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Landtags trat am Dienstag nach- mittag der Kongreh der Landes-, Arbeifer«. Bauern- und Sol- dalenrüte zusammen, um Stellung zu nehmen zu den gewaltigen politischen Ereignissen der letzten Tage. Zum Gedenken an den ermordeten Ministerpräsidenten und Führer der Revo- lution Kurt Eisner, trug die Rückwand beim Präsidenten- tisch das Bildnis EiSnerS, drappiert mit roten und schwarzen Tüchern. Etwa 200 Delegierte der Zt.». B.» und S.-Räte hatten sich eingefunden, unter ihnen die in der letzten Zeit dielgenannten Führer der einzelnen Gruppen. AI»«inen d«r ersten im Sitzungssaal sah man den ehemaligen Kultusminister Hoff- man», von dem behauptet worden t»n, daß er feit Sonnabend verschwunden sei. Auf den Iournalistentribünen waren auch vertrerer der ausländischen Zeitungen tätig. Präsident Ziilisch eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, in der er u. a. ausführte, dah niemand daran gedacht hätte, dah daS Zusammentreten des Kongresses so rasch wieder erfolgen würde. Wir alle stehen noch unter dem Emdruck de» furchtbaren Ereignisses des letzten Freitag. Genosse SiSner i st tot. (Das HauS erhebt sich.) Der Präsident führt darauf oui, wa» EiSner für das Proletariat bedeutet hat und wie spontan sich die Arbeiterschaft zu- sammengetan hat. um ihrer Trauer Ausdruck zu geben. Eisner, sagte er, war ern Mann, dessen Heimat in der Welt der Ideen gewefen ist, ein Mann, de sich heimisch gefühlt bat auf den Höhen de» Geiste». Zu den Höhen seine» Geiste» wollte er auch die Massen hinreisien. Er trieb eine Politik, die� darauf hinan». lief, dem deutschen Vaterland im Auslände wieder da» Ansehen >u verschaffen, das e» in den Kriegsjahren oingebüstt hat. Wir all beweinen ihn und»nvergeftlich wird er leben im Herzen aller Prolearier. EiSner ist tot, sein Ministerkollege Auer schwebt zwischen Tod und Leben Voll Abscheu blicken wir auf die grausige Tat. Wir alle bekennen uns als Gegner des politischen Mordes, sei es ein Graf oder ein Proletarfer. Wir wünschen dem schwerverwundeten Genossen Auer baldige Gesundung. Unsere Aufgabe ist es jetzt, un» unserer Verantwortung bewußt zu sein. Bavern. unserm Volk über die schweren Stunden hinweg zu helfen. Wir können dies am besten dadurch, daß wir un» als Auszabe stellen, das Vermächtnis de» teuren Toten zu verwirk- l i cb e n.(Zustimmung.) Der Vorsitzend« de» Doldatenrate», Sauber, sagte unter anderem: Man hat am 20. den Staatsstreich versucht. Er ist mißglückt. Man-glaubte, am 21. ihn besser durchführen zu können. Alle Vorbereitungen waren, wie feststeht, auch an diesem Tage getroffen. Durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen sind denn auch an diesem Tage die Pläne der Begenrevolutionäre zuscbanden geworden, wie sie auch weiterhin zuschanden werden sollen. Der Landtag wird erst zusammentreten, wenn die Verhältnisse e» gestatten. Die Presse darf nie wieder in der bisherigen Art erscheinen. Sie ist die Mörderin EiSne,» gewesen. Die Arbeiter- und Soldaten- rate verlangen in erster Linie die Abschaffung de» Heere» und statt dessen die Bildung einer Arbeiterwehr. Eine große Reihe von Offizieren ist bereit» au» dem Kriege»ministe. rium entfernt, von Bayern au»»mrd sich die zweite Revolution in ganz Deutlchland voll'iehen. Han» Müller. Würzburg, vom Armee-Korp»rat sagte: Die provisorischen Verordnungen Roßhaupter» sind noch immer in Kraft. Sie müssen sofort beseitigt werden. da die Offiziere sich immer noch auf diese Verordnungen stützen können. Gustav Landauer führte m-»: Die Reste der alten Zustände sind radikal zu entfernen. Wir sind seit dem 2l. Fe- bruar in der zweiten Revolution. Eine Revolution ist nur zu retten, wenn man sie weiterführt. Landauer rirk unter dem Beifall der ganzen Versammlung: Duldet keine Nieder- tracktl Erlaubt in Zukunft nie mehr, daß entstellt und gefäl'ch: wird durch die Presse, die den Mord an Si»ner verfchuldet bat. Diese Presse muß in Zukunft in B-ihern nicht nur unter Aufsicht gestellt werden, sondern sie muß unter der Mit- arbeit de» Zentralrates erscheinen. Der Bauer ftgitd gicht«ehr gegen tzeu jtädliiche» Arbeiter aujgehetzt werden können, wenn wir ihn aufgeklärt haben. Sic gehören zusammen und sind aus gegenseitige Hilse angewiesen. Landaper beantragt, der Kongreß möge sich zunächst souverän erklären. Er lut das auf Grund eines Be- schlusfes des Zentrolrate», der der Versammlung vorliegt, und in dem eS heißt:.Wir empfehlen, der Oeffentlich- keit und dom AlterSpräsidenlcn Jäger sofort mitzuteilen, daß der Landtag aus Gründen feiner eigenen Sicherheit und in Au- betrachl der Volksstimmung verlagt bleibe." Der heute zusammen- getretene Landes-, Arbeiter-, Soldaten- und Lauernrat soll den Untertitel.Provisorischer Nationalrat" erhalten Der Rätekongreß(Provisorischer Nationalrat) de» freien Volksstaates Bcch.rn ist bis zum Zusammentritt der aus Grund einer neu zu schaffenden Verlassung einzuberufenden gesetzgebenden Körperfthaft Träger der ihm vcm arbeitenden Volk übergebenen höchsten Gewalt. Er bildet zur Ucbernahine der Geschäfte einen Aktionsausschuß, dessen Mitglieder jederzeit vom Rätrkongreß abberufen werden können. Der Aktionsausschuß bildet den Ze�f-alrat. dessen Miiglieder dem Aktionsausschuß deran:wolU.ch sind und von ihm abberufen werden können. Bi» zum Zusammentritt des Rätekonzresses übt der Zentralrat gesetzgebende Gewalt au». Er ist dem Prodi- sorilschen AltimiSauSschuß der Arbeiter-, Soldaien- und Bauern- rät« Bayerns verantwortlich. Der provisorische Zentral- rat bestimmt das Ministerium, er«ntlvirft zusammen mit den Ministern die Grundlinien eine» politischen P r o i- g r a m m», an da» die Minister gebunden sind. Da» Ministerium wird vom Räftkongreß bestätigt uud neu gebildet. Bei Zusammentritt de» Rätekon gresse« legen der provisorische Zen- tralrat und der provisorisch« AklioiiSq,u»schuß ihr« Aeinter in die Hände de» Rädekongresse» zurück. Nach Landauer sprach Dr. 2 e ö i«». Et forderte die Einsetzung der Räterepublik und die Souveränität der Ar- beider- und Soldatenräte..Ich bin gegen Attentate von recht» und von link»." Levien wandte sich dann sehr scharf gegen die Verhetzungen und Ueberireibiuigen der deutschen bürgerlichen Presse, ganz besonder? aster der B e r» liner Zeitungen, die über ein Bliitbadl in München be- richten und alles mn, was zur Verhetzung und Verl«umldu-ng möglich ist. Hier ist kein Blutbad angerichtet worden. Nie- dcrträchtige Märchen sind die Berichte de».Vor- wärt»" au» München. Ein Bauernvertreter erklärt, er sei Mehrheit«. sozial ist, aber er schäme sich seiner Partei, wenn er Blätter wie den.Vorwärts" und sogar die.München er P o st" in die Hände bekomme und ihre unwahren, hetzerische» Artikel lese. Darauf wird eine Deputation einer Verfamm- 'ung au» dem Wagnersaal empsangen und zum Kon greß zugelassen. Der Sprecher machte Mitteilung von einer Resolution, die von 5000 Arbeitern und Soldaten angenoinmen wurde, die sofortige Ausrufung der Räterepublik und endgültige Auflösung de» Landtage» fordert, der nie wieder zusammentreten solle. Dann kommt«S zu einer dramatischen Szene. ES werden zwei Kommunisten in den Saal geführt, die feit- genommen und später von einer BahnhofRvache schwer miß- hcpndelt worden sind. Die beiden entblößten ihre Oberkörper und zeigen der Versammlung die Spuren der schweren Verletzungen. In der Debatte verlangt Sauber eine Kommission, die den Borfall