Einzelpreis 10 pfg. KX X,*}iOW\s' A» d�ttbed» trffyim mctqan mit»Bf.aiiicj*.«a«BM» ctiJ ißl««»» mit 8b V-B«?!«» I»>r»q« b«; irt'ti �tifkOuBy in» bau» f4i S!«H»N«rlm tSt Ä,»« aizHIni p-fttq»,»h«»«ft-bq-det' bn /Zusttlllmz s-rtri 5!7?tkoBid4�0 Ol. tHa �reitnl* ü•* lw«rA»» üachtr», tn p*%eitttR(>lilt« ick»|9|t ciattttognt. HiedaRira:«rrlw 91«.& Schiffvauerdami» I» III. Sen»i»rech»ri Am» Kwitcn'?H*H mk 289«. D!e Morgen- ftusgade # Jafmfti te(hn M« mWjffsJa«. nB»»!«»tlltSC<*ci tireii««am 7Jpf,.Kleid« 3njeif««* Km f«ttz-tn>«e war««0 pf, jede? w-'iere wart ZS pf. Ter-rnng-zi, schlag So%.»w Kamilie?,- mid veesMiimlungsxnzcigen fäll« der Zaschwz f.'rt. Inserate für den da»«»�» s8oende« Ta«»ekjl«,, sxäteste,,- dir S Uhrim-t'mittags de, der Lepeditien aufzegebee» sei«. «gpcfcttion: Verlin RW. 6.<2«ifi(«tu(iteiraM I». Fentsprecher: Amt Siorden 97«». $erlmer-Oiyan her Unabhängigen$0)iaI6mu>fratip S>mt]tbtani>3 Jahrgang 2 Sonntag, öen Ib. Zebruar 1010 Nummer% s Vir klagen an! Heut« vor einem Monat sinö Rosa Luxemburg und Kar� Liebknecht ermordet worden. Der Mord ist noch heute ungesühnt. Tie Mörder erfreuen sich vollster Freiheit. Das Gericht, das ihre Namen kennt, bedroht nicht ihre Sicherheit. Gegen den Willen, gegen den Widerstand des Gerichtsherrn ist der Tatbestand ausgedeckt worden. Die weitere Verfolgung der aufgedeckten Fäden wird verhindert. Die eigentlichen Anstifter und Leiter dcs�Mordes sollen nicht gefunden werben. Und diese ganze Schmach wird ge- deckt durch die Autorität der Regierung der deutschen Re- publik, die»in ein schwebendes Verfahren" nickt eingreifen will und wie Pontius Pilatus ihre Hände in Unschuld wäscht. Nie ist ein schändlicherer Vorgang in einem Kultur- lande zu verzeichnen gewesen. Würden nicht die dokumen- tarischen Beweise für alle diese Anschuldigungen vorliege�, — man würde sich trotz ullei bittereu Erfahrungen scheuen, sie selbst gegen die Soldateska Noskes und die sie schützende Regierung zu erheben. Doch die schlüssigen Beweise liegen heute vor. Sie sind erbracht dank dem unermüdlichen Eifer unserer Genossen, die sich an der Untersuchung beteiligten. Das Gericht der Division, deren Angehörige den Mord vollbrachten, hat die Untersuchung sabotiert. Wenn heute der Tatbestand fest- gestellt ist, so ist das nicht dank, sondern trotz dem Gericht geschehen. Die Mitglieder des Vollzugsrats und des Zeniralrats, die an der Untersuchung teilnahmen, sind mit dem heutigen Tage aus der Kommission ausgeschieden. Sie können mit Genugtuung die Tatsache verzeichnen, daß es dank ihren Bemühungen und den Bemühungen zahlloser Helfer aus allen Bevölkerungsschichten gelungen ist. wenigstens einen Teil der Wahrheit aufzudecken. Jetzt jedoch ist ihre weitere Mitarbeit in der Kommission nicht nur zwecklos, sondern auch verwirrend. Möge das Gericht«der Mörderdivision die Mörder schlitzen. Die Vertreter des Proletariats der- lassen diese Dunkelkammer und unterbreiten das gesamte Material über den Meuchelmord dem Urteil.des Volkes, dem Urteil der ganzen Welt. Dieses Material erhebt lauteste Anklage gegen die heutigen Herrscher, die ein System schützen, in dem brutale Gewalt und raffinierte Grausamkeit, den neuerwachten Militarismus der gegenrevolutionären Klassen,, tief unter das Niveau des königlich preußischen Militarismus herab- drucken. Für die Regierung der Weimarer Herren ist dieser nene Militarismus ein Pflänzchen-riihr-mich-nick>t.an. Sie duldet ebenso den Meuchelmord wie die Meuchelmörder, denen sie verbunden ist. Und sie behütet sorgsam die Dunkelkammern der Militärgerichtsbarkeit, um nur ia nicht Anstoß zu erregen bei den Herren, denen sie ihre Existenz verdankt. Um so mehr erwächst für alle klassenbewußten Arbeiter, für alle ehrlichen, ausrechten Menschen die Verpflichtung, Front zu machen gegen dieses Schandregiment, auszu- räumen mit Zuständen, die den Namen des deutschen Volkes vor der ganzen Welt äcksten und für immer entehren. Möge der nachstehende Aufruf unserer Genossen als mächtiger Antrieb dienen in diesem Kampf für Wahrheit und G-rcchtigkeit Wir fordern ferner die Aöurteitling der Mörder»rtd ihrer Anstifter durch ein ordentliches Zivil- g e r i ch t. Wir lehnen es in aller Oeffentlichkeit ab. weiter cm den Unterstichungshandlungen teilzunehmen, weil t. dieser unserer Forderung seitens der Regierung der deutschen Republik nicht zugestimmt wurde, L. auf wiederholte mündliche und schriftliche Anträge, die uns durch Zeugenaussagen bekannten Anstifter. Täter und Beihelfer nicht in Hast gesetzt werden, es hierdurch einigen der Beschuldigten möglich war, flüchtig zu werden, und eine Verdunkelungsgefahr vorliegt, dadurch, daß es den sich noch in Freiheit Befindlichen möglich ist, sich untereinander zu verständigen. Wir lehnen es vor dem Proletariat der Welt ab, teil- zunehmen an einem Genchtsverfahren,' das es ermöglicht, die Spuren der Tat zu verwischen und die Mörder den Armen der Gerechtigkeit zu entziehen. 3. 4. iHciyieaniwili Dr. Siegfried Weinberg, Zn den Nntersuchmig»- handlungen zuzulasse,». Das Ersuchen»m, Zulassung des Herr« Tr. Roscnfeld haben wir abgesandt und der Herr KriegSminißet hat es mit unterschrieben. Bon Herrn RechtSanlvakt Dr. Weinberg ist uns bisher ei« Anzeige, daß er zur Wahrung der Interessen der FamiM 1. 2. Au alle prolelarier und SoM'teu! Au alle gerecht denteudeu Menschen der Vellt An die deutsche Reichsregierung! Wir unterzeichneten Mitglieder des Lollzugsrates Groß-Berlins und des Zentrcyftates der deutschen Res'ublik erhielten am 17. bzw.-16. 1.1 19 den Auftrag, den Unter- suchungshandlungen in Sachen„Liebknecht-Luxemburg" beizuwohnen. Wir forderten die sofortige Einsetzung einer. mit den Rechten eines Untersuchungsrichters ausgestatteten, Sonderkommisston, um die Mordtaten an den Genossen Dr. Karl Liebknecht und die Genossin Frau Dr. Rosa Luxemburg, den Vorkämpfern des revolutionären Proletariats, aufzuklären. Diese unsere sofort und wieder- holt gestellte Forderung wurde abgelehnt. Wir sehen uns frifot genötigt, cm die öffentliche Meinung zu appelliere». Im weiteren geben wir eine Begründung für diesen unseren Schritt an die Oeffentlichkeit. Die Untersuchung wird geführt vom Gericht der Garde- .Kavallerie-(Schützen-) Division, Gerichtsherr ist General von H o f m a n n, der Divisions-Kommandeur. VerHand- lmigsleiier ist Herr Kriegsgerichtsrat I o r n S, Berhand- lungsort das Eden Hotel, Berlin. Im Falle„Luxemburg" ist Anklage erhoben: wegen Tötung der Frau Dr. Luxemburg gegen Täter Unbekannt, gegen Oberleutnant Vogel nach Z 143/144 des Militär-Strafgesetzbuches(Duldung strafbarer Hand- lungen). Unserer Zulassung wurden Schwierigkeiten gemacht. Unsere Anwesenheit ist von der Zustimmung der Be- schuldigten abhängig. Wir stellten den Antrag, Zeugen und Beschuldigte ein- ander gegenüberzustellen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Ein von uns, am 23. 1. 3919, gestellter Antrag auf Zulassung eines Rechlsbeistandes der Familie Luxemburg ist bis heute nicht entschieden. Auf unseren Antrag, eine Sonderkommisston einzusetzen, erhielte» wir am 25. 1. 1919 folgendes Schreiben von der Reichsregierung: Die Reichsregierung. Berlim den 25. Januar 1910. RK. 1506. Ihr Antrag vom 22. d. MrS. hat die Reichsregierung bqchäf- l,gt Sie hat wiederholt beschlossen, von der Einsetzung einer Sonderkommission, zur Untersuchung der Fälle Liebknecht— Luxemburg, abzusehen. Es besteht e-n starkes ossentliches Interesse daran, daß ungesäumt im gerichtlichen Verfahren die Frage unter- sucht wird,- ob der Tod von Liebknecht und Frau Luxemburg aus eine strafbare Handlung zurückzuführen ist, bejahendenfalls, tveni !eine solche zur Last fällt. Ein« Sonderkommission dürste daher das ordentl'che Gericht k.ineSfalls'ausschließen, sondern könnte nur neben dem ordentlichen Gericht in Wirksamkeit treten. Dann würde aber die Tätigkxit deS Gerichts, und diejenige der Äom- Mission kollidiere�,, und statt der angestrebte« Aufklärung könnte die größre Verwirrung herbeigeführt worden. Der Weg, de» wir betraten haben, trägt unseres Erachtens dem Recht und allen de- rechtigtcn Wünsche» Rechnung. Da an der Zuständigkeit, des nach der Militärstrasgerichtsordnung berufenen Gerichts, nichts geär.» dert wird, wich niemand seinem gesetzlichen Richter entzogen, und dem Wunsch« nach weitgehender Kontrolle des Enn-ttlungs Verfahrens ist durch die Zulassung von Vertretern des VollzugsrateS :>i>.'chuui!g getragen. Die Reichsregierung hat von vornherein ertkärt, daß sie gegen die Teilnahme eines rechtskundigen Vertreters der Familie Liebknecht an der Untersuchung nichts einzuioenden habe, und es