Sn?elpreks 10 pfg. .9 N�/0\xoV- Dta«fntbeit*»tfinnl mm�nu an» naAmV»««. m San*, m» IrMaom*> ttun SafffDuno"» baut mt®ro(i■»ftlin».V m M »iCTbtm iVÄNtuci otn« StiHOutbübi manatLr« Int Zust,0un° unm ptrnrbanS t.W m. Hl m Str. tnttti llatbtraa»t> pafhritunatHtlc HU 1915 tingetrage*. «fBnfuon Bcrlw R«. H. echissbaurrdamm 19 UZ. Aerujprecher! Umt Marten££93 und£89& Die Menü�usgabe JnfeiaU M** Mt«chlgtspaN. N»n»att!ll-;«!le«de» denn«aum 75 Pf,»INtint ZInztiz«» »at lettqedruikte wart 40 Pf. irtet weitere Wort 20 Pf. I-u-rungt, Uschlag SO"/r SM _..»»an, v.--r_./ 4. s__£.«4>Mfn*ak*n iitr>int*>i«r/niCa •os rmqcoruaic u/on w icvr»»tune 44. �44*.w>——---- w-" jamilien» und versammlungtanzeigen fällt der Zuschlag fart. Znserat« für den darauf» falgenden Tag inüffen fxäteüent bit s Udr nachmittag, bei der«kx-ditian aufgegeben sein. Exprtltwu: Berlin NW 6. Sihiffdauerdamm»9. Ferltsptecher: Amt Morden 9769» Berliner-Organ ber Vnabbönßigen Sopalöemofratie Bentfcöianbs Jk*.<>».«-is». Äd.•• vW: TtPü&d■■ ,.•r.r/i.*■:>■ Jahrgang 2 Montag, den 10. Zebruar 1019 Nummer 73 Sie Iniematisnale und die KnegsgesMgeuen wer sorgl für unsere Srlegszesanzeueu? während des Krieges gegen die feindlichen tmmnen lassen, die und nordfranssksischen Es ist das Bestreben der Alldeutschen, die ungeheuere Schuld, die sie als Urheber des Krirges auf sich geladen hasten. loZ zu werden. S e versuchen alles, um sich jetzt der Oeffentlichkeit als die wahren Freunde des Volkes hinzustcll. n. Sa haben sie, die sie alles getan haben, um das Ende des Krieges zu der» hindern, und dadurch die Schuld daran tragen, dag so llele unserer Soldaten in Gefangenschaft schmachten, jetzt einen.Volks. dund zum Schutze der deutschen Krugs- und Zivilgesongenen" gegründet. Er entfaltet gegenwärlig eine groge Agitation zur Herausgabe der deutschen Krrgs- und Ziviigesangenen. Diese Aktion, der im Auslande mit allen Kräften gehaßten Alldeutschen kann der Sache unserer Kriegsgefangenen nur schaden, nicht olber nützen. Die Alldeutschen, die sich die ungeheuerlichsten Schandtaten Kriegsgefangenen haben zuschulden es billigten, daß die belgischen Zivilisten aus ihrer Htimat ab- transportiert und zur Zwangsarbeit getrieben wurden, die oas Verlangen der russischen Kriegsgefangenen verlachten, noch dem Abschluß des Friedens von Brest-Litowsk in ihre Heimat beförderl zu werden, können nicht mit Erfolg an die Menschlichkeit appellieren. Das Ausland macht sie für alles verantwortlich, was >ie deutsche Kriegführung an Verbrechen und Schandtaten auf sich geladen hat. DaS Ausland hat noch nicht vergessen, daß von ven Leuten, die jetzt im Namen der Menschlichkeil zu sprechen vorgeben, alle Gesetze der Menschlichkeit mit Füßen getreten wurden. Die ganze Aktion bat aber auch nur den Zweck, neneS Wasser auf die alldeutschen Mühlen zu treiben. Sie wollen sich der Oeffentlichkeit als die Freunde unserer Kriegsgefangenen vor- stellen. Aber die gestrige Kundgebung zeigte, daß sie noch immer im ödesten Nationalismus befangen sind. Als Genosse Vogt- Herr im Namen der Unabhängigen Soz'aldemokratie darauf hin- wies, daß die Alldeutschen das bedauernswerte Schicksal unserer Kriegsgefangenen verschuldet haben, wurde er brutal nieder- geschrien. Tie Befreiung unserer Kriegsgefangenen wird nicht von den Alldeutschen erreicht werden können. Diese Forderung kann nur von denen mit Erfolg erhoben werden, die auch wäh- rend de» Krieges Menschlichkeit für die Gegner gefordert haben. Deshalb hat auch Genosse Eis» er auf der Internationalen Sozialistenkonscrenz in Bern mit aller Wärme und unter Zustinau ing auch der französischen Sozialisten gefordert, daß die deutschen Kriegsgesangenen bald im ihre Hei- mat entlassen werden. Die begeisterte Huldigung des Kongresses für Eisner zeigt, aus dieser Aktion mehr Nutzen für die Kriogseefangcnen cnt- daß springt, als aus dem alldeulschcn Geschrei. Der kuhhandel. In Weimar wird weiter gekeilscht. EZ ist kigentlich merkwürdig, daß so berühmte Kusshändlcr. die'.nder Nakionalversammlung nn? tun. was sie im alten Nctchstag so lange geübt, nicht rascher zum Ziel kommen. Aber diesmal gebt es ja nm ganz große Dingel sollen wirklich die Mebrheitssozialisten alle drei Prästdenten a) des Reiches, d) des Ministeriums, c) der National- Versammlung stellen oder sollen Demokraten oder Zentrum nicht wenigstens d oder c erhalten, wenn die Nechts- sozialistcn a kriegen? Und da nach den Gesehen der Kam. binationsreckmung noch verschiedene andere Möglichkeiten vorhanden sind, ist die Löliing in der Tat schwierig. Vict- I eickst läßt man sich von einem Matheinatiker alle Kom- binationcn anfschrciben und knobelt dann eine ans. Weniger hört man von den sachlichen Verhanö» liingen. von dem künftigen Negierungsprogramni. Taß d'? Reden der Ebcrt und David, a»? denen alles und nichts bcrausgelesrn werden kann, kein Negicrniigsvrogranim dar- stellen, ist klar. Das 8 c n t r um ober will doch einige Sicherheit haben, wenn es mittun soll. Es verfahrt dabrl ziemlich energisch. Die..Germania" lchreibt: ToS Zentrum wird die Forderung erheben müssen. ,»»vh...... Wf.'nüaaa f<% rit m S\«nn fi b O C H l V 11 Ml« 17> 1 1' VIT � q ferner der nnnm stö glichen Grundsätze fernes Programms durcki daS oiiizielle Negierliiigsvroaramm vcrlevt wird; es wird aber wciier auch die Forderung erhebe», da« es en- sprechend seiner Slärle und seines Vermögens an der R e» aierung An- eil erhäli. Darum w-rd es sich nich. Zam.t begnügen tönncn. daß ihm in da Neg'crung das c.ne oder andere Fachministerium eingeräumt wiod, und es wird auch seine Zustimmung nicht dazu geben können, daß die Zusammenletzungder Regierung eine sozia- Ii st is che Mehrheit ergibt, die in der Nalionalversamm- luna selbst nicht vorhanden ist. Es wird nimmer zugeben können, daß eine Regierung, an der es teil hat, k u l t u r» politische Ziele verfolgt, die seinem ganzen Wesen, seiner Geschichte und seinen Idealen widerstrei'cn; es w rd eine vernünftige Wirtschaftspolitik und ein in seiner S ärke durch die Zeitverhällnisse bcstimmie» Volks- Heer verlangen müssen. Kurz, das Zentruin wird dakür sorgen, daß auf dem Gebiet der Kulturvolitik. der Wirtscklaft und. soweit es acht, des Militarismus alles beim alten bleibt. Deshalb geht es in die Regierung und hilft die„breite Basis" schaffen, die die rechtssozialistische Führung braucht, um auch dann in der Regierung bleiben zu können, wenn weitere Arbeiterschichtcn gegen diese Führung rebellieren. Und da das Zentrum an seinen Prinzipien der klerikalen Reaktion denn doch ganz an- dcrs festzuhalten weiß, als die demokratischen und rechts- sozialistischen Whrer an der ihrigen, io kann man sich Vqr- stellen, wie die neue Regierung beschaffen sein wird. Der„Lokalanzeiger" trifft den Nagel auf den Kopf. wenn er meint: Wenn dieses Ministerium zustande kommt, „so dürfte sich mancher der Leser fragen, ob dieses Er- gcbnis nicht auch ohne die Revolution schon vom Prinzen Max hätte erreicht werden können". Neues Recht für die Gemeinde«! Schandmkelle gegen die polen. Wie ein Eigenbericht des„Vorwärts" meldet, sind in Bromberg wegen„Hochverrats" und„Widerstands gegen bewaffnete Macht" ll gefangene Polen vom Kriegsgericht des Belagerungszustandes zu schweren Strafen verurteilt worden. Fünf wurden zu t5, Jahren Zuchthaus, zwei zu 12 Jahren, einer zu 10 Jahren Zuchthaus und Z zu je 12 Jahren Festung verurteilt. Es ist eine Schande, daß eine sozialistische Negierung glaubt, eine nationale Revolution mit Zuchthausstrafen unterdrücken zu können. Die Anwendung des alten Wil- helminischcn Strafgesetzbuches gegen die Polen kann nicht scharf genug verurteilt werden. Wir fordern deshalb, daß die Negierung solchen brutalen Gewalturteilen, die