naitmlHujf, m Smn- mA IMnam wn»urtWM D«l»«jurtpreif klragl Ni htm gulteOunj int v-ut Mi Si«t. öirlw iowii W WnNini PoOlniuj ahn, IViliDafbübi monatlich I m, M Austillunz untn Sllti�nn»« lN IH> iß w trm nfVtn Nnchlraß dt, postztiiunßtlist. Ml Iinhltzo�M «rtnrnen: vcrlln««. B. echiffda»i>idnmm I« III. Auu K.tbeu 2.893 uub 3890. Die Men),�usgabe MM«, Mm M, rknpMt'ßn�'*♦"" B>pf..Xlttra XnjHfta* im MtßAnA,».rt JO pf,),fc,. mtiltr, w«ii 15 PI. liuirunjtjufdjl«, SO•/» W ßMatlitn. Drrfamntiun�tnnitTgcn i«Qi dir Aulchlag fort Jnfrrui, für den darauf, »luwrtw lt mßAen(yannrn, du i Uh, nochminn«, tri d" Cnxditiou aufgrgidtn(dik Ctbrbitimi; Bf'tn NW B, Crfilffdanerbamm 10. L«ui»»»chrri Wmi Mortictt 97031' berliner-Organ bcv UmMjättßitjen Sojialömofratte OeutMfanöa oft#" Jahrgang 2 ' x Donnerstag, den 30. Januar 1919 Nummer 53] Die Off front gegen öle Heglernng. Gegen den Zeiilralcal und die Mti- beanfiragien. Die Regicrvnz Tbert-Z.Hcidemann hat In den denTwiirdlncn Vagen, wo sie in Der!in durch bezahlte Söldlinge und Bourgeoisie« söhnchen die Kparlakisten niederschlagen lieh, in Flugblättern viederhalt di« Behauptung aukgesiellt, die Wc'amtheit der beut« schen Soldaten stünde hinter ihr und sei mit ihren Mahnahmen eintxrslauden. Dal war nicht wahr. Den Soldaten wird eS immer ltarer, dah dies» Negierung die Errungenschaften der Odevolut'on nickt sichert. Dah sie die Maät wieder in die Hände der alten Gewalthaber legt und die sozialistische Republik, für d-e di« revolutionären Arbeiter und Soldaten gckcUupft haben, i« bei schwersten Weise gefährdet. Ter Zentralsoldatenrat der Ostfront hat fetzt gegen dies« unsozialistische Regierung und den Zentralrat. der alle ihre Mahnahnren gutheiht oder kririklol hinnimmt, folgend« scharfe Proteswcsoiution angenommen. Der Zentralrat der Ostfront und Ostprovinzen ist angc- sicht» der innerpolitlsche» Entwicklung der lepten Wochen der Ueberzeugung. dah der Zcnlralrat der deutschen sozinliftischc» Republik die ihm vom Retchglongreh übertragene Aukgal»», die revolutionären Errungei.sa�a�.en zu sickern und auszubauen, tu keine» Weise durchgefüh't hat. Der Rat der Bolkebeaustragten als der Mandatare dcl Zenlralrate» trennt sich in Haltung und Mahnahme» immer mehr von der revolutionären Masse de» Bolke». deren au». fahrender Wille er sein soll. Die Stellungnahme zu den«. und S-Näten festen» der Regierung zeigt immer deutlicher, dah diese von den Ursprung. lichen Kraftquellen der R-volution abrückt. Die 9. und S.'Räte sind die autonomen Träger der revolntionärcu Gemalt. Ihr Gesamtwille hat sich al« Organ den Zenlralrat der deutschen sozialistischen Republik geschafsen. Trotzdem sucht die Regierung mit Zustimmung desselben Zentrnlrate« die A.» und S-Räte systeinatisch aiiSznsckaltcn oder beiseite zu drücken! Die Verfügung de» Raie» der VolkSbraustragten über die Stellung der S-Rät« im FriedenShecre ist nickt geboren an, dem vollerkannlen Geist« einer neuen Zeit. Di« vom Reich». kongreh der Regierung überwiesenen Veitiinmnngen ldie söge- nennten 7 Hamburger Punkte), an denen sie nicht tut. lein darf, lehren al» eine Verzerrung»u den Lustrag. gcbern. den revolutionären A- und S.»Nätcn zurück! Tie Anordi>»»ng, daß dem Kriegsministerium kein S.-Rat beigeord»et wird, schaltet an der Zentrale, an dem Hirn de» Heere», die Milrnirlung de» lebendigen Körpe''» au» Nie- oend» im Heere wäre ein So'dnienraf so notwendig, nw im KrieaSministerium, dessen Verfügungen täglich de» lx-steheiide» S-Rälen vor Lugen führen, wa» besohlen wird, wenn die innige Kechselwirliiug zwischen dem Willen der Truppen und dem leitenden BefehlSorgan fehlt. Die vcrsügiing. dah die R a n g- b z e i ch e n im Grenz. schütz aufgewogen werben können, ist ein schwächliche» N"ge- ftäu-dni» in einem Augenblicks da endlich ein Teil der erfven voldatenforderungeii durchgesitzl worden-st. Di« Aruhpklicht in der jetzt gegebenen Formulierung führt den alte» Zwang auf anderen Wegen ein imd durchbricht da« erste Prinzip der revolut-ioiiarea Lrmce, dah e» Borge- setzt« nur im Dienst geben darf. Lder über diese Einzelversügung von grundlegender ve- beutung hinau» ersüllt die gesamte i n n c r p o I, t> s che Entwicklung, die entschiedcn revolutionären Teile de» beuischen Volke» mit gor» und Empörung. Die«ege». revolution von recht» kommt nicht mit gewaltjanrcn Siiiladlin- fn. wie man in den vergangenen Wochen manchmal vesurchtet il sie ist lebendig— organisch— wachsend vor unicre» i,Ä»„—. da. neuöhrt und b e r v e i g e t ü h r t von der deutschen sozialistischen Regierung, die gebildet wurde zur Gichei ung urtd zum Äul6r.«u bez Devolution. Wie kann«ine Regierniig an diesen Ausbau heran geh«". wenn ste die erste Forderung eintt Eichcruns; der Revolutlon so aiihel Acht loht, w-e e» diese Wochen ze'gen? In allen Teilen de» Reusie» triumphiert der alte Geiftl SSÄÄ ien im vollsten Vertrauen ihr Schicksal übertragen haben. s'"0 bs sss'Ä.sr.Ä ää« �n' Lnaesickt» dieser Entwickluua«hebt der Leutralrat der Ostfronk und Ostseeprovlnzen den schärfsten Prolest dagegen, dah der Zentralrat der deutschen sozialistischen Republik diese Prei«. gäbe aller ihm anvertrauten Errungenschaften der Revolution zuläht und durch seine Billigung fördert. Wir fordern den Zentralrat auf, v»r aller Oeffentlichkeit Rechen scka't abzulegen, wie er vor leinen Schöp- fern, den A.. und S.-Räten ganz Deutschland», diese Geschehnisse zu verantworten gedenkt und ob er gewillt ist, mit aller Entschiedenheit da» Steuer nach link» zu wenden, den Geist der revolutionären Energie auch gegen die LolkSbeauf- tragten durchzusetzen. Wir warnen in dieser Siund« vor der kommenden Enl- Wicklung. Wir all« sehen einen neuen gewaltigen revolntio» nären Strom durch Deutschland heranbransen, und wir for- dern deshalb eine klare und feste sozial» slifch. revolutionäre Politik. Vom herrlichen„lollsheer". Wahrend die Proteste gegen die Verfügung de» Kriegs- minister» betreffend die tkotiimandogewalf allcrwärt» an- weichien, fordern auch die Offiziere eine Abänderung de» Erlasses— freilich in dem Sinne, dah alle Macht wie vor der Nevolntion wieder in ihre Lande gelegt werde.®o hielt gestern in der Berliner Lochschule für Musik der Ratio- nalverband deutscher Offiziere eine Protest- Versammlung ab. Dieser Nationalverband, der sich voin Deutschen Offiziersbiind abgesplittert hat. will eine aus- gesprochene politische Kampforganisation sein. Der..Lokalanzeiger�. der jede militaristische und gegen- revolutionäre Bewegung begönnert, muh aber selbst er» klären, dah die anscheinend sehr tumultarisch verlaufene Per- samiiiliing formen annebuie. die die wünschenswerte Diszi- p!in vermissen liehen. Nnd eben diese Herren mähen sich an. die Hüter der Disziplin und ManneSzucht ün deutschen „VolkSheer" zu sei«. ®» muh auch um die Mannschaften in tzen freiwilligen Truppen übel bestellt sein. Denn eine offiziöse Rotiz besagt'liuer der Ueberschrist:»Keine Strolche und Dieb« in die Freiwilligen- Regimenter":.In letzter Zeit häufen sich di« Fälle, wo minder» wertige Elemente unter Vorzeigung gefälschter Papiere Aufnahme in die Freiwilligen-Regimenter zu erhrlten suchen, um dann»hre Anwesenheit daselbst zu Diebstählen an staatlichem und privatem Eigentum und Schiebungen aller Art zu benutze». Da» hat dahin geführt, dah seiteng der Regimenter ein« auherordcntlich verfchärfle Kontrolle eingeführt ist."