kwzesprels 10 psg. A».JwHjtlf*«tfifjelnl wffTjfl«» mit nachmlftaa», m B« S«z»g»prei, SutrÄjl l»> ftt.rr Zustellung ins hnlqui direktem Postbezug odnr Vestellgebühr monatlich 2 M, i'e>.Zl? vi»»jeeid-it» ist in den ersten Nachtrag der postzeitul Redaktion: Berlin NW. B. Tchlffbanerdamm 1» III. Lerniprechrr: Amt N.rdeo L«i»s und«Sva. X Inserate kofirn dl» st»den»espalt. NanpareAezesse»der deren tsamn 1v Pf,„Ttkelne Anzeigen» da» f-t,g-dru.t,« wort 30 pf, jede» weitere wort>3 Pf. I-u-rnng-zuschlag 30 V Bei Familien» und versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Infetatr fstr den darauf» beenden Tag müll-n spätesten» di, 3 Uhr nachmittag» dei der Tsp-dition aufgegeben sein. erpeditio»! vrrlw NW n. echiffvtttierdttliim I». Sttnipicchcr: Um» Norden»7«» fi!>enS,/lusgabe berliner-Orffan bov VmMjä'miaen Soßalömofmtie S>eutfcf)lani>s �ÄWUMÄeKW Jahrgang 2 Donnerstag, öen 25. J-z. uar 1010 !«»»> W»I> H I>1 Bl 11 Mli 1 I 1'l'il III HIHIHI uimiM" Nummer 40 »WWWM�?57�'" eine Preisgabe des Sozialis Dcr relzger:liizs,ii�ni»« hilm�ars. Hamburg, 22. Jeinnar. Tie? m i l i ch e PrvklamierunH de» V«iagetung»äujuiiid«t iautel iolginvermaben: �Hernorgeruten durch die heutigen Treigniffe ist der De- lagcrunl>»zuil»nd über Hnuiburg veldäugi moibcn? Tnt Pudiilurn kann ruhig seincr B«sri>äs>ig»ng naehgehen in den Tagesstilnden»an morgen»'ieben bi» abend» sieben Uhr In der übrigen Zeil ist da» ÜVireien der id roden, Sssentlitben Plätze uslv. oerbolen� Sämtliche issinli.ich«n Lolalitäten. Theater. Safe» usw halten sieben Uhr ldbetid» zu schliefen Tiese!vetan»i»>«chung bleibt bi» ans wei:cr»» in Lraft. Tie w'chtigslen Dcbäud« der Sticht stutz in foritem Umkreis« aboe'l'eru und e» sind uui'asjtude Tlchcrbc timastnahmen qetras» fe» Bt» auf da» Dcbäude der Landherrrn'choften ist alle» wieder im Besitz der Negieruiigtlruppen. �er miiilärische Ticher» heilSvienst. der em>a �XX) iviann Infanlerie und Zkaoallerie zur Verfügung hol. beubsichigt, mit aller Schärfe weiier« firjtiMt!«! m Keime z« ersticken, um Vorlammmsje wie in Berlin zu verh ndern. Tct am 0. Dezember vorigen Jahre» wegen de» Ptiischversuchc» in Schiitzh.tfl genommen« Redakteur Fl b t e r ist mit den beiden ehemaligen Vkitstliedern der Nachiichlen- und PresseabieÜung de» A.» und T-Rate» Wolf und Ar« und. heuie au» der Schiitzhchl entlassen worden. Hamburg, 22. Januar. Im Teemann»b»nd zusammenge- schlo'jen« Z e e! e» l e sich heut« vorniltiag zum Raihtiu» gezogen und haben durch eine tzlbordnuiig vom kirbeilerral« di« Besei- tigunz der«eemann»ocsnung und Abänderung de« zwischen der CrgoiüiafDil der Seeleute und den Reedern geschlosse- neu karii» verlangt. Sie erklärien sich gegen die Häuerbase und gegen den Vorsitzenden der Seeman,i»org«nnalion Paul Müller wegen seiner gestrigen Rede in der Vorieiwersammlung. Wach der Zusage, dag über den Tarif und die nichl rel«b»geietz- licher Siegelung uuierllegenden Aorderungen»«rhai»»«il»«»den solle, zogen S»e Sceleul« wieder ab. Vra«nschwe!s sexe» hl Relchtteylenrag. Im Laufe einer auf»cm Tchl»KK»f in Braunschweig «dgehallencn Volt»rierfainml»nst ergriffen mehrer« Retzner «on der Negierung tza»»ort.»ie tzie.Pr«unsch»elgifche LandeSzeilifng berichiei. wurde mugeiellt. die>u»ffäli»igen hätten die Berliner Regierung aufgefortzert, zu» rückzutrefen, um einer wirklich sozialistischen Regierung Plötz zu mach.n. Die Verlreter au» Rheinland uch Aestsalen hatten sich mit Brauufchwcig solidarisch erklärt. Sol»e die Berliner Siegierung nicht zurü�ireien, so sei man enischloffen, pch o o n B e r l, n l o« z u s« g e n. um zusammen mit Rheinland unb Westfalen unier Anichlus, vielleicht auch»on Hamburg. Boe- wen und Leipzig eine selb ständige Retzudlik zu bilden. — E» ist befchlcssen worden. TonnerNag oormiltag allgemein die Arbeil wieder aufzunehmen. G?«ersIslreZl i« Savz'g. D n n z i g, 22. Januar. Hier ist hrtfe, wie der„Tele- graphen-Union" geweidet wird, der«Generalstreik al» P ro- fest gegen die Ermordung Liebknecht» und Koia Luxemburgs, praklgmiert«»ichen. Die Be- triebe stehen still, all«(�ejcksäste sind gei«hl»ss,n. Die iuttrnMrale Smerkschsslsbsiveg» Reu'er meldet au» Londont Tie Besprechung zwisckfen dem «rlameniarischen Autichutz der englischen Trade lnion» und der Vcrirelung der amerikanischen trbeiter, über die Enladung der letzteren zu einer Ron- ercnz und über E'nleiluiig einer nurnationolen Bewcrtsck»afi?» irwegulig hat mit der Annahme der Einladung und der Wahl on fünf englischen Vertretein, nämlich lhorn«, Srion», öotvermann.«»nde». geendiat. Gin« wesfer» B-svi-�chnng stwifchen knglifis»cn, amerikaniflben und französischen vlk«lt'Som«iffioa'kr pol?«. Pari», 7t. Januar,(stlcuter.) Ter Oberste R r i e g» r a l beriet über die polnische Frage und beschloß, sofort eine au» je zwei Delegierten seinem Zivildrlegiertcn und einem militärifchen Delegierten) der Vereinigten Saaten, de« britischen Reiche», Zranlrrich» und Italien» beiichrnte Kornmifsion nach Polen zu entsenden. Hierauf nahmen di« ZRinister»ie Untersuchung»er rufsischen Zragc wioder auf. Die Z«ier>«k!D»ile geßt» de« Nevchewortz. Petersburg, Januar.(Rosta.) Der deutsche revolutionäre Arbeiter- und Soldatenrnt in M«»kau»ernnltin gestern in später Abendstunde die traurige Bolichnft von dem Tode starl Liebknechts und R o i g Luxemburg».. Obgleich in der jetzigen.steit »es kdampfes auf jede Rachricht gesastt. finden wir. pldtzlich vor eine derart betrübeude Tatiacl>e aestelll. keine Woite. um unjerrr Trauer und Empörung Au»dni«k zu»erleiden. Wir tzrtöen die feste Zuversicht, dost die durch derart feige Mordpläne deabiichtigten Ziele der Zeinde de» Vrgsetariat» Nicht erreicht«erden, sondern datz die Ardeilerichast dadurch noch fester ziisammengeichmiedet wird, ui» vereint itzre Gegner endgültig niederzuschlagen. Wir sind überzeugt. dasl uiiserem»npergetzlichen Jützrrr starl Liebknecht s»«ie Posg Luxemburg u-iirdige Rachiolger erstcben»erden, uni »eren begonuene» Werk zum siegreichen Ende zu siibren Dg» deutschte Proletariat tüblt sich ein» mit dem rulsüchen in der Trauer um feine deipea araszen v»rkämps,r und im .stampfe gegen«»« Jeinde der Nevplution. Gjovik, 2L. Janugr.(Eigener Dralttbericht der..Jrei- beil'.) 000 s�rguen und Männer»a Giä»ik lNorii>kgen) (Uiisfea E»artakut lind die Unabhängigen in ihrem stampfe für die Bet'reruag der demichen Arbeiterklasse. Air spreche» linieren Ab'che» aa» var den Mardern Liebknecht» und stoja Liixemburg». Ladt den Tod der stameraden die B e r e i n i- gung der deutschen Arbeiter»etbrdrra im stampfe für dm Gazuliimu». ff» lebe der Soziaiism»»! Nial» Oevegaare. Gjovlk. SlrelNsge!