Einzespreks 10 p�g. Vie„.frtifjelt* morgens und nachmittags, an---— �— Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Yaus Berlin favie bei direktem Postbezug ohne Bestellgebübr monatlich 2 M, bei Au stellu>eK unter Ktreiiband 4 M Die»Freiheit" ist in den ersten Nachtrag der Postzeitungsliste für eingetrage« Redaktion: Vcrlln NW. 6. Schiffbauerdamm 19 III« gerujprccher: Amt Norden 28VS und �SSV. Die Menü-/tusgabe �KftrtU MmftfvtfK rtmrarSHtseHt«dir ►»rot Sanm 70 Pf., ,Xtrf« XnjrtfM* »a» ftttjrtniiftt n>ort 30 Pf, jedes weitere war« 13 Pf. Teuennigszufchlag 30'/„ 3M Familien- und verfammlunzsanreigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf» »l»enden Tag mijjen spätesten» di» 5 Uhr nachmittag, bei der Expedition aufgegeben fet». Expeditim»! verlin NW«. Schiffbmierduntm(•» Serusp.echer: Amt Norde» lNS» Ser/fner-Organ tw Unabhängigen Svßafömofratip S)eutß1)lanö8 Jahrgang 2 Sonnabend, öen 15. Januar 1019 Nummer 35 Neue Vewelse sttr den Nleuchelmord. Ter Meiichelmord. Wir erhliTten fortgesetzt neue Angoben, die unsere Dar- stcllung deZ feigen Meuchelmordes an den Genossen Lieb- knecht und Rosa Luremburg bestätigen. Zlrei»nve-lässige Zeugen haben ehrenwSrtlich daS Folgende ausgesagt: Die Ermordung Karl Licükr.ccht'Z und Rosa Luxemburg'» ist nicht vom Publikum� sondern von den Soldaten unter Anfübrnng von Lffiziercn erfolg». Bon einer BoltSmrngr vor dem Hotel zur Zeit der vbführung Liebknecht'» und Rosa Luxemburg» konnte keine Rede sein. Da» gesamte Personal de» Eden- H»tel» wird, wenn e» eidlich vernommen«ird, diese» au»,«gen müssen. Z-ee anreiror de» Eden-H»««tt kam am Mittag nach der Ermodung mit der„V. Z." zu dem Per- sonal. la» ihm den Bericht vor und crllitrte dazu: So haben sich die Tinge zugetragrn. Taß Ihr» wißt! Neber alle» andere habt Ihr den Mund zu halten. Bon dem Personal de» Edrn-HotclS ist auöge agt worden» daß Liebknecht und Rosa Luxemburg auf da» Scheußlichste von den Soldaten mißhandelt worden ,'clen. Liebknecht habe in der Notwehr den Soldaten in die Hand gebissen. Liebknecht wurde mit Fäusten und Gewehrkolben so schlimm zugerichtet, dnsi er zulammenbrach. Dann wurde er fortgeschleppt und imAutorrschofsen. EinSol» dat rühmte sich vcs'srn ojfeu vor dem Personal de» Eden-Hvtrl». Er erklärte, er habe sich nicht erst die Mtibe nehmen wollen. Liebknecht in Meastit rin»nlie'ern. und außerdem habe er verhindern wollen, daß Liebknecht von Moabit wieder entlassen würde. Genossin Luxemburg wurde nnch der?u»sage deS Personal» edriisnlle auf da« Fürchterlichste mißhandelt', mit Fäusten und Gewchrkolbr» auf den Kopf geschlagen, bi» sie zusammenbrach. Ct> sie»h.mächtig gewesen»der bereit» tot- geschlagen, konnte da» Personal nicht fcsistellen. Bon den Sol- datcn sei sie dann im Fiur herumgcschleift worden und schließlich ans daS vor dem Hause haltende Auto geworfen und dann vom Chauffeur, nach lcss>m Aussage, in den Kanal geworfen. Einer dee beteiligten Soldaten besaß die unglaubliche Gefühlsroheit. einen Schuh der Genossin Luxe'mburg, der bei dem Umhcrichleifen im Flur ih 001a Fug gefallen war, in der Küche de» Edrn-Hotclö auSzubietcn. VroletariafS imd w-�en uns-rerfeltS nilbt rnben, bis die Garantie aeaeben ist, daß nichts vertm'cht wird. Sie ünlersuchullg. Der„Vorwärts" berichtet, dost der Genosse Haast dem likrieflSaelichtsrat Knrtzia, der die Untersuchuna aepen die am Morde Liebknechts beteiligten Soldaten fübrt, erklärt hat:„Wir kennen uns ja, ich habe zu Ihrer Objektivität da? vollste Vertrauen." Der„Vorwärts" will mit dieser Darstellung den Glauben erwecken, als ob auch nach der Aufjasjung Haasts alles gesdhchen sei. um da? vollste Licht über die unmenschlicke Schandtat, die an Liebkneckst und Rosa Luxemburg verübt worden ist„ zu verbreiten. Haaie hat dagegen lediglich dem ihm als Berufskollegen bekannten Kriegsgerichtsrat Kurbig. der seine Objektivität hervorhob. bestätigt, dafi er ihm zntraus. alles zu tun. um in objektiver Weist die Untersuchung zu führen. Haast bat aber auch die Ansicht vertreten, dast daneben, nach dem Vor- bilde der englischen parlamentarischen U n t e r s u ch u n g s k o m m i s s i o n. ein« mit Macht» befugnissen ausgerüstete Sonderkommis- sion eingesetzt werden müsse, und zwar anS Vertrauensleuten des Proletariats, die ielbständig allen Spuren der grausigen Tat nackmehen und alle Schuldigen, die kriminellen Verbrecher und die politisch Verantwortlichen, zu ermilteln die Aufgabe hat. Da die Regieniug früher bereits eine politische Sonder- kommnsion, bestehend ans Hememann. Weinberg und Berg- mann, einaescbt bat. so kann sie sich nickst mit dem Vor- wand« schützen, das, sie iwz» nickst befiiirt fei. Wir fordern ans das Nachdruck! ickiste immer wieder eine politische Sonderkoni Mission ans Vertrauensmännern des Wähler und Wählerinnen! Nicht in der Lust der Freiheit, sondern in der Atmo spare des weißen Spreckens finden die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Wie in Feindesland unter Ludenborff. so haust jeH die Soldateska Ebert-Scheidemann-Noskes in der Heimat gegen die eigenen Boltsgenvfsen. Physisch und geistig wird die Bevölkerung terrori flert. Der fekoe Meuchekmord an Karl Liebknecht und Rosa Luremburg krönt das Werk der Gegenrevolution und ihrer rechtssozialistischen und demokratischen Helfershelfer. Aste diele Parteien rilsten mit dem Aufgebot aller Kraft, unter Einsetzung ihres gewaltigen Apparats, vo« der Nationalverlammluna Besitz zu erareifen, um das Volk wie in den 4� Kriegsfahren so auch weiterhin zu betrügen und zu knechten. Nachdem Ihnen die anch-sozialistische Regierrnta die bewaffnete Gewalt ausaellefert hat. erhoffen die bi'iroer licken Parteien vom 19. llanuar den Sieg der kavita listilchen Reaktion, die Befestigung der bürgerlichen Ordnuna. Wähler und Wählerinnen! Macht diese Hoffnungen zunichte! Keine Stimme für die Schildbalter der Gegenrevo lutlon, für die Mitschuldigen an der Ermordung Lieh: knechts und Luxemburgs. Wählt die Liste der Unabhäilligeu fozialdemoiralijchen porlei Leutfchlards Gesten d!e Mr-er. Der Protest im Reich. Leipzig, IS. Januar. Der Arbeiter- und Soldaienrat gab gestern die Parole zur allgemeinen Nicdcrlegung der Arbeit au». Dieser Ausforderung ist heut« in weitgehendem Matze Folge geleistet worden. Ein grotzer D c m o n st r a t i o n S- z u g bewegte sich durch die Stadt. Seit Frei.ag ruht der Strotzen- bahnverkehr vollständig. Hamburg, 17. Januar. Die Neuner-Kvmimssion de» Arbei- terratr» beschloß für Hamburg. Altona und Umgegend zu mor- gen. Sonnabend, den n l l a e m e i n c n A» S st a n d uno ehr grotze Kundgebung au» Sympathie für Liebknecht und Rasa Luxemburg. München, 17. Januar, Tieferschüttert von dem entsctzlichci Ende Karl Liebknecht» und Rosa Luxemburg» neigen wir un» i n Ehrsurcht vor den aufrechten Nümpicru der sozialistischen Idee. P«>IIz»ig, n d l u n g e u statt, die daraus hinzielen, e-nen allgemeiuen dcutsch-polinschc» Wafsensiillftand zuwege zu bangen. Zwei Wellen. Die letzten Hüllen sind gefallen: kalt und starr blickt mit das grinsende Antlitz der scheußlichsten Konterrevolution»nfc gegen. Was die Bourgeoisie und ibre verkappten Helfershelfer, die führenden Kreise der Mehvheitssozialisten gewollt haben, ist geschehen, Berlin hat aufgehört, das Herz der Revolution zu sein. Seine Arbeiter sind entwaffnet, das Bürgertum be- waffnet und die Stadt mit Truppen überschwemmt, die die konterrevolutionären Generale schon seik Wochen fürsorglich zusammengestellt und für die Unterdrückung der Revolution bereitgehalten haben. In de» Straßen Berlins herrscht der Terror, Auch die elementarsten Garantien der Unantastbarkeit der Persönliche keit und der Rechtsprechung sind vernichtet. Truppen des Oberbefehlshabers Noske und Weiße Garden, von ihm aus- gerüstet, brechen in die Wohnungen friedlicher Bürger«in. nehmen willkürliche Verhaftungen vor, rauben und plündern, maßen sich standrechtliche Besugnisse an. treten immer frecher und