— Fragt sich nur, was für ein Erfolg dabei herauSkoull»»t. Zur OrgonWon des Ostfchntzes. Leber die Kommandobehörden de» Ostschutze» erfährt die .Deut'che Tage».Ztg.":.Die Nachricht, dah die Oberste Heeresleitung nach K o l b e r g verlegt wird, ist richtig. Hindenburg und A r ö n e r werden schon in allernächster Zeit dort eintreffen. Da» Armeeoberkommando Nord wird nach BraunSberg kommen. Fübrer dieser Gruppe ist General v. O u a st. sein Generalstabschef General v. Geeckt. Da» I Armee-Oberkommando Süd bat Breslau al» Standort. Da» ' Kommando hat der Kommandierende General de» 8. Armeekorp», v. dem Borne, übernommen, all Stabschef ist ihm General v. Lohberg zugeteilt. E» wird also von der Obersten Heeresleitung trotz Demobisi- I sterung«eitergearbeitet. Und man geht gegen A.» und S.- Räte vor. die die sich mehrenden Bahntron»porte nach Osten nicht ohne weitere» durchlassen. E» wird für den Auf- marsch der Freiwilligentruppen unter der MaSke 0>ftschutz" mit Hochdruck gcarbeitttl Der nene Heeresbericht. Bromberg, 30. Januar.(Amtlich) Am 30. Jtammt wurden Grüntal, Wunschheim. Jaruschin und Gr.-Samokiensk von unser*» Truppen genommen. Zpoei Maschuwngewehve, Gewehra und Munition wurden eingebracht. ."'W| welche vorkelle kann die Sozialisierung bieten? Von Prof. Dr. C. Ballob(Atlanticus). Der Bieg des BozioliSmuS ist gewissermaßen über Nacht gekommen. Die Ausnutzung des SiegeS, an den niemand vor zwei Monaten gedacht hatte, bietet grohe Schwierig» keiten. weil man auf den Sieg nicht vorbereitet war, keine» Plan hatte, wie die Eozialisierung im gegenwärtigen Mo- ment zu bezwirken wäre. Zwar ist seit dem 6. Dezember l eine SozialisierungSkommission am Werke, die die� fsirage der Sozialisierung einzelner Erwerbszweige untersuchen soll. Diese Kommission arbeitet mW Hoötidruck— aber die zu benmitigend? Arbeit ist, wenn olles gründlich, wissenickiaftlich untersucht werden soll, ein» ungeheure. ES ist selbstverständlich, dah die Vertreter de» privaten Unternehmertums, die angehört werden müssen, ihrerseits alle möglichen Einwände und Hinweise vorbringen, um den gesellschaftlichen bzw. Staatsbetrieb als unvorteil» hast, als langsam, schwerfällig, nichlo» für den Staat hin- zustellen: nur der private Unternehmungsgeist, die?sntelli- genz de? privaten Unternehmertum» könne, so heiht e» allenthalben, uns über die gegenwärtige KrisiS hinweg- helfen. Dabei erklären bürgerliche Nationalökonomen übet> einstimmend, dah Jahrzehnte vergehen mühten, bevor die �gegenwärtige Not überwunden werden könne, dah wir ei» verarnlte» Volk wären, das nicht sobald sich wieder erhebe« könne. Da ist eS denn doppest von Belang, wenigstens eine vorläufige Berechnung vorzunehmen, ein vor- läufiges Bild zu zeichnen, wi« eine Eesamtsozialisiening wirken könnte, wenn sie unter Zuhilfenahme aller Mittel der Technik, unter Anwendung von..Vernunft und Wissenschaft" —»deS Menschen allerhöchster Kraft", durchgeführt werde» würde. Schreiber diese? hat bereits vor 91 Rahren ein derart!« geS Bild zu entwerfen vel sucht. Es erschien bei Dietz in! Stuttgart unter dem Pseudonym AtlanticuS als«Produk» tion und Konsum im Sozialstaat". Die Methode bei der Abfassung dieser Arbeit war! die, dah Verfasser Beschreibungen über die Produktion i« technisch fortgeschrittenen Betrieben, soweit solche in der Literatur zu sinden waren, heraussuchte und nun zu berechnen suchte, mit wie viel, oder wie wenig Arbeitskraft das gesamte nationale Produkt, bezw. ein vorher festgelegter Bedarf zu erzeugen wäre, wenn alle Betriebe ebensogut und vorteilhaft arbeiten würden. Für die Landwirtschaft muhte eine Soliderberechnung gemacht werden, die Produk- tion eines fiktiven Landgutes bei Hochkultiir, unter Anwen» . dnng aller vorhandener Maschinen ermittelt werden. Die Schrift wurde damals trotz der Empfehlung von K a u t S k y, der eine besondere, längere vorrede geschrieben hatte, viel- fach von sozialistischer Seite abgelehnt, weil man sie für j einen Rückfall in den utopischen Sozialismus hielt und glaubte, aller Untersuchnnaen über den Ziiknnftsstaat ent- raten zu können, da ja doch die wutichei'lliche Entwicklung von selbst uns den ZnkunstSstaat durch die Entwickelung zum(Srohbetriebc bringen müsse, dah e st. wenn diese Ent- Wickelung vollendet wäre, der grohe Unistnrz. der Uebcrgang zum Sozialismus komme» könne. Heute ist aber der Sieg des Sozialismus gekommen, bevor die Entwickelung zum «rohbetriebe abgeschlossen ist. Ist daS ein«rund, um am SozialiSmn» selber zu verzweifeln, die Hände in den Schoß z» legen und dem privaten Unternehmertum nach wie vo» die Leitung der Volkswirtschaft zu überlassen? Die Dinge liegen doch so. dah in den Massen ei* brennende» verlangen besteht, sckwn bentx die Früchte der SoziolisiernngSnioglichkeiten zu geniehen. sich nicht bainii abspeisen zu lassen, dah die fernen Enkel e» einst besser daben sollen, nicht nach nä« vor Not und Entbehruna zu leiden, mit der Unsicherheit der Eristenz zu kämpfe«. ist e» doch von gröhtcm Belang, zu nntersnchen. ob whklliä W Verlangen der Massen unsinnig und utopisch iß. gdtm MSSNSVST WMBM- MWMIZN r-u vi Ueberzeugung, öaß noch eingehendere, sorg. soltigc Untersuchungen, wie sie namentlich die Sozialisie- rungo'omuiiiiron zutage fördert, zwar eine Reihe von Ein» zeiheiten berichtlgen. jedoch das Gesamtbild im nega- tivcn Sinne nur wenig verändern können. m i ncUl'n Arbeit, die dieser Tage unter dem Gesaiiittitcl»Der ZukunftSstaat, Produktion und Konsiun nn �ozialstaat" bei Dietz, Stuttgart im Umfange von 210 Leiten erschienen ist. bin ich zu folgenden E r g e b. Nllsen gelangt: Es ist in Teutschland technisch-wissenschaftlich möglich. nach einer 3-öjahrige» Uebergangszeit. während der eine hohe Arbeitsanspannung erforderlich ist. den land- Wirt nyaftlichkn sowohl wie den industriellen Betrieb(ein- schließlich Verkehrswesen) so umzugestalten, daß eine o— chahrige..vaterländi�he Dienstpflicht" bzw.„«rbeitS- Oichl aller jugendlichen Personen, vom 17. bis 22. bzw. (bei Frauen) vom 16. bis 21. Lebensjahr, ausreicht, um. ge- wessen am F r i e d e n S k o n s u m. ein reichliches Maß von Nahrungsmitteln und ausreichende Kleidling für die Gesamtbevölkerung zu erzeugen, ja darüber hinaus, die volle Eutichä'digung für die geistige Arbeit und eine Ab- lösiingsrente für die auf Grund sorgfältiger Taxen abzu» lösciidcn Produktionsiiiittcl zu ermöglichen, Dak gesamte, in einer 5— 6jährigen Arbeitszeit der Jugendlichen erzeugte natwnale Produkt würde einen Wert von rund 57,5 Milliarden Mark haben(gemessen an Friedenspreisen), die Entschndigung für die geistige Arbeit(Lehrer. Techniker. Beamte usw.) isl mit 5 Milliarden bemessen, die Ablösnngs- rente mit 7%, Milliarde. Die Erstellung von Gebäuden ii'i in die Berechnung n icht hineinbezogen, weil angenommen wurde, das; die so früh zu einer lebenslänglichen Leibrente gelangten Bürger des Soz'alstaates zunächst in ihrem ferneren Leben an die Schaffung eines behaglichen, gemüt- lieben Heimes gehen würden, um sodann in der Beschästiguna mit Gartenwcsen. Kunslhandwerk, Kunst, Literatur, Wissen- schaft aufzugehen. Für den Wohnungsbau ist(soweit die. vorhandenen Wohnungen nicht au S reichen) das Material in öffentlichen Groszbet rieben zu erzeugen, um auch da die denkbarste Ar- beitSersparnis herbeizuführen. Für das Heim ist einem ieden jeden Deutschen vom Staate ein je nach der Lage � bis 1, oder selbst 2 Morgen grobes Grundstück kostenlos zur Vcr- fügung zu stelle», bezw. es und nur die Kosten zu vcr- rechnen, die durch