Eknzelpreks 10 pfg. > �. E% m Sb �(cA«n* nf4eM Kiotgtm» M Srnno u& gtfttgm K......__ S«»«iuawrm bttriql M ftttet Zostellun, ha hau» ffltostz»itung»list« fA» ftlf ffagftragm. NedaMon Berlin BW.>. Schiffdauerda«« Iii Iii. S«r«jprecher! Amt Norde» 2S»» uud«SV«. Die Menü-�usgabe Znftlil, wston Ist««»«g�aa. Nonp-milezeN« od-«>»e»n»amn 7i Pf. ,XWn. Anz�g«� da, fottgrttucft«»ort«0 Pf, fek««°it«n wort X pf. Hourtung,, Uschlag 80 M Familien» und veefaminlunz«n>zeiz«n fällt dee Zuschlag fort. Inserate sür den daeaug» folgonden lag mögen spätesten» dt» 8 Übe nachmittag» bei der«xxedition aufgegeben fei». «rpeditlo»! verlin NW.«.«chiffbanerdamm I». gernlprechiit Am» Nord« V?S». berliner-Orffan t>pr Vnablja'nnißm SojMömofmHe S>eutlü)lanöe Jahrgang 2 Dienstag, öen 11. Zebruar 19 lO Nummer 75 Die Regierung gegen Die Alarinerüle. Jottetnngen des Marlnelsngresses. Nach zweitägiger Verhandlung wurde von den auf dem Marinekongretz in Hamburg anwesenden Delegierten sämtlicher Marineformatione», Reichswerften und Reichsmarinebetriebeu einstimmig eine Entschließung angenommen, in der von der in Weimar zusammengetretenen Nationalversammlung zur Durchs fährung der sozialistischen Ideen und zur Fuudierung der bis» herigen Freiheit der Meere folgendes gefordert wird: 1. Anpassung an die veränderte Lage, die den villi gen Abbau einer deutschen Macht» und Weltpolitil erheischt. Hierzu gehören: ») Beiseitestellung aller überlieferten Borurteile gegen Demo» kratie und Sozialdemokratie; b) Verzicht auf Pläne nach Wiedererrichtung einer Kriegsflotte. 2. Umwandlung der jetzt noch vorhandenen Kriegsmarine in eine Art Se»»oliz«i, die ve:, Wachtdienst an der Küste zu ver» sehen hat. Z. Unverzügliche Berufung eines tüchtigen orga. «ifatorifch befähigten Sozialisten als Staats» sekretär im Reichsmar'neamt, der die Verpflichtung übernimmt, nach folgenden Richtlinien zu arbeiten: n) der Staatssekretär hat sofort alle irgendwie entbehrlichen «nd erwiesenermaßen reaktionären Offiziere und Beamten zu entlassen,»cn Berkauf des entbehrlichen Marincgutes unter vor- »ugSweiser Berücksichtigung staatlicher Betriebe in die Wege zu leiten und ungesäumt die Umgestaltung aller bisher Kriegszwecken dienenden Marinebetriebe zu friedlichen, den Aufbau der BolkS- Wirtschaft särdernden Betriebe durchzuführen; d) Umorganisierung des schwerfälligen militärvureaukrati- chseu System» im R. M. A. in e-nen Betrieb nach kaufmännischen Grundsätzen ist erste Pflicht des Staatssekretär»; c) da» künftige Seeamtitig wird der Marine zu verstehen gegeben, daß sie sich nicht in Dinze einmischen möge, über die die hochweise Versammlung in Weimar noch nicht ihr Urteil gesprochen. Diese herausfordernde Antwort an den Marinekongreß wird auf die gesamten Mannschaften wie ein F a u st s ch l a g .ins Gesicht wirken. Auch die Antwort auf das Miß- trauensvotum des Marinekongresses gegen Noske, von dem die Regierung behauptet, daß er das Vertrvuen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes gestießt, muß die Erbitterung der Marine gegen diese Regierung auf das höchste steigern. Die Folgen dieser provozierenden Politik werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Wütärischer Konflikt in Muster. Münster, 11. Februar. Wie der„Münsterische Anzeiger meldet, hat der General soldatenrat de» 7. Armee» korps e.nt Entschließung angenommen, in der die Verfü- gung der Re: ch'S r e g l e r u n g über i»««ommandogewaft und die Stellung der Soldatenräte nicht anerkannt wird. In Oiichüinien an die Bezirkssoldatenräte de» 7. Korps heißt e» u. ä.: Die Kommandogewalt im 7. Korp» biegt in den Häwden de» Generalsoldatenrats. Einziehungen dürfen nicht mehr erfolgen. Waffen dürfen nur im Wach-, Sicherheit und Begleitdienst getragen werden. Rangabzeichen sind sofort zu entfernen. Vor Ausführung der Verfügungen im Armee-Verord- nungsblatt ist jedesmal die Stellungnahme de» KorpS-Berord- nungSlblatte» abzuwarten. Im Bereich de» 7. Armeekorps darf kein Freiwilligen-Bataiklon gebildet werden; jede Werbetätigkeit ist zu unterbinden. Die Abreise von Freiwilligen i stzu verhindern. Anstelle des stehenden Heeres ist ein« auf sozialer Grundlage aufgestellt« Volkswehr zu bilden. Der Kommandierende General des 7. Armeekorps hat die Reichsregierung um militärischen Schutz gegen die Durchführung der Beschlüsse des Generalsoldatenrat« gebeten. Dieser militärisch« Schutz ist am Sonntag in Münster ein- getroffen. Der Bezirkssoldatenrat der Stadt Münster steht nicht auf feiten de» Generalsoldatenrats. Das GarDekorps gegen Noske. Der KorpS-Svldatrnrat de» Gardekorp» veröffentlicht folgen- den Protest: Gegen die Arnßerung Noske» in be» Tageszeitungen <„Bossische Zeitung" usw., Abendblätter) vom 8. Februar 1S18 erhebt der KorpS-Soldatenrat energisch Protest. Er weist die Unterstellung Noske», daß die Soldatenräte ihre Tätigkeit als eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit betrachten, al» eine unerhörte und jeder Tatsache hohnsprechende Beleidigung zurück. Die niedere Entlohnung der Soldatenräte mft 5 Mark pro Tag widerlegt allein schon diese Aeußerung, denn die Arbeitslosen- Unterstützung ist höher als die Entschädigung, die die Soldaten- räte für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit erhalten. Die Ausführungen NoskeS sind erneut ei» Beweis dafür, wie derselbe mit Unterstüaung der reattionären Elemente versucht, die revolutionäre Einrichtung der A.- und S.-Räte für seine Zwecke auszuschalten. Wir erklären laut und vor aller Welt, daß der Grad de» Miß- trauenS gegen die Tätigkeit Noökes den Soldatenräten gegenüber seinen Höhepunkt erreicht hat. Korps-Soldatrnrat des Gardekorps Stöckrl, Krebs, Radeck«, Stoft, Platte, Rhino», Stannelle, Albrecht. Sozialistische Mehrheilen in söchstsche» Gemeinden. Bei ben Stadtverordnetenwablen, die am Sonntag, den 9. Februar, in vielen sächsisch»n Städten statt- fanden, haben die Sozialdemokraten in Dresden. Meißen, in Döbeln und Plauen die Mehrheit erlangt.� Dagegen ist es nicht gelungen, in Bautzen. Zittau und Zwickau eine sozialistische Mehrheit zu erringen. Die Unabhängige Partei hat überall günstig ab- geschnitten, sie ist an dein Stimmenrückgang, der sickz im all- gemeinen zeigt«, weft weniger beteiligt als die übrigen Partei«-. Volksverral im Osten. de* Don einem Genossen, der dem Soldatenrate X. Armee angehörte, wird uns geschrieben: Wem es vergönnt war, einen Blick in die geschickten Manöver der deutschen gegenrevolutionären Offizierskreise zu tun, wer erst mit Bestürzung, dann mit immer mehr wachsendem Ingrimm sah, wie die Regierung Ebert- Scheidemann sich nur von diesen Offizieren und den un« fähigen Diplomaten des alten Regimes beraten läßt, wie sie auf ihre eigenen, im langjährigen politischen Kampf erprobten Parteigenossen in den Soldatenrätcn nicht hört, der wußte, daß allerlei konterrevolutionäre Zettelungen zu neuen blutigen Kämpfen im Osten führen mußten. Deshalb hat auch am 5. Januar der Soldatenrat d e r X. A r m e e, der in seiner Mehrheit aus in viel- jährigem polinichen Kampf vewährten Sozialisten beider Lager bestand, einmütig fein Amt niedergelegt mit der Motivierung, daß das X. A.-O.-K. im Verein mit Ober- Ost nicht nur eine antisozialistische, sondern auch eine anti- nationale Politik gegen, den Willen des SoldatenratcS ge- trieben hätten. Statt diesen schweren Vorwurf gründlich zu untersuchen, beeilte sich die Regierung, in der deutschen Oesfentlichkeit zu erklären, daß die Rücktrittserklärung von falschen Voraussetzungen ausgehe, und daß sich die darin erhobenen Vorwürfe als unbegründet er- wiesen hätten. � Diese amtliche Erklärung ist eine glatte Unwahr- h e i t, mit der sich Mitschuldige herausreden wollen! Denn es ist eine unbestrittene Tatsache, daß Ende Dezember, also zu einer Zeit, als in Warschau zahlreiche deutsche Sol- daten entwaffnet und ausgeraubt waren, als sich die Lem- bcrger Schrecken abgespielt hatten und in der deutschen Ost» mark die Flammen des polnischen AufstandeS aufloderten, in Wilna polnische Legionäre von deut» schen Offizierest im Einverständnis mit der pseudosozialistischen Regierung be- waffnet wurden und so ein reaktionäres Gewaltregiment aufrichten konnten! Nach einem langvorWreiteten reaktionären Plan wurde die Hauptstadt Litauens gegen den Willen des Soldatenrates, gegen den Willen der dortigen Arbeiter, der Juden und der litauischen Bourgeoisie den Polen in die Hände gespielt. Schon Wochen vor dem herannahenden Räumungs- termin war zu bemerken, daß sich in Wilna mehr pol- nische Legionäre zusammenzogen. Ihr Verhalten gegenüber