heranSfordernder als die eigentlichen Herren der HauHt» stadt auf. Die Stadt ist in einzelne Bezirke geteilt, die den Be- fehlshabern der herangezogenen und ncugebildeten Truppen« teile unterstellt sind. Ordnung und Sicherheit soll angeblich wiederhergestellt werden, die Wahlen zur National- Versammlung sollen gesichert werden. Aber trotz dieser pompösen Ankündigungen schreitet Mister Lvnch durch die Straßen und all die aufgebotenen Garden dienen nur als Kulisse für den aufgepeitschten Rachedurst des bürgerlichen Mobs und die Pogrominstinkte behördlich konzessionierter Banditen. Die Zuhälter der Gegenrevolution, die Herren Ebert. cheidemann, Landsbcrg und Noske, haben eS meisterhaft verstanden, ihren Schlag gegen die Revolution zu führen. Seit Wochen haben sie und ihre Prcßkosaken die Bevölkerung in eine panikartige Furcht vor dem„Spartakusschreck" oersetzt. Mit Lüge und Gemeinheit haben sie gegen revolutio� näre Arbeiter und Soldaten gekämpft, die anderer Ansicht als sie waren über die nächsten Ziele und Aufgaben der Nevoliition. Nicht durch Verständigung, nicht durch Eini- gung des Proletariats, sondern mit brutaler Gewalt, mit Maschinengewehren und Handgranaten haben sie die Aus- cinandersctzung innerhalb der Arbeiterschast zum Austrag gebracht. Mehr noch: sie und ihre Helfershelfer haben den offenen blutigen Kampf gewollt. Lüge xind Betrug ist es. wenn sie jetzt behaupten, sie wären stets für friedliche Alistragung der Gegensätze im Sinne und auf dem Boden der Demokratie eingetreten. Mit Worten ja. aber in Wirklichkeit vcr- hinderten sie jeden Friedenswunsch innerhalb der Arbciter- bewemin�, unterbanden die Einigung des revolutionären Proletariats, sabotierten die weitere Fortführung der Revo. liition und trieben dadurch immer weiierc Kreise des Pro- letariats in eine geradezu verzweifelte Stimmung. Als dann eine Minderbeit des Proletariats auf den Weg der Gewalt sich drängen ließ, da verhinderten sie es, daß die Vcrmittlimgs- und Verständigungsäktion der U»- a b h ä n g i g c n T o z i a I d c m o k r a t i e Erfolg hatte Tic peitschten vielmehr den Widerstand der bürgerliche» Kreise auf und riefen die militärische und politische Reaktion zur Hilfe auf. Es ist bereits mit Sicherheit festgestellt, daß ch in u tz i g e L o ck s p i tz e l h ä n d e bei dieser Vci schär» siing des Kampfes L» leitender Stelle mitgewirkt haben. Einer dieser Lockspitzel ist b-�0' entlarvt. Ter Koni» iiiaiidant der revolittionären Besatzung iin Mosiebans. D räch, der die ganze Aktion im ZeirnngSviertel iintgeleitet bat. ist als langjähriger bezahlter'Agent d e s Großen Hauptquartiers in der Schweiz festgestellt wordeil. Nicht»nisoitst wurde er von der Mossepresse in dei ziivorkoiiilliendsteit Weiie bebandelt— in gam.iusainer Gegnerschaft gegen die Revolution saudeu sich die edlen Seelen zusaiiunrn. Ter Spitzel Ludendorsss. D r a ch. war sicherlich nicht ®er esnzsgs, der M an der dfntiaen Forckeritnq der Treig- Ulsse beteiligte. Aber die Rolle, die er in der von vornherein verfehlt angelegten Aktion im Zeitungsviertel spielte, beleuchtet blilzhell die ganze Situation. Es lag im Interesse der heimlich wirkenden Kräfte der Gegenrevolution, den Machtkampf in Berlin möglichst schnell zum Ausbruch zu bringen, ihn zu verschärfen und auf ein Gleis zu schieben, das den rechtssozialistischen Zuhältern der Reaktion die Mög- lichkeit gab, einen vernichtenden Schlag gegen die revolutionären Arbeiter und Soldaten zu führen. Mit voller Deutlichkeit offenbart sich nun die teuflische Spekulation der Gegenrevolutionäre. Eine Woche vor den Nationalwahlen werden Ereignisse in Berlin herauf- beschworen, die als Vorwand genommen werden, um daS Proletariat zu entwaffnen, den Belagerungszustand äe tnero einzuführen, die Militärdiktatur aufzurichten und die Be- völkerung in eine panische Furcht vor dem inszenierten Spartakusschreck zu versetzen. Zu derselben Zeit stehen— welch glücklicher Zufall!— grohe Mengen von Truppen bereit, die, von jeder politischen Aufklarung absichtlich fern- gehalten und im alten Kadavergehorsam zusammengeschmie- dct. als„Retter der Ordnung" in Berlin einziehen, um gemeinsam mit der von R'oSke ausgerüsteten Weißen Garde ein Schrcckcnsregiment aufzurichten. Der Meiichelmord gegen die Genossen Liebknecht und Rosa Luxemburg krönt dieses teuflische Werk. Man wollte in ihnen das Haupt der proletarischen Revolution treffen, um auf dem geschaffenen Trümmer- felde daS alte System, nur in neuer Aufputzung. wiederaufzurichten. Wie ein Aufatmen geht es nach diesem Meuchelmord durch die bürgerlick)« Welt. Man glaubt sich nun von den„Störenfrieden", von den „Hetzern", von den„ausländischen Agenten" befreit. Man hofft, daß man nun, geschützt von Weißen Garden und Noskeschcn Truppenteilen, ruhig und sittsam zu den Ratio- nalwahlen schreiten könne, um die ruhige und sittsame bürgerliche Ordnung, befreit von der unangenehmen Ein- Wirkung dos Proletariats, wiederherzustellen. Hier offenbart sich der Abgrund, der das Proletariat von der Bourgeoisie und ihren Helfershelfern trennt. Es gibt keine Brücke mehr, die die beiden Welten miteinander verbindet. Alle Versuche, sie herzustellen, sind von den iml ihre Macht besorgten Kräften deS Kapitalismus und Mili- tarismuS zerstört worden. Ein Hüben und Drüben nur gilt! Auf der emen Seite das Proletariat, das sich zu einem großen Teil um die Früchte der Revolution betrogen sieht, die große Armee der Arbeitenden und Schaffenden, die wieder in die alten Ketten geschmiedet werden sollen, mit Lüg« und Betrug schon fetzt gefesselt werden. Auf der anderen Seit« die alten Kräfte des kapitalistischen Systems: das satte Bürgertum, daS um feine Kassenschränke zittert, das höhere Beamtentum, das um seine Karriere und seine Machtstellung bongt, das Irin- kertum und seine Sprößlinge, das seinen Besitz»nd sein« Machtstellung zu erlwlten sucht, das Offizierskorps, das um die Kommanüogewalt kämpft, die die Grundlage setner Existenz bietet. Zwischen diesen beiden Welten tobt der Kampf. Die Firma Ebert-Scheibemann-Noske ist nur das AuS- Hängeschild. In Wirklichkeit bat sich unter ihrer Führung die alte Welt bereits gesammelt und soweit konsolidiert, daß ein anderer Ausweg als der des offenen Machtkampfes nicht mehr möglich erscheint. Wir hätten aewllnscht. daß un» bieker 5tampf mit feinen blutigen Schrecken erspart bleibe, daß wir auf dem Wege der Demokratie zum Ausbau deS sozialistischen Staates kämen. Aber die kapitalistischen Klassen wollen eS anders. Sie wollen den Kampf. Sie wollen den Bürger- krieg. Sie wollen die Austragung deS Machtkampfes nicht mit den Waffen des Stimmzettels und der Demokmtie. ton- dern mit Hilfe von Maschinengewehren und Standgerichten. Das Prosetar'wt wird diesen Kampk aufnehmen müssen. Ihm bleibt kein anderer Weg übrig. Entweder Rückkehr in die alte Sklaverei oder Weiterschreiten auf der Bahn der Re» Solution, In welchen Formen dieser Kamvf geführt wird. kann heute noch nicht abgesehen werden. Nur eincS ist sicher: ?? wwd ein harter Kampf werden. Alle Kräfte de? Proletariats werden sich zusammenfinden. Sie werden sich nickst täuschen lasten durch die verräterische Politik der rcchtssozialistisck�n Führer. Sie werden sich zu- sammenfinden in der entschiedenen Gegnerschaft zu den Mächten der allen Welt, die sie abermals in ein Meer von Blut und Schmutz gestoßen haben. Zunächst werden sie sich zusammenfinden in ihrem Kampfe gegen die systematische Verfälschung der Wahlen zur Nalionalversammlung. Sie werden den Plan der Scheide- mä'nwr durchkreuzen. Panikwahlcn zu veranstalten, un- erhörte Wahlen, bei denen die gesamte Bevölkerung terrori- siert wird,»m daS Blut der hingemordeten Proletarier zu Mandaten für ihre Partei und daS hinter ihr stehende Bürgertum umzumünzen. Sie werden vielmehr das Herz der Revolution in die Nationalversammlung verpflanzen. indem sie Unabhängige Sozialdemokraten in das Parlament entfen.den. Tie Kräfte des