Cfnstlprclft 10 pfg. >w wfcNwt«»»,»»» m» m-wttiwm,«n Sun.«m»<»«»,«« mn—mw. •"»Rillt Oft rrti.1 ÄuftfCuiti,•» v-u.»«t Ibrod■ BtrM«.«e IB Ml «MMn. tMtMtu,«Mm WtlkRbß», m«natl rtL. be. Auft.»-», oittn MtRfbon«».» lN. t#•«m fvOc«?WAR##«a pafttruuvisttfi» fAt N i e flbenS-Kusgabe •Iftflntm«frltR««» SchlMauerdnmi»«» UL Ser«ipr«chr»i tlmi»«irtm 2893 utia L8U«. (M«•tuctttufa« Twtmrtf Wkm N*»chI,«st>»N.Nt»ntngszu,ch»<>, M% Bd Zamilint» W«v oirsamtnlUNHSanzeiqen fiLl der Hulckliß fari. JmleraR för der» darauf* frfcmM« It*«lügen(fiteftm» W»» Üb» nodimi(ta?» W dar«jprtilion aufzrqeben fein. «rpedtti»»! Bfrliti«W««chiffdnuerdamm»». Arn>>pfrch»rl Vmi Norde«»7«». ä berliner-Organ txr VmbMngigen Spjialömofratie S>mtrd)lanb3 P BN-' Jahrgang 2 So. nabenö, öen 22. Zebruar 1019 Nummer 06 m Heaolutionfte Sie presse über das Meulak. Ganz offen jubelt die Reaktion iiber den Streich, sen ber adlige Attentäter in München gegen Eis» ver geführt hat. Sie setzt die gemeine Verleumdung Eis» «ers auch nach seinem Tode noch fort. Di«„Kreuz- zeitung", die sich nicht genug entrüsten kann über an- gebliche Gowalttaten gegen die Bourgeoisie, wagt folgende Leichenschändung an Eisnor zu begehen: »Gisncr war einer tct übelsten Vertreter deS Judentums, die in der SelitschöN Geschichte der letzten Monate eine so k> grichncude Roll« pelplÄ! Kaden. In hervvrragendet Welke Wr« einigten sich in ihm zwei Eigenschaften feiner ittasje,'der geschichtlich bezt-ündete JnternatienaltKmu«— auch EiSner War l« Susländer dun Geburt— und die blulSmätzig begründete Eitelkeit im Gegensatz z» deutsck'ek Sachlichkeit." Ist auch die librige reaktionäre Presse in ihren Aeuhe- rangen etivas vorsichtiger, so kann sie ihre Genug- tuung über d.en Mord doch nicht verbergen. Der „Deutschen Tageszeitung" entringt sich mühsam eine ichwack)e Miszbillignug der Tat. findet aber alleZ Entschuldigende für den Mörder Und versucht. sein Verhalten zu rechtfertigen. Sie wagt es. die Tötung des Mörders, dessen Schuld einwandfrei feststeht, auf die gleiche Stufe zu stellen mit dem Meuchelmord, der an Karl Liebknecht und Rosa Lurembltrcl. den Parlamentären aus dem„Vorwärts" und den meuchlings hingcmordeten Spandaucr Arbeitern. Aehntich äuhert sich die gesamte übrige reaktionäre Press». Auch die liberalen Bürger- li ch e n Zeitungen wagen es nicht, offen und beutlich zu sägen, baß dieses Attentat geboren ist aus der bem« mungslosen und vergifteten Hetze, die sie selbst gegen Eisner seit Wochen betrieben haben. Gegenüber der Lauterkeit der Gesinnung von Eisner seinem, bei allen ehrlichen Menschen anerkannten idealen Streben und der Selbstlosigkeit, beharwtet sie. dasi er eine derbänoniSvolle Politik zu betreiben suchte. TaS wagt die Presie in dem Auaenblich zu schreiben, wo EisNer getreu keiner gonfen Ueberzeugung und seiner Galtung während der Revolution gewillt war, im Verein mit seinem Kalle- gen Im Ministerium zurückzutreten. Aber der Gast der Reaktion und die schlecht verhüllte Feindschaft des Bürgertums hat eine tiefereUrfacket Eisner wollte die G e r r s ch a f t des Sozialismus. Er suchte sie zu verwirklichen durch die g o m e i n s a m e Aktion des gesamten Prole- 'tariats. rtn seinen Berechnungen war nichts von einer Mitwirkung de? gegenrevolutionaren Bürgertums enthalten. Er war der wärmste freund des Proletariats, aber auch der a r g st e Pfeind des Büraertuins. Deshalb suchte man ihn zu oe- festigen, weil man in ihm den ocfährlichen Geaner iah. der den Sozialismus ohne Rücksickt auf Bürgertum und Reaktion