den deutschen Truppen wurde immer provozie» render. Trotzdem das Waffentragen verboten war, mar- schierten sie schließlich in Gruvvenkolonnen. schickten Kavalleriepatrouillen aus und quartierten sich in zahlreichen Häusern kasernenmäßig ein. Von den sozialistischen Arbei» tern, die in den Polen ihre reaktionären'Gegner erblickten, von den Juden, die einen Pogrom befürchteten, gingen dem Soldatenrat � fortgesetzt Meldungen über Waffenlager der Polen zu. die neben zahlreichen Gewehren auch über Geschütze und Maschinengewehre verfügten, die sie höchstwahr- scheinlich im Gouvernement Warschau bei ihrem Angriff auf deutsche Truppen, gestohlen hatten. Der Soldatenrat der X. Armee verlangte von dem Kommandeur, General von Falkenhayn, daß dagegen eingeschritten und die Polen entwaffnet würden. Falken- Hayn sagte am 20. Dezember dies zu, übersiedelte aber am 21. Dezember mit seinem Stabe nach Grodno. und bis heute ist kein Befehl zur Entwaffnung der polnischen Legionäre und zur Zurücknahme der gestohlenen deutichw Waffen gegeben worden. Auf das Trängen des Soldotenrates schritt allerdings der Stadtkommandant ein. Aber wie? Er ließ die Führer polnischer Abteilungen zu sich kommen und kündigte ihnen an. daß er ihre Quartiere umstellen und die Legionäre entwaffnen lasse, wenn sie sich dort nicht entfernten. Dann zogen die Polen in ein Nackcharhaus. und dem Wunsche des deutschen Stadtkommandanten war Genüge geschehen. So wurde das polnische Treiben unterstützt, und es ist weiter nicht verwunderlich, dr.ß in den letzten Tagen ganz« Schlittenladungen voll Gewehre ojfea nach Wilna ern«-, ftTTTt, OTTer Jen Augen des deutschen Generalkommandos dbgeladcn und dann zwei Posten mit geladenem deutschen Wer Gewehr ausgestellt wurden, während 100 Meter über ote Straße der Posten des Generalkommandos mit einer emzlgen Handgranate im Gürtel stand. ... Aber die polnischen Legionäre wurden nicht nur durch diese Duldung begünstigt, es wurden ihnen sogar noch Waffen gelie.fertl 500 Gewehre und die dazu ge- hörige Munition wurden ihnen ausgehändigt. Das ge- jchah allerdings auf Umwegen, aber man wußte, daß die Polen diese Waffen bekommen würden. Tie Legionäre versuchten jetzt, einzelngehende deutsche Soldaten »« entwaffnen, wobei sie sich allerdings blutige «opfe holten. Zugleich etablierten sie ein Schreckens regiment gegen die sozialistische Arbeiter schaft. Sie hoben das Bureau des aus allen sozialistt schen Parteien gebildeten Arbeiterrats aus und erschossen dessen Vorsitzenden! Das in Grodno erscheinende polnische„Echo" meldete darüber in folgender vieldeutiger und bezeichnender Weise:„Der Arbeiterrat. der meistens aus Juden besteht, wurde von den Polen arrc- tiert, wobei General Mockrojezki mit Erlaubnis der deutschen Macht so gehandelt hat. wie es das Nocht verlangt." Aber auch auf andere Weise war daS reaktionäre Polentum unterstützt worden. Je mehr sich die deutsche» Truppen in dem Raum von Wilna zusammenzogen, desto mehr häuften sich kleine Konflikte mit den russischen Truppen, welche die Russen auf die Maßnahmen deut- scher Offiziere zurückführten. Und diese Angabe der Russen ist durchaus glaubwürdig, denn überall, wo die Soldaten- rate mit den Rüsten direkt verhandeln konnten, wurde» Differenzen vermieden oder gütlich geschlichtet. Man hielt den Anmarsch der Russen gegen Wilna auf, damit die Polen ihre Herrschaft in der Stadt befestigen konnten. Schließlich lief zu ihrer weiteren Unterstützung am 31. De- zember beim X. Armee-OberKommando ein Tele- g r a m m der Herren Ebert und Scheide!» an» ein, wonach den Polen noch 5 Geschütze und 8 Maschinengewehre ausgehändigt werden sollten, zur Verteidigung der Stadt gegen die heran- rückenden Dolschewisten. Dieser Befehl wurde auf Ein- sprach de? Soldatenrates nicht ausgeführt, und Scheide- rnann nahm ihn zurück, nachdem der Soldatenrat seinen Rücktritt angedroht hatte und diese Manöver den Truppen bekanntgeben wollte! Die Tatsache besteht also, daß die an- geblich sozialistische Regierung im Verein mit ihren Vertrauensleuten im gegcnrevolutionärcn Offizierkorps d i e Heinde des eigenen Volkes bewaffnete. So organisierte die Regierung Ebert-Scheidemann schon den Krieg gegen die Arbeiter, ehe sie ihn in den Straßen Berlins praktisch übte. Will die Regierung nun noch behaupten, daß der Soldatenrat der X. Armee sich bei seinem Rücktritt von „irrigen Voraussetzungen" leiten ließ und deshalb seine Vorwürfe unbegründet seien? Dann braucht man sie doch nur noch daran zu erinnern, daß zwischen Ober-Ost und der polnischen Regierung im vcrflostenen Dezeniber gekuh- handelt wurde und schon ein Vertragsentwurf ans- gestellt war. wonach aus deutschen Heeresbeständen eine ganze Division polnischer Legionäre kom- plett bewaffnet werden sollte, ein Plan, der nur durch die wachsende Angriffslust der Polen ins Wasser fiel! Soweit der unS zugegangene Bericht, dessen Einzel- heiten uns auch von anderer gut unterrichteter. Seite bestätigt werden. Die hier erhobenen Anklagen sind so chwerwiegend und für die gesamte deutsche Politik so belastend, daß eine sofortige Aeußerung der Regierung unerläßlich erscheint. vom wiedererstandeuen Reichglag. Es wird glänzend gearbeitet in der Nationalversamm- ung, genau nach der bewährten Methode, die sich während >eS Krieges im Reichstag gebildet hat.� Die Führer der »ürgerlichen Parteien und der Rechtssozialisten machen die Dinge vcrcher unter sich ab, man läßt die Unabhängigen, >a es nun doch nicht zu verhindern ist. ein- oder zweimal reden, lehnt ihre Anträge ab und im Handumdrehen ist illeS erledigt... �- So geschah eS auch mit der famosen provisorischen Per- fastung, die uns jetzt beschert wurde. DaS Lippenbekenntnis zur Demokratie hat die Mchrhcitssozialisten nicht daran ge- hindert, einer Verfassung zuzustimmen, die die partikula- ristische Rückständigkeit mit ihren Privilegien konserviert. Es ist bezeichnend für diese Verfassung, daß ihr sämtliche bürgerlichen Parteien mit Einschluß der Konsewativen zu- stimmen konnten und bezeichnend für den Geist dieser Per- sammlung, daß nicht einmal der Antrag der Unabhängigen, die G e h e i m d i p l o m a t i e zu beseitigen, Zustimmung gefunden hat. Rur drei Demokraten— es gibt nämlich merkwürdigerweise so viele in der demokratischen Partei— die Herren Ouidde. Schllcking und Nuschke stimmten dafür. „Wir verstehen", sagt das„Verl. Tagcbl." dazu,„diese ab- lehnende Haltung der Negierung und der demokratischen Parteien nicht. Denn wenn man nicht beabsichtigt. Ge- Heimverträge irgendwelcher Art abzuschließen, dann ka.v man das auch prinzipiell in der Verfassung zum Ausdruck bringen." W i r verstehen es auch nicht, aber wir wundern uns über die rechtssozialistische Preisgabe selbswerständ- sicher demokratischer Grundsätze längst nicht mehr. Nachdem die provisorische Verfassung erledigt und der Kuhhandel um die Ministerposten perfekt ist, wird heute Herr Ebert zum Reichspräsidenten gewählt werden. Er wird dann Herrn Scheide mann als Ministerpräsiden- ten berufen und das Ministerium wird aus sieben Mehr- beitssozialisten und sieben Bürgerlichen gebildet werden. Tagegen wird Dr. David nun doch auf seine Stelle vcr- zichten, damit ein Zentrumsmann Präsident der National- Versammlung werden kann. Denn billiger war das Zentrum nicht zu haben. Auch äußerlich wird dann die neue Nationalversammlung dem alten Reichstag ähnlich sehen wie ein Ei dem andern. Veite Reformen in Preußen. Die dringend nötige Reform der preußischen Verfassung und Verwaltung soll endlich beginnen. Wie der„Vor- wärts" mitteilt, wird die konstituierende Landesversamm- lung noch in diesem Monat einberufen werden. Sie wird sich init dem Verfassungsentwurf, der setzt festgestellt ist, be- schäftigen. Er enthält nach diesen Angaben nur eine Kammer, sieht aiber einen besonderen Staats Prä- s i d e n t e n vor. Ob die Angabe des„Vorwärts", daß der Entwurf ans breitester demokratisckter Grundlage aufgebaut sei und alle Bestimmungen enthalte, die die Gewähr dafür bieten, daß die Regierung das ausführende Organ des Willens des Volkes ist. richtig ist. können wir erst prüfen. wenn der Entwurf vorlieat. Auch der Entwurf eines Gesetzes zu den Wahlen über die Kreistage sei in Vorbereitung. Er räume mit ollen Vorrechten, insbesondere mit denen des Grund- besitzes auf. und gewährleiste eine Demokratisierung der bisher durch und durch konservativen Kreistage und Kreis- außschüsse. Bisher sei aber noch kein Beschluß gefaßt, ob dieses Gesetz im Verordnunasweae erlassen oder der Landesversammluna unterbreitet werde. Wir