Proletariat? richten aber ihre Aufmerk- stiinkeit nicht nur auf die Nationalversammlung. Für sie ist das Parlament nur eine Kamistposition unter einer Reihe anderer. Sie dringen in diese Position ein. um über- all am Platz zu sein, wo um daS Interesse deS Proletariats, um die Zukunft deS Sozialismus gekämpft wird. Sie rüsten aber auch zu Kämpfen, die außerhalb deS Parlaments geführt wevCicn, und dies namentlich jetzt, wo die Gefahr der Gegenrevolution so groß geworden ist, daß alles, was wir erobert, in Frage gestellt ist. Ein neuer Abschnitt der dentscheri Revolutian bricht an — vielleicht der schwerste, den wir zu überstehen haben. Wir geben ungebeugt und siegeSsich;? in diesen Kamvf hinein, dessen Ausgang für uns nicht zweifelhaft ist. Und bei Be- ginn dieses Kampfes gibt es für uns und für alle, die mit uns sind, nur die eine Parole: Nieder mit der Negierung Ebert- Scheidemann!. E s lebe der Sozialismus, die Einigkeit des Proletariats! Wer sind die Drahtzieher. Zwischen dem Schildhalter NoSke». Herrn.Heilmann, dem Herausgeber der..Sozialistiichcn Korrespondenz", und dem„Berliner Tagebiatt" ist ein Streit darüber ent- biannt. wer an der Ermordung der Genosten Liebknecht und Rosa Lnremburg mehr schuldig ist: die Bourgeoisie oder Oya r r 5! o• f c* Wir wollen un? in diesen häßlichen Streit der Nutz- «ießer der Sabeldiktatur nicht einmischen. Wichtiger er- scheint tmi. daß ein anderes Mosteblatt, die„Berliner Volks-Zeitung", in ihrer gestrigen Abendnummer über die Ermordung der Genossen Liebknecht und Luxemburg schreibt: „Die Möglichkeit«mes Komplotts, einer sorgsam vor- bereiteten Mordhandlung, liegt... vor. Immer stärker drängt sich diese Wahrscheinlichkeit auf. Wenn aber irgendwo die Drahtzieher sitzen, so dürften es viel härtere Naturen sein als die, welche man im sogenannten Berlin-W- Publikum findet, das übrigens durchaus nicht nur aus Bour- geois bebeht. sondern zahllose Proletarierexistcnzen in stch birgt. Sollteu jemals Drahtzieher dieses Perbrechcns gefunden wer- den, f» wird man vielleicht staunen, a«S welchen Kreisen sie stammen." Die letzten Worte klingen vielsagend, wenn auch mysteriös. Was weiß das Blatt über die„Drabtzieher"? Heraus mit der Svrackie. Wer stch nicht zu Mitschuldigen dieses fürchterlichen Verbrechens machen will, muß alles, waS zur Ermittlung der Täter dienen kann, kundtun. Wer Irägk die Schuld an der Ermordung LiebstKchls und tnxemdurgs? 1. DieSoldatrn» die sie erschlugen und crschosten. 2. Die Regierung Ebert-Scheidcmann und ihr General Noske, die Berlin der Macht dieser unaufgeklärten und verhetzten Soldateska ausgeliefert hat. 3. Die Presse» die» allen voran der„Vorwärts", mit dem Spartakusgespenst, mit Lügen und Märchen vom „roten Terror" tagtäglich die Bevölkerung und ihre Soldaten Berlins in Angst. Schrecken und Wut gehetzt hat. Dies sind die Schuldigen. Gegen den Meuchelmord. Dir erhalten folgendc Zuschrift:.Die gesamte denkende Arbeiterschaft Deutschlands steht heute unter dem tiefen Eindruck der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ich, der ich bis jetzt der Partei der Mehrheit angehöre, muß eS a!S die größte Schande bezeichnen, daß diese tapferen vor- kämpfer der Revolution von Regierungssozialisten der Reaktion zur Ermordung ausgeliefert worden sind. ES ist offensichtlich. daß Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht de» reaktionären ver- blechern absichtlich in die Hände gespielt wurden, ja man geht wohl in der Annahme nicht fehl» daß die feigen Schufte eigens zur Ausführung des Verbrechen? hingestellt worden sind. Warum hat man die Mörder nicht sofort verhaftet? Ich selbst hatte mich in den ersten Tagen freiwillig zur Verteidigung deS Reichstage? gemeldet, konnte es aber dann, nach- dem ich meine Umgebung genau gemustert hatte, mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren, unter bürgerlichen Offizieren, wie beispielsweise dem Major von der Goltz, gegen meine Genossen zu kämpfen. Junge Offiziere, mit denen ich in» Ge- sprach kam, erklärten mir. eS fei das beste, wenn das Bürgertum mit den MchrheitSjozialisten zusammenginge. Solch ein Zutrauen haben dies« Leute also schon zu der Regierung Ebert— Scheide- mann bekommen. Im übrigen kann sich heule jeder überzeugen. daß stch die Militärkaste von Tag zu Tag breiter macht. Ich habe die lebhafte Befürchtung, daß eine» Tages ein Herr General dem Herrn Noske das Kommando ans der Hand nimmt-und in feinem Sinne kommandiert. Die ausgesuchten Truppen der Regierung sind politisch vjjllig ungejchult und folgen ihren Führern durch dick und dünn. ß. M." Tie Temolralen. Da? Häuflein rodikaf-büraerlickter Politiker, da? stck, bald nach der� November-Revoluiion zur„Deutschen D e ni o k r a t t s che n Partei" zusammenschloß, hat in- zwischen reichlich Zulauf erhalten und ist mit einem großen Aufwand an Kraft und Mitteln in den Wahlkampf gezogen. Aber konnte e? zunächst scheinen, daß in diesem neuen Partei- gebilde eine, wenn auch �kleine, so doch zuverlässige, nicht allzu sehr kompromittierte Schar entickneden demokratisch gerichteter Männer und Frauen die Führung übernelimen und die politische Haltung bestimmen würde, so hat sich nur allzu bald gezeigt, daI die maßgebenden Kreise bereit waren, die politische Sauberkeit der Partei ihren Ausdeh- nungsmöglichkeitm zumOpferzubringen. Was jetzt mit viel Gelärm als„Deutsche Demokratische Partei" um Wähler wirbt, ist ein Sammelsurium bürgerlicher Politiker, als deren gemeinsames Ziel man eigentlich nur noch an- sprechen kann: Verhinderung, daß aus dem Sieg des Prole- tariats am 9. November die iozialistisclse Umgestaltung deS Wirtschaftslebens hervorwächst. Der ganze Freisinn ist geschlossen„demokratisch" ge- worden, und von den ehemaligen Nationalliberalcn hat sich wenigstens der größere Teil darauf besonnen, daß er bei der Vertretung dieser Demokratie eigentlich auch mit- machen könnte. So sind sie alle dabei: die Naumann. Müller-Meiningen. Mugdan. Schiffer. Friedberg und so weiter. Nur die Fuhrmann und Strescmann haben keinen Unterschlupf gesunden. Man versteht eigentlich nicht recht, warum. Man fand wohl die Leutchen kür allzu kompromit- tierlich. Aber man ist doch auch so in einer Art und Weise komplomitticrt, daß es auf ein bißchen mehr oder weniger schließlich nicht angekommen wäre. Sie nennen sich Demokraten. Aber gewiß nicht, weil die T e m o k r a t i e für sie ein unanfechtbarer Glaub enS iad� wäre. Wie könnte daS der Fall sein bei Leuten, die biS in den November hinein nicht einmal alle Anhänger des gleichen Wahlrechts in Preußen waren, die ziiky erheblichen Teil die Gleichberechtigung der Frauen ab- lehnten, die sich während des Kriege? so fügsam einer M! Ii tä l d i k t a tu r untennarsen. wie iic rücksichtsloser. brutaler nicht sein konnte?! Gewiß, heute zetern sie über die Diktatur, jetzt, da Ausschaltung ihres Einflusses durch das Proletariat droht. Heute veranstalten sie große Protest- kilndgebiingen gegen jeden noch so harniloien Eiiigrm in die Preßsreilieit. weil er von Arbeitern herrührt. Solange die Ludendorff und Genossen an, Ruder waren.' die bürgerliche Feiheit sckiamlos vergewaltigten, und die Prelle in der un- erhörtesten Weise schubncgclten. da muckstcu sich die wenigsten der heutigen Rufer und Schreier, denn jene Mkta- tur richtete ihre Spitze nicht gegen die Bourgeoisie, sondern gegen das Proletariat, und— ja, Bauer, das ist ganz etwaS anderes! Sind das nickst auch dieselben Leute, die ja und amen sagten zu der schändlichen Politik der alten Machthaber, als sie sich hohnlachend über das Selbstbestimmungsreckit der Völker im Osten hinwegsetzte? Die jeden als Lanseöverräter brandmarken wollten, lver die Volksabstimmung für Elsaß- Lothringen forderte als selbstverständlickw Konseauenz der Demokratie? Die selbst durch den Mund des Abgeordneten Spahn im Jahre 1916 sogar gemeinsam erklä-en ließen, sie würden für die Fortsetzung des Krieges eintreten bis zur Schaffung