ben darauf folgenden Tag müssen fpätesten, Me S Uhr ohne vestellgedllh. monalltch II bei Zusenbun« nnler Strelfbanb 4»t. �«fJ abend» bei der«ipebiiion. Schilfbauerbamm 19, aufgegeben fein. der llnabhängigen SoziMemolrakschen Partei SeaWmds Jahrftang Ä �' Moutag, den 6. Januar 1MLZ Nummer S! Revol«tiouSrer kovflilt in Verlin. Sie revo'vlioMen Meiler filr Eichhorn.— Lefeßusg des„vorwmk" und des Voissschen Liiros. Der Kampf um das PBzei- Präsidium. Die Entlassung des PolizeiprSsidenlen Eichhorn hat zu einem schweren Konflikt geführt. Die Regierung Ed ert scheide mann hat wenig Voraussicht bsivietfen, indem fie,� pixl)end auf ihre vermeintliche Allmacht, den Mann kurzerhand entlassen hat, den die revolutionären Arbeiter Berlins als einen ihrer VertranenSniänner betrachten. Eichhorn hat sich auf den StandPunkt gestellt, daß er fein Antt nicht von der Regierung, sandera von der revolu- tionären Arbeitcrfckxrft empfangen I)at und eS nur in ihre Hand zimicTIegm wird, sobald sie es färbe rl. Die Ar- beiterfchast Berlins aber will Eichhorn nicht fallen lassen. Sie fordert sein Bleiben. Denn sie sieht in der Besetzung des Berliner Polizeiprädiums mit einem ihrer Vertrauensmänner ein« wichtige MachtPasition der sozialistischen Revolution, die sie nicht kampflos räumen will. Sie hat kein Vertrauen zu der Regierung Eberl- Scheidemann und kein Vertrauen zu dem Manne, der auS ihren Händen das Präsidium empfangen soll.\ Von diesem Willen hat die grosie Demonstration Zeug- niS abgelegt, die heute Berlin ihren Stempel aufgedrückt hat. Trotzdem die Vorbereitungen nur ganz unvollkommen sein konnten, haben Tausende imd Tauscnde dem Rufe Folge geleistet und gegen die Entlassung Eichhorns P r o t e ft erhoben. WaS nun? Die Berliner revolutionären Arbeiter wollen die Entlassung Eickchorns nicht. Eichhorn ist in se-nem Amt geblieben. Will die Regierung Ebert- Scheide mann aufs neue es mit Gewalt versuchen wie am 24. Dezember gegen die Matrosen? Die Folgen mühten noch schlimmer und weittragender werden als damals. Damals hatte sie sich selbst zu Verhandlungen genötigt gesehen. Jetzt ist die Situation noch weit ernster. Damals befanden sich in der Regierung noch Männer, die auch daS Vertrauen der Berliner Arbeitersck?aft genossen. Die sind seitdem ausgeschieden. Die Folgen zeigen sich be- reitS heute. Die Regierung Ebert-Scheidemann mag heute noch glauben, sich auf die Gewalt stützen zu können. Sie wird sich täuschen. Sie hat sich im Vertrauen auf ein paar Wahl- «rgebnisse eingebildet, daß sie aus die Stimmung der Der» liner revolutionären Massen keine Rücksicht zu nehmen braucht, und so eine Lage geschaffen, die voll ernstester Stlin'ierigkciten ist. Beharrt sie auf diesem Wege, vertieft sie den Gegensatz zu den revolutionären Massen noch weiter, so beschwört sie unendliches Unglück herauf und ruft alle revolutio- nären Kräfte der Berliner Arbeiterschaft gegen sich auf. Die Demonstration. In der Siegesallee. Di« Megierung. die glaubte, den Polizciptäfidenten ohne weiteres entlassen zu können, halte nicht mit den revolutionären Arbeitern und Soldaten gerechnet. Zu vielen Tausenden er- schienen sie auf dem Plan, um den Streich der Ebert-Regierung zu parieren. Ganz Berlin stand im Zeichen de? Proteste« gegen die Ent- lassung Eichhorn«. Bon den Vormittagsstunden an durch- querten mächtige Demom'tralionSzüge die Stadt, die der Sieges. all«, dem Versammlungsorte, zuströmten. Und hier bot sich dem Beobachter ein prächtiges Bild dar. Eine ungeheure, unüberseh- bare Aicnschenmasse wogte hin und her. Feuerrote Fäbnchcn lugten au» dem schwarzen Menschenmeer triumphierend her- vor. Auch viele Embleme und Plakat«, die den Willen der Demonstrant«» verkündeten, wurden uutgc führt..Hoch Eichhorn k",.Nieder mit Ebert. Scheidemann!',.Hoch Lieb. knechtl',.Nieder mit den Kapitalisten I", dies« Parolen stürmten immer wieder auf einen ein. Besonders zahlreich waren die S ol- baten vertreten. Und unter diesen wiederum fielen Vertreter der jüngeren Jahrgänge besonder» auf. Sie forderten ihre sosorage SuIIassung gnd die sofortige Demoibili- satiou. Auch die jurigt Garde de» Proletariat» hatte sich zahlverch Arbeiter! Solöaten! Genossen! Mkl überwältigender Wucht habt Ihr am Sonntag Euren Wissen kundgetan, dalz>er hfffc bosnriM Anschlag der blutbesleckten Ebert-Regierung zuschanden gemacht wurde. Um Größeres handelt es fich nunmehr! Es muß allen gegenrevoluiionären Machenschaften ein Riegel vor- geschoben werden! Deshalb heraus aus öen betrieben! Erscheint in Massen beute 11 Uhr vor- mittags in der Siegesallee! Es gilt die Revolution zu befestigen und durch- zuführen! Auf zum Kampfe für den Sozialismus! Auf zum Kantpfe für die Macht des revolutionären Proletariats! Nieöer mit öer Regierung Ebert-Scheiüemann! Berlin, den 6. Januar 1919. Die revolutionären Obleute und Vertrauensmänner der Großbetriebe Grofz-Berlins. Der Zentralvorstand der sozialdemokratischen Wahlvereine Groß-Berlins der Unabhängigen Sozialdemokratie. Die Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund). eingefunden. Selbstverständlich waren auch die Arbeiter der be. kannten Grotz-Betriede, diese Sturmkolonne der Neoolution, vollzählig anwesend. Lange dauerte eS, bi» der Wille dieser Hunderttausende in eine cinheuliche Bahn gelenkt wurde. Herüber»»d hinüber tönten nur die Nuse:.Hoch Polizeipräsident Eichhorn!",..Riedel mit der Eben-Negierungl", dazwischen mischten sich auch AuS- rufe gegen den Kapital iSmrS. Da erklimm» ein Soldat eines der vielen weitzcn Marmorslandbilder. Es tritt in dem Bereich de» Redner» Ruhe ein. In kurzen markigen Sätzen brandmarkt er die Entlassung Eichhorns. Er fordert die Bildung eiger revo- lulionären KampfeStruppe aus den Reihen der Soldaten, der SicherhcitZIeute und des Proletariat». Stürmische Zuftiinmmig findet er. als er fordert, doch endlich zur Tat zu schreiten, die gcgenrevaluiioiiäre Reg'cning zu beseitigen. Nach ihm spricht Liebknecht, der die Wünsche der Sol- baten unterstreicht, und insbesondere die Entlassung der Jahr- gänge ILSL— 98 fordert. Die Regierung wolle ofscnbar in diesen jungen Leuten sich eine Prätorianer-Garde schaffen, die zu allem bereit sei. Aber die Herren von der Regierung werden sich stark verrechnen. Die Soldaien. einmal in de» politischen Kamps hineingezogen, werden sich doch schließlich auf die Seite dcS revolutionären Proleturiat« stellen. Liebknecht findet stürmische» Spptau»,* Darauf forurkerlen fich die Massen zu einem gewaltigen Zuge, was bei der dichten Füll« der Demonstranten mit einige» Schwierigkeiten verknüpft ist. Durch das Brandenburger Toe geht ei. unter unaufhörlichen Rufen'.Hoch Eichhorn 1'„Nieder die Ebert-Regierung!', nach dem Ministerium des Innern. Am Brandenburger Tor boten die massenhaft zur Verteilung bereits liegenden RegierungSslugblätter einigen Demonstranten d«f Anlaß, fie