fordern mit aller Entschiedenheit, daß diese Demo- kratisiernna sofort im Verordnungswege durch- geführt werde. Die Reinigung der preußischen Verwaltung verträgt, wie die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt ljoben, durchaus keinen Aufschub. Sollen die Anord- nungen der Regierung ansgelühist werden und soll insbe» sonderen die Volksernähruna keine gewaltigen Stockungen erleiden, so ist sofortige Demokratisierung un- erläßliche Voraussetzung. Eine neue Aktion gegen Hamburg geylanl? Die„Sozialistische Korrespondenz" äußert.Tag für Tag ihre Zufriedenheit mit dem Sieg der Regierung in Bremen. Aber dieser Erfolg genügt ihr nicht. Sie be- hauptet, daß die Engländer und Amerikaner gar nicht daran dächten. Lebensmittel über Bremen oder Hamburg nach Deutschland zu senden, ehe nicht die vollständige Gewähr für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung gegeben sei. Tie Unabhängigen und Spartakisten würden also die Schuld daran tragen, wenn das deutsche Volk weiter hungere. Diese Behauptung ist selbstverständlich erlogen. Aber diese Stimmungsmache ist' nötig, damit die Garden Noskes, die jetzt schon bis Cuxhaven gelangt sind, auch nach Hamburg marschieren dürfen. Wir werden deshalb m den nächsten Tagen weitere Nachrichten über angebuche Störungen der Ruhe und Ordnimg in Hamburg erhasten. Wenn dadurch die Stimmung genügend vorbereitet ist. wird der Kampf der Noskegarden gegen Hamburg beginnen. Das tägliche Dementi. Offiziös wird kundgegeben: .Die Freiheit" belzauptet in ihrer SonntagSiiilinmer, daß ein Hauptmann Dr. Gärtner, der mit der Verhaftung von Richard Müller im Zusammenhang stehen ioll. in der Reichs» kanzlei ein- und ausgehe und Haupt einer Spitzelorganisation sei, die sich.PoUtisch-Parlamentarische Nachrichtenstelle der Reichskanzlei" nenne. Von diesen ganzen verworrenen Behauptungen sei kein Wort wahr; es gibt keine Spitzelorgani- saiion in der Regierung und ein Dr. Gärtner ist in der Reichs- kanzlei völlig unbekannt. Die Regierung umgeht in ihrem Dementi die Haupt- fache, nämlich, daß Major v. Stockhausen vom Großen Generalstab dem Staatsanwalt Weißmann mitacteilt hat, im Zimmer 124 des Großen Generalstabs befinde sich eine Organisation, die sich„Politisch-Parlamentarische Nach- lichtenstelle der Regierung" nenne und von einem Dr. Gärtner geleitet werde. Diese Nachricht brach- ten wir bereits in unserer Ausgabe von Freitag morgen und wiederholten sie Sonntag unter Hinzufügung der weiteren Tatsache. daß der genannte Dr. Gärtner im Dienste des Rittmeisters v. K l a a r vom Großen Generaistab stehe, dem die..Ab- teilnng Bernburg" unterstellt sei. Zu ollen diesen Tat- fachen sagt die Regierung kein Wort. Sie versucht vielmehr, unter Umgehung der wichtigsten Tatsachen, die peinliche Angelegenheit zu vertuschen. Dieser Versuch wird ihr nicht gelingen. Wir werden auch weiterhin in. das lichtscheue Treiben der Herren vom Zimmer 124. die einer- scits mit der Reichskanzlei und andererseits mit Agenten vom Schlage des Leutnants Görgen in Verbindung stehen, rücksichtslos hineingreifen. 5är die ßrisgsgefavgenen! Weimar, 10. Fobruar. Der Nationalversammlung ist sagender von Mitgliedern aller Parteien unterzeichneter An- trag zu sie gangen: Die deutsche Nationalversammlung erhebt Einspruch gegen die Zurückhaltung von Kriegs- und Zivil- gefangenen. Die Gefangenen der Alliierten sind ihrer Heimat zurückgegeben. ES ist eine Forderung der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, daß auch die Leidenszeit der deutschen Kriegs« gefangenen schleunigst beendet wird. Die Naiionalversammlung rwst die Neutralen und das Gewissen der ganzen Welt auf. sich mit ihr zu vereinigen in der Forderung, den Gcfang-nen die Heimat, den Familien den Gatten und Vater zurückzugeben, die, jahrelang von den Ange- hörigen getrennt, mit Ungeduld die Erlösung aus der Gefangen- ichaft erwarten. Die deutsche Nationalversammlung sendet den Brüdern jen- seitS der Grenze den Gruß der Heimat zu. Die stärkste Unterstützung des Verlangens nach unverzüglicher Freigabe der Kriegsgefangenen geht von der Internationalen Sozialistenkonferenz in Bern au», auf der E i S n e r«S verstanden hat, auch die Unterstützung der Franzosen für diesen Antrag zu gewinnen. Die rcaktioväre presse. Der»Vorwärts" erfährt, di« Schwerindustriellen de» rheini'ch« westfälischen Jndustriech biet«? hätten«S unternommen� d e ihnen gefügige alldeutsche Presse wieder reichlich mit Geld« mittelnzuver sehen. Namentlich haben sie sich der h'esigen schwer ntustricll-vatcrlandsparteilichen Blätter wärmsten? ange« nammen, die ja auf Zuschuß bei ihrer geringen Abou- nentenzahl angewiesen sind. Man läßt«» sich cttvaS kosten, Gimpelfang zu treiben, um den schwerindustriell-großkapitalisti- sehen Geldbeutel zu schützen. So weit, so gut. Aber warum schre'bt der.Vorwärts" denn nichts über die V a p i e r p o l i t I k der Regierung, die der unab- hängigen sozialistischen Presse jode stärkere Verbreitungsmöglich- keit einengt, dagegen der bürgerlichen Presse Papier in Masse zur Verfügung stellt. Viclletcht erkundigt sich der.Vorwärts" e'ninal danach, wann der Beschluß, den unsere Genossen in der Regie- rung seinerzeit durchgesetzt haben und der di« Papicrzuwenung im wcsentl chen nach dem Stand der Abonnenten regelte, wieder aufgehoben und da« alte kapitalistische Zeitungsprivileg fast restlos wieder hergestillt werde. Der.Vorwärts" schwärmt ja jetzt so für Demokratie. Warum »erlangt er keine demokratische Papierp o l i t i k? Dem ermordeten prüder. von Albert Ehrenstrta. s Kind, da« nie, nicht» saht Die Front war Ferne, Der Arzt nur allzunah. Au« dumpfem Enghau«, Wiederkehr der Lchrerschrullen. Träumtest du dich in heldische Patrouillen. Gefangener Falter im Kriegsgespinstl Trank morgen» Grau die Sterne aus. Hungernd und hustend tatest du Dienst. Fm Staub laufend bis ans Ende der Siraßc. Wo abend», unter bekümmertem Himmel, Soldaten verschimmeltes Maitbrot fassen. Dann kamen di« Schmerzen. Stolz wolltest du nicht klagen. Marod« dich nicht melden vor Kameraden. Es boten zu viel Lieferanten Gesunden Blinddarm den Messerarm. Dich Ohnmächtigen. Kranken nannten KriegSärzte'«inen Simulanten. Und, todeiternde Tage zu spät, verdammt Mctzger-Aerzte das Messer zum Mördergmt, Du trugst tränenlos die Uebcrqual. Ter du, verblutend im Wiener Militärspital, Sirafweise Sterbende sterben sehen mußtest im Todessaal. Du schenktest schwindend der einzigen guten Wärterin Andersens Märchen, Die Anderen Leben. Den Erzprinzen deine» Alter» Lärmen noch Lerchen. Hix kämpien Tennis, spielen Etappe, Krieg? Famo«! Feudale Attrappe! Dir ward Digital!»: Injektionen: Kampfer, Kochsalz, Koffein. Steil in» llrweh schwillt die Fieberkurve Du sehntest dich narb Hau». Austat sich letzte» Tor. veraeben* nahmst du dir vor. Viel Milch zu trinken und gesund zu werden. Aber du— mußtest sinken zu den gelöteten Herden. „Magst du nicht die Milchstraße trinken? I" Flüstre ich alter Jrrcnwärter zu Gott. „Sieh, dort sind noch viel solche Sterne, Sie wimmern zu mir in Erdbeschwerden. Willst du nicht deine Kinder einlullen? Laß ab von schrillen Schöpfungsschrullen, Mach dich auf letzte Patrouillen! Sonnenverfinslerer, Hausherr vom Himmelhau:. Mann im Mond, tritt die Sterne au»! Nimm von ihnen ihre große Zeit, Tod und all deiner Kriege Leid. Mein Bruder hatte nur ein Märchenbuch Und ein wenig tödliches Sokdatcnluch. Dem Kind, das nie, nichts sah — Tie Front war Ferne—» Du tratst ihm allzunahl" Zurück zum Holzschiff! Nach der„Schifsahrt-Zeitung" hat der Mangel an Stahl den .Holzschiffbau wieder aufblühen lassen. In Brasilien haben sich 'einige Schissswersten dem Bau von Holz'chifsen zugewensei. die 4000— öCOO Tonnen fassen sollen. In Norwegen sind ruhende und Reparaturwersten zu neuem Leben erwacht. Etwa 80 Werften fertigen hier Holzschiffe, allerdings von kleinerem Raumgehalt; 100 bi» 700 Brutto-Reg.-Ton», die insbesondere als Leichier zur Fahrt nach Dänemark benutzt werden. Man sieht, der Krieg, der manche soziale Entwicklung beschleunigt Hot, schraubte'>n technischen Fragen bisweilen auf.