Einzelpreis H) pfg* Jahrgang 2 d»««wfrm«n£ iui t» Senn»«Atz 5«%ctt?EuN�«ntf» gtz. IH» Jlwbrtf«§«»«■•«cKc» nö.t)tT%»»» i>oih»ttU*mtlttb fftl Ulf UKQttXC�M Clronftfon Nerlw NW% e»«»>Il«z«iI«»»« J.r«« a«»m II Pf,.IClrttit anjHg«» Mi mtditnxf* Vor»«3 pf,(«t« OKltm tOert 20 Pf. Tmininziznschlag SO ,v Sil HmniNn,. ms fäBl 6« �ufditaj fort 3nftt«U für Im» WijtnSni Tat«nfiffni fpittflnu f», S Ukt«admHfto« d»> t« SjprtiUeii"r4»4«bnt fei» «Ssjfrtition; Berlin SZW. 6,«chtstbanerdamm I». Sernsveech»»! Am« Norden»7c». Berlmcr-Organ tw Unabhängigen SopaWemoPrafte S)aitjff)[ani>9 »jßWOrH - i- r»- i 5-jA!.> m** Gewalt ober Recht l Die Cesetz?osigleilku In verlin. Noch immer hält eS die Regicrunn mit ihren Beteue- rungcn für die Pressefreiheit für vereinbar, das« unter ihren Augen Zeitungen ohne jede Angabe von Gründen verboten sind. Auch heute noch ist da? Erscheinen der„Republik" ver- boten. Alle Bemühungen, eine Aushebung des Verbots zu erlangen,«uareu vergeblich. TaS ist um so mehr z» verurteilen, als eS sich bei dem Verbot de» Erscheinens der„Republik" ebenso um ein Präventiv. Verbot handelt, wie daS bei der„Freiheit" der Fall war. DaS ist aber eine durchaus ungesetzliche Anordnung, die selbst das alte Gewaltregiment verschmähte. Sic wirft ein bezeichnendes Licht aus die Regierung, die soust zum Schutze der Pressefreiheit sogar hat Kanonen auffahren lassen. Anch der„Freiheit" ist bis heute weder eine schriftliche Mitteilung über das Verbot, noch eine solche über die Auf. Hebung, oder über die Gründe zugegangen. Es scheint, als ob die gegenwärtigen Gewalthaber eine Rechtfertigung ihres Handelns überhaupt nicht nötig Zu habe» glauben. Die„Vosssiche Zeitung" teilte gestern mit, dah de? Ab- geordnete Haase in der Nationalversammlung zwei kleine Anfragen eingebracht habe, eine über das Verbot der„Frei. heit" und der„Republik", die andere über die„rechtlosen Grundlagen der Berhängung des Staudrechts in Berlin. In dem offiziellen Bericht über die Nationalversammlung fehlt jede Erwähnung dieser beiden Anfragen. DaS ist kennzeichnend für diese monopolisierte Berichterstattung, dir mehr und mehr zu einer bcwussten Irreführung der ösfcntlillicn Meinung zu werden droht. Zu gelegener Zeit Uiird darüber noch weiteres zu sagen sein. Ebenfalls als einen Akt völlig ungerechtfertigter Will- kür muh ferner die Verhaftung unseres Ztallegen A. Stein angesehen werden, der auf eine Tenilnziation hin nun schon fast eine Woche in Untersuchungshaft gelial. ten wird. Seine Verhaftung, wie die vieler anderer Per- soncn, die ohne jede Veranlassung geschah» zeigt, das? daS militärische Gewaltrcgimrnt ihm politisch unbcgncine Per- sonen gegen Gesetz und Recht durch Verhaftung aus dem Wege zu schassen sucht. Auch in diesem Falle fehlt jegliche Beachtung der während des Krieges geschaffenen rechtliche« Sicherungen. Ter„Vorwärts" hat gestern beteuert, das« er mit uns da? offenbare Unrecht der militärischen Geivalthabrr vcr> urteilen und bekämpfen werde. Wir haben aber bisher ver- geben? auf eine Verurteilung des gegen die„Freiheit" und die„Republik" ergangenen Verbots durch ihn gewartet. Wir Gefangenen nicht»US und es müssen and«« VLume dazu de- rcilgestellt werden. Wie e! heiht, find die Ausständigen in Lichtenberg von allen Seiten von Regierunzstruppen umstellt. Der Kommandeur eines Bataillons der deutschen Schuhbivision, da» am Montag abend in Lichtenberg«inyerückt ist, gibt in der Presse bekannt, dah sich die Ermordung der P o li z e i be a m te n glücklicher- w e i i e n i ch t Bestätigte. Er konnte bisher nur die Er- schicgung von 4 Soldaten und 2 Beaniten soststellcn. Also ein erneuter Beweis, dah bat Schreck enSnachrichtem aus Lichtenberg erlogen waren. Der vevesie tzeeresberichk. Die Vüvgerlichen Blätter veröffentlichen footkaufond„amt- Ii che Bericht« über die mnliiärych« Lage in Berlin". Uns werden Liefe amtlichen Berichte nicht �zugestellt. Aber unsere Lcher verlieren nicht viet an ihnen. iSie sind ganz im Stil der früheren Heeresbevichte albgessaht urit einem beträchtlichen Aufwand großartig klingender Fachausdrücke. Im gangen oewinat man den Eindruck, al» würde die militärische Bedeutung und Gefährlichkeit de«»Geg- neiS* er h c l> l' ch übertrieben. Aber freilich, wenn man die Bedeutung des Gegners und die Gefährlichkeit der Kämpfe nicht betont, so kann man kein«»Siege" feiern. Der einzige tasstichiiche Inhalt des gestrigen Berichte« ist folgende Steve: »Auf miMärifch« Nnaildnung hin habsn die Bewohner der Ströhen: Tchillin-g-, MarstliuS-, Markus-, Kraut-, Grün-, Grüner Weg. Blumen-, Blankem fÄder, Andreas- and Grohe Zr«2?kfurter Strasse um siefcen Uhr«chend» zu Haufe zu sein. Wer sich nacb dieiser Zeit auf der Strasse ifckhen lässt, wird erschossen." Ein VermiltluvZsvnsmh. Wie der„Berliner Lokalanzeiger" berichtet, hat der Oberbürgermeister von Lichtenberg an den ReichSwehrininister NoSke«inen Brief gerichtet, in dem er bittet, zur Vermeidung weiteren BlntverglestenS und lveiterer Zerstörung Lichtenbergs eS zu einem Waffenftill- stand kommen zu lassen. Der Oberbürgermeister versichert, dass er in Verbindung mit dein Berliner VollzugSrat eine einwandfreie Einwohnerwehr bilden wolle, die für Ruhe und Ordnung sorgen werde. Um Lichtenberg vor weiterer Zerstörung zu schützen und daS Leben der Ein- woyner nicht unnützerweise noch mehr zu gefährden, bat der Oberbürgermeister, die RegierungStruppen»u- rückzuziehen.. Der NeichSwehrminister hat diese? Anerbieten kalt- l?erzig abgelehnt. Er hat nach dem Bericht de»„Lokal- anzcigers" den Abgesandten de» Oberbürgermeister» er- widert:„Sagen Sie dem Oberbürgerineister, entweder be dingru'gSlose Uebergabe oder nichts!" Die Garde-Kavallerie Gesetzlosigkeit! sind begierig, ob der„Vorwärts" jevt die Eutschiebrnheit| Schützen-Division vertritt natürlich den gleichen Ttand aufbringt, gegen die lluterdrückuug der„Republik" wie gegen die grundlosen Verhaftungen Einspruch zu erheben, «der ob er eS weiter als seine Ausgabe betrachtet, neben Sprachrohr der Regierung auch das Sprachrohr militärischen Gewalthaber Berlins sein. dem der in Ler Lelliner ßrlegsichMMaz. Berlin steht Ivciier u»fer dem Zeichen des Bei'ogerungs- zustande». In verschiedenen Stavllecken sind Maschinetizewehre und Kanone» ausgefahren. Im Norden Berlins«erden die Häuser nach Wafjen angesucht. Hin und wieder hört m«n«in- «eine Gewehrschüsse. Die Bevölkerung gehl indessen ruhig ihrer Arbeit nach und Kinder spielen in der Fr'iblinzSsonne auf den Plätzen, als lebten sie im tiefsten?rie�n. In den Nachmittag.' stunden da» gestrigen TageS schreckten »uf«inen kurze» Augenttick ei» pa»? A r l i I l e r i c s ch ti s s e die Bevölkerung auf. Sonst ist eS scheinbor im Osten Berlins zu neuen Kämpfen nicht gekommen. Auws, vollgepfropft mil de- wafsnsten Stahlinännern durchrattern die Strassen. Zuweiten wirst«in grösserer Trupp Gefangener abtrauZpor- tiert. Die Gefangenen, zum Teil �gefesselt, werden sck>arf be- wacht. Offiziere und vdannschafte» mit schussfertigen Gewehren «rnd R''volv'r» gebe» neben den Gekangetwn der. Bisher sollen gegen lL00 Auf st ä difchc veehaftet wneden seiir. Da« tlltvabiter Pwieriuchuugevcjüugnts reicht zur UiUerdringun« der Punkt. Sie erklärt in der Presse, daß sie gar nicht daran denke, sich in irgendwelche Verhandlungen einzulassen und daß sie den Bestimmungen überdaSStandrecht gemäss verfahren werde. Dieser Entfchluss ist auf das tieffte zu beklagen. Aber c? war von Herrn Noske und semer Schutztrupps auch schliesslich keine andere Antwort zu erwarten. Wir ver- rnteilc� das Vorgehen der Aufständigen auf da» aller- »chärsste. Aber ebenso sch�irf müssen wir uns dagegen wenden, dass die Ausständigen bis zum letzten Mann nieder- geknüppelt werden sollen. Die Berufung auf da? Stand- recht, dessen Berhängung. wie wir an anderer Stelle nach- weisen, rechllich gar keine Unterlage hat, ist durchaus ver- fehlt. Durch die Anwendung der äußersten Sctoaltmittel werden in Lichtenberg in der Hauptsache wieder nur Un- Ictiildige zu leiden haben. Alle weiteren Zerstörungen an Häusern und jede weitere Gefährdung von Menschenleben könnten verhindert werden, wenn der Vermittlnngsvorschlag de» Oberbürgermeister» von Lichtenberg«ngenommen werden wäre. VersarbeZterflreik ta Sachsen. Sw'cken, 11. Wlrz.». t.».«rnte früh sind slmtNche Vclegfch,ften im Kohlengebiet Oetsnitz-Lugau in»en Streik eingetreten, iw»nnzon 14 000«Innn, um»uf»te«er- banbluugen, welche.ur Zeit mit kern tpirtfrimfitministw Gchuinr» in Zwick«« ftattfutxn,«inen Deuck«ulznliurn, Auf Betreiben der Reichsregierung hak die preustischst Regierung in Berlin den Belagerungszustand verhängt. Gleichseitig wurde der Reichswehrminister R o S k e zum Oberbefehlshaber in den Marken ernannt und ihm die vollziehende GeimU in Berlin übertragen. Damit ist Noske der Untergebene des preußischen KriegsministerJ Neinhardt geworden. Andererseits ist dieser der Untergebene deS Reichswehrministers Noske! Beschwert sich jemand über NoSke aU Oberbefehlshaber in den Marken, so muß er sich an den preußischen Kricgsminister Reinhardt wenden, der— in der Theorie Herrn Noske zur Rechen- schast zieht. Beschwert sich jemand über Reinhardt als preu- ßi sähen Kriegsminister, so muß er sich an den Reichswehr- minister NoSke wenden, der— wieder iu der Theorie— Herrn Reinhardt zur Rechenschaft zieht. Daß unter solchen Umständen das Beschwerderecht— wie es Z. B. das Schutzhaftgesctz vorsieht— eine Farce ist. braucht kaum noch besonders betont zu werden. Die tollste Ausgeburt größenwahnssnnjaer Verachtung der Gesetz« ist die E r r i ch t u n g von S t a n d g e r i ch- ten. Am 3. Dezember 1918 ist von den sechs VclkZ- beaustragten der Reichsregieruvg eine Verordnung mit Gesetzeskraft erlassen worden, diirch die die Standgerichte ausdrücklich aufgehoben worden stnd. Es hat niemand auch Noske nicht— i1«- Recht, jetzt daL Standrecht zu verhängen, bevor nicht durch ein neues Reichsgefetz---daS heißt jitzt: mit Zustimmung der Nationalvrrsammlung in Weimar— die Standgerichte wieder gesetzlich einge» führt sind. Alle standrechtlichen Erschießungen der letz. ten Tage entbehren feder gesetzlichen Grundlage und sind juristisch glatte Morde. DaS BelagsrunaSzustands- gesetz gestattet nur die Errichtung außerordent- licher Kriegsgerichte, kennt aber keine Stand- gerichte. Wenn von Iftlsttzrat Freudenthal im Berliner Tageblatt" versucht wird, die Verhängung des Staudrechts mit dem Hinweis zu rechtfertigen, dass 8 8 des Gesetzes über den Belagerungszustand für bestimmte Handlungen d t e Todesstrafe androht, f» trifft diese Beweis- führuna völlig daneben. Auch das Strafgesetzbuch setzt für bestimmt« Delikte die Todesstrafe fest. Darum hat aber noch niemand daS Recht, den Täter ohne gerichtliche Aburteilung einfach zu erschießen oder auf sonstige Weise zu töten. DaS Gesetz über den Belagerungszustand bestimmt in seinem ff 19 ausdrücklich, daß die außerordent- lichen Kriegsgerichte erst zu verhandeln und abzmirteileu haben, ehe eine Strafvollstreckung erfolgen kann. Sie stnd auch zuständig für alle die Fälle, die jetzt nach dem kanni- balischen„Auge um Auge, Zahn um Zahn" durch einfaches Niederschießen„erledigt" werden. Der 8 10 de§ Gesetzes besagt wörtlich, daß vor die außerordentlichen Kriegsgerichte gehören: „Die Untersuchung und Mnirteilnng der Verbrechen de» HochvceratS, des Landesverrat», des Mordes, be» Auf- rnhr», der tätlichen Mederfetzirng. der Jeriiörung von Eisenbahnen und Telegraphen, der Dt fr« Inn» von Gefangenen. der Meuterei, deS Raubes, der Plünderung, »er Erpress'una usw. Alle denkbaren schlvcren Derbrechen unter dem Belage- rungszustande sind also durch das Gesetz ausdrücklich den außerordentlichen Kriegsgerichten zur Aburteilung vorbehalten, und kein Noske bat das Reckst, sie willkürlich auszu- schalten und zu dekretieren. Menschen wie tolle Hunde niederzusch ieß e n. Sein Vorgehen zeigt allerding», daß die auchiozialistische Regierung, deren Mitglieder fortgesetzt von Recht und Gesetz— reden. ein Kentaltregiment etabliert hat. wie es in Dcutschlanb nie dagewesen ist. Für die Verhängung und Ausübung des BclagerungS- zustande» ist die rechtssozialistische preußische Regie- r u n g verantwortlich. Morgen tritt die preußische Na- tionalversammlung zusammen. Hoffentlich ge- lingt kS. die Handhabung des velagerungszustandes möglichst schncll zur Sprach« zu bringen. Dann wird man end- lich erfahren, wie die Regierung die Verbiingung des Stand rechtes juristisch z« reckitsertigcn gedenkt, und man wird«ualeich erfahren, welch« Stellung die r e ch t s s o z i a- listische LandtagSfrakti»« in dieser wicktiaen Frage einzunebino» gedenkt. SJTc 5Ccrfjänaurta de?. Standrechte? ist die schwer- Wiec?cndi'te und folgenreichste