�Injtlprc!* IC pfg. > ejlvHbillF fifatni*te>rarn» vnt » ,Wtü««|'rrH 4»tT4a* �•***•» �UttrQunv"W »«*•«ön»««»«cHl � IU fh» tO» tttr» tid�Dnu«*» ffttäftion Pcrlm NW ft CAiffbanfrtnmm k«»,prtcher! Stau«utDcn ittvs aut Mtttk Die �benö-ftusgabe � Mm Mt nomMtrrllfi'ltf«dn 1'"" Rmim M Pf--Klein» anseijtii* hat rettqc&eucft* EPör» 40 pr-»vee treiletf Ulort 30 pf- Heuerunqjsufdjlaq 50 0,r Bei Kamillen» an» Peelammlunaeanzeiqen'Llül der Atifchlaq fort\n(eral» lüi den darauf* fctgenden laq müjjen fp5»l)>n> b» 5 Ubi naifmuttaa» de, der«jrpedihon«utqeaeben(ein. Erpeditio«: Berlin NW«. Schiffbaurrdamm I». Fernlpirch«! Am» Nörde»»7V». Serttner-Organ ber llnabbänaigm SoialbmwfraHe S>ruttWtanC>$ »vO.-.'Öf»' Jahrgang 2 Dienstag, öen 25. Zebruar 1919 Nummer 191 Eine Hetze gegen Machen. Eine leusiische Gemelnheil. In München hat dz-Z Proletariat unter dem Eindruck her fürchterlichen cteden Eisner leine Einigung auf ret?'utioi'är-'ozjal(sti'cher Grundlage vollzogen. Tos Organ der MehrheitSsozioliften. die wieder erschienene-Münch'ner Post", vertritt unter der Wucht der Ereignisse die Poiitrk, die der?,cnlrolrat eiNge'chlagen hat.' Bildung eines rein 'ozialisri'chen Ministeriums� Berankerung des Rätesystems in der Dersalsuna. proletarische Einheitsfront gegen»echts. Tasielbs ist in Nürnberg der Fall. Die bürgerlichen Parteien müssen einsehen, daß nur eine rein sozialistisckie Regierung die Tinge meistern kann, und haben sich bereits damit ab« gefunden, daß ihre Beteiligung an der Regierung unmög- lich ist.... Das vasit aber d�'n rechtssoziali st i sch en Führern nickt, die fürch�en� daß das Münchener Beispiel an» steckend wirken, ihren Bund mit den klerikalen und liberalen Bourgeoispal teien unmög'ich machen und ihre eigene öerr- lichk.'it bedroben könnte. Deshalb setzen sie alles dran. V v r» wände zu findm. um. wenn nicht anders, so mit Gewalt. die Politik des Münchener Proletariats zunichte zu macben. Mst geradezu teuflischer Gemeinheit sucht der ..Vorwärts" die Tcküsie im Landtag, die den Minister Auer schwer verletzt und den Feutrumsabgeordneten Oiel getötet haben, gegen das Münchener Proletariat aus- zunutze?. Zu diesem Zweck erfindet er. daß ein gewisser L i n d n e r, der das Attantat begangen haben soll, im Ein- Verständnis mit einem revolutionären� Arbeiter. rat �-handelt hätte, und dm gewaltsam� Sprengung des banernchen Landiages beabsichtigt habe. Auch die Schutzwache des Landtages sei im siomvlott gewesen. Beabsichtigt sei gewesen, die mehrheitssozialistischen Führer, außer Auer noch Roßhau pter und T i m m. zu ermorden. Das Ber- brech-n sei auberordentlich sorgfältig vorbereitet gewesen. Di? Absicht dieser Sen'ationsmeldung ist ganz klar. Es soll der Eindruck erweckt werden, daß München unter der Herrichast einer„spartakisti'chcn Mvrdcrbande" stehe und Saß nickts dringender sei. als daß Herr N o s k e einmarschiert. Unter dem Sclmtze der Weißen Garden würden dann die recksts'ozialisti'chen Führer mit dem Zentrum und den Like ralen die Regierung übernehmen können. Das Proletariat wäre machtlos und E: s n e r endlich ganz unschädlich gemacht. � �■ Sollen wir erst noch sagen, daß die ganze Komplott» geichichte eine gewissenlose Erfindung ist? Das geht ja'chon daraus hervor, daß nach allen bisherigen Mel- düngen die Schüsse, die das Unheil angerichtet haben, wahr- icheinlich nur von einem einzigen Menschen abgegeben wurden. ES wurde zw'.r anfangs noch von Schüssen be- richtet, die von der Galeric gefallen''eien. aber diese Mel- düngen sind ganz unbestätigt. Wäre wirklich ein Komplott, das mehrere Teilnehmer»msaßte. vorhanden gewesen, so wären, da die Schutzwachc ja angeblich versagte, Wohl ganz andere Ereignisie eingetrcien. Ten sicheren Beweis aber, daß die Geschichte erkun- den ist. erbringt der Umstand, daß den Ministern Roß- haupter und Timm nicht nur nichts geschehen ist. ion- der» daß Roßh.uiptcr z» seinem eigenen Schutz in Halt gc- nominen worden war(der»Vorwärts" ließ ihn allerdings in der Hast ermorden),»nd dann völlia nnbebellrgt in Frei- heit gesetzt wurde, und daß Timm Mitglied des neuen Minislcrimns werden oll. Dazu kommt. � daß die Rechtssozialisten in München. Nürnberg. Augsburg sich überall in die proletarische Ein- heitssront eingereiht haben, was sicher nicht der Fall wäre. wen» ne meinten, daß ibrc Führer crinordet werden'ollen. Nein, es ist ganz sicher, daß die Geschichte e r- f u n d e ii worden ist. um sie gegen dus Zusamuiengehe» der sozialisliicheir Pai teie,,. in Bayern auszuichlachtc». Denn die rechtsiozialisri'che Führung fürchtet heute nichts mehr, als die Einigung des Proletariats, da sie weiß, daß es dann mit ihrer Politik zu Ende wäre.: Deshalb die'c unerhörte Hetze des..Vorwärts", die. nur eine Parallele aal: die inianie Aiisiiiitzmig des A tten- t a I s d e s N o o i! i ir g. die zu oem Sozi a l i il c n g e'i e tz gejährt hat. Aus dieser Stufe der politischen! V e r l u m p u.n g ist heute der..Vorwärts" an gelangt.. Die Politik des Kampses gegen den inneren Feind hat eben ihre eiserne Konsequenz und die rechts sozialistische Führung ist bereits dort, wo Bismarck war. als er die Puttkamer und Tessendorf auf die deutsche Arbeiter, klasse losließ.. Schamlose Hetze! Zu nmem Brudermord stachelt die„Sozial. Korresv. des Heilmann auf. Ter Bursche schreibt über die Münchener Vorgänge: »Roch weniger darf Mc Sozialdemokrotie sich dem Terror von links beugen. Spartakisten und l Unabhängige meucheln die sozialdemokratischen Führer(!) »nd durchziehen schtverbclvasfnst die Straßen der bähen sch en Großstädte. Es wäre denkbar, daß'm Augenblick die Tozialdcmo- ti�atlc ihnen keine genügende Waffen macht entgegen- stellen könnte. Das. wäre der Beweis, daß sie in den vergangenen Monaten schwere politische Fehler gemacht hat. Sie mußt« wiffen,. daß«s zwischen den Bolschewisten und uns auf die Dauer keine Verständigung geben kann, daß der Kampf auf Leben und Tod auSgefochten werden muß und daß nur für cmeS von beiden Platz ist, enttvckder für die Dikwtur oder für die Demokratie. Aber wenn die anderen � im Auaenblick nicht durch die Zahl ibrer Anhänger, sondern durch daS Uebergewicht der Waffen die Macht an sich reißen, muß die Sozialdemokratie gegen ihre Ge- waltherrschast den Kampf für daS Recht der freien Volkswahl aufnehmen und unerschütterlich rühren...." Der Hetzer treibt öaSselbe Handwerk, das er während des Krieges zu seiner Verlängerung getrieben, heute gegen Sie revolutionäre Arbeiterschaft. Und seine Korrespondenz versorgt die ganze rechtssozialistische Prootnzpresse mit„Poll- tischer Stellungnahme". Der Eeneralslrelk in Mil'e'deul'chlmd. Zeitz. 25. Februar. In Zeitz rnhtdie Arbeit vollst äu big infolge des Generalstreiks. Da das Eick- trizitlitswcrk dir Stromliesrrung eingestellt hat, wird der Eisrnbahnverkehr, der liier auf elektrisch betriebene Weichen angewiesen ist, nur mit großen Schwierigkeiten vorläufig »och aufrechterhalten. Dir Wasiervcrsorgung der Stadt ist eingestellt. Tie Zeitungen sind infolge deS Streiks gleichfalls am Erscheinen verhin- dert. Tic Bürgerschaft des Stodt- und Landkreises �eiß will ihrerseits de» Generalstreik Proklamicren, nm die Wiederanfnahme der Arbeit durch die ausständigen Arbeiter zu erzwingen. Ruhe im rhetoisch-wstfälischen ZndMiebezirt. TU. E s s e n, 25. Februar. Im Jndustrirgebirt ist ziemlich allgemein die Arbeit wieder aufuenommcn worden. Auf den Hütten- und Stahlwerken des Bezirks wo dir Ltreikbewegungen überhaupt am geringsten gewesen waren. und nur gezwungen gsteiert wurde, sind die Arbeiter gestern vollzählig erschienen. Auf den Zechen deö Ruhrbezirks sind die Bergarbeiter gestern früh zum größten Teil wieder an. gefahren. Im nördlichen Teil drS Ruhrbezirke im Vie sen, kirchencr. Bochumer, Recklinghausener Dortmunder, und Hammer Revier, ebenso im Rattinger und Serben« Revier, wird wieder gearbeitet. Dortmund, 25. Februar. Auf sämtlichen Zechen deS hiesigen BcrgwerkSrcvicrS wurde gestern gearbeitet. Das gleiche gilt auch von den Werke» der übrige» Industrie. T.U. M ü n ft s r, 25 Februar In der Konferenz zwischen den Telegicrien der A.» und S.-Räte des Industrie- bezirkS, dem Streikkomitee und dem Genernlkommando, wurde festgestellt, daß die Berrinbarungcn an bie>en Stellen nickst ein- gehalten worden feien, und daß immer wieder llebcrfälle vor- kämen. Tie Vertreter des St r r i k k 0 m i t e e S suchten diese Vorwürfe mit dem Hinweis»uf niizurcichendc technische Mittel zu entkräfte«. Das Komitee war der Ansicht, daß bis zum 25. Februar die Z u r n g„ a h m e der RrgirrungS- truppr» hin irr die Lippe ersaigr» solle, wäh- rend das G r n r r a! l 0 m m a u d 0 aus dem Ztandpunsi stell«, es habe lediglich zugesagt, an diesem Tage ein? Aussprache über diese Frngc herbeizuiüpr.