nur dazu dienen können, die Leidenschaft der Polen weiter auf- zustacheln und die Lage im Osten erneut zu verschärfen, mit allen Mitteln verhindert. Wie die letzten Wochen gezeigt haben, führen solche Gewaltakte gegen die Polen nur zu Vergeltungsmaßnahmen, durch die Unschuldige schwer ge- schädigt werden. Am 23. Februar werden in Berlin und. in zahlreichen! anderen preußischen Gemeinden zum ersten Male Vertre- tungen der Einwohnerschaft nach einem Wahlrecht aewählt werden, das nicht mehr eine Privilegierung einzelner Klassen und Kreise bedeutet. Auch die Frauen haben das Stimm- rccht erhalten, jeder, der das zwanzigste Lebensjahr voll- endet hat, wird wählen dürfen. Die skandalöse Bestimmung, daß die Hälfte der Stadtverordneten aus Hausbesitzern be- stehen muß, gilt nicht mehr. Und was das Wichtigste ist: die Wahl wird geheim sein, keiner wird kontrollieren können, wem jemand seine Stimme gibt. DaS bedeutet eine aroße Errungenschaft der Revolution. Es wird ein ganz neues Leben in die gemeindliche Verwal- hing hineinbringen. Es eröffnet Aussichten auf eine noch vor wenigen Monaten fast unerreichbar scheinende Umge- staltuna der Gemeindswirtschaft, die endlich wirklich der: Interessen des arbeitenden Volkes gerecht wird. Das neue Wahlrecht allein genügt aber noch nicht, um den„freien Zug" im gemeindlichen Leben voll zur Geltung zu bringen. Es müssen noch weitere Aenderungen der G e m e i n d e v e r f a s s u n g hinzutreten. Die Aenderung der Gemeinde- und Städteordnungen es gibt ihrer selbst innerhalb Preußens eine ganze Reihs nebeneinander, wozu denn noch zahlreiche andere Gesetz« kommen, die mannigfache Verpflichtungen und Bindungen der Kommunen enthalten— ist nicht Sache der einzelnen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, sondern Sache des Staates. Aber das bedeutet nicht, daß die Gemeinden machtlos dastüstden. Sie haben die Möglichkeit, die sie an- gehenden Bestimmungen zu erörtern und wegen ihrer Ab- ändernng in diesem oder jenem Sinne vorstellig zu werden: in vielen Fällen lassen ihnen die bestehenden Gesetze auch! einen gewissen Spielraum, und sie haben das Recht, Einzel- Helten selbständig zu ordnen. Der Leamlen-Vund drohk. Wie Wolfs meldet, hat der Deutsche Bcamtcnbund folgendes Telegramm an die Nationalversammlunz in Weimar gerichtet: „TageSpresse zufolge werden dauernd von bewaffneten Sol- daten und Arbeitern, die sich zu Unrecht Befugnisse der zu- ständigen Behörden anmaßen, Beamte der Freiheit beraubt, miß. handelt und getötet und unerhörtem Terror unterstellt. Gleiche Vorgänge wie in Hamburg auch im Westen und Osten unseres Vaterlandes. Aufrechterhaltung des Dienst- betriebe? unter allen Umständen schwer gefährdet. Wenn persönliche Freiheit, Gesundheit und Leben der Beamten weiter angetastet werden, sind Beamte gezwungen, ihre Rechte durch Maßnahmen zu wahren, die für gesamtes Wirtschaftsleben unabsehbare Folgen zeitigen könnten. Deutscher Beamtenbnnd als Gesamtvertrctung der deutschen Beamtenschast mit rund zwei Millionen Mitgliedern erbittet dringend unverzügliche Abhilfe zur Sicherung der unbedingt notwendigen ungestörten Wciterarbeit der Beamten." Tieie Darstellung stellt die Takfackien völlig a u f d e n Kopf. ES ist nickst wcibr. daß irgendwo die Beamten, die unter den neuen Verhältnissen zur Arbeit bereit maren, daran gebindert wordeil wären. Im Gegenteil! �rn vielen Fällen haben die Beamten durch passiven und aktiven W i d e r st a n d den Organen der Revolution ihre Arbeit unerhört erschwert. Und jetzt versuchen die rcak- tionären höheren Beamten die gciamte Beamtensälakt zu Streiks aus politischen Gründen auizubetzcn. Hier ergibt sich für die setzt zu wählenden Stadtverord- neten ein Feld reicher und dringender Betätigung. Si« haben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß ihnen so rasch wi« möglich wirkliche Freiheit gewährt wird, zum Wohl der Stadt und nach dem Willen der Gemeinde zu wirken.- Das heißt vor allen Dingen: Beseitigung de8i staatlichen Bevormundungsrechtes. Die Tätigkeit der GemeindeveNvaltnngen muß endlich wirklich Selbstverwaltung bedeuten. Den staatlichen Be- Hörden mag ein gewisses AufsichtSrccht darüber bleiben, daß die Gemeindetätigkeit sich im Rahmen der allgemeinen Ge- setze vollzieht: auch dieses Rccht mit der Einschränkung, daß die Gemeindeverwaltung, die sich zu unrecht behindert glaubt. die Möglichkeit behält, an einen unparteiischen Schieds- gericlstshof zu appellieren. Das glatte Einspruchsrecht hat zu fallen. Tie Gemeinden müssen volle Freiheit haben, ihre eigenen Angelegenheiten nach Gutdünken zu erledigen, sich Dollzngsorgane zu wählen, wie sie sie für gut halten: Jedes GenehmigllngS- und BestätigungsrcÄt der staatlichen Organ« ist da vom Uebel. Im alten Staat war es das Bestreben der Machthaber, die gemeindliche Selbstverwaltung immer mehr zu knebeln. Ueberall glaubten die Herren von der Regierung ihre Nase hineinstecken zu müssen. Da wurde Sozialdemokraten, die in ein Ehrenamt gewählt wurden, die Bestätigung versagt, dg stockte oft jeder wirtschaftliche/ Ausschwung, weil die Or- gane der staatlichen Bureankratie den Ausschwung der Städte mit scheelen Augen ansahen und alles dlirchkrcnzten. was ihn fördern konnte. Dem muß ein für allemal ein Riegel vor- geschoben werden. Keiner toll dreinzureden haben, wenn eine nach den Grundsätzen der Demokratie gewählte Stadt- verordnctenvcrmmmlung entscheidende Beschlüsse im Rahme« der Gesetze faßt. r. Tie Stadtvcrordnetenkollegien sollen stets den Wille» der Mehrheit der Bevölkerung spiegeln. Dazu genügt ei» gerechtes, demokralijches Wahliyitem allein noch nicht. ES muß auch Vorsorge getroffen worden, daß ein Uiuschwung in der Stimmung der Bevölkerung immer möglichst rasch in der Vertretung der Gemeinde zum Ausdruck kommt. DaS bedeutet: möglichst kurze Wahlperioden Bisher itt von der Regierung nicht bestimmt, für welche Zeil die jefcl /??/ Sie Znieniallonale Konserenz. Internationaler Arbeiterschutz. Bern, 8. Februar. In der gestrigen Nachmittagssitzung bringt im Auftrage der Kommission Henderson eine Resolution über internationale Arbeiterschutzgesetzgebung ein. in der eS an den wichtigsten Stellen heißt, daß die kapitalistische Klasse durch Ausbeutung der Lohnarbeiter ihr Einkommen er- höhe und die Kraft der Arbeiter damit schwäche. Dieses Streben de» Kapitalismus könne durch Aushebung der kapitali- stischen Produktion verhindert werden. Zudem müsse ein Ausgleich der Unterschiede des nationalen Arbe'terschubeS durch cin internationale» Gesetz gegeben werden. Der inter- nationale Sozialistenkongreß verlangt, daß die Gesellschaft der Nationen die Schassnng und Durchführung eines inter- nationalen Arbeiterschutzes zu ihrer Aufgabe macht. Der Kon- grcß fordert u. a.: 1 Kindern unter IL Jahren ist jede Erwerbs�ätigkeit zu der- bieten. 2 Jugendliche im Alter von 15 bis 13 Jahren dürfen nicht langer als 6 Stunden beschäftigt werden. 8. Die Arbeitszeit der Arbeiterinnen darf am Sonnabend 4 Stunden nicht Lb-rschreilen- Beschäftigung von Arbeiterinnen während der Nacht»st verboten. Einiührung der Mutterschafisver- sichecung ist mit einer Mindestentschädigung in Höbe de? gesetzlichen Krankengeldes in allen Staaten zur Pflicht zu machen. Für gleiche Arbeitszeit ist Frauen der gleiche Lohn wie Männern zu gewähren. 4. Die Arbeitszeit darf für Arbeiter 8 Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Nachtarbeit zwi- sehen 8 Uhr abends und 6 Uhr früh ist gesetzlich verbeten. Für alle Betriebe, die nicht ihrer Art nach oder aus technischen Gründen auf Nachtarbeit angewiesen sind. Ter freie SamStag-Nachmittag ist in allen Ländern anzustreben. 