den Strabenbau, die Wasserversorgung usw. entstehen. Die lebenslängliche Leibrente beträgt für jeden Mann 1000 M.. für jede Frau 840 M. Das ericheini bei den heutigen Preisen wenig— c8 sind aber Vorkricgs- preise Mir die Lebensmittel berechnet und die WohnungS- miete ist nicht in Rechnung gestellt. Die Wobnnng in den. bisherigen, vorhandenen Wohnstätten ist natürlich unzii- reichend, eben deshalb ist einem jedem der Bau eines bchag- liehen Landhauses, oder des Anteils an einem Stadthause möglich gemacht. Was die Nahrungsmittel anlangt, so ist beim Fleischkonsum das Is�fache des deutsche» Friedenskonsums (75 Kilogramm gegen 50 Kilogramm) in die Rcchniing ge- fetzt, beim Zucker da« Doppelte, sonst überall das Einsacke. An Butter ist mehr als der srühere FriedenSkonsum berechnet und zwar 200 Gramm auf den Kopf der Woche im Durch- fchilitt. an Margarine 120 Gramm. Die Gesanitration cnt- hält einen kleinen Uebcrschub gegenüber der bisher ange- uoinmenen physiologischen Norm von Beit-Pcttenkofer oder von R ichner. Für Gartenprodnkte und Gemüse ist nichts vorgesehen, da angenommen ist, daß auch diese Produkte im tos»o« k�sch! lZur Urauffghrung von Walter SMdlitz'»H? l d e r» Ii n" im Schauspielhaus am 90. Januar. Da» Schauspielhau» am Sendarmen markt war einmal kö- j !»iglich. Wer möchte e» nicht vergessen? Da» deutsche Balk W ein Recht darauf, dag die grohc Umwälzung dort nicht ohne Spu- Ten bleibt. Soll e» genug sein, dab man die Hofloge überhängt. und soll Lakaienlunst unabänderlich von der Bühne herab verzapft werden? Ernst Hardt hat da» Weimariiche Hoftheater zum Ra- tionaltheter auSgernfen. Ein frommer Wunsch zunächst. Denn die Mitglieder der Constituante werden dort die dramatischen Dia- löge zu spielen haben, bi» der Borhang über dem Revolution«- hrama gefallen sein wird. Und da» lann gut« Weil« haben. Ber- lin ist lolange politisch entthront, soll e« vom Reich auch künstle- Tisch entthront werden? Berlin hat ein Reckt darauf, ein Rational- theater zu besthen, d i e Bühne de» deutschen Volke». Da die «Volksbühne unter Friedrich Kodtzler sich der Zeit versagt und sich In allerlei literarische(Experimente verliert, wäre da» Schauspiel- �au» berufen, wahrhait�Bolksbuhne zu werden. ist in Berlin mit mancken Traditionen gebnxhen wor- den. Da» Ministerium für Volksbildung hat eine heftige«Uifgabe auch im Theater, da« Biidung»stätte ist wie kaum sonst etwa» im Staate. Scheut c» sich, mit kräftigem Grift. Reue, an die Stelle von ilftem zu bringen, wo man nur Kulissen«inzuraitzen braucht. «m Revolution zu verwirklichen? Fehlen die Männer, fehlen die Talente? Ist«eine fugend da. oder ist man nur zu verbindlich, Greife der Kunst auf', Altenteil zu setzen? Wahrlich, da» deutsche Theater ist jahrzehntelang nicht so reich gewesen an schöpferischen Kräften, an jungem Unterbolz, da» verzweifelt um Licht kämpft zegen morsche Stämme. Man muh an» Roden geben, und darf »ickt säumen, wenn nicht der Wald der Zukunft zugrunde yew'rt» sckaftet werden soll. Berlin muh aufforsten! Für einen Natur- sckntzpart deut'cher Dramatik langt der Boden nicht Da» Sckan- ftnelhau» mühte selbst dann Hüter bekommen, die nicht angekrän- kett sind von der Mu>enm»se»che einer dolkskunstlo'en Zeit. Di, Sckauspieldau» beweist immer wieder, dah e» nickt er- füllen kann, wa» man fordert. Dre Angst, mit der man dort verio- disch noch der Jugend greift, könnte belustigender wirken von Fnll zu Fall, wenn'» nicht so traun gwäre zu sehen, wie kläglich da, aÖtiliöK Pkund verwuchert würde. Wer ist in der Uiifabigkeit. i Rest und Jugend zu beurteilen, auf Walter E i d l i tz»er allen Jin» Jemen.Hölderlin"?. E» wäre besser, über die» Stuck zu ! f�Sterf« JJeb« fa» 6ck USartmtieimfKtfm erzeugt werden. |< 1 1"*»l der LeW-ismiltet ist evenjalls als zu- latzliche Arbeit im späteren Leben gedacht: d. h. es isl ange- nonmien daß die ftaatlii« rbzw. kommunale) Produktionstätigkeit die sämtliche» Produkte bis in die eii.zeinen(für ganz Teutschland 60 000— 80 000) Gemeiiideläden schafft, wo sie abwechslungsweise von allen Hausfrauen verkauft werben ibnnem unter der Leitung der dazu bestellten Gemeinde- beamten. Die Hauptschwierigkeit bietet natürlich die lieber- I a n g s z e i t. die Zeit, während der die alte Volkswirt- schaft nicht mehr voll erzeugt, die neue Organisation noch mcht durchgeführt ist. Die Erzeugung der alten Volkswirt- schau ist im Kriege in der Landwirtschaft auf% heruntergegangen, in der Industrie ist sie noch tiefer gesunken. ES handelt sich darum, diese gesunkene Prodiiktion zu ver- doppeln und zu verdreifachen, bzw. zum guten Teil erst dar- um, die Einrichtungen zu schassen, die eine so zu erhöheude Produktion erst ermöglichen. Zu dem Zwecke müssen wäh- rend der UebergangSzeit alle vorhandenen Arbeitskräfte zur Mitarbeit herangezogen wcröen: für die mittleren und höheren Lebensalter können verkürzte Arbeits- bzw. Dienst- jähre festgesetzt werden: die Pflichtdienstzeit kann für Man- ner 5 Jahre im Alter von 20—25 Jahren betragen. 2% bis 3 Jabre im Alter von 40— 45 Jahren, 1— IX Jahre im Alter von 50 Jahren. Berheiratcte Frauen mit mehr als einem Kinde wären ganz freizugeben. Aber die Organisation der UebergangS- zeit? Diese ist möglich, sobald die geistigen Arbeiter in ivritestcm Umfange zur Mittätigkeit berangezogen werden. wen» man nicht der Anstel, t huldigt, da st die industrielle Pro- duktion dann am besten von stalten gebe» niust, wenn man die Fabrikdirektorcn»nd Techni/er an die Luft setzt, die geistige Arbeit als etwas ganz Neben sächl ick, es ansieht. Es ist gar keine Frage, dost die geistigen Arbeiter die Sozialisie- rung mit Freuden mitmachen werden, sobald ihnen eine er- lvriestliche, schassende Tätigkeit zugesichert wird. Es dars dabei nicht aus die frühere Parteizugehörigkeit gesehen wer- denl ES darf nicht dem Gedanken Raum gegeben werden, dah die Arbeit, die man nickst selbst mache» kann, am besten ganz zu unterbleiben bat! Auf die Art ist der Sozialisimis übeihaupt nicht, weder heute noch in 100 oder 1000 Jahren, durchzuführen. Sondern man nehme das Giite. wo man es findet, man nehme diejenigen Techniker, Wissenschaftler usw., die gerade da sind— sie werden der neuen Staatsordnung sicher nicht ans bösem Willen Widerstand leisten. Die zweite wichtige Forderung ist die. dah die Pro- dnktioität der pbvsischen Arbeit nicht, wie im boliche- wistischen Ruhland. auf X—% sinkt. Sondern es sind Ar- beiteraiiSichüsse zu schassen, die sck><,rf Obacht zu geben baben. dah niemand mehr angerechnet bekanimt. als er tatsächlich leistet, d. h. dast niemand aus.