überwundene" Stufen zurück. Radium in England. In der Grafschaft Devonshire wurde ein ausgedehnte» Lager von Pechblende gefunden, aus der bekanntlich da« Radium gewonnen wird. Nach einjährigen Grabungen stieß man auf ein« reichhaltige Ader, deren Analyst, die Dr. Henry Terry vom UniversitY College in London gemach, hotte, mehr al» üö Prozciu Uraniumioxyd ergab, d. h. dreizehnmal mehr, als dos radium- j haltige Erz ausweist, daS bisher auS Amerika nach Englaich ein- j geführt wund» Revolulionsdrie-e. Von Dr. Paul Mayer. »Di» Revolution kann scheitern, die Versassung bann umgestürzt, da» Relch von der Anarchie zu Fetzen gerissen weiden, ober mon wird nie auf den Deopotlsmu» zurückkommen." M i r o b« a u, am 1. September 1700. Die sranzösitche Revolution ist für uns noch nickt Vergangenheit ien Sinne eine» nur ncch historisch interessierenden Zeit- abschnitte», dessen geistige G.Halle von den dazu Berufenen oder Unberufenen konserviert und gelegentlich einem ahnungslosen ! Publica vorgezeigt weiden. In Frankreich ist heute noch jede Veröffentlichung über den Ausgang des 18. JahrbundertS das Signal zu erneutem Parteikampf, al« ob es sich um Probleme der Zeilgenossen handele Denn dir französisch« Rcvolu ion ist Gegenwart, unmittelbares Leben, unser L.bcn. Ihre Siege sind unsere Su'ge. in..nz wirken sich ihre Nicderlag.n auZ: daß ihre Fehler nicht unsere werden, darf mon— im Beivußtscin allzumenschlichcr Unzulänglichkeit— nur hoffe». Die Annahme, Völker kölinten durch die Geschichte wir von ein.r moralischen Gouvernante belehrt werden, wäre«ine erniedrigende Auf. sassung sowohl der Völ.'er als auch der Geschichte. Jedes Volk Hot seine ihm eigentümliche, sein nuancierte Individualität, und die Geschichte, iwiner von neuem die Bcdin« gui'.gen menschlichen Handelns ,chafjcnd,»st zu geistvoll, um sich !« in Etiizekheiten zu wiederholen. Historisch»« Vergleiche bcdeu» ten deshalb nicht a»zu viel für die Erkenntnis von Tatsachen, sie haben hauptsächlich nur schöngeistige» Wert. Die Geschichte ist ollen Moralisten zum Trotz keine moralische Anstalt und kein Arsenal von gelneingilltigen Erfahrungen, und die Völker sind keine grobgcschnitteiie» Rarlonetten aus der Ho»d einer m.io» physischen Kraft. Aber die französische Revoluiion ist iür uns noch nichi Geschichte, nicht Vorbild, nicht SchrcckbUd, nicht Beispiel, nicht Gegenbeispiel. Wir werden gar ni: vor dir Frage ge- spiel, nicht Gegenbeispiel. Wir werde» gar nicht vor die Frage ge- »iöchtcn. Sie ist der Beginn einer neuen McnschhcilSepoehe. unserer Epoche. Wir s.nd eine andere Station auf demselben Wege. Ihr« Schuld ist unsere Schult und ihr Triumph de, unsere. Znternalkonaie sozialiftenkonserenz. Demokratie uno Diktatur. Schluß des Kongresses. Bern, Fcbrunr. Die Aussprache über bie Kriegsgefangene»frage wurde in der heutigen Nachtfitzunp der Jnternationaien Sazia- lifteulenferenz fortgesetzt und endete mit der Annahme einer Ent. schliebung auf Heimbesörderung alier Krieg Sge- fangen en. lieber„Diktatur und Demokratie" berichtete B r a n t i n g und legte namens des Ausschusses eine E n t f ch l i e- ßu n g bor. m der es heißt: Tic Kousercn? begrüßt die gewaltigen Umwälzun» gen in Ruß and. Oesterreich uied Deutschland und fordert die Arbeiter aller Länder auf, demokratisch-revolutio- närc Einrichtungen anzustreben, in deren Ruh- men sich politi'che Umwälzungen vollziehen sollen. Tie Konselenz steht nach wie vor auf dem Boden der Demokratie, die auf der Freiheit in Rede und Schrift, auf dem glichen allgemeinen Wahlrecht und der Koalitionsfreiheit be- cuht. Die Sozialisierung der Betriebe muß planmäßig erfolgen, die willkürliche Ueber- nähme einzelner Betriebe durch kleine Grup» pen von Arbeirern ist nicht als Sozialisierung anzusehen. Eine sozialistische Entwicklung ist nur dann durchführbar, wenn sie von vornherein die Mehrheit des Volkes h'nter sich hat. Feder Versuch zur Diktatur eines kleinen Teils des Proletariats ist der sozialistischen Entwicklung gefährlich. Auf dem nächsten Kongreß soll die Frage des Bol- s ch e w i s m u s behandelt werden, ein Ausschuß soll diese Frage an Ort und �telle in Rußland untersuchen; Macdoneld fEnglandl erklärte in der Aussprache, ihm han» dele es sich darum, dem Sozialismus aller Länder eine gemein» same Richtung zu geben. Er warnte die Pariser Konferenz da- vor, durch ihre B'schlüsse dem Bolschewismus zu weiterer Per- breitung zu verhelfen. Sorot(Frankreich) gab eine Erklärung ab, daß ein« Siel- lungnahme gegen d.n Bolschewismus zur Unterstützung der bour- gevistischen Politik Wilsons beilragen würde. Die russische Re- volution hrbe zu viel für den Sozialismus getan, als daß man sie brandmarken könne. Awlrod(russischer Menschewist) stellt fest, daß der Bolsche- IviSmus nicht eine Dikatur bot Proletariats, sondern eine Dik» tat u r über da? Proleria. sei Der Kongreß müsse eine Unter st ützungskom Mission nach Rußland entsenden, weil die Bolschewisten nur die Rückkehr der R aktion ermöglichten, gegen die der Sozialismus stets gekämpft habe Friedrich Ad'cr(Oesterreich) brinoi eine von ihm, der fran- zösisch-en Longueigruppe, der norwegi'chen Delega'ion und dem Deutschen Hcrzfcld unterzeichnete Erklärung ein, die sich gegen die Br�indmarkung der russischen Zustände ver- wahr-, solange noch keine neuen Nachrichten vorliegen und die Gegenseite nicht persönlich gehört ist. Darüber ensvann sich eine erregte Erörterung. Troelstra lHolland) spottete über die Demokratie, die jetzt gegen den Bolschewismus arbeite und ihren S'k im Palais Bourbon oder im Credit Lponnais habe, andererseits wies er darauf hin, daß der Bolschewismus die Grundsätze der Demokratie verraten Hab«. GawronSki(russischer Sozialrevo'utionär) erklärt, die Bolsche- Wiste» hätten zwar daS große Eigentum beseitigt, dafür aber däs ganze Volk verelendet. KantSky lehnt die Resolution AdlerS ab und unterstützt die Mehrbeitsresolntion. Das wichtigste Problem sei jetzt die Hebung der Produktion. Die Bolschewisten häuen den Sozialismus durchführen wollen, aber nichts anderes erreicht. aU eine neue Form de? Militarismus. Henderfsn stellt im Namen de: britischen Delegation fest, daß dse Bolschewisten nach Bern hätten kommen können. Sie hätten das nicht getan, weil sie genau wußten, daß ihre Grundsätze un- vereinbar ch'en mit denen der International«. Bernstein(Deutsch'and), dem die deutschen Mehrheitspar- teiler das Wort abgetreten haben, erklärt unter allgemeinen Bei. fall, als Gast für England und Frankreich sei der Bolschewismus nur eine theoretische für Deutschland aber eine praktische Frage, von der Leben und Tod der deutschen Republik abhänge. Der Bolschewismus kann« nicht mit dem Proletariat und der Revo- lution indentifiziert werden. Bernstein ist erstaunt, daß die Jnter- nationale nicht darauf hinweise daß die Bolschewisten alles getan hätlen, was die reaktionärste Regierung nicht getan habe. Der Bolschewismus sei der Tod der Errungenschaften der Revolution. Das hätten die eigenen Berichte der Bolschewisten erkennen lassen. Eine Kommission zur llnte suchnng des Bolschewismus sei daher jetzt nur noch zu dem Zweck nötig, um festzustellen, daß ein zer- rüttetcs Svstem am Ruder sei, das auch die anderen Staaten zer- rütten wolle. Der Bolschewismus habe die Korruption in Rußland eingeführi und wolle sie auch In die Internationale einführen. wie?' es schon in Deutschland getan habe. Der Sozialismus dürfe in keiner Weise mit dem Bolschewismus zusammenarbeiten, da er, und das gelte besonders für das industriereiche Deutschland, den Hnnaertod des Prole'ar'.at» bedeuten würde. Die übrigen DlSbussionSredner der finnlichen, ver nrge.itr-l nifcher,, der spanischen und der übrigen Delegationen stimmen! fast durchweg der MchrheilSrcsolulion zu. Branting führt dann in seinem Schluk'.vcrl au«: Obwogl die Meinungen wiederbolt a'i'einanderaevlatzt sind, könn-v wir fest- stellen, daß nach den Erklärungen des Kongresses und besonders: nach der Klärung einer Frage, dir ich nicht hier ausrollen will, die � Internationale wiedererstanden ist. Sie muß auf demokratischem Wege jetzt wieder wirken im Sinn« lei Sozialismus. Ihr Ziel nl der demokratische Völkerbund, io wie er von dem Kongreß beschlossen worden ist. das heißl_ ein Völkerbund ohne AuSichl-uß irgend einer Nakion Wir hoffen. daß das große Ziel erreicht wird auf Grund der Prinzipien, die Wilson für die Demokratie der ganzen Welt aufgestellt hat und wegen welcher er im Kampfe liegt mit gewissen imverialistischen Strömungen. Voraussetzung dieses Völkerbundes ist. daß ein dauernder und gerechter Friede geschlossen wirt». lLcbhaster Beifall.) Nach kurzen Erklärungen eine? deutschen llnabbängigen. Ine ganze deutsche Jugend sei antimilitaristi'ch. und werde bei viner Wiedereinbenufung unter die Gewehre den Dienst verweigern. wunde der Kongreß geschlossen. Der inlernsslionsle EewerkBofkslorreß. Bern, 10. Februar. In der Schlußsitzung des Jnter- nationalen Gewerkschaftskongresses gestern nach- mittag wurde die Entschließung des V ö l k e r b u n d a u S> schusseS«instimmig angenommen, ebenso die Entschließung ■er iron-ösiscken Vertretung über die wirtschaftlichen Aufgaben deS Völkerbundes. Jonhanx(Frankreich) erklärte, die französische Abordnung billige eS keincSsalls, daß ein besiegtes Volk dem Hunger preisgegeben und stine Kriegsgefangenen zu Zwangsarbelten herangezogen werden sollten; da? Elend des deutschen Volkes lasse die französischen Sozialisten nicht gleichonltig. Bunning(England) erklärte, die enalischen Sozialisten wür- den alles tun, um die deutschen Kriegsgefangenen vor ZwannZarbcil zu bewahren. J(iiifl»n(Teutschland) erinnerte daran, daß die deutschen Ge- wcrkschastcn sich der aus Belgien V-cschickten seinerzeil erfolgreich angenommen bäitcn. Die Abbaltung eines weiteren Kongresse? wurde beschlossen. Ort und Zeit aber noch nicht bestimmt. Der zchnte Gewerkschaftskongreb. Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands kündigt die Einberufung deS zehnten Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands für den 30 Juni ISIll nach Nürnberg an. AIS Tagesordnung ist vorläufig voraejchen: 1. Erledigung der geschäfilichen Angelegenheiten.(Wahl der Kommissionen, Prüfung der Mandate.) 2. Rechenschaftsbericht der Generalkommission. 3. Beratling der Anträge, betreffend:. s) Allgemeine Agitation. d) Agitation unter den fremdsprachigen Arbeltern. c) Slreikunterstützung und Slreilstatistit. ä) Arbeiterinnen-Sckretariat. «1 Correspondenzblatt. k) Sozialpolitische Abteilung. «) Zentral-Arbeiterselretariat. li) Regelung der Grenzslreitigkciten. 4. Die ArHeitsgenieinsck>a.ft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbessnehmer Deutschlands. b. Beratung des OrganisationSstatuts deS Bundes der Gewerch schafien DoulschlandS. 6. Die Sozialisierung der Industrie und Landwirtschast. 7. Beratung der nicht unter den vorstechenden Punkten erledig- ten Anträge. Ein Organisationsstatut für den Bund der Gewerkschaslen Deutschlands wird von einer seitens der Konferenz der Verbands- Vertreter eingesetzten Kommission ausgearbeitet und so rechtzeitig vor der Kongreßsitziing veröffenllicht werden, daß vi« Gewerk- schaftsmitglieder zu ichnw Stellung nehmen können. Anträge zur Tagesordnung oder solcbe. welckie auf die vor- stehend genannten TageSordnungSvunkt« Bezug haben, sind bis zum ö. M a i 1919 an die Generalkommission einziesepden. Die Herrenkonfettlonsschneider und Zuschneider hatten sich am Montag zu einer zahlreich besuchten Versammlung zusammenaefiinden, um zu den er-ielten Verbesserungen ibrer Loln. und Arbeitsbedingungen Stellung zu nehmen. Koll. Schumacher gab einen Uebcrblick über den Gang der VerHand- lungern Die Schneider in der Herrenkonfektion haben während dev Kriege« nach und nach zu den tariflichen Löhnen Tenerungs- zukchläge von inSgesa'mt 100 Prozent erzielt. Infolge erheblicher 'Verteuerungen de. LÄunShattung stellten\ii Tut November W€ Forvcrui.> ouf we tcre 25 Prozent Erhöhung. Diese Forder, iirg ist jetzt von den Arbeitgebern, soweit diese organisiert sind» bewilligt worden und sollen ab 15. dS. Mts gezahlt werden. Da nun durch die inzwischen erfolgte Einführung deS Achtstundentages die bewilligte Zulage paraliisiert ist, hat die Verbandsteituilg sofort erneut einen Antrag aus nochmals 25 P-vzcnt Aufbesseruna gestellt. Hierüber wird jcdoch noch ver- handelt werden. Ein anderes, lungjähriipis Kampfobjekt hildete die Lieferung der Zutaten. Jetzt ist eine Vereinbarung dahin zustande actommen, daß die Unternehmer ab 1. Juni 1919 für Zivilsachen die Funiituren liefere. Bei HeereSausträgen oleibt eS jedoch wie bisher. Tnrch diesen Erfolg werden sich dt« Schneider etwa 10 Prozent günstiger stehen. Die A b s cki a f s u n g der Heimarbeit begegnet immer noch großen Widerständen. �war haben die Arbeitgeber prinzipiell ibr Einverständnis er- klärt, aber sie wollen an keinen Termin aebnnden sein. Damit werden sich die organisierten Kollegen jedoch nicht zufrieden geben. Sic stellen ficb aus den Standpunkt: lr-enn cs jetzt, nicht gelingt, die Heimarbeit zu beseitigen, werde es nie gelingen. Sie be'onten, daß sie s!«b von pesebgebersschen Maßnahmen in dieser Richtung von der derzeitigen Nationalversammlung absolut nichts veripiee.en. Es wurde auch darauf hingewiesen, dag in Ilnterncbmerkreisen scben stark an einen Abbau der Löbne gedacht werde. Das forderte den lebhaftesten Widerspruch der Ver» b- aus. Ga»,«nzn?id?n''a wvr'e t; tzlu-br'f gebracht, daß solange nicht an einen Abbau der Löhne zu denlcn 'ei, solange die Kosten der Lebenshaltung nicht herabgeietzt se-cn. Die Reaieruna möge nur gegenüber den Agra- riern und Lebensmittelwucherern die gleiche Energie zeigen, die s i e gegen die klassenbewuß- en Arbeiter Berlins, Bremens usw. angewen- d e t ha b e. Was die Zuschneider anbetrifft, ging aiS den DTkecr"� Schumachers bcrvor. daß diese Kategorie sehr viel ungünstiger dabebt als ibre Kollegen, die Schneider. D r Grund liegt in der Haltung dieser Berufs- ichicht geac"!!ber der Orciani'aiion. Sie haben sich als Vertrauens« 'ente der Meister betrachtet und nur mit c-eriraen Ausnahmen den Weg in den Verband gehinden. Diese Ab'onderuna von ihren Klassengenossen ist, w'? nicht anders zu ei-warten, zu ibrcm Nach- teil auSgc'chlaaen. So nur konnte es kommen, daß beute nach Wochen. Lohne von 83. 45, 5t M�rk ohne jeden Zu schlag üblich sind. Aber auch hier b�t sich die Organisation für die Be- nachteiligten einaeietzt. Di? Verhaadlunoen sind noch nicht ab- aelchlossen, doch stebt ein günstiger Abschluß zu erwa-ien. der die Löhne der Kusthnetder wenigstens einigermaßen in Einklang mit denen der übrigen Beruikkategorien bringen wird. Die Versamm- lung stimmte den getroffenen Vereinbarungen und Maßnahmen der V-ichitidsleitun'' zu und ermächtiote die lebtere. mit den Fir» men, die außerhalb der Ilnternehmerorgamsation flehen, auf der gleichen Grundlage abzuschließen. DaS Gewerkschaft Skart-N tn RowaweS beschäftigte sßl, iv 'einer ersten diesiährigen Sitzung mit dem Bericht vom vorigen Jabr« und der Neiiwahl des Kisse?.. Einonng? der Rerbaiidliinren wurde«in Protest des OrtSveveiNS Bobclfbcrg de? BnchdruckervevbandeS erledig', der sich gegen seine Rechtlos- machung im 5tartell und gegen den erhobenen Vorwurf der beit der in einer Strerkvsr'ammliing gefallen war, wandte. Das Kartell gina über den Gegenstand zur Tagesordnung über. ,4» e? mss dem besagten Slreik nicht? zu tun ba'.te nud der Vor- Wurf der Feigheit in gewerkschaftlicher Beziehung niemals er- hoben worden ist.— Den Jahresbericht gab Genosse Dürr e. Di« Tätigkeit de» Kartells war in ftder Hinsicht während de? Krieges, sei e« durch Einziehung der D-'legwr'en, sei es durch NichtcntaegcnkommenS der zuständigen Behörden, erschwert. Jetzt sei der Zei'punkt gekommen, wo eS wieder mögt ch s«I, praktische Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit zu leisten. Die nicht im Kartell vertre'enen Gewerkschaften werden anfgeiordert, sich umgebend beim Kartellausschuß zu melden und die Wahlen von Delegier'«» zum Kartell vorzunehinmi.— Der Kassenbericht, der vom Genossen Gustav Matthe« gegeben wurde, erstreckt sich über die beiden letzten Ouar'ale. Di« Einnabm«, einschließlich de? alten Bestandes von 359 M. be'rng 1134 55 M. Die AuSa-be 121.45 M. Kaff-'bestand am Schlüsse 1918 1013,10 M Auf Antraa wird der Kassierer einstimmig ent- lastet.— Die Wahlen zum Kartellausschuß ergaben folgendes: 1. Vors.: Karl Dürre, Zimmerer, Lindenstr. 38; 2. Vor- sitzender: Josef Schemlik. Schuhmacher; Kassierer: Her- mann N«inf«ld, Holzapbeiter, Großbeeren-Str. 64. Schriftführer: Karl G r n h l. Metallavbeiter. Revisoren: G u st a v' Matthe« und Hermann Hänchen.— Re ch einer längeren Aussprache wurde beschlossen, ein« Vorstände- konferenz mit den Acbe-iter- und Abbeiterbetriebsräen der hiesigen Betriebe einzuberufen, um zu den a'tuellen Fragen, vor allem zu der Avb-itSlolen- und Arbeitersiedlungsfrage Stellung zu nehmen.— Die Kartellsitzungen finden regelmnh'g am Mon« tag vor dem 15. jedes Mona'?, abends 7 Uhr, im Lokal von Hiemk« statt. Doch fällt die Sitzung in diesem Monat aus.— Ein Antrag, die Berich!« der Kartellsitzungen in der„Freiheit" und im„Vorwärts" veröfsentlichen zu lassen, wird einstimmig angenommen.