5. Ten Arbeitern ist generell wöchentlich eine zusammenhän- gendc Ruhepause von mindestens 30 Stunden zu gewährleisten. 0. Zum Schutz der Gesundheit und zur Verhütung von Un- fällen ist die ArbcitSdauer in gesundheitsschädlichen Betrieben je nach dem Grade der Gefahr auf weniger als 3 Stunden festzu- setzen. 7. Alle Gesetze und Regelungen auf dem Gebiet« des Arbei- terschutzes sind sinngemäß auf die Heimarbeiter-Jndustrie anzu- wenden. Den Arbeitern ist in allen Ländern ein freies Koali» nonsrecht zu gewähren. 8. Gesetze und Verordnungen(Gesindeordnung. Koalitions- verbot), welche einzelne Arbeitergruppen in eine Ausnahme- stellung gegenüber anderen bringen,»der ihnen da? Recht der Koalition und die Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen usw. und das Miibestimmungsrecht be» der Festscpnng der Lohn- und Arbeitsbedingungen vorenthalten, sind unzulässig und zu be- festigen. ö. CS ist eine Verordnung gegen Arbeitslosigkeit zu schaffen. Die Arbeiter sind von StaalSwegen gegen Berufsunfälle zu ver- kichern. Der Erlaß von AuSwanderungsveiboten ist unzulässig, der Erlaß genereller Einwanderungsverbote ebenso. Die Resolution wird einstimmig angenommen. Die territorialen Fragen. In der Frühsitzung schlug HuhSmanS(Belgien) die Ein. setzung einer"�mmiss'cn, bestehend ms Henderson. Bran- t i n g, Huy.manS und je zwei Delegierten aus allen Län- dorn vor, deren Aufgabe«S sei, den größtmöglichen Einfluß a u f P o r i S auszuüben, die Ausführung der Beschlüsse der gegenwärtigen Konferenz zu ermöglichen und die Vorbereitungen zu treffen für einen im Juli oder August ISIS stattfindenden internationalen Kongreß. B e r v e u, l(Frankreich) verlangte Avweichung von der Me- thode, mit den bürgerlichen Parteien zusammen zu arbeiten. Ziel der Internationale müsse bleiben, die Mittel der Produktion in die Hände der arbeitenden Klassen zu bringen, wenn nötig. sogar mit der Diktatur de» Proletariats In der NachmittagSsitzung erstattete Mistral über die au» der Kommission über terrltorilike Fragen hervorgegangene Endresolution Bericht, die nur die allgemeinen Grundsätze über die Regelung territorialer Fragen feststellt und von der Behandlung konkreier Einzelsragen absieht. Grumbach(Elsaß) bat die deutschen MehrdeilSdelegierten um Aufklärung über die von oem Präsidenten der Rationalversamm- lung in Weimar Dr. D» v i d abgegebene Erklärung:„Elsaß- Lothringen ist für daß Leben Deutichlands notwendig, und wir werden nicht aufhören, für Elsaß-Lothringen das Rech, der Selbst- bestimmung zu fordern."(T r o e I st r o« Holland ruft: Da? ist doch selbstverstänolich. Große Unruhe.) Tie Erklärung Dr. Da- vids kann bedenlen, Elsaß-Lothringen soll« sein Selbstbcstim- niiingsrecht haben im Rahmen Teutschlands. Diese Aussassung widerspricht der Haltung dei deutschen MehrheUSd'legierten auf der Berner Konferenz, auS der M'n den Schluß ziehen müßte, ! daß die elsaß-lothringische Frag« im moralischen Sinn« gelöst sei, selbst wenn die Abstimmung noch nicki vollzogen rst, und daß die e.'saß-'othringislb« Froge au« dem Rahmen der internationalen Konflikte endgültig ausgeschaltet werden solle._ Müller(Deutschlandj erklärt«, er könne nicht feststellen, waS Dr. David wörtlicb gesagt bat, verwies aber darauf, daß d« Forderung eliassiicher Politiker auf Zutritt zu der Nationalver. sammlung in Weimar bereits zweimal abgelehnt worden sei. und daß nach seiner persönlichen Meinung diesem Verlangen unter kei- nen Umständen Rechnung getragen werben könne Dr. David habe nach dem ihm vorliegenden Bericht erklärt. Elsaß-Lothringen ge- höre bis zur Stunde noch zum Deutschen Reich, womit er nur sagen wolle, daß das Land heut« bloß äe lacto durch die Gewalt der Waffen zu Frankreich gefallen sei. daß ober die endgiiltize Entscheidug erst auf der Friedenskonferenz falle. Das von Dr. David geforderte Recht der Selbstbestiinmung für Elsaß-Lothrin» gen lieg« im politischen Interesse der deutschen und der franzö- fischen Sozialisten, weil nur dadurch eine deutsche Revanchestim- mung verhindert werden könne, wie sie in Frankreich von 1871 bis 1914 geherrscht habe. Kaulst» glaubt, daß eS sich bei der Rede Dr. David? um eme unnötige Provokation gehandelt habe, die von den Unabhängigen um so mehr bedauert werde, als Dr. David während des ganzen Kriege» die schlimmsten Angriffe geg'en die Entente- Staatsmänner gerichtet habe und heute zum Präsidenten der Nati'onalversommlung ge- wählt worden sei.(Französische Delegierte: Sehr richtig!) Daraus gehe her'vor. daß die Wahl Dr. Davis sehr unglncklich sei. Rcnaudcl bemerkte: Lediglich diese Erklärung KautSkhS kann uns befriedigen. Borgbjerg(Dänemark) erklärt«, die deutsche und die dänisch« Delegation hätten sich in Abändetuna der früher einsebrachten Resolution dcrhin geeinigt, daß die«bst'mmung in Flensburg bereits erfolgen könne, wenn ein beträchtlicher Teil der B.'völke» rung dies verlange. Die auS Flensburg vorliegenden Petitionen seien bereits genügend, um eine Abstimmung durchzuführen. Rcnaudcl lenkte sodann die Aufmerksamkeit auf die deutschen Kolonien. Das deutsche Volk habe sein Kolonialreich nötig, und infolgedessen müsse nach dieier Richtung aus die Pariser Konferenz Einfluß auSieübt werden. Nachdem hierauf alle Ziisatzanträae zu der Resolution über die territorialen Fragen zurückgezogen wurden, wurde die End- resolution einstimmig angenommen. Alle übrigen An- träge gehen zur Weitevberalung an die permanente Kommission der Konierenz. WelS(Deutschland) erbat die Unterstützung de? Kongresse! für die schleunige Rückkehr der deutschen Gefangenen in Frankreich. Der Gedanke moderner Sklaverei müsse in den Kreisen der Arbeiter aller Länder Erbitterung und Erregung hervorrufen. EiSner(Teutschland) brachte«ine von ihm und Renaudek unterzeichnete Resolution zur Kriegsgefangenenfrage ein, die Ver- besservng der Lage in den Lagern und sofortigen H e i m t r a n s- Port der tranken und verwundeten Gefangenen fordert und sich gegen den Zwang der KriegSarbeit wendet EiSner sprach den Deutschen da» Recht ab. in der G e s a n g e n e n f r a g e einen Protest zu er- heben, da sie keinen Prote st gegen die Tepor- tation aus Frankreich und Belgien erhoben hätten Durch c-nen Aufruf an die deutschen Arbeiter solle eine freiwillige Hilfeleistung zum Wiederaufbau veranlaßt werden. Di« Versammlung brachte EiSner eine Hui. digungdar,and5rsich auch die Franz o-sen de« telligleu., Polllüche Splonage in der neuen Armee. Immer wieder wird versichert, d!e„Freiwilligen- kor PS" seien ganz unpolitisch. Sie enthielten sich jeder politischen Stellungnahme und Tätigkeit und eS sei schon deshalb unmögliche daß sie je eine politlsche Macht oder gar reaktionäre Gefahr bilden könnten. Genau das Gegenteil ist wabr. Die Mannschaften der Freimilligensorps werden nicht nur politisch beenbeitet. sie werden sogar P o l i t i s ch ji b e r w a ch t.e der blonde Führer erschien, werden die Tausende ruhig und blieben«, als er ihnen eröffnet, drei Stunden müßten sie warten..Seid ganz still I Macht keinen Lärm! Wer fori will, mag gehenl Bleibt ganz ruhig!" Wie ein vlrzt, wie ein Dokto: in lxr Hypnose. Und geht wieder hinein. Nach einer Weile ruft einer draußen. Henke soll kommen. In drei Minuten ruft der Platz: Henke! Als er ans Fenster ioninitz schreien sie ihm zu, von unten. Der Gegner muß ihm Reicht schaffen. Wie er dann spricht, gewinnt er Niemand. Ihm bew.lligen sie nicht die Geduld, die ihr Führer nur zu sordern brauchte. Nachmittags verläuft sich Uc Menge, aus den Bittbcfehl ihres Führers Hill, denn die Tebalte drinnen will nicht enden. Abend» beschließt man endlich, was gefordert war: Entwafnung, Bewaff. nung. » Zwei Monate herrschte Friede in der Stadt Nun h-t die Re- 'ierüng geschossen. Kttnstkalender. Ludwig Hardt spricht Mittwoch. IS. Februar. 