(losten des andern oder der Allgemeinheit da» auf ihn entfallende Arbeitspensum nicht leistet. Gerechtigkeit Mir alle, aber auch sedein nur ent- sprechend seinen tatsächlichen Leistungen! Ein jedes andere Prinzip Mibrt zum Kamps aller gegen alle und zum Nieder- bruch und Aufhören aller ProduklionI Tie Arbeiterrät? sind auch serner am Platze bei der lleberwachung der Produktion— nur müssen ihre Be- flignisse gegen die der Techniker ickarf abgegrenzt werden. sie dürfen nicht die geistigen Arbeiter, den Techniker»nd Wiftensckvistlcr meistern wollen. Geistige und körperliche Arbeit müssen.Hand in Hand gehen. AlSdann kann auS dem Dunkel der Gegenwart anch dem deutschen Volke in ver- bältniSmähig kurzer Zeit eine hehre, Uchte Zukunft er- blühen I EIll bürgerliches Urteil über den Menchelmord. In ber letzten Nummer der„Zukunft" schreibt Maximilian Horden: .Am 15. Januar wurde Lietzfnccht abend» verbastet, vor dem Eden-Hotel am Kurfürstendamm mihhandelt, im dunkle» Tiergarten, weil er.floh", erschossen; von Mannschaften einer neuen Gardefavallerie-Schützcn-Division, unier deren merkwürdiger Obhut die zugleich verhaftet« Frau Luxemburg. schweigen, wenn e» nicht dort gespielt und au» der Taufe gehoben worden wäre, wo man reden muh. Neun Bilder, Szenen eine» Schicksal», wie sie der Autor nennt, ein« bunte Postlardenierie in der verwaschenen Sentimentalität tränen- und wortreicher Bieder- meierlyrik. von Hölderlin bleibt nicht» ali der Wunsch, seinen .Hyperion" aufzuschlagen und einen einzigen seiner Briefe zu lesen, um die verzweislung an seiner Verunstaltung lo» zu wer- den. E» ist«in« Schmach, dah Schauspieler zu solchem Machwerk mihbraucht werden, und schmachvoller noch, dah man mit solch unreifer.Jugend" die Dichterjugcnd Deutschland» ditkreditielt. Der Trompeter von Säckingen wird übertropetert, und der Spiel- leiter Dr. Reinhard Bruck spannt diese literarische Oeldruckleistnng in einen eirunden Rahmen vor da» Bühnenfensier, um den Diaphanlen-Geschmack noch zu betonen. AI» man in diesem Theater«inst sardanapalisch tat. lachte ganz Deutschland hämisch. Aber da mal» hatte man lern Recht dazu, denn der Geist Wilhelm» II. hatte ein Rech, dort umzugehen. Wber heut«, im dritten Monat der Rcvolution? Wich einmal hie Enftchildigung, dast man«» mit der Erb- schaft de» ancien rsglme»u tun habe, kann die Intendanz ihrer Schuld entlasten, vian hat noch mit ganz anderen Erbschaften aufräumen müssen, und ganz andere Verträge sind von der Re- volution rechmätzig gebrochen worden. Rein, man will die Jugend und Kunst für da« Volk. Aber diese Intendanz«eist nicht. wo» Jugend ist. weist nicht, wa» Kunst ist, und hat an'chinend nicht die blassest« Ahnung vom Willen de» Volke». Kitsch ist ihr vrogramm,»eil sie erzogen ist vom Kitsch und nicht» kennt al» ihn. Roch ist«» Zeit. Da» Beispiel de» Eidlitzschn.Hölderlin" ist«in« Warnung. Roch ist der Weg nicht endgültig verbaut. Roch kann man trösten und sagen: vielleicht wird'» ander». Aber wie- der wichen-Hölderlin", und e» bleibt nicht» übrig al, zu rufen: .Volk,-neide da» Schauspielhau» und derbilde Dich lieber im Kino!" Die» sei ein Appell an die Bernstnen. Sorgt, dast e» ander» werde. Lo» vom Kitsch im Schauspielhaus« de» Volke»! Ulrich Stelndorik. Kunstkalender. SerMnank Von» tst von b»n Diret"»"»«olndord und Bernauer für'n m.hrmiftip'»«ufttcter vernsiichtet worden und lpi.ll morgen lstreilag» zum erste- Mule die Soll« de».Dr. Schill" tn ZrouK Wedekmd»„TNtiegcl»aliani>dhehau>pte: vostK riegsgerichteauf Befehl arbeiten— es handelt sich um ,.b e st e l I t e A r b e i t", sie lassen sich von den mililäri'chen Porgesetzten beeinflussen, es ist meist abgekartete Sache. Ick lpreckse dem Militärgericht jede Objektivität und Un- Parteilichkeit ab. .frwtde'M es sichlMllmistüiebig« Personen, um Untergebene, dann wird mit aller Strenge vorgegangen, bandelt es sich um ein-Mn streiche PerpöriSUftfeUen mft gsuten BeziÄrungen. dann geschieht nichts. Im Interesse der Sache bitte ich da ber zu'ordern, dast 'der Fall Liebknecht— Liiremburg deirch ein b e s o n e r s-nor einzusetzendes Revolutionstribnnal zu im-terfuchen mud abgiriirtorlen tzst, da mir so H/nWicht bestcht. ,, die Angoleigenheit zu klären. Sonst wird alles vertu'cht. verläuft im Sande. Ms Sackwerständiger auf militäriscktem Geriet hebe ich folgendes 1>ervor: Wenn den Militärs e r n st I i ch an Hern Schsiitze der Verbasteten gelegen gewesen wäre, kälten sie dielen mit Leichtigkeit erzielen können. ES war er- forderlich: ein starkes Wach- bezw. TronSvortkommando. ent« sprechend dem Ernst der Lage und der Wichtigkeit der Periön- lichkeiten. Drängte die Menge heran, lo brauchte mir ge- nften zu werden:„Straste frei, e» wird geschossen". ES Hütte nur halb so viel gesch vis cn w erden brauchen.wiesonstseitensderReaierungS- truppen auf den Ströhen, und kein Mensch bättesichblickenlassen. Tie Schuld trifft nicht den Transportsübrer allein, sondern in erster Linie den Fii h- rerderbetressendenDiviiion(Garde-Kavallerie- Carl tarßou. Von Dr. Varl David Marcus(Schweden). Carl Larsson ist gestorben. Im Heimatland« de» Künstler» weist jede» Schulkind, wer Carl Larsson ist. Keiner der bildenden Künstler Schweden» war so assgemein bekannt, s» beliebt wie er, und von Schweden wanderte seine Kunst und sein Ruhm ' in die Welt hinau». gelangte i» noch Deutschland, da» mit Freu- den die Hand nach seiner schönen Kunst autstreckte, und woselbst er sich fast derselben Beliebtheit erfreuen konnte wie in seiner Heimat. Wer kennt nicht die hübsch« Autgabe einer Anzahl Reproduktionen von Carl Larsson» Bildern und Illustrationen: .Do» Hau»>n der Sonne", ein» der gelungensten Werke aus dem Gebiete der guten Kunst für die Masse? .Da» Hau» in der Sonne". Da« Wort Ist so selten bezesch- nend für da« ganze Leben und Schaffen diese» echt nocdischciv Meister». A!« armer Geselle kam er nach Stockholm in die Druckereilehre, zeigt- aber boid«>n ausgeprägte» Talent zum Zeichnen und betätigte sich al» Illustrator. Dank der Hilfe eine» berühmten schwedischen Mäcen» war e» ihm möglich, die damals 'ür jeden nordischen Maler notwendige Reise nach Pari» unzu» treten, und er verbrachte einige regsame Jahre in Frankreich zu- sammen mit einer ganzen nordischen Kolonie. E« war noch um die Zeit de» französischen Jmpressionitmn»: Larsson siel bald genug auf durch seine urwüchsige, humoristisch« Persönlichkeil und lein frische» Draufloigehen v Heimgekehrt fand et rasch sich selbst. Er gründete, nock siing. ein eigene» Heim, setzte sich fest in der sckonen. durch Selm» Lagerlöf» Schilderungen bekannten Provinz Darlarne. Und von setzt an wurde sein Schaffen ein Lichtpunkt für ganz Schweden. Er hat seine Modelle, seine llmgebung. seiu« Eigenart hier für sein ganze» Leben gefunden Es rbt einen berühmten französischen Maler, der da» Milieu der Pariser Kokotten uniinter- brocken peschilderi und sich hier zu Hause gefühlt hat. E« gibt einen schwedischen Maler, der immer und immer wieder seine Frau, seine(tinder. seine Haustiere, sein« Zimmer, seinen Gar. len malte und zeichnete. Wann war ein moderner Maler so fest mit der eigene» Scholle, mit der eigen!--» Fanuli« verwachsen, wir Carl Larsson e» war? Seme Werte bilden eine wahrhafte Familienchronik: : wir sehen seine Frau noch jugendlich und schlank; e» stellt sich da« i erste Kind ein. e« kriecht im den Limmer» und auf den Kieswege» Wch!> hcN'DMsl oll). Derselbe Witte als Verantwortlicher für bcfieien Schutz formen sollen. Liebknecht war durch Kriminalbeamte ver« hastet worden. Wie kam die Garde-Kavallerie-Schchtzen- Division da�u, ihn einem Verhör in ihr Stabsquartier z» schaffen? Haben wir denn VelaaernnaSzustand? TaZ ist ja schon mehr wie Diktatur! Warum wurden die Verhasteten nicht in einem qe- schlossenen W a a e n abtransportiert? Warum wunden nicht— da es doch ganA ofsensichKüch war, datz den verhafteten ernste Gefahr drohte— mit dem Abtransport bis zur Nacht refv. zur frühen Morgen- stunde, wo die Straften leer sind, aewartei? Es ist typisch, daft man nun alle Sehuld aus den Leutnant als Transportsiibrer abwälzen will. Wenn? beim Militär knickt, ist es stet? Schuld des Untergebenen. So war es auch im stfelde. Tie hohen gottbegnadeten Generale tragen nur dann die Verantwortuna. wenn alles glänzend gut geht. brvsiir ebhollen sie ihr bot? es Geholt, Rmrg urtd Würden und viele, viele Orden. Wenn eher die Karre schief geht, dann ist der Untergebene der Schuldige. Tann haben die hohen Herren plötzlich keine Verantwortung mehr. Meines Erachtens ist im vorliegenden stalle der Vor- gefetzte der Hauptschuldige, weil er nicht die richtigen Vorkebrnnaen getroffen und die erforderlichen?