__ Wie sehr die französische Revolution nicht ein Uebe" wundenes. sondern ein Lebendiges ist, empfindet auch der politisch Unbetessigte— wenn e« heute noch solche Kuriosa gibt— beim Studium der„Briefe au» der fran- zösischen Revolution", die Gustav Landauer ausgewählt, übersetzt und erläutert hat(Olterarische Anstalt Rütten u. Loening, Frantiurt a. M. 1919). Hier spricht die Revolution seihst; vielfältige Stimmen sind zu einem gigan- tischen Orchester vereinigt. Henker und Helden, Könige und Bauern erwachen zu grauenbaftem Leben wie Holzschnitte au» dem Totentanz eine« mittelalerlickien Meisters. Gustav Landauer ist ein Schattenbeschwörer von magischer Kraft. �2'r hören das„Qa ira" rasender Massen, den Verzweiflungsschrei gequälter Opfer, den Haßruf ineinandergekrampfter Parteien, daS sieghafte Tonnern der großen Tribunen. Einige hingewor- fen« Briefzeilcn sind erfüllt von Tragödien der Ewigkess; da- neben blühende JdpNen aus RousscauS Reich; Weisheit und letztes Gelächter werden e n«, bisweiten hat das Pnrvurgewand des Martyriums den modischen Schnitt deS verendenden Rokoko. Parteigeist wird klein, wenn Menschentum sich strahlend offenbart WgS ist hier Recht, was Unrechik Jeder tut, was er muß. Und leiden müssen alle. Jeder hat seinen eigenen Stern oder Unstern. WaS ist hi«r Fatum, was Farce? Im Anfang war die Kraft. D>e Zeit war groß, nicht, weil Große» geschah. sondern weil die besten groß dachten. Ten vom Geiste de- rauschten ist Mut weiter nicht» at» ein« Gewohn heil. Leidenschaft, in gewöhnlichen Zeitläuften an Privates verzeltelt, hat ein großes Ziel gesunden: den Staat..Die Staatsangelegen- heilen sind mein« Herzen« ingelegen heilen; ich denke, träume empfinde nichts andere«", schreibt Madame Jnllien, eine Bür- gerfrau aus der Dauphinö. Hinreißend sind die Frauen in der Stärke ihre« Glaubens, die geistvollen wie Madame Roland, die heldischen wie die Cordav und die namenlosen und vergessenen, die in den Rhythmus des sich überstürzenden Lebens verscblun- gen waren. Hin und wieder taucht die�Liebe au« dem Blut- meer. nicht als Insel Cy here. nicht als Tchäserparadies. Liebe und Tod sind Wiedel Nachbarn wie in der Urzeit. Im Kerker, auS de? Not des schuldbeladenen und doch glückStrunkenen Herzen» schreibt Mdm«. Roland an Burot, ihren Geliebten, dessen Leichnam wenig später Wölfe zerfraßen:„Wie ich Deine Briefe wieder und wieder lese. Ich presse sie au mein Her«. ich bedecke sie mit meinen Küssen; ich hatte nicht mehr auf sie gehofft." In Landauer» Sammlung finden sich Briefe von Mira b e a u, von Eamille D e S m o u I i n S, von L u d- w i g XVl., von den Girondisten, von Saint- Just, von Georg Forster und anderen Deutschen. Wer vermag die Fülle der Gesickst« zu bannen! Der politische Sinn der Revolution liegt vornehmlich beschlossen in Mirabcau. AiiS seinem blatterzernagten Antlitz lesen wir di« reifsten Gedanlen der Zeit. Er ruft die Götter der Tiefen und er, er allein, beschwichtigt sie. Verrufen und anrückig. geiiial und g«iieröS, Südländer im Blute und der S«ele, scheint er mehr dem Bronzc�eitalter gewalttätiger Renaissanc« anzugehören aii dem tintetriefenden Säculum de« ancien röpime. E? ist ein Condottiere und doch ein Erbstatt- Halter des Geiste», ein Abenteurer und doch ein Werkmeister am Neubau der Zeit, unserer Zeit. Er ist der geborene Führer der Mcvolu-ion, soweit sie ein« politische Angelegenheit ist, und gleich. zeiiig ihr größter Psycholog«. Alle Mitbewerber übertrisfl er an Kenntnis der realen Kräfte, an Einsicht und Boraussicht. Er ist da» Hirn der Revalulion, er allein ist>m Besitz der Mittel,„die Nation zu konstituieren". Im Bündnis mit allen zulunftverheißen- den Tendenzen seiner Zeit wirfi er alle abgenutzten RegierungS- niaximen der absolute» Oligarrlie zum alten Eisen und schreibt sicgcSgewitz:„Die Nation, nichts als di« Nation wird künftig das politisch« Glück entscheiden." In der Siedehitze des Geschehens, um- geben von trunkenen HimmelSstürniern und vorlauten Weltver- besser«rn, irrt sein Blick nie vom Erreichbaren ab. Er weiß,«daß da« beste Mittel, die Revolutwn zum Scheitern zu bringen, darin besteht, zuviel zu verlangen". Au» dem Chao» gestaltet er die Schöpfung. In einer für den Hof bestimmten Note heißt e? prophetisch:„Ich betrachte in der Tat alle Wirkungen der Revo» lntion als derart unwiderrufliche Errungenschaften, daß kein« Um- wälzung sie mehr vernichten könnte." Nach dem Mann der Jüngling, nach dem Olympier der Tisan. „Ich will entflammen, andre und mich selbst." schreibt Eamille D c S m ou l i u S am 10, Juni 1789 an seinen Vater Er selbst ist ein« Flamme, d'e alle Widerstände verzehrt, zuletzt sich selbst. Den lebenSjreiidigen„Genera prokurator der Laterne" überrascht d«r jung« Ruhin wie ein unverhofftes Geschenk.„Denkt Euch, ein großer Teil der Hauptstadt nennt mich unter den hauptsächlichsten Urheber» her Revoliuion." Er ist überall dabei, wo«twa» loa ist; deshalb wirken sein« Briefe wie ein Bilderalbum der Revolution. Immer ist er in Geidverlegenbeit:„eS ist mir leichter gewesen, eine Revolution zu machen und Frankreich umzustürzen, als von meinem Vater 50 LoulSdorS zu erhalten". Seine hnnte Seele ent- faltet sich mit seinem Geschick. Tie Masken fallen, die Gesten er- starren, alle Posen werden belanglos, und erschütternd verhallt der Ruf deS Zerbrochenen, den schon der Tod betastet:..ES tut mir not, mich zu überzeugen, daß eS einen Gott gibt, der gerechter ist als die Menschen." Der Zusammenhang possftscher und sozsaler Probleme wird noch nicht klar erkannt, von den Besitzlosen aber Inslinktartig be- griffen, von Halem, ein Deutscher, erzählt, daß gegen die Absicht, das Wahlrecht von einer Besteuerung abhängig zu machen, ein Mann bei einer Versamnilung im PalaiS Royal folgendes deinon- strierte:„WaS," sagte er„die Bezahlung von drei LivreS soll un» erst zu wahren CiloycnS machen, sie uns erst die Fähigkeit geben, Repräsentanten zu wählen? Unser Arm, unser Blut, so wir dem Staate weihen, gilt da? nicht soviel als drei LivieZ?... Jetzt wird c« eine Aristokratie der Reichen, und dann sind wir schliinmer daran wie vor." Nur wer die Vchtvierigkpit der Aufgabe Landauer» zu er» messen vermag, wird dem Takt einer so kunstvollen Auswahl ge. recht werden können. AuS des Reichtum» Uelerfluß yiußte er wäh- len, auf manche Briesdokumente Hai ei wohl nur mit Bedauern verzichtet. Hier zeigte sich wirklich der Meister in der Beschrän- kung. Was den meisten Begriff und tote» Wissen war, in seinem Werke hat e» Menschenstimm« gewonnen. Ein nur f'cißiger Fach, zekehrler. ein in allen Sätteln gerechter Politiker hätte uns das Buch nicht schenken können. Landauer» Buch lst eine humanistische Tat. Wir wollen thm danken, indem wir Wilhelm von Humboldt» Worl« auf Gustav Landauer beziehen:„Je tiefer der GeschichtS- forscher die Menschheit und ihr Wirken durch Genie und Studium bogreift, oder je menschlicher er durch Natur und Ainstände ge» stimmt ist, und je re ner er seine Menschlichkeit walten läßt, desto vollständiger löst er die Aufgabe seine» Geschäst»." Kunstkalender. Im Deutschen«onstlee-Theater findet am Freitag dl« 10 0. W k», d, r h o l u n g von Kurt Götz' Tyklu,„91 achtlieleuchtung« stall DI« Jubiläums Alissiih.iing wird mit«lner neuen(Sroleskt .Der lllegend»»«belmrat"»röllnet. hi" Redaktionsschmerzeu. 'st oft zum verzweifeln, heute in der Redaktion eines ui veuerblatte» zu jitzen und Tag für Tag all die vielen �.'MNge lesen und Prüfen zu ni rissen, ohne auch nur im enissrntesten die dringendsten Anforderungen befriedigen zu tonnen, die befriedigt werden müssen. Briefe und Zu- Fristen mit Mitteilungen und Klagen aus allen Gebieten yaufen sich, die rm Blatt besprochen werden sollen. Vieles darunter, daß nicht verwendbar ist, aber auch vieles, was eine Besprechung notwendig machte. Am schlimmsten ergeht es dem Lokalredakteur, dem Mädchen für Alles in •!L. � Hc5Gr tvas soll er nicht alles berichten, was nicht alles im Blatte� behandeln. Es soll gar nicht geredet werden von den Berichten über die vielen Veranstaltungen der Partei, Betriebe und andern. Organisationen. Schlimmer noch steht es mit den Zuschriften aus dem Kreiie der �eser, in denen die verschiedensten Vorkommnisse mitgeteilt werden. Häufig sind die Schilderungen über die unerhörtesten Mietssteigerungen und Schikanen� von Hauswirten, die unter allen Umstän- den Mieter loswerden wollen, um die Wohnungen beson- ders preiswert zu vermieten. Viele Mieter sehen die Ob- dachlosigkeit vor sich. Beim Mietseinigungsamt finden sie nur bedingt oder gar kein Gehör. Andere Zuschriften be- schäftigen sich mit der Arbeitslosigkeit� in vielen Briefen wird geschildert, wie es den Briefschreibern bei der Suche nach Arbeit ergeht. Recht häufig sind die Klagen über Ent- lassungen, die vielfach deswegen ungerecht empfunden werden, weil Leute in Betrieben bleiben, die zunächst an die Reihe zu koinmen hätten, wie beispielsweise