zn einem Scheiterhaufen zu verwenden. Vor dem Ministerium dcS Innern hielt Liebknecht abermals eine Ansprache. An der Spitze de? Reiches, sagte er, stehen gegenwärtig Verbrecher. DaS Proletariat dürfe fich nicht mit bloßen Demonstrationen begnügen. ES müsse sich bewaffnen »nd einen eisernen Ring um da» Polizeipräsidium und die wahr- Haft rrvotniionären Führer»Uder!. Darnach zogen die Massen, denen sich auf dem Wege immer mehr Demonstranten anschlössen, nach dem Polizeipräsidium. Als sie hier auf dem Ballon des großen Gebäudes Eichhorn mit Liebknecht und Ledebour erblickten, brachen donnernde Hochrufe auS. j Nur allmählich gelang es Ledebour, der zur Mengq fppechen wollte, sich Gehör zu verschaffen. Er teilte mit, daß»m Laufe de» heutigen Tages Eugen Ernst und der Stadtkommant baut Fischer aus dem Polizeipräsidium erschienen sei, um Eicht orn zu ersuchen, seinen Posten zu verlassen. Eichhorn habe ich natürlich geweigert. Er verlangte, daß der Minister Hirsch ihm schristlich die Gründe seiner Entlassung angebe, daß er sich dazu äußern könne. Nicht das Ministerium des Innern, son» der Vollzugs« lisschuß d eS A.- und S.- Rates Der-i l i n S könne Eichhorns Entlassung aussprechen. Ledebour erklärte weiter, daß«S bei dem ganzen Ii nter nehmen den Scheidemännern darauf ankomme, dem Berliner Proletariat auch den letzten Felsen der Revolution zu rauben. Die Berliner Arbeiter mögen darum auf dem Posten und jederzeit bereit fein, derartige konterrevo- lutianäre Versuche im Keime zu ersticken. Stürmischer, langan- haltender Beifall quiiticrte dies« Aufforderung. Nach Ledebour sprach D ä u m i g, und nach ihm ein Mitglied de? Sicherheitsdienstes. Di« Menge verlangte stürmisch, daß �ich- Horn spreche. E i ch h o lim trat, jubelnd begrüßt, vor und führte auS: Er werde solange auf seinem Posten Weiften, wie es das Berliner Proletariat verlange. Seine ganze Macht werde er dazu benutzen, die Revolution" zu sichern.„Ich habe mein Amt von der Revolution empfangen, und ich werde e> nur der Revolution zurückgeben!" Dann ergriff nochmals Liebknecht das Wort. Inzwischen � ist e« dunkel geworden, und die Menge geht unter Hochrufen auf Eichhorn und Liebknecht auseinander. Bis zum späten Abend durchzogen DemonstrationSzüge nach verschiedenen Himmels- richiungen die Stadt. Ein Zug steuerte nach dem Vorwärts- gebäud«. Eine Anzahl Arbeiter, gereizt durch die Schreib- weise der „Vorwärts", in die er bald nach der Besetzung am WeihnachtSfeieriag in alt- gewohnter Weife sich hineingearbeitet hat, besehte das Gebäude. Di« Redaktcure hatten sich bis zum späten Abend nicht eingefunden. Am Montag früh wird ein neuer„Roter Vor« wärt»" erscheinen. Ein anderer Zug hakte sich alS Ziel daS Wolffsche Telegraphen. Vurcau, gesetzt, dessen lügenhafte Berichterstattung besonders seit dem Austritt der Vertreter der U. S. P. aus der Regierung sprich- »»örtlich geworden ist. Bis zum Redaktionsschluß haften die Arbeiter auf dem Bureau Wache. Bi» in die Nacht hinein bot Berlin das Bild eines regen politischen Lebens dar. An den Straßenecken und öffentlichen Plätzen bildeten sich Gruppen, die die politische Lag« diskutieren. Weitere Besetzungen von Berliner Zeitungen. Im Laufe des Al>ends wurden noch besetzt: Masse tz.verliner Tageblatt",„Morgenzeitirns",»valM! zeitung"). f&n nach Saloniki z u überführen. Mackensen nah« die Nachricht mil qroßrr Beftür�urg aus und erklärte, der Ge» Walt weichen zu müssen Mackensen wurde unter Bedeckung der französischen kkolonialsoldaten in einem Automobil nach Gödöllö gebracht, wo der Tonderzug bereit stand. 50 Kolonialsoldaten bestiegen mit Mackensen den Zug, der um IL Uhr nachts nach Saloniki abging. Mland und teutsch-Osskerre'ch. In der von uns bereit» erwähnten Erklärung des Grafeil Vrockdors'cht.- �.au erklärte er über den Anschlug Deutsch- Oesterr«' chS an Deutschland: Die neue Zeit spricht von dem Recht der freien B2k« ker. in der französischen Deputiertensammer aber hieß e», Frankreich werde den Anschiuß Deutsch-Oesterreick:» an Deutsch- land verhindern, selbit wen» die österrcichi'chen Deutschen ihn for» derten. Der Sieg, meinte Herr Pichon, gebe Rechte ge g e iti die De siegten! Die ideal gesinnten Kräste gerade, die beule aus daS S e l b sl b e st i m m u n g ß r e ch t der Völker für dir Zukunft der Länder deutscher Sprach: rechnen, glauben, daß der Satz von der Macht, die auch da? Recht bedeute, keine Hei» mal haben darf in der neuen Welt, an deren Ausbau sie mit- arbeiten möchten, und die sie als eine Gesellschaft Gleich» berechtigter verstehen. Damit verträgt es sich aber nicht. daß die sla wischen Nationen da» Recht der Selbstbesti n- mung ohne jede Einschränkung erhalten, während cS den Deutsch. Oe st crreichern verwehrt werdcn soll. Ganz mi» dem Geist aufrechten MuteZ ersrbeint mir daher die Note Dentsch-Sesterreich« an die Entente geboren zu sein, in der an- oesichtS einer Politik der parteiiüben Gewaltsamkeit da» Recht der Selbstbestimmung unzweideutig für die Deutsch» Ocsterrricher in Anspruch genommen wird. Die» Recht der Scldslbc>ItMinu»g hat natürlich nicht nur die Wabl der eigenen SlaatSform, sondern auch die ungehemmte Tntschlie« ßnngSfreiheit über die Bereinigung mit Deutschland zu umfasien. Wenn beule redet Deutscbe im Reich« in dieser Forderung Seite an Seite mit den Deutschen Oesterreichs steht, so stachelt ihn nicht der Gedanke an Macht. Auch keine Allianren sind hierbei für ihn maßgebend, die Regie- rungen schlössen, deren Daten nicht von der Mitverantwortung de« Volkes getragen werde». Ihn treibt vielmehr da« Bewußt- sein reichen geincinsaincn geistigen Gute«, da« in langer histori» scher Eiilwickluiig erworben wurde. Wenn eS der Entente wirklich um einen dauernden Recht«» und PersobniingSfrieden und um Sicherungen der Freiheit und der Selbstbestimmung wr Völker zu tu» ist, wird sie sich in einem solchen brüderlichen Zu- sammcnschluß auf der Grundlage einer legal gewählten Vo�kS- Vertretung nicht widersetzen können. Die volle moralische und politiskbe Unterstützung de» deutschen Volke« und der deutschen Regierung ist dar, m den Tcrilsch-Oestmeichern bei ihren Bestrebu-igen sicher. Die Grundlage wird die Nalioiinlversammlung bilden müssen. Wie sehr dir deutsche Regierung schon jetzt dem Wunsche der deutsch- österreichischen Bevölkerung entgegenzukommen bereit ist, erg bt sich ou» der geplnutc» Verordnung über die Wahlen zu der deutschen N a I i o n a l v e r s n m m I u n g. die den im Deut- schen Reiche lebenden Deulsch-Oesterrcichern de» W a h l r e ch t zur deutschen Nationalversammlung gibt. vom östlichen kriezsschauplotz. Berlin, 5. Januar. Aintliche Mitteilungen der Obersten Heeresleitung über unsere Truppen im Osten. Bei Riga haben die Engländer in die Kämpfe gegen die bolschcwisten eingegriffen. Zwei Kam. pagnien der leltischen LandeSwehr gingen zu den