>n- struktionen gegeben hatte. Bei der Wichtigkeit der Personen und der unverkennbar groften Gefahr, die iduen drohte, hätte der Tipisionsko>in5nanldeiur persönlich alle Sicher- heitSoorkchrunqen z»i treffen. Unter richtiger Würdigung der Stimmung— wie sie namentlich unter den Offizieren gegen die Verhafteten vorl'errfchte. und die llch in einer in den widerlichsten Schi-mpfereien und Ausdrücken und Hetzerei Lust machte—, bin ich der testen Ueberzenanng. daft es vollkommen Ab- s i ck t w a r Liebknecht und Nofa Lnremburg zu beseitigen. Für diese Auffassung sprechen meinet Erachtens zahl- reiche Tatbestgndsmerkmale. Ich bemerke neck, daft ich lange Feit wahrend meiner Lll iahriaen Dienstzeit als GerichtSoffizier tätig gewesen bin, zahlreiche Male im Kriegsgericht gesellen babe. also ans der Vranis her deu Wrtrict» mehr wie gut kenne.— Seien SieaufderHutl..." Rkvolvlwnssalschuvg. In den Tagen der Spartakuslampfe liehen die RechlSs-�Ia. listen in den L rohen verlin» einen Ausruf ttolotkren. der nil den schreienden Lsorlen bermnn:.Wir haben die Nevolu- t i o n g c in a ch t I' Diese Behauptung war ein« dreiste Fälsch-mg Denn alle diejenigen, die sich an den Vorarbeiten für die Stcvzlu- tion beteiligt hatten, die fte heobcilimnschten, in ihr das allei'i gc Heil erblickten, um au« dem ungeheuren Chao» des ftrupef herauszulurninen, alle diejenigen wuhien und missen e« noch, dah die VIevolution entgegen dem Willen der Siechissozialistc» laar, dah dies« alle« getan baben, uni ihren Aufbruch zu vechindein. dah sie noch»n letzter Stund« gebremst, gewarnt, zur.Besonnen- heil' crinolmt haben. Die Revolutionfbremser sahen aber nicht nur allein in Berlin sondern überall im Reicht Ueberall, wo Ncchtssozialisten sahen, bangte aioii vor der!)!«oo!ution, steuunte man jich ihrem Kommen entgegen, versuchte man die Welle zu bannen. So ist die.Bremer Bürgerzeitung" in der Loge, einen Bericht def Kommandierenden General« de» v. Armeekorps über seine Tätigkeit bei Ausbruch dvr Revolution zu»eräffentlichen. I» diesem Dokument heiht es bei der Besprerbung der Vorgänge i» Hamburg, d«» die„gemäßigten Ämerrscho frier entgegen den de« Gcncrcilkvinmando von ihren viihrern gemnchten ver. sprellmngen" sich als machtlos srwiesen, die revolutionäre Flut einzudämmen. D«nit ist also erwiesen, dah führende Gewerkschaftler«ine Konferenz mit dem Generalkommando hatten und ihr« Vlithilfe im Kampfe gegen den Ausbruch der Revolution zusagten. Jetzt find die Herren auf einmal zu ihren Nutzniehern geworden und preisen s.ch al» die Urheber an. Man kann e« verstehen, wie seh» dnH Geschick der Revolution gefährdet ist» wen««S weiter in de» fänden dieser Elemente ruht. herum, wird grvh; die Geschwister stellen sich ein, man spielt und tollt zusammen, die Weihnacht wird gemeinsam gefeiert, man ver- samnielt sich gemeinsam im Sommer zum Baden. Die älteste kochtcr, uns allen al«.Susanne" bekannt, wird schon ein junge« Mädchen, wir folgen ihrer weiteren Entwicklung, sie wird Braut und Mutter. So geht da« Leben dort in dem freundlichen Land- saus'seinen ruhigen, epischen, ewigen Gang, wie unerschüttert »on den Stürmen, die ringsherum über die Erde tosen.»Das Haus in der Sonne". Da« Glück des eigenen Heim«. Wenn auch dieser Motivkreis vollständig im Mittelpunkte de» Schapens Carl LarssonS steht, widmete sich der überaus fkeihige Künstler auch anderen Aufgaben. Er hat seine Tätigkeit al» Illustrator in rühmlicher Weise fortgesetzt, er hat auch derschie- den« Porträt« geschaffen, ohne daft er hier immer da» Höchste er- reichte. Er hat auch einige Ausgeben gröftten Stil» ausgeführt: historische Freslen für das Natianalmiiseum in Stockholm, wobei er in einen lebhaften Streit mit verschiedenen Künstlern und Behörden geriet, über deu die Akten noch nicht geschlossen sind. Aber womit er sich auch betätigt, stets ist die Einheit seines Schaffens gewahrt, so daft jedermann sofort an einem Werke sehen kann, daft es von ihm herrühren muh. Er arbeitet mit hellen, dünnen Farben, er liebt vor allem die Linie und stellt ollmäblich die Figuren in da» Bild hinein, als wäre er ein japanischer Maler— er ist, wie so viele Meister der imprefsionisti- scheu Richtung, unmittelbir von der japanischen Kunst beeinflutzt. -— Er verfügt auch wirklich über eine Grazie und über eine Leichtigkeit in der Handhabnng seiner Mittel, in der rein poetischen Darstellung de» Motiv», die vom Orient herrühren könnte, wenn sie nicht eine so ausgeprägte schwedische Eigenart wäre. Er verfällt aber selten genug in reine Spielerei mit der Linie, weil er noch ein Künstler und ein Mensch ist, dessen Herz von Güte sin die einfachsten und gröftten Werte de« Lebens erfüllt ist. so daft er von d»r allerneuesten Richtung der Malerei sehr wenig begeistert war. Ihm waren da» abstrakte Eyperimen- tieren und die gewaltsam« Verrenkung der Natur«in Rätsel, Er wird in der Geschichte der Kunst weiterleben, solange noch aus germanischem Grund und Boden«in eigenes H-'in gebaut wird. Er vwrkt gestern wie heute weiter ebenr-iehr al« Künstler wi» al» Mensch. Er predigt in jedem Werke Sie Einheit seiner gemüt- dollen. blanden, nordischen Persönlichkeit, die da» eigene!Vim braucht, um sich voll entfalten zu können. Er ist«in glücklicher Mensch und ein erfolgreicher Künstler gewaken: sein Werk ist von demselben lichten Geist beseelt, wie das zweier«uiderer»ordi. scheu GrSften: Eelma Saactiji und Björn!«. Makrosenhetze. Die Reaktionäre fühlen sich wieder obenauf. Seid Herr N o« k e mit»starker Hand" die Bourgeoisie bewaffnet und die Spartakisten niedergeschlagen hat, vergeht kein Tag. wo nicht durch Wort oder Schnft an den kargen Errungenschaften der Revolution gerüttelt wird; kein Tag, wa nicht versucht wird, die Träger der Revolution zu beschimpfen, ihren Kampf für Befreiung au» Knecht- schaft und Schmach in den Kot zu ziehen. Sie können sich dieses Treiben jetzt erlauben. Ebert-Dcheidemmin-LandSberg-Noske haben ihnen den Mut gestärkt und einen Freibrief für alle unver- frorenen Hetzereien ausgestellt. Zur Abwechslung geht man in seiner Wühlarbeit jetzt wieder einmal gegen die Matrosen vor. Man sieht die ehemaligen„Herr- lichen blauen Jungs" nicht mehr gerne in Berlin. Ein Herr Dr. Falb, frisch»au» dem Feld« zurückgekehrt", hat sich in der »Post" eine länaere Anpöbelung erlaubt, die jetzt in der Form eines Sonderabdruckes massenweise in der Stadt verbreitet wird. Der Herr Dr. Falb ist empört darüber, daft die Matrosen sich nicht in einer letzten.ruhmvollen" Schlacht für die Interessen der alldeutschen K.iegSmacher hinschlachten liehen. Er ist empört über die Abgabe der Schisse an England. Er besudelt die Matrosen, weil sie, statt bis zum letzten Mann für den Geldsack zu kämpfen, durch eine mutig« Tat dem Volke den Weg zur Freiheit geebnet haben. Er legt den Matrosen eine Reihe von Fragen vor, die so dumm und kindisch sind, daft sie nur beweisen, dah unter den alten Machtverhältnissen auch Einfältige de« Doktortitel erlangen konnten. Kr fragt: »Seid ihr Matrosen— wo sind eure Schiffe?— Seid ihr Soitaten— wofür habt ihr gekämpft und geblutet?