8 Uhr. Berliner «ursllrftendaniin 232. zum letzten Mal Heine: Zeit. gooichie, D.ulschland, Romancero, Hebräisch« Melodien, Letzte Dedichle. .DI« filnf Feanksurter", Tarl Ziötzler, erfolgreiche» Lustspiel,>.n In den Spielplan des Komödienhause» ausgenommen worden und gelangt daselbst am dommende» Dien»Iag, Donne:»tog und Sonnabend zur Darstellung. „ 3"IS««!« i. d. Könlggriltzer Strohe gelangt nach längerer Paus, August Strindberg,.Drama.Totentanz" am kammende» Areilog mit �rene Driesch, Ludwig Haitau und Paul Otto zur Aus- suhrung.' Slurmabend. Am Nittwoch. den IS. Februar, trögt»udoN **Pr,l(loni[lifche Dichtungen von August Stramm,»dott Allwohn, Kurl Heynirk, und Lothar Schreyer vor. Herwarth Walde» Hütt einen«inteuenven vortrog:.Da» Vegiisslich» in d»r Dichtung" xq§ bedeutet nichts anderes als ein ausgebautes politisches U e b c r w a ch u n g s s y st e m. Und nach welchen Gesichtspunkten die hoch'cudalen Herren der Garde- Kadallcrie sich ihre Leute aussuchen, das kann man sich denken. � Hier wird also ein Heer zusammengeworben nach den politischen Gesichtspunkten der alten Offiziere Wilhelms und Ludendorffs. Ein politisch geleitetes, unsozialistisches, anti- revolutionäres Heer, das ist die militärische„Errungenschaft" der Revolution unter Ebcrt-Noske-Tcheidemann. Die Eivigunls. Der„Vorwärts" beschäftigt sich in längeren AuS- führungen mit unserem Artikel über die Einigung. Was er sachlich gegen die vorgeschlagene Einordnung des Räte» s y st c m S in die Verfassung zu sagen hat. wiederholt nur die Ausführungen, die Breitscheid in der Morgenummer widerlegt hat. Aber der..Vorwärts" kommt auch auf die??rage der Ursache de? Spaltung zu sprechen, das hätte er besser unterlassen. Denn damit erinnert er an die schwerste Sünde der mchrheitssozialistischen Führung. Wenn es in Frankreich und Oesterreich nicht zur Spaltung gekommen ist. so lag dos vor allem an der klügeren und anständigeren Führung der Mehrheit in diesen Ländern, die die nötige Toleranz geübt und alles Gewaltsame vermieden hat. Um- gekehrt haben wenigstens der größere Teil der rechtssozia- listischen Führer und insbesondere die führenden Gewerk- fchaftsbeamten geradezu gesucht, die günstige �Gelegenheit der nationalistischen Verwirrung zu benähen, um d'e links- stehenden Parteigenossen an die Wand zu drücken, mundtod zu machen und auS der Partei zu drängen. Nicht nur ihre allgemeine Politik, sondern die Art ihrer inneren Partei- Politik zwang unsere Genossen zum Austritt und sollte sie dazu zwingen. Und seit dem 9. November ist es wieder die Politik der rechtssozialistischen Führer, die die Einigung so ungeheuer erschwert. Tie Genossen der heutigen U. S. P. D. haben nie diese Spaltung gewollt und sie nie gesucht, es ist die Politik ihrer Parteigegner gewesen, die ihnen keinen anderen Ausweg gelassen hat. Es wild weiter„bernhigl". Der..DeruhiLungS''-FrIPzug der NoSkegarden nimmt seinen Fortgang. Wolff meldet neue Siege: Erfurt, ö. Februar. In der Nacht zum Sonntag sind die RegiecungStruppen angelaugl, die die Jäger- kaserne bezogen hnben. Seit heute früh sind die öffentlichen und andere wichtige Gebäude und der Dahnhof don RcgierungZ- truppen besetzt. In der Stadt ist nach wie vor alles ruhig. Bremen, S. Februar. Der Bahnhof von Geeste- münde wurde um Mitternacht ohne Widerstand besetzt. Ilm 7 Uhr früh rückten die Truppen ein. Mit ihnen zusammen arbeitete die ü. Matrosenartillerie und sperrte die Stadt gegen Norden ab. Von Bremen aus war das Minen« suchbcot.M. 120" abgefahren. Die Marinebrigade legte sich vor die große Kanalschleuse, um ein Abfahren der dort liegen- den Minensucher zu verhindern. CS wurden von letzteren etwa 100 Mannschaften festgesetzt, später aber wieder entlassen. Es herrscht vollständige Ruhe. Berlin, 6. Februar. Bremerhaven ist kampflos besetzt worden. Nutze und Ordnung werden hergestellt.— AuS Thüringen sind keine neuen Rachrichten zu geben. Ueberall herrscht Ruhe. Diese Berichte erwecken den Eindruck, als ob in den ge- nannten Städte» die wildesten Unruhen geherrscht hätten und al» ob überall NcSkeS Soldaten„Nutze und Ordnung" hätten wiederherstellen müssen. Da? ist in allen Fällen gelogen. Die Noskeschen Garden dring:», wohin sie kommen,»'cht Rahe und Ordnung, sondern Unruhe, Erbitterung und Blutvergiepen. In Erfurt, Geeste. münde, Bremerhaven und, das sei besonders beldnt, auch in Bremen war vor ihrem Einmarsch alles vollkommen ruhig und friedlich. Das bestätigen unS sogar bürgerliche Kreise Er st mit dem Erscheinen der NoSke-T nippen setzte» dann die Unruhen. Kämpfe, Gewalttätigkeiten, Plünderungen ukw. ein. Die anderslautenden Darstellungen sind eine freche Ge» schichtSfäischung und beweisen nichts als daS schlechte Ge- wissen der Gewaltrcgierung. Polsdam in Velmar. Aus einem Stimmungsbild de»„Berliner Tageblatts": „Menschenmengen fluten durch die sonst so stillen Straßen West mar?. Vor dem Nailonaltheaier, vor dem Goedhe-Schiller-Denk- mal RietschelS staut sich die Menge. Berliner Schutzleute ibilden eine Sperrkette. Das LandjägerlorpS mar- schiert in strammem Schritt auf. General Mrrter geht die Front ab. Andere Offiziere gesellen sich zu, darunter der Kriegs mini st er Reinhardt. Ei» inter- essantc? militärisches Schauspiel. Stahlhelme und Karabiner geben da? Gepräge." Leleid!gle 0 Were. Ein furchtbares Unglück wäre beinahe über Schlesien und ganz Deutschland hereingebrochen: Der Chef deS BreSlauer Generalkommando«, Herr O b e r jt l e u t n a n t v. d. Hagen, mit seinem ganzen OssizierS-Stab hätte beinahe— nein, er hat tatsächlich ö Stunden lang gestreikt. Weshalb? Weil der Obmann de? Soldalenrats beim Generalkommando die unerhörte Taktlosigkeit beging, die dort beschäftigten Offiziere >urch einen Unteroffizier in bezug auf ihre Pünktlichkeit kon- troll i ere n zu lassen. Wolf sagt dann wörtlich: Diese Maßnahme dcZ Obmanns erschien dem General- stabschcf als ein so unerhörter Eingriff in die persönliche Frei- heit der Oinzicre, daß als unmittelbare Genugtuung �um miiidcslcii die sofortige Entlassung des Obmanns geioroert werden müsse." Der Zeiilralioldatenrat gehorchte diesem Befehle nicht so- fort—„daraus verließen eine Anzahl der Offiziere unter M i- nähme der Kasse und einer Menge Geheimakten demonstrativ dos Gcbäildc". Und nun wächst der Wolffbericht in tragischer Großes „Die Situatio,, hatte sich, statt Klärung zu schaffen..i'isS äußerste verschärft. Die Soldaiennile lehnten ihrerse:ts die Veraiitivorliiiig für alle mögliche» Folgen ab. Man war sich der ungeheuren Tragiveite etwaiger als notwendig sich er- weisender Beschlüsse bewußt." Man derust eine Nachtsitzung. Zentral und Garnisonsoldaten- rar, VolkZrat, Gcncnrlkommando, Vertreter des A.O.K. Süd, der Oberbürgermeister und der Regierungspräsident treten nächt- licherweile zusammen(nur der Kaiser fehlte noch!)— und(Gott sei Dank!) man einigt sich. Und über diese Krähwinkelgeschichte telegraphiert das Wolfbureau einen kilometerlangen Bericht in die Welt und sagt zum Schluß: „Wir hoffen, daß das durch diesen bedauerlichen Zwischen- fall entstandene Mißtrauen möglichst schnell überwunden wird zum Wohle Schlesien? und in weiterer Linie deS ganze» Landes." Wir hoffen unsererseits, daß man auf den Ohwanz ge» treten« Ofsizicre, die mit Streik drohen— ruhig streiken läßt und andere Leute an ihre Stelle setzt. prol'sle gegen die neue Heeresorduung« AuS Königsberg wird unS geschrieben: Auch in Ostpreußen hat die neu« HcereSordnung in den Kreisen der Arbeiter und Soldaten große Erregung und schärfsten Widerspruch hervorgerufen. In Allenstein und Königsberg fände,! zum Protest Temonstrationsumzüge statt. Bei dem Masscndatnon- strationSuinzug in Königsberg am 2. Februar war die Beteiligung der Solda'en besonders groß. Im Zuge wurden eine größere An- zahl von Tafeln mitgeführt, deren Aufschriften sich gegen die Wiederaufrich g deS alten Militärsystems und die Entrechtung der A.» und S.