zu verwirklichen suchte. sächlilh sunger Menschen, zog mit Einbruch bee DunkeNieit zu den bürgerlichen Z e i t n n g e n. w» sie aNeS kurz und klein schlug, die Kontormöbel und sonstiges Inventar, sowie»lies. auffindbare Panier und Bücher herauSschleppte und ans der Straße verbrannte. Tie Menge zog später nach dem Rat» hau? und dem Kaushnuö Landauer, welches geplündert wurde. Auch im Zentrum der Stadt ereilte eine Reibe änderet Geschäfte das gleiche Schicksal. Aus dem Strafvoll- streckungseefängiiiS wurden die Gefangenen b e- freit und die dortigen Akten vernichtet. Die Menge zog auch nach de? KreiSregierung, dort schoß tlno Psiizeiabteilung ans die Menne. Lhevaulegers und Mairosen säuberten wiederholt die Straße» und gaben Salven aus die Menge ab. Die Zahl der Toten und Verwundeten steht noch nicht fest, tleber Augs- bnrg wurdt der Belagerungszustand»erhängt. Erneuks Hetze. a Seine MmMik erk Srtt Berlin, 22. Februar. Bci der Blättermeldung, dast in München dir Nnterepiiblik anSsttrnse« sei. handelt cS»ch lediglich nm ein Errücht, für das sich eine Bestätigung zur Aeit nickst bkschasfcu löht. • München. 32. Februar. Im Deutschen Theater fand gestern abend eine Versammlung der Arbeiter-, Bauern- und Soldaten- rate statt. Es wurde für heute nachmittag 1 Uhr ein Appell auf der Theresienwiese beschlossen. Di« Mitglieder der Arbnterorgam- fationen werden gegen ihren erganisationsauSwris Wcisicn� er- Hai«», ebenso die Soldaten, deren Truppenteil« h.er in d-r»WM liege«. Der Lelagerungszusland in Augsbm«?. Augsburg, LZ. Februar. AuS«»la» der Erm-rdu»-� fcteufri kam eS gestern abend in Augsburg zu Stoßen �'| wonstrstionen«nb Ausschreitungen, die sich b:S' i W, spät« Nachtstunde ausdehnte«,«iae Menge»-»»»'' Dss E-ide d?z Genera'.slteiks im Ktihrkesier. Essen, LI. Februar. Die„Rheinsch-Westfälische Zeitung" meldet: vertrete? des A.. und S.. R a t e s, die zur vethatib. 'ung übe? dir Vorgänge im Industriebezirt zum Gencrai- kominandn nach Münster gefahren waren. legten dart folgende. Wünsche des A.»»nd S.-Rates vor: I. Ztirllckzlelmng ter Nt- gierungs-ruppen bis nördlich der Lippe und zwar bis 25. Februar. 2. Da» Geneealkommsnd» vetpslichtet stch, bei der Re- gierung dafür einzutreten, daß für alle an den viiwpsen Beteilig- ten eine möglichst weitgehende Amnestie gewährt werde. Die Gt- fangenen werden gegenseitig auSgetonscht. Darauf stellte das Generaltommnndo seinerseits fol- gende Bedingungen: 1. Sofortige Räuninng von Bottrop durch die Truppen der Arbeiter und Besetzung Bottrops durch die Regie- rungsiruppiN. 2. Zuiücklossung der Geschütze in braitchbnrem Zu- stand. 3. Herausgabe sämtlicher beschlagnahmten Gelder und Lebensmittel. 4. Herausgabe sämtlicher Gefangenen bis zum 22. Februar avendsi Aste Gewalttätigkeiten, st. a. Sabotage, sind einzustellen. Sofoettge Anfhebiing der Bahnkontroste und vnter. taffung jeder Einmischung in den Bnbnbetrieb, Wiederherstellung der Pressefreiheit, sofortiger Abbruch des Generalstreiks. Die AR gäbe aller Waffen ist sofort in die Wege zu leiten. Die vorstehenden beiderseitigen Bedingungen wurden dann in einer gemeinsamen Beratung angenommen. Die Vermittlung dieser Beratungen hatte, wie wir hören, auf An fuchen einiger Mitglieder des und S.