Bolschcwisten über und wurde» durch britisches ArliUeriefeuer zur Kapitulation gezwungen. Eni deutscher Panzerzug wurde von Brcst�Litowsk nach Po. wursk abgelassen, um die aus der Ukraine sühreuden Strecken von Bauden zu säubern. Bei KobpScza nordöstlich von Kiew wurden bolschewistische Baudeu durch deutsche reitende Jäger zurück- gewotfcn. Nach Meldung der Heeresgruppe Kiew haben in Auf- lehnung gegen die Befehle Truppen dcS 22. Reserve« korpS. ferner das Landsturm-Jnfantcrie-Negimeut 9 ihren Posten verlassen und wichtige Bahnstrecken preisgegeben. An den Um- ichlagslelle» Pinsk, Powursk und Golobh ist eine Ansaminlung von Meuschcn entstanden, die nicht genügend schnell auf der beut» schen Spur nach Brcft-Lilowsk abgefahren werden können. Tai von den Truppen etgeiimächlig mit Beschlag belegte rollende Ma» lertat fehlt an Stellen, wo eZ dringend gebraucht wird. Die seit langem gesörderte, seit einigen Monaten osfe» be» stehende Disziplinlosigkeit beginnt, eine Gesahr für unsere Ukcuinetruppen zu werden. In P o t i(Ostküste de« Schivarzen MeercS) sind unsere letz- ten K a» k a s u S t r u p p c n verlade» worden. ES bleibt lekssglich General v. Krcß mit Stab, Konsulat und einem Lazarett vorläufig in TisliS zurück. Die Entente ist über die..Maiin'-Mcldung betresfcud In« ternierung unserer Truppen tu Haidar Pascha um Aufklärung ersucht wordeu. Vllstein(„Vossische Zeitung",„B. Z. am Mittag",„Morgen- Host"). Scherl(„Lokalanzelgrr",„Tag"). * Das Stadtinnere bot noch bis in die späten Abendstunden hin- ein ein sehr bewegte» Bild. Besonders auf dem Alcxanderplatz, in der Nähe des Polizeipräsidium«, sah man verschiedene mehr oder minder starke Menschengruppen diskutierend beieinander stehen. Der Anschlag gegen Eichhorn und die revolutionäre Arbei- terschaft bildete daS Gesprächsthema, und man hört« auch hier fast irvr vaerönschungen gegen die Regierung; seliener fanden sich Verteidiger für sie. Auch im Präsidialgebäud« selbst ging e» leb- haft her. Bewaffnete Sicherheitsmannschaften und Matrosen sah man kommen und gehen. ES sah aus, als bereite man sich auf kommende Drnge vor. Vor dem.VorwärtZ-"Gebäude stand ebenfalls noch in später Abendstunde eine nach Hunderten zählende Menschenmenge. Auf dem Ttraßendamm brannten gewaltige Stöße von Flugblättern, die von den Demonstranten au« der Druckerei d«S»Vorwärts" herausgeschleppt und angezündet worden waren. Auf dem Alexouderxlah. Heber die Kundgebungen auf dem Alexanderplatz meldet die Telegraphen-Union noch das folgende: Am Sonntag nachmittag fanden vor dem Berliner Polizei Prä- frdiuin gewaltige Demonstrationen zugunsten de» bt»- herigen Polizeipräsidenten Eichhorn statt. ES wurden fetten« der Demonstranten lebhafte Hochrufe aus Eickchorn ausgebracht. Ein« Deputation bestehend au» Ledebour, Däumlg und Liebknecht begab sich zum Polizeipräsidenten Eichhorn und ersuchte ihn im Name» eine» großen Teilo» der Berliner Bevölkerung, auch fernerhin im Amte zu verbleiben. Die Deputation bat den Polizeipräsidenten, von einem Fenster de« Polizeipräsidiums zu der angesammelten Menge sprechen zu dürfen, waS auch gestattet wurde. Auch Eichhorn sprach zu den Demonstranten und dankte für die ihm dargebrachten Ovaeionen Und das Vertrauen, das ihm feiten» der Berliner Bevölkerung «ttgegengebrncht wurde. Einem Vertreter der Telegraphen-Nnion gegenüber äußerte stck» der Polizeipräsident Eichhorn folgendermaßen:»Ich kann Ihnen über die weitere Entwickclung naturgemäß nichts bestimmte» sagen, aber ich kann Ihnen mitteilen, daß ich den Venreter der preußischen Regierung aufgefordert habe, mir schriftlich d-e Gründe meiner Entlassung mitzuleilen, und daß ich die Absicht habe, auf diese schriftliche Autwort schriftlich zu aul- Worten. Ferner fordere ich, daß mir da? Recht erteilt wird, vor dem Zeniralrat Rechenschaft über meine bisherige Tätigkeil abzulegen. Ich bin auch der Ansicht, daß der Berliner SicherheilS, dienst, wie auch die gesamten Angelegenheiten de« Polizeipräsi- dium» dem Berliner VollzugSrat des Arbeiter- und Tai. datenratS unterstellt, und deSivcstcn verlange ich, daß meine Auge- kegenheit, die die Sache der gesamten Berliner Bevölkerung ist, auch diesem unterbreitet Wird. Von der Entsckwidung dieser Bc> hörde«i mache ich metn« weiteren Entschließungen abhängig." We Rede Eichhorns. In einer überfüllten Versammlung in den Germaniasälcn sprach am Sonntag vormittag mit großein Be fall begrüßt Gen. Eichhorn. Tie Tagesordnung lautete:.Tie politische Lage und die Natioiialversammlung". Eichhorn führte au«: Eine Wahlversammlung sollte nach den Vo'.bereiiungen der Veranstalter die heutige Ver'ammlung se n. ober der eherne Gaue der Revolution richtet sich nicht nach den Plänen einzelner Funk» tionäre. Da« Thema Nalionalversaiumlung ist heut« deplaciert. wo die Ereignisse die Erfolge der Revolution in Frage zu stellen drohen. Wir stehen var der zweiten Etappe der Revo. lu t i o n, die nicht so leicht zu übenvülden sein wird wie d'e erst«. ES rächen sich jetz: die Fehler. Kompromißpolitit in der Besetzung der RegierunpSs ell.n. Mit diesen Nationalsozüiten um Scheidemann tonnte man kein« revolutionäre Polilik machen. Deren größte Sorge war ja schon vor der Revolution. daS Bürgertum durch proletarische Klassenpolitik nicht zu schrecken. Denn nur um die Monarchie zu beseit g.n oder ein Schwatzparlanwn! zu schasjcn, hätte sich kein Arbeiter den Schiiupsen geholt, ge- schweige denn sein Leben ausS Spiel gesetzt. Es handelt sich für unö um dl« ökonomisch« Befreiung der Arbei crklass« durch de» Sozial Smus; aber wir sehen bis heule nicht den leisesten il-n- fang einer Sozialisterung. Wenn man ernstlich gewollt und den Mut dazu gehabt hätte, hätte man mit einem Schlage aus gewiss« Bergwerke und Großbctrcb« die Hand legen tönneii. Heilte er- leben wir, daß unter der Regierung Eberl-Scheidemanu Maschinengewehre gegen Streitende ausgestell: werdcnl Und wie sieht eS mit den politischen Reformen au»? Die Republik ist ein leerer Rahm.n ohne Jnbalt, wenn der ganze alte Verwa!tuug?apparat intakt bleibt. Die Beseitigung der alten HerrschaftScinrichtuiigen kann nur das Werk einer Revo- lutivn sei.., nie einer Ratte.:aloelsoi,i»ilung. Die Berliner Po- lizeiverwaltung ist ein solche» Herrschastsinstruiiient, an dessen Spitze mich du. Revolution gestellt Hut, nicht die Regierung. „Ich bleibe so lange ans meinem Posten, bi« mich dir Berliner Arbriterschast nbberuitl" Anstatt die Revolution restlos zur Durchführung zu bringen. sehen wir, daß von der Regierung der Kvnlcreevolution in die Hände gc.'bettet wird. Un aufgeklärte Fronitrup- Pen werd n unter der Fühlung eine» Lequi» und Hossmann um Berlin zusammengezogen, um zu einer Kanonade gegen die Matrosen im Schloß und M rstall verwandt zu werden. Nach- dem die lästige» Kritiker au« der Regierung hinausgedrängt wor- den sind, bleibt