untersuchen soll. Die Muni der bayerischen Regierung. Dr Mühlon, der gestern abend in München eingetroffen ist. hat bi» jetzt noch keine feste Zusicherung gegeben, daß er da» Ministerium des Aeußeren übernimmt. Auch über die Besetzung deS Kabmelt? ist noch keine endgültige Entscheidung gefalle» Am Dienstag abend tagt ein Ministerrat. Alt« Meldungen, die Sicheres und Bestimmte» zu wissen behaupten, greifen den Tatsachen voran». !ie Bestattung Eisners. München, 25. Februar. Der Zentral rat des BolkS- staate» Bayern erklärt: Am Mittwoch ruht im ganzen Lande die Arbeit. Vergnügungen jeder AN, öffentliche oder private, finden nickst statt. Anläßlich der Bestattung EisuerS iit der Mittwoch als Landcötrauertag ertärr worden. Ter verral an der Resoluiion. Von Richard Müller. Heute versammeln sich die Groß-Berliner Arbeiter- und Aoldatenräte, um ihre Existenz zu verteidigen. Soweit es sich überiehen laßt, werden sie sich mit überwältigender Mehrheit auf den Boden des RätesystemS stellen. In welcher Form das Näteshstem in der künstigen Neichsverfassung der» ankert werden soll, ist die strittige Frage, Ein Teil verlangt die Ardeiterräte als politische und wirtschastlüfre, ein anderer Teil nur als wirtschaftlichen Faktor, während ein kleiner Nest überhaupt nichts davon wissen will. Immerhin hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß unser zu sani nicngedrocl, enes Mirtschafisleben ohne die Arbeiterräte überhaupt nicht wieder aufgerichtet werden kann. Tie Arbeiter zeigen auch wenig Lust, den alten kapitalisti- sehen militaristi cl en Staat wieder aufzurichten, sie sind aber giu». li.eeii,»ll.v ou opjeiri|üt eün svz wi itniihc# c-Iauiv» ivesen. Die gesamten deutschen Nnternehmerverbände, die ge- fährlichste Scharsmacherorganisation an der Spitze, haben sich mit der Generalkomniission der Gcwerkjchasten. den christlichen Gewerkschaften, dem Gewerkvcrein Hir'ch-Dnncke? und den kausmännischen und technischen Verbänden zu einer „ArbeitZgeineinschaft" zusammengeschlossen. ES sind Fach. gruppcn mit Untergruppen sowie ein Zentralvorstand und ein ZeulralauSschuß vorgesehen. Alle diese Organe sind paritätisch zusammengesetzt. Wir müssen un? zunächst die Entstehung dieser Arbeit»- gemeinichaft vor Augen halten, damit wir ein sicheres Urteil gewinnen. Bereit' während des Krieges haden die leitenden Män- ner der deutschen Gewerkschasien und der Rechtssozialisten gemeinsam mit einigen Intellertnellen eine„Arbcitsgemein- schast der kklassen" angestrebt. Die kapitalistische Vresse ant- wartete den Herrschaften mit einem Hohnstclächtcr und wir hielten das ganze Gebaren kür eine Kriegspsychose. Dessen ungeachtet verfolgten die Herren Legien und Konsorten ihr Ziel weiter. Ter„Volksbnnd für Freiheit und Vaterland" war ihr erstes organisatorisches Gebilde. Am 9. Oktober 1918 erhielt Herr Hugo Stinnei von den Eisenindustriellen und dem Zechenverband den Ans- trag, mit den Gewerkschafte» zwecks Gründung einer Arbeits- gemeinschaft in Verhandlungen zu treten. Zunächst wurden die Verhandlungen in Nheinland-Westfalen geführt und Anfang November in Berlin sortgesetzt. Beteiligt waren u. a. die Herren Hugo Stinnes, Gestcraldirektor Vogler kder kürzlich in der Nationalversammlung die bekannte Ncde hielt), Generaldirektor Hilgenberg. Ernst v. Borsig, Friedrich v. Siemens als IluternchnierverUeter, die Herren Legien, Lcipart, Schlicke, Stcgcrwald, Hartman», Dr. Höfle als Arbeitervertreter. Es war sicherlich für die Herren Gewerkschaftsführer ein unbeschreiblicher Triumph, als der bekannte Scharsmacher Hugo StinncS kam und sich zur Gründung der Arbeits- geiiieinschaft bereit fand. Tie Gewerkicl�'stsbonzcn konnten nunmehr ihren Mitgliedern die Früchte ihrer KriegSpolitik in greifbarer Gestalt überreichen. Die Arbeitsgemeinschaft der Klassen war Perfekt geworden. Der Geschästsführer deS Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller. Herr Dr. Reichert, hat am 30. De- zeniber 19l8 in Essen in einem Vortrag die Gründe osscn- bart, die Herrn Hugo Stinucs bewogen, Anichlutz an die Gewerkschastcu zu suchen. Herr Dr. Reichert teilt mit, daß un 9. Oktober 1918 in, Stahlhof zu Düsseldorf die Schars» inachcr eine Sitzuug abhielten, die dnich den Ziisamiueiibrnch unserer Kriegs- und Wirlschaftspolilik den erforderlichen Nachdruck erhielt. Wörtlich führte Dr. Reichert aus: „Talsächlich war die Lage schon in de» ersten Oktobertagen klar. Es kam darauf an: Wie kann man die Industrie retten? W i e kau» man auch das U» t e r n c h in c r I u m vor der d r o b e ii d c n. über all« W i r t s cb n f! S z w ei g e hin- wegfegende» Sozialisicrung, der Verstaut- l! ch» n g und der nu h e n d e» Revolution b e- wahren?" Ado die Angst vor der Sozialisierung. die Angst vor der nahenden Revolution bcwog die Scharsinachr noch einem Verbündelen zu suche». Tie Reaieruno des Vruuten Mar 1/ J r\ r~f A von Boden konnte für die Unternehmer keine fia/c� stütze sein. Teshoib erklärt Herr Dr. Reichert: „Einen üverrngenden Einfluh schien nur die organisierte Ar- beitertchaft zu haben. Darau? zog man den Cchlub: Inmitten der allgemeinen grosien Unsicherheit, angesichs der wankenden Macht des TtaatcS und der Regteruus, gibt e« für die Industrie nur iu der Arbeiterschaft starke BuudcSgroojsen. da» sind die G e w e r k. sch asten." Dr. Reichert gibt offen zu, daß eS den Unternehmern nicht leicht gefallen ist. mit den Gewerkschaften ein Bündnis zu schliefen. Man habe sich auch zu Gegenleistungen bereit finden müssen. Resigniert führt er aus: .Aber, wa« hilft eS! Das Opfer mußte gebracht werden. Und eS müssen Wohl noch weitere Opfer in Zukunft verlangt wer- den. aus der wirtschaftlichen Notwendigkeit und ferner aus der politischen Notwendigkeit." Die Arbeitsgemeinschaft der Unternehmer und Gewerk-. fchaftsüibrer war geschlossen. Am 6. November 1918 der- langten sie von der Regierung die Schaffung eines Dcmobil- machnngsamtes. Di« Verhau dlimgen der Gewerkschaftsführer mit kwn Tchwerindustriellen wurden am 15. November 1918, sechs Tage nach der Revolution, abgeschlossen. Zu c Zeit, wo die gesamte volitiick� Macht in den Händen der Arbeiterröte lag, trat diese Gesellschaft zusammen und legte di« Art an die Errungenschaften der Revolution. Nichts von Sozialismus, dafür ober Cicherung der privotkapita« listischen Produktionsweise! Was sind die wesentlichen Dcreinbarunaen. die von dielen L>errschaften getroffen wurden? Erstens wurden die Getverkschaftcn anerkannt. Zgueitens wurde die Koalitionsfreiheit garantiert. An dritter Stelle regelte man das Ver- hciltnis der Unternehmer zu den gelben Gewerk- vereinen. Diese sollten in Ankunft von den Unter- nehmern nicht mehr unterstützt werden. Sie sollen sich selbst helfen. Doch lassen wir Herrn Dr. Reichert darüber selbst sprechen: „Ein weiterer Punkt betrifft die„Preisgabe" der geifccn Werkvereine, ein Punkt, weswegen da» Abkommen von vielen ArbeitgebervcrbSnden angefochten worden ist. E S, st n i ch t e i n fallenlassen der Gelben, sondern eS bedeutet ie Einräumung einer Karenzzeit innerhalb der die Gelben ihre Existenzberechtigung be- weisen sollen, worauf dann auch die gelben Arbeitervereine alt berechtigte Vertretungen der Arbeiterschaft auftreten können." _ Also eine vollständige„Preisgabe" der cwlben Werkver- eine konnten die Herren Legicn und Konsorten in den revo- lutionärcn Novembertaaen von den Schwcrindustriellen nicht herausschlaaen. Diese werben schon dafür