-ii. Schließlich wurde beschlossen. dir Milstärbebiirdr»ii, der Durchführung der Entwaffnung der Zivilbevölkerung zu beauftntge». Zm Sch'eppkau der bSrgerlicheu Parteien. Von Prof. Dr. C. Ballod. Wir haben im Reiche bei den Wahlen zur National- Versammlung und im Staate Preußen bei den Landtagswahlen eine bürgerliche Mehrheit bekommen. Daran ist nichts zu ändern. Zwar diese Mehrheit ist mit größter Wahrscheinlichkeit eine Frauenmehrheit. Zunächst ist die Anzahl der männlichen Wähler wogen des Ausfalls von 2 Millionen an Toten und nahezu! Million an noch nicht heimgekehrten Gefangenen eine erheblich geringere g» svesen, als die der Frauen: es dürsten IL Millionen Män- Hern 19>»--20 Millionen Frauen gegenübergestanden habey.. Man hätte Männer- Und Frauenstimmen leicht getrennt zählen können durch Verordnung verschiedenfarbiger Umschläge. Das ist nun bedauerlicherweise versäumt wer- den. Wir können also nicht exakt beweisen, wieviel Pro- zent Frauen bürgerlich gestimmt haben. Wir haben aber eine große Wahrscheinlichkeit bezw. es ist ganz notorisch, daß in allen katholischen Gebieten, in denen ja der katbo- lischen �Geistlichkeit der Beichtstuhl und durch den Beichtstuhl Seligkeit oder Höllenstrasen zur Verfügung stShen, die Frauen sozialistischer' Männer ganz überwiegend bürgerlich gestimmt haben. Wie sollte es sonst zu erklären sein, daß in Rheinland-Wcstfalen trotz bürgerlicher Mehrheit die s 0 z i a l i st i s ch gesinnten Kohlenarbeite? die Lage beherrschen. Die wirklichen Wirtschaft- lichen Macht- und Arbeitsverhältnisse sind eben weit sozialistischer, als die Stiminzottcl haben erkennen lassen!> Hätte die Mehrheitspartei sich darauf besonnen, so würde sie erkannt haben, daß sie es gar nickst notwendig hatte o>n biirgkrlichen Parteien so sehr viel Konzessionen zu machen. Die Hetze gegen die A r b e i t e r r ä t e verschleiert die eine Tatsache, daß das Kräfteverhältnis bei der eigentlichen werktätigen A''beit ein anderes ist, als hei den Stimmzetteln: man will die werktätige Arbeit wieder knechten! Uber angenommen. i>aß die Mehrheitspartei sich nach den durch die Volksabstimmung gegebenen Partei- machtverbältnisse zu richten hatte. Angenommen, daß sie um in der Regierung zu bleiben, den bürgerlichen Parteien Konzessionen zu machen brauchte. Alsdann aber ergab sich von selbst die Gegenfrage: Welch« Konzessionen machen die zur Mitherrschaft beriisenen Parteien dem Sozialismus? Soll etwa diese Konzession in dem Kleistsiedlungsgesetz bestehen, das die Schaffung von etwa-tOOOM neuen Klein- bauernstellen in Aussicht nimmt? Dieses Gesetz ist doch eine Konzession n i ch t a n d e n S 0 z i a l i s m» s. sondern an den, Individualismus! Höchstens an die Demokratie— genau betrackitetabersogaran den Konservatismus! Denn die künstigen Klein- dauern werden doch mit den bisherigen Bauern zusammen- halten, sich dem Bunde der Landwirte zivvenden, weil dieser chnen das Eintreten für Schutzzölle versprechen wird, was die Temokraten nickst können. Sollen Konzessionen in der Frage der Sozialisierung des KohlenbergbalieS gemacht sein? Das was' der neue Reichswirtschaitsminister Wisiell erklärt hat. unterscheidet sich nickst zu'ehr von dem Programm Aua»st Müllers, der die Iozial-isieriing ber Kohle im' gegenwärtigen Moment als..Verbrechen" bezeichnete! Ein ehrlicher konservativer Rationalökonom. Adolf W a a n e r, hielt die Verstagtlichiina des Bernbanes»nd der Versicherung bercits vor 40 Jahren für aeboten. und biir- gerliche Parteiiiihrcr haben auch später wiederholt die Aus- iialiniestellnng dc»' Kohle, die Monopolstelluna der Kohlen- Herren ii» Wirtichastsgetrichr der Neuzeit Zugestanden. Daß iiiau die Kohle hlaß iii�acaeiiinärtiae!! Monieiil nicht sozial!- lieren dürie. Iii» dein Feinde nick t ein Zuareiien z» erwäg- lickien. ist ein Sopbisiiia. an das ihre Veriechter'inmüalich alaube» foanein bat doch der Weltkrieg aezeiat. c>usi heute » ickils. keti�Privaieiaeniimi vor seindlichein Zugriff sicher :)t. daß der Liener»iiiimi. ivas er fliege» faiiu. Unierc Negieruug ha, ja ielbii im Frieden zu Bukarest das bös« « i?? nrmcinisKen Petrolenmauellen -veicmag aelcgt, tr�tz�ein. lie Puvciteiaentuni waren! Sollte a f �ütr wirklich zartnerviaer fein? Tan ne es nicht und, haben sie durch die f�orderuna der Abliefe» runa tandwirtichastlich>er Ma!ck>incn bewiesen, die doch der besaß: Diele sllordsruna mußte. ouaMcibtich durchs führt, die deutsche Landivirtschtast lgeradezu ruinieren! Also die Kontributionen erleichtern wir imS dadurch wirklich nicht, daß wir nicht sozialisieren. Wohl aber ist die Sozialisierung aus einem anderen Grunde richtig und unumgänglich: gerade um �austpsänder SU icyasfen zum Zwecke der Ermöglichnng fremden Kredits! Giesen Kredit brauchen wir dringend für die Beschalfung von Nahrungsmitteln, um unsere verhungerte Be- volkernng wieder einigermaßen aufzufüttern, zweitens zur 5öc|choff»ng von R o h st o f f e n, um unserer Industrie die� Inangriffnahme schaffender Arbeit zu ermöglichen! Die Amerikaner haben nickst den geringsten Zweifel darüber ge» lassen, daß sie uns nicht aus Barmherzigkeit oder um unserer schonen Augen wegen Lebensmittel senden werden, sondern sie wollen als nüchterne Praktiker Sicherheiten haben. daß diese Lebensmittel bezahlt werden. Sie lagen einiack das deutsche Volk ist arbeitstüchtig genug, ihm braucht nichts geschenkt zu werden! Diesen nüchternen praktischen Sinn der Amerikaner hätten sich unsere Unterhändler vor Augen halten sollest, anstatt ihnen ständig vorzuwinjeln. wie schlecht es bei uns stünde! Aber— sozialisiert wird nicht, wenigstens nickt von Staats wegen. Das bleibt da vom Soziali snius noch übrig? Ein bißchen Sozialpolitik, ein bißchen Arbeitcrlchutz. ein wenig Arbeitölosensürge Alles schön, aber das ist S o z i a l- Politik, wie sie auch die Demokraten, ja auch das Zentrum ver'prachen. beileibe kein Sozialismus! Aber, wird man mit Entrüstung jagen, man kann doch nicht sozialisieren. weil die Mehrheit des deutschen Volkes dagegen ist! Nun. dann übergebe man doch der Mehrheit die Herr» schaft ganz und gar und lasse sie zusehen. wie weit sie kommt! Wie wäre es denn mit einer rein bürgerlichen Regierung? Man versuche es doch mit einer solchen!, Nun. es ist kein Geheimnis: die bürgerlichen Parteiführer werden sich für die Uebernahme der Alleinherrschaft bedanken, weil sie wohl wissen, daß dann nicht mehr die Mehrheit der Stimmzettel, sondern das U e b e rg e w i ch t der werktätigen Ilrbeit den Ausschlag geben würde, daß au feinmal die ganze industrielle Dirtschasts- Maschinerie einschließlich Verkehr stillstehen würden. Gewiß, die Agrarkonservativen werden mit dem Streik der Bauern» schaft drohen. Dem steht entgegen, daß das Uebergewicht an Erwerbs-Arbeitstätigen beim Großgrundbesitz und selbst Großbauernbcsitz nicht die selbständigen Landwirte, sondern die Unselbständigen, die Arbeiter aiifweisenl Das agrarische Ost Preußen hat aus diesem Grunde eine kleine so» zialistische Mehrheit! Die großen Gül-w find es aber, die die Städte und die Jndustriebevölkerung mit Nahrung versorgen, nicht die kleinen Bauern, die noch so kon- servativ gesinnt sein mögen. Also die bürgerliche Parlamentsherrschaft wäre das Löken gegen den Stachel der wirklichen wirtschasHichen Ueber macht I Was folgt daraus? Dieses, daß die Mchrheitssozialisten, wenn sie schon einmal, um eine„starke Regierung" zu bilden, sich mit Freisinn und Zentrum verbanden, sich von diesen Parteien durchaus nicht ins Schlepptau nehmen zu lassen brauchten. Sondern sie hätten erklären können: Ihr müßt uns in einer ganzen Reihe von wichtigen Sozialisicrungssragcn entgegenkommen! Wie gedenkt man denn ii-berbmipt ohne Staatsbankerott mit den Finanzen fertig zu werden, töctin man nickst zu einer ganzen Reihe von wirklichen, nicht P s e u d o» Monopolen d. In August Müller greift? Die Einkommen- und Per- mögenssteuer in allen Ehren: die Mittel, um den ganzen Ausfall zu decken und der Entente noch Entschädigimg zu zahlen, können sie nicht gewähren: es wird daraus höchstens die Hälfte der ständigen Mehrausgaben gedeckt werden können. Sollen also für die andere Hälfte indirekte Steuern herhalten? Will sich die Mehrheitspartei den bürgerlichen Individualisten zu Liebe, ivirklich dazu entschließen? Warum denkt man denn nicht an Monopole, die die Arbeit Produkt ip gestalten können durch Ansschaltnng un- Zulellelluelle Eularluiig. Von Anna Kienisen. In Bremen hoben sich alle älteren«chüler der höheren Schu- ke« zusammengetan und haben eine politische Resolution gefaßt. Darin protestieren sie: !. Gegen die Abschaffung des Religionsunterrichtes. 2. Gegen die Reform des Geschichtsunterrichts. 