-Näte durch die Regierung Nosk?— Ebert— Scheide- mann, als den Schützern der Offizierskaste, richteten. An dem Umzug nahmen ca. 12 000 Personen teil. Im Anschluß an den TemonstralionSumzug fanden Versammlungen unter freiem Himmel statt, von welchen ein« Resolution angenommen wurde die die neue Heersordnung als rechtswidrig und revoluttonSfeind- lich bekämpft und ihre unverzügliche Aushebung fordert. Tie Minister E r n st und Hirsch bereisten in den letzten Tag:n Ostpreußen und haben hier versucht, die bisherige Arbeit der A.« und S.-Räte herabzusetzen und ihre fernere Tätigkeit im Sinne der neuen HcereSordnung zu lähmen. In Allenstein haben sie sich dabei, wie unS van dem dortigen Vertreter mitgeteilt wird, ein« gründliche Abfuhr geholt und mußten, ohne ihren Zweck er- reicht zu haben, wieder abziehen. Me es im Reichstag zuging. Uns wird hierzu weiter geschrieben: Zur Vervollständigung und Bestätigung der bereits gemeldeten, von den NoSkefchen„Ord- nungStruppen" im Reichstag verübten Verwüstungen und Dieb- stählen sei noch folgendes l'"'tet: Nicht vor, sondern n a ch dem Einzug der„republikanischen Schutztruppe" im Reichstag ist u. a. besonders auch da» im. Ober- geschoß gelegene Zimmer des FraktionS-SekretariatS der Unabhängigen Sozialdemokraten der Schau- platz militärischen OrdnungSschutzeS geworden. Nicht allein, daß das dort verwahrte wertvolle Archiv und die Registratur zum Teil beraubt oder fortgeschleppt und der Rest in einen wüsten Papier- Haufen verwandelt wurde, sind auch hier die Schränke mit roher Gewalt zertrümmert und erbrochen worden. Alle?, was den Räubern mitnehmenswert erschien, wurde gestohlen. Tarunter bc- finden sich ein Lederkosscr mit einer Schreibmaschine, KleihungS- stücke, Bücher, Bureauutcnsilien. Zigarren unh ähnliche Dinge. Die versuchte Entfernung einzelner anderer Sachen durch Reichs- tagSbeamte wurde von den Soldaten mit Androhung von Waffen- gewalt verhindert. Auch hier handelt es sich also um einen frechen Schwindel, wenn die„Vertrauensleute der republikanischen Cchutzlruppe" es wagen, die Schuld deS beteiligten Räubergesindels aus der NoSke- Garde anderen in die Schuhe schiebe» zu wollen! Weshalb mai verhaftet nckd. Aus einer dienstlichen Meldung:„Vizcwachtmeister Foerstcr von der 2 Osfiz.-Komp. Regiment Reinhard»ahm ein gewisses Fräulein Else W. Wege» starten BerdachieS, Mitglied des Spartakusbundes zu sein, waS durch ein« Mitgliedskarte bewiesen wird, fest. Fräulein W. sagt aus, bei der U. S. P. D. als Rednerin cingeiragen zu sein. Weitere Feststellungen konnte ich vorläufig nicht machen." Eine Mitgliedskarte des Spartakusbundes oder Zugehörigkeit zur U. S. P. D.— das also„genügt, um einen der Willkür eines beliebigen Wacktmeisters auszuliefern. Freiheitsberaubung wegen Parteizugehörigkeit— das hat eS nicht einmal unter den, Sozia- listengesetz gegeben. Das blieb dem„Arbeiter" NoSke vorbehalte». E n enllarv'er Schwindel. Der A.» u. S.-Rat Königsberg teilt uns mit, daß er am ö. Februar von der Reichsregierung folgendes Telegramm erhalten habe: Nach hier gewordenen Mitteilungen sollen Anhänger deS Spartalusbundes die öffentliche Macht dort mit Gücwalt an sich gerissen haben. Ersuchen um schleunigsten Bericht, ob das richtig ist und welche Maßnahmen A.» u. S.-Rat getroffen hat, um die Freiheit und die Rechte der dortigen Bevölkerung sicher- zustellen. Reichsregierung Ebert, Weimar. Selbstverständlich berichtete auch der Vorwärts in Nr. 02. vom g. Februar, über einen SpertakuSputsch in Königsberg, da ja die?« Stimmungsmache zu seiner wichtigsten Aufgabe gehört. Alle diese Nachrichten sind vollständig frei erfunden. ES ist absoliit nichts vorgekommen, was Anlaß zu derartigen Gerüchten geben könnte; e? ist daher klar, daß die Tatarcnnachrichtest nur zu dem Zweck ersonnen worden sind, um die Regierung unsicher zu machen, und sie auk der einmal bctntenen Bcibn, die militärische Macht zu stärken, vorwärts zu treiben. Mlische NschcWen. Der ehemalige Neichskanzler v. Vcthmann Hollweg erklärt sich in einem Schreiben an den Chefredakteur der„Kreuz-Ztg." bereit, sich einem unparteiischen StaatSgerichtShof zu stellen, dem von beiden Seiten alles Material über die deutsche Politik zur Verfügung gestellt werden soll.„Selbstverständlich— schließt er— nehme ich dabei in Anspruch, daß m c i n c st a a t s- rechtliche Verantwortlichkeit für die politischen Hand- lungen des Kaisers auch von einem neutralen StaatSgerichlZ- Hof zur Grundlage feiner Entscheidung gemacht wird." Wer sind die Gegner deS Achtstundentages? Zu unserer Mitteilung uiiter dieser Uelierschrift schreibt uns der Minister der öffentlichen Arbeite», daß ciurb er die Beibebal'ung deS Acht- stunden'ages in den Eisenbahiiwerkstäi'en in Opladen dringend gefordert habe und daß rc da« Barbaben der Avbeiler, nach Trier zu fahren,»m d e Beibehalning des Achtstundentages zu er- wirken, in jeder Beziehung billig«. Ans ier Jortet. Wie unS auS Königsberg geschrieben wird, macht dort die Bewegung der U. S. P. D. erfreuliche Fortschritte. Seit dem 1. Februar ist eS unseren Parteigenossen gelungen, ein eigenes Blatt in Königsberg zu gründen. Mit Hilfe die- ser Waffe wird es uns zweifellos gelingen, den steinigen Bode« Ostpreußens erfolgreich zu bearbeitet.. �> In einer Mitgliederversammlung der lk. S. P. fitt Elberfeld-Barmen wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1.„Die Mitgliederversammlung gibt sich nicht der Jllusiott hin, daß die büngerliche Nalionalversaminlung ernstlich sozialistische Maßregeln ergreifen wird ES bleibt deS- halb der Arbeiterklasse kein anderer Weg, als auf Grund de» RätesystemS selbst die Sozialisierung in die Hand zu nehmen. Die Versammlng bcanißt die Einig nngSbe- strebungen innerhalb der Arbeiterklasse, die indes keines- weg« ans Kosten der sozialistischen Griindsätzc vor sich gehen darf. Sie erwartet vom Parteilag die Ausstellimg eine? AktionS. und Einigungsprogramm», auf dessen Grundlage sich unsere Parte! und die noch von den Recht»- sozialisten irregsührten Arbeitermasscn wieder zusammenschließen können." 2.„Der Parteitag setzt eine Kommission ein zweck» Re- Vision d«S Parteiprogramms. Vor allem sind hierbei die neuere Entwicklung de» Imperialismus zu berücksichtigen und all« damit jusamineirhängende Fragen scharf herauszuarbeiten." Vroleslwdgebung segen WasieMndzgWgen. Eine Protstekundgebung der Angestellten aller Branchen gegen Massenkündigungen und Mnsseneuilassungen fand am gestrigen Sonntag vormittag im Sportpawst statt- Ingenieur Gramm teilte mit, daß zahlreich« Groß-Betriebe, zum Beispiel die Rumpler-Werke, Sckriitte-Lnnz, die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, dir Flugzeugwerke Adlershof, ungefähr der Hälfte ihrer Angcslellteu gekündigt haben. Mit besonderer Vor- liebe maßregeln die Unternehmer die V c r t r a u e n S e leute der Angestellten und die Mitglieder der An- gestellten-AuSschüsse usw. Die Verordnung deS Deinöbil- machungs-AmteS vom 24. Januar, welche Kündigungen vor dem 23. Februar untersagt, genüge in keiner Weise. Fritz S ch midi vom Zentralverband der Handelsangestelltcn, Dr. Pfirrmann, Dr. Katz und andere Redner verlangten unbedingte» Mit« be stimmungsrecht der Angestellten in den Be- trieben. Sie sollten bei Eiustcllunqen, Entlassnnaen, GehaltS- regelunz, NrlaubSertettung usw. ein entschiedenes Wort mitzu- fprechcn haben.