sorgen, daß die gelben Schützlinge der vorwä-rtSdrängenben Arbeiter- schaft in den Rücken fallen. Ter vierte Punkt der Vereinbaruna bezog sich auf die Wiedereinitellung der Kriegsteilnehmer. Die Unternehmer sagten das zu. aber nur soweit sie dazu in der Lage sind. Der fünfte Punkt betrifft die Schasfung paritätischer Arbeitsnachweis«. An sechster Stelle stehen di« Kollektivverträge, dann folgen noch die ArbeilerauS- schüsse. Einigung sämter und EchlichtungSauSschüsse. Ein b«- sonders großes Zugeständnis wurde erreicht durch den Achtstundentag. Warum billigten die Scharfmacher den Achtstundentag zu? Herr Dr. Reichert gibt uns Auskunft: „Der Achtstundentag ist ein« der ältesten ftorderungen der organisiericn Arbeiter. Ferner war bei einer NevoluuoiiSregie- rung, die lediglich au« Arbeiterköpfen besteht, zu befürchten, daß mangels des Entgegenkommens der Unternehmer der Achtstunden- tag Gesetz werde. Zweifellos ist freiwillig gewährt doppelt soviel wert, als wenn man.es auf ein ZwangSgesetz ankommen läßt." Hier haben wir die Gründe für diese Errungenschaft. Aber Herr Dr. Reichert beruhigt seine Zuhörer. Er meint«, daS sei doch nur vorübergehen d. Wenn die Entente den Achtstun den tag nicht einfährt, dann würden wir shn auch fallen lassen. Die Arbeiterschaft weiß nun. wa? ihr, bevorsteht. Tie anderen Vereinbarungen sind belanglos. Es sei aber nockimals auf die paritätische Besetzung der sfach- und Bezirksgruppengemeinschaft hingewiesen. Doch da fand Herr Dr. Reichert auch noch eine gute Note für die Unter- nehmer. Er meinte, man würde auch dort, wo wenia christ- lich organisierte Arbeiter vorhanden sind, wenigstens einen christlichen Vertreter erhalten. Wenn wenigstens ein Ver- treter der Christlichen da ist. dann können die Unternehmer hoffen, diesen auf ihre Seite zu ziehen: dann verfügen sie über die Mehrheit in der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Reichert kann seine Auftraggeber noch weiter be- richigen. Der Punkt 11 der Vereinbarung bestimnit näm- lich. daß dein ZentralouSschuß die Eutsdheiiniug zusteht über grundsätzliche ftragen, soweit sich solch« namentlich bei der kollektivem Regelung der Lohn- und ArbeitsverhAtnisfe er- geben, sowie di« Schlichtung von Streitigkeiten, die mehrere Berufsgruppen zugleich betreffen. In diesem Zentral- auSschuß sollen nämlich diejenigen Unter- und Arbeitnehmer sitzen, die schon lange an leitender Stelle in den Verbänden stehen, nämlich die führenden Männer der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und der Geueralkommission der Gewerkschaften. Die Unternehmer scheinen zu den führenden Männern der Gewerksälaften ein besonderes Zu- trauen zu haben.„. ,,,. r.., Es ist ein starke? Stück: Diese Gesellschaft ichließt hinter dem Rücken der Arbeitersclwft eine Vereinbarung mit den Unternehmern und sichert sich dabei die höchsten Posten. Nun, die Arbeiter werden den Herren von der General- kommission und den Verbandsvorständen die Anlwort nicht schuldig bleiben... Ueber den Aufbau der künftige» Jndustrieorganisation sagt Dr. Reichert folgendes: „Die in den einzelnen deuischen Revier«» vorhandenen Unter- nehmcrverbönde— ich beton« ausdrücklich: Untcriichmerverbriide, weil ich darin zufammenfassc die Arbeitgeber, und die wiris-hasts» politischen Verbände der Industriellen— bilden zusammen rntl den Verbänden der Arbeiter und Angestellten ihre Arbeitsgemeinschaft, di« nach der Satzung als Untergruppe fungiert. Die Arbeits- gemeinschaft z. B. de« RuhrkohlcnbcrgbaueS tritt mit der ArbeitS- acmcinschast deS oberschlcsischcn Steinkohlenbergbaues, mit der des Saarrevicr» und von Sachsen zusammen und diese drei DezirkS- arbcitkgcmeinschaftcn bilden dann die ReichSarbeilSgemeinichaft oder die Fachgruppe de» deutschen Steinkohlenbergbaues. Wahr- scheinlich kommt der Erzbergbau und der Kalibergbau dazu, so daß womöglich der ganze Bergbau«>ne Fachgruppe bildet. In der- selben Weiie soll sich von Industriezweig zu Industriezweig die Gründung der Arbeitsgemeinschaft vollziehen. Die RcichkarbettZ- gcmcinschaflcn bilden ihrerseits mit ihren Delegierten den Zentral- ausfchuß. Diese« Parlainent entsendet in den Zentralvorstan» »t Männer, welche die Spide bilden. H« schaffen wir i» Aulbau gewissermaßen eine Phramide, beiderseit« von unten Bis oben paritätisch zusammengesetzt. Ter Uniernehmertefl der Phramide würde etwa eine Körperschaft ausmachen, die dem jetzigen Deutschen In- dustrierat einschließlich der Vereinigung Deutscher Arbeitgeber- verbände entsprechen würde. Der andere Teil umfaßt sämtliche Organisaitenen der Arbeitnehmerschaf!. Zur Förderung der Arbeiten wird eS zweckmäßig sein, ein« Kammer für Sozialpolitik zu bilden, und eine für Wirtschaft?- Politik. Mäglickerwciie bilden sich, für die Behandlung der sozial- politischen Frage» je eine Abteilung für Lngestclltenfragen und für Arbeiterfragen." So sieht hg? künftige deutsche Wirtschaftsparloment aus. Es ist paritätisch zusammengesetzt, aber, wie Dr. Reichert ganz mit Recht betont, die Unternehmer werden ihr w i r t- schaftljcheg Ueber gewicht ousnützen und genügend „Arbeiten' auf ihre Seite ziehen. Das'! n dieser Arbeitsgemeinschaft zeigt nicht eine spur �azialisierungSbestrebimgen. Es bleibt alles wie bisher, �er alte kapitalistische Staat soll neu fundiert werden. Um die revolutionär gesinnte Arbeiterschaft zu bernhigen oder aber um auch nur einen Teil der Arbeiter- Schaft znsriedenzustellen und dadurch diese zu spalten, wird . Parität gewahrt, die nur auf dem Papier steht. Tie . r b e i t e r r ä t e finden in diesem Programm keinen Platz, Sie sind erledigt. Die Männer, die dieses konterrevolutionäre Projekt ausgeheckt haben, stehen politisch im Lager der Rechtssozia- listen bis zu den Konservativen. Sicherlich wird die gegen- wärtige Regierung dieser Spottgeburt einer revolutionäre» Zeit ihre» Segen geben. Soll das revolutionäre Proletariatsichdasgefallen lassen? Nein l Hier gilt es zu kämpfenl Hier müssen die Arbeiterräte auf dem Plan erscheinen und diesen Anschlag auf die Errungenschaften der Revolution durch einen Gegenschlag zu parieren suchen I Sofort muß ein Zentral- kongrcß derArbeiterrätezusa m m e n t r e t e n, der das N ä t t s y st e m für unser künftiges Wirtschaftsleben se st legt. W!z gezeA das RS e ii: a. AmtliA wird kundzcgeben: Vim einem TpglnachmIttngSblatt, da« sich bereit» durch die Inszenierung de« Brockdorsf-Erzberger- Schwindels uuaug-nehm bemerkbar gemacht hat, wird die Nachricht verbreitet, daß bestimmte Mitglieder de» Kaviiiett«, darunter Scheide mann, erwägen, in ir'-ndriner fdorm das Räte- fdstem in be« Berwaltung»apparat einzufügen. C» wird ferner behauptet, baß svlch ein versuch die entschied-nste Geznrrschast de» Zentrums und der Demokraten im Kabinett her- vorrufen«ärd«, und daj e» infolgedessen zn einer Kabinetts- krise kommen ttnnte. An dieser ganzen Mitteilung ist kein wahre» Wort,«euierkenswert ober sind die Leichtfertigkeit, mit der diese»Sllig falschen Nachrichten in die Welt«esept tverdcn, unk die Gewissenlosigkeit, mit der hier der nur gar zu durchsichti«« Versuch gemacht wird, die ruhizr A-beit de» Kabinett» durch Krisengeriichte zu stiiren. Kein Mitglied be» Kabinett» denkt daran»der hat je daran gcda cht, da« Räte. softem in irgendwelcher Form, sei e» in die Verfassung, fei e» in den verwaltungSapparat einzuzliedcrn. Daß im besonderen die Sozialdemokratie r» auf da» schärsste ablehnt, die Demokratie