— Seid ihr Vü i ger?— wo ist eure Arbeit? Was habt ihr für da» deutsche Volk getan?— Der französische Matrose verachtet euch. Der französische Malrose verachtet euch Der deutsche Soldat verachtet euch. Der deutsch« Bürger verachtet euch. Was wollt ihr denn noch immer in Berlin?—" Die Matrosen können über diese Kindereien zur Tagesordnung übergehen. Was sie durch ihre mutige Tat für das Volk getan haben, wird ihnen die Geschichte danken. Sie verzkchtcn auf den Beifall jener, denen der Krieg ein willkommene? Mittel zur B« reiche rung war und die ihn deshalb bis ins Endlose fortgesetzt wisse» wollten. Sie S lvtzkruppe Wilhelms. AuS Frankfurt a. M. wird gemeldet, daft in einem Hotel am dortigSn Hauptbahnbof zur Feier de» 80. Geburtstage» des früheren Kaisers Wilhelm II.«ine Frankfurter Ortsgruppe für die persönliche Freiheit und den Schutz Wilhelm» II. gebildet wurde, der über 400 Personen beitraten. Selbst Graf Reventlow, der große U-Boot-Hekd zu Lande, der gestern wieder einmal einen öffentlichen Vortrag hielt, erklärt«, Wilhelm werde nicht zurückkehren, man solle sich keiner Illusion hingeben.,.. Vollsische klachrichlen. Herr Dr. Weinberg teilt un» einem heftigen persönlichen Angriff de»»Vonvärt»" gegenüber mit, daft die Darstellung de» .V." vollsländig unrichtig ist. Eine genauere Richtigstellung wird morgen erfolgen. Di« wiirtetmbergische Rrgierrmg. Di« verfassussnggebende Landesversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung mit I0j gegen 34 Stimmen den Antrag der Teutsch-demokratisehen Partei, de» Zentrum» und der Sozialdemokraten angenommen, worin d:« provi so risch« Regierung, die ihre Aemter zur Verfügung gestellt hatte, beaustragt wird, die Geschäft« weiterzuführen. B»m«Iten Stamm. Zum deutschen Gesandten in Kopen- Hagen ist der frühere Botschafter in Kon stau tinapel, Freiherr von Neurath ernannt worden. Der Ausbau de» Antwerpener Hafen». Di« Regierung he» schloß sofort mit Arbeiten zmn Ausbau und zur Unterhaltung de» Antwerpciier Hafen» zu beginnen. ES«si dafür«in« Summ« von 50 Millionen Franc« oorgzssehen. Auf dem Lozialistenkvnireh in Bologna gingen die Maxl- malisten al» Sieger hervor. Bombasii» revolutionäre Resolution wurde mft 800 aegen 100 Sttimwen angenommen. D-i« gemäßigte Minderheit scheidet nunmehr au». Sie bildet ein« neue Partei. silelltitigitahme zum siarleilag. Kreis NIederbarnlm» Die KveiSgeneralverftimmlung von Niederbarrnm hat am Mittwoch Stellung zum Parteitag genommen. Ein Antrag, die Stell» ngnahm« auf ein« später«inzuberusende Generalveosamm- lung zu verschieben, um die eingehend« Durchberawng w den Be zirken zu ermöglichen, wurde abgelehnt. Der Kreisvorsitzende Witzle wie» einleitend auf die Be- deutung der einzelnen Tagesordmingt.punkl« des Parteitags hin. Insbesondere forderte er mit allem Nachdruck, daft da» Räte stzstem zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht werde. Brühl sprach über die EimgungSbestoebungen. Räch der Revolution, so führte er au», können wir un» nicht mit einer bloßen Kr ttk begnügen, sondern wir müssen praktisch« Vorschläge auf allen Geboten de« öffentlichen Leben» machen. Da» zlvingt un», un» vor jeder verschwommenen Politik streng zu hüten. Dem- gemäß kann eine Einigung nur erjolgen, wenn über die Grund- fragen einer rein proletarischen Pol't'k Uebereinstlmmung herrscht. Die vom Zentraivorftand der U.S.P.D. Groft-BerlinS aufgestellten Leitsätze bieten eine solche Grundlag«. Tie erste Sorge des revolu- tionären Proletariats muh die Verw rklichung einer sozialistischen Republik sein. Finden aber EiirsszungSoerhandlungen von Ort zu Ort statt, dann besteht die Gefahr, daß diese wichtigen Gr- jichtspunkte vernachlässigt werden. Brühl kam dann weiter auf da» Rätefhstem zu sprechen. Wenn wir den Laus der Dinge in letzter Zeit betrachten, zoigt sich täglich deutlicher, welch gvofter Fehler auf dem Rätekongrch begangen wurde, Haft sich die Unabhängigen nichtan der Wahl zum Zentralrat beteiligten, viele» wäre ander», in unserem Sinn« günstiger verkaufe«. Da» Rätespstem ist nicht da» einzige Mittel, um weiter zu kommen auf'dem Wege zur sozialiiti- scheu Politik. Man müsse* nur gehörig ausbauen und vor allem sein« Stellung und die der Nationalversammlung klar abgrenzen. Liesegang sieht dagegen i« der Räteverfossung die«n- zige Möglichkeit, au» dem Dilemma herauszukommen, in da» un« der Krieg gestürzt hat. Wollten wir nach Kautsktzs Rezept den Kap'ialistrn erst Zeit lassen, die Produktion zur sollen Blüte zu entfal'en. dann würden ji« wieder lest in ihrer Machtposition sitzen. Darum sei jetzt der gegekn« Zeitpunkt, zu sozialisieren. De» Mittel dazu sei d«4 Rätesustem. K ü t e r führte au»: Xht die Regierung fch auf dem Räte- kongreft durch die Ileberreichung der sieben Hamburger Punkte gestört" sülsste, fü echte sie anscheinend auch anläßlich der Tagung der Nationalversammlung derartige»störende" Zwischeniäll«. Sic rtll«der Mit a&csMu» fn der S-htoahdoed««n- Röu-asplah. in Seit ave» gemirmmen Drotk falten, vnb deS?alK MeHk si« �*4 Weimar. Ter Knbkmiidel mit den bürgerlichen Demokrat«, iß offenbar schon perfekt, der die letzte Errungenschaft der Revgtuttoß preisgibt. Angesichts dieser Sachlage müssen wir gleichzeitig«it dei Tagung in W.imar einen Liötekongreft einberufen. In de* Einigungssrage haben die Mel>rhei!sb!ätter und-führe« bisher bewiesen, daft sie die Einigung gar nicht ernstlich wollen. Einem unwürdigen Kompromift zuzusrrmuren, haben wir aber kemA Veranlassung._ K u b i g- Pankow unterstützt gegen Liesegang den Stands Punkt Brühls in bezog auf das Rätesystem. Die Entwicklung, die die II. S. P. D. in der kurzen Zeit ihrer Wirchingsmöglichi«« genommen habe, lasse erkennen, daß mir in Kürz« ein beachte lieher Faktor im politischen Loben sein werden, der sich nebenl den Mehrheitlcrn wohl sehen lassen kann. Angesichts der De» strebungiii de» Bürgenrun», die Zersplitterung de» Prvletarurtst weiterzutreiben, müsse jeder Weg begangen werden, Ott zus» Zusammenschluß fübre. S ch i n d I e r- Pankow weist den gegen die Zentrakstelle füss Einigung de» Pioletarurz erhobener, Vorwurf zewück, daß ste eine neue Partei gründen wolle. Sie beabsichtige lediglich, zrl nntersuch-en, wo» die ein inen Teile trennt und durch welchn Mittel der Gegensätze überbrückt werden können. Da die Revolu» tiou noch lang« nicht gesickert cd, halte er die Tätigkeit den Zentralstelle für ganz unerläßlich. Gäbel tritt mit aller Entschiedenheit für da» Räteshsten« ein, da wir am dem bisherigen Wege nicht zur wirtschaftlich»» Programr...................