der notwendigen Sicherungen auch durch Gebiets- crrverbungen? Wo war bei all dem ihre deinokratiick>e Ueber- zeugung? Man kann nicht einmal sagen, daß all diejenigen, die jetzt in der Deutschen Dcmoktatiichen Partei die Führung haben, auö den Ereignissen des Novembers die Lehre gezogen haben, daß die Demokratie, die sich das Volk da erkämpfte, ein für alle in al die Grundlage des künftigen Staats ivesens birden miisje. Wohl hat dieses und jenes Parteimitglied im Brustton der Ueberzeugung versichert, daß alle Versuche. die Demokratie wieder zu beseitigen oder auch nur einzuschränken, mit allen Mitteln zurückgewiesen werden sollten. Aber neben den Verfeckstern des demokratischen. republikanischen Prinzips stehen andere von der Färbung der Güntlier, Cassclmann usw.. die erst kürzlich noch wieder auf der bayerischen Bundesversammlung der Partei aus ihrem monarchischen Herzen kein Hehl machten. Mag sein, daß diejenigen, die sich heute in der Dem- schcn Demokratischen Partei zuiammengesunden haben, von dem Gefühl durchdrungen sind, auf dem linken Flügel der Bourgeoisie zu stehen. Wirkliche, zuverlässige Demokraten sind es deshalb noch lange nicht alle. In jedem Falle wollen sie die Demokr tie nur so weit, als in ihr noch Raum bleibt für eine freie Entfaltung der vrivatkapitalisti- schen Wirtschaft, für den Prosit aus fremder Arbeir. für jenes System, das den Besitzenden zum Herrn der Besitz- losen machen muß. Die Sage um die„privat wirtschaftlich auf- gebaute Welt", sie ist im Grunde daZ einigende Band, das die Partei zusammenhält. Fernhattung aller „sozialistischen Experimente", wie inan wieder und wieder zu sagen beliebt, ist ihr das wichtigst« Ziel der Politik. Handelt es sich um Ausnahmen und Forde- rungen, die das Prinzip der Prositmacheröi bedrohen, dann falirt Herr Theokor Wolfs vom„Berliner Tageblatt nicht weniger aus der Haut als sein Kollege und Antipode Georg Bernhard vpn iwr„Bosftsckjen Zeitung". Dann schwillt in allen die sittlickx Entrüstung über die Umstürzler. Die „prioatwirtschaftlich aufgebaute Welt",— daS ist ihr Heiligtum, das unantastbar bleiben muß. Dabei ist der Sozialismus im Grund« nichts anderes als die Konsequenz der Demokratie: die Ausdehnung des Grundsatzes der Gleichberechtigung aller auch auf das wirtschaftliche Gebiet. Soll wirklich leder dem anderen gleichberechtigt fein, so darf nicht zu- gegeben werden, daß der eine als Besitzender, als zlapitailit ein fühlbares ileberoeroicht gegenüber dem anderen, dem Besitztosen, behält. Alle formale Gleichstellung der Burger durch das Gesetz kann dieses Uebcrgcwicht nicht beseitigen. höchstens einschränken. Immer wird derjenige, der über reich« Mittel verfügt, größere Aussichten des sozialen Auf- stiegs, bessere Bildungsmöglichkeiten, mehr Zeit und Ge- legcnheit haben, auf andere einzuwirken. Mit diesen Feststellungen ist natürlich nickst gesagt, daß die formale, die rein rechtliche Demokratie überflüssig wäre, solange nicht auch die Winidwft demokratisiert das mit dem Besitz verbundene Uebergewicht beseitigt ist. Aber der konsequente Demokrat darf nicht dabei stehen bleiben, oas gleiche Wahlreckst zu fordern und die Republik an Stelle der Monarchie. Er muß sich auch zur Sozialisieruna der Mrttck'ast bekennen. �„ Indem die bürgerlichen, die„deutschen Demokraten öas ablehnen, belveisen sie, daß ihr Deniokratismus durch kapitalistische Interessen bestimmt und b e- g r c n z t ist. � Wer Kapitalist ist, dem wird man eS schließlich nickst verdenken können, wenn er in seinein volitisckien Wollen bei der bürgerlichen Demokratie stehen bleibt. Mm mag man es allenfalls noch als Verdienst aniechnen, daß er sich in Gemeinschaft mit Leuten begeben lwt. denen man zu- trauen kann, daß sie Freiheit, wenn auch nicht den Sozial!«- muS. so doch wenigstens eine Politik ehrlicher Achtung der Volksrechte anstreben. Wer aber Interessen hat, die sich nicht mit denjenigen des Kapitals decken, der sollte erkennen, daß er in jenem Sammelsurium aufrichtiger und angeblicher Demokraten nichts zu suchen hat. Wer in dieser Revolntion den Anbruch einer neuen, vesseren Zeit begrüßt und mithelfen will, ihre Errungen- schaften miszubauen zum Wohle der breiten Massen, der darf nickst i�-n trauen, die die festesten Stützen der alten Macht- Haber waren, die alles raten, die Revolution zu Verbindern und die sie jetzt den Händen jener entwinden möchten, die n'ir sie ch" Leben aufs Spiel setzten. Wer als Arbeiter oder Angestellter in Abhängigkeit Vom Kapital lebt und ibm einen Teil seines Arbeilserlrages al« Profit de? Unternehmers opfern muß, wer als kleiner Selb- ständiger seine Existenz von der kapitalistischen Eniwickliing bedroht»ud fenjeit» dieser Existenz nur Unfreiheit und Arm- feliakcit siebt, der darf bei der bürgerlichen Demokratie nicht stehenbleiben. Der darf auch nicht zu den Mehr- h e i t s so z i a l i st e n, zu der Partei der Eberl-Scheide- mann-Noske'•�en, die die Geschälte der bürgerlichen Demo- traten bel�• und die konterrevolutionären Generäle zum Schutz der bürgerlichen Ordnung gegen das Proletariat, gegen die Revolution machen. Wer wirklich das arbeitende Volk zum Siege führen will gegen alle Mächte der Aus- beiitung.-des Vetruaes. des Volksverrates: wer aufräiiiiien will mit der sich immer stärker rührenden Reaktion, deren Hände bereits mit dem Blute unserer Besten besudelt sind: wer es Verbindern will, daß die Nationalversammlung unter Führung der bürgerlichen„Demokraten" und ihrer rechstS/ sozialistischen Helfersbelfer zu einer Festung der Gegen- revolntion werde— der wähle am 1 9. I a n u a r o i« L i st e d � r Unabhiingigen SrnnUdcmokrgtie. der ein'igen Partei, die auf der Wachst der Revosiition steht und das arbeitende Volk von allen Fesseln der politischen Sklaverei, vvn allem Schinutz und Blut der heiligen bürger» liehen Ordnung befreien und zimi Sozialismus führen will. Bit warnen! Die Una&iarriigc sozialdemokratische Part«! Sit für heate nachmittag um S Uhr Massenversammlungen unter freiem Himmel einberufen. In diesem Augenblick �erinnert" Herr NoSk« daran, daß.An sammlungen auf der Straße untersagt find". Herr Noß?« will also anscheinend daZ Signal zu einem Ein» griff gegen diese Versammlungen-Zeven. Die volle Dersamm» lungsfreiheit ist durch ein Gesetz zugesichert. Jede Beeinträchtigung dieser Versammlungen ist außerdem ein« schnöd« Ver- letzung der Bestimmungen über die Sicherung der Wahlen. Wir erheben deshalb den s ch ä r f st e n P r o t e st gegen die irgendeiner Beeinträchtigung der Versammlungen. Die Em� pörung über das Verhalten des Herrn SioSke und seiner Kum< panen ist bis zur Siedehitze gest egen. Dollen di« Herren ein rreues Blutbad vermeiden, so mihen sie dafür sorgen, daß die Ver sammlungen ruhig und ungehindert von Eingriffen der Sab dateska stattfinden können. Andernfalls liegt alle Schuld bei ihnen! Auf de« Spuren eines Spitzels. Dir haben in dem heutigen Leitartikel die Doppelrolle be« keuchtet, die gritz D r a ch der Kommandant der revolutionären BesatzungStn'pven im Mossehause, als langjähriger be- zahlter Agent de» Hauptquartier» in der Schweiz gespielt hat. Wie wir hören, haben der Rote Soldaten- bund und die Kommunishscfe Partei ein Gericht eingesetzt, da» sich näher mit dieser Sache befassen soll. Melhode Eberl. Die Reichsregierung Hai an die russisch« Sowjetrepierung einen Protest funken lassen, der sich gegen die Beteiligung .russischer Organe" an der SpartakuS-Bewegung wendet. Darin heißt eS: Die deutsche Regierung steht zunächst davon ab. au» diesem Grunde allen russischen Staatsangehörigen, die sich bisher frei in Deutschland aufhalten konnten, da» gewährte Gaitrecht zu entziehen, wozu sie an sich berechtigt wäre. Sie will jedoch keinen Zlveifel darüber bestehe» lassen, daß gegen alle Russen, die sich einer Unterstützung der aufrührerischen Be wegung schuldig gemacht haben oder noch in diesem Sinne tätig werden, aus da» schärfste vorgegangen werden