dnrch�hi« Diktatur, die notwendig mit dem politischtn Rütesostem verbunden ist, zu trüben, dürfte hin- länglich jedermann bekannt sein. Die verantwortlichen Stellen haben stet» zugestanden, daß die Räleorganisatlon innerhalb der einzelnen«etriebe al» BermlttlunzSiiifttument Zwilchen diesen und den Gewerkschaften wohl erhalten werden könnte, aber stet» haben sie ebenso klar zum Ausdruck gebracht, daß außer diesen Betriebsräten von dem ganzen Rä.'rsostem für die deutsche Sie- publik nicht» brauchbar wäre. Da» Kabinett weiß sich in allen hierher gehörenden Frage» vollständig einig, uud e» ist darum völlig sinnlos, durch erfundene Sensationen ihm Krisen anzudichten. Daß die Reckstssoziatrsieu in der Reaierunss auch nach den jüngsten Creignisjen im Reiche es für angemessen er- achten, mit einer sokhen Kriegserklärung an das Rätesystem hervorzutreten, kennzeichnet nicht nur ihre völlige politische Versunipsung. sondern auch den Grad ihrer Abhängigkeit von dein WohKvolle» ihrer liberalen und klerikalen Block- b rüder. Einberufung des zzve!?eu R�ekonzresses. In der Sibung vom 25. Februar besprach der Zentral- rat die Frage der El.tberusung eine» neuen R ä t e- ko n g reffe» uud beschloß nach eingehender Beratung ihn für End» März einzuberufen. E» wurde eine Kam- m i s s t» n eruannt, die sofort mit den nötigen B o r b r- reit»»gen beginnen soll. Schon am 31. Januar hatte die Vollversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte Eroß-Berlins den Zentralrat aufgefordert, einen allgemeinen Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Teutschtanbs einzuberufen. Dazu nahm der Zentralrat in seiner Erklärung vom 8. Zebruar in einer Weife Stellung, die das Bestreben zeigte, die Einberufung des Rätekougresses nach Möglichkeit hinauszuziehen. Das energische Drängen der A.- und S.-Räte in Berlin und im Reiche hat schließlich den Zentralrat zu dem oben wieder- gegebenen Beschluß veranlaßt. Er kann aber in keiner Weite die A.- und S.-Räte befriedigen, da der Termin viel zu spät angesetzt ist. Nachdem durch die Sabotage des Zentralwts einige Wochen verloren aeaanaen sind, können die A.- und S.-Räte unmöglich bis Ende März warten, um zum Kongreß zusammenzutreten. Die gewaltigen Probleme. die sich täglich in immer größerer äftille vor dem Proletariat auftürmen, vcrtanaen die s ch l c u n i n e Einberufung desRätekongresses. An den Zentralrat ist deshalb die Zorbening zu richten, die Einberufung des Kongresses tn ö g l i ch st z u beschleunigen. Ein Work der Vanrnnst, Pritxnielcgrcnnm der„Freiheit". München, Z!ß Februar. Die Münchener Zeitungen, vi« all« unter Vorzensur de» Zeniral-rst.'» erschein«», Orrösfentlichett heute einen L«itarti. lel unter der lioberschräl„An Preußen", dem c» heißt:„Iln- gehcur«» ist geschehen. Zn dieser Stund« fei ein Wort gerichtet an Wornar und Bcn'in, ein Wordper Warnung, der ernst»- sten Beschwörung. Hören und vernehmen c» di« Scheidem-vn« und NftSte, alle die erlauchdan Sprecher auf der Rasiouallnchnel WaS auch die nächsten Tage in München bringen werden: Ihr« Hände bleiben fern. Keine ReichSinterventions» gelüste, kein« eisern«» Divisionen. Hter, wen« irgendwo, ist bayrisches Resertxit recht. Wage niemand, es anzutasten, Deutschland und da» Reich könnte« darüber in Trümmer gehen." Bestellle östze. Die gesamte bürgerliche Presse weiß von„neu- geplanten S p a r t a k i st e n p u t s ch e n" zu berichten. Es soll sogar schon wieder zu Schießereien gekommen sein, und zwar im ZeitimgSvterlel. Wir bezweifeln nicht, daß geschossen wordau ist. Aber von wem? Gefaßt ist niemand, geiohen ist niemand. Daß ein auch nur halbwegs ernst zu nehmender, politisch interessierter Mensch in dem von Soldaten strömenden Zei-tiiigsviertel blindlings ins Dunlcl knallt und für diesen Unfug sein Leben aufs Spiel setzt, das zu glauben, sind wohl auch Ullstein-Iournatisien nicht dumm genug. Das hindert diese Burschen aber nicht. frech und fröhlich zu verkünden:„Spartakisten haben ge- schössen!" In Wahrheit werden diese Schießereien auf die alt- bekannte Art zusiandegekommen sein: den tapftren Kri«. gern werden mal wieder ihtre G e w e b r e losgegangen sein. Wenn sie nicht gar absichtlich ein bißchen geknallt haben. Tos ist sehr w:" möglich. Sind doch sie die einzigen, die ein Interesse daran haben, daß geschossen wird. Sind sie doch nur so lange nötig. als noch„Unruhen" herrschen. Was für eine Rolle aber die Presse in dieter Sache spielt, das wird durch«ine Zuschrift der famosen„Garde- Kavallerie- Schützen- Division" enthüllt, die unter der Fabrikmarke„Vertraulich" verbreitet wird. Darin heißt es: „ES gilt, dem Einwohner zu zeigen daß Spartakus nicht tot istt Im Gegenteil, daß er schafft und organisiert und einen neuen, kräftigen Schlag vorbereitet, so eifrig, wie bisher noch nie. E« gilt, dem Entwolstier die ganze Größe der Gefahr zu zeigen. mit ihren für seden von un» vernichtenden Folgen. Es gilt, den Einwohner herauszureißen au» dem Ge» fühl der Sicherheit. Wir Hilten, alle politischen Parteien, alle Zeitungen, Zeit- schristen, alle Korporationen, Vereine und dergleichen— wir bitten jeden einzelnen, der sieht, aufzuklären, immerforte und überalll Wir bitte», den un» alle eineiiden Gedanken der Selbst- erhaltung mit zw wecken und zu verbreiten I" Tai hcißTOuf deutsch:., Verbreitet Anaft vor Svar- takus! V e Ii n r u b i g ll Hetz t!" Und die bürgerliche Presse, der„Vorwärts" selbstverstifttdlich an der Spitze, folgt diesem Ruf mit Beaeisterimg. Sie„klärt aus". Das heißt. sie beunruhigt, sie hetzt, sie lügt.. Le've Schulmeisteren Die„Rote Fahne" entrüstet sich ntij den aufgeregtesten Lettern darüber, daß unser« Partei«» abgelehnt hat. an ein«r Protestaktion wcgc» der Vorgänge im Ruhrrcviep teilzunehmen. „Die Protestaktion gegen die HenkerSkneckrte de» Zechenkapital» — schreibt sie— ist an der Feigheit d«r U, S, P, D. gescheitert/ Weiter wird un» unterstellt, wir hätten wichtigeres'zu tunt.dÄc seien dabei, unk mit den Scheideinännern zu vereinigen und die revolutionären Aufgaben zu verraten. Auf diese Unterstellung'einz�iAchen, haben wir im Augenblick keine Veranlassung— jeder denkende Arbeiter wirb die Deina» gogie diese» Angrist» erkennen und getnchrend zurückweisen. Merkwürdig erscheint indeS, daß daS komutunistiseh« Zentral- organ ein so große» Gewicht auf di« Mitwirkung«iiier Partei legt, die e» schon unzählige Male totgesagt und ali„stinkender Leichnam" abgetan hat. Anscheinend hat sich die„Note Fahne" aut den Mißerfolgen ihrer Taktik überzeugt, daß ohne Mit- Wirkung der totgesagten U.