« vberschlesie«. Veuthen, 22. Januar. Tie Streitlage in den oherschlcsischcn Drul»«» ist heute ebenso wie gesirrn. Während einzelne Gruben die Arbeit wieder ausnahmen, iraien ebenso viele erneut in den Ausstand; die Erwartung, datz heute die Arbeit allgemein wieder «nisgenommen würde, hat sich also nichl ersülll. E» sind weiter »twa 30 000 Wann autständig Eine koalilionsregierung? Die Betrach?ung de» MiklergebnisseS zeigt, dab Deutschland sozialistisch ist. Wäre das Prole- tariat einig, ja. hätten die rechtSiozuiIistuchen Ziihrer auch nur seit dem st. November eine Politrk verfolgt, die die stluft zwiirlxm deu iozialistiichen Parteien nirsit noch mehr vertieft hätte, dann wäre eine starke iozi.stistiiche Mehrlieit in der Ngtionalvenammlung ixis ielbstverständlirsre Ergeb- niS aetvesen. Aber auch jetzt ist der ZazialiSuiuS in der Nationalversgnimlung und in noch Höker«« Mäste ini Volke ielbst so stark, dost er allein die Gnindlag« für di« Negi«» ruitgbpolilik abgeben kann. TaS ist aber nicht die Meinung dieser Negiernng. Sie deutet da» W�ahlergebui» in dem Sinne, dost ihre Ausgabe beendet sei. Die sozial! st lickre Negieriing soll versch finden und an ikre Stelle, eine staalition»regi?r ing treten, die sich .»i» Renn Sir», i»>iis»en und iWiigrriiis«« Demot lalrn zutam> mtitietzt. Man' merkt es dieier Regierung an, nüe froh si« ist, ihrer BeraittiuoitlicWeit entslielien zu könuen, wie sie selbst nach W-imar fliesten ntöchte. A n g st v o r s 0H i a l i» stischem Mut ist ihr stennzeichen. Ueber die Politik einer solchen stoalitionSreg'erung braucht nirstt viel gesagt zu werden. Schau die rechtSiozigli- strichen Züsirer balien keine Politik getrieben, die inan als sozialistisch bezeichnen kann. Sitzen sie erst mit den Demokraten zusamnieii in der Regierung, dann würde di« bürgerliche Demokratie über den Jnstalt der Po- litik entscheiden und nicht die Sozialisten, t»a>iu wäre au die llnemandlung der biirgerlichzen in di« sog'oliftisch« llbesell- scl)ast zunäM nicht zu denken. Wir meinest, eine solche Politik widerspricht den JnterAiien der gesaniten Arbeiterklasse Deutschlands. Wir steh«,, uiibedingt airf dem Boden der Tr-mokratie. Wir ltolten nach wie vor j'de Putichtaktik und jede künstliisi« RevolutiouSni.ichfk siir veiseblt., Wtr erkeniien die Rotwen- digkeit der Erbaltiiug bei Nnteivsteui» an, in" seinen Zuiik- tionen der UeBenva�ning und der stonlrolle der Betriebe und der D»r«lst'ül'rung der Sozialisierung. Wir lelfnen eS aber ab. alle voliliselt« Gewalt den Räten zu übertragen. Dies« steht unserer Meinung der vom sa>»»e» Voike gemäht- t«n Vertl«t»ng zu. Aber auf dem Boden der Demokratie stehen heistt noch nicht, sich aus den Bode» deS»ai lamentonschen stretinis- mii» stellen. Do» Schicksal deS SoziakiSniuS kann nicht davon«bhängig'ein, dast in'olg« schlechter Führung, inomentauer ungiitistiger tlnistände. eine«, wie eS sich herausstellt, mangellioilen Wahlrecht« ein paar Mandate zur Majorität fehlen, ff» ist keine Verletzung der Demo- kr«tie, wenn eine Regie, ung, die allein die Dinge meistern kann, hinter der die Majoriläl der Bevölkerung steht, also ein« wirklich sozialistncke Regierung, die die Unterstützung des»nnzen Proletariat» geniexen würde, die Teuk'äste «eitersührt. Auch in norinalen Leiten kö.iute so verjähren worden.» Jetzt handelt e» sich>,m die!>k a t!« n a l tz e r s g m m- lung, die zur Srsüttiing ganz bestimmter Aufgaben gon'ächt ist: zur TchxzssuNf, einer Verfassung, zur Erledi- �ung der driiigendlieu Zteuergkietze, vielleicht noch des Friedensschlüsse», ff» ist nicht einzusehen,»varum eine soziglistische Regierung»or Durchsührung dieser Aufgaben daS Mandat, da» sie»on der Revolution erhalten bat. eill- iach wrrgtwpen sollte. Die genannten Fragen können in der Rotionalveriammlung durch Majoritäl»belchlüsse gelöst werden, die die Demokraiie anerkennen muh. Aber über die Z» s g m n, e n ie tz»-n g» e r Regierung kann erst da» ordentliche Parlament entscheiden, daS auf' Grund der neuen Verfassung zuiammeuberusen werden muß. B!» dahin miigte etne iozialistiscl)« Regierung und der Zeutrglrai im Aml bleiben. Dir» uni so mehr, al« eine stoalitionsregie» r ii n g absolut r e g i e i u u g s u n s ä h i g wäre. Man gebe sich doch keiner Täuschung hin! Glaubt man denn, daß die Arbeiterklasse, die nach dein Zutanimenbriich des alten Gewaltsyslciii» endlich zum Bewußtsein ihrer Macht gc- kommen ist, ruhig zusehen»ürde, wie das Bürgertum wieder ttM ÖtTfc her rr'chtssozsalistisckien Führer politisch lind öko- nomisch in von Znttel gesetzt würde? Bilden sich die Scheide- mein II. Schert lind Lnnööber� wirklich ein. dan die Arbeiter nun etwa eins die SozialisieriiNsi verzichten würden? Wenn >'ie eine Svnr Politischer Voraussicht be'iislen. mühten sie sich doch �eii, das; der Widerstand flenrn den Sozialismus, den eine lolche �oalitionsreaiernna leisten tmirde. nur die u n- beilvollsten Folgen haben könnte. Wenn der sozialistische Neuaufbau nicht von der Zcn- tralc aus veruünftig. aber auch mit aLer Energie in Angriff genommen wird, dann wich sich— und da werden alle Neben und selbst die Tewaltpolitik eines Noske, nichts daran ändern— die Arbsitcrscha't nickt zuriickbalten lassen, über- all selbst vorzugehen. Und dann bekämen wir nickst Sozia- liSmus, sondern einen wirtschaftlichen Syndikalis- m u s. der ein Unglück wäre. Tie.stPlitionSregieriing würde ja versuchen, mit allen Gewaltmitteln dem entgegen-lutrewn. Aber daS würbe nur bcheuten, das; die deutsche Wiitickxift iwllendv ruiniert, neue Wirren Herausbcichworen. der Brudermord verewigt wird. Wenn die Ebert. Scheibemann und Landsberg meinen, ihrer Regierung durch Heranziehung von Bürgerlichen größere Sicherheit geben zu kwmen, die sozialistische Neuovdnung vertagen und in aller Nnbe die rein dmokratisrhen Gr- rungenschasteu befestigen zu können, dann geben sie sich einem schweren» n � verhängnisvollen Irrtum hin. Ties? Politik würde nur n e n e S Unheil herauf- beschwören, die lstämpse in der Arbeiterklasse selbst noch er- bittertcr gestalten und die Gesahrrn der Gegenrevolution m nächste Näbe rücken. Tie rechtssozialistischen Führer aber können und wollen nicht zurück. Dazu ist ihre eigene Denkweise schon zu der- bürgerlichst. Gegen diese Preisgabe dcS SozlasiZmiiS, die noch schlimmer und verhängnisvoller ist als alleS. was bisher ge- schehen ist. gibt es nur ein Mittel, das ist der Wider- st and der Arbeitermassen selbst. Sie selbst müssen oui den Plan treten und ihre Sache schützen. Sie selbst müssen verhindern, hast der Bourgeoisie wieder alle Trümpfe in die Hand gsipirlt werden. Noch ist es nickst zu spät, aber die Entstcheiduna steht im- mittelbar bevor. Tie Politik, die seht ustia ist. kann nicht / von der bisberiaen Reaieruna vertreten werden. Dos Prole-! tariat braucht neue energische Männer, die sich: nickst nor der Verantwortung scheuen, die nick'l vor der Re- volntion davonlaufen, sondern die ungetzenren Probleme zu lösen und zu überwinden verstellen. Das Proletariat muf; ' einig werden, soll nickst seine Uneinigkeit zur icktzversten Niederlage fübren. CS mus; einig sein, nm die Macht die Ihm zu entgleiten droht, sesthglten z» können. Gl muh protestieren aeaen den Vernich, den Bürnerlickien die Mög- lichkeit zu geben, gegenüber den uneinigen sozialistischen Parteien zuerst den Schiedsrichter zu spielen und in nicht langer Feit den gebietenden Herrn. Wir llnabhöngigeu Sozialdemokraten erheben mit allem Nachdruck Einspruch gegen diese Politik der rechlß- fozmlistilchcn Führer, und wir warnen alle Arbeiter, ihnen auch noch auf diese Bahn, die zum Abgrund fuhrt, zu folgen. .. Zag Endziel der Aellleruniölrnppen. Wolfs verbreitest folgenden Versuch einer Lcrtes- 'lgung: In der AbeiidaiiSgabc der.Freiheit' vom Sl. Januar sind unter der llebersoSrift: DaS Endziel