wird. gez. Ebcrt. gez. Scheidemann. Eberl droht also, alle Russen auszuweisen. Er übertrumpft damit die gehässigsten Methoden de» alten Ludendorff-SystemS. Ein« solche Angst hat oicse«sozialistische" Regierung vor eevolutionären Ideen. den von den MegierungSlruppen abgegeben, um die Düren und Schlösser der betreffenden Bureaus zu erbrechen. Sie Rechlsfgzmlislen gegen Sie Eiviguvg. Die von den Massen stürmisch geforderte Einigung aller sozialistischen Arbeiter ist den Führern der Nechtssozialisten seh: unbequem. Mit allen Mitteln suchen sie den Gedanken der Einigung herabzuwürdigen und den Eindruck zu erwecken, als wenn nur Sondcrinteressen von Parteigrupven oder Personen den Einigungsgedanken verursacht hätten. So ha! neuerdings der bayrische Minisler Auer erklärt, daß er den EinigungS- ver'uchen das allergrößte Mißtrauen entgegenbringe und eben'o Absicht sucht die.Müuchener Post" die Arbeiter gegen den EinigungS- gedanken aufzuputschen. Aber vergeblich. Der EinigungSgedanke. der aus den Massen entstanden ist, wird auch die Massen erobern. Wer will die Giuignng de» Proletariat»? Tie mehrheitssozialiftischen Führer, die Leute vom „Vorwärts" wollen sie nicht! Unr die Unabljängige Partei arbeitet und kämpft für die Einigung der Arbeiter Helft ihr dabei! Wählt die Liften der Unabhängige» Sozialdemokratischen Partei. vonMe«. lieber die Plünderung de» Bureau» der Kürsorg«. kommission für russische Kriegsgefangene pellen wir noch folgend« Einzelheiten fest: Am Mittwoch abend gegen 7 Uhr erschien auf dem Bureau «in militärisches Kommando und zeigte den beiden Leitern ein unterstempeltes Schriftstück vor, laut welchem da» Kommando be auftragt war. eine Haussuchung vorzunehmen. Die Leiter de» Bureaus erklärten sich zu der Durchsuchung bereit und fübrten da» Kommando durch sämtliche Räum«. Tie Schränke und Schubs fächcr konnten dem Kommando aber nicht gezeigt werden, da die Abteilungsleiter in der Regel d'« Schlüssel mit nach Hause nebmen. Um das Kommando zu überzeugen, daß in dem Bureau nicht» versteckt war uns daß auch während der Nacht nicht» bei feite geschafft wird, veveinbarten die Leiter de» Bureau», daß einer von ihnen zusammen mit dem Kommando während der Nacht in den Räumen verbleiben solle. Dem wurde auck zugestimmt. Der zurückgebliebene Leiter wurde aber später ver ba stet und in da« Reichs ka n z l« rp a la i« gebracht, wo rr während der Nacht mit noch anderen Gesanpenen in einem Kelle? untergebracht würbe. Als am anderen Morgen früh gegen v Uhr die Angestellten zur Arbeit gehen wollten, fanden sie da» Hau? von Truppen umstellt. ES zeigte sich, daß während der Nacht fämtticke Räum«. Schränk« Tische und Pulte erbrochen worden waren. Der zurückgebliebene Leiter war den RegierungSvandalen anscheinend ein Hindernis. deshalb verhafteten sie ihn. um ihr verbrecherische» Handwerk un gestört ausüben zu können. Tie Zerstörungen, die w den Bureauräumen durch die Plün- derungen angerichtet sind, sind noch größer al» diejenigen«, die die RegierungSvandalen in dem Parteibureau der U. S. P. angerich iet haben. Viele Schränk? und Tische find zerschlagen, dc»gl«ichen Stühle und ander« Bureaueinrtchtung» gegenstände- Alle Akten und Schriktitück« sind wüi't nntereinanderaeworfen und zertreten worden. Am schlimmsten sieht«» in dem Lebensmittel- räum an». Hier waren Brot, Konserven, Zwieback, Tee. Ziga- retten und andere Lebensmittel untergebracht, mit denen die hungernten Kriegsgefangeiien verpflegt werden sollten. Der Raum wurde gewaltsam erbrocken, alle», wa» sich darin befand, wild durcheinander geworscn und zertreten. Tie Zwiebacksäcke wurden ausgerissen und der Inhalt tei'» gestohlen, teil» zu Mehl zertreten. Tic Tecballen sind gleichfall» zersetzt worden, ein Teil de» Inhal!» wurde geraubt, der ander« Teil zwischen Kistew brettcrn, Säcken und zerfetzien Kartonnage« zerstreut. Sämtliche Konserven, sowie für etwa flOgOv Mark Zigaretten wurden ge- Pohlen. Der angerlchlete Schaden beläuft sich insgesamt auf etwa 800 000 Mark. Sehnlich schlimm haben die OrdnungSstützea der Regierung Ebcrt-Scheidemann in dem Zimmer gehaust, in welchem sich die Hinterlassenschaften und Wertgegenstände der in Deutschland verstorbenen Kriegsgefangenen befanden. Diese Andenken, Wert- fachen. Geld und Schmuckstücke sollten an die Htnierdlicbenrn nach Rußland geschickt werden. TS ist nicht» mehr vorhanden, selbst an den religiösen Heiligtümern, die die Gefangenen bei sich trugen und die nach ihrem Tode wieder in di« Hände der Ange- hörigen gelange» sollten, vergriffen sich die Banditen. Auch hier beläuft sich der Schaden auf ungeiähr 80V 000 M. Die Plünderer haben zugleich die in derselben Etage untergebrachten BurcauS für Sodabeschaktung und die Vurcauräume der Hansaversiche-- ruiigSgcscltschast erbrochen und ouSgepiüudcrt. Auf die Talen dieser Vandale». die gegen Spartakus kämpfen, kann die Regie- rung Ebert-Ccheideinann wirklich stolz sein. Wir stellen noch eiuma! fest, daß an» dem Hause nicht ge- schosicn worden ist und daß keine Waisen, keine sogenannten Hetz« schristen in den Räumen gciunden wo den stud. Die Schiissr. die In den Nachtstunde» die Anwohner der Suaße«r schreck»«», wur- Eine schiApfiiche Rechlferiigung. In der letzten Vollversajr.nrlu.ig der Groß-Berl ner Soltaten- rät« hatte der Meh-heitSsozialist Arulu» Molkcnbuhr scharfe Angriff« gegen daS verbreche: iche Treiben der von der Regierung Ebert-Scheidemann zur Beiämpsung der Revolution auf den Plan gerufenen Gardetruopen gerichtet. Die Sozialistische Korrespon- denz des Herrn Heilmann ist mit diesem Treiben einverstanden. Sie wendet sich gegen Molkenbuhr, indem sie schreibt: »Aber BmituS Molkenbuhr ist dabei vollständig im Unrecht. Er betont selbst, daß die Berl'ner Truppen die Pflicht gehabt hätten, den Gewalttätigkeiten des Spartakus- Bundes nrn vornherein entgegenzutreten. Als am Sonntag di« Zeitungen widerrechtlich br setzt wurden, haben sie sich alle an die Kommandantur, haben sie sich alle an Brutus Molkenbuhr gewandt. Sie haben mitgeteilt, daß die SpartakuS-Häuflein. welche die Zeitungen besetzt hatten, ganz klein seien, und daß man mit ein paar Dutzend entschlosselKr Leute d:n ganzen Aufruhr im Keime unterdrücken könnte. Die S ntwort der Kommandantur gegenüber allen Anfragen bl eb die gleiche, sie habe keinen einzigen Mann zur Verfüaung. den sie für die Wiedrrbesetzung der Zeitungen aussenden könnte." Diese schimpfliche Rechtfertigung der in den letzten Tagen ver- übten Danditensl reche der Reg erungStruppen entspricht durchaus dem Charakter des Herrn Heilmann. Er war während de» Krirge» einer der wllsten Hetzer—, mit dem Ruie: Ich gehe zu Hindenburgl hat er sich offen zum Militarismus be- tannt zu einer Zeit, wo Hunderttausende Soldaten und Proletarier nach Besreiun-g von dem mörderischen Militär» system lechzten. Er hat die Internationale mit Schmutz beivor- ien. er bewirft die Revolution mit Schmutz. Er billigt die Schreckenstaten der weißen Garde, er wirft seinen Kot gegen diejenigen, die sie verwerfen. Und nannte sich weiter Sozialist, d r ZvWilier der Militarist! cten Reatticn. Er lügt, indem er behauptet, die Truppen hätten gerufen werden müssen, um Ordnung" zu schassen. Tenn er weiß, daß verhandelt werden stjllte. daß sich die Regieruna aber auf Verkandlun-an nicht ein- lieh, weil e» ihr aus eine bruwle Machtprobe ankam. Er muß lügen, well ec gegen dl« Revo'utwn. gegen den Sozialismus, oe-v» di? Arbeiter ist. Er verkommt die Schreckenstaten der Soldateska nicht, weil sie seinen ureigensten Wünschen ent- sprechen. Offener V?ief. An meinen langjährigen Arbeitskollegen Herrn Wilhelm Richter, z. Zt. Polizeipräsident in Berlin. Lieber Wilhelm! Du suchst den Mann, der daS Bürgertum beunruhigt hat, Du suchst Krrl Liebknecht, den Mann, der al» Erster den Mut hatte, den Kriegstreibern«ntaegenzunrbeiten. Du suchst den Mann, der, wi« au» einem Schreiben Liebknechts an den Reichs- tagSpräsidenten hervorgeht, unter den Genossen im Parlament der Erst« war. der gegen die Kriegskredite stimmte, der all den Betrug und auch all da» Elend, das über unS gekommen ist, al» Erster voraussah. Du suchst den Mann, der den Mut battc, «mitten deS SiegcStaumelS im Interesse der Proletarier der Regierung ein»Halt" botl Du suchst den Mann, der mit Rat und Tat dabc.i war, die Monarchisten zu stürzen und der jetzt im guten Glauben, nicht für sich, wie jene Kriegstreiber, sondern ür da» Volk etwas Gutes, etwa» Notwendige» zu tun, zu Mitteln greift, die zur Joi» nur Wenige für gut halten. Und du, gerade Du, al» echter Pdoletarier. Du suchst den.Spartakus", den Sklavcnbefreicr.