Hot dann auch Herr Haase, soviel wir wissen, einigen Unter- suchungshandlungen beigewohnt. Jetzt bat sich Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld als Vertreter der Familie Liebknecht bei»nS ge- meldet. Sie wünschen, daß wir an den Gerichtsherrn da? Er- suchen richten, als Vertreter der Familie Liebknecht Dr. Kurt Rvi'enield und aw Vertreter der Fanrüe Suxeuckmg Hey« Luxemburg bestlgt ist, nicht zugegangen. Nach Eingang keim» Mitteilung werden wir auch um feine Zulassung bitten gez. E b e r t. gez. Landsberg. Enksprechend diesem Schreiben hat die Reichsregierimg dem Gericht tatsächlich nur die„Bitte" um Zulassung au»- gesprochen. Am 4. Februar 1919 be-intragieu wir in folgende« Schreiben an das Gericht die Verhaftung der Be schuld igtest 4. Februar 1919. Grrikht der Gnrde-Kaval!erie-(SchÄtz«n-)Divist»» , z. H. d. Herrn KrirgsgerichtSrats Jörns, V erli«, Edenhotsk. Unterzeichnet« beantragen als Vertreter des Zentralratet und des Billzngsrates die s»f»rtrgc Verhmigunz der Untersuchungshaft in Sachen der Ermordung der Frau Dr. Luxe«» bürg gegenüber folgender Personen: 1. deS Jäger? Runge, 2. des Jäger« Drägrr, 3. deS Chauffeurs GSttiuger, 4. des Sergeanten Probst, 5. deS Oberltuts. Bogel, U. des Chauffeurs Grankow, 7. des Beifahrers Hall, 8. des Hauvtmanns P e t r i. Die Genannten zu 1—4 haben miteinander die E t«n oe< d u n g der Frau Dr. Luxemburg verabredet. Diet. geht auS der Aussage D r« ge r S hervor. Drag«, hat bekundet: SS hat zwischen ihm»ua> den drei anderen Beschuldigte««n dem Abtransport deS Herrn Dr. Licbrnechi und der Frau Dr. Luxemburg eine Besprechung stattgefunden, in der sich die vier Personen einigten, daß Frau Dr. Luxemburg und Herr Dr. Liebknecht das Edenhotel nicht lebend verlasse» svlltem Runge hatte den Bon'chlag gemacht, wenn b«ide herausgebracht werden, diesrlbcu zu erschießen. Dräge« wurde gefragt, ob er mitschießeu würde., Er erwiderte darauf, mau solle lieber nicht schießen, da das zu viel Lärm mache, sonder» dt« beiden mit dem Kolben, niederschlage». Z» diese» Zwecke solle man vorher die Gewehre entsicher«. R»n»e hat daraufhin fei» Getoehr entsichert, rntladen und beim HerauSt treten erst dem Herrn Dr. Liedknecht Kolbrnschläge »ersetzt» und später beim Heraustreten der Frau Dr. Luxem.- bürg dieser zwritödliche Schlägeanfdrn�stopf»ersetzt. Räch bieMr Feststellung kann es nicht zweifelhaft sei», daß die genannten Personen der Ermordung der Frau Dr. Luxemburg bzw. der Beihifte»der Anstiftung hierzu dringend verdächtig sind.' Die unter 5, S und 7 genannten drei Personen haben sich der Begünstigung des Mordes dringend verdächtig gemacht dadurch, daß fie die Leiche der Ermordeten beiseite geschafft habr»� um dadurch die Spuren der Tat zu vernichten und die Mörder dep Ttrafverfolguag z» entziehen. Es besteht auch der dringende Bei» dacht, daß Frau Dr. Luxemburg durch die erlittene» Schläge zwar tödlich derletzt, aber noch nicht getötet war, so daß gegen die denk Pers»«c», die Frau Dr. Luxemburg transportiert haben, dri». grnder«erdacht des Morde» besteht. Das geht auch a»S der»ei. terrn Aussage D r S g e r S hervor, wonach die Transportm«»». schasten bei ihrer Rückkehr in. baS Hotel erzählten: „An der Brücke haben wir sie rüberbesördert.� Ebeus« aus der Zeugenaussage des Herrn Schmidt(Rache- portter im Ebenhotel), dieser sagt aus: „Ter Posten vor dem Hauptporta» des Hoteis(wahrschri». »ich als» Drlger»der Runge) hat mir eine Biertelstunde»ach de« Abtransport der Frau Dr. Luxemburg gesagt: „Die ist erledigt, die schwimmt schon.-* Hauptmann P r t r i erscheint der Anstiftung zu««ord« dringend vervächtig, da er vor einer Reih, von Zengen de« ve« fehl gegeben, man solle dafür sorgen, daß Frau Dr. Luxembue» nicht lrbeudia j» das GesäganiS läme. Di�r, beteiligten Heesonen und deS»nt»rität>,erhZItniffez, in dem st» «ehrere der Beschuldigte» infolg« ihre» militärischen Ranges gn de» andere» Beschuldigten und z» de» Zeuge» stehen, lieg»«>.>» «rrdualelungögesahr dar. säst» dir Beschuldigte» nicht in Hast kht werde«.«» besteht auch dir Gefahr, daß ein Teil fer Br. ßchuldigte», falls er nicht in Haft genommen wird� i» ander»»tlar, »isane»»fer an die Grenze versetzt wird, wodnrch die Möglichkeit der Flucht noch vergrößert wird. Sl sei nur daran erinnert, daß 1 der evtl. als Beschuldigte» in Frag« kammrufe JLger W e i n h o l d t dereit»«»«wichen und nicht aussind» bar ist, » st. fer Beschuldigte Runge bereit«»» eine» a». deren Truppenteil»ersetzt ist, » st. der Beschuldigt» Gbttinger, wir sich au» seiner eigene» Mittriln», an da« Gericht eegidt,«ach da» ' Schweiz abzureisen beabsichtigt. Wir mochten fei dieser Gelegenheit nur daran erinnern, da| Ifef diejenigen Bersonrn, die wegr» te'lweiser, ganz geringer Ve- leilignn, an den Unruhen fer letzte» Wochen, festgenommen sind» die Untersuchungshaft verhängt ist, trotzdem diese leine aaaiheead s» hohe Strafe z« erwarte» haben, als die Beschuldigte«. Wir»erlangen ferner, daß alle« aufgebote» wird, um die von fer Division zur Bedeckung des TranSportrg grstevtrn Prrionen zu ermitteln,«ad dieselben al, Zrnge» bzw. al» veschulbigte zu vernehme«. Wir erheben ferner gegen die Mitglied«» dre Wik» «ersdorfer Bürgrrwehr, Möhriag nad Sind» «er, die Beschuldigung ixR Freiheitsberaubung, da sie sowohl Frau Dr. Lurcmburg, wie auch Herrn Dr. Liebknecht«due Bor» liegen eines Haftbefehls, und ohne daß sie auf frischer Tat er» tappt worden wären, festgenommen haben, w»z» st«»ach den »eltenben Gesetzen nicht befugt waren. Da dir beiden Gestannten de» militärische« GertchtSbarfeit nicht unterliegen dsteften, bitte» wie insaweit um Nebergnbe fer Mtr» a» dir Staatsanwaltschaft, zweck« Einleitung fer Strafverfahren. wir bitten«a» von dr» auf dies«» Schreiben veranlaß trn »marhenb in Kenntnis»« setze». gez. Oskar Rusch. Mitglied deS BellzugSrate». >«,. Hugo Struv», Mitglied fei Zentraleate» der deutsche» s»»i«Nstisch«» Republik. Auf diesen Antrag lief am 5. 2. 19 folgende Antwort des Gericht» ein: «ericht fer»�.sEch.sD.»»ertt». de»«. T litt». *■ l- nib 8. f. 19 Hern» Ossär Rusch. Mitglied des BollzugSrate» de» S.» u. T.-Rsie» Äro�-VerN»«. Berlin. Ihr do» fem Mitglied de« Zenirakrat-s Herrn Hugo Ttruve mitunterzeichnete» Schreiben dom». d. M. habe ich fem für den Erlaß eine» Haftbefehls allein zuständigen Gericht». hären vorgelegt. Dieser hat mich beauftragt, darauf folgendes z» erwidern: 1. Biegen den früheren Jäger z. Pf., fehigen Husaren Runge im Husarenregt. Rr. g ist bereit» am S. d. M. Haftbefehl erlassen. st. Kraftfahrer GSttinger, Kaufmann P r a b st. Kraft. fahrer Janfchkow snicht Grmnkowf«nd Bureautwrsteher Hall unterstehen al» Zivilpersonen nicht der Militär- Gerichtsbarkeit. S. Den Erlaß eine» Haftbefehl« gegen Jäger z. Pf. D r S g e r und Hauptm. Petri hat fer GerichtSherr abgelehnt. Soweit ich als ltnterfuchungSfübrer in fem Verlangen, alle» ßt Ermittlung fer TranSportbezleitmannschasten- aufzubieten mh ste alS Zeugen bzw. Beschuldigte zu vernehmen, einen fe�ourf, haß die» bisher nicht gefchehen fei«de, dem. zschst verabsäumt werden könnt«, erblicke« muß. weif« ch ihn auf da» allerrntschiedenste zurück. Ha»ie«fte» höheren OrteS dargelegt werden und deshalb fer Staatsanwaltschaft nicht übersandt werden können, letztere» auch »ie Fortführung fer Untersuchung ferzögeru würfe, gebe ich wchei«. die in fem Schreiben gegen Zivilpersonen erhobenen Beschuldigungen fer zuständigen Staatsanwaltschaft zuzuleiten. fr— Struve bitte ich»cm Borstehettdem ,n Kenuwi» zu stßni. gez. Jörn». KriegSgerichlgrat. Seit Dienstag, den 4. Februar 1919, ruht das iahren. Die Akten befinden sich, wie daS Ger icht der Aa rde> »avallerie.(Schützen-) Division telephomsch m,tte,lt be,m DriegSministerium, weil dort über unseren Antrag auf Zn- lassung de» RechtSbeistandeS fer Fam'iie L.° entichiefen soll. » Falle Liebknecht ist die Untersuchung ein- zeleitet. t. gegen Kapitänltn. Horst v. Pflug-Hortung, t,„ Hauptm. Heinz v. P s I u g- H a r 1« n g, F. m Oberleutnant z. See Ulrich v. Rltgen. . Oberleutnant z. See Stiege, 8., Leutnant z. See Schulz. 8., Leutnant z. See Liepmana. 7.. Jäger Klemen» Friedrich. 8.. Kraftfahrer Peschel �., auf Grün» de?