-NateS der vberbürgeti meister Dr. Luther iibernoinmbtu Essen, 21. Februar. Die Essener Streikkonferenz stimmte am Abend nach längerer Beratung dem t» Münster vom nnv. S..Rat vorgetragene» Angebot und den Bedingungen des Generub kommando» mit allen gegen ll Stimmen zu und beschloß damit den sofortigen Abbruch dk» Generalstreik». Die Ursache der Expeditign. Aus slner Konserenz in Essen, die sich mit dem Generalstreik im Rnhrgebiet besaszte, machte Genosse Ernst(Hägens Mit- 'cilunaen über die Verhandlungen, die eine nach Weimar entsandle Kommission mit dem VolkSboauslragten NoSke halte, um die Deilegunst des Kons.'ikle» zu erwirken. Der Empfang in Weimar, so meinte Ernst, sei ihm so vorgekommen, wie man früher die Zustände im zaristischen Rutzländ goschil- dert habe. Ein« schlimmere Ueberwachung und Spitz-lN-irt- i ch o{ 1 als gegenüber den nach Weimar kommenden Genossen könne es in RNbland ni« geoeben baben „Herrn RoSke bekamen wir erst nach Uebcrwindung mancher Schwierigkeiten und Uinwcge. nachdem sich der.persönliche Äd- jutemt des Herrn Noske. ein Major, don unserer Ungefähr- lichkeit überzeugt, zu sehen. Dam, aber hatten wir zunächst ein Donnerwetter au» Roske» Munve über uns er- gehen zu lassen, dass uns fast Hören und Sehen vergehen wollt«. Nachher kam es dann doch zu einer Aussprache und als wir dem grossen Herrn den furchtbaren Ernst der Lage im In- dustrisgediet vorleaien. da schien auch NoSke unsicher zu werden und unseren Forderungen: Zurückziehung de« Militärs und Wiedereiirietzung deß Generalsoldateurat� geneigt zu werden Aber da geschah etUKiS. was die gegenwärtige Sitnatton grell beleuchtet. Der„persönliche Adjutant", der Herr Major. sagte Herrn NoSke in diesem Moment so laut in» Che. daß auch wir e@ verstehen konnten:„Darin,(er würde die Autorität de« Generalkommandos in Münster leiden!" Diese Einflüsterung wandelte Herrn NoSke wieder um. urplötzlich war er wieder der starke Mann, öl» der er sich zu Beginn der Besprechung gezeigt. tna dürfte auch zu Her tkmirigen führ'' m f-] Ür-.....' Ar« München ist in revolutionärer Gäruna. Der Genera?' streik ist proklamiert. Der Landing tritt Vorläufig ttichk mehr zusammen. Die Arbeiterschaft handelt einig. Sie hat einen AktionSausschuss nus allen drei Parteien eingesetzt ünd unverzüglich einen Näiekongress nach München einberufen. Für diesen Beschluß wirkte auch der bäuerliche Abgeordnete t*. Gattdorfer, in der Erkenntnis, daß nur die Räte bei der furchtbaren Erregung, die das baherisch? P/oletarittt erfaßt ha!, die Lage beherrschen können. In derselben ErketlttmiS haben auch die bayerischen Minister sich den Raten Ztlf Seist fügung gestellt. . So hat daS reaktionäre Attentat zunächst das Gegenteil dessen bewirkt, was der Urheber beabsichtigt hatte. Und der Volkssturm, der da in München losgebrochen, beweist zunleich, mit welcher Liebe und welchem Vertraue« baB bayerische Volk zu seinem Whrer stand, von dem d!« rechtssvssialistischc und reaktionär Presse stets versicherte, dast er niemanden hinter sich Wie. Die fimhtbars Erregung_______,„.......... Schiessere! im Landtag geführt Wren, vbwohl bisher nicht feststeht, welche Motive den oder die Täter leiteten, ob es nicht dort auch Reaktionäre waren, die die Verwirrung noch steigern wollten. Ein Münchner Metzger, namens Pe- ter, soll als Täter festgenommen feui. Näheres ist bis zur Stunde Nickst bekannt. Der„Vonvärts", dem gestern die Erkenntnis zu'dmn- mm, schien,, dak es so nicht weiter gehe, dast die bruder. mörderische Pvltt!? der rdchissostaltstischen Führer mit jedem Tag mehr die Reaktion erstarken lasse, Benützt heute schon die traurigen Vorfälle im Landtag zu erneuter Hetze Segen die Münclvrner Arbeiterschaft. . ES ist stets dieselbe Meschickst«. Wenn die beiterklasse stgendwo die Gefahter, erkennt, die