Gesetzlosifls'.it. Sie ist oder Nicht die einzige. Ebenso ungesetzlich ist das V r ä v e n- ti v v c r b o t der„Freiheit" und das noch unbcgreis- lichcrweise fortbestehende der„Republik". Vlnaesetzlich ist ferner die Vcrhängung der P r ä v e u t i v h a f t über eine arohe Anzahl von Versonen sofort zu Beginn.des General- ftreiks, ganz abgesehen davon, das; diese Haft in ganz will- rürljcher Weise vielfach ganz Unbeteiligte traf. Es wird sehr interessant sein, zu sehen, wie die vreu- Mische Nationalversammlung sich zu all diesen Vorkommnissen stellen wird. Ein VefchwichNsin�gßversuch. W. T. B. verbreitet folgende Meldung: Die Nachrichten verschiedener Biälter über widerrccht- kiche Erfchietzung von Gefangenen im Pobizei- Präsidium Berlin bestätigen sich nicht. Di« Gefangemm werden, falls sie nicht der Änordnung des Oberbefehlshabers KoSke zuwider mit den Waffen in der Hand gegen die Re- yierungSlruppen kämpfend betrossen werden, dem ordentlichen (Richter zugeführt. Im übrigen ist im Polizeipräsidium, toi« wir zuverlässig erfahren, nur eine geringe Anzahl von standrechtlichen Erschießungen vorgekommen. Die Meldung klingt höchst dunkel. Wir haben in der Besamten bürgerlichen Presse Verlins keinen Bericht über toiderrechtliche Erschießung von Gefangenen gefunden. Im. Gegenteil: Spartakus ist oogelfrei. die grausamsten Gegen- »Nittel zu seiner Bekämpfung werden von der bürgerlichen Presse begrüßt. Wik selbst haben von widerrechtlichen Er- jchießungeu bisher nichts berichtet. Gegen wen polemisiert also das Wolf-Bureau? Sollten am Ende die Erschießungen «alsächlich stattgefunden haben, so daß die hohen Austrag. Sfber des W. T. B. sich veranlaßt sehen, im Interesse der tuhe und Ordnung„beschuuchtigeiid" zu wirken? Die sfrage dedarf der Antwort. Deutsche MKonMersammZung. Die Nationalversammlung ist bei dem Thema T r e n- Kling v o n Kirche und Schule angelangt. Und so- Eleich gerat der schwarz-rot-goldene Regierungsblock ins Sanken. � Awar tritt der Sprecher der R e ch t S s o z i a l i st e n so leise wie möglich auf. um nur sa die Brüder im schwarzen iffentrumsrock nicht vor den Bauch zu stoßen. Die Ab- schaffung des Religionsunterrichts, sagt er, ist unmöglich sofort durchzuführen. Trotzdem findet er keine Gnade vor den Ohren des Zentrums. Und der demokratisch)? Redner Muß alle Kunst der Dialektik aufbieten, um die schwärzen tod roten Brüder zu vereinen. Ein tragikornischws Schauspiel! Der innere Zwiespalt dieser schwvrz-rot-go!densn. sozialistischen Bürger- Legierung wird so recht deutlich, trotz, oder gerade durch den Verrat am Sozialismus, den die Regierungssozialisten hegehen. Der reine und ungetrübte sozialistische Standpunkt kommt nur zum Schluß in der Rede der GenossinZietz TUM Ausdruck. ER. Sitzung, Dienstag, den II. März Ivlv. i? Ans der Tagesordnung steht die Interpellation Ar n st ad> und Genossen GM-): Wider Recht und Ge- setz haben manche Einze! st aalen, wie Sachsen, Hamburg. Braunfchweig, tiefe Eingriffe in den Religio»»Unterricht genommen, oder für ta« neue Schuljahr vorgesehen. Denkt die eichtleitung zu solchen» Eingriff der Einzel- ßaaten in die Schulgejctze Stellung zu nehmen? Abg. Mumm(trnt.) begründet die Interpellation: Zur Zeit delht eine Dittschristenbewegung durch dos ganze deutsche Bock. »ie sich gegen die Eingriffe i»t d e n R e l i g i o n S u n t e r- ticht wenaet. In Preußen allein hat die Bittschrift schon über »nderthalb Millionen Untcrichristen gesunden. Für mich kenn- leichnet diese Massenbewegung das Cunpfinden weitester Bolls- weise, daß wir an der Schwelle eines neuen Kultur- lampse? stehen. Unser armes Balerland braucht Ruhe med Brieden. Aber die Herren Eberl und Scheidcmann haben ihn» »en inneren Frieden nicht gegönnt. Em« ihrer eriien Taten w�tr, sen Sprecher der sreirekigiösen Gc'meinde, Adolf Hoff- rann, an die Spche des prcuß. KulturininisieeumS zu steilen.'! tedner erörtert dann die vom sächsischen BolkS- « a u s't r a g t e n H u g in der Frage de» Religionsunterrichts nd de» Vcrhälinisses zwischen Staat und Kirche erlassenen Bcr- rdirongen. nach welchen der Uiuerricht i«i der biblischen Ge- bichle auf der Un. erstuf« auf zwei©Sunden eingeschränkt und der ja:rchi»mu»untcrricht ganz e.ngefrellt wird. Ferner hat Herr iug mit cincnl Federstrich die Simultanschule durchgeführt. In /iemburg hat der A.» und verfügt, baß der Religions- nterricht in allen staatSschulen aufzuheben sei, also für loöüOO nnder. In Brounschweig hat man die Aufsicht der Kirche Iber den Religionsunterricht beieiligl. Hn Mecklenburg kanen die Gelvalthabcr die konfessionslose EinheilSschul«. Wir äsen der Regierung zu: Keinen Schrill weiter aus dem Wege esetzlicher Verordnungen. Wir fordern für unsere Kinder die »ristüche Schule und den christl chen ReligwnSunierricht. So- »nge die Ellern in überwimender Mehrheit einer KonfessionS- emeinschaft angehören, muß auch der ReligionS- i«terrichj konfessionell sein. Rcillskolonialministec Dr. Bell: Namen? der ReichSregiernng abe ich folgende Erklärung abzugeben: Wie den Interpellanten ekannt ist, besitzt das Reich gegenwärtig i e i n'e Z u st ä n d i g- «it auf dem Gebiete deS UnterrichlSioesenS. Abg. Hcllinann(Soz.): Bei der Behandlung dieser Auge- egenhcit hat sich d:c ganze Nevcrhebuiigisucht..ja dir Herr s ch- locht der kirchlichen Kreise gezeigt. Damit stößt die tirch« immer weitere Bolksschich en in da» Lager der Kirchen- fegner- Im Knege hat sie das Blutvergießen als gart. »e wollt verteidigt und hat sich mit dem zuscunmenge- kockjciien Staat kompromittiert. Wir geben zu, daß die einzel» ßaatlichen Ängrisfe in den Religionsunterricht taksisch unklug ,nd vielfach taltlos waren. Wir verlangen im Jnteress» der »ollen G e w i s s e n s f r e i h e i t die Beseitigung de? ökeligions- Unterrichtes als besonderen UnterrichtSgegenfland. lHött, hört! rechts und im Zentrum.) Wir verlangen, die Religion kann er- lebt, aber nicht gelehrl und erlernt werden.(Sehr richtig, links.) Man kann Vieilgion nicht zensiere» und in Religion nicht prüfen. Aber es ist unmöglich, die religiöse Unterweisung mit einem Schlage zu beseitigen, und deshalb haben die RevolutionSregie- rungen falsch gehandelt. Sine UebergangSzeit ist notwendig- Grundsätzlich aber halten wir fest an dem©atz, daß d i e L ch u l e i i r ch e n f r e i sein muß. Abg. Dr. Mauöbach kA.): Der Minister Haen isch hat im Februar zwar den Ausdruck der Trennung von Staat und Kirche als irrefiihren,v preisgegeben, aber vositiv will» auch er guu äf*iu>ti)iwuva des BerhälrniiicO, W« der gewal�sm«» rtzoea» ming von Staat und Kirche derzweikelt äbnlich sehen wird, kln» ser« Partei stellt in dem neuen Programm das christliche®r- ziehnngS» und Kultur ideal an die Spitze, daneben die Gewissens- feeibeit die Freibeii der Religion und die Wahrung der Rechte der Eltern und ReligionS gern cinschafien auf die Erziehung der Kinder. Diese Sichcrstellimgen müssen in der Reichsverfassung festgelegt werden. Abg. Weißrcunm festgelegt. Trennung von Kirche und Staat, W c l t l i ch k e i t der Schale, Ein» he its schule, und diese Einheitsschule muß eine Arbeits- schule sein. Diese Forderungen müffen in die Vctjajsuiig der deutschen Republil aufgeiwinmen werden. Damit schließt die Besprechung. Nächste Sitzung Mittivoch 2 Uhr. lZweide Lesung de« S�luk!- sier»lng?g«sctz«S und de» Gesetzes über die KohlenjördcrunH.) Die Soziü'i�enmz des kohlen- bergbÄiies. ii. TvS Ziel der Mehrheit der Soziglifierungskommission ist völlige Vergesellschaftung des Belgbaues unter Ablehnung aller 5ionipromijse. Auch in bezug aus den Weg schlägt üe eine völlig neue Möglichkeit vor. Es 'oll ein neuer Wirtschaftekörper— Deutsche Kohlengemcin- schaft— geschaffen werben, der wirtschastlich und rechtlich der Träger der deutschen Kohlenwirtschost sein und sowohl den privatnsirtidfastlich itVöeitcnfcen Betrieben der andern In- dt'strteztvcige und dem Konsum, als auch dein Reich und den Bundesstaaten und den übrigen Körpersclxtsten des öffent- lichen Rechts als selbständige juristische Person gegenüber- ticter soll. Für diesen Vorschlag sprechen Erwägungen organisatorischer Zweckmäßigkeit. Außerdem aber auch die Tatiache, daß gegen ihn jenes Bedenken außenpolitischer Natur nicht erhoben werde» kann, das in den Erörterungen bei letzten Zeit als stärkstes Argument gegen die Soziali' siening erhoben worden ist: nämlich'der Zugriff der Entente auf diesen Wirtschastskörper. Ter MehrheitSbcricht weist ausdrücklich daraus hin, daß ein Anspruch der Entente auj die Kohlengemeinschaft juristisch nicht leichter zu begründen und nicht anders zu beurteilen seß als ein Zugriff auf gegenwärtig bestehende Betriebe privater Unter- nehmen. Tic Organisation der Kohlengemeinschaft bedeutet aber sachlich nach den.Darlegungen des Berichts ebenso einen Bruch mit dem System des Privateigentums, wie auch einen prinzipiellen Bruch mit dem System der Lohnarbeit,„da der Zweck der Produktion in ihr nicht mehr der kapitalistische Prosit ist, wenngleich die Nechtssorm deS Lohnes vorläufig noch aufrechterhalten werden muß". Die N c ch t st e l l u n g der Kohlengemeinschaft soll so frei alö möglich sein. Durch die Anlage der Organisation selbst soll das Interesse der Allgemeinheit zum herrschenden Gesichtspunkt und treibenden Einfluß der Ge'clchstsfiihruiig gemacht werden. Daher soll die Eni- scheiLung aller lechinichcn und ökonomischen Fragen deS Kohlenbergbaues der deutschen Kohlengemeinschaft über- lasser. werden. Dem Reich sollen gegen ül»cr der Kohlengemeinschaft nur die folgenden Befugnisse vorbehalten bleiben: 1. Die Preispolitik der Kohlenge-meinichafl muß der Tarifhoheit oe« Reick)«» unterliegen. Die allgemeinen Prei«- festsryungcn sollen der Gern miguna de» Rem<» b-burfen. L. Dauernde Belastungen d-e»' Besitze» der Kohlen- gemein stbast. na wen st ich Verpfändungen, und dauut die Vor- nahm« von Rechtsgeschäften, die zu solchen notwendig führen, Ivären an die Zustimmung de» Reiches zu knüpfen. 3. Dem vorgeschlagenen Plan entspricht c», die Finan- zen der deutschen Kohlengtmeiirschcrft von denen, des Reiche? unabhängig zu stellen. Ihr Budget soll sowolst rechtlich wir ökonomisch autonom, ihr Kredit vom Kredit de» Reich? unterschieden sein. Dock müssen jene Ueberschuss« der Kohlengemeinschaft, die sich nach ausreichenden Rückstellmnei, und der Vornahuie der notwendigen klebe rweisungen an einen reichlich zu bernessenden NuSgleichSsends ergeben, dem Reiche zufließen, sellbst wenn man noch so wenig daran denkt, den f.Skalischcn Ecsichlspunkt in den Vorder- gvnnd zu stellen. Drsbaib müsien die letzten'Ziffern des Budgets der Kohlengemestrschnft im R e i ch s e t a i erycheinen. Die Gr undlinien der Organisation der Kohlengcnie!»sck>ist stehen unter zwei belkenschenden Ge- sichtspunkten. Es sollen die Grundsätze wirtichiistlichcr De- niokrat!