3. Gegen die Entfernung der Kaiserbilder aus den Schulen. Vier unter 400 hatten den Mut, gegen diese Resolution zu stimmen. DaS ist keine Einzelerscheinung. Wo unsere.höhere", wo unser« akademisch« Jugend während des Krieges und während der Nevoiulion politisch demonstriert oder Stellung genommen hat, geschah«8, abgesehen von kleinen Minderheiten, im kricgs- hetzerischen, reaktionären Sinn. Woran liegt das? Man m p ß so fragen. Denn an sich ist die Jugend zur cppofition. zur Revolution, zur freiheitlichen Bewegung geneigt. Und unsere deutsche Jugend hat keine AuS- nahm« gebildet. Von den Tagen der Burschenschaft biZ zur 48ee Bewegung hin sind die deut'chcn Knaben und Jünglinge in ihrem natürlichen Lager gewesen. Sie haben opponiert und Vcr- solgung erlitten. Sie haben auf den Baukaden Schulter an Schulter mit dem Proletariat gekämpft. Dan"»ber ändert eS sich, und e» setzt eine vollige geistige und politische Entartung ein. Di» dahin hatte in Deutschland«in politiicher Kuddelmuddel geherrscht. Jetzt— vor praktischen Aufgaben— schieden sich die Geister. And während für das Proletarial und die proletarische Fugend die große Schule des Soz aliSmuS beginnt, gerät die bür- gerliche Jugend ins nationalistische Fahrwasser. Di« drei siegreichen Kriege üben eine starke SuggestionS- traft, der jugendlichen Heldeniehnsucht dient Bismarck al? Jdo! Und wirkt tief demoralisierend; er macht eine aiitimoralüche Mochtpolitik zum fanatischen notwendigen Glaubenssatz. Ter So- zraliSmuS ist ossiziell und geiellschaillich verpönt. Schule und Universität geben von ihm nur gefälscht« und verstümmelte Tar- stellungen, und damit schaltet die einzige zukunstS- und idcen- »oll« politische Bewegung auS dem GesichiSkreise der Jugend voll- kommen au». WaS ihr bleibt, ist ein historischer ElekliziSmu». Wtlsenschaftliche» Virtuosentuin und eine strnpcllose Ehrfurcht vor ftfrlt, and behördlicher Autorität. Das alle» wird systematisch s wirtschaftlichen Kseinbetriebes? Aber— das wäre fa Sozia- lisierung! Merkwürdig: im Kriege mußte da? Zusammen- legen der Betriebe, die Beibehaltung lediglich der best- eingerichteten Betriebe dazu herhalten, um durch Frei- werdung überschüssiger Arbeiterschaft und ihre anderweitige Verwendung das Durchhalten zu ermöglichen. In der Tat hat dies den Zusammenbruch Deutschlands aufgehalten in Verbindung mit der Einführung der„vaterländischen Ar- beitspflicht".- Während aber früher die Konzentration der Betriebe Trumpf war. ist es jetzt die Auflösung in Atome. die Wiederherstellung des bereit» überholten, irrationellen „freien Spiels der Kräfte". � Tie Erklärung, wir könnten heute nicht sozialifieren, weil wir verarmt wären, ist eitel Heuchelei. Gerade weil wir verarmt find, müssen wir sozialisieren, um die Arbeit produktiver zu gestalten. Im Kriege hieß es: Samiel hilf, Sozialismus, hilf un» durchhalten— heute heißt eS:„Ja. Arbeiter, das ist eine andere Sache!" eandeslon erenz der 11. S.$. Sechsens. Am Sonntag, den ZS Februar, tagte zu Dresden eine Landeskonferenz der 11 S P. Sachsen?, die von 56 V-rtretern. drunter 3Ü Delegierten au» 18 von den 23 ehemaligen Reichstags- Wahlkreisen de? Lande? und, 8 Abocvidnetcn der sächsische» Volkskammer. 2 Rationalversammlunzsabqeordnete usw. besucht war. Nach einer Ehrung de« Andenkens Kurt EiSners. trat man in eine Erörte'unp der pvlitiiche« Lag« im Reich ein, in der die entschlossene Antwort d«» Münchener Proletariat» auf den Blutanschlag der Gegenrevolution die Pri'teststreiks zu Gotha und Braunschwelg gegen die Gewalttaten der Weimarer und die boraussichtliche Strcikakt'on der Bergleute Mittel- deutschlands gegen die Obstruktion der SozialisierungSsordcrung durch die Regierung Scheidemann-Schiffer. im Vordergrunde standen. Man war sich klar darüber, daß diese Ereignisse, die zum Teil bis an die Grcnz-n Sachsen? brausten, nicht ohne R ü ck- Wirkung auf die sächsische Arbeiterschaft bleiben können, daß sie ihr Pflichten aufer'egen. Der Niederschlag der Aussprache war ein Aufruf, der, nach einer flammenden Brandmarkung de» BlutregimentS und der anti sozialistischen Praxik der Weimarer Koalition zum Kamps gegen dies verbrecherische System aufruft. Er verweist auf das Beispiel der Arbeiter Münchens, die Putsch und Mord der Gegenrevolution mit der Bitdung der proleia- rischen Einheitsfrent und der Proklamierung politischer Macht der A- und S- Räte beantworteten. So mutz die Partei sich allen Versuchen, die Räte zu beseitigen. wiedersehen. Den bayerischen Proletariern wird die Sympathie ausgedrückt und die lleberzeuzung ausgesprochen, daß die Zu- sammeuschließung des Proletariats auf revs. lutionärer Grundlage zur Verwirklichung deS Sozialis. mus nötig ist. In der Debatte wurde zu diesem letzteren Punkte immer wieder betont, daß siine solche Einigung nur in der revolutionären Aktion erreicht werden könne. Der Parteitag müsse scharf und klar die Grenzen nach recht» we nach links und eine feste Richtlinie für eine entscheidende Politik festlegen. wenn die Partei das Proletariat für sich gewinnen solle. Ihr« Entwicklung in Sachsen ist zur Zsit recht erfreulich — Rückschläge, die die Ablösung der Kommunisten mit sich ge- bracht, sind zwar noch nicht überall nun völlig überwunden. doch hat die Reorganisation de» Zerstörten fast allcrort» eifrig eingesetzt. Ter zweite Punkt betraf die zeitweise Politik und. drehte sich hauptsächlich um die Frage, ob d'-e Partei da« Angebot der Rechtssozialisten, wieder in die Regierung einzu- treten, annehmen solle. Tas Ergebnis der Debatte war die Annahme' des folgenden Antrag» der Volkökammersraktion: Di« Fraktion der U. S. P. Sachsen» erk'ärt in Uebereinstim- mung mil der Landeskonferenz der U. S. P. Sachsens, daß sie bereit ist, zur Herbeiführung und zur Sicherung der sozialistischen Republik unter folgenden Bedingungen in die Negierung einzu- treten: I. Bildung eines sozialistischen Ministeriums, unter Ausschluß der bürgerlichen Parteien. 2. Ablehnung eines Staatspräsidenten kür Sachsen. L. Grundsätzliche Anerkennung der deutschen Ein- heitsrepublik. 4. Völlige Demobilisaiion deS stehenden Heeres. — Entlassung der Maiinschaften und Cffizicre.— Beseitigung der alten militärischen Macht; Unterdrückung aller gegenreovlu- tionären Bestrebungen. 5. Sicherung der hurch die Revolution errungenen politischen Freiheiten., gehegt(denn das System de» alten Regimes»var klug, bedenkenlos und solgerichtig) von allen staatlichen und bürgerl!ck>en Er- ziehungSinstituten: Schule, Universität und Presse. ES wird unterstützt durch die häusliche Erziehung. Die Folgen erleben wir täglich. Einzelne sind bei natürlicher politscher Be» gabung und stärket Selbständigkeit in unser Lager übergegangen, manche künstlerisch Angeregte haben sich in einer etwa» anarchi- sähen Revolulioniererei gefallen nach dem Motto:„ES muß mehr Klamauk gemacht werden", der Krieg hat sie zum Teil au» jugei'dlichem Siurm zur ernsten Arbeit und Hingal>e geführt; die weit überwiegende Mehrzahl aber ist glücklich im Bestehenden. gehorsamer Diener der alten Gewalten und Verteidiger längst überlebter Vergangenheit. Nicht einmal der Krieg hat sie er- schüttern und belehren können. Sie gehen im festen Falle zur demokratischen Partei und frischen vergriffene Schlagworte wie- der auf. Dieser geistige MaraSmu» unsere» deutschen Bürgertums ist etwa? einzig Dastehende» in der Welt. Er ii» die größte r.'fahr für Deut'chland und für die deutsche Revoluitgn. Nicht an der Masse liegt'S und wird c» liegen, wenn die Revolution Fehler begeht, wenn sie sich zersplittert und zielto» erscheint. Ter Zustrom ist zu gering aus den akademischen Be- rufen. auS Verwaltung und allen bis dahin„führenden" Kreisen. Je mehr man selbst vom Wehen des revolutionären Geistes mitgerissen ist, desto ratloser steht man vor der Fühl- und Vcr- ständnislosigkeit unserer landläufigen Intelligenz, desto dringen- der sucht man nach Gründen. Wirtschaitlicher Art sind sie nicht, sonst würde die Bourgeoisie der anderen Länder nicht ihre Intellektuellen al» Ueberläuier in» proletarische Lager senden; nationale sind e» nicht»— trotz allein Konvcntitlcrtum und Klassenhochmut war der deutsche Jntellek- tuelle noch vor 70 Jahren anderen Schlage?; politische Gründe sind eS nichi— weil stärkerer politischer Track hat ,n Rußland daS geistige Leben weder untetdrückt noch irregeleitet:«Z ist ein längs am er Vergiftungspro z'eß, den unsere höheren Schulen beginnen. Univcrsitä». Piesse und Literatur fortsetzen und vollenden. Und diese Erscheinung wird nicht enden, wenn man sie nicht an ihren Quellen angreift. Die höheren Schulen, wie sie heute sind, ihrem Verwaltung?- system, ihrem Lehrcrstande, ihrem Lchrplan nach, sie find der Feind, der sich jeder zeiftigei, Erneuerung Deutschland» entgegen» der gejähriichste, wctt der verborgenste, zäheste und unau- S. Verfassungsrechtliche Anerkennung he# Arbeiter- und S o I d a t e n r äte. 7. Vermeidung aller Maßnahmen, die das kapitalistische Wirtschaftssystem stützen. ö. Sofortig« Inangriffnahme der Sozialisie» rung. Darunter ist zu verstehen: Die Ueberführung der gesamten kapitalisti'chen Wirtschaft in die sozialistilche muß unmittelbar in Angriff genommen wrrden. Die wich:igsten Produk:ion»mittel in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Berkehr. der Grund und Boden sowie die Bodenschätze sind als Nationoicigentum zu erklären und unter gesellschaftliche Kontrolle zu stellen. Di« Produktion ist planmäßig nach sozialistischen Grundsätzen aufzubauen, die Verteilung der GebrauchSgüter ist nach sozialistischen Grundsätzen zu regeln. 9. Nachdrückliche Vertretung der unter?. S. 4, 6, 6, 7 und 8 erhobenen Forderungen bei der Reichsregierung; schärfster Widerstand gegen alle Maßnahmen der Reichsregierung, die der Verwirklichung dieser Forderungen entgegenstreben. Die Partei nimmt aus d«ese Weise den Rechtssozialisten jeden Vorwand, ein Zusammengehen mit den Bürgerlichen mit einer Weigerung der. U. S. P. D. zu beschönigen, mit ihnen eine reinsoziakistischc Regierung zu bilden. Lehnen die Recht?