vo" der Reaktion drohen,»nenn sie sich dagegen zw wnimenschllent. dann konmten die rechtZsoziritist-schen Führer und suchen diese Einigkeit zu lvrengdii. wen II nicht anders. o mit Gestwlt. So war es in Bremen, so in Hamburg, so soll e» jetzt in Bayern werden. ,.Der..Vorwärts" beginnt schon vorzuarbeiten. Er berichtet, dan die Minister Auer. Timm und Rost. fe,T m Stunde steht noch nicht fest, daß Auer seinen Verletzungen erlegen sei, und es ist HoflnUUck vorbanden, daß er yw Leben bleibt. Timm soll Idickst verwundet ie,N. Rosch, aupter wurde in Schutzhaft genommen, als man Angrisse gegen ihn befürchtete. Das Geruchs er sc, getötet worden, ist ganz unkontrollierbar und unbestätigt. Der„Vorwärts" stellt aber den Tod der dm Männer als aesichert bin. um die Stimmung fü, «in gewaltsames Vorgehen der Reichs- regierung vorzubereiten.- Während sogar nlchtso'.ialdemokrötischs bayrische Poli. nrer die Einberufung des RätekoNarcsses als einziges Mittel der Beruhigung fordern, verlangt der„Vorwärts" Die sofortige Einberufung des bavri'chen Landtages an einen stillen, siicheren Ort und die Bilduna einer Gegen- regierung! Er weiß, daß das den B i! r g e r k r i e g bedeutet, er weiß, daß das das sicherste Mittel wäre, die furchtbare Erregung noch zu steigern. Aber die rechts- sozialistisch« Führung'chreckt auch vor dem Bürgerkrieg nicht zurück, um ihre Macht zu behaupten und ihren Willen durck»iisetzen. DaS hat sa auch die Rede gezeigt, die S ch e i d e m a n n gestern unter der begeuierten Zustimmung der bürgerlichen Parteien m der Nationglversammluna hielt. Keine Spur loziali, tischen Verständnisses für die schwere Situation, in der sich die deutsche Arbeiterklasse befindet, kein anderer Gedanke als die Gewalt, die militärische Niederwersungl Kein«chorfmatstcr hätte atiders reden können, keiner hätte mehr den Beifall der Reaktion hervorrufen können. So soll es auch in Bayern gehen. Auf daS Signal, das Scheide. mann und sein„Vorwärts" geben, wird die aanze bliracr- liche Preise nun gegen die bayrische Arbeiterklasse scharf- machen, und Herr NoSke wird wieder Arbeit bekommen r,� IrtJ6 e§ weitergeben, bis endlich die Arbeiterklasse sich ausrajit und dem brudermörderischen Beginnen Einhali 5-coiefef. Sie hat nur«in Ow.n. ba§ in itsrem Namen svrechen und handeln kann, das die Einheit der Arbeiter- klaffe repräsentiert: den Rätekonarefz. Der Zusammen» tritt des allgemeinen deutschen Räte- k o n g r e s s e s ist die einzige Rettung aus dem Unheil, in das uns die Zerrissenheit der Arbeiterklasse und die unselige Politik der rechtssozialistischen Führung gestürzt hat._ Besonderer Präsident für Kreutzen. Weimar, 21. Februar. ÄmtNch. Da? preußische Staatsministerium hat sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Gesetzentwurf zur vorläufigen Lrdnung der Staats- gewalt in Preußen m zweiwr Lesung beschäftigt. Die Mehrheit der StaatSminister hat d:r Einsetzung e'nes beson- deren Staatspräsidenten mit der Maßgabe zugestimmt, daß dadurch der Regelung der staatlichen Exekutive in der end- gültigen Verfassung nicht vorgegriffen wird unv daß der mili- tärische Oberbefehl bis zur reichsrcchtl'ch n Regelung der Militärverfassung dem M'nistrrprässdenten überlassen wird. Der Verfassunggebenden Lande-verfammung soll der Erlaß der künf- tigen Verfassung des preußi schen Staates sowie der Ge- fetze, die keinen Aufschub dulden, zustehen. - Mnisler-Züchtung. Bei der sonderbaren Art, wie jetzt die Ministerposten ausgehandelt werden, wächst die Verlegenheit, genug