©. P. jede revolutionär« Aktion zum Scheitern verurteilt ist. Sie wird c» daher schon unlever Partei überlassen müssen, den Zeitpunkt für ihre Aktionen zu wählen und ihren Ehgcatter zu bestimmen. See sächsische tsvNag. DreSbrn, 25. Februar. Die neugewählte Kammer für de» Freistaat Sachjen trat heute nachmittag 3 Uhr»u ihrer ersten «itzung zusammen. Zum Präsidenten wurde mit 33 von VI ab- gegebenen Stimmen Abg. Frasdorf f lMehrh-eltSsozialdemo- trat) gewählt; zum ersten Bizepräsidenteu Abg. Dr. Dietel jDeutscher Demokrat) mit 31 von 94 abgegebenen Stimmen, zum zweiten Vizepräsidenten Abg. Lipinkki(Unabhängiger Sozial. demokrat) mit 84 von 94 abgegebenen Stimmen. Die drei G«- wählten nahmen die Wahl an. Noch der Wahl der Schrift führ et und einer kurzen Geschästsordnungsdebatte vertagt« sich da» Hau» auf morgen vormittag. Hosnachrlch'en. Die„Reue Berliner" meldet: Wie wir hören, ll. st er N o s k e gestern die bisherige Wohnung de« C...» b.e...a.inc« kabinetl« in der Beudlerstraße(Tiergortenviertelj bezog:>i. Sie ist mit S t a a t s m ö b e l n vornehm ausgestaltet und umfaß. ganzen zirka dreißig Zimmer. ss VorfrleSezievertzand-ungen in SZchs. Paris, 25. srebr. Laut HavoS besagt der dsplomätisch« Sittiationsbrrickit, daß daz deninäclstige Waffen still- ft a n d S a b k o in m e n mit Teutschland noch nickt erörtert worden ist. Pressenachrichten darüber lind aröß- t e n t e i I s unzutreffend: der Entwurf der mili- lärüllcn Sad m ständigen ist noch flicht abgefchlosjen. und in Adwefenlieit von Cteiiieiteeafl. Lloyd Georze und Orlando kann die k�rage nicht erörtert werden. Man sagt bereits. der Entwurf sehe die Entwaffnung Teutschlands zu Lande und zur See vor� innweifelhaf bcabsichtigen die Alliierten, d m Abkommen über Marine- und HeereLangetegenbritsn Bestimmimaen über GebiefS- und ssinmuftaigen anzflglie- dern, fl»aS an Stelle eines rein fliilitärischefl Abkommens wirklicl>e V o r- P r ä l i ni i n a r i e n(svant-präliminsirez) de? Friedens sciwu würde. Die fünf Großmächte wollen übereinstimmend alle D« u t i ch l a n d betreffenden fragen sofort und v o lj st ä u- d i a lösen und sind jp keiner Vezieliung verschiedene? Meinung. Tie zuständigen AuLIchjiste sind ansgefordert worden, ihre Arbeiten möglickft zu beschleunigen und dem Konsueiuausichi'ß ihre Bejchlüjse unverzüglich_ uiilOi. freTTefl. �cJcnlnTT? iff fcfrt« S?ctw bort etircr??srkaqimi? der Untcrschriit Deulschlands z» d�-m ii�uen. die Grundlagen des Präliminarfriedens enchaltenden WattensrillstandS. abkommen um eimae Wochen oder aar ein bis awei Monate. Vom Inneren Krlegsschzoiilch. Die Hallung der Regierung. Die von der Reaieruna zugesichert« Zuruck�iebuna der Truppen aus dem Ruhrrevier wird von ihr nicht einaehal- ten. Vielmehr werden die Verhandlungen über die Zurück- »iehung der Truppen hinan saeschoden. Wolsfs Bureau meldet aus Essen folgendes: Die Verhandlungen mit dem Nenerallommando über Zurückziehung der RsgierungStruppen bis nördlich der Lippe, die ursprünglich am 23. Februar stattfinden sollten» sind auf den 27. Februar verschoben worden, weil die Entwaffnung auS technischen Gründen bisher noch nicht genügend weit durch- geführt werden konnte. Zlutzerdem konnte der eingeladene RegierungSvcrtreter noch nicht eintreffen. Auf der Konferenz soll eine einheitliche Neubildung der TicherheitSwehren im ganzen Industriegebiet erfolgen. Geplant ist der Anschlug der Sicher- heilSwehren an die amtlichen Polizeibehörden, darüber hinaus Schaffung einer Volkswchr für das Industriegebiet. Zu den Besprechungen sind außer den drei sozialistischen Parteien auch die beteiligten Arbeiter- und Soldatenräte sowie die Gewerk- schaftcn und die Stadtvenvaltungcn der große» Industriestädte durch das Generalkommando eingeladen. Zu gseicher Zeit werben Mastnahmew aetroffen, um— enfgegen den getroffenen Vereinbarungen— in das Ruhr- gebiet einzumarschieren, um dort die NoSbesche„Ordnung" aufzurichten. Bezeichnend für diese Mache ist folgendes' Telegramm der offiziösen„Deutschen Allg. Ztg." aus M ü n st e r: Trotz Bemühungen einzelner Führer ist an vielen Stellen krasse Ueberschreiiung der Waffen still st ands- bedingungen gemeldet. Das G e n e r alko m m a n d o kann nicht dulden, daß dicht gegenüber bereitstehenden Truppen grobe Ausschreitungen vorkommen. Es ist deshalb genötigt, überall dort, wo es den gegnerischen Führern nicht gelingt, die Bedingung durchzusetzen, seinerseits vor der Front Ordnung zu schaffen. Nach einer Meldung der„Voss. Ztg.", die allerdings noch nicht amtlich bestätigt ist. soll schon gestern der Vor- marsch der RegierungStrnPpen begonnen haben, der zur Besetzung sä mtlicher Städte des Industrie- gebiets. einschließlich Düsseldorfs, führen soll. Wenn diese Nachricht sich bestätigt, kann mit den schlimmsten Komplikationen gerechnet werden. Der erneute Ein- � marsch der Trupven und die Besetzung der Städte bedeutet nicht nur einen schmählichen Wortbruch der Regierung, son- dern auch eine.tzerousfordernng der gesamten N r b e i t e r s ch a f t. die sich ein solches provokatorisches Lorgehen nicht gefallen lassen wird.. � Umwälzung in Düffeldorf.' Dilsseld-rf, 36. Februar.(W. T 55.) In Düsseldorf hat sich in der vergangenen N-nb»«ine große Umwälzung vollzogen. Der au» Unabhängigen und Spartakisten besiehende Arbeiterrat hatte gestern mit überwältigender Mebrheit beschlossen. die Wiederaufnahme de» Generalstreiks abzulehnen. ®»raufhin ist dieser Nrbeiierrat von radikalen Elementen der Spartakisten und Arbeitslosen gestürzt worden. Die Un- abhängigen, welche Mitglieder de? bisherigen VollzugSraleS waren, sind in sogenannte Sicherhei'Shafr genommen worden. Ter neue Pollzugsrat soll den Generalstreik mit aller Stärke durchführen. Keine Räkerepublik in Mannheim. Mannheim, 25, Februar. Nach zweitägigen Verhandlungen ist zwi'chen den Mehrheit» soziali st en, den UnaS- häng igen und der kommunistischen Partei«ine Vereinbarung auf folgender Grundlage zustandegekommcn: t. Tie von der unabhängigen Partei und der kommunist'.'cken Partei erklärt« Näterepublik wird als nicht bestehend erklärt. Tie Parteien erkennen die badische vorläufig« Volksregierung an. Soweit sie die» nicht ausdrücklich tun, finden sie sich mit ihr ab. Der sogenannte revolutionäre Arbciterrat tritt zurück. Da» von ihm erklärte Standrecht und die von ihm getroffenen Verfügungen sind hiniällig. 2. Tie von der unabbän?i-»en Partei und der Kommunisten- Partei besetzten Prvat» und öffentlichen Gebäude werden sofort freigegeben. Der Presse wird volle Pressefreiheit gewährleistet. 3. Sämtliche Waffen und Munition sind sofort abzugeben. In dem Arbeiterrat tritt die unabbängige Partei 5 Eitze an die kommunistische Partei ab. Ter Vollzugsaus chuh besieh: nun- mehr auS 6 Vertretern der Mehrheits Sozialisten, 3 Vertretern der Unabhängigen und einem Vertreter der Kommunisten. Dann wird noch eine Vckanntmachnng erlassen, daß samt- lich« Privatpersonen, die HcereSwafsen und Munition ohne De- rechtigungSschein besitzen, diese bis spätesten? 27. Februar abzu- liefern haben. Dencralffrelk in Pirna. Dresden, 25 Februar(DK) AI» P r o t e st geg.: 2» mordung Kurt C i s n e r» ist in Pirna der Generalstreik verkündet worden. Sämtliche Beiriebe habe» die Arbeit ein- gestellt. Auch da» Ersöheinen de».Pirnaer AnzcigtrS" ist von den Slrsikcuden verhindert worden. In der Stadt sind die Führer der sächsischen Kominunisten, darunter der früh:re Ne'chs- tagSabgeordncte Nühlc. eingelroffcn, der nach einem Den'on- siraiionSzua e'ne Ankprack»« nn die Arbeiterschaft richtete. T>e Lag« ist vollständig ungeklärt. Kämpfe in Plauen. Planen i. f., 25. Februar.(SB. T. B.) Nach einer ffrSeitt- losenve-sanimluiiz, besetzten gestern nachmii ag bewaffnete Matrosen und Zivilisten nach Sntwaffnung der militärlschen SichcrleiiSwachen da» Nathan», die Danlen, die Post und andsve öffentliche SlebSud«. Auch die Kaserne wurde nach Berhand- luugen an die Demonstranten übergeben. Di« bürgerlichen wngen sind vorläusig am Erscheinen verhindert. Plauen i. v.. 25. Februar. fW. T. B.j Der Arbeit«- losen rot. der gestern nach Absetzung de» A.- und S.