nur noch die Polizeimacht in Berii». die nichi in den Händen der Scheideniänner ist. Nachdem der Redner noch de» Spitzelspsiem des„Vorwärtc" gebrundmarkt und mtt wciugcr Worten die Ni tivnalvcrsunimlung gestreift hatte, schloß er seine AuSsührung mit den Worten Feeii'grathS:.Wir sind die Kraft. jvir hämw.in jung das moriche Ding, den Staat." Nach längeren Ausführungen de» Genossen Tr. Broh, der auS näherer Kenntnis der Tinge Eichhorn als den geschicktesten Polizeipräsideliten bezeichnete, den Berlin lemal« gehabt hat. wurde auS Rücksicht auf die bevorstehende Demaustretion von einer weiteren Diskussion Abstand genommen und folgende Re. solution einstimmig zum Beschluß erhoben: Die heute am 5. Januar in den Gcrmaniasälen tagende öffentliche ZZolksverfammluiig protestiert auf das«ner- gischjle gegen den Hinauvwurf.deS Geirossen Eichhorn at» Polizeipräsidenten. Tie Persainmlung sieht dieses Borgehen der Regierung al« Gewaltakt an. der nur dazu dienen soll. die alle brutale Negierungsgeivalt in Berlin wieder einzuführen. Die heutige Versammlung verlangt, daß diese geplante AmtS- entfttzuiig des Genossen Eickhorn rückgäi:gig z,, machen ist. S'e spricht der Regierung da» Recht at'. den Srenossen Eichhorn .abzusetzen, da er auf Grund kfA resolut wnären Siecht« am 9. November als Vertrauensmann derjenigen B e r- liner Arbeitermaffen eingesetzt wurde, die ohne und gegen die Scheidemänner die Revolution gemacht haben. Jas Recht zur Absetzung Eichhorns. Von Rechtsanwalt Dr. Brvh. Der Minister des Innern, Hirsch, hat„an den Volks- beauftragten Herrn Eichhorn" einen Enttassungsbcsehl, Aktennummer ktb �6. gerichtet.„Wir(ergänze von Gottes Gnaden preußischer Minister) entlassen Sie hierdurch." Eichhorn bleibt, erkennt die Entlassung nicht an. Weiches ist der Nechlszustand? Rechst ist Macht, in Paragraphen gesetzte Macht. Aus die Macht gründete sich das Nccht der Hohenzollern. grün- dct sich das Recht der Besitzer des Bodens und der Fabriken, der Kapitalisten und aller Nutznießer der historisch gewordenen Rechtsordnung. Durch die Revolution—_ die bisher nur eine politische war, aber geschichllich-notwendiger- weise von der größeren wirtsclxistlichen Revolution bald wind überholt werden— sind die öfscntlichen Rechte des Königtums Preußens vernichtet. Tie Revolutlon wurde gemacht von der revolutionären Arbeiterschaft nntSr Fätz' rung her Unabhängigen, unterstützt von den Soldaten. Die Mehrheitssozialisten hatten diese Arbriterschast bis zum !). November einschließlich vor der Revolution sogar gc- warnt. Vergleiche den„Vorwärts" von, 9. November! Schon am Tage nach der Revolution einigte sich jedoch die revolutionäre Arbei tevscifa'st, die tatsächliche In- haberin der Regierungsgew alt, mit den Mehr- hcitssozialistcn dahin, st« in beschränktem Maße zu betei- ligen. Der erste Schritt at«värtSI Noch aw Abend dcS- frlbvii IE. Not'ember tat ste den zweiten Schritt: Unter dem »nbesckrreiblichcn Terror der unairfgeklärten, bewußt und nirbcwußt der Gegenrevolution dienenden Soldaten, ver- stand ste sich rm ZirkuS Busch zur Ueherlassimg der M a ch t- Hälfte an die Nechtsiozialisten. Liebknechts Warnung verhallte. Der dritte Schritt war, unter Ledobonrs Einfluß, die völlige Ueberlässung des Zentralrats an die Abliängigen, was zur Folge hatte, daß die am Edert sich als aWointe Herrscher fühlten, das Blutbad unter den antoritälslofen revolutionären Matrosen anrichteten und im Heere nicht nur die allerdtingerdsten Reformen b>ezilglich der Offiziere«urd der T-ermchilisation unterdrückten, sondern sogar»ssen, zll-- samnien mit der Hindenhurgiischen Neben regiening, die Gegenrevolution hier sowvhl wie im Westen und Osten br- (ionisierten. Die Unabhängigen traten sämtlich ans— ausgenommen Eickchorn. Die ReichSherren lirden sich ein paar von ihren Freunden in die Regierung ein. dir preußischen Herren blieben solv. Von einem Recht der letzteren, die die Revolution übcrhanvt nicht gemacht, die Regienings- gewalt nicht erobert hatten, sondern sie nur kmft Verein- b a r u n g zusammen mit den Unabhängigen ausüben durften, kann mithin gar keine Rede sein. Herr Hirsch maßt sich das„Nicht" gegenüber dem Volksbeaustragten Eichhorn natürlich auch nur als Marionette Eberts an. Dos Interessante hierbei ist aber. daß gerade umgekehrt Eickhorn der einzige Volksbeauf- tragt? ist. dessen Mandat noch auS der ursprünglichen Oiicltc herrührt, und auch nicht, wie die der übrigen, nur eine Kollektiv- Prokura ist. Hinzu kommt, daß er keinesfalls der S n b o r d i- n irrte des preußischen Ministers des Innern ist. DaS Wciterfunktionieren der Behörden ist zwar angeordnet worden. Aber als Volksbeauftragter hat Eichhorn die Gc- walt innc, auf Grund originären Rchts. Nicht ans Grund Bestellung seitens des Ministers. Er kann mithin auch nicht von:bm entlassen werden. Genau mit dem gleichen Recht könnte Eichhorn den Hirsch oder Eberl entlasse». Daß Wir. Hirsch, snh IIb sty. ein derartiges Dekret erläßt, als wären Wir Minister Wilhelms I!., würde die Sache ins GrotcSkc ziehen— wenn sie nicht so verflucht ernsthaft wäre. Eichhorn ist das letzt? Bollwerk, da? in Berlin von der Revolution stehen geblieben ist. Stellt Euch nur einmal das vliitbesndelte Antl'y Berlins vor. wenn ein Iagoiv oder Wels am Alcranderplatz residiert hätte in diesen Tagen nervöser Ueberspannung. da Millionen Frontsoldaten»nter konterrevolutionären Offizieren mit Hunderttansenden rc- volutionärcr Arbeiter zusammenpralltenl Aber weit ent- scheidender noch ist die Tatsache, daß er der V e r t r a u e n S- mann der Haupttruppe der Revolution, der Berliner Ar- beiterschaft ist. Einer Regierung, die nicht davor zurückge- scheut ist, die Wilhclminiscke� Drohung von dem Schießen änf die Brüder wahrzimiachen, ist auch die Wiedereinführung des Belagerungszustandes ohne weiteres zuzutrauen. Natürlich unter einer der jetzt beliebten Mas- k i e r u n g e n. Die Bonrgeoiste Wirde jubeln»nd— der zweite Akt der Revolution seinen Aufstieg finden. Solange Eichhorn steht, kann die Regierung ihren Plan nicht durchsetzen. Graf herüwg. Ruhpolding fOhert'ayerns, 5. Januar. Graf H e r t Ii n g ist gestern abend 9?� Uhr nach scchstägigem Kranlenlagcr hier verschieden. Tie Beisetzung findet in München statt. Hcrtlings Tod weckt die Erinnerung an die schlimmsten Jahre des Krieges, wo die Allmacht der beiden Halbgötter indenburg-Liidendorff auf dem Höhepunkt stand und die anzlerschaft Hertlings nur als Feigenblatt für die schäm- loseste Militärdiktatur diente. Hcrtling, bis in die sttiochen konservativ, sah seine Auf- gäbe darin, diese Diktatur sowie die Brester Gewaltpolitik mit diplomatischen Formeln und jesuitischen Kniffen einzuhüllen. Im übrigen erwies er sich oollkommc» unfähig, den gründlich verfahrenen Karren der deutschen Aiißenpolitil aus dem Dreck zu ziehen und die. angekündigten inneren Re- formen gegen den Widerstand der Konservativen in die Wege zu leiten. Ein Meister der Halblfeiten, wurde ex von der mifstcigendcn Well? der Revotiitian sortgesegt. Das arbeitende Volk Tentichlands hat ihm nichts zu danken. Wie der Schatten einer überlebten bösen Zeit ver- schwindet er aus dem werdenden sozialistischen Deutschland. Meensens Ueberführung uech Safonifi. Wien, 6. Januar. Die Blätter melden au» Budapest: Gestern nachmittag erschien«in höberer französischer Offizier im Folher Schloß bei Geueralfeldmarichall M a ck e n s e» und teilte 1 ihm mit. bafc da« Oberkommando der Entente beichioiien bade. Die polnischen A.