#-------- ,# W �.. haben. Solange die S. P. D. nicht entschlossen au? den«ltew Kampflwden zurückkehrt, ist eine Einigung nicht«löGl ich. Uru> wer den Führern auf ihren Irrwegen Gefolgschaft leistet, ist unser Gegner, denn er verrät die proletarischen Interessen. Wollten wir KauISkys Aktionsprogramm annehme», würden wie in einen Sumpf geraten. Klar und unzweideutig un-seoe Haliur.g präzisiert, und die Massen werden un» zu-strömen. Hieraus wurde die Weüerberatunß über dreien Bunkt ver« tagt. Et- sollte dann über die. Kommuncrwahlen verHandel« werden. Aber nur die Frage, ob mit den Mehrheitlern die Listea! zu verbinden seien, wurde erörtert. Die Ausjlprache war zur» Teil äußerst lebhaft. Eine Abstimmung hierüber ergah 104 Stimmen gegen und 07 Stimmen für verbunden« Listen., Da infolge der vorgeschritienen Zeit nicht weite oberatett werden konnte, wurde beschlossen, auch diese Frcwe erneut auß der zum Sonntag einberufencn Fortsetzung wer Geueck r a i v e r s a m m I u ii g zur De-batt« zu stellen. Die Lohnbewegung der Bankbeamten. � von einer nennenswerten deutschen BankbeamtenhewegunG kann man seit 1000 sprechen. Da mal» schloffen die Deutsch« Bank, die Darmstädter Bank, die Diskonio-Gesellscchaft und diij dresdner Bank, die sogenannten D-Banken, ein Kartell gegenl die Freizügigkeit ihrer Angestellten. Der eigentliche Zweck war, die Gehälter zu drücken. Gegen dieses D-Banken-jiartell erhöbe» die Bankbeamten und ein Teil der deutschen Presse, besonders die sozialdemokratische Poesse, scharfen Protest- Aber der Kamps hatte damals nur geringe Erfolge. Im Jahre 1910 trafen bis Mitteldeutsche Privatbank, der Magdeburger Bankverein und bei- Hallesche Bankverein ein Ilebercinkommen, wonach die Direktion«» Beamte der genannten Institute nicht ohne Zustimmung der bec treffenden Dienstgeberin anstellen dursten. Da» war ein Wieder» ausleben jene» Kartell». Danach schlössen sich die Bankbeamter dem Hansabuntz an, an dessen Spitze der Vorsitzende de» Zentrab verbände» de« Deutschen Bank» und Bankiergewerbe», Rirfter, stand. Diese klägliche Politik konnte natürlich den deutschen Bank« beamten keine Hilfe bringen. Sie konnte auch die Achtung der »Chef»" vor ihren Angestellten und deren Organisation nicht heben. Deshalb war die Gründung de» Allgemeinen Berministeri»mS'n nächster Zeit neue verhand- lungcn statt. In der letzten vrräsfcntlichung ist insofern ein Irrtum unterlaufen, ai» der Stundenlohn von 1,76 SU. für Hilf». arbeiterinnen festgesetzt wurde. .............................................. mm.............. Groß-öerlin. Folge« der Unterernährung» .. einem neuen Ministeriaserlnft über Leinbaufent- halt der Giobstadlkinber sind laut amtlichen Feststelluntien deS R e i ch S g e s u n d h e i t s a m t« die Folgen der lang- jährigen Unterernährung besonder« bei dtn mindern geradezu k a t a st r« p h a l. Nicht nur Tuberkulose, Skro- p h u l o s e, Epilepsie, Verdauungsstörungen, englische Krankheit und Blutarmut haben in erschreckendem Mafee zugenommen, sondern glich die Zahl der Sterbesälle ist un- geheuer gewachsen. Bei den mindern im Alter von 1— 16 Jahren ist die Sterblichkeitszisfer um das Doppelte gegen früher gestiegen. Hinzu kommen die schweren Schädi- giingcn dos kindlichen Nervensystem». Da» Reich«- gesundhcitSamt hat die unbedingte Fortsetzung der Ar- boiten de« Verein«„Landaufenthalt für Stadtkinder" al« dringender denn je gefordert, da gerade ein mehrwöchent- sicher Landaufenthalt nach den bisherigen Erfahrungen ge- eignet ist, erholiingSbedrstige, unterernährte minder gegen die ihnen drohenden Gefahren widerstandsfähiger zu machen und diröurch einem weiteren Umsichgreifen von Erkrankungen vorzubeugen. Wie fl« suchen nid wie sie Hausen— schlimmer»kr srvher. Nach der Niederwerfung der Spariakiden wurde tza» Ncue-r«r- dicriel von Waffe, gesäubert. Hug-'blich sollte au» den Häusern der Pbilippflrahe geschoffen worden sein. Ein Bewohner hatte chic Unvorsicht'gkrit begangen, im dunklen Zimmer seine Taschen- laterne aufblitzen zu lasten. Bleich hatten geschäftige Bewohner der gcgenüberliegcndcn Häuser de.,„geuerstrahl vcm Schutz" gesehen und da» mutzte genieldet werden. Den Schützen kam- dinierte man sich folgendermatzen: In dieser Begcnb ist weiter keiner in hervorragender Weise in der Arbeiterbelvgung tätig al« wie ein Genoste V. Am 0. November fuhr er im»roten Auto", / dann ist er während de« Putsche» nicht zu Haus« gewesen lwar nSinfich auf Agkkatlon tn der Provinz). folgNch.vorwärts- kämpfer". Und nun ging» lo». Denh lasten wir den Behau». suchten selber reden:„Mittwoch« früh gegen 9 Uhr erhielt meine grau— da ich auf Arbeit war— den ersten Besuch von einem balben Dutzend bi» an die Zähne bewafrnetcn Soldaten und be- schlagnahmten meine schon jahrelang im Besitz befindliche Waller- Piftole. Durch meine grau in Kenntni» gesetzt, begab ich m ch sofort nach dem Depot II Hoilnoversche Stratze und erlangte eine Bescheinung darüber. Die Herrfchaften wollten niininehr am Abend, wenn ich zu Hause sei. wiederkommen, kamen aber später, al» ich zu einer Sitzung war. Jetzt wollten sie früher kommen, um mich zu treffen. Auch da erschienen sie erst geaen 9'A Uhr. wo ich auf Arbeil war von zwölf Mann wurde jetzt wiederum Wohnung und Boden„gründlich" duichsiicht, nach meiner Arbeit». stätw gekragt, worüber natüvkich die tz'i»k»nft verweigert wurde. Daraufhin Drohungen gegen meine strau:.Der werden wir e» besorgen, die steckt mit dem unter einer Decke' ukw. Jetzt wur- den Ermittelungen über meine ArbeiUstält« eingezogen. Man verkicl auf eine, wo ich vor Jahren mal gearbeitet hatte, um- stellte da» Hau» während der ganzen Nacht. Nachmittag um 5 Uhr wollten sie wieder in meine Wohnung kommen, aber sie erschienen nicht. Ich g'ug wiederum zum Depot IT, um mich zu stellen, erhielt dann eine Bescheinigung, dach weiter« Haut- suchungen de, mir nicht vorgenommen werden sollten. Mit diesem Schein in der Taiche ging ich zu einer Sitzung. AI» ich aegen 10 Uhr nach Hause kam. war die Philippstraste mit Maschinen- gewehren beseht, mein Hau« wie eine Festung belagert. Auf der Treppe rannten mir die Nachbarn entgegen und sagten:..Beben Sie schnell nach oben, die Soldaten schlagen sonst die Tür»In' Al» ich von den vier Treppen d'« letzte erklommen ba'te, wurde mir ein.Halt" zugerufen und drei entlicherte Aewebrläufe de- rührten meine Brust.„Sie baden geschosten," rief mir ein kaum der Schuke entronnener Jüngling zu. Erst nach langem Hin und Her gelang e» mir den.Wcist-Bardisten" plankibel zu machen, dast ich dea oben erwähnten Schein in der Tasche hcf? unt fle möchten nicht früher losdrücken, bevor ich den gezeigt hätte. Nunmehr durfte ich mich rühren und kam so an» der»n- angenehmen Situation. Jetzt aber krage ich den Oberbekebl»- haber de» weitzen Schrecken«. Herrn NoSle: Wie bekomme ch d'e im Depot II bekindliche Waffe wieder oder den jetzigen Beldwert dafür? Selbst unter dem Belagerung»ziistand de? Wilhelm»- regime» durfte man«ine Waffe im Hause ohne Waffenschein haben. Nur zum Tragen bednrkle man die Erlaubnl». DI»«vnarchlstisch« Propaganda In den Echnlen. Au» Steglitz schreibt un»»in Leser:.Mein Junge besucht die hiesige Mittelschule. Am Montag hielt die Gesanglebrcrin eine An- sprach«, die darin auSklang dast der arme Kaiser eine schwere Zeit durchmachen müste. Die Kinder sollen beten, dast er bald wieder aus seinen Thron käme und>.n» bester« Zeilen schaffe. Mit dem Marsch de» Bröstcnw ihn«: Deutschland, Deutschland über alle»! schlost sie ihr« Propaganda. Auherdem wurde den gesamten Kindern die häu»liche Arbeit erlasten. Go lresbi man in den Schulen osfewt Cfttalian fSr hol um» vollkwohl>chtnng auf. Al» diestcr Aufforderung nicht ent- sprodwn wurde, versuche Tegenhardt da» eigenmächtig zu tun. Ta» mibbiel wieder einem der anwesenden Offiziere, er geriet mit D. zusamme-n, zog kurzerhand seinen Revolver und schost dem E>»chi»gckommen. Bei sasi allen verhafteten Offizieren sollen scharfgeladene istcvolver gefunden inorden sein. Wie derträgl sich da» niit dem Noskc-ikrlast. nach dem die Of seziere answr dem Dienst Waffen nicht tragen dürfen? Und dann die Ueberheblich- leit der Offiziere, die sich überall fnblen. Da? bewies auch ein Vorfall, der sich im Kon-erthau»„Tlon" zn-cetragen hat. Dort hielt ohne weitere» ein Offizier ein« patriotische Ansprache, viele Wiste waren ersstrnnt ob dieser Dreistigkeit und machten kein Hehl au» ihrer Meinung. Da» störte den Herrn nich', er redete und redete. Schfiestlich wurde da» Sich; verlöscht, um den Reden de» all.zu aufdringlichen, geistig mcht normalen Herrn oin Ende zu machen. Sine Presseabtellnng hat sich die Kammandantua in Berlin zugelegt. Zum Leiter ist ein Herr Adolf Bischlager bestimmt. Dr. Brun» Wille bespricht und liest Heinrich Heine dreimal Montag? 