— Hast Du, lieber W-lhelm, auch den.Auftrag, diejenigen zu suchen, di« an unserem Elend Schuld sind? Oder ollst D» einstweilen nur diesen Sünder suchen, damit nach dem 18. Januar«in.Bürgerliches Gericht", eine bürgerliche Regie» rung, Roche nimmt an einem Mann, der di« Wahreit sah und agte?! Hast Du nur diesen Auilrag. Wilhelm, io werde nicht zum Henker eine» Deiner Brtider. Tu haltest nie etwa», wa» andere für Dich behüten mußien. Tn Haft nicht Geld und Gut. Laß seile ibr Eigentum schützen, laß Dich nicht wie andere Elenden von der Höhe, ans der Du nur scheinbar stehst, verblenden, werde lein Heuler I Komm' zurück an Deinen Arbeitsplatz, komm' wieter an meine Seite, wenn Du nichts Bessere» tun soft, bleib» lieber unter uns! Bedenke, wie oft ich in der Werkstatt � der rohen Gewalt weichen mußte. L'ehe�t Du D'ch nicht selbst'bin- mal in berechtigter Erregung hinreißen, ciiien Kollegen blutig zu schlagen! Blieb ich nicht eben nur deshalb Sieger, weil ich nicht mit denselben Mitteln antwortete, blieb ickst nicht Sieger gerade deshalb, weil ich momentan nachgab?— Wie oft habe ich im Frieden wie im Kriege Dich und anderen an einen Ausspruch meiner Mutter erinnert, einer einfachen Frau, die nicht einmal die Schule besuchte wie wir. Ibr und mein Leitsatz war immeri .Der Klügste gibt nach." Prüfe, lieber Wilhelm, was Du tust— prüfe! Mit Gruß Dein langjähriger Kollege und FreunV Karl Albrecht. Das deliische Friedewprogramm. Die Reichsregierung verofiewlicht Richtlinien, an dl» sich ihre Vertreter an der Friedenskemiereiiz balten sollen. Nachdem Deutschland da?.Wilsonsche� Programnt angenommen habe, müssen sie zu dessen Durchführung alles Er» sonderliche tun: sie können aber andererseits Forderungen ab» lehnen, die über jenes Programm hinausgehen. Der Weiter- führung eines Wirtschaft?, kriege» nach Friedensschluß werde sich Deutschland widerlegen. Es müsse unberzüglich eine auf Billigkeit und Gerechtigkeit beruhende Vereinbarung auf gegenseitige Einfuhr von Roh st offen und Lebens- Mitteln getroffen werden. Auch seien die Fragen ddl Arbeiter schütze« und der Arbeiterversicherung auf der Grundlage der auf den letzten Internationalen Kon« gressen gefaßten Beschlüsse zu regeln. Deutschland sei bereit, ab» '/rüsten und habe durch die Ausführung der Waffenstillstands» l. dingungen seine Abrüstung im wesentlichen schon vollzogen. Die Heim'endung aller gefangenen Deutschen sei z« fordern, ebenso die Wiedereinsetzung Deutschlands in seine kolonialen Rechte Unter Anerkennung deS Selbst- bestimmungßrechteS der Völker müsse gefordert werden, daß �e» auch zugunsten de? deutschen Volkes angetoendei werde. Dies gel'e insbesondere für die polnische und«lsaß-lothrin» gische Frage. Die Errichtung de» Völkerbünde» werd» einen Zustand dauernden Frieden? verbürgen. Verlegung des Haupiqusriiers. Es wird mitgeteilt, daß die Oberst« Heeresleitung gegen! Ende diese» MonatS in etzie Stadt im östlichen Teile Deutschlands verlegt wivd. Dann wird wohl auch der groß« Feldzug gegen di« Pole» beginnen, t:i dem die Herren Offiziere größer« Lorbeeren zu ernten hoffen, al? im Kampf gegen die Arbeiter Berlins." Generalstreik in Schlesien? Beuthen, 17. Januar. Auch in der heutigen Verhandlung zwischen den Arbeitgebern und Aibeitnehmern der ober- schlesischen Gruben sowie dem Berg- und Hüttenmänm- scken Verein und dem Minister Hirsch über die von den Arbeitern geforderten 800 Mark Entschuldungszulage wurde dieses Verlangen, da e» in keiner Weise begründet ist, abgelehnt. Da eine Einigung nicht zustande kam, die Debatte aber in» Uferlose ging und t u m u l t a r i s ch wurde, verließen die Regierungs- Vertreter den Saal. Der General st reik dürfte vor der Tür stehen. Tie Vertreter tzer„Nrbeiter-Regierung" Ebert-�Scheiöe. mann verhandeln nicht mit Arbeitern. Sie„verlassen de» Saal". Die Wühlen in VÄttemberg. Da« Ergebnis In Württemberg bedeutet einen kräftigen Ruck nach link» seit der letzten Landtagötvahl 1812. Während der An- teil deS Zentrums und der Demokratischen Partei(mit National- liberalen) um IL.S Prozent zurückgegangen ist, ist der Anteil i»?r Konservativen Partei um 0,6 Prozent und der der Sozialdemokratischen Partei und der Unabhängi» gen Partei um II. 8 Prozent gestiegen. Bei den Wahlen zur Württombergischen Nationalversamm- lung. bei denen die Unabhängigen 4 Sitze errungen haben, ist u. a. die Genossin Clara Zetkin gewählt worden. * Gegen den Einmarsch in Polen. Berlin, 17. Januar. Humanitö tadelt die Entschließung der Alliierten, Divisionen nrch Polen zu schicken und die Eisen- bahn Danzig— Thorn zu besetzen. Das Blatt schreibt: U n- er s ä t t l i ch ist das Oberkommando der Alliierten. ES kann sich nicht damit beruhigen daß das Ende de» Kriege» gekommen ist. Alle» gibt ihm Vorwände, um ihn zu ver- l ä n g e r n. Uebrigen» ist e» augenscheinlich, daß die Jnter- vcntion in Polen weniger eine Hilfe für Polen al» für die polnische Großbourgeoisie ist. Aber auch in Deutschland können sich viele noch nicht daniit beruhigen, daß das Ende des Krieges gekommen ist. Deshalb schreien sie nach dem gewaltsamen EinÄteifen gegen die Polen, betreiben die Bildung der Ost web r. bei der es nur nach„Pertrauensincinner" und keine Sol» datenräte gibt, und wo sie so unumschränkt herrschen können wie vor dem 9. November. Sie neue sächsische Regierung. Der VolljfiigSrat de» LaudcSrats Dresden betont in ci.ic» längeren Erklärung über den Austritt der Uuabhüngigen au» der sächsischen Regierung, daß die ncue einhci licbe Regierung in Ucbercinstimniiing mit der Politik Ebert- Scheidemann arbeiten werde. Es bedurfte nicht erst dieser bc'onderen Versichcrunq. um zu wissen, daß die sächsischen Mi» nister sich mit ihrer Politik auch aus der abschüssigen Bahn befinden. Das sie mit dem Tode bestrafeu. lieber Straßburg iWestpr.j wurde von der 3S. Jnf.-Div. der Belagerungszustand verhängt, angeblich, wegen«sparialistischer Umtriebe". Es wurde durch Plakate in deutscher, polnisch/r und russischer Sprock� bekannt gemacht, daß die Abreißung von Pirka- tcn der Bevölkerung unter Todesstrafe verboten ist. Wird der Täter nützt ermittelt, so hat die ganze Gemeinde dafür zu büßen. Und was sagt die RcichSregicruna dazu? Unser Gcwhbistnnnn brachte solch ei» Plakat zur Reich»- kanzlci. Es wurde ihm abg cnom ltzen und zerrijjeu mit der Bemerkung:„DaS ist ja altl" KandldalenWen der II. S. p. (Unabhängige Sozialdemokratische Partei) iür die Aalionaiwahien am IS. Zauuar MS. Wahlkreis Verlin 1. Emil Eichhorn. 2. Hugo Haase. 3. Gustav Laukant. 4. Luise Zieh. 5. Richard Herbst. 6. Margarete Wengels. 7. Dr. Hermann Weyl. 8. Dr. Siegfried Weinberg. 9. Agnes Fahrenwald. 19. Hermann Müller. 11. Alfred Schwahn. 12. Hermann Clajus. 13. Karl Siegle. 14. Wilhelm Thiel. Wahlkreis Regierungsbezirk Potsdam 1 bis 9 (jinrfflht die früderen Reichstagswahlkreise: Westpngnitz, Ostprignitz, Riippin-Tcmplin. Prenzlau-Angermünde. Ober- barnim. Niederbarnim. Potsdam- Spandau- Osthavelland, Brandenburg, West-Havelland. Jüterbog, Luckenwalde, Zauch-Belzig). 1. Paul Brühl, Metallarbeiter, Lichtenberg, 2. Wilhelm Staad, Schuhmacher, Potsdam. 3. Dr. Rud. Breitscheid, Schriftsteller. Wilmersdorf, 4. Oskar Wihke, Stadtverordneter, Lichtenberg, 5. Frl. Marie Schüler, Freienwalde a. d. Oder, 6. Emil Olm, Werkmeister, Velten. 