- s o z i a l i st e n die Bedingungen ab. so zeigen sie damit, daß sie keine sozialistische Politik treiben wollen, und daß also wirkliche Sozialisten mit ihnen»Echt Gemeinschaft in einer. Regierung halten können. Am Montag werden Organisation?- und Pressefragen er- örtcrt werden. Unsere Dresdner Genossen, die zur Zeit noch ein Koykblatt der.Leipziger Volkszeitung" beziehen, werde» sich in Kürze selbständig machen. Sie Spitzelorsairtfakton tat Generalstab. Wolffs Bureau verbreitet folgendes Telegramm: Der General it ab ersucht die verehrlichen Re» daktionen um Veröffentlichung der an der Spitz« unserer gestrigen Nachtausgabe Nr. 488 gedruckten Meldung: Die..Not« Fahne" vom 23. Februar erdreistet sich von neuem, von der Spitzelorganisation eines Dr. Gacrtner im General- stabe zu reden. Im Gcneralstab gibt c» weder eine Spitzelorgani- sation, noch einen Dr. Gnertner. ES Ist bereit» wiederholt fest- gestellt worden, daß der Generalslab fu dem genannten Herrn, für den die„Rote Fahne" ein ganz besonderes Interesse zu haben scheint, in keinerlei Beziehungen steht und nicht einmal darüber unterrichtet ist. ob und wo und womit er in Berlin beschäftigt ist. Der Gcneralstab spekuliert auf das kurze Gedächtnis der Leser, wenn er mit diesem Dementi hervortritt nn.d es in die Presse zu lanzieren sucht. Wir haben bereits am 7. fte- bruar die Nachricht veröffentlicht, daß im Gebäude des Großen Generalstabes. Zimmer 124, eine Politisch. Parlamentarische Nachrichten st elle der Reaie- rung befindet, die von einem Herrn geleitet wird, der den Namen Dr. Gärtner als Pieudonvm führt. Die Existenz dieser Nachrichtenstelle wurde von Maior v. Stock- hausen auf Anfrage dem Staatsanwalt Weiß mann mitgeteilt. In untrer Nummer vom 9.»helcnar wieder- holten wir diese Anaaben unter Mitteilung weiterer Einzel» beiten, die sich auf die Tätigkeit im Zimmer 124 bezogen. Bis heute ist aber auf diese detaillierten Anschuldigungen keine Aeußeruna der Regierung erfolgt. � Sie werden auch durch das Dementi des Gcneralstabes nicht im geringsten erschüttert. Wie össenkliche lllel ung gemacht wird. Der Sonterberichterstatier der„Täglichen Rundschau" ent» wirft von der Bieinflussssung der öffentlichen Meinung durch die Regierung folgende anmutige Schilderung: Vormittag um 11 Uhr ist in Weimar fast alltäglich Paroleausgabe der Regierung. Man nennt das Pressekonferenz. Konferenziei ist immer irgendeiner von der Regierung, und die Pressevertreter sind das Publikum. Auf diese Weis« wird noch anders Welt'g«'schichte ge- macht, al» in den bescheidenen Zeiten des alten Pressechefs Dr. Hamman, wo man noch nicht bataillonSwcife zum Paroleempfang antrat. Jetzt machen sich manchmal sogar leibhastige Minister die Mühe, dir öfsentiiche Meinung zu be» fruchten. Heule war eS ein junger Mann aus dem Reichsamt deS Innern, der einen Reklamevortrag über den Preu- ßischen VersassungSentwurf„zur Verwendung nach Be- lieben" hielt. Aber im Pressepublikum erhob sich ein greifbarste Gegner. Nicht auf der Straße und nicht in Wahl- kämpsen wird die letzte und entscheidendste Schlacht geschlagen werden um den Sieg deS sozialen Gedanken», sondern im Kampf um die Jugend. Und wir werden in diesem Kampfe alle» gegen uns haben, die alten Verwaltungsbehörden, die akademischen Lehrer, die Elte'N, die Schüler selbst. Der jetzt einsetzend« Kamps gegen d'« Trennung von Kirche und Staat und gegen Adolf Hofsmann ist nur ein Borspiel, aber er zeigt» was folgen wird Und wir müssen überzeugt sein, daß dem in seinem Lebensnerv bedrohten Bürgertum kein Mittel zu schlecht sein wird sein Erziehunzrmonopol zu verteidigen. Rur lang- samer, unerbittlicher, zielsicherer Kamps kann hier helfen. Ein Kamps, der zunächst keinerlei Jrüchie erwarten darf, der aber um so unermüdlicher jede gewvnueue Stellung verteidigen und jede Bresche in der gegnerischen Front benutzen muß. Jede der- säumte Minute führt neue?, junges und wertvolles Leben den Gegnern zu. aber jede Uebereilung jeoer Vorstoß, der nachher zurückgenommen wird, stärkt den Feind und stistet Verwirrung in unseren eigenen Reihen. ES wäre besser gewesen, überhaupt garnicht» zu reformieren, als Reformerlasse ganz zurückzunehmen oder teilweise abzu- schwächen. Selbst wenn wir nichi» tun. wirken jetzt die Ercig- nisse, nur unsere Unenlschlosseiiheit, nn» unser Ausweichen kann ihre Wirkung fchwäch-n. Es bleibt un» aber sehr viel zu tun, sobald wir nur Raum zu dauernden Bestimmungen haben. Da» Grundlegende muß und wird die radikale Aufhebung der StandcSschule sein, und zwar so schnell ol» möglich. Wir können gor nicht gen»? Proletarierkindcr in die höheren Schulen werien. Ihre Gegenwart allestr n.\t als ein n« icS revolutionäres Element bilden, da? die Lticklust der bürgerlichen guten Stube ver- treibt und viel? Wüblcreicii bindert, die heut« unge>tärt, weil unbemerkt, gegen die Revolution arbeiten. Aber dieser eine Eingriff, so energisch er erfolgen mag, ge- nügt nicht. Er ist nur die Vorbedingung für eine syst e malische Umgestaltung de« ganz«,, ontl'kr-niichen und biireaiilratischen Schullysteins. Ich bade dst Reibe»'»!?« dieser notwendigen Re» formen ailgedcntct: VenvailungSreform, Pcrsoiialreiorm, Lchr- pianrelorin Ich bin iiberzengt. daß nur d i e> e Reibe»« folge einen Ecsolg gcwäbrleifiet. Wird sie nicht innegehalten, so verfallci, alle Ne'orinerlnise einer Sudstage der unter, ieord- ncten Behörden, welcke durch passiven Widerstand oder durch Um« deutunz sie in ihr® e g c n t e' l derkehrt. M» rr e n. Man grollte nicht nur rechts, man grollte auch links. T: R e H a m e mar z u lebhaft, wird mir er- zahlt. Da fei es neulich, als£ ch'e i'b e m a n n abend? im Theater-tzoher die Presse um sich versammelte viel feiner her- gegangen, zumal da Bier und kalter Aufschnitt die Gemüter auf R e- ch Z k o st- n glätteten. Erst recht sein wird es später in Berl'n werden, wo die Regierung ein pr.nzl.ches Palais. ZlS Prep.' Haus einrichten will, um dort ihr tägliches Slelldtchern mit der össciitlichen Meinung abzu- halten. tudeiZterß rechlferNgt sich. Berlin, 24. Februar. Wie die Telearavben-Union erfährt, hat General Luden- dorsf den deutschen Gesandten in Stockholm um Uebcrmittlung folgenden Schreibens a'n den Präsidenten der deutschen Repubiit, Herrn Ebcrt. gebeten: Herr Präsident! Fm November verliesi ich Tcnt'chland. Die Gründe sind Ihnen seit damals bekannt. Ich komme nicht wieder daraus zurück. In Ruhe, die mir die Lwimat nicht zu geben vermochte, legte ich hier für das deutsche Volk meine Letwusarbeit schriftlich nieder. TaS Werk ist jetzt beendet. Ich hoffe, daß das Baterland daraus lernen wird. Ich will dem deutschen Volke Weiler dienen, wie sich.es bisher tat. In der Stunde seiner Not braucht es jede Kraft, die selbst- loS nur an die Heimat denkt. Ein großer Teil des deutschen Volkes steht Wider mich. Aus meiner Schrift w'rd es mein Handeln erkennen. Sie kann nur meine Auffassung vertreten.. Es ist für das Vaterland, abkr auch sür mich notwendig, daß allseitige Klarheit darüber berr'cht, was ich während der vier Kriegssahre tat und wo die Wurzeln unstteS tlnglücks liegen. Ich kehre jetzt nach Teutschland zurück und bitte die Regie- rung, diese Klarstellung herbeizuführen. Ludendorff. Ties?..Klarstellung" soll General Ludcndorff haben. Sie soll sich aber nicht oollzioben in Konventikeln uns ge- Heimen Kabinelten, sondern vor den Schranken des S t a a t s g c r i ch t s h o s e s, vor die General Ludendorff mitsamt allen anderen Schuldigen des Weltkrieges gehört. Eberls Bureau. Die ,.P. P. N." melden aus Weimar: Das Bureau des Reichspräsidenten Ebert wird zunächst ans dem bisherigen UnterllaatSsekretAr der R'isiskanzlei Eurl Baake und auS dem bisherigen Privatsckrelär deS Präsidenten, dem Mitglied der Nationalversammlung Krügcr-Köpenick. bestehen. Außerdem wird dem Präsident. n je ein Vertreter des Auswärtigen Amtes fG c h c i m r a t N a d o l n y) und ein no.b nicht bestimmter Vertreter des. KriegSmini st erium? beigegeben trerd.n. Und WolsfS Burean telegraphiert: Tie Navl cht, daß der Direktor der Hamburg— Amerika- Linie v. Holtzendorff zum Obcrhofmarsck>all de? Reichspräsidenten ernannt worden ist, ist unzutreffend. Natur- gemäß ist die Stellung eines OberhosinarschallZ beim Reichs Präsidenten nicht vorgesehen. mm in Eo'sifl. Weimar. 24. Febr �ri W-Uff nw'det:«!?