§ 149 des Militär-Strafgesetzbuched(rwr- jchristRvidriger Waffengebrauch)._ Die Untersuchungehandlung wurde zunächst de» «riegSgerichtsrat Herrn tt u r tz i g übertragen, später eben- falls fem Herrn tlriegsgereichtSrat Jörn 3. Gegen unsere Zulassung wurden seitens deS Herr» Kurtzig Schwierigkeiten nicht gemacht. Herr Kriegs- gerichtSrat JornS machte unsere Anwesenherl Son der Zustimmung der. Beschuldigten ab- hängig..... Die Stellung von Fragen an ite Beschuldigten wu�>e inS anfangs erschwert und erst nach Lerwcchrung dagegea " tau&taaeM aaA Sßtlubt* tUUm. 9m 20. Jcnnlar 1919 richtete» wir soigenfes Schreifen an das Gericht: Berlin, de» 90. Jan»« IStst. S» da» Kriegsgericht fer fDarfe.Aodalleri«(Schützenj-Divist«' Edenhotel. >m Sonnabe«»»nterbrertet« ich de» OferkrirgögerichtSrat Jörn» die Bitte, doch noch vor fer Obduktion Liebknechts einige fer Beschuldigte» z» vernehlnen, da meiner Ansicht nach evtl. zur Verhaftung fer Beschuldigten geschritten werfen müßte. OberkricgSzerichtSrat Jörn» lehnte da» mit dem Bemerken ach, daß die Angeschuldigten im Hotel anwesend und jeder Zeit zum Verhör bereit wäre». Aach fer Obduktion Ist nun eine, der Beschuldigten verrwm» men worden. Dies« Vernehmung bestärkt mich in meiner Auffassung, daß alle Beteiligten sofort verhaftet werden müßten, ba»Weifeliot die Gefahr fer Verdunkelung besteht. Ich wiederhole nun nochmals schriftlich meine Bitte, die sicher von allen Mitglicfern de» DollzugZrates gebilligt lmrd. gez. Paul W e g m a n n. Dieses Schreiben Wurfe vom Herrn KriegSgerichtsrat ooen# mit folgntfer Bemerkung versehen: Auf Wunsch der Herrn Wrgmann gebe Ich fokzenfe Erklärung ab: Die Untersuchungshaft kann n»r vom GerichtSherrn»er- hängt werfen. Tie ist»nr zulässig nach| 176 Tf. G. O., wenn 1. ein Verbreche», den Gegenstand der Untersuchung bildet. 9. der Betrefsenfe ftuchtverdächtig ist, 9. die 2 ufrechter halt«»g der Disziplin die Perhaftung er- fordert. 4. Tatsachen vorliegen, welche den verdacht fer verdunke- l'ing de» DatbestanfeS rechtfertige«. Die Tatsachen sind alten- kundig»n machen. gez: Jarn». KriegggerichtSrat. Dieses Schreiben wurde fenn nut folgender Be- merkung an den Gerichtsherrn gesandt: Ich ersuche nunmehr den Gerichtsherrn, umstehendem An- trag stattzugeben»nd mir»«gehend schristlichen Bescheid zu- kommen z» lassen. gez.: Paul Wegmaun. Eine schriftliche Antwort ging un? auf obiges Schreiben nicht zu, wohl ober folgende münblickv Erklärung des Herrn Kriegsgerichtsrat Jörns: .Ich muß mm erst fem Gerichtsherrn Vortrag halten. Der richtet sich ganz nach»einen vorschlügen, und ich kann Ihnen jetzt schon sägen, daß ich zu einer Ber Haftung nicht schreite» kann." Die Im Fall« Luxemburg vorsichend erwähnte Verhand- lung mit der Regierung bezog sich auch auf den Fall Lieb- knecht. ebenso die Antwort.(Siehe Antwort fer Regierung vom 25. 1. 19.) Das Ersuchen der Regierung und des Herrn Krieg«- minister« an den Gerichtsherrn, einen Rechtsbeistand der Familie Liebknecht zu den Untersuchii>«shattdlungen zu- zulassen, würfe von diesem abgelehnt' mit fem Be- merken:.Wir würden unZ strafbar machen, wenn wir fem Wunsch« nachkämen, da ein Befehl der vorgesetzten Dienst- dehSrfe nicht vorliegt." Der Antrag auf Zulassung, eine» Rechl�beiskmb� wurde darauf vom Gericht fer Garbe-Kavallerie-(Schützen-) Division am 29. 1. 19 abgelehnt. An demselben Tage richteten wir folgendes Schreiben an feS Gericht: •«i.- 99. Januar 1919. Herr» CfeefrittSzeHMStei 3 er»9. Hotel J» m«ntrrsuckmngSfachr riedknech, haben sich»»fem Aeberzengung«ach«cne Momente durch die Bernehmunz er- «ede«. die wohl auf eine überlegt« strafbare Handlung schließen lasse». AI» solch« Romente führen wir folgende an: Die Aussage fe« Stubenmädchen», daß ein Offizier gesagt habe: .Nimmt mal herunter» wir walle» Lieblaecht i» Tiergarten begrüßen." Ferner die Außsage des Kellner» Sr»pp. daß ein Ossi» irr, bzw. ei» Soldat mit BelS ans das An«» sprang und ans L.»in- schlag»nd sich nachher mit seiner blutigen Hand vor seine» Kameraden dieser blutigen Tat rühmte. Da»» die««»sage»er- schiefen«, Zeugen, wonach Liebknecht bei seinem Einsteigen in» Auto mit dem Gewehrkolben niedergeschlagen Wurfe, serner fer Umstand, daß, trgtzbrm Liedknecht stark blutet« »nd ansihei«end auch stark»erletz«»ae, e» die Führer»zw. die TranSpoetbegleiter nicht für«Stis erachteten, ihn in fer gegen- »berliegenden Rettungsstelle verbinden ,« lossen. Ferner ist e» nnerNärlich, wie e» einem nachweislich Schwer- »erletzten, wie e» L. war, möglich»rwefeu ist, eine« mit scharfen, entsicherte» Pistole» ausgerüsteten Beglettkommando»an fünf jungen, kräftige» Offiziere»»nb einem Jäger zu enftliehen. be» sonder» da zwei dieser Herren, nach ihre» eigenen Angaben, Ü. rechts und link»»m Arm festhielten, erfp. am linke» Ellenbogen stSbtru.»ach Aussage von Kapttänlentnaat v. Pflug. Har- t» n g. ist einer fer«egletter vor L. gegangen,«nd e» war die Möglichkeit zn entftiebrn eigentlich auSgrschloffea. Di««er. wvndnng mit fem Taschenmesser läßt, wenn sie auf«ahrfeit beruht, den Schlnß daß es»a einem Handgemenge gekemme« sein maß,»nd-ine»eberraschnn» der»egleitmnnnschaftetn als» av»«eichl»ss«a erscheint.«» wäre natürlich anch möglich gewrsr». ewrn verwundeten«esangeaea,»ha«»a schießen, z» üferwiiti- gen. Fest steht, da» man die Personalien Liebknecht«, der zuerst lengnr»«, de,«esachte zu sei», a»S der Zeichnaag seiner«äschr feststellt«, was fem Schiaß znlißt. daß ma» ihn wähl di» auf« Hemd durchfackt habe»»aß. Wir müssen nun auf Grnnd dieser FestpeUang und Schlüsse «ochma?» den Antrag stelle», fer ferrit» im Schreibe» vom I». Januar gestellt Wurfe, die veschaldigten, sowie die ja dem bisherige»«erfahre» Belaste»«» m verbaftea. um weiter»»»rr- dnnkelnngr«, wie sie»ach Aussage feit Hotelpeesoaal» fcho» statt- gefuafea haben müsse», vorzabragr». Wir bitten n« baldig« Nachricht, wir sie sich hierzu stellen. * gez.»««er ,«» Wegmaa». Seit diesen Toge» ruht da« Bersohren in fer Unter- suchungssoche Liebknecht., Am 31. Janunr 1919 erhielten wir folstenfe Antwort fes Gerichts: Herr» »egmann M. h. v, h.»- T.-R«ttes Abgeordnetenh««» Z. 68. Auf daß dort. Schreiben vom LS. d. Mt». erwidere ich er« gebrnst, daß ich da« Schreiben de« Gerichtsherrn, fem allein da» Recht zum Erlaß eine» Haftbefehl» zusteht, übermittelt habe und kkkt sich«nt Vetitüß für«ine Verhak tung eine« der strstzee ai» TSLer ermittelten Per. sonen nicht entschieden hat. da dringender Verdacht «iner verabredeten,»»hl überlegten Handlung noch nicht gegeben erscheint«nd Tatsachen für eine KollusionSgesahr noch nicht be» kannt geworden stufe Die R«Forschungen in dieser Richtung werfen tortgesetzt. gez. Jörn». KriegSgerichtsra», » Viadi iBotiran über den Stand der Untersuchung beim Zentralra't der Republik beschloß dieser, uns nach W e i- mar zur Regierung zwecks Berichterstattung zu senden. Dieser Besprechung, die am 12. 2. 19 im Schloß zu Weimar statifanh, wohnten seitens fer ReichSregierung bei: die Herren Scheidemann, Landsberg und N o S k e. Die Konferenz, in der wir unsere»Ungenannten For- derungen stellten, endete ergebnislos. Her? Landsberg erklärte unS, eS sei„oberster Rechts- grundsatz. in ein schwebende» Verfahren nicht einzugreisen". und stellte sich aus den Standpunkt,.kein Beschuldigter dürfe seinem ordentlichen Richter entzogen werden". Zugesagt wurde uns schließlich d.ie Prüfung der Akten durch Herrn Landsberg. Di« Herren Scheidemann und NoSke schlössen sich fe« Auffassung des Herrn Landsferg an. • Mit diesen Erttärungen hat die Regierung kundge- geben, daß sie nicht gewillt ist, in die Angelegenheit Lieb- rnecht-Luxemburg in einer Weise einzugreifen, die der Be- deutung der Sache angemessen wäre. Nicht um einen Ein- griff in ein schwebendes Gerichtsverfahren bandelt« eS sich, sondern vielmehr um die Schaffung eines Verfahrens, das nicht der Verdunkelung der Wahrheit, sondern ihrer Aul- deckung dienen jollte. �Und nicht darmn handelte eS sich auch. die Beschuldigten ihrem ordentlichen Richter zu entziehen, sondern darum, ein ordentliches gerichflick�S Verfahren an die Stelle eineS Verfahrens zu setzen, das jedem Rechts- empsinfen Hohn spricht. Daß eine solche allgemeine Beseitigung des militärgcrichtlichen Verfahrens und seine Er- setznng durch anderweitige Normen zulässig ist, wird am der Jurist Landsberg nicht bestreiten können. Während unserer vierwöchigen Tennahme an de« Untersuchung, der allein es zu verdanken ist, daß die Unter- suchung allen Widerständen zum Trotz die jetzt vorliegen- den Resultate gezeitigt bat. waren wir bestrebt, diesen elementaren Forderungen feS Rechts Geltimg zu verschaffen. DaS ist uns nicht gelungen. Es ist unS nicht einmal gelungen, die Einsetzung einer Sonderkommission durchz»- setzen, fer nur die Aufklärung des Tatbestandes obgelegen hätte. Ja, jetzt,.nach der Usberführung der Mörder, ist est uns nicht einmal gelungen, auch nur ihre Verhaftung durch- zusetzen, die unumgänglich ist, soll die Verdunkelung ver- hindert und die Weiterverfolgung der Spuren nach den vermutlichen Hintermännern des Komplott? ermöglich werfen. Wir können eS deshalb nicht mit unserem Gewisse.