der RegiernngStruvpen Flugblätter erwähnt, welch« unter den Truppen Massen- weise veiteilt sein sollen. In den Flugblättern, für deren In- holt die Führer der Truppen verantwortlich gemocht werden. wird in reaktionärem Sinne gegen die jetzige Avgierung aus- gereist. Wie iin» von der zuständißen militärischen Dienststele mil« geteilt wird, sind diese ftliigblättcr nicht auf Veranlassung einer militärischen Ticnststclle vcrfaht, gedruckt oder verteilt worden. Für Flugblätter, welckc von Parteien oder Pripatpersoncn öffentüch verteilt werden, können MililärbcHLrdrn nicht vcrant- wortlich gemacht werden. Daraufhin einp kleine Anfrage:'_, Ist ein Offizier, der ein FreiwilligenkorpS anwirbt, eine „Privatperson"? Und wenn bersolbe Ossizier oder ieinc Kameraden und Freunde in diesem Freiwilligcnkorps Ilugblätler vertreiben, sind sie dann„Privatpersonen"? Tie Flugblätter, über die wir berichten, sind verteilt, sind vom Offizieren verteilt und sind, obwohl sie feiger- weis? anonym versaht und gedruckt sind, doch sehr leicht als dhe Machwerk« von Offizieren und Offizierskreiien zu er- kennen. Dah die ,,z II st ä n d i a c n D i e n st st e ll e n" diese Flugblätter versaht hätten, haben wir nicht behauptet. Aber dah die„zuständigen Dienststellen", die Kreise, die mit solchen Flugblättern„arbeiten", bewaffnet und Berlin in ihre Hand gegeben Haben— das ntechen wir den„Dieust- stellen" zum Vorwurf. llasch«ldjz»Khsflek. von den durch die Negierung Ebert-Tchridemann wild ge- machten Truppen sind iu den letzten Tagen unzählige Dcrhastnnge» vorgenommen worden. Die ineisten Pcrhafiungen erfolgten ohne jeden Grund. Ei» blosser Verdacht, ein blosses missfälligeS Morl genügle den jungen Leute», anständige Männer und Frauen, die jahrelang für die Arleivegung gekämpft und Opfer für die Tack« dcS TozialiemnS gebracht haben, zu verhaften und tagelang einzukerkern. Hierfür ein besonders haarsträubender BeivciS: Ei» Genosse, der den Bruderkrieg vermieden sehen wollte begab sich nm Mittwoch, den S. Januar, zur Reichskanzlei, lim dort eine Nncksprache mit den VolkSbcauftragtcn berbeizulühre» Lr traf im Hofe den„Oberkommandierenden" RoSke. Diesem trug cr feine Wünsche vor, fand aber kein Gehör, da dieser mit Wasscnzewalt die Cinigung de» Proletariat» zu erzielen gedachte AIS der Genosse ihm sagte, dass die Männer der Ncgicrung, die sich bei den revolutionären Arbeitern und Soldaten misslicbig gemacht hätten, verschwinden müssten, um anderen Platz z» machen, antwuriete Zkotke:„Also wir sollen herunter und die anderen hinaus?!" Der Genosse antwortete ihm darauf, dass die MehrhcitSsozialistc» sicki an d-c Ncgieriing ja beteiligen soll- ten, bloss mit anderen Männern— vielleicht dem Äenofsr» Braun au» Nürnberg und dem Genossen Sinzheimcr au» Frank- fiirt am Main. Nolle gab darauf brüsk zur Antwort:„A ch wa», wir werden auf dl«.B rüde r" schieben I" Der Genosse sah nach die er briilakcn Aensserung a le» ver- lorcn und wollte hierauf den Hof wieder verlassen, als von allen Teilen Rufe ertönten:„Haut ihn raus." Er wurde umringt Fäuste wurden gegen ihn geschwungen, schliesslich wurde er ge- es heisst, beireffeu di- Fortzeriiuge» vor allein die sofortige packt und für verhaftet erklärt. Man lperrle bi. mit n»ck> Kutferiuiiig eines mißliebißen NechuuiigSralcS, ferner die anderen Gefangenen in einen.stcller ein. Sein Wunsch, ibm AiiSschliesinug der Streikbrecher vom Dienst auf 1-1 Tage Gelegenheit zn geben, sich zu rechtfertigen und.ist Widerrecht- ohne Gutichädlgiiug. Zlnch Forderuugeu. die den Lohn untz licksteit seiner Verhastung darzulegen, wurde missachtct. Der Ge- die Dienstzeit betreffe», sollen gestellt sein. Man schützt die. uoffc war in die Hände der Snppe- Garde geraten und Fahl der Streikenden auf MOO Mann, da sich auch.die deren Führer verweigerte jede protnkossarische Vernehmung. Gl'eiibabiiwerkslütteiiai heiter angeschlossen haben. Heute Nach einigen Tagen wurde der Genosse mit noch anderen un- mittag bewegte sich ein grosser De»i0iistra>io»S;»g nach dem schuldigen Gefangenen»ach Meebil gebracht: dort wurden Tie wie, Gebäude der Eiseiibahudirektiou. wo die Verhaudluugen-i gemeine Verbrecher bebandelt. Die Gesanaenrn musslen � geführt werden. stramm sieben, die Hände an die Hokennabt leaen und hatten den Viifsehern B-horsam zu erweisen. Da alle Prvtcste de» verhelf- teten Genossen nicht» nützten, verweigerte er die AahrungSauf- nähme. Nach viertägigem Hunger streik wurde er schliehlich dem Arzt vorgefübrt, den er bat, feine Entlassung ver- anlassen zu wollen. Aber erst am IS. Januar gelang c» dem Ge- nassen fretznkommen. W iAWDMUWtzWMWWlWW�WDWDhW Er befand sich also 10 Tag« a n' ch n l d i g in Nnter- s Ii ch u n g Sb a f t. Der Genosse lieabsschlf-st. gegen den Führer der Suppegarde, der ihn verhaften und ohne stde Bstcge nach Moabit transportieren Hess. Anklage wegen widerrechtlicher Fretheltiberauhung anzustrengen. All: Genossen, Ar. bester und Kameraden, denen da» gleiche widerfahren ist, werden ersucht, ckhenso zu perfahren. gen getroffen, um mit den«nn Orte bellndv-ten Wcherheittzp inannsck)aften und Polizisten die Wahlen zur Nationalvcrsamm» l-nig zu sickern. DaS Mitglied de? ArbeitcrrateS, Genosse Mau. gab de» eingetroffenen Offizieren die Versicherung ab, dass daS Truppen« ansgelvt am Orte keine Arbeit finden werde. Gleich darauf kam 'ine starke Trnppenabteiliing unter Führung dcS NittmeisterZ Meyer zum Rathaus, stellte ein Maschinengewehr auf und drang in die Bureau räume dcS ArbeiterratcZ ein. Die dort lagernden Waffen wurden beschlagnahmt und die Ar« hciterräte Mau, Suckow und LangoS festgenommen. Sie vnrden gefragt, ob sie die Regierung NoSke anerkennen. Die Frage wurde natürlich verneint, weil c8 eine derartige Regierung gar nicht gibt. Die verhafteten wurden daraufhin von 1l1 Soldaten mit ent- sickerten Gclvehren in die Gcmcindeschnle, dann in daS Polizei- zesängni» und schliesslich wieder in die Schule gebracht. Während de» Transportes wurden sie wiederholt mit Erschie« ssen bedroht. Sie muhten die Nacht zum Sonnlag ohne sede Schlafgelegenheit in der Schale zubringen. Am nächsten Morgen wurden sie auf ihr Verlangen.Hin unter' ch a r f e r Bewachung zur Wahl geführt. Eine hcrrlick« Illustration zn dcm viel» lerühmten freien Wahlrecht der Ebert-Scheidemann-Regicrung Aach der Wahl wurden die Verhasteten auf einem La'tauio wie Schiververbreckzer nach dcm Gden-Hotel am Kurfürsten- dämm gebracht. Hier wurden st« nach längerem Verhör wieder freigelassen. Bei dcm Genossen Suckow hatte inzwischen innerhalb 51 Siunbcn die drille HauSstichnng stattgefunden. Dabei war einem der jungen Herren der Dienst rcvolver losgegangen Der Schuss zerstört« eigen Tafelaus'atz im Werte von SS M., einen Spiegel und ein Bild. Als die in Reinickendorf unter- gebrachten jungen Ofiiz'err zu hören bekamen, dass die von Ihnen verhafteten Genossen wieder freigekommen seien, drückten sie ihre kante«- u t r ü st u n g darüber aus. Tie drei Genossen haben sofort bei der R.ickZreglerung Beschwerde gegen ihre unberechtigte Festnahme erhoben.' 