*»(* stnVWPAf'e minister Wissel! hat sich am Sonntag vormittag nach Gotha begeben, um sich über den Sland der Dinge zu...agcir ru.o die MSglickkeit für eine Beendigung des General- st r e i k s der Arocitec und deS Gegenstreiks der Beamten zu prüfen. Die Verhandlungen mit Vertretern der gottaischcn Vollsbeaufiragten, den städtischen Behörden und der Arbeiter- schaft, an denen auch der Generalmajor Macrcker teilnahm, zeig- tcn, daß die über die Verhältnisse in Gotha verbreiteten Nackrickiten start übertrieben sind, und daß man zu einer baldigen friedlüben Beendigung des Streiks durchaus geneigt ist. Minister Wissel! wies mit Nachdruck darauf hin, daß die Brigade Macrcker die Stadt erst nacki Erfüllung ihrer mili- täriscken Aufgeben insb'sondcrc nach Ablieferung der noch in den Händen der Bevölkerung befindlichen Waffen, verlassen werde. Tw Volkslearirtragten des Landes werde» deshalb erneut zur Maf-i>nablicserr'Ng ausfordern. Man darf erwarten. daß dieser erncule Schritt den crhosf'en Erfolg haben wird. Alst'--nn n'erd"» dw R-eleru-e?Ir»v>'''n«nst Ausnähme kleinerer, für die Bewachung von Heercsgut erforderlicher Kommandos die Stadt ghickzeitsg mit der allgemeinen Wiederaufnahme der Arbeit verlassen. Sie Be�and'vni LedebsRs. Der preußische Iüstizminister Heine ha! bekanntlich-n der Nallonaiversammlung bestritten, daß Gen. Ledebour Grund zu Beschwerden häre. Da dieser offizielle Verichägungsversuch durch Verchweigun- Ken und Verdrehungen im W-''erspruch-ur Wahrheit steht, haben wir bei dem Genossen Ledebour selbst nähere Er'undpungen eingezogen. Danach siebt solg'ndcs fest: Auf e'ne Beschwerde des VollzugSratS h n war bei Ledebour der StaatSanwal' scha-ls- rat Göbel erschienen, der übrigens nachher zum stellvcr reten- den Ti-ekror des tIellenoesänaniueS cing.'-etzt ist. Auf die Frage dieses Herrn, was er denn für Beschwerden ba-be, erklärte Ledö- bour. er wolle zunächst fektstcllcn. daß die Be'chwerde n- cht von ihm- c l b st a u? g c i a n g c n s e' und daß er auch g e g e n d l e Geiängn-sverwaltung keine Klagen zu führen habe; es sei anzuerkennen, daß die Beam en all-S zur Erl ich'er-ng der L»zft tun. was sie km Rahmen ihrer Beiuaniss- tun können. Wohl aber babe er Bc'chwerde zu führen über seine Neber- führuno noch dem stellengeiängni?, das, ein ehemaliges Auch- bans, bn-jeni'�en Ankorderüggen nickt enimrocke. Der Fußboden in den Zellen und'onstiges Holzwerk ist völbg wrmor-ck und läßt lich weder gruidlich rein-gen»ock trotz oller Des n'e'- tion von Nne-zieier(Wen-enl befreien De-u komm', daß die Heizungscinrich'ungen durchaus ungenügend sind. In der vor- a'.kn-u'r-a-rrn Kä--er'ode wa-- die Tev-tatur IN der Zell: so niedrig, daß L. nicht sckrcibcn konnte und ir.e st in Decken ein gebpu(Tür dem B"*! iiee-n>n u- e. Eine s?br üb'. Einrichtung ist auch, daß an Stelle vn Wallerklose'ts die Anstalt sich mit einem primitiven Kübelivstcm b Helsen muß. Aue alledem hoben stck auch schon acsundhel s'ckäd aende W--rkilug--i�. e-geben. L. leidet an Kovisckmcr'cn und Sck-windelanräss-n. Nachträglich Hut sich auch Grund zur Be'ckwerd- übe: Beaw'e er scbend denn on dem nämlicken Tage, an dem Heine seine Bosckön!guugsre--e in der Natioüallmrsonimlnng bielt. hat man Fruit Ledebour. die in umfassender Wei-'e durck Zn tragung von Lelensmitteln ihrem Gallen den GcmnMis--uientbast crle'ck'ter». a'tz üc auf Grund einer Veralsreduim mit der Verwallling um 1 tl ll h r morgens in den Gcsängnis-Bureaus erschien, bis l Uhr warten lassen, ehe sie eine Unterredung mit ibrem Mam-e d-irckketzen k-mn'e. Abacschcn von diesem Fall ricktclcn sich LedcbourS Beschwer- den also nicht gegen die Verwaltung, wohl aber gegen die höheren Instanzen und damit auch gegen die Regie- rung s e l.b st, die an seiner Uebcnnbriiug in einen gesundheitsschädlichen Aufenthaltsort die Schuld trägt. Darüber binauS aber bleibt der schwere Vorwurf auk der Re. gierung haften, daß sie Ledebour bat verhaften lassen, oder viel- mehr die willkürlich von einer Lssizierskamarilla voraenoinmene Bcrhaf.ung Ledcbours mehrere Tage später zu legalisieren vcr- sucht hat, trotzdem er als Vorsitzender-iner siebeng!ie-d-'gen Aus- gleichskommissiou zu jener Zeit', am 10. Januar, in Waffen- st i l l st a n d s- und A u s g l c i ch s p e r h a n d l u n if e n mit d e r Re g i e r u n g selbst begriffen war. Aus Internat onple Bexehunarn über ragen komm: da? Ver- halten� der Ebert-Tcheidemann-Regierung Ledebour gegenüber daraus hinauß, als wenn französische Soldaten in Svaa ans eigene Faust den deutschen Vorsitzenden der Wassennillitandskommission. den Minister Erzberger. unter Todcsandrohungen aus dem Bett geholt� und in Haft verschlevp.t. hätten, und dann nachträglich d-.g französische Regierung den Versuch machen würde, die Verhaftung zu legalisieren wegen irgendwelcher Handlungen, die Erzberger sich vor Einleitung der Wa f f e n st i l l st a n d s- Verhandlungen angeblich hätte zuschulden kommen lassen. Dieses Verfahren der Regierung ist ein Verstoß wider Treu und Glanben, das leider in der Nationalversammlung nicht ge- kennzeichnet wurde.. Jas AusMrlige Amk als Zensor. Schweizer Zeitungen bringen folgenden Brief an Dr. E Stilgcbauer zum Abdruck' K a r l s r u h e, den 80. Januar 1819. Sehr geehrter Herr Doktor! Als Dramaturg und Literat halte ich mich für verpflichtet, - Ihnen eine Ausktär.ing zukommen zu lassen, damit Sie in der Lage sind, zu entscheiden, ob folgende Maßnahme, seitens des AuSwärligenn Amts in Berlin ihre Berechtigung hat. Die Gen raldireltion hier erhielt ein Schreiben seitens des Auswärtigen Amts in Berlin, das bekanntgibt, daß Auf- führnngcn Ihrer Stücke ans deutschen Bühnen nicht zugelassen werden, weil Sie wahrend des Krieges stets antideutsche Ten- denzen gezeigt hätten. Wie geseg!, teile ich Ihnen das nur mit, weil ich keinen Grund sehe Ihnen die Mitteilung des. Auswärtigen Amts vor- zuentyalten. In ergebener Begrüßung gez. Dr. Rolf Roennecke. Die»antideutschen" Tendenzen Stilgebauers sind bekannt: er war lediglich energischer Pazifist und Kriegsgegner. Aber abge- sehen davon— wober nimmt das Auswärtige Amt überhaupt oas Recht, irgendeine Aufführung irgendeines Stückes zu ver- bieten? Dieser Fall unbefugter und unverschämter Zensur- anmaßung bedarf dringend der Aufklärug. S!e Wahrtjeit tider Wsseldors. Essen. 24. Februar. Der Verständigungskommis- sion des Zentralrates des A.- und S.-Rates Essen gelang es nach Verhandlungen mit dem Vollzugs- rat Düsseldorf eine Einigung zu erzielen. Die Be- dingungen des Waffenstillstandes wurden angenommen, nament- lich die bollständige Abgabe der Waffen, Freilassung der beiden Geiseln deS Fernsprechamtes und die Zurückziehung des nicht- amtlichen Personals dortselbst. Die Dbcrpostdirektion verp'Iichtet sich dagegen, den Fernsprechbetrieb sofort wieder auszunehmen. Der Generalstreik wurde mit großer Mehrheit als abgebrochen erklärt. Ein..Sieg- des Freikorps„hülsen-. Von den Abrechnungs-Konlmandos des Ers.-BatlS. 1. Garde- sußaril.-NgtZ.,-D-öbecitz, geht uns. folgeder interessante Bericht zu: Das Ersatz-Batl. erhielt am 11. Februar Weisung, bis zum 15. Februar das Lager zu räumen und dem Frciwilligcn-KorpS »Hülsen" Platz zu machen. Die kurze Frist machte cS jedoch un- möglich, bis zum fraglichen Termin auch das riesige Aktenmaterial der 30 Schreibstuben mit den 280 Schreibern nach den neuen Quartieren in Spandau zu überführen. Trotz sofort erhobenen Einspruchs seitens des Batl.-Kommandeurs, des Soldatenrats und einer gewählten Kommission beim General-Kommando und beim Korps»Hülsen", bestand letzteres rücksichtslos auf unbe- di-ller. völlio-r Räumung bis zum sestgesctztcn Tag. Einwände, unter Hinweis aus die nachteiligen schweren Folgen der über- stürzten, s.uchtart.geu Räumung, wurden mit den herausfordern- den Worten abgetan:»Wenn Ihr nicbt räumt, dann räumen wirl" Nachdem der größte Teil des Batls. das La�er freiwillig verlassen hatte zog das Korps Hülsen in un- erhört heraussorderirder Weise in Döberitz ein. Unmittelbar vor dem Einmarsch ertönte das schneidige Kommando:„Laden!", als handelte es« sich um einen Sturmangriff. Die e r st e Heldentat war das Herunterholen der roten Fahne vom Lagertor. Sodann wurden die Wachen ge- waltsam abgelöst und das Lager gesäubert. Streiskominando: nrd Radlahrervatrouillen, feldmarschmäßig mit Stahlhelmen, bis an die Zähne bewaffnet, wurden mit geladenen Gewehren, Revolvern, Hundgranaten, über las ganze Lager zerstreut, um die„Säuberung" siegreich durchzuführen. Zurückgebliebene Be- wachungs- und Schreibstuben-Kommandos wurden mit vorgchal- tenen, geladeckcn Gewehren und Handgranaten gezwungen, unter Zurücklassung der Schreibstubenakten und des Privateigentums das Lager sofort zu verlassen. Verschlossene ßchreibstuben nnd sonstige Räume wurden erbrochen, die Inneneinrichtungen teilweise verwüstet, die Bekleiduligskammern weliach ausgeplündert, ans verschiedenen Brotkammcrn das Brot(bis zu 80 Stück) geraubt Ma'ckmeiwewehre wurden aii'gestellt, im Nenlager schwärmten Schlltzen-linie auS. Auf die Fragen, warum man gegen die frivdl'cheu Töberiher de-a:t kriegerisch vorgehe, antworteten dw ~!