« vereinboren, noch weiter an einer Untersuchung teilzu- nehmen, die durch die ganze Art ihrer Handhabung zur Un- ftuchtbarkeit verurteilt ist. Wir erklären hiermit unseren Austritt au» der UntersuchungSkommii- s i o n und legen wnfer Mandat in die Hände fer Oefsent- ftchkeit zurück. Sache der Oeffentlichkeit wird e? nun sein, den Kamps um daS niefergehaltene Recht, den Kampf um die Auf- deckung des Meuchelmordes mit oller Entschiedenheit aus- zunehmen. Schon viel zu lange hat das empörte Gerechng- keitsgefühl geschwiegen. Jetzt endlich muß aufgeräumt werden mit allen offenen und geheimen Widerständen, die sich der Aufdeckung der Wahrheit in den Weg stellen. Da die Regierung anscheinend weder die Kraft noch den Willen hat, der Gerechtigkeit zum Durchbruch ,u ver- helfen, appellieren wir an die Oeffentlichkeit. durch macht. vollen Druck auf die Regierung die Hindernisse, vor allen, die ganze Militärgerichtsbarkeit aus dem Wege zu räumen. Es darf nicht sein, daß ein privilegiertes Sondergerickt als Kulisse bestehen bleibt, hinter der daS scheußlichste Der- brechen sich verbirgt Dos deutsche Volk in seiner Gesamt- heit ist vor der Welt» vor der Geschichte verantwortlich, das« die Schuldigen an der Ermordung der Genossen Liebknecht und Luxemburg an den Pranger gestellt, und zur Derant- wortung gezogen werden. � Oskar Rusch. Mitglied deS Vollzugsrats Groß-Berlin Paul Wegmann. Mitglied de? BollzugSratS Groß-Berlin. Hugo Struve, Mitglied des Zentralrats de? deutsche» Republik. Sie«nie« Vaffmskllstaadsbesiaganzea. T r i e», 14. Februar. Marschall Fach übergab de« Reichsminister Erzberger heute nachmittag 2 Uhr folgeade Borschlöge zum Zusatz- abkommen über die Verlängerung des WaffenstillstaudrS: 1. Die Deutsche« müsse» unvrrzüglich alle Lffeu. sipbewegungen gegen die Pole« i« de» Gebiet vou Pose»»der i» jede« andereu Gebiet ausgebe«. Zu diese« Zweck wird ihnen untersagt, folgende Linie, durch ihre Truppen überschreit«» zu lasse»: Gege» Sude« dir Linie: die ehemalige Grenze Ost-«ud WrstprenßeuS gegcu Rußland bis zur Weichsel, dann westlich der Weichsel die Liuie, die über Podgorz(südlich vou Thor»), Brzoza, Schubin, Exin, Lipi«, Samotschin, Shodziese»(Kalmar), Czar- uikau, Miala und Birnbaum läuft. Gegen Osteu die Liuie: Bratschen, Wöllstein, Primeut, Lissa, Bojunowo, Rawitschß Tracheaberg, Werudors, Groß-Briese«nd Droschkau; voa Droschka« au dir Liuie. die über Roldau, Domdrowka«ud Knvp läuft und die Ode, beim Zusammenfluß der Mala. pnne erreicht und Vau diesem Zusammeuflusse a» die gruae Linie auf beigefügter Karte. Auf Grund einer Aussprache, die im Auftrag« de» ReichsmiaisterS Erzberger und Marschalls Fach zwifche» Generalmajor d. Hammerflein»nd GeueralstabSchef Wetz» gaad stattmud, erhielt der Artikel 1 folgeade Fassung: Die Demarkationslinie verläuft folgeudermaße» nach de» Lageukart« der Oberstea Heerrsleitnug vom K. Februar: Bou der russische» Grenze bei Luiseufetde auf einer Liui«� fcie Äft westlich Luiseuselde, westlich Groh-Neudors, südlich Brzoza, Mdghopka, südlich Chodziese«(Kalmar), nördlich �zarnikau, westlich Miala, westlich Birnbaum, westlich Bentschen, westlich Wöllstein, nördlich Lissa«nd nördlich Lieruchow(Eichenbronn) bis zur schlesisch-russischcn Grenze. LIs» bleibt Ost(wahrscheinlich mit Ost- und Westprruszen zu interpretieren)«nd Oberschlrsieu wie heute in unserer Hand. Die Regierung in dem so«mschriebeneu Gebiet wird iu de« Waffeustillstnndsbedingungen nicht vereinbart. Diese Frage bleibt vffen, da tatsächlich festgestellt ist, dah rS sich hier nur um eine provisorische Abmachung handelt, welche de« Friedensvertrag in keiner Weise vorgreift. Der Schutz der Deutsche» in diesem Gebiet wird von einer interalliier- tr« Kommisstou in Warschau garantiert. 2. Der durch die Abkommen vom 13. Tezember 1918 und vom 1k. Januar 1319 bis 1?- Fcoruar 1913 verlängerte Waffenstillstand vom 11. November 1318 wird neneidings für eine unbefristete Zeitdauer ver- löngert, wobei die alliierten und assoziierten Mächte sich daS Recht vorbehalten, mit einer Frist von drei Tage« zu kündigen. 3. Die Ausführung der Bedingnngeu des Abkommeuö vom 11. November 1918 und der Zusatzabkomme« vom 13. Dezember 1918 und IK. Januar 1919, soweit dieselben derzeit noch unvollständig verwirklicht sind, wird fortgesetzt «nd in der Zeit der Verlängerung des Waffenstillstandes zn de» von der internationalen Permanenten Waffenstillstands. kommisfio» nach den Weisnugen des Oberkommandos der Alliierte« festgesetzte« Einzelbestimmungeu zum.Abschluß geführt werde«. Zusatzabkommea über die Verlängerung des Waffen- stillstandes. L Die Deutschen müssen alle Offensivbewegungen gege« die Kalea aufgebe»,«ad ihre Truppen dürfe» folgend« Linie nicht überschreite«». So» der russische» Grenze westlich Luisenfelde. westlich Großneudorf, südlich Brzoza,»Srdlich Tchubin, nördlich Pri», südlich Sanotschin, südlich(shodziezen fkolmar), nördlich Kzarnika»,»estlich Viala, westlich Birnbaum, westlich Bentschen, »estlich Sollstein, nördlich Lissa, nördlich vierzacho» di< znr fchlesssch-rnsssschen Grenzt. 2. Der Wasfcnstillstand wird für unbefristete Zeitdauer mit dreitägiger Kündigungsfrist verlängert. Z. Die NnSführung der frühere« Waffenstillstand« beding»!«- «ea wird fortgesetzt»nd zu« Abschluß geführt. Kine Rede Haasts. In der Nationalversammlung gab zunächst Herr Mi- nistet Schiffer eine Darlegung unserer Finanzlage, die dqs ganze Elend, das der Krieg über das deutsche Volk gebracht hat. plastisch zur Darstellung brachte. Zu den 116 Mil- liarden Anleihe kommen 58 Milliarden schwebende Schuld »nd beinahe 1t) Milliarden Kredite an unsere Bundes- S nossen. Die Frage, ob und wie wir diese ungeheuren erpflichtungen erfüllen können, zu denen noch nicht viel geringere Summen für die Kriegsentschädigung und für «FfsMigsi, Kriegskosten kommen, hat Herr Schiffer aller» dings. unbeantwortet gelassen. Dann ergriff Genosse Haase das Wort. Auch der recht unvollständige Bericht läßt erkennen, daß.Haase» Rede sich zu einer wuchtigen Anklage gegen die Regierung Ebert- Scheideinann gestaltete. Haast zeigte, wie deren Politik den Gegensatz in der Arbeiterschaft immer mehr verschärst habe und schließlich zu den blutigen Gewaltmaßnahmen führte, die in Bremen und anderswo so viele Opfer ge- kostet hat. Haase schilderte eingehend die gesetzlose Will- kür. die Aufhebung aller Rechtsgarantien, die. namentlich in Berlin, nicht nur zu den unbegründetsten Freiheits- deraubungen, fondern auch zu den scheußlichen Meuchel- morden an Liebknecht, an Rosa Luxemburg, an den Tegeler Gefangenen geführt hat. Zum Schluß seiner Ausführungen kam Haast auf die auswärtige Politik zu sprechen, deren Unaufrichtigkeit und Wankelmütigkeit er geißelte. Haase antwortete Herr Noske. Er spielte den starken Mann und fand in diesem wiedererstandenen Reichstag, in dem der Geist militaristischer Brutalität so lebendig ist wie je. großen Beifall. Noske schwitzte nur so Gewalt aus allen Poren. Ob gegen Polen, ob gegen Arbeiter, ganz gleich. er ist immer für die Gewalt. Und vorläufig fühlte er sich dabei offenbar recht behaglich. Aber lange wird selbst er bei aller Verhärtung nicht aus den Bajonetten siüen können. (Siehe Beilage I) vteört tmdesvenat der ftMi-Momile« Den Nationalisten ist die Polenpolitik der Regierung noch immer nicht ausreichend. Jetzt drohen die Patrioten mit der LoSreißung der Ostprovinzen. Die»Deutsche Tagesztg." veröffentlicht eine Zuschrift, wonach im Osten ganz im stillen am Zustandekommen eines Staaten- g e b il d e S unter Zusammenschluß von O b e r s ch l e s i e n, Posen, West- und Ostpreußen gearbeitet wird. das feine Orientierung nach Polen hin suchen will. Man wird sich diese Bereitschaft der Hakatisten und Patentpatrioten, deutsches Land loszureißen und sich mit einem fremden Staat zu verbinden, merken müssen. Beleuchtet sie doch besser als alles andere die abscheuliche Unwahrhastigkeit und Heuchelei dieser Leute, die nur so lange„national" sind, als dabei ihre Geldsack- und Agrarinteressen gewahrt bleiben, die aber sofort Z um „LandeSfeind" üb ergehen wollen, sobald sie hoffen, dort bessere Geschäfte machen zu können.' Es ist bezeichnend, daß die ,3). Togesztg." kein Wort gegen diesen Landesverrat findet. Im übrigen sorgt ja die Entente dafür, daß dw Dinge im Osten endlich halbwegs vernunftig geregelt werden. Es ist freilich eine Schande für die Regte- r u n g. daß erst die„Feinde" sie dazu zwingen müssen, wa3 sie selbst schon längst hätte erreichen können. Wäre von An- fang an