« und des Arbeitens für dt? Gesamtheit durchgesetzt imben können. Aber in Erkenntnis der Schwierigkeiten einer bureaukratischen Leitung verlangt die Mehrheit der Kommission, daß die Führung der Koblengemoinschaft mit ausreichender Macht und Bewegnngs'reiheit ausgestattet werde. Sie legt hierauf das allergrößte Gewicht,„denn eine der's ch l i m m st e n Gefahren, die der geplanten Organisation droben, wäre die A u s i ch a l t u n g freier Initiative und individueller Verantwortiinasbereit- schaft, auf denen die Ersolae privater Geicistjstssiibriina be- ruhen". Die Kammission betont sogar, daß die Ausschial- »ung freier Initiative und ihre Folge, das völlige Stocken der wirtjch>aftlich.'» Entwicklung, von vornherein der Grund.' ssedanke der Soziakisierimss für längs Zeik diskredltlerie würde: sie erkennt deshalb ausdrücklich die Bedeutung der Führerrolle im Wirtschaftsleben an in der richtigen lieber- zeugiing, daß das den Grundsätzen der Demokra- t i e n i ch t w i d e r s p r e ch e. Entsprechend diesen allgemeinen Ansaxmiingen enipfichlt die Kommission, einen K o h l e n r a t. bestehend aus hundert Mitgliedern, zu bilden. Fe fünfundzivanzig dieier Mitglieder werden von dcn Betriebsleitungen, der Arbeiterschaft und den Konsumenten gewählt, die� letzte« fünfundzwanzig vom Reiche bestimmt. �!cm Gcaensatz zu dem Vorschlag der Reichsregierunq, die an dem Reichs- kohlenrat auch die Unternehmer mit einem Drittel der Sitze beteiligen will, sieht der Vorschlag der Mebrheit der Sozialisierungskommmion die völlige A ussckal- tung der Unternehmer, dagegen aber die Mit- Wirkung der Betriebsverwaltungen vor. Tie Ausgabe des NcichskoblenratS besteht in der Leitung der gesamten Kohlengewinnung, der Vestimmuna der Menge der zu fördernden Kohle, der Betriebsgrößen und LctriebSmethodcn lStillegungen und Zusammenleaunaen. Schaffung geeigneter Betricbseinheiten usw.). der Preise und der Unterlagen für die Lohnbeinessung und Verteilung der Kohlen. Die zwischen Betriebsleitungen und Arbeiter- Vertretungen abgeschlossen n Vereinbarungen. über Löhne und Arbeitsbedingungen sind dem Kohlenrat zur Kenntnis zu bringen. Die Exekutive soll in der Hand eines Direktoriums liegen, dem größtinöglicksite Machtfülle und Bewegungsfreiheit gegeben werden soll. Um zu verhindern, �daß die s ä h i ss st e n Köpfe während der Uebcrgangszeit. in der überwiegende Gebiete des wirtschastüchen Lebens privatkapitalistisch oraanisiert sind, von der Industrie an sich gezogen werden, hält es die Kommission für dringend erforderlich, daß die Bezüge na- mentlich der Generaldirektoren und Direktoren ungefähr den Sätzen entipreclien, die in der Privatindustrie üblich sind. Tie Kommission weist mit Recht daraus bin. daß es auch in keiner Weise dem aemeinwirtschastlichen Prinzip widerspricht, die höbere Leistung' durck, einen höheren Gegenwert zu entschädigen. Der Kohlengemeinschaft soll nach den Vorschlägen der Mebrbeit der Kommission außer dem reinen Kohlenbergbau auch die Brcnnkohle und die Verkokung sowie die Gewin- nung der Nebenprodukte aus der Verkokung unterstellt Iver- den. Diese Maßnahme soll den e r st e n Schritt auf dem Wege zur allgemeinen Sozialisierung bedeuten. Diese Sozialisierung bedeutet zugleich Ausschaltung de? privaten Kapitals. Der Vorschlag der Kommissions- Mehrheit sieht die völlige B e i e i t i g u n g d e s Unter- n e h in e r s vor, der nur noch als Angestellter Eristenz- berechtigunss habe. Deshalb sollen alle Kohlenbergwerke. die im Besitz von Privaten oder des Staates sind gegen Entschädigung enteignet werden. Diese Entschädt- gung der Kapitalisten, zu der wir noch eingehender Stellung nehmen werden, soll durch eine Vermögenssteuer der Knpt- talisten ausgebracht werden. Tie Kosten für die Entschcidi- gung der Bergwerksbesiber würde also die ganze Kcipi- talislenklasie fortschreitend zu tragen haben. Von großer Bedeutung sind serner die Dorschsage der Konmiiisionsmehrheit mit Bezug auf die Abwehrorganisa- tion. Der gesamte Absatz soll nach sozialistischen Grund- lüden geregelt werden. Tie Handelsgewinne sollen durch Sozialisierimg des Groschandels gusaeickigltet und die Der- teilung des Hansbrandes durch die Errichtung kommu- n o I e r Kohlenverteil ii ngs st eilen an die Ver- braucher vorgenommen werden. ?enksch!ands EvtmMkarisielUkg. PttriS, 11 März WD.B. Der Oberste KriegSvat, der di« Größe de» deutschen Heere» festlegt, bestimmte endgültig die Zahlt der Geschütze. Maschinengeivehre und Gewehre, die Deutichland behalten darf, und beschloß, daß Deutschl-and keine Ta n l S ,md keine Krieg»fkotte haben darf. Es darf nur kb 000 Matrosen zu-rückbebaklen und nur wenige FlusBeidge besitzen. Die Vorräte an Material und Munition die die sestssesetzte Meng« überschreiten, müsien veriächlet und dürfen nicht eck'etzt werden. Wchlsrg'b.i!s in Walkes. «r-lfen(Waldetf). II. März. Bei dcn Wahlen zum Land- lag wurden gewählt: Im Wahlkreise Waldeck ö Soziaide- mo krauen, k Deulschnationale, 3 Demokraten, 3 waldecksche vclSMiündler, � I«ollcrarwi-Ier. im Wahlkreise Pyrmont 8 Soziaide mok raten, 1 De ui schncn ioeiaJ e c und 1 Demokrat. Las fchiasserlige Heer. ES wird gcschosian. E» wird gekämpft. Da blühk der Weizen des Militär». Der«Nativnalverband Deutscher Offizt«re' hat da» in einer.Entschließung'' an N o i l e sehr hübsch »nd treffend solgcuoeunurßen ausgedrückt: .Di« aus E'nladung des Nationakverbande« Denlsiher Offiziere in der Hochschule für Musik versammelten Auge- hörigen deS deulschen Ojfizierstande» begrüßen da» neuer» wachte erstäudnis für die Notwendigkeit eine» schlagfertigen Heere» als Zrichen der be- ginnenden Gejundung unseres VokleS. Sie sehen in dem Eni- wurf zur Schaiiung einer Reichswehr einen Notbehelf der so- bald al»«nöglich einer geordneten Wehrveisasiuug Play zu machen hat." Wie sich die Herren die»geordnete Wrhrverfasiung" und die„beginnende Ecsundunz" vorstellen, erhellt am besten Para» graph 4 ihrer Forderungen. Er laulct: „Tie Herstellung der vollen dienstlichen Kimmandogewakl der Offiziere und Untersffizierr und die«ojeitigung der S«l- darenröte." Die Herren, die da? fordern, sind dieseklben, die eben den großen Sieg über Spartakus errungen haben, diesleben. di« schon zweimal§>« Regierung.gerettet" haben, denen die Re- gierung sich zu Tank verpflichtet fühlt und denen sie ihren Dan»' tagtäglich versichert. Diese Forderungen der Rrgierungsretter aber schlagen den Wünschen und Hoffnungen aller sozialistische» Soldaten und Arbeiter schnurstracks in» Gesicht. Di« Regierung wird alio mal wieder zu wählen habe» Mischen Offizieren und einfachen Soldaten und Arbeitern. Da wird ihr die Wahl nicht schwer fallen. Mögen dariidei auch Revolution und SeziciliSmu» zum Teufel gehen! Wenn nur das O f f i z i e r k o r, a erhalle» bleibt und da».schlaa, fertige Heen"! U in Bettln. GreuelerzaWmgen und Staudrecht. Der«BorwärtS' liefert in seiner gestrigen Abendnummer ein NüchugSgerecht. Di« Greuelgeschicht« von Lichtenberg Uilst sich nicht«nifrrchlerhaitrn und ebenso die Beschuldigungen gegen die Unabhängige Sozialdemokrcnie. Hat doch in einer Pressekonfe- reng der Hauptmann v. Moychseiviez vom GeneralZontMando L ü t l w i h in einer Darstellung über die Vorgänge folgendes ausgeführt: „Ter Generalstreik ist scharf zu trennen Mn dem bewaffneten Aufruhr. Der E-enera'.sireik ist durch militärisch« Mittel keinesfalls ku unterdrücken, noch ferne Wiederholung unmög- lich zu machen. Wohl aber ist der Generalürerk benutzt worden, um den Aufruhr zu entfesseln. Die Führer und An» Hänger d«r Unabhängigen waren gegen dqn Autruhr. Ebeufa hielten die Führer d«r kommunistlschen'Kartei b?« Zelt für den von langer Hand vorbreiteten bewaffiieten Aivfrichr zur Durch. srhung ihrer Ziele jetzt noch nicht für gekommen. Der Aufruhr in Berlin»vurde getragen von bewaffneten sparta» kistisch gesinnten Arbeitslosen,«"beiviolchen A r» beitern einiger Grohbetriebe, dem Roten Soldaten» Hund, dem grösttn Teil der Volks maeine-Tivision und einigen D-epow der republrkanifchcn Soldatenwehr, im ganzen nach vager Schätzung Ist(XX) Mann. AiS Haupt» angriffSgiel war daS Polizeipräsidium deshaib gewählt teotlben, iom biejonige Behörde zu bcieitigen, welch« die Pliinderunitem hätte verhindern können. Ohne den Erfolg der Regie-vungS- lr Uppen vom 6. März hätten wir heute im Westen Berlins Jrmänh«. wie wir sie seit Monaten auS Petersburg können.' Gerade der.Vorwärt«" aber hat versucht, die Unabhängi» gen für die Gewalttätigkeiten verantwortlich zu macheu, obwohl sie nicht nur, wie der Hauptmann meint, dagegen waren, son» dern von ihm nicht» gcwutzt haben, und er hat namentlich die Greuelgefchichie zur Grundlage einer bösartigen Hetze ge- macht. Wen» er sich darauf beruht, dast ihm Berichte von vier verschiedenen Seiten zugegangen sind, so mutz der.Vorwärts" gerade so wir wissen, daß in so wiiderrcgten Zeiten auch von ganz gutgläubigen Leuien die untvuhrstcn Tinge berichtet wer» den. Er durste nich! ohne Prüfung w grauenvolle und von vorn» herein fast ungiäubiiche Beschuldiguitgen einfach als beiviesen nehmen und darauf dl« Beschutdiguiigen gegen politische Parteien erheb««. In vorsichtiger Form fährt der.Vorwärts" auch weiter fort, die traurigen Vorgänge politisch auszunutzen. Er schreibt: .Tie.Freiheit" weist so gut ivie wir, da st es sich die?» mal»in einen Aufstand handelt, der von langer Hand vorbereilct ist und zu oejjcn Zweck umfangreiche Werbungen vorgenommen worden sind. Sie kennt die Vorgänge in der..Vo Iltmar.ne»Tivisioii" und in einem Teil der Republikanischen Soldatenwehr ganz genau und sie weist auch, wer dort den Hast gegen die Regierung und die. regieruitgStreuen Truppen bis ins Sinnlos« geschürt hat' Wenn sie jetzt über da» Morden entsetzt ist, so macht da» ihrem menschlichen Empfinden Ehre— aber sie hätte die Folgen früher bedenken sollen. Dazu kötinen wie aus dai bestimmiefte erklären, dast u» S bon all dem nicht» bekannt gewesen ist. Wir wustten»übt. dast ein Ausstand geplant worden ist, nicht, dost Werbungen vor» genommen wurden, noch dast und von wein für«inen Aufstand agitiert wurde. Wir wustten nur im allgemeinen, wie jeder in Berlin, dast zwischen den allen und den neuen militärischen For» Motionen sieh Gegensätze und Konkurrenzsireiligkeiren heraus» gebildet halten und wir waren von den Gewaltsamkeiten aus da» allem rumgcjithmtic iibercafcht, Der.VovioärlS" must aber gefragt werden, warum er diese Kenntiii» denn nicht der Oeffentllchkeit vermittelt, warum er all dnse Vorgänge verschtviegen hat, olwohl doch die Vcrösscntlichung da» beste Mittel ihrer Verhütung gewesen wärek Und weiter: warm, diese Vorgänge bekannt, worum wurden dann diese unzuvenckssigen Truppenteile verwen» det und noch da-u neben den anderen?» Es muhte doch dadurch die Gefahr von Konflikten heräufbesthtvoren werden! Ist eS so, wie der.Vorwärts" sagt, dann ist mit geradezu ungeheure� Unbesonnenheit vorgegangen worden. Jedenfalls erweist sich eine gründlich« Untersuchung dieser Vorgängp immer nötiger. W i r können nur erklären, dast sie un» heute nach recht dunkel sind und dast wir restloseAuf» l l S r u n g dringend wünschen. Diese ist umso nötiger, als die Greuelerzählung den Grund zelicfert hat für die— ungesetzliche— Verhängung de» Stand» recht» und die Stimmung geschaffen hat für seine er bar» mungSIose Anwendung. Und hier handelt es sich nicht um geringe Dinge. Von militärischer Seite ist mitgeteilt worden, dast die Zahl der standrechtlichen Erschie Hungen bereit» Ivo übertrifft. Da» sind furchtbave Dinge, zu denen der.Vorwärt»" bisher n�ckt» zu sagen weist. Sie werden noch furchtbarer dadurch, dast die Verhängung des StandrrchtS durch unwahre Behauptungen zu rechtsertigen gesucht wurde. Wir haben schon gesagt, dast wir Grausamkeiten an wehrlosen Ge» fangeneii,»vr»n sie von den ReziernngZgegnern verübt worden sind, auf da» schärfste verurteilen. Aber wir meinen, dast das der Abwehr not nich: das Recht gibt, jede Menschlichkeit zu vergessenl Lie Schuld der Reglervns. Während der„Vorwärts" zu alausien scheint, dast mit den Siegen der Negierungstnippen alles wieder in Lrd» nung sei. finden sich in der„Vosstschen Zeitung" Ausiühriin» gen. die zeigen, dast auch bürgerlichen Politikern die Ne- nierungsiinsähigkeit der herrstklenden 5ioalition immer klarer wird. Es heistt da: Dir hcnlige Lage ist das unmittelbare Ergebnis schwerster Vcrsäumnist« aller h-rjenigen, die für den Ausbau eines, neuen bcnioira ische.i und produtiiondfähigrn Dculschlond verantwortlich sind. Die Schrecke iwtage. die wir jetzt durchleben müssen und denen noch viel ärgere sclgen kennten, sind leider mir ein« Er» füllung jener düsteren Vorhersagen, die an dieser Stelle seit Monaien gemacht worden sind, alt sich immer d güg er zeigte, dast die R e g> e r�u n g und die hinter ihr stehenden Parteien«inen g r o st e n Teil der P f i> ch! e n versäumten, die vom Standpunkt des politischen u"d nnrtfchastiichei, AufbauS Teulsckp lands anrrlüstlich schienen. Die Pc.i.'k der letzten Monate weist in siebeu Punkten ein««rschrechend: Aeholtchkeit mit derj taltun g der früheren Regierungen während des riege» auf. Sie zeichnet' sich vor allem dadurch aus, da?) ihre Mastnahmen, sosern sie überhaupt die richtige Folgerung auS den Ereignissen sind, unvoll st. andia und verspätet erfolgen. So konnte mi: den Zugeständnissen, die dv Regierung vor wenigen Tagen den A r b e i t e r r ä t e n gemacht Hai. noch vor Wochen eine neue Lage geschaffen werden, die wahrsck>cinl!ch alle» ver- ?inder! haben würde, worunter wir jetzt und m der nächsten Zu- unft zu leiden haben werden. Ader auch im letzten Augenblick würde eS sich empfohlen haben, alle diejenigen Zugeständnisse aus einmal zu machen, die sich mit dem Interesse der Gesamtheit in Einklang bringen lassen. Tie innere Politik eines Staatc». der erst au? den Trümmer« wieder erstehen soll, ist kein Handels» geschäsi, bei dem man möglichst billig wegzukommen trachtet und gewisse Zugeständnisse mit Rücksicht auf ein weiter«? Feilschen immer noch ein toeuig zurückhält. Sondern sie must von dem Be- streben geleitet sein, einen klaren Grundgedanken zum Nutzen der Allgemeinheit zu verwirklichen und dasür die ÜJRtarbeit möglichst weiter Kreise zu gewinnen.» Nur so kann eine Regierung das Vertrauen ihrer Anhänger, aber auch daS ihrer politischen Gegner, erwerben. Nur, wenn ihr erstes Wort auch ihr letztes ist, können ihr« Zusagen politisches Ge- wicht erhallen. Jede andere Taktik>ät Misttrauen und vermehrt damit die Zahl und Stärke der Opposition. Aber auch die andere Gefahr besteht, dast die Regierung nächster unier dem Druck dieser Opposition mit ihren Zugeständnissen über daS Blast dessen hin- auKgeht. wa» nützlich und was vorher notwendig war. Die rm Ber. lirwr Arbeiierrat vorgeschlagene Einordnung de» Räte» g e d a n k e n S in das wirtschaftliche und politische System Deutsch- lands ist z. B. gerade in ihrer letzten Konsequenz, der Errichtung einer Kammer der Arbeit, die logische Verwirklichung der Idee«ine» uniiarischcn und als ProduktionSgcmeiiischaft auf» gebauten VvIkSstaates.'Die Regierung hat dieke letzte Konsequenz verweigert. Aber sie bat ihr durch den zumindest unklaren An»- druck von der.konstitutionellen Fabrik" ein« Tür zu bedenklichen Konzessionen geöfsnet, die unter Umständen zu bolschewistischen oder syndikalistischen Experimenten führen können. Wir meinen allerdings, dast der von reckrtssoziosistischen Vertretern im Arbeiierrat gemachte Vorschlag nicht aus- reichend ist. Aber die Aeiistcrungen des bürgerlichen Blat- tes. das sich auch gegen die folitiscty? Ausschlachtung der traurigen Ereignisse und das ungesetzliche Verbot der„Zirei- lwit" lveudet, würden unserer Meinung nach die Bcachtuna gerade jener rechtsioziaIistisS>en Kreise verdienen, die glau- den, noch immer der. Mhrung chror regiereivden Männer vertrauen zu können. Ein Lang dnrch das Schlachlseld. Von einem Augenzeugen, dem es infolge eines behördliche» Ausweise» möglich war, den Kampfplatz vom Alexanderplatz bis in die Gegend von Lichtenberg zu besichtig«», wird uw» berichtet' lknter besonders scsttvierigen verhälüuissen gelung e» mn am Monlag, nach einem Umimege von zirka 2 Stunden, die Franlsurtcr Alle« zu erreichen. Tie Aloxauberstraste von der Nagazinstmsic ti» zum Aleranderplatz knetet ein w ü st e» B i l d. Tänitliche Scheiben der Wohnhäuser wie der Schaufenster sind zertrüninert. TaS P o I l z e i p r'ä s> d i u m hat mehr gdil!