-,r fihm rnittchoS;„Weil ihr Unabhängige und Spartakisten seid!" Verschiedentlich wurde die gewlatsame RLu- ""ng mit dem Schlachtruf:„Hinaus mit euch Scharia- li'stcnl" begleitet. Schlimmer als d-tt Vau da Ten hat das Hülsenkorps in de" Geischä f! Sz i m m" r n des B llaillanS gebanst Türen und Schränke wurden erbrochen, die-!t"cheS Schiett'malerial und Privattigen tum wurden gestohlen. Soweit die für geordnete Durchführuve der TemobilisierungZarbeiten so wichtigen Alien n'cht zerrissen zertreten, vernichtet und auf ch' Srraße geworden sind, hat mau alles Dienstmaterial, Versorgungsakten, Militörpässe, Renten- listen, Ravport- und Löhnungslisten, Geschäftsbücher und son- stige unersetzbare Milttärpapiere und Scliwslstücke in einem großen Raum zu einem w'rren, unübersichtlich« Durcheinander zu einem unentwirrbaren Papicrberg aufgetürmt. Am schwersten ist hierdurch die Bevsorguings- und Rente nabtetlung betroffen Die durch jahrelange Arbeit gewissenhaft auf- gestellten Ncntenversorgungsakten unserer K r i e g S b e s ch-ä d i g t e n sind durch brutale Z e r st ö. r U n g? w« t dos Korps„H ü l s o n" zerstreu!, zertre- ten. vernichte tttl nd äuf die S roß? geworfen. Der Schaden ist unersetzlich»nd nie wieder gut zu machen. Tie Verant. wortung für den Verlust und die kalastropl-alen Folgen Hai der Kommandeur des Ers.-Batls. abgelehnt, sie fäll! mi voller Wucht auf das Korps„Hülsen". Eine nur annähernd geordnete Wcitcr- siihrnng der Gesckstiste des Bataillons ist dank der haarsträubenden Zerit öruiigsrou: des Hülsenkorpt euqach auSaeicbloüen. Wir wollen gar nicht davon roden, daß dura- das„kamerad- schaflliche" Vorgehen der Hülsen-Krieger- die- Mannschaften. deS Ersatzbataillons jetzt okdach.os.auf-der Straße liegeu, wir.avolira auch gar kvsti Gewicht daraus legen, daß die Offiziere Huljens has vorgefundene„Soldakenhcim" sofort zu ei na»„Ofsizicrshcim" gemacht haben— das erscheint bei solchen Herren setbstversiänd-- lich— aber wir schließen uns den Einsendern völlig an, wenn.sie fragen: „Was sagt das Korps«Hülsen"' zu- dieser Anschwldigung? Was sagen der Kriegsministe:� dtzr.Rcichtteehrmknister Nosfke, die Regierung, zu diesen IMefiCCissen i>:8 Hiitsenkorps?"' Aber wir können ihnen setzt schon sagen: Roske wird sschwvi- -wn. Die Regierung w'rd schmew-n W.c alle Schuldbewußtem schweigen, wenn man sie zur Rede, stellt. Forderunpen WsNMe? ßs'dMnÄ. Dresden, 24. Februar. In einer V-.'a.mmlukig von A.» u nd S.» R a l S v e r t r e t e r n aus zwanzig Garnison ort em Sachsens wurde heute beschlossen,' a l l e Offiziere sofort uack ordnungsmäßiger-Ueb ergäbe ihrer Dienii w-chäkte.aus dem Truppendienste auszuschalten. E:ne Deputation dieser Versammlung hatte am Nack mittag eine Besprechung mit dem Kriegs mini st er. wo sie sich- über».-ugon konnte, daß bereits einige Tage vorher der Ministex verttigt hatte,- daß die Verabschiedung aller simgeren Lßfi zier«!»-sowie aller derjenigen Offiziere, die erst während des Krieges Offizien gewordc�-sind, serner aller Offiziere a. D„ z. D. und des f Beüna'ltblenstandxs in die Wege zu leiten.sei. Es war hier ferner die. Züsicheru-ng gegeben, daß die Auslösung des g c s a m t e n- al t e.n Heeres restlos erfolgt und auch die lg nt lassung des Jahrgangs 188 8. Da, wo Differenzen bestehen, sollen diese durch eine Kommission von je zwei S.-Räten und zwei OssiztcreU geschlickstet werden. Es wurde nach lebhastei Aussprache eine volle Verständigung erzielt. JtomölC'ß für MeMsfs. Die Hetze gegen die Arbeitslosen nimmt in der bürgerlichen Presse ihren Fortgang, Täglich wird von neuem behauptet, es biete sich ans, dem Lande genug Arbeitsgelegenheit, aber die Arbeitslosen seien nicht gesonnen, diese anzunehinen, weil es ihnen lieber sei, auf Kosten der Gesamtheit zck faulenzen.-' Mit Vorliebe wird dabei auf den Arbeitermangel im Braunkohlcngebict hingewiesen. Die dort fehlenden Arbeitskräfte sollen die Hauptschuld an' der Kohlrtiknappycit tragest. Das ist aber nicht richtig. So teilt unSider Lviier ciges Arbeits- Nachweises in einem südlichen Vorort Berlins mit,..daß er sich v»r einigen Tagen telephonisch an den Arbeitsnachweis in S est st e sich er g gewandt hat, um dort nachzufragen, ob Arbeikstose vnter- zubringen sin-d. Es wurde ihm erklärt, keine. Leute mehr nach Senftenberg zu schicken, da alles beseht sei. Tagtäglich müßten hunderte von Leuten wieder weggeschickt Wörden. Es sei, vor allein nicht möglich, kür die?lrbe>tcr Quartiere zu beschaffest. Die Löhne, die im Braunkohlenbergwerk geboten werden,.siud außerdem keineswegs verlockend. Für die A l- r a u.n. g r b e i t e r werden pro Schicht 8— 12 M. geboten. Tiepe-BerussMipp» hat die schwerste Arbeit zu verrichten und es sauden sich/schon in Friedens- zeiten sehr wenige einheimische Arbeiter sür diese- ansreibende Tätigkeit. Es wichen daher in der Hauptsache Pdlen und Gel i zier verwendet. Z i e g e l e i a r b e i i e r v werben pro Trsg sogar nur 5— ß Mark geboten, Es ist a-uSgcnct-.osse.u, raß-bei diesen Löhnen der Verheiratete, der von der Stadt aufs-Land geht, seinest: Familie etwas schicken kann. Noch schlimmer liege» die Verhältnisse in der Landwirt- scha st. Hier scheitert die Unterbringung der Arbeitslusen nicht nur an der Lohnfragc, sondern auch an der Untcrkunsti Die paradiestsckcn Zustände auf ders Gütern der p reu ßtscheK. Junker find' genüg«, st> bekannt. Die Herren o.'o-mi in Palästen, die Arbcsier hausen in elenden Lehmhülleü, die oft weniger Be- .uemtichkeiten bieten als ein Schweinestall, Äst 3 gehen täglich ZU- schriften von Arbeikern zu. die gesonnen waren,- aus dpm Lande zu arbeilen. Abe.r die Ausführung ihres Wim ßhes scheiterte an den willkürlichen Zuständen auf den großen Sötern. Als Beispiel Ml- len wir nur das folgend« dM r a? 1 e r i st i s che Erlebnis eines gelernten Arbeiters Wiedergebe». Ein gelernter Klempner begab»ch Mitte Januar mit noch 18 Leidensrc'ährten nach dem Gutt M e s e r g, K r e i s Ruppkll, Der Lahn für bolffachrwe Arbeiter dewns-dort pro Tau 2 Mark nebst freier VerpllegtistV Das Gnt'hatte über 100 Milchkühe, viele Schweine, Schafe und Federt,! eb. Die Leiste hoff» 'en, da der LiHn sebr niedrig mar, wtniiosteck? e'n«' gute'V-erpfle». gung vorzutti-den. Aber gleich bei der Ankunft erlebten sis eine große Enttäuschung. Als Webnranm würden rbne� zw!- SflrbeÜ mit sckileckt schließenden Fenstern und Türen- angewiesen. Die Fensterscheiben waren in der Hauvtsitche-erbro Von, so daß in den Zimmern eine jämmerliche Asttte.herrsch! e: Laaer-stitien wa-fen nicht vorbanden, die Leute mußtest sich erst S'rob holest Nstd be- kamen einige schadhafte Tücker zum Zude??n. AlS- Mei-dbrvt -ab e? eine DaNe nnd ein-'- t i!-st De-,- Motze --en? einen Teller Meb-snvpe. zum FrSbststck M-.der ck-'ne Rüben- miiüstulle, mista-S Kohlrüben ohne Fleisch-und abends eine ge- wöhnliche Karkos'elsupve. Bei d-c-s-r Kost soll fest die s>e«ste-d»n Mo'-nenS- 7� Mr vis 'bendS 3 11 br im Walde ä r b e i t-e-n' und.stolz sällen.- Dnech- 'raren, durchnäßt und aufne'nnocrt kamen st« mi- ost in ibre Be- bnnsung-«rück, stier Hot sich keine M'o'ich-it. die Sachen-zw ttzack» wen. d- Ofen ni-Vt g-h-izt war. Ni-derge'cklo-en warfön sich d-e L"'s das elende Strov'go«r. um- am audordn Daa bei derselben Kost und imwr den! lb-» V"e*ü!t-i:Itei, sie Arbeit feist- •„setzen. Dck sich dw Kost nicht besser�,' bckl-sn die Leute- dem Du'e lwch einlaen 7-agön d- n Rü �-n Auf den anderen.Küfern lie-en die'B-rß ältitisse- nsOt-besser. Man kann es unter solch?» 1lm„ä- den-den l'- ten st ahrbaKig Nicht. nveln wenn sie sich n-ch' nach b-r bttb.i-- lem Lo-l' dräu- ;:1. Die Soz-aldemokratte ba-t Iab-'ebu->!'vo g-gen die Miß- 'irtschast der Inn ke r angst'iw'-vt, ast-r Di? Per--IN, eilte ->'»» nich- s, um aui dem L-nPe �--''.rnde iir'-fch-Dci-- i---- str d-.-nvn * den Aichei'ern möossch w«'-. n-eu-ch-'nwi'crdi-'-n-I Nun sollen »«f einmal die Arbeiter der Grvßsiadt, d'-- l i,-- b'-c-r- Lebens- '«ge erkämuft balen, in die patavießl'ck.-»' b--ki'do der stiniber "von und dort ibr B-.ot suchen, ttntcr d st--"I'N P".! iltni'l-n >'ird sich aber der Zuzug nackt- dem-"a--.- k-'nm beben. Die ttunker bnbest durch die Sch"stzoll„olitik der t-stirrung-und die Er- "äbriiuo?«o'it;z wäß'-md d'st Kr••"">? ko>-?l v----dient, daß es ibnen nickt schwer fallen dürfte, Ai'-riterwobiiii'i-cn zu errichten, in denen auch ein Mensch mit Kiiltt'rbc!'rsniis..-., lausen kann. Solana? aber die Anstkerberrscha'i- eiistül'i-i gpl ro-z-e-n -st. dsirffc sich in d-eser Mnsistst kaMi etNa-Z-'ändSr Das-Problem der Arbeitslosigkeit läßt sich oben nickt vom Standpunkt-des Priva'kaptkal'ften ans löse». Es ist ei gel.-: licheSi-Problom- nur der Sozialismus vermag ihm Herr zu worden. Sie GemrM-wahIc». Das Ergebnis der Wahl in Berlin ist dem„Vorwärts" sichtlich unangenehm. Anstatt seinen Lesern die Ergebnisse bovständig vorzusetzen, bleibt er auch diesmal seiner alten Methode treu. bieWahrheitzuverschlciern. Er bersch weigt ihnen d e s h a lb die genauen Ergeb nisse der Wahlen Berlin ebenso wie die aus den Vororten, in Senen die Rcehtssozialistcn auch überall gewaltigeStrmmcnverluste haben. Aber noch schlimmer lst es. daß der..Vorwärts" den ganz unwesentlichen Rückgang der Stimmcnzahl der U. S. P. linsgeianrt nur tll lIAl Ilimmen) als einen Rückgang von 14 Prozent bezeichnet. Da wir nicht annehmen können, daß die..Lorwärts"-Redakteure nicht imstande sinch auszurechnen, daß ein Rückgang von 10 000 Stimmen bei einer Gesamtstimmenzahl von 270 000 nur 3,7 Prozent be- trägt, so bleibt nur- die Annahme übrig, daß sie mit diestn- anpabe'eine f le rn e Fälschung begehen wollten. Es bleibt ober trotzdem dabei: daß die Rechtssozialisten gegen- Preußenwahl 100 000 Stimmen verloren haben, die Unabhängige. Partei aber nur 10000, so daß sie setzt die stärkste Partei in Berlin ist. Wahlergebnisse. «horlottentur« Die, amtlich festgestellten Zahlen lauten imnmehr: Rechts, ozialiiten<0 130 Stimmen. W�H-tze. Unabhängige 2S71Z Stimmen, tt Ti,e, Deutschnalio- nale 19«SS Stimmen. 