81» SlreiHsMMz Ini Kelch?. Halle, 21. Fannnr. Seit gestern streiken auf dcm hiesigen Zigugiertzahuhof die Beamte» und Arbeiter der Eisenbahn. Es verkehren keine VtiUerzsigc über den Bahnhof Halle. Auch Eilgüter werden nicht hcsürdert. Wie Neue Scha«df«fe». Au» Reintckendorf wird un» berlchk-t: Am Sonnabend, den 18. Januar, gegen 2 Ithr nachmittags. erschien in Reinickendorf eine starke Truppcnabteilung jevva IVGl kkann) und quartierte sich in der Gcmeindeschule, Lindeiisirassc. em. Die Aittlietzer de» Arbeitcrratc» hatten gerade mit den zu- ständizen Herren de» GemeinhcvorstandeS d!« nötigen Auordnnii» Halle«. S., 32. Januar. Tie„Hallesche Zeitung" meldet: i Nachdem die ausständigen Bahnarbeiter gestern beschlossen hatten, auch den Pcrsoneuverkchr auf Bahnhof Halle zum- Stillstand z» bringen, haben die Verhandlungen zwischen\ der Eisenbahndireklion und den Vertreter» der Eisenbahner inzwischen zur Einigung geführt. Tie Direktion hat in die. Entlcksfimg einiger miMeviger Vorgesebter emWMngr. Brnunschwtiq, 21. Janiigr. Der gestern nachmittag ans- gebrochene Protest st reik Hege» de» Tod Liebknecht» und der Frau Luxemburg, sowie die jüngsten Bor- gäuge in Berlin, dauert beute an. Tie Knss.'etz n»d Neslnn- ranttz mussten nm 7 Uhr schlicssen. Sluch tza« LaudeStbeater hatte die Porstellung abgesagt. AbeudS wurde der Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr eingestellt, jedoch heute früh wieder aufgeuomiuen. Der Straf, eubahuverkehr ruht auch beute. Heute vormittag fand ein grosser Umzug durch die Strasse» statt.— Au» Anlass deS Generalstreiks sind die meisten Geschäfte heute geschlossen. Die Zeituiige» erscheinen nicht. Leipzig, 21. Januar. Die Arbeiter der stadtlschen Elek- trlzität«- und Gaswerke, die gestern slreilten, haben di» Arbeit beute wieder a n f g e n o m m c n. Ein tiehesdrief. der«och«!e gef riebe« wurde. Von Peter Kltrnverg f. „Geliebter Peter, ich weiss meinen Wert einzuschätzen, ohne Eitelseit, Selbstbetrug, billiger Leben» LebenS-Lügel Ich weiss cDcr vor allem, Uw« Du alle» noch braucksst, wn» ich zufäl« lig durch TckrickmiS dunkle Fiianng nicht besitzel Sagen wir zum Beispiel, aber wozu«nsangen und niemal« enden? E» gibt so« viel Entzückende» in der Welt, verteilt auf vielrl W'er wärest Du, wenn Du et nicht sähest, spürtest, daran littest. Da wärest Tu ja gleich denen Hunden, die an» Dea»«mlichlcit und lnncrcr Feigheit, nun Du weisst eS>a?I Und denn och Dir, unter diesen Umständen, etwa» Besondere», Wich- «ige», Wertvolle», sa U n e n l b« h r l> ck> e» zu sein, ist mir eine grosse Genugtuung, ein Stplz, eine Ehret Ich oerstehe infolgedessen d'ejenlgen meiner Mit-Schwestern gar nicht, die glücklick» darüber sind, einem Manne Alle» zu sein. Da» kann man ja»Heiich gar nicht! Und wenn, so ist er d»ch nur ein beschrankter Mensch l E« gibt Frauen, die sich freuen,«inen beschränkten Menschen gefunden zu h«b«n, ich bin leider nicht so a n s p r u ck,» v o l l I" Dieser Liebetbr-cf ist n»ch nie geschrieben worden, obzwar er von Allen an Alle irgendeiumal geschrinben hätte werden inüssen! All---- Von Vrtrr Allenberg?. Ich Hab» natürlich nicht» dagegen, dass die armen Frnnen. sevfen für alle ihre verschiedenarttgen Enttäuschungen th�» ge- heimnisvollen„Stecken» und Streben»" vom Manne die Er- lösii n g, die lll et t ii ng. die A'u f t I ä r u n'g erwarten! Aber dagegen habe ich. dass sie al» Lohn und Vezahlmig nur Da» hergeben, wa» einer Jeden vom gnädigen Schichsal« l»e> schieden ist. Wir wollen nämlich„gute ernste würdige meiisch- liche Geschäfte" mackwn mit Euch, so sehr wir Euch im Kriinde unserer---- Seele brumlxnl Tesh,Ub müsst Ihr' pn» Kbow»0,1.«»»»alon»«toa» mehr bieten, wenn wir Euch ernstlich lieb haben sollen und betreuen al» Das, wa» --- Ihr wisst schon! Dmikharkeit, Gntmiiligkeit. Bescheiden. heil. Anspruchslosigkeit simd nicht zu unterschätzende Eigenschaften trotz allem! Ve!er Mevberg. Peter Aktenbrrg starb am 8. Januar in Wien. Unter den lebenden deutschen Dichtern Oesterreich» der einzige Grosse. Ein ohnmächtiger Heiland der Tiere, ein hcrzbescelter Apostel de» Menschlichen. Er sab da» Elend der Kleinen, Hilflosen— der Stubenmädchen, Pferde. Kinder, Pflanzen. Er war ein Herold der gnlen grau, wetternd gegen die filmhast schillernde Dämonie de» GestWerfck», Er sass, fleischgewordene Anekdote, im Eafh— aber seine Füsse standen auf der Erde, seine Augen sahen nur die Ratnr und wollten ihr helfen. Seine Ideen stiessrn sich im Räume: beute ausricktend zertretene Vlumcn, gestern ein eiser süchtiger Kommunist der Liebe. Er war von Anbeginn ein Revokutsonär und bkleb e» sogar dann, wenn den KriegSverirrten die Boriiellung de» Vaterland» anfirk. Diesem Besitzlasen gehörte ganz Wien, Reichenau, der Semmering, die Adrw, da» g�ile Alpengebirge. kr hat seine Arbeit getan: er war ein Meltverbeffercr und ging, al» die Welt besser wurde. Ein Don Ouixot« der Diät, der HtzS'ene. di« ihm doch nicht helfen könnt«. Er war mehr al» ein Dichter,«r war ein Nenie de» Leben»; sein Wort btitzte stärker, wenn er e« sprach. Seine Schriften sind nur karger Al>«Ianz innersten Reichtum», weiseft« Güte, die mit jeder Torheit au» ihm hervorbrach. Nun ist er erbwsst im sechzigsten Jahr. Beschwerden»e» Atter» ward er nicht aulgesetzt: er war immer viel jünger a!» der jüngste Literat. Di« Formol seiner Bücher— Vlirnw und Erplosion. Ihn segnete da» Leben, so konnte er e» sehen, künstle- nsch/sternrern d»r Unnatur de» Worte». Die Namen seiner gro- ssen Bücher heißen: Wie ick, e» sehe: Was mir der Tag zuträgt; Asbantee jda» zarteste, feinste, seltenstes; Semmering 1018; Dil- deibogen de» Leben«; Fechsuug und Rmbseckisniig. Sie all« sind Märchen. de» Lebens: vi»» Ip»», stark wie der Wald, zart wie ein Schm-Uh'-üng. dniteud wie di« Heuwiose. Er liess all' da», al» die We»; idc. Albert fhrenstetn. Seil ihr zusUelell? Run, da«in neue# Jahr begonnen, fragt euch, od Ihr zu» frieden seid. E» begann unter andern Umständen und Verhältnissen al» da» vorige oder irgend ein» zuvor— aber wolltet ihr nicht, unab. hängig von Ja: nnb Tag, eine ganz neue cit beginnen? Und ist von dieser neuen Zeit schon etiva» wirklich? Ihr wolltet eine neue Welt errichten ist aber auch nuri die Grundlage cincS neuen Staate» gebaut? Ihr wolltet die Verwirklichung einer längst vollkcmmenen Theorie; und wa» hat die Erörterung abgelöst? Nicht die Tal, sondern Gezänk. Ihr wolltet Frieden, und dass da» Blutvcrgiessen auf Erden aufhöre. Ihr kanntet den unersetzlicheii Wert jede» auch de» kleinsten und unbedeutendsten Menschenleben»— und wa» habt Ihr erreicht? Strasscnkämpfe. und dass da» Blut Unsckuldiger slicsst, und dass ihr auseinander schicsst, Soldaten gegen MaUosen. Militär gegen Lrbeiterl Ihr wolltet Freiheit erringen— in der Tat, ihr seid oinigm, Monarchen entlaufen; aber seid Ihr frei? Ihr wolltet Gerechtigkeit; aber die Schuldigen lasst ihr entflichn, und rechnet euch untereinander die klcinitcn Fehler vor. Ihr seht die Splitter im Auge der Räcksten, aber die Balken im Auge der Ferneren seht ihr nickt! Ihr pelltet Wahrheit; aber ist, ausser einem einzigen fast ver. gcsscncn Anlaufe, eiwa» getan worden, die Wahrheit zn organi» sicrcn? Die Wahrheit, da» sicherst« Zeichen einer neuen Welt— nach einem Zeitalter der Lüge? Ihr wolltet Brüderlichkeit; seht Ihr etwa? von Brüderlichkeit in euren Reihen oder irgendwo- in der