«» als in den Tagen vom 0. bis 12. Januar; keine einzige Fenster- lcheib« ist ganz geblieben. Die Stodivogt«! weist zwei g r o st e Löcher auf, die von Artillerie- oder Mne»geschossen herrühren; auch das Polizeipräsidium hat stark« Beschädigungen durch Ärtillericgeschosi« erlitten. Auch der Georgcnkirchplatz hat sehr gelilken. Die Georgenkirchc hat alle Scheiben eingebii'stt, auch der kleine Turm an der Vorderjroni ist ein Opfer der Artillerie» beschiestung getvorden. Die Alte Schutzereslrast« verffetzt rtnen in die brnwüsteien Städte un>d Dörfer ln Frankreich. Büch die Bkumenstrastc, insbesondere dar MarkuShos. haben sehr zu leiden gehabt. Aus meinem Wege lbegcynete mir eine Kolomie ein«? Frcüvilli'gen. Regiment». Ter gröstk« Teil der Leute Kalte den Revolver oder da» Gewehr schustbereit in der Hand und rief den Einwohnern zu:.Fenster schtliestenl" ES war aber nichts zu schüesten, da alle Scheiben fchllen; trotzdem schossan(die jungen Buvschen iclindlingS hinauf. An der Grohen Nrankfurcker Stvaste, Ecke Andreaifftraste, dicht beim Warenhaus Jan darf, stand ci» Geschütz, da» mit kloinen Pausen, feine verderbenbringenden Geschosse die Fra-nksurter Alle« entlang schickte. In der Frankfurter Allee mustle ick) halt machen, da hier die Gesahrzon« beginnt. In kunzen Anständen fah ich Fllüchölinge, die so schnell, wie si« nur leu!''«» konnten, mit einigen Ha�el-i gleiten die Frank, ort er Alle« paPerten. Späisr schwur einige .Häuser halben«inen Voiitrefser erhalten. Einig« Häuser der Tiüsiicr Straste bieten einen traurigen Anblick. Be- sonders die Einrvohncr der Häuser Tilsiter Strastc 81 und 32 k,«ben jchcecklichc Stundem durch, gemachtt. So weist die Hinter- front des Barde rhaufc's Trksiter Stvaste 82 allein 8 Bvlltrrsser aus. Särn blicke Wohnun-gcn sind vernichict. Im dritten Stock ist eine ganöe Familc« t»m-Z Leben gekommen. Während Frau urdd Kind von einer Granai« getötet wurden, wurde der Mann irr- sinnig. E» war die» Monwg vormittag 12)4 Uhr, als ich diese Verwüstungen in Augenschein nahm. Die Bewohner, welche au» den Kolkern hervorkamen, befanden sich in cmom Zu- stand furchtbarer seelischer Erregung. Sie erklär- len, seit gestern, Sonntag, noch keine Nahrungsmittel zu sick genommen zu haben. In ihrer Erregung liest«» sie sich zu Venuünschungeü gegen die jetzige Regierung und Hegen die Liegicllingitruppcn hiineisten, die ich nicht wiodcr» Heben bann. Ich must hier seststellen, dast sämtliche Geschosteinschläge von der Richtung hergekommen sind, wo d!« Artillerie der R e g s c ru n g» i r u p p« n sich befand. Die Behauptunfp dast die Artillerie der Ausständigen, wie am Ticnsiag in der bürger- lichen Presse behauptet wird, diese Verwüstungen angerichwt l)aben soll, trifft durchaus nicht zu. Ties habe ich als Feldzugs- teil nehmer und im Beisein vieler Männer, iv-lch« in den genann- te» Häusern wohnen und üben falls im Felde waren, fesistellen tonnen. In der Petersburger Straste. wo ich Be- kaniilc zu wohnen habe, gelang e» mir dann, nähere AuSkunst zu bekommen über die'Bersercuirg mit Lebensmitteln. Die mei-jien Familien haben Brot, Karivsfol'n usw. für dich« Woche '.hon erholte». Aust-ndem hauen die Aujiländigen in der Rächt hilfreich eingegrisfen Viele Bewohner haben von ihnen Mehl, Eier, Hülsenfrüchte uiw erhalten. In der Nacht von Montag zu Dienstag trat ich dann den Heinuvog an. Di« Warschauer Straste sowie die Franks urtcr Alle« lagen vollständig im Diinkek. Nicht ein Fünkchen Akcht war zu sehen. Nur die Abschüsse der Ariillerie an der An. dreasstraste sowie die einzelnen Gewehr, und Maschinengewehr. schüst« gaben hin und wieder einen Schein. An der Warichaue» Straste wurde ich von einigen Vorposten der Aufständigen awge« hallen. Ein MiigUed der ehemaligen Republikanischen Solda, tenwehr erliäri« mir: Kür uns ist dieser Kamps eine Kompetenz« frage. Wir sind FamUienväter irnd hat'«» in den letzten Wochen sehr gut für Ruh« und Ordnung gesorgt und wollten es auch (veitor tun Die Vaik»war i n r-D iv isto n und die Republikanisch« S alba tenwehr standen hinter der Regierung. Aber diese hat un» an die alten Machthaber und die jetzigen Führer der Frei will«. gcniorps verraten. DaS ist die Meinung der jetzigen Verteidi. ger im Osten Berlins gegen die RegierungSiruppen. Unter gro- stzm Schwier igieilen gelangie ich schließlich au« dem Bereich de» Kampfzone._._ ,r v, Ruch meinen Erfahrungen!«n Felde must ich feststellen, dast zur Bekämpfung der Maschinengetvehrschützen auf den Dächern es nich! notwendig ist. die ruhigen Bürger, die im Osten der Siadt wohnen, durch Doschiestung der Häuser mit Ariillerie und Minftzi heimzu'ücken und ihnen Hab, Gut und Obdach zu rauben. Warum stellt man nicht Gruppen zusammen mit Offi» zieren als Führer und stürmt die Häuser, auf denen sich Dach- schützen befinden? Durch die Beischiefeung mit Artillerie und schwer on Minen ist unnützevweise viel Familien glück zerstört morden und die Zahl der Opfer unter den UaSeloUlgt«, wurde ungeheuer vergrösteet. Sxarlakus en allen Ende«. Spartakus ist jetzt wieder überall. Er kämpft nicht nur k«t Osten Berlins mit Minenwerfern und Flachbahngeschützen, er fitzt auch auf den Dächern, in den Kellern und beköstigt von dort aus die Regierungstruppen Am Dienstag mor--,en hat er die Siegend de» Zoologisck)en Garten» unsicher gemacht. Früh gegen 3 Uhr soll er von den Dächern der Häufer in der H a r d e n. b e r g st r a st e und am K u r f ü r st e n d a m m auf Straßen. Passanten gesckwsien hoteii. Da» Feuer wurde von den Negi» rungsiruppen durch schwer« Maschinengewehr« erwidert. Schein. weifer wurden auf Lastanio» herbeigebracht und leuchteten dick Dächer ab, Spartakus war aber nirgend» zu finden. Die Ma. schinengewehrc tackten indesien iveiter. Eine ganze Stunde lang. Da» ist nun da» allernouest«: In der Hardenbergstrast« und am Kurfürstcndamin. Ivo«' nur Zehn» und Fünkzehn-Zimmer. Wohnungen gibt, ausgestattet mit allen modernen Komfort, hairst jetzt Sparkahu«. Wie er dorthin kommt, bleibt da» Geheimnis der Garde- Kavallerie- Schühenbipisicm und der bürgerlichen Presse, die über dies« Schiestereien ellenlange Berichte bringt. Spartakus wird von den Dächern Berlin» eiuslwellen auch nicht verschwinden. Er hält e» in luftiger Höhe Tag und Nacht ohne Essen und Trinken au». Er ift ein Allerweltskerl, der immer erst dairn verschwindet, wenn die RegierungStruppen versckroin» dcn. Er ist ein Luflgebild«, da» die Notwendigkeit der Slahl» inüirner in Berlin demonstriert. Er ist noßl'endig für de» Bourgeois, well dieser die Siahlmänner novvendig braucht. Hcwzrkschaftiiches. Lohnbewegung in der Metallindustrie., Die Abgestellten der Mekällindustrie haben, nachdem Vehs haudkungen mit dem Verband Berliner Melallindustriellcr übet da» Gelhaltsprovisorium zu keinem Ergebnis kamen, zur Wb» Wendung� eine» schweren Konfiikl» sich bereit erklärt, der Ein. lcitung von neuen EmigungSverhapdlungen unter dem Vorsitz eine» Unparteiischen zuzustimmen. Sie h ick ton sich aber sür verpflichtet, von vornherein keinen Zroeifei dorüber zu lassen» daß«in ErgeBni» diefcr Verhandlungen, das wefewtlich hinter den von ihnen aufgchtvllicn Forderungen zurückbliebe, nicht angenommen werden konnte. Tie Verhandlungon haben nun zu folgerndem Seliiedsspruch geführt: 1. Be! bei dorläungen Neuregelung der Gebölter in der Ber» liner Metall-Jndusirie ist dasjenige Einkommen zugrunde zu legen, welche» dir Angestellleu im Monat Juli IL'.'! bezogen haben. Dioie» besteht a»» dem JabreSgehalt vom Jal:r« ILU plus regelmäßiger WeihliackOgraiisikationen plu» sonstiger regelmäßiger Jahresbezüge dividier durch 12. Bc» zum endgültigen Abschluß deS Tarifveriraze» errechnen sich die neuen MonatSzehäller durch folgend: Zuschläge aus die wir angegeben ervechnrten Einkomnion�m Monat Juli 131»: Monatseinkommen Steigerung Mindesteinkommea Juli 1L14 um Prozent bi» llX) M. 175 SM.— M. von 1111—150 M. 135 275.— M. von 151— 200 M. 112 X 352,50 M. von 201—800 M. 02 X 425.— M. von 801—400 M. 05 577.50 M. von 401—500 M. 45 600,— M. Auf jeden Frll soll daS Einkommen des Angestelllen im Monat März ILlS um mindestens 80 Mk. monatlich höher fein, als das Monatseinkommen im November 10i8. Vor dem 30. November 1918 bewilligte oder später mit rückwirkender Kraft bewilligte Zulagen kommen nicht zur Ausrechnung.• Die nach vorstehenden Sätzen neu errechneten Monatsgehalt« werden rückwirkend vom 1 Januar 1910 ab gezahlt. 2. Für die Werkmeister und die nickt angestelltenversiche« rungSpflichtiaen Werkstatts-»ick sonstigen Schreiber soll bis zum 18. März 1919 eine besondere Iiegclung der ivezüge durch neu« Vereinbarung erfolgen.> 8. Di« zur Zeit üblichen regelmässigen Gratifikationen bleiben neben den neuen inoncilicken Bezügen in der gleichen anteiligen Höhe de» Jahreseinkommen» best.'hcn. 4. Die bestehenden Krnderzulagen bleiben austerhalb de« Rahmen» des E n!guno9fpruche» erhellten., 5. Die Bezüge solcher Angestellter, die während�«» Krieg«» oder nachher neu eingetreten sind, werden im Einvernehmen mit dem AnaestelltenauSschust den Bezüge» von Angestellten gleich- zeiliger Funktion im Betrieb«»ach dcn Sätzen diese» Spruche» angepaßt. 8. Sonde rfälle, deren Regelunz sich nicht ohne weiteres au? den Bestimmungen diese» Sprucke« ergeben, sind aus Anrufung im Einvernehmen mit dem An�stelltenauSschust zu regeln. 7. Bestehende günstigere Gehälter und ArbeilSbedingungen werden durch diese» Abkommen nicht berührt. Auch bleibt e, den Betriebsleitungen unbenommen, über die Sätze diese» Abkommen, hinaus günstinere Gehalts- und ArboUsverhal'n ssc fest» zu sc tzen. Glwa ige besondere FuiiklionSzulagen bleibe» ausserhaw. die, es Abkommens solange bestehen, als dn Angestellt« die Funktion aniSübt, kur die die Zulage festgesetzt war. �'�"""ungen gelte» vorläufig b!, zum 80. Jum ISlö. Beiden Parteien wird aufgegeben, alsbald in Berhaich. liinge» ziveckS Abschlusses eine» Tarifvertrage» zur Regelung der GeHalter und AicheiiSverhältnisse einzutreten und den Tarifvertrag bi» zum 30.-Juni 1919 abziischliestei». «erantwortlich für dl« Redaktion! Alsr,d«iclepn R-uki!il Im Austrage dar Str.lkt-itung gcd uck. von de. Li.weuoruckr! >v»r!'n. Hcknltbauert-am» IL. ®. Da« Abkommcn erstreikt sich auf alte am t. Januar 1919 «ber 20 Jahre alten«Hgeficfltcn, soweit sie in der Nngestelltcn- derstcheruitg versichert fi-id. oder der VersickerunoSpflicht unterliegen wurdcn, wenn sie nicht da« bersichcrnng.?>-fticht!ge Alter über- fanUen bötten. oder ihr JabreSberSienst die Grenze der Ve'siche- rungSpfl.ch! überstiege, fcweit das nach den Grnndsa-en dieieS «prucheS un er Pmul i errechnete tbionatSeiniomnreii bei Monats JJuIi 19t< 500 Mark nicht überstieg. 