Posten für alle Anwärter zu haben. In politischen Kulturstaaten wie England oder Frankreich wählt der Ministerpräsident sich seine Mitarbeiter aus den geeignetsten Persönlichkeiten. Natürlich so, daß das Ministerium auf das Vertrauen der Maioritäj rechnen kann. Es ist somit eine gewisse Garantie gegeben, daß es sich die geeignetsten Personen heraussuchen wird. In Deutschland verfährt man jetzt anders: da wählen die Parteien ihre Vertrauensmänner, nicht nur die Minister. sondern auch die Unterstaatsiekretäre, das heißt, die alten. abgenutzten Parteibureaukraten, und da alle darankommen wollen, ist das Geraufe groß. Also hilft man sich mit der Vermehrung der Posten. Statt die Verwaltung zu verein- fachen, zersplittert man sie noch unnötig. Es wäre durchaus ratsam, zum Beispiel das Reichswirtschastsamt. das Arbeits amt. das Ernährungsamt und das Denwbilmachungsamt zusammenzulegen. Ueberhaupt müßte eine pari am entarische Kom> Mission eingesetzt werden, die die Möglichkeit der V e r< e: n f a ch u n g des während des Krieges entsetzlich anqe schwollenen bureankratiscl�en Apparates studiert und durch- führt. Statt dessen werden Ministerien geteilt und der lliv fug von Ministern ohne Portefeuille noch weiter getrieben Jetzt soll das preußische Kultusministerium gleich in drei und das Ministerium des Innern in zwei zerlegt werden, angeblich aus sachlichen Gründen-, in Wirklichkeit, weil man dadurch drei neue Ministerposten erhält. Außerdem spricht man davon, daß man auch in Preußen Minister ohne Portefeuille ernennen will. Man mochte nämlich nicht gern einen der bisherigen In Haber kränken, andererseits muß man Platz für die eintretenden Demokraten und Klerikalen schaffen. Man verfällt also auf denselben Ausweg wie im Reich, wo man auch Herrn David, der besckxiftigungslos wurde, als Fehrenbach Prä- sident werden mußte, einfach ins Ministerium übernahm, ebenso wie Gothein, für den man noch Beschäftigung sucht. Daß das alles ein grober Mißbrauch ist, braucht wohl nicht erst bewiesen zu werden. Volitische Nachrichten- Di« verfassunggebende preußische LaadeSversammkung soll i wicht am 4. März, sondern erst am 5. März in Berlin zusammen» tretxn. Beantragter Austritt des Vereins Deutscher Kaufleute aus dem Gewerkschaftsbund. Fn einer Versammlung des Vereins der Deutschen Ksufleute O. V. XlÄ.ext:l und Konfektion) am 20. Februar, die sich mit dem beendeten Streik der Handlungsgehilfen beschäftigte, wurde von oen Kollegen Goldschmidt und Abrahamson folgende Resolution erngedracht: "D'f am 20. Februar zahlreich versammelten Mitglieder de? O. V. X des Vereins der Deutschen Kaufleute fordern den Generalrat auf. sofort Schritte«inzuleilen, daß der Verein der Deutschen Kaufleute au? dem Gewerkschaftsbunde. dem außer dem V. d. D. St. nur gelbe Verbände angehören, austritt und sofort eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Jen- ( tralverband der Handlungsgehilfen eingeht." Di« Resolution wurde von allen anwesenden Mitgliedern, bei zwei Stimmenthaltungen, angenommen. Im Blockwerk der Firma Siemen« it. HalSie waren bekanntlich vor einiger Zeit die Arbeiter in den Streik getreten, weil der Obmann LabuSkc gemaßregelt worden war. Der SchlichtungSauS- schuf;, dessen Urteil die Firma nicht abwarten wollte, hat nun zu der Sache Stellung genommen. In der stattgefundenen VerHand- hing vor dem Schlicht ungsa» Ss chu ß ün Streitfalle LabuSkc, ÄoS- bäum und Kuhnke �Ausschußmitglieder) contra Siemens u. Halste fBlockwerk) betreffs Maßregelung genannter