mit den Polen vernünftig verhandelt worden, so iväre eS nie zu dem häßlichen Kric� gekommen. Die Regie- rung hat aber auch hier, eingeschüchtert von der nationa- listischen Hetze, den Weg der Gewalt dem der Verhandlun- gen vorgezogen. Jetzt macht endlich die Entente dieser ptUime» upd aewisienloien Politik ein Ende, wofür ihr das deutsche Volk, das muß rücksichtslos gesagt werden, zu Dank verpflichtet ist. �Für die Regierung war allerdings der„Ostschutz" der erwünschte Vorwand, den Wünschen der Heeresleitung und des Offizierskorps Rechnung zu tragen: zugleich hatte sie die erwünschte Gelegenheit, jene Söldnerscharen onzu- werben, die zwar zu wirklichen Kämpfen gar nichts taugen. dagegen sehr gut gegen den„inneren Feind" verwend- bar find. Was von diesen„Freiwilliaenkorps" zu halten ist, ver- rät übrigens die erwähnte Zuschrift der„D. TageSztg." in dankenswerter Weise. ES heißt da: .Auf die immer dr,ngtnoer»erdenden Hilferufe hin hat sich die Regierung zwar entschloffen, uns einige freiwillige Kompagnien z« senden, die aber infolge ihrer geringen An- zahl und hauptsächlich mangels jeder Disziplin und soldatischer Moral völlig ungeeignet find. den Kampf gegen die vereidigten, für ihre Ideale fanatisch kämpfenden Polentrupps erfolgreich aufzunehmen. Der lockere» Zucht und der dadurch bedingten AuSschr-ltungea gegen die pvl- »ische» Bewohner wegen bleibt einstweilen als einziges Er- gebnis dieser„Hilfsaktion" nur«in unstillbarer Rache- dürft bei den Polen gegen die Deutschen zurück, der dann beim Zurückweichen der deutschen Truppen an den zurück- bleibenden deutschen Bewohnern gestillt wird." Diese Zuschrift stimmt durchaus mit Berichten überein. die auch unS zugegangen sind, und die die Regierung aus eingehenden Darlegungen von polnischer Seite her genau kennt. Diese Banden stehlen und plündern und machen den deutschen Namen noch mehr verhaßt. Trotzdem hat die Re- gieruug gar nichts getan, um diesen Schandtaten Einhalt zu tun. Wir find nun begierig, ob jetzt wenigstens, wo die Entente eingegriffen hat, diese Freiwilligen- Werbungen, mit denen auch der„Vorwärts" neben der übrigen Presse seine Spalten füllt, eingestellt werden. Oder will die Regierung noch weiter das Gesindel gegen die Arbeiterschaft bewaffnen? Gewerkschaftliches. »YtwSSBSi Drohender Streik in den Zkriegsorganifatione«. Ein allgemeiner Streik der Angestellten in de« KricgSgefcll- schasten, der auf die gesamte Lebensmittelversorgung und daS Wirtschaftsleben überhaupt eine tiefeinschneidende Wirkung au»- üben würde, ist durch da? herrische Verhalten einiger Direktoren und der Reichsämter in greifbare Röhe gerückt. Seit Wochen verhandeln Angestellte der Reichsstelle für Gemüse und Obst mit den Reichsämtern über Lohnaufbesserungen. Die Angestellten fordern eine einmalige Teuerungszulage von 350 Mark für Unverheiratete und eine solche von 500 Mark für Per heiratete. Außerdem wird ein Tarif angestrebt. Bis zu seinem Inkrafttreten soll eine provisorische Neuregelung der Gehälter er folgen, die den gegenwärtigen Verhältnissen Rechnung trägt. Werden doch für das Gros der Angestellte»» Gehälter von monat lich 200 Mark gezahlt; für dies« wird eine Zulage von 50 Mark herlangt. Diese bescheidenen Forderungen haben die Reichsämter rundweg abgelehnt, obgleich die vereinigten Direktionen den ReichSämtcrn vorgeschlagen haben, die Gehälter für Prokuristen und Abteilungsleiter von 1000 M. auf 1800 M. monatlich und von 000 M. auf 1000 M. monatlich zu ethöhen. Die Festsetzung der Gehälter für die Angestellten hingegen soll dem Wohlwollen der Direktionen in den einzelne» Fällen überlassen bleiben. Zu diesem negativen Resultate der Verhandlungen nahm eine Versammlung der Angestellten der Reichsstrlle für Gemüse und Obst, die gestern stattfand, Stellung. Die Versammelten ließen keinen Zweifel darüber, daß sie gewillt seien, mit Hilfe des Streik» ihren Forderungen Anerkennung zu �verschaffen. Im Bewußtsein der schweren Schäden, die der Strerk in den Kriegs organisationen für die Allgemeinheit im Gefolge hat, soll noch mals alle» versucht»erden, auf gütlichem Wege eine Verständi ««»»ig zu erzielen. Nach längerer Diskussion wurde folgende Reso lution gegen zwei Stimmen angenommen: .Die Versammlung bedauert auf daS tiefste, daß die bescheidenen und durchaus beraltigten Forderungen der An. gestellten sämtlicher KrregSorganisationen Groß-Berlin» von den Reichsämtem abgelehnt worden sind. Sie spricht ihre Eist. riistung über da» herausfordernde imd beleidigende verhalten einzelner DivektionSmitglicder der Verhandlungskommission au». Die Angestellten der Reichsstelle für Gemüse und Obst bevollmächtigen ihren Angeftelltenrat, sofort, im Einvernehmen init dem'Arbeitsausschuß der Kriegsgesellschaften, da» Eini- gungSqmt bzw. den EehlichtungSauSschuß zur Entscheidung auf- zuruken. Sollte dies«? letzte BerhondlungSmittel versagen, so erklären die Angestellten der Reichsstelle für Gemüse und Obst von heute, daß— sosern die Aiize,'tellten der anderen KricgSgesellschaf-en zum letzten gewerkfchastlichen Kampfmittel zweck» Durchführung ihrer Forderungen greifen— auch sie steh mit diesem Vorgehen solidarisch erklären würden." Am Montag findet eine Sitzung de? AcbeitSauZschusse» der Kriegsgesellschaften statt, die über«in gemeinsame» vorgehen. eventuell über den Streik beschließen wird.. Der Warenhausstreff. Der Warenhausstrcik nimmt immer größeren Umfang an. Die Personale vieler kleinerer Kaufhäuser und Spezialgrschätj« haben sich dem Streik angeschlossen. Die Zahl der Strei» ienden beträgt jetzt schon über 50000. Die Unternehmer fassen den Streik als eine Kraftprobe auf und gehen kartellmäßig vor. Höchstwabrscheinlich werden fie am Montag früh die Angestellten einzelner Betriebe mit allen Mitteln zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen suchen. Um jeden Irrtum zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, daß die Streitleitung an der Wetterführung de» Streik» festhält und mit aller Energie zu Ende zu führen gedenkt. Dies« Mitteilung möge von den be- teiliglen Kreisen aus» beste beachtet werden. In bürgerlichen Blättern wird viel von.Aueschreitungen" der Streikenden geschrieben. AI» solche.Ausschreitungen" werden auch die Versuche betrautet, durch Umherziehen von Geschäft zu Geschäft die dort arb«»iend«n Personale ebenfalls zum Anschluß an den Streik zu bewegen. Dabei kommt eS manchmal auch zif Aus- schrettuugeu. aber nicht durch die Schuld der Streikenden, sondern seitens der Geschäftsinhaber. Ein solcher Vorfall ereignete sich z. B. Sonnabe»ch vormittag in der Tauentzienstraße 4. In da» dort befindliche Spitzen- und HandarbeitSgeschäft von A. Huth gingen drei junge Leute hinein, um den Inhabern der Firma Höf- lich nahe zu legen, ihren Laden zu schließen. Kaum hatten fie da» Geschäft betrete»— al»«in Geschäftsinhaber einem der drei jungen Leute an die Kehle sprang und ihn zu würgen suchte.?!ur de« sofortigen Einschreiten der beiden anderen Kollegen, die nach ihm den Raum beiratca, ist eS zuzuschreiben, wenn nichts Ernst- luheS geschehen ist. All« Ange st ekltenauSschuß Mitglieder dcSt-Ze»- t«lverdant-es der Handlungsgehilfen» deren Betriebe sich im Streik befinden, werden aufgefordert, heute, Sonntag, 10. Fe- bruar, dorm. 11 Uhr, im Königstadtkasino, Holzmarktstr. 12, z» erscheinen. Mitgliedsbuch oder rote Karte legitimiert. Die Streikleitung. Zum Streit der Berstcherungsangefielltea. Der Streik steht nach wie vor äußerst günst g. Die Streik- brecher der Magdeburger Feuer-VersicherungSgesellschaft au« Magdeburg find wieder abvsahren, der Betrieb ruht. Au» Leipzig wird gemeldet, daß die Berliner Sätze angenommen find, es geht also. ES heißt, daß eine Versammlung am Sonntag vor- mi'iag im Freien stattfindet. Die» ist nicht der Fall. Die Kolleginnen und Kollagen werden gebeten, zuhause zu bleiben. Von irgend welchen VerständiguugSschritten feiten» der Unter- nehmcr ist bisher bei den Angestellten nichts bekannt. Die An- gestellten werden«wer entschlossen durchhalten. * DaS Zerstral-Str« Mureau befindet sich Linkstr. L, Restaa» rant Psefserberg. Die Kolleginnen und Kollegen wollen sich besonders Montag früh dort«nd in den übrigen SireikbureauS recht zahlreich und zeitig zur Verfügung stellen. Für die Streikleitung de? Kartells der Angestelltenverbände. « Einkasfierer und Kaffenboten der BrrficheruagSgefellschaftenk DaS Zentral-Streikbureau für die Kassenboten und Ei» nehmer der Versicherungsgesellschaften befindet sich Behren straße lch'IS in PatschorkeS B erhallen. Dort hat sich im Lauft eines jeden vormittags ein Kaffenboir von jeder Gesell'chst. Subdirektion oder Gcneralagentur zur Information einzufinden Deutscher Transportaröeitewerband. Sektion der Einkasfierer und Kassenboten. Ende des Rollkutscherstreiks. Die Rollkutscher und DpeditionSarbeiter haben den gestern miigeteiiten Schitchkkpruch de» Einigungsamte» anerkannt und sind im Laufe de» Sonnabend wieder in Arbeit getreten. ieiwe�Vü» Ei« neuer Gewaltakt. Kurz vor Redaktionsschluß wird un» gemeldet, daß dl« Weiße Garde de» Herrn Noske in Berlin eine neue Schrecken»- tat verübt hat. Sie hat gestern aben-d gegen � 9 Uhr in ber Weberstraße«in« Versammlung der Kommunisten ausgehoben und dabei ohne Anlaß von der Schußtvafft Gebrauch gemach!. Wieviel Tote und Verwundete zu beklagen find, steht zur Stunde noch nicht fest,«in Augenzeuge berichtet uns darüber: .AI» ich gegen 0 Uhr abends die Weberstraße passierte, war ich Zeuge, wie von den RoSke-Garden«ine Versammlung der Kommunisten ausgehoben wurde. Ich kam die Landsbcvicr Straße herun'cr, da erscholl hinter m.r der Ruf:»Straße frei! Im selben Augenblick siel Schnellfeuer» Ein älterer Mann, der des Weges kam und anscheinend gor nicht wußte um wa» et sich handelt, wurde angerufen:„Hände hoch! Sofort fielen wieder Schüsse und«r erhielt einen Kopfschuß. Er wurde von hinzukommenden Arbeitern weggeschafft. 