11 Sitze. Deutsche Volkspartei 1S784 Stimmen. 9 Sitze. Thristliche Volkspartei 6344 Stimmen. 1 Sitz. Mittelstand 8912 Stimmen, 4 Sitze. Demokraten 27 646 Stimmen, Ist Sitze Wittenau. Mehrhcitssog.. 1131, Unabhängig» 2972. Bürger- block 917. Rosentdal. Bürgerblock 839(6 Sitze), MehrheitSsoz. 819 sst Sitze), Unabhängige 1137(9 Sitze). »iederschäneweide Mehrheitisoz. im(8 Sitze), Un»b. Mngiße 171»(3 Sitze). Demolraten 930(4 Sitze). Bürgerblock 880(4 Sitze). «tahnsdarf. Bürgerblock 136(1 Sitz). M�hrheitssoz. 378 (6 Sttze) Unabhängig» 72(2 Sitze). Xeltoto. MehrhcitSsoz 1176(11 Sitze). Unabhängig» 252 (8 Sitze). Bürgerlicher Block 602(2 Sitze). S-sten.«ebrheitSsoz. 8 Sitze. Unabhängig 1 Ti«, Bürger. licher Black 9 Sitze. Johannisthal. MehrhcitSsoz. 949(6 Sitze). Unabhängige 1908 K Sitze), Demokraten 497(3 Sitzei. Bürgerlicher Block 275 Sitze). Bern«». Mehrheitssozialisten 1390 Stimmen. Unabhängige US0 Stimmen, Demokraten 1354 Stimmen, somit je 8 Stadtver. oebneie. Lichtegfelb«. Mehrheitsso». 6210. Unabh. 12Z3, Demokr. 271». Bd�erl. Parteien 10355. Mandatsverteilung noch nicht festge- stellt.--< Aehle«h»rf. Mehrheitssoz. 2449(7). Unabh. 639(2). Demo. «oben 1549(5). Bürgerl. Parteien 4407(14), Hausbelitzer 706( 2). Ttthto».(Gesamtresultat): Unabhängige 4563, Demokraten H, bürgerlicher Block 2970. MehrheitSiozialisten 6347 Des weiteren ist eS natürlich. mS.«in««ufgave oer p r». c> italischen Gc mein deverlrieter. danach zu sehen, baß � in der Gemeinde die Richtlinien auch voll und ganz zur Durch- i führung kommen. Ebenso dürfte eS eine donkbare Aufgabe der jA r be ite r r Sie fein/ dahin zu wirken. ES ist dies um so notwendiger, da Konsumvereine gemeinnützige Unter- nehmen sind, die. namentlich wenn der NahrungSmitteltzande: in den Gemeinden sozialisiert werden''oll, mit ihren Einrichtungen eine recht brauchbare, gesunde Grundlage bieten. Denn grundsätzlich muß daran festgehalten werden, daß bei der Waren- Verteilung di» B e r b r o u ch e r i n t e r e s s e n in erster Linie berücksichtigt werden müssen. Sie werden aber nur gewährt rn der koniumgenossen'chaftlichen-Lrganisalion, und deshalb muß für unsere Genossen in den Gemeinden Richtschnur sein:»Dem Konsumverein, was dem Konsumverein gebührt!" «1. Mmkiiafeld«, sfyelamtresultat): Unabhängige 392. Demokraten m>4, Mehrheitssozialiften 624. Bürgerliche Parteien 731. -»eftl.(Gesamtresultat): Unabhängige 2505, Bürgerliche Par- ieien 1841. Mehtheitsso�alisten 3047, Zentrum 449. Mieter. »«ein«Ist. «etmsktrf. Mehrheit-sozialisten 941(3 Sitze). Unabhängig» 834(8 Stde).«ürgerblock 2156(0 Sitze). Un-bhällgigr 2108(5 Sitze). Bürgerblock 8480 J9 Sitze), Mehrheitssozialisten 2515(7 Sitze). vh-rschlnemeibr.(Gesamtresultat): Unabhängig» 5696. De- JÄS! lS24. Mehrbeilssozialisten 2966. ehristluhe Volkspartei 774.„brige-Biirgerparteien 447. � Stralau Unabhängige 1182(6 Sitze), Mehrheitssozialisten 901(4 Sitze) Bürgerblock 642(2 Sitze). �?�rheit,,oz III»(B Sitze). Deutsch- not 718(8 Sitze). Deutsche«olkep. 866(4 Sitze). Demokraten 602 (8 Sitze). Gewählt 10 Bürgerliche. 6 Sozialdemokraten. Branbenburg«. h. H. Von 48 sitzen erhielten 27 die Mehrheitssozialisten, 2 die Unabhängigen. 10 die Demokraten. 5 die Mittelständler. 8 die Deutschnationalen und l die Christliche Volksporte i. Ssz'ales. Die ttonsumvereine in der Wareuverteilimg. Um den Konsumvereinen in der Kriegswirtschaft endlich die Stell« einzuräumen, die sie ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nach längst zu beanspruchen gehabt hätten, find vom Staat»- sekretär des Re ichs e r n ä h r u ng i a m t e S Anfang Januar d. I. Richtlinien herausgegeben worden, die für de» EngrvZhandel sowohl als auch für die Konsumvereine die Warenverteilung regeln. Die Konsumvereine hotten, bevor diese Richtlinien herouSgegeben wurden, sehr häufig darüber zu Logen, daß sie von den Gemeindebehörden für ihre Mitglieder nicht immer die Waren bekommen, die sie vor dem Kriege bereit» geführt haben. Alle Beschwerden blieben erfolglos, weil man sich in der bureoukrotischen Verwaltung keinerlei Mühe machte, ßch mit dem Wesen der Konsumvereine näher vertraut zu machen. ES ist selbstverständlich, daß in diesem Verhalten eine Aendcrung Platz'greifen mußt« in dem Moment, al» ein Genossen, fchafter a» die Spitz« de» R e i ch»« r n ä h r u n g S. a m t e s berufen' worden ist. Dabei sei ausdrücklich betont, daß der Staatssekretär Wurm den Konsumvereinen keine Bevor- zugung zuteil werden ließ, sondern lediglich veranlaßt«, daß die Konsumverein« für diejenigen Mitglieder, die ihre Waren im eigenen Geschäft holen wollen, auch die genügenden Mengen über- Wiesen erhalten. Um ganz einwandfrei festzustellen, wieviel Mit- gliedtr für sich und ihre Familienangehörigen für die Folge die Lebensmittel aus den Konsumvereinen bezichen wollen, haben sich die letzteren verpflichtet, durch Umfrage die diesbezüglichen Fest- stellungen zu machen. Kaum sind die Richtlinien bekannt geworden und schon be- ginnt ein gioßes Kesseltreiben gegen die Konsum- vereine. Die Kleinhändler lassen alle Minen springen, um nachzuweisen, daß die Konsumvereine bevorzugt werden sollen Oder daß die' Konsumvereine jetzt mit Waren, beliefert werden sollen) die sie früher nie geführt hätten und dergleichen mehr. Andererseits sind Gemeindebehörden vorhanden, die nicht abgeneigt sind, auf diese unzutreffenden Darftellungen des Kleinhandels R ü ck s i ch t z u nehmen. Man mutz sich wundern über den Mut. den manche Gegner der Konsumverein« aufbringen, um da» Gegenteil: von dem beweisen zu wollen, waS der Wahr- heit entspricht. Andererseits lätzt diese» Verhalten allerdings KUch erkennen, wie sehr ine frühere Regierung bzw. die behörd- lichen Organe die K om s u m v er e i n e benachteiligt und dev Kleinhandel bevorzugt haben. Wurm ist ja nun nicht mehr Staatssekretär, ab« hoffentlich wird trotzdem..vom Neichser nährungSamt. darauf hingesehen werden, daß die Richtlinie» restlos zur Durchführung gelonge». Ahnungen. Zwischen grauen Mauern ein Fleckchen Park. Noch vor wenig Tagen lag Schnee darübergebreilet und unfreundliches Dunkel. Gestalten huschten über den Platz: nur h. er keinen Aufenthalt. Heute sitzen im warmen Licht Menschen auf allen Bänken, sich zu freuen am Zonnenglanz. sich zu laben am Duft des frühen Zrühlinsiages. Sie ruhen aus. Mütter schreiten hinter Kinderwagen, kleine Mädchen spielen mit Reifen, eine Kinderwärterin übt— Gcigenklönge im Ohr, das Bild des Freundes vor dem Auge— Tanzschritte mit einem widerstrebenden Buben. Alle fühlen das Rieseln erster Lenzahnung in den Gliedern. Die Beete sind noch unberührt: die pflegende Hand ruht noch. In den Lüften aber liegt kommendes Werden, werdende Schönheit. Die Winternacht ist gewichen. Soll es auch im Leben der Menschen, des Ganzen, des Volkes heller werden? Die Nacht des Krieges will dem Frieden weichen: Grauen und Mord sind fast vergessen. Die Tage grauer Nebel waren die rechte Hülle für den blutigen Bruderkrieg in menschen- gefüllter Stadt, für den Meuchelmord, für das Rasen ge- dungener Banden. Wird auch das nun vorbei sein? Werden die Menschen sich wiederfinden im Glauben an das Geistige? Werden sie in der Helle goldener Lcnztage alles Falsche, Wilde. Sckstvarze abstreifen? Knaben führen' ein Spiel auf. das Krieg sein soll, ein Nachklang aus dunkelster Zeit, gepflegt durch eine falsche Schule. Aber es ist kein Krieg: Es ist das Ausströmen einer sprudelnden, aber verführten Phantasie, starker, aber falsch geleiteter Tatinstinkte.. Im Wesen ist der werdende Mensch rein, erfüllt von unbewußter Sehnsucht nach dem Schönen. abhold den: Blutigen. Wird das endlich durchbrechen? Lenzdüfte wehen. Der Menschen Augen blicken gläu- biger, ihre Herzen schlagen rascher, die Seelen fühlen freier. Sie ahnen kommendes Werden, Besscrwerden. Ein mlbglücktes Manöver. In der letzten Spanfcau« Stadtverordnetenversammlung versuchten die bürgerlichen Stadtverordneten die letzte Stunde, die ihnen noch die Macht in den Händen ließ, zu einem Attentat gegen die Bevölkerung auszunutzen. Nichts anderes als d'.e Neuwahl des Bürgermeisters war geplant, trotzdem die Regierung durch Verordnung bestimmt halte, datz infolge der zu erwartenden anderen Ausammensetzung der Gcmeindever- tretungen alle Reuwahlen seitens der alten Körperschaften zu unterbleiben haben. Ein Antrag deS sozialdemokratischen Stadt- verordneten Pieck, den Punkt von der Tagesordnung abzufetzen und den Arbeiterrat der StaatSwerkstätteu zwecks Einlegung eine» von allen ansässigen Arbeitern der Spandauer Staalswerk- stätten unterstützten Protestes gegen die Bürgermeisterwahl zu empfangen, wurde von der Versammlung unter großer Unruhe auf den stark besetzten Tribünen und der vollzählig erschienenen ArbeiterratSmitglieder abgelehnt. Die letzteren erklärten, die Wahl unter keinen Umständen zulaffen zu wollen. Darauf ver- tagte der Vorsteher die Versammlung auf 10 Minuten. Nach Wiedereröffnung gab er bekannt, daß die Stadtverordneten de» ichtossen' haben, überhaupt nicht mehr weiter zu tagen. Es wurde dann schnell noch über einen Antrag ab- gestimmt, der besagt, daß die Kommissionen, die zur Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln eingesetzt sind, ihre Funktionen aus- üben sollen, bis die neu« Beriammlung sich konstituiert hat. Dieser Antrag wurde«instimmig angenommen. So nahm denn die letzte Sitzung des PrivitegienpartamentS in Spandau«in un- rühmliches Ende. Forderungen der Arbeiter. Die Arbeiter, und Angestellten der AEG.