Kollegen fällte der Schlichtungsausschuß dahingehend sein Urteil, daß die K o l l e- gen wieder einzustellen sind, da Maßregelung vorliegt. i Die Firmenvertreter erkannten dieses Urteil nicht an und er- i klärten, beim DcmobilmachungS-Kommissar Berufung einzulegen, ■ Bich müssen nun die Kollegen warten, bis die Entscheidung von ;der letzten Instanz gefällt ist. Man darf gespannt sein, wie das I letzte Urteil lauten wird. | Unter Bezugnahme auf§ 11 de» PrehgesetzeS geht uns fol» gende Berichtigung zu: Tie in der Beilage der Nummer 91 der 1 Freiheit" vom 20. Februar 1919 enthaltene Bebauvtung. Herr Thiel vom Gx-wcrkschaftsbund kaufmännischer Angestelltcn-Ber- bände habe da? Verlangen gestellt,»bei der Bezahlung der Streik- tage müsse ein Unterschied gemacht werden zwischen den freiwillig streikenden und den dazu gezwungenen", ist unwahr. Wahr ist dielmehr, daß Herr Thiel gegenüber dem Standpunkt der Arbeit» «eher, die Sireiktage nicht bezahlen zu wollen, erklär! W:.Zabl. «eitfu? Angestellte streiken nicht freiwillig und haben deshalb einen Jiechtsanspruch auf Bezahlung der Streikiage. Würden die Arbeitgeber d'e Bezahlung der Streiktage ablebnen. so müßten sie aus dem Grunde genau untersuchen, loer freiwillig und wer unfreiwillig streike. Das sei praktisch eine Unmöglichkeit. Schon aus diesem Grunde halte der Gewerkschaftsbund, der seinerseits den Streik nicht veranlaßt habe, die Bezahlung der Streiktage für jvottvendig. Zn entscheidender Stunde sollen die Wähler und Wählerinnen Groß-Berlins über die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlungen be- stimmen. Sie Baien sind von ollergrößler polilischer vedeninno. Tie Stimmabgabe soll zeigen, daß die Wähler und Wählerinnen von Groß- Berlin die Bedeutung der jetzigen Stunde voll empfinden. Kühner denn je erhedl die AeaNion ihr Haupl. Sie glaubt, daß ihre Stunde gekommen sei. Unterstützt von den Sölduerscharen einer angeblich sozialistischen Regierung, sucht sie ihre alte Herrschaft wiederherzustellen. Tie Wahlen müssen deshalb eine ssriinvllche Abrechnung mil denen zeigen. Ö5e die Herrschaft des volles zu beseitigen trachten. Die Wähler müssen Front machen gegen alle Feinde des Volkes, aber auch gegen die lauen und halben Freunde. Diese angeblichen Freunde sind eine größere Gefahr für das Volk, als die osfcuen Reaktionäre. Sie haben die N n e i n i g k e i t und die Z w i e t r a ch t in die Arbeiter- klasse hineingetragen, sie halten dem Bürgertum und der Reaktion die Steigbügel und ver- helfen ihm in den Sattel. Die Gcmciudrwahlcn sollen die Herrschaft des Sozialismus in der Gemeinde verwirklichen. Auch bei dieser Aufgabe ist auf die Mit- Wirkung der Rechtssozialisten nicht zu rechnen. Sic sind Verbündete derBourgeoisie, abhängig von ihren Wünschen und Anordnungen, daher schärfste Gegner der Arbeiterräte. Sic sind aber auch die Stützen der allen voli'elgewalt und die schärfsten Gegner der Beseitigung der Vorrechte der Reaktion auf diesem Gebiet. Tie alte sozialdemokratische Forderung, daß die Polizeigewalt in die Hände der Ge mcinde gelegt wird, findet bei ihnen die a l l e r s ch ä r f st e Bekämpfung. Noch letzthin haben sie im Rathaus der Stadt Berlin den berüchtigten Schieße vl aß N o s k e s, der de» freiwilligen Garden das Recht gibt, nach Willkür zu verfahren, ausdrücklich gebilligt. Wähler untz Wählerinnen! Bei den Ge- meiudewahlen handelt es sich um weittragende politische Entscheid u ngeu. Sie müssen deshalb eine gründliche Abrechnung mit allen denjenigen bringen, die