10 Minute» später kamen Panzerautos, mit Mannschaften be- setzt, angefahren, aus denen 40 bi» 50 Ziv lpersonen, ansche.nend alles Versammlungsteilnehmer, festgehalten waren. Die Autos waren mti Maschinengewehren bewaffnet." Wir werden in der nächsten Nummer zu dem Gewaltakl Stellung nähmen, da un» zur Stunde nähere» Materigl nick' waren mit Maschinengewehren bewaffnet." Konferenz der kommunalen Arbnterrake. Die Arbeiterrät« der Kommunen Groß-BerlinS und der Kreise Teltow und Niederbarnim versammelten sich gestern im Herren- hauS, um zunächst über die Aufbringung der Mittel für die Kosten de» Berliner VollzugSratS durch die Gemeinden zu beraten. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, daß den Gemeinden und Ar- beiterraten der Etat deS VollzugSratS mit entsprechenden Er- läuterungen zugestellt werden solle. Die«rbeitmäte verpflichteten sich, den auf ihre Gemeinde entfallenden Anteil der Kosten durch die Gemeinde auszubringen. Eine längere Debatte rief auch die Frag« de» Sicher- h e i t s d i e n st e» in den Gemeinden hervor. Er wurde allgemein al» unbedingt notwendig bezeichnet. Zur einheitlichen Regelung be» S-ckerheitSdienste». insbesondere der Finanzfrage. wurde«ine Kommission beauftragt, Richtlinien. für- den Sicherheitsdienst auszuarbeiten und zur einheitlichen Regelung der Kostensrage mit dem Finanzamt in Verbindung zu treten. Die Arbeitcrräte wurden ersucht, dem Vollzugsrat schnell- sten» einen Bericht über den Sicherheitsdienst in ihren Orte» ein- zusenden..... Die Wohnungsfrage, mit der dl« Versammlung sich noch beschästigte. suchen die Arbeitcrräte überall nach Kräften m Interesse der Allgemeinheit zu lösen. Geklagt wurde darüber, daß man auch hierbei wiederum auf den Widerstand der Regierung gestoßen sei. Richard Müller teilt« mit. daß auf die in einer früheren Versammlung beschlossene Resolution, die be- stimmte praktische Vorschläge zur Bekämpfung der WahnungSnol der Regierung unterbreitet«, bisher keine Antwort«ingegangen fei. ES wurde angeregt, daß in den Mietseinigungsämtern auch die Arbeiterräte vertreten feien. Der VollzugSrat erhielt den Auftrag, auf Grund eines an die Arbeiterräte gesandten Frage- bogen» eine Vorlage über die Bekämpfung der Wohnungsnot und die Ausgestaltung de» MieteeinigungSamte» auszuarbeiten und der nächsten Versammlung vorzulegen. «a» man Arbeiter« ,» biet«.» wag», beweisen Miiwllnnge» a»S der Betriebswerkmeifterei in Lichtenberg. Al» am Donner»« tag«bend 10 Uhr die Aroeiter dieser Eisenbahnwerlitätt« den»be- trieb verließen, wurden sie auf offener Straße von de? Sicherheitswache aufgefordert, ihre FrühsiücksiasilMn verzu- zeigen. Das bracht« die Arbeiter in starke Erregung, zumal sie ja beim Ausgang den Porti« passieren müssen. Sie erklärten, dieser Aufforderung nur in einem verschlossenen Raum bei«» Portier nachkommen zu wollen, nicht aber auf offener Straße sich revidieren zu lassen. Dem widersetzte sich die SicherhcitSwache, die sch�eßlich einen Schreckschuß abgab. Am Freitass wiederholte sich der Vorgang, und rS kam zu einer erneute» Schießerei. Kur die Selbstiücherrschuiig der erregten Arbeiter verhütete große» Unheil. Die Arbeiter sind entschlossen, sich diese ftani-ulöse Behandlung unter keinen Umständen gefallen zu lassen. Wie wir hören, soll der BahnhosSvor scher der Dienststelle Lichtenberg der Wache den Visitierbefehl erteilt haben. Der Mann scheint dal Unwürdige seiner Handlungsweise nicht zu fühlen, ober die Arbeiter empfinden da». Die Erregung ist eine so grvße. daß der Herr die Arbeiter zum Ausstand treiben dürfte. Daß früher Sicherhei.smannschoften Diebstähle verübt haben, daß sie von Betreten de» Bahnhofs ferngehalten werden mußten, darf«ich! dazu führen, nunmehr die Arbeiter auf diese Weise zu behandeln� Der Rrdnrrknrsn» de, U. E. P. D.-Arbeiterräte finde» am Montag, den 17. Februar, abends 7 Uhr. im Abgeord- netlstthaus, Prinz Albrcchtstrasze 17, statt. Der Berliner«rbeitrr-Schnchtlub veranstaltet für seine Mit. gliedcr cin KönigSgambitturnier. Beginn dcSselben am 16. F«. bruar. Gespielt wird Saimtag» von S-12 Uhr mittag» und Mift. woch» von OK— 914 Uhr abend» im Lokal von Merkmann, Große frankfurter Straß« 1«. Gäste find willkommen und haben freie? äumu. Theater und dergnOgunseii. VolKsMüne. Direktion Wilhelm Keyseler. S Uhr; Wilhelm Teil. TS Uhr: sie armseUjea Baien- btadtr. Opernhaus Ifechm 2 Uhr: 4. Volksvor- itellunz rd ermäss. Preisen: Die Fledermaus. rühr Tiefland. SchousDieihsus Nachm. i Uhr: 3. Volksvor- ■teliunz zu ermäss Pieisen; Kster Lampe. 7 Uhr: Othello. Direktion MaxReinhardt Deutsches Theater 31 Uhr: Prlhllncs Erwachen. 7 Uhr: Othello. Montae 7 Uhr: Bad das Licht •ehainet in dgr Fiasterali. Kommerspiele 2V Uhr; Oer �ohn. 7 Uhr; Faschlnsr. Iflontag? Uhr: Narrcnsplel des \ Lebens. I Kleines Schauspielhaus Fasanenstrassc 1, Portal 7S Uhr: Ole ÖUchte dir Pandora. Montag: 7t Uhr: Die Büchse der Pandora. Dir.: C. Meinhard. R. Bernauer Theater>. d« SöBiggr&tzer Str. 3 Uhr; Der Katzeastex. n uhr Der Totentanz. Komödienhaus ' Schiffbanerdamm 25, a. d. Neuen Wilhelmstr » Uhr. Die Ehre. n uhm Erdgeist. Berliner Theater 3 Uhr: Die iolle Knmtcs». Jh Uhr: Sterne, die wieder leuchten. HLessing-Tneater t Direkt.: Victor Barnowsky. 3 Uh-: Der Raub der Sabinerinnen t Uhr: Der Schöpfer, (Letzt Auft. Alh. Bassermann Montasr: Der Blaufuchs. 'Neueinatndierunzi Dienstag:: Oer Blauluchs. Mittwoch: Der Könie. DonnersU Der Blaufuchs. Freitag: Heer üynt. Sommbd.: Der Blaufuchs. Sonntag: Der Blauluchs. Montag; Der Könix. Deutsches Kfipstler-Theal • Uhr: Mein Nachbar Ameise. Allabendlich 7V Uhr: Mtneieuchtung fh. lt. Friedrichstodt Täglich 71/» Uhr; Drei teile Tage Thalta-Theater 3:Ufar; Unter d. blühenden Linde. nuhmPolrtlsEheWlptectiall, Theater am NoIleBdoitplMs. 4!s Uhr* Drei alte Schachteln. 7 �r: Der inxhnron. Theater des Westens. 3� Uhr: Die Dollarprlnzessln. 7i uhr Die lustige Witwe. Wallner-Theater Z\ Uhi: Graf Habeflichts. n uhr: Geisha Casino-Theater. Lotbringe r Str. 37.TügI//«8 Uhr: Der Schlager der Spielzeit. Das neue Berliner Volksstüch: Mit Knolle. Dazu erstklassige Spezialität. Sonnt. 3*- Uhr: Die weiß« Dame Walhalla- Theater 3 Uhr; Fledcrmcu«. 7» Uhr; Aueust der Starke Rose-Theaer 3 Uhr: AscbenbrSdel, 7t Uhr: Der Mann ohne Vercaneenheit. Oasispield.Friedrich-WUheltn- städt-Thcaters. Das grosse WWlsMiM Anfang-/,8 Uhr Trianen-Theater Bhl.Friedrichstr. Ztr. 4927. 2391 n uhr: Der gute Rnl Von Hermann Sudermann. Residenz- Theater Täglich 7 Uhr:. Das höhere Leben. Von Hermann Sudermann. Central- 1 heater. nuhr Die Rose von Stambul Srätifi.Optrauas Ckariettcab. 7 uhr: Figaros Hochzeit Ftteirtth- WUhelmn Theater. 3* Uhr; Bat Drelinäderlfaeue. 7h Uhr: Hannerl. Des Dteimäderihau& II. Teil. lEteiües Theater. M Uhr: JclicbCR OcberL nu.; Tabula rasa. Komische Oper. A Uhr: Sahwarzwalomädel. nuhrtSciiwarzweidniädel. l.ustspleiliaus. Ätz Uhr: Ein Rabenvater. 3% uhr-. Die spI!l«I!lSai»II!lInMi!iii!!iii»iIi!i!iMII!I!I!iiIIiM • Eintritt frell � Liebon-Kabarett? Künstler- Diele Z Taubenetr. 34.® Ab 4 Uhn Orchester■ von 6—79 Uhr: I das große Prograanu.« I Ab 79 Uhr: tanz.