-RatS die öffentliche Gewalt an sich gerissen hat hat eine Bekannt- machung an alle Bewohner erlassen, wonach die von ihm gestellten revolutionären Truppen streng angewiesen sind. Leben und Eigentum aller Bewohner zu schützen. Tie revolutionären Truppen haben alle Lsfentttchen Gebäude, die Bahnhöfe. Polizei- Wochen usw. im Besitz,«u» dem Landger'chiSgebäude haben die Spartakisten in der vergangenen Nacht y? Htraf» und suchnngSgefangen« befreit. Heute vormittag 10 kkhr Mrden die Kasernen von Sicherheitstruppen zurückerobert. E» kam dabei zu Kämpfen, bei denen ein Mann getötet und mehrere schwer verwundet wurden, Nach den neuesten Meldungen soll der A,. und S.-Rat wieder eingesetzt sein. Die Lage»st augenblicklich noch ziemlich ungettärt, die Zeitungen tonneu auch heute nicht erscheinen. Generalstreik in Mlttclbeuffchland. Halle(Saale), 25. Februar. Ter Generalstreik der nriitel- deuischen Bergleute, der Belegschaften der großen chemischen Fa« briten und Stickstaffwerie, der Eisenbahner und der Metall- arbeiter ist heute eingetreten und gewinnt stündlich an Ausdehnung. Tagegen sollen all« Nahr un göm i t le lbe i riebe (Wasserwerke, Bäckereien, Schlachthöfe), wie durch Anschlag an» gekündigt wird, bis Sonnabend weiter arbeiten. Es handelt sich nach Mitteilung des Bezirksarbeiterratz beim Oberbergamt Halle bei diesem Streik um die Anerkennung de« Betrieb»- rätedurch die Reichsregierung. * Wie die offiz-ofen„PÄ. Part. Nachr." mitteilen, herr'ch! in Halle Nuhe. Tie Bergarbeiter streiken im ganzen Geblei«, die Eistnbahner sind ebenkalls in den Sireck geiretcn. Der Zur- oe-kchr auf dem Bahnhof ist eingestellt worden. In Halle selbst streiken bis jetzt Metall- und Holzarbeiler. Am Dienstag, n-ch- mittags 3 Uhr, fand eine Arbeirerratsfitzung statt, zusammen mit den Getverischaftsvorständen, wo weiteres über den General- streik beschlossen werden sollte. Em Aktionskomitee hat sich geb Idet, das besteht aus dem Bezirks-Bergarbeitercah cniem Bertreier der Unabhängigen, der Eisenbahner und Transpo-t- arbeiter, die allgemein zum Eeneralstrcik ausrufen. Der Soldaten» rat hat einstimmig eine Kundgebung beschlossen, daß die gesamte Garnison Halle dem Generalstreik fernsteht und eine streng neutrale Haltung einnehmen wird. De Garnison ist fest eni- schlössen, neben dem persönlichen Eigentum vor allem die Lebens- mittclmagazine, Wasfendepot? und öffentlichen Gebäude sowie die Banken vor jedem Eingriff zu schützen. Ruhe und Ordnung müßten auf jeden Fall ausrech erhalten bleiben. Vor allem er- mahnt der Soddatenrat all« Soldaten zu eiserner Selbstdisz pllin. Zur Tagung de? Arbei crrates waren Presseverlrete/ nicht zu- gelassen. Von heute ab werden die Zellungen jedenfalls nicht mehr erscheinen. Am Mittwoch beabsichtigt da» Bürgertum einen Gegen- streik in Szene zu setzen. Zunächst wollen die A e r z t e streiken. Irgendwelche Ruhestörungen sind bisher nicht borge- kommen. Die Unabhängigen geben sich die größte Mühe, die Sache in möglichster Ruhe vor sich gehen zu lassen. E-ne russische VegierungserNSruug. vcrli«, 25. Februar.(W. T. B.) Die Regierung der russt» schen Towjetrepublik verbreitet einen Funkspruch, in welchem sie die Richtigkeit der in einen: nach ihrer Meinung amtlichen Nauener Funkspruch vom 14. Februar enthalten« Behauptung in Abrede stellt, bei Karl R a d� k seien Dokumente gefunden worden, die beweisen, daß die russische Sowjetregierung gleichzeitig mit den Ausbruch eines innerhalb Deutschlands geplanten holsche- wistischen Aufruhr«, einen bewaffneten Angriff auf da» deutsche Gebiet zu unternehmen beabsichtigte. Sie erklärt im Gegenteil feierlichst, daß sie- k e i n e Invasion und überhaupt keine Angriffe gegen Deutschland auch im entferntesten beabsichtigt habe, und beruft sich zum Beweise dafür auf die Reso. lution des Zeniral-Exekutiv-KomiteeZ'vom 3. Oktober, die nicht die mindeste Andeutung auf einen russischen Vorstoß gegen Deutschland enthalf?, sondern nur vo» der Möglichkeit spreche, daß das von seinem Imperialismus sich befreiende deutsch» Volk, fall» eS gegen einen englischen und französischen Angriff die Hilfe de» Sowjet Rußlands benötigen sollte, auf dieselbe rechnen könne. Schl'eßlich protestiert das Volkskommissariat de» Auswärtigen dagegen, daß nach Abgang der deutschen Okkupa- tionstruvpen an ihrer Stelle auf dem Territorium der den Sowsct-Rußland befreundeten russischen und litauische« Sowjet- revubliken au» Freiwilligen gebildete deutsche Neuförmationen erscheinen. Sshtmi de» VMiWrals. Der VollzugSrat nahm In einer Sitzung zu dem ableh- nenden Verhalten einzelner Arbeitgeber Stel- lung, die sich weigern, die Arbeiterräte für ihre Tätigkeit zu ent- schädigen. Es verstößt da? gegen die Bestimmungen der Re» gierung. Es soll daher gegen«in solches Verhalten der Unter- nehmcr eingeschritten werden. Der VallzuaKrat beauftragt« eine .Kommission, die h'erzil erforderlichen Schritt« zu tun. Weiter« Deiriebe, insbesondere Staatsbetriebe sind anderevsett» bestrebt, d!« durch die Tätigkeit der Arbeiterrät« c-ttskuudenen Kosten möglichst hoch er scheinen zu lasscn, offenbar, um die Einrichtung der Arbeiterrät« in der OeffeMichkeit zu diskreditieren. Zu diesem Zwecke werden Erhebungen durch die Behörden und Betriebe v«r- anstaltet, bei denen auch solche Ausgaben erfaßt werden sollen. die im Rahmen der eigentlichen Tätigkeit der Behörde liegen und, wenn sie wicht vom Arbeiterrat erledigt werden, durch andere Ressort» der Behörden oder Beiriebe erledigt werden mußten. Di« Arbeiter rät? werden angewiesen, dafür zu sorgen, daß nur solche Kosten in Rechnung gestllt werden, die durch die Person- sönlichen und sonstigen Ausgaben für die Arboiterräte selbst entstanden sind Die auS politischen Gründen wiederholt vorgenoin-menen Entlassungen gaben dem Vollzugsrat ebenfalls Anlaß zur Stel- lungnahm«. E» wurde so Ige»-der B schluß angenommen: „Ter VollnigSrat hält cf mit dem Recktt auf freie politische lkeberzeugung scdeS Staatsbürger» für völlig unvereinbar, daß «in Arbeiter, Angestellter oder ein nicht politlichcr Beamter au? politischen Gründen entlasten wird, und ersuch! die Arbeiter- räte Grgß-Berlin», Eni'che! dun gen nach dieser Richtung im Slune de? eingangs a>lfyestell>n Grundsätze? zu treffen." Mitoeteilt wurde ferner, daß die Kommandantur in Berlin sich berufen kühlt, in ihren TageSbcseblen die Soldaten« Patrouillen darauf hinzuweisen, den von den Kommunisten ein- berufenen Versammlungen ihre Aukmerkiamfelt zu schenlen. Die Folge davon war, daß ein in der Wumba tagender Kongreß der StaatSarbeiter von SN stahlbeb lmten Soldtten behelligt wurde. Auch hier handelt e» sich um U eb ergriff«, denen entgegen- getreten werden muß. Weiter wurde beschlossen, daß am Sonnabend ein« Voll- Versammlung der kommunalen Arbeiterräte einberufen werden soll, die über die Tätigkeit und den Wirkung»« krei» der Arbeilcrrä!