7. Richard Küter, Werkmeister, Karlshorst, 3. Ernst Behnke, Metallarbeiter, Reinickendorf-Ost, 9. Adolf Buhl, Bureauangestellter, Staaken. 19. Hans Plettner, Soldat, Perleberg. Wahlkreis Regierungsbezirk Potsdam 19 kumfaht Teltow BeeSkow. Charlottenburg, Schönebcrg- Neukölln). 1. Zubeil, Frih, Berlin. 2. Frau Böhm, Schöneberg, 3. Freigang, Max, Treptow. 4. Lachmund, Wilhelm, Neukölln, 5. Haafe, Hugo, Berlin, 6. Herzseld, Dr., Josef, Halenfee, 7. Künstler, Franz, Neukölln. 8. Reimann, Niederschöneweide. 9. Neumann, Erwin, Adlershof. AuskuufkssteUen über Wahllokale. Um den Wählern, denen ihr Wahllokal nicht bekannt«N,«u«. lunft zu erteilen, wo sie zu wählen haben, sind in den einzelnen Kreisen Auskunftsstellen eingerichtet. An folgenden Stellen wird am Wahltage Auskunft gegeben: 1. Kreis- Kon topp, Roßstrahe Ecke Fried- Burchhardt, Kloppstockstr. 48. richSgcacht. Polle. Mittelstr. 3S. Rißmann, Französische Str. SS. Schulteß. Molkcnmartt 7. 2. Kreis; WicmerS, Bülowstr. 58. Bittner,(Sneisenauitr. 66. Locrich. Puttkaincrstr. 9. Liepke, Plau-Ufer 75. Karl Meyer, Lützowjtratze 7, 3. KrrtS: - Wcgcner, Schdelstr. M. Gicbler, Luckauec Str. 6. KewerkschaftShauS. Engel-llfer. Fehfara, Melchiorstr. 15. Baum. Stallschreiberstr. 47. Kreis: Hübnee. Grüner Weg 66. Kuhn, Posencr Str. 10. Dietrich. Romintcncr Str. 46 Huth, Warschauer Str. 61. Rosin, Gubener Str. 19. WiltbauS. Petersburger Str. 5. Kirsch, Petersburger Str. 81. Rekow. Rigaer Str.»4. Buich. Til fiter Str. 27. Rott, Strahmannstr. 27. Zipke, Heidenfeld. Ecke Eberty. firaße. Ratsch, BraunSbcrger Ecke Gotdaper Straße. �Porwerk. Allcnstcinstr. 38. Vogel, Britzer Sir. 46. Geißler. Waldcmarsir. 32. Rotte, Hollminnstr. 37. .Kotitz, Brandenburgstr. 22. Präske. Prinzenstr. 23. 4 Eifert, Oranienstr. 196. Jäkel, Glogauer Str. 5. Rohnke» Grünauer Str. 17. Sommer Wiener Str. 26, Licr, Naunhnstr. 9. Philipp. Wrangelstr. 12� Engel, Oppelner Sir. 47. Hensel, Falkensieinstr. 19. Schulz, Grüner Weg 109. Tcidt, Krautstr. 36. Goldbach, Fricdrichsberger Straße 27. Wolf, Höchste Str. 10, Fcllenbcrg, Caprimstr. 20. Schwarz Lange Str, 53. Trcnnert, Carnien-Sylva Straße 55. Schuch, IabloiiZIistr, 9. Tanke, Winssir. 12, Gallas. Barnimstr. 20. Göttling, Prenzlauer Str. 29. a. Adermann Ehoriner Str. 16. Kurzrock. ZionSkirckplatz■6. Bunge, Kastanien-Allee 9-i!ÜC. Hayn, Wörthcr Str. 15. Kluge, Danziger S-r. 71. Mahnkopf. Grcifenl agener Ecke Enrineu-Snlva-Straße. Willy Hoffmann. Lychener Straße 8. Lachmann. Bore.helmer Str. 86. Burow» Schievetbeiuer Str. 10. Hübner. Gaudystr. 16. Rcbatz, Kopcnhagencr Str. 26. Rehmsch, Swinemünder Str. 51. Hcnckel, Usedoinsrr. 18. Thomas. Gartcirstr. 71. Echlegelstr. 9. 5p Kreis- Clement. Sophienstr. 6. Menzel, Kl. Auguststr. 14. Schneider. Marienslr. 9. Thiel. Rückertstr. 7(Zentrale Tel. 91. 1093). KrriS: Waldt. Pflugstr. 5. Faber. Ttcphanslr. 11. Paersch. Oldenburger Str. 10. Petermann. Havelberger Straße 15. Lausch. Bredowstr. 35. Katt. Tegeler Str. 26. Friedrich. Gerichtstr. 19. Schulz. Stettiner Str. 52, Fritsch. Drontheimer Str.«. Möbel. Maxstr. 12. Heise, Brüsseler Str. 25. Backhaus. Togostr. 8. Beyer. Müllerstr. 126. Pilz. Stostocker Straße 27. «oll. 2474; Zur Wahl. Die Wablhondluna beginnt am morgigen Sonntag vor- mittags 9 Uhr; sie �dauert bis 8 Uhr abends. Denke nimmer, ich komine noch zurccht, wenn ich möglichst spät geh«. Diese Ansicht ist falsch. Die Wählerzahl in den einzelnen Wahl- lokalen ist so groß, daß ununterbrochen gewählt werden muß, wenn alle zur Wahl Kommenden zu ihrem Recht kommen wollen. ÄuS diesem Grund« ergeht an die Wähler die Aufforderung: Geht möglichst frühzeitig zur Wahl! Um nicht wieder zurückgeschickt zu werden, versehe sich jeder Wähler, jede Wählerin mit Legitimation. AlS solche gelten Militärpapiere. Steuerzettel, Mietskontvabt u. a. Stimmzettel werden beim Eintritt in das Wahllokal von den dort stehenden Stimmzetteloerteilern ausgegeben. Die Liste der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei beginnt in Berlin mit den Namen Eichhorn— Haase, in Niederbarnim mit Brühl, in Tcltow-Beeskow mit Zubeil. Wer sein Wahllokal nicht kennt, erhält an den hier veröffentlichten Stellen Auskunft: außerdem sind die Walstlokale an den Säulen amtlich bekanntgegeben. Beim Eintritt in das Wahllokal wird jedem Wälster ein amtliches Kuvert emgebändigt. In dieses Kuvert wird in der Wahlzelle vom Wähler der Stimmzettel eingelegt und zwar obne zu schließen. Dann begibt sich der Wähler an den Wahltisch, nennt zuerst seine Wohnung, dann den Namen. Wirb die Legiti- mation verlangt, so muß dieselbe vorgezeigt werden besser ist es, jeder bat die Legitimation schon in der Hand. Stimmt Wobnung. Name und genügt die Legitimation, so gibt der Wähler dem Wahtoorstart�!' da? Kuvert mit eingeschlossenem Stimmzettel, und der Wahlakt ist beendet. Es darf nur ein Stimmzettel in das Kuvert gelegt werden. Di« Gcmptsache aber bleibt: Gehe jeder Wähler und jede Wahlberechtigte zur Wahl! Politische Rechte soll man nicht preisgeben, sondern das Proletariat muß alle Macht- Positionen in'feinem Sinne ausnutzen. » Wer ist wahlberechtigt? skeder über 20 Jahr« alt« männlich« oder weibliche Staate» angehöripe hat heute da? Wahlrecht. Möge er von diesem R�cht den richtiaen Gebrauch machen. Das tut er, wenn er die Liste der Unabbängigen sozialdemokratischen Parte: abgiebt Bon der Flugzeugmeisterei Mershof. Die Kopflosigkeit der Regierung, die auf das bloße Stich» wort SHartakus hin, sich zu den tollsten Streichen verleiten läßt. demonstriert recht drastisch die Besetzung der Flugzeugmeisterei durch die Regle rungStruppen. die auf Befehl RoSkeS erfolgte. AlS Grund wurden spartakistische Neigungen de? dortigen Solda- tenrat» anaetührt. Dies« Denunziation ging offenbar au« von früheren Offizieren, die groß« Unterschleif« an Lebensmitteln, die für den Konsum der dort beschäftigten Arveiter und Arbeiterinnen bestimmt waren, begangen haben. Eine Reihe Offiziere«»hielt reaelmäß'g alle erdenklichen Lebensmittel durch Soldaten in die Wohnung gebracht. Do bekamen beispielsweise Leutnant Zander, der militärische Leiter de? Arbeiterkonsums, Major Wogenführ. Hautmann Schmidt u. a. wöchentlich einige Mandeln Eier, Gchin» ken, Speck. Wurst, Butter, Fleisch, ein paar Torten, Wein und täglich frische Semmeln vom reinsten Weizenmehl. Von dem durch den Konsum erzielten Ueberschuß wurde m der Nähe Lüb- den» ein Gut gekaust, das einige Offiziere all ihren Herrensitz ansahen. Sie pflegten dort die Jagd und gingen ihren Vergnü- gungcn nach. Als der Soldatenrat diesen Schwindel entdeckt«, hat er in humaner Weise die Schuldigen nur«ntlaisen. statt sie zur Rechenschaft zu ziehen. Dafür haben sie ihn nun verleumdet und die Regierung ist darauf hereingefallen. Mit dem Tage des Einzugs der Negierungstruppen in die Flugzeugmeisterei wurde die bis dahin in musterhafter Weise für Ruh« und Ordnung sorgend« Wachmanschaft, durchweg ältere, zuverlässige Leute, ihres Postens enthoben und Diebstahl, Raub und Plünderung waren seitdem an der Tagesordnung. Vertrauensleute der Wachmannschaft haben mit Noske und dem von der Regierung eingesetzten Kommandanten Hauptmann Braun Verhandlungen angebahnt, die, wie in einer Versammlung der Soldaten berichtet wurde, zu dem Ergebnis führten, daß die Wachmannschaften wieder in ihre alten Rechte eingesetzt werden sollen. Tie Verhaftung de« GoldatenratS erfolgte ohne feden materiellen Grund. Die Freilassung ist inzwischen erfolgt bis auf zwei Mitglieder, die Genossen Petersdorf und Dabert, über deren Aufenthaltsort weder Noske noch der Kommapndant Hauptmann Braun Auskunft geben konnten. DaS sind wahrl ch anarchistische Zusiändel Alte Methoden. An die sozialistilche Zeit erinnert der jetzt mn aller Wucht einsetzend« Feldzug gegen die.Spartaciden", wie er so schön in der bürgerlichen»nd mehrheitSiozialisttschen Presse heiß». AlS im Jahre 1878 die Attentate aus den damaligen Kaiser Wilhelm l. verübt wurden und Bismarck das Sozialistengesetz durcheedrückt hat!