sich nicht klar und entschieden für die Herrschaft des Sozialismus einsetze» Die Rechtssozlallslen sind Feinde des vslkes. ebensogut wie die Reaktionäre. Die Gemeindcwahlen müssen deshalb zu einer gründlichen Abrechnung mit ihnen gestaltet werden. Der morgiae Tag muß verwirklichen, was der 19. Januar und der 26. Januar begonnen haben! Seine Stimme der NeaMon und den NechlssozZalifleu! Bählt iiSerall die Liste der Unabhängigen Sozialdemakraiischen parlki! Koaöliwlfnliilcn derwadhönglgs» SoMldenwralilch-n pM-I(K S. ZU. Die Listen der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei(U. S. P.) beginnen mit den Namen: In Berlin Dr. Hermann Weyl. „ Charlottenburg.»».»lick-Ncmitz. „ Neukölln Llichmund. „ Schönebcrg...». Gustav Hossmann. „ Wilmersdorf..».» Dr. Rudolf Brcitscheid. „ Steglitz Alrermann-Zachow. „ Friedenau..... Paul Richter. „ Britz....... Görncr. „ Tempclhof..... Max Schmidt. „ Zehlcndorf..... Max Hecking. „ Lichterfelde..... Osburg-Vogtherr. „ Treptvw Vaumschulcnweg Max Freignng. „ Adlcrshof...... Emil Klvdt. „ Nicderschönrweide... Paul Bengsch. „ Copeuick...... Emil Lampe. „ Bohnsdorf..... Gcora Dorner. „ Alt-Glienicke.... Jarckel. „ Lichtenberg..... Oskar Wibke. „ Friedrichsselde-Karlshorst D. Frrntzel— R. Küter. , ,, Pankow...... Kubig. „ Tegel....... Kahl. „ Reinickendorf.... Sclkc-MonkowSkp. „ Roscnthal...... Otto Plageman». „ HcrmSdors..... Wrgenrr. „ Waidmannslust.... Luschrr. „ Glienicke lstlordbahn).. Ulfcrt. „ Berl.-Buchhol,.... Albert Berndt. K Bernau..,.. Karl Hrlbig. « Köpenick. Irrtümlich wurde berichtet, daß die Liste der Stadt. verordeienkandidaien mit dem Namen Otto Hcidrich beginnt Wir beton«», daß der erst« Name der List« Emil Lampe heißt, Die ZentralwnhIbureauS der Anadhssngtge««oztai- demokratischen Partei(11. S. P.) befinden sich in den noch- stehend aufgeführten Lokalen: Im 3. Kreis....... Rest. Baum, Stallschreiber- straße 47. In Charlottenburg.. Volkshaus, Rosinenstraße 3 (Tel.: Wilhelm 1696). „ Neukölln..... Bureau des Wahlvereins, Neckorstr. 3(Tel. Nk. 1894). „ Wilmersdorf.,. Rest. Sckzilling. Lauen- barger Str. 21. .. Steglitz....,. Rest. Piechotka. Bergstr. 9. „Friedenau.... Refr Klabe. Handjerystraße 60/61. „ Zehlendorf..«. Rest Stärke. Teltower Str. 23. „Treptow..... Rest. Scholze. Graetzstr. 49. „ Adlershof.. j. Rest. Ziege. Sedänstr. 4. „Britz....... Rest Westphal, Rudower Straße. „Cöpenick..... Rest. Schnorre. Bahnhofs- Rest.. MablSdorfer Str. 1. „ Bohnsdorf..,. Gemeindeschule. „ Alt- Glienicke... Rest. Klingenderg. Grünauer Straße. „ Friedrichsfelde.- Rest. Sudbrink. Berliner Str. 98. „Pankow,..,.. Rest. z. Kurfürsten. Berliner Str. 102(Tel.: Pk. 232). „ Tegel....... Rest. Christensen. Schliever- ffr. 69. „ Reinickendorf-Ost. Juaendhrim, Amendestr. (Tel.: Rdf. 449). ., Reinickendorf-West Rest. Glamann, Schilling» str. 34(Tel.: Rds. 3433). „ Berl.- Buchholz.. Rest. Kähne, Berliner Str. 39. Die Wahlbureaus sind am Sonntag von morgens 8 ITHj ad geöffnet. Wahlhelferwerden noch dringen! gebraucht. Genossinnen und Genossen, besonders auck Radfahrer, die gewillt sind, bei der Wahl zu Helfer; mögen sich in den oben bezeichneten Lokalen melden. Die Moabiler Prozesse. Wegen gewaltsamem Hausfriedensbruch, Auf» rühr und Landfriedensbruch hatte sich gestern der Ikjährige Arbeiter Hermann Richter vor den Schränken des Landgericht I zu verantworten. Lediglich aus jugendlicher Neu» gierde, um zu sehen, wie eS im Kriege zugeht, batte er sich in da« Mossegebäude begeben, ohne jedoch stlbst eine Waffe zu