- und S.-Röte �egeu die Ivinische Alinexwnspo'.ittt. Danzig, 5 Januar. In der Sitzung de» Großen Aickeiter» rats hat der Berlreier de» polnischen S o I d a I e n r a t» er- klärt, daß der polnische Soldatenrat mit dem VollzugSansßhuß Hand in Haird ardc l«t und da» Ve>spreck>rn gebe, nicht I gegen die dcuifche Ratio nalitäl zu unternehmen. oieliuehr die Enticheidung de» FricdciittongrcsscS abnurrtcn und sich derselben sögen to.ll. Diese» Vcrspreckfen«verde man auch halten. An den Borgänge» in Posen sei man hier schuldlos und wünsche sie hier«»ich nicht. Man möge aber auch jeb« verhetzende Agnat, on gegen die hiesigen Polen unterlassen und sie nickil herausfordern. Man fr« zu einer Verständigung bereit.— Der Präsident der hiesigen Svldalenräte Rahn Hai hierzu er» tiärt. daß man tnSber friedlich und reibungslos mit dem pol» nischen Ardeiter- und Soldatenrrrte zusammengearbeitet Hab« llitt hoffe, daß dies«ruch so bleiben werbe. Schiiribrmühl, 6. Januar. In EchnetdemLhl tst alleS rnbiU Die Bürgerwehr hat die Wachen übernommen. Die Bürger» ichaft sämtlicher Konfessionen dal sich fast auSnahinSlo» der Bür« gerwehr anfleschtaffen. In der ArdeiterratSsiitzuug wurde gestern auch von Ardeiirrn mit vesttnrmlhei» erttätt, daß ste den Schutz der Stadt energisch gegen die Polen in die Hand nehme« würden. Nur«renn die Sich« angegriffen werde» lallte, wür» den sie Selmeidemühl oeneldigem«on den Pole» wurde in der ArbeilerratSsitzutia. dt« acsiern Valtaesunden hat. die Erklä» Die Wählerlisten zur Nationalversammlung liegen mzr noch zur Einsicht aus. Wer nicht in der Liste steht,' wird am 19. Januar von der Wahlurne gewiesen. Die Auslegestellen sind von morgens 9 bis abends 7 Uhr geöffnet. Einsichtnahme ist Pflicht! Ulng abgegeben, sie ständen auf dem Standpunkt, dast unbedingt � Friedend kengreß abgl wartet werden muffe und dag sich alsdann den vonr Kuiigrest getroffenen Defummungen c»en würde. !!- Tefete!!n Mlx-Me. KönigShütte, 4. Januar. Nach einer biSst'rgen Zu- sammenstellniiß sind bei den gestrige» Unruhen IL Personen Getötet und 21 verletzt worden. El�e Kund�ebnnll der tandfunser. Der von der Fcnlral'.eitung zum 4. Januar nach Berlin ein» berufene Vcrtretcrlag der Landsniilcr. auf dein auch die Marine-, Flieger-, Zivil» und Bordfunker durch Delegierte vertreten waren, hat folgende Resolution beschlesien: .Die heute zum Bertretertag in Berlin. Herrenhaus, der- sammelten Armccsunker, die sämtliche Fuulcnstalionen und Funlenkompaguien Teutschlands vertreten, erklären einstimmig dem Rat der VolkSbeaustragten. entgegen allen öffentlichen nnt geheimen Tendenznachrichtcn. fest und geschlossen hinter der Rc- gierung zu stehen. Tie Versammlung betont besonder? die Not» wendigkett der möglichst schnellen EntMilitarisierung und lieber. nähme de» reinen Funkbetriebe? in selbständigen Reich-sbelrieb unter neuzeitlichen sozialen(Aesichtspunkteiu" Die Eln'grngsversLche!n Ham'nrg. Hamburg, 4. Januar. Die für heute angesetzte Voll- dersanimlnno aller Soldaten röte aus Hamburg, Altona und Umgegend zwecks Einigung unter den drei I o z i a l i st i s ch e n Richtungen verlief in höchster Erregung. Zu einer Beschlnyfassiing kam es infolgedesien nichL Nach mehrstündiger heftigster gegen- seitiger Anfeindung gingen die Versanunelten ohne Er- g e b n i S auseinander. Eine neue Versainuilung soll das Thema noch einmal behandeln. Wahlrecht der Soldalen. Nach einer Verordnung der Rcichsregierzina können Soldaten, die nach dem 6. Januar au? dem Fetde heimkehren, ohne Ein- tragung'n die Wählerliste auf Grund einer Beschei» gung über ihre Heimkehr dort zur Wahl ziigctasicn werden, wo sie sich am Wahltage aushalten. Die Bescheinigungen werden von dem nächsten Dienitvoraesetzten ausgestellt. Da» si r i e g s m i n i st e r i u m hat dazu angeordnet: Die Aoaeböi gen de? Heere?, die bis zum 6. Januar 191P sich in ihrem Sioudorl besiaden, sind wie Ziv lperionen in die Wählertisten einzutragen. Tie Truppenleite baben der die Wählerlisten aufstellenden Behörde d e ersordertichen Un'erlwgen »u geben. Im übrigen ist es Pflicht jeder wahlberechtigten Person de« Soldatenstandc«, sich davon zu überzeugen, dost sie in die Wählerliste«ingetragen ist. Ein schmählicher Beschluß. Einst war die Schweiz mit Recht stolz auf ihre pokitische Freiheit und aus das Asnlrechi. Seit dem mistglüchten General- streik herrscht aber die Reaktion unumschränkt. Beweis davon ist auch folgende? Tetegrumm au? Lausanne: Die Behörc:n des Kontor» Wandt und der Stadt Lausanne haben bei den eidgenössischen Behörden Schritte unternommen, um zu erreuben, dast die am �!Z Januar nach Lausanne ehibcrusene Internationale Sozialist e n- Konferenz nicht in Lausanne abgehalten wird. Wir meinen, diese» Telegramm.st reichlich kompromittierend. 4 We Naliotwloersnmnch'ng und das Au?land. Haag, 4. Januar. Wie„Hrt Vaderland' meldet. Vfireibt die„Ti m e s" zur Lage in D e» l s ch l u n d, dost es jetzt natürlich von grösztcr Bedeiitiing ist. dost die so wich- tigert W o h I e n für d i e R o t i o n o l v e r j a m m l u n g in einer Weise stattsindcn. dos; man wirklich von der Bil» dnng einer v e r n n> w o r t l i ch e n Regierung, die den Willen des deutschen Volkes zum Auödruck bringt. sprechen kann. Auch nur mit einer solchen Z! e- gierung würden Verhandlungen möglich lein, da es sclbstvriständlich ist. dos, Zriedenöverhandlungen mit einer unsicheren Regierung in den Bereich der Unmöglichkeit gehören. Ilmerkanische hl!fe für Eiroyi. Washington, 4. Januar.(Reuter.) Wilion forderte den Kongrest aus. NX) Millionen Dollar zur Linderung der Hungersnot, an der Europa leidet, zu beivilligen. Wie verlautet, wird das Geld bcnlpt'achlich benötigt, um die Sendung von Lebensmitteln an Teile von Westrnstland. P-len und Oesterieich-Ungarn zu ermöglickzen. Sie istkernallznale Ksnfe??nz. London, 4. Januar. fReuter.) Die britische Ab- ordnung für die internationale sozialistische sionserenz in Lausanne icdt ück aus zehn Vertreter» des varlameniari- scken Ausschusses deS Geiist'rkichaslskongrrsleS und des natio» naien Ausschusses der Aicheiterpartei wie iolgl zusammen: den Abgeordneten G. H. Stuart, Bunnina. I. H. Tbonias, C. W. Bowernian. A. O»io»s. W. Thorne, sowie aus: Arbbur Henderion. C. T. Cranw. I. Mc. �öurk«. I. N. Mac- donald und Snowden. Voli l che k!