« nach den Wahlen Stellung nehmen soll. » Der in dem borstehenden Bericht de» VollzugSrat» erwähnt« Kommaudauturbesehl ist u»S durch Zufall zur KennimS gekommen. Wir drucken dieses interessante Dyiument nach- stehend ab: Heute von 10 Uhr abends an kommunistische Ver- k a m m l u n g e n in verschiedenen Orten. Die Truppenteil» haben in ihren SicherheitSnbstk'nltten durch Patrouillen f fff Aufklärung in der kommenden Nacht zu sorgen. Im übri, gen gilt Kommandanturbesehl vom 22. Februar weiter. Konv maudantur, Abt. Pers. 6829. i Groß-S erlin. Zum Wahlausfall. Der Ausfall der Stadtverordnetenwahlen kn Berlin hak bei unjern Genossen frohe Genugtuung, bei unse.rn Gegnern große Niedergeschlagenheit hervorgerufen. Die bürgerlichen Parteien haben gegen die letzten Wahlen starke Verluste erlitten und sie müssen ihre Hoffnungen erheblich herab» schrauben. Am Grabe steht die Deutsch-demokratische Partei, die als Kommunalsreisinnige im Rathause kraft des Drei- klassenwahtrechts und des Hausbcsitzer-Privilegs die unum- schränkte Herrsclxift ausübte. Daß sie so schlecht abschneiden. würde, indem sie mit ganzen zwanzig Mandaten zurück- kehren, haben sich ihre Führer wohl selber kaum träumen lassen. Dafür treten aber die Deutschnationale. die Deutsche Volkspartei und das Zentrum ins Nathans ein, die bisher noch keine Vertretung hatten. Die Teutschdeniokraten haben durch die Agitation ihrer Hausbcsitzerkandidaten Ladendorf und Bissing bei ihren eigenen Anhängern viel eingebüßt und haben das jetzt zu beklagen. Am schlimmsten sind die Mehrheitssozialisten daran, die in Berlin keine Mehrheit mehr ausweisen können. Si« haben eine Schlappe erlitten, die sie so bald nicht wieder auswetzen können. Wir hoffen, daß weitere folgen werden. Am tO. Januar rund um 100 000 voraus, am 26. Januar nur noch 70 000 Vorsprung und jetzt nach 5 Wochen nach der ersten Wahl hinter uns gedrückt, das ist bitter. Der sonst so schwatzhafte„Vorwärts" war ganz ickweigsam geworden, er mußte seine Siegesfansare, niit der er sein« Montagsniimmer in die Welt hinausgehen lassen wollte, unterlassen, es war ihm vergangen ob des niederschmettern- den Ergebnisses. Ganz nüchtern registrierte er am Montag die Ziffern, die immer schlichter wurden. Am Dienstag- morgen raffte sick: die Redaktion zu einem VcrlcgenheitS- gcstommel auf: Mangel an Kräften, an Organisation und anderes sollen schuld sein und müßten bald ausgeglichen werden. Tie bösen Unabhängigen seien besser daran ge- Wesen, beschwichtigte er seine Leute. Wir wissen, wie sehr die eigenen Anhänger über diesen Ausgang verärgert sind. Viele von ihnen schieben die Schuld auf die famose Kan- didatenliste. Man habe alle möglichen Leute, die kaum in die Partei gekommen seien, als Kandidaten auf die List» gesetzt, nur zu dem Zwecke, um möglichst viele Berufs- kategorien für die Liste zu gewinnen. Man habe, so sagen viele S. P. D.- Leute selber, Postbeamte, Obenvachtmeister, Schutzleute u. a. ausgestellt, um die Stimmen dieser Beamten- kategorien zn ergattern, und habe dadurch viele Arbeiter vor den Kopf gestoßen.� Diese Einwände mögen manches für sich haben. Aber die Herren waren ja gezwungen, so Z» verfahren, weil sie sich auf die Arbeiter immer weniger stützen können. Entscheidend bleibt aber dock> die Politik, die van dieser Partei und ibren Führern getrieben worden ist. Diese Politik ist eben keine proletarische. Und deshalb die steigende Absage der Arbeiter an diese Partei. Uns wird unser Erfolg nicht übermütig machen, wiffen wir doch, daß noch viel gearbeitet werden muß, um immer größere Kreise aufzurütteln und ihnen immer wieder zu sagen, daß Wahlen allein, und seien es die besten, nicht das A und O unserer Belveginig ausmachen. Nie üürsen wir vergessen, auch nicht bei Wahlen: Immer müssen die Arbeiter auf ihre Kraft sich allein verlassen, müssen sich ihrer Macht bewußt werden. Dann— aber auch nur dann könne» sie alles, können sie alle Herrschaft abschütteln. Wie für tuberkulöse Krieger gesorgt wird. 7 Dir erhalten folgende Zuschrift:„Seit einiger Zelt sind mehrere Heilstätten, die während der KdegSzeit zur Ausnahme und Behandlung für lungentuberkulöse Krieger bestimmt waren. aufgelöst bzw. geschlossen oder für Mililärpatienten gesperrt. Den lungenkranken Mililärpatienten, die sich meistenteil» schon seit längerer Zeit hier in den Lungcnlazareüen in Berlin befinden. ist jetzt dadurch die Möglichkeit genommen, so schnell wie möglich zur Erhaltung ihrer Gesundheit eine Kur zu gebrauchen. Di« Palienten warten nun monatelang in den Lazaretten, in denen e» oft an sanitären Einrichtungen speziell zur Behandlung. für Lungenkranke mangelt, zur Versendung in eine Heilstätte. Sie dürfen nun als Dank für die Aufopferung ihrer Gesundheit zusehen, wie sich ihr Leiden durch die unvcranlwortliche Haltung her maßgebenden Stellen verschlimmert. Wo bleibt bei diesen Zuständen da» SanitälSamt und vor allem die Äie gierung. Sind derselben die Zustände bekannt? Wenn die zuständigen Stellen sich der Verantwortlichkeit ihrer Tätigkeit bewußt sein würden, dann würden solche Zustände nicht möglich sein. Bei der alten Regierung wurde für unsere lungentuberkulösen Krieger gesorgt, bei der neuen Regieruung scheint mau sich der Pflicht »acht bewußt zu sein Hat man nicht die Macht, die Zustände zu ändern, oder«reibt man uut dem heiligsten Gute de» Men- 'chen Finanzpotttik." Veinahe müßt? man eZ glauben. WaZ Ist in heutigen Zeiten unmöglich. E» ist die Ausgabe einer sepial denkenden Re- gierung. hier für schleunige Abhilfe diese» Mißstände» zu sorge«, Achtung! Soldatenrate des ni. Armeekorps! Am Donnerstag, den 27. Februar 1019, vorm. 10 Uhr, findet im Pleniimsaale des Herrenhauses eine Vallversamin« jung aller Soldatenräte des III. A.K. statt. Die Tages- ordnung lautet: 1. Bericht des Zentral-SoldatenratS; 2. Wahl des Ko rp s- So lCa! en ra t s; 3. Diskussion. Der Zentral-Foldatenrat deS III. A.A. I. A.: Zoske, 1. Schriftführer. Unzulässige Agitation im Wahllokal. Unß wird mitgeteilt, daß am Sonntag bei der Wahl in« 726. Stimrtidrirk>m Lokal von Richte, Raihcnöw�r Straße 41, von einigen Herren Sammellisten unter dem Deckmantel„zur Befreiung unserer Kriegsgesangencn" herumgereicht wurden. Di? Wähler und Wählerinnen sollen direlt im Wahlzinuner zum Zeichnen eine» Beitrages auf dieser Liste ausgefvrdert worden sein, und es sollen auch b:S zun: Abend 136 Mark zusammen- gekommen seln In Wirklichkeit— so wird unS berichtet— sollen die Sammler für eine politische Partei gesammelt haben, denn auf der Liste standen die Worte gedruckt:„Werdet Mitglied»» der VulkSparieil* Wenn das der Fall ist, dann wär» da» em», gkms intgcTJBd'« Wultofion im WabNokal, ttnb mir TSnnfen nittii verstehen, warum dcr Wahlvarstaud naht dagotzcn eingcscbcittcn ist. Tie Empörung p'eler Wähler über diesen Unfug war des» halb auch voll berechtigt gewesen. Gegen neue ZiigciiischrSnknngen protestieren Einwohner au« Eachscn Hausen, die uns schreiben: Auf dem Stettiner Bahnhof beabsichtigt man die beiden Fernzüge, die nach Strelitz fahren, von Donnerstag ab einzustellen. An der S:recke liegen nun: Sachsen- Hausen,� Fichtengrund, Nasscnl>eide, Grüneberg und Löwenberg. Von diesen Orten benutzen läglich 4M Personen, die in Berlin werk, täglich beschäftigt sind, sowie etwa 10g Schulkinder die Züge. Nach Einstellung dcr Züge können 400 Menschen ihre Arbeitsstätte nicht mehr aufsuchen, ebenso werden 100 Kinder am Schulbesuch verhin» dert. Die Eisenbabndirektion sollte bei ZugdnstltSnkungen auf die Erwerbsverhältnisse Rücksicht nehmen und sie in der Feit der Ar» beitSlosigkeit nicht noch unterdrücken. Sie sollte deshalb dafür sorgen, daß dem Verkehr so Rechnung getragen wird, daß nicht gerade die wcrktänge Bevölkerung davon betroffen wird. Die Fahl der unterstützten �rwerbslesen betrug Ende der letzten Woche: in Berlin 185 000 sEnde der vorletzten Woche: 182 041), in Charloltenburg 13 737(12 705)� in Neukölln 28 717 (28 474), in Berlin-Schöneberg 5130(5180), in Berlin-Lichtenberg 11 129(11 309), in Berlin Wilmersdorf 3558( 3000). In den Grotz-Berlincr Städten zustimmen 249177(214 005). Ferner in den zum LebcnSmittelp.'rband Groß Berlin gehörigen größeren Orten dcr Landkreis« Teltow und Niedcrbarnim zusammen rund 27 400(27 200). Steglitz. Brotkartenschiebern ist man seit einigen Tagen auf der Spur. Es war in letzter Zeit aufgefallen, daß man Brotkarten da? Stück für 5 Mark erhalten konnte. Am Montag wurden ins NowaweS. einer Wwtschaft(Ausschank) in der Schloßstlaße 36 S.