Welt? Sicht nicht sogar eure„Brüderlichkeit" mehr nach militärischer Disziplin aus al» nach menschlicher Kameradschaft? Frage jeder sich selbst: ob er wirkli'ch den andern al» seinen Bruder sühlel Noch nie ha»«» bi» zur deutschen Novemberrevolution eine Revolnlioi� gegeben, die ganz frcudlo» war; eine Revolution ganz ohne Gesang und Jubel, ganz ohne Verbrüderung. Gewiss, nie> mal» ist in so schwerer Lage eine Revolution begonnen, und durch» geführt worden; aber diese Revolution war, über diese Schwierig- keil hinan», rinrevolntiouär in der Gcsiiiining, buccaukralisch sogar im Stampf, �pedantisch selbst. auf der Strasse, Ihr muss-et für die Rcooliition in der ganzen Welt werde? — aber leid Iii denn, wie che c« lein wühlet. Rrvolmiauä»» An CharatteMd Karl LieTknechks. In dcn Ntiflcn dcZ bürgerlichen«pießbürgcr» galt der ans so jintcrlislige?Irt umZ Leben gekommene Genosse Karl Liebknecht als blutrünstiger Tyrann, dem nur Recht geschehen sei, wenn man ihm mit gleichen Mitteln gedient habe. Alle die, die ihn kannten. tvissen, dag das gerade Gegenteil der Fall war. dast Karl Lieb- knecht nicht? mehr zuwider war als Blutvcrgicden.'Bon einem Augenzeugen wird un» ein neuer Tharaktcrzilg Karl Liebknecht» mitgeteilt, der diese? Bild von ihm bestätigt. S» heifct dort: nahmen, die zur Wiederherstellung der Ordnung notwendig nmrcn, protesiicrl aber ganz entschieden gegen die in den lebten Tagen verübten Willkürakte der Truppen, die unter dem Cber« bciebl de» VolkSbeautiragtcn NoSke stcben. Die Nersainmcllcn erwarten vom ssentralrat encrgiichw Schritte, um solche lieber- griffe in Zukunft unmöglich zu machen und fordern strengste Be- strafung der Schuldigen. Sie erwarten weiter, dast die Volks- i beaustraglcn in jeder Stunde dafür sorgen, dag die abkoluic, s Unterordnung der Militärgewalt unter die Zivilaewalt gcw�rbrt bleibt. Die Versammlung verurteilt auiS'chlirssie die unvoll- kommcnen SicherhcilSmastnahmrn bei der Verbaltnng der Gc- ................... Gewerkschaftliches. (FS war am 0. November, die alte» Gewalten waren zusam-»ossin Rom Luxemburg und de» Genossen Karl Liebknecht.� Tie mcngcstürzl, Wilhelm II. gcflüchlet. In später NachmiUagSsKmde zog eine erregle Menschenmenge, teilweise beroasfnel, vor da» Schiost. Unter der Menge befand sich auch Genosse Li�knecht. Drohend begehrte die Zllenge Tinlast in da? Schlost. All sich daS Ocssnc» der Tore verzögerte, drohte man, sie zu sprengen. Da txat Liebknecht vor und crmahnte, Gewaltakte und Zerstörungen unter allen Umständen z« vermeiden. Eine Anzahl Bewaffneter drang dann in da? Schlost ein, die Schlostwache zog ab, die Massen zurücklaffcnd. Zuletzt er- schienen noch zwei höhere Offiziere, darunter ein Generaloberst. Tic erregte Menge drängte sich dicht nm die beiden Offiziere zn- sammcn.Schlagt sie tot, die Blulhunde", srbrien einige. Man sah Versammlung verlangt van der Regierung, dast sämtliche mit der Verhaftung und Beivachung bctranien Personen sofort ibrc» Amte» enthoben und dem Richter zugeführt werden. Die Per- sammelten protcftteren cnkschicdcn gegen die Verhastnng der Arbcilerialömilglieder Miethe und Mchlhose und verlangen Tin- sichtnabme in die Akten, um die Schuldigen an der Verhaftung dieser beiden festzustellen. Die gesamte A vboiterschast der Armre-Konkerbcn- Fabrik(1000 Persoue») legt schärfsten Protest gegen dcn srigen Meuchelmord de» Gen. Liebknecht und der Gen. N. Lurembnrg ein. Dir Arbeiterschaft sieht darin den Bevoei», dast die derzeitige Regiening»»fähig ist, mit den ihr zur Verfügung liebenden Trup- l»cii die Ruhe und Ordnung z» schaffen, die zum Wohle de? gesainten Volke» notwendig ist. Die von der Regierung getroffenen in den beide» nur die Angehörigen einer Kaste, die mitschuldig an sNnswfchwe,, bilden dielmehr eine Gefahr für die Revolution durch dem jahrelangen Glend de» Volke» und an dein blutigen Aderlast seiner Sühne war. Ter General wurde ausge-ordert. seine Rang- abzcichen zu entfernen, und al» er damit zögerte, rist ibm ein Arbeiter ein Achlclstüik berunler. E» hätte nicht viel gefehls und de, General wäre der Wut der Menge zum Opler gefallen, wenn nicht Karl Liebknecht durch seine Beredsamkeit die Menge beschworen hätte, kein Blut zu ver- g i e st e n.' So war Karl Liebknecht. Nicht ein Hetzer, dem Bluwergiestcn eine Freude>var, sondern nur ein mutiger Streiter für seine Ideen. Nun ist er gefallen durch feige Mörder, die wohl auigchetzl waren von Angehörigen derselben Kaste, der auch jener General angehörtc, dem Karl Liebknecht da» Leben rettete. Vro'este gegen den Nevchslmord. (Wir bring?» hier noch einig« uns zugegangene Proteste, dl« wir an» Raummangel bisher zurückstelle» inustten.) Die Ortsverwaltung de» Deutschen Holz» orbciter-VcrbniidcS. Verwaltung» stelle Ver- lfn. schlost sich in ihrer Sitzung am Freitag, den 17. Januar. nach längerer Aussprache dem Protest der Arbciterrätc Groh- verlin» durch die Annahme einer enisprecbenden Resolution a» Die Arbeiterschaft der Maschinenkabrik Neukölln ®. m. b. H., protestiert gegen die Fahrlässigkeit der Mililär- bchörde bei der Verbaltung Liebkitcchts und Luxemburgs, sowie gegen die weiteren Erschiestungen und die llcbergrissc der Tolda- tcn:.®'c Regierung wird aufgefordcrt, die Schuldigen durch paritätisch zusammengesetzte Gerichte zur Rechenschaft ziehen z» lassen. Tie Arbeiterschaft beider Nicbtnnacn ist ssch einig, Front zu machen gegen die von reaslionärer««ite eventuell gedachte Nutzbarmachung de? Mililärs zur Siegen revolution. Die Arbe lerichafi und di« Angestellten der Ge schoß. fabrik Spandau verurteilen auf« ellerschärftte die Ilm- stände, welche zu dem gc«alts»meii Tobe Liebtlneck�I und Rosa Luxemburg» geführt haben. Tie verabscheut e» dast d«r Mord zum politischen Kampfmittel in Teutschland wird, und verlangt von der Regierung allcrstrcngste Untersuchung und Bestvasriw? der Schuldigen Tine im selben Sinne cchgefahs« Resolution tmirde von......- 121» Arbeitern und Arbeiterinnen der irnntg L u dw i a I u d t.» und Tniwaliunng aller Oslizicre und Wahl der Führer de» Voll»- kati« u Co. angenommen.' Heere» au» den lsteihen der Arbeiterschaft. Tie bei der F'rma Riebe besckiäftigtcn Arbeiter und Ar- beitcrinncn nehmen«iiit Eiiirüstung Kenntnis von dem entsetz üchc» Meuchelmorde... Indem wir z» enrc» Ehren die Arbeit niederlegen, zeigen wir der gesamten Mitwelt, wie sehr wir den Tod dieser un»>0 teuren FrFeihtiZS-Hrlden bclrauern. In »er Geschichte nehmen sie beide sorian einen Ehrenplatz«in, den den Tod dieser»n» so teuren Fr. ideitetzelden betrauern. In dieser schweren Stunde geloben sich alle Proletarier, den Gedaa- len der loten Kämpscr in die Tat umzusetzen. Und feine Macht der Welr k�nn den rclt.'noe.i Gedanken b.'S S-'elaliSniuZ. weder mit Kanonen norch mit Kerler, au» unserm Herzen bannen... Und so fortan wir: Fort m!c vvm weißen Schrecken, binweg da» Heranzielx!» gegenrepolntionär gejinnter Offiziere und Trup Pen. EZ muß daher der sofor:ige Rücktritt der Regierung Ebert- Scheidemann und die Entwaffnung dieser Offiziere und Truppen verlangt werden. Tie Arbeiterschaft der Firma Gebr. Israel, Britzcr Straße 27M. erbebt flammenden Protest gegen dcn Meuchelmord an unseren Freiheitskämpfern Karl Liebknecht und lllosa Luxem- bürg und sordcrt von dir. Regierung sofortige Untersuchung und Bestrafung der Mörder. ZZrolesle aus dem Reich. Riirit&rrss, 18. tzaniiar.