— ES wurde eine Entschließung angenom- men, in' der gegen die Massenkündigungen von Angestellten Protest erhoben und gefordert wird, daß namentlich sosche Fir« men, die in den Kriegsjabren erhebliche Gewinne gemacht haben, gezwungen werden, ohne Verdienst und selbst unter Aufweuduiig ''csondcrer Mittel ihre Belr-ebe aufrecht zu erhalten. An die Regierung werden folgende Forderungen gestellt: Hin- auSschiebung des Kündigungstermins bis zum 30. Juni, Mit- Wirkung der Gewerkschaften bei der Verieiliing von Arbeit, ge-/ Cetzlicher Zwang zur Umstellung der Betriebe auf FrirdenSw.rtschcrft, AuSdehming der Befugiiisse der Aiigestellten-AuSschüsse» die das Recht haben sollen, zu prüfen, ob und inwieivsit die Aufrechterhaltung des Betriebe» ermöglicht werden kann, cndliib Verkürzung der Arbeitszeit. Zum Schutze der Mitglieder von Aiigestelllen-AuSschüssen gegen Maßregelungen wird gefordert, daß beim ReichkarbeitSamt eine paritätisch zusammengestellt« Kündigungskommission eingesetzt wird, lvclche Kündigungen dieser Art zu prüfen haben soll. Arbeit- geber, die sich Maßregelungen von Bertraueiisleuten der An» gestellten zu schulden kommen lassen, sollen mit Gefänznit bestrast werden.> it> i Gewerkschaftliches. «»>»>>«?»"«»«»ch»>»»«>«»»»«»»«>»»»-»»« Lu'ernehtrer provozieren vergarbeilersireiks. Der Bezirks-Bergarbeiterrat Halle teilt uns folgenden Vor- fall mit: Am d. d. M. ist die gesamte Belegschaft der der» A. Riebeckschen Montanwerken gehörigen Braunkohlengrube Paul I. bei Luckenau in den Streik getreten, dem sich am 0. d. M. die Belegschaft der Grube Paul II. anschloß. Der Grund hierzit ag in der willkürlichen Versetzung eine» Arbeiters, der sich bei seinen Vorgesetzten durch sein Auftrete» al» llassen>bewußter Arbeiter mißliebig gemacht hat. Der Arbeiter erhob gegen sein« Verlegung bei der WerlSleituiig Einspruch, und nachdem der Be- triebssührer trotzdem darauf bcstano, kündigte er. Ohne jede RechtSunterlage verlangte nun der BelriebSsührcr, daß der Ar» better die letzten vierzehn Tage auf der eine Stunde ent» srnten Grube Wilhelm arbeiten müßte. Darauf verlangte der- selbe seine Papiere sofort, welche man ihm natürlich auch sogleich gab, denn das war ja der Zweck der ganzen Hebung. Die Beigaibeiter faßten den Fall als Maßregeluug auf und traten, nachdem ihre Forderung auf Wiedereinstelluug nichterfüllt wurde, in den Streik. Es muß hier noch besonders hervorig.', oben werden, daß mehrere Arbetzer sich erboten, freiwillig auf Grub« Wilhelm zu arbeiten, weil sie dann einen bedeutend kürzeren Weg zur Arbeit hätten. Die Werkleitung lehnte aber dieses Aner- bieten ab. Der Bezirks- Arbeiterrak, der den Streik bei» legen wollte, stellte nun in der Verhandlung, die er am 0. d. M. mit dem Bergiuspeklor K! e s e w e t t e r in Luckenau Halle, fest, daß die WerkSlcitung eine Ungesetzlichkeit begangen hat, da' man dem Arbeiter, der ordnungsgemäß gekündigt hatte, das Weiter- arbeiten auf seiner alten Arbeitsstätte verweigerte uud außerdem verlaugte, daß er die letz en vierzehn Tage auf Grube Wilhelm anfahren sollte, wozu er nicht vcrpflicktet war. Auch wies der BezirkS-Bergarbeilerrat auf die durch den Streik und dessen eventuelle Ausbreitung noch größer werdende Kohlennot hin. Rund 4000 Wage» Kohle feien der Allgemeinheit durch die beiden Slreiktage schon verloren gegangen. Alles nützte nichts. Kiese- wetrer blieb auf seinem Hcrreystoudpuuktc bestehen. Der BezirkS-Bergarbeitenal ordnete im CiuvccständuiS mit den Arbei I er-A ut j erü jfcn an. daß die Arbeit am 7. d. M. wieder aufgenommen wnrde und daß der aeiiiaßregelte Arbeiter auf fei- nrr alten Arbeitsstätte anfährt, auch ohne den Wille» deS Herrn Berginipcftors. Aus dieser Sachlage ergibt sich, daß nicht die Unlust der Bergarbeiter an der jetzigen Kohlenuvt schuld ist. sondern da» Herrengefi'chl der BergivcrkSbcsitzer ruft auf den Graben ohne jede Begrülidiilig Zustände hervor, durch die der Arbeiter gezwungen wird, von der Verweigerung der Arbeitslast Gebrauch zu machen. Forderungen der Lektergeruskbcmer. I Sekretariat T. Wie geworben wird. /" Jede Eesehlosiakeit ist erlaubt, um den cingeblich zur Ausrechterhaltung der Geichmäßigkert gedungenen Regie- rungstruppen Mannschaften zuzuführen. Wie man's macht, schildert uns ein Bericht über Vorgänge im Humboldt- gymnafium zu Tegel. Tort wurde den Schziilern von der Untersekunda auswärts durch den Direktor bekannt gcnurcht. dajz sie sofort das Z e u g n i s z u m E i n j ä h r ig- freiwilligen-Dienst bekommen könnten, wenn si« bereit seien, sich sofort zum freiwilligen Dienst bei den Ne- gierungstruppen zur Verfügung zu stellen. Der gröstte Teil der Schüler ist IL Jahre alt. fast alle sind im letzten Jahre auf dem Lande mit Erntearbeiten beschäftigt ge- Wesen, so daß sie lange Zeit nicht am Unterricht teilgenom- wen haben. Sie sind in ihren Kenntnissen mithin sehr zurückaeblieben und wären nach den üblichen Anforde- rungen noch nicht einmal reif zur Prüfung. Die en jungen Leuten will man die Prüfung erlassen, will ihnen ungeprüft das Zeugnis a u s st e l l e n. wenn sie sich bereit erklären, die Waffe gegen Volksgenossen zu erheben. Zum Glück sind die Schüler klüger als die Lehrer: es hat sich niemand sangen lassen. _-7-"■-"-l' Ein anderes Bild. Die Gegenrevolution, die in der Zusammenziehiing starker Truppenteile, in denen der alte -Geist von Potsdam aus neuem Boden erblüht, ihren stark- sten Ausdruck findet, hat ihre gefälligen Tiener nicht niw unter den— sozusagen— Volkserziehern, sondern auch unter den Handlangern der Bourgeoisie in der großen �n- diistrie. Ein Tirektionsrundschreiben der A. E. G.. das uns ein günstiger Wind zuweht, zeigt, wie man auch dort oereit ist,„Dpfer zu bringen" für das Vaterland, wie man es sich vorstellt. Wir geben daz Schreiben hier wieder. Der TronZportarVeiter-Verband halte am Sonnlag vormittag «ine Versammlung der Ldlergerüsibaucr. Äut'cher urvd Platz- arbeiler einberufen, um in Rücksicht aus den schweren gefahr- vollen Beruf und die nockr immer st. ig enden Lebendmi ieipreise zu einem neuen, den Unternehmern vorzulegenden Tarif Stellung zu nehmeu. Einleitend gab der Sellio'/sleiter Kollege H. W a l t e r «inen Rückblick über die En.ste'ung und den Verlauf des Krieges und der Revolution, der ausklang m die Ford.rung, an dem Rates y st e m unbedingt festzuhalten. Eine diesbezügliche R e s o- lution, die d e Einberufung einer Rcichskonferenz der A.« und S-Räie nach Berlin fordert, fand einstimmig Annahme.— Nach eingehender Beratung wurde beschlossen, eine Reihe Forderungen den Unternehmern zu unterbreiten, von denen einige wesentl'chc hier wiedergegeben seien; ach. stündige Arbeitszeit; falls Nüst- arbeit nicht vorhanden ist, sind die Leute aus dem Platz zu be- schäftigen, bei Unweiter ist die Arbeit auszusetzen, jedoch brauckit sie nicht wieder nackgeholt zu werden. Als Lohn wird für Poliere 8 M?., für Gerüstbauer 2,75 Mk. und für Platzarbeiter 2,50 Ml. »efordert Außerdem sieht der Tarif eine Regelung der Ueber- unden, Nachtarbelien, der Laufzeit zu den Arbeitsstätten und der Landzulagen vor. Zum Schluß sollen die Unternehmer angehal en werden, für transportable Baubilden bei Arbeiten über 3 Tage und verschließbare Räume bei Fassadenarbeiten zu sorgen, um Diebstähle zu verhindern. Zur Kündigung des KellnertarifS wird uns von besonderer Seite noch geschrieben: Die Berliner Ka'fechauSöesitzcr begründen die beabsichtigte Kündigung des Tarifs damit, daß 1. die Kellner trotz der festen Entlohnung nach wie vor Trinkgeld nehmen bzw. fordern, und daß 2. der Betrieb in den Kaffeehäusern merklich zurückgegangen sei, weil auch die Bedienunasw'ise seitens der Kellner v'el zu wünschen übrig lasse.