10. ivei über den Rahm-en de« einzelnen Vetrieibe» hinan». wnscnben Mcl-iungsverschiedenlieitcn über die Auslegung de» Spruche» entscheidet eine paritätische Äommission unter einem un- parteiischen Vorsitzenden. Die Angestellten haben mm stiber Annichm« oder Albloh nun g diese»«chiedi�prnch», der weienkliche Korderu>ngen unerbullt kastt. zu entscheiden. Von dieser Entscheidung hangt e» ab. ob stch>n nächster Zkit e>.n Lcchnkamps mit unermeglichen Folgen in der berliner vdetiollindustrie enttvichelt ober nicht. An die Film» und Änto-'AügchSrigi'N Dzukschlands! Kniete Bemühungen ,die Tarisvcrhandlungen zu einem gedeihlichen Abschluß zu bringen, sind an dem Widerstand der Ar- bcitgcber gescheitert. Seit mehr al» 3 Wochen hab�n wir in engster Gemeinschaft mit den Vertretern der freien Gewerkschaften versuch, euren �erschien und billigen Forderungen Geltung zu verschaffen. Tic Arbeiigeber haben e»«nf alle, mögliche Weise verstanden, trotz der Dringlichkeit die wir immer wied-r betonten, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen. Unsere in woche niangen Beratungen auf da» g«r>iff«nhaftestr durchgeprüsten Forderungen wurden al» maßlos und unannehmbar bezeichnet. AuS der Art. in der die Verhalidlungen van feiten der Arbeitgeber geführt wurden, ging klar hervor, daß e» ihnen nicht awf eine gedeihlich« Zusammenarbeit ankam, sondern daß sie die Frage de» karif»«u«iner Kraftprobe machen wollten. Unter Berkcug. niing jede» sozi rlen Empfinden» wurde uns mit Massen- entkassungen»nd Schließung von tvetriebe» gedroht. Unser Hinweis auf die Schutzbesrimwiingeii der Arbeiter- und Betriebsräte wurde mit Geringschätzung abgetan! So bat man uns zuletzt die Fortsetzung der Vei.halidlu.igen un- möglich gemach. Für die(irsüllung dieser gerechen Forderungen tretet mit un? in den Kampf! Wir alle, die wir in der Filmindustrie und in den Kino-Theatern arbeiten, haben einen gemeinsamen Beruf! Beweist, daß wir Schulter an Schulter stehen! Unsere Solidari- tat wird unterem Recht auf ein menschenwürdiges Dasein zum Sieze verhelfen! Zeigt dutch Nuhe und Besonnenheit, daß ihr euch der Der- antwortung als sestorganisierte Aroeiter bewußt seid, folg: den Weisungen der Streikleitung, die in dauernder Verbindung mit Vertrauensmänner eurer Betriebe steht! Der Borstand und HauptauSschitz de» Zentralb erbandc» der Film- und Kino-Anzehörigen Deutschland». Ml Ztilhmz Kr 41. Hklliitl stakllillche tt> lOli. Zur Bestreitung der öffentlichen Ausgaben der Stadt Berlin ist durch Beschluß der städtischen BeHorden vom>ß statt. Die bis zur Zureilung bezahlten Beträge gelte» al» voll zugeteilt. Im Falle der lleber�eichnung entscheidet der Magistrat über i.ie Höhe der Zuteilung. Wunsche wegen der Stückeinng sind t« ZeichnungSschein anzugeben, anderenfalls wird die Stückelung von den Zeichnungs.ellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. K. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge sofort bezahlen; die Verzinsung beginnt vom Tage der Zahlung ad. Di- Zafflmm m»fe»!s 17. April 191V Stseistct sein nvd hat bei derselben Stelle zu erfolge«, bei der die Zeichnung ««gemeldet worden ist. Berlin, den 25. Februar 1919. Magistrat. Mein, utst. ststöst. IiieMr nnd Bersn3»en. Voiksmasc. sä" Dlrekilo,; Friailiich Ka>»*ler. |V Uhr: LMther. Dlraktion MßxReic.hardt I oeuWez Tiieoter I Uhr: B• B euch ftiilit Ksii�ersplsie fU.i Uespensteraonut«. Kielte Sc�acpieiliaiis � Ptsan�Äseraflc 5, Poital& Uhr: Ol« dar Pandor« täMkkg-'iSLWtW DiielcL: Vic'.or Uamows�y. ft OI:r! Oer Klaufuchs. Ponn«fi 3/: Feer'lynt. freiun» Der BlBtituchs. Soiwi.ben l zum 1. Male: Uer rote Kahn. Mssim Kte'ar-Ihstal j Allabendlich 7i Ubr: ■ kttckMiemislis Vcues ÖpenStenhaus. BcbiEbauordumra 4« NorUanifi) i TW ich abends 7� Uhr: W Mie Süs�nas � Walhalla- l'lieatcr Uhr: August Oer Merke Kose- 1 iieater P�ühr; Un» UrclmaUerlhau» lOÜuttspirl d.Pnedrlch Wllhelu»- stadt. Tne«;ers., Casino- The ater. LotlirineeiStr.37.T6»l.'/i8Uhr: Dar Scblaeer der Spielzeit. Pas aene«arllner Voihsitaelc: Vater Knciie. Dt/u«rsiki*!»«!«« Spezialität. Ponnt 3'> Uhr: 01a veik« U-»«« r"WmtOTeärieä tdellcb Uhr ! VaniKVorsteiiung kattciien Reetatiet. z 8 L 8 FLUGSCHRIFTEN" DES BUNDES NHIIES VRTERLAND Hr. I VON BFB!?PELr>e. MaurTWAMN a. a MICHEL WACH AUF! NOT«reNt>iGf•»ICHTlGaTllU.yHe OU Df UTt'lWEN VrsaWC»fE3 Nr. j PROF» DR. V�CHQCRlNGt Oft HSLCN8 STÖCKBR, DR. fLISARETn KOTTEN DURCH ZUM RECHTSFRIEDEN. _»I« ANi-EU. AN DAS•Ctn.rTfSSEl Nr. 1 a LEHMANN- RUB.SBOLDT WARUM ERFOLGTE DER ZUSAMMENBRUCH AN DER WESTFRONT? i*Äj( DIE WURZELN KARL KAUTSKY DER POLITIK WILSONS. i f f t I I 8 DR. E. i- CUM BEL VIER JAHRE LOGE. MEINE HANS PAASCH E. AAnTAKLBortArrr x. u MITSCHULD AM WELTKRIEGE. N». im PtfhST LICUNOWSKT MEINE LONDONER MISSION 19I2.IÖI4 UND EINOAM AN DAS PRaUSSISCHg HWREWAOS_«JT» Hat DR«ALTHBR BOHGIUS DER VÖLKERBUND. »CHI iw.ru«. UHÜ"VIBTSCM ABTS A UPC AWBt. m, 1» DIL MAGNUS HIRSCHFELD VERSTAATLICHUNG DES GESUNDHEITSWESENS. PREIS JEDER NUMMER 1 MARK Za berlehe««areft»sie üac�haudWoc«»«»er mmt Portob�cchown«(pm Emvä» PO dorrt ?! VEMAG NEUES WERLAND JSJEBRGiSfiK,&CbBERIIN W:62 «Jt. 123 �»IttUO ahn triflr-.-f, cacT.wrtl t>nr. uioBii iH, lonn e Ii) a m»- f rti« e: d e r,?H-7t bBl.lln.„„ Rcenchai,, we.z. Rfintgen-La-ernlorlum. neR-Ansialt Idr olckir. u. me'l. BUer. Bcliaadl'jnsszelaS-l. 4-9. Sonnt. 9-1. Sepm alet Danif'.z.mmer. üi�cfre riciiTn'-rovw Uiii/anteranchuiizen. In Dir. Loser Volttifch, Russisch, .«Ä'» iKm. n. lenti I»lii1rt)atil. Stnritllüe.,*n««s.».«vrnvtnrte. us»iiaijkt Bta irai Ssvs.vk,. rm«. seventit«»»tmlie IIS, am a.fitrltfrtren«•biina«. _j_|-J-sl>si I I"— Hl* Mi-Jlulr lilfT MärrfMi fnMfTiiTiT-" PI ANOSl Uaa,RaEStr.K| groB« Anewaht gebrauchter, le eigener Repe- jpS rawriveikiielt wie neu hergeitellt, sowie neuer l'ltiio«. Penaerplelle, weise EUee•WÜ Kupter�espennhng tbüit Mnrk, Klevierstinmier Adam. Alflmstr. 16. mm ne Drsstcher 5«uardrjitt.Nkrdaa. Drrni?rr!i». «cttw» der« p»- an».Nemeiiidrenihe. Gipsstttttbranche: Ptttzer« Trager und Rabihfpanner. LsvZere'ag. den 13. Marz, abends 7 Ahr »ei tStlfc,®tünf» nnFtroI(e 30 tgteS« Anal). Sroße Mztie�ervkrsammiuiig. Xagtl» Ordnung: 1. Der ASIent dr« rervvrtliage» nu» die nenm Berheudluugre. ». vrencheitenxelexuihrtlrii.» See«ettlnneverftand. SsMjcher Hoizardeiterveldaud >veti«altuua Berlin. Tel. Am:«oNesta» lv-v. SsTi; Binoau: Futigrftr. 80, gcfSUz, den 14. Stürz,«btnb« 8 Uhr, i« Aschlnz-r» Konzert hallen(früher Buggenhagen),«tn Sioritzplal!:«uherordenillche Grntrolotrfn-nmtnng. Tagesordnung: 1. Beratung der Anträge zum Berdandslag. 8. Ausstellung der Kandidatenliste für die Delegierten zum Verbandstag und Cetveidschasls- Kongreß. Achtangl Holzarbeiter. Donnerstag, den IS. März, abends öhh Uhr, Kungestr. Sä(Arbeltslosenraum): Dsrsamntlung aller in den AorenhSutern beschäl» «igten Tischler. Stellmacher, Polierer und Beizer. Tagesordnung: 1. Bericht über dl» Tarif- »erHandlungen und der Schiedsspruch de» Schlich- tangsausschusse». 2. Dloitusston. 8. verband»- Angelegenheiten. Sargti fch'.et. Sonntag, den 18. März, norm. 10 Uhr, bei MerKmann, Troß» F onkfurter Str. 18: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht von der Generalversammlung, g. BerdandSangelegenheiten. Dt» Ortsvenvaliang. 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Rorchstazsv.| 8 AbL Bezirk 897. Am Freltagr, d. 7 März| verstarbalaRrvolutions- l ! opfrr vom 9. Novamber an«IPolgcn eines Brnnt- i schusses. unser Genosse; | der MetaUarbetter Ernst Absmtroth Oraunatraße 2i. Ehre aelaem Andenken! j Di« BeerdlKuttg findet amMittwoch,d.l2.d.Mts.,| ntchm«ttafs 4Uhr, v. d ! L< ichenh �lc d. Himmel-| , fahrts- Eriedhofes in Nieder- Scbönhansen. Nordend aus statt. Um reee Beu-Iltcttna| ersucht Der Vorstand. aal PtStche, SUrclstefit.«lofi. ttstt leint jcb.n Post:» ,£ U|» ptrbraitdjer" Slritel. Hegenaun Tlrah« it. raprjicrer. •Hpezfol-'l3 BefiOndiiins. Maanctlacb mit Crlolt- EQr innere und äußere Kraak- heiteu jeder Art« Nor gegen achhftiieba Vor- anmelduncen. EeUB«ipi«tlscnr A. SIsner, Scfiflocberkr, Ebcrsstraße 59- alfl b|ib Inn. KcICacr ö Kßff?istr.25;raÄi für Rant-. Harn-, Gesdilrclits- tf.Kranenlolden netv�chwöche Spe.vcralt.Pälle bei schneller, sich. u. schmeral, Behandl. ohne Berufssiöruitn.• Ausk. kostcnl. 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Die Tragik Lcvt- lanbü beseelte darin, daß Lettland jetzt eine Okkupation durch die repubtikanijchchoüalistjßhen Truppen Deutschland« zu ertragen Hab«.(Zuruf: Nicht s o z i a l i st l s ch Ij Di« Räteversammlun- igen werden auch jetzt wieder aufgehoben, die Zeitungen würden igeschtossen Auch dt« l er tische Eozialdetnokvatie sei nicht für den Bolschewismus, aber die Truppen wären Helfer?- h«ifer der Reaktion. Neben dem Ostjchiitz stehe dann taoch die baltische Landevechr, die ganz im Interesse der Junker- Herrschaft arpei!«-. D,e baltische Landwehr fördere die reaklio- närsten Pläne(HörtI Hirtls und verüb? terroristische Taten, wie sie nur je erlebt worden pnb. Viele Dienschen seien von ihren V ngehörigen lchon erschossen worden. L« t t l a n d sei zum Astlichen Velzien geworden. Gegen die Werbung der devtschen Trupp«» für die reaktionären Zwecke im, Dalftkum •müsse protestiert werden. Die Wirkung ihrer Tätigkeit in Lctl. ilano werde n>r em Wiedcrevstarken- de» Junkerregiments fein. Eine Verschwörung der baltischen Baron« fei bereit? aus» �deckt worden. Der Zentralvat für Lctttand habe dazu in einer Resolution Stellung genommen und erklärt, die deutsche Wafsen- macht solle sich nirb-t dazu hergeben, dies« Pläne zu fördern. Darauf hätten dt? RoSke und Winnig den Zentrok-Soldatenrat vettlanb« als solchen nicht mel>r anerkannt und ihn wieder «um Arrnee-Soidatenrat gemacht. Genosse Kleinberg-Kalm fpoach dann noch zum Rätesystenr. Wir haben da? Räte- fhiwm der Praxis erlebt. In erster Linie müssen jetzt sozia- isististhe Taten kcmtnen, aber die haben wir von den Räten und vnseren� Genossen m Rußland fast gar nicht gesehen. Die iom- «rumstische Reg'erune Rußland« hat Lettland nur eine« ge- bracht, absolute wirlschaflliche Anarchie. Diejenigen Genossen, die da« Nätesvstem nur theoretisch debattieren, mögen zu einem anderen Ziel kommen. Praktisch ist e? gewiß nicht da« Mittel, da? zum Sozialismus führt. Die fetzt au? Rußlanh nach Riga zurückgekehrten Genossen haben sich fast all« wieder zur Demo- kratie belehrt Da« Rätesystem al« allein heilbringende? Mittel anzusehen, wäre nickst richtig. Temokraiisch« ScVbstverwahIungS- körper und uebem ihnen Räte können ganz gut zusammen aröei» ten, wie dt« Praxi« in Kurland beweist. Schlußworte und Absllmmung. Genosse DSumig: E» ist mir vorgeworfen worden, »aß meine Ausführungen zu allgemein gehalten gewesen waren� Aber man befindet sich noch zu sehr im Stadium de« wuchen«, al« daß sich bereit« em feste« Programm de« Rätvsysiems wie et für die deutischen BerhAtnisse utild die künftige Entioicklung nötig erscheint ausstellen ließe. Al« die Partei sich ,n Gotha konstitnierte, herrschten noch durchaus die alten Traditionen vor, die Partei stand fast ganz im Bann« der parlamentarischen Aktion. Jetzt heißt e», von dem Neuen noch hier und dtr Schk/.tgwortel Aber wa« dem«ineir ein Schlagwort ist, ist für den anderen voll Gehalt. M«n m-uß stark untrrichei- den zwi-schcn radikal und revolutionär. Auch die.radikale" Rich- tung der Partei war 1311 gegen den Misitävstreik. Und im Oktober 1318 waren noch genug.radikale" Genossen, die aus einer Sitzung der Parteigenossen un«. die wir an d'e Borbmi. tung der Revolution dachten, Revoliutionsromantik und derglei- che» vorwarfen. Wir müssen die U. S. P. au« einer radikalem Oppositionspartei zu einer wirklich revolutionär«» Partei zu machen suchen. Zu unterscheiden ist zwischen dem Rätesystem al« Mittel zur Venvirklichung de« SaziaiiSmu» und dem Rabe- system als Ziel. Al? Mittel ist e? gleichbedeutend mit der Dikta- tur de« Proletariat«, als Ziel ist es die ErfülluiZa der Demo- kratie, di» Schaffung der ökonomischen urst> politischen Gleich berechtigung Unter der kapttallftischea Demokratie herrscht immer die Diktatur, und da hat man Angst vor der Diktatur de» Proletariatst. Statt dessen will man üiaerlöbte Methoden anwenden, um weiter zu kommen. Die Diklatur de» Proletariat« wird in jcdvm Lande die Form annehmen, die.der Kulturböhe de» betreffenden Lan- de« entspricht. So sind die rohen Merhoden de« Dolchewismu« zu erklären. Auch führend« Bälschewisten dilligen sie nicht In Deuk'ckstand werden dies« Methoden keine Rolle svielen. Wer da sagt: Natioiialveriamirtlung und Rätesysiem. der will sich nur einer klaren Endscheidung entziehen. Ich habe stet» auf dem Boden gestanden: entweder— oder. Bon einem Umlernen kann keine Rcde sein. Allevding« alainbe ich. daß es einer sehr intensiven Artbeit bedarf, um dem veupschen Arbeiter e» klar zu machen. Bei manche» TeSkussionSred-nern mußte man den Ein- dcuck gewinnen, e« fehle ihnen der Glaub« an die revotutionäre