ück Karte», Linden sir. 33. bcfck lagnabmt. Wie verlautet, sollen dieselben von einer Dame in der Brotkommission verschoben sein. Ueberhaupt ist in dieser Beziehung hier am Orte noch manche? faul. Für die neuen Gemeindevertreter bietet sich hier ein dankbare? Arbeitsfeld. Wilmersdorf. Für die Arbeiterjugend von 12 bis 18 Jahren findet DoniwrStag abends 7 Ubr bei Schilling. Lauenburgerstr. 20. ein Vortrag des Herrn Dr. Nestriepke über Kä m p f e der Meister und Gesellen in der ZuknnftSzeit mit an- schließender Diskussion statt. Anmeldungen und Nähere? dort. Eintritt frei! Ter Bund Neue? Viterland und der Deutsche Monistenbnnd veranstalten am Freitag, den 28. Februar, abends 7 Uhr, im Herrenhaus(Plenarsaal). Leipziger Str. 3, einen Vortragsabend. Thema: Revolution und weltliche Schule. Refe» rentin: Lilli Jonnasch. Freie Ar-Siprache. Lichtbilbvortrige der VildungSabteilung der Erwerbslosen- sürsorge. Der am 22. Januar ausgefallene Vortrag von Prof. Köstner über: Dampfhämmer, hydraulische Pressen und Walzwerke findet am 5. März nachmittag? 5 Uhr im Institut für Meeres- künde, Gcorgenstr. 84/36 statt. Die bereits gelösten Karten haben Gültigkeit. Lebensmikkeikafender. Berlin. B'S Montag, den 3. März, in den Bezirken der 91 bis 103., 191., 194., 20).. 213. und 227. Brotkommission pro Kopf % Dose Wurstbilotaufstrich. Von heute ab findet bei den Kaufleuten Träger, üptitz, Großbeeren Straße, Gebauer, Karlstr. 6/7, so lange der Vorra rcichi, gegen Vorlegung des weißen Haus« haltSausweise? der Verkauf von reinem ausländischen Bienen» Honig, zum Preise von g Mk. pro Pfund, statt.— Tie Gemeinde bat ei» arößereS Ouantum Gefl»''eln!tter(Getr. Krabbenrück» stände, Geflügclbackfutter) am Lager. Bezugsscheine hierfür köiiilen im Rathaus. Zimmer 0, voi. d— i Uhr vormittags, gegen Bezahlung in Empfang genommen werden. Aus den Ngluiiftttoiiea. Dritter Kreis. Heu:« abend 7 Uhr in der Schulaula Dresdener Straße 113: Frauenleseabend. Referentin: Genossin Wehl. Charlottenbnrg. Donnerstag, den 27. Februar, abend» 7 Uhr im Volkshau»: Rednerkur susder ll. S. P. Die Genossen, die teilnehmen wollen, werden um pünktliches Er» scheinen gebeten. Steglitz. Donnerstag, den 27., abends MS HÜr: Oeffentlich« Versammlung im Paulsen-Realghmnastum, Arndtstr. 6. Tagesordnung: Das Rätesystem. Referent; Genosse Ernst Täumig. Die Mitg iederver'ammlung dieser Woche fällt aus. Tegel. Der Zah'abrnd findet Mittwoch, abends 7 Uhr bei Len» Harb, Berliner Straße statt. Di« Vorstandssitzung 6 Uhr im selbigen Lokal. Derantworllich für di« Redaktion Alfred Wielepg. Neukölln» Verlag..Die ftreiveit* lg. m. b f.. Berlin.- D-uck der Linden- d-.uckerei und Verlageget.vschasl m.b.H.. Echissdauerdamm IS Tlieatsr und Berjniisunecn. loIhsüChne. SSfÄ Direktion Wilhelm Kayssler. JV Uhr; Cl««. Opernhaus Whr: Die Fledermaus. Sciiouspleiiiaus »INr: Othello. Lessing-Taeater Direkt.: Victor Rarnowsky. f Uhr: Der Dfautuchs» Donnersfan: Der Könls1- freltag: Peer(ivnt. Deutschs Künstler-Iheat \ Allabendlich 7V Uhr: Nachtbeleuciitunii Central- 1 heater. nuhn Die Rose von Stafübu! SMlteh.Oiernliaiu Char af:eii'~ 7 Uhr: Civalicna ta'ticana. Vomer: Das h Misch Gold. Ree Thea er 7\ Uhr; Da. Ore'miidcrMiau?. Gastspiel d Tritdrich Wilhelm- itsdt. Thea'er«. Casino- Theater. LothringeiStr.?7.Täirl.%8Uhr: Der Scl'laeer der Spielzeit. Das neue Berliner Volksstöck: Vater Knolle. Dazu erKtkla�sige Spezialität. Sonnt. 3'. Uhr; Die weiße Dame Wmtirgarten llxllch 7V Uhr Varl�t�orstellung Rauchen Kesta'tet, �Ifdricü�WiJieuasu- Theater. Oi Uhr: hannerl. I Das Oiejiriäderihaus. II. Teil. (eines Taeater. 7 Uhr: flans Im Selmakenfocb Eintritt frell I Uelifln-Kalinrßtt= § Künstler-Diele Z hd Tcubenstr. 34. O ■ Ab4lJlir: Orchester von 6—7 Uhr: ■ da* x rolle Programm. B Ab 5v Uhr: T anz. L loht ns'ircVr Tie. Ktffet. fiß«, I ioho liodi. l-ir-eihhl. a». Iff»:»«. II. Hcbo Zirilo rrtii«. ß Komische Oper. nuhnSciiwarzw�niidel. , LustSPlelhaus. ja uur: Die sphnisciie Fliege �Eetropoi-Tlieater. r uhr: Die Fascüingsiee. (Neues Operettenhaus. ScblObauerdamm-la NordeniSi 7v ubr: Die keusclie Susanne , Palast- 1 ueaier. w mr: DerTrouIicilour «»«r.hnry »Ubr: AnOtOl. i Thalia-Theater b uhr: Poliiisckeistiriscliall. rTMatcr am NoliendcrlplaU. 7 uhr: Der Juxiinron. Thealer des Westens. ts uhr: Die laste Witwe f- Wall iner-'l heater Uhr: tieisha Graf v. Luxemburg r Walhalla- 1 heater TV Uhr: Ausrust der Starke 1ETR0P0L RniiDrett Behrenstr. 53-56 Dir. Alex Braune. Hniisi Tlscbler Aibe Hdk KcrmaA Fernand Lanzlgs?— Bussen Mm Iß Ii ll! Kurzes Gastfplel der Alexaudra Milowanowa Vorzflgliche Küche. PIANOS Ädam,NDnzstr.16 große Auswahl gebraoehter, in eigener Reparaturwerkstatt wie neu hcrgesiellt, sowie neuer Pianos, Panzerplatte, weiße ITlzc. Kupferbespannung 1800 Mark, Klavierstimmer Adam. MOnzstr. 16. J« Spezial-Behandlung«1 von Oesclileclitslelden bei Männern und Frauen Moritz Leäerer I Der Schrei nach l i Wahrhell| meine zweite Revolurlonereä«. I See Siulflul Ende I Zwelte Nuflaae. � prela je eine ZNar?. 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Die Genossen der 1�. Abt- issHecbtil. Freien liei; \r. 1 der nafgeD-Bfichcrci Prei- 20 Pf. Preis 20 Pf Str ßenliiiHll?r > kßt« ttzß»t'.Ks»k Ve i'* t Soeben erschiene KarlSeiünaaii.K '»Körn-rStr 19. Unvergeßlich bleibst Du den Deinen. Die so htiMc Tränen um Dich weinen. Deine Mu ter und Gnschwlster. ü Dl' DPfiSlllS �S'SSIfSlf-42, 1 sV"cne.t'lO-Uu!3-7Uhr) üir.ncrwflll'a£gtl fnißnellltnll Sonnt.v 111-11 uiir vorm. gränaiich und möghdisi ohne aerujsstörung Wolfiart Berlin, Invalidenstr, 147, l. Ctg., Ucke Bergstraße.| KAirulilalh Spr. 10- l2a.4-7. SonntlO-12. Mittwochs geschlossen> Vlaie Jahre in Krankenhäusern und Kliniken tätig gewesen. Untersuchung kostenlos. Zeitungsfrauen »ct. en noch in nachstehenden Speditionen«ingestellt s e r l t n: »tertchner. Olbschiuer Straß««a. «chlllvauerdamm tu. A>« n n t r, l!»:lui»siraßc U. Pelerlen, gl-»»d>irg-r-»aß« 7t. Ni e ü er I ch ö n e w e i ü e: Gchaflranltz«edaupraß:«7. Lichtenberg: «»gel, Holielftr. 7». gharlottenburg: Lorenz. WaUtzr.«!. 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Juniens. Sozialdemokratiscr.er Wihveraiit ÜUceibarnint. U.S. P.D. Bezirk Rosentbal. Am 22. Febrner versiert unier Mitglied d.r Qenosse Otto Sommerfeld iip Aiier von 26 Jahtso. Wir verlieren in ihm einen treuen Genossen und werden sein Andenken stets In E-ren haltnn. Die Beerdigung findet heute. Mittwoch nachmittag, 4 /« Uhr vom Friedhof der Gemeinde Rosentnal aus statt. Um r ge Beteiligung ersucht die Bezirksleitung. Gemeinsamer Abmarsch nm 3'/- Uhr vom Lokal des Genossen Ni brodt Allen Verwandien. Bekannten, freunden und Gästen zur Nachricht. dsB mein lieber Mann, der Gastwirt Karl Zibell im Alter von 51 Jahren nach schwerer Kraakheit verstorben Ist Dies'Civ tiefüe rObt an Berta 2.ibell geb. Wagner. Die Beerdigung findet am D mnerstag. den 27. Pebrner, Nachmittag» 4>Uhr von der Leichenhalle des Neuen Jakobi Kirchhofs, Bermannstr. 99/100. aus statt Aktuelle Postkarten von Dr. Liebknecht Qrutt der RevoluMonsopfer,RosaL»ixein- bürg. 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