| Eekt nitiiich'r Tu, Killu, lihe,| SduVslate. fiit-Etticl, ff' II. hriiu, ff. Metä Zirilt frtat, M ozialist. (früher Zozioliftifchc Rualandspolitik). Anabbongige sozioltlemokratische Wschenschnft. Herausgegeben von Dr. Ruä. Breitscheiä. Anl.r ftAndlgcr TRitwirFunsZ von: Lä. Bernftein� H. Blor?, H. Haase, ä. liautokg, N. Zteia, H. Llröbel u.a. Abonnements viertelsährllch 5 TftF. Sinzeinummer 50 PJ. ' der nächsten Poftanftalc,» :it, oder in der Hauvt- i 6, Schiffbanerdamm 19 /V. ß Bestellungen sind onfzugeben� bei der nächsten Postanstalc, bei den Spediteueen der fij"---. K e.tpedition derselben, Berlin V�T=r=-- 4* Spezial-Bebandliilig ch» von Geschlechts-, Haut- gl Harnleiden jeder Art bei Män«ern und Frauen, spec. veraltete(chronische) Harnleiden u. Austiusse. nervöse Schwäche usw.. Ehrlich-Hata- Kuren. Blutuntersuchung. 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N/ötiel- und Kelchästblnh»» werk jährt Waldemar kotU.n, Puidcherstr. A. Am Aloatax»band, pünkki l!cl> 3 Ulir spricht in Lsl« Zustrls. Barlin ZV35, Pots� damer Str. 23, nahe Lützuwst� Or. Rudolf Berger schlössen, all« Machtmittel gegen diejenigen anzuwenden, die sich den Pflichten gegenüber dem Staat und dem Reich entziehen Fch werde den Betrug gegen den Staat nicht mildir, sondern strenger als jeden anderen Betrug bestrafen. Abet hinter der Strafe darf nicht allein die Macht des Staate» stehen, e» muß dahinter da» geläuterte sittliche Empfinden der Allgemeinheit stehen.(Starker Beifall.) Abg. Haasr(U. Soz.): Bon dem Rcichsminister der Finanzen haben wir heute ganz andere Tön« gehört, als von den früheren Staatssekretären de« ReichSschatzamte», die uns jahrelang den Krieg al» einen Jung- brunnen und al» ein Siahlbad gepriesen haben. Er hat das Hindenburgprogramm als ein verzwciflungsptogramm bezeichnet. in Wirklichkeit war es da» Programm einer geradezu verbreche- rifchen Vankerottcurpolitik.(Widerspruch rechts, Beifall b. d. U. Soz.) Der Ministerpräsident tröstet sich mit dem merkwürdigen FataliSmu», wir waren einmal zur Niederlage bestimmt und mußten die Augen vor der Wahrheit verschließe». Im Geyensah dazu haben wir Unabhängigen unsere Aufgabe darin gesehen, dir Wahrheit dem Volke nicht zu verschleiern. Mit welcher Selbst» ficherbeit und Ueberhcbung hat Herr Helfserich die Anleihe- Politik al» dir Ouintrssrnz aller Wei»h«it gepriesen. Damals haben ihm all« Parteien außer unS zugestimmt, während heute der ReichSfinanzminister diese Anleihen verurteilt. Man versucht, der Revolution einen Teil der Schuld an den hohen Au»- gaben beizumessen. Gewiß sind auch in der Revolution manche unzulässigen Ausgaben gemacht worden, im wesentlichen handelt rS sich doch aber um dir Kosten für dir Demobilisierung, für den Grenzschutz und die Unterstützung der Kriegsteilnehmer und ihrer Familien. Di« großen Summen für die Erwerbslosen- Unterstützung wären auch ohne Revolution notwendig ge- wesen. Der Finanzminister ha! heute alle? das, waS an P h a n- taft ereie n und Verleumdungen gegen die A.- u n d S.« R ä t e vorgebracht worden ist, auf daS richtige Maß zurückgeführt. Diese Räte haben durch dir Beaufsichtigung der Ser- waltung auch zu»rosieu Ersparnissen beigetragen.(Lachen und Widerspruch rechts, Beifall b. d. U. Soz.) An det Verschwendung de» Heercsgut» sind in erster Linie die Jntendanturbehör- den und recht viele Offiztere im Felde und namentlich in der Etappe beteiligt.(Sehr wahr! b. d. ll. Soz.) Die Gokdatenräte tverdtn so lange bestehen, wie wir ein Heer haben. Tie Arbeüerrflte aber sind teinc vorübergehende Erscheinung, täuschen Sie sich nicht darüber. Beispiele in anderen Ländern beweisen das.(Widerspruch recht». Beifall bei den U. Soz.) Sie werden für die Borbrreit»»# der Gozialisierung wichtige Ausgaben zu erfüllen haben.(Sehr richtigl bei den U. Soz.) Herr Keil hat sich vergeblich bemüht, den sozialistischen Charakter de» Regierungsprogramm» nachzuweisen. Auch bei den darin angekündigten schüchternen Sozialisierungsplänen wird der Kapitallsmu« dafür sorgen, daß er nicht zu kurz kommt.(Abg. Kell: Dann helfen Sie un» doch dabei!) Jtein, dabei werden wir ihnen nicht helfen, sondern wir werden ihre Pläne schar bekämpfen, da wir die konseqnenten und grundsatztreuen Bcr- fechte« de»«ozialistischen Gedankens sind.(Beifall b. d. U. Soz.) Da» Programm der Regierung ist dürftig. Wo bleibt die Amnestie für die, die sich im Uebereifer rebolutia närcr Leidenschaft gegen das Strafgesetz vergangen haben?(Zu- ruf: Erst den Kampf einstellen.) Dir Kämpfe sind frivol provoziert worden.(Ironische Zustimmung.) Niemals wurden die Gesetze so mißachtet wir jetzt in Berlin.(Stürmische Zurufe: Durch Spartakus!) Sogar di« Freiwilligentruppen nehmen Verhaftungen vor. Dazu haben sie kein Recht. Da» Unerhörteste ist der Schießerlajj NoSke» vom 80, Januar, der die vermoderte KaSIneltsorder von 1820 erneuert. Früher haben sich alle Parteien gegen diese Kabinetts- ordcr erklärt. Mit der Ausdehnung der Kabinettsordst auf die Freiwilligentruppen handelt NoSke ungesetzlich. Wie ist man gegen Richard Müller und seine Familie, namentlich gegen seinen jungen Sohn verfahren! Ledebour hat man nacht» an» seiner Wohnung herausgerissen und seiner Frau nicht ein- mal geiagt, wohin man ihn führte, wie ist man»ollend» mit den wehrlosen Gefangenen Liebknecht und Rosa Luxemburg umgesprungen?(Stürmische Zuruf« bei den U. Soz.-.— die Abgeordneten Kuhnert und Geyer rufen wieder- holt den Sozialdemokraten zit: Schämt EiuöI) S!« wissen ja, in wie scheußlicher Weise man diese beiden ichließlich um» Leben gebracht hat. Ein Soldat hat Liebknecht mit dem Gewehekolben zu«»den»eschlagen und dann ist er in den Tiergarten gebracht und dort von Offizieven erschossen worden. Niemand wird auf den wahnwitzigen Gedanken kommen, daß die Regierung d:e Beseitigung dieser beiden gewollt hat, aber politisch und moralisch ist sie dafür verantwortlich.(Große Un» ruh« und Widerspruch bei den Sozialdemokvaien.)«irr Gr- fangen« au» Spandau find in dem Tegeler gorst in einem Auto- mobil, umringt von zehn Soldaten, heimtückisch niedergeschossen dl« nicht zu unserer Partei grisören, erscheinen lassen, der sich 'irgest diel« Gewaltpolitik wendet, der d�e Wiedsranwenduitg der Besetze der Moral fordert und strengste» unparteiische« Gericht über di« Urheber dieser Mord« verlangt. Auch Spartaku» st eh tunter dem©ch utze de» Gesetze». Liebknecht und Rosa Luxemburg waren keine gemeinen Verbrecher. Dem jetzigen Reichswehrminister ist das Ich. V e w u ß t f e i n maßlos gesteigert worden, stin« Erlasse sind ganz und gar im Tone des früheren Kaiser Wilhelm» tt gehalten. (Große Heiterkeit.) Gerade di« Politik der deutschen Rc-iierung in den letzten Monaten ist eine bolschewistische gewesen. (Lebhafte Zurufe bei den Sozialdemokraten: Hamburg, Bremen. Drarntran twn-n n«.--...... Wo ist Eichhorn und Radek?) Au-f alle» dies werden Sie noch Nächste Sitzung Montag 2 Uhr. lFortietZuna der B-c»» � äk«Utewö ctinlit*. Rimhorn wird bald f�c«Ickern«, und1 eddub uU u* SL 8* l«0"'e«un8 Besprechung.) seine Sache selbst führen. Da« Mißtrauen gegen die Regierung st noch dadurch gesteigert worden, daß sie einmütige Beschlüsse de» Riitekontzresse» nicht durchgeführt ha»- Dansit wende lch mich zur auswärtigen Politik. Si« erfordert nach dem allgemeinen Zusammenbruch eine ganz besonder» sorgsältiz« Behandlung, sie erfordert bor allen Dingen Klarheit und Wahrheit. Da» Volk muß bor allen Dingen in die Lage gesetzt wenden, sein Urteil abzugeben über di« Schuld am Krieg«, und zu dem Zwecke muß da» gesam« in den Geheim- arckiven vorhandene Material sofort und lückenlos veröffentsicht werden. Die unparteiischen Neutralen haben ihr Urteil schon gefällt, sie haben daS überwiegende Maß der Säuld der alten btegienrng aufgebürdet, und alles, wa» in den letzten Monaten aus Bayern, ans Wien veröffentlicht worden ist, verstärkt nur diese» Urteil. Da» offen«inzugestehen, lst die beste Vorbereitung für den Frieden.(Sehr richtig! bei den Unabhäna. So,.) Ueber Belgien, diese» unglückliche. unter Bruch de» Vertrag» Überfallene Land, braucht wohl nicht» gesagt zu werden. WaS Elsatz-Lothringen beteifft, so muß da» schwere Unreckf wieder gutgemacht werden, das wir durch die Annexion begangen haben, und zwar dadurch, daß der«lsaß- lothringischen Bevölterung di« Möglichkeit gegeben wird, durch unbeernflußte Abstimmung zu entscheiden, zu welchem Staute sie gehören will. ES wäre ein Unglück, wenn die Entente dlcst Forderung ablehnen würde, denn es wsird« dadurch di« Revanchelust, die bi» dahin in Frankreich zu Hause war, nach Deutschland iUrertragru werden.