Kraft, sie loben in einer Art ökonomischen FatatlSmu». Was zu ßnnmewgeb rochen ist. ist allerdings noch»cht der Kapitabi»- mu«- der ist sogar eifrig dabei, sich auch der revolutionären Epoche.anzupassen". Da heißt e« eben, alle revolutio- väre Energie de? Proletariat» a u fz ckr ü t t e l n und zu organisieren. Da? muß die Ausgabe d-t Partei sein. Da» Mittel dazu ist da« Rätcsyslem. Die Arbeiterräte bloß zur Demolratisierung der Verwaltung zu benutzen, kwtn nicht go» »ügen. Wenn man da« Rätesystem al« politischen Faktor will, muß es auch der herrschend« Faktor werden, auch in der Gesetzgebung. Wenn sich der Parteitag zum Rätesysiem b«- kennt muß auch dle Rolle der Gewrrkschaften in der bisherigeu Form oulzespielt fein. Von Tarifen kann ,n revolutionären Zeiten keine Rede wehr'«in. Tie wichtig« Funktion der Bcwerkschrsten wüode also «rutomatisch sortsallon. Von Arbeittgemejnschasien müssen wir dosten d« mit aller Energie abrücken. Mit einem Thyssen usw. kann e» kein« Gemeinschnft, kein Zusammenarbeiten geben. Da« Proletariat lwaucht in dieser neuen Epoche neu« Führertypon. dce nicht mehr da? Leben von der parlamentarischen Perspekrive au? betrachten, und die auch nicht nur Parteisekretäre sind. Durch da? Rätesystem ist die Möglichkeit gegeben, solche neuen Führer her on zuziehen.. Hosfnunoivolle Ansätze sind bereit« da. In der unailmsirgigen Partei steckt noch ein gut Teil KoniervatisuiuS; der m'lß besscitigf Vierden. LuiigejichlS der wirrschaftlichen Lage, der tatfächlichen Sabct-ige der Prod»iktien durch zahlreiche Uniernebnner usio. haben wir verlangt daß alle Behörden uaä) Siesten, d'e mit der Produktion edivas zu tun hackeu, w Ai:u»«»ri«»mpr Sivm,« besrenzx Foodevungen zu«»! Ariern haben. Diese Perhandlung konnte noch nicht statbfiuden, weil der Streik ausbrach. Es wird aber wichtig sein, daß diese Forderungen bekannt und allgemein ausgestellt werden. Wir fordern zunächst die Einsetzung einer Zentralleitung zur Rege- lung der Produktion. Ms dahin müssen den Reichsämtern, be- sonders dem Demobilmach ungsamt, Arbeiter- Vertreter beigeordnet werden. Die DemobAmachungS- konrmissionen in der Provinz müssen e-bensall? durch Arbeiter- Vertretungen ersetzt werden. Ferner soll eine genaue Bs- standaufnahme aller Nobstoffe und Fertig- Fabrikate unter Kontrolle der Arbeiterräte stattifindsn. Die Produktion soll besonder? aus Schaffung von Verkehrsmitteln und lan-dwirbschastlichen Maschinen eingestellt werden. Die Roh- niateriakren ussv. sind in erster Lini cden Industrien zugufüh- ren, di« für die Wiederausrichtung des Wirtschastslelbens nötig sind.'Solche Forderungen wären nicht mit HAfe de» Partei- apparakeS aufzustellen gewesen und find nicht mit seiner Hilfe du rchgu sichren Hier zeigt sich eben die Notwendigkeit der Ar- beiterräte. Nur da? Sys»em der Arherterrät« kann aus dem Glend horauSführen, in da? uns der Krieg gebracht hat Selbst- verstänfkich ist ohne die Kopfarbeitor nicht auszukommen. Von dieser Illusion ist die Arbeiterschaft wohl allmählich überall kuriert worden.- D-Ä Rätesystem ist nicht vom nationalen Sta advunkt aus zu beurteilen, sondern auch vom internationalen Standpunkt aus. Aber mit ernem RefvrnisozialiKmuS kann eine Partei, die für da» Röieiststem eintritt, nichts zu tun haben. Und'deSchaB kcwn die Beteiligung in Bern, und zuwal die Entsendung von Man- nern wie Kautsky nicht gebilligt werden. ES ist unerhört, wenn die Angehörigen der Partei, sich nickst wenhWcns auf den Stand- punkt der Resolution Adler zu stellen vermochten. Unsere ganze Tätigkeit muß eingestellt werden aus die soziale Revolution. Tie Kampforganisation!der Zukunft werden dabei die Avbeiter- räte sein. Di« Partei wird die Ausgabe haben, die Massen dafür zu schulen und zu erziehen. Dazu ist eine klar« Stellungnahme nötig, eine Annahme der Resolution mit den»on mir vorze- schiagenen Aewderungen.(Lebhafter Beifall.) Qknossc H a a se. der nunmehr da« Schlußwort erhielt, boschäftigte sich zunächst mit den gegen ihn gerichteten Vorwürfen, die sich aur die Vergangenheit beziehen. Zu Unrecht hätten ihm die Kieler voracworscn, daß er sie in den entscheidenden Tagen im Stich gelassen habe. Ein Telegramm aus Kieil habe die Partei niemcckL erreicht', aus mündliche Vorstellungen hin sel er tZiber sofort noch ßvel oefctörcu und dort auch nach Kräften gewirkt NoSke. der zunächst die Vorgänge m Ki-i«»? einen örtlichen Putsch betrachtet Hab«, fei erst durch kho»us den Ge- danken getaacht worden, bofe in 5kde5 die Revokut'lon chren AuS- gang genommen Hab«. Haas« ließ sich anschließend daran über dt« «ufgaben«ineS FühmrS het Partei im allgemeinen aus. Der Führer hat in erster Linie der Dal- messch der Kkasieninteressen de« Proletariats zu s«fn, aber man soll ihm nicht Gendarmen tätigkeit z>««isen. und er darf sich auch nicht ledig! ch in» Schlepptau der Massen begeben. Sein Berus ist nicht di« Betvegung»u gängeln', vir Genossen an ö�n ein- zelnen Orte« müssn imstande sein,«ine sekstandrge Tätrglest zu entsaften. Wenn ein Führer in die Minderheil gerät, braucht er nibyt gkeich zu sagen: So gehe ich meine Wege. Da« wa« für mich auch im Arrgulst»13l4 maßgebend, wo ich wohl— tch kann das ohne Uebechebung sogen—«n schärfsten die Zu- sammenhänge erkannt Halle und für eine Alvlehnung der Krieg«- kredii« eintrat. Ich wurde damals überstunint. warf aber des- halb die Uinte nicht in« Korn. Auch al« die Frage de« Eintritts in die Regierung nach der Nobemder-Revotzution zur Entscheidung stand, vertrat ich die Ansicht, daß«« besser sei, die MehrheitSscziaHftea allein zu lasser urb sie je nach ihrer Tätigkeit dann zu unterstützen oder zu bekämpfen. Aber al« fast all« Genossen, auch siAch«. di« heute in der Kommunistischen Partei eine Rolle spielen, anderer Mein ii wg waren, fügte ich mich in der Einsicht, daß es sich hver um kein« Frage des Prinzi'p«. sonder» um eine Frage der Zweckmäßilsteft handele. Dazu war ein Zwang der Umstände unabweisbar, d-rseve Zwang, der die paritätische Zusammen- setzung de» Vollzugs rat S iherdaaführt«. Di« im Zirkus Busch versammelten Soldaten drohten schließlich alle» kurz und Kern zu schlagen, wcknn nicht den Rechtssozialisten die Heflkfte der Platze zugestanven würde. Ueberdie? haben die Genossen m d« Pro- vinz ja nicht ander« gehandest ai«»vir in Berlin. Sogar in dem sehr radikalen Württemberg ist ein Genosse in« Ministerium eingetreten. S» ist nun die Forderung«rhdben worden, wir hätten früher wieder au«scheiden müssen. Für un» mußte aber entsthridend sein, den rich» igen psychoiogischen Moment abzupassen, bei dem die Massen den Grumd zum Aus- scheiden vevstetzen würden. Ein Asitetritt bei»er Festsetzung d«» Wahltermin» wäre ein schwerer politischer Fehler o«»esen, nachdem wir erreicht hatten, daß die endgültige Eni- schcidung dem RStekonzreß überantwortet luerde Emde Tezemister war ober der richtige Angentbiick und die Rotweudigfeii zum Ausscheiden gekommen. Die, Genossen hätten nun die Gründe, die un» dapia!» zum Rücktritt zwangen, überall im Lande veybreiten sollen, statt unsruchtbave«trftik an stn» zu üben. Da» wäre ein« wichi'ige Agitaiicm für Misere Pollitik grtoesen. Ganz falsch ist et, zu sagen, tttiforc Tätigkeit in der Rogiestung sei«rgebniSlv» gebkielben. Wir haben zum evsten Mai« ein« vollkommen« Amnestie für alle militärischen Vergehen und vcr- brechcin einschließlich der Desertion durchgesetzt, wir, haben die Gosinbeavdrung abgeschafft, alle Aiu«nahmeh«st»mmunaen gegen die Landarbeiter ansgohobcn und dadurch«ine starke revcklu- tionäre Strömung in- der Landavberterichost«rmögkicht. Wir haben die Preßkreiheit durchsesührt und dabei Borsorge ge- »ro-ssen. daß keiner Zeitung mehr Papier zmgawiesen werde als einer anderen. Endlich Istvben wir das Gesetz über die Bildung »er BoltSwehr duvck'gesetzt. bei der alle Rangüiizeiehen abgeschafft untz die Wahl der Führer Vurch die Soldatsn«ingeMbrt wurde. In«uem bürgerlichen Koalitiovskabinett werden die radikalen Stem«nt« stet« an die Wand gedrängt werden, in einem rem sozialistischen Kabinett braucht daS nicht d»r Fall zu sein. Wir täuschten i.n9 ntemal? über den veibürger lichten Shavakter derer um Seheldemartn. Aber wir haiien den Mauden, daß«S möglich sein werbe, dst Massen ruisxuriUtechi Mild daß diese«inen Druck aus die Sbert-EcheibeNian» ausübe« würden. Tatsächlich waren wir im Kabinett den Rechtssoziatislen auch sehr unan» genichm; da» beweist ihrJubel.alS wir ausgeschieden waren. Genosse Haas« wandle sich dann gewissen Vorwürfen der Ge- »os'in Zetkin zu. Wenn iw icinerzeit richtigstellte, daß ich leine Gelder russischen Ursprung» eripüteu hau«, so war da««injach eine Feststellung des tatsächlichen Sachverhalts. Gegen die gegen- seitioe Untersbiitzung der nationalen Parteien � haben wir nie Stellung geno«n.sicn. Allerdings hat die Parteileitung zweimal die Annahme von Geldern abgelehnt: das eine Mal, weil An- haüspunftc dafür vorhanden waren, daß es sich um Gewer der russischen Republik, nicht der Parteitasse handele, das zweite Mal, weil da? Geldangebot von hürgerlichen Pazifisten im neutralen Auslände kam. Von bürgerlicher Seck« kann die Partei natürlich kein Geld nehmen. Wenn di« öll Waggons russischen Getreides abgelehnt wurden, so geschah e« mit dem Ausdruck des, Dantes fffr das hochherzig« Anerbieten und mit dem Hinweis daraus, daß in Rußland die Rot noch größer war als bei uns. Schließlich kann auch kein Zweifel bestehen, daß bei ein- zelnen Genossen in Rußland bei dem Angebot der Nebe ngedanw inftwirkte, dadurch für die geaenwärtige russische Regierung bei uns Propaganda machen zu können. Für die Einsetzung der SizlalistrrungSkommissson war aller Anlaß gegeben. Ziveiscklos ist bat Prolelariat reif füt die Sozialisievuna. Aber es kann nicht alles allein machen. Mti Recht hat Genosse Herz auf die Notwendigkeit hingewiesen, di« zentralisiert« Bnroaukralie zu beseitigen..Wie aber diese« nicht dadurch geschehen wird, daß man zunächst alle? kaput scksiagt, um dann neu aufzubauen, so muß«s auch aus wirtschaftlichem Gebiete gehalten werden. Ein fester Man für die Ueberleitung der Wirtschast in den Soziali»wu» ist nötig, und dabei müssen alle Kräfte zur Mitarbeit heranaezogen werden, die«inen siche- ren Einblick m die ökonomischen BerMUnisse haben. Ich habe gewiß keine Anrnt, die Diktatur de? Proletariats in die Tat umzusetzen. Als wir in in« Regierung eintraten, haben wir ja sogar schon bewiesen, da« wir Diktatoren sein wollen. Man soll nur nicht immer bloß von der Diktatur reden, man soll sie wirklich herbeiführen. Da« Rätesysiem ist ein wichtige« Organ der Diktatin:, aber nicht identisch mit der Diktatur de? Proletariat». Wenn«ich Däumig sagt, e» sei abhängig von- »er Kultur de» einzelnen Sande», so beweist da» schon, daß«S auch nicht überall unbedingt nötig ist. Eilte sklavisch« Nachahmung de» russtschen RZtestzstemS löttnon wir nicht für richtig halt«». Dl« ZkationalpersammIunA war in Deutschtand unumgänglich. Wenn wir sagen: Nationalversammlung und Räteststem, so bezweckt da», bein« Unklarheit. sondern will im Gegenteil alle Unklarheit auSscktalten. Di« Nationalversavim.