führen oder sich an Gewalttätigkeiten zu beteiligen. Am Freitag abend hat er das Mossehaus verlassen, um sich am Sonnabend an seine Arbeitsstelle in der Rittrrstraße yi begeben, wo er auf Grund unvorsichtiger Nenommistereien während der Frühstückspause ge» genüber einem Soldaten auf dessen Veranlassung verhaftet wurde. Nach der Zeugenaussage des Obermaschinenmeisters Lauche von der Firma Masse hielt der Staatsanwalt die Sachlage für dahin geklärt, daß durch die Besatzung des MossegebäudeS Ge» walttätigkeiten gegen Personen und Sachen begangen worden sind. Seine Neugier hätte der Angeklagte nach den ersten zwei Tagen befriedigen können, dadurch, daß er länger blieb, muß er sich al« Teil dieses bewaffneten Haufens gefühlt haben. Er beantragt« daher 6 Monate Gefängnis. Der Verteidiger Dr. Weinberg bestritt, daß der al« Schlachtenbummler auf den Kampfplatz geratene Angeklagt« die zur Erkenntnis seiner Strafbarkeit nötige Einsicht gehabt habe. Er beantragte daher Freisprechung oder die Strafe durch die er- littene Untersuchungshaft als verbüßt.— Der Urteilsspruch de« Gerichts lautete auf 5 Monate Gefängnis, ein Monat Untersuchungshaft ist auf die Strafe anzurechnen. Die Anklag« auf erschwerten Hausfriedensbruch wurde fallen gelassen. Auch ein Demokrat. Die Inhaber der Wäschefabrik Rosenkhal, Stralauer Straße 41/45, die Herren Moritz und Louis Rosenthal» elfterer bisher Stadtverordneter und auch jetzt Kandidat der Demokraten, bedienen sich ihrem Personal gegenüber ganz eigenartiger»deriiokrat scher- Methoden, um WahIhrlfSkräf e zu be» kommen. Sie gehen mit einer Liste herum und suchen die Ar« bciter und Angestellten zu veranlassen, abends nach Feier« abend unentgeltlich Propagandamaierial zu verbreitert. Es hat sich leider auch eine ganze Anzahl breitschlagen lassen. Daß die Leute nicht freiwillig.Ja" gesagt baben, geht au), fol« gende m hervor: Eine Angestellte lehnte die Beteiligung ab unker dem Hinweis, sie werbe tun, was ihr ihre lleberzeivung gebiete. in nicht mißznverstehender Weise sagte He« Moritz Rosen» th a l:.Schön, dann werde ch auch wissen, was ich zu tun habe." Es wird den Arbeitern ferner vorgeredet, von der Propaganda habe nich' die Demokratische Partei den Nutzen, sondern sie dien« zum Wohle der Firma, also auch deck Arbeiter und Angestellten. Wie möchten diese Demokraten über Ti'rronZmuS zetern, wenn sich Arbeiter ähnliches gestatten würden. Arbeitslosenheße. In welcher Weise gegen Arbeitslose gehetzt wird, zeigt auch folgender Fall. Die.Vossische Zeitung" gab vor einigen Tagen Kenntnis von dem Schreiben eines Landgerichtspräsi» denten an einen Berliner Anwalt, worin bemerkt wird, daß selbst für den bewilligten Hochstlofm Hilfskräfte für die ErledigtMZ des Schreibwerks nicht zu erlangen seien. Ein beschäftigungsloser Schreiber fuhr darau> fosort zum Landgericht III und meldete sich beim Obersckretär, um seine Dienste anzubieten. Infolge die, es Artikels in der..Voss. Ztg.' war da» Landgericht mit Angeboten von Arbeitswilligen vollständig Überschwemmt. doch eS liegt tatsächlich kein Bedarf vor. ES wurde gesagt, der Artikel hatte S Wochen früher erscheinen müss-'n. Da sieht matb wie gut d:e �Bossische Zeitung- unierrichtet ist. y Zeugen gesucht!; w v-i\ Zeugen, die ge'ehen haben, wie am Sonnabend, den 15. brvar. abend«, in der Weberstraße ein älterer Mann von einem Regierungssoldaten erschossen wurde, werden gebeten, ihre Adresse in unserer Lokalredaktion abzugeben. iV _ gtrie Fugend Svd-Ost. �Montag, den 34. Februar, im vokal