(E!g. Drahtber. h.„ssveistelt".) Di« Nürnnerger AxbeitppsFxift cxliob in zehn Masscnver- saiilMliingnl ciin 17. d. MtS. heftigen Protest gogcit die Militärdiftatiir in Verlin»nd den Menchelmorb aegen die Genossen Knrl Liebknecht und Nosg Luxemburg. Einstiminig wurde eine Nesolution nngenoniinen. in der die Vcrsnmiiicl- ten geloben, niit allen Mitteln die Revolution zn retten, und in der der Rücktritt der g e g e n r e o o 1 u t i o n ä r e n R e g i c r u n g verlringt wird. ■» In Mannheim fand am 17. Januar eine von ker N. S P. veranstaltete große Demonstration statt, nachdem die meisten Be- triebe schon vormittag» jtellgelegt wurden. Ter Zug. in dcni zahl- reiche rote Fahnen mit Trauerflor inilfteführt wurden, bewegte sich durch die Hauvtstraben der Stadt und endete in einer groben Versammlung im Schlaf, Hof. Die rote Fahn« auf der Kuppel de? Schlosse» war auf Halbmast gchiht. Ter Slrabcubahnverkehr mußte auf mehrere Etünden cinae>tcllt werden. Na.lKAnsprachcn mehrerer Genossen wurde eine Resolution angroommen, in der e» zum Schluß Heist!: Die Versammelten stellen ssch daher einmütig binter die Fordernne» der organisierten Arb Ner in Berlin. Fns- besondere fordern die Verjainmelten: 1. Rücktritt der gcgenwärti- gen Regierung und Beseitigung der kompromittierten Führer in der Arbeiterbewegung, sowie von allen Aerntern in Staat und Gemeinde, nm die Tinheil»ud Geschlosscnbei! der itrb'iter« bewegung zu ermöglichen. L. Sofortige Demohililation aller Truv- Pen ohne Ausnahme, Bildung eine? VoikZbeereS an» den gewerk- 'chchftlich organisierten Arbeitern. Bewalfnung sämtlicher Ver- tranenSlente der freien Gewerkschaftrn. 8. Sofortige Entlassung LsII'I'che ilachrichleu. Der Zrutralrat der deutschen sozialistischen Republl? Slttct alle Zento.'larbcitcrräte, Prvvlnzialarbelterräte und die Soldaten- röte der Armeekorps> ntz sonst wer grösterer Verbünde um um» gehende Mitteilung ihrer Adressen. Echlitke NrbeitSminister in Württemberg. Herr Schlicke, der bisher dein Zentralrcit der ArlieitSgeineintchaft der in- ditstriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Witte, ttschlands gl» Vertpeter der Arbeitnehinergruppe angehörte. mit den Stütz«» der Gepenrevolutlon. Ein freie» sozialistische, ArbeitSmt ui lter für Württemberg ernannt Tcui'chland, gesickiert durch unsere Kraft. worden Tie heute pcrsammelle Arbeiterlchait der L u d w. Locmci U. Co. A.-G. billigt die von der Regierung getroffenen Mast- ------------------ mWJL'lü'JL' Synbikalistifche Malerbewegnng. Unzufriedenheit mit ihrer Gewerkschaft, dem Verband de» Maler, Halle ein« Anzahl arbeitsloser Berliner Maler, An« streicher und Lackierer zur Gründung einer Sonderorganijation, de» Verein»..Freiheit", veranlaßt. Zu Diensta abend hatte diescri Verein nach Bötzow? Brauerei eine öffentliche Ma'ervcrsammlung einberufen, wo über gewerkschaftliche und polilische Fragen de» battlert und besonders sstarf mit der VerbandSleltnng ins Gericht! gegangen wurde. Ein Vcrircler de» Verbandes, der die vorlie» gendcn Forderungen der Gehilfen wohl für berechtigt, zur Zeit aber nicht für durchsührbar erklärte, mustte infolge groster Unruh« seine Rede abbrechen. Wir sind der Me'ming. dast durch die Ab» splitterung der radikalen Elemente die alten Gewerk'chasten kci» neSwegS auf eine wirklich revolutionäre Bahn gedrängt werde». Nur wenn d'e pvvivärtStreibentzen Kräfte innerhalb lvr Organ!« 'ation wirk'am sind, kann die gesamte gewcrksckiaftliche Arbeiter- bewegung auS ihrem lethargischen Zustande«rwtckt werden. Chemigraphen. UnS wirr gef rleven: Die am 2. Januar 1919 tagend, Versammlung der Chemigraphen desch'oh einstimmia. ihre über- auS trauriaen Lohnvcrhältaisse i» ihrem Kun>?beruf der großen Oessentlichkeit zn unterbreiten. Der Chemi'raph stellt Druck tacke lKlischeeS) für Zeitungen, Bücher, Kataloge usw. her. De» Beruf erfordert eine grost« Vorbildung, i i für b e Augen äusterf. inskrengend und gesundhechsschädlich. Er ist teilweise an Buch« druckereien angegliedert. Seit lb JahriN besteht eine Tarif, Gemeinschaft, die im Frieden auskömmliche Lebensverhältnisse oot, in und nach dem Kriege aber versagt'. E» gelang den Buchdruckern, am 17. Dezember lv!8 nennenswerte Erhöhungen ihres Einkommens z» erreichen, die aber auch zu einer Er- höhung der D'uckpreif« führten. Unsere Löhne bewegten sich in der FriedenSzeit-wi chen 85 biS 60 Mark pro Söocle, in de» Krieg», cit zwischen 40 bi» 00 Mark pro Woche, die tn wenigen Ali- nahmen übers.i ritten wurden. Wir Chemigraphen stehen bei Verrechnunif sämtliche» TcuruiigK>ulagen auf einem Stundenlohn von 1,60 biS 1.00 Mark� piit lvenigen AiiSnahme», bei einer Arbeitszeit von 48 Stunden pro Wocke. Zum Vergleich für unsere sehr mageren Zubilli» g»n cn führen wir dw 76°/, Erhöhung sämtlicher Pretje fü» Druckltücke an. Nach Würdigung aller tariflichen Vereinbarungen gehen Unsere Lohnfordcruiigen auf 100 Mark pro Woche erklnsiv« ne'.irun'Izulaien, die nur einen vegrenrten Ausgleich für di« Töte der Zeit bilden. Auf Grund der tariflichen Verhandlungen um L7. Dezember 1vl3 wurde un» nun nach langem Kampf ein« mfitere TeurnngAzulage zugebilligt von 6 Mark pro Woche für Lö>!? über 00 Mark, 7 Mark pro Wocke für Löhne bis 00 Mark all l! Januar 1910 bis 31. März 1010. Wir fragen somit die Ossente Uchkeit, ob unsere Forderungen in Anbetracht der hochqualifi» zierten Leistungen unseres Beruf»— denke an die Farbphoto« raphle, die Darstellung tndustriellrr. wissenschaftticher und künstlerischer Werk«•» nicht berechtigt sind? D>e«chtstvndige«rlieltSzelt im Frlsrumwrrflr M. koke im» von der Gehilfenorganisation milgcteilt wird, für oie Arbeite� des Gewerbes nach wie bor. Die» must besonder» betont werdei? im Hinblick auf die irreführende Notiz, die die>B. Z. a. M.' an» Ticnvtag bracht«, unter Berufung auf Mitteilungen de» Obern meislerS einer der drei Berliner Friseur-Jnnungcn. Die ver« steckte Trohung, die Arbeitslosigkeit unter de» Gehilfen würde noch weit groster werden, wenn diese sich gegen die Fortsetzung den itMMaMMljMzzit von iL und 18 lütuntz«» wehrte,>, ist läch.rllih. I», Gegenteil, die Arbetttzlosigkeit würde'vesentlich verringert werden, ivc»» die grvherc» GesckzäftSbctriebe den einzelnen Ar« l-eiter nicht länger al» acht Stunden beschäftigten und zur Durch, sührung dieser Arbeitszeit»ine» oder mehrere Gehilfen einstellen müstten. Die Arbeitslosigkeit bestand bereits seit Wochen, ehe di« Verordnung de« DemobilmachungSriintS wirksam wurd«. De» selbständige Betrieb des Gewerbes ist allerdings an Werktage« keiner Einschränkung unterworfen. Selbst wo die Geschäftsinhaber einen örtlich-cinbcitiichc» Ladcnschlust herbeiführen wollen, hinderß sie der Mangel der Gewerbcordiiuna an einer gesetzlichen llnlew tage. Umso schwieriger ist eine systematische Kontrolle über di« Durchführung de» Achtstundentags im Einzelfalle. Da« wird j«» doch die Gehilsenorganifalion nicht hindern, gegen alle diejenige« Geschäftsinhaber vorzugehen, die sich allzu ungeniert über di« geltend«» Bestimmungen hinweg,«tze», weil st« ihnon nicht in d«» Kram