(Sehr richtig!) Mit den Polen müssen wir durch Aerhandlungen zu einem klusgleich zu kommen suchen; wir brauchen da» künftig« preußische Reich ebenso notwendig, wie die Polen un» brauchen. Auch mit Rußland hätten wir nicht von neuem in einen Kriegszustand zu kommen brauchen. Die deutsche Regierung hatte unter Bethmann wie unter Hcrtling mit der Sowjeirepublli nicht Nur verhandelt, sondern sie hat sie vielfach durch ihre Beamten geradezu umschmeicheln lassen, und nicht nur Regierungsmänner, sondern auch Vertreter der Industrie, de» Großhandel», haben sich in ähnlicher Weise betätigt, weil sie wissen, daß wir mit unseren östlichen Rackcharn wieder Politische und wirtschaftliche Beziehun« gen pflegen müssen. Erst später hat zu durchsichtigem Zweck«ine Hetze gegen den Bolschewismus eingesetzt. Für die Vereinigung mit DeutfchSsirrreich treten auch wir«in. Kolonien brauchen wir nicht. Mit dem ganzen Hause find wir einig in der Forderung, daß untere Krieg«g«fangrnen schnell entlassen werden, vergessen aber auch nicht die Russen bei un». Unsere 40 000 deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien werden nicht t-Sn der Sowjetrepublik. sondern von antibolschewistischen Regierungen zurück- gehalten. Die Sünden unserer Politik bei den Friedensschlüssen von Brest und Bukarcjt rächen sich jetzt. Wäre man un» gefolgt, hätten wir längst den Frieden.(Beifall b. d. U. Soz.) ReichSwehrminister Stoffe: To» Regierungsprogramm lteÜt lediglich ein Arbeitsprogramm kür die Nationalversammlung dar. Auch wir waren nicht gewillt, ein«.Ehe ans Lebenszeit" mit den bürgerlichen Parieieii einzugehen. Daß Haase das Regie- rungspragramm bemängelt, ist selbstverständlich. WaS auch immer darin stände,«v würde es doch bemängeln.(Sehr gut!) Wenn er sich und seine Freunde al» dir grundsatztreuesten Ver- scchter de» Sozialismus bezeichnet, so mutz ich daran erinnern, daß die.Rote Fahne" jeden Tag die Unabhüngigen als die falsche Kompromißlergesellschaft darstellt.(Heiterkeit.) Haase sagt, er hätte das ungiückseliae Ende de» Kriege» vorhergesehen. Damit stimmte« aber schlecht überein, daß er noch bi« zuletzt von einem deutschen Eroberungskrieg gesprochen hat. Selbst als es absolut seststaud, daß Deutschlnud um seine nackie Existenz kämpfte. WaS er über die Entschädigung über die Daimlerwerke gesagt hat, wird ielbsiversländlich nachgeprüft werden. In einer Novembersttzung der Regierung bat Kautsky vorgeschlagen, die Beziehungen zur bolschewistischen Regierung RußlandZ nicht wieder auszunehmen, iveil man sich dadurch bei der Enient« noch mißliebiger mache? würde. Dem hat Haas« zugestimmt.(Lebhafte» Hört! Hört!) Als der Berliner VollzugSrat die Sowjetregierung zum Rutekongreß einlud, hat da» Kabinett, dem außer Haas« noch zwei andere Un- abhängige angehSrten, mit fünf gegen eine Stimme beschlossen, die Zu reise zu verhindern.(Hört! Hört!) Rückmarsch und Demobilisierung sind besser Vonstatlen gegangen, al» mancher vorher glaubt«. Dazu haben zahlreiche Soldaienräi« beigetragen. Wert» in den Tagen, da alle Aulo» rität dahin war, die SoldateNrLt« nicht gewirkt hätten, dann wäre der Zusammenbruch furchtbar gewesen. Der unab- hängig« Vogt he rr-spricht in der beutigen.Freiheit" im Tone der Anklage davon, daß der Zentralrat der Marlire auf sieben Personen herabgesetzt worden ist. Dabei hat dieser au» eigener Machtvollkommenheit sich— anfänglich 68 Mann stark— monat» lich 1260 Mark, nebst freier Wohnung und Kleidung, also ein Jahreseinkommen von 14600 Mark gesichert.(Leb. Hört, hörtl) S« ist nicht wahr, daß unser« Fretwilligen-Verbände der Konterrevolution dienen, fachen und Widerspr. b. d. U. Soz.) E» gibt keine.weiße Garde" in Deutschland.(Ern. Widerspr.) Versammlung«-, Pressefreiheit und wahre Demo- krat!« sin» btlher nur da derletzt worden, wo Gpartaklsten und Anhänger der Unabhängigen Gewalt geübt haben. In Berlin haben wir durch Waffengewalt erst die Pressefreiheit wieder erzwingen müssen, die durch Gewalttaten der Spartalisten und der Unabhängigen unterbunden war.(Hört, hörtl) Unter Mit» Wirkung de» Mitgliede» dieser Versammlunz, Henk«, ist in Bremen die Pressefreiheit vergewaltigt worden.(Pkui-Muse.) Ebenso in duxhavew Ein andere» Mitglied dieser Versammlunz avbeltet noch heul« in ähnlicher Weise in Braun schweig. (Hört, HSrtl und Pfui-Rufe.— Präsident Fehrenchach bittet die Zurufe ,u CAterlassen.) Wo die neue Freiheit von einer Minderheit bedroht wird, wird dt« Regierung der Bolksmehrheit zu ihrem Siechte bethelfen. Si« bedauert es, wenn dabei Gewalt angewendet werde» muß, aber die Ver- mitwortung dafür trifft nickt die Reziening. Roste schimpft dann auf di« Soldaienräi«, die seine An- ordnungen nicht befolgt haben und den.Ostschutz" erschweren, der willig war, die deutsche Ehre gegen polnischen Jmperia- liSmu» zu verteidigen.(Beifall.) Im Falle Liebknecht» ist da» Rechtkverfahven im Tange. Jede festgestellt« Schuld wird n-ach der Strenae de» Gesetzt» geahndet werden. Ich bedaure jede» Menschenleben (Zuruf bei den U. Soz.: Heuchler!), aber wenn ich vor die Wahl gestellt werde, ob um einiger XolltSpfe willen da« Schicksal Hunderltausendee auf da» Spiel«setzt werden soll, dann packe ich zu.(Stürmischer Beifall.) Ich steche mit gutem Gewissen «nd mit sauberen Fingern da.(Beifall bei der Mehrheit.— Lärm. Widsrspruch b. d. U Soz.) Aus ollen Teilen de» Reiche» wird dl« Regierung bestürmt, dem Wirrwarr der Gewalttätigkeit ein Ende zu machen. Wir wollen möglichst durch Verhandlungen zur Ruche kommen. Wenn aber die Ver- blendeten und die Böswilligen nicht hören und— sie sind la nur ein« kleine Mindecheit— sich der großen Mehrheit nicht fiigen wollen, dann muß und wird ihnen mit aller E t. ch'°d'nb«tt entgegen»«treten werden.(Beifall «> der Mehrheit,— Widerspruch bei den U. S.) >. JSuti ,*- M'»"(D. Vp.): Mem« Partei wird der Regierung die Mitwirkung am Ausbau der Verfassung nicht Verlagen. Wir werden stet, dankbar der Monarchen gedenken die de ro-',� die Echthest Preußen» begründet haben.(Beif. rechts (fetfciin/t 0 III**. � cn.' J"' ceveustMeMe««. Berlin. Auf Abschnitte R Bich 94 der Lebeu-Zmii iellarte der Sl«dt Berlin je 250 Gramm, also zusammen S00 Tramm, M ttn'ere Parteiorganisation hat für die am SS. Februar statt« sinocnden Kommunalwahlen eine Kandidatenliste aufgestellt, leren Iß ersten Namen lauten: Dr. Rud. Breitscheid, Franz Lago�- jinSki, Frau Minna Härder. Karl Hiibig, Siegfried l7.'arciissst!»ne». Trw,,eiide ibcesammluiig, Kikstslag, d.!8. Frbr WLthrtrormsshllust, ZIlerenl>e>stiabe 41. Tagetardnung: Schnstlcle un» Schulwege»er U. S P. vorlraa Uber Schul- eiuhelr. Tageenege«. der. eaufteogte. Männerzesangverein Lieüertafel»-West. M.». D. Arbelter-Täugerbunde». Der verein hat umer ecium seines»ewäbrle» DWgeule» Fritz Stem»el im illesiaurant»guiu Hochbad- qarie»" �Krüger. lem- »el�ojer Uier 30) die Übungb- stundeu M-eba aulgeuommen. Freitage püulllich 8 Uhr. Sanaeeluslt e«euoffa» find siel« w-llkommen. Rotenrennl«!» nicht estarderNch. parielaoavar«, mil?. Februar 1919 verstarb unser lieber Kollege August Hudnick im Alter von 61 Jahren, an Bim Darmentzündung. Ehre seinem Andenken! Die neerJigung findet sm Montag, den 17. d, Mls.. naebnittags 3 Uhr von der Halle det Köpenicker Eried- 1 hofes aus statt. Rege Beteiligung ervartet der Vorstand. U. ser herzlichstes Beileid dem sm. ß-js'a» PS bgsn iura plOtillchcn Tode seiner Piau. Dil iresu ts-i■ Des. in 12}. luirtt. II- iriii. l>.W.F. Wittenau. KugcIlsgcrUu. Die Cinäsche ung des Kollegen.... Otto ValesJce find, am Ift Feb. 3 Uhr nachm. Im Krcmatonnm. Qenchtstrasse statt. U. S. e. Nook&l.n, Am Donnerstag, den 13.1 d. M- verstarb unser Qe-| nosse. der Tischler Cusiav Garih.l, Ideal-Passtee. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am 18. d. M. miltags l Uhr, von der Leichenhalle des NenkflilnerQetrieindetri'.d. hofes. Marieodorier Weg, aus statt. Rege Beteiligung er- wnriet Der Vorstand Alien Verwandten, Bekannten und l'anel- genorsen die traurige -lachricht, eBaB meine I liebe Pran, unsere her- | z nsguie, treusorgende Mitter, Schwester, Schwägerin und Tante tler a Poeihgan geb Pankow nach 30 jähriger Eue Im 57. Lebensjahre am 13.2., früh � 7 Uhr an Orippe etc Merzsc rV. äwhe sanft entsc;.lafen ist. Ums ülcsUeiicilbltten D.o trauernden llinter- biiebenen Goslav Pooihfroa« Hcsige ül e. Masseur. Urbansir. 6i. Frida, Gertrud. Adoli als Kfn'cr. Beisetzung am 17. 2. 2� Uhr von der Hallt des Thomasfriedhofes in der Hermannstraßc •ozialwCiwkr. Wi.lvtfsia tflr ko| 6 eriihcr leicä-UqinüMkrciL 21. Abt. Bzk. 764, Nachrufl | Am 24. Januar verstarb 1 uns. üenosse.d. Chauffeur| üeorß Heppner Antwerpener Str. 49. 1 Ehre seinem Andenken. 1 Die Beerdigung hat{ bereits stattgi fanden. Der Vorstand. Akutfchtt Sohubtittt-Attdiiid Verwaltung Berlin. Tel. Roritzpl. 10823, 2578. Bureau Berlin. Auagejte 30