Frauen, deren Männer noch arbeiten und Einkommen haben. Recht reichlich sind Klagen über niedrige Entlohnung in manchen Instituten. Und nun gar die Mitteilungen über fortgesehte Uebergriffe von Sichcrheitssoldaten und willkürliche Haus- suchungcn, Verhaftungen und skandalöse Behandlung durch Sicherheitsorgane und die Reinhardt-Garde. Jede Kategorie Notleidender wünscht die eigenen Be- schwerden besonders besprochen: die Kriegsbeschädigten, die Unfallverletzten, die Invaliden rentner, die Almosen- empfänger, die Kriegerwitwen, alles Aufgaben die ein Redakteur eines Arbeiterblattes behandeln müßte und möchte. Der Redakteur leistet das alles tagtäglich und prüft und sinnt, wie er allen gerecht werden könnte. Er findet keinen Ausweg. Er wird gehindert, seine publizistische Pflicht zu erfüllen, denn der Drucker erzählt ihm alle Tage eine Geschichte von der Knappheit des Papiers. Das Papier ist rationiert, der Redakteur soll sich nach, der Decke strecken. Und das in einer Zeit, in der ein? Unmenge Fragen und Probleme nach Besprechung und Klarheit drängen. Das Schreiben nützt dem Redakteur nichts, wenn er keine Gewähr hat, daß es auch gedruckt wird lind ins Blatt kommt. Unsere Redaktion trifft die Rationierung des Papiers besonders hart, wenn man sich den Umfang anderer Zeitungen ansieht. Man kann nicht alle Tage Entschuldigungsbriefe an die Einsender und Leier schreiben, denn es'ist immer dasselbe Klagelied über Papier- und Raummangel, das wir seit Erscheinen der„Freiheit" singen müssen. Es ist oft, um aus der Haut zu fahren, wenn man trotz aller Beschränkun- gen, die man sich auferlegt, kaum noch arbeiten kann. Redakteurschmerzen sind das, wie sie noch nie so stark emp- funden worden sind wie gerade jetzt. Die Leser schelten, und die Redaktion, die am schlimmsten unter diesem Zustand leidet, ist in letzter Linie das Karnickel, das dafür vepant- wortlich gemacht wird. Und sie ist dock? am unschuldigsten daran. Wir fragen mit unseren Lesern: Wie lange soll das so fortgehen? Kohlenmangel— Kohlenverschwendung. Der Kohlenmangel macht sich überall bemerkbar. Aus Mangel tn Kohlen und Fehlens von Betriebsmitteln kann die Stadtbahn nicht fahren; Kohlenmangel ist die Ursache der Einführung von GaZsperrstunden, Kohlenmangel hindert genügende Beleuchtung und Beheizung, führt zur Einschränkung mancher Industriezweige — Kohlenmangel und Mangel an Lokomotiven hat zur Rationie- rung des Reifens geführt; kurz, der Kohlenmangel hat schwere Gefahren im Gefolge. Da müßte man meinen, daß alles ge- schieht, um jede Kohlcnverschwendung ängstlich zu vermeiden. Und man kann das Erstaunen mancher Leute verstehen, die am Sonntag früh Uhr Zeuge waren, wie vom Lehrter Bahn- Hofe eine Extramaschine vor einen Salonwagen gespannt wurde, um mit diesem einen Salonwagen nach Hamburg zu gondeln Damit der eine Insasse im Salonwagen um Gotteswillen sich keinen Schnupfen und keine kalten Füße hole, wurde der Wagen noch besonders geheizt. > Wir fragen: Warum konnte der eine Herr, der da ,n emem Extrazuge salonmäßig nach Hamburg fahren �mutzte, mcht mit einem fahrplanmäßigen Zuge fahren? Wir möchten diese Frage gern beantwortet haben. Vielleicht beantwortet sie unS Herr Minister Ernst, der uns als Fahrgast dieses Salonwagens genannt worden ist. 1 Lichtbildervorträge für Erwerbslose und Arbeiter. Dienstag, den lt. Februar:. Im Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, Prof. Dr. Spemann über: Aus dem Leben der Ameisen,(t. Vortrag.)— Im Sophien-Ghmna. sium, Weinmeisterstr. IS, Prof. Dr. MackowSki über: Schlüter und da» friderizianische Berlin. Mittwoch, den 12. Februar: Im Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, Prof. Dr. Miethe über: Was kann per Mensch vom Flugzeug auS sehen?— Im Sophien-Gym- 1 v nasium, Weinmeisterstr. 15, Dr. Spethmann über: Auf Islands Wlepchern und Vulkanen.— Im Königstädiischen Rsakatimnafium, El-iabct.iitr. S7/S8. Prof. Dr. Walter Pcnc? Über: Unser Wissen von der Erde.(3. Vortrag: Erde und Mensch.) Donnerstag, den 13. Februar: Im Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, Dr. Pöble über: Nordische Fahr. ten. lo. Vortrag: Fahrten in Nordrußland und im Ural.) Freitag, den 14. Februar: Im Institut für MeereS. runde. Georgenstr. 84/36, Dr. Armbrustcr über: AuS dem Leben der Bienen.(2. Vortrag: Die Imkerei in der Lüncburxler Heide.) — Im Sophien-Gymnasium, Weinmeisterstr. Ik;. Dr. Ulorich über: Nutzbarmachung der heimischen Pflanzen für den Haushalt. (2. Vortrag: Äehlliefernde Pflanzen der Heimat.) Sonnabend, den IS. Februar: Im Köniastädtischeu «ieatgymnasium, Elisabetbstr. 57/58, Pros. Ma tschose über: Menrerwerke der Technik lBilder aus der Geschichte der Technik). — fr" Institut für Meereskunde, Georgenstr. 31/36, Prof Ächubnng über: Eine Reise durch das alte Griechenland.(2. Vor- 'rag: Olympia, die Festspielstätte der Alten.) Beginn regelmäßig 5 Uhr. Eintritt 15 Pf, für jedermann. Tic Soldatenräte des Gardekorps werden zu einer Voll- Versammlung am Donnerstag, den 13. Februar, vormittags 111 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses zusammentrewn. Tagesordnung: 1. Bericht des Korpssoldatenratcs. 2. Er- Weiterung des Korpssoldatenrates auf elf Mitglieder. 3. Bericht über Rcickiskonferenz und Kongreß der Korps- soldatenräte. � 4. Wahl des Mitgliedes zum Rcichssoldaten- rat.— Auf je 250 Mann ist ein Delegierter zu entsenden. Ausweis mit Angabe des Truppenteils und Kopfstärke ist mitzubringen. Das Bureau der Soldatcnräte Grosi-Berlins beruft für Freitag, den 14 d. M.. eine Vollversammlung der Delegierten ein. Die Sitzung beginnt um 1 Uhr mittags im Plenarsaal des Herrenhauses, Eingang Leipziger Straße. Tagesordnung: 1. Bericht des Bureaus. 2. Referat uher Rechts der Kriegsbeschädigten. 3. Rücktritt des gesamten Präsidiums und seine Ursache. Au welchem Aweik? Gestern qbend, qegen 7 Uhr, wurden vor dem Gymnasium in der Hecsestraße in Steglitz mit einem Militär- Laitauto oin Transport Waffen ausgeladen, was unter der Be- völkerung berechtigtes Aufsehen erregte. Welchem Zweck sollen diese Waffen dienen? Pocken-Schutzimpfunq in Neukölln. Um einer weiteren AuS- breitung der in Neukölln vereinzelt ausgetretenen Pockenerkran- kungen zu begegnen, bat der Magistrat die sofortige unentgeltliche Schntzimvfung der in den Jahren 1316 bis 1313 geborenen Kinder. soweit diese noch nicht geimpft sind, angeordnet. Die Angehö- rigen der in Frage kommenden Kinder werden aufgeiordert, mit den Impflingen am Mittwoch, den 12. oder Donnerstag, den 13. Februar, nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr zum Impstermin zu erscheinen. Die Ampruna findet statt in>der Aula des Kaiser- Friedrich- Realgymnasiums, Kaiiep-Friedrichstr. 238/213. und in der Aula der Realschule Boddinstr. 34/35. Weitere unentgeltliche Impf- termin« finden in diesem Jahre nicht statt. Beim Diebstahl ertappt. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde im Korps-Bekleidunzsamt in der Lehrter Straße ein Unteroffizier des Regiments R-unbard ergriffen, als er mit Unterstützung mehrerer Frauen Hosen stahl. Achtung! Fleischergesellen! Die außerordentliche Mitglieder- Versammlung und Wahlen des EesamtvorstandeZ der Ortsver- waltung Berlin, finden am heutigen Dienstag, abends 7 Uhr, in Bökers Festsälen statt. Steglitz. Eine Arbeitslosenversammlung findet am Mittwoch, den 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, in der Aula des, Gymnasiums, Heesesträße, statt. Aus den OrganMonen. Reinickentzorf-Ost. Am Donnerstag, den 13. Februar, abends 5 Uhr. in allen Bezirken Handzettetverbreitung. Freitag, den 14. Februar, abends 7 Uhr, in den Hubertussälen. Provmz- straße 77/73, öffentliche Volksversammlung. Hrrmsborf. Am Mittwoch, den 12. d. M.. abends 7 Uhr. fin- det im.Restaurant zur Hütte" unser Zahlabend statt. Mitglieds- buch legitimiert. Freie Jugend Neukölln. Am Donnerstag, den 13. Februar 1313, abends 7 Uhr, in den Passage-Festsälen. Bergstr. 156, große ö ff« n t liche I u g e ndv e r sa m m l un g. Thema:.Jugend und Revolution". Die arbeitende Jugend ist besonders emge- laden. Versammlungen. Adlershos. In der außerordentlichen Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Gen. Schwarzlose den Be- richt der Gemeindevertretung. Derselbe schi.dene die Schwierigkeiten der Ernährungsfragen, mit denen ste zu kämpfen hatten. Er erläuterte des nähern das System der Kohlenverreilung, den Ausbau der Familienunterstützung unv der Erwerbslosenfürsorge sowie die Inangriffnahme der Rot- standsarbeiten und schloß mit dem Hinweise daraus, daß für die neuzuwählende Gemeindevertretung noch ein>choncs S.ua Arbeit zu tun übrig bleibt. In der Diskussion wurde zum Aus- druck gebracht, daß wie bisher auch zukünftig der Schleichhandel energisch bekämpft werden muß. Die, Anzahl der neu zu waylen- den Gemeindevertreter ist auf 21 erhöht. ES erfolgte dann die Aufstellung der Kandidatenliste.