passen. Bf! ES ift»ich: geiing. dast ihr die Hohenzcvern»estü.zt und die Notwendigkeit werden sich die Formen der künstlerischen Produk Ministerien neu besetzt lzab»; habt ihr auch in euch selbst da» tion der neuen«esellschast»ordnung anpassen müssen. Die revo- Alte aliSgeinerzt. die Untertänigkeit gestürzt, da» neue Menschen- lutionäre veioegung de» Geiste» ist nicht neu. und man darf sie gefühl zum Staate aufgerufen? nicht nur al» Folgeerscheinung der polilisch-ivirtschaillichen Um- Seid ihr schon neue» Geistes, ihr deutschen Rdvolutionärek wälzung werten. Auf dem Gebiete der Kunst entstand sie a!S Tann seid zufrieden— eher nicht!. Reaktion auf den akadeinisch-bureaukratischcn Kunstbetrieb, der Ihr aber wäret Repolritlonäre, ehe ihr revokutlonlert wäret, vielfach kuiistsrcmdeii, dynastische» Zwecken dient« und seinen ihr Kämpfer mit alten Mitteln. Bewetser mit abgeklapperten Ar. niederhaltenden Druck jeder freien Kunltübüng gegenüber auS- gumentc». Nun revolutioniert euch, erneuert euch hast die beut- übte. Andererseits sorgte ein papitalkräftiger Kunsthandel �nur sche Revolution fest werde, Bestand gewinne, und werbe! i für die Bedürfnisse der begüterten Kreise, während die Massen. Alle» war von euch zu erhoffen— denn ihr littet. Noch de- die Träger jeder grssten Kunstbewegung. unberührt abseit» sian steht alle Hoffnung, denn euer Leiden ist noch nicht ,U«»d,.den. Tiefe Massen mit ihrem nnverbjldeetn und naive» Anschau- Macht mit cucrn Leiden ernst I'»ngSvcrmöge» zu erobern, ist der kommenden Künstlergeneration Ihr wäret reif, an die Stelle einer morschen Kaste zu treten. Worbehalten. Die. Kunst der neuen Zeit wjrd stck nickt mehr an denn— ei ging nicht mehr weiter. Eure Legitimation zum Um- ei» Publikum wenden, sonder» an die ganze Nkenstchheit. Der stürz war, dast idr in namenloser Bedrückung lebtet. Eure Lesi? Sozialismus ist berufen, der Kunst, die bisher kostbaren und edlen, timat>on zur Führung nrnst sein, dast ihr besser al» die Früheren aber leeren Gesästen glich, wieder einen Inhalt zu geben, und er seid. Seid ihr schon besser? Sonst werdet e»I vermag ein? ähnliche Bedeutung zu erreichen wie der Katholizi» Die Revoluiion von 1018 war nur eine«brechnun». eine mu» in der Renaissancekunst. Er wird zunächst die unum- Ouitlung, ein Strich unter eine volle Rechnung, rasch und fast schränkte Alleinherrschaft de» abgewirtschafteten bürgerlichen gleichgültig. Ta» ist geschehe»; nun miist»a» neue kommen. Nun AesthetiziSmu». der über die Beurteilung der Oberfläche nicht hin- komme da« Positive der Revolution. Nicht weil ein neue» Jahr auSdrang, beseitigen. Tie Verbürgerlichung von Kunst und Kunst- beginnt— aber weil wir noch immer zwischen den Zeiten stehen: lern und die systematische Aechtung jeder lejdenichajllichen und Entscheidet euch! Revolutioniert, nach Deutschland, endlich euch starken Knnstübung haben ein Ende. Oieinliche Sickcidung zwischen selbst! Erneuert euch und euren Geist! Dilettantismus und der Zlndübung der Kunst durch Berufene ist Mit dieser Losung für da» Jahr lOlvi Auf— und vorwärts! zu jordern. Man wird nicht mehr Künstler werden können, wie liudoll Leonhar. man die Konfektion erlernt oder Referendar werden konnte. An » Stelle der armseligen, ausgewogene». lempericrie» Empfindungen Sie kkvnsl der neuen Zelt. Von Artnr Degner. Ich gehöre nicht zu den bürgerlichen Pessimisten, die mewcn. «ist ein sozialistische» Slaallwescn der künstlerischen Produktio» hemmend im Wege stehen könnte. Di» Förderung aller echten and nnabbängigen Kunstbestrebungen liegt vielmehr im Welen de, Sozialismus fest begründet, und gerale dem Proletara! ist gegenüber dem völlig indmemUen Verhalten der blirger- lichrn Schichten zu allen lebendigen Kunstfragen ein lebhafte» Interesse und eine oft bezeugte Hochachtung für Kunst cige». Freilich wird die Produktion der Kunst in der� bisherigen Weise nicht weitergeführt werden können. Die Kunst ist«in Produkt Ihrer epochalen gesellschaftlichen und ökonojniichen Verhältnisse treten wieder al» Leitniolive die schönen menschlichen Leidenschal ten. da» inbrünstig« Patbo». der lleber-ckwang. Grazie»nd Phantasie in ihre alten unveräußerlichen Rechte. Der Künstler braucht seine Werke nicht mehr ästhetisch sagber»gd gefällig zu mache», sondern einem höheren Zweck zuliebe einfach»nd grost. Auf diese Weise bahnt er sich unter Verz-ch« auf jede Artistik den Weg in» Monumentale zu einer wahre» Volk»- und Rentchheit»- kynst. Fruchtbare Ausgaben wird-» in Hülle und Füll« geben, vornehmlich durch den Staat, der a!» Anftragucber stärker hervor- tritt. Man denke»»r daran, dast die Vergesell�chaslung des w.rl» lchaftlichen Betriebe» die Zahl der Volkthallen und Ssseiillichc» Gebäude, deren künstlerische Ausschmückung die Regierung sich an- grlegrn sein lassen wird, ungemein vermehren wird. Die Kunst wird an Stabilität und GeilstossenHitzit gewinnen und nicht nuhr kxea Struktur sich fetzt von Grund auf ändert. Mit»wsnaendutMmatko« lein. Architektur, JIM und Malerei werden sich ge, genseitig unterstützen und zusammenwirken wie in den blühendste« Zeiten der Kunst. Die Produktion de» StaffeleibildeS, der Typut der bürgcrlich-kapttalistijchen Kunstrpoche, wird stark in den Hin« tergrund gedrängt wdrden, die Kleinkunst und die graphische« Künste werden ein weitere» starkes Ausblühen erleben. AIS Voraussetzung für eine solche erfolgreiche Fortführung de» Produktion vo» Kunst ist vom Staat die materielle Sicherstellung aller produktiven Kräfte zu fordern, die In der angedeuteten Rich- tung zu arbeiten berufe» sind. ES ist zu sordcr» eine unverzüg» l:che und durchgreifende Sieformation de» staatlichen Kunstbetri«, be». Dazu gehört: 1. Reorganisation und weitestgehende Verjüngung der!e Au»gobe von StaatSgcldern für Kunstzwecke, über ftaat- liche Aufträge und Ankäufe mitentscheiden sollen. 6, Bereitstellung von materiellen Mitteln, die die Notlage de» Künstlerschasl in der Zell der Ucbergangtwirtschajt mildert und st« vor Vcr»>e»dung beioahrt. Nur auf Grund der Bast» eine» yrostgüglgen Programm» kann e» gelingen, Kunst und Künstler von den Fessel» der Zeit zu befreien und ihnen die Möglichkeiten zur Erfüllung ihre» Mission zg schassen, so dost sie z»i» Heil« der Menschheit ihr inner» sie» Wesen, ihre»olle Menschlichkeit auSjtröm»» lassen könni» Kunstkalender. Im X77. Konzert»ea Verband«» der Feelen IJeklwllllhnen, SOd nm Lonntag, den S'i. Januar, mittag» IS Uhr. im Theater am Viiloiw piotz stattfindet, wird di, Kammirmusttiv-'-inigung d,» Opernhaus«» Schuber!