— Diese beider. Behauptungen bergen einen Widerspruch in sich! Denn wenn eS wahr sein sollte, daß die Kellner trotz der festen Entlohnung noch Trinkgelder nehmen oder gar fordern, müßten sie ja an aufmerk- samer Bedienung der Gäite erst recht interessiert sein, um sich eben durck„gute Bedienung" noch einen Extra verdienst zu sichern. U-rd wenn es wahr'ein sollte, daß der Betrieb in den Kaffeehäusern in den letzten Wochen zurückgegangen ist, so dürfte doch wobl die Hauptursache für diese Erscheinung darin zu suchen sein, daß perad-''n dieser Zeit die Arbeitslosenziffern von Woche zu Woche steigende Tendenz aulgewiesen haben und jetzt allein für Groß-Berlin sehr, sehr nabe an die V i e r t e l m i l l i o n herangerückt sind.— Oder wollen die Kaffeehausbesitzer etwa behaupten, daß nicht wenigstens ein Teil dieser Viertelmillion auch zu ihrer Kundschaft gehört habe, als er noch Arbeit und Verdienst hatie? Zugegeben also, daß der Betrieb in den Kafwe- häuseril tatsächlich zurückgegangen ist, so würden ja damit bei etwa noch beßchendem alten System auch die Kellner weniger Trinkgeldeinnahmen kabenl Diese einfache Schlußfolgerung wird auch diejenigen Kellner zu Gegnern des Trinkgeldshstems machen, welche der ehemaligen Ent'ohnungsform vielleicht doch noch im stillen eine Träne nachgeweint haben soll'en. Die Angestellten des Teiltschen Druck, und BerlagshauseS G. m. b. H., Berl'n SW 3? Liudenstraße 23, welches eine Reibe von Fanvilienzeitschriften, darunter die bekannte„Berliner Haus- frau", herausgibt, sind in eine Gebalisbewegung eingetreten, weil die heul? noch dort gezahlten Gehälter, eingerechnet alle Teuerungszulagen, weit unter dem zur Bestreitung des Lebens- Unterhaltes Notwendigsten bleiben und die Firma jedes Enigegen- kommen und das Eingeben aus Verhandlungen mit der Berufs. organesation schroff abgelehnt hat. Die Hausfrauen, die Leier der Zeitschrift des Verlages sind, werden' gebeten, auf wmtere Mitteilungen an dieser Stelle zu achten. Angestellten-Verband des Buchhandels. Buch- und Zeitung?- ~ gewerbeS. Mllgemeine Vereinigung Deutscher Buchhandlunzs- Gehilfen.) I. Nr. 8. 78. Direktionsrundschreiben. Betr. Freiwillige Meldung zu militärischen Landesschutz- Formationen. Angestellte, die sich freiwillig einer militärischen Landes- schutz-Formation zur Verfügung zu stellen beabsichtigen, sind wir vorbehaltlich der Zustimmung ihrer direkten Vor- gesetzten auf Antrag bereit, für die Dauer dieser Tätigkeit bis auf weiteres unter Fortzahlung ihrer halben festen Monatsbezüge(einschl. Teuerungszulage) zu beurlauben. Berlin, den 1. Februar lNst. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. Die Direktion. In diesem Falle ist die Direktion sehr entgegen- kommend. Sie hat ihre guten Gründe. Vandalismus. Neben den NoSkeschen Hätschelkindern, den Weißgardisten. wollen, wie zu erwarten, die von dem Minister für Polizcispitzelei Ernst wieder bewaffneten„Schutz"-Mannschaften nicht zurück- stehen. Sie beweisen, daß sie durchaus die Alten geblieben sind, nur daß sie unter dem heutigen Regime weit größere Freiheiten in der Ausübung ihrer brutalen Gcwaltgelüste haben. Folgender Vorfall diene zur Illustration. In der Nacht vom 28. zum 2g. Januar kam die Frau des Ar- beiterS Behrend von, einem Besuch bei ihren Schwiegereltern nach ihrer Wohnung Pankstr. 88 zurück. Es mußte gegen 2 Uhr sein. Aufs höchste erschrocken, stellte sie fest, daß die Eingangslür zu ihrer Wohnung gewaltsam geöffnet war. Die Tür zeigte viele Löcher; zwei Felder der Füllung waren zertrümmert und die ganze Tür schließlich aus der Wandung gesprengt. Durch Nach. barSlcute erfuhr sie, daß eine halbe Stunde zuvor ein Schutzmann mit sieben oder acht SichcrheitSmannschaftea dagewesen sei und durch unaufliörliche Schießerei diese Verwüstung angerichtet habe. Sie stellte dann durch nähere Inaugenscheinnahme fest, daß auch die Zimm-rtür von zahlreichen Schüssen durchlöchert war. Die Geschosse waren sogar durch einen fast neuen Kleiderschrank hin- durchgegangen und halten die darin befindlichen, heutigen Tags sehr teuren Kleidungsstücke der Frau und des Mannes schwer be- schädigt. Die Frau beziffert den Schaden mit 3000 Mark gewiß nicht zu hoch. Die Frau war kaum eine halbe Stunde zu Hause, als der Schutzmann— gegen 3 Uhr nachts also— erneut erschien, diesmal mit 11 Sicherheitsmannschaften, und unter Bedrohung mit der Schußwaffe den Aufenthaltsort dcS Manne?, natürlich vergeblich. zu erfahren suchte. Auf den angerichteten Schaden hingewiesen, hatle dieser merkwürdige»Sicherheit S"-Beamt« nur höhnische Worte. Er heißt Wulff, trägt dieNummer 300 und ist von der Wache Uferstraße. Nach Ansicht der Frau war er be- trunken. Er nahm eine Taschenlampe mit. die die Frau bis heule nicht wiedererlangen konnte. Die Nachbarsleute versichern aus das Bestimmleste, daß nur Wulff so unsinnig geschossen habe. ES seien etwa 80 Schuß abgegeben worden. Siebzehn Hülsen und einige Geschosse und Geschoßsplitier hat sich Frau Dehrend auf- bewahrt. Natürlich gab sich die Frau mit den höhnischen Worten de» Wulff nicht zufrieden. Sie ging nach der Polizeiwache, um dort ihre Beschwerde zu Protokoll zu geben. Man ließ sie fünfmal wiederkommen und jedesmal mehrere Stunden warten, ohne daß etwas geschah. Sie gewann den Eindruck, daß man ihr die De- schwerde verleiden wollte. Deshalb wandle sie sich an den Polizei. lcutnant, begegnete aber auch dort nur Ausflüchten. Erst auf die Drohung, sich an eine andere Stelle wenden zu wollen, erztvang sie die protokollarische Aufnahme ihrer Beschwerde. Sie wurde auch von dem Leutnant ziemlich geringschätzig behandelt und kam zu der Ucberzeugung, daß die Polizei— ganz wie früher auch— beabsichtige, den Spieß umzukehren und i h r einen Strick zu drehen, anstatt das gröblichst verletzte Recht wieder gutzumachen Wie haben wir es doch so herrlich weit gebracht! Dieser Vorgang beleuchtet die heutigen SicherheitZzustänie i» Berlin blitzartig. TaS ist der Schutz, den die Bevölkerung durch die SicherheitSmannschasten genießt. Er beweist aber noch ei» anderes: Gegen Uebergrifse der Sicherheitsmannschaften gibt es keinen Schutz. Der Herr Leutnant regiert. Das muß anders wer- den. Die Polizei gehört in die Hand der Gemeinde. Die Ein- Wohnerschaft selber muß über die Polizei bestimmen, nicht der Herr Leutnant. Die Gcmeindewahlen müssen der arbeitenden Bevölke. rnng eine solche Mehrheit bringen, daß man ihrer Forderung nicht mehr entgegenstehen kann, wonach die Polizei in die Verwaltung der Gemeinde übergeht. Schnapsideen» In der Mitiwochnacht zwischen 12 und 1 Uhr fuhr ein Auto mit vier Personen vor dem Charlottenburger Polizeipräsidium vor, dem ein Offizier entstieg, um von den Wachmannschaften Ein- laß in da« Präsidium zu bekehren. Ein Posten führte den Zungen Herrn Leutnant der sich als zum Regiment Oven gehörig aus- wies, zum Wachthabenden, den der Angekommene dringend zur größten Wachsamkeit ermahnte, da„SpariakuS" im Anzüge sei. Er habe eben mit einigen Spartakisten zusammen gesessen und Kognak ge.runken— was ihm anzuinerken war— und habe dabei die Verschwörer auSgohorcht. Auch die republikanische Soldaten- wehr habe er schon alarmiert. Ein Genosse, der der SichcrhcitS- wache angehört und dem Gespräch beiwohnte, machte darauf auf- merksaw. daß die SicherhcitSwache gar nichts damit zu tun habe, denn sie sei nicht zum Kampf« gegen ihre Arbeitsbrüder da. Der jung- Mann sei also mit keinem Narmgeschrei am falschen Platze, er müßte sich an die zum Brudermord gedungene» Regicrungs. soldaten wenden. Leider hat!