üng war nicht auszuhalten, weil auch eine Mehr- Heft de» sozialistischen Proletariats sie stürmisch verlangte. Wa« kann sagen, daß diesen Anhängern der Nationalversammlung det Star gestochen werden muß Aber bi« der HeilungSprozeß durch. geführt ist, müssen wir un» abfinden mit dem, wa» ist Di« Diktatur de» Proletariat« ist al» Uebergangiskadinm notwendig. Aber erst müssen wir zur politischen Moebt gelangen, müssen chrr die Bourgeoisie überwinden. Dazu ist nicht ein Schwall von revolutionären Worten, sonder» dte revolutionär« Tat nötig, Genosse Däumig hat die revolutionäre Gesinnung im Gegensatz zu der bloß radikalen gestellt. Wa» er un« aber al» Programm für die Dätigkeit der Arbeiterrät««nt- wickelt«, da« klang gar nicht so revolutionär; da» zeugt« vielmehr von einem erfreulichen Reformeifer, bi« die ganze Macht erlangt sein wird. Da« ist genau daSsekbe, wa» auch wir wolle,». Wenn wir erst die volle Macht haben, brauchen wir un» mit kleineren Ouacksatbereien nicht mehr abzugeben. Ganz»-rkehnt ist et, von einem«inseitig ökonvmischcn Denken in geringschätzenden Wendungen zu sprechen. Wir können gerade Kautskq nicht dankbar genug sein. daß-«r uns in seiner Broschüre.Der Wog zur Macht" so früh und so klar schon die revolutionäre Epoche gekenn»' zeichnet hat. Dabei hat gevade auch er schon die Bedeutung de« revolutionär«« Wilten» festgelegt. Genosse Haase ging dann auf die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit ein, die durch irgend» welch« Arbeitsgemeinschaften nicht überbrückt werden könnten. Und wenn jetzt Plakate der Regierung verkündeten, daß diese— einschließlich Zentrum und Demokraten— die Sozialist«. ruug durchzuführen bereit s«i oder gar schon durchgeführt habe, so könnt« da» nur als Spietels echte rei angesprockjen werden. Der erst« Akt der Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit hakt sich vollzogen, die weiter«« werden folgen. Durch die verhänguug de« velagernnzSzustandcS, läßt sich die Entwicklung nicht aufhalten. Aber, e« ist charatz teristisch, daß die Regierung jetzt da» Gesetz von 1850 über den verschärften Bciagerungszu stund ausgegraben hat und daß ein Eugen Ernst, der einst an der Spitze der Massenstvcikler im Ttergariea marschiert«, diese» Gesetz zur Bekämpfung de« Massenstreik« jetzt miiunterzeichnet Hai. Kein KriegSminifter zuvor trat so brutal aus wie NoSke. Kein Munder, wenn ein Mann wie Tvaud sich ihm seelenverwandt fühlt. Wenn wir diesen Leuten gegenüber scharf den SchridungSstrich ziehen, muß un» aber auch jeden Augcubli� da« Trennende von link« bewußt bleiben. Die»Note Fahne" hat kürzlich scharfe Worte gegen den Putschisrnu» gefunden. Wenn alle Zkäminu niste« sie beherzigen wollten, wären wir einig. Aber an allen Orte» haben sich Elemente in die Kommunistische Partei hineingedrängt, die sie zum Putschi»mus treiben. Dagegen müssen wir un» mit Entschiedenheit wenden. Wenn die Genossin Zetkin angreiftet hat, st« würde gegebenenfalls einen Strich ziehen zwischen sich und un». würden wir ihr Ausscheiden nicht nur schmerzlich empfinden, sondern auch al» großen polrtzschen Fehler betrachten. Nachdem in Rußland Menschewiki und Bolschewiki sich wieder annähern, würde ein solche« Fortrücken von un« gegen den Geist der Geschichte sei«. Nicht spalten, sonder« Zusammenfasse« aller Kräfte muß di« Parole fein, auch ein Heranziehen jener Kräfte, die henk« noch im rechtssozialistischen Lager stehen, die aber zu un« gehörend Ich kann mit denselben Worten schiiehen, die ich schon im Sep- tember 1916 auf der gemeinsamen Konserenz mit den RcchtSsozia- listen gebrauchte: Wir wollen die Einheit der Partei, aber nicht einer Partei, in der dem Imperialismus offen oder versteckt Konzessionen gemacht werden, nicht einer Partei de» abgeschwächten Klassenkampfe»!(Lebhafter anhaltender Beifall.) In einer persönlichen«temeriung wandte sich dann die Ge- nofsi» Zetkin gegen einzelne AuSftihrungen Kants ky». Genosse Struck» Kiel beschwerte sich nochmals darüiber, daß Haast vi« zu schnell aus Kiel wieder abgereftt sei. Genosse Haase stellte davauf richtig, daß er tatsächlich länger al» dargestellt in Kiel gewesen st». Genossin Zetkin stellte dann weiter richtig, baß fie stch nicht gegen die Tozialisieruwgstvm Mission an sich, sondern gegen ihr« schleppend« Arbeit gmvandt unv daneben allerdings auch di» Aktion des Proletariats gefordert habe. Genosse Ka u tsky protestierte gegen die Vorwürfe, daß' die Sozialtsierungskommission nicht rasch und entschieden genug gearbeitet Hobe. Die Rogirruna Hube di» Porichläg« d«r Korn* ttwjjrn hhc noch«cht»«ofseuvicht-'< i?3 feTglen darauf die?d u n gen> Tin Nntrag T a a s e, im tiny 9 des letzten Satzes, in der„Programmatischen Kundgebung" den letzten Satz wie folgt zu formulieren: „Eie erstrebt die Herrschaft ded�'Proletariats als des Vertreters der großen BvLksmehrheitz das bedeutet die Dil- > tatur des Proletariats als notwendige Vorbedingung für die , Verwirklichung des L�ialiSmus" wurde gegen eine starke Minderheit abgelehnt. Anträge, dte dararg hinzielten, den Parlamenten ausschließlich oder auch„in erster ist nie" nur insofern Bedeutung zuzusprechen, als sie Ge- legen he st zur Aufrüttelung der Massen im Wahlkamps und von der Tribüne herab geben sollen, zuurden abgelehnt. SchHcstlich fand die.,P r o g r n m in a�t i s ch e Kundgebung" als<Äan- zes mit allen gegen 8 Stimmen Annahme. Ange- nommen wurde ferner ein Antrag Neukölln zut Frage Der Landesverteidigung. Tarauf trat die Mittagspause ein. In der Nachmittagssitzung wurde zunächst die Dis- kussion noch einmal über die am Vormittag beschlossene»Pro- grammatische Kundgebung" angenommen. Ursprünglich war darin gefordert worden: A n n u I l i e r u u g der K.r i e g S a n» leihen ohne jpde Einschränkung. Jett wies Genosse Tr. R o s e in. feld auf gewisse Konsequenzen dieser Formulierung hin. die ächer nicht im Sinne vieler lägen, dte dafür gestimnrt hätten. Den armen Kriegswrtwen dürfe man ihr letztes nicht nehmen, wenn eS in Kriegsanleihe angelegt fei, und die Krantenrasseir, Sparkassen und auch die Gcineindeu mühten vor schwerer SchftM- zung ihrer Mitglieder durch eine Annullierung der Kriegsan- leihen geschützt werden. Er beantragte, die am Vormittag be- schlösse ne Formulierung in der eben bereits bemlstcf Mgton Art und Weise abzuändern. Mehrere Redner unterstützten diesen An- trag. Genosse H a e s e hätte es am liebsten gesehen, wenn die Foüerung auf Annullierung der Kriegsanleiben ganz sortge- Allen wäre. Vor der Konfiskation großer Bernchga« werde keiner zurückschrecken. Eine Annullierung der Kriegsanleihen würde aber zu großen Ungerechtigkeiten führen Die nrsprüng- liehen Zeichner würden nur ztl einem Teil betroffen werden, nach- dem die Dank» und viele reiche Leute ihre Zeichnungen längst abgeschoben hätten. Berücksichtigt müßte auch werden, daß dre Bormünder während des Krieges verpflichtet worden seien, die Gelder der ihnen anvertrauten Kind.r in Kriegsanleihe anzu- legen. Es würde eine Unbarmh�rzigkeit uud Verblendung sein, diese Gelder jetzt einfach zu'konfrSÄeren. Zum mindesten müsse die Annullierung in der von Rosenfeld gcwünsrUen Weite beschränkt werden. Einzelne andere Redner sprachen gegen den Rosen- feld schen Antrag, der jedoch nnt großer ivtehicheit Annachm- fand. Inzwischen war, nach einem Beschluß, gegebenenfalls auch einem besoldeten Vorsitzenden der Partei Gstiiniurecht im Partei- vo«stand zu gewähren, in die W a h I der beiden Vor- .sitzenden der Partei eingetreten worden. Das Wchlresultar ergab bei 173 insgesamt abgegebenen Stimmen für Haafe tlit, für Däumig 109, fnr Dihmann 59, für Crispin S uud für Dilt- mann 4 Stimmen, während«ine Stimme ungültig blieb. Nach Bekanntgabe dieses Abstimmungsergebnisses erklärte Genosse H a a s e, die W a h l n i ch t an n e h in en z u k ö«« e«. Gorade m einer so bewegten Zeit wie dieser sei bringend eine Estcheittich- feit in der Leitung nötig. Zwischen ihm und Däumig beständen aber die verschiedensten Anschauungen. Dazu käme, daß Däirmig es abgelehnt habe, sich mit chm,.Haafe, auf dieselbe Kandidaten- liste zur Nationalversammlung setzen hu lassen. Selbstverstaiüz- lich würde er innerhalb der Partei weiter seine Pflicht tun und haste auch dort das Seinige leisten zu können.— Däumig er- klartc, die Wahl annehmen zu wollen.(Lebhafter Beifall.) Genosse L i p i n S k i teilte darauf mit, daß ein weiterer Wahl- gang nötig sei, da von den übrigen Kandidaten keiner die absolute Mehrheit der Stimvwn besitze. Nunmehr lehnte D i ß m a n n seinerseits eine nochmalige Kandidatur ab. Genosse R o s e n fe l d- Berlin wies darauf hin, daß durch die Ablehnung Hasses eine Mnz neue Situation entstanden sei, die eine Bertagung des Par- teifages aus kurze Zeit nö'i-z mache, damit die-Peueteitligsmitglieder zunächst einmal in kleinen Kreisen Stellung nehmen könnten. Bon andavcr Seite wurde die Einsetzung einer Kommisston angeregt, damit keine„Schiebungen" vorkommen könnten. Eine Anregung, den ganzen Wablaang zu wiederholen, stieß'aus Widerspruch. Rur für den neben Däumig benötigten Vorfitzenden sollte ein zweiter Wahlgang stattfinden. Nach längeren Erörterungen wurden die Verhandlungen auf einige Zeit vertagt, um den Landsmannschaften Gelegenheit zu geben, die neue Situation zu besprechen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung erklärte Ge- nosse Herz- Hamburg, daß es sich nicht um eine Personenfrage handele, sondern daß Haases Ablehnung der SluSdrurf sachlicher Gegensätze sei. Die Situation sei durch dte Gut- Wickelung der Dinge völlig vcvfabrc« worden. Die vom Parteitag angenommene Resolution atme Haasefchen Geist. Aus dieser Tat- fache müsse. man die Konsequenzen ziehen. Man müsse die Mit- gliedschaften i.in Lande b e s tz�i g e n, ob ste nach rechts oder links m«rfchieren wollen. Die Gegllnssitzc in der Partei seien erst auf dem Parteiwa ni voller Schärfe'n die Erscheinimg getreten. Tie Vorstandswahl müsse bis zu einem neuen Parteitag verscbak'en «erden, der in etwa 4 bis 6 Wochen stattfinden könne. � Es sei eine ganz klare Situation nötig und auf die Dauer sei die Tven- nmig der beiden Richtungen unvermeidlich. Genosse Ernst-Hagen spricht im Namen dar Mehrheit der. westfälischen Delegation. Der Ausgleich zwischen den Richtungen solle versucht werden. Zn diesem Sinne hätte auch die Vorstands- mahl stattgefunden. Wenn sie gewußt hätten, daß Hanfe das Zu- sammcnarbeiten mit Däumig aßWrneu würde, wären ihw Stimmen nicht ans Däumig entfallen. Sie verlangen deshakb Neuwahl des gesamten Vorstandes. Genosse Ob uch-Düsseldorf: Die leitenden Grundgedanken Däumias haben auf dem Parteitag Anerkennung gefunden. Es sei keine Resolution im Sinne.Hcrafss angenommen worden. Am Interesse der Einheit der Partei hätun alle Anhänger des viätesystems auch für Haase gestimnit. Ein nochlmakizer Parteitag soi für eine demokratische Partei c.n unmöglicher Vorschlag. Genosse G o t t s ch a l k-.Königsberg: Die Resolut»«r ent- spreche weder ganz Haases ncch ganz DäumigS Anschaurmg, son- dern halte eine Mittellinie ein. Haase habe für die. Resolution gestimmt, Däumig aber dagegen, obgleich die Linie Däumig näher liege, als Haase. Wenn'Haase nicht anrieh men wolle f» dürfe der Parteitag sich davon nicht beirren lassen. Es sei cmsgesclilchsen, wß der Parteitag die bereits getätigte Akchl«irstogen käiure. Genosse K a r st e n- Peine luandtc steh gegen die Venagung icr Voustandswahl und erklärt für die'Delegierten aus Braun- chweig und Hannover es für unmöglich, daß gack Annahme der Programmatischen Grflftnmg die Partei sich einen Verfitzenden -oben könne, der nicht auf dem Boden dieser Erklärung stehe. . däuinig müsse zurücktreten. Genosse Schweig- Hockest verlangt im Namen der Tele- zierten ans. Hessen-Nassau Jieuwahl. Genosse Adolf Ho s s m a st n- Berlin: Die Partei stehe auf dem Spiel, wenn jetzt aus Furcht vor der eigenen Tourage Äeuwalfl vorgenommen werde. Die Nichtlvi od e rwahl Dänmigs sei ein großer Schaden für die Partei. Durch die Neuwahl machen wir uns stichcrlich und werden da« Abrücken nach finks beschleunigen. DäumigS Wahl sollte nach außen hin zeigen, daß die Partei einen Schritt nach kinkc- gemacht habe. Die Ruck g an gigm ackg i n g der Wahl würde die Partei zertrümmern._ Genosse D i ß m» n n- Frankfurt: Die Sacke gckhe Wer die Person, aber desHalt sei ein Berstäudignngswcg zu suche«. Dar Ruck nach links sei durch die Beschlüsse d«S Parteitages voll- zogen. Er muß auch sichtbar in der Porsemens ezge sein. Man folle Vorschlüge bringen, do«n sei er zur Verstandiaung bereit. Genosse Ma n-Danzig bedauert Haases Rücktritt, btllipl ihn absr nicht. D-te-weskpreußifchen Delrgievten würden ge- schlaffen für Crifpien eintreten. Genoffin Zieh: Däumig haste zuerst erklärt, mit Haase nicht zusammen aÄ»eiten zu können. Er sei deshalb auch aus dem Parteivorstand ausgetreten. Däumig habe mit den revo- lutimiären OSleuten Verhandlungen gepflogen zu dem Zweck, diese der kommunistischen Partei zuzuführen. G e r t h- Thüringen: Der Streit sei keine persönliche Frage, sondern Ausdruck der sachlichen Gegenisttze. Er tritt desbalb für Befragung der MitgkiedschastcnGin. S ch m i d t- Düsseldorf: Das Zusammenarbeiten mit den Kommunisten in Düsseldorf habe trotz grüßten Radikalismus zum Trennungsstrich gezwungen. DaS Recht liege auf selten Haases. Däumig lpüffe zurücktreten. Er trete bei der Neuwahl für Crrspien ein, der eben so weit links stehe wie Däumig. Rechts und links dürsten nicht von uuS gestoßen werden, sonst würde die Partei zur Sekte. Ein Antrag aus Schluß der Debatte wird an-. genommen. An einer persönlichen Bemerkung erklart Daum ig zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen: Wir standen um die Wende des vergangenen Jahres in einer Parteikrise. Die rührigsten Elemente der Partei waren unzufrieden. Auch ich und meine Freunde waren mit der Haltung der Partei nicht ein- verstanden. In den Reihen der revolutionären Obleute tauchte der Gedanke drr Vereinigunk; mit dem Spartakusbund auf. Bei den Verhandlungen haben wir uns als Gegner der put-ckistischai Taktik bekannt und Einflußnahme der Ooleutc auf Taktik und Politik des Spartakusbundes verlangt. Drefe Bedingungen wur- den abgelehnt. Dem Versuch der Obleute, eine eigene Partei zu gründen, habe ich mich mkt allen Mitteln widersetzt. Bei der Wahl zur Nationalversammlung habe ich mich aus fachlichen Gründen mckit mit Haase auf eine Liste fetzen lassen. Ich habe heute morgen nicht für die Entfchstsßnng gestimmt, well ich nicht im Saale war. Ich erkläre aber, daßichgegcnsiege- stimmt haben würde. Trvtzdom glaube ich innerhalb der U. S. P. in der Richtung meiner Resolution wirken zn können. Deshalb habe ich dem Wunsche meiner Freunde nach einer Kern- didatur stattge-zebsn. Ich glaubte mit Haase zusammenarbeiten zu können.'Obwohl mir viel daran liegt, die Partei nach llnkS zu treiben, so wenig bin ich dafür zu haben, daß die Verwirrung drncch einen Streit, um Personen vermehrt wird. Ich bitte deZ- halb dsn Parteitag emc Neuwahl vorzunehmen und ziehe meine Kandidatur zurück. Gerissse Haas« erklärte, keinen Anlaß zum Parteikrakeel gegeben zu haben. Die Zusammenarbeit mit Däumig ist für mich keine P e r s o n e« f ra a e. Däumigs Abstimmung gegen die Resolution zeigt scharf de« sachlichsn Gegensatz zwischen icns. DeS- halb ist die Zu;ammenarbeit im Jniereffe der Partei nicht möglich. E« werden daraufhin bei der Neuwahl der Vorsitzenden T r i f p i e n und Haase voraeschlagen. Der Wahl durch Bkfta- mci dkm widerspricht Adolf Hoffmann. Bei der durch Stimmzettel vorgeuommeosn Wohl werden 145 Stimmen abgegeben, davon find 15 unbeschrieben. Cr isp ien erhielt 133, Haase 107, Däumig IT Stimmen und Goftschalk eine. E r i j p i e n und Haase sind als Vorsitzende gewählt und nehmen die Wahl an. MS Selecf&re werden gewählt Z i e tz mit 99, Dittmann mit 91 Stimmen. Außerdem erhielt B ü h l e r- Remscheid, der seine Kandidatur zurückgezogen hatte, 24 Stimmen. Adolf Hoffmaun verzichtet auf die Wahl alo Beisitzer. Bei der Wahl als Beisitzer erhalten SitzSstnen: Laukant 92, Nemitz 77, Dr. Moses 63, Maitz ahn 62, Schünig 46, .Adolf Hoffmann 19, Wenge!» 