« Forellenquintett zur Aufsührung bringen. Der iN�drizeichor d-a«k-d-misch«» Insiitui» sür Kirchenmustd bringt Chor« von Tnstoldl, Hahler, Mendeiesohn, Gchumann, Brahm» unter Leitung von Projelsor Kart Ttztat»N Gehör...: f *- Sensßinnen und Genomen! Leistet wirksame Wahlhilfe! Sonnadenö abenS 6 Uhr von öen btkannten SieUen aus. Hroß-Serlin. i Wirkt für die Wahl unserer Liste! Zlm Sonntag weiden sieben /Listen angeboten, Unsere Senossen und Genossinnen werden ersucht, in allen Be- ßanntenkreisen für die Wahl der Liste der Unabhängigen foziÄdemokratischen Partei zu werben. Unsere Liste für Verlin beginnt mit dem Namen Adolf Hossmann? für Nieder- und Oberbarnim mit dem Namen Oskar Wibke; für Teltow-BeeSkow mit dem Namen KlanSnrr. Nur unsere Liste gibt die Gewähr für eine entschiedene Politik im Sinne deS Sozialismus. Zur Wahl am Sonntag. Am kommenden Sonntag tonnen alle diejenigen wdhlen, die tn der Wählerliste stellen. Während früher zum Preubcnlanoiag nur Preußen wählen durflen. hat jetzl jede und jeder Deut'ch« da» Wahlrecht. Nur die Oesterreicher, die am Sonntag wählen könnt«», sind diesmal ausgeschlossen. Die Reaktion in den Gemeinden. SS wird die allerhöchste Zeit, daß mit der reaktionären Wirt- Ichaften in den Gemeinden ein Ende gemacht wird. Ein längeres Zu- warten bedeutet geradezu ein Hohn auf die Nevolulion. In den Gemeinden herrscht nach wie vor der HauS- und Grundbesitz. Aul Grund de; großen Portemonnaies ist cie lesitzeude lasse Hohn im Korbe. DaS Junkerparlament hat man nach Hause geschickt, in der Gemeinde dagegen herrschen die Reaktionäre aller Schartie- tungen ruhig und gemächlich weiter als sei gar nicht» gewesen Wohl wird von unseren Genossen versucht, in dieser IlebergangZ- geit wesentliche Veschlusse hintanzuhaltcn, aber diese Uebergangl- geit dauert zu lange. ES wird aus Grund der alten Vorrechte und auf Grund von veraltcten PerwaltungSmaximen weiter regiert, das es mir so eine Art l>at. In den Magriüraten sitzen »tele Mitglieder, die durchaus sich in die neue Zeit hineinfinden können. Man brmiche nur die Zusammensetzung de» Verliner Magistrat» sich näher anzusehen. Neben an sich tüchtigen Per- w rt word-" fr. D-sr-„rf, fvrf,; d'e'e Verordnung keine rechtsgültige Kraft. DaS ist ein sonderbarer Standpunkt de» GewerbegerichiS. der beweist, daß die RevolutionS- zeit spurlos an diesem Gericht vorübergegangen ist. E» gibt noch viel aufzuräumen. Zur Beerkstaunq Liebknecht». Ein Parteigenosse schreibt uni: Macht den Arbeitern die Deilnahm« an der Beerdigung de» Genossen Liebknecht nicbt»nmöalichl Sonnabend, den 2b d. M., sollen die Arbeiter zur Beerdi- gnng de» unpergleichlichen Idealisten der Proletarierziele an- treten. Ja, eS wäre beschämend für die gesamte Arbeiterschaft. wenn sie etwa» andere? darunter verstände, al» die Achtnna»nd Ebrnng dieser Vorkämpfer selbst. Jeder Arberter, jede Arbeiterin weiß e» zu würdiaen, welch großer Dan der Tonnabend ist. Aber e» ist unwürdig, ia. geradezu taktlos, lollle die Beteiligung durch irgendwclche politisch'« Tendenzen' zu dem aemacht werden, wo? man von dem Spartakusbund nach dem anZoegebenen Flugblatt willens ist. Fordern wir, was der Revolution ent'vricht, aber machen wir das Leichenbegängnis nicht dtirch KraitauSdrücke. durch Rnbestörungen zur bedauerlichen AngriffSbasiS der bürger- licheu Blätter. Ebren wir un'ere großen Toten mit schnteigeudem Ernst. Auch wir meinen, daß die Teilnahme an der Beerdia'ing der RevolirtionSopfer eine Kundaebung aller Richtunaen für den Sozialismus und keiner Vorkämpfer'ein soll und nicht eine be- stimmte Parteitcndenz haben darf. Au» diesem Grunde hallen auch wir e» für selkuwerstäudlich. daß sie»niern Idealen enl- sprechend, einen würdigen und damit imposanten Verlauf nehmen muß. Sämtliche Arb»iter-e»m»rlter und-Sam«rlt»rinnen werden hierdurch dringend erlucht. im Jni resse der Kolonne zur B'- erdigting der Repol'rt�neople' am Sen�abend den?b. J-'t-tiar. morgens pünktlich ll llhr im VereinSIokal Mel- ch'or Straße Ib. m,il Ta'che»nd Arnckund? zur Eiutrlnng zu erscheinen. Jede Armbinde muß den Behörden sowie den Korporationen geen Nationaltrtahlen". Referent: Genosse Schenk. Berlin. Marienfclde. Am Freiing, den 24. Januar, abend» K Uhr, nndet bei Gr'ricke. Berliner St oße 1t4, eine Mt'gliederverlamm» lnng statt. Stellungnahme und Wahl der Delegierten zur Kreis- -«neralt«rsammlung. •(». Menwn. den 20. Jauuar bat ll-b ps-r-!n Ort?» verein der U. S. P. gehildel. E« traten kokort 20 Genossen dem Wahlverein bei»nd ist die beste Aussicht vorbanden, in allernächster Zeit die Mitaliederzabl beträchtlich zu erhöben. Jeden ziveiten DonnerS'ag im Monat Zusammenkiinft im Lokal van Stärke, Zeblendori. Teltower Str. 2ö. Alle Zuschriften sind zu senden an den Vorsitzenden Genossen Paul P ä h l i tz, Zehlendorf, Haupt» straße 18. Verein„Arbeiter-Junendhcim" Etegliv-Fricdenau. Am Freitag, den 24. ds. Mt?.. äsend» 8 Uhr, findet bei Klabe, Friedenau, Handfervstr 00/01. ein« Generalversammlung statt iirtti wird u. a. auch über die Wiedereröffnung de» Jugendheim» verhandelt. Virontwortllch für die AevuKHon: Alfred W i« l« p v. Neukölln.--- Druck de: Clndend uckerei und Verlnaegeleüichast m. b. H., Sckilkdouerdamm 19. Von der Beschlaonsidme sreigegeden sind: die Giitenromane von Jolonthe MarHS: et Iii" Ein Sittenbild au S BerllnW. Preis Mk. 4,—; al» Foitsetzun«: .ellll»«kke" EinSittenbild> Vre!» Mk. 4,—;, Lilli Braun schreibt:.... ebenso glänzende wie ivabrheitZ- getreue Set ilte�»naen der Verbältnisie, in de en die Jugend von Berlin heute aufwochlt... ein überaus nützliche» Werl sittlicher Auflläruugl Für Kinder ist«» natürlich nicht bestimmt...» ferner ist erschienen: „hinter geweikten Mauern'" von Pater Berldicu». Aufzeichnungen eine« Klostergeisilichen Prei» Mk. 4.— Tie Nachfraae noch diesem Buche bat gezeigt, daß die Me. moiren de» Pater VerilieuS in allen VoltSlreiien lebhafte» Interesse erregt haben. Uebeiall sieht man die Saat fprie en und Protest auf Proteil erfolgt gegen da» Zölibat, da» wiedernatürlichste aller Gelüb.'e. Zu beziehen durch: ko ler 5 To.. Bertln V 9, Kvth?ner S'r. 27. Ub lg- 8. AUSV/AMU M' Vcrlanpen Sie nnsern Prospekt 333, Die Mensche nrecMe. Si« Dohnsen, dl« Crtadlor« Mr dan Aalban wahrbaKor W«itbiireer>clia,t. Zum«rtttn Male in deutscher On ach« veröllealllcht. Preis: I, Mk. Zltgelbrenner Vedag Möncben 23 M II_ lingetraaene feId@raueN Militär-Mäntel skerJen sofort ffegtn Zivilnoff einjf«taiitcht. Bekleidungsamt Barde Lehrteratr. 57, rwlACbti» f M*? l)ur. md PAUL CASS1RER VERLAG Sozialistische Schriften zur Revolution KARL KAUTSKY Hebsburg« Glück und End«. Prei» 3 Mark, Das Buch vorn Knmof der Nation«'!' St' B «od der Re-rolution in der aitw Oor-aumoitat chlo. Höbel-Gross m mt. Oatfn i Gr. FrflnKfurißr Strüsse 141. H InvBFdeustrnsse 5 s'W W B500 Mk. AnzahBuns m »•nSem zum K«ut ainer kompl. WohiiungsAinrichhins. Bei Uarzahluns Preise rmAisleunr. KrleesbeschBdlvte. Krise« r witwen. Krieescetraute«rhaiica besendsre xttnstise Bcdiaraacen«ad PrelaermS-ateuNr. kante RMen Licferust auch nach»uswürts. Kriegsanleihe und Spersln'i gen n«l>me in Zahtimt. Zeiiunfs- auatrfiger Innen werden eingestollt in der Expedi ion der„Freiheit", Herlin N»V 6, Sc' iiibacer- dimm 19. 4 Treppen. Botenfrauen für d e Freiheit stellt ein Spctiilion Tempeihof Bartsch Friedrich-Wil elm-Str. 80 Hol pari;_ i ia' Botenfrauen siaht Satd iion. Thornselfer. t lihtckrr Sfats 1 1.__ Botenfrauen sucht Sf»Bdltiow Enircl. Hcrlin- Litiiienbtrc. Ntue abnliofttr. 3(>. 6 Botenfrcueit sucht Spedition iienalg, __ Lo!himst_r._ 14._ öotenfrauen snebt Spsdition Paul. ar«Mr tV sc tS Botenfrauen such, Schulz, Friedenau, Rlieinstraße 5L_ volenfta«?« wrrtrn isttit"s,.ii«I. Karic airtae. dsnlttW, dtt, Uj, »�»srr.___ 10 Bo;e:(.nuen sackt Spedition Arst, JiKSonstrasst «l-icusraucn Sri fltiirr S'r.aüto. ttir. die �rtthetl" USUS-,»A MMmm sucht Spedition Henkel Usedomstr. 18