« das Geschrei de? Angetrunkenen die übrigen Mannschaften vom Sicherheitsdienst so nervös gc- macht, daß sie dem zur Vesonnercheit mahnenden Kameraden ent- gcgcniraten. Kognakbedu'el'e Männer ohne Verantwortungsgefühl maöheu, um die heißen Köpfe zu kühlen, Spazierfahrten im Au.o und be» unruhigen nebenbei durch— bewußt oder unbewußt— falsche Nachrichten d e Einwohner und die zur Sicherheit bestellten Truppen. Das sind die Methoden, nach denen diese Art Leute Ordnung und Ruhe stiften. Ein Skandal. Daß die Schlächtermeister oftmals über recht robuste Naturen verfügen, ist belannt; daß aber ein Schlächtermeister den Lrgani- fationsvertreter mit einem eisernen Gegenstand auf den Kopf schlägt, weil dieser die Gesellen zu sprechen wünschte, steht selbst in der Geschichte der Fleischergeiellenbewegung einzig da. Am 2. Februar sandte der Zcntralverband der Fleischer seinen Ver- treter. der zugleich auch Arbeiterratsmitglied ist. zu dem Fleischer» mcister P l e t s ch m a n n. Genthincrstraße 23. Der Verband»» Vertreter traf Herrn Pietschmann, legitimierte sich durch die grüne Karte als Arbeiterratsmitglied und wünschte die Gesellen zu sprechen, um sie zu einer Betriebssitzung einzuladen. Pietschmann antwortete scfort mit unflätigen Redensarten, wie„da könnte jeder Affe lammen" und„heute will jeder Lau'e« junge was bestimmen" und schlug dem Verikmdsvertreter mit einem eisernen Fleikchkescher auf Kops und Arm, daß sich dieser in ärztliche Behandlung begeben mußte. Jedenfalls wird diese Angelegenheit noch ein gerichtliches Nachspiel zeit'.gen. Tie Mahnung, Licht zu sparen, wird gerade von denen nicht beachiet, die diele Ma'nung an andere richten. Das kann man allnächtlich in dem Bezirke Neutempelhaf bsobach.en. Manch» Zimmer dieser hochherrfchaftlichen Gegend sind noch heute sürstlich beleuchtet, und zwar bis in die frühesten Morgenstunden hinein. Ein Beobachter dieser Gegend zählte in einer Rocht um 12 Uhr m diesem kleinen Wohnviertel 93 Zimmer, die gut beleuchtet waren. Das wiedcrhdlt sich jede Nacht. Tie armen Leute hoben nicht einmal EaS. und wenn sie solches haben, müssen sie bei Mehcoer» brauch hohe Strafen zahlen. Tie Wandcrvorstellung zur Bekämpfung der GefchlechtSkrank. Heiken, Jerufalemter Straße 17, ist nur noch bis Mittwoch abend geöffnet. Die zahlreichen natuinetreuen Modelle, die dem kranken Körper entnommenen Präparate, die stalistischea Tafeln und besonders die von Asrz en jden Nachmittag gehaltenen Vorträge leisten im Jnieresse der Volksgesundheit überaus wertvolle Aufklärungsarbeit. Tie Ausstellung verdient die größte Beachtung deS von Geschlechtskrankheiten gefährdeten Groß» städterS. Postverbtndung mit Sibirien. Die Reichszentralstelle für Kriegs» und Zivilgesawgene gibt belannt. daß die seit längerer Zeit unterbrochene Postverbindung mit den deutschen Kriegs» gefangenen in Sibirien durch die Bemühungen des amerikanischen Roten Kreuzes in Washington wieder hergestellt ist. Es sind auch bereits von Sibirien Postfachen über Amerika nach Deutschland gelangt. Nach Mitteilung des amerikanischen Roten Kreuze? arbeiten unter den Gefangenen in Sibirien augenblicklich 200 amerikanische Sekretäre. Die Verpflegung der Gefangenen soll besser sein als früher. Briefe und Karten sind zu richten: An den Kriegsgefangenen lNamef(Genaue Adressef via Kriegs- gefangenenhilfe des Christlichen Vereins junger Männer, Bern, Effingerstraße 10(Schweiz). Mg den Organlkat'onen. 3. Kreis. Der Zahlabend am Mittwoch findet i« folgenden Lokalen stall: 1. Abt. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c; 2. Abt. bei Ga tzler, Waldemarstr. 32; 3. Abt. bei Noli«, Hollmannstr. 37; 4. Abt. bei Kohtz. Brandenburgstr. 22; 5. Abt. bei Präskc, Prinzen» straße 23; 6. Mt.>bei Wcgener, Sevdelslr. 30; 7. Abt. bei Giebler, Luckatier Str. 6; 8. Abt. Gewerkschaft Shaus, Vort' ag Genosse Dr. Zadel; l>. Abt. bei Fcpfara, Melchiorstr. 15; 10. Abt. be» Handtke, Siallschrciberstr. 29. Lichtersclde. Am Mittwoch, den 12. Februar, abends 7)4 Uhr, findet bei Begner, Hindenburgdamm 104, unsere MitgliedevPer- sammlung statt, welche sich mit den Gemeindewahl-Arbeiten zu befassen hat. Hohcn-Nenenborf. Am Mittwoch, den 12. Februar, abends 7)h Uhr, findet bei Jülich(Konzerlhaus, früher Loge) unser Zahl- abend statt. Aufstellung unserer Kandadaten für die Gemeinde- Vertretung. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch oder Aufnahmeschein. Versammlungen. Tempekhof. Am Freilag, den 7. Februar, sprach!n einer überfüllten ösfrnllichcn Versammlung Genosse T ä u m g iVoll- zugsrat) über.Tie poliiisch? Lage" und Genosse Max Schmidt über.Tie bevorstehenden �Wahlen zur Gemeinde- vertreiunig". Die aufklärenden Ausführungen des Denossen Däumig fanden reichen Beifall und wurde folgende aus der Ver- sammlung kommende Resolution angenommen: »Die am 7. d. M. in der Aula des Ncalghmnasiums in Tempelhof zahlreich versammelten Männer� und Frauen er- klären, daß sie zu der angoblich soz alistiscken Regierung Ebert-Sck-eidemann, die die revolutionäre Arbeiter'chaff ent» und die Söhn« der Bourgeoisie und die Offiziere b c woffnet, die die revolutionäre Arbeiterschaft verleumdet und verhetzt und das Blut derselben im mördenchen Bruderkrieg verspritzen läßt, die die Meuchelmörder Liebknechts und Luxemburgs nicht zu finden vermag und das Volk durch eine Justizkomödie irre- zuführen sucht, die die Vertraucnsmäaner der Revolution und der Arbeiterschaft, wie Beerfelde. Ledebour und andere in den Ksrler werfen läßt, die ferner auch de letzlen Errungen. schak'en der Revolution, die Arbe-iier- und Soldatenräte, an die Bourgeoisie zu verra'en geneigt ist und die endlich mich die Sozialisierungsbestrebungen zu einer Komödie herabdrütck. jedes Verdauen verloren hat. Die Versammelten verpfl S'en sich, mit aller Kraft für die Bestrebungen der 11. S. P. ein- zutreten, um aus diesem Boden die Einigung der Arbeiterschaft zu ermöglicken." Die Ausführungen des Genossen Schmidt belr. Kom- munalpoliiik fanden allfeitW Zustimmung. Zahlreiche Neuaufnahmen für den Wahlvcrein und auch Abonnen en auf„Tie Fre heit" wurden vollzogen.— Die Kandidat.» für die Gc- mcindeveriretung. welch? in der letzten Mitgliederversammlung per S.intmzetcl gewählt waten, würben bekanntgegeben. Die ersten zehn Namen sind: Schmidt(Max). Irr gang, Becker(Herm.), Gutknecht, Neu mann(Georg), Schoder, Hensel, Krojin, L e i p o I d. O t t o. Verantwortlich für die Redaktion Alfred WIelepp, NeuköflnT�k � Verlag.Tie Freibeit" G.m.b.H.. Berlin.— Druck der Linden- d nckerei und Vorlagsgestlllstiaft m.b.H.. Cchistbauerdamm lg. Zeitungsfrausn tzer ennoch in nachstehenden Speditionen eingestellt. s e; i n: Ltto Letzmann, vleblgstrake 10. ->> j. Wumneitf ikf 31. !U ar«fch, ftM r Ni-A Ihelm-Stralte so. .Ki„>,» c Paul i'aniif Sirake ib. »aavarltz. MIitzatlt.r»u>» f. L ar» leite r. Snioerf« enafc 5-ürilifi. Suii. r tiMM 20.». pl. «Iii Nile. Sotnfiroiei. S i ti n er, w.uelailer Slraßc St. iCientet, Uirdomur. 18. 8»« to«, ffie lnftt.>'• ,n «chillvauerdamm i» ZrleSenau: �»chnlz,«..elnstra'c II. u. s. P. Neuköttn. »«e»»«aa. den II. glebruae.«»«tl»»V, übt, In den Palfage. Zeltlitten, iiergl, ratze 1*) 161. grohe össeuMche Wahletversammlung. Stet ereilt i llted Mur Güll LitdI.— Stete liiiSiprach«. Zahtielchen Beui-H erwarlcl_»ertNerflnnb. E» Ssezial- Behandlung-ß- „Sesch eeMs-, Baut- Hain elüen iiis,,« nsw t-lirllch-Hatn-Kuren. Blutuntersucliuns:. Ückit- und Finsen-BehandMnir. Qut-ckstlber- EntzlehunifS-lCur n. Ki«ene»Kiir-Dail I8r elektnseiie irni rnedlzinisclie ßidc. Ohne Berufs« örunr. Uetrennu Rtzrnnc für Uauien und nerren. Aerztlich»eleitete Hellnnstalt. Löser, Hünzstr. 9. Achltw»! 8. D. s.'I ch Hing! 2. Bezirk(Süden SW, Westen). Am TlenStag, den II. Februar, findet in der Aula Mitteuwolder Itr. S 1 abds. 7ll reine öfrcntüclze Verfavrane 93, on.___ nserate für den darauffolrentl«« l'ng niüsscu spätesicnsbls 5 Uhr.Fontiabvnds bis 2 Uhr nachm. bei der Fxncüitloa Sdilftbauer». dämm 19 aolaetobea