8 Uhr Niederwallit raste 12 snabe Spittelmarkt); Boethe»„Faust" fünfmal dakelbst Dienstag». Nowawc». Da» Bureau de» Soldatcnrat», im Restaurant Singer, hicrselbst, Priesterstr. 91. ist ab 27. d. MI», aufgelöst. Irgendwelche Anekünft« oder Nachfragen sind in der Zeit von S bi» 1 Uhr vermiltagS im Nathan», Zimmer 23, einzuholen. Aus den Organrasorn Ire!« Jugend in Groß-Serlin. Bruppe Rosenkhaler vor- stadt. Lokal„Zum BambrinuZ". Sitzung abend» 7% Uhr. Zahlreiche» Erscheinen aller Jugendgenosten wird erwartet. Bernau. Am Freitag, den 81. d. N.. abends 7 Uhr, findet im Lokal von Adolf Hernvnn eine ausserordentliche Mitgliederversammlung statt. Ans der Tagesordnung steht u. a. Stellung» nähme zu den bevorstehenden Stadtverordneirnwahlen. Liir erwarten, dast die Mitglieder vollzählig erscheinen. Mitglieds- bücher legitimieren. verantwortlich liir die Nedaktion: Alsred Wielepp. Neukölln.— Druck der Llndend.uckeret und Dirleg--gelelllche.lt m. d. H., Schillbauerdonim 19. MM! Funktionäre! Das solange von Euch entbehrte Organ der Arbeiter- und Betriebsräte Deutschlands erscheint endlich, „Der Arbeiterrat" soll Euer Sprachrohr und Eure Informationsquelle sein. „Der Arbefterrat" erscheint wöchentlich und ist zum Preise von 50 Pf.(monatlich Mk. 2—, vierteljährlich Mk. 6,—) im Straßenhandel, durch die Post und in jeder Buchhandlung erhältlich. „Der Arbcitcrral" Wochenschrift der Arbeiterräte Deutschlands. (Achtjngl Partrienosstn! JMöhel. ganze Wohnunra- Einrlcntuncen, auch einzelne Stocke, gibt bllliol ab itredow, Tlzctaleimelstcr, Zehdenicker StroSe 24. Reizend« tSchtafilmnier. Küche, Ankletde- •cltrank, Vench, elnz.. Umhantota, Chziie.oneue, Betlitclle, eichen«« £01« tt, Schreibtlech. Wasch toi leite. Trucneau. Teppiche, lederbellen »erk.aft Teile. KöpenlekerStr.lM. C I ii. Verkauf an Privalleult. Händler verbeten. Photoapparate! tzlnoapnarale I tfeat, BrOakeiiitr. 6. sg# Spezial-Behandlunjr von Geschlechts-, Haut-u. Harnleiden Kur-Bad lOr elektrisch« und mrdltlnlache Bäder. Ohne QerttUaiSrnni. Getrennte Rltim« tür Damen nnd Herren. Aerztllch aa leitete Hellaastalt. Loser, Münzstr. 9, Botenfrauen tnebt Spedition. Thornselfer, Lübecker Straß# 4i_ Botenfrauen entht Spedition Paul. Ordnnr Wne IS._ Bekanntmachung belreklend BtmlHefttna de« Ergebnisse» der Wahlen fOr dl» Verfassung geben»« preußisch« Landeaveesammlung In Berlin. vemötz§ 7 der Verordnung Itber VI» Wahlen zur»er- fassunggodendan preuhischen Londesoersommlung vom 21. Dezember 1918 in Verbindung mil§ 48 der Wahlordnung fflr dl« Wahlen zur oersastunggevenden deulschen Nolionalnersamm- lung rem 90. November 1918 bade Ich den Wahlauaschutz zur Ermlllelung de, Ergebnisse, der am 28. Januar d. si im Wahlkrei» Berlin vollzogenen Wahlen für dl» Verfassung- gebend« proutzisch« Sondeepersammlung zu einer Sitzung auf Sonnabend, den 1. Februar b.»vrmIHag, 10 Uhr, nach dem Sladtverordnetea-Tttzungoläal— Ralhau»— beiufen. DI«, dring« Ich hiermit zur»fsentllchan ftpnnlni». Berlin, de« t7. Januar 1010 Der Wahlkomwissae für dl« Wahlen zur verldssttnggrdenden preußischen Landeover sammlung gez. Loehning Stadtrat. �__ fZ-Rr. 187 Wahl. 19.) Msn(föllnen-,lflutensplßl Achtung! StraBenhändler! 4 Spezial-Behaadlang 4 (iltnrrensplel. S-MoMtekure« znr perfekten« neblMtin«. S.— Monntihnno nr(10 alöndlff# Sciinellkurna). Lelrr• In- L'ebrlzz« blieben« Czemrlar« der •trument« bllliaat. Klavier-.Prelhelt" Nr. II nnd 34 Warden Vlol nen-Schnellkurse. I znrBckieniimmen. Ernst. OranienilraBe 166. III. Verlan dar„Fv#&*U, Sekll beuardamni 1» IV. hltunsi- Avstmserinnen werden eingestellt in der Expedülon der..Freiheit", Berlin NW 6, Schlfibaucr- damm 19. 4 Treppen. enchl Lehmann, Lielitotr. 10, auch für Stralau- von Gsschle Iiis-, Haut- ü.Harn!e:i!enie{:er Art bei Minsern und f. suev. Harnröhrenagsfinsse, Syphilis. Mnndaus-i biüch#, flechten, Beinieiden. MannesschwSebe, Nieren-, Blasenleiüea usw. NX h Prioartnl Dr. Hermanns giftig Hsllvtifalireii möglichst schnell, sohmenlos. ohne Operstioo u. Beruf» törung Auch Anwendung der wissenschafti anerkanat.». glrtti*. bewährten künsiU Höheoconne. Auf Wunsch Ssnahe-Hebandluiig Dir. Hnmanns KÄi1 SSsSSS Dnnksnwunff. für d e vielen Beweise herz- I eher Teilnahme und Kranzspenden bei der Bee'Uigun* meiner liehen Trau u. Mutter Maria Jahnk# sngen wir allen Bekannten u Verwand en. besonders den Hemoss. n Genossinnen von der U.S. P.D. und den Mietern des Hauses Schererstr. 4 unseren mn.gsten Dank E. Jahnke ne'»st Kindern. Scherersir. 4 Botenfrauen� iwrbnt lofott«In* Ii It.»lall« TSr ug. betlU W, �t>ltiml, i. Ji, ». Mtl. Botenfm verlangt Botenfrauen fllr die Freiheit stellt ein Sieditlon Tenpelhof Bartsch, Friedrich-Wil«Im-Str 80, Hof ptrL 6 Bötenfrsuea verlangt Spedition Mennig. Lottnmstr. 14. Blänkle, ßoppstrasse I. Botenfrauen sucht Schulz, Friedenau, Rheinstraße 51. Botenfrauen such« Spedition Engel. Berlin« Lichteitberg. Neue tahnholstr, 36 kimmumstlsche statte! Sealschlauds (I!ppaxi(x&xt$&ttxxb) Bezirk Groß-Berlin. Ausnahmen für die parlei werden In den nachstehend genannten Vezlrlslolalen jeden Abend von K bis 9 Uhr entgegengenommen. jl.»tjlrl(Zentmtn), Weftontont Schultheiß,«ollen. markt 7._ 1 Bezirk(©üben, Südwest, Westen). LSHrich. Puttkamerstr.» t Bezirk(Moabit). B. K S h l, r.. W-ttstocker Str. 10. Bezirk tBesundbrunnen, Wedving). N e b« l, Maxstr. 18; SB o r ch e r t, Sietliner Str. IL; Dorfe l, Mullerstr. 181; Wald. Fliigstr.«:©toll, Nordufer 8. S. Bezirk(Schönhauser Vorstadt. Pankow,« jeder-Schönhausen). .Zum Kurfürsten". P inlow, Berliner Str. 108. S. Bezirk(Nordost. Weibense«. Heinersdorf. Sohen�chonhausen). .Prälaten", Lehderftr. 188; I. Müller. Kncprod«. strane 110; W. Mantz. Wristensee. Sedanftratze 4«; tz, Nike Weistensee, Beneralstr, 90; O. Marquard. Hohen�chönhauieN. Berliner Sir. 85. ». Bezirk(C4Un), 28. Schulze, Bozhagener Str. 86. V. Bezirk(Südosten), Moritz M I r. Skakitzer Strah« 59 a- 0. Bezirk lReukölln, Britz. Treptow, Bau-nschulenweg), Schmidt, Neukölln, Pannterstr. v; Dahse, Neukölln, Richard- stratze 107; M e b e», Sleukölln. Emjer Sir, 94;« a i j e r. Neukölln, Thüringer Stratze 1«! Schwedler, Neukölln, Weiscstr. 14; Spreewäldcheu, Britz, Kranz-Kärner- Vtratz«. 16. Bezirk(Tempekhos, Mariendarf, Martewfeld«), B e« s ch« ck, Mariendorf,<4h»usj«ejrr. 27. IL Bezirk lLichterfeld«, Lankwitz, Zehlendorf. Teltow), sive- ziritotal fehlt!) 13. Bezirk(Schöne berg, Friedenau. Steglitz� Dahlem. Wiliner»- darf. Schmargendorf), Henk«, Steglitz, Ecke Düppel- und Flensburger Strotz«; Berg, Schönet»« rg. Feurigjtr. 16; reschner, Sdzoiwberg, Bothenftr. 80; Klab«, grte- denan. Hanlbjerystr. 60/61; Schilling. Wilmersdorf, Lauen'buiger Str. 81. 18. Bezirk(Eharlottendiirg), Weisheit. Nordhausener Str. 1; H o r t f i e i. Ecke Kirch- unv Brünstratze. 14. Bezirk(Spandau), Abraham, Stceitstr. 74; W i ndt, PichelSdorser Str, 5; Wille, Linden-Ufer 17. 15. Bezirk(Reinickendorf, Wittenau, Tegel), Sturtz, Rcinicke» dorf-West, Auionicnstratze. 16. Bezirk