>?chr!chlen. SeihSstnndentag in Frnnkfur« e. S>i Die Frankfurter Blätter nielden Durch eine Verordnung de» dorime» ölrbeiter- rat» wird mit Wirkung vom 6. Januar an der Sechsstunden- arbeitSiag eingerührt. Tie Mahnabme wird mit der Rotwendig- keit beg-ündet. weiteren Entlastungen"on Ärbeilsträftea vorzu-. beugen iu»d zugleich der Breaujluüvasäl« zu strecke«.> Polen und Litauen. Da? Litauische Prestebuerau in Berlin teilt mit: Unlängst ging durch poln sche Zeitungen die Nachricht, der litauische Ministerpräsident Pros. Poldcmarac. hätte der pol- nischeu Regierung den Vorschlag gemacht, nach Weggang der deutschen OlkuuationSbchörden die Verwaltung Litauens zu übernehmen. Von zuständiger Sei'« sind w:r ernläch igt, m t- zuteilen, das, diese Meldung au? der Luft gegriffen ist. Wahr ist nur soviel, dag dil� polnische Regierung der litauischen ihre Hilfe zur genirinsamen Abwehr der Bo!schcw:sten angeboten hat. Dieses poln sche Angebot wurde jedoch abgelehnt, weil e» den Litauern klar war, dost die Polen un'er den: Vorwande einer Hilfeleistung lediglich ibre auf überlebte Traditionen gestützten. weitgehenden Annexiondcelitste entgegen dem Willen der litau scheu Volksniehrheit befriedigen wollten. 15 500 Arbeitslose wurden am 2. Januar in München gezählt. lscds�CiflltJCt'mnitchüig iiic/ Keict-Batntn. Die Kandidatculisten für Preußen. Am Sonnabend tagte im Lokal Bellevu« in Lichtenberg die Generalversammlung de» Kreise? Nirderbarnim der Unabtzangi- gen sozialdemokratische:: Partei Teustchlands. Genosse W' tz k e. der bet einleitenden Vortrag über die politische Lage hielt, schilderte die politische Entwicklung in der Ztebolutiontzeu Mit der vom Genossen Witzle anlästlich der WeihnachtSoorgänge in der.Freilzeit" abgegebenen Erklärung, die den Austritt der Vertreter der U. S. P. D. ans der Regierung sorderie. erklärte sich die Versammlung einverstanden. Darauf wurde at» Vertreter de? Kreises in der Preß- kommstjron Genosse Stein gewählt. Der Aufstellung der Kandidaten zur pre«b:schcn Konstituante g-ng eine längere Au?» spräche vorauf. AtS Kandidaten wurden nominiert: Hofer (125 Sk:mmens, Genol'in A r e n d s c e(1201. Breit scheid (IlL). Richter(83). Witzle(80). Küter(68). Die ftandidaien für die R c t i o n a l v e r s a M m l u n g stnd von einer früheren KreiölrnsererrA ausgestellt worden. Ein Antrag, der die Milgliedschaft tu der Kommunistischen Arbcrterparlei atZ unve-eindar erklärt mit der Tätigkeit In der U S. P. D., eutsesselie eine stundenlange Deballe über den Spartakusbund. Es wuidc zum Ausdruck gebracht, dast M>> glieder der Konnnuntstischen Arbeiterpartei, zugleich al» Funk. lionärr und Mitglieder unserer Partei tätig seien, wodurch unsere Arbeiten gelähmt wurden. Andrerseits wurde vertangt, dast auch mit der Zwitterstrllung bei Genossen Bernstein Sclckust ge- mach! werden müsse. Bersch:rder,e Redner vertraten die Me:- nung, dast unsere Partei in der Revolution sich nach link? enl» wickeln wüste und so an die Kommunistische Arbeiterpartei An» lchlust finden würde. Dir D>»lussion zeitigte eine Reihe An- träge und Resolutionen, d« schtiestlich sämtlich den Bezirken zur Erörterung überwiesen wurden. Es wurde noch beschlossen, auf der Provinzialkonkerenz für die Aufhebung des auf einer früheren Brandenburger Konferenz gesastten Beichlusse» hinzutreten. d«i verbundene Listen mit den MehrheitSsozialistrn socderr«. Ler steülmskrcik h?eude!. Cini'gnngsvcrhcndlungen für das Gaflwirtssiewerbe. Nachdem d:e zwiichen Arbe.tgebern und Arbeitnehmern direkt geführten Ernignngvverkaudtungen am Foeitiag im Lehre cvr rein»- Haufe resuliutU»» verlausen waren, beschäftigte sich am Sonnabend da» Einigung samt de» Getverbegericht» nri: dec AnMlegenhoit. Der Schiedsspruch wurde am Sonnlag mittag verkündet. Er bringt d>« Einführung de» Achtstundentage» und btr g r u n d- sätzliche Abschasfung de» Trinkgeld«». Für die Kell- ner in den Hotels. Kassee» ui«d Weirrtolalen wrrdzabll. FürdieBter- lokale trtttbiese Neuerung erst am 1. September in Kraft. Jedoch hat eine im Schiedsspruch vorgesehen« pari» initichf Schlick»! ungdkonnnisston das Recht, auch für dies«, wenn die Porbevingungkn vorhanden si:ch, fest« Lohn, zu bestimmen. Bi» dahin ist eine Lohnaufbesserung von 25 Prozent vorzunehmen. Für Hotelportiers sollen 100 Mark, für Hoicldiener 76 Rkark, für Zinunecmädchr» 50 Zlack wöchentlich gezachlt werden. Auch diese Kategonen waren bisher fust ar:Sscktb!' stltch aus Trinkgeld angc- iviesen. Für Köck»', Mamsell», Wirlschafterinnen, Kassirrennncn. Zapfer, H»n»d:e:«r. Küchenmäbchen usw. nmrden die dwhcr üblichen Manatötöhn« in Wochentöhne umgewandelt und Sufdeste- rungen oor,n'no:um.-n. Wo kkost und Logt»»och gegeben wird, kann daftir vom Lohn»0 Prozent abgezogen werden Der.Stödtiscke rxirnät: jdx AnbmtSuachivei»' ist aUcen von beide:: Parleten zu benutzen. Die Käudstrung für 1lell:wr beträgt dre: Tag«, für da» übrige Perivnat 14 Tag«. Außerdem rft ei» ErholungSurlaerb von 7 bi» 14 Tagen vorgesehen. Zwei Versa mmtungen von Streikenden und Au«gk- 'perrten im Lustgarten nahmen folgead« Resolution an: .Dir devlige öfseutlichr Versammlung nimmt den vom E>nigung»ainl gefällten Schiedsspruch an. da derselbe in den Grundsurbcrungen: sc sie Entlohnung und 8stünd:ge Arbeu»- zeit, den berechtigten Mindeslsordcrungen entspricht. Die Versammlung erwoitct. dast die im Schiedsspruch vorgesehene Schlichtungskommission in allerkürzester Frist zu- sammentrilt, UN' einige Positionen einer Revision zu unter- ziehen. Di? Ausgesperrten und Streitenden verpflichte» sich, sofort ihre Betriebe aufzusuchen uud sich zur Verfügung zu stellen.*/ Auch die Gastwirte haben in einer zur Entgegennahme dei Schiedsspruchs vorbereiteten Versammlung diesem zuge- il i m m t, so datz zu erwanen ist. dag sich die Wiederaufnahme der Arbeit reibungslos vollzieht. Damit ha: dir für da» GastwtrtSgewerbe bedeutungsvolle Lohnbewegung ihr Ende erreicht. W:r hätte» gewünscht, daß das entwürdigend« Tciiitgeldsystrm einheitlich auf der ganzen Lmie abgrichnifl worden wäre, und befürchten bis zum 1. September iehr viel Differenzen und Mißverfräiiduiste zioifchen Kellner und Publilum einerseits und Kellner und Gastwirl andererieits, da die Bewegung sicher zu Einschränkung des Trinkgctdg-ben» geführt bat ?lNS der AuZ der Provinz Brandenburg. Am Sonntag, den 29. De« zember, fand in Frankfurt a. O. eine Konferenz des Re- gierungsbczlrkS Frankfurt statt, um Stellung zur Nationalver- sammlung zu nehmen. Von der Agitationskommission, war Gen. Ruppcrt, Berlin, anweserid. Das einleitende Reseral hielt Gen. Zcuner, Berlin. Da? Referat klang dahin aus. im Wahlkampf unsere großen Ziel« im Auge zu behatten, dann werden wir mit guten Erfolgen au» der Wahl bervorgehen. In der