— Gen. Erw. N e u m a n n er- stattete den Bericht von der KrelSgeneralver- sammlung. Diskussion fand nicht statt.— Gen. K l o d t Verla? den Artikel in der„Freiheit" vom 26. Januar„Ein neuer Einigungsversuch", der vom Tegeler unabhängigen soziaweino- kratischen Wahlverein ausging und in dem aufgefordert wurde, eine Einigung anzustreben zwischen U. S. P. und S. P.£. Da eine Einigung zwischen den Führern wohl nicht erfolgen dürfte, so müssen eS die Arbeiter eben selbst von unten herauf tun- und sich ihre Führer selbst bestimmen. In dlciem Sinne hielt sich auch die Anregung des Gen. Schwarzlos«, die daraus verlesen wurde und aufforderte, selbst die JpAiative zu er- greifen und den Einigungsgedanken in die Wirtlichkeit umzu- setzen. Gen. Klodt teilte mit. daß seitens des hlepgen unabhan. gigen sozialdemokratischen WahlvercinS«ine ZuitlmmungSerria- rung zur Tegeler ausgearbeitet worden ist, weiche folgenden Wortlaut hat:_ .Di« Wahlverrinc der V. S. P, D. und der S. P- D in Ad.'erkhof begrüßen und billigen die von den Tegeler Gc- uossen in der Berliner Parteipresse niedergelegten gruudfätz- lichen Einigungsvorschtäge. Sie sind im Gegensatz zu der viel- sach in dpr Parteiösfcntlichkcit bekundeten Auffassung, der An- ficht, daß das Problem der Einigung nur sehr sclwer von de» Parteitagen gelöst werden kann, da auf diesen Tagungen die Fübrer welche heute noch zum größten Teil einer Einigung ividerstreben, durch ihren Einfluß das ausschlaggebende Elc- ment bilden. Die unterzeickneten Organisationen erachten es für unbedingt notwendig, daß von unlen herauf der Weg zum Zusammenschluß angebahnt und durchgeführt werden muß. AuS diesen? Grunde erscheint unS auch die organisatoristhe Seite der Sache für dcc Wichtigste. Ist erst der Zusammen« schlug— der unter Umständen über den Kopf der Zentral- Instanzen hinweg erfolgen müßte— erfolgt, so werden auch, dessen sind wir sicher, die Richtlinien für eine gemeinsame prinzipielle sozialistische Politik gefunden werden." Dieser Entwurf, der auch dem hiesigen Sozialdemokratischen Wahlverein zumnn, wurde von demselben einstimmig angenem- men. Obige Erklärung wurde auch von der Generalversammlung gegen eine Stimme angenommen. Nachdem Gen. Erw. Neumann noch auf den am 16. Februar stattfindenden Vortragsabend hinwies und zur regen Beteiligung aufforderte, schloß Gen. Klodt die gut besuchte Generalversammlung. Friedenau. In einer am Mittwoch stattgefundenen, äußerst stark besuchten Mitgliederversammlung nahmen die Mitglieder Stellung zu den Gemoindewahlen. An die Ausführungen des Vor- sitzenden Genossen Merseburger und nacb der Mitteilung des Ge» nossen Railch'tädt über zwei öffentliche Volksversammlungen am II. und 23� Februar schloß sich eine sehr rege Aussprache übet die Frage einer Listenverbindung mit den Mehrheitlern. die von der Versammlung im Hinblick auf die letzten Bremer Vorgänge mit Entrüstung abgelehnt wurde. Die Aufstellung der Kandidaten für das Gemeinde Parlament, wie sie der Vorstand den Mitglie- dorn vorschlug, wurde unter Kinzuwabl noch einiger Genosse» einstimmig angenommen; so daß nun folgende Liste endgültig feic. sieht: Paul Richter, Handlungsgehilfe, BiSmarckstr. 13; � Karl Deitmer, Stukkateur, Albeftraße 21; Georg Klemann, Tischler. Jllitraße 6; Frau Emma Tölle. Rönneberasiraß« 4; Auaust Gi Isert, Werkmeister, Lauterstrahe 22: Hermann Göhring. Ehauffeur, Friesenstraße 13; Paul Merseburger, Meckgniker, Bornümße 12; Karl Rauchstedt. Faktor. Büsingstraße 15; Karl Paulus, Mechaniker. Kaifer-Mee 112; Heinrich Pöblmann, Kaisenbeamter Froaufstraße 3; Paul Suter, Buchdrucker, Schwal- bacher Straße 7: Emil Westpbal, Schlosser, Wiesbadener Str. 4; Frau Riegel. Kaisir-Allce 123; Walter Rosenberg, Einrichter, Albostraße 25; Rickard Hübner, Dreher, Varzinet Str. 14; August Tag, Schlosser, Odenwaldstr. 26; Hermann Blank, Kassenangestell'er, Varziner Straße 1l; Frau Gertrud Hübner, Varziner, Straße 14. Mariendorf. Eine Mitgliederversammlung deS hiesigen Ortsvereins nahm nach einem Bericht von der Kreis-General- vers.-'mmlnng Stellung zu den Gemeindevertreterwablen. Nack reiflicker Prüfung und Diskussion wurden folgende Genossen als Kandidaten aufgehellt: 1. Wtchvr 2. Brandt. 3, Küster, 4. Rut'ckcke, 5. Gg. Richter, 6. Bodeutsch, 7. Lix, 8. Welke, 3. Senger, 13. Nitzsche, 11. Globig, 12. Ssannberg, 13. Blobel. 14. Jürgen. 15. Barz, 16. Komnick, 17. PlechardL, 18. Loose, 19. Boncmrseil. 20. Frau Brandt, 21. Fürstenberg, 22. Dbaeker. 23. Flint, 24. Schwäbisch. Ein einstimmig angenommener Antrag weist die Kandidaten an. sich schriftlich zu verpflichten, im Interesse ihrer Organisation rcsp. Mandatgeber-u wirken oder im anderen Falle von ihrem Mandat zurückzutreten. Eine BetriebSversammliing der Fa. Fritz Werner A.-G� Marienfelde, nabm nach längerer Austprache folgende Anträae einstimmig an: Die versammelten Arckeltcr und Arbeiterinnen stellen sich einmütig auf den Boden der von den Anbeilerrätr« festgelegten Richtlinien. Sie verpflichten sich, den Atzbeiterrätc» in der Durchdrückung dieser gereckten Forderungen ibre volle Unterstützung zuteil werden zu lassen.— Außerdem beschäftigte sich die Versammlung mit ben Entlassungen. Die von der Firma vorge'chlagene Eutlassungsliste wurde abgelehnt und eine Reihe Vorschläge gemacht, nach denen verfahren werden soll Dsrantwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln.— Verlag„Tie Freiheit"(0. m. b. H.. Berlin.— Druck der Linden- druckerei und Verlagsgesellschaft m. b. H.. Schiffbauerdamm lg. Gu!e Löcher für den Ehestand in mehr alz 133 036 Familien verbreitet. Der Mensch Mit vier Werden, Sein und Vergehen von A. Tscherkoff. farbigen Tafeln und 276 Illustrationen. Preis geheftet 7,53 M., gebunden 13 M. Mann und Weib eine Gesamtdarstellung ihrer physiologischen, sittlichen und kulturhistoriscken Beziehungen von Dr. Mertens. Preis geheftet 6 M., gebunden 8 M. Das Geschkechtsleben des Weibes von Frau Dr. Anna Fischer-Dückelmann. 23. Auflage mit vielen Illustrationen und einem zerlegbaren Modell des Frauenkorpers. Für die junge Frau, die Mutter unentbehr. lich, mr leben Gatten begehrenswert. Preis geheftet 5 M.. gebunden 6,53 M. Prof. Rohleder nennt das begeistert aufgenommene Buch Die aufgeklärte Frau von Trußka Bagienski: Das Beste, das je über und für die Frau erschienen ist. Mit vielen Illustrationen der Frau in allen Lebenslagen.. Preis geheftet 5 M.. gebunden 6,53 M. . Wer über sich, die Ehe gute Aufklärung haben will, der ieie dieje vorzüglichen Bücher. Männer und Frauen der Wlssensckaft gaben hier ihr Bestes an Lebenserfahrung. Die Bucher sind einzeln oder zusammen zu beziehen durch «ogler& Co., Berlin 28 9, Köthener Straße 27, Abt. 8. An olle CdK-Angestelllen! tz Kollegen I / Die UeteniehTner haben de« Vertrat gekünditt, weil sie �lanbea. unsere Reihen sind nicht mehr geschlossen Damm „scheint volltShlif am Mittwoch, dan 12 Februar. Tonnitlat« li Uhr Im Lehrer- Vcrelnshaus, am Alexanderplatz, ei einer v AaBerordentl. Hitgileder-Versamml ds. /__ Die Sektionsleltung. f-fianbrtditer omittortftitlKf). bfttnlofrt 8l«6Mtat. Vltzizsie ■rwefiführiiiig für Unfermltitlte. feMthen, wilrthallttachcii nji»., Gir°siacheiLScwiis-iN°il.R«chii- heiflonh in ollr» etbtnflimm tshuen. Etnnehrn, Srmiitelunzen. LSSWLSMS Inserate liir den daraullolrenden Tag mfissen spätestensbls 5 Uhr, Sonnabends bis 2 Lihr nachm. bei der Expedlllon Scblllbaner- daaui U nalaeaahe« aala. 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Den Genossen zur Nachricht, daü der Gen. Faul Handke. Wiener Str. 56 a. am 7. Februar verstorben ist. D.e Beerdigung findet am Mittwoch. 12, Febr., nachm. 3i Uhr. von der Leichenhalle des Erna- nuelkirchnoft in Neukölln. Hermannstrane, aus statt Um lege Beteiligung bittet Der Vorstend. hitoft zum Anzuz. Musikinatrumente, Fahrrad, S toll zum Regenmantel. Elsert, A I veasleben-Str. 6. Restaurant Treibriemen neu nnd gebraucht, kaatt Dampfvischerei„Prima"* Schöneberg, Akaiienstra#«» Amt Knrfflrat 2789. HergrUergigeB nach Jeder Photographie I» vollendetster Anslahrung Kaufhold, Rigaer Str. 83, vorn 2 Treppo», SHöbelclurouf. Samt Qtrt» schaitru, Schiai-, �eiic- u Hm«- >tmmrr, R.nvttte, leppiche teui» tu(utdittcn Ltttlta Mubridonck Snuuuate. ta. Co«« UZOtl