-Werke(Apparate- Fabrik) ckordcrn, daß die von den Arbei.erräten und Vollzrgsrat aufgestelllen Richtlinien zur baldigen Durchführung zu bringen sind.'Sie' erklären, daß sie geschlossen hinter ihren A r b ei t e r rä t e n stehen. Rowdytum. AuS Kremmen wird un! berichtet: Am Sonntag ging der Arbeiter Richard Hebet an einem, dem.Tampfsägewcrksbeiitzer Herrn K riefet gehörigen Stichkanal entlang, um seinen Weg abzukürzen. Plötzlich wurde er von Herrn Kriesel angerufen, und ais er nicht stehen blieb, sondern feinen Weg ruhig fortsetzte, uef ihm Kriesel nach, zog einen Browning' aus der Tasche, setzte ihm diesen auf die Brust und drohte ihm mit Erschießen. Ohne jede Vcrantasiung, da Hebel keine Waffe bei sich hatte und auch keine Miene machte, Herrn Kriesel anzugreisen. Nur durch die Kalt, blütigkeit und Besonnenheit des Hebel ist«S zum Blutvergießen nicht gekommen.— Wie un» weiter mitgeteilt wird, fühlt jüb das Bürgertum seit der Einquartierung des Lützow-Korps überhaupt sehr kräftig und tritt den Arbeitern herausfordernd gegenüber. Wie kommt der Mühlenbesitzcr überhaupt zu einem Revolver? Wir fordern, daß ihm dieser sofort abgenommen wird, denn er gerade hat gezeigt, daß in seinen Händen eine Waffe leicht zur Vernichtung unschuldiger Menschenleben führen kann. Hnd es wird doch gerade in der jetzigen Zeit genug mit dem Schießeisen viel zu viel herumgefuchtelt, in den meisten Fällen um nichts und wieder nichts. Diesem Rowdytum muß mit aller Strenge zu Leibe gegangen werden. Ein Ehedrama hat sich gestern(Montag) nachmittag stt der Klarenbachstraße. im Nordwesten der Sladr. avgcjpietr. Der 33 Jahre alte Hilfsreviso: Hermann Kuhnert ericyvß dort seine 2v Jahre alle Ehefrau Eis«, geb. Thiele und stellte sich dann« selbst der Polizei.' Frau Kuhnert wohnte, getrennt von ihr.m Mann« in der Klarenbachstraße IL. Kuhnert, war gestern nach- mittag in die Wovnung seiner Frau aegangen, um mu ,hr eine Aussprache herbeizuführen. Als die Frau auf fein« Borschläge nicht einging, ihn vielmehr brüsk zurückwies, zog der Mann plötzlich einen, milgebräch.xn Revolver, schoß auf se.ne Frau und verletzt« sie so schwer, daß sie aus der Stelle verstarb.— Zu der �■„. �.l� 4 t) Uity noc| Mi gcleill. daß sitzt auch die erjchojsene Beglettcrin d-cs schwer- verwundeten Mannes fcstgcilellt ivorden ist. De Tote ist c n« 3rau Elln Van'cc. die bei ibren Eltern in der Krausenstrag« wohnte. Frau Vanser war mit einem Elsässcr verheiratet, der sich in Paris aufhält. Klci.r hatte sich ihr schon sei! längerer Zeit mit LicbcSanträgcn genähert und von chr verlangt, daß sie sich von ihrem Manne scheiden laffni solle. Wahrscheinlich hat er diese Forderung auch in dem Hotel an sie gestellt und als sie nicht vin- willige, den Revolver gezogen, um gemeinsam m:! ihr aus dem Leben zu scheiden. Licktbildervorträge. Mittwoch, dc.n 2S. Februar: Im Äönigstäd!i>'chen Realgymnosilim, Dr. Brühl über: Die Schätze des Meeres,(i. Vortrag:- Seesalz, Bernstein, Meercspflanzcn. Beginn 6 Ubr.)— Im Institut für Meereskunde. Prof. Dr. Miethc über: Auge und photogravhischr Platte.— Im Sophien-Gym- nasium, Dr. Spethmann über: Bilder au» TeutscklandS Gauen. (2. Vortrag: TeutschlandZ Wasserkante von Emden bis Hamburg.) — Donnerstag, den 27. Februar: Im Institut für Meereskunde, Prof. Baschin über: Geographische Charakterbilder auS allen Zonen der Erde.<1. Vortrag: Eine Mittelmeerreise.)— Freitag, den 28, Februar: Im Inst.lut für MccreSkunde, Dr. Armbrust« über: AuS dem Leben der Bienen.(4. Vortrag: Zahme und wilde Bienen.)— Im Sophien-Gvmnasium: Dr. Ulbrich über: Nutzbarmachung der heimischen Pflanzen für den Haushalt.(4. Vortrag: Ter Nährwert der Pilze, das Sammeln und Konservieren für den HauSkalt.)— Beginn, wenn nicht aus- drücklich anders bemerkt, regelmäßig 5 Uhr. Eintritt 15 bzw. 10 Pfg. für jedermann. An E'efo.ngene in Belgien können die sonst auch mit andere:» ieindlichen Ländern im Ge'angenenvertchr zugelassenen Sen- düngen abgesandt werden. Nur die Annahm: von Postpakeien an diese Gefangenen ist vorläufig eingestellt. Verhandlungen wegen Wiederzulassung der Palele sind im Gange. Post- anweisungen sind zur Umschreibung an das niederländische Post- amt im Haag zu richten Freie Jugend, Berlin-Slldwest. Mittwoch. 26. Februar, abend» 7H Uhr, bei Löhrich, Pultkomerstr. 9, M' t a l' e d e r r- s a m m I u n g. Tagesordnung: Unsere Reichskonferenz(Fritz Hcilmann). AlterSturncr Groß-BcrlinS. Sonnabend. 1. März, abends 7 Uhr, in der Turnhalle Peiersburger Straße 4, Probe zu unserm öffentlichen Turnen. Zahlreiche Teilnahme wird erwartet eedevsmit!elka?ender. Pankow. Diejenigen Personen, welche aus den Bezug!» und OuittungSabschnitt 7 und 9 der Pankower LebcnSmi'telkarte Salz. Heringe b»w. Räucherwaren bisher nicht erhalten haben, können vom Dienstag, den 25 Februar 1919. ab in den nachbenannten Geschäften je 150 Gramm Kräutcrheringe(Preis 50 �Pfg. für 150 Gramm) entnehmen: Blumenfbal. Wollankstr. 25, Matz ig Nachflg., Berliner Straß. 97. Opalke. Berliner S:raße 47. Stechow, Breitestraß« 24, Pater,«chloßstraße 19, Wagnitz, Florastraße 27. M der Bciiif ton kMegangeve Lruklschriflen. Hermann AhrenS. Der Umbau un'erer geiamien deutschen Volkswirtschaft. Tie Sicherung der Ersistenz. Einheitsiieuer und Tergescllscqastung. 3. Auslage. 28 Sutui- Preis 1H0 M. Im Selbstverlag des Verfassers, Berlin-Tcmpclhof, Albrechtstr. 101. Friy Rück. Kcrkerblumen. Gedichte au» der Kriegszeit 73 Seiten. Preis 2.50 M. broschiert, 3.50 M. gebunden. Verlag Spartakus, Stuttzart-Tegerloch. � Edwin Hörnlc. Aus Krieg und Kerker. Gedichte. 77 Seiten. Preis LH0 M. broschiert. 3,50 gebunden. Verlag Spartakus, Stuttgart-Dcgerloch......' Paul Heiuzclmann. Die Organisation der sozialistischen In- gend.'Berlin 1919. 2(1 Selten.' Pretä" 59 Pf. Verlag der Sozialistischen Iugendbibliothet. Berlin O 112. Kronprinzenstr. 30. Prof. Dr. W. Böget Deutschlands bundcsstaotliche Neuge» staltung. Mit einer Karte. Berlin 1919. Verlag Dietrich Reimer (Ernst Bohsen) Berlin. 16 Seiten. Preis 1,80 M. Die Erde. Politische und kulturpolitische Halbmonatsschrift Herausgeber Walter Rilla. Verlag„Die Erde", Breslau. 3. Heft. Ter Einzige. Beiblatt der Menschenfresser..Herausgeber Anselm Ruest und Mynona. Druck: Paul Knorr. Berlin-Wil- merSdorf.> Carl Eckhoff. Geldreform— Weltreform. Verlag Carl Hense, Berlin. 24 Seiten. 50 Pf. Alfred Friters. RevolutionSgewalt und NotstandSrecht. RechtsstaatiicheS und NaturrechtlicheS. Nebst einigen Vorschlägen zu der neuen Verfassung. Verlag S. Guttentag. Berlin 1919. 190 Seiten. Preis 6,50 M. Die Bolksmarine in Berlin. Wer sind und wer waren die Führer der Volksmarine-Diviswn? Ihr Anteil an der Sicherung der Revolution. Nach autobiographischen Angaben herausgegeben von E. Bleeck-Schlombach. Mit Bildbeigaben nach Originalauf- nahmen. Berlin 1919. Bcdazct-Buchverlag, Berlin W 35. Preis 1 Mark. Die Aktion. 9. Jahrgang. Hrrausgegeben von-Franz Hsenifcr:. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zum Gedächtnis. 86 Seiten. Heft 1,60 M. Verlag.Die Aktion". Berlin-Wilmers. darf.___ Verantwortlich für di« Redabtion AlfredWI>!l«pp. Ncuiiökln.- Berlag.Tie greihc-il"®. m. b. H.. Berlin.- Druck der Linden. dluckerei und Berlagsgetlllchall m.b.H., Schiffbouetbamm 19 Gule Lücher für den Ehestand in mehr alz 100 000 Familien verbreitet Der Mensch Werden, Sein und Vergehen von A. Tscherkoff. Mit vier farbigen Tafeln und 2�6 Illustrationen Pre s geheftet 7,50 M., gebunden 10 M. wintttt tiitb Weib eine Gesamtdarstellung ihrer physiologischen, sittlichen und kulturhistorischen Beziehungen von Dr. Mertens. Preis geheftet 6 M., gebunden 8 M. Das Geschkechtsleben des Äseibes von Frau Dr. Anna Fischer-Tückelmann. 29. Auslage mit vielen Illustrationen und einem zerlegbaren Modell de» Frauenkörpers. Für die junge Frau, die Mutter rmentbehr- lich, nir iedcn Gatten bepehrensivert. Preis gehsftel 5 M.. gebunden 6,50 M. Prof. Rohleder nennt das begeistert aufgenommene Buch Die attfgeklärte£yinit von Trußka Bagienski: Das Beste, d.rS je über und für die Frau erschieucn ist. Mit vielen Illustrationen der Frau in allen L->'-enslaaen. Preis geHeftel 5 M.. gebunden 6,50 M. Wer üoer sich, die Ehe gute Auitlärung haben will, der lese diese vorzüglichen Bücher, Männer und Frauen der Wissenschä-t gaben bier ihr Be'tes an Lebenser'ahrung. Tie Bücher sind einzeln oder zusammen zu beziehe» durch Vogler& Co., Berlin W 9. Söthrner Strotze 27, Abt. 8.