an- schließenden Diskussion, an der all« Delegierte teilnahmen, wird beschlossen, sich an den Wahlen zur Nationalversammlung und zur preußischen Konstituante zu beteiligen. Zur Nationalver- sammlung wurden folgende Genossen al» Kandidaten nominiert: Für Deutichland: 1. Franz Kotzte, GewcrksehastSsckretär. Berlin; 2. Frau Dr. Wehl, Berlin; 0. Gcoxg Thoma». Schlosser, Avger- müude; 4. Alb. Mühl, Kassierer, Svremberg; 5. Artur Deckwert, Zigarren machcr, Slamen; 6. Max Wilderer. Sieindruckcr, Frank- furt a. O.; 7. Karl Schröter, Lagerhalier, Fürstenwalde; 8. Kckvt Gref, Laiidsturinmann, Frankfurt a. O. Für die preußische Naiionalvcrsammlung nominierte die Konferenz folgende Kandidalen: 1. Karl Schröter, Lagerhalter, Fürstenwalde; 2 Dr. Wohl, Berlin; 0. Karl Greif, Frankfurt a. O.; 4. Louis Waguer, Transportarbeiter, Spremberg; 5. Bruno Peters, Frankfurt a. O.; 6. Albert Mühl, Kassierer, Spremberg; 7. Georg Thomas, Schlosser. Angermünde; 8. Paul Schmidt, Maurer, Slamen; g. Fritz Lank, Tischler, Fürstenwalde; 10. Rich. Ruppert, Tischler, Berlin; 11. Fritz Kudewch, Lithograph, Sarau;- 12. Herrn. Weißschnur, Kaufmann, Frankfurt a. O. Ms den OrgmiWoüev. Sechster Wahlkreis, N. S. P. D. Mitglieder der U. S. V. D. im Alter von 20—25 Jahren ux'rdcn ersuch«, am häutigen Man» tag, abends 8 Uhr, zu einer�B e f p r e ch u n g über die Wahl» ogilaion zur Nafionalversaminliiilg in dein Lokal von Zie� Brunnenstroße 101, zu erscheinen. Propaganda-Ausschuß., N. S. P. Trltow- Berkkvw. Didieuigcn Ortsvereine, welche weiter zur U. S. P. stchen, werden ersucht, sosort die Adresse des Voriißcnd>.'u>lnv Kassierers an das Kreisbureau, Reukölln. Neckarslrasie 3(Telephon Nr. 189-1), zu Händen des Genossen Lachimmd zu senden. Desgleichen wollen sich auch die Orte dorthin weuden. woselbst neue OrtSgriippcu gegründet rcsp. im Entstehen begriffen sind. Sonntag, den 12. Januar: Landagitation Die Orte wollen die nötigen Vorbrreiftingcn dazu treften. Angabe der Agi» tationstour wie Irnzahl der benötigten Flugblätter um- gehend an»»treisbureau. Weitere Anzeigen folgen diese Woche. Neukölln, sy. S. P.) p cut?, Montag, den 8. Januar, mtchmittagf 5 Uhr, JdeaUgjino, Wcichselsiraße 8: Vorstände» s i tz u n g. Um 7 Uhr groge Funktionärsitzung. SchZiirberg5. Baneri'che Str. 00. ibre ktdresse»nirr Angabe der be- trefjenden Betriebe einzusenden. Ter Jugend-Rat Eharlottenhurg Gzwerkschastiichzs. .-i-- �9 .V««V»(*■-xwvts,** Achtung! Rohwnrstfnbriken. Versammlung aller Fleischer- geselle», die in Roßwuisis.rbrilen beschäftigt sind, am Dien»» t a g, den 7. Januar, abend» 7 Uhr, im.Roj-enthatcr Hos", Rajen» thaler Str. 11. »evl! In MlMNI m ü! t.'lüül. sskttl Dt« Gesch'chte eine? �ebe-is. Von Helene ven Racomitza. PrerS geh. 5 M.. geb. 0ch0 M. Sufzeichiiungen au» ihrem und Lajjalles Leben. Ferner erschien: hinter geweihten Mauern. Von Pater Pcridicu». AuS den Papieren eine» Ktostergeisllichen, Prei» 4 M. Ein den Katholiken nahestehendes Blatt rezensiert über da» Buch wie folgt: Sind diese Aufzeichnungen wirklich echt, so hätten jene Leute, die da» Kloster vertilgen wollen, tausendmal recht mit ihren radikalen Anschauungen. Zu beziehen durch: voeier& Co� Beclia D 9. Üölbeuer 5 kr. 27. Abl. 8. »l&tf O—ft» Hroß-Serlin. Die B:schLstiZ'.ing von Kriegsteilnch'.nern. Eine Verordnung über die Einstellung, Entlassung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter während der Zeit der wirtschaftlichen Demobilmachung ist unter dem 4.&. Mts von der ReichSregierung und dem Staatssekretär des Reichs. aints für die wirtschaftliclte Demobilmachung erlassen worden. Nach dieser Verordnung sollen Streitfälle zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über Zahl und Auswahl der in einen Betrieb einzustellenden Kricgsteil- nehnicr und weiter zu beschäftigenden bisherige» Arbeiter. sowie über die Arbeitslöhne d u r ch Schlichtung s aus. sch ü s s e ausgetragen und nötigcnsalls izurch SchiedS- spräche, denen verbindliche tllmst beigelegt werden kann, entschieden werden. Eine gleichartige Verordnung iür die Angestellten wird im Teiuobilniachungsaint bearbeitet. Ihr Ertäst ist in nächster Zeit zu erwarten. Zum Mord im Hotel Adlon. Die unausgesetzten Nachferschiimgen der Kriminalpolizei zur Aufklärung des schweren Verbrerdene haben über das Treiben des Mörders vor der AuSsührung seines in allen Eaizelheiten wohl- durchdachte» und mit gröhler Katibtütlgkeil durchgrsfthnen grau- stgen Planet wertvolle» l'lufschluh gegeben Sie ist alle» Spuren, die sich durch Ermiitiungert und Zengenaussagen er- gaben, nachgegangen und hat so ein fast lückenloses B>ls über seine Borlwreitungen zur Tat gcwonnew So konnte festgestellt werden, daß sich der Perbrecher in verschiedenen erstklassigen Hotels aiifgehalic» halt«. Um bei seinen IMnirsiedUingen von eigem Hotel in da? andere keinen Argwohn zu erregen, machte er mit seinen Gepäckstr cken Scbeinfahrten. So fuhr er am LI. De- zember mit dem grosieu Koffer, den er als Passagierguk aufgib und der so mit einein Bahnzettcl beklebt wurde, was wohl der Besitzer damit nur bezweckte, nach Velten und mit dem näckpten Zuge nach der Nrck-Shar.vtsladt zurück nach dein Hotel Bristol, wo er vom Lt. bis Lti, Dezember als.Herr von Gassen, A i t t e r g n t S b« s i tz e r aus Stettin" wohnte. Auch hier muh er aus irgend einem Grunde nick»! zur Ausführung seines vorbereiteten verbrecherischen Anschlages auf den Geldbrief. träger haben kommen können. Er verlieh das Hotel, um noch an demselben Tage als..Herr von Winterfeld, Hausbesitzer aus Hamburg" in da» Hotel Adlon eituurehren. Am 27. vormittags beglich er sein« Rechnung, lieh ein« Kraftdroschke kommen und fuhr mit seinem Gepäck nach dem Lehrter Bahnhof. Da kein Gepäckträger zur Stelle war, lud er selbst seinen Koffer ab, wo- bei der K-rufttvogcnfuhrer, der ermittelt werden tonnte, gesehen hat, dah sein Fahrgast a u f�> er.