«, begann eine wüste Hetze gegen die Sozialdemokratie, ein Kesseltreiben, tuic c» noch nicht dagewesen Jeder Sozialdemokrat wurde mit Mördern und Räubern aus eine«tust gestellt und rück« ficht?!?« verfolgt. In Bildern wurden unsere AnHanger mit auf- gedunsenen Gesichtern und Schnapsnase mit struppigem Haar, die Petroleumfackel in der Hand zum Entsetzen des Bürgertums als das Sinnbild der Verimlderling und Verwahrlosung dargestellt. Wenn heute irgendwo ein Schuß fällt, ist der Schießer sicher ein .Spartakist" oder wenn irgendwo ein Einbruch verübt wird, so kar-n man sicher sein, daß« den.Spartacideu" in die Schuhe ge- schoben wird. Gewiß scbmuggeln sich heute mehr denn je in die sozialistischen Parteien auch zweifelhafte Elemente ein. und nach der Revolution ist dos in besonders starker Weise per Fall. Für deren Taten aber ollgemein eine politische Richtung oder eine Partei verantwortlich zu machen, galt noch immer dS ein« niedrige Kampfesweise und kennzeichnet lediglich die Angreiser Roch niedriger ist. bewußtlos Bedaupduiigcn gegen Personen zu erheben, die sich nicht verteidigen können. « Der Oberbefehlshaber No«t« veröffenilicht eine Bekanntmachung. nach der all« Ansammlungen auf»er Straße verboten sind- Auch dies« Anordnung ist nach altem Muster gestrttg-. .Wo ihrer Drei beisammen stehen, Da iolln'n sie«nukuwnderaeh'n.' Im Reichstag bat der fogenaunie steiwiMge HekferbienK ssd Quartier aufgeschlagen. Er hctt verschiedene Abteilungen ein gerichtoi. Nachdem im Polizeipräsidium Genosse Eichborn mit de polnischen Polizei aufgeräumt hat, bat sich hier eine sogenannte Kriminalcchteilung aufgetan, die auf Anruf oder auch auf Denun» ziation hin bei«nzelnen politisch bekannten Personen erscheint und nach Herzensluit haussucht, ohne überhaupt eine Bollmacht vorzuzeigen. Kürzlich erschienen sie bei einem Genossen Bruhne in der Ritterstraße, um bei ihm nach Eichhorn zu suchen. Die Soldaten sahen bald, daß sie von einem Herrn Thieme mißbraucht werden sollten, der aus Rache den Genossen Bruhne denunziert hatte, und gaben ihre Bemühungen bald auf. Sie sollten sogar Eigentum von Bruhne mitnehmen. So schlimm haben die frühe- ren Machthaber nickt gewütet. » Der Ausweis wird jetzt von fedem Straßenpassanten gefordert. Die Straßenbahnwagen werden angehalten und die Fabrgäsle nach Waffen durchsuch!, auch wird von jedem Ausweis verlangt. Wir hatten gestern das Vergnügen, auf unserem Wege zur Redaktion nicht weniger als dreimal nach dem Ausweis angehalten zu werde»». Der Protest w Berlin. Die rPotestkundgebungen der Arbeiter gegen den Meuchet. mord an Liebknecht und Frau Luxemburg und gegen die Meuche- lung der Revolution durch die RoSkegarde mehren sich. Es haben in diesem Sinne be'chlossen: Die Arbeiter der Flugzeugwerke Lichtenberg räte der Firma C. L. Lorenz in Tcmpclhof einstimmig die Arbeitsniederlegung: die Arbeiter von Stock in Marienfelde be- schlössen ebenso. We ter schlössen sich dem Protest an: Di« Arbeiter der Firma Beling u. Lübke. Die Stadt und die Arbeitslose«. Wie die städtische Gutsver- waltung mit Arbeitslosen»»erfährt, davon ein Beispiel. Ein Arbeitsloser erhielt vom städtischen ArbeitSnvchiveiS Arbeit bei der Gutsverwaltung in Falkenberg nachgewiesen. Di« Gutsver« waltung hat die Einstellung des Mannes abgelehnt und folaendeu Vermerk auf die Karle geschrieben:„Geweidet, jedoch nicht ein- gestellt, we l wegen Diebstahl bestraf»." Wie uns berichtet wird. liegt die Strafe 10 Jabre zurück, die Straf« muß also nack den erlassenen Bestimmungen in» Strafregister gelöscht seim Es»st unerhürt, wie eine städtische Verwaltung mit Arbeitslosen ver« fährt. Im Theater in der Köniaqrätzer Straße wird gegenwäriig Wilhelm StücklenS neneS Schanspiel„P n r v u 8" vorbereite� dessen Uraufführung Ende diese» Monats stattfinden soll. Aus den 0rqanNat!s?en. Stegkih: Wahlbureau U.S.P. Pichottka, Bergstraße 9. Wahlhelfer werden noch dringend gebraucht. Meldungen dortsekbst Sonntag früh 8 Uhr. Trmpelhvf. Heute Flugblattvcrbreitung.— Morgen, am Wahltag, haben wir fo'geud« Lokale als Wahlburea»» für unsere Partei: 8., 4.. 5., 6. Bezirk bei A. Hoffmann, Werder. Ecke Kaiserin-Augusia-Straße, 1. 2., 7., 8. bei Hansen. Borussiastr. 62. 9. Bezirk bei F. Happel. Germaniastraßc Ec�c Goiilieb-DunM» Straße. Wir bitten alle Parteigenossen, sich in diesen Lokalen zur Wahlarbeit einzufinden. Pankow. DaS Z e n t r a l w a b l b ur«au der U. S. P. be- findet sich im Restaurant«Zum Kurfürsten", Berliner Straße 162 Alle Genossen und Genossinnen, die bei den Mahlarbeiten Wolken und ri-xf, nMit einoeteist sind»vollen sich am Sonntag mora«n< 8 Uhr im.Kurfürsten" einfinden. K elu,«n. machung betreffend Wahl zur verfassmi siebenden deutschen Nationalversammlung. Nach Z 87 der Wahlordnung vom 80. November 1918 hat jeder Wähler seinen Siimmzettel in einem«»ntlichen Nnischlag» dem Wahlvorstande zu überreichen. DaS Hineinstecken det Stimmzettel» in den Um'chlag muß so geschehen, daß der Wäh ler dabei von dritten Peronen nicht beobachtet werden kann. Zi diesem Zweck- wird in jedem Wahlraume ein Jsolie-raum sWabl zelle) hergerichtet, in welchen sich jeder Wähler begeben m»>ß bevor er an den Wahltisch tritt. Die Aushändigung der Um, schlage erfolgt einzeln am Eingänge zu der Wahlzelle. De» Wahlvorsteher darf niemanden zur Stimmabgabe zulassen, welche, nicht vorher in der Wahlzelle gewesen ist. Damit die Wahlen einen ordnungsmäßigen Verlauf nehmen, ist dringend geboten die Beachtung der folgenden Ordnungs-Vorfchriften: 1. Die zur Stimmabgabe erscheinenden Wähler nehmen einzeln hintereinander nach der Zeitfolge ihres Eintreffens Auf- stellung und rücken so allmählich zu der Wahlzelle heran. Bei größerem Andränge ist e» wün'chenSwcrt, daß das Hintere Ende dieser Wäh�erkctte möglichst weil vor dem Eingänge zum eigentlichen Wahlr-ruwe gebildet wird, damit«in Ge» dränge an dem Eingange vermieden und denjenigen Wäh- lern, welche ihre Slimme bcreils abgegeben haben, taZ Ver» lassen de» Wahlraumes nicht erschwert' wird. 2. Eine Uebgrjüllung des Wahlraumes, durch welche das ord- nungSmäßig: Herantreten der Wähler zur Wahlzelle oder das Verlassen de? Räume» ericktvert locrden könnte, muß— insbesondere in der Zeit von 7 bis 3 Uhr nachmittaiS— ver« mieden werden. ES empfiehlt sich dav�-. daß im allgem",!?« jeder Wähler, welcher seine Stimme aeg geben hat. de,. W.»hl- räum sogleich wieder verläßt, sos.'rn nicht ausreiche»d P atz zu weiterem Aufenthalt vorbanden»st Der Raum vor d m Voritandstische und den Wahl-ellen muß allg Fälle-rei' gehalten' werden, damit der Wahlvorsteher die Wahlzellen ubgrseben kann. 3. Den im Interesse der Aufrecht, rhaltnng der Ordnung vom Wahlvorsteher gegebenen Anordnungen ist unbedingt Felge zu leisten. 4. Zur schnelleren Auffindung de» Wählers in der Liste dient e«. wenn derselbe zuerst seine Wohnung«nd dann den Ni»i"en nennt. Hierbei weisen wir darauf hin, daß ein glrich. zeitige» Erscsirinen zusam mrngrhSrrndcr Fai» lirninitgl irder gleichfalls sehr zur Vesästcunigung der Wahlhandlung bei- tragen wird. 5. Jeder Wähler, welcher e» ermöglichen kann, iibe sein Wahl. recht in den Vormittagsstunden zwisch-m 9 und 12 Uhr auS. 6. Da nach Vorschrift dgr Wahlordnung die Abstimmung pünkt. lich um? Uhr für geschlossen zu erklären ist. auch wenn sich noch Wähler im Wahlraume befinde", welche ihre Stimm« noch nicht abgegeben haben, so w'rd dringend empföhle», niög, lichit frühzeitig, spätestens aber Avischen 7 und>j8 Uhr im Wahlraume zu erscheine». Wir haben da« Vertrauen zu den Wählern, daß si? diese Ordnungs.Vorfchristen auf das genmieile bcfolgcn und» Ich« Personen, welche etwa auS Unkenntnis hiergegen verstoß n, auf den Inhalt dieser Vorschr ften aufmerksam machen. Berlin, den 10. Januar 1919. Magistrat. Wecmulh. «eronlworllich für die Redaktion: Alfred«lelevp. ReukSNn.- Druck der Lwdendluckerei und Verlar'»gefelllchast m. d. H. Sckikfbauerdamm 19.