4, Breit scheid 1. Die drei ersten find gewahtt. Während der Feststellung des Ergebnisses der Wahl des Bei- rats und der Kontrollkommission fwir haben die Ergebnisse dieser Wahl bereits mitgeteilt. Die Red.) halt Haase eine kurze Schlußansprache. In Berlin tobe ein schwerer blutiger Kampf, der mit fürchi.-rltchen Zerslörungsmittcln ausgeführt werde. Vor der Gewaltherrschaft dieses Raainiss empnndcn wir Abscheu. Wir dürfen aber nach unseren Beschküssen nicht raten- lose Justhauer bleiben. Die Revolution sei nicht abgeschlossen. Unsere Kämpfe nur Mittel der Sache zu dienen, unser Entschluß müsse dahin gehen, d!« asten Scharen zusammenzuhalten und neue Kämpfer für die Befreiung des Proletariats zu gewinnen. Der Aorßtzende Li p i n s k t schließt darauf den Parteitag. Sroß'-Serlia. Um die GcmvindeschSffen. Da dre preußische Regierung bisher einer Mflösung fcer Magistrate und der GelueindcvorstAiche aus dem Wege gegangen ist. muß in den Gemeinden dahin gewirkt werden. daß die Tcöglichkeit einer Neuwahl von Magistratsmit- siliedern unj> Gemeindeschöffen geschaffen lvird durch Niederle�img der Mandate durch ihre jetzigen Inhaber. In einer Reche von Gemeinden habe» die Schöffen erklärt» dem nachzukonmien. In Britz liaben die vier unbesoldeten Schossen erklärt, mit Wlauf des Rechnungsjahres ihre Ztemter niederzulsgen. In Tempechof wirrde sin Antrag beider sozialdemokratischen Frattiontzn. wonach die unbe� soldeien coK'osfcn ihre Aemter niederlegen sollen, mit 13 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Zwei der bisherigen Schöffen, die als Gemeindevertreter gewählt wurden, stimmten bei der Abstimmung mst. In Lteinickendorf werden die unbe- sokdeten Schöffen chre Aemter zur Verfügung stellen. In der Paukower Geinemdevertretung beantragten 13 Mit- gliedcr der U.S/P. D. und die 13 Mitglieder der S. P. D., die Gemeindevertretung möge beschließen, die Regierung aufzufordern, die jetzt noch bestehenden Gemeindevorstände bzw. Magistrate aufzulösen. Der Antrag gelangte mit 27 gegen Sfl bürgerliche Stimmen zur Annahme. Einstimmig beschlossen wurde der iMcktritt der unbesoldeten Schöffen. Bei dieser Gelegenheit erklärt der Bürgermeister, daß nach einer ihm im Miniflermm gewordenen Auskimft die Ge- meiudevorstände Aussicht hätten, daß sie im Wege einer Unterordnung erweitert werden könnten, wenn die Ge- tuoindevertretungen solche Besätlüffe faßten, und beim Ministerium beantragten. Unserer Ansicht nach genügt das Nach keiner Richtung, die lfjenleindevorstände und Ma- gistrate an fzn lösen. Das kann nur ein Notbehelf sein. Ver- langen müssen tvrr die Aufhcdnng des Zweikammersystems, und zwar so schnell wie irgend möglich. Wir wissen, daß es Arbeit macht, die zahlreichen in Preußen vorhandenen Magistratsversassungen einheitlich zu gestalten, aber man soll nur nicht so ziniperlich sein und reinen Tisch machen. Im Angenülick werden unsere Genossen in den Gemeinde- Verwaltungen den widerspenstigen, am Amte tlobenden unbesoldeten Gemeindevorständen und Magistratsmitgliedern derbe auf die Hühneraugen treten iniiffcn. Die Herrschaf- tcn, die da widerstreben, dürfen sich nicht wundern, wenn ihnen ganz offen daß Mißtrauen ausgesprochen wird. Dann aber muß den unbesoldeten Schöffen und Magistratsmit- gliedern eine Aufwairdsverzütung gewährt werden, wenn ; solche Aemter auf die Dauer nicht das Monopol von ! Rentiers und andern rsichan Leuten sein sollen, wie das ' bisher der Fall war. Dieser Zustand mutz aufhören. Ächfungl Ärbever- mG SoVakemNe? Heute vormittag lll Uör findet in den„Germama- Prachtsälen", Ehaussee-str. Itfl, eine Vollverfommlung�der Arbeiter- und Soldatenräte statt.— Tagesordnung: Stellungnahme zum Rätekongreß. Der Vollzugsrat des Arbeiter, und Soldatenrates. gez. Richard Müller. gez. Neue. Alexander-Mvissi-Vorkagsabeud. Der am Sonntag, den 9. März angesetzte Portragscchcnd tonnt« der Verkeihrsvei üältnisse halber nicht stattfinde«, findet jedoch oorauAsschtk-ich Seaatag, den 16. März, 3—6 Uhr statt. BillettS sind nocb in den Aixisbureous bei Kreise, sowie im Ver. öändSkmrean, Schickte rsti. 5, zu haben Verkaufte Billett? beHalter ihre Gültigkeit.' Der Bezirisbildanzsausschaß. Auch eine revolutionäre Errungenschaft. Noch vor der Revolution, unter dem alten Regime, ha« man für gewisse mittelalterliche Einricfitiingen und Gebräuche kein Verständnis mehr gehabt und sie gänzlich oder teilweise zu be- seittgen gestrebt. So wurden z. B. auch bei einer großen Zahl von vorbestraften Personen diese Vorstrafen aus dem Strafregister gestrichen unr sie so von einem ihnen anhaftenden Makel befreit. Sollte man es für möglich halten, daß heute nocb eine Behörde es wagen darf einem" Menschen eine jahrelang zurückliegende ganz geringfügige Strafe im ZührungSattest zu bescheinigen und den Betreffenden dadurch an der Erlangung ehrlicher Arbeit zu hindern? Wir hätten es nicht geglaubt, wenn uns nicht das Original vorgelegen hätte. Di« betreffende Behörde ist dgS Berliner Polizeipräsidium. Von ihm verlangte ei» Arbeiter zwecks Erlangung einer Eicllung bm einer Krankenkasse dte Ausstellung eines Führungsattestes. Darin heißt os nun zum Schluß:„Am 14. 5. 13 wegen BettelnS mit STagen Haft bestraf t."— Vor sechs Jahren wurde der damals noch blutjunge Mensch aus der Wanderschaft von einem Gen- bannen beim Betteln ergriffen und er erhielt dafür die erwähnte Strafe. Abgesehen davon, daß mancher— und besonders auf der Wanderschaft— gebettelt hat, der cs in seine« späteren Leben zu hohem Ansehen gebracht hat, warum muß nun ein Arbeitgeber da° durchaus vnssen. Betteln ist doch kein Verbrechen, sondern nur ei--'rgehen. llrid die Tatsache, daß der Betrsssende— übrigen? e iegsbeschädigter— sich seit Jähren durch Arbeit ernährt hat. so....e doch genügen, um ihm jeden noch anhaftend. u Makel wieder abzunehmen. Kann das ein subalternes Poltzeigehirn nicht be- greifen, dann muß cs ihm eben klar gemacht werden, daß solche vermoderten Anschauungen, wie sie sich in dem genannten Vermerk ausdrücken, in unsere Zeit nicht mehr hineingehören. Die Zurückziehung der Freiwilligenkorps aus Reukölli� verlangt. Die unabhängige'n sozialdemokratischen Stadtverordneten haben, wie wir schon kurz meldeten, an den Mogistrai der Stadi Neukölln folgende Anfrage gerichtet: „Welche Schritte gedenkt der Magistrat zu unternehmen, um eine Zurückziehung der Freiwilligenkcrps aus Neukölln her- beizuführen. Der'gegenwärtige Zustaird muß auf die Bevölke' rung provozierend wirken, er gefährdet das Leben der Ein- wohner und behindert den notwendigen Verkehr in der Stadt." Die Futerpellatiou dürfte in der nächsten Sitzung der Stadt. verordneten am Freitag zur Verhandlung kommen. Die konstitutionelle Fabrik auf demokratischer Grundlage. Am 1. Märg stand vor dem Gowevbsgertcht eime Verhandlung statt, die die in den kleinen Fabridbetrieben herrschenden Zustande � In drastischer Welse beleuchtete. Der Dreher O. Schneider, der feit über anderthaillb Jahren bei der Firma Gustav Huhn, Levetzowftr. 23, beschäfftgt gewesen war, wurde nach Ausbruch der Revolution durch die Arl-efter zum Betriebsrat gewäblt. Erst nach einer Reihe ergebnisloser B»- fpmhunger. zwischen S. und H. bequsnttc fich letzterer, die längst gs'etzlich festgelegten, Elementarsten Rechte der Arbeiter, wie>die Einführung des Achtfjmndentages, zu liewillkgen. Ter Streik am 19. Januar bot H. einen Vorwand, um den ihm lastteon S. zu entlassen. Auf die Frage nach dem Grunde der Entkassung schrie H.:„I ch brauche kernen Betriebs- rat!" Der von s. angerufene Schlichtung-aussch-uß erkannte die Enilassung als ungerechtfertigt an, mrd H. wurde demgemäß zur sofortigen Wiedereinstellung des S. verurteilt. Das lohnte H. jedoch ab, so daß S. vom neuem Seim, Gewerbeqericht klagen mußte. In der Verhandlung, die vckn dem MagistratSrat von Schulz geleitet wurde, gelang es S. vermöge der überein» stimmenden Zeugenaussagen sämtliche Anschuldigungen H.s zu widericgen Ten Ausschlag gab her Umstand, daß is. auch am Tage nach idem Streik gefohlt hatte, obgleich dies mit Billigung des Arztes geschehen war.— S. wurde mit seiner Klage kosten- pflichtig abgewiesen. Bezeichnend für die Arr, in der die Verhandlungen geführt wurden, ist öS, daß der MagistratSrat von Schulz aus.den drin- gen den Verdacht der Fälschung einer Unterfchrrft, die fich im Laufe des Prozesses gegen Huhn erhob, nicht eiingsgangen ist. Da Herr Huhn die Frage der Betriebsräte fo rabiat auf eigene Faust gelöst und hterfcsi eine so wirksame Unterstützung von feiten des Gowerbegericht» gesunden hat. gibt«s in ftinem Botttebe seil der plötzlichen Entlassung de» T. keinen Betriebsrat nuchr. Dafür wirkt umter den dort dsschäftigten Leuten ein Postlbeamtcr, der seine dienstfreie Zeit mit Aviteiten in der Werkstatt ausfüllt. Die Arbeitszeit ist trotz der Kohlenknapjcheit und trotz aller behördbichen Verordnungen auf zehn bis zwölfStunden erhöht worden, ohne daß bisher vor. irgend- einer Seite Einisipruch dagegen erhoben worden wäre!— Fürwahr, die konstitutionelle Fabrik auf demokratischer Grundlage! Verschwunden ist seit Sonntag früh Herr Willy StübinK, Lichtenberg. Hreuziger Straße 23. Srübing fuhr am Sonntag früh!4ö Uhr mit einem neuen Schlächrerwagen, vor dem eine große, dunkelbraune Stute gespannt war, nach der Expedition der .Freiheit", um Zeitungen abzuholen. Von dieser Fahrt ist St üb mg nicht mehr zurückgekehrt, und es ist nicht festzustellen, w» er geblieben ist. Bctleidet war St. mit blauem Jakettanzng. grauem Ueberzieher arte Miliiärstofi. hellgrünem Velourhut und ichwarzen Lederschnürstiefeln. Bei sich hatte er eine Brieftasche mit 2500 Mark. Wer Auskunft geben kann, wird gebeten, solche an obige Ad reift gelangen zu lassen. Der Juternationle Bund der Kriegöbeschädipten und Kriegs- Hinterbliebenen �Ortsgruppe Ebarlolienlmr?) halt am Tonners- tag, den 13. März, abend» 7 Uhr, im Vollshaus Cbar otteuburg seine monatliche BezirlSversammlung ab. Kameraden und Kriegerhinterbltebenen erscheint vollzählig. Dortselbst Aufnahme neuer Mitglieder. Ter Männergesangverein Namenlos veranstaltet am Sonntag, den 16. März in der Singakademie im Kasianwnwäldcken ein Früh- jahrZkonzert unter Mitwirkung bewahrter Kräfte. Eintrittskarten zu 1,25 Mark sind an den im Inseratenteile bezeichneten Stellen zn haben. Aus den Organijattoueu. Ncinickeadorl-West. Dte Zahlabendlobale für heute lNitNvvchi befinden sich jstr D'.uppe 1 bei Urftenberg, Waldstratze: Grupp« t und 8 be: Nagel. Elch-voriistrotze: Gruppe 4 bei Lei inier, Nchdorv straße: Gruppe 5 bei Marquard, Lcharn-oeberstrah?. Ete« filteiotze: Gruppe 6 bei Sturz, Antonienstraße: Gruppe 7 bei Olm, Schani� weder-, Ecke Eichbarnstraze: Gruppe 8 bei Kohn, Äugusta-BIKiariw Allee, Ecke Echillingslillßei Gruppe 9 bei Giciwemi, Schilllngsiretze Ä Ecke Wqcholderstratze: Gruppe 19 bei Denicke. Schornweiwrstoatze Gruppe 11 bei Ott», Berliner Straße 113/114. Wichtige lagevordtuuia