�tirn einen auffällt. gen roten Fleck hatte. Dasselbe Kennzeichen trug er auch noch am 1. Januar, als er sich und seine Gepäckslücke wieder vom Lehrter Bahnhof mit einer Pferdedrofchke, deren Kutscher gleichfalls ermittelt werden konnte, nach dem Hotel Adlon zurückfahren lieft, wo er am L. Januar an die Ausführung des Kapiralver- brechenS schritt. Ter rote Fleck auf der Stirn, der grich noch anderen Zeugen gesehen worden ist, rührt von einem etwa L!4 Zentimeter langen und 1 Zentimeter breiten Leuloplaslpflaster her, dai der Mörder auf der Stirn, direkt über dem linken Auge trug. Er muh sich also an dieser Stelle eine Perletzung zugezogen haben, und eS ist vielleicht möglich, dah sich noch weitere Perionen dieses unheimlichen Mannes mit dem langen, schwarzen, wohl- gepflegten, nach unten spitz zulaufenden Pollban entsinnen. Sie werden untcl Hinior'S auf die aus LOOtt) Mark erhole Be« tohnung gebr/en. sich sofort zu meiden. Vckanntmachung. Der VollzugSrat wird der nächsten Vollversammlung deZ Groh-Berliner Arbeiter- und Soldatenrate» Rrchtlmien für die Ausgabe und das Tätigkeitsgebiet des Arbeiter, und Soldatenrates zur Befchlns-fassung vorlegen. Di mit erfüllen wir einen wwderholl grän Herten Wunsch, dessen Berechtigung und Erledigung mit jedem Tage dringeiidrr wird. lim einerseits die nötigen llnterlagen für dies« Ricktlinien x» schaffen, andererseits auch den Wünschen aller BernfSgrnppen Rechnung zn tragen und uferlosen Delnitte» in der Vollversammtung vorzubeugen, halten wir Vorbesprechungen mit den in Frage kom- menden BcrufSgruppen für erforderlich. Diei? Vorbesprechungen finden statt im: Abgeordneten- hauS, Prinz-AIbrccht- Strafte.' Für die Arbeitcrrätc der selbständigen Gewcrbetrcll>enden am Montag, den 6. Januar, vor- mittag» 10 Uhr. Für die Arbeite rräie der stiufmän nischen Betriebe am DienStag, den 7. Januar, nachmittag» 4 Uhr. Für die Arbeiwr-rätc der Freien Benife f Rechtsanwälte, Acrzt«, Schriftsteller, Künstler usw.) am Mittwoch, den 5. Januar. voriniitagS tl> Uhr. Für die Arbeiterräte der Reichs», Swats» und Kommunal» betriebe am Mitturoch, den 8, Januar, nachmittags 4 Uhr. Xve VollzugSrat de» Arbeiter» und Toldatenrate« von Groft-Berlln Die Rational-Galerke ist künftig an allen Wochen- unö Sonntaaen, mit Ausnahme von Montag, in der Zeit von 10— 3 Uhr geöffnet. Der Besuch ist an allen Tagen unentgeltlich Kampf mit Hoteleinbrechern. In der?>achl zum Sonntag sahen Polize!» und Sicherheusbeamten, wie fünf Männer, die alle schwere Pakete schleppten, aus der Friedrich- in die Chaussee- strafte einbogen. Die Beamten rieten die Verdächiigen an, doch stärten sich diese nicht daran, versuchten vielmehr, mit ihrem Gepäck zu entkommen. Jetzt gab einer der SirfterheitSbeamten einen Schuh auf die Fliehenden ab. Dieser traf einen der Männer so schwer, dah er zusammenbrach Die übrigen vier wurden ebenfalls dingtest gemocht, ehe sie von den Seilen- gewchren, d.e sie bei sich bitten, Gebrauch machen konnten. Tie Pakete enthielten Bentesmcke, die sie aus einem Hotel in der Krautenstrahe gestohlen hatten. Anherdem halten sie noch sehr gutes Einbrecherwerkzeug be' sich, das beschlagnahmt wurde. Der Verwundete ist ein 24 Jahre alter Dr.-Her Heinrich Plüjchke, die Namen der anderen müssen rnxih festgestellt werden. tebensmiNe??a!eyd?r. SckZneherg. In den BrotkommiftionSbezirken 9, 11 19 werden vom 6. bis 9. Januar eintcbtiehiich 1 26 Gramm Käs« «uf Grand der Speisesetlkundenliste verteilt. NrukSlln. 600 Gramm Marmelade gelangen auf Abschnitt 90 der Lebensmittelkarte zur Verteilung. Da die Be- lirscrung der Händler nur nach und nach erfolgen kann, wird da» Einirefsen der Ware von den Kleinhändlern durch Plakat angezeigt.— Eierversorgung. Von Sonntag bi? ein- schlieftlich Sonntag nächster Wocke erhalten Verbraucher, die bei Kleinhändlern in den Brotkommissicnen 3, 4, 6 zum Bezüge von Eiern angemeldet sind, auf Abschnitt 63 der Eierkarte je 1 Ei. Tie Speisefcttmeng« für diese Woche ist auf 40 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine festgesetzt. Rcinickendoef. Auf Abschnitt 90 der Lebensmittelkarte Groh-Berlin werden 600 Gramm Marmelade abgegeben. Die Anmeldung bei den Kleinhändlern und den amtlichen Verkaufs- stellen hat bis einschliehlich 11. d. Mts. zu erfolgen.— Ans den Jänuarabschnilt der Kinderkarte A entfällt ein Pfund Gersten Niehl oder Kindcrnahrung und aus den Abschnitt IV A entfallen 4 Pakete K« I». Die«utgnbe erfolgt erst nach der Inventur in den bctrcssenden Verkaufsstellen. veranlworlllch für die Redaktion: Alfred W i e l e p p, Neukölln.— Druck» der Lindead.uckierei und Lertagegetelllchalt m. d. H., Echifsbaurrdamm 19. Theater und vekSnWkisen. Volhsljüline. Theater am Rülowptatx. Direktion Pfled. Kny�lcr. �Uhr: PwirmseRwßreflltjnrfif. Opernhaus 7 uhr Carmen. Schauspiele Ein halber tfetä. 1, Ii I.•«|»4e 2 h all>4. 7% übe: Die snaiMe Riep. Direktion Mn* Reinhardt DeutsciiGs Thcnte? 7V U.: IMi>r»tz.v«nlner Sihljagtiiit*) über die polittsrh« tag« Mstsystem odcr vallollalVerfitssung. Zlrfielter» Soldcitcn, Zilassengenossen und Gensssinnen in Zlndetraci>t der wirfitigen Tagessrtznnng darf Niemand fehlen. Die Zezlrkslellnng des UnabhAngisen Sozial" demokratischen Vahlvereins Reisiicfen�rf-Lil. 0 ROSSE AUSWAHL. OILUOE PREISE. Aul VAirvacr» BEQUEME ZAftLWElSC VcrlanRCn Sie nnsern ProspeLI 333. Lrbklirriunkll! Arbnlkr! Solöfllrn! parlrigrnollr«! SUvatafl. bm». gänuor,«den>» T1/, Ilde. *jl)oru»lätr,««rrlln. lliflllrrfir. 1« Ccflcntlldif(lulfatirrtomnilmin. SLZlallönms oder Ralionaloetia�mlung ««Iruae; Srauii Vlr>»lrr>. |nte»Nteirmq, ifliitemfn B. P. ISriU'Uc Z culsiyland I. A. echodh:,,. Ardeller--lkenosiraphen-Verdasid Siolze- Schrey. Die Milgliedfchafl Vrog-Bcrlln»rösfnet am ll>. Januar� im Gr-tihischen Aercinshaua, Atezandrlnenslr, 44, abend» H'A Uhr, einen neuen Anlanger- Ä u t( u». Ardell-e,«cdclterlnnen. Vollwgeiiossenl Die neue Zeit stelll �n euch, als den juhillisligcn Trägern der Kultur und Regierung gröbere geistige Anforde' ungev als bisher. Di« Slenograpdie ist mchl nur ein Werbzeug des geistigen Kampfe», ihre Erlernung iverlrl schlummernde Kräfte eure» Gehirn, zu fluch Ibrtngender Täligkcil. Darum erleinl d!« Cl-nographle in einem Arbcfterve: ein»nler gefchuller Lei» lung. Wisien Ist Macht. Do» Kursusgeld belrägl einsti lieft. lieft der Cefttmillel für Teilnehmer unter 18 Jahren 4,50 M, übe: 18 Jahre 6 M. Die ttmcRung erfolgt am besten am ersten Unterrichlsabend Im Graphischen Vereinshaus. Feder und Federhaller ist milzuo.ingen SchrifNiche Anfragen de- antworlel«. Urban, Bertin-Lchönedorg, Eileiiacher Str. 04. wr ÄchUng: Arbeiter' Ske'.:oqraphen. Stenographen nach Clolge-Schrey. welche an einem Uebungsavend odenpenannlen Vereins leilnehmen wollen, werden gebelen, ih« Adresse an ikmil Wifchlre, Berlin S.. Moriftstr. d.»lnzufenden. Der Vildungsau»schuft. 10 votenlrsusn »uc''l"vlurt �perl livn Grüner Weg 18. Botenfrauen sucht Lebniann, LIcMext, K. StraßcntiSndler, Arbeitslose, hoher VerdUut dorch Verkaaf der liroschOre „DU Hevoltttloa U BHIa«olw su erhalten. Dmckachrtllcß- Zetolral# SchfitseustiaBe 27 30 Bote frVien sucht Prltt Mew», Qcnter Str. 28t Cxpetlltion der.Freiheit". Sanaba"-Bebandluiigssie!le für SSanileitleu. Aerztlicher Leiter: SaniUtsral Dr. Wollt Berlin, BOtonstr. 12, part. Bav.Bhrta teauerflndung(D. R.P.), Tet; LDüdw«604. 8pUlver»nhr»n>ur veseilixune»on Sprechst 12-2, Soruiuc» 11-1. AuadUasan u. chron. Katarrhen. Prospekte.___ ÜRabhängiSQ SoziaSdemokratgsshe Partei Berggrs, Zwei öffentliche Volksversammlungen! MontaSf cfara S. Januar ISIS, abends 7 Uhr: € awerlrsshaf tshaus, EngeSufar 15' Zenlraiigieatersäle, HSte JakobstraSe 30 Tagesordnung: süiiiiLScSt® Laga und dl© WahB zus* l3a8i©ns5¥C7siifiiiß':!is!ngB lüareranten s Wilhelm Viebig, G. Sabath. Der Propaganda'AusschiüS. TT-» ft AJ.-. w